Was ist „Reborn Babys“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Reborn Babys“ sind lebensechte Silkon Baby-Puppen.

„Reborn Babys“ werden von Erwachsenen für das Puppen- und Rollenspiel verwendet.

Über Reborn Babys: Bedeutung, Definition

Hinweis: Im Beitrag wird das Verb „spielen“ für den Umgang mit Reborn Babys genannt. Das Verb ist nicht wertend gemeint, sondern steht dafür, dass der Umgang mit den Puppen gewissen Regeln und eigenen Logiken folgt.

Reborn Babys sehen echten Neugeborenen zum Verwechseln ähnlich. Besonders ihre Mimik ist der von echten Neugeborenen nachempfunden. Auch Größe, Gewicht und Haut sind echten Babys nachempfunden. Reborn Babys fallen durch ihre gerunzelte Stirn auf. Auch Adern in der Haut sind zu sehen.

Erwachsene, die mit Reborn Babys spielen, behandeln die Puppen wie echte Neugeborene. Sie geben der Puppe einen Namen. Sie füttern die Puppen, wechseln die Windeln, kleiden die Puppen, gehen mit ihnen spazieren und liebkosen die Puppen. Sie reden und kuscheln mit ihnen.

Für viele Reborn-Baby-Puppen-Liebhaberinnen ist das Spiel mit den Puppen ein Hobby.

Erwachsene die mit „Reborn Babys“ spielen, werden „Reborner“ bzw. „Rebornerin“ genannt.

Reborn Babys: Herstellung, Anpassung

Die Reborn-Baby-Puppen werden teils aufwändig in Handarbeit hergestellt. Als Material für die Hülle wird Silikon und Vinyl verwendet. Das Füllmaterial besteht unter anderem aus Watte und Granulat.

Ein Reborn Baby kann komplett individuell modelliert werden. Geschlecht, Augen, Mund, Nase, Hautfarbe, Wimpern, Haare, Hände (geöffnet, kleine Fäuste) und Fingernägel können individuell angepasst werden. Rötungen und Hauttöne können festgelegt werden.

Ein Reborn Baby wird so gefüllt, dass es eine Gewichtsverteilung wie bei einem echten Baby hat. Wie bei einem echten Baby muss also bei einem Reborn Baby der Kopf gestützt werden.

Teils wird ein Reborn Baby auch in einer eigenen (künstlichen) Fruchtblase mit (künstlicher) Nabelschnur geliefert. Die Reborn-Baby-Liebhaberin muss dann die Fruchtblase öffnen und die Nabelschnur entfernen.

Reborn Babys werden teils mit individueller Geburtsurkunde geliefert. Auf der Geburtsurkunde stehen dann Name, Geburtsort, Geburtszeit, Größe und Gewicht. Die Daten auf der Geburtsurkunde entsprechen meist den Fertigungsdaten. Der Geburtsort ist dann der Ort, in dem das Reborn Baby gefertigt wurde. Die Geburtszeit ist die Uhrzeit an dem die Puppe fertig wurde.

Der Preis für ein Reborn Baby beginnt im unteren dreistelligen Bereich und kann den oberen dreistelligen Bereich übersteigen.

Warum spielt jemand mit „Reborn Babys“? Bedeutung, Psychologie

Es gibt verschiedene Ansätze und Vermutungen, warum Erwachsene mit Reborn Babys spielen.

Grundsätzlich gilt, dass Erwachsene mit den Reborn Babys bestimmte Bedürfnisse und Emotionen befriedigen. Ein Bedürfnis ist z.B. der Wunsch Mutter zu sein, Muttergefühle zu fühlen und sich, um jemanden zu kümmern.

Reborn Babys erlauben es, sich ein Wunsch Baby zu kreieren. Wer will, kann also das perfekte Baby mit allen Details erschaffen und seinen Wunsch wahr werden lassen. Dies fängt an beim Wunschgeschlecht und geht weiter zum Wunsch-Erscheinungsbild.

Das Spiel mit den Reborn Babys hat noch einen weiteren Effekt. Das Reborn Baby bringt Rhythmus und Struktur in den Alltag. Das kann gegen Aufgabenlosigkeit oder Langeweile helfen.

Tipp: Liebe Leserinnen und Leser, betrachten Sie das Spiel mit den „Reborn Babys“ als Hobby. Dann bekommt das ganze eine andere Bedeutung.

Reborn Baby: Konsequenzlose Realität

Ein Reborn Baby erlaubt viele positive Erfahrungen und schützt vor negativen (unangenehmen) Erfahrungen wie z.B. ein schreiendes Baby, schlechter Schlaf, volle Windel, ein Baby, dass krank ist oder schlecht isst. Auch Arztbesuche entfallen. Windeln müssen nicht gewechselt werden.

Mit Reborn Babys kann gespielt werden, muss es aber nicht. Für echte Babys gilt diese Logik nicht. Wenn ein echtes Baby schreit, muss reagiert werden, egal ob man will oder nicht, egal ob man schlafen wollte oder total erschöpft ist.

Die Reborn Babys erlauben eine konsequenzlose Realität. Es ist egal, ob man heute Interesse an ihnen hat oder nicht. Es besteht keine Notwendigkeit mit der Puppe zu interagieren. Wird die Puppe mehrere Stunden oder Tage nicht angefasst, hat dies keine negativen Folgen.

Motivationen, warum Menschen mit Reborn Babys spielen:

Reborn Baby – Ansatz 1: Mütter, bei denen die Kinder schon aus dem Haus sind

Diese Mütter vermissen es sich um ihre Kinder zu kümmern und lassen ihre Erinnerungen an die Babyzeit ihrer eigenen Kinder mit einem Reborn Baby wieder aufleben.

Reborn Baby – Ansatz 2: Junge Frauen, die das Muttersein testen wollen.

Diese jungen Frauen wollen wissen, wie es ist, sich um ein Baby zukümmern.

Reborn Baby – Ansatz 3: Wunsch, sich um jemanden zu kümmern.

Das „Reborn Baby“ kann den Wunsch befriedigen, sich um jemanden zu kümmern, also für jemanden dazu sein und Verantwortung zu übernehmen.

Für ehemalige Erzieherinnen, die nun in Rente sind, kann das Reborn Baby helfen an den alten Beruf anzuknüpfen.

Für Rentner kann ein „Reborn Baby“ auch eine Beschäftigung sein.

Reborn Baby – Ansatz 4: Ein Reborn Baby mit anderen Geschlecht als die eigenen Kinder

Ein weiteres Motiv kann sein, dass eine Reborn-Baby-Liebhaberin sich mit einem Reborn Baby den Wunsch nach einem Mädchen oder Jungen erfüllt. Dieser Wunsch kann stark sein, wenn eine Mutter nur Jungs oder Mädchen hat.

Reborn Baby – Ansatz 5: Ersatz für Fehlgeburt

Ein Reborn Baby kann über den Schmerz eines verlorenen Babys oder einer Fehlgeburt hinweghelfen.

Reborn Baby – Ansatz 6: Unerfüllter Kinderwunsch

Eine Frau, die einen Kinderwunsch hat, diesen aber nicht erfüllt, weil er z.B. nicht in ihre aktuelle Lebenssituation passt, kann mit einem Reborn Baby den Kinderwunsch trotzdem ausleben.

Reaktionen auf Reborn Babys / Reborn Puppen

Die gesellschaftliche Akzeptanz vom „Reborn Baby“-Puppenspiel ist gering.

Reborner (Reborn-Baby-Puppen-Liebhaber) erleben oft, dass ihr Umfeld oder Unbekannte mit Unverständnis und Skepsis reagieren. Wer zum ersten Mal mit dem Reborn-Baby-Trend in Kontakt kommt, fragt sich meistens, was das soll und wozu es gut ist.

Da für viele Rebornerinnen das Spiel mit den Reborn-Baby-Puppen ein Hobby ist, stellt sich die Frage, warum dieses Hobby schlechter sein soll als andere Hobbys?

Reborn Baby: Community und Messen

Aufklärung betreiben Reborn-Baby-Puppen-Liebhaber im Internet selbst. Verscheidene YouTube-Kanal widmen sich der Thematik „Reborn Baby“. Zwei bekannte Kanäle sind „Little Reborn Nursery“ (Link zum YouTube-Kanal: hier) und „Maggies Reborn Welt“ (Link zum YouTube-Kanal: hier).

Reborn-Baby-Puppen-Liebhaberinnen tauschen sich im Internet aus. Sie betreiben Blogs, Foren und Chats. In den sozialen Medien tauschen Rebornerinnen unter den Hashtags: #Rebornbaby, #RebornMommy, #RebornLove, #RebornArt, #RebornFamily, #RebornDollCommunity

Es finden Messen für Reborn-Baby-Puppen-Liebhaberinnen statt. Diese sind unter anderem in Hamburg, Erfurt, Eschwege oder Sonneberg. Die Messen dienen dem Austausch.

Was bedeutet „hangry“ auf deutsch? Bedeutung, Definition, Übersetzung, Erklärung


Der englische Ausdruck „hangry“ beschreibt den Umstand, dass das Gefühl des Hungers von Gefühlen der Wut, der Genervtheit und des Ärgers begleitet werden kann.

„Hangry“ steht dafür, dass jemand wütend, sauer, leicht reizbar und schlecht gelaunt wird, weil er (oder sie) Hunger hat. Anders formuliert: Ein leerer Magen führt zu schlechter Laune.

Was heißt „hangry“ auf deutsch? Übersetzung

Auf deutsch kann „hangry“ als „Hunger-Wut“ oder „wütend hungrig“ übersetzt werden. Wissenschaftlich kann „hangry“ als „Hunger-induzierter Ärger“ oder „Appetit-induzierter Ärger“ übersetzt werden.

Das englischen Wort „hangry“ ist ein Kofferwort aus den Worten „hungry“ und „angry“. („Hungry“ bedeutet auf deutsch „hungrig“. „Angry“ bedeutet auf deutsch „wütend“ bzw. „sauer“.)

Gibt es „Hangry“ wirklich? Wie entsteht die Hunger-Wut?

Hunger ist eine starke Emotion. Wer lange nichts gegessen hat, ein Loch im Bauch und großen Appetit verspürt, kann schlechte Laune bekommen.

Großer Hunger äußert sich unter anderem dadurch, dass jemand weniger Geduld hat, ungeduldig ist und Zustände (oder Mitmenschen) schlechter erträgt. Jemand, der unter großem Hunger leidet, ist gereizt und übellaunig. Mit ihm (oder ihr) ist gerade nicht gut Kirschen essen.

Hangry und der Blutzucker

Wie Hunger genau entsteht, ist wissenschaftlich nicht exakt belegbar, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Ein Faktor ist z.B. der Blutzuckerspiegel. Zucker, in der Form von Glukose, dient als Treibstoff für unseren Körper und unser Gehirn.

Es gilt: Ist die Blutzuckerkonzentration im Blut hoch, ist das Energielevel hoch. Ist die Blutzuckerkonzentration im Blut niedrig, ist das Energielevel niedrig.

Sinkt der Glukose-Gehalt im Blut so lässt die Konzentration, Selbstbeherrschung und Willenskraft nach. Das Energie-Level sinkt und das Gehirn schaltet auf Sparbetrieb. Flüchtigkeitsfehler entstehen leichter und man wird unachtsam. Das Zurückhalten fällt schwerer, man wird impulsiver und manche werden ausfallend. Manche werden patzig und unfreundlich. Dies ist Ausdruck des Hungersgefühls, dass von schlechter Laune, Genervtheit und Wut begleitet wird. Man wird „hangry“. Der Körper sendet hier ein Signal: „Ich brauche neue Glukose“.

Bekommt der Körper nun keine Glukose durch die Nahrungsaufnahme, verfällt er in Panik. Das Gehirn fängt nun nämlich an das Stresshormon Adrenalin auszuschütten, dass den Körper in einen Alarmzustand versetzt. Der Alarmzustand sorgt für Energie, damit schnell eine Nahrungsquelle gesucht werden kann. Die Stresshormone und der Alarmzustand sorgen aber auch für Wut, Ungehaltenheit, Reizbarkeit, Nervosität und Ärger.

Anmerkung 1: Erkennen, dass man hangry ist

Wer „hangry“ ist und das nicht weiß, kann einem Fehlschluss erliegen. Denn wenn man unwissend „hangry“ ist, so kann der Ärger auf die Umwelt projiziert werden. Dann sind die anderen Menschen schuld am eigenen Ärger.

Daher ist die erste Regel: Erkenne, dass du hangry bist. Erkenne, dass dein Hunger die Ursache deines Ärgers und deiner Ungehaltenheit ist.

Anmerkung 2: Was beim Hunger eine Rolle spielt

Beim Hunger spielen viele Faktoren eine Rolle, nicht nur der Blutzuckerspiegel im Blut. Die Leber und der Magen senden Signale. Der Hypothalamus redet mit. Die Fülle des Magens und seine Dehnung spielen ebenso eine Rolle. Hormone wie Ghrelin, Amylin und Leptin, Hungerhormone und gewisse Resistenzen gegen Hormone spielen eine Rolle. Das Fettgewebe beeinflusst den Hunger ebenfalls.

Der Kontext, die Umgebung und auch die aktuelle Tätigkeit beeinflusst den Hunger. Müdigkeit, Stress, Schmerzen und Leiden beeinflussen den Hunger.

Hangry: Was hilft dagegen?

Tja, wer hangry ist, sollte etwas essen. Hier sollte auf gesunde vollwertige Nahrung gesetzt werden, damit der Körper davon lange etwas hat.

Traubenzucker oder Junk Food helfen zwar gegen den Hunger, aber sie helfen nur kurzfristig. Denn der Körper verbrennt die Glukose und wird schnell wieder hungrig.

Wer unterwegs „hangry“ wird, sollte einen Apfel oder Müsliriegel essen.

Hangry: Eine persönliche Geschichte

Der Autor dieses Beitrages war mit seiner Liebsten einmal in einem Restaurant. Er war hangry. Sie saßen an einem Tisch auf der Terasse. Als nach fünf Minuten kein Kellner kam, ging er rein und fragt, ob er hier etwas zu Essen haben kann. Im Restaurant bejahte man das und er sagt, dass er draußen sitzt und ging wieder raus. Wenige Minuten später war der Kellner da und brachte die Karte. Der Kellner entschuldigte sich.

Der Autor war so hungrig, er entschied ganz schnell. Seine Liebste brauchte länger. Als der Kellner an ihrem Tisch vorbei ging, hielt er ihn an und sagte, was er Essen will. Die Liebste schaute erbost auf, denn sie hatte noch nicht gewählt. Das hatte den Autor irgendwie nicht interessiert. (sorry!) Der Kellner ging wieder, kam wenige Minuten später und die gemeinsame Bestellung wurde aufgegeben.

Im Restaurant wurde das Essen innerhalb von rund zehn Minuten zubereitet und an den Tisch gebraucht. Der Autor dieser Geschichte speiste mit Freude und die Hunger-Wut verschwand. Er war nicht mehr hangry.

Der Kellner erhielt für das Verhalten des Autors ein großzügiges Trinkgeld.

Was ist der Midas-Effekt? Bedeutung, Definition


Als Midas-Effekt wird der Effekt bezeichnet, dass Menschen nach einer Berührung großzügiger werden.

Der Midas-Effekt konnte bisher durch die Wissenschaft nicht nachgewiesen werden. Es gibt aber Hinweise.

Midas-Effekt: Bedeutung, Definition

In der Regel wird vom Midas-Effekt in Bezug auf Kellner und Kellnerinnen gesprochen. Die Annahme ist, dass eine simple Berührung des Gastes dessen Bereitschaft steigert mehr Trinkgeld zugeben. Auch soll eine einfache Berührung dazu führen, dass jemand eher an einer Umfrage teilnimmt und eher etwas teilt (z.B. Zigaretten).

Es wurde bei Kellnern und Kellnerinnen beobachtet, dass sie mehr Trinkgeld erhalten, wenn sie ihre Gäste berühren. Diese Beobachtung wurde „Midas-Effekt“ genannt. Welchen Einfluss Sympathie, Mimik, Gestik, Körperbau, Attraktivität, Rhetorik oder die Unterhaltsamkeit der kellnernden Person spielten, wurde nicht untersucht. Weitere Einflussfaktoren können sein: Kontext, Umgebung, Einfluss der Getränke, usw.

Ein Midas-Effekt konnte unter wissenschaftlichen Maßstäben bei Laborversuchen bisher nicht nachgewiesen werden.

Gibt es den Midas-Effekt wirklich?

Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sich auf der menschlichen Haut Fasern befinden, die Berührungen als angenehm oder unangenehm bewerten. Die Information senden die Fasern an das Gehirn weiter. Diese Fasern werden „C-taktile Fasern“ genannt. Eine andere Bezeichnung ist „Kuschelnerven“ .

Die C-taktilen Fasern helfen die psychologische Qualität einer Berührung zu ermitteln.

Die Fasern arbeiten (teils) unabhängig von uns. Das heißt die Fasern nehmen Berührungen war, auch wenn wir das gar nicht so richtig mitbekommen. Die Information, ob die Berührung angenehm oder unangenehm war, übermitteln die Fasern an das Gehirn. Dort wird sie verarbeitet und kann Einfluss auf das Verhalten nehmen.

Menschliche Beziehungen leben von Berührungen

Familien berühren einander, Freunde berühren einander, Eltern berühren ihre Kinder und Partner sich gegenseitig. Menschliche Beziehungen leben von Berührungen. Berührungen sind sehr wichtig. Sie helfen Beziehungen und Vertrauen zu stärken.

Berührungen erzeugen Bindung. Sich zu berühren, ist Ausdruck, dass eine Beziehung funktioniert. Berührungen sorgen für ein Zufriedenheitsgefühl. Körperliche Nähe ist eben sehr wichtig.

Der erdachte Midas-Effekt könnte einfach dafür stehen, dass Gäste die Berührungen zulassen einem Kellner oder einer Kellnerin vertrauen. Sie lassen sich anfassen. Wer dem Kellner vertraut und Sympathie hegt, ist vielleicht auch geneigt, mehr Trinkgeld zu geben.

Berührungen können sogar Konflikte entschärfen. Umarmen sie doch die Person, die Streit sucht.

Die Palette der menschlichen Berührungen ist lang:

  • Hände schütteln
  • Händchen halten
  • auf die Schulter klopfen
  • High 5 geben
  • Umarmen
  • Drücken
  • Streicheln
  • Kraulen
  • schmusen
  • Kosen
  • Anfassen
  • tätscheln
  • zärtlich sein
  • Ei ei machen
  • sich anlehnen
  • kitzeln

Woher der Midas-Effekt seinen Namen hat: Bedeutung, Definition

Die Midas-Geschichte ist eine Sage und entstammt der griechischen Mytologie.

In der Antike soll es im Mittelmeer-Raum einen König gegeben haben, der sich wünschte, dass sich alles in Gold verwandelt, was er berührt. Dieser König hieß Midas. König Midas erhielt seinen Wunsch und alles, was seine Hände berührten, verwandelte sich in Gold. Dies galt für alles: Essen, Äpfel, Tiere, Menschen, Steine, Wasser und Kleider.

Doch die Fähigkeit hatte einen großen Nachteil. König Midas konnte nichts mehr Essen und nichts mehr Trinken. Er drohte zu verhungern und zu verdursten. Er bat die Götter, dass sie ihm die Fähigkeit wieder wegnehmen. Der griechische Gott Dionysos sagte ihm, dass er im Fluss Paktolos baden soll, um die Gabe abzuwaschen. Das tat König Midas und die Gabe, alles in Gold zu verwandeln, ging auf den Fluss über. Dies führte dazu, dass der Paktolos der goldreichste Fluss Kleinasiens wurde.

(Anmerkung der Redaktion: Die Moral von der Geschicht könnte sein, dass nicht jeder Wunsch erfüllt werden und man vorsichtig mit seinen Wünschen sein sollte.)

Der Midas-Effekt wurde nach König Midas benannt, da die Berührung die vergoldende Wirkung hat. Was für König Midas galt, gilt eben für Menschen, die eine Beziehung durch Handauflegen verbessern.

Was ist der Kotmidas-Effekt? Bedeutung, Definition

Das Gegenteil des Midas-Effekt wird scherzhaft „Kotmidas-Effekt“ genannt. Bei diesem gegenteiligen Effekt, sorgt eine Person durch Berührung oder Interaktion mit jemanden oder etwas, dass sich dessen Zustand (oder Ruf) verschlechtert und sein Wert gemindert wird.

Der „Kotmidas-Effekt“ ist ein Scherz und wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Weitere Bedeutung: Midas Effekt

„Der Midas-Effekt: Wenn Träume Realität werden“ ist ein Buch von Raja Öllinger-Guptara.

Was ist „senile Bettflucht“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als senile Bettflucht wird das Phänomen bezeichnet, dass Menschen im Alter früh Aufwachen, morgens nicht mehr Schlafen können, abends schnell müde werden, ein verringertes Schlafbedürfnis und eine verringerte Schlafgesamtdauer haben.


Hinweis: Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Bitte nutzen Sie ihn nicht zur Selbstdiagnose. Dieser Artikel ersetzt keinen Arztbesuch! Suchen Sie im Zweifelsfall oder bei Fragen Ihren Arzt auf!


Senile Bettflucht: Auswirkungen, Bedeutung

Der Ausruck „senile Bettflucht“ wird oft scherzhaft verwendet. Die senile Bettflucht ist per se keine Krankheit, sondern erst einmal das Phänomen, dass alte Menschen – ob sie wollen oder nicht – früher wach und abends schneller müde werden.

Die senile Bettflucht führt dazu, dass Senioren abends schneller müde werden und morgens – wenn die Sonne aufgeht – hellwach sind.

Die senile Bettflucht kann als Leiden empfunden werden, wenn Betroffene sich tagsüber unausgeschlafen, nicht erholt und müde fühlen.

Meist wird die senile Bettflucht durch eine Mittagsruhe oder Mittagsschlaf begleitet.

Gibt es die senile Bettflucht wirklich?

Ja, so etwas wie die senile Bettflucht gibt es wirklich. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sich im Alter der Schlaf- und Wachrhythmus verschiebt.

Im Alter nimmt die Schlaftiefe, die Schlafdauer und die Schlafkontinuität ab. Bei Senioren treten somit mehr Wachphasen ein.

Wissenschaftler (der Universitäten Basel und Zürich) haben nachgewiesen, dass sich ab dem 20. Lebensjahr der Schlaf- und Wachrhytmus nach vorne verschiebt. Das bedeutet mit jedem Jahr, dass ein Mensch älter wird, wird er früher wach. Dies führt dazu, dass alte Mensch eben sehr früh wach werden.

Senile Bettflucht: Der Nucleus suprachiasmaticus entscheidet

Für diesen Effekt ist die innere Uhr verantwortlich. Der Fachausdruck für diese innere Uhr ist „zirkadianer Schrittmacher“. Er sitzt im Gehirn im Nucleus suprachiasmaticus. (Anmerkung der Redaktion: Betrachten Sie den Nucleus suprachiasmaticus als Taktgeber, der mit allen Körperzellen kommuniziert und ihnen sagt, was sie wann tun sollen.)

Der Nucleus suprachiasmaticus beeinflusst, was wann am Tag passiert. Er beeinflusst den Schlaf, Schlafphasen, die Körpertemperatur, den Blutdruck, die Verdauung und auch die Hormone.

Der Nucleus suprachiasmaticus wird vom Tageslicht und von der Dunkelheit beeinflust. Scheint die Sonne lässt er Wachmach-Hormone (Cortisol) ausschütten, wird es Dunkel lässt er Schlaf-Hormone (Melatonin) ausschütten.

Der Nucleus suprachiasmaticus bewirkt nicht nur, dass alte Menschen sehr früh wach werden. Er entscheidet auch darüber, ob jemand Frühaufsteher (Lerche) oder Morgenmuffel (Eule) ist.

Während der Pubertät sorgt der Nucleus suprachiasmaticus dafür, dass Pubertierende nachts wach und aktiv sind. Nach dem 20. Lebensjahr verschiebt er seine Richtung von „Nachts aktiv“ zu „Tags aktiv“ kontinuierlich.

Weiterhin stellten die Wissenschaftler fest, dass sich im Alter der Hormonhaushalt verändert und weniger Schlafhormone (Melatonin) produziert werden. Dies führt dazu, dass der Schlaf weniger tief und lang wird.

Warum es die senile Bettflucht gibt, konnte die Wissenschaft bisher nicht im Detail klären.

Ist senile Bettflucht umkehrbar, vermeidbar oder heilbar?

Auf natürlichem Wege ist die senile Bettflucht nicht umkehrbar. Sie ist ein natürlicher Prozess, der bei jedem Menschen stattfindet.

Ein Anlass senile Bettflucht als etwas schlechtes oder als etwas das behandelt werden muss zu betrachten, kann gegeben sein, wenn Schlaf nicht mehr erholend wirkt und man Tagsüber müde oder schläfrig ist. In diesem Fall kann die Konsultation eines Arztes helfen.

Senile Bettflucht: Was Sie tun können

Wer schlecht schläft, hat mehrere Möglichkeiten die eigene Schlafqualität zu verbessern. Ein gesunder Lebensstil, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sorgen für besseren Schlaf. Sport hat einen sehr positiven Einfluss auf den Schlaf.

Weitere Möglichkeiten sind:

  • Auf Mittagsschlaf verzichten.
  • Schlafzimmer komplett abdunkeln.
  • Alleine ohne Partner in einem Bett schlafen.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten abklären.
  • Erst Schlafen gehen, wenn man wirklich müde ist.
  • Wenn man nicht schlafen kann, aufstehen und etwas lesen.
  • Wenn man müde ist, nicht auf selbst-leuchtende Geräte (Fernseher, Handy, Laptop) schauen. Das blaue Licht hält wach.
  • Entspannungsübungen.
  • Eine Tasse Tee trinken.
  • Auf Alkohol am Abend verzichten.
  • Auf Kaffee, Koffein, Teein, grüner Tee, schwarzen Tee verzichten.
  • Achten Sie auf eine angenehme Schlafzimmertemperatur.
  • Entfernen Sie Fernseher, Laptop und Smartphone aus dem Schlafzimmer.
  • Essen Sie Abends etwas leichtes, nichts schweres.
  • Schreiben Sie Tagebuch. Werden Sie Ihre Sorgen los.
  • Meditieren Sie.

Warum gibt es die senile Bettflucht?

Ein Erklärungsversuch bezieht sich auf die Urzeiten, als Menschen noch in großen Sippen zusammenlebten. Hier lebten Alt und Jung zusammen. Das unterschiedliche Schlafverhalten erwies sich als vorteilhaft. Denn während die jungen morgens schliefen, waren die alten wach. Damit konnten die alten morgens die Sippe beschützen und ggf. Alarm schlafen, falls Feinde oder Raubtiere in der Nähe waren. Im Gegenzug bewachten die jungen die alten dann am Abend.

Ein Wissenschaftler-Team der Universität Toronto untersuchte diese These bei den Hazda in Tansania. Die Hazda sind ein nomadischer Jäger- und Sammler-Stamm. Sie verwenden noch Steinwerkzeuge. Die Hazda leben und schlafen in Strohhütten. In einer Hütte schlafen maximal zwei Erwachsene und mehrere Kinder.

Die Forscher statten 33 Hazda mit Bewegungssensoren aus. Nach rund drei Wochen werteten die Forscher die Daten aus. Es zeigte sich, dass die 33 Menschen niemals gleichzeitig schliefen, sondern zu jeder Tageszeit mindestens ein Mitglied wach war. Die Forscher ermittelten, dass es eine Korrelation zwischen dem Alter und dem Wach-Schlaf-Rhythmus gab. Das Alter einer Person war also entscheidend, wann sie wach war und wann sie schlief.

Was ist die 7-Tage-Inzidenz? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die 7-Tage-Inzidenz ist ein epidemiologischer Richtwert, der als Entscheidungsgrundlage für die Aufhebung oder Intensivierung von eindämmenden Maßnahmen dient.

Mit der 7-Tage-Inzidenz wird angegeben, wie viele gemeldete Neuinfektionen je 100.000 Einwohner es in den letzten sieben Tagen gab.

Sieben-Tage-Inzidenz: Defintion, Bedeutung

Liegt die 7-Tage-Inzidenz über einer definierten Obergrenze müssen Städte oder Landkreise weitere Eindämmungsmaßnahmen (Beschränkungen) verhängen.

Für Deutschland hat die Deutsche Bundesregierung im Mai 2020 als Obergrenze den Wert von 50 Coronavirus-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner definiert. Werden in einem Landkreis oder einer Stadt über 50 Corona-Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen gemeldet, so muss der Landkreis oder die Stadt weitere Eindämmungsmaßnahmen verhängen. (Bundesländer können die Obergrenze anpassen und selbst festlegen. Für Bayern hat die bayerische Landesregierung eine Obergrenze von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner festgelegt.)

Anhand der 7-Tage-Inzidenz zeigt sich, wie effizient eindämmende Maßnahmen waren. Denn die 7-Tage-Inzidenz kann immer mit der gesamten Fallzahl je 100.000 Einwohner verglichen werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz wird wie folgt errechnet: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen wird ermittelt. Diese wird dann durch die Einwohnerzahl einer Stadt oder eines Landkreises geteilt. Danach wird das Ergebnis mit 100.000 multipliziert.

An der 7-Tage-Inzidenz zeigt sich aber auch, ob Neuinfektionen verstärkt auftreten, wenn eindämmende Maßnahmen gelockert werden.

Die 7-Tage-Inzidenz dient als Richtwert, um eine erneute Ausbreitung eines Virus oder einer Erkrankung zu erkennen und darauf entsprechend zu reagieren.

Außerdem dient die Sieben-Tage-Inzidenz dazu, Infektionen regional vergleichbar zu machen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz wird als relative Zahl angegeben, nicht als absolute Zahl.

Was heißt „Inzidenz“ auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung

Das Wort „Inzidenz“ leitet sich vom lateinischen Verb „incidere“ ab. „Incidere“ bedeutet auf deutsch „vorfallen“. Das Wort „Inzidenz“ bedeutet damit auf deutsch „Vorfall“ oder „Zwischenfall“.

Was ist das Präventionsparadox? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Präventionsparadox lautet wie folgt: Präventionsmaßnahmen, die der ganzen Bevölkerung oder Gesellschaft einen hohen Nutzen bringen, bringen dem Einzelnen oder der Einzelnen nur wenig Nutzen.

Das Präventionsparadox wurde in den 1980er Jahren erstmals vom britischen Epidemiologen Geoffrey Rose beschrieben. Er beschrieb es am Beispiel von Herzkrankheiten. (Wenn viele Menschen an Präventionsmaßnahmen teilnehmen, kann die allgemeine Lebenserwartung erhöht und die Zahl der Krankheitsfälle verringert werden.)

Das Präventionsparadox kann auch wie folgt formuliert werden: „Präventive Maßnahmen, die einer kleinen Gruppe einen hohen Nutzen bringen, bringen einer großen Gruppe einen geringen bis gar keinen (positiven) Nutzen.“

Präventionsparadox: Bedeutung, Definition, Beispiele und Folgen

Konkret am Beispiel vom Coronavirus (Covid-19) formuliert, lautet das Präventionsparadox wie folgt: „Präventive Maßnahmen, die dass Leben von Risikogruppen (Ältere, Vorerkrankte) schützen, bringen der restlichen Bevölkerung wenig positiven Nutzen.“ Anders formuliert: Menschen, die nicht Teil einer Risikogruppe sind, schränken sich durch Präventionsmaßnahmen (Social Distancing, Zuhause bleiben) ein, um Ältere oder Vorerkrankte zu schützen.

Die Logik hinter dem Präventionsparadox ist folgende:

  1. Die Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen sind erfolgreich. Weniger Menschen als erwartet erkranken und weniger Menschen als erwartet sterben am Virus. = Die Katastrophe bleibt aus.
  2. Also a) (Interpretation 1)
    • a) Die Maßnahmen waren übertrieben. So schlimm wie befürchtet, ist es nicht gewurden.
    • b) Wir haben die Lage unter Kontrolle. Krankenhäuser sind nicht überfordert.
    • c) Die Motivation und Compliance sich weiter an Eindämmungsvorschriften zu halten, sinkt. Das Verständnis für geschlossene Geschäfte sinkt. (Compliance = Bereitschaft aktiv mitzuwirken)
    • Folge: Wenn Präventionsmaßnahmen gestoppt werden, kann eine Krankheit erneut ausbrechen oder unkontrollierbar werden. (Kann = Konjunktiv!)
  3. Also b) (Interpretation 2)
    • a) Die Katastrophe ist nur ausgebleiben, weil die Maßnahmen so stark („übertrieben“) waren.
    • b) Damit ist die Lage nur unter Kontrolle, weil die Maßnahmen so „übertrieben“ waren.
    • c) Wegen 3 a) und 3 b) sollten die Maßnahmen nur langsam gelockert werden.

Beim Präventionsparadox passiert folgendes:

  • Wird eine Katastrophe abgewendet, so wirken Warnungen und Maßnahmen übertrieben.
  • Schäden, die ausgeblieben sind, sind nicht sichtbar.
  • Ein Einzelner mag seine Wirkung unterschätzen, aber wenn viele Menschen sich gleichzeitig an Maßnahmen beteiligen, entsteht eine Wirkung von der die gesamte Bevölkerung profitiert.
  • Eine Risikogruppe wird besser geschützt oder profitiert von präventiven Maßnahmen, wenn möglichst viele Menschen, auch Menschen, die nicht Teil einer Risikogruppe sind, sich an Präventivmaßnahmen halten.
  • Das Paradox entsteht, weil Menschen sich an Präventivmaßnahmen halten sollen, die ihnen wenig Nutzen bringen.
  • Ferner steht das Präventionsparadox für das Spannungsfeld zwischen Egoismus und Soldarität.
  • Das Präventionsparadox steht auch für Risikoscheue (Risikoaversion). Denn ein Risiko wird durch präventive Maßnahmen nicht eingegangen, sondern das Risiko wird sogar gesenkt. (Anmerkung der Redaktion: Hier passt wohl der deutsche Spruch „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ ganz gut.)
  • Da präventive Maßnahmen, dass Risiko an einer Krankheit zu erkranken gesenkt haben, kann nie herausgefunden werden, wie eine Krankheit sich ohne präventive Maßnahmen verbreitet hätte oder wie sie verlaufen wäre.

Das Präventionsparadox führt dazu, dass eine eigene Gruppendynamik entsteht. Wenn Präventionsmaßnahmen gut funktionieren, entsteht ein Eindruck von Kontrolle und damit ein Gefühl der Sicherheit. Dies führt dazu, dass bisherige Präventionsmaßnahmen (Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkungen, Shutdown, Lockdown) als übertrieben wahrgenommen und in Frage gestellt werden. Damit sinkt die Motivation, sich weiter an Eindämmungsmaßnahmen wie Social Distancing zu halten. Außerdem werden Forderung laut, die Präventionsmaßnahmen aufzuheben.

Präventionsparadox und Impfungen

An Impfungen und Impfgegner zeigt sich das Präventionsparadox sehr gut.

  1. Impfungen werden durchgeführt:
    • Gegen eine Krankheit wird nach und nach die Bevölkerung geimpft.
    • Dies führt dazu, dass Krankheitsfälle immer weniger werden, bis die Krankheit gar nicht mehr auftritt.
    • Dies führt dazu, dass Menschen, die die Krankheit unmittelbar erlebt haben, weniger werden. Allgemein verliert sich das Bewusstsein der Menschen für die Gefährlichkeit der Krankheit, weil eben immer weniger Menschen, die Krankheit erlebt oder bei anderen gesehen haben.
  2. Folgen:
    • Impfungen haben dazu geführt, dass eine Krankheit verschwand.
    • Menschen beginnen sich auf Nebenwirkungen der Impfungen und Impfschäden zu konzentrieren, weil diese sichtbar sind – im Gegensatz zur Krankheit.
  3. Also a) (Interpretation 1)
    • Menschen, die sich auf die Nebenwirkungen von Impfungen fokussieren, verlieren das Vertrauen in Impfungen.
    • Sie stellen Impfungen in Frage und verweigern teils Impfungen.
    • Die Logik könnte sein: „Wozu impfen, wenn doch keiner die Krankheit hat?“ oder „Wozu Gesunde impfen?“
    • Folgen: Es kann zu Ausbrüchen von Krankheiten kommen, gegen die jemand die Impfungen verweigert hat. (Eine Folge davon wäre, dass die Impfbereitschaft dann wiedersteigt.)
    • Eine andere Folge ist: Die Herdenimmunität schützt Nicht-Geimpfte, wodurch diese sich in ihrer Entscheidung gegen das Impfen bestätigt sehen, da sie ja nicht krank werden.
  4. Also b) (Interpretation 2)
    • Haltung: „Impfungen haben Nebenwirkungen, aber ihre Vorteile überwiegen“. Impfungen verhindern, dass wir (oder ich) eine bestimmte Krankheit bekommen kann.
    • Also: Impfen.
Unterschied Bakterien und Viren erklärt: Bedeutung, Definition, Erklärung


Bakterien und Viren haben viele Unterschiede und wenige Gemeinsamkeiten. Zwei Gemeinsamkeiten haben Bakterien und Viren. Sie können nicht mit dem bloße Auge gesehen werden. Bakterien und Viren können krank machen.

In diesem Beitrag erfährst du mehr über die Unterschiede zwischen Bakterien und Viren:

Unterschied Bakterien und Viren: Größe

Bakterien können bis zu zehn Mikrometer (µm) groß sein. (1 Mikrometer = 0,001 Millimeter (mm); 10 Mikrometer = 0,01 Millimeter.)

Viren sind viel kleiner. Sie sind zwischen 20 bis 300 Nanometer groß. (1 Nanometer = 0,000.001 Millimeter (mm); 20 Nanometer = 0,000.02 Millimeter.)

Rhinoviren sind 20 bis 30 Nanometer groß.
Herpesviren sind 100 bis 110 Nanometer groß.
Influenzaviren sind bis zu 120 Nanometer groß.
Coronaviren sind bis zu 160 Nanometer groß.

Unterschied Bakterien und Viren: Entdeckung, Sichtbarkeit unter dem Mikroshop

Bakterien wurde 1676 von Antoni van Leeuwenhoek entdeckt. Er baute sich selbst ein Mikroskop und untersuchte Gewässer und Speichel.

1882 wurden Viren von Adolf Mayer nachgewiesen. Er wieß den Tabakmosaikvirus nach.
In den 1940 Jahren kamen Elektronenmikroskope auf. Sie machten es möglich, dass Forscher Viren mit ihren Augen sehen konnten.

Bakterien können unter einem Lichtmikroshop gesehen werden. Dies sind die bekannten Mikroskope aus dem Biologieunterricht.
Um Viren zu sehen, braucht man ein Elektronenmikroskop.

Bakterien / Viren: Sind Viren Lebewesen? Was macht ein Lebewesen aus?

Bakterien sind eindeutig Lebewesen. Bei Viren ist es umstritten, ob sie Lebewesen sind.

Bakterien haben eine Zellwand, Ribosomen, Zytoplasma, Mitochondrien und Erbgut.
Viren bestehen nur aus Erbgut (RNA / DNA), dass von einer Proteinhülle umgeben ist. Die Oberfläche ihrer Hülle können Viren durch Mutation leicht verändern, so dass das Immunsystem den Virus nicht erkennt.

Bakterien haben Stoffwechsel, sie benötigen Nahrung und vermehren sich durch Zellteilung.

Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel. Viren können sich nicht ohne fremde Hilfe vermehren. Viren haben kein Zytoplasma, keine Ribosomen und keine Mitochondrien. Viren können also keine Proteine und keine Energie herstellen, welche für die Vermehrung benötigt werden.

Zusammenfassung: Bakterien sind Lebewesen. Viren sind lediglich Erbinformationen in einer Hülle.

Unterschied Bakterien und Viren: Vermehrung

Viren können sich nicht selbstständig vermehren. Sie brauchen immer einen Wirt. Genauer gesagt, Viren brauchen Zellen eines anderen Lebewesens um sich zu vermehren. Sie docken an Wirtszellen an, schleusen ihr Erbgut in die Wirtszellen und zwingen die Wirtszelle nur noch Virenzellen zu produzieren.

Bei ihrer Vermehrung zerstören Viren körpereigene Zellen oder sorgen dafür, dass Antikörper körpereigene Zellen angreifen.

Bakterien vermehren sich selbstständig.

Wenn Bakterien sich vermehren, zerstören sie keine körpereigenen Zellen, aber sie sondern Stoffwechselprodukte ab. Diese können krank machen. (Es gibt Bakterien, die Krankheiten auslösen. Es gibt aber auch viele harmlose Bakterien, die im Darm leben.)

Unterschied Bakterien – Viren – Was hilft? Antibiotika? Gegenmaßnahmen

Antibiotika hilft nur gegen Bakterien. Antibiotika greifen die Zellwand oder den Stoffwechsel von Baktieren an. Dies führt dazu, dass Bakterien aufhören sich zu vermehren. Bakterien können aber auch Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika entwickeln.

Antiobiotika helfen nicht gegen Viren. Gegen Viren helfen antivirale Medikamente (Virostatika). Sie verhindern, dass Viren an Wirtszellen andocken und ihr Erbut einschleusen können. Dies hemmt die Vermehrung von Viren.

Es gibt Impfungen gegen einige Viren und Bakterien.

Unterschied Bakterien und Viren: Wortherkunft und Bedeutung

Das Wort „Virus“ ist lateinisch und bedeutet auf deutsch: Gift, Schleim oder Saft. Ob es der oder das Virus heißt, erfährst du hier.

Das Wort Bakterium hat griechische Wurzeln. Es leitet sich vom Wort „Bakterion“ ab. Es bedeutet auf deutsch: Stäbchen.

Was ist Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam, Obrigkeitshörigkeit? Bedeutung, Definition


Als „Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“ oder „Obrigkeitshörigkeit“ wird ein Verhalten bezeichnet, bei welchem eine Person sich freiwillig einer Autorität unterordnet, blind gehorcht und alle Anordnungen der Autorität kritiklos akzeptiert, befolgt und umsetzt.

Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam, Obrigkeitshörigkeit: Bedeutung, Definition

Unter den Begriffen „Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“, „obrigkeitshörig“ und „Obrigkeitshörigkeit“ wird folgendes Verhalten zusammengefasst:

  • Änderungen werden kritiklos akzeptiert.
  • Anfällig für totalitäre oder autoritäre Ideen sein
  • Anordnungen oder Befehle einer Autorität werden einfach akzeptiert, befolgt und umgesetzt.
  • Anordnungen oder Befehle werden nicht hinterfragt, in Frage gestellt oder kritisiert. Es wird nicht widersprochen.
  • Befehlsempfänger sein
  • Blinder Gehorsam
  • Duckmäuser sein: Die eigene Meinung nicht sagen, aus Angst, dass man bestraft oder ausgegrenzt wird.
  • Eine Autorität wird nicht in Frage gestellt. Ferner wird diese für unfehlbar gehalten. („Autoritätsgläubigkeit“)
  • Hohe Wertschätzung der Regierung oder Obrigkeit
  • im Widerspruch leben, dass man „auf die da oben“ schimpft, aber sie nicht in Frage stellt und trotzdem alle Regeln befolgt
  • Konformität
  • Mitläufertum
  • Sich einer Autorität anbiedern bzw. einer Autorität gefallen wollen (Fan einer Autorität (der Regierung) sein.)
  • Sich freiwillig unterordnen / Sich bevormunden lassen
  • Sich mit der Dominanz einer Regierung arrangieren / keinen Widerstand leisten – egal, wie moralisch verwerflich oder falsch eine Regierung handelt oder Gesetze sind.
  • Staatsgewalt wird hingenommen.
  • Unfehlbare Staatsgläubigkeit und Autoritätsgläubigkeit
  • Vorauseilender Gehorsam
  • Widerspruchsloses Unterodnen

Folgenden Autoritäten kann sich ein Mensch unterordnen: Vater oder Mutter, Vorgesetzten (Chef), Staat (Regierung) oder Kirche (Geistliche).

„Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“ und „Obrigkeitshörigkeit“ führen dazu, dass Mitläufer, Ja-Sager, Erfüllungsgehilfen und Konformisten entstehen.

Das Wort „Untertanenmentalität“ kann auch wie folgt in einfachen Worten erklärt werden: Jemand ist gern Untertan und empfängt gern Befehle.

Von Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit kann ein Einzelner oder ein Kollektiv (Volk, Bevölkerung) betroffen sein. Den Deutschen wird z.B. nachgesagt, dass sie eine ausgeprägte Untertanenmentalität haben sollen.

Anzumerken ist, dass jemand seine eigene Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit meistens gar nicht als Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit empfindet, sondern sein Verhalten mit Einsichtigkeit, Verständnis oder Verantwortungsbewusstsein erklärt. – In diesem Sinne muss ausgelotet werden, wann jemand obrigkeitshörig oder einfach nur vernünftig ist. Wenn jemand den Sinn einer Regel erkennt und die Regel befolgt, ist das dann Untertanenmentalität?

Wie entsteht Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam und Obrigkeitshörigkeit?

Wie Untertanenmentalität und Obrigkeitshörigkeit entstehen, kann nur vermutet und beschrieben werden. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:

  • Autoritäre Erziehung im Elternhaus und der Schule
  • Autoritäre Vaterfigur, die sich im späteren Leben in anderen Personen (Polizei, Politiker / Regierung, Geistliche) widerfindet.
  • Bürokratie und ein Staat, die alles regeln (Bei Verstößen drohen Strafen)
  • Gesellschaftliche Veränderungen kamen in Deutschland von Außen, nicht durch erfolgreiche Revolutionen (Bsp.: Die Demokratie wurde in Deutschland nach dem verlorenen ersten Weltkrieg und erneut nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg eingeführt.)

Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam und Obrigkeitshörigkeit: Weitere Erklärungsansätze

Andere Erklärungsansätze sind individualpsychologischer Natur. So könnte die Angst vor Verantwortung oder die Angst vor Freiheit eine Rolle spielen. Freiheit und Verantwortung können anstrengend sein. Es könnte daher einfach einfacher sein, sich unterzuordnen.

Einfacher formuliert: Wer Entscheidungen trifft, trägt dafür die Verantwortung. Wer Entscheidungen trifft, kann schlechte Entscheidungen treffen und muss dann mit den Konsequenzen leben. Das muss man aushalten können! Wenn der Staat Entscheidungen trifft, die mich betreffen, so trägt der Staat dafür die Verantwortung. Dies kann als Erleichterung empfunden werden.

Aber auch in Zeiten der Angst und Unsicherheit kann eine Autorität Sicherheit versprechen.

Eine unsichere und ängstliche Person könnte sich der Mehrheit und Mehrheitsmeinung anpassen, um sich in der Mehrheit in Sicherheit zu wiegen und Bestätigung durch andere zu erhalten. Dieses Anpassungsverhalten der unsicheren und ängstlichen Person wird durch verschiedene Ängste und Wünsche angetrieben. Zum Beispiel, die Angst negativ aufzufallen, die Angst anzuecken oder die Angst, dass man von jemanden nicht gemocht wird. Zusammenfassend: Eine unsichere und ängstliche Person sucht Bestätigung und Zugehörigkeit. Beides findet sie, in dem sich der Mehrheit und einer Autorität unterordnet. So wird sie zum Untertan und Konformisten.

Weitere Bedeutungen von Untertanenmentalität

„Der Untertan“ ist ein Buch von Heinrich Mann.

Was bedeutet „Containment“ auf deutsch? Bedeutung, Übersetzung, Definition


Das englische Wort „Containment“ bedeutet auf deutsch übersetzt:

  • Begrenzung
  • Eindämmung
  • Eingrenzung
  • Einschließung

„Containment“ bedeutet, dass etwas unter Kontrolle gebracht wird und negative Auswirkungen reduziert bzw. eingedämmt werden. Vor allem geht es bei „Containment“ darum, dass die Ausbreitung von etwas (schlechtem) verhindert werden soll.

Der Begriff „Containment“ wird in der Politik, Epidemie- oder Pandemieeindämmung und Nukleartechnik verwendet.

Bedeutung von Containment auf deutsch (Übersetzung)

Das Verb zu „Containment“ ist „to contain“. „To contain“ bedeutet auf deutsch: „etwas beeinhalten“, „Etwas umfassen“, „etwas kontrollieren“, „etwas in Schach halten“.

Bei Containment geht es darum, dass etwas schlechtes kontrolliert wird, um es von der restlichen Umwelt zu trennen. Das Ziel beim Containment ist es, dass etwas oder die negativen Auswirkungen von etwas beherrschbar und kontrollierbar werden.

Containment: Eindämmung einer Epidemie oder Pandemie (Bedeutung)

Von Containment oder einer „Containment-Strategie“ wird gesprochen, wenn die Ausbreitung eines Virus eingedämmt werden soll.

Beim Containment soll verhindert werden, dass ein Virus sich ungehindert und unkontrolliert ausbreitet. Dafür versuchen Gesundheitsbehörden Kontaktketten nachzuvollziehen, alle betroffenen Personen ausfindig zu machen und betroffene Personen ggf. durch Quarantäne zu isolieren. Damit soll die Ausbreitung eines Virus eingedämmt und kontrolliert werden.

Containment stellt den Versuch dar, einen Virus (am Anfang) einzudämmen, damit dieser sich nicht ungehindert verbreiten kann.

Eine Containment-Strategie scheitert, wenn Gesundheitsbehörden an ihre Grenzen stoßen und es nicht mehr schaffen jeden einzelnen Kontakt einer infizierten Person nachzuvollziehen und nötige Schritte wie Isolation oder Quarantäne einzuleiten. Dies führt dazu, dass infizierte Personen  sich weiterhin frei bewegen und andere anstecken können.

Eine Containment-Strategie effektiv umzusetzen, ist Personal- und Zeitaufwändig. Denn jede(!) Person mit der ein Infizierter Kontakt hatte, muss gefunden werden, damit die Ausbreitung eines Virus eingedämmt wird.

Scheitert das Containment so folgt die Phase der Mitigation. Bei der Mitigation wird das Ziel verfolgt, tägliche Neuinfektionen zu reduzieren und das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen.

Containment: Politik

Eine Containment-Politik ist eine Politik der Eindämmung. Bei dieser wird das Ziel verfolgt, einen Feind oder eine feindliche Ideologie an der Ausbreitung zu hindern. Auch wird bei der Containment-Politik das Ziel verfolgt, dass eine Aufrüstung oder technologische Weiterentwicklung des Feindes verhindert werden soll.

In den USA wurde ab dem Jahr 1947 eine Containment-Politik gegenüber der Sowjetunion verfolgt. Ziel dieser Politik war es, dass verhindert wird, dass der Kommunismus sich ausbreitet.

Weitere Bedeutung von Containment

Containment: Morbus Perthes

Bei der Krankheit Morbus Perthes wird eine Containment-Therapie angewendet. Bei der Containment-Therapie wird das Ziel verfolgt, die Gelenkongruenz zu erhalt oder wiederherzustellen.

Containtment – Fernsehserie

Die US-amerikanische Fernsehserie „Containment – Eine Stadt hofft auf Rettung“ wurde 2016 veröffentlicht. In Deutschland lief bzw. läuft die Serie bei ProSieben.

Weiteres:

  • Containment ist ein britischer Film aus dem Jahr 2015.
  • Als „Containment“ wird die äußert Betonhülle eines Kernreaktors bezeichnet. Statt „Containment“ wird auch Sicherheitsbehälter gesagt.
  • In der Informatik kommt der Begriff „Containment“ auch vor.
Wann ist eine Epidemie / Pandemie vorbei? Ende von Corona / Covid-19


Damit eine Epidemie oder Pandemie als „vorüber“ oder „beendet“ erklärt werden kann, müssen folgendes Szenario eintreten:

  • Die Zahl der potentiellen und absoluten Neuansteckungen darf nicht mehr eine Gefahr, dass das Gesundheitssystem wegen Überlastung zusammenbricht, darstellen. Es müssen genügend freie Betten für aktuelle und prognostizierte Neuinfizierte, die Intensivmedizin benötigen, zur Verfügung stehen.
  • Die absolute Zahl der täglichen Neuinfektionen muss täglich sinken oder sehr niedrig sein. Die Zahl sollte so niedrig sein, das Gesundheitsbehörden es schaffen Kontaktketten nachzuverfolgen und über eine Unterbringung in Quarantäne zu entscheiden.

Hinweis: Dies ist keine offizielle behördliche oder epidemiologische Definition, sondern eine allgemeine Erklärung von BedeutungOnline.de

Ende einer Epidemie / Pandemie: Ende vom Coronavirus (Covid-19)

Das Ende einer Epidemie oder Pandemie kann auf drei Wegen erreicht werden:

  1. Die Durchseuchung in der Bevölkerung ist so groß, dass eine Herdenimmunität entsteht.
  2. Ein Impfstoff wird entwickelt, der vor Neuansteckungen schützt.
  3. Veränderte Umweltbedingungen führen dazu, dass ein Virus seine Reproduktion einstellt.

Ende von Corona: Durchseuchung und Herdenimmunität

Beide Wege (1+2) führen dazu, dass Immunität in der Bevölkerung entsteht. Diese führt dazu, dass ein Virus bei Immunisierten keine oder eine schwächer verlaufende Erkrankung auslöst und auch nicht weitergegeben werden kann. Damit Risikogruppen geschützt werden.

Um eine Durchseuchung zu erreichen, müssen große Teile der Bevölkerung Kontakt mit einem Virus haben und gegen diesen immun werden. Dass bedeutet, sie müssen Kontakt mit dem Virus haben, die Erkrankung durchlaufen, sich erholen und erst dann sind sie immun.

Beim Coronavirus wird geschätzt, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung sich infizieren (werden). Eine hohe Durchseuchung führt dazu, dass die Zahl der potentiellen Personen, die sich infizieren können, sinkt. Die Logik hier, ist einfach: Je mehr infiziert und immun sind, umso weniger können sich infizieren. Die Immunität der Kohorte führt automatisch zum Schutz von Risikogruppen.

Für einen Impfstoff gilt, dass dieser in großen Mengen verfügbar sein muss, um Menschen vor Ansteckung mit einem Virus zu schützen. Da Viren ständig ihr Genom verändern, kann eine Ansteckung nicht immer verhindert werden. Aber durch eine Impfung können die Symptome reduziert werden.

Veränderte Umweltbedingungen können dazu führen, dass ein Virus seine Reproduktion einstellt. Dies findet z.B. jährlich bei der Grippe statt. Sobald es wärmer wird, verschlechtern die steigenden Temperaturen die Reproduktionsbedingungen der Viren. Dies führt dazu, dass die Viren ihre Reproduktion ab einem bestimmten Punkt komplett einstellen. Bemerkbar wird dies, wenn Neuerkrankungen auf einmal nicht mehr stattfinden.

Woran sich zeigt, dass das Ende einer Epidemie oder Pandemie bald erreicht ist

Ob das Ende einer Epidemie oder Pandemie erreicht ist, zeigt sich unter anderem an der absoluten Zahl der Neuinfektionen. Zum Ende einer Epidemie oder Pandemie sinken diese Zahlen täglich.

Außerdem muss die Bedingungen erfüllt sein, dass ein Virus oder ein Krankheitserreger sich nicht mehr ungehindert und unkontrolliert verbreitet. Die Verbreitung des Krankheitserregers muss eingedämmt und kontrolliert sein.

Das bedeutet, Gesundheitsbehörden schaffen es (wieder) mit ihren begrenzten Ressourcen Kontaktketten nachzuverfolgen und über die Isolation von Infizierten zu entscheiden. Den Gesundheitsbehörden ist es wieder möglich, nachzuvollziehen, wer mit wem Kontakt hatte und wer infiziert ist. (Zu Beginn einer Epidemie ode Pandemie führt der sprunghafte Anstieg von Infizierten dazu, dass Gesundheitsbehörden überfordert werden und es nicht mehr schaffen Kontaktketten nachzuverfolgen.)

Eine Regierung entscheidet in Zusammenarbeit mit Virologen und Epidemologen, wann staatlichen Epidemie- oder Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen nicht mehr von Nöten sind.

Was bedeutet Mitigation auf deutsch? Bedeutung, Übersetzung, Definition


Das englische Wort „Mitigation“ bedeutet auf deutsch:

  • Abschwächung
  • Eindämmung
  • Linderung
  • Mäßigung
  • Milderung
  • Minderung
  • Verringerung

Was bedeutet „Mitigation“ genau auf deutsch? Bedeutung

Das Wort „Mitigation“ bedeutet, dass die negativen Folgen von etwas gezielt abgeschwächt oder reduziert werden. Bei Mitigation werden die negativen Auswirkungen von etwas schlechtem oder gefährlichem bewusst abgemildert und verringert. Dies führt dazu, dass die Auswirkungen weniger schlimm, einschneidend, ernst oder hart sind.

In der Rechtssprache bedeutet „Mitigation“, dass die Strafe für ein Verbrechen milder ausfällt oder eine Strafe gemindert wird. In der deutschen Rechtssprache ist der Ausdruck „Mitigation“ veraltet. In der englischen Rechtssprache ist der Begriff noch zeitgemäß.

Der Ausdruck „Mitigation“ wird in der englischen und deutschen Sprache verwendet.

Das Wort „Mitigation“ stammt vom lateinischen Wort „mitigatio“ ab. „Mitigatio“ bedeutet: Milderung oder Besänftigung.

Mitigation als Reaktion auf eine Epidemie / Pandemie (Coronavirus, Covid-19)

Bei einer Epidemie oder Pandemie dient eine „Mitigationsstrategie“ dazu, die Verbreitung eines Virus oder eines Krankheitserregers einzudämmen. Mitigation sorgt dafür, dass die Verbreitung eines Virus verlangsamt wird, was dazu führt, dass die absolute Zahl der täglichen Neuinfektionen sinkt und dass das Gesundheitssystem vor einer Überlastung geschützt wird. (Hier wird auch von „Flatten the Curve“ gesprochen.)

Um eine Mitigationsstrategie erfolgreich umzusetzen, ist es erforderlich, dass die Kontakte, die ein Mensch hat, reduziert werden. Denn somit wird das Risiko, dass ein Mensch andere ansteckt, reduziert.

Im Falle einer Pandemie oder Epidemie ist eine Mitigationstrategie eine Reaktion auf die ungehinderte Verbreitung eines Virus. Die Mitigation hat das Ziel die Verbreitung eines Krankheitserregers einzudämmen und unter Kontrolle zubekommen. Mitigation führt nicht zum Ende einer Pandemie. Erst, wenn Neuansteckungen durch einen Impfstoff verhindert werden oder die Durchseuchung der Bevölkerung so groß ist, dass Neuansteckungen nicht nur Überlastung des Gesundheitswesens führen, zeigt sich das Ende einer Pandemie.

Im Falle einer Epidemie oder Pandemie können verschiedene Mitigations-Maßnahmen angewendet werden:

  • Menschen müssen Abstand zu anderen Menschen suchen. Mindestabstand 1,5-2 Meter in der Öffentlichkeit. (Siehe: Kontaktverbot)
  • Bedingtes Schließen von Orten an denen viele Menschen sich auf engem Raum aufhalten. (Bsp.: Schulen, Kindergärten, Sportstadien, Flughäfen, Einkaufszentren) Sollen öffentlichen Plätze nicht betreten werden, so können Betretungsverbote ausgesprochen werden.
  • Bedingte Besuchsverbote für Orte an denen sich Risikogruppen aufhalten (Bsp.: Altenheime, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser)
  • Home Office statt Präsenzarbeit.
  • Social Distancing
  • Kontaktreduzierung
  • Kontaktsperren
  • Freiwillige Selbstisolation
  • Staatlich verordnetes „Zuhause bleiben“
  • Ausgangsbeschränkungen
  • Kontaktbeschränkungen

Was bedeutet „Risk Mitigation“ auf deutsch? Bedeutung, Definition

„Risk Mitigation“ bedeutet auf deutsch „Risikominderung“. „Risk Mitigation“ ist eine Strategie, um Risiken zu erkennen und Gefahren abzuwehren.

Hier gibt es verschiedene Ansätze:

  • Risiken werden einfach akzeptiert.
  • Es kann versucht werden, Risiken nicht einzugehen und sie zu meiden.
  • Es kann versucht werden, Risiken zu reduzieren und zu kontrollieren.
  • Es kann versucht werden, andere für Risiken verantwortlich zu machen.

Mitigation und Klimawandel

Wird im Kontext des Klimawandels von Mitigation gesprochen, so ist damit unter anderem gemeint, dass Treibhausgasemissionen reduziert werden sollen. Dies wird gefordert und durchgeführt, da eine Beziehung zwischen den steigenden Temperaturen der Erde und den ausgestoßenen Treibhausgasemissionen existiert.

Alarmismus, Panikmache: Definition, Bedeutung, Erklärung, Beispiele


Von Alarmismus und Panikmache wird gesprochen, wenn Sachverhalte, Ereignisse oder Probleme (medial) spannender, gefährlicher oder wichtiger dargestellt werden, als sie eigentlich sind.

Alarmismus und Panikmache werden als Vorwurf an die Medien verwendet, wenn ein Sprecher oder eine Sprecherin glaubt, dass diese Angst und Panik schüren in dem sie Sachverhalte übertrieben gefährlich darstellen.

Was ist Alarmismus / Panikmache? Bedeutung, Definition

Wenn etwas als „Panikmache“ bezeichnet wird oder über eine Meldung gesagt wird, dass diese „Alarmismus“ sei, so drückt ein Sprecher damit seine kritische Haltung aus. Ein Sprecher gibt mit der Wertung „Panikmache“ oder „Alarmismus“ zu verstehen, dass er (oder sie) glaubt, dass eine Sache nicht so wichtig, gefährlich oder spannend ist, wie sie dargestellt wird. Ferner gibt ein Sprecher zu verstehen, dass er (oder sie) die damit verbundenen Ängste und Warnungen nicht teilt, sowie dass er oder sie nicht in Panik verfällt. Außerdem kann der Vorwurf „Panikmache“ oder „Alarmismus“ als Totschlagargument verwendet werden, um eine sachliche Diskussion zu verhindern oder zu beenden.

Als Panikmache wird allgemein der Versuch bezeichnet, Panikstimmung heraufzubeschwören.

Die Ausdrücke „Alarmismus“ und „Panikmache“ werden wertend in der Sprache verwendet. Ein Sprecher gibt damit folgendes zu verstehen:

  • Gefahren und Bedrohungen werden übertrieben dargestellt. (Beispiel: Untergangsszenarieren werden verbreitet.)
  • Gefahren werden überinterpretiert und überhöht.
  • Eine Situation wird übertrieben dargestellt.
  • Eine Situation wird dramatisiert.
  • Etwas wird aufgebauscht.
  • Negative Aspekte oder negative Informationen werden überbetont.
  • Der mögliche Ausgang einer Sache wird stark negativ oder einseitig negativ dargestellt.
  • Ein Sachverhalt wird emotionalisiert und dramatisiert.
  • Sachverhalte werden reißerisch und übertrieben dargestellt. Stichwort: Clickbait
  • Bestimmte Ängste kann der Sprecher oder die Sprecherin nicht teilen.
  • Bestimmte Empfehlungen oder Warnungen kann der Sprecher oder die Sprecherin nicht teilen.

Ob eine Bedrohung real ist oder nicht, spielt keine Rolle, wenn diese alarmistisch und übertrieben dargestellt wird.

Synonyme für Panikmache und Alarmismus sind: Angstmacherei, Angst machen, Katastrophisierung (Katastrophisieren)

Gegenteil von Panikmache und Alarmismus

Das Gegenteil von Panikmache und Alarmismus ist Sachlichkeit und Vernunft. Informationen werden sachlich und ruhig veröffentlicht und verbreitet.

Ein weiteres Gegenteil von Panikmache und Alarmismus ist Verharmlosung und Beschönigung. Wenn etwas verharmlost wird, so werden Gefahren, Risiken oder Probleme beschönigt, kleingeredet oder ignoriert.

Weitere Gegenteile von Panikmache und Alarmismus sind: Sich Sorgen und Vorsorge treffen.

Wozu Panikmache und Alarmismus führen

Alarmismus und Panikmache führen zu Angst und Verunsicherung. Dies macht einen Menschen empfänglich für Botschaften, kann aber auch unvernünftiges Verhalten hervorrufen. (Bsp.: Panikkäufe, Hamsterkäufe)

Alarmismus und Panikmache können als Kommunikationstechnik eingesetzt werden, um eine Botschaft zu verbreiten oder Menschen zu bestimmten Verhalten zu bewegen. Etwas übertrieben darzustellen, sorgt dafür, dass die Information viele Menschen erreicht.

Alarmismus und Panikmache können aber auch von Staaten verwendet werden, um Freiheitsrechte einzuschränken und mehr Überwachung zu etablieren.

Wird zu viel Alarmismus oder Panikmache als Kommunikationstechnik eingesetzt, so führt dies zum gegenteiligen Effekt. Anstatt Aufmerksamkeit für die verbreitete Botschaft zu gewinnen, beginnen Rezipienten damit die Botschaft anzuzweifeln oder in ihr Gegenteil zu verkehren.

Wie Panikmache und Alarmismus betrieben werden

Panikmache und Alarmismus entstehen auf verschiedenen Wegen:

Mit falschen Statistiken oder falsch interpretierten Statistiken kann Panikmache (oder Verharmlosung) betrieben werden. Dies geschieht z.B., wenn die absolute Zahlen statt relative Zahlen betrachtet werden. Relative Zahlen sind z.B. Betroffene Personen pro 100.000 Einwohner.

Falsche Vergleiche können auch zur Panikmache verwendet werden. Diese Vergleiche können etwas als übertrieben gefährlich oder untertrieben harmlos darstellen. („Größte Herausforderung seit …“)

Informationen werden bewusst ausgelassen oder verkürzt. Komplexe Sachverhalte werden vereinfacht dargestellt.

Bei Panikmache wird kommuniziert, dass jeder betroffen ist oder betroffen sein kann. Jedoch sind nie alle Menschen gleich schlimm von etwas betroffen. (Pareto-Prinzip.) (Es gilt, dass die Menschheit nicht untergehen wird und die Wirtschaft wird auch nicht zusammenbrechen. Vielmehr finden hier Transformationsprozesse statt und die sind mit Veränderungen verbunden. Da Menschen in ihrer Komfortzone bleiben wollen, wird jede Veränderung anfangs ignoriert bis bekämpft.)

Gegenmittel gegen Panikmache und Alarmismus

Das erste und beste Gegenmittel ist Ruhe bewahren. Hier passt der deutsche Spruch „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ sehr gut.

Wenn Sie glauben, dass etwas Panikmache oder Alarmismus ist, haben sie verschiedene Ansatzpunkte wie sie damit umgehen können:

  • Recherchieren Sie zusätzliche Informationen.
  • Hinterfragen Sie Statistiken. Betreiben Sie Quellenkritik.
  • Wenn ein Sachverhalt angeblich nur negativ dargestellt wird, versuchen sie positive Aspekte zu finden.
  • Wenn ein Sachverhalt übertrieben dargestellt wird, recherchieren sie eine sachliche Darstellung.
  • Fragen Sie sich, wer davon profitiert, wenn Sie Angst haben.
  • Fragen Sie sich, wer von der Panikmache profitiert.
  • Überprüfen Sie Wahrscheinlichkeiten.

Weitere Techniken, um Verunsicherung und Angst abzubauen, sind:

  • Erinnern Sie sich daran, wie gut es Ihnen geht. (Haben Sie ein Dach über dem Kopf? Geht es Ihnen gesundheitlich gut? Geht es Ihren Lieben gut?)
  • Erforschen Sie ihre Angst. Machen Sie sie konkret. Was soll genau passieren? Wie wahrscheinlich ist das?
  • Machen Sie sich klar, dass ein Großteil der Bevölkerung vermutlich nicht betroffen ist. Meist ist nur ein kleiner Teil betroffen.

Weitere Bedeutung von Panikmache

„Panikmache: Wie wir vor lauter Angst unser Leben verpassen“ ist ein Buch von Jörg Schindler. Es erschien 2016.

Was bedeutet Durchseuchung, Durchseuchungsrate? Bedeutung, Definition


Die Durchseuchung gibt an, wie groß der Anteil der Bevölkerung oder einer Population ist, die bestimmte Viren in sich trägt oder die mit bestimmten Viren Kontakt hatte. Hier wird auch von Durchseuchungsrate gesprochen. Betrachtet wird hier nur die Verbreitung von endemischen Infektionskrankheiten.

Durchseuchung und Durchseuchungsrate: Bedeutung, Definition

Um die Durchseuchungsrate einer Bevölkerung zu ermitteln, werden Personen gezählt, die

  • aktuell an der Krankheit leiden,
  • Personen, die an der Krankheit litten und wieder gesund sind,
  • Personen, die infiziert aber symptomfrei sind.

Die Durchseuchung einer Population wird durch Antikörper-Studien ermittelt, um herauszufinden wie viele Menschen gegen einen Krankheitserreger (z.B. Viren) immun geworden sind. Dafür wird das Blut einer repräsentativen Gruppe auf Antikörper untersucht.

Je größer die Durchseuchung einer Population ist, umso größer ist die Populations- bzw. Herden-Immunität und die Durchseuchungsimmunität der betroffenen Individuen. (Es wird davon ausgegangen, dass infizierte Personen Immunität gegen Krankheitserreger (z.B. Viren) erlangen. Dies führt dazu, dass sich nicht erneut mit dem Virus anstecken können.)

Wenn große Teil der Bevölkerung oder einer Population durchseucht sind, so führt diese Durchseuchung dazu, dass die Ausbreitung eines Virus verlangsamt wird oder sogar gestoppt wird. Damit führt ein hoher Durchseuchungsgrad zum Ende einer Epidemie oder Pandemie. (Die Zahl der Neuinfektion sinkt, je mehr infiziert sind. Dies führt dazu, dass weniger Neuinfektionen stattfinden können, da weniger Personen infiziert sind und den Virus weitergeben können.)

Wie hoch der Durchseuchungsgrad sein muss, um die Ausbreitung eines Virus zu verlangsamen, ist Fallspezifisch. Gleiches gilt, wenn die Ausbreitung eines Virus gestoppt werden soll.

Die Durchseuchungsrate wird durch Impfstoffe beeinflusst. Ein Impfstoff sorgt dafür, dass die Durchseuchungsrate sinkt.

Wie lange eine Durchseuchung dauert, ist Virusabhängig. Sie kann unter anderem mehrere Monate bis wenige Jahre dauern.

Durchseuchungsgrad: Coronavirus (Covid-19) Deutschland

Um den Durchseuchungsgrad von Covid-19 zu ermitteln, will das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig mehr als 100.000 Menschen in Deutschland untersuchen. Das Blut der Probanden wird auf Antikörper gegen den Covid-19-Erreger untersucht.

Wie hoch der Durchseuchungsgrad von Covid-19 in Deutschland sein muss, damit die Ausbreitung des Virus sich verlangsamt, ist unbekannt.

Der Virologe Christian Drosten schätzt, dass 60 bis 70 Prozent der Deutschen sich mit Coronavirus infizieren werden. Damit wäre die Durchseuchungsrate eben 60 bis 70 Prozent.

Beispiele für Durchseuchung

Es gibt bestimmte Viren bei denen die Durchseuchung in der Bevölkerung sehr hoch ist, so z.B. Herpes oder Influenza.

  • Bei Erwachsenen beträgt die Durchseuchung mit dem Herpes-Simplex-Virus 1 nahezu 100 Prozent. (Fast jeder deutsche Erwachsene trägt damit den Herpes-Simplex-Virus 1 in sich.)
  • Bei Ringelröteln liegt die Durchseuchungsrate in Deutschland im Erwachsenenalter bei 70 Prozent. (Quelle: Amboss)
Angst vor Bakterien, Viren: Mysophobie, Germaphobe, Ansteckungsangst (Bedeutung, Definition)


Als „Mysophobie“ wird die panische Angst vor Schmutz, die Angst mit Schmutz in Kontakt zukommen, die Angst vor Verunreinigung, die Angst vor Ansteckung, die Angst vor Bakterien und die Angst vor Viren bezeichnet.

Was ist die Mysophobie? Bedeutung, Definition, Merkmale

Das Wort „Myophobie“ bedeutet auf deutsch: „Angst vor Unreinheit“. „Myso“ leitet sich vom griechischen Wort „musos“ ab, was „unsauber“ oder „unrein“ bedeutet. „Phobie“ bedeutet Angst.

Hinweis: Suchen Sie Hilfe bei Experten, wenn Sie glauben an einer Mysophobie zu leiden. Sprechen Sie Ihren Arzt auf ihre Ansteckungsangst an.

Merkmale einer Mysophobie

Die Mysophobie ist eine psychische Zwangsstörung bei der jemand Angst vor Verunreinigung und Angst vor Unsauberkeit hat. Für eine Person, die an einer Mysophobie leidet, ist es unerheblich wie real oder tatsächlich eine Verschmutzung ist. Die betroffene Person wünscht sich 100-prozentige Reinheit und sie sieht nur die Bakterien- oder Viren-Kontaminierung.

Mysophobie-Betroffene leiden stark unter der Zwangsstörung. Sie schränkt ihren Alltag und ihr Sozialleben stark ein. Wer unter ständigen Waschzwang leidet, schadet seiner Haut und dem Immunsystem. Die Mysophobie kann zu Panikanfällen führen.

Die Mysophobie kann folgende Merkmale haben:

  • Vermeidungsverhalten / Vermeidungsstrategien
    • Betroffene meiden Orte, an denen sie viele Bakterien und Viren vermuten. (Beispiele: Öffentliche Toiletten, Öffentliche Verkehrsmittel)
    • Betroffene lehnen es ab, persönliche Dinge zu verleihen.
    • Betroffene wollen verhindern, dass andere Persone persönliche Dinge berühren.
    • Betroffene vermeiden es öffentliche Gegenstände anzufassen. (Beispiele: Knöpfe in der Bahn, Haltegriffe im Bus, Sitze im Bus, Türklinken, Geländer, öffentliche Toiletten, Geld)
    • Betroffene vermeiden Gegenstände anzufassen, die viele Menschen zuvor angefasst haben. (Beispiele: Besteck, Tassen, Teller)
    • Betroffene vermeiden es Gegenstände direkt anzufassen. (Beispiel: Ein gekauftes fertig belegtes Brötchen kann nur im Papier gegessen werden.)
    • Betroffene tragen in der Öffentlichkeit zum Schutz Handschuhe.
    • Betroffene meiden soziale Kontakte.
  • Putzzwang / Waschzwang
    • Mehre Male am Tag wird die Wohnung gereinigt oder desinfiziert.
    • Ständiges Händewaschen
    • Übertriebene Körperhygiene
      • Übertriebenes Verwenden von Mundwasser
      • Übertriebenes Zähneputzen (Angst vor Mundgeruch)
    • Übertriebens und häufiges Händewaschen
    • Übertriebener Gebrauch von Desinfektionsmittel
  • Psyche
    • Angst etwas unreines oder schmutziges anzufassen
    • Angst vor körperlichem (physischem) Kontakt
    • Angst vor Infektionen
    • Angst vor Krankheiten
    • Angst, krank zu werden
    • Angst sich anzustecken (Ansteckungsangst)
    • Berührungsangst
    • Starke Gefühle des Ekels und Unwohlseins, wenn in der Öffentlichkeit etwas angefasst wird.
    • Wunsch, dass alle Bakterien oder Viren auf einer Oberfläche oder in einem Raum verschwinden

Im Extremfall verlassen Mysophobiker ihre Wohnung nicht mehr.

Hinweis: Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie sich stark um ihre persönliche Hygiene sorgen.

Mysophobie ist ein in der ICD-10 festgelegtes aber nicht näher umrissenes Krankheitsbild. Es steht im Kapitel V „Psychische und Verhaltungsstörungen“ F.40.2 „Spezifische (isolierte) Phobien“. Die Myophobie ist eine Phobie, die auf Nähe zu bestimmten Tieren beschränkt ist. Die Tiere sind in diesem Fall „Bakterien“.

Wie eine Mysophobie entsteht

Wie eine Mysophobie genau entsteht, ist unklar. Jedoch stecken hinter eine Mysophobie bestimmte Ängste und Vermeidungsverhalten. Die Angst zu erkranken und in ein Krankenhaus zu müssen, kann dazu führen, dass eine Person vermeidet krank zu werden.

Auch die Vorstellung darüber, dass Millionen Bakterien auf der menschlichen Haut und im menschlichen Darm leben, kann Angst machen. Ferner kann die Unwissenheit über die Harmlosigkeit von alltäglichen Bakterien Ängste auslösen.

Weitere Faktoren sind Umweltfaktoren wie z.B. überall erhältliche Desinfektionsmittel, Reinigungsprodukte, die Bakterien-Freiheit versprechen, Antibakterielle Reinigungsprodukte und sich selbst reinigende Toilettensitze.

Auch kulturelle Faktoren wie z.B. Reinheit als angestrebtes Ziel, der Wunsch keimfrei und schmutzfrei zu leben, können zu einer Mysophobie führen.

Wortherkunft „Mysophobie“: Was bedeutet der Begriff?

Der US-amerikanische Militärarzt und Neurologe William Alexander Hammond prägte der Begriff „Mysophobie“ 1879 in einem Fallbericht über eine Person, die an einer Zwangsstörung litt und sich häufig die Hände wusch.

Auch Sigmund Freud beschrieb 1895 eine Patient, die sich häufig die Hände wusch.

Mysophobie: Trivia,

Donald Trump soll an Mysophobie leiden. In einer Pressekonferenz im Jahr 2017 sagte er über sich, dass er ein „germahob“ sei. („Germaphob“ = Angst vor Keimen.)

Robbie Williams soll – laut Selbstauskunft – auch erhöhte Wünsche nach Reinheit und Sauberkeit haben.

Laut Aussage seiner Frau Priscilla Presley soll Elvis Presley es vermieden haben fremdes Besteck oder fremde Tassen anzufassen.

Was bedeutet „germaphob“ auf deutsch? Bedeutung, Definition

In der englischen Sprache existiert das Wort „germaphob“.  „Germaphob“ bedeutet direkt auf deutsch übersetzt „Angst vor Keimen“ bzw. „Angst vor Krankheitserregern“.

Das Wort „germ“ bedeutet auf deutsch „Keim“ oder „Krankheitserrger“. Der Worteil „phob“ bedeutet auf deutsch: „abweisend“ oder „ablehnend“. Im Wort Phobie findet sich „phob“ wieder.

In der deutschen Sprache kann analog das Wort „Bakteriophobie“ (bzw. Bacteriophobie) gebildet werden. Dieses findet jedoch kaum Verwendung in der deutschen Umgangssprache.

Unterschied: Epidemie, Pandemie und Endemie


Wer den Unterschied zwischen einer Epidemie, Pandemie und Endemie kennt, kann die Begriffe richtig benutzen. Grundsätzlich gilt für alle drei, dass die räumliche und zeitliche Ausbreitung einer Krankheit oder eines Virus darüber entscheidet, ob eine sich ausbreitende Krankheit eine Epidemie, Pandemie oder Endemie ist.

Grundsätzlich gilt, dass aus einer Epidemie eine Pandemie und aus einer Epidemie eine Endemie werden kann.

Bevor die Unterschiede erklärt werden, muss eine Frage geklärt werden:

Wann wird eine Krankheit zur Epidemie?

Es gibt keine genaue Regel und keine genauen Grenzen, wann eine Krankheit zur Epidemie wird. Jedoch gibt es drei Anzeichen:

  • In einem Gebiet findet eine starke und überdurchschnittliche Häufung von Krankheitsfällen statt.
  • In einem Gebiet finden innerhalb einer kurzer Zeit viele Neuerkrankungen statt.
  • Eine Krankheit breitet sich in einem Gebiet unkontrolliert aus.

Eine Krankheit wird kann zur Epidemie werden, wenn viele Menschen in kurzer Zeit an der gleichen Krankheit erkranken bzw. sich mit dem gleichen Virus infizieren.

Eine Epidemie entsteht, wenn neue Erreger (Viren, Bakterien) auftreten. Gegen diese neuen Erreger hat noch niemand Antikörper, so dass praktisch jeder infiziert werden kann. (Das macht neue Erreger so gefährlich.)

Die Geschwindigkeit in der sich eine Krankheit verbreitet, wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. So unter anderem: Inkubationszeit, persönliche Hygiene, Gesundheitszustand der Menschen, soziale Kontakte, Eindämmende (staatliche) Maßnahmen, Resistenz der Viren gegen Kälte oder Hitze.

Unterschied Epidemie und Pandemie (Bedeutung)

Was ist eine Epidemie? Bedeutung, Definition

Eine Epidemie ist eine Krankheit, die auf eine Region, ein Gebiet oder ein Land begrenzt ist. Eine Epidemie kann auch auf eine Population oder Gruppe begrenzt sein. Eine Epidemie ist auch zeitlich begrenzt, dass bedeutet, dass sie vorbei geht.

Die jährliche Grippewelle in Deutschland kann z.B. eine Epidemie sein.

Das Wort „Epidemie“ hat griechische Wurzeln. „Epi“ bedeutet „auf“ oder „bei“. „Demos“ bedeutet „Volk“. Eine Epidemie ist also eine Krankheit, die bei einem Volk findet. (Für moderne Gesellschaften ist es sinnvoller von „Bevölkerung“ als „Volk“ zusprechen.) Eine Epidemie ist also eine Krankheit, die sich innerhalb einer Bevölkerung in einer Region verbreitet.

Was ist eine Pandemie? Bedeutung, Definition

Wenn eine Epidemie Regions-, Gebiets- und Ländergrenzen überschreitet, wird sie zur Pandemie. Bei einer Pandemie sind viele Menschen in unterschiedlichen Ländern betroffen und gefährdet. Bei einer Pandemie breitet sich eine Krankheit oder ein Virus über Staatsgrenzen, Regionalgrenzen und Kontinente aus.

Im Unterschied zu einer Epidemie ist eine Pandemie nicht räumlich begrenzt. Die Pandemie ist also eine Krankheit, die weltweit auftreten und sich weltweit verbreiten kann.

Durch den internationalen Verkehr und internationale Flugreisen kann ein Virus schnell verbreitet werden. Dies führt dazu, dass eine Pandemie sich innerhalb kurzer Zeit verbreiten kann. Eine Pandemie kann also global werden.

Das Wort „Pandemie“ hat griechische Wurzeln. „Pan“ bedeutet „alles“ und „Demos“ bedeutet „Volk“. Sinngemäß übersetzt, betrifft eine Pandemie das ganze Volk bzw. die ganze Bevölkerung.

Pandemie-Beispiele

  • Aids ist eine Pandemie.
  • Im Mittelalter war die Pest eine Pandemie.
  • Die „Spanische Grippe“ im Jahr 1918 war eine Pandemie. An der Spanischen Grippe starben rund 50 Millionen Menschen.
  • Das Coronavirus (Covid-19) ist eine Pandemie.
    Die Schweinegrippe in den Jahren 2009/2010 war eine Pandemie.
    SARS im Jahr 2003 war eine Pandemie.

Eine Pandemie kann mehrere Monate bis wenige Jahre andauern. Entscheidend sind eindämmende Maßnahmen (Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkungen), die persönliche Hygiene (Hände waschen) und das Meiden von Sozialen Kontakten (Social Distancing).

Was ist eine Endemie? Bedeutung

Eine Epidemie wird zur Endemie, wenn eine Krankheit in einer Region oder in einer Population immer wieder auftritt. Bei einer Endemie erkranken immer wieder Menschen an einer Krankheit. Die Endemie ist räumlich begrenzt, aber nicht zeitlich begrenzt. Das bedeutet, dass Endemie nicht einfach vorbeigeht.

Eine Krankheit oder ein Virus wird zur Endemie, wenn in einer Population oder Region immer wieder überdurchschnittlich oder in erhöhtem Maße Personen erkranken.

Malaria ist in einigen Regionen Afrikas eine Endemie. Das Tropenfieber ist in einen Regionen eine Endemie.

„Endemie“ ist griechisch. „En“ bedeutet „in“ und „Demos“ bedeutet „Volk“. Im Wortsinne ist eine „Endemie“ eine Krankheit, die in einem Volk stattfindet.

Corona, Coronavirus als Chance: Was uns die Coronakrise lehrt


Es scheint auf dem gesamten Globus momentan kein anderes Thema mehr zu geben. Corona ist überall, hat Medien, Alltag und auch unsere Psyche erobert. Jeden Tag werden neue Schlagzeilen geschrieben, Gebote ausgesprochen, Termine verschoben und Absagen erteilt. Der Virus sorgt für Angst, Unsicherheit und Zweifel; viele Menschen fürchten um ihre Gesundheit, ihre Existenz, ihre Familie und Freunde. Doch so sehr Covid-19 die Welt in eine Krise stürzt, so sehr bietet der Virus der Menschheit auch Chancen. Es wird Zeit, die Ängste außer Acht zu lassen und die positiven Seiten der Krankheit zu betrachten, denn diese sind zahlreich vorhanden.

Corona als Chance: Neue Werte durch die Krise entdecken

Seien wir einmal kritisch: Das alltägliche Leben vor dem Jahr 2020 war ein schnelllebiges, konsumorientiertes und egozentrisches. Es wurde viel gekauft, gearbeitet und vor allen Dingen – aufgeschoben. Persönliche Interessen, Hobbies, Zeit für Kleinigkeiten, für die Familie oder individuelle Projekte gab es für die meisten höchstens mal am Wochenende. Das Leben war vom Morgen bis zum Abend durchgetaktet, jeder Ablauf fest geplant. Dann kam Covid-19. Schlagartig fielen all diese festen Abläufe zwangsweise weg. Zuhause bleiben, heißt es heute. Anfänglich hatten viele Menschen Angst davor, ihren ganzen Tag in Haus oder Wohnung in Selbstisolation zu verbringen. „Da fällt mir ja die Decke auf den Kopf.“, hörte man viele sagen. Doch lauscht man den Stimmen jetzt, hört man vielfach etwas anderes: „Ich habe endlich einmal Zeit für die Wohnung und den Garten nutzen können“, „Ich habe wieder mit dem Lesen angefangen“, „Ich habe den ganzen Tag nichts gemacht und es war großartig“ oder „Ich genieße gerade einfach die Zeit mit meiner Familie“. (Siehe: Tipps gegen Langeweile, Tipps gegen den Lagerkoller)

In den Köpfen der Menschen ist etwas passiert. Das sogenannte Hamsterrad existiert nicht mehr. Der ganze Stress, der Zeitdruck, der Leistungsdruck, der Termindruck haben sich in Luft aufgelöst. Auf einmal bleibt ganz viel Leere übrig. Zeit, ein so wertvoller Rohstoff, ist plötzlich im Überfluss vorhanden. Und damit die Gelegenheit, einmal in sich zu gehen und sich zu fragen, was man eigentlich mit dieser Zeit anfangen möchte. Frei von äußeren Zwängen bietet Corona die Möglichkeit, das bisherige Leben zu hinterfragen und herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Was habe ich bisher eigentlich gemacht und warum? Was möchte ich jetzt machen? Warum habe ich das vorher nicht getan? Wir haben durch Covid 19 die Möglichkeit, einmal tief in uns hineinzuhören und nachzufühlen, ob wir eigentlich zufrieden sind.

Die Corona Krise ändert unser Leben und unsere Lebensweise. Gewohnheiten, Bedürfnisse und Selbstverständlichkeiten werden in Frage gestellt. Was braucht der Mensch eigentlich zum Leben? Ist es wirklich der Stress, die Routine, das Geld? Ist die Zeit im Kreis der Liebsten oder mit sich alleine nicht viel wertvoller? Die Wertschätzung für alltägliche Dinge gewinnt wieder an Bedeutung. Jetzt ist die Zeit zu hinterfragen, wie wir leben und arbeiten wollen. Der Virus bietet allen eine Chance zur Neuorientierung und für einen Neuanfang.

Corona-Krise als Chance: Menschliche Beziehungen leben wieder auf

Corona hat zu etwas geführt, was die wenigsten schon einmal miterlebt haben – Kontaktverbot. Nur noch alleine oder zu zweit auf die Straße, Menschenansammlungen werden konsequent bestraft. Quarantänemaßnahmen zwingen Menschen dazu, sich von anderen fernzuhalten. 2 Meter Mindestabstand gilt es überall einzuhalten. Covid-19 scheint Menschen voneinander zu separieren und eine Kluft zwischen sie zu treiben. Viele befürchteten die völlige Vereinsamung. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Statt einer Trennung hat der Virus die Menschheit viel näher zueinander gebracht. Wir merken auf einmal, dass wir nicht alleine sind. Menschen auf der ganzen Welt teilen unser Schicksal. Durch zahlreiche Internetportale, Social Media und die Nachrichten werden wir mit all diesen anderen Menschen verbunden. Auch sie sitzen Zuhause und sehen sich mit den neuen Herausforderungen konfrontiert. Egal ob Gut- oder Schlechtverdiener, ob Ottonormalverbraucher oder Politiker, alle sind eins. Sogar Stars posten fleißig aus ihren Häusern, laden andere Menschen zum Chatten ein. Corona ist ein Gleichmacher und bringt uns alle wieder näher zueinander.

Ein weiterer Nebeneffekt der plötzlich gewonnenen Zeit – wir haben endlich die Gelegenheit, Beziehungen wieder aufzufrischen und zu vertiefen. Es werden wieder Telefonate geführt. Alte Freunde, zu denen man längst den Kontakt verloren hatte, melden sich um zu fragen, wie es einem geht. Nachbarn unterhalten sich miteinander über die Balkon- und Gartenzäune. Familien stehen in engerem Kontakt. Großeltern installieren Skype, um die Gesichter ihrer Enkel sehen zu können. Es zeigt sich, dass das Kontaktverbot eben nicht zu einem Verlust menschlicher Beziehungen führt, sondern zu einer viel engeren Bindung. Und dass menschliche Nähe vielleicht noch wichtiger ist, als wir dachten. Schließlich ist sie es, die uns optimistisch nach vorne blicken lässt. Die Corona Krise zeigt, dass Gesundheit, Familie und Freunde sehr wichtig sind – nicht Besitz und immer mehr.

Wer heute durch die leeren Straßen geht, das eigene Treppenhaus oder auch Social Media und Ebay Kleinanzeigen unter die Lupe nimmt, der wird Zeuge eines neuen Trends, der scheinbar um sich greift: Menschen bieten ihre Hilfe an. Zahllose Anzeigen, um für ältere Menschen einkaufen oder mit fremden Hunden Gassi zu gehen, überfluten das Netz geradezu. Sogar Inserate wie „Habe Klopapier für Bedürftige zu verschenken“ tauchen auf und beweisen: Die Corona Krise ist eine Chance für Mitmenschen da zu sein, eine Chance überschwänglich genutzt wird. Hilfspakete werden parteiübergreifend abgesegnet, Vermieter senken die Mieten, viele Anbieter bieten ihre Produkte kostenlos an. In Zeiten der Not zieht die Welt an einem Strang und lässt uns wieder ein bisschen stolz auf uns alle sein.

Die Corona Krise als Chance, gemeinschaftlich zu lernen

Covid-19 stellt die gesamte Weltbevölkerung vor eine große Herausforderung. Völlig neue Strukturen und Regelungen mussten quasi über Nacht entwickelt werden, um den Fortbestand der Gesellschaft zu sichern. Und entgegen vieler Befürchtungen zeigt sich, dass die menschliche Struktur auch von zuhause aus überleben kann. Schüler lernen mit Online-Portalen, viele Arbeitnehmer arbeiten im Home Office, kostenlose Sportkurse, Musikangebote und Tutorials werden im Internet zu Hauf angeboten. Nachbarschaftshilfe wird digital organisiert, sogar die Bürokratie kann auf einmal unkompliziert und elektronisch ablaufen. Corona beweist, wie wichtig dass Internet für die heutige Gesellschaft geworden ist, aber auch, wie viel ungenutztes und positives Potenzial in ihm steckt. Die Globalisierung findet auf einmal nicht mehr nur wirtschaftlich, sondern auch menschlich statt. Länder dienen als Vorbild, nicht als abschreckendes Beispiel. Die Corona Krise erweist sich als Chance, die Gesellschaft weiter zu entwickeln und zu lernen – als Individuum und als Gemeinschaft.

Auch verändert hat sich unsere Einstellung gegenüber anderen. Gerade die Menschen, die im Alltag sonst weniger geachtet werden, weil sie keine große Karriere hinlegen, ernten auf einmal den Respekt, den sie verdienen. Supermarktmitarbeiter, Krankenpfleger und Postboten arbeiten unermüdlich, um unsere Gesellschaft am Leben zu erhalten. Es sind die Alltagshelden, die Covid-19 in seine Schranken weisen und jeder möchte seinen Teil dazu beisteuern. Befristete Lagerarbeiter springen auf einmal ein, Freiwillige kommen zur Blutspende und jeder hilft so gut es möglich ist.

Corona als Chance: Die Krise zeigt, wozu wir fähig sind

Etwas, was wir alle durch Corona lernen, ist die Antwort auf die Frage, was bleibt, wenn auf einmal alles zusammenbricht. Kann der Mensch auf völliges Chaos reagieren? Diese Antwort lautet ja. Anstatt zu verzweifeln, halten wir alle zusammen und belohnen uns für jeden kleinen Erfolg. Darauf lohnt es sich, stolz zu sein.

Coronavirus, Covid-19-Behandlung: Wie Ärzte entscheiden, wer behandelt wird (Kriterienkatalog)


Wenn Intensivkapazitäten und intensivmedizinische Ressourcen nicht mehr ausreichen, muss entschieden werden, wer behandelt wird und wer nicht. Diese Entscheidung treffen Ärzte nicht aus dem Bauch heraus, sondern nach klinisch-ethischen Empfehlungen, die sieben medizinische Institutionen und Fachgesellschaften erarbeitet haben. In diesem Beitrag erfahren Sie nach welchen Empfehlungen entschieden wird.

Coronavirus, Covid-19-Behandlung: Wann Ärzte entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer nicht

Die klinisch-ethischen Empfehlungen werden angewendet, wenn nicht mehr alle kritisch erkrankten Personen auf die Intensivstation aufgenommen werden können, wenn intensivmedizinische Ressourcen nicht mehr ausreichen oder darüber entschieden werden muss, wie begrenzt-verfügbare Ressourcen verteilt werden sollen.

Patienten werden nach der klinischen Erfolgsaussicht priorisiert. Das kann dazu führen, dass auf eine Intensivbehandlung bei jenen verzichtet wird, bei denen keine oder nur eine sehr geringe Erfolgsaussicht besteht.

Für Krankenhäuser gilt hier, dass sie mit ihren begrenzten Ressourcen möglichst viele Patienten medizinisch versorgen sollen.

Entscheidend für eine Behandlung sind medizinische Indikation und der Patientenwille.

Anmerkung:

Ärzte müssen bei knappen Ressourcen eine Auswahl treffen. Diese Entscheidung ist eine sehr schwierige und schlimme Entscheidung. Wir alle können dafür sorgen, dass solch eine Situation verhindert wird, in dem wir uns an das Kontaktverbot und die Ausgangsbeschränkungen halten. Wir schützen das Gesundheitssystem in dem wir Kontakte reduzieren, uns in Heim- bzw. Selbstisolation begeben und auf Abstand zu anderen gehen. Siehe: Flatten the Curve und Social Distancing.

Coronavirus, Covid-19-Intensivbehandlung: Welche Kriterien in Betracht gezogen werden

Für die Priorisierung von Patienten werden folgende Kriterien in Betracht gezogen:

  • klinischer Zustand des Patienten
  • Patientenwille
  • Begleiterkrankungen (Komorbiditäten)
  • Erfassung des Allgemeinzustands
  • Laborparameter
  • Prognostisch relevante Scores

Die Entscheidung, ob ein Patient intensivmedizinisch behandelt wird, wird anhand folgender Schritte entschieden:

Entscheidung, ob ein Patient auf die Intensivstation aufgenommen (für Deutschland, Coronavirus, Covid-19)

Grafik dazu: siehe oben.

  • 1. Schritt: Muss die Person intensivmedizinisch behandelt werden?
    (Wenn die Atmung oder Herzkreislaufsystem versagt, wird ein Patient intensivpflichtig. (Respiratorisches oder hämodynamisches Versagen))
    Entscheidung: „Ja“ oder „Nein“
    (Bei Ja erfolgt der zweite Schritt; bei Nein wird die Person adäquat medizinisch versorgt.)
  • 2. Schritt: Wie ist die Erfolgsaussicht?
    Entscheidung: „Aussichtslosigkeit“ oder „Erfolgsaussicht besteht“
    (Bei „Aussichtlosigkeit“ erfolgt keine Intensivmedizinische Behandlung, es erfolgt adäquate Versorgung einschließlich palliativer Maßnahmen. Bei „Erfolgsaussicht besteht“ erfolgt Schritt 3.)
  • 3. Schritt: Will der Patient behandelt werden? (Einwilligung)
    Entscheidung: „Keine Einwilligung“ oder „Einwilligung“
    (Bei „Keine Einwilligung“ erfolgt keine Intensivmedizinische Behandlung, es erfolgt adäquate Versorgung einschließlich palliativer Maßnahmen. Bei „Einwilligung“ erfolgt Schritt 4.
  • 4. Schritt: Priorisierung (wenn Ressourcen nicht ausreichen)
    (Erfolgsaussichten werden eingeschätzt; Wie realistisch ist das Therapieziel?, Vergleich Erfolgsaussichten der intensivmedizinischen Behandlung für andere Patienten, Berücksichtigung der Kapazitäten)
    Entscheidung: „Vorrangige Behandlung“ oder „Nachrangige Behandlung“
    (Bei Entscheidung für vorrangige Behandlung erfolgt Intensivtherapie. Bei Entscheidung für nachrangige Behandlung erfolgt keine Intensivtherapie, aber es erfolgt adäquate Versorgung.)

Die oben genannten Schritte entscheidet kein Arzt allein! Die Schritte werden im Mehraugen-Prinzip entschieden.

Coronavirus, Covid-19: Wann eine Behandlung nicht indiziert ist (Entscheidung Arzt)

Intensivtherapie ist nicht indiziert, wenn der Sterbeprozess unaufhaltsam begonnen hat, eine Therapie aussichtslos ist, weil keine Besserung oder Stabilisierung erwartet wird und das Überleben vom dauerhaften Aufenthalt auf einer Intensivstation abhängt.

Patienten, die eine Intensivtherapie ablehnen, werden nicht intensivmedizinisch behandelt.

Quelle: „Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall-und der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie“ (Webseite)

Coronavirus, Covid-19: Situation in Straßburg

Im Universitätsklinikum Straßburg werden seit dem 21. März keine Covid-19-Patienten mehr beamtet, die über 80 Jahre alt und in einem kritischen Zustand sind. Die Patienten werden palliativ versorgt.

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd)

Selbstisolation, Selbstquarantäne und Heimisolation: Bedeutung, Definition, Psychologie, Tipps


„Heimisolation“ und „Heimquarantäne“ sind individuelle räumliche Maßnahmen, um eine Pandemie einzudämmen, die Ausbreitung von Viren zu verlangsamen oder die Rate von Neuinfektionen zu senken.

Heimisolation und Heimquarantäne bedeuten, dass eine Person ihre Wohnung oder ihr Haus – während einer Pandemie oder auf ärztliche Anweisung – im Idealfall nicht verlässt.

Während eine Heimquarantäne ärztlich verordnet werden kann, entscheidet sich bei der Selbstisolation eine Person freiwillig dazu in die Isolation zu gehen.

Selbstisolation und Heimisolation: Bedeutung, Definition

„Selbstisolation“ und „Heimisolation“ sind ebenfalls Pandemie eindämmende Maßnahmen. Jedoch bauen diese Maßnahmen auf der Freiwilligkeit, der Einsicht, der Vernunft, der Selbstverantwortung und dem freiwilligen Handeln eines Menschen auf.

„Selbstisolation“ und „Heimisolation“ bedeuten, dass eine Person freiwillig in die Selbst-Isolation bzw. Heim-Isolation geht. Sie verzichtet freiwillig auf soziale Kontakte und verbringt den größten Teil ihrer Zeit in den eigenen Vierwänden. Sie reduziert Kontakte, sagt Verabredungen ab, arbeitet im Home Office, besucht keine Veranstaltungen und geht auf Distanz zu anderen.

Selbstisolation oder Selbstquarantäne als freiwillige Maßnahmen

Eine Person trifft die Entscheidung zur Selbst-Isolation oder zur Selbst-Quarantäne, wenn sie verstanden hat, dass sie andere mit ihrem Verhalten gefährden kann und dies sogar tödlich für Risikogruppen verlaufen kann.

Es gibt – während einer Pandemie oder Krankheitswelle – zwei Gründe in Selbstisolation zu gehen: a) Wenn ein Virus-Test positiv ausfällt und b) wenn man glaubt mit einem Virus infiziert zu sein.

Zu allen anderen Menschen muss der Selbstisolierte oder die Selbstisolierte mindestens 1,5 Meter Abstand halten. Außerdem gelten für Selbstisolierte besondere Hygiene-, Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen.

Eine positive Form der Selbstisolation ist es, wenn jemand bewusst Abstand zu anderen Menschen sucht, um Erlebnisse zu verarbeiten, um zu meditieren oder um Inspiration zu finden. Diese Person möchte Zurückgezogen und in der Abgeschiedenheit leben. Sie ist nicht einsam.

Die Begriffe „Heimisolation“, „Heimquarantäne“, „Selbstisolation“ und „Selbstquarantäne“ werden teils synonym gebraucht. Der Begriff „Selbst-Isolation“ kann auch so verstanden werden, dass eine Person sich allein (also mit sich selbst) in der Isolation bzw. Quarantäne befindet.

Selbstisolation ist nicht soziale Distanz

Der Begriff „Selbstisolation“ ist unbedingt vom Begriff „soziale Distanz“ zu unterscheiden.

Als „soziale Distanz“ wird das Verhalten einer Person bezeichnet, die auf Abstand zu anderen Menschen aufgrund von bestimmten Merkmalen oder Vorurteilen geht. (Beispiel: Rassismus)

Anmerkung: „Soziale Distanz“ muss auch von „Sozialer Distanzierung“ (Social Distancing) unterschieden werden.

Selbstisolation, Selbstquarantäne und Heimisolation: Psychologie, Tipps und Regeln

Wer sich in Selbstisolation, Selbstquarantäne, Heimisolation oder Heimquarantäne befindet, steht vor einer neuen Herausforderung: Man muss sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen und darauf achten, dass „einem nicht die Decke auf den Kopf“ fällt. Genauer gesagt, geht es darum, dass man einen Lagerkoller vermeidet und psychisch stabil bleibt.

Hierfür gibt es zwei Regeln. Regel Nummer 1: Gestalte deine Zeit aktiv! Das bedeutet, den ganzen Tag passiv Fernseh- oder Serien schauen, ist schlecht für die psychische Gesundheit. Daher gilt: Werde aktiv.

Regel Nummer 2: Betrachte die jetzige Isolation als temporär. Sie geht vorbei! Schreib dir in den Kalender, wann die Isolation vorbei ist.

Übrigens: Wer weiß, wie Meditieren funktioniert oder Entspannungs- und Atemtechniken beherrscht, ist klar im Vorteil. Denn Meditieren und bewusstes Atmen baut Stress ab und steigert das Wohlbefinden. (Lernen Sie doch während ihrer Selbst-Isolation Meditieren.)

Selbstisolation, Selbstquarantäne und Heimisolation: Einige Regeln

Gestalten Sie Ihren Alltag und definieren Sie feste Zeiten. Beispiele:

  • Legen Sie fest, wann Sie im Home-Office arbeiten.
  • Legen Sie fest, wann Sie Serien schauen. (Schalten Sie die Autoplay-Funktion aus.)
  • Kleiden Sie sich ordentlich. Nur weil sie Zuhause sind, ist das kein Grund den ganzen Tag im Schlafanzug herum zulaufen.
  • Duschen Sie regelmäßig.
  • Lachen Sie zwischen durch. (Lustige Videos dürfen Sie schauen.)
  • Basteln Sie. Werden Sie kreativ.
  • Rufen Sie Freunde an. Rufen Sie Eltern, Oma, Opa, Verwandte an.

Weitere Tipps gegen Langeweile finden Sie hier.

Heimquarantäne als ärztliche Anweisung

Ärzte können eine zeitlich begrenzte Heimquarantäne anweisen. Die angewiesene Heimquarantäne bedeutet dann für die betroffene Person, dass sie Kontakte zu anderen Menschen meiden und keinen Besuch empfangen soll.

Bei einer Influenza empfehlen Ärzte in der Regel eine Dauer der Heimquarantäne von sieben Tagen.

Die Heimquarantäne dient dazu, dass die betroffene Person andere nicht ansteckt, was dazu führen würde, dass Viren verbreitet werden. Deswegen isoliert soll sich die betroffene Person selbst isolieren.

Im Idealfall verlässt die betroffene Person ihre Wohnung oder ihr Haus nicht. Ausnahmen können dringende Fälle sein wie z.B. Einkauf Lebensmittel, Weg zum Arzt, Weg zur Arbeit, um anderen zu helfen. Die Person soll Kontakte zu anderen Menschen meiden und keinen Besuch empfangen. Diese Isolierungsmaßnahmen dienen dazu, dass die Person andere nicht ansteckt.

Heimisolation und Heimquarantäne in Deutschland während der Coronavirus-Krise (Covid-19)

Während der Coronavirus-Krise in Deutschland erlies die deutsche Bundesregierung ein Kontaktverbot. Die Bundesländer erließen Ausgangsbeschränkungen. Ausgangssperren wurden nicht verhängt.

Die Bevölkerung wurde wiederholt aufgefordert, ihre Wohnung nur für dringende Fälle zu verlassen und auf soziale Kontakte zu verzichten, um die Corona-Pandemie einzudämmen. (Siehe: Social Distancing, Flatten the Curve)

Die Aufforderungen und das erlassene Kontakverbot der Bundesregierung führten dazu, dass viele freiwillig in die Heimisolation bzw. Heimquarantäne gingen und ihre Kontakt reduzierten.

Heimquarantäne in Österreich während der Coronavirus-Krise (Covid-19)

In Österreich ist es medzinischem Fachpersonal und der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde erlaubt, eine Heimquarantäne auszusprechen. Sie entscheiden, ob Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sich in Heimquarantäne oder stationäre Behandlung begeben sollen.

Bei der Entscheidung wird der Krankheitsverlauf prognostiziert. Bei einem schweren Krankheitsverlauf begibt sich die infizierte Personen in stationäre Behandlung. Bei einem schwachen Krankheitsverlauf wird eine Heimquarantäne angewiesen.

Die Entscheidung, ob jemand in Heimquarantäne muss, wird per Brief mitgeteilt.

Betroffene Personen dürfen den Ort der Heimquarantäne nicht verlassen. Sie dürfen keinen Besuch empfangen und es gibt besondere Hygienevorschriften. Wer einen Hund hat, darf mit diesem nicht Gassi gehen.

Die Heimquarantäne wird kontrolliert. Bei Verstößen drohen Geldstrafen.

Die Heimquarantäne darf verlassen werden, wenn ein Arzt bestätigt, dass die betroffene Person gesund ist und wenn zwei im Abstand von 24 Stunden durchgeführte Coronavirus-Tests negativ ausfallen.

Weitere Bedeutung und Formen der Selbstisolation

Neben der Selbstisolation, die dazu dient, eine Pandemie oder Krankheit zu bekämpfen, gibt es auch krankhafte Formen der Selbstisolation. Bei einer krankhaften Selbstisolation geht ein Mensch auf Abstand zu anderen und kapselt sich ab. Dies ist Teils verbunden mit depressiven Gefühlen und Gefühlen der Einsamkeit.

Was ist ein Superspreader, Super Spreader, Superverbreiter? Bedeutung, Definition


Als „Superspreader“ werden infizierte Personen bezeichnet, die überdurchschnittliche viele andere Personen mit einer Krankheit oder einem Virus angesteckt bzw. infiziert haben.

Was sind Superspreader? Bedeutung, Definition

Es ist wichtig folgendes über Superspreader zu wissen:

Es gibt keine genaue Grenze, wann eine Person zum Superspreader wird.

Die Annahme, dass es Superspreader gibt, basiert darauf, dass bei bisher verbreiteten Krankheiten beobachtet wurde, dass es Menschen gab, die überdurchschnittlich viele andere angesteckt haben. Aus dieser Beobachtung wurde die Idee des „Superspreader“ abgeleitet.

Infektionsrate Coronavirus (Covid-19): Man geht im Durchschnitt davon aus, dass ein Coronavirus-Infizierter zwei bis drei anderen Menschen ansteckt. Um eine Person als Superspreader zu identifizieren, müsste diese vermutlich mindestens rund zehn Personen angesteckt haben.

Es geht beim Identifizieren von Superspreadern nicht darum einen Sündenbock oder Schuldigen zu finden, sondern darum eine Epidemie oder Pandemie einzudämmen. Deswegen suchen Behörden nach möglichen Kontaktpersonen.

Das Phänomen der Superspreader wird in der Wissenschaft und insbesondere in der Epidemiologe stark diskutiert.

Das Wort „Superspreader“ bedeutet auf deutsch „Superverbreiter“ oder „Superverteiler“. Die englische Schreibweise ist „Super-Spreader“ oder „Superspreader“. In der Epidemiologie wird von „Superspreading-Ereignissen“ oder „Superspreader-Ereignissen“ gesprochen. (Engl. „Superspreading events“)

Wie entstehen Superspreader, Super Spreader, Superverbreiter? Bedeutung

„Superspreader“ entstehen nicht willentlich. Sie sind das Produkt ihres Immunsystems, Körpers und ihrer Umwelt.

Es wird angenommen, dass „Superspreader“ besonders viele Keime in sich tragen und dass sie diese Keime ungewöhnlich lange und in größeren Menge ausscheiden. (Der gegenteilige Fall wäre, dass jemand wenige Keime in sich trägt und diese nur kurzzeitig in geringen Mengen ausscheidet.) Ob das Immunsystem bei Superspreadern schlechter arbeitet, als bei anderen Personen ist nicht bekannt.

Weitere Faktoren, die darüber entscheiden, ob jemand ein Superspreader ist, können sein:

Hinweis: Ein Faktor macht keinen Superspreader aus. Erst viele Faktoren im Zusammenspiel erhöhen die Chance das jemand Superspreader werden kann.

  • Persönliche Hygiene und Gesundheit:
    • Wie gesund ist die Person? Hat sie Vorerkrankungen?
    • Wäscht sie sich oft die Hände?
    • Hält sie sich an Hygiene- und Gesundheits-Empfehlungen?
    • Siehe: Anleitung Hände waschen
  • Sozialkontakte, Distanz und Nähe zu anderen:
    • Hat die Person viel Kontakt zu anderen Menschen?
    • Hat sie engen Kontakt?
    • Geht die Person krank auf Arbeit?
    • Besucht die Person Veranstaltungen?
    • Hält sie in Zeiten von Pandemie oder Grippenwellen Abstand zu anderen?
    • Siehe: Social Distancing, Kontaktverbot, Kontaktreduzierung
  • Hält die Person sich an Orten auf, an denen viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern angetroffen werden können? Beispiel: Hotels, Flughäfen, Konferenzen, Flüge, Flughäfen, Züge, Fußballspiele, Fantreffen, Stadien
  • Persönliche Faktoren
    • Reist eine Person viel?
    • Lebt sie einen gesunden Lebensstil?
    • Hat sie viel Stress?
    • Ist sie eine Person, die gern andere berührt?
  • Externer Faktor: Krankenhausinfektion

Ein Faktor ist das Immunsystem. Es kann angenommen werden, dass das Immunsystem bei Superspreadern so gut ist, dass sie Symptom frei sind und daher nicht auf Abstand zu anderen gehen.

Hinweise: In Zeiten von einer Pandemie hilft nur persönliche Hygiene und das Verweilen in der eigenen Wohung:

Coronavirus / Covid-19: Bekannte Superspreader

Während der Coronakrise im Jahr 2020 wurde in Südkorea ein Superspreader identifiziert. Die Person erhielt den Namen „Patient 31“. Sie ist Mitglied einer christlichen Sekte namens Shincheonji. Sie hat mindestens 29 andere Personen infiziert.

Ein 53-jähriger Brite wurde als Superspreader identifiziert. Er war im Januar auf einer Konferenz mit rund 100 Teilnehmern in Singapur und soll sich dort angesteckt haben. Ein Teil der Teilnehmer kam aus Wuhan.
Nach Ende der Konferenz verlies er Singapur und flog nach Frankreich, um Urlaub mit seiner Familie zu machen. Hier in Frankreich soll er vermutlich elf andere Personen angesteckt haben. (Fünf Franzosen und fünf Briten wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Die französischen Behörden gehen davon, dass der Mann sie angesteckt hat.)
Nach dem Urlaub flug er über Genf (Schweiz) nach Großbritannien zurück. Zum Zeitpunkt, kurz nach seiner Rückkehr, nahmen die Organisatoren der Konferenz Kontakt zu ihm, um ihn darüber zu informieren, dass andere Teilnehmer am Coronavirus erkrankt waren. Er ließ sich daraufhin testen. Sein Coronavirus-Test fiel positiv aus. Die Behörden reagierten und versuchten Personen aufzuspüren, die Kontakt zu dem Mann hatten, die z.B. neben ihm im Flugzeug saßen.

Eine russische Ärztin wird als möglicher Superspreader-Fall gehandelt. Während sie im Frühjahr 2020 Konferenzen besuchte, sich mit anderen Ärzten und Studenten traf, soll sie elf andere Menschen angesteckt haben.

Geschichte: Historische Superspreader

Mary Mallon war eine Superspreaderin. Zwischen den Jahren 1900 und 1907 arbeitete sie als Köchin in Raum New York City. In der Zeit infizierte sie 53 Menschen mit Typhus. Sie wechselte mehrere Male ihren Wohnort, was jedes Mal dazuführte, das sie weitere Menschen ansteckte.

In Finnland steckte im Jahr 1998 eine Person 22 andere Personen mit Masern an.

Im Jahr 2003 verbreitete der Professor Liu Jianlun SARS. Er kam aus Kanton und infizierte in Hongkong in einem Hotel zwölf andere Personen. Bevor er nach Hongkong reiste, litt er schon unter Symptomen. Jedoch wollte er unbedingt an der Hochzeit in Hongkong teilnehmen.

Was ist ein Lagerkoller? Bedeutung, Definition, Symptome, Erklärung


Ein Lagerkoller entsteht, wenn eine oder mehrere Personen zeitlich begrenzt auf einem engen Raum oder an einem beengten Ort untergebracht sind.

Isolation und Eingesperrtsein können zu einem Lagerkoller führen. Der Lagerkoller zeigt sich an einem erhöhten Stresslevel, erhöhtem Erregungslevel, Gereiztheit, Nervosität, Traurigkeit, Erschöpfung oder Schlafstörungen. Bei einem Lagerkoller werden Menschen unruhig und reagieren aggressiv. Sie streiten mehr und ihre Stresstoleranz ist reduziert.

Lagerkoller treten an Orten auf in denen Menschen eingesperrt, isoliert oder in Quarantäne sind. Diese Orte sind unter anderem: Flüchtlingslager, Gefängnisse, Lager, Notunterkünfte oder Schutzanlagen (Bunker).

Auch freiwillige Isolierung – während z.B. einer Pandemie (Coronavirus, Covid-19) – kann zu einem Lagerkoller führen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen weiter. (Siehe: Kontaktverbot, Kontaktreduzierung, Ausgangsbeschränkungen)

Ursachen und Gründe: Was zu einem Lagerkoller führt

Es sind meist mehrere Ursachen, die im Zusammenspiel zu einem Lagerkoller führen. Diese Ursachen sind unter anderem:

  • Angst / Ungewissheit
    • Angst sich während einer Pandemie anzustecken
    • Angst vor Stigmatisierung falls man sich ansteckt
    • Angst vor Versorgungsengpässen (Versorungsängste)
    • Angst vor der Zukunft
  • Auf soziale Kontakte in der aktuellen Umgebung reduziert
  • Eingesperrtsein
  • Einsamkeit
  • Existenzängste (Angst den Job zu verlieren; Angst, dass man pleite geht oder insolvent wird)
  • fehlende Privatssphäre
  • fehlende Rückzugsgebiete
  • im eigenen Saft schmoren / Gefühl, dass man alleine gelassen wird
  • Kein Kontakt zu Personen außerhalb des Lagers
  • Langeweile
  • Lärm
  • neuer Alltag
  • Ruhelosigkeit: es fällt schwer zu Ruhe zukommen
  • Schlafstörungen / schlechter Schlaf
  • Seuchenausbruch
  • Stress
  • Überfülltes Lagers (Es entsteht Dichte-Stress.)
  • Unruhe (es ist schwer zu Ruhe zukommen)
  • Unsicherheit
  • Zusammenleben im Lager beschneidet Selbstbestimmung, Freiheit und Möglichkeiten sich auszuleben

Was gegen einen Lagerkoller hilft: 2 Regeln!

Den Lagerkoller verhindert, wer es schafft sein Leben im Lager, in der Isolation oder Quarantäne erträglich zu gestalten. Daher gilt die erste Regel: Zeit soll aktiv gestaltet werden! Das bedeutet, dass man nicht ziellos in den Tage lebt oder den ganzen Tag passiv Serien schaut, sondern sich Routinen und feste Zeiten schafft. Dazu gehört auch, einmal eine Pause von den Medien und von schlechten Nachrichten zu machen.

Die zweite Regel ist: Es wird zu Konflikten kommen. Wer mit anderen in Isolation, in Quarantäne oder in einem Lager lebt, muss damit rechnen, dass es Streits geben wird. Daher sollten frühzeitig Regeln erarbeitet werden, wie damit umgegangen wird. Beispiel: Streit wird unterbrochen. Die Streitenden nehmen 30-60 Minuten Abstand von einander und kommen herunter. Jeder führt eine Atemübung durch. Danach wird darüber gesprochen, was falsch gelaufen ist. Hier hilft es, wenn jemand gut kommunzieren kann. Siehe: Metakommunikation

Maßnahmen und Strategien, um einen Lagerkoller zu verhindern:

Allgemein gilt, wer Atemtechniken, Atemübungen, Beruhigungstechniken und Fähigkeiten wie Meditieren beherrscht, ist im Vorteil. Denn mit diesen Techniken, kann Stress reduziert und das Wohlbefinden gesteigert werden.

Folgenden Maßnahmen und Strategien helfen einen Lagerkoller zu verhindern:

  • Betrachten Sie die Situation als temporär. Erinnern Sie sich daran, dass die Situation temporär ist. (Schätzen Sie die Dauer konkret ein. Wie viel Tage oder Wochen dauert die Isolation, Quarantäne oder die Zeit im Lager?)
  • Feste Zeiten definieren (Das schafft Struktur.)
    • Feste Arbeitszeiten für Homeoffice
    • Feste Lernzeiten und Spielzeiten für Kinder
    • Tage ohne Arbeit und Lernen einplanen (Samstag, Sonntag)
    • Sich einen oder zwei Schummeltage (Cheatday) in der Woche erlauben.
  • Gewohnheiten / Regelmäßigkeiten schaffen
    • Regelmäßig Duschen
    • Für Homeoffice ordentlich anziehen, nicht im Schlafanzug. (Auch wenn es verlockend ist, ziehen Sie sich für das HomeOffice ordentlich an.)
    • Hausarbeit aufteilen / ordnen
  • Kreativ werden, Basteln, mit den Händen etwas machen
  • Lachen / etwas lustiges Schauen
  • Meditieren
  • Sich zurück ziehen
  • Versuchen Sie ihren Partner oder ihre Kinder neu kennen zu lernen
  • Verwandte, Oma, Opa, Freunde anrufen

Mehr Tipps gegen Langeweile finden Sie hier: 120 Tipps gegen Langeweile.

Was bedeutet das Wort „Lagerkoller“ / „Koller“? Bedeutung, Wortherkunft, Definition

Das eingedeutsche Wort „Koller“ geht auf lateinische Varianten des Wortes „Choleriker“ zurück. Noch heute sind in der deutschen Sprache die Worte „Choleriker“ und „cholerisch“ verbreitet. Ein „Choleriker“ ist ein Mensch, der leicht erregbar ist, der zu Wutanfällen und Jähzorn neigt. „Cholerisch“ zu sein, bedeutet, dass jemand leicht reizbar und jähzornig ist.

Das Wort „Koller“ kann demnach mit „Wut“ oder „Zorn“ übersetzt werden. Damit bedeutet das Wort „Lagerkoller“ übertragen ins Hochdeutsche „Lagerwut“ oder „Lagerzorn“. (Ein Lagerkoller ist also die Wut über das Eingesperrtsein.)

Dschungelcamp und Lagerkoller

Den Teilnehmern des Dschungelcamps wird nachgesagt, dass sie nach wenigen Tagen an einem Lagerkoller leiden. Folgende Umstände des Dschungelcamps sprechen dafür:

  • Die Teilnehmer stellen erst ihre Ernärhung um und essen dann „Diät“. Sie kriegen Bohnen und Reis zu essen. Das macht satt, ist aber nicht besonders aufregend.
  • Die Teilnehmer verbringen den ganzen Tag miteinander. Sich zurückzuziehen, ist unmöglich. Die Privatssphäre verschwindet fast komplett. Es gibt kaum Orte, an denen ein Teilnehmer mal allein ist. Fast jeder Winkel im Dschungelcamp wird mit einer Kamera überwacht.
  • Im Dschungelcamp befinden sich Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. Teilnehmer, die aggressiv, emotionalinstabil, nachlässig, stur, egozentrisch oder wettbewerbsorientiert sind, sorgen für Unruhe.
  • Die Stimmung im Camp ist von Erfolgen in den Prüfungen abhängig.
  • Die Stimmung im Camp ist vom Verhalten der Teilnehmer abhängig. Wer lästert oder andere schlecht macht, sorgt für Stress.
  • Die Prüfungen im Dschungelcamp sorgen für Stress und Entwürdigung.
Kontaktreduzierung gegen Corona (Covid-19): Bedeutung, Maßnahmen


Kontaktreduzierung ist eine Maßnahme zur Eindämmung einer Pandemie oder Epidemie und reduziert die Zahl der Neuinfektionen. Dies schützt das Gesundheitssystem vor Überlastung.

Kontaktreduzierung dient dem Selbst- und Fremdschutz.

Zur Eindämmung der Coronakrise in Deutschland hat die deutsche Bundesregierung am 22. März 2020 ein Kontaktverbot erlassen. Dieses verbietet Ansammlungen von mehr als Menschen. Es fordert das in der Öffentlichkeit zu allen anderen Menschen ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten wird. Mehr erfahren Sie hier: Kontaktverbot in Deutschland (Coronavirus / Covid-19)

Was ist Kontaktreduzierung? Was bedeutet Kontakte reduzieren? Bedeutung, Definition

Kontaktreduzierung findet auf zwei Wegen statt:

1. Die Zahl der Menschen mit denen man enge Kontakte hat, wird stark reduziert. Unter „enge Kontakte“ wird verstanden, dass diese Menschen berührt werden und man ihnen physisch sehr nahe tritt. (Der Mindestabstand von 1,5 Meter wird hier nicht eingehalten.) Dies beinhaltet den Austausch von Zärtlichkeiten, Hände schütteln, Streicheln, Küsse und alle anderen Formen von Berührungen wie z.B. über den Kopf streichen.

Die Zahl der Menschen mit denen man enge Kontakte hat, wird – wenn vorhanden – auf den Lebenspartner oder die Lebenspartnerin, sowie – wenn vorhanden – die Kinder reduziert. (Verwandte, Bekannte und Freunde dürfen nicht besucht werden.) Ausnahmen gelten für Wohngemeinschaften.

2. In der Öffentlichkeit wird zu allen anderen Menschen ein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten. Näher darf diesen Menschen nicht gekommen werden. (Siehe: Social Distancing)

Achten Sie auf Fälle in denen die Maßnahmen schwierig anzuwenden sind. Dies sind: Bezahlen an der Kasse, Stehen in Warteschlangen, Übergabe Paket / Lieferung, Fahren im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)

Die oben genannten Maßnahmen entbinden nicht von erhöhter persönlicher Hygiene und regelmäßigen Händewaschen. (Siehe: Anleitung Hände waschen / Safe-Hands-Challenge) Die Coronakrise und die Verbreitung des Virus kann nur effizient eingedämmt werden, wenn alle empfohlenen Maßnahmen ergriffen werden.

Kontaktreduzierung ist keine Ausgangssperre.

Anwendung der Kontaktreduzierung / Kontaktreduzierende Maßnahmen:

  • Andere Menschen meiden. Dies gilt insbesondere für Menschen, die zu Risikogruppen zählen. Zu Risikogruppen zählen Menschen mit Vorerkrankungen, mit schwachen oder geschwächten Immunsystem und alte Menschen.
  • Das Haus nur in dringenden Fällen verlassen. (Dies sind unter anderem der Weg zu Arbeit, der Weg zum Arzt, um anderen zu helfen, um einzukaufen)
  • Erkrankte im Haushalt werden isoliert. (Schlafen in getrennten Betten, Mahlzeiten getrennt einnehmen, wenig Zeit miteinander verbringen)
  • Freunde, Bekannte und Verwandte bei Kontaktwunsch anrufen per Telefon oder Videoanruf.
  • in Heimarbeit / HomeOffice arbeiten. (Dienstreisen absagen)
  • Nicht an Aktivitäten außerhalb der Wohnung teilnehmen.
  • Treffen absagen.
  • Risikogruppen helfen
  • Zu Hause bleiben (und regelmäßig lüften)
  • Zur Begrüßung kein Hände schütteln; kein Küsschen links, Küsschen rechts

120 Tipps gegen Langeweile finden Sie hier. Lernen Sie doch ein neues Wort wie z.B. Covidiot.

Warum hilft Kontaktreduzierung gegen das Coronavirus (Covid-19)?

Kontaktreduzierung sorgt dafür, dass die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt wird. Dies hat einen direkten Effekt: Neuinfektionen werden reduziert und teils sogar verhindert. Es hat auch zwei sehr wichtige mittelbare Effekte: Risikogruppen werden geschützt und das Gesundheitssystem wird damit vor Überlastung geschützt. Denn Krankenhäuser haben nur begrenzte Plätze für schwer Erkrankte. (Siehe: Flatten the Curve, Social Distancing)

Weiterhin erlaubt Kontaktreduzierung, dass zur Arbeit gegangen werden kann. Dies verhindert den Zusammenbruch der Wirtschaft.

Weitere Bedeutung von Kontaktreduzierung

Synonym zu „Kontaktreduzierung“ kann der Ausdruck „Kontaktminimierung“ verwendet werden. Gleiches gilt für „Kontakte reduzieren“ „Kontakte minimieren“.

In der Wirtschaft hat der Ausdruck „Kontaktreduzierung“ folgende Bedeutung: Unnötige oder wertarme Kontakte zu Kunden sollten nicht stattfinden und daher reduziert werden.

In der Umgangssprache wird von „Kontaktreduzierung“ oder „Kontakt reduzieren“ gesprochen, wenn eine Person aufgrund eines schlechten Einflusses gemieden werden soll.

Kontaktverbot: Coronavirus, Covid-19, Bedeutung, Definition


Am 22. März 2020 hat die deutsche Bundesregierung bekanntgegeben, dass wegen der Corona-Krise in Deutschland ein bundesweites Kontaktverbot erlassen wird. Es galt ab dem 23. März 2020 für zwei Wochen bis zum 15. April 2020. Am 15. April 2020 wurde das Kontaktverbot bis zum 3. Mai 2020 verlängert.

Kontaktverbot im Kampf gegen Coronavirus, Covid-19: Bedeutung

Das Kontaktverbot bedeutet, dass Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten sind und dass zu anderen Menschen ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden muss.

Ausnahmen: Für Familien und Personen, die im gleichen Haushalt leben, gilt das Kontaktverbot nicht. (Bps. Wohngemeinschaften) Weitere Ausnahmen sind Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, die Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und Beerdigungen.

Weiterhin gilt und wurde beschlossen:

  • Zu anderen Personen muss in der Öffentlichkeit ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden.
  • Restaurants, Gaststätten und alle Gastronomiebetriebe werden bundesweit sofort für Gäste geschlossen.
  • Die Lieferung und Abholung von Essen ist weiterhin erlaubt. Es gilt, dass das Essen in der eigenen Wohung bzw. im eigenen Haus gegessen werden muss – nicht im Restaurant!
  • Dienstleister im Bereich der Körperpflege werden geschlossen. Dies betrifft Friseure / Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagestudios und Massagesalons. (Behandlungen, die medizinisch notwendig sind, sind weiterhin möglich.)
  • Der Arbeitsweg, anderen zu helfen oder für Sport und Erholung darf weiterhin die Wohnung oder das Haus verlassen werden.
  • Die Polizei kontrolliert, ob das Kontaktverbot eingehalten wird. Bei Verstößen werden Bußgelder von bis 2.500 Euro verhängt.

Das Kontaktverbot ist keine Ausgangssperre. Damit wird ein Passierschein nicht notwendig. In Bundesländern beschlossene Ausgangsbeschränkungen gelten weiterhin. Eine Übersicht, welche Berufsgruppen und Branchen systemrelvant sind, finden sie hier.

Die Entscheidung trafen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in einer gemeinsamen Telefonkonfernz am Sonntag, 22. März 2020.

Kontaktverbot im Kampf gegen Coronavirus / Covid-19: Bedeutung, Definition

Das Kontaktverbot muss in dem Kontext so verstanden werden, dass zwischen zwei Menschen mindestens 1,5 Meter Abstand eingehalten werden muss und das keine Gruppen gebildet werden dürfen. Ausnahmen gelten für Familien, Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, die Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr und Beerdigungen. Diese dürfen den Abstand von 1,5 Meter unterschreiten.

Menschen-Ansammlungen und Gruppen mit mehr als zwei Personen dürfen nicht gebildet werden und müssen gemieden werden.

Das Kontaktverbot bedeutet, dass eine Person nur mit einer anderen Person Kontakt – bei Einhaltung des Mindestabstandes – haben darf. Dies ist eine Maßnahme, die dem Social Distancing dient. Denn das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion übertragen. Infizierte verbreiten das Virus z.B. durch Berührungen, wenn sie engen Kontakt zu anderen Nicht-Infizierten haben. Dies wird durch das Kontaktverbot unterbunden, wenn es eingehalten wird.

Damit sollen nicht nur die Zahlen der Neuinfektionen reduziert werden, sondern das Gesundheitssystem soll vor Überlastung geschützt werden. (Siehe: Flatten the Curve)

Wie funktioniert Seife? Wie wirkt Seife Bakterien und Viren? Wirkung, Bedeutung


Im Kampf gegen Bakterien und Viren ist Seife eines der besten Mittel. Denn auf der Haut tummeln sich viele Keime. Diese können mit Seife zu einem großen Teil entfernt werden.

Seife selbst besteht aus pflanzlichen Fetten so z.B. Kokosfett oder Olivenöl. Seife hat eine Fettlösende Wirkung und hier drin liegt ihr Geheimnis.

Für das Coronavirus gilt, dass Seife Coronaviren (Covid-19) „tötet“, besser inaktiv macht.

Die Wirkung von Seife in Kürze erklärt: Seife zerstört die Membranen von Bakterien und Viren. Seife sorgt dafür, dass Bakterien, Viren, Keime und Schmutz von der Haut gelöst werden. Anschließend werden die gelösten Partikel unter fließenden Wasser weggespült. Deswegen ist Hände waschen sehr sehr sinnvoll!

Wie funktioniert Seife? Was passiert genau? Bedeutung und Wirkung

Seife besteht aus Tensiden. Ein Tensid bestehen aus zwei Teilen:

  • a) einem wasserliebenden (hydrophil) aber fettmeidenden (lipophob) Teil,
  • b) einem fettliebenden (lipophil) aber wassermeidenden (hydrophob) Teil.

Die Wirkung macht Tenside interessant, denn sie setzen die Oberflächenspannung von Wasser herab und wirken fettlösend. Durch die herabgesetzte Oberflächenspannung kann die Seifenlösung die schützende Fettschicht durchdringen und das Wasser kann zur Oberfläche vordringen. Außerdem lösen die Tenside Fette und Schmutzteilchen, welche dann weggespült werden können.

Wird Seife in Wasser gelöst, verhalten sich die Tenside wie folgt: Die wasserliebenden Teile richten sich zum Wasser aus und die fettliebenden Teile binden Fette.

Genauer gesagt: Die fettliebenden Teile der Tenside dringen in Schmutz oder Fette ein und lösen sie heraus. Die fettliebenden Teile der Tenside umschließen Lipide und Fettmoleküle. Dies führt dazu, dass umschlossene Fettmoleküle sich nun im Wasser befinden, beweglich sind und weggespült werden können.

Die wasserliebende Teile der Tenside ziehen Wasser an. Durch beide Teile entsteht die Seifenlösung in welcher sich gelöste Fette befinden. Diese Lösung wird auch Emulsion oder Öl-in-Wasser-Emulsion genannt. Durch fließendes Wasser wird die Emulsion abgespült.

Dass Seife wirkt, zeigt sich am besten daran, dass nach dem Hände waschen die Seife nicht mehr weiß, sondern gräulich bis schwarz ist. Die gräulich bis schwarze Färbung entsteht durch die gelösten Fettmoleküle.

Wie wirkt Seife nun gegen Bakterien oder Viren? Warum macht sie sauber? Wirkung

Die Membran von Bakterien und Viren besteht aus einer Lipidschicht. („Lipid“ ist griechisch und bedeutet auf deutsch „Fett“.) Diese Lipidschicht ist wie ein schützender Mantel, der das Bakterium oder Virus umgibt. Unsere Haut hat auch eine schützende Fett- bzw. Lipidschicht.

Kommen nun die Membran von Bakterien oder Viren in Kontakt mit dem fettliebenden Teil der Tenside so führt dies dazu, dass einzelne Lipide aus der Membran herausgelöst werden. Ferner führt das dazu, dass die schützende Lipidschicht aufgelöst wird.

Das hat zur Folge, dass das Erbgut der Bakterien oder Viren nun freigesetzt ist und ebenfalls von der Seife angegriffen wird. Damit sind die Bakterien oder Viren nicht mehr funktionsfähig und werden inaktiv.

Aus den gelösten Fetten und dem Wasser bildet sich eine Öl-in-Wasser-Emulsion, welche einfach weggespült werden kann.

Seife und die schützende Fettschicht der Haut

Die Haut wird auch durch eine Fettschicht geschützt. Befinden sich nun Keime in der Hautschicht löst die Seife erst die Fettschicht der Haut und dann die Membran der Baktieren oder Viren auf. (Wer oft seine Hände wäscht, kennt dass, dass die Haut trocken oder rissig wird. Dies ist ein Effekt der fettlösenden Wirkung von Seife.)

Damit Seife ihre Wirkung entfaltet und die Hände sauber werden, muss man sich mindestens 20-30 Sekunden lang die Hände bei fließendem Wasser waschen. Hier dürfen die Zwischenräume und Fingerkuppen nicht vergessen werden. (Siehe: #SafeHands-Challenge)

Warum ist Toilettenpapier so wichtig? Warum kaufen / hamstern alle Klopapier? Psychologie, Erklärungsversuch


Es ist Krise und die Deutschen hamstern. Sie kaufen Toilettenpapier und Nudeln in rauen Mengen. Bei Nudeln sind Hamsterkäufe verständlich. Sie sind lange lagerbar und schmecken gut. Für Nudelsoße im Glas gilt das gleiche. Aber warum kaufen so viele übermäßig viel Toilettenpapier? Verbrauchen sie so viel?

In diesem Beitrag erfährst du erst den statistischen Toilettenpapier-Verbrauch der Deutschen. Danach wird die Psychologie und das Verhältnis der Deutschen zum Toilettengang und Klopapier erklärt.

Toilettenpapier- / Klopapier-Verbrauch pro Jahr, Monat, Tag in Deutschland

Rechtfertigt der Verbrauch, dass Toilettenpapier in rauen Mengen eingekauft, gehamstert und gehortet wird? Da stellt sich eine Frage: Wie viel Klopapierrollen verbrauchen die Deutschen im Jahr?

Laut Statista verbraucht ein Deutscher pro Jahr 134 Rollen Toilettenpapier. Nur die US-Amerikaner verbrauchen mit 141 Klopapierrollen mehr. Spanier verbrauchen 81 Rollen im Jahr. Franzosen 71 Rollen. Italiener 70 Rollen. Chinesen sogar nur 49 Rollen.

Für den Verbrauch der Spanier, Italiener und Franzosen gibt es eine Erklärung: In diesen Ländern sind Bidets verbreitet, die zur Reinigung verwendet werden. Das senkt natürlich den Toilettenpapierverbrauch. In Deutschland sind Bidets kaum verbreitet.

Klopapier-Verbrauch der Deutschen pro Woche 2,6 Rollen / pro Monat 11,2 Rollen

134 Klopapierrollen durch zwölf Monate ergibt 11,2 WC-Rollen im Monat. Der Wochenverbrauch (134/52) ergibt damit 2,6 Rollen pro Woche.

2,6 Rollen verbrauchen die wenigsten nur für Toilettengänge in der Woche. Dies lässt einen Schluß zu: Deutsche verwenden Toilettenpapier auch für andere Dinge wie z.B. Nase putzen, etwas wegwischen oder aufwischen. Auch an Karneval oder Halloween wird Toilettenpapier zweckentfremdet: Nämlich für Klopapier-Mumien.

Toilettenpapier-Mathematik

Rechtfertigt dies Toilettenpapier zu horten? Rechnen wir die Zahlen hoch.

Dauert die Coronakrise 8 Wochen so verbraucht eine Person in Deutschland im Durchschnitt 20,8 Rollen. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht demnach 41,6 Rollen. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht 83,2 Rollen Klopapier.

Dauert die Coronakrise 12 Wochen (3 Monate) so verbraucht eine Person in Deutschland 31,2 Rollen. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht demnach 62,4 Rollen. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht 124,8 Rollen Klopapier.

Dauert die Coronakrise 16 Wochen (4 Monate!) so verbraucht eine Person in Deutschland 41,6 Rollen. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht demnach 83,2 Rollen. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht 166,4 Rollen Klopapier.

In einer Toilettenpapierpackung sind im Normalfall 10 oder 20 Rollen enthalten. Mit 10 Rollen kommt eine Person in Deutschand rund 4 Wochen aus. (10/2,6 = 3,8). Mit 20 Rollen kommt eine Person in Deutschland rechnerisch rund 8 Wochen aus. (20/2,6 = 7,7)

Schlußfolgerung: Die Zahlen rechtfertigen Toilettenpapier-Hamsterkäufe. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht in 8 Wochen 83,2 Klopapierrollen, dass sind acht 10er Pakete oder vier 20er Pakete.

Doch hinter den Toilettenpapier-Hamsterkäufen steckt vermutlich kein Kalkül, sich den Weg in den Supermarkt zu sparen, sondern in den Köpfen der Deutschen passiert etwas anderes! Die Frage, warum den Deutschen das WC-Papier so wichtig, wurde noch nicht beantwortet!

Übrigens: Auf die Lebenserwartung von 80,64 Jahren in Deutschland hoch gerechnet, verbraucht ein Deutscher 10.805,76 Klopapierrollen in seinem ganzen Leben!

Toilettenpapier und Psychologie: Warum ist Klopapier so wichtig?

Die Coronakrise ist etwas Neues und Unbekanntes. Mit ihr umzugehen, muss erst gelernt werden. Viele reagieren mit Angst und fragen sich, ob die Lebensmittelversorgung stabil bleibt. Die Menschen wissen nicht, was noch kommt. Jene, die die Stabilität der Lebensmittelversorgung anzweifeln, reagieren mit Hamsterkäufen.

Toilettenpapier als Symbol für Sicherheit: Herdenverhalten, Kontrollverlust und Medien

In der Krise zeigt sich das Herdenverhalten und die Angst zu wenig abzukommen. Die Medien befeuern diese Angst, in dem sie darüber berichten, dass viel Toilettenpapier gekauft wird und dies in einigen Läden ausverkauft ist. Wer das hört, kann mit Nervosität reagieren. Wer jetzt nicht reagiert, der kriegt nichts mehr ab. (Es ist quasi ein Werther-Effekt für Klopapier.)

Hamsterkäufe sind aber auch ein Versuch, die Kontrolle zurückzugewinnen. Denn wer sich selbst versorgen kann, ist nicht auf die Versorgung durch andere angewiesen. Toilettenpapier wird damit in der Krise zum Symbol für Sicherheit.

Die Deutschen gelten als Sauberkeits-, Hygiene- und Reinlichkeitsliebendes Volk. Warum ist das so?

Toilettenpapier sorgt dafür, dass wir den Hintern oder Ausscheidungen nach dem Toilettengang nicht direkt berühren müssen. Es ist ein quasi wie ein Schutzschild vor Schmutz und verhindert, dass Kot direkt berührt wird. Jedoch ist es ein schlechtes Schutzschild, vielmehr dient es zur Beruhigung des Geistes und schützt vor Scham und Ekel. Damit ist Toilettenpapier der Schutz der Zivilisation und zeigt die Grenze zum Tier auf. Toilettenpapier schafft Abstand. (Wenn auch nur Milimeter.) Ergo: Menschen (Deutsche) berühren ihre Ausscheidungen nicht direkt mit der bloßen Hand.

Die Farbe weiß steht für Reinheit und Sauberkeit. Genau dies soll mit Toilettenpapier erzielt werden. Deswegen ist Toilettenpapier weiß.

Toilettenpapier ist damit ein Sinnbild für Sicherheit und Sauberkeit. Es bewahrt vor Scham und Ekel.

Kulturgeschichte des Toilettenpapiers und Klopapiers

In der Geschichte der Deutschen bildete sich nie heraus, dass zwischen einer Hand für die Körperreinigung und einer Hand für Nahrungsaufnahme oder Berührungen (Hände schütteln) unterschieden wurde. In Asien und dem Nahen Osten gibt es jedoch diese Unterscheidung. Die linke Hand ist zum Reinigen des Körpers da. Die rechte Hand für Berührungen. (Daher empfinden es einige Menschen aus Asien oder dem Nahen Osten als unhöflich, wenn ihnen jemand die linke Hand zur Begrüßung reicht. Denn diese Hand ist der Körperreinigung und auch dem Toilettengang vorbehalten.)

Auch verbreiteten sich Bidets nie wirklich in Deutschland. Während diese in südeuropäischen Staaten sehr beliebt sind. Das erklärt, warum Spanier, Italiener und Franzosen weniger Toilettenpapier verbrauchen.

Die Deutschen verwendeten im Lauf der Geschichte unterschiedliche Dinge zum Abwischen des Hinterns: Moos, Heu, Lumpen, Schwämme, Lappen, Stoffreste, Wolle, Altpapier und sogar Stroh. Erst als die industrielle Papierproduktion entstand, verbreitete sich Toilettenpapier. Eine zweite Entwicklung sorgte für die Verbreitung des Toilettenpapiers, denn während der industriellen Revolution verbreiteten sich wasserbetriebene Toiletten. Diese sind heute normal, lösten damals aber Latrinen und Donnerbalken ab. Die Wasserklosetts brauchten spezielles Toilettenpapier, damit die Abwasserleitungen nicht verstopften.

Toilettenpapier: Reaktionen aus dem Netz

Im Internet und in den sozialen Medien sammeln sich unzählige über das Verhältnis der Deutschen zum Toilettenpapier. Sie spielen alle darauf an, dass das Toilettenpapier zum Statussymbol und quasi Zahlungsmittel aufsteigt. (Siehe: Coronawitze)

120+ Tipps gegen Langeweile: Was du Zuhause tun kannst #CoronaVirusChallenge / #StayAtHome


Es gibt viele Dinge, die du Zuhause zu tun. Hier findest du eine alphabetisch geordnete Liste. Sie dient dir als Inspiration. Was du draus machst, liegt an dir. Auf der Liste stehen über 120 Ideen und Tipps, was du jetzt du kannst. (Nutz die einzigartige Möglichkeit.)

Tipps gegen Langeweile: Was du Zuhause während der Coronavirus-Krise mit deiner Zeit anfangen kannst

  1. Achtsamkeit üben
  2. alte Fotos anschauen
  3. aufräumen
  4. ausmisten!
  5. ausschlafen (Schlaf einfach mal aus!)
  6. Balkon aufräumen / Pflanzen umpflanzen / Mach deinen Balkon Insekten- und Bienenfreundlich
  7. Basteln (bastel Osterdeko)
  8. Bastel Geschenke für deine Freunde und Familie
  9. Bau eine Butze
  10. Brettspiele / Kartenspiele spielen (Monoplay dauert Tage! Endlich hast du Zeit gut im Schachspiel zu werden.)
  11. Bring deinen Kindern was bei
  12. Buch lesen / Zeitung lesen
  13. Computer aufräumen (Datenspeicher aufräumen)
  14. dekoriere Zuhause um / stell deine Möbel um
  15. dich pflegen (Gönn dir eine Beautybehandlung Zuhause mit Gesichtsmaske, Hand- und Fußbehandlung)
  16. digital die Hochschule besuchen (Hier findest du mehr.)
  17. digitalisere deine Dokumente (Scanne Dokumente, Briefe, etc per Scanner und Scan-App ein.)
  18. eine Dokumentation schauen
  19. Dopaminfasten: Faste einen Tag Dopamin (Versuche einen Tag ohne Smartphone, Fernseher, Laptop und Computer zu verbringen.)
  20. endlich das Fotoalbum / Fotobuch vom letzten Urlaub erstellen
  21. eine Liste erstellen, was du tun kannst, wenn du dich langweilst
  22. eine Löffelliste (Bucket List) erstellen / schreib deine Ziele auf
  23. entwickle deine Persönlichkeit
  24. Erforsche deinen Stammbaum / Finde mehr über deine Ahnen heraus
  25. Erstelle eine Liste: (Wie viele Lieder von Rihanna kennst du? Kannst du alle Landeshauptstädte der deutschen Bundesländer aufzählen? …)
  26. Fahrrad putzen
  27. Faulenze / Relaxe (Genieß die Langeweile)
  28. Fernseh schauen
  29. Filme schauen
  30. Finde heraus, was du gut kannst
  31. Finde neue YouTube-Kanäle
  32. Frag dich, wie du die jetzige Situation noch langweiliger machen kannst
  33. Frag dich, wie du die Welt besser machen kannst
  34. Frag dich, wie du deine Ernährung verbessern kannst
  35. Frag dich, wo im Leben stehst und wo du hinwillst (Erreichst du deine Ziele? Wo stehst du? Welchen Weg willst du gehen? Wer willst du werden? –> Schreib es auf.)
  36. mit Freunden telefonieren
  37. Frühjahrsputz beginnen / aufräumen
  38. Gestalte ein Poster.
  39. Haare färben
  40. Handarbeiten: Stricke, Nähe oder Häkel
  41. ein Hörbuch hören
  42. Hilf der Wikipedia und bearbeite einen Artikel.
  43. höre einen Podcast
  44. höre neue Musik an
  45. Informiere dich über den Klimawandel
  46. Informiere dich über Nachhaltigkeit
  47. Informiere dich darüber, wo dein Essen herkommt
  48. Lern ein Instrument
  49. Lern einen Zaubertrick / Kartentrick
  50. Lern massieren
  51. Lern Origami
  52. Lies diese Liste zweimal
  53. Lies in einem alten Tagebuch von dir
  54. Jugendworte der vergangenen Jahre lernen (Siehe: Ehrenmann, Cringe, Jugendworte 2019)
  55. den Kleiderschrank aufräumen und ausmisten
  56. Kocht gemeinsam
  57. Mach einen Handstand / Mach Hampelmänner
  58. Mach ein Kreuzworträtsel
  59. Mach eine Dankbarkeitsübung (Schreibe 3 Dinge für die du dankbar bist. Dann machst du dann jeden Tag für mehrere Wochen und du wirst merken, wie sich dein Leben verändert.)
  60. Mach einen Scherzanruf mit unterdrückter Nummer.
  61. Mach eine Toilettenpapier-Mumie
  62. Mach Mittagsschlaf.
  63. Male / Zeichne ein Bild / Male nach Zahlen
  64. Meditieren (meditieren lernen)
  65. Museen digital besuchen (Besuch das „The British Museum
  66. Musik hören
  67. Netflix gucken (endlich die „Meine Liste“ (Watch later) durcharbeiten / Starte einen Serienmarathon (binge watching))
  68. Nichts tun (Ist schwieriger als es sich anhört)
  69. Nimm auf deinem Balkon ein Sonnenbad
  70. Nimm ein Schaumbad.
  71. Nutze Learnattack vom Duden (Link: hier)
  72. Opa und Oma anrufen
  73. Organisiere dein Zuhause neu.
  74. Passwörtern ändern und erneuern
  75. Plane deinen nächsten Festival-Besuch
  76. Plane deinen Urlaub
  77. Plane deinen digitalen Detox
  78. Philosophiere über die Langeweile (Wenn es eine Langeweile gibt, gibt es dann eine Kurzeweile? Mh…)
  79. Probier Yoga aus
  80. Profilbild ändern: Ändern dein WhatsApp-Profilbild
  81. Programmieren lernen (auch dafür gibt es genug Onlinekurse)
  82. Projekt verwirklichen! (Jetzt ist Zeit zu verwirklichen, was du schon lange vor dir herschiebst.)
  83. Puzzel / Puzzle
  84. Reinige was du selten reinigste: Deine Computermaus, das Smartphone, die eine Stelle in der Küche)
  85. neue Rezepte ausprobieren (Koch kreativ. Schon mal Kichererbsen ausprobiert?)
  86. Ruf Verwandte an mit denen du schon lange nicht mehr gesprochen hast
  87. Schau dir einen Filmklassiker an.
  88. Schau dir mal an, was deine Kinder am Handy oder Laptop so treiben. (Weißt du womit sich deine Kinder den lieben langen Tag beschäftigen?)
  89. Schreib einen Brief
  90. Schreib einen Brief an dein zukünftiges Ich
  91. Schreib einen Brief an deinen Feind und schick den Brief nicht an
  92. Schreib einen Brief an deinen Schwarm und schick den Brief nicht ab (Der Netflix-Film „To All The Boys I’ve Loved Before“ passiert hier sehr gut zu.)
  93. Schreib ein Buch
  94. Schreib ein Essay
  95. Schreib ein Gedicht
  96. Schreib ein Lied
  97. Schreib endlich mal wieder Tagebuch (Schreib deine Gedanken nieder. Das hilft der Selbsterkenntnis.)
  98. Schreib eine Geschichte / Kurzgeschichte
  99. selbst kochen
  100. sei solidarisch (helfe älteren Nachbarn)
  101. shoppe online
  102. Spiele „Der Boden ist Lava“
  103. Spiele Stadt-Land-Fluss
  104. Spiele Wahrheit oder Pflicht
  105. Stelle dir schwierige Fragen wie:
    1. Was ist Glück?
    2. Was begeistert mich?
    3. Was ist meine frühste Kindheitserfahrung?
    4. Was ist das Beste, was mir je passiert ist?
    5. Gibt es Schicksal?
    6. Woran glaubst du?
    7. Würdest du dir selbst einen Namen geben, welchen hättest du ausgesucht?
    8. Wer bist du in zehn/15 Jahren?
    9. Was ist deine beste / schlechteste Eigenschaft?
    10. Wofür / Für wen hättest du gern mehr Zeit?
    11. Bist du fair?
    12. Was ist Erfolg für dich?
  106. Stelle Outfits zusammen.
  107. neue Sprache lernen
  108. die Steuererklärung vorbereiten (Klingt nicht spannend, aber du hast doch eh Zeit!)
  109. Sicherheitskopien vom Smartphone, Computer und Laptop erstellen
  110. Sportübungen Zuhause absolvieren (schon mal von Calisthenics gehört? Auf YouTube gibt es zahlreiche Trainingsanleitungen. Oder mach einfach Sit-Ups.)
  111. Tanzen üben (Es gibt genug Anleitungen im Internet.)
  112. Teile deinen Freunden mit, dass du dich langweilst.
  113. tritt mit deinem inneren Kind in Kontakt (Was wolltest du werden als du Klein warst?)
  114. Überlege dir eine Geschäftsidee
  115. Überlege dir, wie du Geld verdienen kannst
  116. Überprüf deine Finanzen
  117. Übersetze ein Lied auf deutsch
  118. Verträge prüfen (Gibt es bessere Angebote für dein Smartphone/Handy? Warum bezahlst du fürs Fitnessstudio, wenn du eh nicht hingehst?)
  119. ein Video für YouTube drehen
  120. Wäsche waschen
  121. Was würdest du tun, wenn du drei Wünsche frei hättest?
  122. dich Weiterbilden per Onlinekurs (Es gibt viele wunderbare Gedankentanken-Videos auf YouTube. Hier findest du ihren Kanal.)
  123. neue Witze lernen (Siehe: Coronawitze)
  124. Zocken (an der Console oder PC)

Es ist wichtig, dass du während der Coronavirus-Krise Zuhause bleibst. (Siehe: Social Distancing, Flatten the Curve) Versuch dich zu beschäftigen, die obige Liste ist lang.

Langeweile ist gut

In der Langeweile können wir regenerieren. Sie fördert die Kreativität. Denn in der Langeweile werden wir (und unser Gehirn) nicht stimuliert, so dass wir herunterkommen und neue Kraft schöpfen können. Langeweile ist daher nichts schlechtes, auch wenn sie als unangenehm und unfreiwillig empfunden wird.

Was ist ein Egotrip? Bedeutung, Psychologie, Erklärung


Der „Egotrip“ ist eine Erscheinung der Neuzeit. Er bezeichnet den als nicht besonders sympathisch oder sozial empfundenen Alleingang eines Menschen. Ausgelöst wird dieses Verhalten durch verschiedene Faktoren der persönlichen Prägung und Lebensgestaltung. In diesem Beitrag erfährst du die Psychologie hinter dem Egotrip, was er ist und warum er passiert.

Die Psychologie hinter dem Egotrip

Was ist das Ego überhaupt?

Das Wort Ego hat heute eine ganz andere Bedeutung als noch vor einhundert Jahren. Der Begriff „Ego“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet zunächst nur „Ich“.

Sigmund Freud brachte das Ego im psychologischen Kontext auf den Tisch und formulierte vor 1923 sein „Strukturmodell der Psyche“.

Darin unterteilte er die Persönlichkeit des Menschen in drei Anteile. Das „niedere Ich“ bzw. das unpersönliche „Es“, das „alltägliche Ich“ und das „über Ich“.

Bei jedem Menschen können alle drei Anteile unterschiedlich stark geprägt sein. Während manche Menschen in einer hohen moralischen Geistigkeit leben (über Ich), sind andere durch zumeist unbewusste niedere Triebkräfte bestimmt (niederes Ich bzw. Es). Letztere seien geprägt durch unsoziales bis aggressives oder zerstörerisches Verhalten.

Das Optimum für einen körperlich und geistig gesunden Menschen läge nach Freund im harmonischen Zusammenspiel aller drei Komponenten. Niederes, mittleres und höheres Ich gehören zusammen. Wird ein Teil überbetont oder unterdrückt, kommt es zu Problemen im Ausdruck und der Selbstwahrnehmung eines Menschen.

Der moderne Begriff des Ego

Im Laufe der Nachkriegszeit und mit dem Aufkommen der Konsumgesellschaft entwickelte sich zunehmend negativ geprägter Begriff des Ego. Als Egoisten gelten Menschen, die wenig Rücksicht auf andere nehmen und skrupellos vorgehen.

Der Egozentriker wird allgemein etwas milder wahrgenommen. Egozentrik bedeutet, dass sich jemand ins Zentrum des eigenen Seins stellt. Im täglichen Sprachgebrauch werden Menschen als egozentrisch bezeichnet, die etwas skurril sind und eine sehr eigene Art des persönlichen Ausdruckes entwickelt haben.

Dazu zählen viele Künstler oder sehr auffällig agierende Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses. In der Regel ist dieser Typus Mensch nicht darauf aus, andere materiell zu beschädigen oder aktiv zu verletzen. Egozentriker provozieren gerne und können aus schockierten Reaktionen von Mitmenschen einen Lustgewinn ziehen.

Die scheinbare Selbstverliebtheit ist dem Egoisten wie dem Egozentriker eigen. Bei besonders aggressiv auftretenden Personen basiert diese aber kaum auf einem gesundem Selbstwert, sondern wird als Attribut der Selbstdarstellung zur Schau getragen.

Als die Steigerung des Egoismus wird der Narzissmus angesehen. Betroffene dieser Persönlichkeitsstörung fallen durch ein stark verändertes Selbstbild auf. Sie treten aggressiver und perfider auf als Egoisten. Das Mitgefühl für andere können sie völlig ausschalten.

Selbstliebe dagegen ist ein Begriff der im 21. Jahrhundert hauptsächlich durch die esoterisch, spirituelle Bewegung geprägt wurde. Dabei geht es in Anlehnung an östliche Weisheitslehren darum die Dominanz des „niederen Egos“ im Sinne einer höheren geistigen Entwicklung aufzulösen.

Das gesunde Ego

Ein Mensch ohne eine gesunde Selbstwahrnehmung leidet ebenso wie ein gnadenlos überzeichneter Egoist. Menschen ohne Profil, Willen oder Durchsetzungsstärke werden in unserer Gesellschaft schnell zu Opfern der Egoisten. Vom gesunden Ego und Ich-Bewusstsein spricht man, wenn ein Mensch sich selbst wahrnehmen kann, eigene Wünsche hat und Lebensziele verfolgt, von denen er sich Freude und Heilsein verspricht.

Das krankhafte Ego

Freud ging davon aus, dass sich ein negatives Ego durch Mangelzustände in der frühen Kindheit entwickelt. Ein Kind, das nicht genug Aufmerksamkeit durch die Eltern bekommt oder materielle Not erfährt, bildet automatisch eine Ego-Struktur aus, die auf Kampf und Konkurrenzdenken basiert.

Der Egotrip hat viele Gesichter

Der Duden definiert den Egotrip zunächst sehr neutral als

„Lebenshaltung, bei der jemand ganz auf sich selbst bezogen ist.“

„Auf dem Egotrip sein“, bedeutet, „sich egozentrisch verhalten, seine Egozentrik ausleben.“

Interessanterweise definiert der Duden hier nicht den Egoisten als Ausführenden, sondern den Egozentriker.

Im allgemeinen Sprachgebrauch haftet dem Egotrip etwas deutlich Negatives an. Menschen begegnen dem Egotrip eines anderen meist durch eine deutlich verurteilende, abwertende oder neidische Haltung.

Daneben existiert eine scherzhafte Verwendung des Begriffs unter Freunden und guten Bekannten.

Wie die Qualität eines Egotrips empfunden wird, liegt tatsächlich im Auge des Betrachters. Menschliches Miteinander lässt Raum für Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Ein von Mitmenschen als egoistisch empfundener Mensch kann:

  • tatsächlich absichtlich bösartig abwertend und schädigend für andere sein
  • Probleme mit dem authentischen Selbstausdruck haben und eine vermeintlich starke Ego-Persönlichkeit zur Schau tragen
  • einfach nur sehr selbstbezogen bis in sich gekehrt sein
  • sich aus einer Opferhaltung befreien wollen
  • nach einer Krise das eigene Selbst entwickeln wollen

Wodurch zeichnet sich ein Egotrip aus?

Lässt man die scherzhafte Verwendung des Begriffes beiseite, zeichnen sich Egoismus und der Egotrip durch unsoziales Verhalten und emotionale Verhärtung aus.

Die Art und Weise wie ein Mensch auf dem Egotrip die eigenen Interessen durchsetzt, verstößt gegen geltende moralische Wertvorstellungen und Sittengebräuche. Dennoch sind auch hier die Grenzen fließend. In der Gesellschaft gibt es eine deutliche Tendenz hin zu sozialer Verrohung und der Überstilisierung von Egoismus und rücksichtslosen Verhaltensweisen. Egoismus und wüstes Verhalten werden als „cool“ empfunden und in den Egoisten die stärkeren und erfolgreicheren Teilnehmer unserer Gesellschaft gesehen.

Welch unterschiedliche Sichtweisen rund um einen Egotrip existieren können, zeigt dieses Beispiel.

Ein Banker, der auf besonders harte und rücksichtslose Weise die finanziellen Interessen seines Bankhauses durchzieht, wird im Berufsleben kaum als „auf dem Egotrip“ wahrgenommen werden. Es sei denn, er verhält sich abwertend und diskriminierend gegenüber seinen Kollegen.

Auch dem Bankhaus wird wohl niemand in der heutigen Zeit und Wirtschaftslage einen „Egotrip“ unterstellen wollen.

Im Privatleben des Bankers dagegen kommen die fragwürdige Karriere und persönliche Entwicklung des Mannes nicht gut an.

Durch seine beruflichen Erfolge und die Einflüsse seines Metiers tritt er plötzlich ganz anders auf. Er trifft neue Leute und wendet sich von alten Bekannten, die seine Veränderung als „Egotrip“ kritisieren, ab.

Die Frau des Bankers wartet abends immer öfter und länger vergeblich auf ihn. Die Kinder sehen ihren Vater kaum noch und er rechtfertigt dies mit dem gestiegenen Einkommen und dem Luxus, den sich die Familie dafür leisten könne.

Wenn die ratlose Ehefrau sich mit ihren Sorgen an die beste Freundin wendet, könnte diese sagen, „Ich glaube, dein Mann befindet sich gerade auf einem gnadenlosen Egotrip.“

Würde man den Banker befragen, würde dieser seine berufliche Karriere und persönliche Veränderung sehr wahrscheinlich als „Selbstverwirklichung“ bezeichnen.

Der Unterschied zwischen Egotrip und Selbstverwirklichung

Auch wenn beides zunächst gleich erscheinen oder missverständlich wahrgenommen werden kann, gibt es einige bezeichnende Unterschiede.

Wer sich selbst verwirklichen möchte oder das niedere Ego im Sinne höherer Ideale transformieren möchte, verfolgt andere Werte und geht anders mit Emotionen um.

Der Egoist auf dem Egotrip kann an diesen Werten erkannt werden:

  • durch rücksichtsloses und abwertendes Verhalten Mitmenschen gegenüber
  • dem Überschreiten moralischer Grenzen zum eigenen materiellen Vorteil
  • hat eine sehr niedrige Toleranzschwelle für Kritik
  • Ablehnung von Konsens, Kompromiss und klärender Kommunikation
  • Begegnet Konflikten mit emotioneller Abwehr

Menschen, die sich selbst verwirklichen wollen, ohne egoistisch im negativen Sinne zu sein, erkennt man daran:

  • sie sind zu Konsens und Kompromissen bereit
  • sie lassen Gefühle zu und zeigen authentische Emotionen
  • sie hören sich Kritik an und denken darüber nach
  • der betreffende Mensch geht behutsam und mitfühlend mit anderen um
  • Konflikte werden geklärt statt übergangen
  • materielle Bedürfnisse zum Nachteil anderer stehen nicht im Vordergrund

Wieso heißt es „Egotrip“ und nicht „Egoreise“ oder „Egotour“?

Ein Egotrip kann wie ein rauschartiges Geschehen wirken. Daher hat sich im Sprachgebrauch „Egotrip“ eingebürgert.

In diesem Zusammenhang hat das Wort „Trip“ seinen Ursprung in der Welt der bewusstseinsverändernden Drogen. Früher bezeichnete man mit LSD getränkte Karton-Plättchen als „Trip“. Der Mensch im Rauschzustand war „auf dem Trip“.

Ganz ähnlich wie bei einem Drogenrausch kann ein Egotrip die Wahrnehmung und Verhaltensweisen eines Menschen stark verändert. Ein weiterer interessanter Zusammenhang ist das Verfolgen von Trugbildern. Egoisten rennen nur allzu gerne Scheinbildern und falschen Zielen hinter. Diese werden im übertragenen Sinne mit den Halluzinationen und stark verfälschten Emotionen eines „LSD-Trips“ gleichgesetzt.

Was treibt den Egotrip einen Menschen an?

Der erste Antrieb ist beim Egotrip sowie der Selbstverwirklichung derselbe: Unzufriedenheit. Durch die Art, wie der Mensch versucht, diesem Zustand des Mangels und Unglücks zu begegnen, trennen sich die Wege.

Egoisten peilen Ziele wie enormen materiellen Zugewinn, gutes Ansehen und Macht an. Im schlimmsten Fall ziehen Egoisten sogar Freude aus dem Umstand, andere zu schädigen und zu demütigen. Der Egoist wird dadurch aber nur kurzzeitige Befriedigung finden und seinen „Trip“ sehr bald fortsetzen müssen.

Angst spielt eine sehr große Rolle. Auch wenn Menschen auf dem Egotrip oft als besonders stark wahrgenommen werden, ist dies in der Regel ein Trugbild. Im negativen Sinne kapseln sich Egozentriker durch die Eigenartigkeit von anderen ab. Dahinter können sich versteckte soziale Ängste befinden.

Wer mitten in einer egozentrierten Gesellschaft lebt, muss unter Umständen selbst zum Egoisten werden, auch wenn diese Verhaltensweisen eigentlich nicht zur eigenen Persönlichkeit zählen. Ein Mensch, dem dies innerlich zuwider ist, wird bestrebt sein, einen Ausweg aus der Situation zu finden und den „Egotrip“ dann bald auch wieder sein lassen.

Was ist der Pull-Effekt / Pull-Faktor? Bedeutung, Definition


Im Allgemeinen werden als „Pull-Effekt“ und „Pull-Faktor“ Maßnahmen bezeichnet, die Menschen anlocken und zu einem bestimmten Verhalten motivieren.

Andere Begriffe für „Pull-Effekt“ sind „Anziehungseffekt“ und „Sogwirkung“.

Die Ausdrücke „Pull-Effekt“ und „Pull-Faktor“ stammen aus dem Marketing. Mehr dazu, weiter unten.

In der Diskussion, um die Seenotrettung auf dem Mittelmeer wird Seenotrettern wiederholt vorgeworfen, dass sie ein Pull-Effekt bzw. Pull-Faktor seien, der Migranten auf das Mittelmeer locke.

Seenotrettung: Vorwurf Pull-Faktor / Pull-Effekt

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Meinungsäußerung und spiegelt nicht die Sicht der Redaktion wider! Es geht darum, die Argumentationslogik „Pull-Effekt“ aufzuzeigen.

Seenotretter, die auf dem Mittelmeer mit ihren Schiffen Migranten retten und nach Europa bringen, wird vorgeworfen, ein Pull-Faktor zu sein bzw. für einen Pull-Effekt zu sorgen. Hier wird behauptet, dass die Seenotrettung von im Mittelmeer treibenden Flüchtlingen andere Flüchtlinge motiviere, sich ebenfalls in diese lebensgefährliche Situation zu begeben.

Die Flüchtlinge begeben sich dann in Gefahr im Mittelmeer zu ertrinken, in der Hoffnung von Seenotrettern gerettet zu werden, um anschließend nach Europa gebracht zu werden. Hier wird argumentiert, würde die Seenotrettung Flüchtlinge nicht nach Europa bringen oder würden weniger gerettet werden, so würden weniger Flüchtlinge den Weg über das Mittelmeer nach Europa suchen.

Die Logik ist folgende:

Je mehr Migranten auf dem Mittelmeer gerettet werden, umso mehr Migranten begeben sich auf dem Mittelmeer in Gefahr.

Die Logikkette ist folgende:

  1. Seenotretter retten auf dem Mittelmeer treibende Migranten und bringen sie nach Europa.
  2. Die Schlußfolgerung daraus ist folgende: Migranten, die nach Europa möchten, müssen sich im Mittelmeer in Lebensgefahr bringen, um gerettet zu werden.
  3. Also: Migranten begeben sich bewusst in Gefahr und fahren mit Schlauchbooten auf das Mittelmeer in der Hoffnung von Seenotrettern gerettet zu werden.

Schlußfolgerungen: Pull-Effekt Seenotrettung

Seenotrettern wird vorgeworfen, bewusst oder unbewusst Schlepper zu unterstützen. Hier wird argumentiert, dass Schlepper damit rechnen, dass Migranten auf dem Mittelmeer gerettet werden. Deswegen schicken die Schlepper Migranten auf schlechten Booten auf das Meer und setzen sie dem Risiko zu ertrinken aus.

Seenotrettern wird außerdem vorgeworfen, dass Seenotrettung zu mehr Todesfällen führen soll. Hier wird argumentiert, dass Migranten darauf spekulieren gerettet zu werden und sich deswegen in Lebensgefahr begeben. Werden sie nun nicht gerettet, so droht ihnen der Tod. Diese Gefahr sollen sie nur eingegangen haben, weil sie auf die Seenotretter gehofft haben.

Gegenargumente gegen den Pull-Effekt „Seenotrettung“

Migranten haben auch schon vor 2015 versucht über das Mittelmeer Europa zu erreichen. Private NGO-Seenotretter sind erst seit ca. 2015 aktiv und retten, wo die EU nicht rettet. Siehe dazu „Drowned Europe“ von Philippe Fargues und Anna Di Bartolomeo Seite 2: Link zum PDF: hier.

Erst seit der Migrationskrise im Jahr 2015 liegen die Zahlen der Migranten, die versuchen über das Mittelmeer Europa zu erreichen, deutlich höher.

Migranten fliehen nicht, weil private Seenotretter sie auf dem Mittelmeer retten werden. Sie fliehen, wegen der unsicheren Lage in ihrem Heimatland.

Von einem „Pull-Effekt“ zu sprechen, ist eine starke Vereinfachung. Denn viele Faktoren wie Situation im Heimatland und die persönliche Situation eines Migranten werden vernachlässigt. Ebenso ist die Informationslage der Migranten unklar.

Seenotrettern vorzuwerfen, dass sie einen Pull-Effekt verursachen und Leben gefährden, kann als Versuch gewertet werden, die private Seenotrettung abzuwerten, zu delegitimieren oder zu kriminalisieren.

Außerdem kann der Vorwurf, dass private Seenotrettung einen Pull-Effekt verursache, als Ablenkungsmanöver gewertet werden. Mit diesem Ablenkungsmanöver lenken EU-Staaten und die EU von ihrer eigenen Migrationspolitik ab, die zu den heutigen Zuständen (und den Toten) geführt hat. Sie schieben mit dem Vorwurf „Pull-Effekt“, die Schuld den Seenotrettern zu.

Oxford-Studie: Pull-Effekt widerlegt

Laut der Oxford-Studie „Border Deaths in the Mediterranean“ gibt es keinen nachweisbaren Pull-Effekt durch Seenotrettung im Mittelmeer. (Du findest du Studie hier.)

Die Forscher haben Zeiträume in denen Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer aktiv waren mit Zeiträumen verglichen, in denen keine Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer aktiv waren. Sie haben die Zahl der Geretteten und der Toten ins Verhältnis gesetzt.

Die Kernaussage der Studie ist, dass Seenotrettung nicht die Zahl der Migranten erhöht, sondern die Zahl der Überlebenden. Seenotrettung senkt das Sterblichkeitsrisiko von Migranten, die die Überfahrt auf das Mittelmeer wagen.

Private Rettungsmissionen wurden in der Studie nicht beachtet.

Migration und Flucht: Was ist ein Pull-Faktor?

Im Kontext von Migration und Flucht sind bessere Sozialsysteme, höhere Innere Sicherheit, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne ein Pull-Faktor. Dieser Pull-Faktor sorgt dafür, dass Migranten und Flüchtlinge ihr Heimatland verlassen, um in einem Land mit besseren Lebensbedindungen zuleben.

Die Motivation der Migranten und Flüchtlinge ist hier im Allgemeinen, dass es ihnen in dem neuen Land besser geht. Im Speziellen haben sie mehr Chancen, werden nicht verfolgt, leben in Sicherheit, leben in Frieden und können mehr verdienen.

Was bedeutet Pull-Effekt im Marketing (Wirtschaft)? Bedeutung

Im Marketing und in der Wirtschaft werden als „Pull-Effekt“ Maßnahmen bezeichnet, die der Verkaufsförderung dienen, Kaufanreize setzen und die Nachfrage erhöhen. Diese Maßnahmen dienen dazu, Kunden zu motivieren ein Geschäft aufzusuchen, eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen oder einen Einkauf zu tätigen.

Verkaufsfördernde Maßnahmen sind unter anderem: Angebote, Rabatte, Werbung, Direktmarketing, kostenlose Produktproben, Geschenke, Preisausschreibung

Vom Begriff her, bedeutet „Pull“ auf deutsch „ziehen“. Beim Pull-Effekt geht es eben darum, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung eine anziehende Wirkung hat und Aufmerksamkeit (von potentiellen Kunden) auf sich zieht.

Im Sinne der Kette „Hersteller –> Händler –> Kunden“ bedeutet „Pull“, dass die Nachfrage der Kunden die Produkte des Herstellers in die Regale des Händlers zieht.

Gegenteil vom Pull-Effekt: Was ist der Push-Effekt?

Das Gegenteil vom Pull-Effekt ist der Push-Effekt. Beim Push-Effekt geht es darum, dass Hersteller bei Verkäufern und Händler Nachfrage erzeugen, damit diese ihre Produkte kaufen. Dies sind ebenfalls verkaufsfördernde Maßnahmen, jedoch nur zwischen Hersteller und Händler / Verkäufer. Eine solche Maßnahmen können z.B. Mengenrabatte für Händler sein.

„Push“ bedeutet auf deutsch „drücken“. Beim Push-Effekt geht es vom Begriff her darum, dass ein Hersteller seine Produkte zu einem Händler drückt, welche dieser dann an Kunden verkauft.

Dunning-Kruger-Effekt: Was ist das? Bedeutung, Definition, Beispiele


Als „Dunning-Kruger-Effekt“ wird der Umstand bezeichnet, dass weniger kompetente oder weniger wissende Menschen ihre Fähigkeiten oder ihr Wissen in einem bestimmten Bereich überschätzen, während sie annehmen, dass andere im gleichen Bereich weniger Wissen, weniger kompetent sind oder geringere Fähigkeiten haben.

Als Dunning-Kruger-Effekt wird die Neigung zu dieser falschen Selbsteinschätzung bezeichnet. Psychologen sprechen hier von kognitiver Verzerrung.

Dunning-Kruger-Effekt in Kurzform: Weniger kompetente Menschen überschätzen ihr Wissen oder ihre Fähigkeiten. Sie halten sich für schlau, sind es aber nicht.

Menschen, die am Dunning-Kruger-Effekt leiden, werden in der deutschen Sprache auch „Besserwisser“ genannt. Es würde über sie gesagt werden, dass sie nicht die hellste Kerze auf der Torte sind.

Der Dunning-Kruger-Effekt hat mehrere Ausprägungen:

  • Weniger kompetente Menschen überschätzen ihre Fähigkeiten oder ihr Wissen in einem bestimmten Bereich.
  • Weniger kompetente Menschen können nicht erkennen, dass andere mehr wissen oder kompetenter sind.
  • Weniger kompetente Menschen wissen nichts von ihrer Inkompetenz und von ihren Wissenslücken.
  • Weil weniger kompetente Menschen ihre Inkompetenz nicht erkennen können, können sie ihre Kompetenzen oder ihr Wissen nicht steigern.

Herkunft & Geschichte: Wie der Dunning-Kruger-Effekt entstand

Im Jahr 1999 haben der Sozialpsychologe David Dunning und die Psychologin Justin Kruger ein Paper veröffentlicht in dem sie das erste mal vom „Dunning-Kruger-Effekt“ sprachen. Das Paper heißt: „Unskilled and Unaware of it“. Du findest es hier als PDF.

Grundlage ihrer Veröffentlichung waren vorangegangene Studien, bei denen Dunning und Kruger bemerkten, dass das Selbstvertrauen ihrer Teilnehmer größer war je weniger sie wußten. Um dies herauszufinden, baten sie ihre Teilnehmer ihre eigenen Fähigkeiten und ihr Wissen in verschiedenen Bereichen einzuschätzen. (Dies waren Bereiche wie logisches Denken, Textverständnis oder strategisches Denken.) Dann nahmen die Teilnehmer an mehreren Experimenten und Tests teil, um so ihre Fähigkeiten und ihr Wissen unter Beweis zustellen. Diese Tests beinhalteten Aufgaben, wie das Verstehen von Texten oder Logik-Aufgaben.

Als Dunning und Kruger die Selbsteinschätzung mit den Ergebnissen der Tests verglichen, fiel es ihnen auf: Wer glaubte besonders viel zu wissen, schnitt schlechter ab, als andere die glaubten weniger zu wissen. Einige Menschen, die besonders gut abschnitten, neigten sogar dazu sich in der Selbsteinschätzung zu unterschätzen.

Dunning und Kruger stellen also fest: Weniger kompetente Menschen glaubten über sich selbst, dass sie über mehr Wissen und Fähigkeiten als andere verfügen. Das Gegenteil gilt jedoch nicht: Kompetentere Menschen glaubten nicht über per se sich selbst, dass sie über weniger Wissen oder Fähigkeiten verfügen.

Auch bemerkten Dunning und Kruger, dass weniger kompetente Menschen glaubten für ihre Leistung allein verantwortlich zu sein, während kompetentere Menschen glaubten, dass sie leichtere Aufgaben bekommen hatten.

Über den Dunning-Kruger-Effekt: Psychologie

Der Dunning-Kruger-Effekt existiert, weil sich die Selbstwahrnehmung von Menschen erst entwickeln muss. Je mehr ein Mensch weiß, je mehr er versteht, je mehr er über sich selbst und seine Fähigkeiten weiß, umso besser kann er sich selbst und seine Fähigkeiten einordnen. Dieses Wissen führt meist zu Demut, kann aber auch zu Zweifel führen.

Wissen über sich Selbst wird durch Feedback von anderen erworben, durch Kritik oder auch durch die Teilnahme an Tests. Auch lernt jemand etwas über sich selbst, wenn er oder sie Zeit mit Menschen verbringt, die anders sind und die Welt anders sehen.

Im schlimmsten Fall führt schlechte Selbstwahrnehmung zu Ignoranz und zu einen Übermut mit dem eine ablehnende Haltung gegen bessere Argumente oder Fakten begründet wird. Ignoranz sorgt dafür, dass ein Menschn sich nicht weiterentwickelt, weil er bewusst ablehnt, was er nicht kennt oder was ihm nicht passt.

Selbstbewusstein und Arroganz

In seinen Ausprägungen machen der Dunning-Kruger-Effekt Arroganz und Ignoranz sichtbar.

Selbstbewusst zu tun, hat sich schon immer ausgezahlt für Menschen. Heute wird dies „Fake it, till you make it“ genannt. Selbstbewusstsein wirkt beeindruckend auf andere und wird selten in Frage gestellt. Selbstbewusstsein – ob gespielt oder echt – finden Menschen gut. Selbstbewusstsein ist ein Gegenteil von Schwäche oder Unentschlossenheit. Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit wirken anziehend auf andere Menschen. Mit Selbstvertrauen, einem lauten und energie-reichen Auftreten überspielen einige ihre Unwissenheit und Inkompetenz. Dies wird teils gepaart mit Sprüchen und Floskeln.

Der Dunning-Kruger-Effekt behandelt auch die Arroganz eines Menschen. Denn es ist arrogant anzunehmen mehr zu wissen, als andere, während dies gar nicht der Fall. Doch auch dies ist eine menschliche Neigung, die verschwindet, sobald das Wissen mehr wird.

Duning-Kruger-Effekt als Paradox

Der Dunning-Kruger-Effekt ist eigentlich ein Paradox. Denn es ist paradox, dass Menschen die weniger wissen über mehr Selbstvertrauen verfügen als Menschen, die mehr wissen. Dies zeigt, dass Selbstvertrauen nicht mit dem Wissenstand korreliert oder direkt proportional ist. Damit erlaubt der Dunning-Kruger-Effekt einen besonderen Einblick in die menschliche Psyche: Viel zu Wissen ist kein Garant für Selbstvertrauen.

Auch erlaubt der Dunning-Kruger-Effekt eine besondere Schlußfolgerung: Das Leben ist eine Reise zu sich selbst. Es geht darum, sich selbst kennen zu lernen und wahres Selbstvertrauen zu erwerben.

Eine positive Folge des Dunning-Kruger-Effektes ist, dass Selbstüberschätzung abtrainiert werden kann. Denn sobald ein Mensch mehr Bildung und damit Wissen erfährt, kann er mehr über sich und seine Fähigkeiten lernen.

Dunning-Kruger-Effekt weitergedacht

Würde man den Dunning-Kruger-Effekt zu Ende denken, so dürfte nur der schlauste Mensch und der Mensch mit dem meisten Wissen in einem Bereich sein Wissen und seine Fähigkeiten einigermaßen korrekt einschätzen. Damit würden alle Menschen, die weniger wissen per se am Dunning-Kruger-Effekt leiden. Eine Folge wäre, dass der schlauste Mensch nicht kritisiert werden kann, da alle anderen am Dunning-Kruger-Effekt leiden würden.

Noch weiter gedacht, könnten alle Menschen vom Dunning-Kruger-Effekt betroffen sein, denn niemand weiß alles und niemand ist ein Universalgenie. Dies würde bedeuten, dass immer Menschen mit Wissen und Halbwissen miteinander diskutieren. Der einzige Unterschied zwischen ihnen wäre, dass der eine über mehr Wissen und Halbwissen als der andere verfügt.

Der Dunning-Kruger-Effekt würde auch bedeuten, dass Menschen keine Aussagen zu Bereichen außerhalb ihres Faches tätigten sollten, da sie dort über weniger Kompetenzen als andere verfügen.

Im Endeffekt bedeutet der Dunning-Kruger-Effekt, dass man nie auslernt und immer bereit sein sollte, etwas dazu zu lernen. Auch steht er für die Bereitschaft dem besseren Argument zu folgen und widerlegte Postionen aufzugeben.

Der Dunning-Kruger-Effekt zeigt sich im Alltag: Laute Menschen können jene sein, die besonders wenig wissen. Leise Menschen können jene sein, die besonders viel wissen. Der ideale Mensch wäre also jener, der viel Selbstvertrauen hat, ohne arrogant zu sein und viel in einem Bereich weiß. Trotzdem gilt die gegenteilige Annahme nicht, dass sehr selbstbewusste und laute Menschen automatisch am Dunning-Kruger-Effekt leiden. (Würde jemand dies anderen unterstellen, so würde er auch am Dunning-Kruger-Effekt leiden.)

Dunning-Kruger-Effekt und das Kompetenz-Modell

Das Kompetenz-Modell kennt vier Erbenen:

1. Ebene – unbewusste Inkompetenz
2. Ebene – bewusste Inkompetenz
3. Ebene – bewusste Kompetenz
4. Ebene – unbewusste Kompetenz

Menschen, die am Dunning-Kruger-Effekt leiden, befinden sich auf der ersten Ebene. Sie wissen nichts von ihrer Inkompetenz und haben daher auch keinen Drang ihr Wissen zu erweitern. Erst, wenn sie lernen, dass sie eine gewisse Inkompetenz haben, können sie sich damit die Inkompetenz bewusst machen und beginnen an ihr zu arbeiten. Geschieht das sind sie auf der zweiten Ebene der bewussten Inkompetenz. Mit etwas Zeit und erweitertem Wissen lernen sie mehr und gelangen auf die dritte Ebene der bewussten Kompetenz. Gehen nun die erworbenen Fähigkeiten und das erworbene Wissen in Fleisch und Blut über, so werden sie zur unbewussten Kompetenz. (Fahrrad fahren ist solch eine unbewusste Kompetenz. Denn niemand muss sich selbst erklären, wie er das macht oder was er als nächstes tun muss.)

Wer glaubt, dass er unbewusste Inkompetenzen hat, sollte sich für Kritik und Selbst-Erkenntnis öffnen. Das sind die Vorraussetzungen für Entwicklung.

Warum der Dunning-Kruger-Effekt anderen nicht unterstellt werden sollte

Insbesondere die Aussage, dass weniger kompetente Menschen von ihrer Inkompetenz oder ihren Wissenslücken nichts wissen, sorgt dafür, dass es gefährlich ist anderen zu unterstellen, dass bei ihnen der Dunning-Kruger-Effekt wirke.

Denn, es könnte sein, dass man selbst unter dem Dunning-Kruger-Effekt leidet, der eben dafür sorgt, dass man von seiner eigenen Inkompetenz oder eigenen Wissenslücke nichts weiß. Würde anderen also der Dunning-Kruger-Effekt unterstellt werden, so kann dies ein Ausdruck eigener Selbstüberschätzung und des Wirkens des Dunning-Kruger-Effekts sein.

Die Lösung lautet: Demut und Fragen stellen. Anstatt anderen etwas zu unterstellen, sollten Fragen gestellt werden, so dass ein Gespräch angeregt wird.

Beispiele für Dunning-Kruger-Effekt: Das deutsche Verb „verschlimmbessern“ – In bester Absicht etwas zu verbessern, sorgt jemand dafür, dass es schlechter wird.

Ein anderes Beispiel für den wirkenden Dunning-Kruger-Effekt ist der Glaube vieler Autofahrer, dass sie gute Autofahrer sind. Am Drängeln und ausbremsen sind die anderen Schuld.

Weitere Bedeutung des Dunning-Kruger-Effektes

Insbesondere im Internet und in der digitalen Kommunikation wird gern vom Dunning-Kruger-Effekt gesprochen. Dies geschieht in Internet- und Online-Diskussionen. Hier zeigt sich ein besonderer Kontrast: Während das Wissen der Welt nur einen Klick entfernt ist, verbreiten einige lieber falsche oder abstruse Ansichten, als diese zu überprüfen. Fakten zu überprüfen und falsche Behauptungen zu widerlegen, übernehmen dann andere. Auch wirkt der Dunning-Kruger-Effekt, wenn Angeber im Rahmen der Annonymität des Internets prahlen oder angeben.

Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern und Esotherikern wird gern der Dunning-Kruger-Effekt unterstellt. Damit sollen diese diskreditiert werden. In diesem Sinne ist der Dunning-Kruger-Effekt nichts anders als die Beleidigung, dass jemand doof ist.

In Internet-Diskussionen wird der Dunning-Kruger-Effekt zu DKE abgekürzt. Als Hashtag wird er ausgeschrieben oder in Kurzform genutzt: #DKE, #DunningKrugerEffekt

Siehe auch: Nichtsgönner, Verschlimmbessern

Was ist Doppelmoral? Bedeutung, Definition, Beispiele


Doppelmoral bedeutet, dass Verhalten und Aussagen mit zweierlei Maß bewertet werden, sowie das Verhalten und Aussagen einer Person im Widerspruch zu einander stehen.

Doppelmoral entsteht, wenn jemand verschiedene Grundsätze und moralische Maßstäbe gleichzeitig benutzt, was dazu führt, dass der Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt wird.

Doppelmoral hat folgende Spielarten:

  1. Ein bestimmtes Verhalten wird von anderen eingefordert, dass jemand selbst nicht an den Tag legt.
  2. Das gleiche Verhalten oder die gleichen Aussagen von Personen werden in Abhängigkeit ihrer Gruppenzugehörigkeit unterschiedlich bewertet. Eine inhaltliche / sachliche Bewertung der Aussagen ist hier zweitrangig.
  3. Jemand lässt eigenen moralischen Bekundungen keine Taten folgen bzw. lebt eigene moralische Bekundungen nicht. Damit entsteht ein Widerspruch zwischen den Worten und dem Verhalten.

Zu 1) Wasser predigen und Wein trinken (Doppelmoral)

Zu 1) Die Doppelmoral besteht dadrin, dass jemand von anderen etwas verlangt, was er aber selbst nicht tut. Damit kommt jener, der etwas von anderen einfordert seiner eigenen Forderung nicht nach.

Beispiele für Doppelmoral

Jemand predigt Wasser und trinkt Wein. (Zitat von Heinrich Heine aus dem Gedicht „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von 1844) Die Doppelmoral besteht dadrin, dass jemand von anderen Enthaltsamkeit und Disziplin fordert, aber selbst nicht enthaltsam oder diszipliniert, sondern verschwenderisch lebt.

Jemand fordert, dass weniger Flugzeug geflogen werden sollte, reist aber selbst viel mit dem Flugzeug. (Siehe: Flugscham (Flygskam))

In früheren Zeiten verlangte der Adel vom gemeinen Volk, dass es enthaltsam und monogam leben soll, während der Adel selbst Untreue lebte, unzüchtig war und es Maitressen gab.

Jemand möchte die Privatsphäre der Nutzer seines sozialen Netzwerkes abschaffen, gibt aber selbst so wenig wie möglich über sich Preis.

Diese Form der Doppelmoral scheitert daran, dass jemand seinen eigenen Worten nicht folgt und nicht als positives Beispiel vorangeht. Diese Personen werden auch „Heuchler“ genannt und es wird hier von „Scheinheiligkeit“ gesprochen. Das Gegenteil ist, dass jemand seinen eigenen Worten Folge leistet und Integrität beweist, sowie damit eine Vorbildfunktion einnimmt.

Diese Form der Doppelmoral hat auch einen Charakter der Selbstgerechtigkeit. Denn Verhalten, das bei anderen negativ bewertet, bewertet jemand bei sich selbst positiv oder gar nicht. Damit stellt sich diese Person über andere Menschen und verletzt den Grundsatz der Gleichheit. Diese Person macht quasi eine Ausnahme von der Regel für sich selbst oder für ihre Gruppe.

Beispiel: Jemand rechtfertigt eine Straftat damit, dass sie der (eigenen) guten Sache dient. Während die gleiche Straftat, wenn sie von anderen begangen wird, abgelehnt wird und bestraft werden sollte. (Trotz gleicher Straftaten erfolgt eine unterschiedliche moralische Bewertung.)

Je nachdem, ob eine Person von ihrer Doppelmoral weiß oder nicht, sollte das Verhalten unterschiedlich bewertet. Ist einer Person ihre Doppelmoral noch nicht bewusst, so sollte sie darauf hingewiesen werden. Ist einer Person ihre Doppelmoral bewusst, so kann ihr fast unterstellt werden, dass sie verlogen ist.

Zu 2) Bewertung nach Gruppenzugehörigkeit, nicht nach Inhalt (Doppelmoral)

Zu 2) Das Verhalten oder die Aussagen einer Person werden in Abhängigkeit ihrer Gruppenzugehörigkeit unterschiedlich bewertet. Auch gilt, dass in Abhängigkeit der Motivation und der Ziele einer Person bei Einsatz gleicher Mittel eine unterschiedliche Bewertung stattfindet.

Diese Form der Doppelmoral führt zu einem Ungleichgewicht und eine Asychronität, welche zu einer Einseitigkeit führt. Das Ergebnis ist, dass eine Seite überbewertet wird, während die andere Seite unterbewertet wird, sowie dass eine Seite sehr positiv bewertet wird, während eine andere Seite sehr negativ bewertet wird. (Diese fast schon schwarz-weiße Einteilung wird durch den menschlichen Drang nach Bestätigung / Einheitlichkeit verstärkt. Denn, wenn jemand eine Sache negativ bewertet, so wird diese Person viel negatives über eine Sache entgegen und positives ausblenden.)

Beispiele für Doppelmoral

Demonstrationen sind okay, wenn sie den eigenen Zielen dienen. Dienen sie nicht den eigenen Zielen oder wird gegen etwas, dass gegen die eigenen Wertvorstellungen ist, demonstriert, so sind diese Demonstrationen nicht okay. (Siehe auch: NPC-Meme)

Ein Beispiel sind die Pegida-/ Anti-Flüchtlingspolitik-Demonstrationen und die Fridays-For-Future-Demonstrationen. Beide Demonstrationen finden innerhalb der gesetzlich erlaubten Rahmen statt, werden aber in den Medien sehr unterschiedlich bewertet. (Die unterschiedliche Bewertung liegt auch an den unterschiedlichen Zielen der Demonstrationen, welche wiederum auch unterschiedlich moralisch bewertet werden.)

Weitere Beispiele für Doppelmoral:

Eine Nation oder ein Staatenbündnis toleriert, dass Menschenrechtsverletzungen durch einen anderen Staat begangen werden, obwohl sie sich dagegen ausgesprochen haben.

Eine andere Form der Doppelmoral ist es, dass Männern sexuelle Freizügigkeit zugestanden wird, während sie bei Frauen abgelehnt wird. Hier gelten verschiedene Maßstäbe der Sittlichkeit.

Zu 3) Seine Worte nicht leben – Worte und Taten stehen im Widerspruch (Doppelmoral)

Zu 3) Die dritte Spielart der Doppelmoral betrifft den einzelnen Menschen. Hierbei geht es darum, dass jemand zwar moralische Bekundungen äußert, aber diese nicht lebt.

Beispiele für Doppelmoral:

Jemand spricht sich gegen Massentierhaltung aus, kauft aber im Supermarkt Billigfleisch. Oder: Jemand findet es schlecht das Tiere für den eigenen Genuss sterben und isst trotzdem Fleisch. (Siehe: Fleisch-Paradox)

Jemand fordert Meinungsfreiheit ein, zensiert aber unliebige Meinungen.

Politische Korrektheit ablehnen und später politische Korrektheit einfordern.

Jemand sagt, dass er Christ ist und christliche Werte lebt, spendet aber Armen nichts oder hilft Menschen in Not nicht.

Jemand spricht sich für Treue aus und geht fremd.

Jemand fordert gute Arbeitsbedindungen in der Dritten Welt und kauft das in der dritten Welt produzierte T-Shirt für 2 Euro.

Jemand redet schlecht über andere und ist entsetzt, wenn andere schlecht über ihn oder sie selbst reden.

Jemand gibt vor Kunst interessiert zu sein, hat aber noch nie eine Kunstausstellung besucht.

Andere kritisieren, aber selbst keine Kritik aushalten.

Diese Form der Doppelmoral entsteht, wenn jemand seinen moralischen Bekundungen und Äußerungen keine Folge leistet.

Doppelmoral kann auch entstehen, wenn jemand widersprüchliche Aussagen zu verschiedenen Zeitpunkten macht. Hier kann dieser Person dann eine gewisse Unentschlossenheit und Inkonsistenz vorgeworfen werden. Auch muss angemerkt, dass es sinnvoll sein kann eine Meinung zu ändern. Nämlich dann, wenn sich Rahmenbedingungen geändert haben.

Über die Doppelmoral: Bedeutung und Psychologie

Doppelmoral ist so alt wie die Menschheit. Es ist dem Menschen angeboren, dass er widersprüchlich ist und auch widersprüchliche Dinge tut. Auch ist es dem Menschen angeboren über Doppelmoral hinwegzuschauen oder sie auszublenden. Menschen mögen keine Ambivalenz.

Doppelmoral wegen mangelnder Eigenwahrnehmung

Doppelmoral verschwindet, wenn die Selbst- bzw. Eigenwahrnehmung steigt und besser wird. Selbstwahrnehmung ist nämlich einer der Gründe für Doppelmoral: Manchen Menschen ist es einfach nicht bewusst, dass sie sich widersprüchlich verhalten. Auch verschwindet Doppelmoral, wenn Menschen aufhören anderen vorzuschreiben, wie sie leben wollen.

Es ist eben normal, dass Menschen eine gewisse Doppelmoral besitzen. Denn erst mit fortschreitenden Alter sehen sie manche Dinge klarer und durchschauen auch mehr.

Wer mehr über seine Werte lernt und auch mehr über Werte, die sich widersprechen, kann auf den Vorwurf Doppelmoral reagieren. Im besten Fall erfolgt eine Korrektur des Verhaltens, keine Abwehr.

Doppelmoral entsteht auch dadurch, dass Menschen sich gut und wohl fühlen wollen. Sie wollen sich moralisch gut fühlen, anstatt stets mit der (unschönen) Realität konfrontiert zu werden. Sich moralisch gut zufühlen, findet eben statt, wenn jemand moralisch-wertvolle Äußerungen tätigt. (Moralische Menschen genießen auch mehr Ansehen in der Gesellschaft.)

Doppelmoral: Moralische Lizenzierung

Ein psychologisches Phänomen, das Doppelmoral erklärt, ist die „Moralische Lizensierung“ (Englisch: „moral licensing“)

Moralische Lizensierung bedeutet, dass jemand etwas schlechtes tun kann, weil er vorher etwas gutes getan hat. Hierbei wird das schlechte Verhalten gegen das gute aufgewogen, so dass jemand keine Schuldgefühle hat.

Beispiele:

Jemand kauft Bio-Gemüse oder im Bio-Laden ein, also ist es vertretbar die Einkäufe mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Wer viel Sport macht, darf auch mal Chips oder Fast Food essen und dazu ein Bier trinken. Oder: Wer viel Sport macht, darf rauchen.

Folgen der Doppelmoral

Wird Doppelmoral erkannt oder aufgedeckt, so verringert dies die Glaubwürdigkeit einer Person. Doch es zeigt auch eins, nämlich, dass die Realität eine Person eingeholt hat und dass die Realität oft komplexer ist, als so mancher denkt.

Doppelmoral erkennen als Schutz

Doppelmoral wird in der bürgerlichen Gesellschaft als Anlass zur Selbstkritik und Kritik genutzt. Doppelmoral ist damit ein Anlass Werte in Frage zu stellen. Dies wird unterschiedlich genutzt. Z.B.: Eine Person verwahrt sich gegen eigentlich moralisch richtige Forderungen anderer, weil sie entdeckt hat, dass eine Person doppelmoralisch lebt. (Die Forderungen bleiben trotzdem moralisch richtig. Nur ist die doppelmoralische Person ein schlechtes Beispiel, um für die moralisch richtige Position zu werben, da es ihr an Glaubwürdigkeit mangelt. Die sich verwahrende Person kann nun den aktuellen Zustand erhalten und muss ihr Verhalten nicht ändern oder ihre Komfortzone verlassen. (Auch das ist ein essentielles menschliches Bedürfnis. Menschen mögen Veränderungen nicht.)

Die Existenz der Doppelmoral auch steht dafür, dass ein Mensch nicht immer eins mit seinen Werten. Dieser Relativismus wird z.B. in verschiedenen Räumen ausgelebt: Im privaten ist jemand z.B. freizügiger als in der Öffentlichkeit. Für jeden einzelnen gilt es daher, dass er eine gewisse moralische Ambilvanz aushalten muss.

Synonyme für Doppelmoral

Der englische Ausdruck „double standard“ hat sich mittlerweile in der deutschen Sprache in der deutschen Variante „Doppelstandard“ verbreitet.

Weitere Synonyme sind:

  • Bigotterie
  • Doppelstandard
  • Doppelzüngigkeit
  • Heuchelei
  • Moraldualismus / moralischer Dualismus
  • Verlogenheit
Was bedeutet „Ersatzreligion“? Was ist das? Bedeutung, Merkmale, Definition


Eine Ersatzreligion dient dazu Sinn im Leben eines Menschen zu stiften. Dies kann eine Lebensweise, ein Interesse oder ein Hobby sein. Eine Ersatzreligion besteht aus einer Gemeinschaft, aus Riten, aus Ritualen, Botschaften und Kultfiguren.

Beispiele für Ersatzreligionen

  • Essen / Ernährungsweisen
  • Fußball / Sport (Fan-Sein)
  • Konsum

Merkmale einer Ersatzreligion (Eigenschaften)

Eine Ersatzreligion hat folgende Merkmale und Eigenschaften:

  • Eine Ersatzreligion dient der Sinnstiftung.
  • Eine Ersatzreligion hat Heilsversprechen.
  • Eine Ersatzreligion liefert eine Identität.
  • Eine Ersatzreligion liefert Halt.
  • Eine Ersatzreligion liefert Grenzerfahrungen und ekstatische Erfahrungen jenseits des langweiligen Alltags.
  • Sie hilft Gefühle der Erfüllung zu erhalten. Eine Ersatzreligion liefert auch Offenbarungserfahrungen.
  • Es gibt Kultstätten, heilige Orte, Botschaften und Symbole.
  • Es gibt eine Gemeinde, die sich austauscht. (Fangemeinde)
  • Man, das Individuum, kann in einer Gruppe aufgehen, sich als Teil der Gemeinschaft fühlen und gemeinschaftlichen Zusammenhalt spüren.
  • Es gibt feste Rituale und Riten, auf die man sich freuen kann.
  • In einer Ersatzreligion werden Themen des Lebens thematisiert. (Freude, Tod, Glück, Leid, Identität,…)
  • Es gibt Reliquien, Kultgegenstände und Totem. (Trikots, Fußball)
  • Eine Ersatzreligion hat einen hohen Stellenwert im Leben.
  • Es gibt Gesänge und Lieder, welche dem Gemeinschaftsgefühl dienen. (Beispiel: Fan-Gesänge, Lieder einer Band)
  • Es gibt Kultfiguren. (Legendäre Trainer, legendäre Manager, Mitglieder einer Band oder Begründer einer Bewegung.)
  • Es gibt auch Sünden in den Ersatzreligionen. (Fan des falschen Vereins sein; falsche Ernärhung)

Eine Ersatzreligion unterteilt die Welt in zwei Gruppen: Menschen, die Teil der eigenen Gruppe sind und Menschen, die Teil einer fremden Gruppe sind. Dies wirkt im Fußball sehr stark: Verein A gegen Verein B. Auch in der Musik wirkt dies: Anhänger von Techno versus Anhänger von Schlager. In der Ernährung funktioniert dies auch: Fleischesser gegen Veganer. Diese Einteilung der Welt in Gruppen stärkt das eigene Gruppengefühl.

Konkrete Beispiele für eine Ersatzreligionen

Eine Ersatzreligion strukturiert und ordnet den Alltag. Dies passiert durch feste Termine wie z.B. Fußballspiel um 20 Uhr, Konzert nächsten Freitag oder auch bis 12 Uhr Mittags nichts essen. (Intervall-Fasten)

Ein Heilsversprechen ist z.B., dass durch eine neue Ernährungsweise (vegan, paleo,…) jemand gesund oder gesünder wird. (Eine Sünde wäre z.B. der Verzehr von Kohlenhydraten oder Fleisch, wenn dies eigentlich unterbleiben soll.)

Eine Kultstätte für Fußball-Fans ist z.B. ein Stadium.

Symbole für Fans sind Wappen von Vereinen oder Band-Logos.

Die rituelle Kleidung eines Fußball-Fans ist sein Vereins-Schal. Die eines Fans einer Band ist das Band-T-Shirt.

Reliquien wie Trikots werden gewechselt. Der Match-Ball ist eine besondere Reliquie.

Im Fußball wird sogar von „Fußballgöttern“ gesprochen.

Was macht eine Religion / Ersatzreligion?

Eine Ersatzreligion macht eigentlich, was eine Religion macht. Eine Religion liefert Antworten auf Fragen wie:

  • Wo komme ich her?
  • Wo gehöre ich hin?
  • Warum bin ich auf dieser Welt?
  • Welchen Sinn hat das Leben?

Die Ersatzreligion beantwortet die Fragen auf ihre eigene Art und Weise: Jemand ist z.B. Teil einer Fangemeinde und celebriert eine Band oder Spieler.

Wann ist ein Hobby eine Ersatzreligion? Wann wird eine Ersatzreligion zum Problem?

Menschen können eine Ersatzreligion sehr ernst nehmen.

Eine Ersatzreligion kann zu einem Problem werden, wenn diese zu ernst genommen wird und jeder Kritik erhaben ist. Sie kann zum Problem werden, wenn jemand sie über alles in seinem Leben setzt und beginnt negatives oder schädliches Verhalten damit zu rechtfertigen.

Verhindert das Hobby, dass jemanden seinen Alltag oder Job nicht wahrnimmt, verwahrlost oder seine Freunde nicht mehr trifft, so nimmt die Ersatzreligion wohl zu viel im Leben eines Menschen ein.

Eine Ersatzreligion wird zum Problem, wenn Menschen anfangen andere Menschen zu bekämpfen oder versuchen sich über sie zu stellen. Führt eine Ersatzreligion zu Gewalt oder zu Kämpfen, so sollte dringend über die Ausmaße der Ersatzreligion gesprochen werden.

Auch wird eine Ersatzreligion problematisch, wenn Menschen versuchen andere zu missionieren oder versuchen anderen ihren Willen aufzuzwingen. Auch sind aufdringliche oder aggressive Versuche jemanden vom eigenen Weg zu überzeugen, problematisch.

Warum neigen Menschen zu Ersatzreligionen?

Die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Vielen Menschen hilft die Ersatzreligion einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Die Ersatzreligion liefert z.B. eine Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“. (Die Antwort wäre in dem Fall: Fan von Verein XY oder „Veganer“.) Auch liefert eine Ersatzreligion eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, was gegen Einsamkeit hilft. Die Ersatzreligion hilft dem Einzelnen oder der Einzelnen sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen, was gegen das Gefühl des Verloren-Seins in dieser Welt hilft. Menschen haben nämlich ein grundsätzliches Bedürfnis Teil einer Gemeinschaft zu sein. Diese Gemeinschaft bietet Orientierung, Halt und Sicherheit.

Eine Ersatzreligion hilft das Bedürfnis nach Religiösität und Spiritualität zu befriedigen. Auch hilft eine Ersatzreligion die Bereitschaft zu glauben, zu stillen.

Stimmungsmache / Meinungsmache: Was ist das? Bedeutung, Definition


„Stimmungsmache“ und „Meinungsmache“ bedeuten, dass ein Mensch oder ein Medium seine Reichweite, seinen Einfluss und seine Glaubwürdigkeit nutzt, um eine bestimmte Weltansicht, eine bestimmte Haltung und eine bestimmte Meinung für oder gegen etwas oder jemanden zu verbreiten.

Stimmungsmache und Meinungsmache stellen jeweils den Versuch dar, die (öffentlichte) Meinung zu beeinflussen. Dabei soll die (öffentliche) Meinung so beeinflußt werden, dass beeinflusste Personen eine Haltung bzw. Meinung für oder gegen etwas oder jemanden einnehmen. Der Versuch der Stimmungsmache soll dazu führen, dass sich das Verhalten der beeinflussten Personen ändert.

Techniken für Stimmungsmache und Meinungsmache:

  • Verbreiten von falschen Informationen / Fake News
  • Unausgewogene und einseitige Darstellung von Informationen (Nur pro / Nur kontra)
  • Schüren von Ängsten / Panik
  • stark dramatisierende und emotionalisierende Berichterstattung
  • Moralische Entwertungen

Stimmungsmache und Meinungsmache kann dazu führen, dass eine Öffentlichkeit gegen etwas aufgewiegelt wird, sowie dass eine Öffentlichkeit etwas für gut oder schlecht hält.

Stimmungsmache und Meinungsmache sind stets einseitig und unausgewogen. Sie basieren auf klaren Freund-Feind-Bildern. (Beispiel: Wir sind die Guten. Wer nicht ist/denkt wie wir, ist gehört zu den Schlechten.) Außerdem liefern sie einfache Lösungen und es wird meist einfach eine Person oder Gruppe als Sündenbock benannt, die vermeintlich schuld sein soll.

Ein anderes Wort für (politische) Stimmungsmache ist „Propaganda“.

Synonyme für Stimmungsmache und Meinungsmache sind: Hetze, Scharfmacherei

Siehe auch: NPC-Meme

Maßnahmen gegen Stimmungsmache und Meinungsmache

Kritisches Denken hilft gegen Stimmungs- und Meinungsmache. Dies beginnt beim Hinterfragen, ob der dargestellte Sachverhalt wirklich so ist, ob die Schlußfolgerungen und ihre Bewertungen angemessen sind. Außerdem hilft eigenes Denken und eigenes Recherchieren, sowie sich die Frage zu stellen, wer profitiert („Cui bono?“). Wenn eine bestimmte Haltung oder Meinung vermittelt wird, gibt es stets jemanden, der davon profitiert!

Fakten anzuzweifeln, ist stets ratsam. Angezweifelte Fakten sollten durch eigene Recherchen und zusätzliche Quellen bestätigt werden.

Das differenzierte Betrachten eines Sachverhaltes hilft ebenfalls gegen Stimmungsmache. Denn etwas ist nicht nur an-sich schlecht oder an-sich gut.

Gilt die Meinungsfreiheit für Stimmungsmache und Meinungsmache? (Art. 5 GG / Zensur)

Art. 5 des Grundgesetzes regelt klar, dass jeder in Deutschland das Recht hat seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. Dies ist innerhalb der allgemeinen Gesetze erlaubt.

In der Bundesrepublik Deutschland werden alle Meinungen – egal, ob emotional, rational, richtig, falsch, moralisch wertvoll, moralisch abstoßend – geschützt, solange sie nicht gegen die Gesetze verstoßen. (Eine Straftat stellen z.B. dar: Aufruf zur Straftat / Aufforderung zur Gewalt, Beleidigung, Volksverhetzung)

Es steht jedem frei, Politiker, Parteien oder Personen zu kritisieren oder zu loben.

Das bedeutet, Stimmungsmache und Meinungsmache sind innerhalb des gesetzlichen Rahmens erlaubt. (Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung!)

Stimmungsmache und Meinungsmache im Internet und den sozialen Medien

In sozialen Medien und auf Webseiten auf denen Teilnehmer ihre Meinung ungefiltert veröffentlichen können, findet Stimmungsmache ebenfalls statt. Durch massenhafte einseitige Kommentare und Beiträge soll der Eindruck vermittelt, dass es eine (größere) Öffentlichkeit gebe, die diese Meinung vertritt. Im Zusammenspiel mit Algorithmen, die populäre Beiträge prominenter platzieren, kann so der Eindruck entstehen, dass eine Meinung akzeptierter ist, als angenommen.

Maßnahmen gegen die Stimmungs- und Meinungsmache auf Webseiten und in den sozialen Medien sind unter anderem das Moderieren von Kommentaren und Techniken wie Shadow-Banning.

Siehe auch: Online-Enthemmungseffekt

Frühlingsgefühle: 16 Gründe, warum ich den Frühling liebe


Offiziell beginnt der Frühling am 20. März. Doch inoffiziell startet er viel später und das auch noch klammheimlich. Eines Tages stehst du auf und warme Sonnenstrahlen wärmen deine Haut. Die Stille des Winters weicht dem Zwitschern der Vögel. In der Insektenwelt herrscht emsiges Treiben. Bienen und Hummeln erkunden jede neue Blüte.

Du bemerkst, dass du keine Handschuhe mehr brauchst und dir in deiner Jacke sehr warm wird. Die blätterlosen Bäume haben auf einmal Knospen und die Einfarbigkeit des braun-schwarzen Bodens wird durch weiße, blaue, gelbe und rosa Frühlingsblüher unterbrochen. Jetzt ist er da, der Frühling! Und das ist erst der Anfang.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Warum ich den Frühling liebe“ von PixelWo teil.

Blaue Frühlingsblüher im Nordpark, Magdeburg

Gründe, warum ich den Frühling liebe:

  1. Draußen sitzen, wird zum Genuss und ist keine Qual mehr.
  2. Die Winterjacke kann weggehangen werden. Die Kleidung wird allgemein leichter, luftiger und körperbetonter. Handschuhe brauche ich jetzt nicht.
  3. Statt eisigem Wind weht nun eine warme Brise.
  4. Das Eis beim Italiener schmeckt wieder.
  5. In der Natur blüht es bunt und es macht einfach nur Freude die vielen kleinen Blumen zu sehen.
  6. Der Balkon wird begrünt.
  7. Es riecht im Frühling anders. Es riecht besser.
  8. Allerhand Insekten schwirren herum und besuchen die vielen Blumen.
  9. Es ist länger hell.
  10. Die Laune steigt. Frühlingsgefühle kommen auf. Viele sind besser drauf, denn die Sonne sorgt für die Bildung von Serotonin, Dopamin und Vitamin D.
  11. Das Feierabendbierchen ist nun im Biergarten draußen möglich.
  12. Es gibt Spargel und Erdbeeren.
  13. Draußen kann gegrillt werden.
  14. Der Gang in die Natur macht noch mehr Spaß. (Auch im Winter hat die Natur etwas sehr reizvolles!)
  15. Die Heizung kann langsam ausgeschaltet werden.
  16. Endlich ist man mehr draußen als drinnen!
Eine Amsel sitzt im grünen Gebüsch

Was ist los im Frühling? Gibt es die Frühlingsgefühle wirklich? Mehr dazu:

Was sind Frühlingsgefühle? Bedeutung, Liebe, Hormone

Als Frühlingsgefühle werden Gefühle der Freude, Heiterkeit und Gelassenheit bezeichnet, die auftreten sobald der Winter endet und es Frühling wird. Bei vielen Menschen sorgen der Frühling und die Frühlingsgefühle, dafür dass sie sich wohler fühlen, mehr lächeln, bessere Laune und mehr Freude haben.

Die kalte Jahreszeit und viele Unannehmlichkeiten, die mit ihr verbunden sind, enden. Kalter Wind verschwindet. Dicke Kleidung wird durch leichte Kleidung ersetzt. Es wird allgemein wärmer und draußen in der Sonne zu sitzen, macht wieder viel Freude. Die Sonne scheint länger. Es ist länger hell und die Luft wird angenehm warm. Das belebt Körper und Geist.

Warum gibt es Frühlingsgefühle?

Im Frühling fühlen sich viele Menschen wohler. Dies liegt daran, dass die Sonne mehr scheint und wärmt. Dies hat viele positive Auswirkungen auf den Gemütszustand. Natürlich steigen auch die Temperaturen und die Luft wird angenehm warm. Man fühlt sich allgemein wohler (draußen).

Frühlingsgefühle: Im Rausch der Hormone

Das Sonnenlicht regt die Produktion vom Glückshormon Serotonin an und die Produktion vom Schlafhormon Melatonin wird reduziert. Melatonin fördert den Schlaf, macht schläfrig und wird in der dunklen Jahreszeit vermehrt gebildet. Dadurch dass die Sonne im Frühjahr mehr scheint, verringert sich die Melatonin-Produktion. Neben Serotonin werden natürlich auch Dopamin und Noradrenalin gebildet. Sie machen aktiv und wach. Sie sorgen für Gefühle der „Belebtheit“.

Sonnenlicht belebt Körper und Geist

Ein weiterer Effekt, der im Frühjahr auftritt und den Sommer überdauert ist, dass optische Reize mehr werden. Durch kürze Kleidung und figurbetonte Kleidung kann mehr vom Körper gezeigt werden. Dies wirkt aufreizend.

Das Frühjahr ist auch eine besondere Jahreszeit wegen dem Kontrasteffekt. Gerade durch den kalten und dunklen Winter wirken die ersten warmen Tage belebend und werden stärker positiv bewertet.

Mit dem Frühling tritt auch ein anderer psychologischer Effekt auf. Der Frühling als Neuanfang sorgt auch bei vielen Menschen dafür, dass sie sich vom Winter(-mief) freimachen und neu mit Energie in das anbrechende Jahr starten.

Bei Männern regt der Frühling die Produktion vom Sexualhormon Testosteron an. Dies in Verbindung mit körperbetonter Bekleidung der Damenwelt sorgt dafür, dass die Lust und Freude auf Flirts steigt.

Wer eine gewisse Frühjahrsmüdigkeit verspürt und seine Frühlingsgefühle verstärken will, sollte Ausdauersport in der freien Natur treiben.

Weitere Bedeutung von Frühlingsgefühlen

„Frühlingsgefühle“ ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2013.

Auch im englischsprachigen Raum gibt es einen Ausdruck für das deutsche Wort „Frühlingsgefühle“. Dort wird vom „spring fever“ gesprochen.

Was ist eine Bucket List (Löffelliste)? Bedeutung, Beispiele, Ideen, auf deutsch, Übersetzung


Als „Bucket List“ oder „Löffelliste“ wird eine Aufzählung und Sammlung von Dingen bezeichnet, die man tun möchte bevor man zu alt dafür ist. Die Idee solch eine Liste aufzustellen, stammt vom Film „Das Beste kommt zum Schluss“. Die Menge an Erlebnisse und Taten, die jemand vor seinem Tod erleben, sehen, erreichen und tun möchte, ist hoch individuel und variiert von Person zu Person. In diesem Beitrag erfährst, wie du eine Bucket List / Löffelliste aufstellst und warum die Liste so heißt. Der Beitrag dient dir als Inspiration.

Woher kommt das Wort: Bucketlist / Bucket List und Löffelliste? Wortherkunft

Der Ausdruck „Bucket List“ ist englisch und stammt vom Film „The Bucket List“. Der Ausdruck „Bucket List“ wurde durch den im Jahr 2007 veröffentlichten Film „The Bucket List“ von Justin Zackham geprägt. In Deutschland wurde der Film unter dem Namen „Das Beste kommt zum Schluss“ veröffentlicht. In der deutschen Übersetzung heißt die Bucket List „Löffelliste“.

Der Filmtitel „Bucket List“ leitet sich von der englischen Phrase „Kick the Bucket“ ab. „Kick the bucket“ ist gleichbedeutend mit der deutschen Phrase „den Löffel abgeben“ und bedeutet, dass jemand stirbt oder sterben muss. „Kick the bucket“ heißt auf deutsch „den Eimer treten“.

Es gibt drei Theorien, warum „Kick the bucket“ in der englischen Sprache gesagt wird und wie es entstand. (Theorie 1) „Kick the Bucket“ soll als Phrase entstanden sein, als beobachtet wurde, wie jemand sich selbst erhängte, in dem er den Eimer auf dem er stand, wegtrat.

(Theorie 2) Das Wort „Bucket“ soll sich vom Wort „Beam“ ableiten. „Beam“ heißt auf deutsch Balken und meint einen stabilen Balken mit dem Häuser gebaut werden. An diesen Balken wurden z.B. Schweine beim Schlachten aufgehängt.

(Theorie 3) Die Phrase „Kick the Bucket“ soll sich von der katholischen Praxis des Gebrauchs eines Weihwasserbehälter bei der Aufbahrung von Toten ableiten. Starb ein Mensch, so wurde ein Becher mit Weihwasser zu seinen Füßen gestellt. Trauernde konnten den Leichnam mit Weihwasser bespritzen.

In der deutschen Sprache wird von „Löffelliste“ gesprochen, da eben die Phrase „Den Löffel abgeben“ im deutschsprachigen Raum verbreitet ist. („Löffelliste“ wurde im Film als deutsche Übersetzung des englischen Ausdrucks „Bucket List“ verwendet.) („Den Löffel abgeben“ ist sogar die deutsche Übersetzung von „Kick the Bucket“. Eine weitere Übersetzung ist „Ins Gras beißen“.)

In der deutschen Sprache verbreitete sich der Ausdruck „Bucket List“ und die eingedeutsche Version „Löffelliste“ gleichermaßen. Neben „Löffelliste“ verbreiteten sich weitere Phrasen in der deutschen Sprache:

  • Dinge, die ich tun möchte bevor ich sterbe
  • Dinge, die ich noch tue bevor ich (zu) alt bin
  • Persönliche Wunschliste

Bucket List / Löffelliste: Inhalt, Ideen und Vorschläge

Wer eine Bucket List schreiben möchte, sollte sich einfach fragen, was er/sie für Wünsche hat und die Wünsche – egal wie absurd oder außergewöhnlich – auch notieren. Als kleine Anregung sollte man sich vorstellen, man sei auf einer einsamen Insel und alle Verpflichtungen des Alltags spielen keine Rolle. Wer die kreativen Geister in Wallung bringen will, kann sich auch folgende Fragen stellen:

  • Was würde ich mit einer Millionen Euro machen?
  • Was würde ich machen, wenn Geld keine Rolle spielt?
  • Was würde ich machen, wenn ich nie wieder arbeiten müsste?
  • Was würde ich tun, wenn alle Verpflichtungen wegfallen?
  • Was macht mich glücklich?
  • Was will ich erreichen?

Themen für eine Bucket List

Es gibt mehrere Themenbereiche für eine Bucket List und Löffelliste. So unter anderem:

  • Familie und Leben
  • Abenteuer, Reisen und Erlebnisse
  • Lernen
  • Etwas Erledigen, Erfolge und Abschlüsse

Bei allen Bereichen geht es darum, dass man mutig ist und sich für sein Ziel einsetzt, sowie dass man persönlich wächst.

Bucket List: Ideen und Beispiele für Paare, Familie und Leben (Ideen / Vorschläge Löffelliste)

Folgende Dinge können sich Paare und Familien vornehmen:

  • „Ich liebe dich“ sagen und es auch so meinen
  • als Freiwilliger helfen
  • Bei der Geburt eines Tieres dabei sein
  • Blut spenden / Stammzellen spenden
  • (D)ein Baby in deinen Armen halten
  • Ein Baumhaus bauen
  • Ein Haus bauen
  • ein lustige Video drehen, das viral geht
  • Eine Familie gründen
  • Eine Hängematten anbauen und darin schlafen
  • Einem Hungernden etwas zu essen kaufen
  • Einem Obdachlosen etwas spenden
  • Einen Film drehen
  • Einen Hund, eine Katze oder ein anderes Tier aus dem Tierheim adoptieren
  • Einen Kindheitstraum wahrmachen
  • einen neuen Freund finden
  • Filmklassiker schauen
  • Für den Partner Striptease tanzen
  • Für ein Hilfsprojekt spenden
  • Heiraten
  • Im Garten zelten und übernachten
  • Kinder bekommen / ein Kind adoptieren
  • Möbel selbst bauen
  • Sex im Freien
  • sich gesund ernähren und Sport machen
  • Sich verloben
  • Unter freiem Himmel schlafen

Bucket List: Abenteuer, Reisen und Erlebnisse (Ideen / Vorschläge Löffelliste)

Folgende Dinge kann sich jeder vornehmen:

  • Alle deutschen Bundesländer besuchen
  • Alle europäischen Länder besuchen / Alle afrikanischen, nordamerikanischen, mittelamerikanischen, südamerikanischen, asiatischen oder ozeanischen Länder besuchen / 20, 50 oder 100 Länder bereisen
  • An einer Safari teilnehmen
  • An einer Schaumparty teilnehmen
  • An einer Schlägerei teilnehmen
  • Auf der Autobahn über 230 km/h fahren (wenn erlaubt)
  • Auf die Pyramiden klettern
  • Auf einer Insel allein für 7 Tage leben
  • Bungee jumping
  • Den Eifelturm besuchen
  • Den nächsten Zug oder das nächste Flugzeug nehmen, egal wohin
  • Den Papst treffen
  • Die Weltwunder besuchen
  • Die Zeche prellen
  • Ein Auto designen
  • Ein Festival besuchen und durchfeiern
  • Ein Luxus-Auto fahren
  • Ein Produkt designen
  • Ein Tattoo stechen lassen
  • Eine Schlange berühren
  • Eine Spinne halten
  • Eine Weltreise machen
  • Einen Baum umarmen
  • Einen Berg besteigen
  • Einen besonderen Wunschort besuchen
  • Einen Hai berühren
  • einen Promi daten
  • Einen Roadtrip machen
  • einen Vulkan besteigen
  • Espresso in Italien trinken
  • Exotische Tiere füttern (Elephanten, Koala, Schlangen, Strauße,…)
  • Exotisches Essen probieren (Insekten, lebender Oktopus,…)
  • Fallschirm springen
  • Flugzeug fliegen
  • Für mehrere Monate durch ein Land oder eine Region reisen
  • Heißluftballon fahren
  • Im Ausland leben
  • Im Mittelmeer, Atlantik, Pazifik oder in der Karibik segeln
  • In einem Iglu übernachten
  • In einem (teuren) Luxus-Hotel übernachten
  • In Las Vegas pokern
  • Kite surfen
  • Konzert eines berühmten Musikers besuchen
  • Lamborghini fahren
  • Mehrere Monate in einer Stadt oder an einem Ort außerhalb des Heimatlandes wohnen und leben
  • Mit Delphinen schwimmen
  • Mit dem Fahrrad durch Europa, Afrika, Asien oder Südamerika fahren
  • Mit dem Fahrrad verreisen.
  • Mit dem Motorad durch Europa, Afrika, Asien oder Südamerika fahren
  • Mit einem Hundeschlitten fahren
  • Mit einer Achterbahn fahren
  • Mit einer Berühmtheit einen Kaffee oder ein Bier trinken
  • Mit Haien schwimmen
  • Mit Schildkröten schwimmen
  • Mit Ureinwohnern zusammenleben
  • Nacktschwimmen
  • Nordkorea besuchen
  • Paintball spielen
  • Paragliden
  • Polarlichter beobachten
  • Rennwagen fahren
  • Segelboot fahren
  • Sich selbstständig machen (Ein Start-Up gründen, ein Hostel aufmachen oder ein Bed & Breakfast eröffnen)
  • Silvester in New York verbringen
  • Sumo ringen
  • Sushi in Japan essen
  • Tauchen gehen
  • Über glühende Kohlen laufen
  • Zipline fahren

Bucket List: Bildung und Lernen (Ideen / Vorschläge Löffelliste)

  • Ein Buch schreiben
  • Eine Fremdsprache lernen
  • einen Doktor machen
  • Einen guten Vortrag halten
  • einen Schulabschluss nachholen
  • einen Universitätsabschluss machen / nachholen
  • Erste Hilfe lernen (oder erneut lernen)
  • Experte werden
  • Gitarre spielen lernen
  • in mindestens einer Disziplin Meister werden
  • Jonglieren lernen
  • Kartentricks lernen
  • Klavier spielen lernen (oder ein anderes Instrument)
  • Meditieren lernen
  • Mehr über die eigene Geschichte erfahren
  • Mehr über die Umwelt lernen
  • Programmieren lernen
  • Verantwortung übernehmen
  • vor großem Publikum sprechen
  • Zaubertricks lernen

Bucket List: Etwas Erledigen, Erfolge und Abschlüsse (Ideen / Vorschläge Löffelliste)

  • Auf dem Jakobsweg (allein) wandern
  • berühmt werden / Für etwas bekannt werden
  • Deine Berufung finden
  • Den Job kündigen (und sich selbstständig machen)
  • Die eigene Passion finden
  • Eine bestimmte Zeit ohne Handy und Computer leben (Siehe: Digital Detox)
  • Einen Job finden, der Spaß macht
  • Einen Marathon laufen
  • einen Waschbrettbauch bekommen
  • Fasten
  • Herausfinden, warum man auf dieser Welt ist
  • Sich ein Tattoo stechen lassen
  • Sich einer Angst (z.B. Angst vor Spinnen,…) stellen
  • Sich mit einer oder einem Verlossenen versöhnen (sich entschuldigen)
  • Surfen lernen
  • Über die eigene Bucket List und Fortschritte im eigenen Internet-Blog berichten

Bucket List / Löffelliste: Kategorien

Wer eine Bucket List / Löffelliste erstellt, listet auf der Liste Dinge, die man tun möchte, bevor man zu alt dafür ist. Diese Dinge passen in verschiedene Kategorien.

Abenteuer, Reisen und Erlebnisse:

  • An einen bestimmten Ort reisen (Welchen Ort will ich sehen?)
  • Ein bestimmtes Land besuchen
  • Etwas tun, wovor man Angst hat
  • Etwas tun, was man gerne und unbedingt tun möchte
  • Ein Wunsch mit Tieren
  • Extremsport machen

Lernen:

  • Eine Fähigkeit erwerben
  • Eine Sportart lernen
  • Eine Sprache lernen

Etwas Erledigen, Erfolge und Abschlüsse:

  • Einen Abschluss erwerben (z.B. Hochschulabschluss)
  • Eine Erlaubnis / einen Schein erwerben (z.B. Flughschein)
  • Einen bestimmten Film sehen
  • Jemanden Berühmtes treffen
  • Einen entfernten Verwandten besuchen
  • Luxus (kurzfristig) leben
  • Mutig sein
  • Ein persönliches Ziel erreichen

Warum eine Bucket List / Löffelliste schreiben?

Eine Bucket List bzw. Löffelliste aufzustellen, ist eine gute Idee. Denn die Liste gibt Orientierung und hilft zu erörtern, was einem persönlich wichtig ist.

Insbesondere geht es bei einer Bucket List / Löffelliste, um langfristige Träume und Ziele. Dies sind jene Dinge, die im Lauf des Lebens – wenn der Alltag einzieht, die Karriere Fahrt aufnimmt und Kinder kommen – leicht vergessen werden können. Wer diese nicht aufschiebt, läuft Gefahr, dass er/sie sie vergisst oder irgendwann zu alt oder krank ist, um Träume zu verwicklichen.

Eine Bucket List hat noch eine Besonderheit: Sie dient nur dem Ersteller oder der Erstellerin selbst. Es geht hier nicht darum, dass sie den Eltern, Freunden oder Arbeitskollegen gefallen muss, oder dass sie irgendwie monetär verwertbar sein muss, nein, es geht nur darum, dass die Person, die die Liste erstellt, Freude daran hat.

Eine Bucket Liste / Löffelliste verfolgt das Ziel, dass ihr Ersteller seine Träume erfüllt, um im Alter nichts zu bereuen. Auch geht es darum, Erinnerungen für das Alter an seine Abenteuer und Erfolge zu haben.

Was bedeutet „Apex“? auf deutsch, Bedeutung, Übersetzung, Definition


Der Ausdruck „Apex“ hat verschiedene Bedeutungen. In diesem Beitrag erfährst du sie.

„Apex“ ist lateinisch und bedeutet auf deutsch: Spitze oder Gipfel. Als „apex“ wird allgemein gegenständlich und wortwörtlich der höchste Punkt von etwas bezeichnet.

In der Astronomie bezeichnet Apex den Zielpunkt in der Flugbahn eines Himmelskörpers.

In der Sprachwissenschaft ist der Apex ein Schritzeichen mit dem in der lateinischen Sprache lange Vokale markiert wurden. (Der Apex diente als Markierung, welche Vokale lang ausgesprochen werden.)

Die Spitze eines Schneckenhauses wird auch Apex genannt. Apex wird die Flügelspitze eines Schmetterlingsflügel genannt.

Was bedeutet Apex in der Medizin?

In der Medizin bezeichnet Apex das spitze oder verengte Ende eines Organs. (In Bezug auf einen Referenzpunkt.) So z.B.:

  • Apex cordis – die Herzspitze (linker Herzventrikel)
  • Apex radicis dentis – die Spitze der Zahnwurzel, welche in Richtung Kieferknochen zeigt
  • Apex linguae – die Zungenspitze
  • Apex nasi – die Nasenspitze
  • Apex partis petrosae – Spitze des Felsenbeins
  • Apex pulmonis – herausragender Abschnitt der Lunge.
  • Apex ossis sacri – Teil des Kreuzbeins
  • Apex vesicae – Teil der Harnblase
  • Clavus Apex – Zehenkuppen
  • die Spitze der Hörschnecke heißt Apex
  • die Spitze der Zehen heißt Apex.

Apex Legends: Was ist das? Bedeutung, auf deutsch

Apex Legends ist ein Free-to-play-Online-Multiplayerspiel, dass von Electronic Arts (EA) veröffentlicht und durch Respawn Entertainment entwickelt wurde.

Apex Legends ist ein Battle-Royale-Spiel. Das bedeutet, eine Runde gewinnt ein Spieler, wenn er letztes übrig ist oder ein Team, das als letztes übrig ist. Um dies zu erreichen, müssen alle Gegner ausgeschaltet werden.

Apex Legends wurde und wird wiederholt mit Fortnite verglichen.

Was bedeutet die Abkürzung APEX ausgeschrieben?

Die Abkürzung APEX steht unter anderm für:

Atacama Pathfinder Experiment

Das Atacama Pathfinder Experiment ist ein Teleskop mit der Gas- und Staubwolken in der Milchstraße und anderen Galaxien untersucht werden.

Advanced Purchase Excursion

Die Advanced Purchase Excursion Fare ist ein System mit dem Flug- oder Zugtickets vergünstigt gekauft werden können. Hier wird auch vom Spartarif gesprochen. Dies ist möglich, da Tickets viele Tage oder Wochen vor der eigentlichen Reise gekauft werden. Teils beinhaltet das Advanced Purchase Excursion Fare, dass Tickets nicht storniert werden können oder das eine Bindung an die Reisezeit besteht.

Weitere Bedeutung der Abkürzung Apex:

  • Oracle Application Express – eine Entwicklungsplattform von Oracle.
  • Additive System of Photographic Exposure – ein mathematisches Verfahren, welches in der Fotografie angewendet wird.
  • Acetonperoxid – eine chemische Verbindung, die als Sprengstoff verwendet wird.
  • Applied Physics Express – einem japanischen Wissenschaftsmagazin für Physik und mit dem Konzept, dass Briefe, die nicht länger als drei Seiten sind, veröffentlicht werden.
  • Association of Professional, Executive, Clerical and Computer Staff – einer britischen Gewerkschaft.

Weitere Bedeutung von APEX

Apex Kultur e.V. ist ein Verein aus Göttingen, der sich für Kunst, Musik und Kultur in Göttingen einsetzt.

Apex ist eine Kryptowährung, die mit CPX abgekürzt wird. Apex ist ein sogenannte Altcoin.

A.P.E.X. ist ein US-amerikanischer Film, der im Jahr 1994 veröffentlicht wurde.

Apex war der Bühnenname des Musikers Robert Dickeson (1981 – 2017).

„Apex“ heißt das vierte Album der Band „Unleash the Archer“. Es wurde 2017 veröffentlicht.

Als Apex wurde im alten Rom eine Kopfbedeckung für Priester bezeichnet. Der Apex wurde auf einer Ledekappe getragen.

Apex ist eine Programmiersprache für Salesforce-Entwicklung. Apex wird in der Backendentwicklung verwendet.

Apex ist ein Superheld im Marvel-Universum.

Apex ist ein Auto-Rennspiel, dass 2003 veröffentlicht wurde.

Verschiedene Unternehmen und Unternehmungen tragen das Wort „Apex“ im Namen.

Verschiedene Orte in den USA und Kanada heißen Apex.

Was ist die Komfortzone? Bedeutung, Psychologie, Definition


Als „Komfortzone“ wird der Handlungs- und Lebensbereich einer Person bezeichnet, in dem diese sich sicher und wohl fühlt. In der Komfortzone sind vertraute Orte, vertraute Personen und es finden vertraute Handlungen statt. In der Komfortzone fällt es leicht etwas zu tun oder an einem bestimmten Ort zu sein. Die Komfortzone ist bequem, sicher und frei von Anstrengung. Hier kann jemand die Situation gut kontrollieren, was ein Gefühl von Sicherheit gibt.

Die Größe der Komfortzone ist bei jedem Menschen individuell und unterschiedlich.

Wo endet die Komfortzone?

Die Komfortzone endet dort, wo eine Handlung Mut, Anstrengend und/oder Überwindung erfordert. Dies geht einher mit Gefühlen der Angst, Unsicherheit und dem Eindruck, dass es unangenehm ist und sich nicht sonderlich gut anfühlt. Wer seine Komfortzone verlässt, erlebt meist Stress und Gefühle, dass die Situation nicht mehr unter der eigenen Kontrolle steht.

Es gilt die Weisheit: Der einzige Weg die Angst zu überwinden, geht durch die Angst hindurch.

Komfortzone: Bedeutung und Definition

Die eigene Komfortzone kennzeichnet sich durch die Gewohnheiten eines Menschen und durch das Umfeld, in dem er sich regelmäßig bewegt. Personen, die regelmäßig getroffen werden und Tätigkeiten, die wiederholt stattfinden, sind Teil der Komfortzone.

In der Umgangssprache und Populärkultur wird als „Komfortzone“ ängstliches und unsicheres Verhalten beschrieben. Außerdem gilt jemand als in seiner Komfortzone (gefangen), wenn er sich seinen Ängsten nicht stellt, sich neuem verschließt und lieber sich dort aufhält, wo er sich sicher fühlt. Die Komfortzone wird hier als begrenzende Zone beschrieben. Sie begrenzt persönliche Weiterentwicklung und sorgt für Langeweile & Stillstand.

Trotzdem: Wir brauchen die Komfortzone

Die Komfortzone ist wichtig, denn hier findet Regeneration und Wiederherstellung von Energie statt. Ständige Grenzüberschreitungen außerhalb der Komfortzone sind anstrengend und können auslaugen.

Die Komfortzone zu verlassen, bedeutet Stress und kann zu Panik führen. Wird der Stress außerhalb der Komfortzone zu groß, so findet auch kein Lernen mehr statt. Deswegen ist nicht jede Überwindung automatisch gut.

Beispiele für Komfortzone

Für viele ist das eigene Wohnzimmer eine Komfortzone. Es kostet keine Überwindung auf der Couch zu sitzen. Für viele ist Fallschirmspringen außerhalb der Komfortzone. Es braucht Mut, die Angst zu überwinden und aus einem Flugzeug in 10.000 Meter Höhe zu springen.

Für andere ist das Ansprechen von fremden Menschen außerhalb der Komfortzone. Auch hier braucht es Mut, sich seiner Angst zu stellen und fremde Menschen einfach so anzusprechen. Eine introvertierte oder schüchterne Person wird es hier größere Anstrengung und Mut kosten, als eine extrovertierte Person.

Für manche ist eine kalte Dusche auch schon ein Gang aus der Komfortzone. Für andere ist „Nein sagen“ oder zu erklären, was sie stört, ein Verlassen der Komfortzone.

Auch neue Dinge lernen oder an fremde Orte gehen, können außerhalb der Komfortzone sein. So z.B. wer ein unbekanntes Gericht kocht, eine Fortbildung besucht oder etwas spontanes macht, verlässt damit schon die eigene Komfortzone.

Den (ungeliebten) Job zu kündigen, ist für viele außerhalb ihrer Komfortzone.

Komfortzone und die Angst

Das Gefühl der Angst ist wie eine Alarmfunktion und kann lähmen. Doch wer die Angst als normale Funktion annimmt, kann mit ihr leben und sie überwinden.

Die Angst macht sich bemerkbar durch Wünsche wie, dass man dass das lassen sollte, dass es gefährlich ist, zu viel kostet oder heute das Wetter zu unbeständig dafür ist. Die Angst zeigt sich an Ausreden. Wer sie überwinden will, findet Gründe: Das wird lustig, lass dich überraschen,…

Verlass die Komfortzone: Was soll schon passieren? (Komfortzonenerweiterung)

Wer etwas tut, wovor er Angst hat, verlässt in dem Moment die Komfortzone, wenn die Handlung beginnt. Die Angst wie diese Handlung ausgehen wird, nimmt dabei unterschiedliche Formen an:

  • Angst, dass es peinlich wird
  • Angst vor Ablehnung
  • Angst vor Stigmatisierung (Angst, dass sich das peinliche Erlebnis herumspricht.)
  • Angst, nicht zu wissen, was man sagen soll
  • Angst zu versagen / Angst zu scheitern
  • Angst, dass etwas keinen Spaß macht und nur(!) unangenehm ist
  • Angst vor Fehlern
  • Angst, dass es zu viel zu tun gibt.

Jedoch zeigt sich, dass diese Angst und der Glaube wie die Zukunft werden kann, so meistens nie eintritt. Eher tritt das Gegenteil ein. Aus Taten, außerhalb der Komfortzone, erwächst etwas Angenehmes und man wächst dabei. (Es zeigt sich auch, dass die unangenehmen Gedanken nur Gedanken waren; also Vorstellungen wie die Welt sein kann.)

Wer die Komfortzone verlässt, erlebt viele Vorteile:

  • Der Horizont wird erweitert.
  • Man lernt sich selbst kennen. Das Selbstvertrauen wird größer.
  • Man wächst persönlich und wird mutiger.
  • Man lernt etwas Neues.
  • Man lernt neue Leute kennen.
  • Man lernt, dass die eigenen Ängste übertrieben (wenn nicht sogar falsch) waren.

Drei-Zonen-Modell: Komfortzone – Stresszone – Panikzone

Wer die Komfortzone – also die bequeme und gemütliche – Zone verlässt, kommt zunächst in die Stresszone. Die Stresszone bedeutet, dass Unsicherheit da ist und jemand den Stress der neuen Erfahrung noch bewältigen kann. Rutscht jemand in die Panikzone ab, so setzen Angst, Routinen und Fluchtversuche ein. Diese Person hat leider die Kontrolle über die Situation verloren.

Um optimale Erfahrungen zu erleben, sollte jemand sich nur in die Stresszone begeben und nicht übereilt in die Panikzone. Denn nur in der Stresszone findet Wachstum statt.

Was ist der Streisand-Effekt? Bedeutung, Definition, Psychologie


„Streisand-Effekt“ ist die Bezeichnung für den Umstand, dass eine Information erst interessant wird, nach dem versucht wurde sie zu unterdrücken.

Der Ausdruck Streisand-Effekt steht auch dafür, dass der gescheiterte Versuch eine Information zu unterdrücken oder zu zensieren den gegenteiligen Effekt hat. Eine Information wird erst interessant und erregt das Interesse vieler, nach dem der Versuch die Information zu unterdrücken öffentlich wird.

Streisand-Effekt kurz und bündig: Etwas wird interessant, wenn jemand Versuche unter nimmt es geheim zuhalten.

Übrigens: Wann jemand jemals erfolgreich eine Information unterdrückt hat, ist nicht öffentlich und erhält aufgrund seiner Natur keine Aufmerksamkeit. Der Streisand-Effekt tritt also nur auf, wenn Versuche eine Information zu unterdrücken öffentlich werden und/oder scheitern.

Der Streisand-Effekt kann zu einem Sh*tstorm führen.

Streisand-Effekt: Wie er entstand

Der Streisand-Effekt ist nach der US-amerikanischen Sängerin Barbra Streisand benannt.

Der Photograf Kenneth Adelman veröffentliche 2003 eine Luftaufnahme des Hauses von Barbra Streisand auf der Webseite Pictopia.com. Die Bilddatei hieß „Image 3850“ und nirgends stand, dass dies ihr Haus ist. Das Foto befand sich unter 12.000 weiteren Fotos der kalifornischen Küste. (Das Haus von Barbra Streisand steht an der kalifornischen Küste.)

Barbra Streisand verklagte daraufhin den Fotografen auf 50 Millionen US-Dollar und forderte, dass das Foto entfernt wird. Dies löste öffentliches Interesse aus und hatte zwei Effekte: a) damit wurde bekannt, dass das Haus Barbra Streisand gehörte, und b) ein Schneeball-Effekt wurde ausgelöst, der zur Verbreitung des Fotos führte.

Kenneth Adelman erklärte später, dass er den Strand und die Küstenlinie für das California Coastal Records Project fotografiert hat, um die Erosion der Küste zu dokumentieren.

Vor der Klage Barbra Streisands wurde das Foto sechsmal heruntergeladen. Davon waren zwei Downloads von Streisands Anwälten. Nach dem bekanntwerden der Klage erhielt das Foto massive Aufmerksamkeit und wurde mehrere hunderttausend Mal in den folgenden Monaten aufgerufen.

Die Klage wurde übrigens abgelehnt. Streisand wurde verpflichtet, die Anwalts- und Rechtskosten von Kenneth Adelman in Höhe von 155.567 US-Dollar zu zahlen.

Den Ausdruck „Streisand-Effekt“ prägte Mike Masnick im Jahr 2005. Auf seinem Blog „Techdirt“ veröffentlichte er einen Beitrag über das Foto und den Rechtsstreit.

Streisand-Effekt: Motivation Informationen zu entfernen

Der Gründe Informationen aus dem Internet oder Medien zu entfernen, können sehr unterschiedlich sein:

  • Kritik soll entfernt werden.
  • Missliebige Informationen sollen entfernt werden oder missliebige Personen sollen nicht weiter ihre Meinung verbreiten
  • Negative Informationen sollen entfernt werden.
  • Peinliche oder private Informationen einer Person sollen nicht veröffentlicht werden.
  • Persönlichkeitsrechte wurden verletzt. (Jemand hat der Veröffentlichung nicht zugestimmt.)
  • Recht auf Vergessenwerden soll durchgesetzt werden.

Der Streisand-Effekt tritt erst auf, wenn der Versuch Informationen zu unterdrücken öffentlich gemacht wird. Hierfür veröffentlichen Betroffene im Internet Anwaltsschreiben oder andere Informationen, die darlegen, was passiert ist und was gefordert wird.

Streisand-Effekt Psychologie: Warum wirkt er?

Der Versuch durch Druck eine Information zu entfernen, zu zensieren oder zu vertuschen, erzeugt Gegendruck. Dieser Gegendruck hat genau das gegenteilige Ziel: Die Information verbreiten und öffentlich machen. Außerdem entsteht der Eindruck, dass eine Information relevant ist, wenn sie unterdrückt werden soll.

Da der Eindruck von Zensur entsteht, reagieren einige im Internet mit der massenhaften Vervielfältigung der Information. Die Verbreitung der Information gilt damit als Bekämpfung der Zensur.

Der Streisand-Effekt wirkt durch umgekehrte Psychologie. Hierbei tut jemand genau das Gegenteil von dem, was gefordert wird. Durch die Techniken und Mechanismen des Internets führt dies zur Verbreitung von Informationen.

John Gilmores beschrieb den Streisand-Effekt als eine Reaktion auf Zensur. Diese Zensur richtet Schaden an, daher wählt das Internet eine Ausweichroute.

Reaktionen auf einen Streisand-Effekt

Wer unter einem Streisand-Effekt leidet, sollte diesen aussitzen und abwarten. Gegenmaßnahmen wie Abmahnungen würden den Effekt nur verstärken.

Ziel des Aussitzens ist es, dass die Information „langweilig“ wird. Damit ist gemeint, dass es nichts besonderes ist, die Information zu teilen.

Weitere Bedeutung des Streisand-Effekt

„Barbra Streisand“ ist ein erfolgreiches Lied von Duck Sauce.

Macht Schokolade glücklich, müde, süchtig, schlau, Pickel…


In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Thema Schokolade und zu Auswirkungen von Schokolade. Folgende Fragen werden in diesem Beitrag beantwortet:

  • Macht Schokolade (wirklich) glücklich?
  • Macht Schokolade müde?
  • Macht Schokolade süchtig?
  • Macht Schokolade schlau?
  • Macht Schokolade schön?
  • Macht Schokolade krank, Pickel, Kopfschmerzen oder Blähungen?

Eins vorweg: Wer besonders viele positive Effekte von der Schokolade haben möchte, sollte dunkle Schokolade essen. Damit ist Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil gemeint.

Macht Schokolade (wirklich) glücklich?

In Schokolade befindet sich die Aminosäure Tryptophan. Tryptophan wird benötigt, um das Glückshormon Serotonin zu produzieren. Wer Tryptophan über die Schokolade aufnimmt, sorgt somit für einen Glückseffekt.

Je größer der Kakaoanteil an der Schokolade ist, umso mehr Tryptophan ist in der Schokolade enthalten. Damit ist dunkle Schokolade bzw. Bitterschokolade besser geeignet als helle Schokolade oder Milchschokolade, um Glückseffekte hervorzurufen.

Auch andere Stoffe in der Schokolade haben eine Stimmungsverbesserende Wirkung. In Schokolade befindet sich unter anderem Theobromin, dass aufputschend wirkt. Auch Stoffe wie Anandamid und Phenylethylamin sind in Schokolade enthalten. Sie haben ebenfalls eine positiven Effekt auf die Stimmung.

Schokolade: Zucker und Fette machen glücklich

Schokolade enthält natürlich auch viel Zucker und viele Fette. Damit ist Schokolade sehr Energie-reich, was vom Gehirn wiederum belohnt wird. (Zucker liefert Energie.) Dies ist Evolutionsbedingt, denn Energie-reiche Nahrung sicherte das Überleben besser als Energie-arme Nahrung.

Auch ist Schokolade ein Lebensmittel, dass viele Sinne anregt. Durch verschiedenste Geschmacksrichtungen und verschiedenste Konsistenzen ist Schokolade immer wieder ein Erlebnis. Sie schmilzt im Mund, schmeckt aber auch, wenn sie Kühlschrank-kalt ist.

Ein weiterer Effekt, warum Schokolade glücklich macht, ist der, dass Schokolade positive Erinnerungen wach werden lässt. Da viele in ihren Kindertagen auch schon Schokolade gegessen haben, lässt die Schokolade die Erinnerungen an jene (unschuldigen und goldenen) Kindertage wieder wach werden.

Schüttet das Gehirn Glückshormone beim Essen von Schokolade aus, so kann dies sogar soweit führen, dass die Schokolade weitergegessen wird, obwohl sich längst eine Sättigungs- und Völlegefühl eingestellt hat.

Auch führt Schokolade dazu, dass man sich selbst konditioniert. Jemand lernt, dass er sich gut fühlt, wenn er Schokolade isst, also will die Person wieder Schokolade essen. Über die Zeit baut sich eine Toleranz auf, so dass die Menge an Schokolade erhöht werden muss.

Macht Schokolade müde?

Wer viel Schokolade isst, kann in der Tat müde werden. Denn die in der Schokolade enthaltenen Fette muss der Körper erst einmal verarbeiten. Dafür benötigt er Ruhe und signalisiert dies durch Müdigkeit.

Auch der in der Schokolade enthaltene Zucker kann schnell seine gegenteilige Wirkung entfalten. Zunächst macht der Zucker wach und gibt Energie. Jedoch folgt schnell das Energietief und man fühlt sich tatsächlich müde.

Macht Schokolade süchtig?

Schokolade kann süchtig machen. Doch dafür musst du sehr viel Schokolade essen. In Schokolade sind Süchtig-machenden Substanzen enthalten – jedoch in solch kleinen Mengen, dass diese keine Sucht verursachen.

Man kann sich selbst konditionieren täglich Schokolade zu essen. Da Schokolade glücklich macht, sorgt dies für ein Gefühl nach mehr. Man will mehr Schokolade essen, um wieder dieses Glücksgefühl zu haben. Hier entsteht ein Kreislauf: „Ich fühle mich schlecht ohne Schokolade. Esse ich Schokolade fühle ich mich gut.“

Schokolade verursacht – wie andere Lebensmittel – Glücksgefühle.

Macht Schokolade schlau?

Laut Statistik sollen Menschen, die regelmäßig Schokolade essen, etwas schlauer sein. Dies sind jedoch Korrelationen und damit ist der Umkehrschluss nicht erlaubt. Wer also schlauer werden will, dem hilft Schokolade in Massen nicht zwingend.

Die in Schokolade enthaltenen Flavonoide, Methylxanthine und anderen Stoffe können eine Intelligenz-fördernde Eigenschaft haben. Jedoch ist der Lebensstil einer Person entscheidender als der Schokoladenkonsum. Auch haben Forscher bisher die genaue Wirkungsweise der Stoffe nicht nachgewiesen.

Macht Schokolade schön?

In Schokolade sind Stoffe enthalten, die die Haut reparieren und schützen. Deswegen ist Schokolade oder die Kakaobohne in einigen Beautyprodukten enthalten.

Die enthaltenen Vitamine, Polyphenole und Antioxidantien können positive Auswirkungen auf den Körper und die Haut haben.

So soll Schokolade unter anderem gegen Cellulite helfen, die Bildung von Falten verringern und auch vor UV-Strahlung schützen.

Macht Schokolade krank, Pickel, Kopfschmerzen oder Blähungen?

Schokolade kann für Pickel sorgen. Jedoch ist nicht die Schokolade, sondern die allgemeine Ernährung und die Fitness verantwortlich. Wer viele Kohlenhydrate und Zucker isst, sowie wenig bis gar keinen Sport macht, muss mit Pickeln und einem schlechten Hautbild rechnen.

Schokolade kann zu Kopfschmerzen oder Blähungen führen, wenn sehr viel von ihr gegessen wurde. Diese Symptome sind unter anderem dem in der Schokolade enthaltenen vielen Zucker und Fett zuschreiben, welche der Körper erst einmal verdauen muss. Da hilft nur Ruhe, Verzicht auf weitere Schokolade und Wasser trinken.

Auch der in Schokolade enthaltene Zucker kann zu Blähungen oder Verstopfung führen. Das Risiko unter Blähungen oder Verstopfung zu leiden, steigt, wenn Schokolade in großen Mengen gegessen wird. Mit „großen Mengen“ ist hier gemeint, wenn jemand täglich Schokolade isst – und nicht nur zwei Stückchen.

Opferrolle: Was bedeutet „rumopfern“? Bedeutung, Definition


„Rumopfern“ bedeutet, dass jemand sich selbst als Opfer inszeniert und ausgibt, um Aufmerksamkeit, Empathie, Sympathie und Wiedergutmachung zubekommen. Die Schuld für das empfundene Leid wird dabei anderen gegeben. „Rumopfern“ wird teils als Identitätsstiftende Maßnahme verwendet.

Eine anderer Ausdruck für „rumopfern“ ist „Die Opferrolle beziehen“ oder „In die Opferrolle gehen“. „Rumopfern“ ist eine Verbisierung aus dem Phänomen der Opferrolle. Es sorgt dafür, dass der Gang in die Opferrolle durch das Verb aktiver klingt und weniger nach passivem Erleiden.

Gründe für „Rumopfern“ können empfundene Benachteiligungen sein wie:

  • Ungleichbehandlung
  • Ungerechtigkeit
  • Unterdrückung
  • Unhöflichkeit
  • Benachteiligung
  • Diskriminierung
  • Bevormundung
  • Übergangen werden

Die Person, die „rumopfert“ kann behaupten, dass die empfundenen Benachteiligungen strukturell oder Teil einer Kultur sein können.

Beispiele mit „rumopfern“:

  • „Jetzt opfern die wieder rum. Die sollen einfach Fehler eingestehen.“
  • „Nicht rumopfern!“
  • „Du versinkt wieder im Selbstmitleid und opferst nur rum.“
  • „Geh jetzt nicht in die Opferrolle. Schätze was du hast!“

Rumopfern tritt oft mit „Mimimi“ auf.

Die Ausdrücke „rumopfern“ bzw. „herumopfern“ sind Verbisierungen dafür, dass jemand in die Opferrolle geht bzw. die Opferrolle bezieht. „Rumopfern“ entsteht durch die Verbkonstruktion mit „rum“ bzw. „herum“.

Die Opferrolle wird in allen Bereichen des Lebens bezogen. So unter anderem in der Politik, den Medien, der Wirtschaft, der Gesellschaft und Familien.

Psychologie hinter Rumopfern und der Opferrolle

Personen, die „rumopfern“ wollen mit diesem Verhalten Aufmerksamkeit, Empathie, Sympathie oder Wiedergutmachung. Dahinter versteckt sich der Glaube, dass viele mit Schwächeren oder Unterlegenen Sympathie haben und diese unterstützen.

Die Opferrolle zu beziehen, sorgt dafür, dass jemand sein eigenes Verhalten nicht überdenken muss. Es ist einfach und bequem in die Opferrolle zu gehen und anderen die Schuld an empfundenen Leid zugeben. Damit wird die Verantwortung für das eigene Verhalten vermeintlich reduziert.

Wer in die Opferrolle geht, dem kann geringes Selbstbewusstsein zugesprochen werden.

Wer in der Opferrolle ist, projiziert seine eigenen negativen Emotionen auf andere. Das nimmt Verantwortung und sorgt nicht für eine Lösung der Situation.

Kritiker werfen Personen, die „rumopfern“ vor, dass diese unfähig sind Unangenehmes auszuhalten oder Fehler einzugestehen. Gerade bei letzterem wird „rumopfern“ als Strategie gebraucht, um Anschuldigungen abzuwehren oder Antworten zu vermeiden.

Opfer und Täter – Beide brauchen einander

„Rumopfern“ und die Opferrolle funktionieren nur, weil es die Dichotomie aus Opfer und Täter gibt.

Der Gang in die Opferrolle funktioniert nur solange, wie andere in eine vermeintliche Täter-Rolle gelangen, in der sie sich als Verursacher für die negativen Empfindungen des Opfers rechtfertigen müssen. Schlüpfen andere nicht die rechtfertigende Position so funktioniert die Opferrolle nicht.

Menschen erlernen die Opferrolle, wenn sie den Eindruck haben, dass es leichter ist sich zu beschweren, anstatt sich gegen etwas oder jemanden aufzulehnen. Menschen in der Opferrolle nehmen Vorgesetzte, Eltern oder Politiker als übermächtig wahr und benutzen sie als Projektionsfläche für ihre eigene Ohnmächtigkeit oder negativen Emotionen.

Was bedeutet „Medizyniker“? Bedeutung, Definition


„Medizyniker“ ist ein Kofferwort aus „Mediziner“ und „Zyniker“.

Der Ausdruck „Medizyniker“ unterstellt Ärzten zynisch bzw. Zyniker zu sein. Damit ist gemeint, dass Ärzte teils gefühllos, spöttisch, boshaft und verletzend in ihrem Verhalten und ihren Empfehlungen sein sollen. Außerdem ist mit dem „Medizyniker“ gemeint, dass Ärzte mehr an der Gewinnmaximierung als an der Heilung von Patienten interessiert sein sollen.

Diesen zynischen Ärtzen wird nachgesagt, dass sie ihren Idealismus verloren und sich den Regeln des Systems ergeben haben. Gerade damit ist gemeint, dass zu viel Bürokratie, Rationalisierung und Privatisierung des Gesundheitssystem dazu führen, dass Ärzte ihren Beruf, der eigentlich der Heilung von Menschen gewidmet ist, nicht in voller Gänze ausführen, sondern sich Maximen wie Effizienzsteigerung und Gewinnmaximierung unterwerfen (müssen).

Mit „Medizyniker“ ist auch gemeint, dass selbstständige Ärzte versuchen ihre Umsätze durch unnötige Untersuchungen, teure Apparate oder überflüssige Operationen zu steigern. Hierbei wird den Ärzten unterstellt, dass sie die Behandlung auf ihre Abrechenbarkeit bei Patienten oder der Krankenkasse optimieren.

Auch wird mit „Medizyniker“ Ärzten unterstellt, dass sie nicht mehr an der Heilung der Patienten interessiert sind, sondern daran ihren Gewinn zu steigern. Belege dafür sollen Verbindungen und die enge Zusammenarbeit mit der Pharma-Industrie, sowie das gezielte Verschreiben deren Produkte sein.

Der Ausdruck „Medizyniker“ wird teils auch verwendet, wenn Ärzten Reduktionismus vorgeworfen wird. Damit ist gemeint, dass sie anstatt Menschen zu behandeln, nur noch deren Organe sehen und behandeln. Das heißt andere Faktoren werden außer Acht gelassen, sondern es nur das Organ behandelt oder die Krankheit durch Operation oder anderes „entfernt“.

Die lateinische Wortform des Medizynikers ist „Medizynicus“.

Weitere Bedeutung von Medizyniker

„SaniTäter, MediZyniker und andere Krankmacher“ ist eine Cartoon-Reihe von Wilfried Läpke. In seinen Cartoons befasst er sich mit Ärtzen, Patienten und der Medizin im Allgemeinen sowie Speziellen.

Selfitis / Selfie-Sucht – Wenn Selbstporträts zur Krankheit werden (Bedeutung)


Selfitis ist die Bezeichnung für das krankhafte, massenhafte und ständige Aufnehmen von Selfies. Als deutscher Ausdruck wird auch „Selfie-Sucht“ verwendet.

Beide Ausdrücke – „Selfitis“ und Selfie-Sucht – legen nahe, dass das ständige Aufnehmen von Selfies schon krankhafte Züge aufweist und Ausdruck einer psychischen Erkrankung sein kann. Der deutsche Ausdruck „Selfie-Sucht“ ist da genauer. Er beschreibt das ständige Aufnehmen von Selfies als eine Abhängigkeit von Selfies und ein übermäßiges Verlangen danach Selfies aufzunehmen. Auch legt der Ausdruck „Sucht“ nahe, dass die Selbstkontrolle einer Person reduziert ist und sie das Verhalten fast zwanghaft an den Tag legt.

Übrigens: Die Selfitis kann gefährlich werden. Denn einige sind beim Versuch spektakuläre Selfies aufzunehmen schon zu Tode gekommen. Mehr dazu erfährst du im Beitrag: Was bedeutet Selfiecide, Selfmord, Killfie?

Stufen der Selfitis / Selfie-Sucht

Laut dem Satire-Magazin „The Adobo Chronicles“ gibt es drei Stufen der Selfitis:

  • Borderline Selfitis: Jemand schießt täglich mindestens drei Selfies von sich, ohne diese zu veröffentlichen.
  • Akute Selfitis: Jemand schießt täglich mindestens drei Selfies von sich und veröffentlicht sie in den Sozialen Medien.
  • Chronische Selfitis: Jemand schießt sehr viele Selfies von sich selbst und veröffentlicht mehr als sechs Selfie-Beiträge am Tag in den Sozialen Medien.

(Übersetzung von „American Psychiatric Association makes it official: ‚Selfie‘ ist eine mentale Krankheit“ – Link zum Beitrag: hier )

Anmerkung der Redaktion: Auch, wenn das Satire ist, so treffen doch die Angaben um eine Selfie-Sucht zu erkennen, recht gut zu. Jeden Tag mehr als drei Selfies von sich selbst zu machen, scheint doch bedenklich zu sein.

Anzeichen einer Selfitis / Selfie-Sucht (Selbsttest und Fragen)

Wer wissen möchte, ob er oder sie zu viele Selfies macht, kann folgende Fragen mit Ja oder Nein beantworten:

  1. Ein Selfie zu machen, gibt mir ein gutes Gefühl. Ja / Nein
  2. Ich teile Selfies, weil meine Freunde/Kollegen auch Selfies teilen. Ja / Nein
  3. Ich freue mich über die Aufmerksamkeit, wenn ich Selfies veröffentliche. Ja / Nein
  4. Selfies helfen mir beliebter zu werden. Ja / Nein
  5. Ich veröffentlichte Selfies, um Likes und Kommentare zubekommen. Ja / Nein
  6. Ich erwarte das veröffentlichte Selfies viele Likes und Kommentare erhalten. Ja / Nein
  7. Ich mache Selfies, um mich an etwas zu erinnern. Ja / Nein
  8. Ich verbessere meine Selfies durch Bildbearbeitungs- / Fotobearbeitungstechniken. Ja / Nein

Die Fragen haben keinen wissenschaftlichen Anspruch. Doch deine Antworten geben dir einen Hinweis. Hast du viele Fragen mit „Ja“ beantwortet, so kann es sein, dass du zu viele Selfies machst.

Die Lösung kann eine Selfie-Diät sein: Versuche einfach als Selbsttest eine Woche oder einen Monat keine Selfies zu machen. Schaffst du das, ist alles gut.

Selfitis / Selfie-Sucht: Spirale der Aufmerksamkeit und Bestätigung

Zugegeben die Selfie-Süchtigen rutschen in ihre Selfitis bzw. ihre Selfie-Sucht durch die Mechanismen der Sozialen Medien herein. In dieser Welt zählen Reichweite, Likes und Kommentare. Gerade im Sozialen Netzwerk Instagram zeigen die Teilnehmer die Welt und sich von ihrer schönsten und attraktivsten Seite. Wer hier für ein Selfie schon viele Likes bekommt, bekommt für weitere Selfies vielleicht noch mehr Likes.

Diese Likes sind eine Art Fremdbestätigung, dass jemand ein attraktiver Mensch ist und können dazu dienen eine Art Selbstbewusstsein aufzubauen. Dies ist natürlich gefährlich, denn hierbei entscheiden die Teilnehmer der Sozialen Medien über das Selbstbewusstsein einer Person. Diese Person macht sich davon abhängig!

Die Selfitis steht somit für ein mangelndes Selbstbewusstsein und den Wunsch von anderen akzeptiert zu werden. Wer mit einem Selfie Aufmerksamkeit erhalten oder erregen möchte, um sich besser zu fühlen, sollte über die Abhängigkeit von Social Media nachdenken.

Selfitis: Reichweite =  Beliebtheit

In den sozialen Medien wird Beliebtheit und Popularität durch Reichweite, Likes und Kommentare bestimmt. Wer sich gut fühlen möchte, braucht da viele Fans und Follower, die aktiv liken und kommentieren.

Viele Promis, Stars und Sternchen suggerieren mit ihren Selfies Erfolg. Dies führt dazu, dass viele ihnen nacheifern und auch aktiv in den sozialen Medien Beiträge veröffentlichen. Je populäre Beiträge sind, umso stärker wird der Eindruck, dass diese Person „es geschafft“ haben.

Ist die Selfitis / Selfie-Sucht echt?

Noch steht die Selfitis in keinem Verzeichnis für Erkrankungen. (Stand 2018) Doch als Phänomen wird sie schon von der Wissenschaft untersucht. Dabei wird sie mit anderen Phänomen wie der Fear of Missing Out (FOMO; Angst etwas zu verpassen) und der Nomophobie (NoMobile-Phone-Phobie; Angst kein Smartphone zur Hand zu haben) gepaart untersucht. (Statt Nomophobie wird auch Smartphone-Abhängigkeit oder Handy-Abhängigkeit gesagt.)

Die Phänomene bezeichnen gleiche Erlebnisse von Untersuchten: Personen werden unruhig, wenn sie kein Smartphone zu Hand haben. Die Personen haben Angst etwas zu verpassen. Sie haben Angst etwas zu verlieren. Sie haben Angst, dass ihre Freunde sie nicht erreichen oder das sie ihre Freunde verlieren. Auch sorgt eine Unerreichbarkeit für Stress, (depressive) Verstimmung und Nervosität. (Dies ist auch ganz normal, wer sonst sein Smartphone tagtäglich zur Verfügung hat und dann zur Abstinenz gezwungen ist, leidet unter diesem Kalten Entzug.)

Junge Menschen unter 25 Jahren sind besonders anfällig für einen vermehrten Social-Media-Konsum. Wer hier gegensteuern möchte, sollte Tätigkeiten ausüben die das Selbstbewusstsein stärker. Dies kann Sport sein, aber auch das Erlernen eines Musikinstruments oder das Ausbilden von anderen Fähigkeiten wie Schreiben, Programmieren, etc.

Was das Wort „Selfitis“ genau bedeutet

Der Ausdruck „Selfitis“ setzt sich aus dem Wort „Selfie“ und der Endung „-itis“ zusammen. „Selfie“ die Bezeichnung für ein Selbstporträt, dass mit der Frontkamera des Smartphones aufgenommen wird. Die Endnung „itis“ steht für eine entzündliche Krankheit. Vergleichbar mit Bronchitis oder Gastritis.

Was ist Kriegszittern? Was sind Kriegszitterer? Bedeutung, Definition erklärt


Als „Kriegszitterer“ wurden durch den Ersten Weltkrieg traumatisierte Soldaten bezeichnet. Bei den meisten trat unkontrolliertes Zittern auf. Die damaligen Ärzte stellten bei traumatisierten Soldaten verschiedene Symptome fest und fassten diese unter der Diagnose „Kriegszittern“ zusammen. Diese Symptome waren unter anderem folgende:

  • Angstattacken (teils beim Anblick alltäglicher Gegenstände)
  • Lähmungen und Lähmungserscheinungen
  • Schlafstörungen
  • Sich nicht mehr auf den Beinen halten können
  • Sprachstörungen
  • Stottern
  • Stummheit
  • unfähig eine Waffe zu halten
  • unkontrollierbares Zittern
  • Verweigung der Nahrungsaufnahme / Appetitverlust
  • Verlust der Kontrolle über Blase / Stuhl nicht mehr halten können

Nach Schätzungen sollen in Deutschland bis zu 300.000 Soldaten vom „Kriegszittern“ betroffen gewesen sein.

Andere Begriffe für „Kriegszittern“ sind

  • Granatschock
  • Kriegsneurose
  • Kriegstrauma

Der englische Ausdruck für „Kriegszittern“ ist „Shell shock“ – auf deutsch: Granatschock. Ein US-amerikanischer Begriff ist „Bomb Shell Disease“. Die französische Bezeichnung ist „Obusite“. („Obus“ bedeutet Granate; „-ite“ als Endnung steht für eine Erkrankung. (vergleichbar mit -„itus“, wie bei „Tinnitus“.))

Kriegszittern = Posttraumatische Belastungsstörung

Heute wird das „Kriegszittern“ als eine Form der posttraumatischen Belastungsstörung klassifiziert. 1980 wurde die Posttraumatische Belastungsstörung als offizielle Krankheit in der ICD aufgenommen. In der ICD-10 wird sie unter Punkt F43.1 posttraumatischen Belastungsstörung geführt.

Wie entstand das Kriegszittern?

Das Kriegszittern ist eine Reaktion auf die psychische Überbelastung durch die Erlebnisse in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Damals wurden neue und hochtechnisierte Formen der Kriegsführung angewendet. Flugzeuge warfen Bomben ab und die Artillerie feuerte (unglaublich viele) Granaten (Sprengkörper) auf feindliche Schützengräben. Viele Soldaten reagierten mit Angst, einige verfielen in Panik und wollten fliehen. Doch sie mussten die feindlichen Bombardements aushalten, in ihren Schützengräben ausharren und zusehen, wie andere Soldaten starben. Dieser Kampf gegen die innere Angst und Panik, Schlafmangel und Bewegungsmangel führten dazu, dass viele Soldaten schnell an psychischer Leistungsfähigkeit abbauten und erkrankten. Die Soldaten waren nicht auf den Stress des Krieges vorbereitet. Keine Kriegspartei konnte einschätzen, was auf sie drauf zukommt.

Ärzte gingen damals davon aus, dass das Kriegszittern – auch Granatschock genannt – durch die Einschläge von Granaten, der ausgelösten Schockwelle und den lauten Explosionsgeräuschen ausgelöst wurden. Dabei vermuteten die Ärzte, dass das Gehirn eine Erschütterung erlitt oder das Gehirn an die Schädelwand gedrückt wurde, was zu einer Beschädigung führte.

Heilung für das Kriegszittern gab es damals kaum, da Ärzte vermuteten, dass das Kriegszittern einen mechanischen Ursprung hatte und da geeignete Therapien fehlten.

Vom „Kriegszittern“ betroffene Soldaten mussten teils sogar damit rechnen, dass sie als Kriegsdienstverweigerer wahrgenommen werden und ihnen die Erschießung droht.

Wie reagierten damals die Ärzte auf traumatisierte Soldaten?

Die damaligen Ärzte reagierten mit wenig bis gar keinem Verständnis für Soldaten, die unter „Kriegszittern“ litten. Es war sogar viel schlimmer: Während des Krieges unterstellten Ärzte traumatisierten Soldaten, dass sie Versager, Drückeberger oder Simulanten seien. Sie unterstellten den Soldaten, dass sie schnell nach Hause wollen und keinem Willen haben für ihr Vaterland zu kämpfen. Sie behaupteten, dass es den Soldaten an Patriotismus mangele. Teils wurde den Soldaten auch vorgeworfen, dass sie an Hysterie litten. (Hysterie war damals eine Krankheit, die nur Frauen bekommen konnten, was viele Soldaten als Herabsetzung und Herabwürdigung wahrnahmen.)

Ärzte, die an die Front gerufen wurden, um traumatisierte Soldaten zu heilen, setzen dabei auf Methoden, die dazu dienten, den Willen des Soldaten zu brechen, um sie zu wieder einsetzbar für den Kampf zu machen.

Die Behandlungsmethoden für „Kriegszittern“ rangierten von harmlos (Hypnose) bis zu äußerst aggressiv (stundenlange Elektroschocks). Folgende Methoden wurden angewendet:

  • Anschreien
  • Drohungen
  • Elektrotherapie / Elektroschocktherapie (teils am ganzen Körper, auch den Genitalien; diese „Therapien“ dauerten teils viele Stunden.)
  • Erstickungsangst künstlich hervorrufen, um Stummheit aufzulösen
  • Hypnose
  • Isolation
  • Röntgenbestrahlung
  • Scheinoperationen unter Narkose
  • Zwangsexerzieren

Über die Methoden der Ärzte

Das Ziel der Methoden der damaligen Ärzte lässt sich wie folgt zusammenfassen: Angst und die traumatischen Erlebnisse sollte den Soldaten ausgetrieben werden. Sie sollten nicht lernen damit umzugehen.

Anstatt, dass der Krieg als Ursache für die psychischen Erkrankungen betrachtet wurde, wurde den Soldaten psychische Schwäche und Minderwertigkeit vorgeworfen.

Damals war die Gruppe wichtiger als das Individuum. Das führte dazu, dass nicht individuell auf Soldaten eingegangen wurde, sondern Kollektiv-Maßnahmen wie mehr Disziplin oder Drill angewendet wurden.

Die Behandlungen führten oft zu weiteren Traumatisierungen und glichen einer Bestrafung.

Mit welchen Folgen mussten traumatisierte Soldaten leben?

Neben dem Zittern und anderen körperlichen Beschwerden traten bei den traumatisierten Soldaten auch psychische Beschwerden. Dies waren unter anderem:

  • Alkoholismus
  • Angstattacken
  • Bindungsangst / Verlust von Bindungen
  • Herzrhythmus-Störungen
  • Neigung zu Drogen
  • Neigung zu gewaltätigem Verhalten
  • Schlafstörungen
  • Verlust der Kontrolle über Blase und/oder Darm

Unter anderem konnten Trigger – auch Jahre nach dem Krieg – die traumatischen Erinnerungen innerhalb weniger Momente wieder hervorrufen. Diese Trigger können sein:

  • Bestimmte Geräusche / Laute Geräusche
  • Bestimmte Gegenstände
  • Erlebnisse

Viele Soldaten mussten mit ihren traumatischen Erlebnisse selbst klar kommen. Viele wurden arbeitsunfähig.

Reaktion der Gesellschaft auf Kriegszitterer

Die damalige Gesellschaft reagierte mit wenig bis gar keinem Verständnis. Kriegszitterer wurden als Verlierer und Versager wahrgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, dass sie den Sozialstaat ausnutzen und Rentenbetrüger seien.

Weiteres:

Babylon Berlin: Kommissar Gereon Rath leidet auch an der Krankheit Kriegszittern

In der deutschen Erfolgsserie „Babylon Berlin“ leidet der Hauptcharakter Gereon Rath auch am Kriegszittern. Unter anderem wird gezeigt, wie seine Hände zittern und er gegen diese Zittern den Inhalt einer kleinen Ampulle – gefüllt mit Morphium – schluckt. In anderen Szenen ist zusehen, wie Gereon Rath sich nicht mehr auf den Beinen halten kann, zusammenbricht und sein ganzer Körper zuckt. Seine Blase entleert sich und er ist hilflos.

Was sind Claqueure / Beifall-Statisten / bezahlte Beifallklatscher? Bedeutung und Definition


„Claqueure“ sind bezahlte Beifallklatscher. Diese Personen haben die Aufgabe bei Theaterstücken, Fernsehshows und anderen Vorführungen auf Befehl und/oder als erste zu klatschen, um damit andere Zuschauer dazuzubringen, dass sie ebenfalls applaudieren. Außerdem werden Claqueure in Talkshows und Diskussionsrunden eingeschleust, um ausgewählte Teilnehmer zu unterstützen und zu applaudieren, wenn diese etwas sagen. Teils sollen Claquere auch auf politischen Veranstaltungen und Demonstrationen eingesetzt werden.

Claqueure als bezahlte Beifallklatscher haben den Effekt, dass nicht unterscheidbar und erkennbar ist, ob sie Claqueure oder enthusiastische Fans sind. (Erst, wenn sie übertreiben oder zu oft eingesetzt werden, fallen sie auf.)

Der Ausdruck „Claqueur“ ist die Einzahl. In der Mehrzahl wird „Claque“ gesagt. Die Ausdrücke leiten sich vom französischen Verb „claquer“ ab, was auf deutsch „klatschen“ bedeutet.

Claqueur auf deutsch

Deutsche Ausdrücke für Claqueur sind:

  • Beifall-Statisten
  • (bezahlte) Beifallklatscher
  • Klatschvieh (abwertend)
  • Mietklatscher
  • Mietenthusiasten (Heinrich Heine bezeichnete Claqueure so)

Weitere Claqueure

Im Internet gibt es digitale Claqueure, die unter anderem Beiträge ausgewählter Personen liken, unterstützen und teilen. In den Kommentaren äußern sie sich lobend und positiv. Die digitalen Claqueure werden genutzt, um Bewertungen zu verbessern und Botschaften zu verbreiten. Damit beeinflussen sie Algorithmen.

In Comedy-Serien werden Lachkonserven eingesetzt, die nach einer Pointe gespielt werden. Sie dienen dazu beim Zuschauer Lachen auszulösen.

Wirkung von Claqueuren

„Claqueure“ helfen die Stimmung anzuheizen und anzuheben. Sie geben sich als euphorische und enthusiatische Fans aus, die ihrem Star zu jubeln. Damit überwinden sie die Stille und klatschen als Erste. Dies kann dazu führen, dass normale Zuschauer – die keine Claqueure sind – auch anfangen zuklatschen.

Das Prinzip der Claqueure baut auf dem Herdentrieb der Menschen auf. Menschen lassen sich leist zu etwas hinreißen, wenn schon jemand angefangen hat. Deswegen haben Claqueure meist niedrige Schamgrenzen und beginnen als erste zu klatschen, schreien oder zu jubeln.

Dabei ist es unerheblich, ob das Klatschen oder Jubel echt oder vorgetäuscht ist. Es wirkt auf andere, als Erleichterung, da hier schon jemand eine Schamgrenze überwunden hat.

Geschichte der Claqueure

Schon in der Antike wurden bezahlte Klatscher eingesetzt. So soll Kaiser Nero seine Soldaten angehalten haben, zu klatschen und zu jubeln, wenn er sich öffentlich zeigte.

Die Claqueure entstanden in der Neuzeit in Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert und verbreiteten sich stark ab dem 19. Jahrhundert. Sie wurden eingesetzt, um dem Erfolg eines Theaterstückes auf die Sprünge zu helfen und seinen Erfolg zu gewährleisten.

Manager, Dramaturgen und Schauspieler kauften Theaterkarten und vergaben diese an Personen, die euphorisch klatschten und ihren Beifall bekunden.

Ab ca. 1830 wurden die Claquere als Dienstleistung angeboten. Diese organisierten sich mit einem „Chef de claque“, der entschied, zu welchen Stellen des Stückes wie geklatscht werden sollte. „Chef de claque“ heißt so viel wie: „Chefklatscher“. Hier bildeten sich schnell verschiedene Formen heraus:

System der Claqueure

  • Chef de claque: Chefklatscher – Er entschied, wann und wie geklatscht wurde.
  • Chauffeur – Diese Person stand vor tagsüber vor den Plakaten am Theater und lobte das Stück.
  • Connaisseurs: Kenner – Sie lehnten sich zu ihren Nachbarn und lobten das Stück. Sie äußerten sich wie begeistert sie waren.
  • Rieurs: Lacher – Sie lachten sehr laut, stark und herzlich über Witze.
  • Pleureur: Weiner – Sie weinten oder schluchsten sehr stark auf Befehl und hatten stets ein Taschentuch bereit. Meistens waren „Pleureurs“ Frauen.
  • Chatouilleurs: Anheizer / Schmeichler – Sie sorgten für positive Stimmung unter den Zuschauern. Sie äußerten sich vor, in den Pausen und nach der Aufführung positiv über das Stück.
  • Tapageure: Sie klatschen laut stark.
  • Bisseur: Zugabe-Rufer- Sie riefen nach der Vorstellung lautstark „Zugabe“ oder „Nochmal“.

Weiteres zu Claqueuren

„Die Claque“ sind Bronzestatuen vom deutschen Bildhauer Guido Messer. Sie stehen in Backnang, Baden-Württemberg. „Die Claque“ bestehen aus vier Anzug-tragenden Figuren, die applaudieren.

Die Firma „Rent-A-Firma“ bietet Claquere, Animateure, Menschenmengen, Groupies, Teilnehmer und Zuschauer als Dienstleistung an. Diese Personen unterstützen Veranstaltungen und Events. Sie sorgen dafür, dass die Reihen gefüllt sind und die Stimmung sich hebt.

Was bedeutet Clandestino auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung und Definition


Der Ausdruck „clandestino“ ist in verschiedenen Sprachen verbreitet. In diesem Beitrag erklären wir die Bedeutung des Wortes.

„Clandestino“ bedeutet als Adjektiv auf englisch, italienisch, spanisch und portugiesisch:

  • geheim
  • heimlich
  • illegal
  • klammheimlich
  • Schwarz (im Sinne von „Schwarz fahren“)
  • unter der Hand
  • Untergrund / im Untergrund arbeiten
  • verborgen
  • versteckt
  • vorstohlen

„Clandestino“ geht auf das lateinische Wort „clandestīnō“ zurück, was die gleiche Bedeutung hat.

„Clandestino“ kann am besten als heimlich, verboten und illegal verstanden werden. Etwas wird im geheimen gemacht und ist vermutlich illegal.

Als Substantiv hat „Clandestino“ folgende Bedeutung:

  • Blinder Passagier
  • Illegaler / Illegaler Einwanderer
  • unbekannter Reisender

Auf spanisch wird unter anderem von „inmigración clandestina“gesprochen. Zu deutsch: Illegale Migration. Auf italienisch wird „immigrato clandestino“.

Auf spanisch bedeutet „trabajo clandestino“: Schwarzarbeit. Auf italienisch wird „lavaro clandestino“ gesagt. Auf portugiesisch wird gesagt „Trabalho clandestino“.

Shakira und Maluma – Clandestino

Shakira und Maluma veröffentlichten am 8. Juni 2018 auf YouTube das Lied „Clandestino“. Es ist die vierte Zusammenarbeit der beiden. Zuvor veröffentlichten sie „La Bicicleta“, „Chantaje“ und „Trap“.

Im Lied geht es, um eine geheime und leidenschaftliche Liebesgeschichte. Deswegen passt der Begriff „Clandestino“ für „heimlich“ hier sehr gut.

Manu Chao – Clandestino

„Clandestino“ heißt das erste Solo-Album und auch ein Lied dieses Albums von Manu Chao. Es wurde am 6. Oktober 1998 veröffentlicht und enthält 16 Lieder.

Im Lied „Clandestino“ geht es um einen illegalen Migranten, der sein altes Leben zwischen Ceuta und Gibraltar hinter sich lässt, um im Norden Arbeit zu suchen. In einer Selbstbetrachtung berichtet dieser Migrant darüber, dass er nur ein Punkt im Meer sei, nur ein Geist in der Stadt und das sein Leben – laut Staatsdiktat – keinen Wert habe. Er ist von Sorgen geplagt und mit diesen allein.

Weiteres zu Clandestino

Die Adresse www.clandestino.at ist von der Wiener Bar „Clandestino Evergreen“ registriert.

„Clandestino – Undercover in der Unterwelt“ ist eine TV-Serie.

„Clandestino – Das organisierte Verbrechen ama Amazons“ ist eine Serie.

„Clandestinos: Unterwegs im Widerstand“ ist ein Taschenbuch von Ramor Ryan und Katja Rameil.

„Clandestinos – die Rebellion beginnt jetzt“ ein Film, der 2007 erschienen ist.

Was ist Muskeldysmorphie, Biggerexie, der Adonis-Komplex? Bedeutung erklärt


„Muskeldysmorphie“, „Biggerexie“ und der Adonis-Komplex bezeichnen das gleiche Phänomen: Exzessives Krafttraining mit Ziel definierte Muskeln zu haben und damit endlich den Idealkörper. In diesem Beitrag stellen wir das Phänomen und die Begriffe vor:

Was ist Muskeldysmorphie / Biggerexie?

„Biggerrexie“ (auch „Muskeldysmorphie“ genannt) ist eine Essstörung bei der Betroffene unter der Vorstellung leiden nicht muskulös genug zu sein. Sie versuchen dann durch exzessiven Kraftsport ihren Körperfettanteil zu reduzieren, Muskeln aufzubauen und diese zu definieren. Sie ändern ihre Ernährung, verzichten auf bestimmte Lebensmittel und nehmen Nahrungsergängzungsmittel zu sich, um den Prozess der Muskelaufbaus zu unterstützen.

Die Biggerexie ähnelt der Magersucht. Der eigene Körper wird trotz sichtbarer Veränderungen und entstandener Muskeln als zu schmächtig wahrgenommen. Aus dieser Beobachtung heraus, betreiben Betroffene weiterhin Muskelaufbau und intensivieren ihr Training, um den gewünschten Idealzustand zu erreichen.

Biggerrexie wird auch Muskeldysmorphie genannt

Biggerrexie wird auch „Muskeldysmorphie“ genannt. Sie ist eine Störung des Selbstbildes bei der versucht wird ein vermeintliches Idealbild durch Training und Nahrung zu erreichen. Die Betroffenen wünschen sich einen perfekten Körper und leiden darunter, dass sie diesen – in ihren Augen – nicht bekommen.

In der Regel tritt Biggerrexie bei Männern auf. Betroffen sind junge Männer, die ihre Muskeln bis in kleinste Details definieren wollen.

Symptome der Biggerexie / Muskeldysmorphie

  • Auch an der Kleidung kann sich Biggerexie äußern: Betroffene tragen mehrere T-Shirts oder Pullover übereinander, umso voluminöser zu wirken.
  • Die Betroffenen ordnen soziale Beziehungen, die eigene Arbeit und andere Verpflichtungen dem Muskelaufbau unter.
  • Betroffene legen großen Wert darauf vor dem Essen oder Weggehen zu trainieren.
  • Betroffene ernähren sich durch Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel.
  • Betroffene verletzten sich durch zu viel Training.
  • Betroffene nutzen Entwässerungsmedikamente, damit die Muskeln besser zusehen sind.
  • Betroffene benutzen Dopingmittel wie Anabolika.

Was heißt Biggerexie auf deutsch?

Das Wort „Biggerexie“ setzt sich aus den Wort „Bigger“ und „-rexie“ zusammen. „Bigger“ bedeutet „größer“. „-rexie“ stammt aus dem griechischen und bedeutet Appetit. Es wird in der Regel verwendet, wenn der Appetit und die Ernährung gestört sind, so z.B. bei Magersucht (Anorexie).

Anders als bei der Magersucht (Anorexie) steht nicht der Gewichtsverlust im Vordergrund, sondern es geht Betroffenen darum über die Nahrungsaufnahme eine ideales Verhältnis zwischen Muskelmasse und Fettgewebe zu erreichen. Dabei soll das Fettgewebe niedrig sein, aber bestimmte Untergrenzen nicht unterschreiten. Der Anteil der Muskelmasse soll hoch sein, aber bestimmte Obergrenzen nicht überschreiten. Es geht Betroffenen, um einen idealen Zustand.

eeitere Bezeichnungen sind:

  • Muskeldysmorphie
  • Muskelsucht
  • Bigorexie

Was ist der Adonis-Komplex?

Der Ausdruck Adonis-Komplex ist eine weitere Bezeichnung für Muskeldysmorphie und Biggerexie.

Auch der Adonis-Komplex ist eine Störung des Selbstbildes und der Selbstwahrnehmung, welche in der Regel bei Männern anzutreffen ist. Männer mit Adonis-Komplex richten ihr ganzes Leben auf Muskelaufbau und Fettverlust aus. Sie messen sich an einer Idealvorstellung, nach der sie nie/nicht genug Muskulatur besitzen und zu wenig definiert sind.

Die gestörte Selbstwahrnehmung des eigenen Körperbildes führt dazu, dass gut trainierte und muskulöse Bodybuilder sich als schmächtig empfinden. Sie ordnen dann ihr ganzes Leben, dem Erwerb und Aufbau von Muskeln unter. Sie gehen z.B. jeden Tag in das Fitnessstudio und verbringen dort mehrere Stunden.

Der Adonis-Komplex kann auch als Muskelsucht bezeichnet werden.

Männer, die unter Muskelsucht leiden, weisen folgende Gemeinsamkeiten auf:

  • Sie sind Perfektionisten. Ein Muskel kann nie gut genug definiert sein.
  • Sie haben ein geringes Selbstwertgefühl.
  • Sie sind mit ihrem eigenen Körper unzufrieden.
  • Sie weisen eine schlechte oder gar keine Beziehung zum eigenen Vater auf und versuchen diese durch Krafttraining zu kompensieren.

Der US-amerikanische Psychiater und Harvard-Professor Harrison Pope prägte den Begriff „Muskeldysmorphie“, welcher in Deutschland als Adonis-Komplex bekannt wurde.

Was ist Wohlstandsverwahrlosung / Affluenza? Bedeutung, Definition


Wohlstandsverwahrlosung beschreibt eine Erziehung und ein Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in einer Welt des materiellen Überschusses, aber der emotionalen Untervorsorgung. Damit ist gemeint, dass Kinder und Jugendliche die wohlstandsverwahrlost (vernachlässigt) sind, von ihren Eltern alle materiellen Wünsche erfüllt bekamen und bekommen, sie aber nicht von ihren Eltern erzogen wurden und das sich ihre Eltern kaum um sie gekümmert haben.

Wohlstandsverwahrlosung: Keine Regeln, keine Grenzen, kein Charakter

Wohlstandsverwahrlosung ist eine Form der psychischen Verwahrlosung. Damit ist gemeint, dass die Persönlichkeit und der Charakter von wohlstandsverwahrlosten (jungen) Menschen kaum positiv ausgebildet ist. Diese jungen Menschen hatten wenig bis gar keine Charakter-bildenden Erlebnisse, wie Frustration, Mangel, Enttäuschung und/oder Zurückweisung. Sie sind es gewöhnt, dass alle ihre Wünsche erfüllt werden und das sie tun und lassen können, was sie wollen. Dies führt dazu, dass ihr Gewissen mangelhaft ausgebildet ist, sie Probleme mit Regeln haben und wenig Schuldgefühle aufweisen. Empathie – also Mitgefühl mit anderen – haben sie nicht gelernt.

Wohlstandsverwahrloste Kinder wachsen ohne Grenzen, ohne Regeln und mit wenigen bis gar keinen Werten auf. Sie können tun und lassen, was sie wollen. Geldstafen für Vergehen interessieren sie nicht, da genug Geld vorhanden ist, um Strafen zu bezahlen oder um Anwälte anzuheuern, die die Strafen abwenden oder in Geldstrafen umwandeln. In einem Rechtssystem in dem das Geld ihrer Eltern sie von Strafen freikaufen kann, werden diese Strafen wirkungslos.

Kinder, die unter Wohlstandsverwahrlosung leiden – und dies vermutlich nicht mal wissen – mussten nie im Leben für etwas kämpfen, sich durchbeißen oder gegen andere durchsetzen. Sie sind mit dem sprichwörtlichen goldenem Löffel aufgewachsen und in einer Blase, in der sie von Armut und Gewalt kaum etwas mitbekommen.

Emotionale Bedürfnisse sind unbefriedigt

Wohlstandsverwahrloste Kinder entstehen, durch zu viel materiellen Überfluss und emotionale Unterversorgung. Was ist damit gemeint? Kinder haben neben materiellen Bedürfnissen auch psychologische Bedürfnisse, wie z.B.:

  • Vertrauen
  • Anregung
  • Verständnis
  • Wertschätzung
  • Liebe

Bei wohlstandsverwahrlosten Kinden wurden diese Bedürfnisse durch die Eltern kaum oder wenig erfüllt, so dass sie keine sichere Bindung zu den Eltern aufbauen und emotionale Zuwendung erfahren konnten. Dies wird kompensiert durch Luxus, was zunächst von den Eltern ausgeht, später aber von den Kindern weiter forciert wird. (Der Luxus ist ein Versuch die emotionale Leere zu stopfen.)

Wohlstandsverwahrloste Kinder sind verwöhnte Kinder.

Von der Wohlstandsverwahrlosung sind in der Regel die Kinder von reichen Eltern betroffen, aber auch Kinder die aus der Mittelschicht kommen. Ihre Eltern kümmern sich nicht um die Erziehung und Ausbildung der Emotionen ihrer Kindern, sondern lassen dies – wenn überhaupt – andere machen. Emotionale Zuwendung erfahren diese Kinder von wechselnden Betreuungspersonen, wie z.B: Kindermädchen oder Nachhilfelehrern, die sich mit ihnen beschäftigen und auseinandersetzen. Durch Ausbildung in Internaten und Eliteschulen werden diese Kinder auf Reichtum und Statussymbole geprägt. Ihnen ist die Darstellung ihres Reichtums sehr wichtig.

Wohlstandsverwahrloste Kinder neigen zum Egoismus.

Ihre innere Leere füllen diese Kinder mit Ausschweifungen, Einkäufen und dem sich zur Schaustellen. Dies kann zu psychischen Störungen wie Depressionen oder Ängsten führen.

Die Schuld für Wohlstandsverwahrlosung wird meist den Eltern gegeben, die sich ein Kind zwar wünschen, es aber mehr wie ein Statussymbol behandeln und seine Erziehung anderen überlassen.

Was gegen Wohlstandsverwahrlosung hilft

Hier sind die Eltern gefragt, wollen sie die Wohlstandsverwahrlosung ihrer Kinder verhindern, so haben sie mehrere Möglichkeiten:

  • Dem Kind Grenzen aufzeigen.
  • Das Kind bei Fehlverhalten zurechtweisen und erklären, was erlaubt und was verboten ist.
  • Dem Kind aufzeigen, dass es anderen nicht so gut geht, wie ihm.
  • Sich mit dem Kind auseinandersetzen.
  • Nein sagen. Eltern müssen den Mut haben, auch „Nein“ zu ihrem Kind zu sagen und dann brauchen sie die Ausdauer, den Protest auszuhalten.
  • Verantwortung übernehmen; Kinder anleiten
  • Nicht nach geben.

Eltern die ihre Kinder erziehen, sorgen dafür, dass diese Kinder Gefühle der Dankbarkeit, der Empathie und der Demut empfinden.

Zum Begriff Affluenza

Ein anderer Begriff für „Wohlstandsverwahrlosung“ ist Affluenza. Der Ausdruck „Affluenza“ setzt sich aus zwei Worten zusammen:

  • „Affluence“ ist der englische Ausdruck für Wohlstand
  • „Influenza“ ist die Bezeichnung für eine Grippe.

Damit bezeichnet Affluenza einen Krankheitszustand, der durch materiellen Wohlstand entstanden ist.

Den Begriff „Affluenza“ hat die deutsch-schweizer Psychologie Ulrike Zöllner in den 1990er Jahren geprägt.

Beispiele für Wohlstandsverwahrlosung

  • Abifeiern, die eskalieren
  • Betrunke Minderjährige die mit teuren Autos herumrasen
  • Mit teuren Autos durch Innenstädte rasen
  • Angeben mit teuren Autos, Einkäufen, Schmuck,..

Rich Kids of Instagram

„Rich Kids of Instagram“ (RKOI) sammelt und veröffentlicht Fotos von reichen Kindern, die ihren Reichtum und ihren Überfluss zur Schau stellen. (Die reichen Kinder haben die Fotos zumeist über Instagram selbst vorher veröffentlicht.)

Themen sind:

  • Private Jets
  • auf einem Bett aus Geldscheinen legen
  • Teure Einkäufe
  • Teure Autos
  • Große Häuser
  • Große und ausschweifende Feiern
  • Teure Suiten
  • Viel Besitz
  • Teure Geschenke
  • Sich zur Schaustellen

Weitere Bedeutung von Wohlstandsverwahrlosung

Im Beitrag „Vom Aufstieg und Niedergang einer Nachsilbe – Wortmüll als Wohlstandsverwahrlosung“, der auf Tichys Einblick veröffentlicht wurde, werden als Wohlstandsverwahrlosung und „Luxusprobleme“ die politsch-korrekte und gendergerechte Sprache bezeichnet. Es wird unter anderem gesagt: „Merken wir nicht, dass das Luxusprobleme einer verwahrlosten Wohlstandsgesellschaft sind…“ – Externer Link zum Beitrag auf Tichys Einblick: hier (Stand 25. Juni 2018)

Im Spiegel Online wurde am 22. November 2017 ein Beitrag mit dem Titel „Die Wohlstandsverwahrlosung der deutschen Politik“ veröffentlicht. In diesem schreibt der Autor darüber, dass ein wohlstandsverwahrloster Narzissmus herrsche, der dafür sorgt, dass einige Politiker sich selbst am nähsten sind und ihren das Allgemein weniger am Herzen liegt – Externer Link zum Beitrag auf Spiegel Online: hier (Stand 25. Juni 2018)

Was ist eine schüchterne Blase? (Fachbegriff: Paruresis)


Als „schüchterne Blase“ wird eine soziale Phobie bezeichnet, die sich durch eine Blasenentleerungsstörung in öffentlichen Räumen kennzeichnet.

Der Fachbegriff für „schüchterne Blase“ ist: Paruresis. „Paruresis“ setzt sich aus den griechischen Worten „par“ für gestört und „uresis“ für urinieren zusammen.

Die Paruresis ist nach der ICD-10 wie folgt klassifiziert: F40.2 Spezifische (isolierte) Phobien

Laut Kölner Psychotherapeut Philipp Hammelstein sollen 30 Prozent der Männer von einer schüchternen Blase ab und zu betroffen sein. 2,8 Prozent der Männer sollen laut dem Psychotherapeuten deutlich darunter leiden.

Trotz der Verbreitung der schüchternen Blase ist der Begriff „Paruresis“ nur den wenigsten bekannt.

Anzeichen einer schüchternen Blase

Unter einer schüchternen Blase leiden Männer und Frauen – mehrheitlich aber Männern. Personen, die unter Paruresis leiden, empfinden es als unangenehm bis unmöglich öffentlich zu urinieren. Sie können nicht in Gesellschaft anderer Wasserlassen und fühlen sich blockiert. Diese Blockierung tritt auf, wenn sie das Gefühl haben, von anderen beobachtet, gesehen, bewertet oder gestört zu werden. Dabei möchten Sie eine Bewertung der Länge des Toilettenganges, ihrer Geschwindigkeit, ihres Geschickes, der Geräusche oder der Gerüche ihres Toilettenganges vermeiden.

Die schüchterne Blase (Paruresis) ist eine Angststörung, bei der wie in bedrohlichen Situationen eine Kampf-Flucht-Reaktion (Fight or Flight) ausgelöst wird.

Grade der schüchternen Blase

Eine schüchterne Blase hat unterschiedliche Grade:

Leichter Fall: Das Wasserlassen dauert etwas länger

Schwerer Fall: Selbst bei großem Harndrang ist das Entleeren der Blase unmöglich.

Bei einigen Fällen ist der Toilettengang nur in den eigenen vier Wänden möglich.

Biologische / physikalische Ursache

Bei der schüchternen Blase kontrahieren die Ringmuskeln (Sphinkter) und sie bleiben angespannt. Dadurch verschließen sie die Harnröhre, was den Harnfluss unmöglich macht.

Psychologische Ursachen

Die Ursachen für eine schüchterne Blase liegen meist in der Pubertät. Hier gab es Schlüsselereignisse und schlechte Erlebnisse auf der Toilette, die mit Angst und Scham verbunden wurden. Dies kann z.B. sein, wenn jemand beim Toilettengang bedroht oder ausgelacht wurde.

Der Betroffene der Paruresis entwickelt eine gefühlte Gewissheit, dass ihn andere auf der Toilette hören, beobachten und bewerten. Daran richtet er sein Verhalten aus.

Bei Männern ist zu dem zu beobachten, dass ihre Männlichkeit auch an der Fähigkeit, an einem Pissoir – neben anderen Männern – zu urinieren, festgemacht wird. Fehlt ihnen diese Fähigkeit oder fällt es ihnen schwer, so fühlen sie sich schwach und nicht männlich.

Folgen

Betroffene, die unter einer schüchternen Blase leiden, neigen zu Vermeidungshandlungen. Das heißt, sie meiden Orte, an denen sich viele Menschen gleichzeitig aufhalten, wie Stadien, Konzerte, Theater, Kinos, Restaurants, usw. Außerdem kann die schüchterne Blase zu Selbstzweifel und Depressionen führen.

Betroffene sind sich ihrer schüchternen Blase bewusst. Dies führt zu psychischem Druck, der sich unter anderem durch Grübeln und Überdenken äußert, was den Toilettengang oder das Urinieren noch schwerer macht.

Behandlung und Hilfen

Bevor eine Therapie oder Übungen begonnen werden, sollte ein Urologe körperliche Gründe ausschließen. Dabei untersucht dieser den Betroffenen auf Harnwegserkrankungen und der Zustand der Prostata.

Betroffenen helfen Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Tiefenentspannung. Ziel ist es, dass sie die Kontrolle über ihre Blase und Blasenmuskeln zurückgewinnen.

Außerdem gehen Betroffene teils mit Pee-Buddys (Pinkel-Kumpel) auf eine öffentliche Toilette und üben hier, dass Wasserlassen in Anwesenheit von anderen.

Geschichte

1954 wurde der Begriff „Paruresis“ von G. W. Williams und E. T. Degenhardt geprägt.

Außerdem ist die schüchterne Blase auch unter folgenden Begriffen bekannt:

  • Syndrom der schüchternen Blase
  • Shy Bladder Syndrome

Sonstiges

Fällt jemanden, der Stuhlgang auf einer öffentlichen Toilette schwer, so wird dies „Parcopresis“ genannt.

Was bedeutet K-Hole? Was ist das? Bedeutung


Der Ausdruck „K-Hole“ ist in der Drogenszene und unter Ketamin-Konsumenten gebräuchlich. „K-Hole“ steht für „Ketamnin-Loch“. Ein K-Hole tritt nach einer Überdosis Ketamin auf. Es äußert sich daran, dass der Konsument seine Wahrnehmnung, sein Bewusstsein, sein Gedächtnis, seine Identität oder seine Motorik verliert. (Das wird als Dissoziaton in der Fachsprache beschrieben.) Dies führt dazu, dass der Konsument teils nicht ansprechbar ist, apathisch herumsitzt, akustische und visuelle Halluzinationen erlebt, seinen Körper verlässt, durch einen dunklen Tunnel reist, Außerkörperliche, Visionen oder eine Nahtoderfahrung hat. Die Realität nimmt er teils nicht mehr wahr. Ein Orientierungsverlust kann auftreten, die Fähigkeit zur Kommunikation mit anderen kann verloren gehen und die Umgebung wird reduziert wahrgenommen.

K-Hole: Folgen und Risiken

Weitere Folgen können sein: Schmerz wird nicht empfunden, undeutliche Sprache, hoher Blutdruck, hohe Herzfrequenz, Krämpfe, Psychosen, Dilirium, Brustschmerzen, Paranoia, Übergeben, Angst, Herzstolpern, Flashbacks, Paralyse

Das subjektive Erleben eines K-Holes ist von Konsument zu Konsument unterschiedlich und stark abhängig vom Kontext. Außerdem haben der körperliche Zustand, sein Gewicht und seine Psyche darauf Einfluss.

Das „K-Hole“ birgt das Risiko, dass es zu einem unangenehmen Drogentrip werden kann. Bei Mischkonsum oder einer sehr hohen Dosis Ketamin können starke Nebenwirkungen auftreten, die bis zum Tod führen. Außerdem kann das Herz belastet werden. Es empfiehlt sich daher immer, dass ein Tripsitter den Ketamin-Konsumenten betreut und auf diesen aufpasst.

Wenn über 100 mg Ketamin geschnupft werden, kann das K-Hole schon auftreten. Die Menge ist abhängig von der Erfahrung und Gewöhnung des Nutzers.

Warum wird K-Hole gesagt?

Der Ausdruck „K-Hole“ ist eine Metapher die sich vom Hasenloch aus Alice im Wunderland ableitet. Wer in das Hasenloch fällt, der begibt sich auf eine Reise zu sich selbst, zur eigenen Identität und ist komplett in einer anderen (eigenen) Welt. Zeit spielt hier auch keine Rolle.

Was bedeutet FUD? Bedeutung, Definition

FUD = englische Abkürzung für „Fear, Uncertainity, Doubt“

„FUD“ ist eine englischsprachige Abkürzung, die für drei Wörter steht: „Fear, Uncertainty, Doubt“. (Zu deutsch: „Angst, Ungewissheit, Zweifel“.)

Das Akronym „FUD“ beschreibt eine Werbe-, Kommunikations- und Manipulationsstrategie – auch Negativpropaganda genannt. Ziel dieser Stratgie ist es, Angst, Ungewissheit und Zweifel an etwas zu verbreiten, um zu verunsichern oder abzuschrecken.

„FUD“ wird unter anderem in der Wirtschaft eingesetzt, um Mitbewerber oder Produkte zu diskreditieren, im negativen Licht erscheinen zu lassen und um ein gutes Image zu beschädigen. Dafür werden Fehlfinformationen verbreitet, Panik gemacht und Angst geschürt. „FUD“ ist eine unfaire Geschäftspraktik.

„FUD“ wird teils über scheinbar neutrale Quellen verbreitet, wodurch die Nachricht eine höhere Glaubwürdigkeit hat. (Ähnlich wie Fake News oder Fake News Webseiten.) Außerdem wird damit der wahre Urheber des FUD verschleiert.

„FUD“ ist teils erfolgreich, da viele emotional auf schlechte Nachrichten reagieren und wenig Erfahrungen mit Fehlinformationen haben.

„FUD“ wird z.B. bei Abmahnungen eingesetzt. Webseitenbetreiber werden verunsicht und mit hohen Streitwerten belegt.

In Deutschland wird zu „FUD“ auch „Hetzkampagne“ oder „Schmutzkampagne“ gesagt.

FUD wird gelegentlich auch zu „Fear, Uncertainty, Disinformation“ abgewandelt – also „Angst, Unsicherheit und Desinformation“, statt Zweifel.

„FUD“ muss streng von legitimer Kritik unterschieden werden. „FUD“ hat das Ziel anzugreifen und einen Ruf zuzerstören. Legitime Kritik sollte immer dazu dienen, etwas besser zu machen.

Kryptowährungen, Bitcoin: FUD

Im Bereich Kryptowährungen kommt „FUD“ öfter vor. Anleger werden damit verunsichert in einen Altcoin zu investieren. Jemand der „FUD“ verbreitet, wird auch „FUDster“ genannt. Diese Person redet in Foren und Social-Media schlecht über einen Coin und verbreitet falsche Informationen und Fehlinformationen, sowie Angst und Panik. Der FUDster möchte damit eine Kryptowährung schwächen.

Wird z.B. in einem Krypto-Forum erkannt, dass jemand Angst verbreitet, so wird unter anderem „stop the fudding“ gesagt. (Sinngemäß auf deutsch: „Hör auf mit der Panikmache!“) – „To fud“ und „fudding“ sind hier die Verbalisierungen des Wortes FUD.

Als „FUD“ werden z.B. auch Aufforderungen den Bitcoin aus Unsicherheit nicht zubenutzen und lieber beim gewohnten Geld zu bleiben, bezeichnet.

Wie FUD abgewehrt werden kann

Um sich gegen FUD zu wehren, können alle relevanten Informationen des Opfers veröffentlicht werden. Dies schafft Transparenz und nimmt den Druck.

Geschichte von FUD

Der Begriff „FUD“ ist schon seit den 1920er Jahren in den USA bekannt. Jedoch verbreitet er sich erst in den 1970er Jahren mit dem Aufkommen von Computern.

Erstmalig nutze den Begriff Gene Amdahl im Jahr 1975. In dem Jahr hatte er IBM verlassen, um seine eigene Firma „Amdahl Corp.“ zu gründen. Als FUD beschrieb er, die Angst, Unsicherheit und Zweifel welche potentielle Kunden seiner neuen Firma durch Verkäufer von IBM eingeredet bekamen. Das Ziel war natürlich, dass die Kunden bei IBM bleiben und nicht zum „unsicheren“ Konkurrenten gehen.

Nach 1990 wurde der Ausdruck FUD oft in Zusammenhang mit Microsoft gebraucht.

Weitere Bedeutungen der Abkürzung FUD:

  • FUD ist der Name eines schweizer Filmes aus dem Jahr 2005: „FUD – Fear Uncertainty Doubt“
  • FUD ist der IATA-Code des Flughafen Suifenhe in China
  • FuD ist die Abkürzung für Familienunterstützender Dienst
  • fud ist der Code für die Sprache „Futunisch“, welche in Polynesien gesprochen wird.
  • FuD ist die Abkürzung für Funkdienst
  • Fud ist der Rufname des belgischen Musikers Fud Candrix (1908 – 1974)
  • Fud ist der Rufname des US-amerikanischen Musikers Fud Livingston (1906 – 1957)
  • fud. ist das lateinische Wort „fudit“ – „fudit“ ist eine Aufschrift auf gegossenen Kunstwerken, Glocken oder Statuen. Es steht hinter dem Namen des Gießers. „fudit“ heißt auf deutsch: „Hat (es) gegossen“.
Was bedeutet Claustrum?

„Claustrum“ ist ein lateinischer Ausdruck, der mehrere sinnverwandte Bedeutungen hat. Claustrum bedeutet:

  • Verschluss
  • Schloss
  • Riegel
  • Barriere
  • Schranke
  • Hindernis
  • Sperre
  • Kloster

Als Claustrum wird auch ein abgesicherter und abgeschlossener Ort bezeichnet.

Die Mehrzahl von „Claustrum“ lautet „Claustra“.

„Claustrum“ leitet sich vom lateinischen Verb „claudere“ ab, was „abschließen“ oder „schließen“ bedeutet.

Claustrum: Teil des Gehirns

Claustrum, auch Vormauer genannt, ist ein zum Endhirn gehörender dünner Hirnteil aus grauer Substanz. Es liegt an der Unterseite des Neocortex im Zentrum des Gehirns. Es liegt zwischen Capsula externa und Capsula extrema. Es liegt lateral des Putamen und medial des Insellappens.

Das Claustrum ist sehr wenige bis wenige Millimeter tief.

Es wird vermutet, dass jedes Säugetier ein Claustrum besitzt.

Die genauen Funktionen des Claustrums sind bisher nicht vollständig geklärt.

Ludonarrative Dissonanz: Was ist das? Bedeutung


Als Ludonarrative Dissonanz wird in einem Spiel der Konflikt bzw. Widerspruch zwischen der erzählten Geschichte (Story) und der Spielmechanik (Gameplay) bezeichnet.

„Ludonarrative Dissonanz“ ist nicht per se schlecht und lässt sich auch teils nicht verhindern. Sie entsteht z.B. in Open-World-Spielen, wo der Spieler frei erforschen kann, nicht der Haupt-Quest nachgehen muss  und Aufgaben erledigt, die nichts mit der Story zutun haben. Ebenso entsteht „Ludonarrative Dissonanz“ durch die Möglichkeit des Respawnens – wenn der Spieler als „überlegener Soldat“ präsentiert wird, wie kann er dann sterben und wiedergeboren werden?

Beispiele für Ludonarrative Dissonanz

  • Assassin’s Creed Origins – Der Spieler muss Nebenmissionen erledigen, die für die Story keinerlei Relevanz haben.
  • Battlefield 1 – Die Geschichte erzählt die Gräuel des ersten Weltkrieges. Das Spiel selbst gleicht einem Arcade-Shooter. Spieler heilen sich z.B. durch hinsetzen; respawnen ist möglich.
  • Call of Duty 4: Modern Warfare – Der Spieler kann digitale Partner (NPCs) ohne Konsequenzen für das Gameplay töten.
  • Tomb Raider (2013) – Lara Croft wird in der Story als unschuldige Frau dargestellt, die keine Gewalt erlebt oder mit Waffen Erfahrung hat. Die Spielmechanik sorgt dafür, dass Lara Croft mit Waffen hantiert und viele Gegner tötet.

Was bedeutet „Ludonarrative Dissonanz“?

Das Wort „Ludonarrativ“ setzt sich aus den Worten „Ludologie“ und „Narrativ“ zusammen. Ludologie ist ein Teilbereich der Spielwissenschaft und beschäftigt sich mit der Wissenschaft bzw. Lehre von Spielen (digital wie analog). Das lateinische Wort „Ludus“ bedeutet auf deutsch: „Spiel“.

Das Wort „Narrativ“ bedeutet auf deutsch „Erzählung“. Damit ist gemeint, wie ein Geschehen bzw. eine Geschichte wiedergegeben wird, sowie wie das Ergebnis dargestellt wird.

„Dissonanz“ leitet sich vom lateinischen „dis“ und „sonare“ ab. „dis“ bedeutet „unterschiedlich“ oder „auseinander“. „Sonare“ bedeutet „klingen“ oder „Klang“. Als Dissonanz wird ein Widerspruch zwischen dem Erlebten und Erzählten bezeichnet. Bekannt ist auch der Ausdruck „Kognitive Dissonanz“, damit ist gemeint dass ein Widerspruch zwischen einer Entscheidung und Wahrnehmung zu inneren Spannungen führt.

Wer hat den Begriff „Ludonarrative Dissonanz“ geprägt?

Der Ausdruck „Ludonarrative Dissonanz“ wurde vom ehemalige Creative Director von LucasArts Clint Hocking 2007 geprägt. (Hocking war auch an Far Cry 2 beteiligt.) Er veröffentlichte einen Blog-Eintrag in dem er das Spiel Bioshock kommentierte. Nach ihm, erlaubte das Gameplay von Bioshock dem Spieler egoistisch zu handeln, während die erzählte Geschichte stets von Selbstlosigkeit handelte.

Frederic Seraphine, spezialisiert in Game Design und Wissenschaftler der Universität Tokyo, veröffentlichte 2016 einen Artikel, in dem er darlegte, dass „Ludonarrative Dissonanz“ durch einen Widerspruch zwischen Anreizen und Anweisungen innerhalb der spielerischen Strukturen (Gameplay) und erzählenden Strukturen (Story) entsteht.

Im Spiel „Uncharted 4: A Thief’s End’s“ können Spieler die Trophäe „Ludonarrative Dissonance“ erhalten. Dafür müssen sie 1.000 Gegner töten. Damit reagierte der Spielentwickler Naughty Dog auf die im Spiel enthaltene Ludonarrative Dissonanz. Im Spiel wird ein Überlebenskämpfer gespielt, der zufällig hunderte Gegner tötet, ohne (stark) emotional darauf zu reagieren.

Thalassophobie: Die Angst vor dem offenen Meer (Bedeutung, Definition)


Als Thalassophobie wird die starke und anhaltende Angst vor dem offenen Meer oder vor Meeresreisen bezeichnet.

Thalassophobie beschreibt die Angst von viel Wasser umgeben zu sein, die Angst vor der Einsamkeit auf dem Meer und die Angst weit weg von Land zu sein. Ebenso wird damit die Angst und Ungewissheit vor dem Unbekannten, was unter der Meeresoberfläche lebt, beschrieben.

Thalassophobie: Wie die Angst vor dem offenen Meer oder tiefem Wasser entsteht

Die Angst vor dem offenen Meer nährt sich dadurch, dass Unterwasser unbekannte Gefahren – wie z.B. Haie, Quallen oder andere gefährliche Meerestiere – lauern, dass bei einem Schiffsunglück kein rettendes Land in der Nähe ist oder dass die Einsamkeit sowie das Eingeschlossensein mit anderen auf einem Schiff unterträglich erscheint. Außerdem sorgt fehlender fester Halt – wie Land dies bietet – dafür, dass die eine gewisse Grundangst herrschen kann. Die irrationale Angst sich in Algen zu verfangen oder Opfer eines Fischangriffes zu werden, schwingt immer mit.

Gerade Menschen, die zwar aus den Medien von Boots- und Schiffsunglücken erfahren, aber selbst keine bis wenige Erfahrungen mit Boots- oder Schifffahrten gemacht haben, neigen zu einer Angst vor dem offenen Meer. Dagegen helfen nur Erfahrungen: Bootfahren, Schiffstouren und Kreuzfahrten können die Angst vor dem Meer abbauen.

Die Angst vor den Tiefen des Meeres entsteht auch dadurch, dass meist nicht sehr tief in das Wasser geschaut werden kann und somit nie genau ersichtlich ist, ob oder was sich unter den eigenen Füßen befindet.

Filme wie „Der weiße Hai“ und Fotoaufnahmen von Tiefseefischen, die teils sehr gruselig aussehen, lassen die Thalassophobie wachsen.

Auch weißt Thalassophobie auf den Umstand hin, dass Ozeane wenig erforscht sind und noch immer zu großen Teilen unbekannt ist, was dort Unterwasser lebt.

Was das Wort „Thalassophobie“ auf deutsch heißt

Das Wort „Thalassophobie“ setzt sich aus dem griechischen Wort „thalassa“ (θάλασσα) was „Meer“ bedeutet und dem griechischen Wort für Angst „phobos“ (φόβος) zusammen. Das griechische Wort für Angst ist als „Phobie“ in der deutschen Sprache bekannt.

Was ist Metakommunikation? Bedeutung, Definition


Metakommunikation ist die Kommunikation über die Kommunikation. Bei der Metakommunikation wird darüber geredet, wie geredet wird.

Wo kommt das Wort her?

Das Wort setzt sich aus dem griechischen Wort „Meta“ und dem lateinischen Wort für „Kommunikation“ zusammen. „Meta“ bedeutet in diesem Fall „über etwas“ oder „von oben“. „Kommunikation“ bezeichnet den Austausch und die Übertragung von Informationen.

Mit „Metakommunikation“ wird also von einem höheren Punkt darüber geredet, wie zwei Menschen sich einander mitteilen.

Welches Ziel hat die Metakommunikation?

Die Meta-Ebene ist eine höhere Ebene von der aus die Kommunikation betrachtet, analysiert und kritisiert wird. Es geht dabei darum, dass die Teilnehmer darüber berichten, wie sie die Kommunikation wahrgenommen haben und wie sie diese beurteilen. Ziel ist es zu überprüfen, wie Missverständnisse entstanden sind und ob die Kommunikation hilfreich/produktiv ist oder nicht.

Ein idealer Zeitpunkt existiert nicht: Die Metakommunikation kann vor, während und nach einem Gespräch stattfinden.

Wie wird kommuniziert?

Der Sprachforscher Friedemann Schulz von Thun hat die vier Teile einer Botschaft beschrieben.

Beispiel.: „Der Mülleimer ist voll!“ (In Klammern die Interpretation für das Beispiel.)

  1. Sach-Aussage: Gibt konkreten Fakt wieder. – (Der Mülleimer ist voll. Es passt nichts mehr rein. Physikalisch ist das korrekt.)
  2. Eigenoffenbarung: Gibt Informationen über Sender preis. – (Ich habe beobachtet, dass der Mülleimer voll ist und sehe hier Handlungsbedarf.)
  3. Beziehungsseite: Gibt das Verhältnis zwischen Sender und Empfänger wieder. – (Ich fordere dich auf den Müll herunterzubringen. Wir arbeiten schließlich zusammen. Ich verteile nur Aufgaben.)
  4. Appell: Aufforderung an den anderen. – (Bring den Müll runter.)

Die Sach-Aussage (Sachebene) gibt einfach nur wieder, was ein Sprecher beobachtet hat. Aber Sprache beinhaltet mehr als Informationen, sondern es geht auch, um die Beziehung zum Sprecher und den Zweck der Aussage. Der Sprecher, der feststellt, dass der Mülleimer voll ist, verbindet damit wohl auch die Aufforderung, dass der Empfänger der Botschaft den Mülleimer leeren soll. (Appell). Das wiederum zeigt in welchem Verhältnis die beiden zueinander stehen: Der Sender erteilt dem Empfänger der Botschaft eine indirekte Anweisung. (Ob der Empfänger dies auch so interpretiert, ist natürlich fragwürdig.)

Probleme in der Kommunikation entstehen, wenn die Sprecher sich dieser Ebenen nicht bewusst sind und deswegen einander missverstehen, da sie auf unterschiedlichen Ebene reden.

Metakommunikation gilt auch für nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik, Haltung). Beispiel: „Nun guck nicht so!“

Wann das Reden über das Reden stattfinden sollte:

Grundsätzlich gilt, wenn Gesprächspartner den Eindruck haben, dass sie im Thema nicht weiterkommen, an einander vorbei reden oder wenn zum wiederholten Male das gleiche Thema behandelt wird, ist es sinnvoll darüber zu reden, wie geredet wird.

Insbesondere ist die Metakommunikation sinnvoll, wenn das Gespräch destruktiv, unproduktiv und nicht hilfreich ist.

„Metakommunikation“ ist hierbei das Feedback an den anderen, wie das Gesagte wahrgenommen und empfunden wird.

Regel für die Metakommunikation

Für die Metakommunikation gibt es wenige Regeln:

  1. Es spricht immer nur einer.
  2. Die andere Person hört zu.
  3. Es wird sich bemüht den anderen zu verstehen.
  4. Beide geben darüber Auskunft wie sie das Gespräch wahrgenommen haben.
  5. Beide bleiben beim Thema.
  6. Auf Beschimpfungen wird verzichtet.
Was ist das „Fleisch-Paradox“? Bedeutung, Definition


Bezeichnung für den Umstand, dass Menschen Tiere lieben, mit ihnen mitfühlen und Gewalt gegen sie ablehnen, aber sie bzw. ihr Fleisch gleichzeitig gerne und genüßlich essen.

Wer Fleisch isst, glaubt Tiere leiden weniger

Die drei australischen Forscher, Steve Loughnan, Brock Bastian und Nick Haslam, haben nachgewiesen, dass das Essen von Fleisch in vielen Menschen einen moralischen Konflikt auslöst: den zwischen Mitgefühl und der Lust auf Fleisch. Niemand möchte das Tiere leiden oder getötet werden. Als Reaktion auf diesen Konflikt wenden Menschen Vermeidungsstrategien an. Unter anderem sprechen Fleischesser den Tieren, die sie essen, geistige Fähigkeiten, eine Leidensfähigkeit und die Ähnlichkeit zum Menschen ab.

Wenn Menschen Tiere als menschenähnlich betrachten, so entscheiden sie sich eher dafür, dass die Tiere Schmerzen empfinden – als Reaktion auf diese Entscheidung, essen sie diese Tiere nicht. Das erklärt auch, warum einige Menschen keine Säugetiere oder Vögel essen, aber weiterhin Fische essen.

Weiterhin ermittelten die Forscher, dass Menschen sich vor und nach dem Fleischessen in dem moralischen Dilemma befinden.

Es gilt natürlich weiterhin, dass die Sorge um das Tierwohl die Lust auf Fleisch verringern kann.

Die Experimente: Essbarkeit und Mitgefühl

Die Forscher befragten Menschen in Amerika, Hong Kong, Indien und Kanada wie sie die geistigen Fähigkeiten von Tieren einschätzen und für wie essbar sie die Tiere halten. Heraus kam, dass die Menschen die geistigen Fähigkeiten eines Tieres abwerteten, je mehr sie es als Nahrungsquelle wahrnahmen.

In einer weiteren Untersuchung gaben die Forscher einer Versuchsgruppe Nüsse und einer anderen Rindfleisch. Nach dem Verzehr fragten die Forscher wie sehr die Probanden die Leidensfähigkeit der Kuh einschätzten. Die Gruppe, die das Rindfleisch gegessen hatte, schätzte die Leidensfähigkeit einer Kuh niedriger ein als die Gruppe, die die Nüsse gegessen hatte.

Fleisch und Kognitive Dissonanz: Hauptsache nicht widersprüchlich handeln

Das psychologische Phänomen hinter dem Fleischverzehr und dem Mitgefühl für Tiere heißt „kognitive Dissonanz“. Menschen wollen grundsätzlich nicht widersprüchlich handeln, aus diesem Grund finden sie eine Begründung für Verhalten bzw. Werte, die miteinander im Konflikt stehen.

Für das Fleisch-Paradox gilt:

  • „Tiere leiden und werden getötet, damit wir Fleisch essen dürfen“ oder
  • „Wir verzichten auf Fleisch, damit Tiere nicht leiden und getötet werden“

Das Paradox wird (vermeintlich) aufgelöst, in dem die Leidensfähigkeit der Tiere abgewertet wird:

  • „Tiere leiden kaum, der Tod geht schnell, dem entsprechend ist es ok, Fleisch zu essen“ und „Es ist für mich normal Fleisch zu essen. Ich betrachte es auch als natürlich und notwendig.“

Trennung von Fleisch und Tier

Das für das Schnitzel oder die Hähnchenbrust im Supermarkt ein Tier getötet wurde, kommt manchen gar nicht in den Sinn. Soweit ist die Trennung oder Entfremdung zwischen dem Fleisch als Produkt und dem Tier als Lieferanten gekommen.

Online-Enthemmungseffekt: Was ist das? Bedeutung, Definition


„Online-Enthemmungseffekt“ ist die Bezeichnung für den Effekt, dass durch die schützende Anonymität im Internet, fehlendes soziales Feedback und die praktizierte Textkommunikation, die Hemmschwelle sinkt andere zu beleidigen, hart zu kritisieren, zu verunglimpfen oder zu diffamieren.

Nutzer trauen sich in der Anonymität des Internets eher andere bloßstellen, herabzuwürdigen oder Lügen zu verbreiten, sowie zu gesetzlich verbotenen Handlungen aufzurufen oder strafbare/justiziable Äußerungen zu tätigen. Des Weiteren trauen sich Teilnehmer des Internets im Schutze der Anonymität Gedanken zu äußern, die moralisch fragwürdig, unmoralisch oder unanständig sind.

Die Enthemmung im Netz äußert sich unter anderem an Hassgruppen und -Foren, sowie in beleidigenden Kommentaren in sozialen Netzwerken und Online-Spielen. Der Enthemmungseffekt kann zu aggressivem Verhalten, Cyber-Mobbing und Cyber-Dating-Abuse führen.

Warum die Enthemmung Online schnell eintritt

Im Vergleich zum realen Leben ist im Internet auf vielen Portalen nur ein Spitzname nötig, um die Werke oder Erlebnisse anderer negativ und abwertend zu kommentieren – bishin zu persönlichen Beleidigungen und Drohungen. Das Internet ermöglicht nicht nur Anonymität, sondern erlaubt auch das Erstellen von Pseudonymen und verwenden von fingierten Charakteren.

Als Konsequenz auf Hass-Kommentare folgen lediglich Gegenkommentare und im schlimmsten Fall die Löschung des Accounts, sowie dass die zugehörige E-Mail-Adresse von einer weiteren Anmeldung abgehalten wird, in dem sie gebannt wird. Eine strafrechtliche Verfolgung ist nur möglich, wenn identifzierende Merkmale (IP-Adresse, Name, Anschrift,…) herausgefunden werden können.

Die Kommunikation im Internet findet textbasiert statt. Textkommunikation ist befreit von Mimik, Gestik, Tonfall und anderen körperlichen Reaktionen. Dies begünstigt den Online-Enthemmungseffekt, denn Autoren, die Hass-Kommentare veröffentlichen, erleben die Reaktion ihres Opfers nicht oder erst verzögert. Damit entsteht Distanz zwischen dem Gesagten und der Reaktion darauf.

Die Täter können die Reaktion des Opfers – außer es reagiert durch einen Kommentar oder ein Video – nicht sehen.

Online-Enthemmungseffekt: Anonymität und Mangelnde Impulskontrolle

Durch eine mangelnde Impulskontrolle und eine fehlende soziale Kontrolle werden Menschen anfällig für den Online-Enthemmungseffekt. Ein Denken über das eigene Denken und Tun setzt nicht ein, so dass ein geschriebener Kommentar einfach veröffentlicht wird. Das andere Personen Feedback von Angesicht zu Angesicht Feedback geben, findet ebenfalls nicht statt. Eher tritt das Gegenteil ein. Jemand der eine unmoralische, moralisch fragwürdige oder verletzende Aussage tätigt, kann Bestätigung durch anonyme Dritte erhalten.

Der Online-Enthemmungseffekt kann zu Hasskommentaren und Cybermobbing führen. Die deutsche Bundesregierung hat darauf unter anderem durch das NetzDG reagiert. Anbieter von sozialen Medien sind angehalten als Hasskommentar gemeldete Beiträge innerhalb einer kurzen Zeit zu löschen, sonst drohen empfindliche Geldstrafen.

Der Online-Enthemmungseffekt kann zu verschiedenen Auswüchsen führen: Opfer können geswattet oder gedoxxt werden. (Swatting = Bei der Polizei einen falschen Notruf abgeben, in der Hoffnung, dass diese die Wohnung des Opfers stürmt; Doxing = Adresse einer Person gegen ihren Willen im Internet veröffentlichen.)

Eine Reaktion auf den Online-Enthemmungseffekt und seiner Folgen ist unter anderem das Projekt von Jan Böhmermann „Reconquista Internet„.

Online-Enthemmungseffekt zusammengefasst

Der Online-Enthemmungseffekt tritt durch einen Verlust der Selbstbeherrschung auf. Dieser Verlust der Selbstbeherrschung wird möglich durch die Anonymität des Internets, fehlende soziale Kontrolle und schwache Konsequenzen auf Hasskommentare.

Postprandiale Somnolenz: Was ist das? Bedeutung, Definition


Medizinisch/Wissenschaftliche Umschreibung des Effektes, dass wir nach einem reichhaltigen und großen (Mittag)essen müde werden; auch bekannt als Mittagstief, Mittagsmüdigkeit, Fressnarkose, Fresskoma oder Suppenkoma.

Die beste Therapie gegen Postprandiale Somnolenz ist frische Luft oder Mittagsschlaf.

Wortbedeutung

„Post“ bedeutet = nach
„prandial“ bedeutet = Nahrung/Essen
„Somnolenz“ bedeutet = „Benommenheit“ oder „Schläfrigkeit“. Sie äußert sich durch Bewusstseintrübung bei erhaltener Ausprechbarkeit und Erweckbarkeit.

Wie Postprandiale Somnolenz entsteht:

  1. Durch das ankommende Essen im Verdauungstrakt wird das parasympathische Nervensystem aktiviert. Es sorgt für Ruhephasen und Erholung, damit das Essen verdauert werden kann.
  2. Kohlehydrate in Form von Zucker, der durch Säfte, Süßigkeiten oder Desserts aufgenommen wurde, muss im Blutstrom abtransportiert werden. Dafür schüttet der Körper Insulin aus, dass Glukosemoleküle und Aminosäuren in die Muskelzellen transportiert. Jedoch hat Insulin auf die Aminosäure Tryptophan keine Auswirkung, so dass ein Ungleichgewicht entsteht und Typtophan vermehrt im Gehirn zur Verfügung steht. Aus dieser Aminosäure wird nun Serotonin und das Schlafhormon Melatonin gebildet.

Welche Nahrungsmittel müde machen

Wurde bisher angenommen, dass Kohlenhydrate müde machen, so haben US-amerikanische Wissenschaftler der Universität Bowling Green State im Bundesstaat Ohio festgestellt, dass Eiweiße und Salze schwerer zu verdauen sind und eher zur Müdigkeit führen. Der Aufwand für den Körper diese Lebensmittel zu verarbeiten, ist höher als bei Kohlenhydraten.

Was hilft gegen Mittagsmüdigkeit?

  1. Keine übergroßen Portionen essen. Essen Sie langsam, kauen Sie ausreichend und hören Sie auf mit Essen, wenn Sie sich voll fühlen.
  2. Verzichten Sie auf Fruchtsäfte, Süßspeisen und Desserts. Sie sind sogenannte „schnelle Kohlehydrate“ die für die Insulinausschüttung sorgen.
  3. Frische Luft und Bewegung helfen gegen Müdigkeit. Anstatt sich hinzusetzen, können sie einen kleinen Spaziergang machen.
  4. Etwas Mittagsschlaf (auch Power-Nap genannt) sorgt für Entspannung und Regeneration.
Arschengel: Wer oder was sind die Arsch-Engel von Robert Betz?


Bezeichnung für nicht-gemochte Menschen, die negative Gefühle (wie Ärger, Wut, Enttäuschung, Ohnmacht, Hilflosigkeit, usw.) in uns auslösen, in dem sie etwas tun, etwas sagen das verletzt oder etwas nicht tun, was erwartet wurde. Die erlebte Reaktion weißt auf unverarbeitete und nicht-gelebte Gefühle hin, die für Unfrieden mit sich selbst sorgen.

Als ein Beispiel nennt Robert Betz unter anderem die ordentliche Mutter, die sich über ihre unordentliche Tochter aufregt. Während die Mutter ihre Ordentlichkeit mit jeder Faser lebt, so hat sie die Unordentlichkeit ausgeklammert. Damit ist das System nicht im Gleichgewicht. Die Tochter wird nun unordentlich, damit im System beide Pole vorherrschen. Damit ist die Tochter für die Mutter ein Arschengel und weißt die Mutter – durch die Gefühle die die Mutter erlebt – auf das unverarbeitete hin.

Weitere Arschengel-Beispiele:

  • Eine Zurechtweisung durch den Chef.
  • Kritik anderer Leute.
  • Personen, die denken das sie alles wissen und ihre Meinungen stets kundtun.
  • Personen, die abfällig über andere reden.
  • Menschen, die Emotionen in uns auslösen. Menschen die uns triggern.

Arschengel sind auch Menschen deren Verhalten man ablehnt oder die Eigenschaften aufweisen, die man ablehnt.

Folgende Gefühle können durch einen Arschengel erlebt werden:

  • Ärger
  • Wut
  • Enttäuschung
  • Ohnmacht
  • Hilflosigkeit / Kleinheit
  • Hass
  • Eifersucht
  • Neid
  • Missgunst
  • Schuld
  • Trauer
  • Scham

Kofferwort Arschengel

Das Kofferwort „Arschengel“ verwendet Robert Betz, da die Menschen, die negative Gefühle in uns auslösen, meistens als „Arsch“ bezeichnet und abgetan werden.

Der Vestand verurteilt diese Menschen, als Arsch, Idiot, Bekloppter oder Verrückter. Mit dieser fast schon Entwertung der Person ist eine Rechtfertigkeit für die eigenen Gefühle und Regungen gefunden. In diesem Sinne wird die Verantwortung für Gefühle der Wut, des Ärgers, der Enttäuschung oder der Ohnmacht anderen gegeben. Doch das ist der falsche Ansatz, denn jeder kann für seine Gefühle verantwortung übernehmen. (Hier wird gern die Frage gestellt, wem denn der Ärger gehört bzw. wer diesen erlebt. Der Person, die den Ärger ausgelöst hat oder der Person, die den Ärger erlebt. Antwort: Natürlich der Person, die den Ärger erlebt und empfindet.)

Die Arschengel haben deswegen eine wichtige Funktion. Sie weisen auf Gefühle hin, die in uns (vielleicht verschlossen) ruhen und nicht gelebt werden. Aus diesem Grund, sind Menschen, die negative Gefühle auslösen, auch Engel, weil sie auf unverarbeitete oder nicht-gelebte Gefühle hinweisen. Hierbei geht es auch darum, dass ein Gleichgewicht entsteht und dies ist möglich, in dem verschlossene Gefühle zugelassen oder gelebt werden. (Hier ist auch ein Ansatz von Robert Betz, denn die moderne Gesellschaft zeigt dazu, Gefühle zu unterdrücken und nicht auszuleben. Das ist keine nachhaltige Lösung und kann andere Probleme wie Krankheiten nach sich ziehen.)

Arschengel können aufgelöst werden, in dem sie umarmt werden und der Engel in ihnen gesehen wird. Dafür muss der Arschengel als Geschenk betrachtet werden. Dies im ersten Moment gar nicht so leicht.

Deswegen sollte stets gefragt werden:

  • Was hat der Arschengel mit mir zu tun?
  • Welche Gefühle löst der Arschengel in mir aus? (Warum beschäftigt mich dies teilweise Jahre später noch?)
  • Was will der Arschengel mir sagen?
  • Was übersehe ich?

Medien zu den Arschengeln

  • „Frieden mit meinen ‚Arsch-engeln'“ ist ein Hörbuch von Robert Betz. Du findest es auf Amazon hier* (Externer Link zu Amazon und Provisionslink).
  • „Arschengel“ heißt Taschenbuch von Silvia Lemon.
  • „Arschengel-Liebe“ ist ein Taschenbuch von Gisela Schmitz.

Arschengel-Schmuck

Auf funkelkram.de und in verschiedenen dawanda-Shops wird Arschengel-Schmuck verkauft. Dieser Schmuck zeichnet sich dadurch aus, dass im Schmuck ein umgedrehtes Herz enthalten ist, so dass dieses aussieht wie ein Po – (Also der der Arsch). Über dem umgedrehten Herz sind Flügel und darüber eine Kugel, die den Kopf symbolisiert. Diese Darstellungsweise ist clever, da sie durch ihre Doppeldeutigkeit den Engel und den Arsch repräsentiert.

Eine weitere Figur ist der Arschengel-Po. Hierbei steht der Arschengel auf einem Plättchen fest und nur seine Flügel, sein Po und seine Beine sind sichtbar.

Verbreitung des Ausdrucks Arschengel

Seit Sommer 2010 verbreitet sich der Ausdruck stark in Deutschland. Interessanter Weise hat der Ausdruck stets hohe Suchnachfragen um Weihnachten herum. In folgenden Monaten suchten die Deutschen bei Google.de am meisten nach „Arschengel“: Januar 2011, Dezember 2011, Dezember 2012, Dezember 2013, Dezember 2015, Dezember 2017. (Warum dies so ist, ist unklar.)

In seinem Buch „Muss ich mir das bieten lassen?“ – veröffentlicht im März 2010 – führte Robert Betz den Begriff des Arschengels ein.

Sologamie – Wenn Singles sich selbst heiraten


Sologamie wird ein neuer Hochzeitstrend genannt: Singles, die gerne heiraten wollen und partnerlos sind, heiraten einfach sich selbst. Sie veranstalten eine Hochzeitsfeier, tragen ein Brautkleid, halten eine Zeremonie ab und stecken sich selbst einen Ring an – alles ohne Bräutigam.

In der Regel vollziehen Frauen – in ihren 30er Jahren – eine Einzelhochzeit und heiraten sich selbst.

Sologamie wird als Bekenntnis zu sich selbst, als Ausdruck von Selbstliebe beschrieben. Die Sologamie ist dabei Ausdruck, des Wunsches zu heiraten, jedoch ohne Partner.

Sie versprechen sich selbst auf ihrer Alleinhochzeit, dass sie sich selbst lieben, ehren und achten werden –  natürlich in guten wie in schlechten Tagen. Der Ring ist dabei nur symbolisch.

Ein anderes Wort für Sologamie ist „Selbstheirat“.

Die Alleinheirat ist in Europa rechtlich nicht anerkannt.

Sologamie-Angebote

Die Selbstheirat wird bei einigen Hochzeitsveranstalter angeboten. Diese Angebote heißen unter anderem „‚I Married Me“ oder „Self-Wedding“.

Auf imarriedme.com werden „I Married Me – Self-Wedding In-A-Box“ angeboten. Die kleinste Box mit Silberring kostet 50 US-Dollar.

Auf www.selfmarriageceremonies.com können Frauen, die sich selbst heiraten wollen, einen zehnwöchigen Kurs buchen, in dem sie – in einem E-amil-Programm – alles über ihre Alleinhochzeit lernen können. So unter anderem:

  • Thema der Hochzeit
  • Fragen zur Hochzeit
  • Zeremonielle Praktiken
  • Schreiben des Gelübdes
  • Ihre Verlobung
  • Folgen der Ehe
  • Hindernisse

Vorteile und Nachteile der Sologamie

Der Sologamie wird nachgesagt, dass sie Ausdruck eines Egoismus, Narzismus und einer Trotzreaktion sein sollen. Sie soll als Reaktion auf Enttäuschungen in langjährigen Liebesbeziehungen stattfinden. Gleichzeitig betonen Psychologen, dass die Selbstheirat als Therapie diene, um das Selbstvertrauen zu stärken.

Kritiker sagen der Sologamie nach, dass sie Ausdruck der Verzweiflung und Verbitterung von heiratenswilligen Frauen sein soll, die keinen Partner finden, der ihren Ansprüchen gerecht wird.

Einige Medien bezeichneten die Sologamie als traurigen Trend.

Bekannte Beispiele: Sologamie

Linda Baker heiratete schon 2003 sich selbst. Zu ihrem 40. Geburtstag schwor sie sich selbst ewige Treue. Zur Ihrer Einzelhochzeitsfeier gab es sieben Brautjungfern und 75 Gäste.

im Jahr 2003 wurde die Einzelhochzeit populär als die von Sarah Jessica Parker gespielte Figur „Carrie Bradshaw“ in der Serie Sex and the City sich selbst heiratete und ihre eigene Hochzeit veranstaltete.

Die Italienerin Laura Mesi heiratete sich selbst im Jahr 2007. Sie soll die erste Alleinverheiratete in Italien sein. Ihre Alleinhochzeit hat sie sich 10.000 Euro kosten lassen.

In Taiwan heirate Chen Wai Yi sich 2010 selbst.

Das Victoria’s-Secret-Model Adriana Lima heiratete 2017 sich selbst.

Genaue Bedeutung des Wortes Sologamie

„Sologamie“ ist ein zusammengesetztes Wort, dass aus dem italienischen Wort „Solo“, was „allein“ bedeutet, und dem griechischen Wort „gamie“ (Gamos), was mit Ehe übersetzt wird, besteht. Die Sologamie ist damit die Einzelehe bzw. Alleinehe.

Verbreitung von Sologamie

Erste signifikante Suchanfragen nach „Sologamie“ gingen bei Google.de im Juli und August 2015 ein. Eine starke Suchnachfrage gab es im Juni 2017.

Was ist Demisexualität? Bedeutung und Definition erklärt


Demisexualität ist eine Form der Sexualität bei der Menschen, nur sexuelle Anziehung empfinden, wenn sie eine starke emotionale Bindung und Vertrauen zu einer anderen Person aufgebaut haben. Dies ist meistens der Fall, wenn sie sich in einer romantischen Beziehungen befinden. Bis zu diesem Zustand gelten sie als asexuell.

Demisexuelle: Sekundäre sexuelle Anziehung vor primärer

Eine primäre sexuelle Anziehung findet bei Demisexuellen nicht statt. Das heißt, sie reagieren nicht mit sexueller Erregung auf das Aussehen, die Stimme, die Haltung oder die Bewegungsabläufe einer anderen Person. Sie nehmen eher die Merkmale der sekundären sexuelle Anziehung wahr. Diese beruht auf Persönlichkeitsmerkmalen wie Charakter, Humor usw. Laut Eigenauskunft kennen Demisexuelle nur sekundäre sexuelle Anziehung.

Sex für Demisexuelle

Demisexuelle entscheiden sich nicht, sondern empfinden einfach. Sex ist für Demisexuelle kein Trieb, der befriedigt werden oder dem nachgegangen werden muss, sondern sie drücken durch Sex Nähe, Liebe, Intimität, Vertrauen und Zuneigung aus. Dies drückt sich in dem Wunsch nach Emotionalität einer Beziehung und einem Kennenlernen einer anderen Person aus.

Demisexuellen wird nachgesagt, dass sie wenig mit P*rnos und erotischen Aufnahmen anfangen können, sowie sich über inhaltslose Flirt-Sprüche und Smalltalk wundern. Auch sind Demisexuelle nicht für One-Night-Stands zu haben, geschweige denn daran interessiert.

Jedoch gibt es selbst unter den Demisexuellen keine eindeutigen Einstellungen, die für alle, die sich als „Demisexuell“ identifizieren, gelten. So gibt es Demisexuelle die Sex befürworten, die Sex ablehnen oder Demisexuelle die dem Sex gleichgültig gegenüber stehen.

So gibt es Demisexuelle, denen die Vorstellung gefällt Sex zuhaben, nur brauchen sie dafür eine Person zu der sie eine tiefe emotionale Bindung haben. Auch ist Demisexuellen teils unverständlich wie Menschen miteinander Sex haben können, ohne sich besonders gut zukennen.

Von außen werden Demisexuelle manchmal als asexuell oder passiv wahrgenommen. Ihnen wird fälschlicherweise Unwissenheit und Desinteresse unterstellt.

Weiteres zur Demisexualität

Laut Statistik sollen rund ein Prozent der Bevölkerung demisexuell sein. Der Begriff „Demisexualität“ selbst tauchte um das Jahr 2008 zum ersten Mal auf.

Die Demisexualität positioniert sich zwischen der Asexualität und dem Sexualität, also zwischen jenen die kein Verlangen nach Sex empfinden und jene, die einfach ein Verlangen nach Sex empfinden.

Frauen passen leichter in das Muster der Demisexualität. Männer hingegen, denen ein starker Sextrieb ohne große emotionale Bindung allgemein nachgesagt, passen eher weniger in das Raster der Demisexualität.

Was ist Postangst? Bedeutung, Definition


„Postangst“ bezeichnet die Angst, Briefe zu öffnen. Menschen, die unter Postangst leiden, öffnen neue Brief zunächst nicht, aus Angst, dass der Inhalt des Briefes sich negativ auf ihr Leben auswirken könnte. Dieser vermeintliche negative Inhalt können Drohungen, Forderungen oder Mahnungen sein.

Je länger Menschen, die unter Post leiden, warten umso großer werden ihre Schuldgefühle. Diese empfinden sie teils als lähmend, so dass sie trotz Schuldgefühlen den Brief nicht öffnen. Die Schuldgefühle werden größer, je länger sie warten einen Brief zu öffnen, zu lesen und zu beantworten.

Vermeindliche Strategien gegen Postangst

Als vermeintliche Strategie gegen Postangst verstecken Menschen, die unter Postangst leiden, die Briefe unter Papierstapeln oder in Schubladen. Ziel ist es, dass die Briefe aus ihren Augen verschwinden.

Eine weitere – noch schlechtere – Stragtegie ist das Wegwerfen der Briefe. Hierbei entledigen sich Betroffene von Briefen ohne vorher in diese geschaut zu haben.

Die einzige Strategie um gegen die Postangst anzukommen, ist es die Postangst zu überwinden. Hier können Freunde oder Familie helfen, Briefe sortieren und diese gemeinsam öffnen.

Die Vermeidungsstrategien und das Vermeidungsverhalten sorgen dafür, dass Betroffene die Kontrolle verlieren und Probleme aufschieben oder verleugnen. Damit spielen sie zwar auf Zeit, aber die Zeit spielt gegen sie.

Welche Briefe und Absender lösen Postangst aus?

Insbesondere trifft die Postangst auf Briefe zu, die den Eindruck erwecken, eine Rechnung, einen Gebührenbescheid, eine Mahnung oder eine Amtsanweisung zu enthalten. Absender wie die GEZ, Anwälte, Verwaltungen, Krankenkassen oder Versicherungen können auch Postangst auslösen.

Betroffen von der Postangst sind meist überschuldete Menschen oder Personen, die mit Nachzahlungsforderungen oder anderen Forderungen rechnen. Diese wollen keine weiteren Mahnungen oder Rechungen mehr lesen.

Teils öffnen Betroffen auch Briefe von Freunden nicht. Dies geschieht aus Angst vor dem sozialen Druck zeitnah auf freundliche Briefe zu antworten oder sich über andere Wege zu bedanken.

Postangst ist keine anerkannte Krankheit.

Als lateinischen Begriff wird teils „Epistulaphobie“ verwendet. „Epistulaphobie“ bedeutet auf deutsch: Angst vor Briefen.

Auch: Briefangst, Briefkastenangst, Briefkasten-Phobie

Was ist Logorrhoe? Bedeutung und Definition erklärt


Als Logorrhoe wird der Drang besonders viel und unkontrolliert in kurzer Zeit zu reden, bezeichnet. Wer unter Logorrhoe leidet, hat die Selbstkontrolle über das Gesagte bzw. Gesprochene verloren. Betroffen neigen dazu sich übermäßig mitzuteilen, ununterbrochen zu reden und teils auch inkohärent zu sprechen, sowie sich inhaltlich zu wiederholen und vermehrt das Thema zu wechseln. Sie erschaffen dabei teils neue Worte (Neologismen) oder bauen auch Laute in ihren Redefluss ein. Teils reden Betroffene auch unangenehm laut.

Die Logorrhoe wird teils auch als psychische Störung bezeichnet oder tritt mit psychischen Störungen auf. Bei manischen, paranoiden und schizophrenen Krankheiten kann eine Logorrhoe auftreten. Auch bei einer Demenz-Erkrankung kann die Logorrhoe ein Symptom sein.

Eine Logorrhoe kann auch ein Anzeichen für eine neurologische Erkrankung und/oder Schädigung des Frontallappens sein. Aber auch Menschen, die Alkohol getrunken, Kofeein oder Drogen zu sich genommen haben, neigen zur Logorrhoe.

Wer unter einer bipolaren Störung leidet, weist auch das Symptom Logorrhoe auf. Dabei reden Betroffene endlos und bauen Beschimpfungen sowie Beleidigungen in ihre Monologe ein. Sie reden ohne Punkt und Komma über belanglose Dinge.

„Logorrhoe“ ist nicht in der ICD-10 gelistet.

Was bedeutet Logorrhoe auf deutsch?

Logorrhoe bedeutet auf deutsch: Sprechdurchfall, Redesucht oder krankhafte Geschwätzigkeit. Vulgär wird Logorrhoe als „verbaler Dünnschiss“ übersetzt. In der medizinischen und psychologischen Fachsprache wird auch „Polyphrasie“ gesagt. Eine andere Schreibweise für Logorrhoe ist „Logorrhö“.

„Logorrhoe“ ist ein Fachbegriff aus der Psychologie und hat sich mittlerweile in die Umgangssprache ausgebreitet. Die Psychologie unterscheidet zwischen inkohärente (Patienten reihen Worte ohne Sinne aneinander) und kohärente Logorrhoe.

Woher kommt der Ausdruck „Logorrhoe“?

Der Ausdruck „Logorrhoe“ ist mit dem Wort Diarrhoe verwandt. Diarrhoe ist der wissenschaftliche Begriff für Durchfall. „Logorrhoe“ ist eine Abwandlung davon. Das griechische Wort „logo“ bedeutet „Wort“ oder „Rede“. Das griechische Wort „rhoe“ bedeutet „fließen“.

Weiteres zur Logorrhoe

In der Umgangssprache wird der Ausdruck „Logorrhoe“ mittlerweile auch verwendet. Hierbei wird Menschen, die besonders viel und ohne Pause reden, vorgeworfen, dass sie unter Sprechdurchfall leiden.

Auch in der Medienkritik wird der Ausdruck „Logorrhoe“ mittlerweile verwendet, um Kritik am Medienverhalten einiger Teilnehmer zuüben. Diesen wird dabei vorgeworfen, dass sie alles Erlebte kommentieren (müssen) oder, dass sie zu allem, was im Internet (auf Facebook, Twitter oder in den Medien) veröffentlicht wird, ihre Meinung kundtun (müssen). Dabei wird kritisiert, dass Hemmschwellen sinken und Teilnehmer der Online-Medien sich in den Online-Medien verlieren. (Siehe: Online-Enthemmungseffekt)

„Logorrhö“ heißt ein Lied von Pago Balke.

Fear of missing out / FOMO – Bedeutung erklärt


„FOMO“ ist Abkürzung für Fear of Missing Out. Auf deutsch kann „Fear of Missing Out“ als „Angst, etwas zu verpassen“ übersetzt werden. Bei der „Fear of Missing Out“ geht es darum, dass jemand Angst hat, ein Erlebnis oder ein Ereignis zu verpassen.

Die Angst, etwas zu verpassen, ist an sich nicht schlimm. Diese Angst hat jeder einmal im Leben. Doch wenn die Kompetenz fehlt, damit umzugehen, dann kontrolliert die Angst, etwas zu verpassen, das eigene Leben und das Verhalten.

Das „Angst, etwas zu verpassen“ ist kein medizinisch anerkanntes Krankheitsbild.

Was ist mit Fear of Missing Out gemeint?

Mit der Fear of Missing Out ist die zwanghafte Sorge gemeint Informationen, soziale Interaktionen, Erfahrungen, befriedigende Ereignise oder aktuelles Tagesgeschehen zu verpassen. Dieses Gefühl wird durch die sozialen Medien und die ständige Erreichbarkeit verstärkt. Deswegen wird die FOMO auch als erste „Social-Media-Krankheit“ bezeichnet.

Bei einigen verursacht der Glaube, dass sie ein spannendes Ereignis verpasst werden könnte Stress. Dies wird durch soziale Medien und Online-Medien verstärkt, da Rezipienten hier immer Neuigkeiten erfahren, wenn sie z.B. eine Webseite besuchen oder eine App öffnen. Das ist auch genau das süchtig machende Konzept dieser Medien. Obwohl die Qualität neuer Informationen teils niedrig oder mittel ist, schauen Nutzer sich diese an, in der Hoffnung etwas spannendes (und relevantes) zu finden. Diese Suche ist angetrieben von der Erfahrung, dass sie in der Vergangenheit schon einmal etwas spannendes auf der Webseite oder in der App gesehen haben.

Symptome der Fear of Missing Out / FOMO

Wer unter einer FOMO leidet, kann folgende Symptome zeigen:

  • Traurigkeit, wenn man alleine ist
  • Angst, dass Freunde sich entfernen, wenn man nicht sofort auf ihren Social-Media-Beitrag reagiert
  • Nervosität, dass man nicht weiß was gerade los ist
  • Probleme, beim Konzentrieren oder Lernen

FOMO ist eine Übungssache. Je mehr man seinen Bedürfnis nach Informationen nachgibt, umso größer wird es.

FOMO verursacht Stress und kann zur Erschöpfung führen.

Motive der Fear of Missing Out / FOMO

Wer unter Fomo leidet, ist von schiedenen Grundmotiven getrieben.

1. Wunsch nach Anschluss

Die Angst aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden, falls eine Neuigkeit oder Neuerung verpasst wird, treibt Menschen an sich stets auf dem Laufenden zu halten. Auch geht damit einher, dass jemand, der nicht auf dem neusten Stand ist, rückständig oder veraltet wirkt. Damit ist die Angst verbunden, nicht an Gesprächen teilnehmen zukönnen, weil aktuelle Informationen unbekannt sind.

2. Wunsch nach Anerkennung

Als Erster etwas Neues zu wissen oder zu erfahren, treibt einige dazu an, sich dauerhaft mit Neuigkeiten zubeschäftigen. Dabei möchte die Person zum Kreis derer gehören, die als erstes von einer neuen Möglichkeiten, Einladung oder einer neuen Information erfahren haben.

3. Wunsch nach Sicherheit

Auf dem aktuellsten Stand zu sein, sorgt dafür, dass jemand stets über aktuelle Entwicklungen Bescheid weiß und so kurzfristig (und schnell) reagieren kann.

4. Wunsch nach Kontrolle

In einer Welt, die sich schnell verändert, kann schnell der Eindruck stehen, dass jemand die Kontrolle verliert, wenn er nicht Bescheid weiß. Deswegen lassen einige konstant Informationen auf sich einprasseln, um zu versuchen immer Bescheid zu wissen.

Was hilft gegen die Fear of Missing Out / FOMO?

Gegen die Fear of Missing, also die Angst etwas zu verpassen, helfen zum ersten zwei Grunderkenntnisse:

  1. „Ich werde mit irrelevanten Informationen überflutet.“
  2. „Etwas nicht zu wissen oder später zu erfahren, bedeutet keinen Schaden für mich.“

Gerade, wenn jemand erkennt, dass doch viele Informationen keine Relevanz für das eigene Leben haben, kann diese Person die Kontrolle über ihre Fear of Missing Out zurückgewinnen. Zum Beispiel ist es komplett irrelevant wie die Aktien stehen, wenn man keine Aktien hat. Auch muss man nicht wissen, was Person X über Person Y gesagt hat. Das hat für das eigene Leben keine Relevanz und es schadet auch nicht, etwas nicht zu wissen oder erst später davon zu erfahren. Es ist auch egal, wann ich etwas erfahre. Ob die Informationen mehrere Minuten oder Stunden alt ist, ändert am Informationsgehalt nichts!

Um die Relevanz einer Information zu bewerten, kann folgende Frage gestellt werden: Verändert die Information mein Leben? oder: Bringt mich die Information weiter?

Wer erkannt hat, ob eine Informationen einen weiterbringt oder nicht, kann die Zeit an elektronischen Geräten einschränken. Das Handy muss beim Sport nicht dabei sein oder darf fehlen, wenn man am Strand liegt. Der Feierabend ist auch ohne Handy überlebbar.

Regeln gegen FOMO

Hier helfen einfache Regeln wie:

  • Im Bett wird geschlafen. Smartphones sind hier tabu.
  • Wenn ich spontan an das Handy greifen will, halte ich kurz inne, bevor ich das mache. Dieses innehalten, können z.B. 5 tiefe Atemzüge sein oder es kann ein kurzer Gang an die frische Luft sein.

Gegenbewegung: Joy of Missing Out (JOMO)

Als Reaktion, auf eine um sich greifende FOMO, bildete sich die JOMO heraus. JOMO bedeutet „Joy of Missing Out“ und heißt auf deutsch: „Freude, etwas zu verpassen“. Damit ist gemeint, dass Menschen absichtlich eine gewisse Zeit nicht auf ihre Handy schauen, nicht im Internet surfen oder Nachrichten nicht verfolgen. In dieser Zeit sind sie mit anderen Dingen beschäftigt, wie Sport, Freunde treffen oder sie sind in der freien Natur unterwegs.

JOMO dient der Erholung und damit dem Gewinnen von neuer Energie.

Weiteres zur Fear of Missing Out / FOMO

FOMO, Kryptowährungen und Bitcoin

Im Zuge des Bitcoin-Hypes wird auch von „FOMO-Investoren“ gesprochen. Damit werden Investoren bezeichnet, die aus Angst den Bitcoin-Hype zu verpassen, investieren.

Was ist Fremdschämen? Wie entsteht es? Bedeutung, Definition


Fremdschämen bezeichnet das Gefühl der Scham für die erlebte Verletzung von Normen und Werten durch andere, ohne dass diese Scham für ihre Taten empfinden.

Fremdschämen bedeutet, dass jemand das Auftreten oder Verhalten einer anderen Person peinlich findet. Diese Fremdscham wird dabei teils als unerträglich empfunden und sie wird nicht freiwillig empfunden. Für die Person, die sich fremdschämt, ist es teils unerklärlich und verwunderlich wie sich jemand so peinlich verhalten kann, ohne dass der Person das bewusst ist.

Das Substantiv zu Fremdschämen ist „Fremdscham“.

Der Ausdurck „Fremdschämen“ kann auf zwei Arten verstanden werden:

  • Jemand schämt sich für einen Fremden.
  • Jemand schämt sich als Fremder.

2009 wurde das Wort „fremdschämen“ in den Duden aufgenommen.
2010 wurde „fremdschämen“ zum Österreichischen Wort des Jahres gewählt.

Neurologie: Wie Fremdschämen entsteht

In unserem Gehirn gibt es Spiegelneuronen, auch Spiegelnervenzellen  genannt. Dies sind Nervenzellen, die aktiv werden, wenn wir etwas selbst tun oder ein Verhalten bei anderen beobachten. Sie helfen uns Empathie zu empfinden. Wenn sich z.B. jemand verletzt, so empfinden wir Empathie und können etwa nachempfinden, wie sich die Verletzung wohl anfühlt. Hier waren die Spiegelneuronen aktiv. (Man kann sagen, dass das Gehirn nicht sofort unterscheidet, ob wir etwas selbst erleben oder nur beobachten.)

Wenn nun jemand etwas peinliches macht, dann können wir das auch nachempfinden und setzen dies in Relation zu uns selbst. Das Gehirn hilft hier eine Vorstellung davon zugewinnen, wie sich das Beobachtete für einen selbst anfühlen würde. Die Spiegelneuronen feuern dafür und lassen uns das Beobachtete nacherleben. Das Ergebnis ist, wenn jemand Fremdscham empfindet: Nach dem eigenen moralischem Kompass mag das Verhalten eines anderen peinlich sein und man würde dies selbst nicht tun. Deswegen wird die Scham für einen Fremden empfunden. (Auch wenn der Fremde davon nichts weiß und seine Hemmschwelle niedriger als die eigene liegt.)

Wie stark jemand fremdscham empfindet, ist abhängig von der Ausbildung der Empathie, der Wahrnehmung der Welt und dem eigenen Peinlichkeitsempfinden. Außerdem spielt eine große Rolle, wie eine Person mit ihrem eigenen Peinlichkeitsempfinden umgeht.

Auch wird in der Forschung vermutet, dass jene Menschen sich eher fremdschämen, die in ihrer Kindheit die Unterscheidung zwischen fremden und eigenen Gefühlen nicht gelernt haben.

Beispiele zu Fremdschämen

Folgende Dinge und Themen eignen sich gut zum Fremdschämen:

  • Aussehen, Auftreten, Kleidung und/oder Verhalten anderer
  • Einige Fernsehsendungen
  • Erbrechen, (ein)Koten oder Urinieren in der Öffentlichkeit
  • Schlechte Auftritte vor Publikum
  • Unangemessene oder schlechte Witze
  • Unangemessene Kleidung
  • Verhalten von Deutschen im Ausland

Zitate und Sprachbeispiele:

  • „Ich konnte nicht anders als mich fremdzuschämen.“
  • „Ich fremdschäme mich für meine Mitbürger.“
  • „Wenn ich ihr zuschaue, kann ich nicht anders als mich fremdzuschämen.“
  • „Deutsche im Ausland kannst du nicht beobachten, ohne dich zu schämen.“

Englische Begriffe für „Fremdschämen“

In der englischen Sprache ist das Phänomen des Fremdschämens auch bekannt. Dafür gibt es verschiedene Begriffe:

  • External Shame
  • Vicarious embarrassment
  • secound-hand embarrassment
  • to feel embarrassed for someone else

„Fremdschämen“ in der Musik

Deutsche Musiker verwenden den Ausdruck „Fremdschämen“ auch in ihren Texten und sorgen so für die Verbreitung des Ausdrucks. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Eko Fresh – Lied: „1000 Bars“ – Liedzeile: „Fiktive Fantasy-Fighter, fühle Fremdschämen“
  • Silla – Lied: „Die letzten ihrer Art“ – Liedzeile: „Bei eurem Rap krieg ich Fremdschämen“
  • Eunique feat. Azzi Memo – Lied: „Bluff“ – Liedzeile: „Fremdschämen-Bars woll’n mir nah sein“
  • KC Rebell feat. Money Boy – Lied: „Swagga Alarm“ – Liedzeile: „Ich verspüre bei deinen Videoblogs fremdschämen“
  • Architekt – Lied: „Verwahrloste Lines“ – Liedzeile: „Heißt miteinander fremdschämen“
  • Prinz Pi – Lied: „Totlachen“ – Liedzeile: „Ihr gebt Grund zum Fremdschämen“
  • Prinz Pi – Lied: „Wolken vor dem Mund“ – Liedzeile: „Diese sogenannten Rapper feiern Fremdschämen-Freudenfeste“
  • Haftbefehl – Lied: „Bruda Hin Bruda Her“ – Liedzeile: „Ich guck dich an und muss mich fremdschämen“
  • Capo – Lied: „Das ist OF/FFM“ – Liedzeile: „Ihr würdet euch fremdschämen, wenn ihr unser Leben hier im Dreck sehen würdet“
  • NOFX – Lied: „Insulted By Germans“ – Liedzeile: „I mean man muss sich ja fremdschämen“
  • Why SL Know Plug – Lied: „Kanye Hurensohn West“ – Liedzeile: „Es ist fremdschämen was du motherf*cker machst“
  • MC Smook – Lied: „Wähl‘ nicht die AfD“ – Liedzeile: „Sorry, armes Deutschland, Fremdschämen“
  • Captain Gips – Lied: „Cap Is Back“ – Liedzeile: „Ihr seid der Grund, warum ich mich so fremdschäme“
  • Optimuz – Lied: „Hassknecht“ – Liedzeile: „fremdschäme mich für meine Zunft“
  • Cashmo – Lied: „64 Bars“ – Liedzeile: „Mode rap – jeder rappt von loui oder gucci; Fremdschämen“
  • Ansa – Lied: „Die Ans“ – Liedzeile: „Gesamtbild zum Fremdschämen“
  • ERRdeKa – Lied: „Your little Girl“ – Liedzeile: „Draußen laufen Männer, da muss ich mich sogar fremdschämen“
  • Morlockk Dilemma feat. JAW – Lied: „Respektzoller“ – Liedzeile: „scheiß auf Vollidioten und Fremdschämer“
  • GGFI. – Lied: „Kann Das Sein?“ – Liedzeile: „Ja kann schon sein unsere Jugend ist zum Fremdschämen“
  • Pak official – Lied: „Senchamodus“ – Liedzeile: „Hab das Fremdschämen aufgegeben im Internet“
  • Deeooh – Lied: „Traumtänzer“ – Liedzeile: „Fremdschämen, wenn ich seh wie sie sich überordnen“