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Welches sind die 6 Liebesstile nach John Alan Lee? Erklärung


Liebe ist nicht kategorisierbar. Liebe ist frei. Das heißt es immer. Dennoch gibt es Konzepte, wie das des kanadischen Soziologen John Alan Lee, das sechs Liebesstile aufzeigt. Hierbei handelt es sich um Stile, in denen Menschen in der Lage sind, zu lieben. Was es damit auf sich hat, wird in diesem Beitrag behandelt.

6 Liebesstile nach John Alan Lee

Menschen sind auf unterschiedliche Weise in der Lage, zu lieben. Dazu zählt nicht nur die romantische Liebe, mit der das Wort „Liebe“ häufig gleichgesetzt wird. Wer seinen Partner und dessen Liebesstil versteht, wird schnell bemerken, ob die Bedürfnisse zusammenpassen oder nicht. Welche Liebesstile es gibt, zeigen wir in den folgenden Punkten.

Das Konzept der sechs Liebesstile umfasst nicht nur klassische Liebesbeziehungen (hetero- sowie homosexuelle), sondern auch Freundschaften und andere Bindungsformen. In erster Linie sind sie dazu gedacht, die eigene Beziehung besser zu verstehen. Sie sorgen für Selbsterkenntnis, um die eigenen Bedürfnisse besser zu erkennen und auszudrücken.

Auch der Partner weist oftmals einen speziellen Liebesstil auf, der ebenfalls dank des Konzepts von Lee erörtert und verstanden werden kann. Bringen die Partner zwei unterschiedliche Liebesstile mit, so ist es einfacher, Kompromisse zu finden und einander zu verstehen.

Häufig haben Menschen nicht nur einen Liebesstil, sondern ein Mischungsverhältnis aus mehreren der folgenden Stile. Wer seinen eigenen Stil kennt, kann bei der Partnerwahl vermehrt darauf achten, ein passendes Gegenstück zu finden.

Primäre Liebesstile

Eros – die leidenschaftlich romantische Liebe

Der Eros ist in der westlichen Welt am meisten verbreitet. Er verlangt nach einer starken emotionalen Bindung. Gezeichnet wird er von sexueller und körperlicher Anziehung sowie Leidenschaft und Sexualität.

In der Nähe des Partners zeigen sich starke Gefühle, Zärtlichkeit und Erotik. Die Nähe des Gegenübers wird immer wieder aufs Neue gesucht. Der Nachteil darin liegt, dass die Gefühle nur maximal drei Jahre halten, bis der sogenannte „Rosa-Rote-Brille-Effekt“ verflogen ist.

Kommt es zu Streit und Meinungsverschiedenheiten, so leidet dieser Liebestyp am meisten. Die Liebe genießt eine hohe Wichtigkeit und Emotionalität.

Ludus – die freie unverbindliche Liebe

Bei dieser Liebesform ist der Drang nach Vergnügung immens. Eine vertiefte romantische Liebesbeziehung steht nicht im Fokus, sondern ausschließlich der Spaßfaktor. Die Partner wechseln häufig, oft gibt es mehrere parallele Liebschaften. Die Liebe bringt Leichtigkeit mit sich und vermeidet Stress. Liebeskummer nach Trennungen treten selten auf.

Die Beziehung bleibt häufig oberflächlich, wodurch die Erfüllung ausbleibt. Oft wird auch versucht, die Leere mit der Bestätigung anderer zu füllen, beispielsweise durch sexuelle Handlungen oder gar Sexsucht. Nymphomanie zeugt nicht selten aus einer inneren Leere.

Storge – die freundschaftliche Liebe

Die freundschaftliche Beziehung (Storge) bringt viele Vorteile mit sich, denn wenn sie eine gute Basis besitzt, kann sie für lange Beziehungen sorgen. Sie ist geprägt von tiefem, gegenseitigem Verständnis. Der Charakter und die Persönlichkeit werden wertgeschätzt. Storge ist ein sehr harmonischer Liebesstil.

Doch wenn es zu harmonisch und freundschaftlich wird, dann bleibt die Leidenschaft aus. Es kommt zu einer sporadischen Beziehung, bei der es besser gewesen wäre, wenn es nie über die Freundschaft hinausgegangen wäre. Zudem können zu viele Gemeinsamkeiten eine Beziehung einschläfern.

Sekundäre Liebesstile

Mania – die obsessive Liebe

Die besitzergreifende Liebe zeugt häufig von einem sehr geringen Selbstwertgefühl, welches durch die Bindung zu einer anderen Person kompensiert werden soll. Der Partner wird in den Himmel gehoben. Überdies muss sich die Person stets in einer Beziehung befinden.

Dieser Liebesstil ist von vielen Hochs und Tiefs geprägt. Emotionale Achterbahnfahrten gehören zum Alltag. Höhenflüge und Ängste gehen Hand in Hand. Weiterhin wird der Partner stets überwacht. Es artet in eine Art Besessenheit aus, die nach viel emotionaler und körperlicher Nähe des Partners verlangt. Die Besitzansprüche sind immens, genauso wie die ständigen Eifersuchtsattacken.

Pragma – die pragmatische Liebe

Das Pragma ist von materiellen und sozialen Vorteilen geprägt. Dieser Liebesstil ist am seltensten zu finden, meist in höheren Klassen, wo das Ansehen eine wichtige Rolle spielt. Kommt es hier zu Seitensprüngen, so ist ein Beziehungsaus eher unwahrscheinlich. Menschen mit diesem Liebesstil sind bodenständig und suchen häufig nach Lösungen, wie einer therapeutischen Unterstützung.

Es geht um die Erfüllung der Wünsche des Partners, wodurch dieser Liebesstil häufig von großen Erfolgen geprägt wird. Liebesähnliche Gefühle können auftreten.

Doch die Erfüllung der beruflichen Wünsche reicht meistens nicht aus. Es tritt nicht selten eine Leere auf, die zur Untreue beider Partner führt. Die pragmatische Liebe kann häufig ein Überbleibsel der romantischen Liebe sein. Punkte wie Status, Geld, Kinder, Arbeit und gemeinsame Habseligkeiten erhalten die Beziehung aufrecht.

In einigen Fällen kann es dazu führen, dass die Partner einander hassen und ihre eigenen Emotionen unterdrücken. Sie spielen nur noch mit, der materiellen und sozialen Vorteile wegen.

Agape – die altruistische Liebe

Dieser Liebesstil findet sich häufig bei gläubigen Menschen wieder. Der Partner wird als „Segen“ oder auch „Aufgabe“ angesehen. Menschen mit dieser Art zu lieben, opfern sich förmlich für ihren Partner. Sie geben alles auf, um für ihn oder sie da zu sein. Das führt sogar dazu, dass der Partner zum „Sinn des eigenen Lebens“ ernannt wird.

Grundsätzlich steht dieser Liebesstil für lange und aufrichtige Beziehungen, selbst in schweren Zeiten. Wichtig dabei ist, dass beide Partner diesen Liebesstil verfolgen.

Doch auch dieser Liebesform bringt Nachteile mit sich. Betroffene sind sehr selbstkritisch und haben häufig das Gefühl, nicht genug zu sein. Zudem wird die Aufopferungsgabe und Großzügigkeit schnell von anderen Menschen ausgenutzt. Weiterhin kann das hohe Maß an Liebe und Aufmerksamkeit den aktuellen Partner förmlich in die Flucht jagen.

Fazit – Liebesstile nach John Alan Lee

Die Liebesstile nach John Alan Lee bieten einen umfassenden Überblick. Doch nichts ist in Stein gemeißelt. Die einzelnen Stile können variieren oder auch gemischt werden. Somit ist kein Partner ausschließlich romantisch oder altruistisch oder gar obsessiv.

Das Wichtigste an einer gut funktionierenden Beziehung ist die gemeinsame Arbeit und Wertschätzung. Selbst wenn einige Punkte auf einen selbst oder auf den Partner zutreffen, so sollten sie keinesfalls den Charakter und die Beziehung bestimmen. Auch negative Eigenschaften der Liebesstile sollten nicht als Ausrede verwendet werden. Sie gelten lediglich als Orientierungshilfe, um die eigenen Gefühle und die des Partners ein Stück weit besser zu verstehen.

Was sind intrusive Gedanken? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter intrusiven Gedanken, auch bekannt unter der Bezeichnung „Intrusion“, versteht man plötzlich unwillentlich auftretende Gedanken, die häufig als störend und lästig empfunden werden. Sie weisen unterschiedliche Formen auf und haben zum Teil einen Bezug zu psychischen Störungen und Erkrankungen. Oft stehen sie in Verbindung mit tabuisierten Themen wie Sexualität oder Gewalt. Häufig besteht ein Bezug zu Angst, welche sich im Erleben eines Menschen manifestiert hat. Diese kann sehr vielfältig sein und zum Beispiel mit Verlust in Verbindung stehen, was sich in der Befürchtung äußern kann, eine nahestehende Person zu verlieren. Oder auch in dem ständigen Gedanken, sich möglicherweise mit Krankheitserregern infizieren zu können.

Was sind intrusive Gedanken? Bedeutung, Definition, Erklärung

Des Weiteren weisen intrusive Gedanken meistens Verbindungen zu Erinnerungen an vergangene Ereignisse auf, welche eine Person in ihrem realen Leben durchlebt hat. Das Erlebte wurde zum Teil nicht vollständig verarbeitet, weshalb es sich in Form von Intrusion der betroffenen Person immer wieder aufdrängt. Grundsätzlich zeichnet sich diese Form von Gedanken dadurch aus, dass die erlebende Person wenig bis keine Kontrolle über die Gedanken besitzt.

In manchen Fällen sind die Gedanken besonders ausgeprägt. Dies ist meistens bei einem zugrundeliegenden traumatischen Erlebnis der Fall. Hierbei kann es zu immer wiederkehrenden intrusiven Gedanken kommen, welche auch als „Flashbacks“ bezeichnet wird. Dieser psychologische Begriff findet sich auch in der Alltagssprache immer wieder. Im Bereich der Psychotraumatologie wird genau unterschieden zwischen Flashback und Intrusion. Beide lassen sich jedoch intrusiven Gedanken zuordnen.

Flashbacks sind eine besonders intensive Form von Intrusion. Sie können Symptome von bestimmten psychischen Störungen und Erkrankungen sein, wie der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder Depression. Als Auslöser dieser Form von Intrusion gelten bestimmte Trigger, bei denen es sich um Schlüsselreize handelt. Diese führen bei der betroffenen Person dazu, dass sich Erinnerungen an bestimmte traumatische Ereignisse der Vergangenheit plötzlich ins Bewusstsein drängen. Sie werden wieder erinnert und häufig auf gedanklicher Ebene erneut durchlebt, was von den Betroffenen als quälend empfunden wird. Dabei gibt es einen großen Bezug zu Emotionen, welche in Zusammenhang mit traumatischen Ereignissen in der Vergangenheit erlebt wurden. Auch die Emotionen werden wieder aktiviert, weshalb sich diese als Teil des Flashbacks auf das Erleben der Person auswirken. Es muss jedoch nicht immer ein konkreter Trigger vorliegen.

Intrusionen, bei denen es sich nicht um Flashbacks handelt, werden meistens weniger intensiv erlebt. Die betroffene Person kann dabei ihre Umgebung noch wahrnehmen und behält zumindest teilweise den Bezug zur Realität. Charakteristisch ist bei diesen Gedanken auch, dass sie häufig in Momenten auftreten, in denen sie unangemessen erscheinen. Dies können z. B. aufdrängende sexuelle Gedanken in einer ernsten Situation sein, in welcher ein seriöses Auftreten oder Empathie gefordert ist. Häufig lösen die Gedanken auch Sorgen oder Ängste aus und lassen Betroffene wiederholt über vergangene Ereignisse grübeln. Intrusionen müssen außerdem nicht unbedingt einen bestimmten Auslöser haben, sondern können ganz plötzlich auftreten, ohne dass sie sich kontrollieren lassen. Sie können auch weitere körperliche Symptome auslösen, welche häufig mit Stress in Verbindung stehen. Hierzu zählen u. A. Herzrasen und Atemprobleme. Teilweise kann sich das Erleben bis hin zu einer Panikattacke steigern. Im psychiatrischen Kontext werden bei bestimmten psychischen Störungen auftretende Zwangsgedanken ebenfalls den intrusiven Gedanken zugeordnet.

Kontrolle über intrusive Gedanken erlangen

In der Wissenschaft wird davon ausgegangen, dass es möglich ist, mit bestimmten Gedankentechniken intrusive Gedanken zu hemmen. Ebenfalls spielen bestimmte Hirnregionen und Neurotransmitter eine große Rolle. Grundsätzlich kommt im Gehirn dem Hippocampus und in diesem Zusammenhang dem Neurotransmitter GABA eine besondere Bedeutung zu. Forschung hat gezeigt, dass Personen mit einer zu geringen GABA-Konzentration im Hippocampus schlechter in der Lage sind, intrusive Gedanken zu hemmen. Durch die Freisetzung von GABA ist es regulär möglich, dass die Aktivität bestimmter Nervenzellen gehemmt werden kann. Eine zu geringe GABA-Konzentration erweist sich hierbei als hinderlich.

Es existieren unterschiedliche Herangehensweisen und Empfehlungen, wie sich intrusive Gedanken kontrollieren lassen. Ein möglicher Weg kann in dem Versuch bestehen, die Gedanken zu akzeptieren. Es geht hierbei um die Akzeptanz, dass diese Gedanken auftreten und um das Bewusstsein, dass viele weitere Menschen davon betroffen sind. Es kann hilfreich sein, den Gedanken ihre Relevanz zu nehmen. Wenn ihnen weniger Aufmerksamkeit gewidmet wird erscheinen sie unwichtiger, als wenn die Gedanken immer um sie kreisen. Die Intrusionen sollten jedoch nicht ignoriert oder verdrängt werden. Der Versuch der Akzeptanz kann dazu führen, zu lernen, mit den Gedanken besser umzugehen. Es ist hilfreich zu reflektieren, in welchen Situationen die Gedanken auftreten und diese schriftlich festzuhalten. Dies kann mit Hilfe eines Tagebuchs erfolgen. So kann sich die betroffene Person täglich Zeit nehmen und sich mit den verschriftlichten Gedanken befassen. Es wird jedoch empfohlen, sich dabei zeitlich zu begrenzen. Die Gedanken lassen sich auch positiv umformulieren. Wiederkehrende Sorgen können z. B. als sinnvoll erachtet werden, weil sie dazu anregen, bedacht zu handeln und Gefahren zu erkennen. Dies kann sich in vielen Lebenssituationen als vorteilhaft erweisen.

Sind intrusive Gedanken besonders ausgepägt, wie es bei Flashbacks der Fall ist, ist es sinnvoll professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die kann in Form einer Psychotherapie bei einem psychologischen Psychotherapeuten oder im Rahmen einer psychiatrischen Behandlung durch einen Facharzt erfolgen.

Welche sind die 5 Sprachen der Liebe? Erklärung, Bedeutung, Definition


Die fünf Sprachen der Liebe sind ein Begriff aus der Paartherapie. Das Konzept wurde von Gary Chapman, einem baptistischen Pastor, Anthropologen und Paar- und Beziehungsberater geprägt. Im Jahr 1992 erschien sein Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“.
Sprache bedeutet hier „Tat“ – also Taten der Liebe, die bewirken, dass der Partner sich geliebt fühlt.

Die fünf Sprachen der Liebe in einer Beziehung zu beachten, soll verhindern, dass Partner sich unverstanden und ungeliebt fühlen. Die Kenntnis der Sprachen soll dabei für verschiedene Perspektiven sensibilisieren und offen machen für mehr Verständnis und Akzeptanz.
Es wird angenommen, dass jeder Mensch eine Liebessprache bevorzugt. Dieses Verhalten wird bereits in früher Kindheit geprägt und spiegelt die Art, wie in der Familie Zuneigung gezeigt wurde.

1. Sprache der Liebe: Lob und Anerkennung

Die Psychologie versteht Anerkennung als Geste des Bewusstseins. Bei einem bewussten Verhalten der Anerkennung, gibt der Mensch dem Gegenüber seelische Bedeutsamkeit. Anerkennendes Verhalten spiegelt dem Partner / der Partnerin diese Bedeutsamkeit und gibt inneren Sinn.

Voraussetzung ehrlich gemeinte Anerkennung geben zu können, ist die Fähigkeit den Partner wirklich wahrzunehmen. Dies wird durch aktives Zuhören und Empathie erreicht.
Das genaue Zuhören hilft sich in die Lage des Gegenübers hineinzuversetzen und die Situation aus seinem Blickwinkel zu sehen. Erst dann kann der Partner oder die Partnerin richtig verstanden werden. Körpersprache, Gestik und Mimik geben wichtige Hinweise auf den emotionalen Zustand des Gegenübers und sollten beachtet werden. Der Sprechende sollte möglichst nicht unterbrochen werden und es sollte Augenkontakt hergestellt werden.

Eine weitere Möglichkeit Anerkennung zu zeigen ist Lob. Lob ist eine positive Äußerung über die Leistungen und das Verhalten eines Menschen. Lob wird durch Sprache, Mimik und Gestik gegeben. Beispiele sind Komplimente, Anlächeln und anerkennendes Zunicken.

Liebevolle Gespräche und aufbauende Worte zeigen Menschen mit dieser Liebessprache, dass sie wertgeschätzt sind.

Fehlt es an aufrichtiger Anerkennung in einer Beziehung wird sie dysfunktional. Beispielsweise kann mangelnde Anerkennung dazu führen, dass ein Partner das Gefühl bekommt, es mache keinen Unterschied, ob er Teil der Beziehung ist oder nicht. Durch mangelnde Anerkennung fühlen sich diese Menschen zurückgesetzt und verletzt. Des Weiteren behalten sie Beleidigungen und unfreundliche Worte länger in ihrem Gedächtnis.

Ausdrucksformen für die Liebessprache Lob und Anerkennung:

  • wertschätzende Aussagen: „Es ist schön, dass du Teil meines Lebens bist!“ , „Danke, dass du für mich da bist!“
  • konkrete Komplimente: „Deine neue Frisur steht dir sehr gut.“
  • Liebesbriefe, kleine Notizen (bspw. am Spiegel im Badezimmer)
  • ermutigende Worte
  • konkretes Lob: „Dein Essen hat hervorragend geschmeckt!“

2. Sprache der Liebe: Zweisamkeit

In der Liebessprache Zweisamkeit geht es darum bewusst Zeit miteinander zu verbringen. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Qualität der gemeinsam verbrachten Zeit gelegt. Das Konzept beruht auf der Annahme, dass es eine quantitativ und eine qualitativ verbrachte gemeinsame Zeit gibt.

Während der quantitativen Zeit werden beispielsweise Haushaltstätigkeiten verrichtet oder Hobbys ausgeführt, bei denen andere Personen zwar anwesend sind, aber keine besondere Zuwendung erhalten.

Die qualitativ verbrachte Zeit wird gezielt (absichtsvoll), aktiv und exklusiv verbracht. Dabei werden gemeinsame Aktivitäten bewusst und geplant wahrgenommen. Die innere Haltung bei dieser Sprache ist offen, präsent und aufmerksam.
Beispiele sind gemeinsame Hobbys, gemeinsame Wochenenden und Urlaube oder regelmäßige Rituale, wie Mahlzeiten oder Filmabende. Dabei gilt die ungeteilte Aufmerksamkeit allein dem Gegenüber. Ablenkungen, wie ein dazwischen geschobenes Telefonat, sollten vollständig vermieden werden.

Ausdrucksformen für die Liebessprache Zweisamkeit:

  • Wandern als gemeinsames Hobby
  • Rituale: jeden Freitag Abend gemeinsam kochen und essen, dabei Gespräche führen
  • Spaziergang mit ausgeschaltetem Smartphone

3. Sprache der Liebe: Geschenke

Menschen mit dieser Liebessprache zeigen ihre Zuneigung besonders gern durch Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten. Außerdem fühlen sie sich durch gedankenvolle Geschenke selbst besonders geliebt.

Hinter dem Geschenk sollten konkrete persönliche Gedanken stehen, die sich individuell auf die beschenkte Person beziehen. Der Wert des Geschenkes bemisst sich dabei nicht am Geldwert, sondern an ideellen Werten.
Keinesfalls sollten Geschenke willkürlich ausgewählt und nur um des Schenkens Willen gemacht werden. Das würde bei Menschen dieser Liebessprache sogar zum umgekehrten Effekt führen, da sie diese als gedankenlos und in der Folge als lieblos bewerten würden.

Die Geschenke werden dabei nicht nur zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Weihnachten gemacht, sondern auch im allgemeinen Alltag nach Gefühl („wenn gerade danach ist“). Regelmäßig kleine Geschenke sind erfolgreicher als seltene oder einmalige große. Der Ausspruch „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ wird als ernstzunehmendes Motto angesehen.

Bei Mangel an der Umsetzung dieser Liebessprache reagieren die Betroffenen mit Enttäuschung.

Ausdrucksformen für die Liebessprache Geschenke:

  • ein Freundschaftsarmband
  • ein selbst gemaltes Bild
  • ein Kaffee an den Arbeitsplatz gebracht

4. Sprache der Liebe: Hilfsbereitschaft

Hier wird besonderen Wert auf gegenseitige Unterstützung gelegt. Menschen mit dieser Liebessprache haben eine ausgeprägte Fähigkeit zu sehen, wo Hilfe benötigt wird, ohne dass expliziert darauf hingewiesen wird und helfen gern.

Diese Menschen helfen aus Leidenschaft. Dabei ist es ihnen wichtig, dass ihre geleistete Hilfe gern angenommen und nicht nur unter Widerwillen akzeptiert wird. Für sie ist ihre Hilfe ein Ausdruck ihrer Liebe und wird nicht nur als allgemeine Nettigkeit angesehen. Typische Sätze sind „Kann ich dir etwas Gutes tun?“ oder „Womit kann ich dir helfen?“.

Menschen, die diese Sprache bevorzugen, fällt es auch besonders leicht andere um Hilfe zu bitten. Dennoch wissen sie es zu schätzen, wenn ihnen ohne Aufforderung Hilfe geleistet wird. Wichtig ist dabei, dass die Unterstützung freiwillig und gern geleistet wird.

Bei Mangel an Geben und Annahme von Hilfsbereitschaft in einer Beziehung, reagieren diese Menschen mit emotionalem Rückzug. Übersehen oder Ablehnung der Hilfe wird als fehlende Wertschätzung gedeutet.

Ausdrucksformen für die Liebessprache Hilfsbereitschaft:

  • unaufgefordert Aufräumen
  • etwas zur Post bringen
  • Müll rausbringen

5. Sprache der Liebe: Zärtlichkeit / Körperliche Intimität

Bei der Liebessprache Zärtlichkeit ist Körperkontakt der Schlüsselfaktor. Sie gilt als die am häufigsten verbreitete Sprache der Liebe.
Auf regelmäßigen Körperkontakt in verschiedenen Variationen wird mehr Wert gelegt als auf Worte. Die Berührung dient dabei als Bekenntnis der Liebe.

Diese Liebessprache umfasst nicht nur sexuelle Handlungen, sondern auch Kuscheln, Umarmungen oder Massagen.
Eine Nackenmassage nach einem anstrengenden Arbeitstag, Händchen halten und alle Arten körperlicher Intimität sind Ausdrucksweisen dieser Sprache.

Menschen mit dieser Liebessprache zeigen ihre Zuneigung auch gern in der Öffentlichkeit durch Berührungen.

Bei Mangel an Berührungen fühlen sich Menschen mit dieser Liebessprache vernachlässigt.

Ausdrucksformen der Liebessprache Zärtlichkeit:

  • liebevoll in die Wange kneifen
  • Zungenkuss
  • sanft durch die Haare streichen

Siehe auch: Welche sind die 6 Liebestypen?

Was ist „delayed gratification“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Hinter dem Begriff “Delayed Gratification” verbirgt sich ein Konzept aus der Psychologie, bei dem man auf eine sofortige Belohnung verzichtet, wenn eine spätere Belohnung größer ausfallen wird. Das Prinzip ist bereits seit den 1960er Jahren bekannt.

Woher kommt der Begriff “Delayed Gratification”? Wortherkunft

“Delayed Gratification” ist ein Begriff aus der englischen Sprache. “Delayed” bedeutet übersetzt “verzögert” und “Gratification” kann im Deutschen mit “Gratifikation” oder auch einfach mit “Belohnung” übersetzt werden. Zusammengesetzt würde man also von einer “verspäteten Gratifikation” reden. Allerdings wird das Prinzip in der deutschen Fachsprache auch einfach als “Belohnungsaufschub” bezeichnet.

Das Prinzip der “Delayed Gratification” erklärt

Von einer “Delayed Gratification” oder dem Belohnungsaufschub sprechen Psychologen, wenn jemand eine Belohnung ausschlägt, die die Person direkt bekommen könnte, wenn dafür zu einem späteren Zeitpunkt eine größere Belohnung winken würde.

Das Prinzip wurde von dem US-amerikanischen Psychologen Walter Mischel mit dem sogenannten Marshmallow-Test zwischen 1968 und 1974 untersucht. Bei dem Test wurden Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren als Probanden verwendet. In mehreren Einzelversuchen wurde immer ein Kind in einen Raum geführt. Ein Versuchsleiter teilte dem Kind mit, dass er den Raum kurz verlassen würde, aber bald wiederkommen würde. Die Kinder sollten warten.

Jedes Kind erhielt eine kleine Glocke und der Versuchsleiter teilte den Kindern mit, dass sie die Glocke jederzeit benutzen könnten. Wenn die Kinder die Glocke läuten sollten, bevor der Versuchsleiter zurückkommt, würden sie einen Marshmallow bekommen – bei Abwandlungen des Versuchs gab es für die Kinder eventuell einen Keks, einen Bonbon oder ähnliches. Wenn die Kinder allerdings warten konnten, bis der Versuchsleiter von sich aus wiederkommt, würden sie als Belohnung zwei Marshmallows bekommen. Anschließend verließ der Versuchsleiter den Raum.

Die Versuche gingen in der Regel ca. fünfzehn Minuten, bevor der Versuchsleiter von sich aus zu den Kindern zurückkam. Im Durchschnitt klingelten viele Kinder aber zwischen sechs bis zehn Minuten, weil sie den versprochenen Marshmallow haben wollten.

Über die Ergebnisse des Marshmallow-Tests

Walter Mischel wollte mit dem Marshmallow-Test überprüfen, wie viel Selbstbeherrschung bereits kleine Kinder entwickeln konnten. Gleichzeitig wollte der Psychologe überprüfen, ob bereits Kinder so logisch vorausdenken konnten, dass sie ihre Handlungen gegeneinander abwägen könnten.

Zwischen 1980 und 1981 besuchte Walter Mischel die Kinder noch einmal, die am Marshmallow-Test mitgemacht hatten. Dabei machte er eine interessante Beobachtung. Die Kinder, die bei dem Test länger gewartet hatten oder die Glocke gar nicht geläutet hatten, waren in ihrer späteren Laufbahn auch erfolgreicher.

Mischel erklärte den Zusammenhang seiner Testergebnisse mit den Erfolgen der Kinder so, dass die Kinder, die länger warten konnten, eine bessere Charakterstärke entwickelten. Sie konnten besser mit Stress umgehen und ließen sich weniger von Versuchungen ablenken. Dadurch waren die Kinder auch in der Lage, effizienter zu lernen und bessere Ergebnisse in Prüfungen zu erzielen.

2018 wurde eine Replikationsstudie unter ähnlichen Bedingungen aber mit einer diverseren Gruppe aus Kindern durchgeführt, um die Ergebnisse des ursprünglichen Marshmallow-Tests zu überprüfen. Auch wenn die Gruppe der Teilnehmer deutlich kleiner war, konnten auch in der Replikationsstudie ähnliche Ergebnisse wie bei der ursprünglichen Studie von Walter Mischel beobachtet werden.

“Delayed Gratification” bei Tieren

Über die Jahre wurden Versuche ähnlich wie der Marshmallow-Test auch mit Tieren durchgeführt, um zu überprüfen, ob es das Phänomen der “Delayed Gratification” nur bei Menschen oder auch bei einigen Tierarten geben könnte. In verschiedenen Studien wurde die Willenskraft unter anderem von Affen, Hunden, Pferden und auch einigen Meereslebewesen durchgeführt. Dabei konnten die Wissenschaftler beobachten, dass auch einige Tierarten wie beispielsweise Schimpansen, Hunde, einige Vogelarten und sogar Tintenfische eine gute Impulskontrolle aufweisen konnten und die angebotenen Futterproben nicht auffraßen, bevor die Versuchsleiter es ihnen erlaubten.

Auch wenn die Ergebnisse nicht ganz so aussagekräftig waren wie beispielsweise der Marshmallow-Test, war es für die Wissenschaftler doch eindeutig, dass auch Tiere zumindest in gewissem Maße eine Selbstkontrolle und womöglich auch ein logisches Verständnis besitzen.

“Delayed Gratification” im Alltag

Auch wenn die “Delayed Grafitication” durch die Versuchsreihen mit Kindern bekannt geworden ist, spielt das Prinzip des Belohnungsaufschubs auch bei Erwachsenen eine Rolle. Denn auch im normalen Alltag gibt es immer wieder Situationen, in denen man lieber die kurzfristige, naheliegende Belohnung nehmen würde, auch wenn die langfristige Belohnung eventuell besser wäre. Ein Beispiel dafür ist eine Diät.

Bei einer Diät muss eine gewisse Selbstkontrolle vorausgesetzt werden, um auch bestimmte Mahlzeiten oder Speisen zu verzichten. Die naheliegende “Belohnung” oder “Versuchung” wäre es, einfach etwas zu essen, auf das man gerade Lust hat. Wenn Diät-Haltende dieser Versuchung aber nicht nachgeben und stattdessen ihr langfristiges Ziel im Auge behalten, werden sie am Ende der Diät im Idealfall mit einer besseren Gesundheit und dem Gewichtsverlust belohnt, auf den sie es abgezielt haben.

Ähnliches gilt für Fortbildungen, um beispielsweise die berufliche Karriere voranzutreiben. Diejenigen, die die Fortbildung mitmachen, könnten ein vorhandenes Vergnügen oder eine Ablenkung wie das Anschauen eines Films wählen. Wenn sie sich aber nicht ablenken lassen, können sie am Ende eventuell den Abschluss der Fortbildung erreichen und damit in ihrem Beruf bessere Verdienstchancen erzielen.

Exotische Beispiele einer “Delayed Gratification”

Ein eher exotisches Beispiel sind dagegen Spielshows. Es gibt einige Shows, bei denen den Teilnehmern eine Wahl gelassen wird. Sie können einen bereits erspielten Gewinn nehmen und damit direkt nach Hause gehen. Oder sie können auf eine Risiko-Variante setzen, bei der am Ende ein deutlich größerer Gewinn winkt. Bei solchen Shows wird allerdings auch damit gespielt, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Verlust teilweise oft deutlich größer ist als die Wahrscheinlichkeit, den eventuell höheren Gewinn zu bekommen.

Ähnliches gilt auch an der Börse beim Aktienhandel. Aktienbesitzer können ihre Aktien direkt verkaufen und einen überschaubaren Gewinn dafür erhalten. Allerdings können sie auch warten, dass sich die Preise für die Aktien verändern und dadurch der Preis bei einem Verkauf in die Höhe schnellt. Bei solchen Beispielen wird der Belohnungsaufschub mit einer Risikoanalyse kombiniert, sodass Betroffene auch immer abwägen müssen, welches Ergebnis für sie nicht nur den besseren Gewinn ergibt, sondern auch welches der Ergebnisse eine höhere Chance hat, tatsächlich einzutreten.

Sogenannte “Schnäppchenjäger” nutzen aber auch unbewusst eine “Delayed Gratification”. Sie beobachten die Preise und warten ab, ob diese zu einem späteren Zeitpunkt eventuell niedriger sind, um dadurch dann beim Einkauf deutlich Geld einsparen zu können. Eine Wahrscheinlichkeit, dass die Preise aber wirklich fallen, gibt es nie.

Was ist die Swimmers Body Illusion? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die „Swimmer´s body illusion“ widerspricht der Annahme, dass eine Eigenschaft auf eine vorher durchgeführte Tätigkeit zurückzuführen ist. Tatsächlich war die Eigenschaft allerdings schon vorher vorhanden und bildet vielmehr die Voraussetzung, die Tätigkeit erfolgreich durchzuführen. Anders ausgedrückt, handelt es sich um eine Verwechselung von Ursache und Wirkung: Das Ergebnis, welches ein Mensch erreichen möchte, ist in Wirklichkeit die Bedingung, um die Handlung erfolgreich durchzuführen.

Was ist die Swimmers Body Illusion? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ein Beobachter geht automatisch von der Theorie aus, dass ein disziplinierter Schwimmer zwangsläufig einen sportlichen Körper ausbildet. In Wirklichkeit bildet jedoch eine athletische Figur die Voraussetzung, um überhaupt eine hohe Leistung erbringen zu können. Zwar fördert regelmäßiges Schwimmen auch bei Menschen mit durchschnittlicher Statur deren Fitness, es verändert aber nicht deren Körperbau.

Der Ausdruck „Swimmer´s body illusion“ lässt sich ungefähr mit „Illusion über den Körper eines Schwimmers“ übersetzen. Er geht auf das Werk „Die Kunst des klaren Denkens“ von Rolf Dobelli zurück. Der Autor beschreibt in diesem Buch die 52 größten Denkfehler, die ihm in seiner Laufbahn begegnet sind. Seine Gedanken basieren auf der These, dass ein Mensch seine Ziele eher erreicht, wenn er nicht unbewusst falschen Annahmen folgt, sondern zunächst logisch über den richtigen Weg nachdenkt.

„Swimmer´s body illusion“ – Weitere Beispiele für verhängnisvolle Fehleinschätzungen

In jeder Buchhandlung findet man ein Regal mit gut gemeinten Ratgebern, die den Leser dazu animieren, seine eigenen Ziele umzusetzen und letztendlich erfolgreich und glücklich zu werden. Warum scheitern so viele Menschen bei der Umsetzung dieser Empfehlungen? Der Autor eines solchen Werkes hat die von ihm beschriebenen Ziele vermutlich deshalb erreicht, weil er von Geburt an einfach ein positiv gestimmter Mensch ist. Vielen Lesern fehlt aber diese zuversichtliche Grundstimmung, sodass für sie der beschriebene Weg nicht der richtige ist.

Dobelli bezieht sich in seinem Buch auf das Beispiel einer Hochschule, die offenbar aufgrund ihrer strengen Auswahlkriterien die begabtesten Absolventen hervorbringt. Auch hier handelt es sich um eine Verwechslung von Ursache und Wirkung: Da das Institut im Auswahlverfahren nur auf die besten Bewerber zurückgreift, stellt sich das Ergebnis zwangsläufig von selbst ein.

Die Werbebranche nutzt häufig das Prinzip der „Swimmer´s body illusion“, um mit ihrer Hilfe den Vorteil eines Artikels positiv darzustellen. Dies lässt sich erreichen, indem man den Artikel von Menschen bewerben lässt, die das vorgeführte Produkt im Grunde nicht benötigen. Oder anders ausgedrückt: Attraktive Menschen werben für Kosmetika, die dem Käufer Schönheit verleihen sollen.

Der Mensch neigt unbewusst dazu, einen Überbringer einer Mitteilung mit dem Inhalt der Nachricht in einen Topf zu werfen. Personen mit „erstrebenswerten“ Eigenschaften lassen die von ihnen vorgestellten Produkte oder Angebote in einem positiven Licht erscheinen. Umgekehrt lösen Menschen mit weniger angesehenen Eigenschaften unterschwellig eine Abneigung gegen die von ihnen beworbene Ware aus.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus der „Swimmer´s body illusion“ ziehen?

Die „Swimmer´s body illusion“ vermittelt den Eindruck, jede Person könne ein definiertes Ziel erreichen, wenn sie nur genug Durchhaltevermögen aufbringt. Unabhängig von der Frage, ob das angestrebte Ziel wirklich erstrebenswert ist – Wer definiert, was einen schönen und erstrebenswerten Körper darstellt? – verführt diese Annahme den Menschen zu dem Glauben, er könne Dinge in seinem Sinne beeinflussen, über die er tatsächlich gar keine Macht besitzt. Als Ergebnis wird er fast unweigerlich scheitern.

Die als „Swimmer´s body illusion“ beschriebene Wunschvorstellung erzeugt beim Menschen psychischen Druck und erschwert es ihm, sich selbst zu akzeptieren. Dem kann er sich allerdings erfolgreich entziehen, indem er sich selbst realistische Ziele setzt, die er tatsächlich erreichen kann. Fazit: Wer sich vornimmt, durch regelmäßiges Schwimmen nicht seinen Körperbau, sondern seine Fitness zu verbessern, wird dieses Ziel fast zwangsläufig erreichen.

Was ist Hangxiety? Bedeutung, Definition, Erklärung


Einige Drinks mit Bekannten und Freunden beim Ausgehen oder auf einer Party können für einen lustigen Abend sorgen. Aber der Kater, den man am nächsten Tag hat? Das ist weit weniger lustig.

Vermutlich kennt jeder die üblichen physischen Symptome eines Katers – die Übelkeit, die pochenden Kopfschmerzen, das Bedürfnis, beim ersten Anzeichen von Sonnenlicht eine Sonnenbrille zu benutzen. Aber ein Kater kann aber auch mit psychischen Symptomen einhergehen, vor allem mit Angstzuständen. Dieses Phänomen ist so weit verbreitet, dass es inzwischen eine eigene Bezeichnung hat: Hangxiety.

Wie kommt es zu Hangxiety?

Das Konzept der Katerangst ist relativ neu, und die Experten haben noch keine einzige Ursache gefunden. Sie haben jedoch mehrere Theorien.

Soziale Ängste: Wenn man unter Angst leidet, vor allem unter sozialer Angst, kann man merken, dass ein oder zwei Getränke dabei helfen, dass man sich entspannt und mit den ängstlichen oder nervösen Gefühlen vor (oder während) eines gesellschaftlichen Ereignisses fertig wird. Etwa zwei Drinks oder eine Alkoholkonzentration im Blut von 0,055 erhöhen in der Regel das Gefühl der Gelassenheit und reduzieren die Schüchternheit. Aber wenn die Wirkung des Alkohols abnimmt, tritt die Angst wieder auf. Physische Kater-Symptome können die Angst verstärken und dazu führen, dass sich eine Person noch schlechter fühlt.

Alkoholentgiftung: Egal, ob eine Person einen oder fünf Drinks getrunken hat, irgendwann muss der Körper den Alkohol ausscheiden. Diese Phase der Entgiftung, die als eine leichte Entzugsform betrachtet werden kann, kann mehrere Stunden dauern.

Die Betroffenen können sich während dieser Zeit unruhig, ängstlich, nervös oder zittrig fühlen, genau wie bei einem schwereren Alkoholentzug.

Emotionaler Entzug: Falls Endorphine, die natürlichen Wohlfühlhormone und Schmerzmittel, als Reaktion auf ein traumatisches Ereignis ausgeschüttet werden, sinkt ihr Spiegel natürlich über mehrere Tage. Auch Alkoholkonsum löst die Ausschüttung von Endorphinen aus und senkt schließlich die Wirkung. Auf den ersten Blick mag es also so aussehen, als ob der Alkoholkonsum hilft, den körperlichen oder emotionalen Schmerz einer Person zu betäuben. Aber das macht es nicht ungeschehen.

Dehydrierung: Ein Grund dafür, dass die Schlange auf der Bar-Toilette oft sehr lang ist, ist, dass die Menschen durch den Alkoholkonsum mehr urinieren als sonst. Außerdem trinkt man wahrscheinlich nicht so viel Wasser, wie man sollte, wenn man Alkohol trinkt. Die kombinierte Wirkung dieser beiden Faktoren kann zu einer Dehydrierung führen. Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass dies zu Hangxiety und anderen Stimmungsschwankungen beitragen kann.

Folsäuremangel: Eine unzureichende Zufuhr entsprechender Nährstoffe kann sich ebenfalls auf die Stimmungslage auswirken. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2011 an Erwachsenen, die an Depressionen oder Angstzuständen leiden, zeigte eine Verbindung zwischen einem niedrigen Folsäurespiegel und diesen Störungen. Alkohol kann auch zu einem niedrigeren Folsäurespiegel führen, was erklären kann, warum sich eine Person am folgenden Tag nicht ganz wohl fühlt.

Außerdem neigen die Menschen eher dazu, sich Lebensmittel zu gönnen, die ebenfalls Angstgefühle auslösen können.

Einnahme von Medikamenten: Einige Medikamente, einschließlich einiger Medikamente gegen Angstzustände und entzündungshemmende Arzneimittel, können mit Alkohol in Wechselwirkung treten. In Kombination mit Alkohol können Medikamente weniger wirksam sein, und der Betroffene kann sich ängstlich, unruhig oder aufgewühlt fühlen. Bei einigen Arzneimitteln besteht auch das Risiko von Nebenwirkungen wie Gedächtnisproblemen oder schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie Organschäden oder Geschwüren.

Bedauern oder Peinlichkeit

Alkohol hilft dem Menschen, seine Hemmungen abzubauen, so dass er sich nach ein paar Drinks entspannter und wohler fühlt. Aber mehr als drei Drinks können das Denken, die Sprache, das Gleichgewicht, den Verstand und das Urteilsvermögen beeinträchtigen. Diese Beeinträchtigung des Urteilsvermögens und des Denkens kann eine Person dazu bringen, Dinge zu tun oder zu sagen, die sie üblicherweise nicht tun würde. Wenn man sich am nächsten Tag daran erinnert (oder zu erinnern versucht), was passiert ist, empfindet man vielleicht Scham oder Bedauern.
Und wenn eine Person nicht ganz sicher ist, was sie getan hat, kann sie nervös werden, wenn sie darauf wartet, dass ihre Freunde ihr das Geschehene mitteilen.

Alkoholunverträglichkeit

Die manchmal auch als Alkoholallergie bezeichnete Alkoholintoleranz kann viele Symptome hervorrufen, die den physischen Symptomen der Hangxiety ähneln, darunter:

  • Übelkeit
  • schnelle Herzfrequenz oder Herzklopfen
  • Kopfschmerzen
  • Ermüdung

Weitere Symptome von Hangxiety sind Schläfrigkeit oder Reizbarkeit und gerötete, warme Haut, insbesondere am Hals und im Gesicht. Auch stimmungsbezogene Symptome, einschließlich Angstgefühle, können auftreten.

Schlechter Schlaf

Alkoholkonsum kann den Schlaf beeinträchtigen, auch wenn eine Person nicht viel trinkt. Selbst wenn man genug geschlafen hat, ist es wahrscheinlich, dass der Schlaf nicht von bester Qualität war, wodurch sich der Betroffene groggy fühlen kann. Jeder, der unter Angstzuständen leidet, kennt wahrscheinlich diesen Kreislauf, ob mit oder ohne Alkohol:: Die Angstsymptome verschlimmern sich, wenn man nicht genug Schlaf bekommt, aber dieselben Symptome erschweren es, gut zu schlafen.

Warum leiden nicht alle Menschen unter Hangxiety?

Warum erwachen die einen nach dem Trinken entspannt und bereit für ein spätes Frühstück, wohingegen die anderen in ihre Decke eingewickelt die Schwere der Welt spüren? Neuen Forschungsergebnissen zufolge haben sehr schüchterne Menschen eine höhere Gefahr von Hangxiety.

Eine Studie aus dem Jahr 2019 untersuchte 97 Personen mit unterschiedlichem Grad an Schüchternheit, die in der Öffentlichkeit trinken. Die Wissenschaftler baten 50 der Teilnehmer, wie üblich zu trinken, und die übrigen 47, sich nüchtern zu verhalten.

Die Forscher maßen dann das Angstniveau vor, während und nach Zeiten des Trinkens oder der Nüchternheit. Diejenigen, die Alkohol tranken, zeigten eine gewisse Verringerung der Angstsymptome während des Trinkens. Diejenigen, die sehr nüchtern waren, hatten jedoch am nächsten Tag eher einen stärkeren Kater.

Alkohol ist auch dafür bekannt, dass er Angstzustände verschlimmert, so dass eine Person, die bereits unter Angstzuständen leidet, anfälliger für Hangxiety ist.

Wie kann man mit Hangxiety umgehen?

Wenn man nicht neu im Rodeo der Hangxiety ist, hat man wahrscheinlich schon eine Reihe von Methoden zur Bewältigung. Aber wahrscheinlich will niemand mehr spazieren gehen, Yoga machen oder ein Tagebuch über seine Gefühle schreiben, wenn er Kopfschmerzen hat oder sich das Zimmer dreht, wenn er sich bewegt.

Man muss lernen, mit körperlichen Symptomen umzugehen. Die Verbindung zwischen Geist und Körper ist wahrscheinlich ein wichtiger Faktor bei Hangxiety. Eine gute körperliche Gesundheit wird das Angstgefühl nicht vollständig beseitigen, aber sie kann helfen, mit aufdringlichen Gedanken und Sorgen besser umzugehen.

Was ist Bulimielernen? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter Bulimielernen steckt das kurzfristige Lernen von Fakten oder Formeln, Sachverhalten oder Wissen für einen Test oder eine Prüfung. Es wird in kurzer Zeit sehr, sehr viel gelernt. Doch dieses Auswendiggelernte wird in einer genauso kurzen Zeitspanne wieder vergessen.

Was ist Bulimielernen? Eigenschaften, Merkmale

Das Bulimielernen ist auch noch bekannt als „Bulimie-Lernen“ „Lernbulimie“ oder schlicht als „bulimisches Lernen“ und ist eine Wortneuschöpfung. Entstanden ist das Wort an die Anlehnung an die Störung „Bulimie“, welche eine Essstörung ist. Die Menschen, die unter einer Bulimie-Erkrankung leiden, erbrechen aufgenommene Nahrung wieder, um schlank zu sein oder noch dünner zu werden.

Verglichen damit lernt man beim Bulimielernen viele Dinge auswendig in einer kurzen Zeit. Die Informationen werden sehr intensiv, aber nur kurzfristig gelernt, um sie bei der nächsten Prüfung oder einem Test reproduzieren zu können. Doch dieses gelernte Wissen wird genauso schnell wieder vergessen und nur ein kleiner Bruchteil bleibt im Gedächtnis haften.

Diese Strategie beim Lernen wird von SchülerInnen und StudentInnen besonders häufig bei Tests eingesetzt, bei denen man sich nicht für die Lernthemen interessiert und nur die Prüfungen bestehen will.

Warum vergisst man beim Bulimielernen so vieles?

Das schnelle und kurzfristige Lernen findet beim Bulimielernen meist kurz vor einer Prüfung statt und es wird in kurz aufeinanderfolgenden Intervallen sehr viel Lernstoff auswendig gelernt. Vielleicht haben die SchülerInnen und StudentInnen noch einige Tage bis zur Prüfung, aber es kann auch vorkommen, dass sie erst wenige Stunden vor einer Prüfung oder einem Test zu lernen beginnen, Da der Lernstoff danach meist nicht mehr wiederholt wird, wird nur das Kurzzeitgedächtnis aktiviert. Somit gelangen die Inhalte nicht ins Langzeitgedächtnis, wofür die Lerninhalte regelmäßig und immer wieder wiederholt werden müssten. Der Gegensatz zum bulimischen Lernen ist also das kumulative Lernen, bei dem Wissen immer wieder gefestigt und wiederholt wird. Dadurch kann man sich Gelerntes langfristig merken.

Langfristig gesehen kann Bulimie Lernen als primäre Lernmethode dazu führen, dass man sehr gute Noten hat, allerdings nur über eine mäßige Fachkenntnis verfügt. Dies kann im späteren Leben vielleicht zu Schwierigkeiten führen, wenn Fachwissen vorausgesetzt und gefordert wird.

Was spricht für das Bulimielernen?

In der Schule oder während des Studiums müssen viele Informationen gelernt werden, die die Lernenden oftmals nicht interessiert. Dieses Desinteresse bringt die Menschen dazu, sich nicht eingehend mit dem Lernstoff befassen zu wollen und keine Zeit damit zu verbringen. Außerdem können manche Lerninhalte als irrelevant erscheinen und absolut unnotwendig für die spätere Berufsausbildung. Zudem sind manche Inhalte nicht praxisrelevant und deshalb verspüren Lernende keine Lust, sich damit zu beschäftigen und dieses Wissen zu festigen.

Daher wird Bulimie Lernen genau in solchen Fällen angewandt. Einerseits ist es sehr zeitschonend und man muss nicht viel Zeit mit einem unliebsamen Lernstoff verbringen, andererseits ist es eine effektive Herangehensweise, um sich schnell das nötige Wissen anzueignen, was bei einer Prüfung gefordert wird.

Bulimielernen wird sogar oft als Indikator für einen Erfolgswillen angesehen. Auch die Fähigkeit, Prioritäten setzen zu können, wird mit dieser Lernart in Verbindung gebracht. Immerhin wird das gelernt, was einen vielleicht nicht interessiert und für was man keine Begeisterung aufbringen kann.

Außerdem zeigt das bulimische Lernen eine gute Konzentrationsfähigkeit an, denn die Lernenden sitzen oft stundenlang vor dem Lernstoff, um sich diesen schnell anzueignen. Wenn man eine gut ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit ha, ist es auch leichter in den Flow Zustand zu kommen. In einem Flow Zustand ist man fähig, mentale und körperliche Höchstleistungen zu vollbringen.

Argumente gegen Bulimielernen

Insgesamt hat bulimisches Lernen keinen guten Ruf, besonders nicht in den Lern-, Kognitions- und Bildungswissenschaften. Hauptgrund ist, dass gelerntes Wissen nur im Kurzzeitgedächtnis bleibt, bevor es zum größten Teil wieder vergessen wird. Es kommt aber nicht ins Langzeitgedächtnis, wo Informationen längerfristig gespeichert werden. Deshalb wird es als eine sehr oberflächliche und nicht eingehende Form des Lernens betrachtet.

Dies ist in der Schule noch nicht so gefährlich wie im akademischen Bereich. Da ist es durchaus sehr riskant, sich nur von Prüfung zu Prüfung durchzuschlagen, ohne eigentlich Wissen zu sammeln und zu merken. Irgendwann kommt man vielleicht an den Punkt, an dem man zwar die Informationen gelernt hat, aber bereits Gelerntes schon wieder vergessen hat, sodass man keine Verbindungen zwischen den Lerninhalten herstellen kann. So können Zusammenhänge nicht verstanden werden und auch komplexe Verbindungen nicht gezogen werden. Dann ist es fraglich, ob man die notwenigen Kompetenzen überhaupt besitzt.

Bulimie Lernen ist kein Erwerb von Wissen

Die Lernart der Lernbulimie ist keine Form, die darauf abzielt, einen Wissenserwerb zu haben, sondern das Gegenteil ist der Fall. Man setzt sich weder mit dem Thema direkt auseinander, noch kann man sein Wissen in einem bestimmten Bereich durch Bulimielernen ausbauen. Es werden keine Kompetenzen oder weiteres Fachwissen erlernt. Das Auswendiglernen, ohne die wirkliche Auseinandersetzung mit dem Gelernten führt dazu, dass man keine kritische Meinung dazu bilden kann. Der Stoff wird einfach gelernt, ohne hinterfragt zu werden.

So manches, was an den Schulen oder Universitäten heute gelehrt wird, ist im späteren Leben im Beruf vielleicht nicht relevant. Doch sollten so einige Lerninhalte hinterfragt werden und auch die angewendeten Methoden, sonst lernt man es nicht, Themen kritisch zu betrachten und sich seine eigene Meinung zu bilden.

Deshalb ist das Bulimielernen kaum dafür geeignet, wenn das gelernte Wissen behalten werden und die Kompetenzen in verschiedenen Bereichen ausgebaut werden möchten.

Was ist Bulimielernen? Fazit, Bedeutung, Erklärung und Definition

Zusammenfassend beschreibt Bulimie Lernen eine Form des Wissenserwerbs, bei dem nur kurzfristig sehr viel Lernstoff auswendiggelernt wird. Es wird nicht darauf geachtet, ob das Wissen im Gedächtnis haften bleibt, oder ob man es schnell wieder vergisst. Durch diese Lernform wird nur das Kurzzeitgedächtnis angeregt und das Langzeitgedächtnis erhält die gelernten Informationen nicht. Das passiert, weil das gelernte Wissen zu einem späteren Zeitpunkt nicht wiederholt und verfestigt wird.

Es gehört aber viel Konzentration zu dieser Lernform, denn oft müssen SchülerInnen und StudentInnen eine lange Zeit durchgehend lernen, um das geforderte Wissen bis zur Prüfung zu können. Meist ist die Prüfung in wenigen Tagen vor dem Beginn des Lernens.

Dennoch wird Bulimie Lernen als schlecht angesehen. Vor allem in akademischen Kreisen ist man dieser Meinung. Bei einer höheren Ausbildung kann man nicht immer wieder Gelerntes vergessen, da man ansonsten nicht in der Lage ist, Querverbindungen zwischen Informationen zu ziehen, was eine der wichtigsten Kompetenzen ist. Außerdem bildet man sich beim sturen Auswendiglernen häufig keine eigene Meinung zu einem Thema. Man setzt sich also nicht kritisch mit dem Sachverhalt auseinander und kann das Wissen nicht vertiefen.

Was bedeutet „überdreht sein“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Zunächst bedeutet “überdreht sein” durch starke seelische Belastung/Übermüdung unnatürlich wach/munter zu sein. Ein Beispiel dafür wäre folgendes: “Der Kind war nach dem Rummelbesuch völlig überdreht.”

Was bedeutet „überdreht sein“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Eine ähnliche, aber nicht ganz die gleiche Bedeutung von “überdreht sein”, ist überspannt oder verrückt sein. Eine überspannte Komödie oder ein verrückter Schauspieler können beispielsweise überdreht sein.

Die Synonyme für “überdreht sein” lassen sich in eher positive und eher negative Adjektive unterteilen. Die positiven sind beispielsweise lebhaft, menschlich und gut gelaunt. Die negativen sind beispielsweise unkontrolliert, unbeherrscht, angespannt, hitzköpfig oder unausgeglichen. Meistens wird mit Überdrehtheit etwas Negatives assoziiert.

Überdrehtes Verhalten bei Menschen

Überdrehtheit ist eine Charaktereigenschaft, die die meisten als negativ bewerten würden oder als Laster sehen. Jemand, der überdreht ist, ist bezüglich seiner Emotionen nicht ausgeglichen. Deshalb reagiert er zu stark auf bestimmte Reize. Solche Menschen werden oft als unangenehm wahrgenommen. Man kann nicht einschätzen, wie sie auf bestimmte Dinge reagieren werden, da viele Reaktionen überzogen sind. Die Ursache für solch ein Verhalten ist immer eine starke oder einseitige nervliche Beanspruchung oder eine Unterforderung der Nerven, welche dann mit großen Emotionen und Reaktionen kompensiert wird.

Die Menschen, die betroffen sind, leiden oft selbst unter ihrer Überdrehtheit. Innere Anspannung, Nervosität, Stress und Schlafstörungen sind häufig die Ursachen für überzogene Reaktionen. Dem Körper und dem Geist fehlt die notwendige Erholung, weshalb die Gefühle und Emotionen nur schwer zu kontrollieren sind. Diese innere Unruhe ist der Grund für ein überdrehtes Verhalten. Die Gründe für innere Unruhe können vielfältig sein und von uns selbst oder unserem Umfeld ausgehen. Die Gründe können folgende sein:

  • übermäßige Arbeitsbelastung
  • ständiger emotionaler Stress aufgrund komplizierter Beziehungen
  • Termindruck
  • Reizüberflutung
  • belastende Umstände
  • Enttäuschungen und Rückschläge
  • zu hohe Anforderungen an uns von anderen oder uns selbst
  • Hormonschwankungen
  • Selbstvorwürfe

Wenn überdrehtes Verhalten zum Problem wird

Ständige Angespanntheit ist ungesund. Jeder Anspannungsphase sollte eine Entspannungsphase folgen, ansonsten kann das Abwehrsystem unseres Körpers nicht mehr optimal arbeiten. So kann es nach längerer Zeit sogar zu psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen oder schweren Krankheiten kommen. Eine typische Langzeitfolge von ständigem Stress sind Depressionen.

Überdreht sein kann auch ein Symptom einer Krankheit sein. Beispielsweise sind Menschen mit der historischen Persönlichkeitsstörung dafür bekannt, zu überzogenem Verhalten und Reaktionen zu neigen. Die häufigste Diagnose, die beim Überdrehen gestellt wird, ist das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Ungefähr 4 % aller Erwachsenen und 5 % aller Kinder leiden an dieser Störung.

Was man gegen innere Unruhe tun kann

  • 1. Bei hoher Belastung, bitten Sie Ihre Mitmenschen um Hilfe.
  • 2. Planen und strukturieren Sie Ihre Tage und Wochen.
  • 3. Geben Sie sich genug Zeit, um Gedanken zu sortieren und Entscheidungen zu treffen. Bei sinnlosem Gedankenkreisen sollten die Gedanken bewusst gestoppt werden. Dies kann gut funktionieren, indem man sie aufschreibt und den Zettel wegwirft.
  • 4. Bei essentiellen Problemen suchen Sie nach einer Lösung und schließen Sie das Thema ab.
  • 5. Vergeben Sie sich selbst Fehler und achten Sie Ihre Grenzen.
  • 6. Bewusste Phasen der Entspannung sollte es jeden Tag geben.
  • 7. Entspannungstechniken lernen und regelmäßig nutzen ist eine der wirkungsvollsten Methoden.
  • 8. Frische Luft und Bewegung tun immer gut und bauen Stress ab.
  • 9. Lernen Sie, abends den Tag bewusst abzuschließen und erlauben Sie sich, abzuschalten.
  • 10. Arzneipflanzen wie Baldrian, Melisse oder Passionsblume können bei  innerer Unruhe Linderung verschaffen.

Hilfreich ist es, sich eine Zeit lang selbst zu beobachten und aufzuschreiben, wann man überdreht reagiert und wann man sehr angespannt ist. Dann kann man sich überlegen, wie man mit diesen Situationen besser umgehen kann.

Überdreht sein bei Kindern

Sehr häufig wird der Begriff “überdreht sein” mit Kindern in Verbindung gebracht. Das liegt daran, dass Kinder generell noch größere Schwierigkeiten damit haben, ihre Emotionen zu regulieren. Daher neigen sie zu überzogenen Gefühlsausbrüchen. Außerdem kennen sie ihre Grenzen noch nicht und toben oft so viel und lange, dass sie schon längst alle Kräfte aufgebraucht haben. Dann werden sie plötzlich quengelig. Manchmal enden solche Tage in Wein- oder Wutanfällen. Um das zu vermeiden, helfen einfache Tricks, wie Mittagspause machen, rechtzeitig aufhören, ruhige Aktivitäten wie Bücher lesen oder puzzeln oder CD’s oder Kassetten hören, bevor es ins Bett geht. Kinder benötigen oft viel Zeit, um von der Überdrehtheit wieder zur Ruhe zu kommen.

Was sind Unterschiede zwischen Schuld und Verantwortung? Erklärung


Eine nicht unübliche Meinung unter der wissenden Elite ist, dass Schuld ein oberflächliches Gebilde ist, das von den verschiedenen Systemen, vor allem den vorbereiteten Religionen, ins Leben gerufen wurde, um die Kontrolle über den Verstand und die Bewegungen der Massen zu gewinnen und zu behalten. Der Trick, den diese Systeme anwenden, besteht darin, etwas Äußeres und Unwirkliches in etwas umzuwandeln, das vom Individuum innerlich als sehr real empfunden wird.

Geschichte der Schuld

Aber aus unserer existenziellen Sicht ist die Hauptursache dafür, dass die verschiedenen Systeme den Gebrauch von Schuld als eine Form des Managements sehr gut erfüllt haben, dass die Menschen zwischen ihrer persönlichen echten Schuld, die aus der Überschreitung des Selbst entspringt, und der unechten Schuld, die aus der Überschreitung der Normen und Tabus einer ausgewählten Kultur entspringt, hin- und hergerissen sind. Wir würden vielleicht die erste existenzielle Schuld und die zweite oberflächliche Schuld nennen.

Manchmal überschneiden sich die beiden tatsächlich. Denn was sind die verschiedenen Weltreligionen, wenn sie nicht mehr die gesammelten Erkenntnisse darüber sind, wie man in der Welt zurechtkommt? Warum sollte man sich der schwierigen Aufgabe unterziehen, die richtige Art und Weise zu finden, wie man zu seiner Person steht, wenn diese Aufgabe bereits von den Meistern des Lebens erfüllt und frei geteilt wurde?

Aber bei existenzieller Schuld geht es nicht darum, positive Normen oder Tabus zu übertreten, Normen und Tabus, die sich mit der Zeit und dem Ort verändern. Es geht um etwas sehr viel Tieferes und sehr viel Unöffentlicheres. Existenzielle Schuld entsteht, wenn man verrät, wer und was man ist, wenn man eine Lebensrichtung einschlägt, von der man auf einer bestimmten Stufe seines Seins erkennt, dass sie einen von der eigenen Selbstverwirklichung und damit von der eigenen Bestimmung fernhält. Für diese Art von Verrat, den Verrat am Selbst, ist Schuld die ideale Reaktion. Es ist ein Leuchtfeuer, das Sie darauf hinweist, dass Sie etwas falsch machen. Dieser psychische Schmerz sollte nicht ignoriert oder als eine oberflächliche Form der Bewältigung abgetan werden, sondern er muss beachtet und als Anstoß für wichtige Veränderungen im Lebensstil genutzt werden.

Wo kommt die Pflicht ins Bild?

Wir könnten sagen, dass Schuld das ist, was man bisher falsch gemacht hat, und Pflicht das, was man von jetzt an richtig machen kann. In dieser Erfahrung ist Schuld auf die Vergangenheit gerichtet und Pflicht auf die Zukunft. Sie existieren Seite an Seite in der Gegenwart. Schuldgefühle treten in dem Moment in den Hintergrund, in dem man sich entscheidet, sich zu mobilisieren, in dem Moment, in dem man sich entscheidet, nicht mehr über seine Fehler zu grübeln, sondern etwas zu tun, um sie zu berichtigen, in dem Moment, in dem man sich entscheidet, einen Lebensstil zu leben, der mit dem Charakter übereinstimmt, von dem man weiß, dass man in diesem tieferen Stadium seines Seins ist.

Die meisten unserer reaktiven Verhaltensweisen enden kurz vor Missbrauch und Grenzverletzungen. Doch wie oft haben Sie sich schon etwas wie das Folgende gedacht?

  • „Wenn das nicht passiert wäre, hätte ich es nicht getan….“
  • “Wenn er das nicht gesagt hätte, hätte ich es nicht gesagt….“
  • “Wenn sie das getan hätte, hätte ich das nicht getan….“
  • “Wenn er das einfach getan hätte, hätte ich es vielleicht getan….“

Die Unterscheidung zwischen Schuld und Pflicht ist mehr als eine summarische ethische Unterscheidung; sie hat eine exakte mentale Wahrheit, die unser Verhalten und unser Wohlbefinden tiefgreifend beeinflusst. Auf einer intestinalen emotionalen Ebene ist es der Unterschied zwischen Kraft und ständiger Ohnmacht. Unsere erhöhte Reaktionsfähigkeit auf emotionale Verletzungen hat dazu geführt, dass wir Schuld nicht mehr als Verletzung unserer persönlichen Werte ansehen, sondern als etwas, das uns von anderen zugefügt wird. Daher haben wir Ausdrücke wie „Mach mir keine Schuldgefühle“ und „Sie macht mir ein Schuldgefühl“.

Weil es so aussieht, als würde uns jemand bestrafen, indem er uns das Gefühl gibt, verantwortlich zu sein, verspüren wir häufig den Drang, uns an denjenigen zu rächen, die das tun. Niemand fühlte sich schuldiger, weil er es versäumt hatte, für seinen eigenen Verwandtenkreis zu sorgen, als der jüngere Mann, der von seinem Chef gefeuert wurde, nachdem er seine Ehefrau vor den Augen seines Babys vergewaltigt hatte. Er beschuldigte sie, seine Schuld heraufzubeschwören, während sie in Wahrheit aus der Verletzung seiner persönlichen Normen herrührte. Ebenso machte die missbrauchte Mutter ihren Sohn dafür verantwortlich, dass er mit seinem Vater zusammenleben und Missbrauch erleiden musste, weil sie ihn nicht verteidigt hatte.

Ursprung der Verantwortung

Die Verantwortung hingegen entspringt dem primären Mitgefühl mit der ihm innewohnenden Motivation, zu verbessern, zu schätzen, zu verbinden oder zu verteidigen. Wenn wir nach diesen Motiven handeln, bleiben wir unseren tieferen Werten treu und fühlen uns befähigt, das Szenario zumindest ein bisschen besser zu machen.

Im Rahmen einer Studie zur Behandlung von Straftätern, die häusliche Gewalt ausüben, stieß man vor fast zwanzig Jahren bei sieben außergewöhnlichen Einrichtungen auf viele Organisationszeiten für Täter. In diesen Organisationsperioden konfrontierten die Leiter die gerichtlich verurteilten Täter zwangsweise mit der gesamten Vielfalt ihres missbräuchlichen Verhaltens. Die Täter waren nicht mehr befugt, irgendeinen Kontext für ihr Verhalten zu liefern, da dies zu „Ausreden, Rechtfertigungen und der Suche nach Schuldzuweisungen an den Betroffenen“ wurde.

Das Protokoll der Studien sah vor, dass die Ehefrauen der Teilnehmer der Organisation nach jeder Konsultation per Telefon anriefen, um zu erfahren, wie sich ihre Partner zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Woche verhielten. Mehr als die Hälfte der Frauen gaben an, dass ihre Männer defensiv, verärgert und gereizt von der Organisation nach Hause kamen und sie am einfachsten dafür verantwortlich machten, dass sie die Demütigung ertragen mussten: „Wegen dir muss ich diese Organisation besuchen und wie ein Verbrecher behandelt werden!“ Die Situation war so schlimm, dass 30 % der Aussteiger von den Frauen initiiert wurden, die eigentlich geschützt werden sollten.

Die untersuchten Organisationsleiter waren richtige Menschen mit den befriedigenden Absichten, die Welt sicherer zu machen. Sie sahen aber offensichtlich nicht mehr, was ihnen durch ihre Reaktion auf emotionale Verletzungen widerfuhr. Sie haben nicht nur die Missbraucher nicht mehr herausgeholt (indem sie den Teil von ihnen ignorierten, der jetzt nicht mehr missbraucht werden musste), sondern sie wurden durch die Missbraucher verändert. Sie versuchten zu manipulieren, was ihre Kunden dachten und wie sie sich fühlten und verhielten, indem sie ihre Ansichten missachteten und ihre Schuldgefühle, Scham und Angst vor den Konsequenzen manipulierten, und genau das taten die Männer ihren Frauen an. Die Berater unterstützten unwissentlich die missbräuchliche Dynamik.

Die Pflicht

Der erste Schritt in Richtung Pflicht – und tatsächlicher Kraft – besteht darin, zu erkennen, dass Sie, falls Sie jetzt nicht mehr die Menge der emotionalen Verletzungen in Ihrer Umgebung verringern, zumindest indirekt dazu beitragen.

Denken Sie daran, wenn Sie versucht sind, einem mürrischen Kellner gegenüber unhöflich zu sein oder sich als Reaktion auf einen konkurrierenden Autofahrer an die Hupe zu lehnen, nicht beachten oder vergessen: Sie tragen, wenn auch indirekt, zu Kindesmissbrauch, häuslicher Gewalt und anderen gefährlichen Verhaltensweisen bei. Zumindest verbreiten Sie emotionale Verletzungen, die nichts anderes als schlechte Auswirkungen auf Sie und Ihr Umfeld haben können.

Emotionale Verletzungen werden sich weiterhin schnell verbreiten, solange wir Schuld mit Pflicht verwechseln und davon ausgehen, dass wir nicht verantwortlich sind, wenn wir nicht für etwas verantwortlich sind. Und solange wir annehmen, dass unsere schlechte Meinung über andere gerechtfertigt ist oder dass sie etwas verdienen, was wir als Reaktion auf ihre Negativität tun, sind wir für die virulente Entfaltung der emotionalen Verletzungen verantwortlich, die wir jetzt erleben.

Was bedeutet „an sich arbeiten“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Hinter dem Ausdruck „an sich arbeiten“ verbirgt sich auch das Wort “Persönlichkeitsentwicklung”. Wer an sich selbst arbeitet, hat sich als Ziel gesetzt, seine Persönlichkeit zu verändern, beziehungsweise weiterzuentwickeln.

Was bedeutet „an sich arbeiten“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Thema der Persönlichkeitsentwicklung kommt aus der Psychologie und ist sehr vielfältig und tiefgründig. Der Begriff selbst wird definiert als alle Veränderungen von Persönlichkeitsmerkmalen, die ein Mensch während seines ganzen Lebens durchläuft. Dieser Prozess wird vorangetrieben durch den Menschen selbst, aber auch durch äußere Einflüsse. Diese Einflüsse können folgende sein:

  • Erfolge und Misserfolge in jeder Lebensphase
  • Feedback von Bezugspersonen oder Fremden
  • zwischenmenschliche Erfahrungen
  • Erziehungsweise der Eltern
  • Traumata oder Verluste

Die Persönlichkeit kann sich in eine gute oder eine eher schlechte Richtung entwickeln. Wenn man aktiv an sich selbst arbeitet, versucht man selbstverständlich die Persönlichkeitsmerkmale zu verbessern. Was hierbei verbessern bedeutet, ist von Mensch zu Mensch und Situation zu Situation ganz verschieden. Es gibt sehr viele verschiedene Theorien zur optimalen Persönlichkeitsentwicklung.

Momentan wird der Fokus dabei auf selbstbestimmtes und lebenslanges Lernen gerichtet. Um seine Ziele im Leben zu erreichen, sollte man nie aufhören, an sich selbst zu arbeiten. Es ist mittlerweile bewiesen, dass eine optimierte Persönlichkeit viel größeren Einfluss auf Erfolge jeder Art hat als der Intelligenzquotient.

Voraussetzungen, um sich erfolgreich weiterzuentwickeln

Zunächst muss der Körper und Geist eine gesunde und fitte Grundlage bieten. Für einen gesunden Körper und Geist sollte man auf die richtige Ernährung achten. Veränderung benötigt viel Energie, die wir unserem Körper zuführen müssen. Viel Obst, Gemüse und Wasser sind ein wichtiger Faktor. Außerdem sollte man auf Fertigprodukte und zu viel Industriezucker so gut es geht verzichten. Ansonsten können wir uns immer auf unseren Körper verlassen. Wir fühlen, welche Lebensmittel uns Kraft geben und welche uns träge machen.

Die zweite Voraussetzung ist Sport. Dabei ist es total egal, welcher Sport. Wenn man körperlich fit ist, kann man sich auf seinen Körper verlassen. Das gibt einem mehr Selbstbewusstsein, Kraft und Motivation, um an sich selbst zu arbeiten. Wenn einem Sport nicht so liegt, kann man auch ruhigere Möglichkeiten finden, sich genügend zu bewegen. Lange regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft und ein wenig einfaches Stretching oder Yoga eignen sich optimal.

Weiterhin sehr wichtig sind Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Um Fortschritte bei der Weiterentwicklung zu machen, muss man ehrlich zu sich selbst und auch zu seinen Mitmenschen sein. Für viele Menschen ist es schwierig, immer aufrichtig zu sein. Jedoch ist das eine Eigenschaft, die sich erlernen lässt. Mit der Zeit fällt es einem immer leichter bis man es ganz automatisch macht. Auf dieser Grundlage ist man mit sich selbst im Reinen und muss keine Energie verschwenden, sich vor anderen zu verstellen.

Zuletzt ist es für jeden Typ Mensch von Vorteil, eine Entspannungstechnik zu beherrschen. Es ist bewiesen, dass jede Art von Meditation dabei hilft, negative Emotionen zu verarbeiten, Stress loszulassen und sich selbst zu finden. Das Gehirn muss den ganzen Tag arbeiten und schon ein paar Minuten Entspannung täglich helfen dabei, schneller und besser zu arbeiten. Es gibt viele verschiedene Techniken. Einfach zu lernen und für Nichtkenner gut verständlich ist Autogenes Training. Diese Methode ist eine Art Selbsthypnose und die Grundlagen lassen sich sogar mit Youtube-Videos erlernen.

Das kann man tun, um an sich selbst zu arbeiten

0. Tagebuch führen oder schreiben. Nur wer seine Gedanken ordnet, kann Klarheit gewinnen.

1. Seine Ziele genau definieren und aufschreiben. Dabei kann man große Ziele haben und kleine Zwischenziele. Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Ziele erreichbar sind und dass sie so formuliert sind, dass man genau weiß, wann man sie erreicht hat. Diese kleinen Erfolge sind wichtig für das Glücksempfinden und unsere Motivation weiterzumachen.

2. Offen sein für Neues und keine Angst vor Veränderungen. Veränderungen fühlen sich immer erst einmal komisch an. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an alles. Man sollte so oft es geht seine Komfortzone verlassen und keine Unsicherheiten vermeiden. Am besten geht man neugierig auf alles Neue zu.

3. Herausforderungen sollten als Chance gesehen werden. Auch wenn Herausforderungen eine Möglichkeit zum Scheitern bieten, bieten sie genauso die Möglichkeit, Neues kennenzulernen und sich ins Positive zu entwickeln. In solchen Situationen muss der Fokus unbedingt auf das Positive gerichtet werden. So etabliert man ein positives und somit zufriedenes Mindset.

4. Positive Psychologie wird immer wichtiger in der Medizin. Therapien werden immer mehr darauf ausgelegt, sich auf die Guten Dinge zu konzentrieren und die Negativen auszublenden und so Stück für Stück zu vergessen. Dafür soll man sich damit beschäftigen, was Glück für einen bedeutet und wie glückliche Gefühle entstehen. Dankbarkeit ist hierbei sehr hilfreich. Man sollte sich darin üben, dankbar für Kleinigkeiten im Leben zu sein.

5. Nur wenn man richtig zuhören und Informationen aufnehmen kann, kann man lernen und sich weiterentwickeln. Heutzutage kann das schwierig sein, da unser Gehirn den ganzen Tag mit Informationen überflutet wird. Es hat gelernt, vieles auszublenden, um sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Jedoch kann dadurch auch Wichtiges verloren gehen. Auch Zuhören kann durch Übung verbessert werden.

6. Da sich die Eigen- und die Fremdwahrnehmung oft signifikant voneinander unterscheiden, sollte man immer mal Feedback von seinen Mitmenschen einfordern. Ob Familie, Freunde oder Kollegen, jeder hat eine persönliche Einschätzung. Natürlich sollte man nicht nur darauf hören, was andere sagen, jedoch kann ein Abgleich oft hilfreich sein.

7. Der wohl wichtigste Punkt ist die Selbstreflexion. Nur wenn man seine eigenen Stärken und Schwächen kennt, kann man an ihnen arbeiten. Anfangs kann es unangenehm sein, seinen eigenen Charakter so zu untersuchen und zu bewerten. Allerdings ist dies enorm wichtig, auch um sich selbst akzeptieren und mögen zu können. Hierbei sollten die Schwächen nicht als Fehler betrachtet werden, sondern als Möglichkeit für Wachstum. Wenn man an sich arbeitet, kann man sich auch auf die Stärken konzentrieren und diese noch weiter ausbauen oder ergänzen. Man sollte sich selbst regelmäßig reflektieren, denn nur so kann man Veränderungen überhaupt bemerken.

Warum hat man, wenn man verliebt ist keinen Hunger? Erklärung


Verliebte verspüren häufig keinen Hunger. Verantwortlich dafür sind Prozesse, die sich zeitgleich in unserem Körper abspielen. Was genau dahintersteckt, wird folglich ausführlich erklärt.

Appetitlosigkeit bei Verliebtheit – Schuld sind die Hormone

Zurückzuführen ist der ausbleibende Hunger auf die permanente Appetitlosigkeit, die das Verliebtsein mit sich bringt. Hierfür ist das Hormon Serotonin verantwortlich. Bei Menschen, die sich in ihren Schwarm verlieben oder eine frische Beziehung eingehen, steigt nachweislich der Serotoninspiegel, was Appetitlosigkeit und schlaflose Nächte zur Folge hat.

Das Serotonin ist auch als Glückshormon bekannt. Es sorgt primär für eine glückliche Stimmung. Ebendarum fühlen sich Verliebte gut, auch wenn sie weder essen noch schlafen. Sie sind förmlich euphorisch und lächeln häufig ohne ersichtlichen Grund.

Unser erhöhter Serotonin-Gehalt im Körper sorgt mitunter für die erstrebenswerten Schmetterlinge im Bauch. Höhenflüge gehen mit dem Verliebtsein einher und die Gedanken drehen sich einzig und allein um die Person der Begierde.

Verliebte agieren obsessiv

Der gesteigerte Serotoninspiegel lässt sich nicht nur bei Verliebten, sondern auch bei Menschen mit Zwangsneurosen nachweisen. Das liegt daran, dass Liebe auch eine Art Obsession darstellt. Menschen mit Frühlingsgefühlen haben nur noch ihren Schwarm im Sinn und machen sich keine Gedanken mehr um Schlaf und Ernährung.

Ist Appetitlosigkeit bei Verliebtheit bedrohlich?

Normalerweise bleibt der ausbleibende Hunger nicht lange bestehen. Bereits nach wenigen Tagen legt sich das stark obsessive Verhalten und Hungergefühle kommen zurück. Angesichts dessen stellt die Gemütsverfassung keinen lebensbedrohlichen Zustand dar.

Gegen das ausbleibende Hungergefühl agieren?

Verliebte Menschen bekommen häufig keinen Bissen herunter. Mit einigen Tricks kann dagegen vorgegangen werden. So nehmen Betroffene weiterhin wichtige Mikro- und Makronährstoffe zu sich und laufen nicht Gefahr, Mangelzustände zu begünstigen.

Menschen, deren Fokus ausschließlich auf dem Partner oder potenziellen Partner liegt, können mehrfach täglich kleinere Portionen essen. So wird das fehlende Hungergefühl ausgeglichen sowie der Zustand, keine vollen Mahlzeiten herunter zu bekommen.

Auch Kräuter in Form von Tees können unseren Appetit anregen und helfen dabei, mehr essen zu können. Löwenzahn, Kümmel und Schafgarbe sind tolle Vertreter, die das „Problem“ gezielt bekämpfen.

Weiterhin appetitanregend sind Zimt, Ingwer und Schnittlauch. Die Gewürze kannst du ebenfalls deinem Tee beimischen oder zu deinen Mahlzeiten hinzufügen. Ebenso tust du deiner Gesundheit einen großen Gefallen, denn Ingwer und auch Zimt sind wahre Booster für Immunsystem und Co.

Den Fokus vom Traummenschen ablenken

Verliebten fällt es schwer, den Fokus von ihrer Person der Begierde abzulenken. Sie bewegen sich fernab jeglicher Realität und haben nur noch die schönsten Szenarien vor Augen. Hier können sportliche Aktivitäten oder auch ein Spaziergang behilflich sein. Bewegung regt gleichzeitig den Stoffwechsel und infolgedessen den Appetit an. Zudem sorgt gerade ein aktives Erlebnis im Freien für einen klar denkenden Kopf.

Bleibt der Hunger immer aus?

Nicht jeder Mensch verliert seinen Appetit, wenn er verliebt ist. Schlaflosigkeit ist ein primärer Zustand, der häufiger eintritt. Viele frisch verliebte Menschen essen ganz normal weiter – haben teilweise sogar einen gesteigerten Appetit! Das sagt aber keinesfalls etwas über die Intensität der Verliebtheit aus, denn jeder Körper reagiert anders auf die Hormonumstellung.

Fazit: Deswegen haben Verliebte keinen Hunger

Grund für das ausbleibende Hungergefühl ist der erhöhte Serotonin-Gehalt in unserem Körper. Auch Menschen mit Zwangsneurosen weisen einen hohen Spiegel des Glückshormons auf, womit das stark obsessive Verhalten von Verliebten zu erklären ist.

Im Fokus ist nur noch der potenzielle Partner – tagein und tagaus. Die Nächte werden kürzer und die Mahlzeiten immer kleiner. Mit einigen Tricks, wie kleineren Portionen über den Tag verteilt, wird dem gezielt entgegengewirkt. Alles in allem ist der fehlende Appetit beim Verliebtsein kein bedrohlicher Zustand und legt sich wie von selbst wieder.

Was ist Präkrastination? Bedeutung, Definition, Erklärung


Im Gegensatz zur Prokrastination beschreibt die Präkrastination das Phänomen, Aufgaben sofort zu erledigen. Es ist eine Art innerer Zwang, der gegebenenfalls mit einem hohen Stressempfinden einhergeht. Alternativ ist das vorschnelle Abarbeiten von To-dos als blinder Aktionismus geläufig.

Problem: Präkrastination – mehr als Produktivität

Die Prokrastination bezeichnet das ständige Aufschieben von Aufgaben. Oftmals sind Studenten mit solch einem Verhalten verknüpft. Allerdings trifft die Aufschieberitis ebenso andere Personengruppen aus diversen Berufsfeldern und Gesellschaftsschichten. Dabei ist die Kehrseite der Medaille, die Präkrastination, deutlich weniger geläufig. Denn die meisten Menschen verbinden mit dem zügigen Abarbeiten von Aufgaben vor allem einen motivierten Geist gepaart mit einer hohen Produktivität. Wer präkrastiniert, wird demnach eher als erfolgreich betrachtet. Das entspricht aber nicht zwangsläufig der Realität.

Eine To-do-Liste ist etlichen Menschen bekannt. Die Arbeitsaufgaben reihen sich Tag für Tag aneinander und die Aufstellung leert sich scheinbar nie. Ein Präkrastinierer nutzt solche Aufgabenlisten gegebenenfalls ebenso. Aber es drängt die Person, die erstbeste Angelegenheit in möglichst kurzer Zeit abzuwickeln. Dadurch leidet allerdings die Prioritätensetzung. Effektives und effizientes Arbeiten geht mit dem Setzen von Prioritäten einher. Wichtige und dringende To-dos sind zuerst anzugehen, ehe andere To-dos folgen. Bei der Präkrastination ist ebendies das Problem. Betroffene bewältigen die Aufgaben in wahlloser Reihenfolge – Hauptsache: fertig.

Zusätzlich birgt die Präkrastination das Risiko, eher mittelmäßige Ergebnisse zu erzielen. Wer sich kopfüber in eine Aufgabe stürzt, macht sich im Regelfall seltener Gedanken um das Resultat. Dadurch erfolgt das Abarbeiten tendenziell wenig gut durchdacht. Die Konsequenz: Flüchtigkeitsfehler.

Der Ursprung der Präkrastination

David Rosenbaum, ein US-amerikanischer Psychologe führte eine Studie unter Studierenden durch. In Pennsylvania sollten besagte Lernende einen Eimer tragen. Die Wegstrecke belief sich auf einen längeren Gang, wobei es galt, die Eimer unterwegs nicht abzustellen. Es kamen zwei Eimer für diesen Zweck zum Einsatz: Ein Eimer stand näher zum Zielpunkt, der andere näher zum Studierenden.

Die Aufgabe bestand darin, den Kübel möglichst unkompliziert zum Ziel zu tragen. Erstaunlicherweise verwendeten rund 80 Prozent der Teilnehmenden jenen Behälter, der ihnen am nächsten war. Das stand im Gegensatz zu der Annahme, den einfachen Weg zu nutzen. Hätten die Studierenden den einfachen Weg gewählt, hätten sie sich für den geringeren Kraftaufwand des näher am Ziel gelegenen Bottichs entschieden. Stattdessen wählten die meisten Teilnehmenden die größere physische Mühe, um den Kübel zu bewegen. Die Lernenden behielten die Vorgehensweise ebenfalls bei, als die Eimer befüllt und damit schwergewichtiger wurden. Es drängte die Studierenden, die Aufgabe frühzeitig anzugehen, um sie möglichst bald abhaken zu können.

Risiken und Ursachen der Präkrastination

Wer Aufgaben sofort erledigen will, belastet unter Umständen die eigene Gesundheit. Denn das prompte Abhaken von To-dos führt gegebenenfalls zum innerlichen Ausbrennen, dem sogenannten Burn-out. Es besteht ebenfalls das Risiko, Depressionen zu entwickeln.

Der Grund dafür liegt in der Tendenz, sich zu viele Angelegenheiten aufzuladen und zugleich Entscheidungen vorschnell zu treffen. Das geht zulasten der Logik und der kühlen »Kopfentscheidung«. Denn wer übereilt agiert, macht eher Fehler.

Als Gründe für dieses Verhalten kommen vorrangig drei Ursachen infrage. Während der Perfektionismus, also die Angst, Fehler zu machen oder sich Kritik preiszugeben, eher das Aufschieben zur Folge hat, gilt das bei der Präkrastination nicht.

Warum Menschen präkrastinieren: Gründe, Ursachen

Vorschnelles Erledigen unliebsamer Arbeitsaufgaben entsteht beispielsweise aus reiner Gewissenhaftigkeit heraus. Es ist jedoch ebenso evolutionär erklärbar. Wer pflichtbewusst arbeitet und zügig Aufgaben erledigt, zeigt vor allem, dass er oder sie der Verantwortung gerecht wird. Dahinter verbirgt sich gegebenenfalls eine Form der Versagensangst oder Angst vor Ablehnung.

Zugleich besteht ein evolutionärer Zusammenhang zum Präkrastinieren. Dabei geht es vor allem um die Chancen im Leben. Das zügige Abarbeiten von To-dos dient dem Zweck, keine Gelegenheiten zu verpassen. Wer die Aufgabe fertig hat, hat schließlich Ressourcen oder Kapazitäten frei für andere Dinge.

Außerdem entlastet dieses Vorgehen das Gehirn. Trotz einem vermehrten Aufwand bei der Bewältigung der Aufgaben hilft die vorschnelle Erledigung, den inneren Arbeitsspeicher zu leeren. Damit ist es möglich, die kognitiven Anstrengungen zum Erinnern der Aufgabenliste im Bewusstsein zu senken. Es herrscht eine gewisse Anspannung im Verstand vor, bis die Arbeit abgehakt ist. Das ist neben der Gewissenhaftigkeit und Evolution ein weiterer Grund, warum Menschen Aufgaben sofort erledigen.

Präkrastination vermeiden – Strategien gegen vorschnelles Abhaken

Wer feststellt, regelmäßig zu präkrastinieren, sucht womöglich nach Lösungswegen, um Arbeitsaufgaben entspannter zu bewältigen. Dazu hilft es, die To-dos zu entschlacken. Das heißt, die Prioritäten in den Fokus zu setzen. Was ist wichtig und eilt? Diese Arbeiten sind grundsätzlich zuerst zu erledigen. Gleichzeitig lohnt es sich, die Aufgaben in zeitlichen oder thematischen Blöcken zu organisieren.

Anstatt jede aufleuchtende E-Mail prompt einzeln abzurufen und auf die Art zuverlässig aus dem produktiven Arbeitsfluss gerissen zu werden, ist es sinnvoller, das E-Mail-Programm zu gewissen Zeiten zu öffnen. Dann können Betroffene die jeweiligen E-Mails in einem Durchgang bearbeiten. Daneben erscheint es hilfreich, die To-do-Liste zu vereinfachen. Wer eine geringere Anzahl an Aufgaben auf dem Zettel hat, präkrastiniert tendenziell weniger.

Zusammenfassung: Präkrastination statt Prokrastination?

Das Aufschieben ist inzwischen ein gängiges Phänomen in der Gesellschaft. Viele Menschen schieben wichtige Dinge auf die sprichwörtlich lange Bank. Dagegen ist das Präkrastinieren im alltäglichen Sprachgebrauch kaum geläufig – obwohl die Probleme und Auswirkungen durchaus vergleichbar sind.

Dr. Rosenbaum hat mit seiner Studie bedeutsame Erkenntnisse in diesem Verhaltensaspekt erlangt. Denn wer präkrastiniert, folgt einem inneren Drang, Aufgaben schnellstmöglich abzuarbeiten. Das sorgt für Druck und einer gesteigerten Anspannung. Dadurch steigt das Risiko, Depressionen oder ein Burn-out zu entwickeln. Mit gezielten Strategien lässt es sich dagegen deutlich entspannter arbeiten, wobei insbesondere die Prioritätensetzung beachtenswert ist.

Was bedeutet „Neurodivers“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Neurodivers“ bedeutet „neurologisch vielfältig“. Atypische neurologische Ausstattungen sollen im Zuge von Neurodiversität als Teil des normalen menschlichen Spektrums respektiert werden. Die Einteilung in „neurotypisch“ und „neurodivergent“, die ohnehin nicht problemlos möglich ist, soll nicht mehr vorgenommen werden, sondern vielmehr eine Entpathologisierung von Neuro-Minderheiten stattfinden. Dieses Ziel verfolgt die globale Neurodiversitätsbewegung. Dabei spielt vor allem der Wandel vom „medizinischen Modell von Behinderung“ zum „sozialen Modell von Behinderung“ eine Rolle.

Wortherkunft und Bedeutung von „neurodivers“

Das Adjektiv „neurodivers“ und das dazugehörige Nomen „Neurodiversität“, welches wiederum auch als „neurologische Diversität“ bezeichnet werden kann, setzt sich aus folgenden Worten zusammen:

„Neurologie“ ist eine Teildisziplin der Medizin. Sie beschäftigt sich mit der Lehre des Nervensystems. Ein Großteil davon betrifft das Gehirn. Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen. Das altgriechische Wort „Neuron“ bedeutet „Nerv“ und „logie“ ist „die Lehre“.

„Diversität“ bezeichnet Vielfalt und Verschiedenheit. Das Wort kommt aus dem Lateinischen: „diversitas“ kann mit „Unterschied“ oder „Verschiedenheit“ übersetzt werden.

Neurodiversität beschreibt also die neurologische Vielfalt: die Vielfalt kognitiver Funktionen. Es handelt sich dabei um einen Neologismus, also ein neu geschaffenes Wort.

Der Gedanke hinter dem Fachbegriff „Neurodiversität“ ist, dass die Vielfalt in der neurologischen Ausstattung von Menschen als eine normale soziale Vielfalt wahrgenommen und respektiert wird. Neurologische und psychische Krankheiten sowie Entwicklungsstörungen gelten im Zuge der Neurodiversität als natürliche menschliche neurologische Vielfalt. Dazu zählen zum Beispiel Menschen mit AD(H)S oder Autismus.
Neurodivers sind somit alle Menschen, sowohl jene mit typischen als auch jene mit atypischen neurologischen Ausstattungen.

„Neurotypisch“ und „neurodivergent“

„Neurotypisch“ bezeichnet jenen großen Teil der Menschen, der sich in seiner neurologischen Ausstattung sehr ähnlich ist. Ihre neurologische Entwicklung entspricht dem, was als „normal“ wahrgenommen wird.

Dem gegenüber steht der Begriff „neurodivergent“. Unter diesem werden all jene Menschen erfasst, die nicht in das typische neurologische Schema fallen. Das betrifft Menschen mit Autismus, AD(H)S, Dyskalkulie (Rechenschwäche), Dyslexie (Lese-Rechtschreibschwäche), Dyspraxie (motorische Entwicklungsstörung) oder Zwangsstörungen.

Allerdings ist es schwierig, Menschen eindeutig in „neurotypisch“ und „neurodivergent“ einzuteilen. Intellektuelle und soziale Fähigkeiten können in unterschiedlichen Ausmaßen neurotypisch oder neurodivergent sein, auch wenn eine Person keinerlei diagnostizierte Störung aufweist. Hier ist es äußerst schwierig, eine eindeutige Trennlinie zu ziehen, ab wann man eine Art des Verhaltens oder Erlebens als neurodivergent bezeichnet. Ein Mensch, der keine Autismus-Spektrum-Störungsdiagnose erhalten hat, kann trotzdem bestimmte autistische Symptome aufweisen. Die Einteilung in die zwei Gruppen funktioniert nur bedingt, was sich beispielhaft an dem fließenden Übergang von Menschen mit Autismus und Menschen ohne Autismus beobachten lässt.

Ein und dasselbe Krankheitsbild muss nicht bei jeder betroffenen Person auftreten. So unterscheiden sich die Symptome von AD(H)S oder Autismus bei jedem Menschen und weichen zum Teil stark voneinander ab. Wie intensiv eine betroffene Person dadurch in ihrem Alltag eingeschränkt ist und in welchem Ausmaß ihr eine Teilhabe an der Gesellschaft möglich ist, unterscheidet sich ebenfalls stark.

Ein weiteres Problem ist, dass man nicht ohne Weiteres sagen kann, wie ein „neurotypisches“ Gehirn aussieht. Die Menschen, die klar als neurotypisch identifiziert werden können, gibt es nicht. Die Unterschiede zwischen einzelnen Menschen sind immer in einem solchen Ausmaß vorhanden, dass sich kein Standard für einen neurotypischen Menschen ausmachen lässt.

Verwendung und Funktion von „neurodivers“

Eine Funktion des Begriffes der Neurodiversität ist es, Vorurteilen gegen neurodivergente Menschen entgegenzutreten. Er wird oft als Alternative zu Begriffen wie „Störung“, „Krankheit“, „Dysfunktion“ oder „Behinderung“ genutzt, die eine stark negative Konnotation mit sich bringen. Kritikerinnen und Kritiker dieser negativen Bezeichnungen erkennen im Glauben, der im allgemeinen Bewusstsein vorherrscht, dass solche neurologischen Defizite behandelt und geheilt werden müssten, ein großes Problem.

Die Bezeichnung als Entwicklungsstörungen, Verhaltensstörungen etc. ist für Betroffene oft ein Ärgernis, da sie ihre neurologischen Gegebenheiten eher als eine andere Art, die Welt zu erleben, verstehen. Denken, Handeln und Erleben finden anders statt – das macht sie aber nicht zu etwas Negativem, argumentieren viele Betroffene. Die Begriffe haben einen ausschließenden Charakter und implizieren immer, dass etwas nicht stimmt, nicht normal ist und nicht dazugehört.

Neurodiversitätsbewegung

Die Neurodiversitätsbewegung setzt sich für die Rechte von Menschen ein, die zu Neuro-Minderheiten zählen. Sie entstand in den 1990er-Jahren und weitete sich zu einer globalen Bewegung aus. Die größte Untergruppe setzt sich für die Rechte von Menschen mit Autismus ein. Auslöser für die Entstehung der Bewegung war die pathologische Betrachtung von neurodivergenten Menschen in Europa und den USA.

Das Ziel der Neurodiversitätsbewegung ist ein Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung und ein Aufbau von Chancengleichheit. Im bestehenden System seien alltägliche Dinge vorrangig auf neurotypische Menschen ausgelegt. Demnach müssten sich viele Dinge ändern, um neurodivergenten Menschen den Zugang zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen.

Die Bewegung besteht aus Einzelpersonen, Verbänden und Institutionen, die sich jeweils sowohl in ihren Forderungen als auch den Methoden unterscheiden. Eine Gemeinsamkeit im Vorgehen ist allerdings die Aufklärung über Neuro-Minderheiten durch das Bereitstellen von Informationen. Die meisten Menschen hätten ein bestimmtes einseitiges Bild im Kopf, wenn sie an „Autismus“, „AD(H)S“ oder ähnliches denken. Diese Vorstellungen seien durch die Pathologisierung geprägt und sowohl negativ behaftet als auch kein differenziertes Abbild der Realität. Durch die gezielte Aufklärung ließe sich dem entgegenwirken, davon ist ein Großteil der Bewegung überzeugt.

Das soziale Modell von Behinderung

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Vertreterinnen und Vertreter der Neurodiversitätsbewegung darauf abzielen, das vorherrschende „medizinische Modell von Behinderung“ durch das „soziale Modell von Behinderung“ abzulösen.

Während das medizinische Modell von Behinderung die Krankheit oder Behinderung als untrennbar von der Person und damit viele Nachteile sowie eine deutliche Verringerung der Lebensqualität einhergehen sieht, konzentriert sich das soziale Modell von Behinderung auf die Veränderungen, die in der Gesellschaft erforderlich sind, um Ausgrenzungen zu bekämpfen.

Die notwendigen Veränderungen sind vielfältig. Zum einen bräuchte es eine generell positivere Einstellung gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen. Das kann durch mehr Sichtbarkeit von Minderheiten, den allgemeinen Zugang zu Informationen über die Vielfältigkeit neurologischer Voraussetzungen und infolgedessen einem Rückgang von Stigmatisierung, Unterschätzung und Abwertung geschehen. Zum anderen würden Hilfestellungen benötigt, die zu einer Barrierefreiheit beitragen. Diese Hilfen richten sich nach den jeweiligen Bedürfnissen der einzelnen Personen und Gruppen.

Wichtig bei diesem Modell ist die Unterscheidung zwischen „Beeinträchtigung“ und „Behinderung“. Während „Beeinträchtigung“ die tatsächlichen körperlichen und geistigen Voraussetzungen eines Menschen bezeichnet, sind „Behinderungen“ die gesellschaftlichen Einschränkungen, die Menschen mit Beeinträchtigungen erfahren. Eine Behinderung findet dadurch statt, dass in der Gesellschaft keine Anpassung an die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung geschieht.

Was ist eine Überreaktion? Bedeutung, Definition, Erklärung


Eine Überreaktion kann es in unterschiedlicher Hinsicht geben. Sie kann sich zum Beispiel auf gesundheitliche Aspekte beziehen. Man benutzt den Begriff jedoch auch in Verbindung mit menschlichen Verhaltensweisen. Weiterhin ist die Überreaktion auch aus der Welt der Wirtschaft und Finanzen bekannt.

Was ist eine Überreaktion? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wendet man das Wort Überreaktion auf die Gesundheit des Menschen an, dann sind körperliche Reaktionen damit gemeint, die in irgendeiner Hinsicht als zu viel oder zu hoch eingestuft werden. Besonders oft spricht man dann von einer allergischen Überreaktion. Diese kommt immer dann zustanden, wenn man einen gewissen Stoff oder eine gewisse Substanz nicht verträgt und deshalb eine körperliche Reaktion folgt.

Diese folgt oft nach dem Genuss einer Substanz, oder nachdem die Haut damit in Berührung gekommen ist. Zum Beispiel werden allergische Reaktionen aller Art nicht selten als Überreaktion bezeichnet.

Die allergische Überreaktion im Detail

Kommt es zu einer allergischen Überreaktion, dann zeigt das menschliche Immunsystem mit einer starken Reaktion an, dass es es nicht in der Lage ist etwas zu verarbeiten. Ein Beispiel aus der Praxis ist etwa eine Nussallergie. Ist eine Person allergisch auf Nüsse und verzehrt sie trotzdem, dann wehrt sich das Immunsystem sinnbildlich gegen die Nüsse im Körper. Dies kann zum Beispiel durch Schwellungen im Bereich der Atemwege, Hautausschläge oder Übelkeit erfolgen. Ein weiteres Beispiel wäre Heuschnupfen. Hier reagiert der Körper mit der Entwicklung von Schnupfen und tränenden Augen darauf, dass eine gewisse Art von Pollen in den Organismus gelangt ist.

Die Überreaktion aus der wirtschaftlichen Perspektive betrachtet

Von Überreaktionen im wirtschaftlichen Bereich ist häufig dann die Rede, wenn den Wirtschaftsexperten die weitere Entwicklung der Finanzmärkte nicht klar ist. Sie können schlicht nicht voraussagen, ob es derzeit günstig ist in ein bestimmtes Projekt oder in bestimmte Wertpapiere zu investieren. Meist ist die Unbestimmbarkeit äußerer Faktoren ein Grund hierfür.

Investoren entscheiden sich dann häufig für eine sichere Notlösung. Diese kann zum Beispiel so aussehen, dass Aktien lieber sofort in großer Stückzahl verkauft werden, da ihr Kurs aktuell noch als passabel gilt. Weil nicht absehbar ist, ob der Kurs zukünftig gehalten wird oder stark abfällt, wird verkauft. Das scheint eben das kleinere Übel zu sein. Denn schließlich könnte es sein, dass der Kurs tatsächlich stark an wert verliert. Verkauft man zu spät hat man möglicherweise mit hohen finanziellen Verlusten zu rechnen. In einem solchen Fall ist von einer Überreaktion der Aktienmärkte die Rede. Und zwar deshalb, weil der Markt ungewöhnlich stark reagiert wenn überdurchschnittliche viele Wertpapiere zur gleichen Zeit verkauft werden.

Die Überreaktion aus der menschlichen Perspektive betrachtet

Eine Überreaktion aus menschlicher Perspektive bezieht sich auf das Verhalten von Menschen. Ihr Verhalten wird in diesem Fall von ihren Mitmenschen als übertrieben oder überzogen eingestuft. Zum Beispiel kann eine Überreaktion in dieser Hinsicht dann vorliegen, wenn eine Person mit einem lautstarken Wutausbruch auf einen als absolut harmlos eingestuften Scherz reagiert. Schreit diese Person ihr Gegenüber an und schlägt vielleicht sogar wild um sich, ist eine Überreaktion zu beobachten. Ursache und Reaktion stehen dann in einem Missverhältnis miteinander.

Warum zeigen Menschen in ihrem Verhalten manchmal eine Überreaktion?

Das kann unterschiedliche Gründe haben. Manchmal ist nicht die Situation, in der sich eine Person gerade befindet, hierfür ausschlaggebend, sondern eine allgemeine Anspannung. Steht jemand also schon seit langer Zeit unter Druck und ist gestresst, kann sich das in einer Überreaktion in einer eigentlich normalen Situation zeigen.

Manchmal wird eine Person auch speziell getriggert und das ist der Grund für eine Überreaktion. Zum Beispiel hat jemand in seiner Kindheit schlimme Erfahrungen im Bereich körperlicher Züchtigung durch Elternteile gemacht. Wird diese Person dann als Erwachsener bei einem kleinen Streit von einer anderen Person ein wenig geschubst, kann das zu einer Überreaktion führen. Die Person tritt nicht einfach einen Schritt zurück, um die Situation zu bewältigen, sondern beginnt direkt eine wilde Schlägerei um sich diesmal aktiv gegen eine als solche empfundene Ungerechtigkeit zu wehren. Hin und wieder sind auch psychische Störungen oder Krankheiten der Grund für eine Überreaktion.

Warum hat man bei einer Erkältung Gliederschmerzen? Erklärung, Grund, Ursachen


Damit werden Schmerzen beschrieben, die meistens nur in den Armen oder Beinen auftreten. In der Regel handelt es sich dabei um die Begleiterscheinung eines grippalen Infekts, der nach wenigen Tagen wieder abklingt.

Wie stark die Gliederschmerzen sind, hängt von der Intensität der Erkrankung selbst ab. Es müssen nicht immer Beine und Arme gleichzeitig betroffen sein. In einigen Fällen schmerzen auch nur partielle Partien. Einige Betroffene klagen zusätzlich über eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut oder brennende Augen.

Die Schmerzen werden häufig als ziehend oder brennend beschrieben. Oft hat man bei einer Erkältung neben diesen Effekten außerdem das Gefühl der völligen Erschöpfung.

In der Regel klingen die Gliederschmerzen zeitgleich mit den anderen Symptomen wieder ab. Nur in seltenen Fällen bleiben sie weiterhin bestehen. Falls die Gliederschmerzen nicht nach spätestens 10 bis 15 Tagen abgeklungen sind, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dann kann im schlimmsten Fall eine andere Erkrankung der Grund für die Symptome sein.

Übrigens muss nicht zwingend jede Erkältung mit Gliederschmerzen einhergehen. Wenn kein Fieber auftritt, ist der Flüssigkeitsverlust auch nicht so groß, dass wichtige Elektrolyte aus dem Körper geschwemmt werden.

Warum hat man bei einer Erkältung Gliederschmerzen? Erklärung, Grund, Ursachen

Es handelt sich dabei in erster Linie um eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen die krankmachenden Erreger. Sobald der Körper diese erkannt hat, schüttet er jede Menge Botenstoffe aus. Außerdem versucht das Immunsystem gleichzeitig mit einer Entzündung, die Erreger abzuwehren. Bei einer Erkältung zeigt sich das oft an einer verschnupften Nase. Da die Botenstoffe aber im gesamten Körper vorhanden sind, zeigen sich die Entzündungsherde auch an anderen Stellen.

Das Immunsystem setzt dabei die Schmerzgrenzen des Körpers herab. Das heißt, die jeweiligen Rezeptoren reagieren deutlich sensibler auf äußere Reize.

Wir haben bei einer Erkältung also Gliederschmerzen, weil die Botenstoffe in unserem Körper eine Entzündungsreaktion auslösen. Das wiederum bringt eine Kette anderer Effekte mit sich. Zuerst wird die Schmerzgrenze des Körpers wird herabgesetzt. Anschließend reagieren die jeweiligen Rezeptoren in der Haut und den Muskeln deutlich sensibler auf äußere Reize. Wir fühlen uns erschöpft und haben Gliederschmerzen in den Armen oder den Beinen.

Die oben beschriebene Kettenreaktion ist aber nur eine der möglichen Ursachen. Ein weiterer Grund für Gliederschmerzen während einer Erkältung kann auch Fieber sein. Sobald Krankheitserreger in den Körper eindringen, sorgt das Immunsystem für eine höhere Temperatur. Die Hirnanhangsdrüse hilft dabei, diese Abwehrreaktion in Gang zu setzen. Das hat allerdings nicht nur positive Effekte zur Folge, denn der Körper verliert dabei sehr viel Flüssigkeit und damit auch wichtige Elektrolyte. Wenn der Gehalt an Kalium verringert ist, kann sich das ebenfalls in Form von Gliederschmerzen bemerkbar machen.

Was kann man bei Gliederschmerzen während einer Erkältung tun?

Während der Erkältung selbst sollte man sich und die schmerzenden Gliedmaßen möglichst schonen. Jede Form von besonderer Anstrengung ist zu vermeiden. Gerade bei anstrengenden Sportarten verliert der Körper noch mehr Elektrolyte. Außerdem sind die Muskeln während dieser Zeit sowieso schon mit der Entzündungsreaktion des Körpers beschäftigt. Ein hartes Training wirkt daher also eher kontraproduktiv.

Wenn die Gliederschmerzen sehr stark sind, kann man kurzfristig mit Ibuprofen entgegenwirken. Diese Mittel dürfen aber nicht zu lange eingenommen werden, da sie die Abwehrreaktion des Körpers herabsetzen.

Zu Beginn einer Erkältung kann man die schmerzenden Glieder leicht kühlen, um die Symptome der Entzündung zu lindern. Ist die Erkrankung allerdings weiter fortgeschritten, empfehlen sich Wärmeanwendungen.

Auch leichte Dehnübungen helfen dabei, die Durchblutung in den Muskeln zu fördern.

In den meisten Fällen ist es ausreichend, sich während einer Erkältung körperlich zu schonen. Wenn man dem Körper dann noch alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe zuführt, verschwinden auch die Gliederschmerzen in der Regel mit den anderen Symptomen wieder.

Was ist eine Kränkung? Wie überwindet man sie? Erklärung


Kränkungen können auf verschiedene Arten entstehen. Ein beleidigendes Wort, eine falsche Bemerkung oder eine verächtliche Geste können uns rasch verletzen. Wenn die kränkende Person eine nahestehende Person ist, können die Emotionen gegenüber dem Verursacher stärker sein als gegenüber einer fremden Person.

Wenn wir die Worte oder Handlungen anderer jedoch nicht als persönlich auffassen, können wir nicht enttäuscht, gekränkt oder gedemütigt werden. Dies ist möglich, indem wir uns bewusst machen, dass die Handlungen und Worte anderer Personen nichts mit uns selbst zu tun haben. Sie spiegeln lediglich die Einstellung und das Verhalten dieser Person wider und haben nichts mit unserer eigenen Person zu tun.

Wie Sie mit Kritik umgehen, um seltener gekränkt zu werden

Ein weiterer Weg, um seltener gekränkt zu werden, ist es, offener für Kritik zu

sein. Oft fühlen wir uns gekränkt, weil wir Kritik annehmen, als ob sie persönlich gemeint wäre. Wenn wir jedoch lernen, Kritik anzunehmen und sie als Feedback zu betrachten, das uns helfen kann, uns weiterzuentwickeln, reduziert sich das Risiko, dass wir uns gekränkt fühlen.

Wieso ist es so schmerzhaft, verletzt zu werden?

Kränkungen sind schmerzhafte Erfahrungen, die jeden von uns treffen können. Wir fühlen uns von anderen abgewiesen oder kritisiert, wenn unser Selbstwert oder ein anderer für uns wichtiger Wert verletzt wird. Böse Zungen können Angst, Empörung, Trauer, Leid und Scham erzeugen. Diese Emotionen treten oft nachhaltig auf. Trotzdem empfinden jeder und jede die Erniedrigung anders und einzigartig.

Wie Kränkung unsere Psyche beeinflusst

Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass unsere Psyche auf Kränkungen sehr sensibel reagiert. Schon im Kindesalter lernen wir, dass soziale Interaktionen für unser Wohlergehen entscheidend sind. Wenn wir also abgewiesen oder kritisiert werden, empfinden wir das als Bedrohung für unser soziales Umfeld und reagieren dementsprechend verletzt. Diese Verletztheit kann sich in verschiedenen Formen äußern. Manche Menschen neigen dazu, sich zurückzuziehen und in ihrer eigenen Welt zu verkriechen. Andere reagieren aggressiv und versuchen, die Kränkung mit Gewalt zu verarbeiten. Wieder andere versuchen, die Situation zu ignorieren und so tun, als ob nichts geschehen wäre.

Egal, welche Strategie man wählt: Kränkungen hinterlassen immer Spuren in unserer Psyche. Sie können unser Selbstwertgefühl negativ beeinflussen und uns daran hindern, offen auf andere zuzugehen. Oft fühlen wir uns auch hilflos und alleingelassen, weil es keine einfache Möglichkeit gibt, mit den Folgen umzugehen.

Trotz allem bleibt Hoffnung: Indem wir uns unsere Gefühle bewusst machen und annehmen, können wir lernen, damit zu leben und sie letzten Endes zu einer Verbesserung führen. Denn nur wenn wir uns unseren Verletzungen stellen, können wir sie heilen und uns selbst mehr Liebe
schenken.

In jeder Kränkung gibt es zwei Aspekte

1. Die Situation an sich, welche die Demütigung hervorruft, insbesondere eine beleidigende Äußerung oder die Zurückweisung des Gegenübers. Um eine Beschimpfung als solche zu empfinden, muss allweil auch ein innerer Bewertungsprozess stattfinden. Eine verletzende Situation wird von einer verletzenden Meinung begleitet, wenn die Erwartung nicht erfüllt wird.

2. Ob solche Verletzungen mit Absicht oder unbeabsichtigt vorkommen, ist irrelevant. Jeder Mensch hat sogenannte „Trigger“ emotionaler Reaktionen, die während der Kindheit entstanden sind und uns noch als Erwachsene stark beeinflussen können.

Die häufigsten Triggerpunkte bei Kränkungen:

1. Die Angst vor Ablehnung
2. Die Angst vor Kritik
3. Die Angst vor dem Versagen
4. Die Angst, nicht geliebt zu werden
5. Die Furcht, allein zu sein.

Wie man sein Selbstwertgefühl stärkt, um weniger empfindlich gegenüber Kränkungen zu sein

Unsere Selbstachtung beeinflusst die Schnelligkeit, mit der wir uns durch Kritik, Nichtachtung und Ablehnung anderer verletzt fühlen. Wenn unser Selbstwertgefühl niedrig ist, neigen wir dazu, Kränkungen und Verletzungen zu erleben, wo gar keine sind. Unsere körperliche und seelische Verfassung beeinflusst auch unsere Empfindlichkeit. Wenn wir emotional oder körperlich angeschlagen sind, lassen wir uns mehr von anderen Kommentaren verletzen.

Die Art und Weise, wie das Geschehen sich abspielt (z. B. die Anwesenheit anderer Menschen) verstärkt normalerweise unsere Kränkung. Wenn uns ähnliche Situationen in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gebracht haben oder wir besonders sensibel sind, neigen wir dazu, mehr auf verletzende Bemerkungen zu reagieren als jemand, der dies nicht ist. Die Motivation des Angreifers spielt ebenfalls eine Rolle: Fühlen
wir uns stärker angegriffen und unwohl in dem Fall, wo es scheint, als sei unser Stolz beabsichtigt gekränkt worden?

Wie unsere körperliche und seelische Verfassung Kränkungen beeinflusst

1. Wie stark unser Selbstwertgefühl ist, beeinflusst, wie sehr wir uns durch Kritik oder Nichtachtung verletzt fühlen.

2. Emotionaler und körperlicher Stress machen uns anfälliger für Kränkungen.

3. In Gegenwart anderer Menschen, die uns wichtig sind, neigen wir dazu, unsere Kränkung stärker zu empfinden.

4. Wunde Punkte in unserer Vergangenheit erleichtern es in der Zukunft erneut verletzbar zu sein.

5. Wenn wir denken, jemand habe absichtlich versucht, uns zu verletzen, tun sie es tatsächlich stärker.

6. Hohe Erwartung schaffen eine größere Chance, enttäuscht zu werden und dadurch auch stärkere Veränderung im emotionalen Gleichgewicht.

Warum Kränkungen so schmerzhaft sind und wie man sie überwindet
Kränkungen, Geringschätzung und seelische Verletzungen sind schmerzhaft. Sie können verbunden sein mit negativen Gefühlen wie Traurigkeit, Wut oder Angst. Die einen reagieren wütend auf die Person, die sie verletzt hat; andere ziehen sich in den Rückzug zurück; wieder andere können das Vertrauen in andere oder gar in sich selbst verlieren. Selbstzweifel bestimmen manchmal unser Leben. Wir können die Opfer-Täter-Rolle verlassen und bewusster werden: Wir sind selbst für unser Gefühl der Beleidigung und/oder Verletzung verantwortlich. Häufiges Vorankommen mit Verletzungen und Zurückweisungen führt zu psychosomatischen Beschwerden oder zur Verbitterung. Seelische Verletzungen, die durch körperliche Vergewaltigung
erfolgten, zerstören den Menschen.

Der beste Schutz vor Kränkungen und Verletzungen der Seele ist ein starkes Selbstbewusstsein. Ein starkes Selbstwertgefühl verhindert, dass wir uns durch die Worte anderer verletzt, zurückgewiesen oder gekränkt fühlen. Wenn wir uns selbst schätzen, können wir Sätze schlucken, die uns schaden, aber nicht unserem Charakter. Selbst wenn Sie sich selbst als liebenswert einschätzen, nehmen Sie die Worte und das Verhalten anderer nicht persönlich. Nur wenn Sie sich selbst wenig schätzen, sind Sie verwundbar.

10 Tipps, um Kränkungen zu überwinden

Kränkungen sind unvermeidlich. Wir werden im Laufe unseres Lebens alle verletzt und getäuscht werden. Aber wie können wir lernen, mit Kränkungen umzugehen und sie zu überwinden?

Hier sind 10 Tipps:

1. Seien Sie sich bewusst, dass Kränkungen normal sind.
2. Lassen Sie sich Zeit, um die Kränkung zu verarbeiten.
3. Sie sind für Ihre Gefühle verantwortlich.
4. Bestimmen Sie Ihre Gefühle.
5. Sprechen Sie über Ihre Empfindungen.
6. Schreiben Sie Ihre Gefühle auf.
7. Machen Sie etwas, um Ihren Schmerz zu lindern.
8. Hören Sie auf, dem anderen die Schuld zu geben.
9. Vergeben Sie dem anderen – aber auch sich selbst.
10. Lernen Sie aus Erfahrung und machen Sie weiter!

Wenn Sie das nächste Mal das Gefühl haben, gekränkt zu sein, fragen Sie sich, ob es sich um eine persönliche Kränkung handelt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie immer jemanden fragen, den Sie kennen und dem Sie vertrauen. Sobald Sie sich bewusst sind, dass die Situation nicht persönlich gegen Sie gerichtet ist, können Sie sich selbst etwas Ruhe gönnen und die Situation entspannter behandeln.

Was ist Timeboxing? Vorteile, Nachteile, Erklärung


Beim Timeboxing weist man einem bestimmten Vorhaben in seinem Kalender eine feste Zeitspanne zu.

Was ist Timeboxing? Erklärung, Bedeutung, Definition

Anstatt einfach zu arbeiten, bis etwas erledigt ist, trifft man eine Entscheidung, wann und wie viel Zeit man dafür aufwenden kann. Um es anders auszudrücken: Timeboxing bedeutet, eine bestimmte Zeitspanne für ein bestimmtes Vorhaben in seinem Kalender einzuplanen.

Im Grunde ist es ähnlich wie die Planung einer Versammlung. man wählt den Tag, den Beginn und das Ende der Zeit aus. Und das Wichtigste: man reserviert Zeit für seinen Kalender, um Terminkonflikte zu vermeiden.

Sobald man ein Zeitfenster reserviert hat, muss man es wie einen Termin behandeln. Wenn man sich ein Timebox-Projekt vornehmen, kann man jetzt nicht mehr durch Umplanungen oder Ablenkungen unterbrochen werden.

Bei großen Aufgaben kann es sinnvoll sein, zahlreiche Zeitblöcke im Voraus zu bestellen. Mit dieser Technik kann man effizient Zeit einplanen und Prioritäten setzen.

Timeboxing: Vorteile und Nachteile

Timeboxing hat zahlreiche Vorteile. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

Man geht bewusster mit seiner Arbeit um. Um eine Timebox zu erstellen, muss man Prioritäten setzen und festlegen, wie lange die Aufgaben dauern sollen. Je mehr man diese Informationen für jedes Vorhaben berücksichtigt, desto bewusster wird einem, wie viel Zeit man benötigt.

Es ist einfacher, sich selbst „unter Druck zu setzen“, um die Aufgaben anzugehen, die man aufgeschoben habt oder von denen man weiß, dass man damit zu kämpfen hat.

Wenn man sich strenge Grenzen setzt, wann und wie viel Zeit man für ein bestimmtes Vorhaben aufwenden darf, kann man seinen Terminkalender besser vorbereiten. Außerdem ist man effizienter und zielgerichteter, wenn man nicht unterbrochen oder abgelenkt wird, während man an seinem Projekt arbeitet.

Verringert Multitasking. Der menschliche Verstand ist nicht in der Lage, Multitasking zu betreiben. Jedes Mal, wenn wir die Aufgaben wechseln, muss der Verstand Daten neu eingeben, was Energie und Zeit kostet. Wenn man einen Zeitplan aufstellt, konzentriert man sich jeweils auf ein Unternehmen (oder eine zugehörige Organisation von Aufgaben) zur gleichen Zeit. Auf diese Weise springt man nicht zwischen Initiativen hin und her.

Auf diese Weise kann man Perfektionismus, Überarbeitung und Übertreibung vermeiden.

Stellt eine Wiederholung her. Mit Hilfe von Timeboxing kann man sich einen besseren Überblick über seinen Tag verschaffen. Wenn man seine Timeboxen in seinen Kalender einträgt, kann man wirklich sehen, wann jede Aufgabe erledigt sein könnte. Wenn man seine Arbeit im Voraus plant, ist es viel unwahrscheinlicher, dass man in das „Ratespiel“ der Zeitplanung verwickelt wird, und man kann jeden Tag mit mehr Zuversicht angehen.

Die Nachteile des Timeboxing

Obwohl Timeboxing viele Vorteile hat, ist es nicht für jeden geeignet. Im Folgenden findet man einige der häufigsten Nachteile von Timeboxing und einige Möglichkeiten, sie zu überwinden.

Man kann sein Unternehmen nicht beenden, bevor die Timebox abgelaufen ist. Zu Beginn ist das ein nicht unübliches Problem bei Timeboxing. Wenn man jedoch im Laufe der Zeit etwas Musik hört, wird man die Zeit, die man für die Erledigung einzelner Aufgaben benötigt, besser einschätzen kann.

Timeboxing unterbricht den Arbeitsfluss. Es kann irritierend sein, wenn man Aufgaben wechseln muss, während der Timer abläuft. Deshalb ist es empfehlenswert, vergleichbare Aufgaben in Timeboxen zu gruppieren.

Durch Timeboxing hetzt man durch die Aufgaben, was dazu führt, dass man zu wenig Zeit für die Arbeit hat. Wenn man eine Timebox organisiert, ist man vernünftig. Man sollte nicht jedes Quäntchen Produktivität aus Zeitkontrollstrategien wie Timeboxing herauspressen. Wenn man das versucht, könnte man eher ausbrennen als Erfolg haben. Hält man stattdessen seine Erwartungen vernünftig und plant man Ausfallzeiten zwischen den Aufgaben ein, kann man nicht ausbrennen.

Warum ist Timeboxing einzigartig?

Beim Timeboxing schränkt man seine Arbeit ein, damit man nicht zu viel Zeit verliert.

Die Timeboxing-Methode beinhaltet wachsende Zeitintervalle, die als „Timeboxes“ bezeichnet werden und von ein paar Minuten bis zu mehreren Monaten reichen können. Zusätzlich zu den Fristen und Zielen können die Timeboxen auch aus Meilensteinen, Leistungen und einem Budget bestehen.

Unabhängig vom Ergebnis meldet man seine Arbeit bei Ablauf der Timebox als erledigt an. Danach überprüft man, ob man seine Ziele erreicht hat oder nicht.

Vielleicht muss man zum Beispiel seinen Arbeitsplatz aufräumen, ohne den ganzen Nachmittag damit zu verbringen. Wenn eine 30-Minuten-Timebox abläuft, bricht man sofort ab, unabhängig davon, wie viel Aufräumarbeit man geleistet hat.

Erste Schritte mit Timeboxing

1. Identifizieren von geeigneten Aufgaben

Die gängige Regel lautet, dass man jedem Vorhaben, das man benötigt, eine Timebox zuweist. Am hilfreichsten ist es jedoch, Timeboxen für die folgenden Aufgaben zu erstellen:

Die Aufgaben, die man nicht erledigen muss

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um zeitraubende Aufgaben, einschließlich des Schreibens eines Berichts. Infolgedessen ist das Aufschiebeverhalten das Ergebnis der Erkenntnis, dass man diese Aufgaben nicht schnell erledigen kann.

Wenn man seine Arbeit in kleinere, leichter zu bewältigende Abschnitte mit eigenen Zeitlimits und Meilensteinen aufteilt, erscheint einem das Vorhaben weniger entmutigend. Um dann das nächste Ziel zu erreichen, muss man sich nur noch selbst inspirieren.

Die Aufgaben, die man so schnell wie möglich erledigen muss

Die Reinigung der Toilette oder das Ordnen der E-Mails sind Beispiele für wichtige, aber unangenehme Aufgaben. Diese Aufgaben werden entweder eine lange Zeit in Anspruch nehmen oder übermäßig viel Zeit verschlingen.

Ein striktes Abschlussdatum schränkt die Zeit ein, die man von Anfang an mit der Aufgabe verbringt.

2. Unterschiede zwischen festen und flexiblen Zeitvorgaben

Um zu verdeutlichen, was man nach jeder Timebox tun muss, unterscheidet man zwischen „harten“ Timeboxen und „weichen“ Timeboxen:

Weiche Timebox. Eine weiche Timebox kann man sich als eine Sammlung kleinerer Aufgaben vorstellen, die man in große Aufgaben zerlegt hat. Wenn man eine Timebox abgeschlossen hat, geht man direkt zur nächsten Timebox über. Man kann seine Bilder mit symbolischen Meilensteinen versehen, um sie besser zu analysieren und einfacher handzuhaben.

Harte Timebox. Eine harte Timebox ist eine, an die man nicht mehr denken wird, sobald sie vorbei ist. Man geht von einer völlig unzusammenhängenden Timebox zur nächsten über, sobald man eine beendet hat. Wenn sich das Bewusstsein auf eine einzigartige Art von Unternehmung verlagert, treten Meilensteine besonders deutlich hervor.

3. Die Timebox-Zeit zu einer Priorität machen

Wenn man einen hektischen Tag hat, kann es verlockend sein, seine Timeboxen neu zu planen, zu verschieben oder abzusagen. Das sollte man auf ein Minimum beschränken. Wenn man seine Timeboxen eingerichtet hat, betrachtet man sie als selbst geplante Konferenzen.

Indem man sich Zeit für ein bestimmtes Vorhaben nimmt, verpflichtet man sich selbst, es in dieser Zeit zu erledigen. Daher sollten Timeboxen nicht in letzter Minute abgesagt werden, ähnlich wie man eine Versammlung nicht in letzter Minute absagen würden, solange es nicht wirklich notwendig ist.

4. Etwas mehr Zeit einplanen

Die beste Art und Weise, eine Timebox zu erstellen, ist, sie visuell ansprechend zu gestalten. Um zu sehen, welche Zeitbeschränkung man für ein bestimmtes Vorhaben hat, kann man sich die Zeit in seinem Kalender eintragen. Das hilft nicht nur, seinen Zeitplan einzuhalten, sondern macht auch anderen klar, dass man vielleicht nicht mehr erreichbar ist.

5. Beschränkung für die Timebox festlegen

Nach dem weit verbreiteten technologischen Know-how sollte man auf keinen Fall mehr als neunzig Minuten in einer einzigen Sitzung für eine Unternehmung aufwenden.

Die Menge kann jedoch reduziert werden. Setzt man sich zum Beispiel ein 5-Minuten-Zeitlimit für Brainstorming-Aufgaben, sollte es auch etwa 5 Minuten dauern.

Es hängt ganz von einem selbst ab, wie lang seine Zeitfenster sind und wie viele Aufgaben man zu erledigen möchte. Aber unabhängig von der Dauer der Timebox sollte man nach neunzig Minuten eine Pause machen.

6. Pausen zwischen den Timeboxen machen

Pausen helfen, gezielt länger durchzuhalten. Auch hier legt das technische Know-how nahe, dass das Interesse nach neunzig Minuten nachlässt, aber es würde schon viel früher nachlassen. Um seine wiederkehrenden Abläufe reibungslos zu gestalten, sollte man im Voraus Pausen einplanen.

Es ist zum Beispiel möglich, fünfundvierzig Minuten zu arbeiten und dann eine 15-minütige Pause einzulegen. So hat man eine ganze Stunde Zeit.

Außerdem muss man diese Pausen optimal nutzen. Es ist zu empfehlen, während der Pausen eine extra Pause einzulegen, damit sich die Augen ausruhen können, vor allem, wenn man den ganzen Tag vor dem Computer arbeitet. Man sollte sich stattdessen strecken oder einen kurzen Spaziergang im Freien machen.

Sobald man zurückkehrt, wird man seine Aufmerksamkeit und Konzentration wiedererlangt haben, gerade rechtzeitig, um für jede weitere fünfundvierzigminütige Zeitspanne zu arbeiten.

7. Einen Zeitmesser setzen

Sobald man jeder Aufgabe Zeit zugewiesen hat, stellt man einen Timer ein, der einen daran erinnert, dass es an der Zeit ist, direkt zur nächsten Aufgabe überzugehen. Man wird jetzt nicht mehr nur aufgefordert, effizient zu arbeiten, wenn man eine bestimmte Zeitspanne festlegt. Außerdem kann man so sicherstellen, dass man auch andere wichtige Erledigungen nicht verpasst.

8. Ähnliche Aufgaben müssen zusammen gruppiert werden

Es ist gut, für die meisten Aufgaben und Projekte Zeitfenster zu erstellen, um effizient zu arbeiten. Denn trotz Timeboxing kostet es Zeit und intellektuelle Kraft, zwischen den Aufgaben zu wechseln. Um dieses Problem zu vermeiden, müssen die Aufgaben in nebeneinander liegenden Timeboxen zusammengefasst werden. Selbst wenn man Timeboxen dreht, wird die Gruppierung vergleichbarer Aufgaben es einfacher machen, zielgerichtet und flüssig zu arbeiten.

9. Überprüfen und wiederholen

Die Entwicklung am Ende jeder Timebox oder jedes Tages sollten überprüft werden. Kann man alles überprüfen und für seine zukünftigen Pläne verwenden, wenn man alle seine Aufgaben erledigt hat?

Wenn nicht, fragt man sich, warum. Hat man genügend Zeit für die Erledigung der Aufgabe eingeplant? Was hat einen abgelenkt oder entgleisen lassen?

Fazit:

Timeboxing ist also unerlässlich für ein gutes Zeitmanagement. Wer seine Aufgaben stets ordentlich und pünktlich erledigen möchte, sollte auf die Methode zurückgreifen.

Warum hat man Nasenbluten? Erklärung


Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens Nasenbluten. Es kann schnell vorbei sein, aber auch einige Zeit andauern. Es sieht oft dramatisch aus, da sich die rote Flüssigkeit sichtbar ausbreitet. Nur selten wird ärztliche Hilfe benötigt. Regelmäßig betroffene Menschen lernen schnell, wie sie das Nasenbluten stoppen können.

Ursachen für Nasenbluten

Es gibt ganz verschiedene Gründe, die diesen Zustand auslösen können. Das Bohren in der Nase ist wahrscheinlich der häufigste Auslöser. Kinder, aber auch Erwachsene fühlen Borken in der Nase. Diese Verkrustungen lassen sich schlecht hinaus schnäuzen. Deshalb werden die Finger zur Hilfe genommen. Sind die Betroffenen unvorsichtig, reißen sie mit dem Fingernagel eine Ader in der Nasenschleimhaut auf. Das Blut beginnt zu laufen, bis die Wunde wieder verkrustet ist. Eine Ursache für plötzliches Bluten der Nase kann auch ernsthafte Gründe haben. Gefäß- und Kreislauferkrankungen führen eventuell zu diesem Symptom. Manchmal bewirken blutverdünnende Medikamente das Nasenbluten. Werden Nasentropfen über eine lange Zeit auf die Schleimhaut gegeben, können sie ebenfalls dieses Problem verursachen. In seltenen Fällen kann sich ein Tumor in der inneren Nase dadurch bemerkbar machen.

Hilfe bei Nasenbluten

Betroffene und Helfende sollten in aller ersten Linie ruhig bleiben. Der Kopf sollte vornüber geneigt gehalten werden. So kann das Blut ablaufen. Halten Sie der betroffenen Person eine Schale unter die Nase oder setzen sie sie direkt vor ein Waschbecken. Ist die Stelle, an der die Ader verletzt ist, erreichbar, kann diese Stelle zusammengepresst werden. Dazu wird die Nase mit den Fingern von außen verschlossen. Sollte das Blut weiterhin ausströmen, ist es wichtig, dass es ablaufen kann. Ein kalter Lappen im Nacken oder an der Nase direkt kann dann hilfreich sein. Dauert der Zustand längere Zeit an, empfiehlt es sich, medizinische Hilfe zu suchen. Sollten zusätzliche Atemprobleme oder Brustschmerzen auftreten, kann es notwendig werden, ein Krankenhaus aufzusuchen. Vorangegangene Operationen können dafür ebenfalls eine Indikation sein.

Wichtig

  • In keinem Fall den Kopf in den Nacken legen. Früher wurde das immer wieder von Menschen geraten. Das Blut läuft dann direkt in den Rachen und landet im Magen. Es kann Übelkeit und Erbrechen verursachen. Es ist nicht zu erkennen, wie stark der Blutfluss ist.
  • Wenn die betroffene Person liegt, muss sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Die Nasenöffnung zeigt zum Boden, damit das Blut ablaufen kann. In Rückenlage könnte das Nasenbluten die Atemwege zulegen.
  • Die Nase sollte nicht mit trockenen Tüchern zugestopft werden. Besonders wenn der Blutstrom gering ist, verklebt die offene Stelle schnell. Werden die Tücher dann wieder herausgezogen, reißt die Wunde erneut und stärker auf.

Nasenbluten vorbeugen

Wer häufiger unter Nasenbluten leidet, sollte für eine gepflegte Nasenschleimhaut sorgen. Verschiedene Salben bewirken, dass die Haut in der Nase geschmeidig bleibt. Warme Nasenduschen können helfen, dass sich kein Schorf bildet oder sich leichter löst. Tritt das Bluten regelmäßig nach dem Putzen der Nase auf, sollte es behutsamer durchgeführt werden. Beim Niesen mit geschlossenem Mund wird ein hoher Druck auf die Nasenschleimhaut ausgeübt. In dem Fall kann es hilfreich sein, mit geöffnetem Mund zu niesen.

Fazit

Nasenbluten ist lästig, aber nur selten ein ernstes Problem. Kinder, die in der Nase bohren, haben häufig damit zu tun. Das austretende Blut kann bei ihnen für große Aufregung sorgen. Es ist daher wicht, dass die helfende Person die Ruhe bewahrt und ihnen die richtigen Schritte beibringt. Mit der Zeit lernen auch Kleinkinder, dass der Finger in der Nase der Auslöser ist. Das Taschentuch wird dann schnell zur angenehmeren Alternative.

Was ist Selbstlosigkeit? Erklärung, Bedeutung, Definition


Selbstlosigkeit ist eine Denkweise, die sich auf andere Menschen, nicht auf das eigene Selbst richtet, mithin also in psychologischer Hinsicht das Gegenteil von Narzissmus und Egoismus.

Was ist Selbstlosigkeit? Erklärung, Bedeutung, Definition

Aus diesem Denken folgt als Handlung die Uneigennützigkeit. Der aus dem Lateinischen abgeleitete Begriff für Selbstlosigkeit ist Altruismus (von lateinisch alter = andere). Den Begriff der Selbstlosigkeit schuf der französische Mathematiker und Philosoph Auguste Comte (1798 – 1857). Er postulierte ausdrücklich, das Selbstlosigkeit ein bewusstes Denken voraussetze und Uneigennützigkeit ein absichtliches Verhalten sein muss, das das selbstlos handelnde Individuum mehr Aufwand zugunsten eines anderen Menschen oder Wesens kostet, als es ihm an Nutzen einbringt. Daraus folgt unter anderem, dass echte Selbstlosigkeit stillschweigend stattfindet: Wer nämlich dafür bewundert werden will und deshalb mit seinen guten Taten hausiert, hofft auf hohe Anerkennung, die ihm möglicherweise mehr einbringt, als die Uneigennützigkeit an Aufwand verursacht hat.

Wer handelt selbstlos?

Es gibt sehr viele Menschen, die stillschweigend selbstlos handeln. Nach der genannten Definition sind sie schlecht zu ermitteln, weil ihre Uneigennützigkeit im Verborgenen stattfindet. Doch altruistische Verhaltensweisen sind unter anderem in den Religionen tief verwurzelt, gehören offenbar zu den Grundbedürfnissen von Menschen und wurden immer wieder auch bei Tieren nachgewiesen. Daher besteht unter Forschern eine Diskussion darüber, ob Selbstlosigkeit wirklich bewusst und willentlich existieren muss oder nicht doch angeboren ist. Einig sind sich alle Betrachter des Phänomens darüber, dass die Art einer selbstlosen Handlung und ihr direkter Effekt unerheblich für die Würdigung der Selbstlosigkeit sind. Es zählt allein, dass die Handlung

  • Aufwand verursacht,
  • jemandem hilft und
  • dem Helfenden praktisch nichts einbringt oder sehr viel weniger, als ihn sein Aufwand gekostet hat. Ein Dankeschön der bedachten Person muss genügen. Manchmal gibt es (so bei anonymen Spenden) nicht einmal das.

Selbstlos Handelnde spenden sehr oft anonym. Wenn die Empfänger unpolitische und gemeinnütziger Vereine sind, dürfen sie solche Spenden auch in großer Höhe annehmen. Parteien sind hingegen verpflichtet, bei Spenden über 500 Euro den Spender auf Nachfrage zu benennen. Andere Menschen engagieren sich in Vereinen und Hilfsorganisationen. Die Mediziner der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ absolvieren ihre Einsätze während ihrer Urlaubszeit und wenden nicht selten zusätzlich eigene finanzielle Mittel beispielsweise für die Reise an den Einsatzort auf.

Moralische und normative Selbstlosigkeit

Moralische Altruisten handeln aus Prinzip selbstlos. Sie haben einen moralischen Kompass, der ihnen sagt, wann sie helfen und dabei ihre eigenen Interessen zurückstellen müssen. Dabei geht es um unmittelbare materielle, um seelische und oft um praktische Hilfe. Vielfach soll das selbstlose Handeln eine bestehende Ungerechtigkeit beseitigen, weshalb auch der Einsatz für ungerecht behandelte Menschen zum uneigennützigen Handeln gehört. Die Gerechtigkeit haben die meisten Menschen als soziale Norm verinnerlicht.

Die normativen Altruisten handeln zwar auch nach genannter Definition selbstlos, doch sie folgen einer gesellschaftlichen und oft auch einer gesetzlichen Norm. Für Letzteres ist die Pflicht zur ersten Hilfe bei einem Verkehrsunfall bzw. medizinischen Notfall das gängigste Beispiel. Die Ersthelfer müssen selbstlos handeln, ob sie es wollen oder nicht, weil sie sich sonst strafbar machen. Gesellschaftliche Normen, wegen derer wir uns zur selbstlosen Hilfe verpflichtet fühlen, betreffen beispielsweise das Anbieten eines Sitzplatzes im öffentlichen Verkehrsmittel durch jüngere zugunsten älterer Personen oder noch mehr das Hinauftragen der schweren Einkäufe für die Seniorin aus dem obersten Stockwerk, der wir gerade im Flur begegnen. Wenn diese Art von normativer Selbstlosigkeit über die gängige Erwartung hinausgeht, weil beispielsweise die junge helfende Nachbarin nun anbietet, in Zukunft häufig bei den Einkäufen zu helfen, wird aus der normativen Selbstlosigkeit ein außerordentlicher Altruismus, den die Psychologie als supererogatorisches Handeln bezeichnet. Der Begriff stammt aus der Theologie und wurde vom barmherzigen Samariter abgeleitet.

Selbstlosigkeit: Altruismus und Sympathie

Sehr viele Menschen verhalten sich automatisch selbstloser, wenn ihnen die hilfsbedürftige Person sympathisch ist. Damit verknüpft ist Empathie, also ein Einfühlen in das Gegenüber. Auf diesen Effekt setzen zum Beispiel Hilfsorganisationen, die mit Bildern von offensichtlich sehr hilfsbedürftigen, aber gleichzeitig hübschen und sympathischen afrikanischen Kindern um Spenden werben. Daran ist nichts verkehrt, wenn es hilft. Doch echte Selbstlosigkeit sollte auch ohne diesen Sympathiebonus funktionieren. Reine Empathie, die sich in einen anderen Menschen hineinversetzt, auch wenn er gerade nicht so sympathisch erscheint (weil er zum Beispiel als Obdachloser verwahrlost ist), funktioniert immer und führt nach Möglichkeit zu uneigennützigem Handeln.

Rationale Selbstlosigkeit

Immer wieder wird hinterfragt, ob es wirklich echte Selbstlosigkeit gibt oder ob die Helfenden nicht doch einen Gewinn aus ihren Handlungen ziehen. Dies darf durchaus vermutet werden, denn selbst wenn sie vollkommen stillschweigend und anonym handeln, verschafft ihnen doch ihr Altruismus ganz persönlich ein gutes Gefühl. Dieses kann viel wert sein und in einigen Fällen sogar der Kompensation persönlicher Versäumnisse oder gar handfester Schuld dienen. Wenn dem so ist, wäre zu hinterfragen,

  • a) wie der Wert dieses guten Gefühls objektiv zu bemessen ist und
  • b) wie die Helfenden subjektiv selbst diesen Wert einschätzen.

Beides sind sehr rationale Überlegungen, die sich sogar teilweise in nackten Zahlen ausdrücken lassen. Sollte beispielsweise eine Person das Gefühl haben, in ihrem Job überbezahlt zu sein (etwa als Makler, der für einen vergleichsweise geringen Aufwand und fast ohne Know-how beträchtliche Summen verdient), könnte diese Person exakt so viel selbstlos spenden, wie sie glaubt zu viel zu verdienen. Damit wäre der Punkt b) beantwortet.

Der Punkt a) könnte nur durch jemanden geklärt werden, der angemessene Einkünfte objektiv berechnen kann. Aus solchen Überlegungen leitet sich die These vom rationalen Altruismus ab. Sie postuliert, dass durch selbstloses Handeln in der Gesellschaft ein Ausgleich für systemische Ungerechtigkeit geschaffen wird. Dieser Ausgleich, auch wenn er selbstlos und mithin anonym stattfindet, ist ein wichtiger Kit für das Zusammenleben. Es ist nämlich müßig, dem Makler per Gesetz seinen Gewinn beschneiden zu wollen. Solche Versuche gibt es immer wieder, doch sie führen zu Marktverwerfungen.

Wenn aber dieser Makler altruistisch handelt, nivelliert er einen Teil der herrschenden Ungerechtigkeit und Not, macht die Gesellschaft damit friedvoller und sicherer und profitiert letzten Endes selbst von einem funktionierenden Gemeinwesen, in welchem sich auch etwas makeln lässt. Dies dürfte ihm selbst klar sein. Daher ist seine Selbstlosigkeit durchaus rational begründbar. Schlecht ist das nicht, doch es hinterlässt ein weiteres Mal die Frage, ob es wirklich Selbstlosigkeit ganz ohne Eigennutz gibt.

Warum hat man Muttermale? Erklärung


Muttermale finden sich auf nahezu jeder Haut. Es handelt sich um gutartige Hautveränderungen, die sich an Stellen bilden, wo viele pigmentbildenden Zellen, sogenannte Melanozyten, aufeinandertreffen. Die meisten Muttermale besitzen eine dunkle Färbung. Von den sogenannten sympathischen Hautflecken, die harmlos sind, gilt es maligne Melanome, den schwarzen Hautkrebs zu unterscheiden.

Was sind Muttermale? Definition

Muttermale sind Veränderungen der Haut, die in der Fachsprache Nävus genannt werden. Es erfolgt eine Unterteilung in Pigmentflecke und Feuermale. Muttermale entstehen, wenn eine Hautstelle von zu vielen Pigmentzellen besiedelt ist. Sind dagegen Äderchen in der Überzahl, kommt es zur Bildung von Feuermalen.

Muttermale sind generell gutartige Hautveränderungen. Diese können flach oder erhaben ausfallen und kommen in verschiedenen Formen und Farben vor. In einigen Fällen können aus Muttermalen bösartige Hauttumore, sogenannte Melanome, entstehen.

Wie entstehen Muttermale? Entstehung

Konzentrieren sich auf der Haut Melanozyten, Zellen, die für die Bildung des Hautfarbstoffes verantwortlich sind, entstehen dunkle Flecken, sogenannte Muttermale. Viele Muttermale sind angeboren. Die Hautveränderungen können sich jedoch auch erst im Laufe des Lebens ausbilden.

Bei der Entstehung von Muttermalen werden zwei Arten von Zellen unterschieden:

  • Melanozyten: Eine Anhäufung dieser, den Hautfarbstoff Melanin bildenden und auch für die Hautbräunung verantwortlichen Zellen ist die häufigste Ursache für die Entstehung von Muttermalen.
  • Nävuszellen: Nävuszellen sind mit Melanozyten verwandt. Diese Zellen können ebenso Melanin herstellen, sind aber nicht in der Lage, den Hautfarbstoff an andere Zellen abzugeben.

Eine genetische Veranlagung für die Bildung von Muttermalen besitzen vermehrt hellhäutige Personen. Studien bestätigen, dass nicht nur die Gene für die Entstehung von Muttermalen verantwortlich sind. Großen Einfluss auf eine mögliche Veranlagung besitzt auch die Zeit, die Kinder oder Jugendliche ungeschützt in der Sonne verbracht haben.

Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft können ebenfalls zu einer vermehrten Ausbildung von Muttermalen führen. Während der Schwangerschaft sollten Frauen ihre Muttermale genau beobachten, denn es besteht ein erhöhtes Risiko der Bildung von malignen Melanomen.

Muttermale und Hautkrebs

Die meisten Muttermale sind gutartig. Eine Entartung zu Hautkrebs kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Eine Gefahr stellen Muttermale dar, die sich in ihrer Größe, Form oder Farbe plötzlich verändern. Der Mediziner spricht hier von dysplastischer Nävus. Die entarteten Muttermale sind durch die Vermehrung atypischer Zellen gekennzeichnet. Ein dysplastischer Nävus gilt als Vorstufe von schwarzem Hautkrebs. Ein malignes Melanom muss aber nicht zwingend aus veränderten Muttermalen entstehen.

Ein besonders hohes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, besitzen Menschen mit über 40 Muttermalen am Körper. Auch bei Personen mit unregelmäßig geformten Muttermalen besteht ein um bis zu 15-fach erhöhtes Risiko, Hautkrebs zu bekommen. Sind im Verwandtenkreis bereits Fälle von Hautkrebs aufgetreten, steigt das Risiko, selbst Hautkrebs zu bekommen ebenfalls deutlich an.

Gefährliche Muttermale erkennen

Wer seine Muttermale näher untersuchen möchte, um eine mögliche Gefahr zu erkennen, kann sich der ABCDE-Regel bedienen:

A = Asymmetrie (auffällig verformte Flecken gelten als Risiko)
B = Begrenzung (Muttermale sollten scharfe Begrenzungen aufweisen, wirken die Linien verwaschen, besteht ein erhöhtes Risiko)
C = Color (besitzen die Muttermale mehrere Farben, sollte eine Kontrolle durch den Hautarzt erfolgen)
D = Durchmesser (Muttermale ab einer Größe von fünf Millimetern sollten regelmäßig kontrolliert und beobachtet werden)
E = Entwicklung (verändern sich Muttermale wie oben beschrieben, sollten diese genau beobachtet und ärztlich untersucht werden)

Verhaltensregeln: Muttermale

Wer einer Risikogruppe angehört, sollte seine Haut monatlich auf Veränderungen hin kontrollieren. Selbst nicht gut einsehbare Körperstellen sollten von einer zweiten Person untersucht werden.

Eine regelmäßige Kontrolle von Muttermalen durch den Hautarzt kann vor Hautkrebs schützen. Werden bösartige Veränderungen rechtzeitig erkannt, betragen die Heilungschancen nahezu 100 Prozent.

Wer auffällig viele oder bereits verformte Muttermale besitzt, sollte seine Haut nicht der prallen Sonne aussetzen. Ein ausreichender Sonnenschutz ist besonders bei Kindern wichtig, denn das Hautkrebsrisiko verdoppelt sich, wenn es im Kindesalter vermehrt zu Sonnenbränden kam.

Entfernung von Muttermalen

Besteht der Verdacht einer bösartigen Veränderung von Muttermalen, werden diese entfernt. Dies geschieht unter örtlicher Betäubung. Es gibt unterschiedliche Methoden. Für größere Muttermale wird ein Skalpell benutzt. Kleinere Hautveränderung lassen sich durch Ausstanzen entfernen.

Mit einem Skalpell entfernte Muttermale hinterlassen Hautwunden, die häufig genäht werden müssen. Bei medizinischen Eingriffen werden Muttermale nicht mit einem Laser entfernt. Eine Untersuchung des Gewebes wäre nicht mehr möglich, da dieses verbrannt wird.

Nach der Entfernung von Muttermalen sollten Betroffene etwa zwei Wochen keinen Sport treiben und auf die Belastung der entsprechenden Körperregion verzichten. Die Wunde sollte in den ersten Tagen nicht mit Wasser in Kontakt gebracht werden.

Warum hat man einen Filmriss? Wie entsteht er? Erklärung


Einen Filmriss zu haben bedeutet, dass sich die Betroffenen nicht mehr an bestimmte Sequenzen einer vergangenen Situation erinnern können. Werden einzelne Teile noch erinnert, handelt es sich um einen fragmentarischen Filmriss.

Was geschieht bei einem Filmriss? Erklärung

Bestimmte Bereiche des Gehirns sind beim Filmriss vollständig lahmgelegt, die Speicherung der Erinnerung funktioniert nicht mehr. Ein solches Black-out kann einige Minuten, aber auch ganze Stunden umfassen. Häufig ist der Auslöser zu starker Alkoholkonsum. Medizinisch gesehen ist diese Form von Filmriss eine anterograde Amnesie. Dadurch ist die Fähigkeit, neue Erinnerungen abzuspeichern, zeitweise beeinträchtigt. Man kann sich nicht erinnern, weil der fragliche Zeitraum nicht im Gedächtnis verankert wurde.

Bei einer retrograden Amnesie dagegen wäre lediglich der Zugang zu den gespeicherten Informationen blockiert. Vorübergehende Amnesien (transiente globale Amnesien) treten auch nach Gehirnerschütterungen, epileptischen Anfällen und Vergiftungen auf. Bei Demenzen und der Alzheimererkrankung handelt es sich dagegen um progressive organische Amnesien, die beispielsweise durch Defekte im Hippocampus und anderen Hirnarealen hervorgerufen werden. Daneben gibt es noch viele weitere Formen von Amnesien, die jeweils auf andere Ursachen zurückzuführen sind.

Was geschieht beim Black-out im Gehirn? Erklärung

Bis heute ist nicht vollständig erforscht, wie der zeitlich begrenzte Gedächtnisverlust nach Alkoholkonsum entsteht. Unbestritten bleibt, dass bestimmte Prozesse im Hippocampus gestört werden. Da Alkohol ein Zell Gift ist, beeinträchtigt er den Bodenstoffwechsel im Gehirn und die Signalverarbeitung. Der Hippocampus ist das älteste Assoziationsfeld des Großhirns und eine zentrale Schaltstelle im limbischen System. Hier werden Informationen aus mehreren Sinnesorganen gemeinsam verarbeitet. Auch im Alter werden im Hippocampus noch Nervenzellen gebildet, die dazu dienen, neue Information abzuspeichern. Der Hippocampus ist also fürs Gedächtnis von zentraler Bedeutung.

Hirnforscher nahmen lange Zeit an, dass Alkohol das Gedächtnis beeinträchtige, weil bei einem Rausch Hirnzellen absterben. Langjähriger Alkoholmissbrauch schädigt Hirnzellen tatsächlich und kann das Gedächtnis und Lernprozesse massiv beeinträchtigen. Doch mittlerweile geht man davon aus, dass ein akuter Filmriss nicht durch eine Hirnschädigung verursacht wird. Der Alkohol wirkt sich trotzdem sehr negativ auf die Hirnfunktion aus, denn er kurbelt die Produktion von Steroidhormonen an, die die Synapsen im Hippocampus beeinträchtigen.

Wie es zum Filmriss kommt, ist individuell verschieden

Alkohol geht nicht ins Fettgewebe über, sondern direkt ins Blut. Bei leerem Magen geht dieser Prozess deutlich schneller als wenn wir etwas gegessen haben. Etwa eine halbe bis eine Stunde nach dem Trinken ist die Alkoholkonzentration im Blut am höchsten. Trinken wir danach nicht mehr weiter, werden pro Stunde 0,1 Promille Alkohol abgebaut. Welche Alkoholmenge ein Black-out auslöst, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Wer rasch große Mengen Alkohol konsumiert, erlebt schneller ein Filmriss als jemand, der kontrolliert und über einen längeren Zeitraum trinkt. Alkohol ist und bleibt ein Gift, das beinahe sämtliche Neurotransmitter blockiert, die im Gehirn dafür zuständig sind, die Verbindung zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis herzustellen.

Filmrisse können peinlich sein, manchmal auch unheimlich. Langfristig schaden sie immer dem Gedächtnis. Menschen, die regelmäßig Alkohol konsumieren und schon einen Filmriss hatten, schnitten in Gedächtnistests schlechter ab als solche, die noch keinen Filmriss erlebt hatten. Hinzu kommt, dass ein Black-out das nächste begünstigt. Medikamente, die auf das Gehirn wirken (beispielsweise Benzodiazepine), verstärken die negative Wirkung des Alkohols. Dann reichen schon sehr geringe Mengen Alkohol aus, um einen Filmriss zu bewirken. Es wird auch angenommen, dass es eine genetische Veranlagung für Filmrisse gibt. Wer häufiger darunter leidet, sollte sich auf jeden Fall von seinem Arzt untersuchen lassen und den Alkoholkonsum so weit wie möglich einschränken. Derzeit wird intensiv daran geforscht, welche Medikamente die Erinnerungsbildung stärken können. Trotzdem gibt es keinen Zweifel daran, dass Alkohol die kognitiven Funktionen sowohl kurz- als auch langfristig schwächt. Die beste Methode, einen Filmriss zu vermeiden, ist ganz auf Alkohol, insbesondere in Verbindung mit Medikamenten, zu verzichten.

Siehe: Sober October

Warum ist Blut rot? Erklärung


Die rote Farbe des Blutes kommt durch die Anwesenheit der roten Blutkörperchen zustande. Diese enthalten Hämoglobin, das mithilfe von Eisen-Ionen Sauerstoff binden kann. Da der im gesamten Körper benötigte Sauerstoff nur schlecht wasserlöslich ist, ist der Umweg über die Bindung an ein Protein notwendig – genauer an das Eisen im Hämring.

Warum ist Blut rot? Erklärung

Sauerstoffarmes, dunkelrotes Blut wird aus dem Körper durch die Kraft des Herzens und der Gefäße in die Lunge gepumpt und dort mit Sauerstoff beladen. Anschließend gelangt das sauerstoffreiche, daher charakteristisch hellrote Blut in die Arterien und transportiert den lebenswichtigen Sauerstoff zu allen Organen.

Im Muskel wird der Sauerstoff vom Hämoglobin auf das Myoglobin übertragen und bis zur weiteren Verwendung gespeichert. Wichtig hierbei ist die Eigenschaft von Myoglobin, Sauerstoff stärker an sich zu ziehen als das Hämoglobin, man spricht von einer stärkeren Affinität, wobei der Sauerstoffpartialdruck usschlaggebend ist. Nach der Übertragung von Sauerstoff auf Myoglobin kann dieser weiter zu den unterschiedlichen Geweben transportiert und dort verwendet werden.

Außerdem bringt Hämoglobin Kohlendioxid zurück zur Lunge, wo es als Abfallprodukt wieder ausgeatmet wird. Der Transport von Kohlendioxid findet allerdings in Form von Bicarbonat statt. Daraus entsteht die wichtige Pufferwirkung für den Blut-ph-Wert, der nur geringfügige Schwankungen zulässt.

Die Struktur von Myoglobin

Das globuläre Myoglobin besteht aus dem Protein Globin und einer Hämgruppe, die ein zentrales, zweiwertiges Eisenion trägt und damit Sauerstoff binden kann. Häm besteht aus einem aromatisches Ringsystem mit vielen konjugierten Doppelbindungen, sodass Proteine mit Häm aufgrund der Lichtabsorption rot gefärbt sind.

Die Struktur von Hämoglobin

Hämoglobin besteht aus insgesamt vier Polypeptidketten, die sich aus Aminosäuren zusammensetzen: Zwei Alpha- und zwei Beta-Ketten. Diese tragen jeweils eine eisenhaltige Hämgruppe, daher kann Hämoglobin im Gegensatz zu Myoglobin maximal sogar vier Sauerstoff-Moleküle binden. Die Proteinhülle dient als Schutz vor Oxidation zu dreiwertigem Eisen (dieses wird dann als Methämoglobin bezeichnet), das stattdessen Wasser an sich bindet. Freies Häm ohne Proteinhülle würde außerdem Kohlenmonoxid irreversibel an sich binden und zu einer Vergiftung führen.

Man bezeichnet die spezifische Faltung von Hämoglobin und Myoglobin auch als „globin fold“, beim Hämoglobin ergibt sich so die Form eines Tetraeders. In dessen Mitte befindet sich eine wassergefüllte Pore, die eine Rolle in Bezug auf die Sauerstoff-Affinität spielt. Für die Abgabe und Aufnahme des Sauerstoffs durch Hämoglobin sind neben Kohlendiioxid und 2,3-Bisphosphoglyerat auch Protonen, die beim aeroben Stoffwechsel entstehen, verantwortlich. Sie bewirken jeweils einen Wechsel zwischen der T- und der R-Form von Hämoglobin, wobei T für „tense“ (angespannt) und R für „relaxed“ (entspannt) steht.

Ähnliche bunte Moleküle

Große Systeme von konjugierten Doppelbindungen sind durch die Absorption von Licht farbig. Ein Beispiel hierfür ist neben dem bereits erwähnten Häm mit seinen Ringsystemen auch Chlorophyll, das eine ähnliche Struktur aufweist. Allerdings befindet sich im Chlorophyll statt zweiwertigem Eisen zweiwertiges Magnesium und zeigt eine grüne Farbe.

Konjugierte Doppelbindungen als Ringsystem sind außerdem in Form der Anthocyane in der Natur vertreten, man findet sie in Heidelbeeren, Rotkohl oder Kirschen. Diese Färbung ist allerdings abhängig vom pH-Wert: Im sauren Bereich überwiegt die Rotfärbung, im basischen Bereich zeigen sie eine blaue Farbe. Anthocyane können auch Komplexe mit Eisen oder Aluminium bilden, sodass eine Blauverschiebung stattfindet, ein Beispiel hierfür ist die blaue Farbe von Hortensien.

Die chemische Gemeinsamkeit von konjugierten Doppelbindungen als lange Kette, die Licht absorbiert und daher eine spezifische Färbung zeigt, findet man beispielsweise auch als oranges ß-Carotin in Karotten oder rotes Lycopin in Tomaten.

Was ist das „Pretty Privilege“? Erklärung, Bedeutung, Definition


„Pretty Privilege“, bedeutet auf deutsch so viel wie „Schönheitsprivileg“. Es bezeichnet die Tatsache, dass Menschen, die als schön wahrgenommen werden, viele Vorteile im Leben haben. Der Begriff wird verwendet, um auf sachgrundlose Ungleichbehandlung und Diskriminierung von weniger attraktiven Menschen aufmerksam zu machen. Es soll ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür geschaffen werden, Vorurteile und unbewusste Einflüsse zu reflektieren.

Was ist das „Pretty Privilege“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Jeder Mensch unterliegt einem sogenannten Bias. Das ist die wissenschaftliche Bezeichnung für unbewusste Wahrnehmungsverschiebungen. Diese greifen auch beim Pretty Privilege.

Studien belegen, dass vermeintlich attraktiveren Menschen mehr Verantwortung gegeben wird und mehr Vertrauen ausgesprochen wird. Der sogenannte „Halo-Effekt“ bezeichnet dabei die Erkenntnis, dass Menschen, die als attraktiv wahrgenommen werden, positivere Eigenschaften zugeschrieben werden, zum Beispiel, dass sie intelligenter oder hilfsbereiter seien.

Einzelne Studien haben gezeigt, dass attraktive Männer bis zu 13% mehr verdienen als weniger attraktive Kollegen, obwohl wissenschaftlich bewiesen ist, dass schönere Menschen im Durchschnitt keine bessere Leistung erbringen.

Pretty Privilege in der Filmwelt

Anhand von Filmen lässt sich das Pretty Privelege sehr gut nachvollziehen. Nicht nur werden für Filme explizit regelmäßig als schön empfundene Schauspieler ausgewählt. Sowohl in Filmen für Erwachsene, für Teenager aber auch schon in Zeichentrickfilmen für Kinder sind die Guten und Helden regelmäßig schöne Menschen, Böse und Schurken weichen häufig von der Normschönheit ab. Dies spiegelt zum einen die Wahrnehmung der Gesellschaft, verstärkt durch die Reproduktion dieses Bild auch noch zusätzlich.

Pretty Privilege und Social Media

Gerade im Bereich der Sozialen Medien spielt das Pretty Privilege eine große Rolle. Attraktive Influencer haben häufig eine größere Reichweite und können somit höhere Werbeeinnahmen erzielen. Große Teile der Influencer verdienen ihr Geld mit Videos und Tipps zur Schönheit und dem Verkauf von Produkten, die der Schönheit dienlich sein sollen. Auch die Foto- und Videofilter basieren auf dem Wunsch, schön auszusehen, um dadurch Privilegien zu erhalten.

Viele Dating Apps zielen primär auf die Bewertung des Aussehens ab, so dass schöne Menschen es leichter haben, Partner zu finden. Die erfolgreichsten Dating Apps lassen die Nutzer binnen Sekunden allein anhand eines Fotos entscheiden, ob sie mehr über einen anderen Menschen wissen wollen oder nicht.

Die Kehrseite des Pretty Privilege

Als schön wahrgenommen zu werden, bringt jedoch nicht nur Vorteile. Schönen Frauen wird im Gegensatz zu schönen Männern weniger Intelligenz und Kompetenz zugetraut. Zudem besteht die Annahme, dass schöne Menschen es leichter im Leben haben und sie weniger Leid erfahren, so dass ihnen häufig weniger Mitleid zu Teil wird und ihnen weniger geholfen wird.

Durch das Pretty Privilege werden auch weitere Diskriminierungsformen verstärkt. Denn durch die bisherigen Prägungen, werden vor allem weiße Menschen als schön wahrgenommen, was Rassismus fördert. Zudem gelten Frauen als attraktiv, wenn sie einen schlanken Körper haben. Da vor allem von Frauen erwartet wird, gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen, führt die Erwartung des Pretty Privilege dazu, dass Frauen mehr Geld für Schönheitsprodukte ausgeben und sich gesundheitsgefährdenden Schönheitsoperationen unterziehen. Mittlerweile entsteht dadurch auch ein Markt für Männer, auf dem Produkte für volles Haar oder Muskelwachstum verkauft werden.

Das Pretty Privilege greift auch bei Verbrechern. Sie fallen schon bei den polizeilichen Ermittlungen weniger auf, da man schönen Menschen seltener böse Handlungen zutraut. Ihnen wird eher geglaubt, sie erhalten häufig mildere Urteile oder werden eher freigesprochen. Vor allem auch attraktive (Serien-)Mörder haben in Amerika Unterstützer, die sich für geringere Strafen einsetzen, wie beispielsweise der Fall von Ted Bundy zeigt.

Warum hat man schwitzige Hände? Was hilft dagegen? Erklärung, Gründe


Feuchte und verschwitzte Hände können für Betroffene in verschiedenen Lebenssituationen wie beispielsweise beim Händeschütteln zur Begrüßung sehr unangenehm sein. Ursachen für die starke Schweißproduktion sind einerseits individuelle Veranlagung und andererseits der eigene Lebenswandel.

Warum hat man schwitzige Hände? Gründe, Erklärung

Grundsätzlich verteilen sich Schweißdrüsen über den gesamten Körper des Menschen. Unter den Achseln, an den Füßen und Händen gibt es jedoch besonders viele Schweißdrüsen, weshalb man hier auch stärker als am restlichen Körper schwitzt. Wie aktiv die Drüsen sind, ist individuell sehr unterschiedlich und teilweise Veranlagung. Darüber hinaus beeinflusst der eigene Lebenswandel die Intensität des Schwitzens an den Händen und anderen Körperstellen.

Verschiedene Genussmittel können die Schweißproduktion des Körper anregen und dadurch zu schwitzigen Händen führen. Ein Beispiel dafür ist Kaffee, welcher den Stoffwechsel anregt. Auch der Genuss von scharfen Lebensmitteln wie Chilis oder scharf gewürzten Speisen verstärkt die Schweißproduktion. Auf körperliche Anstrengung reagiert der Körper ebenfalls durch vermehrtes Schwitzen. Durch die Belastung etwa beim Sport oder schwerer Arbeit steigt die Körpertemperatur an. Sie kann nur durch die Ausschüttung von Schweiß gesenkt werden, weshalb man beim Training auch an den Händen mehr schwitzt. Verdunstet der Schweiß auf der Hautoberfläche, hat das einen kühlenden Effekt und die Körpertemperatur sinkt wieder. Nach der körperlichen Belastung endet das Schwitzen daher meistens schnell wieder.

Ein weiterer typischer Auslöser für schwitzige Hände ist Stress. In einer Prüfungssituation, bei einem Gespräch mit dem Chef oder in einem Zustand von Angst kurbelt der menschliche Körper die Schweißproduktion an. Daraus kann sich eine Wechselwirkung ergeben, denn wer Angst vor schwitzigen Händen hat, der gerät schnell in eine Stresssituation und schwitzt dadurch noch stärker.

Schwitzige Hände als Anzeichen von Krankheiten

Kommt es zu einer besonders starken Schweißbildung an den Händen, kann eine krankhafte Fehlfunktion der Drüsen die Ursache sein. In diesen Fällen spricht man vom Krankheitsbild der Hyperhidrose. Betroffene leiden nicht nur unter starkem Handschweiß, sondern schwitzen auch in anderen Bereichen des Körpers übermäßig. Die Diagnose für Hyperhidrose kann nur ein Facharzt stellen.

Was hilft gegen schwitzige Hände?

Um die Schweißbildung an den Händen zu reduzieren, sollte man die Auslöser des Schwitzens meiden. Das kann zum Beispiel der Verzicht auf Kaffee oder scharfe Gewürze sein. Neigt man stattdessen in Stresssituationen zu schwitzigen Händen, helfen Entspannungstechniken und eine Vermeidung von Alltagsstress, soweit dies möglich ist.

Außerdem kann man mit unterschiedlichen Substanzen dafür sorgen, dass sich Schweißdrüsen zusammenziehen und dadurch weniger Schweiß produzieren. Als Hausmittel wird hierzu häufig Apfelessig verwendet, welcher am Abend auf die Handinnenflächen aufgetragen wird und über Nacht einzieht. Auch ein Bad der Hände in erkaltetem Salbeitee mehrmals am Tag kann die Schweißproduktion reduzieren. Darüber hinaus hält der Fachhandel spezielle Handcremes und Sprays mit chemischen Inhaltsstoffen bereit. Sie sind jedoch nicht unkritisch zu betrachten und sollten nur nach gründlicher Abwägung der Vor- und Nachteile verwendet werden.

Fazit: Ursachen und Hilfe bei schwitzigen Händen

Neben der genetischen Veranlagung ist in erster Linie der individuelle Lebenswandel ein Auslöser für schwitzige Hände. Sie werden durch Stress, scharfes Essen und Koffein häufig verstärkt. Abhilfe schaffen Entspannungstechniken gegen Stress, das Vermeiden von auslösenden Lebens- und Genussmitteln sowie Hausmittel in Form von Salbeitee und Apfelessig. Nur bei sehr starkem Schwitzen an den Händen kann eine Krankheit als Ursache vorliegen. Diese Eventualität ist immer mit einem Arzt abzuklären.

Warum hat man Schluckauf? Wie entsteht er? Erklärung


Schluckauf bezeichnet eine kräftige, reflexartige Kontraktion des Zwerchfells. Die Atembewegung wird durch einen plötzlichen Verschluss der Stimmlippen abrupt unterbrochen. Dies verursacht das allgemein als „Hicks“ bekannte charakteristische Geräusch, welches den Schluckauf begleitet. Die grundlegenden Mechanismen wie auch der eigentliche Zweck des auch als Singultus bezeichneten Schluckaufs sind dagegen kaum bekannt und erforscht.

Wie entsteht Schluckauf? Erklärung

Kommt es zu einer plötzlichen Verkrampfung des Zwerchfells, verschließt sich die zwischen den Stimmbändern gelegene Ritze reflexartig. Dadurch kann die Luft nicht mehr aus der Lunge strömen. Die eingezogene Luft prallt an den verschlossenen Stimmbändern ab. Der entstandene Druck entlädt sich im bekannten „Hicks“-Geräusch.

Für den Schluckauf verantwortlich gemacht werden können Nerven im Gehirn, genauer das im Hirnstamm befindliche Schluckaufzentrum. Häufig wird Schluckauf durch eine Reizung des Zwerchfellnervs ausgelöst. Dies geschieht vermehrt bei einem zu hastig erfolgten Schlucken.

Weiterhin können kalte oder heiße Speisen und Getränke, Alkohol oder Nikotin Schluckauf auslösen. Damit besitzt auch das Klischee des permanent hicksenden Betrunkenen durchaus seine Berechtigung.

Was bedeutet Schluckauf?

Schluckauf tritt plötzlich und unvermittelt auf. Dies kann für die Betroffenen lästig und unangenehm erscheinen. In der Regel ist Schluckauf jedoch harmlos. Entspannt sich das Zwerchfell, kann wieder Luft in die Lunge strömen und Schluckauf verschwindet. Meist dauert Schluckauf nur wenige Sekunden an.

Ursachen für Schluckauf

Ein harmloser und nur über einen kurzen Zeitraum andauernder Schluckauf entsteht zusammengefasst durch folgende Auslöser:

  • Überdehnung des Magens (durch hastiges Essen)
  • kalte und kohlensäurehaltige Getränke
  • heiße und kalte Speisen und Getränke im Wechsel
  • scharf gewürztes Essen
  • Alkoholkonsum
  • Stress und Erregungszustände
  • Angst und Aufregung
  • Einnahme von Medikamenten (Benzodiazepine)

Diese Formen des Schluckaufs geben keinen Anlass zur Sorge und verschwinden nach kurzer Zeit von selbst.

Wiederkehrender oder länger anhaltender Schluckauf kann auf folgende Ursachen hindeuten:

  • Störungen des Zwerchfells
  • gastroösophageale Refluxerkrankung
  • Abszess unter dem Zwerchfell
  • Magengeschwür
  • Reizungen im Oberbauch nach operativen Eingriffen
  • Störungen des Schluckaufzentrums im Gehirn

Häufig können keine Ursachen für häufig wiederkehrenden Schluckauf gefunden werden. Dann sprechen Mediziner von einem idiopathischen Singultus.

Erklärungsversuche für Schluckauf

Schluckauf ist nicht frei von allerlei traditionellen Vorstellungen und abergläubischen Ansätzen. So wird häufig angenommen, dass eine nicht anwesende Person gerade an einen denkt, wenn man Schluckauf bekommt.

Tatsächlich kann bereits der Fötus im Mutterleib Schluckauf bekommen. Wissenschaftler nehmen an, dass durch den Schluckauf das Fruchtwasser aus der Speiseröhre befördert werden kann und die Föten ihren Atemreflex trainieren. Auch Säuglinge hicksen häufiger. Forscher vermuten, dass dadurch die Luft aus dem Magen befördert wird und der Schluckauf damit eine ähnliche Funktion wie das Rülpsen besitzt.

Schluckauf kann auch auftreten, wenn Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt oder die Nahrung nicht ausreichend eingespeichelt und hastig verschluckt wird. Hier kann es helfen, vermehrt Flüssigkeit aufzunehmen und die Nahrung dadurch aus der Speiseröhre zu befreien.

Tipps bei akutem Schluckauf

Bei akut auftretendem Schluckauf kann man sich diverser Hausmittel bedienen. Bewährt haben sich das Trinken von Wasser oder das Anhalten der Luft. Auch ein mit Zitronensaft beträufeltes Stück Zucker unter der Zunge soll den Schluckauf stoppen.

Eine drastischere, aber durchaus wirkungsvolle Methode ist das Erschrecken des von Schluckauf Geplagten. Daneben existieren auch originelle Tipps, wie sich sieben Männer mit Glatze vorzustellen.

Alle Maßnahmen verfolgen ein Ziel: Der Betroffene wird abgelenkt. Dadurch entspannt sich die Atmung und das Zwerchfell kann sich beruhigen. In der Regel ist Schluckauf nach wenigen Minuten verschwunden und muss nicht medizinisch behandelt werden.

Weinen ohne Grund: Warum passiert das? Erklärung


Wir besitzen Tränendrüsen an den Augen, welche die Tränenflüssigkeit produzieren. Hierbei wird unter drei verschiedenen Arten von Tränen unterschieden. Die basalen Tränen schützen unser Auge vor dem Austrocknen und ernähren die Zellen der Hornhaut. Sie bestehen aus Wasser, Salzen, Proteinen, Nährstoffen und enthalten sogar Antikörper und das Protein Lysozym, um Krankheitserreger und Keime abzuwehren. Durch regelmäßiges Blinzeln sorgt das Lid dafür, dass ein Tränenfilm die Hornhaut ständig bedeckt und kleine Fremdkörper herausgespült werden.

Die zweite Art von Tränen sind die reflektorischen Tränen, welche durch äußere Reize entstehen. Dies tut der Körper, um die Hornhaut vor Rauch, Gasen oder Ähnlichem zu schützen. Da sie vor allem zum Spülen dienen, sind die etwas dünnflüssiger und enthalten nur wenig Proteine.

Zuletzt gibt es noch emotionale Tränen. Wenn wir denken, wir weinen grundlos, handelt es sich um emotionale Tränen. Der Körper versucht mit ihnen die Stoffe loszuwerden, die die psychisch-emotionale Reaktion ausgelöst haben. Daher besteht die Tränenflüssigkeit aus Hormonen, wie zum Beispiel Prolaktin oder Serotonin.

Warum weinen wir? Erklärung, Grund, Gründe

Tränen befreien uns psychisch und biochemisch von negativen Emotionen oder Gefühlen, weshalb weinen generell erleichternd und befreiend wirkt. Weiterhin dient es der non-verbalen Kommunikation und ist damit wichtig im sozialen Umgang. Wir können damit sehr eindeutig Gefühle äußern und uns ohne Worte unserem Gegenüber mitteilen. Wir drücken damit Hilfebedürftigkeit aus und bewirken, dass unsere Mitmenschen uns gegenüber mehr Empathie empfinden.

Weinen wird in jeder Kultur verstanden. Das liegt daran, dass Weinen eine so genannte archetypische Verhaltensweise ist. Wir müssen es also nicht erlernen, sondern können es schon von Geburt an. Neugeborene und Babys drücken durch Weinen ihre Unzufriedenheit aus, da sie keine andere Möglichkeit haben sich mitzuteilen. Je nachdem, in welcher Kultur ein Mensch aufwächst und ob er ein Mädchen oder ein Junge ist, wird ihm eine bestimmte Ansicht zum Weinen beigebracht. Es gibt Kulturen, in denen Weinen als Schwäche gilt. Dort wird Kindern beigebracht, Tränen zu unterdrücken. In anderen Kulturen wird das Weinen als stark angesehen. Außerdem existiert in den meisten Ländern und Kulturen noch immer die Ansicht, Jungs oder Männer dürfen nicht offen weinen. Diese Erziehung und Prägung sorgen dafür, dass jeder Mensch eine andere Ansicht und Einstellung zum Weinen entwickelt.

Weinen hat immer eine Ursache

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als würde man grundlos weinen, stimmt das sehr selten. Scheinbar überflüssige Tränen haben immer einen Grund.

Die häufigste Ursache ist zu viel Stress. Mehrere Faktoren können dazu führen, unter Dauerstress zu stehen. Wenn der Stresspegel langsam ansteigt, merken wir das häufig nicht. Dann reicht oft eine Kleinigkeit, um das Fass zum Überlaufen zu bringen, wie beispielsweise ein Passant, der einen anmeckert oder ein Computer, der sich aufhängt. In diesem Fall sollte man das Weinen als Zeichen dafür sehen, dass man sich zu viel Stress zumutet.

Ein weiterer häufiger Grund ist Angst. Natürlich hängen Angst und Stress zusammen. Durch Ängste ist man im Stress und durch zu viel Stress bekommt man Angst. Ist man so ängstlich, dass man weinen muss, sollte man auf seinen Körper hören. Um mit Ängsten richtig umzugehen, gibt es viele Methoden. Unter Anderem sehr hilfreich sind Entspannungstechniken, wie Autogenes Training oder Meditation.

Ein typisches Symptom einer Depression ist häufiges Weinen. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder, der viel weint, depressiv ist.
Wenn das ständige Weinen belastend oder einschränkend ist, sollte man zum Arzt oder Psychotherapeuten gehen, um eine psychische Erkrankung auszuschließen und vor allem vorzubeugen. Denn auch ernsthafte Erkrankungen, wie das Boderline-Syndrom oder eine Bipolare Störung können Auslöser für “grundloses” Weinen sein.

Die sogenannte Affektinkontinenz kann eine Ursache für gefühlt grundloses Weinen sein. Sie ist Bestandteil einiger psychischer und neurologischer Krankheiten. Auslöser dafür können zum Beispiel Alkoholmissbrauch, Schlaganfall oder Demenz sein. Menschen mit der Affektstörung haben Probleme damit, ihre Gefühle zu steuern und angemessen auszudrücken. Dadurch haben sie oft Gefühlsausbrüche, welche meistens Weinen beinhalten.

Ein ebenfalls weit verbreiteter Grund für Weinen ohne Grund ist Hochsensibilität. Viele Menschen sind hochsensibel und wissen es nicht, da sie es nicht anders kennen. Sie verarbeiten Emotionen anders als “normale” Menschen und haben Schwierigkeiten, mit äußeren Reizen klar zu kommen.

Das Klischee, dass Frauen immer grundlos weinen, kommt daher, dass ihre Hormone während des Zyklus zu einer erhöhten Sensibilität führen. Deshalb ist es nur zum Teil Klischee. Die hormonelle Beschaffenheit während der Periode wirkt sich auf das vegetative Nervensystem und die Emotionalität aus, welche mit den Tränendrüsen interagieren. Deshalb weinen einige Frauen wirklich mehr aufgrund ihrer Hormone, jedoch ist das nicht immer der Fall. Die Anti-Baby-Pille, Schwangerschaft und die Wechseljahre haben eine ähnliche Wirkung. Sie bringen den Hormonhaushalt durcheinander, wodurch die Frau sensibler und damit anfälliger für Tränen wird.

Was ist Perfektionsdruck? Wie begegnet man ihm? Erklärung


Perfektionsdruck, besser bekannt als Perfektionismus, ist der Zwang, sich keine Fehler zu erlauben. Aus rein psychologischer Sicht ist er mit den Zwangsstörungen zumindest verwandt und kann dementsprechend therapiert werden. Rein begrifflich lässt sich der momentane Perfektionsdruck, eine konkrete Handlung perfekt auszuführen, vom generalisierten Perfektionismus abgrenzen.

Perfektionsdruck und Perfektionismus als Persönlichkeitsmerkmal

Die milde, bei vielen Menschen anzutreffende Form des Perfektionismus hat drei grundsätzliche Merkmale:

  • Die betreffende Person legt sehr hohe Maßstäbe an ihre eigenen Handlungen an. Dennoch kann sie Fehler von anderen Menschen tolerieren. Perfektionismus hat eine narzisstische Komponente, er ist Ich-bezogen.
  • Die angelegten Maßstäbe sind rigide.
  • Der persönliche Selbstwert hängt ausschließlich von den eigenen Leistungen ab.

Da es sehr viele Menschen gibt, die sich überwiegend über ihre Leistungen definieren, gibt es Perfektionismus auch in milder Form. Daher schlagen manche Psychologen vor, ihn von gewöhnlicher Gewissenhaftigkeit abzugrenzen. Immerhin führt Perfektionsdruck zu hohen Leistungen. Außerdem wird in bestimmten Bereichen Perfektion erwartet und verlangt. Dies betrifft beispielsweise Künstler, Sportler, Wissenschaftler, führende Manager und sogar die Bediener technischer Anlagen, die sich in der Tat bestimmte Fehler nicht erlauben können. Die Psychologie nennt auch eine Grenze, ab welcher Perfektionismus pathologisch wird: Diese besteht im Auftreten von Versagensangst. Gewöhnliche Perfektionisten, die auch als besonders gewissenhafte Zeitgenossen bekannt (und geschätzt) sind, leiden nicht unter ihrem aktuellen Perfektionsdruck. Pathologische Perfektionisten haben bei wichtigen Tätigkeiten stets Angst, sie nicht zu schaffen, wenn sie nicht jede Handlung perfekt ausführen.

Woher kommen Perfektionsdruck und Perfektionismus?

Der temporäre, aktuelle Perfektionsdruck entsteht situativ und kann wohlbegründet sein. Unter ihm stehen auch Personen, die ansonsten keine Perfektionisten sind, schon gar keine pathologischen. Beispiele wären:

  • Sportler im entscheidenden Wettkampf
  • Künstler auf der Bühne
  • Manager und Politiker bei essenziellen Entscheidungen
  • Sanitäter und sonstige Erstretter am Einsatzort
  • Polizisten und Feuerwehrleute in kritischen Situationen
  • Schüler*innen vor wichtigen Prüfungen

Dass in diesen Situationen ein gewisser Perfektionsdruck entsteht, ist vollkommen normal. Es ist wirklich hilfreich, sich so perfekt wie möglich zu verhalten. Geborene Perfektionisten können unter solchen Situationen besonders stark leiden, weil sie jedes eigene Versagen als besonders tiefe persönliche Schuld empfinden. Dieses Leiden ist ihnen nicht unbedingt anzusehen und muss auch keine negative Auswirkung auf das Ergebnis haben, im Gegenteil:

Als Perfektionisten bereiten sie sich auch besonders gründlich auf die Situation vor und können allein deshalb sehr gut abschneiden. Doch im Gegensatz zu den Nicht-Perfektionisten geraten sie praktisch täglich mehrmals in eine Lage, in der sie vermeintlich perfekt agieren müssen. Sie bereiten beispielsweise auch ihren Einkauf sehr genau vor und leiden darunter, wenn sie einen Artikel auf dem Zettel vergessen haben oder wenn sie ihren Zeitplan nicht einhalten konnten. Der Nicht-Perfektionist winkt dann hingegen ab und geht schlimmstenfalls morgen noch mal einkaufen.

Die Perfektionisten fühlen auf die beschriebene Weise, weil ihnen ein sicheres, positives Gefühl der eigenen Identität fehlt. Sie müssen sich diese immer wieder durch Leistung bestätigen. Unter Umständen und je nach sozialem Kontext wollen sie manchmal nicht perfekt sein (auch aus Einsicht in das eigene Unvermögen), wollen aber so wirken. Das kann dazu führen, dass sie mit Manipulationen eine vermeintliche Leistung vortäuschen. Dies ist aber nicht auf alle Perfektionisten zu verallgemeinern. Es gibt unter ihnen auch Personen, die perfekt sein wollen, auch wenn das niemand sonst bemerkt. Sie leben zum Beispiel als Singles in einer penibel aufgeräumten Wohnung, die sie sehr oft zwanghaft reinigen und die kaum jemand außer ihnen selbst betreten darf.

Ausprägungen des Perfektionismus

Perfektionismus hat mehrere Ausprägungen, die mehr oder minder pathologisch sind. Er kann von einer Freude am vollkommenen Gelingen ebenso wie von der Angst vor Versagen und Ablehnung angetrieben werden. Er hat eine konstruktive und destruktive Komponente. Konstruktiv ist das Streben nach Verbesserung, welches tatsächlich zu wertvollen Leistungen führt (auch für die Gemeinschaft), destruktiv sind der Hang zu aufwendigen Zwangshandlungen (wie Putzzwang) und Vermeidungsstrategien, um nicht in Situationen zu geraten, die aus Sicht der/des Betroffenen nicht perfekt zu meistern sind. Damit können sich Perfektionisten wichtige Wege verbauen, was als „Lebensirrtum“ nach Alfred Adler bekannt ist. Das Konstrukt des Perfektionsstreben lässt sich mit zwei Dimensionen beschreiben:

  • perfektionistisches Streben (Streben nach Vollkommenheit)
  • perfektionistische Besorgnis (übertriebene Fehlervermeidung)

Perfektionistisches Streben gilt als gesund und funktional, reine perfektionistische Besorgnis gilt als pathologisch. Das gleichzeitige Vorhandensein beider Dimensionen kann zu Dysfunktionalität führen, weil jemand, der alle Fehler vermeiden möchte, auch nicht mehr handelnd nach einem Erfolg streben kann. Wenn Perfektionisten an ihrer Außendarstellung „basteln“, um auch dort perfekt zu erscheinen, wo sie es nicht sein können, erzeugen sie manchmal Abneigung und Feindseligkeit im sozialen Umfeld. Die Perfektionisten leiden unter der Angst, durchschaut zu werden. Ihr Umfeld mag möglicherweise ihre andauernden Bemühungen um Perfektion nicht sonderlich. Dies verstärkt sich, wenn die perfektionistische Person eine Führungsposition innehat und ihre Untergebenen mit perfektionistischen Vorgaben quält.

Beobachtungen zum Perfektionismus

Im Jahr 1956 nahm der Verhaltenstherapeut Albert Ellis das perfektionistische Verhalten in eine Liste von zwölf irrationalen Überzeugungen auf. Ellis schuf die erste anerkannte Definition des Perfektionismus als absolutes Streben nach Perfektion, vollkommener Leistungsfähigkeit und intelligenter Aktion in allen relevanten Bereichen. Wegen der relevanten pathologischen Ausprägungen des Perfektionismus entwickelten Psychologen in den nachfolgenden Jahrzehnten diagnostische Methoden, mit denen sich der Hang zu Perfektionismus messen lässt. Die Perfektionismus-Skala von Frost deckt funktionalen und dysfunktionalen Perfektionismus auf. Die HMPS-Skala von Flett und Hewitt („Self Oriented-Perfectionism and Socially Prescribed-Perfectionism“) bestimmt anhand von 35 Fragen die generelle Stärke des Perfektionismus. Untersuchte Fragestellungen sind unter anderem:

  • persönliche Standards
  • Sorge um Fehler
  • Zweifel an Handlungen,
  • elterliche Erwartungen
  • Umgang mit Kritik
  • Streben nach absoluter Ordnung

Weitere Ansätze sind die Burns Perfectionism Scale, EDI (Eating Disorder Inventory), PCI (Perfectionism Cognitions Inventory) mit 25 Fragen, die Perfektionismus-Subskala von Garner sowie MOCI (Measure Obsession & Compulsions) von Hodgson und Rachman.

Therapieansätze: Perfektionsdruck

Die Therapie zielt auf die Ursachenforschung, das Etablieren eines leistungsunabhängigen Selbstwertgefühls und das Erlernen flexibler Verhaltensweisen. Letzteres ist wichtig, weil Perfektionisten nur in einem streng strukturierten Tagesablauf zurechtkommen. Indem dieser aufgebrochen wird, können sie nicht mehr nach ihren eigenen Maßstäben perfekt agieren und lernen dabei, dass ihnen das nicht schadet.

Was ist Deeskalation? Wie kann sie gelingen? Erklärung


Zunächst ist es wichtig, den Begriff der Deeskalation als solchen zu betrachten. Das Präfix „de“ verdeutlicht, dass es sich um eine Umkehrung des nachfolgenden Wortstamms handelt. In diesem Fall wird die Eskalation ins Gegenteil verkehrt. Eine Eskalation soll dem Wortsinn zufolge bestenfalls vermieden, zumindest jedoch entschärft werden. Eskalierende Handlungen sind rasch aufeinanderfolgende, negative Ereignisse, die aus dem Ruder zu laufen drohen. Ein unabsehbarer Kontrollverlust, der bei einer Eskalation zu erwarten ist, soll durch eine Deeskalation unterbunden werden, damit die akute Situation wieder kontrollierbar scheint. Der Terminus der Deeskalation ist also untrennbar mit jenem der Eskalation verbunden. Ohne eine Eskalation kann es demnach keine Deeskalation geben.

Deeskalation: Aktiver Vorgang zur Beseitigung einer Gefahr

Der Versuch einer Deeskalation setzt eine bestehende Gefahrenlage voraus. Ausgehend von dieser Lage, deren Ausgang nicht kalkulierbar ist, erfolgt die Entschärfung mittels verschiedener Wege, die nachfolgend erörtert werden.

Diplomatie und Verhandlungen

In den seltensten Fällen lösen sich akute Konflikte von alleine. Eine Deeskalation setzt zumeist erhebliche Kraftanstrengungen voraus. Der wohl zielführendste Weg hinaus aus der Eskalation ist die Diplomatie. Es müssen diverse deeskalierende Maßnahmen getroffen werden, die beispielsweise aus Gesprächen oder Verhandlungen bestehen und einen konkreten Ausweg aus der Gefahrenlage bieten. Um dieses Vorhaben erfolgreich in die Tat umzusetzen, sind beide Seiten gefragt. Sobald eine Seite nicht an einer Deeskalation interessiert ist, kann sie nicht gelingen. Das gemeinsame Ziel der Entschärfung einer kritischen Situation ist demzufolge Grundvoraussetzung für das Erreichen der Deeskalation. Diplomatische Bemühungen werden in erster Linie mit Politik in Verbindung gebracht und in der Tat lassen sich in diesem Bereich die besten Beispiele nennen. Allerdings kann eine Deeskalation auch im Kleinen stattfinden, beispielsweise wenn sich zwei Nachbarn wegen Ruhestörung streiten und sich aus Gründen der Vernunft zusammenraufen.

Aktuelles Beispiel: Ukraine-Krieg

Aus aktuellem Anlass zum Thema Deeskalation ist der nach wie vor andauernde Ukraine-Krieg zu nennen. Obwohl beide Seiten, Russland und die Ukraine, von einer Deeskalation weit entfernt scheinen, ist die Begriffsklärung an diesem Fallbeispiel anschaulich zu erklären. Der erste Schritt zur Beendigung des blutigen Krieges besteht in der Niederlegung der Waffen. Darauf müssen sich beide Seiten einigen. Gespräche in dieser Richtung gab es zu Beginn des Krieges. Die Verhandlungen blieben ergebnislos. Damit ist eine mögliche Deeskalation früh gescheitert. In der Folge eskalierte der Krieg immer weiter. Allem voran der Abbruch aller diplomatischer Kanäle hat dazu beigetragen. Die Konfliktparteien sind nicht bereit, sich zu Verhandlungen an einen Tisch zu setzen, da nach aktuellem Stand der Dinge keine Seite zu Kompromissen bereit scheint. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass eine Deeskalation ausgeschlossen ist, wenn beide Konfliktparteien an ihren Maximalforderungen festhalten. Dieser Krieg wird ausschließlich über Verhandlungen zu lösen sein. Dennoch kann jeder kleine Schritt wie ein temporärer Rückzug, auch im militärischen Bereich, zu einer Deeskalation beitragen.

Deeskalation: Kompromissbereitschaft entscheidend

Generell lässt sich der Begriff der Deeskalation mit einer Waage vergleichen. Sobald das Pendel zu weit auf eine Seite ausschlägt, ist der Weg in die Eskalation vorprogrammiert und jener der Deeskalation verbaut. Die Lösung kann nur aus einem Kompromiss bestehen. Die Zeit spielt üblicherweise eher gegen eine Deeskalation, da sich die Fronten verhärten und eine Eskalationsspirale wahrscheinlicher werden lässt. Das bedeutet, dass der entstandene Schaden irreparabel geworden ist und eine Rückkehr zur Diplomatie massiv erschwert. Ein Teufelskreis entsteht und die Chancen auf einen friedlichen beziehungsweise diplomatischen Ausgang der Situation schwinden beträchtlich. Eine Rückkehr zur Diplomatie erscheint dann nahezu ausgeschlossen.

Mit Ruhe und Bedacht

Mit Eskalation werden Begriffe wie Hektik und Impulsivität in Verbindung gebracht. Um nun zu entschärfen, bedarf es gegenteiliger Eigenschaften wie Entspannung und Vorsicht. Um deeskalatorisch zu wirken, muss demnach eine Atmosphäre der Ruhe herrschen. Mit Schaum vor dem Mund lässt es sich bekanntlich nicht gut diskutieren. Beide Konfliktparteien müssen also ihre allzu große Emotionalität für einen Moment ruhen lassen und sich die Argumente des jeweils anderen anhören und bestenfalls verstehen. Damit ist auch klar, dass der Prozess der Deeskalation aus mehreren Stufen besteht. Die Bereitschaft, der anderen Konfliktpartei zuzuhören, ist nur ein Anfang. Der zweite und dritte Schritt besteht aus Einsicht beziehungsweise Kompromissbereitschaft, von seinen eigenen Maximalzielen abzurücken. Absolute Forderungen stellen folglich eine Garantie für das Scheitern der Deeskalation dar.

Einbeziehung Dritter

Wenn sich die Konfliktparteien derart unversöhnlich gegenüberstehen, ist nicht selten Hilfe von Dritten nötig. Die zentrale Aufgabe von Außenstehenden besteht in der Vermittlerrolle. Möglicherweise können die verhärteten Fronten mit fremder Hilfe gelöst werden. Jedoch müssen auch in diesem Fall beide Seiten bereit sein, sich auf eine Vermittlerinstanz einzulassen. Der Vorteil einer Einbeziehung Dritter besteht auch darin, die Regeln der Diplomatie einzuhalten. Man könnte sie mit einer neutralen Schiedsrichterrolle vergleichen. Die Spielregeln für eine Verhandlung müssen dringend eingehalten werden, ansonsten ist weiterer Ärger vorprogrammiert.

Selbstreflexion

Es ist sehr leicht, die eigenen Forderungen vorbehaltlos einzufordern und die andere Seite aus Prinzip abzulehnen. Damit eine Deeskalation gelingen kann, muss auch die eigene Haltung kritisch hinterfragt werden. Das heißt nicht, dass daraus eine gönnerhafte oder gar unterwürfige Haltung entstehen muss, doch ein Entgegenkommen beginnt immer zunächst mit der Fähigkeit, die eigenen Positionen zu reflektieren. Da eine Eskalation zwangsläufig mit Eigenschaften wie Sturheit und Unbeugsamkeit zu tun haben, ist eine Deeskalation zumeist ein Problem, bei dem beide Seiten in gleichem Umfang von einer gewissen Sturheit betroffen sind.

Einsicht

Letztlich hilft die beste Diplomatie nichts, wenn am Ende nicht die Einsicht siegt. Vielleicht scheint es nach reiflicher Überlegung sinnvoll, zu einem Kompromiss zu finden, mit dem beide Seite leben können. Leider dauert es üblicherweise ziemlich lange, bis eine Einsicht reift und die verhärteten Fronten werden immer unversöhnlicher.

Fazit: Was ist Deeskalation?

Konflikte gibt es überall. Damit ist klar, dass das Eskalationspotenzial enorm ist. Längst in nicht jedem Konflikt kann nachhaltig deeskaliert werden, da Faktoren wie Komplexität und Unversöhnlichkeit eine wesentliche Rolle bei jeder Eskalation spielen. Gewiss ist jeder diplomatische Versuch die Mühe wert. Wenn nicht einmal die Anstrengung einer Befriedung in Betracht gezogen wird, kann eine Deeskalation de facto nie stattfinden. Es hängt also allem voran am Willen der Konfliktparteien, über den eigenen Schatten zu springen und sich zumindest auf eine Annäherung zu einigen, die beiden Seiten die Möglichkeit gibt, ihre Sicht der Dinge offen darzulegen. Die Schritte danach entscheiden über eine Lösung des Konflikts.

Was ist Megalophobie? Erklärung, Bedeutung, Definition


Als Megalophobie wird eine spezifische Angsterkrankung bezeichnet. Der Betroffene empfindet eine krankhafte Angst vor großen Dingen. Dabei kann es sich um überdimensionale Gegenstände wie auch um die Größe anderer handeln. Damit grenzt sich der Megalophobiker vom Megalomanen ab. Die Vermeidung der eigenen Größe steht im direkten Kontext zum Größenwahn.

Ursachen: Megalophobie

Eine Megalophobie kann durch negative Erfahrungen mit überdimensionalen Objekten ausgelöst werden. Die Angstsymptome werden deutlich, wenn der Betroffene großen Objekten gegenübersteht oder sich auch nur gedanklich damit beschäftigt.

Dabei kann jeder selbst feststellen, ob es sich um eine rationale Angst handelt oder eine Phobie vorliegt. Von einer Megalophobie kann gesprochen werden, wenn von dem anvisierten Objekt keine reale Gefahr ausgeht.

Nicht selten sind erlernte Verhaltensweisen ursächlich für das Auftreten einer Megalophobie. Die Ursachen reichen oft bis in die Kindheit zurück. Auch eine Vererbung einer Angststörung ist möglich. Wobei sich die letztlich auftretenden Arten von Phobien voneinander unterscheiden können.

Auslöser: Megalophobie

Der primäre Auslöser von Phobien besteht in der Exposition mit dem angstauslösenden Objekt. In diesem Fall wird die Konfrontation mit übergroßen Objekten vermutlich die Ängste auslösen.

Eine Megalophobie kann dabei mit meiner generalisierten Angststörung, sozialen Ängsten oder einer posttraumatischen Belastungsstörung verbunden sein.

Folgende Objekte können eine Megalophobie auslösen:

  • Hochhäuser und Wolkenkratzer
  • Berge und Hügel
  • Flugzeuge und Hubschrauber
  • Denkmäler und Statuen
  • Busse und Züge
  • Schiffe und Boote
  • Tiere (Giraffe, Elefant. Wal)
  • Saalbauten und große Räume (Parallelen zur Klaustrophobie erkennbar)

Diagnose: Megalophobie

Die Diagnosefindung ist dahingehend vereinfacht, dass sich Betroffene einer Megalophobie in der Regel voll bewusst sind. Phobien werden nicht im Rahmen aufwendiger Tests oder Verfahren festgestellt. Die Erkrankung muss lediglich von einem auf Phobien und andere psychische Störungen spezialisierten Facharzt bestätigt werden.

Die Diagnose erfolgt im Rahmen der Anamnese anhand der Vorgeschichte des Patienten und der von ihm geschilderten Symptomatik, welche bei Kontakt mit großen Objekten auftreten.

Der Psychologe wird gezielt nachfragen, um die Phobie näher zu bestimmen und abzugrenzen. Wichtig ist es beispielsweise zu erfahren, ob sich die Angst auf alle großen Objekte bezieht oder auf einige wenige beschränkt bleibt.

Die Abgrenzung der Symptomatik ist für den Patienten hilfreich und kann eine gezielte Behandlung folgen lassen.

Behandlung: Megalophobie

Phobien werden in der Regel durch eine kombinierte Therapie behandelt. Während die Therapie auf die großen Objekte, als direkte Krankheitsursache abzielt, werden Medikamente eingesetzt, um die im Rahmen der Megalophobie auftretenden Symptome zu lindern.

Mögliche Behandlungsoptionen:

  • kognitive Verhaltenstherapie: Bei diesem Ansatz wird den irrationalen Ängsten vor großen Objekten begegnet, indem nach einem Ersatz der Angst durch eine rationale Gefahr gesucht wird.
  • Desensibilisierung/Belichtungstherapie: Die angstauslösenden Objekte werden real belichtet.
  • Gesprächstherapie: Im Rahmen von Gesprächen versucht der Therapeut, die Ursache für die Megalophobie herauszufinden.
  • Gruppentherapie: In Gruppentherapien treffen Gleichgesinnte aufeinander. Das Zusammentreffen in der Gruppe macht es vielen Betroffenen leichter, über ihre Probleme zu sprechen.

Zur medikamentösen Behandlung von Megalophobien wird auf eine Kombination folgender Medikamente zurückgegriffen:

  • Betablocker
  • SSRIs = selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
  • SNRIs = Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

Bewältigung und Selbsthilfe: Megalophobie

Die Vermeidung der Konfrontation mit den angstauslösenden Objekten ist eine bewährte Strategie von Angstpatienten. Dadurch wird die Störung jedoch nicht behoben und kann sich zu einer generalisierten Angststörung auswachsen.

Für die Bewältigung der Phobie müssen sich Betroffene ihren Ängsten Schritt für Schritt stellen. Dies kann im Rahmen einer Konfrontationstherapie geschehen. Zunächst werden lediglich Fotos oder Videos der übergroßen Objekte betrachtet. Lässt die Angst nach, stellen sich die Betroffenen ihren realen Ängsten und konfrontieren sich direkt mit den Objekten.

Verschiedene Entspannungstechniken können Phobien lindern helfen. Dazu zählen die progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Atemübungen.

Was bedeutet „verklemmt“? Psychologie, Erklärung, Bedeutung, Definition


Die Bezeichnung „verklemmt“ wird im Zusammenhang mit Personen verwendet, die vom Sprecher in ihren Äußerungen oder in ihrem Verhalten als verkrampft und gehemmt wahrgenommen werden. Das Antonym zu verklemmt lautet „unverklemmt“ und bezeichnet ein Verhalten, das als frei, ungezwungen oder natürlich empfunden wird.

Was bedeutet „verklemmt“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Verklemmtsein wird besonders häufig im Zusammenhang mit dem Zurückschrecken vor erotischen Themen, sexuellen Handlungen oder einer übertriebenen Angst vor allem Körperlichen erwähnt. Die Person, der zugesprochen wird, dass sie verklemmt sei, scheut davor zurück, sich zu bestimmten Themen zu äußern oder Handlungen vorzunehmen, die andere als normal und natürlich empfinden.

Eine Person wird dann auch als „sexuell verklemmt“ bezeichnet. Das Synonym für diese Art von Verklemmtsein lautet „prüde“.

Die Zuschreibung erfolgt jedoch auf einem breiten Spektrum. So kann als „verklemmt“ bereits gelten, wer nicht bereit ist, einen Flirt einzugehen, oder wer es ablehnt, sich auf bestimmte Weise berühren zu lassen. Die Aufforderung „sei doch nicht so verklemmt“ kann dazu ge- oder missbraucht werden, eine Person zum Überschreiten ihrer Hemmschwellen aufzufordern.

Im weiteren Sinne wird als „verklemmt“ auch bezeichnet, wer es ablehnt, über tabuisierte Themen zu sprechen, sich auf Neues einzulassen oder wer als besonders schüchtern im Umgang mit dem anderen Geschlecht gilt.

Verklemmt: Wortart und Zusammensetzung

Der Begriff „verklemmt“ setzt sich aus dem Verb „klemmen“ und der Vorsilbe „ver-„ zusammen. In seiner ursprünglichen Bedeutung (verhaken, feststecken) kann das Verb reflexiv (sich verklemmen) oder transitiv (etwas verklemmen) auftreten. In seiner übertragenen Bedeutung kann dagegen ausschließlich das Partizip II verwendet werden.
Der Wortart nach handelt es sich damit um ein Adjektiv (Wiewort). Als Satzglied kommt ihm eine attributive (der verklemmte Teenager) oder eine adverbiale Verwendung (der Teenager ist verklemmt) zu.

Verklemmen wird also in der übertragenen Bedeutung immer als Eigenschaft verwendet, ein aktives Sich-Verklemmen oder ein passives Verklemmt-werden gehören nicht zum Formenbestand.

Bedeutungsverstärkung durch die Vorsilbe „ver“

Das Grundwort „klemmen“ kann sich mit verschiedenen trennbaren und untrennbaren Vorsilben verbinden, wie etwa in „ein-klemmen“, „Bel-klemmen“, „vier-klemmen“. In seiner übertragenen Verwendung als Charaktereigenschaft erhält das Grundwort die Vorsilbe vor, die dem Verb eine neue Bedeutungsebenen hinzufügt.

So kann die untrennbare Vorsilbe „ver“ darauf deuten, dass auf ein Objekt eingewirkt wird, wie beispielsweise in „verarbeiten“ oder „verbessern“. „Ver“ beschreibt zudem häufig ein Resultat oder eine negative Folge eines Vorgangs wie in „verfaulen“, „verteufeln“ oder „verwesen“. Weitere Konnotationen der Vorsilbe „ver“ sind

  • ein fehlerhaftes Verhalten (sich verschreiben, verschlafen),
  • die Beendigung oder das Resultat eines Vorgangs (verbrennen, verblühen, versalzen),
  • Wiederholung, Verdichtung oder Intensivierung (vernähen, verbauen).

Positive Konnotationen hat die Vorsilbe „ver“ vor allem dann, wenn sie in Verbindung mit einem Dativobjekt erscheint wie beispielsweise in „vertrauen“, „verdanken“, „vergeben“.

Bedeutung der Vorsilbe „ver“ im Begriff verklemmt

In der Wendung „verklemmt sein“ finden sich abhängig vom Kontext und der Intention des Sprechers diese Bedeutungsebenen wieder. Wer verklemmt ist, zeigt aus Sicht des Sprechers wiederholt oder dauerhaft ein Verhalten, das als unpassend empfunden wird und von dem man annimmt, dass es das Ergebnis einer „falschen“ Erziehung oder Einstellung ist. Das Verhalten wird als übertrieben in Bezug auf zugrundeliegende Moralvorstellungen empfunden.

Verklemmung versus Verklemmtheit: Nominalisierung des Grundwortes

Während vom Grundwort „verklemmen“ das Nomen „Verklemmung“ ableitbar ist, lauten die zu „verklemmt“ gebildeten Nomen „Verklemmtheit“ oder „Verklemmtsein“.

Die Endung „-ung“, wie sie im Nomen „Verklemmung“ erscheint, deutet auf das Resultat eines Vorganges. Der Endsilbe „-heit“ kommt im modernen Sprachgebrauch keine eigene Bedeutung mehr zu, sie wird lediglich verwendet, um ein Adjektiv grammatikalisch in ein Nomen zu verwandeln.

Die auf diese Weise abgeleiteten Begriffe benennen jedoch häufig Abstrakta (Freiheit, Gleichheit) oder Eigenschaften, denen etwas Wesenhaftes zugesprochen wird (Dummheit, Schönheit).

Begriffsgeschichte von „verklemmen“

Das Grundwort „klemmen“ ist bereits aus dem Mittelhochdeutschen bekannt. Es bezeichnet das Einwirken auf ein Objekt durch festen Druck, durch Pressen oder Schieben. Gemeinsam mit anderen Begriffen der Wortfamilie wie beispielsweise „klamm“ oder „beklemmen“ lässt sich das Verb auf die Grundbedeutung „zusammendrücken“ zurückführen.

Aus dem Mittelhochdeutschen ist zudem der Begriff „verklimmen“ bekannt, der das Zusammendrücken oder (sich/etwas) Klammern benennt.

In übertragener Bedeutung wird der Begriff zumeist umgangssprachlich und vermutlich frühestens seit dem 20. Jahrhundert verwendet. Im Wörterbuch der Brüder Grimm aus dem 19. Jahrhundert findet sich kein Eintrag.

Die Übertragung in den neuen Bedeutungszusammenhang ergibt sich zum einen aus der Vorstellung, dass der „Verklemmte“ ein Gefühl der Enge, des Eingeklemmtseins empfindet, aber das, was ihn „bedrückt“, nicht lösen kann, weil er sich (gegen seinen Willen) darin verklemmt hat. Bestimmte Themen und Handlungen rufen in ihm das Gefühl der Beklemmung hervor.

Negative Konnotationen im Zusammenhang mit der Wortfamilie „klemmen“ zeigen sich zudem in Begriffen und Redewendungen wie:

  • in die Klemme geraten/in der Klemme sein/stecken,
  • bei dir klemmt’s wohl,
  • klamm sein,
  • sich an etwas oder jemanden klammern.

Die Intensität, das „Klammernde“ des Begriffs, kommt in der Wendung „sich dahinterklemmen“ zum Ausdruck, die den besonderen Nachdruck betont, mit dem man eine Handlung betreibt.

Möglich ist auch, dass äußerliche Merkmale oder Symptome, die häufig mit der Verklemmtheit einhergehen, zur Metaphernbildung beigetragen haben, beispielsweise die Beobachtung, dass jemand seine Arme fest an den Körper klemmt oder sich steif und wie eingeklemmt bewegt.

Verklemmt sein: Wortbedeutung versus Wortverwendung

„Verklemmt sein“ bedeutet zunächst, dass eine Person in bestimmter Weise von dem Verhalten abweicht, das man von ihm erwartet oder das als wünschenswert gilt. Diese „Abweichung“ äußert sich nicht darin, dass die Person selbstbewusst für ihre eigenen Werte eintritt. Stattdessen ist das Verklemmtsein von einem Gefühl der Scham und von negativen Emotionen begleitet, die dem Verklemmten selbst unangenehm sind und sich körperlich als Verkrampfung oder Angespanntheit äußern können.

Fachsprachlich würde man ein solches Verhalten zum Spektrum sozialer Phobien zählen und nach objektiven Kriterien einordnen. Umgangssprachlich ist die Zuschreibung des Attributs „verklemmt“ meist negativ konnotiert und beinhaltet eine Herabwürdigung oder den Appell zur Verhaltensänderung. Insbesondere seit den 1970er Jahren gilt Verklemmtheit in westlichen Gesellschaften als eine Eigenschaft, die im Sinne einer „sexuellen Befreiung“ überwunden werden soll.

Doch kann das, was bestimmte Personen oder Kulturkreise als „verklemmt“ bezeichnen, in anderen Wertegemeinschaften als besonders angenehm, höflich oder zurückhaltend beschrieben werden. Die vollständige Bedeutung des Begriffs „verklemmt“ ergibt sich daher nicht aus einer subjektiven Zuschreibung, sondern aus der Wahrnehmung, dass jemand in seinen Vorstellungen „feststeckt“ und dies selbst als unangenehm empfindet.

Was ist ein Me Day? Zweck, Sinn, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Me Day bezeichnet einen Tag, an dem es ausschließlich um die eigenen Bedürfnisse geht. Für viele ist der Me Day eine kleine Auszeit vom Alltagsleben. Menschen entfliehen dem Stress und nehmen sich Zeit für sich selbst, ohne dabei Kompromisse eingehen zu müssen. Es geht um Selbstfürsorge und Selbstliebe. Am Me Day festigen Menschen die wichtigste Beziehung in ihrem Leben: die Beziehung zu sich selbst.

Was ist ein Me Day? Zweck, Sinn, Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Jahr 2015 ergab eine Umfrage, dass sich 70 Prozent der Amerikaner nicht ausreichend Zeit für sich selbst genehmigen. Verantwortlich für die Umfrage war der Domain Provider „domain.me“. In einer genialen Kombination aus Domain-Werbung und sozialer Bewegung bewarb „domain.me“ den 16. März als Me Day. Vielbeschäftigte Menschen nehmen sich an diesem Tag Zeit, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Inzwischen hat sich der Me Day zu einem Trend entwickelt und steht für eine Mini-Auszeit, die auch an jedem anderen Tag im Jahr legitim ist.

Was man an einem Me Day macht? Ideen, Erklärung

Als Synonym für rücksichtsloses Verhalten hat der Begriff Egoismus einen negativen Beigeschmack. Beim Me Day geht es allerdings nicht um rücksichtsloses Verhalten, sondern um Quality-Time für sich selbst. Jeder Mensch ist wertvoll und hat es verdient, sich wohlzufühlen. Primär gilt es am Me Day, folgende Fragen zu beantworten:

  • Welchen freizeitlichen Aktivitäten gehe ich gerne nach?
  • Womit kann ich mir selber eine Freude bereiten?
  • Was trägt zu meinem Wohlbefinden bei?
  • Wie ist die Beziehung zu mir selber und wie geht es mir damit?

Me Day und Valentinstag

Am Valentinstag unterstreichen Menschen mithilfe romantischer Geschenke und Gesten ihre Liebe zueinander. Bei unglücklichen Singles kommt dieser Tag weniger gut an. Schließlich entwickelte sich daraus der Trend, den Me Day am Valentinstag zu zelebrieren. Immerhin gilt Selbstliebe als Basis für mehr Respekt und Anstand untereinander. Wer sich selbst liebt, erhöht seine Chancen auf eine funktionale Beziehung.

Mögliche Aktivitäten am Me Day: Ideen

Jeder gestaltet den Me Day nach seinen individuellen Vorstellungen und Bedürfnissen. Einige schlafen aus und erlauben sich einen gemütlichen Tag vor dem Fernseher. Andere entdecken neue Orte oder begeben sich auf eine abenteuerliche Reise. Manche besuchen eine Wellness-Einrichtung oder Sauna. Besonders beliebt am Me Day sind Massagen und Maniküre.

Während sich viele am Me Day auf Entspannung fokussieren, nutzen andere den Tag, um aktiv etwas in ihrem Leben zu verändern. Das kann ein Anstrich, der Kauf und Aufbau neuer Möbel, die Fahrt mit dem Traumauto oder der Besuch eines Flohmarkts sein.

Alternativ verwöhnen sich Menschen am Me Day mit kulinarischen Highlights. Ob Picknick, exquisites Restaurant oder selber kochen, leckeres Essen trägt maßgeblich zum Wohlbefinden bei. Am Me Day sind kleine Sünden in Form von Kalorien und Süßspeisen erlaubt.

Me Day: Ideen, Bedeutung, Erklärung

Der Me Day ist eine Mini-Auszeit. Menschen entfliehen dem stressigen Alltag und fokussieren sich ausschließlich auf ihre eigenen Bedürfnisse. Am Me Day rücken Selbstfürsorge und Selbstliebe in den Vordergrund. Der Tag steht in Verbindung mit positivem Egoismus und hat nichts mit Rücksichtslosigkeit zu tun. Inzwischen hat sich der Me Day zu einem Trend entwickelt. Immer mehr Menschen nutzen die Mini-Auszeit, um die Beziehung zu sich selber zu festigen und neue Energien zu tanken.

Was ist ein Komplementärnarzisst? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Komplementärnarzisst ist eine Person, die einen Narzissten bestens ergänzt. Narzissten gelten als von sich eingenommen, häufig bis in einen übersteigerten Größenwahn hinein. Daneben gilt der Komplementärnarzisst als jemand, der sich selbst gerne in die Rolle des minderwertigen und nachrangigen Teils einer zwischenmenschlichen Beziehung begibt.

Eigenschaften: Komplementärnarzisst

Ein Komplementärnarzisst ist in aller Regel sehr empfindlich und leicht verletzbar. Er hat von sich selbst ein minderwertiges Bild und hält sich häufig für weniger wertvoll als andere Menschen es sind. Weiterhin fällt er oftmals durch Schüchternheit und Gehemmtheit auf.

Das Verhalten eines Komplementärnarzissten liegt oft in seiner Kindheit begründet. Die Art und Weise wie der Komplementärnarzisst in dieser Zeit durch sein Umfeld geprägt wurde, entscheidet darüber, dass er sich letztlich zu einem Komplementärnarzissten entwickelt hat. Häufig sind Komplementärnarzissten in ihrer Kindheit von ihren Eltern nicht richtig wahrgenommen, manchmal auch vernachlässigt worden. Dies kann mehrere Gründe haben. Die Eltern können zum Beispiel den Fokus auf Geschwisterkinder gesetzt haben und der spätere Komplementärnarzisst ging daneben regelrecht unter. Oder aber die Eltern hatten mit ihrem eigenen Leben und sich selbst derart viele Schwierigkeiten, dass darüber hinaus kein Platz mehr war um die Sorgen und Nöte des Kindes wahrzunehmen. Auf Grund solcher, oder ähnlicher, Strukturen lernen spätere Komplementärnarzissten in der Kindheit zurückzustecken, ihre Wünsche und Bedürfnisse als weniger wichtig, als die der anderen wahrzunehmen und ordnen sich auf Grund dessen automatisch unter. Entwickeln sie sich zu Komplementärnarzissten führen sie dieses Verhalten im Erwachsenenalter fort.

Das Phänomen des parentifizierten Kindes bei Komplementärnarzissten

Komplementärnarzissten sind darüber hinaus oft Kinder, die früh selbstständig wurden. Meist wurden sie dies aus einer Not heraus. Nämlich aus der, weil sich sonst niemand um ihre Belange kümmerte, als sie selbst. Dieses Phänomen wird als das des parentifizierten Kindes bezeichnet. Das bedeutet, dass ein Kind schon früh die Dinge selbst regelt, die eigentlich Aufgabe der Eltern wären. Und damit nicht genug. Ein parentifiziertes Kind übernimmt zudem oft auch noch Fürsorgeaufgaben für mindestens eines seiner Elternteile, weil dieses selbst nicht in der Lage dazu ist.

Welche Eigenschaften weist das parentifizierte Kind auf?

Ein parentifiziertes Kind, das später oftmals zu einem Komplementärnarzissten wird, ist vor allem darauf eingestellt möglichst wenig aufzufallen. Es spürt, dass um es selbst herum schon genügend Chaos herrscht und möchte deshalb nicht auch noch Grund zur Sorge oder zum Ärger werden. Diese Kinder gelten als sehr brav und immer folgsam. Sie funktionieren häufig ganz automatisch so, wie es von ihnen erwartet wird, weil sie sich selbst sehr zurücknehmen. Empfänger von Zuneigung sind sie dabei selten selbst. Allerdings geben sie anderen, meist ihren Eltern, selbst Zuneigung indem sie sich um sie kümmern. Das kann ganz konkret in Form von gesundheitlicher Pflege sein, aber auch abstrakt, indem sie in die Elternrolle schlüpfen und zum Beispiel für ihre Familie kochen, putzen und Einkäufe erledigen.

Ist der Komplementärnarzisst auch ein Narzisst?

Im Grunde ja, denn der Komplementärnarzisst weist ebenfalls eine narzisstische Wesensstruktur auf. Man könnte vom Komplementärnarzissten als von einer Art spiegelverkehrtem Narzissten sprechen. Denn Narzissten wollen vor allem von anderen bewundert werden und andere für ihre eigenen Ziele instrumentalisieren. Der Komplementärnarzisst ist dann glücklich, wenn er sich ganz für eine andere Person einsetzen kann. Dieses Verhalten kann bis zur Selbstaufgabe führen.

Warum verhält sich der Komplementärnarzisst so, wie er sich verhält?

Man vermutet, dass Komplementärnarzissten mit ihrem Verhalten einen Mangel, den sie in sich selbst verspüren, ausgleichen möchten. Sie identifizieren sich mit dem Menschen, an dem sie ihren Komplementärnarzissmus ausleben in dem Sinne, in dem sie sich selbst umso besser fühlen, je mehr sie die andere Person neben sich als besser erscheinen lassen. Dies erreichen sie zum Beispiel durch grenzenlose Bewunderung des anderen und die eigene Abwertung.

Harmonieren Narzissten und Komplementärnarzissten miteinander?

Der Narzisst und der Komplementärnarzisst ergeben das ideale Paar. Denn der eine saugt die unangenehmen Eigenschaften des anderen quasi auf und verwertet sie für sein eigenes Ziel.

Hat ein Komplementärnarzisst eine psychische Störung?

Es kommt ganz darauf an wie schwer der Komplementärnarzissmus bei einer Person ausgeprägt ist, um sagen zu können, ob ein Komplementärnarzisst an einer psychischen Störung leidet oder nicht. Personen, die als Komplementärnarzisst agieren und sich anderen dermaßen unterordnen, dass sie dabei selbst als eigenständige Person kaum noch existent sind, haben sehr wahrscheinlich eine psychische Störung, die von einem Therapeuten oder Psychiater begleitet werden sollte. Bei leichteren Formen des Komplementärnarzissmus muss es sich jedoch nicht zwingend um eine psychische Störung handeln. Dann spricht man eher von einer eigenen Form der Persönlichkeitsstruktur.

Seit wann spricht man von Komplementärnarzissmus?

Der Begriff Komplementärnarzissmus wurde im Jahre 1970 von Jürg Willi geprägt. Das Wort komplementär wurde vom französischen complémentaire abgeleitet. Ins Deutsche übertragen bedeutet das ergänzend. Man spricht deshalb von Komplementärnarzissmus, weil sich Narzisst und Komplementärnarzisst als Paar gut ergänzen.

Komplementärnarzissten sind besonders oft Frauen

Dass besonders viele Komplementärnarzissten Frauen sind ist durch über Jahrhunderte hinweg eingeübte Rollenbilder zu erklären. Von Frauen wird oft noch heute erwartet, dass sie sich den Bedürfnissen und Anweisungen von Männern unterordnen und dabei ihre eigenen Bedürfnisse als zweitrangig wahrnehmen und behandeln. Auf Grund dessen sind sie besonders oft in der Rolle von Komplementärnarzissten zu finden.

Was ist die 21/90 Regel? Ziel, Bedeutung, Erklärung


Die 21/90-Regel besagt, dass Menschen 21 Tage brauchen, um ein Ziel zur Gewohnheit zu machen und es dauert 90 Tage, um es dauerhaft in den Lebensstil zu implementieren. Für eine positive Veränderung gilt es Anstrengungen zu unternehmen, um die Lebensqualität zu verbessern. Die 21/90 Regel ist dennoch einfach genug.

Menschen verpflichten sich 21 Tage lang einem persönlichen oder beruflichen Ziel. Nach 21 Tagen Verfolgung des Ziels ist daraus eine Gewohnheit geworden. Fährt man 90 weitere Tage damit fort, dann sollte daraus eine dauerhafte Änderung des Lebensstils werden.

Was ist die 21/90 Regel? Ziele setzen, Schritte planen

Was soll sich ändern? Es geht darum, was erreicht werden soll. Dabei kann es sich sowohl um ein berufliches als auch um ein persönliches Ziel handeln. Das Ziel muss präsent sein und wird daher gut sichtbar auf einem Planer notiert. Es muss sichergestellt werden, dass mindestens einige Male am Tag der Blick darauf geworfen wird.

Das hilft, um sich zu engagieren und sich auf dieses Ziel zu konzentrieren. Mit der Planung werden die Schritte notiert, die es zu unternehmen gilt, um dieses Ziel zu erreichen. Das kann zum Beispiel der Wunsch sein, körperlich fitter und aktiver zu werden und mindestens dreimal in der Woche zu joggen.

Zusammen mit einem Freund/einer Freundin, die das gleiche Ziel haben, Pläne zu machen, kann eine gute Möglichkeit sein, motiviert zu bleiben. Eine Planung mit klaren Zeiten und Terminen, in der erreichbare Schwerpunkte aufgestellt werden, stellt sicher, dass das gesteckte Ziel erreicht wird.

Kleine Schritte führen in der Regel eher zum Ziel. Um mit einem besseren Lebensstil zu beginnen, gilt es realistisch vorzugehen. Es ist kaum möglich, mit einem trainierten Sportler bei einem 10 Kilometerlauf Schritt zu halten.

Unsportliche Menschen beginnen zum Beispiel jeden Tag mit zügigem Gehen. Danach beginnen Sie langsam eine Strecke von 2,5 Kilometer zu laufen. Es wird nicht lange dauern, bis es möglich ist auch 8 bis 10 Kilometer zu laufen, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten.

Es ist wichtig, den Fokus auf erreichbare Ziele zu legen, welche die neue Gewohnheit ausmachen.

21/90 Regel: Engagiert sein, realistisch bleiben

Um eine Gewohnheit zu entwickeln, ist es unerlässlich, sich für sein Ziel einzusetzen und die neu gefundene Aufgabe 21 Tage hindurch konsequent auszuführen. Das kann manchmal unrealistisch sein, wenn es unvorhergesehene Umstände erforderlich machen, dass ein Tag pausiert werden muss. Nun ist es essenziell, Verantwortung zu übernehmen und nicht zwei Tage hintereinander zu verpassen.

Der international anerkannte Motivationsguru und Autor „Robin Sharma“ schreibt in seinem Buch „Who Will Cry When You Die“, dass neue Gewohnheiten mit einem Paar neuer Schuhe vergleichbar sind. Obwohl sie sich in den ersten Tagen unbequem anfühlen, sitzen sie nach drei Wochen, sobald sie eingelaufen sind, wie eine zweite Haut.

Um den Lebensstil zu ändern, gilt es dem Ziel verpflichtet zu bleiben. Die 21/90-Regel funktioniert nur, wenn sich Menschen konsequent an ihren Plan halten.

21/90 Regeln: Wiederholen und Durchhalten

Nach 21 Tagen ist die erste Etappe geschafft. Jetzt ist es an der Zeit darüber nachzudenken, was falsch gemacht wurde und was man besser machen könnte. Es wurden 21 Tage Beständigkeit, Willenskraft und Ausdauer an den Tag gelegt. Nun kommt die 90 Tage Regel zum Zug.

Die neuen Gewohnheiten, die mittlerweile so vertraut und beinahe eine Selbstverständlichkeit geworden sind, sollten beibehalten werden. In der Folge gehen sie beinahe automatisch als Routine in den Alltag über.

Nach 90 Tagen ist das gesteckte Ziel so weit im Gehirn gespeichert, das nicht mehr viel darüber nachgedacht werden muss. Der innere „Schweinehund“ wurde erfolgreich besiegt.

Was bedeutet „authentisch sein“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Authentisch zu sein bedeutet, dass man als Mensch echt und immer aufrichtig gegenüber sich selbst ist. Das klingt ein wenig kompliziert, und das ist es auch. Denn sofort stellt sich die Frage: Wann genau ist man ein authentischer Mensch? Wann ist man als Person wirklich echt, aufrichtig und ehrlich im eigenen Verhalten?

Was bedeutet authentisch sein im Detail? Bedeutung, Definition, Erklärung

Für den Begriff authentisch sein gibt es einige Synonyme, die das Phänomen authentisch sein be- und umschreiben. Das sind zum Beispiel folgende Begriffe: wahrhaftig sein, ehrlich sein, glaubwürdig sein, überaus zuverlässig im eigenen Verhalten sein, ein unverfälschtes Bild von sich selbst abgeben. Zusammenfassend wird über authentische Menschen häufig gesagt, dass sie echt wären. Menschen, die sich selbst aus authentisch bezeichnen sind laut dieser Einschätzung also eine Art Original und demnach die originale Version von sich selbst.

Ob ein Mensch authentisch ist oder nicht lässt sich nur sehr schwer überprüfen. Es gibt hierfür keinerlei mathematische oder eine in irgendeiner Form anderweitig prüfende Messlatte, die dem Menschen angelegt werden könnte, und die dessen Authentizität auf einer Werteskala überprüft. Deshalb wird immer wieder versucht sich selbst Kriterien zu schaffen, nach denen man zumindest möglichst genau einschätzen kann, ob eine Person authentisch ist oder nicht.

Welche Kriterien helfen dabei einzuschätzen, ob eine Person authentisch ist?

Wenn man versuchen möchte einzuschätzen, ob eine Person authentisch ist oder nicht, hat man ein wenig Arbeit vor sich. Denn alleine durch einen kurzen Blick auf das Verhalten eines Menschen lässt sich das nicht ohne Zweifel feststellen. Vielmehr funktioniert es so, dass man den Versuch unternimmt die Aussagen der als authentisch einzuschätzenden Personen mit ihrem nachfolgenden Handeln in Beziehung zu setzen. Das wichtigste Kriterium dabei ist es zu überprüfen, ob eine Mensch seine Aussagen und Ankündigungen zu seinem eigenen Verhalten und seinen eigenen Vorhaben am Ende auch umsetzt, oder nicht. Dieser Umsetzung folgt dann ein gewisser Grad an Glaubwürdigkeit, den ein Mensch erreichen kann. Das bedeutet im Klartext, dass eine Person umso glaubwürdiger erscheint, je näher das Verhalten vorherigen Aussagen, Meinungen und Ankündigungen nahekommt. Umso glaubwürdiger man anderen gegenüber erscheint, desto authentischer schätzen sie einen ein.

Sind authentische Menschen mehr sie selbst als andere?

Oftmals wird authentisch sein auch so beschrieben: Authentische Menschen sind nichts anderes als sie selbst. Das ist sicherlich zu weiten Teilen richtig. Denn man selbst ist man immer dann, wenn man seine eigene Meinung auch langfristig vertritt, sie also nicht ständig ändert, je nachdem, welchen Einflüssen durch die Meinungen anderer Menschen man gerade ausgesetzt ist. Dazu gehört es sich selbst eine Meinung zu bilden und selbst seine eigene Meinung zu vertreten. Außerdem treffen authentische Menschen ihre Entscheidungen jeweils selbst und überlassen dies nicht anderen. Auch bestimmen sie ihre Handlungen selbst, und lassen sich dabei nicht von anderen beeinflussen, oder sich gar Befehle von anderen Menschen erteilen. In all dem steckt das Wort selbst was darauf hinweist, dass eine Beschreibung eines authentischen Menschen, als eine Person, die sie selbst ist, zutreffend sein könnte.

Woher stammt der Begriff authentisch sein und was bedeutet er?

Die Bezeichnung authentisch sein stammt aus der griechischen Sprache. Das Authentisch sein kommt zunächst einmal vom Begriff Authentizität. Das Wort Authentizität lässt sich in seinem griechischen Ursprung in zwei Worte teilen. Das sind einmal autos und ontos. Das Wort autos kann in die deutsche Sprache mit dem Wort selbst übersetzt werden. Das griechische Wort ontos wird in der deutschen Sprache mit sein wiedergegeben. Zusammengefügt ergibt sich daraus selbst sein.

Grundlage von Authentizität aus wissenschaftlicher Sicht

Nicht nur Laien, sondern auch Wissenschaftler, die unter anderem an Universitäten lehren und forschen, haben sich mit der Frage beschäftigt was genau authentisch sein bedeutet. Die beiden Sozialpsychologen Michael Kernis und Brian Goldman aus den USA zum Beispiel haben hierfür mehrere Hauptkriterien ermittelt. Ihrer Ansicht nach ist ein authentischer Mensch jemand, der zunächst einmal sehr genau weiß, was gedanklich in ihm selbst vorgeht. Sie meinen authentische Menschen seien sich dessen bewusst welche Stärken und Schwächen sie haben und welche Gefühle in ihnen vorgehen. Michael Kernis und Brian Goldman sagen, dass Menschen erst dann dazu in der Lage seien ihre eigenen Handlungen selbst zu steuern, wenn sie sich selbst, so wie zuvor beschrieben, gut kennen würden.

Was folgt aus wissenschaftlicher Sicht, nachdem die Grundlage für Authentizität ermittelt wurde?

Nachdem die Grundlage für authentisches Verhalten nun definiert wurde, folgt das authentische Verhalten selbst. Das ist aus wissenschaftlicher Sicht in erster Linie von Ehrlichkeit und Realitätstreue sich selbst gegenüber geprägt. Menschen, die authentisch sind werden von Wissenschaftlern so beschrieben, dass sie sich selbst ganz kompromisslos mit der Realität konfrontieren. Sie machen sich also nicht besser als sie selbst sind. Und sie lügen sich auch selbst nichts vor. Außerdem sind authentische Personen ihrer Meinung nach äußerst konsequent und folgen stets ihren eigenen Werten. Sie achten die Prioritäten, die sie sich selbst gesetzt haben. Auch versuchen sie nicht andere zu Übervorteilen, wenn das ihren eigenen Grundsätzen widerspricht. Im Zweifelsfall nehmen sie dafür auch Nachteile, die sie am Ende selbst betreffen, in Kauf. Sogar dann, wenn sie vorher sehr gut wissen, dass es sich um einen großen Nachteil für sie handelt.

Wer authentisch ist, der ist vor allem auch aufrichtig

Jeder, der schon einmal gelogen hat, und damit also nicht aufrichtig gewesen ist, weiß, dass es schwierig ist dafür zu sorgen, dass Lügen am Ende nicht auffallen. Auf authentische Menschen trifft das nicht zu. Zu einer authentischen Person passt es nämlich nicht unaufrichtig zu sein, denn das wäre nicht echt. Dazu gehört es auch, dass aufrichtige Menschen ihre negativen Seiten und Schwächen nicht versuchen zu verschleiern. Schließlich wäre auch das nicht aufrichtig. Aufrichtig ist demnach der, der sowohl seine guten, als auch seine schlechten Seiten zeigen und mit ihnen umgehen kann.

Gelingt es Menschen immer authentisch zu sein?

Es kann schwer sein immer authentisch zu sein. Denn auch, wenn man gerne seinen eigenen Werten und Grundsätzen folgen möchte, ist es manchmal schwieriger das zu tun, als einfach den Erwartungen anderer zu entsprechen oder sich den Wünschen anderer Personen anzupassen. Schnell ist man dann nicht mehr authentisch. Ein weiteres Problem auf dem Weg ein authentisch agierender Menschen zu werden kann es sein, dass sich Menschen während ihres Lebens ständig verändern. Das betrifft auch ihre Ansichten, Überzeugungen und sogar ihre Rollenbilder von sich selbst. In der Jugend verfolgt man häufig ganz andere Werte als im Alter.

Wer authentisch sein möchte, muss mit diesen Veränderungen und Anpassungen Schritt halten können. Außerdem muss man sich immer wieder selbst neu hinterfragen und für sich selbst klar machen welche Rolle man derzeit selbst einnimmt. Darüber hinaus kann eine Person zur gleichen Zeit in unterschiedlichen sozialen Umfeldern verschiedene Rollen einnehmen. In der Arbeit ist man so zum Beispiel der freundlich Kollege, der anderen ständig Arbeit abnimmt. Zu Hause jedoch fühlt man sich eher als Pascha und möchte sich von der Frau bedienen lassen. Wenn diese Rollen durcheinander geraten ist man womöglich schnell nicht mehr authentisch.

Haben Angst und Selbstzweifel Einfluss auf authentisches Verhalten?

Angst und Selbstzweifel können durchaus Einfluss auf authentisches Verhalten haben. Als Beispiel könnte genannt werden, dass viele Menschen von Zeit zu Zeit öffentlichem Druck nachgeben, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollen. Wenn es zum Beispiel als gesellschaftlich schick und anerkannt gilt schlank zu sein, führt dies dazu, dass Menschen, die selbst eigentlich kein Problem damit haben dick zu sein, dennoch eine Diät machen, um dem allgemeinen Idealbild einer guten Figur zu entsprechen. Angst vor Spott oder Ausgrenzung kann dazu führen. Ebenso schlechte Erfahrungen mit Kommentaren anderer, die man bereits gemacht hat. Letztlich können diese Erfahrungen zu Selbstzweifeln führen an deren Ende die Aufgabe der authentischen Verhaltensweise steht.

Kann man es lernen authentisch zu sein?

Sicherlich kann nicht jeder lernen in jeder Situation authentisch zu sein. Allerdings ist es sehr gut möglich für sich selbst den Entschluss zu fassen so authentisch wie möglich leben zu wollen. Menschen, die dies tun können ihr Verhalten bewusst in Richtung Authentizität lenken. Das gelingt ihnen indem sie sich immer wieder neu selbst hinterfragen und abklären, ob ihre Gedanken und Werte noch dieselben sind. Wie zuvor beschrieben verändern sich Menschen im Laufe ihres Lebens. Wer authentisch bleiben möchte muss diese innere Veränderung bewusst selbst begleiten und dann das eigene Verhalten immer wieder an die Veränderungen anpassen. Auch muss eine authentisch agierende Person damit rechnen immer wieder bei anderen anzuecken. Denn wer authentisch ist, verhält sich nicht immer so, wie andere sich das wünschen. Das kann dazu führen, dass Mitmenschen einmal sauer auf einen sind, oder sich vor den Kopf gestoßen fühlen. Wer authentisch bleiben möchte, der muss das aushalten können.

Was ist eine Scanner Persönlichkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die amerikanische Schriftstellerin Barbara Sher erwähnte in ihrem Buch „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“ erstmals den Begriff Scannerpersönlichkeit.

Sie beschreibt Scanner als Menschen, die viele verschiedene Interessen haben. Aus diesem Grund engagieren sie sich für sehr unterschiedliche Projekte. Dabei verlieren sie dann aber schnell die Übersicht und haben deswegen Probleme damit, ihre Ideen auch wirklich umzusetzen.

Was ist eine Scanner Persönlichkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Für den Begriff Scanner-Persönlichkeit existieren viele verschiedene Synonyme, die alle das gleiche Phänomen bezeichnen. Zu den gängigsten Synonymen zählen Multitalent, Vielbegabte und Tausendsassa.

Jede neue Idee wird zunächst begeistert angefangen, aber dann erlischt das Interesse im Laufe der Zeit und eine neue Idee muss her. Scannern fällt es schwer, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Ihre Gedanken wandern von einem Thema zum anderen.

Oftmals ist die Vielfalt interessanter als das Ergebnis. Für die Mitmenschen ist dies selbstverständlich recht frustrierend und führt irgendwann dazu, dass die Ideen nicht mehr wirklich ernst genommen werden. Schließlich wurde kaum ein Projekt jemals verwirklicht.

Profil einer Scanner-Persönlichkeit

Zu dem Profi einer Scanner-Persönlichkeit können auch Intelligenz, schnelle Begeisterungsfähigkeit und Sensibilität zählen. Allerdings sind nicht alle Scanner überdurchschnittlich klug oder sensibel. Zudem ist auch nicht jeder Hochbegabte automatisch ein Multitalent.

Die Scanner interessieren sich für viele verschiedene Themen und wechseln auch zwischen diesen hin und her. Sie lernen gern und können sich in den Themen auch verlieren. Im Gegensatz zu Hochbegabten verfügen sie aber nicht über eine überdurchschnittliche Intelligenz. Auch ihr Wahrnehmungsvermögen ist eher normal. Von einer Hochbegabung spricht man erst ab einem Intelligenzquotienten von 130.

Scanner sind eher auf vielen verschiedenen Gebieten über dem Durchschnitt, aber keineswegs wirkliche Spezialisten oder Fachleute. Dafür sind ihre Interessen zu vielfältig und die Aufmerksamkeitsspanne zu kurz.

Menschen, die hochsensibel sind, haben eine turbulente und tiefgehende Gefühlswelt. Auch dies muss bei Scannern nicht der Fall sein. Sie können eine ausgeglichene Gefühlswelt erleben und trotzdem viel Interesse an Dingen zeigen.

Da sie gern selbstständig lernen, sind viele Scanner vorwiegend Autodidakten, die sich ihr Wissen durch Bücher oder das Internet aneignen. Die wenigsten Scanner besuchen verschiedene Schulen oder haben unterschiedliche Ausbildungen. Eine Schulbildung oder Ausbildung würde ihnen meist auch zu lang dauern.

Scanner sind im höchsten Maße kreativ. Es gelingt ihnen schnell, sich in neue Situationen und Themen einzufinden. Um ihre vielseitigen Talente ausleben zu können, benötigen sie viel Freiraum. Daher verbringen diese Persönlichkeiten oft viel Zeit allein zu Hause.

Tipps für Scanner-Persönlichkeiten

Es ist wichtig, dass der Scanner sich selbst erst einmal verstehen lernt. Schließlich ist es manchmal offensichtlich, dass er anders funktioniert. Zudem ist es für ihn relevant, dass er die richtigen Strukturen für sich findet.

Nur wenn die Scanner-Persönlichkeit diese festen Strukturen hat, kann er sein Talent auch nutzen. Ansonsten ist sein Leben schnell ungeordnet und wirr, da sie sich nur schwer auf eine Sache konzentrieren können.

Es gibt einfach viele Sachen, die sie gern machen möchten. Da die Umwelt Scanner-Persönlichkeiten oft nicht versteht, bekommen sie viel negatives Feedback. Dies kann zu Selbstzweifeln und Depressionen führen.

Das Selbstbild ist dann oft nicht positiv. Viele Scanner-Persönlichkeiten hinterfragen sich daher oft und empfinden sich als unfähig oder gar faul. Zudem stoßen sie sofort auf Ablehnung, wenn sie mit einem neuen Vorschlag kommen.

Allerdings sollten Scanner sich nicht zu sehr in feste Strukturen zwängen. Ein absolut unflexibles Zeitmanagement macht sie unglücklich und engt sie ein. Sie benötigen Methoden, die agiler sind. Zudem können sie selbst entscheiden, wann ein Projekt für sich beendet ist.

Schließlich sind vielseitige Interessen einfach Teil ihres Wesens und müssen grundsätzlich akzeptiert werden. Wenn die Vielfältigkeit richtig genutzt wird, kann das Talent eine echte Bereicherung sein.

In der Werbung oder bei kreativen Jobs sind viele Ideen immer gefragt. In diesen Bereichen können Scanner-Persönlichkeiten glänzen. Die Diagnose der Persönlichkeit ist
schwierig, aber es gibt einige klare Anzeichen.

Selbsttest: Anzeichen für eine Scanner-Persönlichkeit

  • Du beginnst viele neue Projekte und beendest sie nicht.
  • Der Alltag ist eher chaotisch und ungeordnet.
  • Du verzettelst dich schnell und verlierst den Überblick.
  • Du hast mehrere Ausbildungen begonnen und nicht abgeschlossen.
  • Du fühlst dich oft überfordert und gestresst.
  • Du möchtest zur Ruhe kommen und kannst es nicht.
  • Du verlierst schnell wieder die Lust oder das Interesse an einer Sache.
  • Du kannst dich nicht gut entscheiden.
  • Du suchst immer noch nach deinem Traumjob.
  • Du hast Kartons voll mit alten Projekten.
  • Deine Umwelt kritisiert dich häufig.
  • Du hast das Gefühl, dass du manchmal unfähig bist.
  • Du bist oft unkonzentriert.
  • Starre Strukturen machen dir Angst.
  • Du denkst dich gern in Sachen hinein.Wenn mehr als die Hälfte dieser Sätze auf dich zutreffen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du eine Scanner-Persönlichkeit bist. Aber keine Sorge, mit dem richtigen Konzept schaffst du es bestimmt, von deiner Vielseitigkeit zu profitieren. Es ist gut, viele Ideen und Talente zu haben.
Was sind Soft Skills? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei Soft Skills handelt es sich um persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten und Einstellungen, welche unabhängig von Fachwissen bzw. Fachkompetenzen bestehen. Soft Skills können auch als soziale Kompetenzen bezeichnet werden.

Was sind Soft Skills und was ist der Unterschied zu Hard Skills? Erklärung

Die auch als „weiche“ Kompetenzen bzw. Fertigkeiten bezeichneten Eigenschaften sind im Gegensatz zu den Hard Skills individuelle Fähigkeiten, welche im Zusammenhang mit den eigenen Einstellungen, Werten und sozialen Aspekten stehen. Die Hard Skills sind im Gegensatz dazu fachliche bzw. berufsbezogene Fähigkeiten. Dazu zählen zum Beispiel erworbene fachliche Zertifikate, Ausbildungen, Programmierkenntnisse, Sprachkenntnisse oder das Wissen in Bezug auf bestimmte Methoden.
Die Soft Skills können in methodische, soziale und persönliche Kompetenzen unterschieden werden. Beispiele für häufig genutzte Soft Skills sind unter anderem Pünktlichkeit, Durchsetzungsvermögen, Flexibilität, Organisationstalent oder Teamfähigkeit.

Die Wortherkunft von Soft Skills:

Die Verwendung von Soft Skills ist er seit den 1990-er Jahren gebräuchlich. Bei dem Begriff handelt es sich um ein englisches Lehnwort. Insbesondere in der Personalwirtschaft wird der Begriff sehr häufig für Stellenanzeigen genutzt.
Soft Skills werden üblicherweise mit „sozialer Kompetenz“ gleichgesetzt. Bei der sozialen Kompetenz handelt es sich der Definition nach um die Gesamtheit aller individuellen Einstellungen und Fertigkeiten, um eigene Handlungsziele zu verknüpfen. Somit kann auch das Verhalten einer Gruppe beeinflusst werden.

Die wichtigsten Soft Skills in der Arbeitswelt:

Grundsätzlich sind je nach Branche und Beruf unterschiedliche Soft Skills relevant. Auch im Laufe der Zeit ändern sich die Prioritäten. Besonders hervorzuhebende Soft Skills sind bspw. Teamfähigkeit, Flexibilität, Kommunikationsfähigkeiten, Agilität, kreatives Denken und Motivation.
In die persönliche Kompetenz zählen bspw. das Auftreten, Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen.

Im Segment der sozialen Kompetenz sind unter anderem Kritikfähigkeit, Toleranz und Empathie Beispiele für Soft Skills.

In den Bereich der methodischen Kompetenz zählen Fähigkeiten, welche für die Lösung von sachlichen Problemen notwendig sind. Dabei sind unter anderem Organisationstalent, Zeitmanagement, Stressresistenz und analytische Fähigkeiten relevant.

Können Soft Skills erlernt werden?

Grundsätzlich können Soft Skills mit verschiedenen Methoden erlernt werden. Während Hard Skills durch Lernen bzw. Wiederholen von fachlichen Informationen erfolgen kann, ist das Erlernen von Soft Skills differenzierter zu betrachten. Durch Coaching kann bspw. Zeitmanagement, Rhetorik oder Organisationstalent erlernt werden.

Weichere Charaktereigenschaften wie Selbstvertrauen oder Durchsetzungsvermögen kann ebenfalls im Rahmen von Schulungen oder gezielten Übungen optimiert werden. Selbstvertrauen zu erlernen, geht dabei tief in die Psychologie hinein und ist sehr komplex. Dies trifft auch auf verschiedene weitere persönliche und soziale Kompetenzen zu.

Soft Skills in Führungspositionen:

Bezogen auf die Mitarbeiterführung sind verschiedene Soft Skills gefragt. Insbesondere Führungskompetenzen und Führungsstärke sind entscheidend für eine gute Mitarbeiterführung. Organisationstalent ist ebenso wie gute Kommunikationsfähigkeiten ein wichtiger Aspekt für eine erfolgreiche Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Sehr wichtig ist gerade in besonderen Zeiten die Empathie. Mit dieser Fähigkeit wird die Zusammenarbeit mit verschiedenen Mitarbeitern deutlich erleichtert. Insbesondere bei vielen Mitarbeitergesprächen, egal ob direkt oder virtuell, ist ein guter und aufmerksamer Umgang mit unterschiedlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern essenziell für eine erfolgreiche und kontinuierliche Zusammenarbeit.

Auch die Fokussierung bzw. der Umgang mit neuen Sachverhalten ist sehr wichtig. In Zeiten der digitalen Veränderung und sich stetig ergebenden Neuerungen strömen sehr viele neue Informationen auf alle Mitarbeitenden ein. Die Führungskräfte sind sich dabei auf die wesentlichen Anpassungen fokussieren können, um wichtige Entscheidungen priorisiert treffen zu können.

Die Soft Skills in der Zukunft:

Das in Hamburg ansässige Zukunftsinstitut sieht die Soft Skills in der Zukunft weiterhin sehr wichtig in Bezug auf richtige Mitarbeiterentscheidungen. Durch den stetigen Wandel werden Hard Skills deutlich kurzlebiger und sind im Gegensatz zu der Vergangenheit nicht mehr von entscheidender Bedeutung. Die Soft Skills werden sich zu Meta Skills entwickeln. Dabei handelt es sich um Fertigkeiten auf allgemeiner Ebene, welche als Grundlage für die Konkretisierung und Spezifizierung von Fähigkeiten dienen. Dabei geht es insbesondere darum, wie der jeweilige Mitarbeitende seine Arbeit interpretiert.

Bei den Meta Skills geht es um verschiedene Haltungen und Grundannahmen von der Welt. Diese führen zu verschiedenen Haltungen und Verständnissen von bestimmten Tätigkeiten und den grundsätzlichen Aufgaben, welche den Menschen lösen sollten.

Welche Meta Skills sind in der Zukunft entscheidend?

Gewissenhaftigkeit: Bei einer gewissenhaften Ausübung der Tätigkeit, werden die Arbeiten mit einer entsprechenden Detailgenauigkeit ausgeführt. Diese grundsätzliche Eigenschaft trägt unabhängig von der konkreten Aufgabe zu einer konsequenten Arbeitsweise bei. Dabei ist die gründliche Bearbeitung verschiedener Sachverhalte gegeben.

Eigenverantwortung: Bei dieser grundsätzlichen Eigenschaft erfolgt die Ausführung in eigenständiger Organisation und leistungsbasiert. Mit diesem Meta Skill ist eine professionelle Arbeitsweise gegeben.

Kooperationsbereitschaft: Ein Team leistet immer mehr als ein einzelner Mitarbeiter. Diese Fähigkeit, sich offen für anderen Ideen zu zeigen und kompromissbereit zu sein, ist in Zeiten stetig komplexerer Sachverhalte entscheidend für eine konstruktive Zusammenarbeit. Insbesondere bei umfangreichen Projekten oder Tätigkeiten ist diese Eigenschaft essenziell.

Adaptionsfähigkeit: Eine gute Anpassungsfähigkeit ist vor dem Hintergrund des stetigen Wandels von hoher Bedeutung. Mit einer gewissen Freude für Neuerungen bzw. Innovationen fällt es den entsprechenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutlich leichter, sich auf neue Aspekte im Rahmen der Tätigkeit einzulassen.

Unternehmergeist: Diese Fähigkeit ist insbesondere für Personen mit Führungsaufgaben relevant. Personen mit Unternehmergeist sind auch in stressigen Situationen ruhig und fokussiert. Zudem ist eine gewisse Risikobereitschaft vorhanden, welche auch die möglichen Folgen mit in verschiedene Entscheidungsprozesse einbezieht.

Kreativität: Mit neuen Ideen und Gedanken bringen Mitarbeiter immer wieder neue Erlöspotenziale in das Unternehmen. Gerade in schwierigen Phasen ist ein hoher Grad an Kreativität hilfreich, um verfahrene Situationen aufzulösen

Zusammenfassung Soft Skills:

Soft Skills werden in der Zukunft im Zusammenleben und in der Arbeitswelt immer wichtiger. Dabei handelt es sich um persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten. In einen Zusammenhang werden Soft Skills häufig mit sozialer Kompetenz gebracht. Je nach Branche und Tätigkeitsfeld sind verschiedene Soft Skills gefragt. Aufgrund des stetigen Wandels und der Digitalisierung, in Verbindung mit den erhöhten Anforderungen in Bezug auf die Mitarbeiterführung, sind Soft Skills sehr entscheidend für eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. Soft Skills sind bspw. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Stressresistenz oder Empathie.

Woran merke ich, dass ich alt werde? Anzeichen


Es gibt verschiedenste Anzeichen dafür, dass du alt wirst. In diesem Beitrag sind sie gelistet.

Woran merkt man, dass man alt wird? Gesundheit

Du kannst nicht mehr essen wie mit Anfang 20. Jetzt musst du auf deine Ernährung achten. Hast du einmal zu viel Kohlenhydrate gegessen, so merkst du das schnell auf der Waage.

Du siehst deinen Arzt öfter, wenn du alt geworden bist. Du wirst leider öfter krank.

Du fängst an Gespräche über deine Krankheiten und Wehwehchen zu führen.

Körper / Schmerzen: Je älter du wirst und je schlechter dein Körper trainiert ist, umso mehr Schmerzen und körperliche Probleme wirst du bekommen. (Insbesondere Rückenschmerzen)

Wenn du aufstehst oder dich aufrichtest, stöhnst du. Dein Körper fängt an alle möglichen Geräusche zu machen. (Knacken, Ploppen,…)

Wenn man flach gelegt wird, ist jetzt der Grund ein Hexenschuss.

Ohren: Hast du in deiner Jugend deine Ohren nicht im Club vor der lauten Musik geschützt, so kannst du einen Tinitus Jahre später bekommen.

Deine Ohren werden größer.

Haare: Haare wachsen jetzt an Stellen, wo sie nicht sein sollten. (Augenbrauen, Nase, Ohren) Du verlierst Haare an Stellen, wo du sie gerne behalten hättest.

Die grauen Haare werden immer mehr bis die silbern bist.

Blase: Du wachst Nachts auf, weil du Pullern musst. Bevor du das Haus verlässt, gehst du noch einmal auf Toilette.

Knie / Gelenke: Deine Knie heißen nicht mehr „links“ und „rechts“, sondern „gut“ und „schlecht“.

Haut: Anstatt dich über Pickel zu ärgern, kämpfst du mit deiner trockenen Haut.

Du fängst an Anti-Aging-Produkte und Anti-Falten-Creme zu kaufen.

Woran merke ich, dass ich alt werde? Psyche, Selbst

Du hast mehr Erinnerungen als Träume.

Du legst weniger wert auf Mode, Make Up und bei Trends mitzumachen.

Du hast Momente der Weisheit, Einsicht und des Verständnis. Momente, wo du verstehst, warum Dinge so gelaufen sind, wie sie sind.

Du entwickelst eine „mit allen Wassern gewaschen“-Mentalität. Das verlieht dir Ruhe und Gelassenheit. Du wirst so, weil du viele Probleme gelöst hast und dich mit viel „Sch**ß“ auseinandersetzen musstest.

Du triffst überlegter Entscheidungen, da du dich viel besser im Griff hast und dich selbst besser verstehst.

Du wirst empfindlicher für laute Geräusche.

Die meisten Filme, die du schaust, laufen vor 19 Uhr.

Du lebst deine 30er Jahre wie deine 20er Jahre bis zu dem Tag an dem „der Unfall“ passierte oder „die Diagnose“ kam.

Es bereitet dir Freude neue Küchenutensilien zu kaufen.

Mittagsschlaf wird dir große Freude bereiten.

Du wirst Sätze wie „damals“ oder „zu meiner Zeit“ sagen.

Dein Wunschurlaub hat eine Bedingung: Keine Kinder.

Die Monster unter dem Bett sind in den Briefkasten gezogen.

Du verbringst deine Nachmittage oder Abende damit Unterlagen zu sortieren oder Erklärungen (wie z.B. die Steuererklärung) zu machen.

(Du liest Beiträge wie diesen hier.)

Woran merkt man, dass man alt wird? Freunde, Bekannte, Familie

Je älter du wirst, umso öfter wirst du auf Hochzeiten und Beerdigungen gehen. Wenn du noch älter wirst, werden die Beerdigungen und Hochzeiten wieder weniger.

Je älter du wirst, umso geringer wird die Anzahl deiner Freunde und Bekannten. Je älter du wirst, umso mehr Erwachsene verlassen dich. (Entweder weil sie sterben oder ihr euch auseinander lebt.)

Für die Familie gilt: Je älter du wirst, umso weniger alte Familienmitglieder werden es, aber umso mehr junge Familienmitglieder kommen nach.

Die Zahl der Mütter, Väter und Babys in deinem Freundeskreis werden mehr. Du wirst in den sozialen Medien mehr Baby- und Hochzeitsfotos sehen.

Die Zahl der Geschiedenen wächst jährlich.

Du wirst auf einmal angeregte Gespräche über Versicherungen, Vorsorge, Rasenmäher und/oder Reinigungsmittel führen.

Woran merke ich, dass ich alt werde? Andere Menschen, Gesellschaft

Du wirst von jüngeren Menschen mit „Sie“ angesprochen.

Du entwickelst ein Bewusstsein dafür wie sehr andere ihre Zeit verschwenden. Gleichzeitig wirst du aber auch gelassener und schreibst den Leuten weniger vor, was sie tun und lassen sollen. Ebenso wirst du gelassener, was Diskussionen und Streit angeht. (Auf Provokationen und Spitzen reagierst du du mit Gelassenheit.)

Menschen mit Autorität werden jünger. Menschen in Autoritätspositionen werden jünger. (Dein Arzt wird z.B. jünger sein als du.)

Die Filme und die Musik mit der du aufgewachsen bist, wird mittlerweile als „Classic“ oder „Klassiker“ bezeichnet.

Du bemerkst Veränderungen in deiner Stadt. Wird ein Gebäude abgerissen, so kannst du dich daran erinnern, was vorher auf dem Gelände war oder wie es gebaut wurde.

Wenn du in einem Online-Formular nach deinem Alter gefragt wirst, so musst du lange Scrollen.

In deinem Adressbuch (z.B. in deinem Smartphone) wächst die Zahl der Menschen mit denen du entweder jahrelang keinen Kontakt hattest oder die tot sind.

Du merkst das du alt geworden bist, wenn man dir den „Seniorenrabatt“ gibt.

Menschen unter die 30 wirst du als „Kinder“ bezeichnen.

Wer im Jahre 2010 geboren wurde, wird im Jahr 2022 12 Jahre alt.

Siehst du junge Menschen so hast du auf einem Mutter- oder Vatergeühle.

Es gibt Menschen, die nicht wissen, was eine Kasette, ein Walkman oder ICQ ist. Es gibt Menschen, die Al Bundy nicht kennen.

Du interessierst dich bei South Park mehr für Randy als für die Jungs.

Woran merke ich, dass ich alt werde? Mode und Trends

Du siehst das Modetrends wiederkehren. Du erinnerst dich daran, wie du eine bestimmte Mode früher selbst getragen hast.

Bei Kleidung entscheidest du dich absofort gegen den Style und für den Komfort.

Du hast keine Ahnung, was der neuste Trend ist und selbst wenn du es weißt, verstehst du ihn nicht. Ferner ist dir der neuste Trend einfach egal. Du verstehst die neuste gehypte Social-Media-App nicht.

Neue Technologie oder Geräte überfordert dich.

Du hast keine Ahnung, welche Musiker gerade angesagt sind.

Du verstehst aktuelle Jugendworte und Jugendsprache nicht. Du hast keine Ahnung, was Cringe, wyld, nh, Cheche, Bubatz oder 143 bedeutet. Aber knorke, töfte und dufte kennst du.

Woran merke ich, dass ich alt werde? Zeit

Vor 20 Jahren war nicht in den 1980er oder 1990er Jahren, sondern es war in den 2000er Jahren. Selbst „vor 10 Jahren“ war in Anfang der 2000er, sondern es war Anfang der 2010er Jahre.

Wenn du 40 Jahre alt bist, werden alle älteren Menschen sagen, wie jung du noch bist, während alle jüngeren Menschen dir sagen, wie alt du schon bist.

Denkst du an die 1990er Jahre wirst du nostalgisch.

Du fängst an über den Tod nachzudenken. Du fängst an darüber nachzudenken, wie du deinen Nachlass regelst und was im Notfall für dich medizinisch getan werden soll. (Patientenverfügung)

Die Zeit vergeht schneller. „Oh, schon ein Monat rum?“ (Ergo bedeutet das, du erlebst weniger woran du dich erinnern kannst.)

Woran merke ich, dass ich alt werde? Partys, Alkohol

Der billige oder günstige Alkohol schmeckt dir nicht mehr. Jetzt muss es hochwertiger Wein, Rum oder Gin mit Geschichte sein.

Statt Party-Einladungen gibt es jetzt mehr Brunch-Verabredungen.

Du schleichst dich nicht mehr zu Hause raus, um auf Partys zu gehen. Nein, du verlässt Partys heimlich, um nach Hause in dein Bett zu gehen.

Wenn du abwägst zwischen „Zur Party gehen und mit Kater aufwachen“ oder „Nicht zu Party gehen und ohne Kater aufwachen“, so entscheidest du dich eher gegen die Party und für den Schlaf.
Anstatt in eine Bar zu gehen, entscheidest du dich für einen Spieleabend Zuhause.

Partys beginnen 18 oder spätestens 19 Uhr.

Dir schmeckt auf einmal Eierlikör und Gin.

Zwei Tage hintereinander Party machen geht es jetzt nicht mehr.

Hast du einen Kater, so braucht es bis zu zwei Tage bis der weg ist. (Ab 40 soll es sogar Drei-Tages-Kater geben.) Du kalkulierst mittlerweile genau, wie lange und schlimm der Kater sein wird.

Gehst du in den Club oder die Disko so fühlst du dich wie auf einem Kindergeburtstag. Alle anderen sehen irgendwie wie Kinder aus. Ferner verlierst du jedes Interesse in einen Club zu gehen.

Deiner größer Albtraum werden Musikfestivals.

Fazit: Woran du merkst, dass du alt wirst?

Ich möchte diesen Artikel mit folgendem Bild beenden: Das Leben ist wie eine Bergwanderung. Je höher man kommt, umso klarer wird die Sicht und die Kraft lassen nach. Diese Metapher beschreibt das Leben wohl am besten. Aus der ungestümen, aber auch ahnungslosen Kraft der Jugend wird im besten Fall die Weisheit des Alters, die mit Ruhe und Gelassenheit an die Dinge geht. Während junge Menschen noch sehr viel ernst nehmen, so lächeln die Alten gelassen. Denn sie wissen, nichts wird heiß gegessen wie es gekocht wird und morgen wird eine andere Sau durch das Dorf getrieben. Also, warum mit den Alltäglichkeiten beschäftigen und aufhalten, wenn es doch wesentlicheres im Leben gibt. Ja, und das Wesentliche im Leben muss jeder für sich entdecken.

Übrigens: Eine gesunde Portion Interesse an allem Möglichen und Hilfe anzunehmen, verlangsamt das geistige Altern. Wer körperlich langsamer altern möchte, hat hier nur zwei Möglichkeiten: Sport und Fasten. Die Medizin kennt nichts anderes.

Verantwortungsbewusste Sprache: Erklärung, Bedeutung, Definition


Mit der richtigen Sprache übernimmst du Verantwortung für dich und dein Leben. Du erleidest dann dein Leben, deine Gefühle, deine Umwelt, deine Mitmenschen und anderes nicht mehr. Mit einer verantwortungsbewussten Sprache bist du entspannter und zufriedener.

Verantwortungsbewusste Sprache: Worum geht es?

Wir Menschen haben immer zwei Möglichkeiten in unserer Sprache und Wahrnehmung. Wir können Opfer sein oder Verantwortung übernehmen. Wer Opfer ist, erleidet sein Leben, seine Gefühle und seine Mitmenschen. Wer Verantwortung übernimmt, erkennt an, dass er oder sie über die eigene Wahrnehmung entscheiden kann und diese so verändern kann.

Ein Beispiel: „Warum bin ich so sauer auf einen Mitmenschen? Diese Person hat meine Erwartungen nicht erfüllt.“ Wer jetzt Opfer spielt, macht den Mitmenschen verantwortlich. Diese Person hätte sich nur anders verhalten müssen, dann wäre alles gut. Hat sie aber nicht! Wer Verantwortung übernimmt, erkennt an, dass es die eigenen Gefühle sind (ich bin sauer) und dass es die eigenen Erwartungen sind. Aha, da es meine Gefühle und meine Erwartungen sind, so kann ich doch an beiden arbeiten!

1. „Man macht das so.“

Verantwortungsbewusste Formulierung: “Ich mache das so.“

Warum? Das „man“ deutet auf eine allgemeingültige nicht-ausgesprochene Regel hin, die in der Gesellschaft wohl für jeden gilt. Wer das „man“ benutzt, schiebt die Verantwortung von sich auf die Gesellschaft (die anderen.) Wenn du das „man“ durch „Ich“ ersetzt, übernimmst du Verantwortung, da du damit zu deiner Handlung stehst.

Also: Statt „Man beachtet Obdachlose nicht“ sagst du „Ich beachte Obdachlose nicht.“ Der Satz mit dem „Ich“ hat eine ganz andere Qualität und löst doch in dir etwas aus!

2. 

“Andere Autofahrer machen mich rasend vor Wut!“

In einer allgemeinen Formel: „Person X macht mich wütend / traurig / ängstlich.“

Verantwortungsbewusste Formulierung: „Ich reagiere mit Wut auf das Autofahr-Verhalten der anderen Fahrer.“
In einer allgemeinen Formel: „Ich reagiere mit Wut / Trauer auf das Verhalten von Person X.“ oder „Ich reagiere mit Gefühl Y auf Ereignis Z“.

Was ist hier los? In der Ursprungsformulierung bin ich das Opfer vom Verhalten von Person X. Ich erleide das Verhalten der Person und diese Person löst diese Gefühle in mir aus.

 (Damit ist die Person auch für mein Gefühl verantwortlich!)

In der besseren Formulierung bringe ich mich in eine Position der Verantwortung und der Schöpfermacht. Ich erkenne so an, dass es meine Gefühle sind und ich entscheiden kann, wie ich reagiere. Auch sollte ich mich fragen, warum ich mit Wut oder Trauer reagiere? (Wut ist immer ein Anzeichen für Ohnmacht.)

Das führt zur Anschlussfrage: Wie möchtest du dich fühlen? Wie möchtest du reagieren?

3. „Du hast ja Zeit dafür.“

Verantwortungsbewusste Formulierung: „Nein, ich nehme mir die Zeit dafür.“

Was ist hier los? „Du hast ja Zeit dafür“ suggeriert, dass jemand zu viel freie Zeit hat oder diese schlecht managed und damit einfach genug Zeit für etwas über hat. 
Die bessere Formulierung gibt wieder, dass man sich bewusst für etwas entschieden hat und sich daher bewusst die Zeit dafür genommen hat.

4. „Ich kann das nicht.“

Verantwortungsbewusste Formulierung : „Ich will das nicht.“
 oder 
“Ich bin da drin ungeübt.“

Was ist hier los? Mit „Ich kann das nicht“ ergebe ich mich dem Schicksal. Ein „ich kann das nicht“ beendet das Denken und jede Möglichkeit. Es zieht einen Schlussstrich.  Mit „Ich will das nicht“ sage ich aus, dass ich etwas einfach nicht will. (Damit habe ich Verantwortung übernommen, denn ich habe eine Entscheidung für oder gegen etwas getroffen.) Mit „Ich bin da drin ungeübt“ sage ich aus, dass mir die Erfahrung und Übung fehlt. Das eröffnet mir Optionen!

5. „Ich muss … zur Arbeit.“

Verantwortungsbewusste Formulierung: „Ich will (nicht) zur Arbeit.“

Du musst einen Scheißdreck! Du musst gar nichts. Niemand steht mit einer Waffe hinter dir und zwingt dich zu irgendwas. Entscheide dich daher für etwas oder gegen etwas. Aber entscheide dich! Du musst nur eins: mit den Konsequenzen deines Handelns leben!

Da du eh zur Arbeit gehst, sag doch einfach, dass du das willst. Damit löst du auch deine Widerstände auf. Das verbraucht weniger Energie und vielleicht fängst du an etwas gutes in deiner Arbeit zu sehen.

6. „Du lenkst mich ab.“

Verantwortungsbewusste Formulierung: „Ich lasse mich ablenken.“

Mit der Aussage „Du lenkst mich ab“ mache ich mich zum Opfer der Umstände und anderen Menschen. Andere sind dann an meinen geistigen Zuständen Schuld und ich trage keinerlei Verantwortung.

Wenn ich mir jedoch eingestehe, dass ich mich ablenken lassen habe, dann sind meine Wahrnehmung und mein Fokus in meiner Verantwortung. (Dann muss ich mir aber vielleicht auch eingestehen, dass ich schwach und leicht ablenkbar bin.)

7. Warum passiert so viel Scheiße? (Ich erleide etwas)

Verantwortungsbewusste Formulierung: Dinge passieren einfach.

Warum? Wenn ich etwas erleide, dann passiert etwas, dass ich gern anders hätte und dass nicht so passiert ist, wie ich das wollte. Ich bin hier Opfer meiner eigenen Erwartungen. Die verantwortungsbewusstere Formulierung ist einfach: Dinge passieren einfach. Ohne Plan und Gott lacht einfach. Wenn Dinge einfach passieren, bist du entspannter und gelassener.

Das Leben und all seine Ereignisse müssen keinen Sinn ergeben. Es muss nicht Teil eines großen Planes sein. Staaten können untergehen, Unternehmen verschwinden und die Welt verändert sich. Nichts ist in Stein gemeißelt.

8. Mit anderen vergleichen

Besser: sich mit sich selbst vergleichen

Warum? Sich mit anderen zu vergleichen, ist der Anfang vom Unglück. Lieber vergleiche ich mich mit mir selbst und sehe wie ich mich entwickelt habe.

Als Beispiel: Vergleiche dich heute mit der Person, die du vor einem, zwei oder fünf Jahren warst.

9. Zuspätkommen

Es gibt kein Zuspätkommen. Wer zuspätkommt, hatte etwas besseres, interessanteres oder spannenderes zu tun!

Die Sucht nach schönen Dingen! Bedeutung, Definition, Erklärung


Viele Menschen streben nach dem Glück im Leben. Mit schönen Dingen möchten sich dabei auch viele umgeben. Das kann ein Gemälde oder Foto sein. Aber auch ein schönes Hobby. Wer genau weiß, wie viel Geld für Hobbys und Interessen ausgegeben werden kann, hat schon einen Vorteil. Doch es gibt Menschen, die über ihr Budget für schöne Dinge hinaus gehen. Dann lässt es sich irgendwann vom Thema Sucht sprechen. Aus den Fängen einer Sucht herauszukommen, kann gar nicht so einfach sein. Viel besser ist es daher, sich einen Tagesplan aufzustellen und zu prüfen, welches Zeitkontingent der Tag mit sich bringt. Dieses sollte im eigenen Interesse eingehalten werden. Doch es gibt auch Süchte, die auf den ersten Blick gar nicht als solche erscheinen. Sich von diesen abzuwenden kann noch viel schwerer sein. Dann kommt es vor, dass es ohne professionelle Hilfe nicht mehr möglich ist, sich von seinen Süchten zu befreien.

Spielen, solange es Spaß macht!

Das Online Casino steht dabei häufig im Mittelpunkt, wenn es um Spielsucht geht. Doch dies muss nicht der Fall sein! Wer genau weiß, in welchen seriösen online Casinos sich die Aktivität lohnt und diese nutzt, kann auf lange Sicht häufig auch gewinnen. Dabei bieten verschiedene Homepages tolle Übersichten über die jeweiligen seriösen online Casinos. Dazu gehört die Übersicht, welche Einzahlungen getätigt werden sollten. Aber auch welche Bonussysteme sie mit sich bringen. Die Spiele des jeweiligen online Casinos können ebenso vorgestellt werden. Dann heißt es das online Casino des eigenen Interesses auszuprobieren. Dabei ist es stets von Vorteil, wenn dieses Casino bereits einen Einblick in die Spiele gibt, ohne eine Pflicht zur Registrierung! So lässt sich ein Gefühl dafür entwickeln, ob das online Casino wirklich zu einem passt. Sollte dies nicht der Fall sein, kann auch ein anderes online Casino ausprobiert werden. Alle, die stets darauf achten, nicht über ihr Zeitlimit und ihre finanziellen Möglichkeiten hinauszugehen, brauchen sich weniger Gedanken über eine Sucht zu machen. Dies ist ein großer Vorteil! Tatsächlich gibt es viel mehr Menschen, die aus Freude am Spiel im online Casino aktiv sind, als jene, die von einer Sucht betroffen sind.

Die Gefahr liegt im Detail!

Wer sich schon einmal mit dem Thema Sucht beschäftigt hat, kennt die verschiedenen Auswirkungen. Es gibt legale, aber auch illegale Substanzen, nach denen jemand süchtig sein kann. Tatsächlich ist die Sucht nach Zucker ein größeres Thema als die Spielsucht. Zum einen kommt kaum ein Nahrungsmittel ohne Zucker aus, zum anderen kann zu viel Zucker mit der Zeit nicht nur dick, sondern auch krank machen. Selbst im wertvollen Obst steckt Fruchtzucker drin. Dieser ist zwar deutlich gesünder als der Haushaltszucker, aber verdeutlicht, dass kaum ein Lebensmittel ohne Zucker auskommt. Denn Zucker ist auch ein Geschmacksverstärker und -träger. Dies können viele Menschen, die mit Lebensmitteln zu tun haben, aufweisen. Ganz auf Zucker sollte auch nicht verzichtet werden. Daher empfiehlt es sich selbst für Diabetiker eine kleine Menge an zuckerhaltigem Essen oder Getränken zu sich zu nehmen. Doch wer schon allein Würfelzucker zu sich nimmt, sollte schnellstmöglich mit einem Arzt über seine Sucht reden. Es gibt Alternativen, die deutlich gesünder sind. Zumal Zucker an sich auch nicht verboten werden kann. Jedoch gibt es Alternativen, die es sich lohnt zu kennen. Zum Beispiel kann in einem Kuchen der Haushaltszucker auch durch Marmelade oder Honig ersetzt werden.

Was ist Klinomanie?

Daneben gibt es Süchte, von denen kaum einer etwas ahnt. Die Klinomanie gehört in diesem Bereich dazu. Sicher haben die meisten Menschen noch nie etwas davon gehört. Oft wissen selbst Betroffene gar nicht, dass es sich bei ihrem Verhalten um eine Sucht handelt. Dann ist es von Vorteil, wenn eine Homepage wie bedeutungonline.de über diese Dinge aufklärt. Denn Klinomanie hat selbst in Bezug auf die Ähnlichkeit des Wortes, mit Kino, damit gar nichts zu tun. Es handelt sich dabei um eine Form der Bettsucht! Ebenfalls ist auch das Wort der Schlafsucht bekannt. Doch wer auf „Bedeutung online“ weiter liest, wird erfahren, dass es tatsächlich weder das eine noch das andere ist. Bei der Klinomanie streiten sich Körper und Seele des Betroffenen, ob die Person aus dem Bett aufsteht oder weiter schläft. Doch allzu viel Schlaf kann ebenso schaden, wie viel zu wenig. Eine gute Schlafhygiene sollte sich jeder entwickeln, der gesund durch das Leben gehen möchte. Wer zu viel schläft, verpasst auch die schönsten Dinge des Lebens. Dazu kann ein Gewinn in einem online Casino gehören! Viele online Casinos bieten auch die Nutzung via App an. So können diese zwar vom Bett aus, aber auch von unterwegs aus gespielt werden.

Das Leben besteht aus dem Lernen!

Um die verschiedenen Süchte zu erkennen, gilt es ein Leben lang zu lernen. Kein Mensch weiß stets alles und doch lässt es sich immer dazu lernen. So lassen sich auch Regeln eines online Casinos erlernen und die Spielregeln der jeweiligen Slots kennenlernen. Wer sich selbst ein wenig in die Schranken weißt, wird es dabei nicht übertreiben. So heißt es, sich auch selbst immer wieder im Auge zu behalten und sein eigenes Handeln zu überdenken. Dies gilt auch im Bereich des Essens und der Lebensmittel. Wer wenig Obst und Gemüse isst, wird sich selbst schaden. Zu viel Zucker sollte nicht auf dem Speiseplan stehen! Dieser macht nicht nur auf Dauer die Zahnsubstanz kaputt, sondern sorgt auch für Übergewicht. Um sich dann wieder in seinem Körper wohl zu fühlen, gilt es sich zu bewegen. Wer schon einmal von einer Sucht betroffen war, läuft schnell Gefahr wieder in diesen Kreis zu kommen. Natürlich ist Bewegung und Sport gesund. Es befreit auch die trüben Gedanken und erweckt die Lebensgeister. Zu viel Sport jedoch kann ebenfalls süchtig machen. Da Sportler viel Adrenalin ausschütten und dieses für eine positive Stimmung sorgt. Am besten ist es daher, den Punkt kennenzulernen, an dem es zu viel wird, um am eigenen Handeln etwas zu ändern!

Fazit

Obwohl die meisten Menschen denken, dass eher eine Gefahr gibt von Spielen in einem Casino abhängig zu werden, trifft dies nicht zu. Die heimlichen und unbekannten Süchte sind viel häufiger ein Problem. Wer sich ein Zeitlimit setzt und seine Ernährung im Auge behält, wird stets aktiv und gesund sein. So bleibt auch die Nutzung der online Casinos im gesunden Bereich.

Was ist der Ankunftsfehler? Bedeutung, Definition, Erklärung


Erst wenn ein besonderer Umstand eintritt oder ein Traum in Erfüllung geht, denken viele Menschen, können sie glücklich sein. Sie fallen dem Ankunftsfehler zum Opfer. Ihr gesamtes Fühlen und Denken wird auf die vermeintlich bessere Zukunft ausgerichtet. Dabei bemerken sie häufig nicht, dass ihre Gegenwart komplett darunter leidet oder gar an ihnen vorbeizieht. Doch woher kommt der Ankunftsfehler und wie lässt sich dieser vermeiden?

Was ist der Ankunftsfehler? Bedeutung, Definition, Erklärung

Seinen Namen erhielt der Ankunftsfehler vom amerikanisch-israelischen Schriftsteller und Glücksforscher Tal Ben-Shahar. Der „arrival fallacy“ bringt die Annahme mit sich, dass das Erreichen unserer Ziele Glück bewirke. Doch häufig treten kaum Veränderungen ein und das Glück ist nur von einem kurzen Erfolgserlebnis geprägt.

Viele Menschen erkennen erst an ihrem Ziel, dass das Erreichen des Traumes nicht ausreicht, um glücklich zu sein. In der heutigen Leistungsgesellschaft wird ein Mensch oft alleinig nach seinen Zielen und Errungenschaften bemessen. Vor allem für junge Menschen, die all ihre Kraft von klein auf in ihre Ziele gesteckt haben, ist es sehr ernüchternd, wenn das Ziel erreicht wird, das Glück jedoch ausbleibt.

Ziele sollten nichtsdestominder nicht komplett vom Programm gestrichen werden. Sie sind wichtig, um nicht in den Tag hineinzuleben. Doch die Wünsche von Menschen sind unterschiedlich. Während die einen von einer Beförderung träumen, möchten die anderen zum Beispiel ein Haus im Grünen.

Ankunftsfehler: Typisches Denken, typische Annahmen

Der Ankunftsfehler beinhaltet nicht, sich die Zukunft rosarot auszumalen. Erst wenn das gesamte Glück am Erreichen des Zieles festgemacht wird, unterliegen Menschen dem Ankunftsfehler. Nicht nur selten treten Manifeste wie folgende auf:

  • „Mit 20 kg weniger werde ich wieder glücklich sein.“
  • „Wenn das Projekt vorbei ist, ist sämtlicher Stress vorbei.“
  • „Nach meiner Ausbildung fängt das Leben richtig an.“
  • „Mit diesem Zertifikat werden mir alle Türen offen stehen.“

Doch nicht immer wird das gewünschte Ziel erreicht, erst recht nicht, wenn die Ziele sehr hochgestochen sind. Ist das Leben dann am Ende? Das Leben ändert sich keinesfalls über Nacht, nur weil ein Zertifikat ausgestellt wird oder zwei Kleidergrößen kleiner passen. Über Wochen, Monate bis Jahre wird auf ein bestimmtes Ziel hinausgearbeitet. Tritt es ein, dann merken wir rasch, dass das eintretende Glücksgefühl schnell wieder vorbei ist. Hier erfreuen wir uns an dem sogenannten Glücksmoment, denn das Glück hält lediglich einen Moment an.

Die Gefahren des Ankunftsfehlers

Menschen gehen für das Erreichen ihrer Ziele nicht selten über Grenzen. Wenn über einen bestimmten Zeitraum Energie in eine Sache gesteckt wird, dann brauch der Menschen irgendwann eine Belohnung. Sollte der Sinn des Aufwands wegbrechen, so ist es möglich, dass die Person im Anschluss vollkommen ausgelaugt und erschöpft ist.

Neben der Anstrengung treten Menschen in bestimmten Lebensbereichen kürzer. Ist das Zertifikat oder ein bestimmter Abschluss in der Tasche, dann geht es umgehend weiter. Menschen versuchen die verpassten Lebensbereiche aufzuholen und sind gleichzeitig bemüht um einen Arbeitsplatz. Wer gar eine Beförderung erhalten hat, hat nun vermutlich neue Aufgaben, die mehr Einsatz abverlangen.

Wenn das Ziel es war, etwas abzunehmen, dann bewirkt das zwar etwas mit dem Äußeren, doch die Persönlichkeit bleibt unverändert. Wer nur als Beispiel mit verknüpften Erwartungen auf ein aufregenderes Sozialleben gewartet hat, wird wahrscheinlich enttäuscht. Auch hier sucht die Person nach dem Anschluss an das, was sie vernachlässigen musste.

Im schlimmsten Fall treten Enttäuschung und Burnout ein. Der Glücksbestandteil wird ein fester Teil unserer Arbeit, da wir ab einem bestimmten Moment davon ausgehen, das gesetzte Ziel wirklich zu erreichen. Der Glücksmoment wird zu einem festen Bestandteil unseres Empfindens, noch bevor wir das eigentliche Ziel erreichen. Menschen passen sich rasch diesem Zustand an. Das Erreichen des Zieles bringt somit nicht mehr die erhoffte Erfüllung.

Ankunftsfehler vermeiden: Tipps

Besonders hochambitionierte Personen unterliegen häufig dem psychologischen Phänomen. Für die Menschen ist nicht der Weg das Ziel, sondern lediglich das Eintreten des Umstands das Ziel, welches unendliches Glück mit sich bringen soll. Doch es gibt Möglichkeiten, den Ankunftsfehler zu umgehen und den Anforderungen der Leistungsgesellschaft Stand zu halten.

Mit etwas mehr Achtsamkeit und dem Setzen von Teilzielen können Menschen dem Ankunftsfehler gezielt entgegenwirken. Hier reicht es bereits, täglich drei Dinge zu notieren, die wertgeschätzt werden, wie beispielsweise eine geliebte Person. Mit dem Verfassen eines Tagebuchs kann dieser Prozess umso besser unterstützt werden. Wer sich eigenhändig Teilziele steckt, der profitiert von einem ressourcenschonenderen Umgang mit sich selbst und hat am Anfang nicht bereits den Blick auf das große Ganze.

Konsum ist nicht alles. Wenn die laufenden Ausgaben gedeckt sind, dann steht größtenteils nur noch ein materieller Verbrauch an. Die neueste Gucci-Tasche macht auf Dauer nicht glücklich. Erlebnisse mit Freunden und der Familie sind hingegen nachhaltiger. Über den Urlaub von vor drei Jahren sprechen Menschen deutlich häufiger als über eine Tasche aus der aktuellsten Kollektion.

Wo gearbeitet wird, da darf Erholung nicht fehlen. Menschen vernachlässigen in der Mehrzahl der Fälle den Regenerationsprozess, ob beim Sport oder auch neben dem Beruf. Bevor der nächste Gipfel erklommen wird, sollten Menschen einfach mal nichts tun oder sich mit ihren Liebsten umgeben.

Was ist ein Hedonist? Eigenschaften, Bedeutung, Definition, Erklärung


Traditionell war ein Hedonist jemand, der sich zu der antiken Denkrichtung von Aristippos und Epikur hingezogen fühlte. Der moderne Begriff des Hedonismus ist deutlich schwammiger konzipiert und meint meist ein Extrem: Ein Hedonist ist demnach ein kompromissloser Lustsucher, jemand, der sich dem Genuss nicht entziehen kann. Daher muss zwischen dem ursprünglichen Konzept des Hedonismus und der Alltagsbeschreibung unterschieden werden. In beiden Konzepten spielt die Lust eine zentrale Rolle, jedoch in der klassischen Variante auf nuancierte Weise.

Was ist ein Hedonist? Eigenschaften, Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist also ein Hedonist? Akkurat wäre die Erklärung: Ein Hedonist ist ein Vertreter einer antiken philosophischen Strömung, welche Lust und Seelenruhe als Ideal präsentiert. Der Hedonismus ist allen voran eine intellektuelle Denkrichtung.

Schaut man in den gängigen Wörterbüchern nach, findet man die Hedonistin oder den Hedonisten als Menschen beschrieben, der auf seine unmittelbare Lustbefriedigung aus ist. Häufig werden in diesem Kontext auch Begriffe wie Bonvivant und Lebemann/Lebefrau verwendet. Das berühmte Cambridge Dictionary nennt auf seinem Onlineauftritt neben derlei Begriffen auch Extreme wie beach bum, party animal, playboy und sweet tooth als verwandte Begriffe. Gar wird Marquis de Sade als Beispiel bemüht.

Nach letzterer Beschreibung wäre ein Hedonist in seiner Extremform jemand, der kurzfristige Lusterfüllung wie Körperlichkeit (Playboy, Marquis de Sade), Parties (party animal) und Schlemmereien (sweet tooth) in seinen Lebensfokus stellt. Darunter fiele sicherlich auch jemand, der dem von Epikur verpönten Luxus grenzenlos frönt. Der Begriff des Hedonismus hat sich damit im schlimmsten Fall von seiner eigentlichen Bedeutung entfremdet. Bezieht man allerdings Zuschreibungen wie Lebefrau/Lebemann oder Bonvivant – also eine Art lustbezogener nuancierter Freigeist – mit ein, wird der Begriff bestenfalls schwammig. Ein Hedonist wäre nach letzterer Erkenntnis beides: Ein Vertreter der antiken Denkrichtung sowie der lustbezogene Lebemann, Playboy und Partylöwe.

An welchen Eigenschaften erkennt man einen Hedonisten?

Der ganze Vorlauf zu dieser Frage unterstreicht: Diese Antwort ist nicht einfach zu beantworten. Deswegen lässt sie sich in zwei Teilen: den klassischen (Begriff des) Hedonisten und den modernen (Begriff des) Hedonisten.

1. Klassischer Hedonist: Ein Anhänger des antiken Hedonismus wäre in der Regel ein Intellektueller, der durch rationales Denken die Bedeutung der Lust und der Seelenruhe evaluiert. Er muss selbst kein Bonvivant sein, kann es aber. Dabei kennt er auch die Grenzen der Lust durch schädliche Begierden (Luxus), die von der Seelenruhe abhalten.

2. Moderner Hedonist: Wie der Hedonist heute verstanden wird, ist er jemand, der sich von seinen Gelüsten nicht lösen kann. In seiner primitivsten Form kann er sich von seinen impulsgetriebenen Lustgefühlen nicht lösen: Als Partylöwe muss er jede Party mitnehmen, als Playboy kann er sich der Körperlichkeit nicht entziehen. Gemäßigtere Interpretationen umgreifen Begriffe wie Lebemann und Bonvivant.

Eines haben beide Ansichten jedoch gemein: Die Lust nimmt in beiden Konzepten einen zentralen Part in der Weltanschauung ein.

Überblick – Der Hedonist und seine Eigenschaften

Ein Hedonist kann zweierlei sein: Ein Anhänger einer antiken Denkströmung, die von Aristippos und Epikur wesentlich geprägt wurde sowie ein moderner Lebemann, Partygänger oder Playboy, der sich der Lust nicht entziehen kann. Der Begriff des Hedonisten hat über die Jahrhunderte eine bemerkenswerte Evolution durchgemacht: Er ist in seiner heutigen Form eine Art Karikatur seiner ursprünglichen Bedeutung geworden – oder er umgreift zumindest auf schwammige Art mehrere Konzepte. Doch das klassische wie moderne Verständnis von Hedonismus teilen die Lust als Ausgangspunkt.

Hedonismus – Der antike Ursprung

Die philosophische Strömung des Hedonismus stammt aus der Antike. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. lehrte Aristippos von Kyrene im antiken Griechenland eine frühe Variante dessen, was man philosophisch unter Hedonismus versteht. Dabei wurde die Lust als ein Gegenpart zum Schmerz verstanden. Das Ideal des Hedonismus war allerdings damals die Ataraxie – die umfassende Seelenruhe. Hier wird bereits klar, dass sich der frühe Hedonismus von dem unterscheidet, was heute heruntergebrochen als Hedonismus verstanden wird: Lust ist nicht alles.

Als die wohl wichtigste Persönlichkeit des antiken hedonistisch geprägten Denkens gilt Epikur. Der Denker der von 341 v. Chr. bis 271/270 v. Chr. lebte, griff die Gedanken von Aristippos auf und entwickelte sie weiter. Daraus entstand der nuancierte Epikureismus, der sich von einem zügellosen Hedonismus abwandte. Auch wenn er die Begriffe wie Lust und Ataraxie wie Aristippos in das Zentrum seiner Denkbewegung stellte, sah er zwischen beiden keine Trennlinie, sondern eine Evolution: Die Ataraxie war die höchste Form der Lust. Dabei steht die Lust hier auch der Unlust und dem Schmerz entgegen: Die Lust hilft, den Schmerz zu lindern und in einen Zustand der Seelenruhe überzugehen. Epikur geht es insbesondere um das Überwinden von Zuständen der Unlust wie Schmerz, Ängste – aber auch der falschen Begierden. Auch hier zeigt sich ein Unterschied zum modernen Verständnis: Denn neben den natürlichen Begierden sah er auch die schädlichen Begierden, darunter den Luxus, der als Sucht von der eigentlichen Seelenruhe abhält. Der antike Hedonismus war also kein Extrem, sondern eine facettenreiche und nuancierte Philosophie.

Diskrepanz – Der klassische und der moderne Hedonismus

Es wurde bereits angedeutet: Es gibt eine Diskrepanz zwischen der antiken philosophischen Strömung und der modernen Idee von einem Hedonisten als einem kompromisslosen Lustsucher. Die Frage: Was ist ein Hedonist hat also keine eindeutige Antwort.

Während der antike Hedonismus eine empirische Denkrichtung war, die mäßigend vor übertriebenen Begierden wie Luxus warnte – und sich als ein weltgewandtes Gegenmodell zu den idealistischen Platonikern positionierte – ist der moderne Begriff nicht immer positiv konnotiert: Hedonisten gelten als gierige und teils kompromisslose Sucher nach Lusterfüllung und Sinnesgenuss. Im Vergleich zum ursprünglichen antiken Hedonismus kann man hier von einer Karikatur des Hedonisten sprechen. Obwohl es fraglos Menschen auf der Welt gibt, auf welche diese Zuschreibung zutrifft.

Tatsächlich werden auch in der modernen Sprache zwei antike Begriffe genannt, um zwei extreme Lebensphilosophien zu porträtieren: Der Hedonist und der Stoiker. Während der Hedonist nach der Lusterfüllung sucht, fühlt sich der Stoiker zur Erfüllung seiner Selbst zu einem Leben fernab des klassischen Genusses hingezogen. Dabei sind beide Philosophien in ihrem antiken Kern weitaus nuancierter als die moderne polare Darstellung. Aber es war nicht unüblich, unter rivalisierenden philosophischen Strömungen den Gegenpart zu karikieren – ihn als Extrem darzustellen. In diesem Kontext ist es denkbar, dass aus diesem Umstand unser modernes Verständnis von Hedonismus und Stoizismus abgeleitet ist.

Was ist die hedonistische Tretmühle? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff hedonistische Tretmühle beschreibt ein bestimmtes psychologisches Phänomen, das die Menschen betrifft. So besagt die hedonistische Tretmühle, dass positive Gefühlsausschläge niemals von langer Dauer sind. Wenn man sich zum Beispiel sehr glücklich fühlt, dann kehrt dieses Gefühl des Glücks recht schnell wieder auf ein mittleres Niveau zurück.

Was ist die hedonistische Tretmühle? Bedeutung, Definition, Erklärung

Zum ersten Mal las man von der hedonistischen Tretmühle im Jahre 1971. In einem englischsprachigen Aufsatz wurde er zum ersten Mal verwendet. Der Titel des Aufsatzes war Hedonic Relativism and Planning the Good Society. Hedonic Relativism ist also der original verwendete Ausdruck dessen, was im deutschsprachigen Raum als hedonistische Tretmühle bekannt ist. Die Autoren des Aufsatzes waren die Psychologen Brickmann und Campbell. Sie beschreiben darin wie Menschen auf positive Reize immer nur sehr kurz in Form einer emotionalen Veränderung reagieren. Schnell kehren sie wieder in eine Art mittleren Gefühlszustand zurück, der in den meisten Fällen recht stabil bleibt. Sie sagen außerdem, dass der positive Reiz nach kurzer Zeit wiederholt oder erneuert werden müsste, um den Gefühlsausschlag insgesamt länger beibehalten zu können.

Welche Gründe kann es für den positiven Gefühlsausschlag geben?

Die Gründe sind sehr vielfältig. Meist handelt es sich bei ihnen jedoch entweder um die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches oder Traumes, oder um ein unerwartet über einen Menschen hereingebrochenes Glück. Das kann zum Beispiel die Geburt eines Kindes sein, eine unerwartete Gehaltserhöhung oder auch ein Lottogewinn.

Was hat der Hedonismus mit der hedonistischen Tretmühle zu tun?

Der Begriff hedonistische Tretmühle leitet sich vom Begriff Hedonismus ab. In der Antike folgten einige griechische Philosophen einer speziellen Form der Weltanschauung, die sie Hedonismus nannten. Die Vertreter dieser Weltanschauung nannten sich daran angelehnt Hedonisten. Ein Hedonist glaubt daran, dass der Sinn des Lebens darin besteht froh und glücklich zu sein und das Leben zu genießen. Traurigkeit, Leid, Kummer und Schmerzen möchten Hedonisten aus ihrem Leben verbannen. Taucht eines dieser Gefühl auf, dann tut ein Hedonist alles, um es wieder los zu werden. Zum Beispiel sorgt er dann dafür, dass er angenehme Erlebnisse hat und seine Zeit mit Dingen füllt, die ihm Spaß machen. Der Hedonist ist also durchaus aktiv. Er wartet nicht darauf, dass das Glück ihn küsst, sondern sorgt dafür, dass es ihn auch sicher trifft.

So „funktioniert“ die hedonistische Tretmühle

Der Ansatz der beiden Psychologen, die zuerst zur hedonistischen Tretmühle geforscht und über sie geschrieben haben ist der, dass die Theorie der Hedonisten einer Tretmühle gleicht. Um dauerhaft glücklich zu sein, muss man sein eigenes Schicksal überlisten, indem man es aktiv gestaltet. Denn tut man nichts, dann verblassen die Effekte positiver Erlebnisse sehr schnell. Um diese Erkenntnis zu unterstreichen, wurden zahlreiche psychologische Studien durchgeführt. So wurden im Rahmen dessen zum Beispiel Lottogewinner über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet und auch befragt. Diese Studie ergab, dass die Lottogewinner sich kurz nach ihrem Lottogewinn allesamt sehr glücklich fühlten. Dieses Glücksgefühl nahm jedoch immer mehr ab je mehr Zeit danach verstrich, bis irgendwann wieder ein normaler Zustand des Glücksempfindens erreicht war, den die Lottogewinner genauso wie ihr Empfinden von Glück vor dem Lottogewinn beschrieben. Außerdem wurde noch ein Vergleich zwischen Lottogewinnern und Nicht-Lottogewinnern angestellt. Dieser ergab, dass zwischen den Glücksempfindungen der beiden Gruppe keine Unterschiede festzustellen waren, sofern der Lottogewinn der einen Gruppe bereits einige Zeit zurück lag.

Was bedeutet die hedonistische Tretmühle für die Menschen?

Kurz gefasst könnte man sagen, dass die hedonistische Tretmühle beschreibt, dass die Suche der Menschen nach Glück einer dauernden Erneuerung bedarf. Hat man das Glück einmal für sich gewonnen, verschwindet es wieder und muss erneuert werden. Geschieht das nicht, dann war das Glück nur eine Art Momentaufnahme. Somit ist bewiesen, dass die Hatz vieler Menschen nach Glück über Konsum nicht sinnvoll ist. Häufig statten sich Menschen mit teuren Anschaffungen aus, weil sie glauben, dass der Besitz von Dingen sie glücklich machen würde. So werden zum Beispiel teure Elektrogeräte oder hochwertige Sportautos gekauft. Diejenigen, die diese Dingen kaufen, fühlen sich im ersten Moment danach froh und glücklich. Allerdings gewöhnen sie sich dann zügig daran, dass sie diese Dinge, die ihnen anfänglich noch als spannend und toll erschienen, besitzen. Womöglich werden die Sachen sogar langweilig. Mit der Gewöhnung etwas zu haben schwindet dann auch das Glücksgefühl. Das erklärt auch warum Lottogewinner, die sich durch ihren Gewinn viele schöne Konsumgüter kaufen konnten, am Ende doch nicht glücklicher sind als andere Menschen.

Negativität loswerden: Wie wird man negative Gedanken los? Tipps, Psychologie


Negative Gedanken bremsen uns aus. Das ist an sich schon prekär genug, doch ihre Folgen reichen noch weiter: Sie können die physische Gesundheit beeinträchtigen. Die Lebensfreude leidet ohnehin darunter. Um sie zu überwinden, ist es wichtig, den Wirkmechanismus von negativen Schlussfolgerungen, die als besonders bedenklich gelten, zu ergründen. Wer ihn verstanden hat, kann gegen die emotional geprägten negativen Gedanken eine kognitive Strategie entwickeln.

Was sind negative Gedanken? Erklärung, Bedeutung, Definition

Diese Gedanken entstehen mit apodiktischer Wucht in unserem Kopf und setzen sich dort als scheinbare Erkenntnis fest:

  • „Ich schaffe diese Aufgabe nicht.“
  • „Ich werde nicht geliebt.“
  • „Meine Leistung wird ungenügend gewürdigt.“
  • „Die Situation wird immer schlimmer.“
  • „Der 1. FC steigt in dieser Saison unweigerlich ab.“
  • „Das Wetter bessert sich nie wieder.“

Wie wir sehen, müssen sich negative Gedanken durchaus nicht nur auf uns selbst beziehen. Ein Beispiel für globale Gedanken dieser Natur ist die Haltung zu Naturkatastrophen wie der Coronapandemie: Es gibt viele Menschen, die fest daran glauben, dass diese irgendwann Geschichte ist oder wir uns zumindest halbwegs verträglich damit arrangieren. Es gibt aber auch Menschen, die allen Ernstes der tiefsten Überzeugung sind, dass diese Katastrophe in ihrem Leben nicht mehr endet.

Wichtig ist an diesen negativen Gedanken, dass sie mit einem kognitiven Konstrukt untersetzt sind. Sie entstehen zwar aus Gefühlen wie Angst, Enttäuschung, Trauer oder Wut, doch die Personen, die so denken, wissen diese Gedanken sehr rational (kognitiv) zu begründen. Manchmal konstruieren sie ein komplexes Gedankengebäude um den negativen Kerngedanken. Dies gehört zu einer eigenen Kultur des Zweckpessimismus, der darauf hinausläuft, dass es ja dann am Ende nicht mehr schlimmer (am besten nur noch besser) werden kann.

Es gibt übrigens auch das Gegenteil, nämlich die stark positiv gefärbten, beschönigenden (euphemistischen) Gedanken. Beides ist nachgewiesenermaßen falsch. (Siehe: toxische Positivität) Die Welt ist niemals ganz schlecht oder ganz gut, sondern besteht aus lauter Grautönen. Die Entwicklung ist immer offen. Das Prekäre an negativen Gedanken ebenso wie am Euphemismus ist der apodiktische Duktus: So und nicht anders ist es! Das kann ich auch erklären und begründen! Die rationale Begründung ist die eigentliche Gefahr bei negativen Gedanken, doch sie bietet auch den Schlüssel zu ihrer Überwindung. Was sich nämlich rational mit scheinbar logischen Argumenten begründen lässt, lässt sich ebenso logisch widerlegen, wie schon die antiken Philosophen wussten.

Zwei wesentliche Gefahren durch negative Gedanken

Negative Gedanken erzeugen zwei wesentliche Gefahren:

  • #1: Durch die innerste Überzeugung, alles sei schlecht und nicht zu bessern, sabotieren wir unsere Entschlusskraft. Wir wollen nichts mehr ändern. Es ist ja ohnehin verloren.
  • #2: Negative Gedanken entspringen einer depressiven Grundstimmung, mithin einer psychischen Störung, die sich zu einer ernsthaften Depression auswachsen kann. Dies ist für die psychische und physische Gesundheit sehr gefährlich.

Für allem die Verknüpfung von #1 und #2 ist gefährlich. Wenn eine depressive Person der innersten Überzeugung ist, dass alles schlecht und auch nie wieder zu ändern ist, bleibt als Ausweg eigentlich nur der Suizid. Der etwas schwächere Ausweg ist die Flucht in eine Sucht. Daher sollten wir negative Gedanken ernsthaft analysieren, ihre Substanz ermitteln und dann Gegenstrategien entwerfen. In diesem Kontext ist jedoch zwingend noch ein weiterer Aspekt zu betrachten:

Negative versus kritische Gedanken: Unterschied

Negative Gedanken sind an sich nicht immer falsch. Dafür fallen uns zahllose Beispiele ein, nehmen wir nur eines: Ich habe einen Kredit für das Eigenheim aufgenommen, der in der Erwartung berechnet wurde, dass mein Einkommen in den nächsten 20 Jahren stabil bleibt. Nun ist das Unternehmen, in welchem ich als Spezialist beschäftigt war, in den Konkurs geschlittert. Als Spezialist finde nicht so schnell einen adäquaten Job, nicht am Ort (in welchem mein Eigenheim steht), nicht in dieser Branche, weil mein Unternehmen höchst spezialisiert war, nicht ohne langwierige Umschulung. Ich kann den Kredit nicht tilgen, habe aber zu wenig Eigenkapital in die Finanzierung gesteckt und bekomme daher das Haus auch nicht zu einem Preis verkauft, der wenigstens den Restkredit + Vorfälligkeitsentschädigung abdeckt. Hierfür sehe ich momentan wirklich keinen Ausweg. – Sind das unbegründete, depressive negative Gedanken? Oh nein: Es ist die Wahrheit. Die Fakten stimmen.

Die betreffende Person betrachtet ihre Situation angemessen kritisch. Der Ansatzpunkt ist der letzte Satz: „Hierfür sehe ich momentan wirklich keinen Ausweg.“ Niemand von uns beneidet diese Person, doch möglicherweise gibt es doch einen Ausweg, der nur momentan nicht zu erkennen ist. Wenn diese Person ihre berechtigt kritische Würdigung der eigenen Situation in die Suche nach einer Lösung umwandelt, bleibt es bei der kritischen, aber nicht depressiv-negativen Betrachtung. Der Ausweg ist wahrscheinlich, dass der Spezialist einen niedriger dotierten Job mit geringerer Spezialisierung annimmt, für den seine Ausbildung genügt, und die Bank um eine Streckung des Darlehens bittet. Das ist unangenehm, aber besser als die private Insolvenz. Sollte sich aber der letzte Satz ohne das Wörtchen momentan festsetzen, wird aus der kritischen Betrachtung ein negativer Gedanke, den der Mensch vielleicht nie wieder abschütteln kann. Er meldet sich arbeitslos, gibt das Haus mit Verlust auf, sitzt auf einem Berg von Restschulden, geht schließlich in die private Insolvenz und legt sich eine Sucht zu. In diesem Moment verlässt ihn seine Frau. Irgendwann fängt er sich wieder, erzählt aber noch in 30 Jahren, dass er ja mal Spezialist, Eigenheimbesitzer und glücklich verheiratet war, ihm dann jedoch das Schicksal einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Das ist der Unterschied zwischen destruktiven negativen und berechtigt kritischen Gedanken. Erstere führen in die Depression und den Absturz, Letztere zu einer neuen Lösung. Wenn sich nämlich unser Eigenheimbesitzer fängt, arbeitet er zunächst im niedriger dotierten Job, behält das Haus, die Familie, das Umfeld und die Reputation, geht nach kurzer Zeit eine Umschulung auf der Abendschule an und findet einige Jahre später wieder einen besser bezahlten Job, sodass er die Kreditlaufzeit wieder kürzen kann. Der vermeintliche Schicksalsschlag hat ihn damit stärker gemacht: Künftige Ereignisse dieser Art betrachtet er sehr viel gelassener, weil er weiß, dass es immer einen Weg gibt.

Gibt es wirklich immer einen Weg?

Nein. Wer unheilbar krank ist, findet eine Lösung der beschriebenen Art nicht mehr. Es fehlt ihr/ihm einfach die Zeit dafür (meistens auch die physische Konstitution). Allerdings gibt Personen, die sogar mit dem sicheren Tod vor Augen keine starken negativen Gedanken hegen, sondern in ihrer verbleibenden Zeit konstruktiv daran arbeiten, den letzten Weg in Würde, geordneten Verhältnissen und mit ihrer Umwelt versöhnt zu gehen. Dieser Ausnahmefall soll darauf verweisen, dass Krankheit und sicherer Tod die einzigen Szenarien sind, bei denen es wirklich keine Lösung mehr gibt.

Wege zur Überwindung negativer Gedanken

Die Erläuterungen und Beispiele sollten aufgezeigt haben, dass negative Gedanken ein rationales Konstrukt sind – deswegen sprechen wir ja von „Gedanken“. Es gibt auch rein negative Stimmungen, schon das Wetter kann uns allen die Laune verderben. Wir sprechen hier aber ausdrücklich von rational-kognitiv unterfütterten Denkmustern, die es also ebenso rational-kognitiv zu durchbrechen gilt. Dies ist aber nicht der einzige Weg. Nur am Rande erwähnt soll werden, dass sich negative Gedanken, die ja einer depressiven Grundstimmung entspringen, auch wie eine Depression mit physischen und emotionalen Methoden bekämpfen lassen. Diese Methoden sind:

  • ausreichend Licht (Spaziergang genau um die Mittagsstunde)
  • vernünftige körperliche Lebensgewohnheiten (Ernährung, Schlaf, Bewegung)
  • Vermeiden unnötiger Konflikte
  • Arbeitsreduzierung zwecks Stressreduktion
  • nötigenfalls Kontaktreduzierung zwecks Stressreduktion
  • Befreien von Süchten

Schauen wir uns nun aber einige rational-kognitive Strategien gegen negative Gedanken an.

Negative Glaubenssätze erkennen und überwinden

Negative Gedanken basieren auf Glaubenssätzen, die tief in uns eingepflanzt wurden. Es kann sich um pauschale oder auf uns selbst bezogene Glaubenssätze handeln. Ein pauschaler Glaubenssatz wäre, dass der Staat uns alle bevormundet. In einer Krise, in welcher der Staat sich nun notgedrungen mit einigen unangenehmen Verordnungen durchsetzen (und Freiheiten einschränken) muss, führt dieser Glaubenssatz zum Abdriften in fragwürdige Protestmilieus. Nirgendwo sind negative Gedanken so weit verbreitet wie dort. Man darf jedoch diesen Glaubenssatz hinterfragen und kann ihn auch widerlegen. Das ist recht einfach: Wir alle wählen unsere Volksvertreter und können sie auch abwählen. Dass sie sich vor ihrer Wahl scheinheilig als Wolf im Schafspelz gegeben haben, um uns dann – einmal an der Macht – übel zu unterdrücken, erscheint unwahrscheinlich (selbst wenn nicht jedes Wahlversprechen gehalten wird). Hinterfragen wir also selbstkritisch so einen negativen Glaubenssatz. Ein auf uns selbst bezogener negativer Glaubenssatz lautet, dass wir nichts können & wert sind. Dies kommt fast immer aus der Kindheit, lässt sich aber durch Leistung überwinden und wurde durch die Menschen, die momentan so denken, in der Regel auch schon durch Lebensleistung überwunden. Auch diesen Glaubenssatz dürfen wir daher ad acta legen.

Nüchterne Bestandsaufnahme

Negative Gedanken können in einer schwierigen Situation entstehen. Wer wollte unserem Spezialisten mit Eigenheim, aber insolventem Arbeitgeber seine negativen Gedanken verübeln? Doch die nüchterne Bestandsaufnahme zeigt die tatsächliche Situation und auch Auswege auf.

Auf positive Erfahrungen besinnen

Jeder Mensch hat positive Erfahrungen und selbst Dinge erreicht, die er sich vorgenommen hat. Es hilft, sich darauf zu besinnen. Damit wird der negative Gedanke „ich schaffe das sowieso nicht“ überwunden. Dieser war sicher früher auch schon einmal da, doch dann wurde die Aufgabe doch geschafft. Diese Strategie ist sehr wirksam gegen negative Gedanken.

Was ist die Quarterlife Crisis? Phasen, Dauer, Defintion, Erklärung


Von einer Quarterlife Crisis spricht man im Allgemeinen, wenn eine Person zwischen Mitte zwanzig und Anfang dreißig Angst und Sorge über die Richtung oder Qualität ihres Lebens empfindet.

Quarterlife Crisis: Symptome, Anzeichen

Aufgrund der Angst und Sorge leiden Menschen, die eine Quarterlife Crisis durchmachen, unter vielen der gleichen Symptome wie bei allgemeinen Angstzuständen: Schlafstörungen, Nervosität, ein Gefühl der Beklemmung oder das Gefühl, ohne besonderen Grund besorgt zu sein. Dies kann zu Gefühlen von Einsamkeit, Stress, Hoffnungslosigkeit oder Depression führen.

Der Begriff „Quarter-Life-Crisis“ entstand nach der Popularität eines anderen Begriffs: Midlife-Crisis. Diese treten typischerweise auf, wenn eine Person die 40 oder 50 erreicht – ein weiterer Moment, in dem die Menschen den Druck des Älterwerdens spüren und Veränderungen in ihrem Leben anstreben. Bedenken Sie, dass sich eine Quarterlife Crisis für jeden Menschen anders anfühlt. Vielleicht sind Sie besorgt über Ihren beruflichen Werdegang oder über verpasste Chancen. Vielleicht machen Sie sich Sorgen über Ihre Fähigkeit, allein zu überleben, oder darüber, ob Sie zu schnell alt werden.

Die 4 Phasen der Quarter-Life-Crisis

Der typische Mensch, der mit einer Quarter-Life-Crisis zu kämpfen hat, ist hoch motiviert und intelligent. Dennoch können die Zeiten des Übergangs zu einem längeren Schwebezustand führen, der mit Unsicherheit, emotionalem Schmerz und Fragen verbunden ist. Unabhängig von der Ursache Ihrer Quarter-Life-Crisis umfasst diese Erfahrung in der Regel vier Phasen:

  • 1. Das Gefühl, gefangen zu sein: Egal, ob es sich um einen Job, einen Mietvertrag oder eine Beziehung handelt, Sie fühlen sich vielleicht gefangen oder sind unsicher, was Ihre Entscheidungen angeht.
  • 2. Trennung: Viele Menschen, die sich in einer Quarterlife-Crisis befinden, verlassen ihren Arbeitsplatz, ihre sozialen Gruppen oder ihre romantischen Partner und durchleben eine Phase der Trennung und Einsamkeit.
  • 3. Nachdenken: Die nächste Phase ist eine Zeit des Nachdenkens, der Neukalibrierung und der Gewissenserforschung, in der man versucht herauszufinden, was man wirklich will.
  • 4. Verstehen: Am Ende der Krise gehen die meisten Menschen mit einem besseren Verständnis, größerer Motivation und einer positiveren Zukunftsperspektive aus der Krise hervor.

Anzeichen für eine Quarter-Life-Krise

Das Gefühl der Ziellosigkeit: Ein Gefühl, das viele Berufsanfänger erleben, ist das der absoluten Ungewissheit, wohin sie gehen, was sie tun oder mit wem sie zusammen sein sollen. Für manche Menschen kann das aufregend sein, weil sie das Unbekannte mögen und sich darauf freuen, es herauszufinden.

Eifersucht auf Gleichaltrige: Auf dem Weg ins Berufsleben scheinen einige Freunde in bestimmten Bereichen mehr Erfolg zu haben als Sie. Vielleicht leitet Ihr Freund, den Sie immer für einen Trottel gehalten haben, jetzt sein eigenes Start-up, oder Ihre Freunde scheinen alle zu heiraten und/oder Kinder zu bekommen.

Sie fühlen sich unmotiviert: Das Aufschieben wichtiger Entscheidungen, ein Minimum an Einsatz bei der Arbeit oder in einer Beziehung und ein allgemeiner Verlust der Lebensfreude sind alles Anzeichen für eine Quarterlife-Krise. Es besteht der paradoxe Wunsch, als Erwachsener anerkannt zu werden, während man sich gleichzeitig nach einer Zeit sehnt, in der man noch nicht so viele Verpflichtungen hatte.

FOMO ist ein wichtiger Teil der Erfahrung des 21. Jahrhunderts, weil wir durch die sozialen Medien einen (wenn auch ungenauen) Einblick in das Leben von mehr Menschen als je zuvor haben. Es ist wichtig zu erkennen, dass es keinen festen Zeitplan für das „Herausfinden“ gibt und dass der Versuch, bestimmte Meilensteine im Leben zu erreichen, nicht unbedingt der beste Weg ist, um Frieden in das eigene Leben zu bringen.

Wie entsteht eine Quarter-Life-Krise?

Zunächst fühlen Sie sich vielleicht in irgendeiner Form von Verpflichtungen gefangen, entweder in Ihrem Privat- oder Berufsleben. Jetzt müssen Sie Miete zahlen, sind verpflichtet, in Ihrem derzeitigen Job weiterzuarbeiten, oder sind in einer Art „erwachsenen“ Beziehung gefangen. Diese Gefühle von Verpflichtung und Verbindlichkeit können unangenehm und überwältigend sein, vor allem, wenn Sie sie zum ersten Mal erleben.
Als Nächstes erleben Sie vielleicht ein Gefühl anhaltender Einsamkeit, weil Sie von früheren Liebespartnern, Arbeitsplätzen oder sozialen Gruppen getrennt sind. Vielleicht sind Sie gerade an einen neuen Ort gezogen und fühlen sich völlig allein.

Natürlich können diese Phasen unangenehm und überwältigend sein. Eines der größten Probleme mit Quarter-Life-Krisen ist, dass die Betroffenen oft das Gefühl haben, dass sie keinen Grund haben, sich abzumühen. Die Menschen haben sich eingeprägt, dass diese Jahre eigentlich Spaß machen und relativ schmerzfrei sein sollten. Wenn Sie diese Gefühle erleben, versuchen Sie vielleicht, sie zu verdrängen – zu Ihrem eigenen Nachteil.

Wie gehe ich mit einer Quarter-Life-Krise um? Was man tun kann:

Auch wenn sich die Bewältigung der Quarterlife-Crisis unüberwindbar anfühlt, gibt es Möglichkeiten, die Krise zu überwinden und neue Lebensfreude zu schöpfen. :

Erinnern Sie sich daran, dass dies normal ist. Wie bereits erwähnt, ist die Quarter-Life-Crisis ein völlig normales, wenn auch unglückliches Phänomen. Erinnern Sie sich also daran, dass Ihr Kampf völlig normal ist. Es ist alles in Ordnung mit Ihnen, und Ihre Gefühle sind berechtigt. Wenn Sie sich dessen bewusst sind, können Sie Wege finden, um Ihre Quarterlife-Krise zu bewältigen.

Gönnen Sie sich die Zeit zum Nachdenken. Eine Quarterlife-Crisis kann nicht angegangen werden, wenn man nicht einmal weiß, was einen bedrückt. Unabhängig davon, wie viele Stunden Sie arbeiten oder wie viele Kurse Sie belegen, ist es wichtig, dass Sie sich die Zeit nehmen, sich mit dem auseinanderzusetzen, was Sie bedrückt.

Denken Sie daran, dass das Erstellen von Listen, Finanzplänen, Kalendern und anderen wichtigen Erinnerungshilfen Ihnen helfen kann, Klarheit zu schaffen. Auch wenn Sie nicht so weit gehen, kann es sehr hilfreich sein, wenn Sie sich die Zeit nehmen, darüber nachzudenken, was Sie belastet.

Finden Sie Wege, um Ihre Einsamkeit zu lindern. Der Mensch ist ein soziales Wesen, und wenn wir uns von unseren Freunden und unserer Familie getrennt fühlen, haben wir oft Probleme. Manchmal kann dieser Kampf sogar zu einer weiteren Isolation führen. In diesem Fall können Sie Trost und wertvolle Ratschläge bei Menschen finden, die Sie verstehen.

Teilen Sie Ihre Gedanken und Ziele mit. Unabhängig davon, ob Sie eine ernsthafte Beziehung haben oder nicht, ist es wichtig, dass Sie mit den Menschen, die Ihnen nahe stehen, kommunizieren. Wenn Sie z. B. einen romantischen Partner haben und wissen, dass Sie heiraten oder Kinder haben wollen, werden Sie nie wissen, ob er dieselben Ziele hat, wenn Sie nicht mit ihm über Ihre eigenen Ziele sprechen.

Lassen Sie sich nicht durch Ihren Abschluss oder Ihren Job definieren. Oft fühlen sich Menschen mit Mitte zwanzig und Anfang dreißig verloren, weil sie sich in ihrer derzeitigen Situation gefangen fühlen. Wenn Sie ein bestimmtes Studium absolviert haben oder seit vielen Jahren in derselben Position tätig sind, haben Sie leicht das Gefühl, dass Sie für immer in einer bestimmten Rolle feststecken werden

Cheerleader Syndrom / Effekt: Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Cheerleader Effekt ist ein psychologisches bzw. soziologisches Phänomen, das feststellt: Eine Person kann innerhalb einer Gruppe attraktiver wirken, als wenn sie sich einzeln präsentiert.

Zum ersten Mal erwähnt wurde das Phänomen unter dem Titel in der US-amerikanischen Kultserie How I Met Your Mother. Seitdem sind zahlreiche Studien zu dem Thema erschienen, welche die Beobachtungen der Serie teilweise unterstreichen. Der Cheerleader-Effekt ist auch als Cheerleader-Syndrom bekannt.

Cheerleader Syndrom / Effekt: Was ist das? Ursprung

Obwohl es sich um ein wissenschaftlich relevantes psychologisches bzw. soziologisches Phänomen handelt, formulierte die US-amerikanische Serie How I Met Your Mother zuerst das, was heute unter dem Begriff Cheerleader-Effekt verbreitet ist.

In Staffel 4, Episode 7 lief unter dem Titel Not a Father’s Day 2008 eine Folge, die sich mit der Gruppendynamiken von Individuen – hier speziell betrachtet Frauen – beschäftigt. Der Womanizer Barney Stinson ist enttäuscht von den Damen, die in der Bar in sein Blickfeld geraten. Sein Freund Ted Mosby, Protagonist der Show, weist ihn allerdings darauf hin, dass eine Gruppe von Frauen in einer Ecke der Bar besonders attraktiv wirkt.

Daraufhin formuliert Barney Stinson der Cheerleader-Effekt: Die Frauen wirken attraktiver, wenn sie sich in einer Gruppe befinden. Verlassen sie die Gruppe, nimmt ihre Attraktivität ab. Diese Beobachtung wurde schließlich von Psychologen und Sozialforschern aufgenommen und mit Studien genauer betrachtet.

Die psychologische und soziologische Erforschung des Cheerleader-Effekts

Im Englischen auch als Group Attractiveness Effekt bekannt, beleuchtet der Cheerleader-Effekt die Außenwirkung von Individuuen innerhalb von Gruppen und für sich alleine gestellt. So wird von Barney Stinsons Beobachtung ausgegangen: Frauen wirken attraktiver, wenn sie in einer Gruppe interagieren, als wenn sie für sich alleine betrachtet werden.

Die amerikanischen Forscher Drew Walker und Edward Vul der University of California beobachteten in ihrer Studie Hierarchical Encoding Makes Individuals in a Group Seem More Attractive im Jahr 2013 das in How I Met Your Mother fünf Jahre zuvor formulierte Phänomen. Tatsächlich stellten auch sie in fünf Experimenten fest, dass es einen Cheerleader-Effekt zu geben scheint. So wurden Fotografien von Frauen und Männern einzeln und innerhalb einer Gruppe präsentiert – und erfasst, dass es Unterschiede in der Attraktivitätswahrnehmung einzelner Partizipanten zugunsten des Gruppenbildes gab.

Alle fünf Experimente von Walker und Vul belegten in unterschiedlicher Ausprägung den Cheerleader-Effekt. Es folgten weitere Studien, von denen die meisten den Cheerleader-Effekt nachwiesen, während zu den Ausnahmen eine Studie aus Japan gehörte, die keine wesentlichen Unterschiede aufzeichnete.

Ursachen des Cheerleader-Effekts

Welche Faktoren jedoch sorgen dafür, dass Personen in einer Gruppe attraktiver wirken? Walker und Vul sahen darin mehrere Gründe. Zum einen tendiere der Mensch dazu, eine Gruppe in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen, und sie als Ensemble durch Ensemble Coding in einem gehobenen Attraktivitätsdurchschnitt zu betrachten. Das heißt: die Attraktivität des Einzelnen wird im Gruppenschnitt gesehen, der bei einigen Individuuen die Attraktivitätswahrnehmung erhöht. Der Geist fasst also die Gruppe unter einer Attraktvitätskategorie zusammen.

Auch verhindert der genaue Blick auf eine Einzelperson, dass sich auf deren ästhetische Makel konzentriert wird. Die Gruppe lenkt also von einem Detailblick auf die Einzelperson ab und wird in ihrer Gesamtheit auf einer Attraktivitätsskala bewertet.

Wird eine Person dank der Anwesenheit einer Gruppe als durchschnittlich attraktiv gesehen, fällt der Fokus auf individuelle Mäkel graduell weg. Was im Gegenzug heißt: Eine Einzelperson wird viel eher im kritischen Detailblick betrachtet. Ihre Mäkel fallen eher auf.

Zusammenfassung: Cheerleader-Effekt

Der Cheerleader-Effekt definiert, dass Einzelpersonen in einer Gruppe attraktiver wirken, als für sich alleine betrachtet. Das Phänomen wurde zuerst in How I Met Your Mother formuliert. Internationale Studien belegen das Auftreten des Cheerleader-Effekts. So lenkt die Gesamtbetrachtung einer Gruppe teilweise von den Schonheitsmäkeln des Individuums ab. Die Person wird vielmehr der Durchschnittsattraktivität der Gruppe in der Wahrnehmung angepasst.

Was ist der Novemberblues? Was hilft gegen den Novemberblues? Erklärung, Tipps


Der November ist in unseren Breitengraden ein dunkler Monat und die traurigen Feiertage machen es nicht besser. Daher kann es vorkommen, dass man im November unter einem „Novemberblues“ leidet, also an einem Stimmungstief.

Wie äußert sich der Novemberblues?

Manche Menschen tendieren in den kühlen und dunklen Wintermonaten dazu, sich unwohl zu fühlen. Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfweh, Antriebslosigkeit und melancholische Stimmung, bis hin zu leichten oder sogar schweren Depressionen, können dann auftreten. Wie stark diese Symptome ausgeprägt sind und ob sie überhaupt vorhanden sind, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Ursachen des Novemberblues

Wenn die Uhr bei Ablauf der Sommerzeit wieder zurück gestellt wird und es im Herbst immer früher dunkel wird, können sich viele Menschen nicht mehr zu großen Unternehmungen aufraffen, weil die Helligkeit und der Antrieb fehlen. Dies lässt sich unter anderem mit einer hormonellen Umstellung erklären.

Im menschlichen Körper werden diverse Hormone gebildet, die unterschiedliche Funktionen haben. Eins davon ist Melatonin, das sogenannte Schlafhormon. Bei Dunkelheit wird die Hormonproduktion angekurbelt und die Hormonausschüttung erhöht sich. Daher fühlen sich viele Menschen in den dunklen Herbst- und Wintermonaten zunehmend müde und schlapp. Und auch das für die Stimmung wichtige Glückshormon Serotonin, ist in den kalten Monaten häufig zu wenig im Körper vorhanden. Dies verändert dann zusätzlich das psychische Wohlbefinden vieler Menschen.

Dem Novemberblues entgegen wirken: Tipps

Um die Auswirkungen des Novemberblues auf den menschlichen Körper und die Psyche abzumildern, gibt es verschiedene Strategien:

1. Möglichst viel Licht tanken ist eine Option. Da in der Zeit zwischen November und Februar die hellen Tagesphasen sehr kurz sind, kann die Anschaffung einer speziellen Lampe für Lichttherapie helfen.

2. Sauerstoff und Aktivitäten im Freien sind ebenfalls dazu geeignet, um sich fitter zu fühlen und die Stimmung zu verbessern. Radfahren, längere Spaziergänge oder Joggingrunden eignen sich perfekt.

3. Die Stimmung lässt sich ebenfalls heben, wenn man sich überlegt, was Freude macht. Ein entspannendes Schaumbad, ein kuscheliger Abend auf der Couch, ein Theaterbesuch oder vielleicht sogar ein kurzer Wellnessaufenthalt in einem schönen Hotel, können das persönliche Wohlbefinden steigern und die Stimmung heben.

4. Die Produktion vom Glückshormon Serotonin lässt sich auch künstlich ein wenig ankurbeln. Dies ist auch mit einigen besonderen Lebensmitteln möglich. Nüsse, Schokolade oder auch einige Obstsorten wie Bananen, können dabei ein wenig helfen.

Wissenswertes über den Novemberblues

Natürlich gibt es für niemanden ein Patentrezept, welches sofort funktioniert und jeder muss für sich selbst herausfinden, was ihm oder ihr gegen den Novemberblues hilft. Besonders anfällig für diese Art von Stimmungsschwankungen sind außerdem Personen, die bereits unter anderen Hormonstörungen leiden. So zum Beispiel unter einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Eines ist jedoch wichtig, sobald der Novemberblues sich verfestigt und auch in den Frühjahrsmonaten nicht verschwindet oder sich die Symptome weiter verschlimmern, ist unbedingt ärztliche Hilfe gefragt.

Bei Beschwerden wie: andauernder tiefer Traurigkeit, der Unfähigkeit den Alltag zu gestalten oder bei Rückzug und sozialer Isolation, liegt der Verdacht einer Depression nahe und diese muss dringend durch einen kompetenten Arzt und/oder Psychologen therapiert werden.

Meist helfen dann kurz- oder langfristig nur spezielle Antidepressiva das Tief zu überwinden und die Stimmungslage wieder zu verbessern.

Was ist der Winterblues? Was hilft gegen den Winterblues? Erkärung, Tipps


Der Winterblues tritt, wie die Bezeichnung schon verrät, ausschließlich im Winter auf. Dabei handelt es sich um ein jahreszeitlich bedingtes Stimmungstief. Dieses Tief kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Menschen verspüren im Winter nie, oder lediglich ab und an, eine etwas melancholischere Stimmung, als in den Sommermonaten. Bei anderen kann sich der Winterblues zu einer saisonalen Depression ausweiten.

Woran man den Winterblues erkennen kann

Es gibt einige typische Symptome, die darauf hinweisen, dass eine Person am Winterblues leiden könnte. Betroffene Menschen sind in der Regel erschöpft und fühlen sich insgesamt energielos. Häufig sind sie auch müder als im Sommer, bis hin zu einer extremen Müdigkeit, der durch ein normales Schlafverhalten nicht beizukommen ist. Manche Menschen haben im Winter grundsätzlich ein großes Problem damit aufzustehen, selbst dann, wenn sie sich generell ausgeschlafen fühlen. Auch das ist ein Symptom für den Winterblues. Weiterhin fühlen sich viele vom Winterblues Betroffene unausgeglichen und unzufrieden mit sich und der sie umgebenden Welt, ohne jedoch genau benennen zu können, woher genau diese Unzufriedenheit stammt. Weiterhin wird häufig das Gefühl der Freudlosigkeit genannt, wenn Menschen am Winterblues leiden. Damit einher geht zudem nicht selten Heißhunger auf süße, fettige und sehr kohlehydrathaltige Speisen. Manche Betroffene klagen sogar über Angstzustände oder Panikattacken. Auch Konzentrationsstörungen können im Zusammenhang mit Winterblues auftreten.

Wie entsteht der Winterblues?

Schuld an der Entstehung des Winterblues sind letztlich die Jahreszeiten und die sich damit verändernden Lichtverhältnisse. Im Winter werden die Tage schrittweise immer kürzer. Das bedeutet, dass der menschliche Körper weniger Licht aufnehmen kann. Denn das ist nur bei Helligkeit möglich. Allerdings benötigt der menschliche Organismus natürliches Licht, um eine Reihe an stimmungsbeeinflussenden Hormonen zu produzieren. Zum Beispiel die Endorphine genannten Glückshormone benötigen Licht, um sich zu vermehren. Bei Lichtmangel im Winter werden zu wenige Endorphine im eigenen Körper produziert, und das kann Folgen haben. Auch vom Lichteinfall abhängig ist die Produktion des stimmungsaufhellenden Stoffes Serotonin. Durch die verringerte Lichteinstrahlung im Winter produziert der Körper auch hiervon weniger als im Sommer. Allerdings entsteht im Körper im Winter mehr Melatonin. Das Melatonin bereitet den menschlichen Organismus auf einen gesunden und geruhsamen Schlaf vor. Es sorgt dafür, dass man sich müde fühlt und ins Bett gehen möchte.

Hat der Winterblues auch gute Seiten?

Auf den ersten Blick mag es so scheinen, dass der Winterblues durchwegs negativ ist. Zu früheren Zeiten aber hatte er eine wichtige Funktion, die das Überleben der menschlichen Rasse sicherte. Während der Steinzeit lebten die Menschen noch nahe an der Natur. Komfortable Eigenheime und eine übermäßige Lebensmittelproduktion, wie man es heute kennt, gab es damals noch nicht. Das Leben gestaltetet sich hart und entbehrungsreich. Mit natürlichen, und auch mit körperlichen Ressourcen musste streng gehaushaltet werden, um überleben zu können. Deshalb schaltete der Mensch im Winter grundsätzlich auf Sparflamme um. Wer viel schläft verbraucht zum Beispiel weniger Energie zur Selbsterhaltung des Körpers. Energie gewinnt der Körper durch zugeführte Nahrung. Davon gab es im Winter seinerzeit wesentlich weniger als im Sommer, weshalb es besser war dann weniger zu essen. Die verringerten Lichtverhältnisse taten damals im Grunde nichts anderes als den Menschen in seinem natürlichen Jahresablauf bestens dabei zu unterstützen, ein jeweils an die Natur angepasstes Leben führen zu können. Der Winterblues sorgte nämlich ganz automatisch dafür, dass Steinzeitmenschen sich weniger bewegten und mehr schliefen.

Was hilft am besten gegen den Winterblues?

Das beste Mittel gegen den Winterblues ist Tageslicht. Deshalb sollte man im Winter tagsüber so oft es geht an die frische Luft gehen. Das ist manchmal schwierig mit Alltag und Beruf kombinierbar. Aber schon 30 Minuten Bewegung an der frischen Luft täglich können Winterblues vermeiden. Hilfreich ist es deshalb sich ein festes Tageslichtprogramm zu setzen. Man kann zum Beispiel die Mittagspause für einen Spaziergang nutzen. Klug ist es auch sich im Winter einige Sonnentage zu gönnen. Ein Winterurlaub in den Bergen hilft genauso wie ein Kurztrip mit dem Flugzeug in eine sonnige Feriendestination am Meer. Und auch eine Lichttherapie zeigt vielfach Erfolge. Hierfür werden Apparate genutzt, die das Tageslicht nachempfinden. Ärzte können Lichttherapien bei Bedarf sogar verschreiben. Sie eignen sich besonders für schwer vom Winterblues betroffene Personen.

Mit anderen im Kontakt bleiben

Winterblues sorgt dafür, dass Menschen antriebslos sind und das Haus weniger gerne verlassen möchten. Doch gerade in dieser Stimmungslage ist es wichtig seine sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten, damit der Winterblues sich nicht verstärkt. Freunde treffen und mit ihnen sprechen vertreibt vor allem leichtere Formen des Winterblues.

Auf die Ernährung achten

Wer im Winter süß, fettig und gehaltvoll isst folgt zwar häufig seinen inneren Gelüsten, belastet den Körper damit jedoch unnötig. Denn Kohlenhydrate wirken zusätzlich ermüdend und lassen den Körper noch antriebsloser werden, als er ohnehin schon ist. Deshalb sollten Zucker und Fast Food möglichst selten konsumiert werden und statt dessen auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse geachtet werden. Außerdem sollten Fisch, fettarmes Fleisch, Milchprodukte und verschiedene Körner und Getreidearten auf dem Speisezettel stehen.

Sich selbst verwöhnen

Besonders dann, wenn die Stimmung generell nicht so gut ist, sollte man sich selbst etwas Gutes gönnen. Was das sein kann, sollte nach den eigenen Vorlieben ausgerichtet werden. Wer Wellness mag kann im Winter ab und an einen Wellnesstag mit Sauna, Massage und Thermalbad einlegen, um den Winterblues zu vertreiben. Andere freuen sich über eine Rodelpartie oder einen Besuch im Eisstadion.

Sport und Bewegung

Wer seinen Kreislauf mit Sport ankurbelt tut ebenfalls viel um dem Winterblues entgegenzuwirken. Denn durch Bewegung entstehen Glückshormone. Deshalb sollte man auch im Winter möglichst regelmäßig Spaziergänge machen, joggen, Rad fahren oder wandern gehen.

Winterblues: Was macht man im schlimmsten Fall?

In besonders schweren Fällen kann es schwierig sein zu erkennen, ob man noch an Winterblues leidet, oder ob man bereits eine Depression hat. Wenn die negative Stimmung im Winter gar nicht von guten Tagen abgelöst wird, man kaum aus dem Bett kommt und an überhaupt nichts mehr Freude hat, lohnt es sich den Hausarzt aufzusuchen. Bei Bedarf kann er weitere Schritte einleiten.

Was ist Klinomanie / Bettsucht? Tipps, Bedeutung, Definition, Erklärung


Klinomanie ist das krankhaft ausgeprägte Bedürfnis den ganzen Tag im Bett zuzubringen. Umgangssprachlich wird Klinomanie auch häufig als Bettsucht oder Schlafsucht bezeichnet, wobei beide Begriffe das, worum es bei der Klinomanie geht, nicht ganz treffen. Denn letztendlich streiten sich bei der Klinomanie Körper und Geist, sinnbildlich gesprochen, darum, ob man aufsteht oder nicht.

Was ist Klinomanie im Detail? Bettsucht, Bedeutung, Definition, Erklärung

Wenn man von Klinomanie spricht, dann meint man damit ein unnatürlich großes Bedürfnis danach morgens im Bett zu bleiben. Für gesunde Menschen ist die Klinomanie von Partnern, oder anderen Angehörigen, oftmals nur sehr schlecht nachvollziehbar. Jemand, der an Klinomanie leidet steht auch dann nicht auf, wenn in kurzen Abständen fünf verschiedene Wecker laut schrillen, oder wenn der schon lange aufgestandene Partner einem die Bettdecke wegzieht und zum zehnten Mal zurück ins Schlafzimmer kommt und einen ermahnt nun endlich aufzustehen. Der Kopf Betroffener sagt ihnen, dass das Aufstehen nicht mehr hinauszuzögern ist. Allerdings folgt ihnen ihr Körper nicht, und sie kommen nur schwer gegen ihn an. Daneben können Menschen mit Klinomanie auch noch ein wesentlich übersteigertes Schlafbedürfnis haben. Doch auch, wenn das medizinisch gesehen gestillt wurde, wollen Personen mit Klinomanie nicht aus dem Bett aufstehen.

Symptome: Klinomanie

Wer an Klinomanie leidet, nimmt die ihn umgebende Welt häufig als unangenehm bis gefährlich wahr. Das eigene Bett hingegen erscheint Menschen mit Klinomanie als ein sicherer Ort. Deshalb wirkt es für sie logisch den ganzen Tag dort zu bleiben. Je nachdem wie stark die Klinomanie ausgeprägt ist, kann der Gedanken daran das Bett verlassen zu müssen einfach nur lästig sein, aber auch richtige Panikattacken hervorrufen. Kommt ein übersteigertes Schlafbedürfnis, das in der medizinischen Fachsprache Hypersomnie genannt wird, hinzu, dann macht einem neben Unwohlsein und Ängsten auch der Körper häufig Probleme. Denn tritt die Klinomanie gepaart mit Hypersomnie auf, sind die Patienten über die Maßen schläfrig bis lethargisch. In extremen Fällen schlafen sie immer wieder ungewollt ein, ohne es zwischen den Schlafphasen geschafft zu haben aufzustehen.

Was sind die möglichen Gründe für Klinomanie?

Die Klinomanie alleine ist bislang noch nicht abschließend erforscht. Medizinern liegen zu diesem Zeitpunkt die meisten treffenden Ergebnisse vor, wenn es um mit Hypersomnie verknüpfte Klinomanie geht. Dann steckt häufig eine Depression hinter der krankhaften Störung. Ist dies jedoch nicht der Fall, dann werden hinter der Klinomanie punktuell auftretende Störungen vermutet. Diese können zum Beispiel aus dem Alltag und außergewöhnlichen Ereignissen gespeist werden. Viele Patienten, die an Klinomanie leiden, haben etwas Traumatisches erlebt, wie zum Beispiel den Verlust eines nahen Angehörigen oder einen schweren Unfall. Stress und Überarbeitung können weitere Gründe sein. Aber auch medizinische Gründe können maßgeblich für den Ausbruch einer Klinomanie sein. Manchmal weist einen der Körper so auf eine Krebserkrankung hin. Auch Schilddrüsenstörungen, wie etwa eine Unterfunktion oder Hashimoto, können unerkannt und unbehandelt zu Klinomanie führen. Manchmal löst auch eine Herzerkrankung Klinomanie aus. In jedem Fall sollten Personen, die die Symptome einer Klinomanie an sich selbst wahrnehmen, ihren Arzt aufsuchen und das Problem schildern.

Was gegen eine leichte Form der Klinomanie helfen kann

Wer nur eine leichte Form der Klinomanie an sich selbst feststellt, kann eine Besserung des Problems durchaus über kleine Veränderungen des Alltags herstellen. Zunächst sollten koffein- und alkoholhaltige Getränke so weit wie möglich gemieden werden. Denn beides wirkt sich negativ auf die Qualität des Nachtschlafes aus. Außerdem sollte man weder hungrig noch zu gesättigt ins Bett gehen. Positiv reagiert der Körper zudem auf eine immer gleich bleibende Schlafroutine. Diese stellt man durch feste Abläufe her. Man sollte also jeweils zur gleichen Zeit ins Bett gehen und den Wecker jeden Morgen zur gleichen Zeit klingeln lassen. Außerdem sollte man sich ausreichend an der frischen Luft bewegen und den Körper in ausreichender Form dem Tageslicht aussetzen. Elektronische Geräte sollten generell aus dem Schlafzimmer entfernt werden. Gut ist es außerdem vor dem Einschlafen nicht mehr am Handy zu spielen.

Was tun bei schweren Formen der Klinomanie?

Bei einer schweren Form der Klinomanie sollte unbedingt eine ärztliche Behandlung der Erkrankung angestrebt werden. Der erste Gang führt zum Hausarzt, der einen in der Regel zu einem Facharzt überweisen wird. Die Klinomanie kann durch Psychiater oder Nervenärzte, aber auch durch einen Endokrinologen, das ist ein Facharzt für die Schilddrüse, oder einen Kardiologen unterstützt und behandelt werden. Wer helfen kann richtet sich danach aus, was als Ursache für die Klinomanie diagnostiziert wurde. Möglicherweise ist ein Gang zu mehreren unterschiedlichen Fachärzten notwendig, um eine klare Ursache ermitteln zu können. Mögliche Therapien können mit Medikamentengaben oder auch mit einer Verhaltenstherapie eingeleitet und durchgeführt werden.

Was ist Selbstwirksamkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Selbstwirksamkeit wurde erstmals von dem Psychologen Albert Bandura beschrieben. Ihm zufolge ist Selbstwirksamkeit die Überzeugung, die jeder von uns von seiner Fähigkeit hat, die erforderlichen Handlungen zu planen und auszuführen, um die Situationen, mit denen wir konfrontiert sind, zu bewältigen. Das heißt, es ist der Glaube an unsere Fähigkeiten, in verschiedenen Situationen erfolgreich zu sein. Diese Überzeugungen bestimmen, wie Menschen denken, sich verhalten und fühlen.

Wir alle sind in der Regel in der Lage, die Ziele zu erkennen, die wir erreichen wollen, oder was wir konkret verändern wollen. Doch wir sind uns auch bewusst, dass viele dieser Dinge auch nicht einfach sind. Die Selbstwirksamkeit eines jeden Menschen spielt eine grundlegende Rolle dabei, wie wir mit unseren Aufgaben und Herausforderungen umgehen. Sie ist eng mit dem Selbstwertgefühl verbunden. Das Selbstwertgefühl betitelt den Wert, den wir uns selbst beimessen. Es ist logisch, dass wir uns selbst mehr Wert beimessen, wenn wir uns für fähig halten, die Aufgaben zu erfüllen, mit denen wir im Alltag konfrontiert sind.

Was ist der Unterschied zwischen Menschen mit hoher und niedriger Selbstwirksamkeit?

Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit:

  • Sie sehen schwierige Probleme als Aufgaben, die sie bewältigen können.
  • Sie entwickeln ein großes Interesse an den Aktivitäten, an denen sie teilnehmen.
  • Sie entwickeln ein hohes Engagement für ihre Aktivitäten und Interessen.
  • Sie erholen sich schnell von Enttäuschungen und Rückschlägen.

Menschen mit geringer Selbstwirksamkeit:

  • Sie vermeiden schwierige Aufgaben.
  • Sie glauben, dass schwierige Aufgaben und Situationen ihre Fähigkeiten übersteigen und dass sie nicht in der Lage sein werden, sie zu lösen oder zu bewältigen.
  • Sie konzentrieren sich auf persönliche Misserfolge und negative Ergebnisse.
  • Sie verlieren schnell das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Die eigenen Überzeugungen bilden sich bereits in der frühen Kindheit heraus, wenn Kinder mit verschiedenen Situationen konfrontiert werden und ihre Erfahrungen sammeln. Im Laufe des Heranwachsens entwickelt sich die Selbstwirksamkeit jedoch weiter und verändert sich sogar, wenn wir neue Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse erwerben.

Nach Bandura gibt es vier Hauptquellen der Selbstwirksamkeit.

Leistung: Eine der effektivsten Möglichkeiten, ein starkes Gefühl der Selbstwirksamkeit zu entwickeln, ist die Leistung. Das heißt, Herausforderungen zu meistern, Aufgaben effektiv zu erledigen. Umgekehrt kann das Scheitern bei der Bewältigung von Herausforderungen unsere Selbstwirksamkeit beeinträchtigen und schwächen.

Soziales Modellieren: Zu sehen, wie andere Menschen Aufgaben erfolgreich bewältigen, ist eine weitere Quelle der Selbstwirksamkeit. Wenn wir sehen, dass andere durch anhaltende Anstrengung erfolgreich sind, werden auch die Beobachter glauben, dass sie diese Fähigkeit besitzen. Sie fördert den Glauben, dass wenn andere das können, kann ich selbst es auch.

Mündliche Überzeugung: Menschen können auch davon überzeugt werden, dass sie die Fähigkeiten und Möglichkeiten haben, erfolgreich zu sein. Wenn nicht, erinnern Sie sich an einen Moment, in dem jemand etwas Positives und Ermutigendes zu Ihnen gesagt hat, das Ihnen geholfen hat, ein Ziel zu erreichen. Wenn wir von anderen verbal ermutigt und stimuliert werden, hilft uns das, Zweifel an unserer Leistungsfähigkeit zu zerstreuen, und wir können uns darauf konzentrieren, uns anzustrengen und unser Bestes zu geben.

Ein Redner, der sehr nervös wird, bevor er in der Öffentlichkeit spricht, kann in dieser Situation eine geringe Selbstwirksamkeit entwickeln. Es ist nicht so sehr die Intensität dieser Reaktionen, die wichtig ist, sondern wie wir sie interpretieren. So kann eine Person, die nervös wird, ihre Nervosität als Zeichen dafür interpretieren, dass sie sich nicht ausreichend vorbereitet hat oder dass sie nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügt, um dies zu tun.

Umgekehrt, wenn wir diese Nervosität so interpretieren, dass es sich um eine wichtige Situation handelt, die Leute mich beobachten und es normal ist, dass ich nervös bin. Aber ich bin gut vorbereitet und fähig, „es zu tun“, ist unser Grad der Selbstwirksamkeit sehr unterschiedlich.

Wie können wir zu einer Verbesserung unserer Selbstwirksamkeit beitragen?

Obwohl wir unser Konzept der Selbstwirksamkeit schon sehr früh erwerben, entwickeln sich diese Überzeugungen weiter und verändern sich. Sie sind nicht in Stein gemeißelt. Was können wir tun, um sie zu verbessern?

Es gibt drei Möglichkeiten, dies zu tun: durch empirische Beweise, durch das Verwerfen von Überzeugungen, die unserer Selbstwirksamkeit schaden, und durch das Ergreifen von Maßnahmen, die diese Überzeugungen in Frage stellen. Entdecken Sie diese Übungen zur Verbesserung der Selbstwirksamkeit:

1. Empirische Belege

Erstellen Sie eine Liste Ihrer Leistungen. Manchmal sind Selbstwirksamkeitsüberzeugungen und Selbstwertgefühl so verzerrt, dass wir nicht erkennen können, was wir erreicht haben. Deshalb ist es gut, wenn uns ein geliebter Mensch hilft. Sie werden objektiver sehen können, was Sie in Ihrem Leben erreicht haben. Wenn Sie den empirischen Beweis haben, dass Sie in Ihrem Leben tatsächlich etwas erreicht haben, wird es Ihnen leichter fallen, den nächsten Schritt zu tun.

2. Beseitigung irrationaler Überzeugungen

Was sind irrationale Überzeugungen? Es sind Gedanken über mich, andere und die Welt, die starr und realitätsfremd sind. Außerdem machen sie uns ein schlechtes Gewissen. Diese realitätsfernen Überzeugungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie kategorisch sind (alles, immer, nie, nichts), etwas ist inakzeptabel, unerträglich, entsetzlich, schrecklich. Sie sind irrational, weil die Dinge nicht schwarz und weiß sind, und sie sind in der Regel auch nicht so schrecklich, wie wir sie darstellen.

Einige irrationale Überzeugungen, die Sie in Bezug auf Ihre Selbstwirksamkeit haben könnten, sind:

  • Ich habe keine besonderen Fähigkeiten.
  • Das werde ich nie erreichen.
  • Dieses Problem übersteigt meine Fähigkeiten.
  • Ich muss in der Lage sein, dies ohne Fehler zu tun.
  • Misserfolge sind inakzeptabel.

Machen Sie eine Reflexionsübung und erstellen Sie eine Liste mit irrationalen Überzeugungen. Wenn Sie Ihre Aussagen zusammengestellt haben, denken Sie über deren Wahrheitsgehalt nach (gibt es Beweise dafür?), darüber, ob er wirklich so schrecklich ist, und über die Nützlichkeit des Gedankens. Entwickeln Sie daraus Alternativen, die rationaler sind, mehr der Realität entsprechen und bei denen Sie sich nicht so schlecht fühlen.

Irrationale Überzeugungen treten in allen Lebensbereichen auf. Hier haben wir uns auf die Gedanken konzentriert, die mit unserer Selbstwirksamkeit zu tun haben, aber es wäre eine gute Idee, andere solche Gedanken zu identifizieren und zu versuchen, sie ebenfalls zu neutralisieren.

3. Selbstwirksamkeitsaktionen

An dieser Stelle wird versuchet, die Überzeugungen zu hinterfragen, die wir darüber haben, ob wir in der Lage sind, bestimmte Dinge zu tun oder nicht.

Wenn Ihre Selbstwirksamkeit stark beeinträchtigt ist, setzen Sie sich zunächst kleine, kurzfristige Ziele. Diese sollten nicht allzu schwer zu erreichen sein. Sie können sogar die ersten Ziele innerhalb größerer, langfristiger Ziele sein. Auf diese Weise können Sie Ihre Fortschritte verfolgen und sehen, dass Sie Ihren Zielen näher kommen.

Wenn Sie nicht wissen, wie Sie Ihre Ziele angehen sollen, unterteilen Sie sie. Legen Sie genau fest, was Sie erreichen wollen, und erstellen Sie einen Aktionsplan, in dem Sie angeben, was Sie brauchen und was Sie bereits haben, um das Ziel zu erreichen.

Feiern Sie immer Ihre Erfolge. Gönnen Sie sich etwas und sagen Sie sich: „Du bist großartig, schau, was du erreicht hast“.

Unterschätzen Sie niemals das, was Sie erreichen. Errungenschaften, egal wie klein sie erscheinen mögen, sind immer zu bewundern und anzuerkennen.

Vergleichen Sie sich nicht mit anderen. Oft ist unsere Selbstwirksamkeit beeinträchtigt, weil wir sehen, dass andere Dinge erreichen, die für uns sehr schwierig sind. Seien Sie nicht verzweifelt. Jeder hat seine eigenen Fähigkeiten, seine eigenen Erfahrungen und seine eigenen Fertigkeiten.

Halten Sie sich von Menschen fern, die Sie kritisieren, Sie herabsetzen und alles, was Sie tun, unterbewerten. Das schadet Ihrer Selbstwirksamkeit, entmachtet und blockiert Sie. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihre Bemühungen schätzen und Sie ermutigen, zu lernen, zu wachsen und zu erreichen, was Sie sich vorgenommen haben.

Haben Sie die Vision, dass Rückschläge oder Fehler eine Chance sind, zu lernen und stärker zu werden. Jeder hat Fehler. Lassen Sie sich nicht von ihnen von Ihrem Weg abhalten. Es gibt keinen perfekten Weg. Fehler gehören dazu.

Was ist der Mandela Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Nelson Mandela ist vor wenigen Jahren gestorben. Viele Menschen glaubten jedoch, dass Nelson Mandela schon in den 1980er Jahren verstorben sei. Dieses ganz spezielle Phänomen bezeichnet man als eine kollektive falsche Erinnerung. Mandela wurde im Jahre 1990 aus der Haft entlassen und fälschlicherweise in den Jahren zuvor immer wieder als vermeintlich tot erklärt. Aus diesem speziellen Umstand ist mit der Zeit der sogenannte Mandela Effekt entstanden.

Was ist der Mandela Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der Geschichte traten bereits besonders häufig kollektiv falsche Erinnerungen auf. So hatte sich lange Zeit der Irrglaube verfestigt, dass die USA aus 52 Staaten bestehen würden, obwohl es in Wahrheit 50 Staaten sind. Die falsche Weitergabe von Informationen spielt somit beim Mandela Effekt eine ganz wesentliche Rolle.

Im Zuge von solchen falschen Weitergaben von Informationen muss es sich jedoch nicht nur um reine Fakten in Bezug auf Daten oder Zahlen handeln. Auch Bilder können dabei völlig falsch interpretiert werden. Kann eine bestimmte Person seine fehlerhafte Wahrnehmung nun überzeugend darstellen, kommt es häufig dazu, dass eine ganze Reihe von Menschen darauf einsteigen. Folglich wird diese Information dann in bestimmten Bereichen so präsent, dass sie sich für lange Zeit verfestigen kann.

Das Gehirn ist kein Computer

Doch warum kommt es so häufig zu fehlerhaften Wahrnehmungen und einer ungezügelten Weitergabe? Im Prinzip lässt sich diese Problematik ganz einfach beantworten, denn unser Gehirn kann Informationen nicht einfach speichern, wie es die Festplatte eines Computers tut. Eine Festplatte kann bei ausreichender Speicherkapazität immer mehr Informationen verarbeiten und langfristig speichern.

In Bezug auf eine solche Festplatte ist jedoch noch ein weiterer Aspekt von besonderer Relevanz. Hat man auf seiner Festplatte eine Datei oder vergleichbare Dinge gespeichert, lassen sich diese zu jedem beliebigen Zeitpunkt erneut abrufen, und zwar auch so wie sie gespeichert worden sind. Genau dies kann unser Gehirn nicht leisten.

Speichern wir in unserem Gehirn bestimmte Dinge ab, so können wir diese durchaus unter gewissen Umständen über viele Jahrzehnte nicht einfach vergessen. Dies gilt allerdings nur für ganz besonders prägnante Ereignisse, die unser Gehirn über einen wirklich langen Zeitraum speichert. Bestimmte Informationen gehen irgendwann einfach verloren. Manche Informationen werden mit der Zeit jedoch auch einfach lückenhaft oder verschwimmen. Dies ist dann sicher auch ein ganz wichtiger Grund, warum Dinge falsch wiedergegeben bzw. an andere Menschen fehlerhaft übermittelt werden.

Mandela Effekt und soziale Medien

Der sogenannte Mandela Effekt kann anders als oft vermutet durch die Medien befeuert werden. Natürlich wird dies seitens der Medien nicht bewusst bezweckt, allerdings tragen dieses durch eine bestimmte Art der Berichterstattung nicht selten zu diesem Problem bei.

Genau so geschah es auch im Fall von Nelson Mandela. Hier wurde über Jahre von schrecklichen Bildern aus der Haft berichtet. Hier wurde Mandela oft in einem schlechten Zustand gezeigt. Dieses vehement vermittelte Bild ließ dann folglich bei vielen Menschen den Eindruck erwecken, dass Mandela bald sterben würde.

Sehr viele Menschen können zudem, die Informationen aus den Medien nicht mehr korrekt differenzieren, da alles im Überfluss konsumierbar ist. Bestimmte teils wichtige Informationen werden dann nur noch oberflächlich aufgeschnappt und dann nicht selten als Halbwahrheit oder gar Lüge an weitere Menschen übermittelt. Es ist also nicht nur an den Medien für korrekte Informationen zu sorgen. Jeder Bürger sollte sich stets tiefgründig informieren und erst bei ausreichend Informationen anderen Menschen sein Wissen weitervermitteln. Wer dies nicht tut, handelt mehr oder weniger grob fahrlässig. Letztlich könnte man einem solchen Menschen auch die Verbreitung von Fake-News unterstellen.

Was sind „Red Flags“ 🚩? Bedeutung, Definition, Erklärung


Red Flags (Rote Fahnen) sind Situationen, in denen sich die Dinge nicht ganz richtig anfühlen. Dinge wie Gespräche, Handlungen, die Hinweise auf das Wesen der Person sind. Das können Dinge sein wie die Art und Weise, wie die Person auf extremen Stress reagiert, wie sie sich in brisanten Situationen verhält oder wenn sie konfrontiert wird. Diese Anzeichen können Ihnen einen Hinweis darauf geben, wie diese Person als Partner in einer ernsthaften Beziehung sein könnte. Es ist immer gut, über diese Dinge zu sprechen, um sicherzustellen, dass Sie nichts übersehen.

Was sind „Red Flags“ 🚩? Beispiele

Sie vertrauen niemandem – Eine sorgfältige Prüfung, bevor man jemandem vertraut, ist eine Sache, aber manche Menschen haben ein absolutes Misstrauen gegenüber jeder Person, der sie begegnen. Das kann im Laufe der Zeit problematisch werden, vor allem, wenn ihre Gewohnheiten auf Sie abfärben.

Unterschiedliche Triebausprägungen – Wenn Ihr Partner einen geringeren Geschlechtstrieb hat als Sie, kann das in einer Beziehung problematisch sein. Es ist wichtig, dass beide Parteien in der gleichen Stimmung sind, sonst kann es zu einer Menge emotionalem Stress und Feindseligkeit kommen

Sie überstürzen die Beziehung zu sehr – Manche Menschen sind superschnell, wenn sie jemanden Neues kennenlernen. Diese Paare, die innerhalb weniger Tage oder Wochen von Null auf Verlobung umschalten. Das ist an sich schon ein rotes Tuch. Bei dieser Art von Beziehungsproblemen ist oft Lovebombing im Spiel.

Sie hindern Sie daran, sich in Ihren sozialen Beziehungen zu engagieren – Es ist ein ernstes Warnsignal, wenn Ihr Partner versucht, Sie von Ihren Freunden und Ihrer Familie zu trennen. Diese Art der Trennung deutet darauf hin, dass er Sie isolieren will und Sie ganz für sich allein haben möchte.

Er/sie rollt ständig mit den Augen – Wenn er/sie Sie oft mit den Augen rollt, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass es mit der Beziehung bergab geht. Die Körpersprache ist ein wichtiger Faktor beim Aufbau einer starken Beziehung. Statistiken zeigen, dass Augenrollen oft ein Vorläufer für das Scheitern einer Beziehung ist.

Sie beschimpfen dich, wenn ihr euch streitet – Es ist völlig normal, dass man in einer Beziehung Meinungsverschiedenheiten hat; wir sind nicht alle gleich. Aber wenn Ihr Partner anfängt, Sie zu beschimpfen oder Sie in einem beleidigenden Tonfall zu verfluchen, ist das ein deutliches Warnsignal.

Mangelnder Respekt gegenüber den Eltern – Für manche Menschen ist das ein großes Warnsignal. Wie eine Person ihre Eltern behandelt, ist ein ziemlich guter Indikator dafür, wie sie über die Familie denkt. Wir wissen, dass nicht alle Eltern perfekt sind, und das sollte bei der Interpretation dieser roten Flagge (Red Flag) berücksichtigt werden.

Stimmungsschwankungen – In der einen Minute sind sie zuckersüß, in der nächsten werden Sie aller möglichen Dinge beschuldigt. Von einer Minute auf die andere weiß man nie, woran man ist. Diese Beziehungen sind anstrengend.

Probleme mit dem Schlafrhythmus – Schichtarbeit kann eine Beziehung ganz schön durcheinander bringen. Wenn Sie ein Tagmensch sind und Ihr Partner ein Nachtmensch, werden Sie viele Probleme in Ihrem sozialen Leben, Ihrer Karriere und sogar in der Liebe haben.

Sie neigen dazu, die kleinen Dinge zu verbergen – Wenn sie über kleine Dinge lügen, ist es wahrscheinlich, dass sie auch über die größeren Dinge lügen. Behalten Sie dies im Hinterkopf, wenn Sie bemerken, dass über kleine Dinge gelogen wird.

Sie haben dich in ihrer letzten Beziehung betrogen – Ein großes, rotes Tuch.

Sie wollen deine Passwörter – Warum sollte jemand deine Passwörter wollen? Möglicherweise, um Ihre privaten Nachrichten und E-Mails zu überwachen. Sie haben ein 100-prozentiges Recht auf Ihre eigene Privatsphäre und Sicherheit.

Red Flags: Weitere Beispiele, Bedeutung

Sie machen Ihnen ständig Schuldgefühle – Sie geben Ihnen das Gefühl, dass Sie schuld sind, auch wenn Sie es vielleicht gar nicht sind. Sie verdrehen oft Geschichten und machen Sie zum Bösewicht.

Gegensätzliche Vorstellungen und Gewohnheiten in Bezug auf Geld – Es ist wichtig, dass Sie beide bereit sind, über Finanzen und Geld im Allgemeinen zu sprechen, da wir alle mit unterschiedlichen Ansichten darüber aufgewachsen sind. Finden Sie einen Kompromiss; machen Sie Geld nicht zum Grund, warum Sie beide sich zerstreiten.

Sie geben dir das Gefühl, dumm zu sein – und du weißt, dass du es nicht bist. Das ist inakzeptabel und NIEMALS gesund.

Sie erzählen der Welt nicht, dass Sie zusammen sind – Das könnte das größte Warnsignal sein. Wenn Ihr Partner Ihre Beziehung vor anderen verheimlicht, ist definitiv etwas im Gange, das er/sie Ihnen nicht mitteilen möchte.

Sie müssen ständig beruhigt werden – Wenn Unsicherheit das Leben eines Menschen bestimmt, kann sie auch eine Beziehung bestimmen.

Sie haben eine andere Auffassung von Treue – Wenn Ihr Partner meint, dass es in Ordnung ist, sich mit jemand anderem zu treffen oder per SMS zu flirten, dann könnten Sie Probleme bekommen.

Was sind Red Flags beim Dating? Erklärung, Bedeutung, Definition

Wenn Sie sich mit einem neuen Partner verabreden, kann es eine Weile dauern, bis bestimmte Schwachpunkte – wie die Unfähigkeit, bei der Hausarbeit zu helfen, oder schlechte finanzielle Gewohnheiten – offensichtlich werden.

Aber einige Warnsignale können schon beim ersten Treffen auftauchen. Sie müssen nur wissen, worauf Sie achten müssen.

Um sicherzugehen, dass Sie sie eher früher als später bemerken, sprach INSIDER mit Rori Sassoon, der Gründerin des Platinum Poire Matchmaking Service, um herauszufinden, welche roten Fahnen Sie bei einem ersten Date erkennen können.

1. Sie sind sehr spät dran.

Wenn jemand mehr als ein paar Minuten zu spät kommt, verdienen Sie eine Erklärung.

Probleme mit dem Verkehr oder öffentlichen Verkehrsmitteln sind für die meisten Menschen unvermeidlich, daher ist Verspätung nicht immer ein Warnsignal.

Aber wenn Ihr Date mehr als ein paar Minuten zu spät kommt – und es ihm egal zu sein scheint, dass Sie so lange gewartet haben – dann ist das ein erster Hinweis.

„Ich bin ein wenig pingelig, was die Zeit angeht“, sagte Sassoon gegenüber INSIDER. „Ich meine nicht fünf Minuten, aber wenn jemand 15 Minuten zu spät kommt, erwarte ich definitiv einen Anruf oder eine SMS. Wenn jemand das nicht tut, ist das ein rotes Tuch in dem Sinne, dass es an Respekt für die Zeit der anderen Person mangelt.“

2. Sie erwarten zu viel und zu schnell.

Wenn du dich bei deinem Date unwohl fühlst, willst du wahrscheinlich keine Beziehung mit ihm eingehen.

„Wenn du bei einem ersten Date mit jemandem bist und das Gespräch sehr schnell auf Geschlechtsverkehr kommt, solltest du die Finger davon lassen“, sagte Sassoon zu INSIDER.

Es gibt offensichtliche Ausnahmen, z. B. wenn Sie nur dort sind, um mit jemandem zu schlafen, und das vorher mit Ihrem Date besprochen haben.

Wenn Ihre Verabredung jedoch sofort anfängt, anzügliche Bemerkungen zu machen oder während eines zwanglosen Ausflugs zärtlicher zu werden, als Ihnen lieb ist, ist das ein Zeichen dafür, dass sie Ihre Grenzen nicht respektiert – sowohl jetzt als auch in Zukunft.

Um damit umzugehen, lassen Sie Ihr Date wissen, dass Sie noch nicht bereit sind, über Intimes zu sprechen. Wenn er oder sie sich nicht zurückzieht, ist es Ihr gutes Recht, das Date vorzeitig zu beenden.

3. Sie sind zu aufdringlich.

Wenn Sie sich bei Ihrem Date unwohl fühlen, vertrauen Sie auf Ihren Instinkt.

Ihre Verabredung könnte versuchen, Sie davon zu überzeugen, dass sie es verdient hat, zu Ihnen nach Hause eingeladen zu werden, weil sie Ihnen einen Drink spendiert oder etwas Zeit mit Ihnen verbracht hat.

„Wenn sie darauf bestehen, dich zu sich nach Hause einzuladen, oder darauf drängen, zu dir zu kommen, ist das ein schlechtes Zeichen“, so Sassoon gegenüber INSIDER. „Sie müssen nicht wissen, wo du im Moment wohnst.“

4. Sie werden zu schnell zu persönlich.

Wenn dein Date dich für einen kostenlosen Therapeuten hält, solltest du weglaufen.

Es ist nichts falsch daran, sich jemandem zu öffnen, aber es sollte nicht alles auf einmal herauskommen.

„Wenn Leute anfangen, dir sehr schnell sehr persönliche Dinge zu erzählen, zeigt das eine Art von Bedürftigkeit und Anhänglichkeit, die zeigt, dass sie dich nur als Vehikel zum Entladen für die Beziehung benutzen“, sagte Sassoon zu INSIDER. „Es geht nur um sie, sie stellen keine Fragen, es interessiert sie nicht wirklich, sie wollen sich nur über ihr ganzes Leben auskotzen.“

Wenn sich ein erstes Date wie eine Therapiesitzung anfühlt, bei der Sie unwissentlich zum Therapeuten geworden sind, sollten Sie so schnell wie möglich aussteigen.

5. Das Date fühlt sich an wie ein Vorstellungsgespräch.

Verabredungen machen keinen Spaß, wenn Sie das Gefühl haben, Ihren Lebenslauf hervorholen zu müssen.

Andererseits wollen Sie auch nicht, dass sich das Date wie ein Vorstellungsgespräch anfühlt.

„Manchmal kann eine Person zu präsent sein“, sagte Sassoon zu INSIDER. „Es ist, als würde man Sie interviewen oder verhören. Es ist ein Date, kein Vorstellungsgespräch.“

Sie müssen einen potenziellen Partner nicht automatisch ausschließen, wenn er übermäßig neugierig ist – manche Leute stellen vielleicht viele Fragen, wenn sie nervös sind, oder sie sind wirklich von Ihnen fasziniert -, aber es lohnt sich, ihnen auch ein paar Fragen zu stellen, um zu sehen, ob sie sich öffnen oder nur wieder Fragen an Sie stellen.

6. Sie scheinen nichts planen zu können.

Die Planung eines Rendezvous sollte nicht allein in deiner Verantwortung liegen.

Wenn sie sich weigern, die Verantwortung für irgendeinen Teil der Verabredung zu übernehmen – eine Uhrzeit für ein Treffen, eine Bar, in der man etwas trinken geht, oder sogar die Getränke, die man bekommt – ist das auch kein gutes Zeichen.

„Niemand sagt, dass Sie in ein Fünf-Sterne-Restaurant gehen müssen, um ein Acht-Gänge-Menü zu genießen, aber kommen Sie“, sagte Sassoon zu INSIDER. „Suchen Sie sich etwas, für das sich die Zeitinvestition lohnt.

7. Sie sind heiß und kalt.

Wenn Sie und Ihre Verabredung beim ersten Date auf unterschiedlichen Wellenlängen unterwegs sind, kann es sein, dass Sie auf Dauer nicht zusammenpassen.

Seien Sie misstrauisch, wenn jemand zu einem ersten Date kommt und in einem Moment glücklich wirkt und im nächsten ganz und gar nicht – und das ohne ersichtlichen Grund.

Wenn jemand launisch ist, heißt das nicht, dass er ein schlechter Mensch ist. Aber wenn sein Verhalten während einer einstündigen Verabredung so sporadisch ist, dass Sie sich nervös fühlen, ist er vielleicht noch nicht bereit für eine Beziehung.

Es gibt eine Reihe von Gründen, die ihr Verhalten erklären könnten – wie eine frische Trennung oder Probleme bei der Arbeit – aber der Versuch, eine Beziehung mit ihr zu führen, könnte für Sie eine undankbare Aufgabe sein.

Was ist der „Red Flag“-TikTok-Trend?

Am 31. August enthüllte die Nutzerin @imscout ihre „roten Fahnen bei Männern“. Warnzeichen sind eine sehr individuelle Sache, wie „fährt ein Mutterauto“ beweist.

Andere Nutzer nannten „Lana Rhodes und Belle Delphine folgen“ als ihre größten Warnsignale. „Evie“ verriet in einem DMC mit ihren Followern, dass sie es nicht mag, „bei einem Streit schlafen zu gehen“.

TikToker Meghan Wainwright sprach in ihrem Red-Flags-Video über „Love Bombing“. Der Dating-Trend-im-Dating-Trend beschreibt, wie ein potenzieller Partner dir eine SMS schickt, als wärst du seine Freundin“, bevor er sich zum ersten Mal trifft.

Rote Flaggen können schwer zu durchschauen sein. Aber es lohnt sich immer, daran zu denken, dass es da draußen für jeden jemanden gibt!

Was ist FOBO? (Fear of better Options) Bedeutung, Definition, Erklärung


Das menschliche Leben ist eine Kette von unendlich vielen Entscheidungen: Soll man die rote Strickjacke oder die weiße kaufen? Es ist wie ein kleines Spiel, bei dem es darum geht, wie rational oder irrational wir bei unseren Entscheidungen sein können.

Was ist FOBO? (Fear of better Options) Bedeutung, Definition, Erklärung

Alles, was wir bisher in unserem Leben erlebt haben, ist ein Spiegelbild der Entscheidungen, die wir getroffen haben. Entscheidungen sind das Wichtigste und die Grundlage unseres Lebens, sie mögen richtig oder falsch sein, aber sie sind Teil des Lernzyklus, der uns menschlich macht, aber einige menschliche Gehirne verstehen ihn einfach nicht gut genug.

Wir haben die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, was das Gefühl der Autonomie stärkt und das Gefühl der Kontrolle fördert. Aber eine größere Anzahl von Wahlmöglichkeiten ist der Entscheidungsfindung des Einzelnen abträglich. Vielleicht sind manche Menschen aufgrund der Fülle an Wahlmöglichkeiten in ihrer Entscheidungsfindung gelähmt und können sich bei den trivialsten Dingen nicht mehr entscheiden. Es ist dieses heimtückische Szenario, in dem eine Person das Gefühl hat, dass es fast unmöglich ist, eine relevante Wahl zu treffen, und das mehr Verwirrung stiftet als echte Klarheit. Daher gibt es einen modernen Begriff, der diese Lähmung als „FOBO“, Fear of better Options, beschreibt.

Der New Yorker Risikokapitalgeber und Autor Patrick McGinnis hat diesen Begriff geprägt und definiert ihn als „den heimtückischen Zwilling von FOMO (fear of missing out). Sie hält dich davon ab, dich auf eine Entscheidung festzulegen, falls eine andere, optimalere Gelegenheit auftaucht.“

Die Angst vor der besseren Option ist ein Zeichen dafür, dass man sich für eine schlechte Gelegenheit entscheidet, und sie löst beim Menschen einen Instinkt der geringen Abneigung aus. Dies ist ein soziales Phänomen, das auch als „Maximierung“ bekannt ist, eine schmerzhafte moderne „soziale Angst“, eine weit verbreitete Störung, bei der Individuen meist durch Unentschlossenheit gelähmt werden, „was bedeutet, dass eine Person unermüdlich versucht, alle möglichen Optionen zu verfolgen. Dies führt dazu, dass sich der Einzelne unwohl fühlt, Angst hat und befürchtet, das Beste zu verpassen, wenn er vor zu vielen attraktiven Möglichkeiten steht. Bei einer Fülle von Optionen, die in der Umgebung oder auf Online-E-Commerce-Plattformen zur Verfügung stehen, kann der Einzelne aus Angst, etwas zu verpassen oder von anderen negativ beurteilt zu werden, nicht mehr wählen.

Es handelt sich um eine soziale Angststörung, wenn sie ein erhebliches Gefühl des Überdenkens, der Besorgnis und des Selbstbewusstseins hervorruft, das die Entscheidungsfindung hinauszögert und so dazu führt, dass man viel kostbare Zeit und optimale Chancen im Leben verliert. Hier sind die 5 wichtigsten Anzeichen

FOBO 1: Angst vor Gewissensbissen

Die Unfähigkeit, sich zu entscheiden, was man essen möchte, wenn man online Essen bestellt, bedeutet, dass es schwierig ist, eine klare Entscheidung zu treffen, um sein Essen schnell auf den Teller zu bekommen. Das spiegelt wider, dass man in Wirklichkeit nicht auf alles vorbereitet ist, sondern bewusst auf nichts. Man kann nicht jedes köstliche Gericht auf der Speisekarte bestellen, und selbst wenn man ein oder zwei Gerichte bestellt, fürchtet man die Folgen dieser Entscheidung, die ein nagendes Unbehagen hervorruft, das aus einem Schuldgefühl in einem selbst entsteht.

FOBO 2: Teuflische Beziehung

Wenn Fobo (Fear of Better Options) sich in Beziehungen einschleicht, kämpft es meist darum, den Weg für eine bessere Ehe zu ebnen, oder eine Person hat Angst, Verpflichtungen einzugehen und neigt dazu, toxische Handlungen oder heimtückisches Verhalten gegenüber ihrem Partner zu zeigen. Fobo (Fear of Better Options) macht auch eine Person ängstlich, wenn sie erkennen, das Zeichen der ungesunden Eigenschaften und Unzufriedenheit in der Beziehung starrt direkt in ihr Gesicht und sie entwickeln Angst und werden bewusst, ihren Partner zu verlieren, sorgen sich extrem über Peinlichkeiten, die Welt oder Single ist das Etikett für immer Sie abholen sind die Hauptursache für soziale Angst und Depression unter ihnen, die sich aus Angst verlieren.

FOBO 3: Ich bin unterlegen

Fobo (Fear of Better Options) führt sogar zu Trennungsangst oder Panikstörung aus Angst, überflügelt zu werden. Ein Beispiel: Sie öffnen Netflix und können sich nach stundenlangem Scrollen nicht entscheiden, welche Sendung Sie sich am besten ansehen sollen. Sie geraten in Panik, weil Sie sich nicht sicher sind, welche Geschichte in Ihrem sozialen Umfeld gerade angesagt ist, und so entsteht das Gefühl, überflügelt zu werden.

FOBO 4: Instabilität der Finanzen

Fobo (Fear of Better Options – Angst vor besseren Optionen) ist der Grund dafür, dass Einzelpersonen nicht in der Lage sind, einen außergewöhnlichen Kauf in ihr Budget einzuplanen, da eine Reihe von speziellen Käufen zu Mehrausgaben führen kann. Übermäßige Ausgaben auf Online-E-Commerce-Plattformen, um Geschäftspartner oder soziale Kreise zu beeindrucken, können später zu finanziellen Ängsten und Depressionen führen, da sie eine riesige Kreditrechnung auf sich ziehen, die zu Geldknappheit führt.

FOBO 5: Ablehnen des Traumjobs

Ja! Das Gehalt war perfekt, der Arbeitsweg gut, die Rolle richtig, der Chef nett, die Aufstiegschancen gut, aber irgendetwas stimmte nicht, also haben Sie abgelehnt.

Wie man FOBO überwindet

FOBO entsteht durch ein geringes Selbstwertgefühl in einer Person. Der Einzelne sollte sich mit einem inneren Monolog beschäftigen, d. h. mit einem positiven Selbstgespräch, um sich über seine Tugenden der Akzeptanz klar zu werden und sich an den Rand seiner Komfortzone zu stellen, um seelische Not zu vermeiden und jeden Moment in vollen Zügen zu genießen.

Kognitives Reframing – Eine sozial ängstliche Person wird sich immer um eine negative Überzeugung drehen, die ihre ängstlichen Gedanken verstärkt. Ihr Denkprozess wird sich immer von dem anderer Menschen unterscheiden, z. B. „das Schlimmste annehmen“, „extreme Angst“, „sie werden immer beurteilt“, „übertriebenes Verhalten“. Etc. Personen, die damit zu tun haben, müssen die negativen Glaubenssätze erkennen und sie schnell in positive Gedanken umwandeln, damit sie sich in ihren Entscheidungen sicher fühlen.

Imaginäre Anleitung: Üben Sie Selbsthypnose, um Ihre Ängste zu lindern. Begeben Sie sich mit geschlossenen Augen auf ein imaginäres Abenteuer und atmen Sie dabei tief ein. Sie können sich und Ihrem inneren Kind erlauben, sich vorzustellen, dass sein Aussehen und seine Aura anders sind als die eines Alpha-Anführers und Sie niemanden außer sich selbst beeindrucken müssen. Sie können sich erlauben, sich auf die bessere Seite der Konsequenzen zu konzentrieren und lernen, trotz eines Misserfolgs weiterzumachen.

Was ist Mathe-Angst? Was kann man tun? Erklärung, Tipps


In der Prüfungszeit steigt die Matheangst, vor allem wenn sie mit Prüfungsstress einhergeht. Diese unten beschriebenen Tipps helfen Ihnen, Ihre Mathe-Angst zu minimieren und sich gelassener auf die Prüfungen vorzubereiten.

Was ist Mathe-Angst? Erklärung, Tipps

Die Mathe-Angst ist eine weit verbreitete Krankheit, die die Studentengemeinschaft betrifft. Die Angst vor dem Fach verschlimmert sich in der Zeit der Prüfungen, vor allem, wenn dann noch Prüfungsstress hinzukommt, weil die Schüler in letzter Minute versuchen, die verschiedenen Formeln und Theoreme zu pauken und auswendig zu lernen.

All diese Faktoren tragen dazu bei, dass man Angst vor dem Fach hat. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass ein wenig Kreativität und regelmäßiges Üben viel dazu beitragen können, die Mathe-Angst zu lindern und den Stress während der Prüfungen zu verringern.

Mathe-Angst verstehen

Um Mathe-Angst zu verstehen, müssen wir die Tatsache akzeptieren, dass dieses Fach im Vergleich zu anderen Fächern nicht leicht zu verstehen ist. Mathe-Angst kann als ein Gefühl der Angst eingestuft werden, das Schüler empfinden, wenn sie versuchen, Aufgaben zu lösen.

Sie ist durch einen leichten bis starken Stress gekennzeichnet, der ein Gefühl der Hilflosigkeit und psychischen Desorganisation hervorruft. Dies kann sich über einen längeren Zeitraum auf die Psyche und in einigen Fällen auch auf die Gesundheit auswirken.

Einige Schüler und Studierende leiden sogar unter ernsthaften Problemen wie Depressionen, Panikattacken, Zittern, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Es ist also unbedingt notwendig, diese Angst von Anfang an zu beseitigen, um zu verhindern, dass sie sich zu ernsteren Problemen entwickelt. Dies ist nur möglich, wenn die Gründe für die Mathe-Angste verstanden werden.

Die Gründe für die Mathe-Angst können bei jedem Kind anders sein. Die Lehrkräfte müssen sehr geduldig sein und ihr Tempo an die Begabung und die Verständnisfähigkeit der einzelnen Schüler anpassen.

Sie können mathematische Konzepte in kleine, verständliche Einheiten zerlegen, damit die Schüler sie leicht verstehen können. Die Lehrer sollten auch dafür sorgen, dass sie für die Schüler zugänglich und ansprechbar sind, wenn sie vor einer Herausforderung stehen.

Diese Art der Unterstützung durch die Lehrkräfte trägt wesentlich dazu bei, eine negative Einstellung gegenüber der Mathematik zu beseitigen und die Schüler zu befähigen, das Fach zu beherrschen.

Mathe-Angst: Was man tun kann:

Hier sind sechs Tipps, die Ihnen helfen, Mathe-Angst und Prüfungsstress loszuwerden:

1. Erkennen Sie die Angst an

Der erste Schritt, um die Mathe-Angst loszuwerden, besteht darin, sich einzugestehen, dass man sie hat. Sobald man sich dessen bewusst ist, ist es einfacher, Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen, den Stress oder die Panik, die das Thema verursacht, zu lindern.

2. Versuchen Sie Atemübungen

Da Mathe Stress und Panik auslösen kann, sind Atemübungen sehr hilfreich und helfen, den Geist zu beruhigen. Ein ruhiger Geist ist sehr wichtig für Aufgaben, die kritisches Denken und Problemlösung erfordern.

3. Täglich Mathe üben

Übung macht den Meister. Dieses Sprichwort gilt besonders für Mathematik. Es ist ein Fach, das ständige Übung erfordert, um Fachwissen zu erwerben. Regelmäßiges Üben hilft auch dabei, die Komplexität des Fachs zu verstehen.

4. Mathe im wirklichen Leben anwenden

Wenn Sie die Mathematik in Ihren Alltag einbeziehen, wird sie zu einem Teil Ihres Lebens. Die Angst vor dem Fach wird verschwinden, sobald man versteht, dass Mathematik überall vorkommt.

Mathekenntnisse sind im täglichen Leben sehr wichtig und helfen bei der Bewältigung einfacher bis komplexer Aufgaben.

5. Fragen stellen

Ein Schüler sollte sich nie scheuen, im Matheunterricht Fragen zu stellen. Das Stellen von Fragen hilft dabei, eventuelle Zweifel zu beseitigen.

Ein Aufschieben dieses Prozesses kann sich nachteilig auf das Verständnis des Themas auswirken.

6. Hilfe von Mitschülern annehmen

Die Zusammenarbeit bei der Lösung von Matheaufgaben kann den Schülern sehr helfen. Das Lernen in einer kooperativen Umgebung wirkt in einem Fach wie Mathematik Wunder.

Außerdem macht das Lernen in diesem Fach viel mehr Spaß und ist spannender.

Wenn die Schülerinnen und Schüler die oben genannten Tipps anwenden, fällt es ihnen leichter, ihre mathematischen Fähigkeiten zu entwickeln und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Das Fach Mathematik ist keine unüberwindbare Herausforderung; durch regelmäßiges Üben, das Nachlesen von Tipps und Tricks, das Finden kreativer Lösungswege usw. lässt es sich in kürzester Zeit leichter begreifen.

Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler nicht frustriert sind, sondern ruhig bleiben und sich konzentrieren, wenn sie mit einem schwierigen Matheproblem konfrontiert werden.

Dadurch werden die psychologischen Blockaden beseitigt, die junge Schüler aufgrund früherer negativer Erfahrungen beim Erlernen des Fachs entwickeln.

Was bedeutet „Mindset“? Was ist ein Mindset? Bedeutung, Definition, Erklärung


Für ein glückliches und erfolgreiches Leben ist das Mindset (Selbstbild), welches jeder Mensch entwickeln kann, ausschlaggebend und bestimmend.

Der Ausdruck Mindset beschreibt die Denkweisen, Überzeugungen und das Verhaltensmuster beziehungsweise die innere Haltung des Menschen. Das Wort Mentalität kommt oft als Synonym vor.

Unterschiedliche Selbstbilder

Es gibt zwei Arten von Mindset, Fixed und Growth. Über diese beiden Selbstbilder lässt sich die Motivation und die Art des Lernens erkennen.Menschen haben nicht nur eines der beiden Selbstbilder, beide Einstellungen können sich im Verlauf des Lebens ändern.

Fixed Mindset

Menschen mit einem statistischen Selbstbild sind der Meinung, dass sich an den Talenten nichts ändern lässt, weil die gegeben und festgeschrieben sind. Sie denken nach dem Scheitern einer Aufgabe, dass sie nicht das Talent oder die Begabung für etwas haben.

Growth Mindset

Menschen mit einem dynamischen Selbstbild, welches stetiges Wachstum begrüßen, sind sich sicher, dass sie, unabhängig davon, ob sie das Talent dazu haben oder nicht, sich verbessern und weiterentwickeln können. Das Growth Mindset lässt Herausforderungen angehen und das Positive nicht nur aus dem Erfolg, sondern auch aus dem Scheitern zu akzeptieren.

Entstehung von Talenten

Talente sind oft das Ergebnis von harter Arbeit und selten angeboren.Wenn klar ist, welche Umstände eines der beiden Mindsets auslösen, können Situationen bewusster erlebt und das Denkmuster geändert werden. Dabei handelt es sich um eine Reise, welche das ganze Leben lang dauert.

Der Satz “Ich bin”

Angekommen im Bewusstsein, sollte die Denkweise geändert werden. Eine Herausforderung mit dem Angehen von einem der beiden Mindsets besteht darin, die Denkweise von Sätzen zu ändern: Anstelle von „Ich bin schlecht in XY.” kommt der Gedanke “Bislang war ich schlecht in XY.” Die Schwierigkeit von der Aufgabe bleibt dabei die gleiche, jedoch kann sie motivierter und besser angegangen und die Lösung umgesetzt werden.Bewusst machen, dass wir uns jederzeit verbessern, uns Probleme und Fehler gleichermaßen weiterbringen können wie Erfolge und dass die Weiterentwicklung Spaß macht, ist ein wichtiger Bestandteil im Mindset.

Wichtigkeit und Auswirkung des Mindsets

Mit dem Mindset sollte bewusster umgegangen werden. Im Unterbewusstsein beeinflusst das Denken die Weltanschauung und die Gesinnung das Handeln sowie in der Folge den persönlichen Erfolg.Der Vergleich zwischen dem dynamische und statischen Mindset zeigt die jeweiligen Persönlichkeitsmerkmale, welche die unterschiedlichen Selbstbilder deutlich erkennen lassen:

Positives Mindset für ein glückliches und erfolgreiches Leben

Ein positives Mindset verhilft in jedem Lebensbereich zu Möglichkeiten, Strategien und Wegen, die funktionieren werden, wenn das Bewusstsein dazu bereit ist.

Gegenüberstellung der beiden Selbstbilder

Statistisches Mindset

  • Angst vor Kritik, zu versagen, in der Folge Vermeidung von Herausforderungen
  • Verbleib in der Komfortzone
  • Versuch, Niederlagen, Rückschläge und Misserfolge zu verbergen
  • Im Glauben, dass die Intelligenz fix und gesetzt ist
  • Leistungsorientiert
  • kein Durchhaltevermögen
  • über andere urteilen
  • Notwendigkeit von Anerkennung und Lob
  • Auf Erfolge von anderen Menschen eifersüchtig

Demgegenüber steht das

Dynamische Mindset

  • Kritik wird angenommen
  • Herausforderungen werden als Chance gesehen und angegangen
  • Freude am Wachstum
  • Offen für neues
  • Aus Fehlern lernen und Konsequenzen daraus ziehen
  • Bereitschaft, an bekannten Schwächen zu arbeiten
  • Wachstumsorientiert
  • Aufgeben ist keine Option
  • Durchhaltevermögen ist höher
  • Reflexion des eigenen Verhaltens
  • nicht auf Lob angewiesen
  • Inspiration durch den Erfolg von anderen Menschen
  • Glauben an sich selbst
  • Selbstreflexion

Die richtigen Menschen finden

Sich mit Menschen umgeben, welche ein Growth Mindset haben und mit solchen, die weiterbringen und unterstützen, erleichtert das Verfolgen von Visionen, die Zielsetzung, Anstrengungen als Chance anerkennen, beginnen und Handeln, übernehmen von Verantwortung sowie die Annahme von Dankbarkeit. Dies ist der richtige Weg, die eigene Überzeugung zu verinnerlichen.

Was ist eine Opfermentalität? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die sogenannte Opfermentalität ist eine durchaus sehr problematische innere Einstellung und Überzeugung und bedeutet, dass man sich in einer überaus misslichen Lage befindet und eben nun einmal ein Opfer ist. Zumindest ist man dieser Annahme. In diesem Zusammenhang werden sehr häufig negative Gedanken entwickelt, die sich mit der Zeit immer stärker verfestigen. Im engeren Umfeld dieser Personen, kommt es häufiger zu Problemen, weil diese sich nicht oder nur sehr schwer in die Situation des sogenannten Opfers hineinversetzen können.

Was ist eine Opfermentalität? Bedeutung, Definition, Erklärung

Kann man im Bereich der Opfermentalität nun eigentlich tatsächlich von einer Störung sprechen, oder handelt es sich hierbei einfach nur um eine mehr oder weniger engstirnige Einstellung bezüglich bestimmter Dinge? Sicher ist eine strenge Abgrenzung nicht immer ganz leicht, allerdings kann man sich hier ein Stück weit an der Intensität ausrichten. Je stärker die Opfermentalität ausgeprägt ist, desto eher sollte man auch von einer echten Störung sprechen, die dann unter Umständen auch professionell behandelt werden muss.

Doch, wie lässt sich die Opfermentalität nun wirklich genau ermitteln? Fakt ist zunächst, dass es nicht ein einziges Indiz oder ganz konkretes Merkmal gibt, welches den genauen Aufschluss bringt. Viel mehr handelt es sich hier oft um eine ganze Reihe von Problemen, die sich in sämtlichen Bereichen des Lebens auswirken können und für erhebliche Nachteile sorgen.

Immer sind nur die anderen Schuld

Ein sehr häufiges Merkmal einer solchen Opfermentalität ist, dass die Betroffenen für ihre eigenen Probleme stets und ständig andere Menschen in der Verantwortung sehen.

Vollkommen gleich, ob man nun eine schlechte Note erhält, den Job verliert oder eine Beziehung in die Brüche geht, man ist niemals selbst schuld an einer bestimmten Situation. Genau diese Denkweise führt dann auch noch dazu, dass sich die Menschen verstärkt zurückziehen und mitunter auch schwer depressiv werden.

Siehe auch: Was bedeutet „rumopfern“?

Opfermentalität: Fehlendes Verantwortungsbewusstsein

Menschen, die mit einer derartigen Opfermentalität eng verbunden sind, erkennt man zudem auch daran, dass diese keine Verantwortung übernehmen wollen. Mehr oder minder handelt es sich hier um eine vorsorgliche Handlungsweise. Die betroffenen Personen glauben bei Übernahme von Verantwortung benachteiligt werden zu können und nehmen diese dann lieber gar nicht erst an.

Alles ist schlecht und es gibt keine Hoffnung

Ein sehr typisches Verhalten bzw. Denkmuster ist zudem eine fehlende Perspektive oder Aussicht auf Besserung einer Situation. Man fühlt sich als Opfer in allen möglichen Situationen und Bereichen des Lebens. Man bildet sich zudem ein, dass es keine Hoffnung auf Besserung gibt. Die logische Konsequenz, die sich daraus ergibt, ist eine Resignation.

Fehlende Antriebslosigkeit

Im Zuge einer immer weiter voranschreitenden Opfermentalität fehlt es den betroffenen Personen zudem immer stärker an einem eigenen Antrieb. Da ohnehin alles schlecht ist und man sowieso überall das letzte Rad am Wagen ist, hat man keinerlei Ansporn und möchte sich auch nicht zu Aktivitäten irgendwelcher Art hinreißen lassen.

Kino, Theater oder ein gemeinsamer Besuch einer Bar mit Freunden werden gar nicht erst in Erwägung gezogen, denn man wäre hier aller Voraussicht nach wieder nur das arme Opfer.

Ständig negative Gedanken

Bei der Opfermentalität spielen negative Gedanken eine wichtige Rolle. Nach jedem Erlebnis werden die Gedanken nur auf negative Vorkommnisse gelenkt. War zum Beispiel auf einem Geburtstag oder einer Hochzeitsfeier die Musik nicht gut, wird nur auf diesen Aspekt der Fokus gelenkt. Gab es eventuell darüber hinaus noch ein leckeres Essen oder nette Gespräche, so bleibt dies ohne jegliche Relevanz. Zunehmend beginnen sich diese Menschen dann auch in der Rolle des Opfers zu gefallen. Man fühlt sich benachteiligt und möchte sich um jeden Preis mit dieser Situation abfinden.

Die anderen haben es besser

Wer von einer sehr stark verfestigten Opfermentalität betroffen ist, glaubt zudem auch stets, dass andere Menschen es immer besser oder auch leichter haben als man selbst. Derartige Denkweisen können sich am Arbeitsplatz, in der Schule oder auch im engeren familiären Umfeld bemerkbar machen.

Opfermentalität: Gründe, Ursachen

Stellt sich natürlich auch die Frage, was denn nun eigentlich die Ursache für ein derartiges Verhalten sein könnte. Letztlich ist dies ebenso vielschichtig, wie die Symptome einer solchen Opfermentalität selbst.

Mitunter werden diese Menschen bereits als Kinder gemobbt und ausgegrenzt. Teilweise fehlt auch die Zuneigung der Eltern oder der eigenen Familie. In manchen Fällen ist die Opfermentalität als solche auch ein Symptom weiterer Störungen. Menschen die an schweren Depressionen leiden, fühlen sich dabei auch nicht selten als ein Opfer.

Opfermentalität: Was kann man tun? Maßnahmen, Tipps

Ist die Opfermentalität tendenziell eher gering ausgeprägt, kann es helfen durch neue Hobbys oder auch einen neuen Freundeskreis entsprechend Abhilfe zu schaffen.

Handelt es sich bereits um eine sehr stark verfestigte Opfermentalität, kann oft nur eine Therapie oder ein regelmäßiger Besuch bei einem Psychologen für die gewünschte Entlastung sorgen.

Eine Opfermentalität prägt sich nicht einfach von heute auf Morgen aus und steigert sich mit der Zeit immer mehr. Wer sich selbst als Opfer einer solchen Störung sieht, sollte daher so schnell wie nur möglich Maßnahmen ergreifen und bei Bedarf auch Hilfe von außen holen. Je früher man mit bestimmten Maßnahmen beginnt, desto größer ist dann oft auch der Erfolg.

Warum jucken Mückenstiche? Was hilft gegen den Juckreiz? Erklärung, Tipps


Besonders in der Ferienzeit werden wir oft von Mückenstichen geplagt. Der Juckreiz kann den gesamten Urlaub verderben, aber es gibt einige Mittel und Methoden, mit denen man gegen die Beeinträchtigungen vorgehen kann.

Die genauen Vorgänge bei einem Mückenstich

Besonders abends an warmen Sommertagen werden die Plagegeister aktiv. Der Mückenstich beginnt bereits wenige Minuten nach dem Einstechen zu jucken und schwillt an. Oft bildet sich eine unansehnliche Quaddel. Für die unangenehmen Reaktionen ist das körpereigene Immunsystem verantwortlich. Es reagiert auf die fremden Proteine, welche die Mücken absondern.

Das Insekt selbst ernährt sich von Pflanzensäften, die sie in der Natur vorfindet. Die weiblichen Exemplare der Gattung sind außerdem auf Blut angewiesen. Allerdings nicht zur Ergänzung ihrer Nahrung, sondern für die Bildung ihrer Eier im Anschluss an die Befruchtung.

Um die Blutaufnahme effizienter zu gestalten, verfügt das Insekt über Zacken, die sich an seinem Saugrüssel befinden. Mit diesen ritzt die Mücke winzige Schnitte ins Hautgewebe des Betroffenen und kann so eine größere Blutmenge aufnehmen. Unmittelbar danach spritzt sie ihren Speichel in die entstandene Wunde. Damit wird die Gerinnung blockiert, und das Blut bleibt während des Einsaugens flüssig. Die Mücke hat genug Blut aufgenommen und beendet den Saugvorgang, wenn die Blutmenge ihrem eigenen Körpergewicht entspricht. Der Einstich wird vom Opfer meist nicht bemerkt.

Mückenstich: Biologische Reaktion des Betroffenen

Der menschliche Organismus registriert die ihm unbekannten Proteine, die dem Speichel der Mücke entstammen. Er reagiert ähnlich wie bei einer allergischen Reaktion, bei der in manchen Fällen ebenfalls eine leichte Entzündung auftritt. Vor allem schüttet er vermehrt Histamine aus. Diese sind für die allergischen Reaktionen einschließlich Schwellung, Rötung und Juckreiz verantwortlich. Im Gegensatz zu den Stichen von Bienen oder Wespen enthält der Mückenstich kein Gift. Die Reaktionen unseres Immunsystems sind individuell sehr verschieden, manche zeigen heftige Symptome, andere bleiben vollkommen unbeeindruckt.

Der Juckreiz beginnt meist bereits nach nur wenigen Minuten. Die Dauer der Beeinträchtigung hängt davon ab, ob das Insekt die gesamte verfügbare Menge seines Sekrets zu injizieren vermochte. Auch die individuell unterschiedliche Intensität der Histaminausschüttung beeinflusst den Verlauf.

Der Juckreiz kann sogar über mehrere Tage anhalten, wenn allergische Spätreaktionen auftreten. Die Experten sind sich einig, dass die Mückenart keinen Einfluss auf die Dauer der Symptome hat.

Manche Menschen sind häufiger betroffen

Den Umstand, dass einige Menschen besonders oft von Mücken gestochen werden und andere weniger, konnten die Mediziner ebenfalls aufklären. Unter anderem zieht Wärme die Insekten an. Halten sich also zwei Personen im Raum auf, bevorzugen die Mücken den Menschen, der eine höhere Hauttemperatur aufweist. Frauen verfügen über eine wärmere Haut, deshalb sind sie häufiger betroffen. Das gilt ebenfalls für Kinder, weshalb auch sie von den Insekten öfter aufgesucht werden.

Als ein zweiter Faktor entscheiden die Hautausdünstungen über die Attraktivität einer Person für das stechende Insekt. Der Geruch ist sehr individuell und von der Nahrungsaufnahme abhängig. In Afrika etwa raten die Reiseführer den Teilnehmern einer Safari zu besonders scharfen Gerichten mit ausreichend Knoblauch.

Was hilft gegen Mückenstiche?

Wir alle kennen die Warnung unserer Eltern, bei Mückenstichen nicht zu kratzen. Die Wissenschaftler können die Sinnhaftigkeit dieser Ratschläge nur bestätigen. Denn bereits seit geraumer Zeit ist bekannt, dass beim Kratzen das Histamin weiträumig verteilt wird, und seine Ausschüttung wird zusätzlich noch intensiviert. Dadurch schwillt der Mückenstich weiter an, außerdem wird er heiß und rötet sich, was den Juckreiz weiter verstärkt. Kommt es zu einer Beschädigung der Haut, können Bakterien in die Blutbahn eindringen und es entwickelt sich eine Entzündung, unter Umständen sogar eine Infektion. Unter besonders widrigen Bedingungen kann sogar eine Blutvergiftung entstehen. Mit dem Kratzen verschlimmert der Betroffene somit die Beschwerden.

Abhilfe durch Kühlung

Besser als eine zusätzliche Reizung ist das Kühlen des belasteten Gewebes. Der Betroffene kann auch seinen eigenen Speichel um die Stichstelle verreiben und so für eine Linderung durch Abkühlung sorgen. Mit einer langen Kleidung lässt sich das Auftreten von Mückenstichen sogar vollkommen vermeiden.

Außerdem helfen Eisbeutel oder -würfel, die aber unmittelbar auf der Haut zu Verbrennungen führen können. Besser also ein dünnes Tuch aus Baumwolle dazwischen legen. Kühlpads sind ebenfalls zu empfehlen oder ein Küchentuch mit eingewickelten Eiswürfeln, für manche reicht schon ein feuchter Lappen. Auch eine aufgeschnittene Zwiebel lindert den Juckreiz und die Schwellung. Ein wenig Essig hat eine ebensolche Wirkung, das gilt auch für frischen Ingwer, in Scheiben geschnitten, und für den Franzbranntwein.

Die Angebote der Pharmazie

Weil es eben die Histamine sind, die Schwellungen verursachen, hält die Apotheke die sogenannten rezeptfreien Antihistaminika bereit. Als Gel oder Creme sorgen die Mittel zuverlässig für Linderung, ein Gel sorgt zusätzlich für Kühlung. Die Dosierung der Creme sollte allerdings sehr niedrig ausfallen, und sie eignet sich nur für eine kurzfristige Anwendung. Bei einer heftigen Abwehrreaktion des Organismus kann auch ein Kortison-Präparat eine Alternative sein.

Gute Heilerfolge erzielt man auch mit Hitzeanwendungen. Die Ärzte vermuten, dass so die Bestandteile des Mückenspeichels unwirksam werden, die die Symptome auslösen. In einigen Fällen ergibt sich auch eine Deaktivierung des Histamins. Manche Patienten erhitzen einen Löffel und halten diesen auf die Stichstelle. Aber Vorsicht ist geboten: Je nach Hitzegrad und Dauer können Verbrennungen auftreten.

Auch Hitze kann helfen

Ebenfalls im medizinischen Fachhandel erhältlich sind batteriebetriebene Hitzestifte. Sie erwärmen die Einstichstellen auf bis zu 50 Grad Celsius. Diese Temperaturen zerstören die Eiweiße, die von der Mücke in den Organismus eingebracht wurden und beseitigen damit den Juckreiz.

Die sogenannten Stichheiler sind leichter zu kontrollieren als improvisierte Hilfsmittel. Drei Varianten stehen zur Auswahl:

Der thermische Stichheiler erhitzt die Eiweißmoleküle auf Temperaturen von bis zu 52 Grad Celsius.

Die elektrische Ausführung sendet elektrische Impulse aus, die Proteine unschädlich machen.

Ein mechanischer Stichheiler arbeitet mit Unterdruck, mit dem man die Eiweiße aussaugt.

Mückenstich: Wann wird es Zeit für einen Arztbesuch?

Im Allgemeinen ist ein Mückenstich kein Grund für eine ärztliche Behandlung. Bleibt die Wirkung der Hausmittel jedoch aus, weitet sich sogar die gerötete Stelle trotz Behandlung weiter aus, wird heiß und beginnt zu pochen, sollte man so schnell als möglich den Arzt, vielleicht sogar den Notarzt aufsuchen.

Denn die genannten Symptome weisen auf eine starke Entzündung hin. Unter Umständen konnten an der Einstichstelle schädliche Bakterien eindringen, etwa Fäkalbakterien wie Kolibakterien oder Streptokokken. Denn die Mücke kann auf einem Haufen Kot gesessen haben, bevor sie den Menschen mit einem Stich belästigte.

Die Behandlung der Infektion

In den Körper eingedrungene Streptokokken vermehren sich meist in den Lymphen und verursachen ein Lymphödem, eine starke Gewebeschwellung. Gelangen die Bakterien in den Blutkreislauf, kann eine Blutvergiftung hinzukommen. Eine weitere Gefahr entsteht, wenn Hautbakterien ebenfalls in den Mückenstich eindringen und sich eine Mischinfektion entwickelt.

Treten derartige Komplikationen auf, werden Antibiotika erforderlich, die der Arzt intravenös verabreicht. Besonders wenn außer den örtlichen Anzeichen noch hohes Fieber auftritt, sollte man schnell handeln.

Was ist Misokinesie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Wer an Misokinesie leidet, hat ein ausgeprägtes Problem mit zappeligen und sich bewegenden Mitmenschen. Wer an Misokinesie leidet, wünscht sich, dass die Mitmenschen still sitzen, stehen oder sein sollen.

Was ist Misokinesie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Mit Misokinesie wird ein Leiden bezeichnet, das Menschen intolerant gegenüber von anderen verursachten Bewegungen macht. Diese Bewegungen sind jeweils in kurzen Abständen wiederkehrend und verursachen unter Umständen zusätzlich auch Geräusche. Beispiele hierfür sind Fingertippen, Fußwackeln und ein allgemeines Herumgezapple wie etwa ständiges auf einem Stuhl Herumrutschen. Wer Misokinesie hat, den treibt all das sprichwörtlich in den Wahnsinn. Dabei sind sowohl der Anblick der beschriebenen Bewegungen, als auch die damit verbundenen eventuellen Geräusche für Menschen mit Misokinesie unerträglich. Misokinesie wird darüber hinaus auch als Hass auf Bewegungen bezeichnet.

Wie viele Menschen sind von Misokinesie betroffen?

Es sind tatsächlich sehr viele Menschen von Misokinesie betroffen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ungefähr ein Drittel der Weltbevölkerung an Misokinesie leidet. Allerdings ist die Ausprägung sehr unterschiedlich stark. Bei manchen Personen äußert sich Misokinesie lediglich als leichtes Missfallen. Diese Menschen sind von Fußwippen oder Fingertippen ein wenig genervter als andere. Wer jedoch an einer ausgeprägten Form von Misokinesie leidet, für den können diese Bewegungen eine schlimme Alltagsbeeinträchtigung darstellen.

Symptome: Misokinesie

Werden wiederkehrende Bewegungen bei einer anderen Person bemerkt, dann empfinden Menschen, die Misokinesie haben erhöhten Stress und fühlen sich durch die Bewegung extrem gestört. Ihre Aufmerksamkeit kann außerdem nicht mehr von der als störend empfundenen Bewegung abweichen. Es gelingt betroffenen Personen oftmals kaum noch, oder auch gar nicht mehr, sich auf etwas anderes als die Störbewegung zu konzentrieren. Innerlich steigt in ihnen zudem häufig Wut hoch, die sich nicht nur gegen die Bewegung selbst, sondern auch gegen die Person, die die Bewegung verursacht, richtet. Teilweise empfinden Menschen mit Misokinesie auch Ekel, der durch die Bewegungen verursacht wird.

Wer ist von Misokinesie betroffen?

Grundsätzlich kann jeder Mensch an Misokinesie leiden. Allerdings sind Frauen ganz offensichtlich häufiger betroffen als Männer. Auch ältere Menschen klagen häufiger über Misokinesie als junge. Dies hängt damit zusammen, dass die Empfindlichkeit von Menschen gegenüber ihrer Umwelt mit dem Alter ganz allgemein ansteigt. Misokinesie wird zudem verstärkt bei Personen diagnostiziert, die zudem an Misophonie leiden. Misophonie ist der Hass auf von anderen Personen verursachte Geräusche. Dies können zum Beispiel Kau- oder Schluckgeräusche sein.

Welche Ursachen gibt es für Misokinesie?

Vermutlich sind neuronale Prozesse im menschlichen Organismus für das Entstehen von Misokinesie verantwortlich. Sogenannte Spiegel­neuronen spielen wahrscheinlich die Hauptrolle beim Hass auf Bewegungen. Spiegel­neuronen werden deshalb so genannt, weil sie wie eine Art Spiegel funktionieren. Erkennt eine Person bei ihrem Gegenüber die besagten Bewegungen, dann werden diese über die Spiegel­neuronen im eigenen Gehirn gespiegelt. Normalerweise haben Spiegel­neuronen eine positive Wirkung. Erkennt man zum Beispiel, dass die Freundin, die einem gegenüber sitzt gerade sehr traurig ist, empfindet man Empathie mit ihr.

Man kann ihren Schmerz verstehen, und fühlt ihn bis zu einem gewissen grad selbst. Dadurch gelingt es Menschen auf andere zuzugehen und sie zu trösten. Spiegel­neuronen haben die Aufgabe Menschen hinter die Fassade ihrer Mitmenschen blicken zu lassen. Ist also die Freundin traurig, dann gelingt es einem, durch die Arbeit der Spiegel­neuronen, sich vorzustellen weshalb sie traurig sein könnte. Geht es nun um als unangenehm empfundene Bewegungen, tun die Spiegel­neuronen im Grunde nichts anderes, als im Beispiel mit der traurigen Freundin. Ein Mensch nimmt die Wippbewegungen des Anderen wahr und die Spiegel­neuronen helfen dabei zu vermuten weshalb die andere Person die dauernden Bewegungen ausführt. Da ständige Bewegungen das Gehirn oft Nervosität oder Angst als Ursache vermuten lassen, empfindet der Betrachter diese negativen Gefühle selbst. Dies könnte, laut Wissenschaftlern, ein Grund dafür sein, weshalb so viele Menschen sich dauernd wiederholende Bewegungen als unangenehm empfinden.

Die Diagnose von Misokinesie

Bislang gibt es noch keine feststehenden Diagnoseverfahren für Misokinesie. Es gibt zum Beispiel keinen Test, der auf Patienten angewandt werden könnte, mit dem sich Misokinesie zweifelsfrei feststellen lassen würde. Deshalb wird Misokinesie häufig im Ausschlussverfahren diagnostiziert. Da Misokinesie darüber hinaus eine noch relativ unerforschte Form von psychischer Erkrankung ist, nehmen sie selbst Hausärzte bislang nicht immer ernst. Wer glaubt eventuell an Misokinesie zu leiden sucht deshalb am besten einen Facharzt auf. Das kann ein Nervenarzt oder ein Psychiater sein.

Gibt es eine Therapie gegen Misokinesie?

Eine Therapie, die Misokinesie komplett heilen könnte, gibt es bislang nicht. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann das Leiden Betroffener jedoch mildern.

Was ist Second-Hand-Stress? Bedeutung, Definition, Erklärung


Second-Hand-Stress ist eine Stressreaktion auf den Stress fremder Personen.

Warum erleben Menschen Stress aus zweiter Hand?

Unser Körper nimmt die negativen Schwingungen um uns herum auf und beginnt, Cortisol, das wichtigste Stresshormon, zu produzieren. Unser Stressreaktionssystem ist so empfindlich, dass es sogar den Gesichtsausdruck von Menschen wahrnehmen kann und aktiviert wird.

Strategien zum Abbau von Second Hand Stress

1. Halten Sie inne und denken Sie darüber nach, ob Ihr stressauslösendes Verhalten für Sie und andere schädlich ist, und entscheiden Sie sich dagegen. Versuchen Sie, sich nicht in Situationen zu begeben, in denen viel sekundärer Stress entsteht – Menschenmengen, starker Verkehr oder lange Schlangen.

2. Bauen Sie Grenzen und gesunde Gewohnheiten auf. Der beste Weg, die Auswirkungen von Second Hand Stress zu begrenzen, besteht darin, seine Energie selbst zu schützen. Einige entspannende Tipps zur Selbstfürsorge:

– Jede Stunde fünfminütige Pausen einlegen
– Dehnen oder ein paar Minuten spazieren gehen
– Mini-Meditationen
– Mehr Humor im Tag unterbringen

3. Führen Sie ein virtuelles Stressmanagement-Set mit sich, das eine Atemtechnik oder einen Gedanken beinhaltet – wie zum Beispiel „Es geht nicht um mich, sondern um den ganzen Druck, den diese Person verspürt“. Dies ist eine Möglichkeit, diesen sekundären Stress abzuschwächen, damit er sich nicht zu sehr negativ auf Sie auswirkt.

4. Kommunizieren Sie direkt. E-Mail-Nachrichten sollten zunächst als Entwürfe gespeichert und später noch einmal gelesen werden, bevor sie versendet werden, um den richtigen Ton zu treffen, damit Sie anderen keinen unnötigen Stress verursachen.

5. Lassen Sie sich nicht von Kleinigkeiten aufhalten. Wenn man in der Lage ist, kleine Ärgernisse im Rahmen des großen Ganzen zu sehen, kann das helfen.

6. Heben Sie das Positive hervor. Üben Sie, das Positive um sich herum zu sehen, indem Sie jeden Morgen ein paar Dinge aufschreiben, für die Sie dankbar sind, damit das Negative nicht so viel Macht hat, Sie zu stressen.

7. Verbreiten Sie selbst keinen Second Hand Stress. Wenn wir den Stress, den wir ausstrahlen, reduzieren, ist es für die Menschen um uns herum weniger stressig.

Genau wie Passivrauchen ist auch Stress aus zweiter Hand schlecht für die Gesundheit. Er kann sich unmittelbar auf das Nervensystem auswirken und die Konzentration und Motivation für die Arbeit verringern. Die meisten Menschen, die viel mit dem Leben anderer Menschen zu tun haben, erleben diese Art von Stress. Deshalb ist es wichtig, Grenzen zu setzen, um die Auswirkungen von Stress aus zweiter Hand zu verringern.

Folgende Anzeichen deuten darauf hin, dass Sie an Second Hand Stress leiden:

1. Sie sind gestresst, wissen aber nicht, warum

Stress wird immer aus irgendeinem Grund ausgelöst, z. B. nach einem schlechten Tag bei der Arbeit oder nach einem Streit mit Ihrem Partner. Wenn Sie sich jedoch ohne einen bestimmten Grund angespannt fühlen, könnte das einfach bedeuten, dass Sie die Emotionen von jemand anderem übernommen haben.

2. Sie sind misstrauisch

Wenn Sie schon immer als fröhliche und optimistische Person bekannt waren, aber in letzter Zeit selbst den kleinsten Vorfällen um Sie herum skeptisch gegenüberstehen, dann ist das ein Warnzeichen. Der Umgang mit stressigen Menschen kann Sie sogar zu einem Pessimisten machen und Ihre positive Stimmung aus dem Gleichgewicht bringen.

3. Wenn Sie sich ständig müde fühlen

Wenn du dich in der Nähe von Menschen aufhältst, die ständig gestresst sind oder sich über die eine oder andere Sache beschweren, wird dir deine ganze Energie entzogen. Du wirst dich immer müde fühlen, was sich auf Dauer negativ auf deine Gesundheit auswirken wird. Versuchen Sie also, sich von negativen Menschen fernzuhalten.

4. Sie fühlen sich wie benebelt

Hirnnebel, Gedächtnisverlust und Konzentrationsschwäche können auch ein Anzeichen für Stress sein, den Sie nicht selbst verursachen. Wenn Sie in letzter Zeit unter diesen Symptomen leiden, stellen Sie sicher, dass nicht Ihr Kollege oder Freund der Grund dafür ist.

5. Sie können nicht klar denken

Sekundärer Stress kann auch dazu führen, dass Sie bei der Arbeit weniger produktiv sind. Vielleicht gehen Ihnen die originellen Ideen aus und Ihre Effizienz nimmt ab. Es könnte sein, dass Sie keine Freude daran haben, Ihre Arbeit zu erledigen, sie wird zu einer langweiligen Aufgabe für Sie.

Fakt ist: Mit zunehmender Verfeinerung der Stress-Forschung wird deutlich, dass die Negativität, die wir von anderen auffangen, sich auf unsere einzelnen Bemühungen zur Erreichung unserer persönlichen Ziele auswirken. Neueste Forschungsergebnisse weisen nach, dass sie sich bis auf die Zellebene auswirken und unsere Lebensspanne verkürzen kann.

Was ist Regnose? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Regnose, noch verständlicher auch als Re-Gnose bezeichnet, ist die rückschauende Betrachtung der Gegenwart aus dem Blickwinkel der Zukunft. Der Begriff existiert an sich, doch populär wurde er ab 2020 durch den deutschen Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx (*1955).

Der Unterschied zwischen Regnose und Prognose

Diesen Unterschied hat Matthias Horx mit seiner Publikation „Im Rausch des Positiven“ vom Frühjahr 2020 verdeutlicht. Er bezog sich auf einen Rückblick auf den Ausbruch der Coronakrise, den wir ein gutes Jahr später (vielleicht Ende 2021) vornehmen würden. Bekanntlich ist es mit Stand Oktober 2021 für so einen Rückblick noch zu früh, was Horx zum Zeitpunkt seines Textes nicht wissen konnte. Mit seiner Sprachgewalt ging der Text dennoch viral. Er beschreibt die Regnose als Wandel durch Bewusstsein, indem wir geistig ins Morgen springen, auf das Gestern zurückblicken und uns fragen, auf welchem Weg wir den morgigen Standpunkt erreichen konnten, was sich also auf unserem Weg alles geändert hat. Das ist natürlich ein Unterschied zur Prognose, die sich ja fragt, wie das Morgen selbst wohl beschaffen sein könnte. Diese Frage stellt die Regnose ausdrücklich nicht.

Welchen Zweck erfüllt die Regnose?

Sie verschafft uns ein Verständnis dafür, dass unsere Zukunft nicht einfach auf uns zukommt, ohne dass wir etwas daran ändern könnten, sondern dass wir mit unseren Entscheidungen, Handlungen und inneren Einstellungen die Zukunft selbst formen. Mithilfe der Regnose treten wir mithin zu unserer Zukunft in eine mehr oder weniger produktive Beziehung. Der Gedanke hat eine gewisse Magie, jedoch ist er genau genommen sehr realistisch und überdies sehr zweckmäßig, weil er uns auf Handlungsoptionen verweist.

Mit einer bloßen Prognose konstruieren wir nur eine Zukunft aus der gegenwärtigen Perspektive und imaginieren sie aus einer gefühlsbeladenen Projektionsposition, in welcher Ängste sehr bedeutsam sein können. Beim Ausbruch der Coronapandemie spielten diese eine überragende Rolle. Für die Zukunft gab es fast nur dystopische (furchtbeladene, negative) Bilder. Die Regnose hingegen kann uns in eine positive Zukunft hineinversetzen, in der „alles überstanden“ ist. Es steht uns natürlich frei, so positiv oder lieber doch dystopisch zu denken.

Wieso kann eine Regnose positiv wirken?

Unser Zukunftssinn ist von Natur aus eher pessimistisch beschaffen. Das hat sich möglicherweise in unserer Genese als zweckmäßig erwiesen, denn es ist durchaus praktisch, Gefahren und Probleme zu antizipieren, um sich angemessen auf sie vorzubereiten. Es bedeutet ja nicht, dass wir nicht auch zum Optimismus und dem Schmieden von Plänen fähig sind, doch wenn wir ehrlich in uns hineinhorchen, entdecken wir für die Zukunft jede Menge scheinbar unüberwindbarer Barrieren. Möglicherweise trennt uns vor unserer Zukunft sogar eine Angstbarriere.

Science-Fiction-Dramen greifen diese Eigenart unseres Gehirns gern auf und stellen Horrorzukünfte dar. Das verkauft sich zwar gut, doch es kann unsere Tatkraft hemmen. Mithilfe einer positiv beladenen Regnose hingegen können wir eine Erkenntnisschleife bilden, die zu einer positiven Zukunft und einem verklärenden Rückblick auf das Jetzt führt, weil wir unseren inneren Wandel und unsere tatkräftigen Handlungen in die Zukunftsrechnung mit einbeziehen dürfen. Nach so einer Regnose, die nur ein wenig Fantasie erfordert, stehen wir innerlich mit unserer Zukunft in Verbindung, haben zu ihr eine Brücke geschlagen und damit ein „Future Mind“ geschaffen, also eine Zukunftsbewusstheit. Zu dieser gehört auch die Zukunftsintelligenz. Wir antizipieren äußere Geschehnisse und gleichzeitig unsere inneren Adaptionen, welche uns in Zukunft auf diese Geschehnisse reagieren lassen. Dass wir adaptieren und reagieren können, wissen wir schon jetzt, denn es resultiert aus unserer Erfahrung: Wir haben schon immer adaptiert und reagiert, warum sollten wir es künftig anders halten? Auf diese Weise entsteht mit der Regnose ein positives Gefühl, wenn wir nur an unseren Adaptions- und Reaktionsfähigkeit sowie an unsere künftige Tatkraft (und die unserer Mitmenschen) glauben können. Eine Regnose ist übrigens deutlich weniger apodiktisch als eine Prognose, die behauptet: So und so werden sich die Dinge voraussichtlich entwickeln. Das wirkt steril und kann bei schlechten Umständen in der Gegenwart in der Tat eine Angststarre auslösen, von der uns die Regnose wieder befreit.

Wer ist Matthias Horx?

Horx bezeichnet sich als Publizist und Trendforscher, er ist gegenwärtig (2021) als Unternehmer tätig. Nach einem begonnenen, aber nicht vollendeten Soziologiestudium wurde er zunächst Journalist und Autor, ab 1993 dann mit dem Hamburger Trendbüro Unternehmer.

1998 gründete er das Frankfurter Zukunftsinstitut mit einer Zweigstelle in Wien. Er ist nach wie vor als Publizist tätig und lebt inzwischen in Wien. Als sein Lebensprojekt betrachtet er die Weiterentwicklung der ab den 1960-Jahren entstandenen „Futurologie“, die er zur Beratungsdisziplin für Unternehmer und Politiker gemacht hat. Die bekannte Prognostik integriert er in ein System von Kognitions-, Sozial- und Evolutionswissenschaften. Zu diesem Standpunkt gelangte Horx erst im Verlaufe seine jahrzehntelangen publizistischen Tätigkeit.

In früheren Jahren war er mit anderen Themen (auch politischen) befasst. Seit den 1990er-Jahren erforscht er Trends und schreibt darüber, berät dazu und hält Vorträge. Es geht ihm um die frühzeitige Erkennung von Entwicklungen, um diese politisch und wirtschaftlich nutzen zu können.

Unter anderem interessieren ihn der demografische Wandel, die Zukunft der Arbeitswelt und der Wertewandel in unserem Konsum-, Bildungs- und Freizeitverhalten. Eine seiner Kernthesen lautet, dass sich die bekannten Märkte zusehends in sogenannte Sinnmärkte verwandeln. Des Weiteren prognostiziert er die Urbanisierung des Dorfes (sogenannte „progressive Provinz“). Er irrte sich auch schon. So glaubte er 2001, dass sich das Internet nicht als Massenmedium durchsetzen werde und dass der E-Commerce wegen einer Verstopfung von Städten mit Lieferdiensten (falls es einen großen Aufschwung gäbe) praktisch nicht handhabbar sei.

Im Jahr 2010 äußerte er, dass über das Social Network Facebook etwa ab 2016 niemand mehr reden werde. Zu seinen eigenen Fehlprognosen nimmt er durchaus selbstkritisch Stellung. Auch zu politischen Themen hat er sich in jüngster Zeit wieder geäußert. Er glaubt an die Radikalisierung von Systemkritikern, womit er Recht behielt (Kritiker der Flüchtlings- und Coronapolitik), allerdings glaubt er, dass die dann radikalisierten Bewegungen letzten Endes scheitern werden. In seinen jüngsten Schriften seit den 2010er-Jahren äußerte er sich zu Megatrends, dem klugen Umgang mit der Zukunft, künftigen Familien- und Partnerschaftsmodellen, dem visionären Leben und zur Gesellschaft nach Corona. Der Erfolg des Trendforschers Matthias Horx erklärt sich aus unserem sehr dringenden Bedürfnis, innerhalb einer zunehmend fragmentierten Welt unsere Zukunft planen zu können.

Was ist Retail Therapy? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Retail Therapy bedeutet aus dem englischen übersetzt Einzenhandelstherapie. Es handelt sich hierbei um einen Kaufrausch. Der Betroffene hat den Zwang, etwas einzukaufen, auch wenn er die Ware gar nicht benötigt oder sie viel zu teuer ist. Dadurch soll die Disposition und Stimmung des Käufers verbessert werden. Bei einigen Menschen handelt es sich beim Kaufrausch um eine kurzlebige Gewohnheit. Sie tritt häufig in Zeiten von Stress oder Depression auf.

Was ist Retail Therapy? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Retail Therapy oder Oniomanie ist ein Kaufwahn. Von Therapeuten wird sie auch als pathologisches Kaufen bezeichnet. Die Retail Therapy ist eine psychische Störung. Der Konsument kauft zwanghaft Waren, die er nicht unbedingt benötigt. Durch das Kaufen wird beim Betroffenen ein kurzfristiges Glücksgefühl ausgelöst. In der Regel ist die Retail Therapy immer mit einer psychischen Erkrankung gekoppelt, die behandelt werden sollte.

Vielen Menschen verschafft es eine große Freude und Genugtuung, wenn sie sich schönen Schmuck, schicke Kleidung oder ein teures Handy kaufen können. Häufig fällt der Spruch: “Kauf dir etwas Schönes“, wenn ein Mensch sehr bedrückt oder traurig ist. Das kann sehr gefährlich werden. Durch Käufe, die die Stimmung aufhellen sollen, kann schnell eine Sucht werden. Anfangs wird das Glücksgefühl als etwas Positives empfunden, dass durch den Kauf von Waren entsteht. Das kann aber schnell umschlagen. Das Glücksgefühl hält immer kürzer so, an sodass immer mehr gekauft werden muss. Auf Dauer treibt das jeden Betroffenen in die Schuldenfalle.

Warum ist eine Kaufsucht gefährlich?

Eine klassische Kaufsucht zeigt alle Anzeichen einer Abhängigkeit. Bei vielen Menschen beginnt die Retail Therapy relativ harmlos. Es werden sogenannte Frustkäufe getätigt, die die Stimmung kurzfristig aufhellen sollen. Auch wenn die Kaufsucht bis heute noch nicht als Suchterkrankung anerkannt wurde, weist sie alle typischen Kennzeichen einer Sucht auf. Betroffene Personen haben das eigene Kaufenthalten nicht mehr unter Kontrolle. Um das Glücksgefühl zu erreichen, müssen sie die Dosis steigern. Das bedeutet, dass immer teurere Dinge oder immer häufiger eingekauft werden muss. Ansonsten kommt es zu regelrechten Entzugserscheinungen. In vielen Fällen leiden Betroffene unter Depressionen, wenn sie ihre Sucht nicht ausleben können. Sie halten auch dann an ihrem Verhalten fest, wenn sie bemerken, dass sie dadurch einen großen Schaden anrichten. Eine Kaufsucht macht sich dadurch bemerkbar, dass die gekauften Waren häufig gar nicht benötigt werden und ungenutzt gelagert werden.

Suchterkrankung oder Zwangsstörung?

Es gibt die unterschiedlichsten Meinungen dazu, ob die Kaufsucht eine typische Abhängigkeitserkrankung ist oder zum Bereich der Zwangsstörung gehört. Viele Experten sind sich einig, dass das pathologische Kaufen eine besondere psychische Störung ist. In der Regel tritt sie mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Borderline oder andere Zwangsstörungen auf. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Retail Therapy eigenständig behandelt wird. Bei der Kaufsucht handelt es sich nicht um ein neues Phänomen. Es hat beispielsweise nichts mit dem Internet zu tun, durch das Einkäufe noch schneller und unkomplizierter getätigt werden können. Die Begründer der modernen Psychiatrie Eugen Bleuler und Emil Kraeplin haben bereits vor über 100 Jahren in ihren Lehrbüchern über die Verhaltenssucht geschrieben. Sie beschreiben die krankhafte Kaufsucht als etwas Triebhaftes. Betroffene können einfach nicht anders.

Retail Therapy kann jeden Menschen treffen

Es gibt keine genauen Zahlen, wie viele Menschen von der Kaufsucht betroffen sind. Man geht aber davon aus, dass circa 5 – 8% der Gefährdeten darunter leiden. Betroffen sind alle Einkommens- und Bevölkerungsschichten. Statistiken belegen, dass im Durchschnitt Frauen häufiger von einer Kaufsucht betroffen sind. Zusätzlich gelten jüngere Menschen als wesentlich gefährdeter als ältere. Wenn die Retail Therapy nicht behandelt wird, droht dem Betroffenen eine finanzielle Katastrophe. Im schlimmsten Fall kommen juristische Probleme dazu, da es zu einer Beschaffungskriminalität kommt oder Shops, bei denen Waren ohne Bezahlung gekauft wurden, eine Anzeige wegen Betrugs gestellt haben.

Was ist Empathielosigkeit? Was kann man tun? Bedeutung, Definition, Erklärung


Empathie ist eine sehr weit verbreitete Stärke vieler Menschen und wird mitunter auch als vollkommen selbstverständlich angesehen. Zunächst geht es hier darum, sich in die Gefühle und Gedanken eines anderen Menschen hineinversetzen zu können. Ist man ein empathischer Mensch, zeigt man dies in aller Regel auch durch bestimmte Handlungen, die sich in Mimik und Gestik ausdrücken können. Menschen, die an einer Empathielosigkeit leiden, können genau dies jedoch nicht. Ein solches Verhalten wird von der Außenwelt zumeist als unsozial und wenig verständlich betrachtet.

Was ist Empathielosigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ist eine solche Störung für die Außenwelt in jedem Fall sofort zu erkennen? Hier lässt sich in jedem Fall sagen, dass es hier eine ganze Reihe möglicher Indizien gibt, die für außenstehende Personen durchaus sehr schnell zu erkennen sind.

Wer sich nicht gerade empathisch zeigt, tut dies in der Regel ständig, denn klar sollte in jedem Fall auch sein, dass es sich hierbei um ein sehr verfestigtes Verhalten handelt. Gerade im höheren Erwachsenenalter ist es mehr als unwahrscheinlich, dass derartige Verhaltensweisen wieder verschwinden.

Das Umfeld bemerkt die fehlende Empathie zum Beispiel durch fehlende Gefühlsreaktionen. Ist ein Familienangehöriger schwer erkrankt oder möchte man selbst heiraten und konfrontiert die jeweilige Person mit diesen Dingen, so wird eine Reaktion nicht stattfinden. Es werden keine Tränen vergossen und es folgen auch keine befürwortenden Reaktionen oder wohltuenden Worte auf ein freudiges Ereignis.

Wo liegen die Ursachen der Empathielosigkeit? Gründe

Zunächst sollte man sich vor Augen führen, dass es sich mit Blick auf die Empathielosigkeit abhängig von der Stärke der Ausprägung um eine sehr ernsthafte Störung handelt. Somit stellt sich natürlich im besonderen Maße die Frage nach den möglichen Ursachen. Hier wird es jedoch wirklich sehr schwierig, denn die möglichen Ursachen, die für eine solche Störung verantwortlich sind, können extrem vielschichtig sein.

Besonders häufig prägt sich dieses Verhalten bereits in der Kindheit aus. So können sich kleine Kinder in vielen Fällen vollkommen empathielos gegenüber ihren Geschwistern oder den Eltern verhalten.

Auch fehlende soziale Bindungen können für ein geringes Gemeinschaftsgefühl und die nicht vorhandene Fähigkeit, sich in andere Personen hineinzuversetzen ursächlich sein. Hat man bereits in früher Kindheit nur wenige oder keine Freunde und ist man zudem auch weder in einem Verein, noch in irgendeiner kreativen Arbeitsgemeinschaft, kann sich ein derartiges Verhalten ebenso schnell ausprägen und auf Dauer verfestigen. Eltern sollten daher darauf bedacht sein ihre Kinder auch mit anderen Kindern zusammenzubringen. Feste Kontakte und gemeinsame Erfolge (hier ist ein Sportverein von besonderer Bedeutung) sind für Kinder unabdingbar und sorgen dafür, dass man auch fähig ist eine Empathie für andere Menschen zu entwickeln.

Siehe auch:

Empathielosigkeit und Depressionen

Eine Empathielosigkeit ist durchaus für die betroffenen Personen ein sehr schwerwiegendes Problem, und zwar auch dann, wenn sie dies selbst nicht zugeben. Es ist sehr typisch für diese Personen solche Probleme auf Dauer zu verdrängen.

Verdrängt man auf Dauer, die in der Tendenz immer stärker zunehmenden Probleme, kommt es oft auch zu einer Ausprägung von Depressionen. Dies erkennt man dann zum Beispiel auch daran, dass die jeweiligen Personen sich verstärkt zurückziehen und kein erfülltes Leben mehr führen können.

Wie stark diese Depressionen sich ausweiten, hängt auch immer ein Stück weit von den sonstigen persönlichen Eigenschaften einer solchen Person ab. Ist man selbst eher labil und nicht in der Lage sich aufzuraffen, ist man ganz besonders anfällig für schwere Depressionen.

Empathielosigkeit und Aggressionen

Die möglichen negativen Begleiterscheinungen einer Empathielosigkeit können in jedem Fall sehr umfassend und somit auch belastend sein. Belastungen können sich sowohl für die betroffene Person selbst, als auch für die jeweiligen Mitmenschen ergeben.

Eine vertiefte Empathielosigkeit kann durchaus auch mit ernsthaften und sehr stark ausgeprägten Aggressionen verbunden sein. Hierbei versuchen die betroffenen Menschen sehr häufig ihre Probleme zu kompensieren und ihren Frust an Gegenständen und anderen Menschen auszulassen. Diese Form der Gewalt kann in Bezug auf Personen physischer aber auch psychischer Ausprägung sein.

Empathielosigkeit und Egoismus

Eine starke Empathielosigkeit muss jedoch nicht immer ausschließlich von Frust, Aggressionen oder bestimmten Formen der Gewalt begleitet sein. Eine Person ohne Empathie kann sich in jedem Fall auch ganz besonders egoistisch verhalten. So greift ein solcher Mensch immer zuerst nach dem größten Stück Kuchen auf dem Tablett oder versucht in der Bahn möglichst 2 Sitzplätze einzunehmen. Wer keine Empathie verspüren kann, wird sich eben nun einmal nicht für die Bedürfnisse und Gefühle anderer Menschen begeistern können.

Was man bei einer ausgeprägten Empathielosigkeit tun kann

Die Empathielosigkeit zu überwinden ist definitiv nicht leicht. Je früher man dagegen ankämpft, desto besser, denn gerade im fortschreitenden Erwachsenenalter ist der Charakter schon so fest ausgeprägt, und zwar tatsächlich auch so stark, dass man sich in der Regel nicht mehr ändert.

Bei Kindern und Jugendlichen können vor allem die Eltern gegen ein solches Verhalten ankämpfen und gezielt Abhilfe schaffen. Dies gelingt am besten mit einer direkten Konfrontation. So sollten Eltern ihre Kinder stets mit den Gefühlen anderer Personen konfrontieren und sie fragen, wie sie sich selbst in einer bestimmten Situation fühlen würden.

Manchmal ist der Gang zum Psychologen nötig und kann langfristig helfen

Nicht immer schafft man es selbst sich von der Empathielosigkeit loszusagen. Auch das ganz persönliche Umfeld ist nicht selten mit einer solchen Situation überfordert.

Ein Psychologe oder eine Psychologin kann bei diesem Problem jedoch zielgerichtet helfen. Die erste Erkenntnis muss allerdings immer bei den Betroffenen selbst liegen, denn nur so gelingt auch eine erfolgreiche Therapie, die langfristigen Bestand hat.

Möchte man die Empathielosigkeit wirklich überwinden, benötigt man vor allem Geduld und jede Menge innerlichen Ansporn. Es kann bei einer recht komplexen Störung dieser Art durchaus einige Jahre dauern bis sich ein echter Erfolg einstellt. Man darf demnach unter keinen Umständen schon nach wenigen Wochen aufgeben, wenn sich noch kein Erfolg abzeichnet.

Was ist Ekpathie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Ekpathie gilt als Gegenstück zur Empathie. Sie bedeutet, dass sich eine Person emotional nicht in zu großem Umfang auf andere Personen einlässt. Sie kann sinnvoll sein, um andere Menschen oder sich selbst vor Ausnutzung oder Manipulation zu bewahren.

Was ist Ekpathie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bei der Bezeichnung Ekpathie handelt es sich um eine verhältnismäßig neue Wortkreation. Aus diesem Grund können viele Menschen seine Bedeutung noch nicht richtig einschätzen. Die Ekpathie wird als Gegenstück zur Empathie eingestuft. Der Begriff Empathie ist den meisten Menschen geläufig. So gelten Menschen, die empathisch empfinden, als in der Lage, die Gefühle und Emotionen anderer Menschen richtig einzuschätzen. Dadurch kommt es zu einer angemessenen Reaktion.

Ein Empath zeigt beispielsweise Mitgefühl für Menschen, die leiden oder sich schlecht fühlen. Die Empathie entsteht bereits in der frühen Kindheit. Sie wird auch als Einfühlungsvermögen eingestuft. Menschen, die Empathie besitzen, vermögen sogar die Gedanken und Absichten anderer Personen zu erkennen. Im Berufsleben wird die Empathie hoch eingeschätzt.

Kleine Kinder sind zunächst noch nicht dazu imstande, Mitgefühl mit anderen kleinen Kindern zu zeigen, wenn diese traurig sind. Setzt jedoch die Entwicklung von Empathie ein, vermag das Kind Schmerz oder Trauer eines anderen nachzuempfinden. Dadurch kann es entsprechend reagieren und die andere Person zum Beispiel aufmuntern.

Siehe auch:

Ekpathie: Ursprung, Geschichte

Definiert wurde der Begriff Ekpathie (Ecpathy) von dem spanischen Psychiater Professor Dr. Jose Luis de Rivera, einem Experten auf den Gebieten psychischer Missbrauch am Arbeitsplatz und Mobbing. Er sieht darin einen bewussten und zugleich freiwilligen Vorgang zum Ausgrenzen von Motivationen, Gedanken und Gefühlen. Bei der Ekpathie handelt es sich seiner Einschätzung nach jedoch nicht um Gefühlskälte oder Gleichgültigkeit. Diese Charakterzüge sind vorwiegend bei Menschen mit geringer Empathie zu finden. Die Ekpathie gleicht die Empathie aber aus. Sie stellt ein kompensatorisches Manöver dar, das als Schutz vor einer Flut aus Emotionen dient, die durch Empathie vorkommen kann. So besteht diese Gefahr prinzipiell bei empathischen Personen.

Die Ekpathie sorgt also dafür, dass ein Mensch nicht von den Gefühlen anderer übermannt wird und dadurch Schaden erleidet. Natürlich ist die Empathie überaus wichtig, denn nur mit ihr lassen sich andere Menschen verstehen. Allerdings birgt die Empathie auch Gefahren in sich. So kann es geschehen, dass eine empathische Person sich allzu intensiv mit der Situation anderer Personen befasst, dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird und sich selbst dabei vergisst.

Wichtigkeit der Ekpathie

Die Ekpathie ist also in bestimmten Situationen von großer Bedeutung. So werden die Menschen häufig von Politikern, Medien und Konzernen manipuliert. Dabei machen sie sich die Empathie oft zunutze, wodurch wiederum das Risiko von Missbrauch steigt. Durch die Ekpathie ist es aber möglich, gefühlsmäßigen Manipulationen entgegenzuwirken.

Als Beispiel für das Manipulieren von empathischen Gefühlen gelten spezielle Formate des Fernsehens oder der Werbung. Dabei werden gespielte Emotionen eingesetzt, auf die viele Menschen emotional reagieren und dadurch ihr logisches Denken vernachlässigen. Dazu zählen u. a. Entschlüsse für sinnlose Käufe oder voreilige Folgerungen über Welt und Gesellschaft.

Ekpathie sinnvoll im Berufsleben

Von Bedeutung ist die Ekpathie auch im Berufsleben, um sich selbst zu schützen. Häufig neigen empathische Menschen dazu, die Arbeit eines Kollegen ebenfalls zu übernehmen, weil er auf sie einen müden und überarbeiteten Eindruck macht. Nutzt der Arbeitskollege diesen Umstand jedoch aus, wird er dieses Verhalten wiederholt verlangen. Ein empathischer Kollege ist dann oft nicht in der Lage, dies abzulehnen, weil er deshalb ein schlechtes Gewissen hat. Infolgedessen überarbeitet er sich früher oder später selbst und leidet darunter.

Ein Übermaß an Empathie kann also durchaus schädlich sein. Im Extremfall drohen dadurch Schäden wie Schuldgefühle, Erschöpfung oder sogar ein Burnout-Syndrom. Psychologen sprechen dann von einem pathologischen Altruismus, was krankhafte Nächstenliebe bedeutet.

Durch ein gesundes Maß Ekpathie ist es möglich, rational und objektiv zu bleiben und ungerechtfertigte Wünsche von Kollegen abzulehnen, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben. Ekpathie heißt allerdings nicht, gefühlskalt zu sein. So kann beispielsweise dem betroffenen Kollegen ein Rat gegeben werden, wie er seine Arbeit effizienter gestaltet. Letztendlich ist ihm dadurch sogar besser geholfen.

Ekpathie ist mitunter auch sehr wichtig für Menschen, die am Arbeitsplatz unter Mobbing oder Missbrauch leiden. So kann ihnen ekpathisches Denken dazu verhelfen, mehr Distanz zu ihren Kollegen zu erlangen.

Lässt die Ekpathie Mitgefühl zu?

Natürlich haben auch ekpathische Menschen Gefühle und können mit anderen Personen Mitleid empfinden. Sie handeln jedoch nicht im Überschwang, sondern reagieren stattdessen mit Überlegung, Logik und Rationalität. Auch können sie Menschen, die trauern, Trost spenden. Sie achten jedoch auf ihre Handlungen und denken über die nächsten Schritte nach. Sie können auch Trauer empfinden, lassen sich aber nicht von ihr beeinflussen.

Auf keinen Fall sind ekpathische Personen gefühlskalt, wenngleich sie sich nicht von ihren Emotionen leiten lassen. Außerdem sind sie fähig, Sympathien für andere Personen zu zeigen. Ihr Verhalten dient letztlich zum Eigenschutz vor nervlichen Belastungen und emotionaler Manipulation. Das hilft ihnen dabei, sich nicht negativ beeinflussen oder ausnutzen zu lassen. Die Ekpathie stellt also keine negative Charaktereigenschaft dar.

Ist Ekpathie erlernbar?

Ekpathie und Empathie müssen sich nicht automatisch ausschließen. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass sie einander ergänzen. So ist es ein großer Vorteil, wenn sich erkennen lässt, wann Empathie angebracht ist und wann es besser ist, ekpathisch zu reagieren. Auf diese Weise schützt die betroffene Person nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen.

Für Menschen, die als ausgeprägte Empathen gelten, ist das Erlernen der Ekpathie allerdings schwieriger. Trotzdem können auch sie lernen, sich ekpathischer zu verhalten. Wichtig ist dabei, sich Reaktionen, die emotional geprägt erfolgen, abzugewöhnen. In emotionalen Situationen gilt es, so ruhig wie möglich zu bleiben, was allerdings nicht immer leicht fällt. Umso wichtiger ist es, nachzudenken, logische Schlussfolgerungen zu ziehen und sich zurückzuhalten.

Am Arbeitsplatz empfiehlt es sich, zur Förderung der Ekpathie schriftliche Notizen anzufertigen. Dabei wird präzise vermerkt, welche Kollegen Hilfe beanspruchen und wie oft sie das tun. Ebenso sollte der Betroffene festhalten, welche Kollegen ihm Hilfe leisten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, auf bewusste Art und Weise Nein zu sagen und dabei zu beobachten, wie der Kollege darauf reagiert. Fällt seine Reaktion sehr negativ oder sogar wütend aus, gilt dies als Indiz dafür, dass er seine Kollegen vermutlich ausnutzt.

Fazit: Was ist Ekpathie?

Die Ekpathie gilt als Gegensatz zur Empathie. Sie bedeutet jedoch keine Gefühlskälte oder egoistisches Verhalten, sondern lediglich weniger Emotionalität. So kann die Ekpathie durchaus als positive Eigenschaft betrachtet werden, die einen Menschen davor bewahrt, von anderen Personen emotional manipuliert oder ausgenutzt zu werden.

Was ist Cenosillicaphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Werbegag statt Krankheitsbild. Die sogenannte Cenosillicaphobie lässt zunächst an eine Angstkrankheit denken. Tatsächlich handelt es sich aber um einen in der Getränkebranche kreierten Begriff, der für Belustigung und gute Verkäufe sorgt. Die Furcht vor dem leeren Glas scheint vor allem unter Bier- und Weinliebhabern verbreitet zu sein.

Was ist Cenosillicaphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff Cenosillicaphobie ist entsprechend der Bezeichnung für bekannte Ängste wie Arachnophobie oder Verbophobie gebildet. Bei diesen handelt es sich um spezifische Phobien, die durch einen bestimmten Gegenstand oder eine bestimmte Situation ausgelöst werden. Im Falle der Arachnophobie durch Spinnen, im Falle der Verbophobie durch das geschriebene, gesprochene, gehörte oder gedachte Wort. Dementsprechend bezeichnet die Cenosillicaphobie die Angst vor leeren Gläsern.

Die Bezeichnung Cenosillicaphobie setzt sich ähnlich wie medizinische Namen für Angstzustände aus verschiedenen Wortteilen zusammen, die dem Altgriechischen und/oder Lateinischen entnommen sind. Im Falle der Cenosillicaphobie sind es drei:

  • kenos (griechisch) = leer
  • silex (lateinisch) = Kieselstein
  • phobos (griechisch) = Furcht

Versteht man silex als den Quarz, aus dem Glas gemacht ist, ergibt sich somit die Angst vor dem leeren Glas als Bedeutung für Cenosillicaphobie.

Ursprung des Begriffs Cenosillicaphobie

Der Begriff Cenosillicaphobie lässt sich im Internet bis in die frühen Anfänge dieses Jahrtausends zurückverfolgen. Seit 2001 erfreut er sich offenbar größter Beliebtheit, vor allem bei Freunden der Bier- und Weinkultur. Und deren Lieferanten. Gerne wird selbstironisch von der Angst vor dem leeren Bier- oder Weinglas gesprochen, und so mancher Brauer und Winzer ebenso wie die ein oder andere Bar spornen die Kunden mit dem hochtrabenden wissenschaftlichen Namen für die Sorge um das Ausbleiben von Nachschub zum Konsum an. Der komische Effekt resultiert dabei aus dem Spannungsfeld zwischen der namentlichen Einstufung als therapiebedürftiger Angstkrankheit und dem eigentlich harmlosen Wunsch, das Trinken möge weitergehen.

Siehe auch: Was ist die Bierangst?

Symptome der Cenosillicaphobie

In Einklang mit der Definition als Angstzustand werden der Cenosillicaphobie auch gerne entsprechende Symptome zugeschrieben. Etwa der nervöse Blick aufs Glas oder den Bartender, ein trockenes Gefühl im Hals, gesteigerter Durst. Auch hier ist wieder ein Körnchen Wahrheit enthalten: Wer noch nicht genug hat, der behält im Blick, ob Nachschub benötigt wird, und wo er denn herkommen kann. Mit den tatsächlichen Symptomen einer spezifischen Phobie hat dies natürlich wenig zu tun. Zu diesen gehören neben steigendem Blutdruck, Herzrasen, Kurzatmigkeit, Schweißausbrüchen, Hitzewallungen, Frösteln, Orientierungslosigkeit und Ohnmacht auch das Gefühl von Scham und Hilflosigkeit sowie die Angst davor, im Zuge der Panikattacke verletzt oder getötet zu werden. Während Betroffene einer wirklichen Phobie sich oft aus Angst vor dem Auslöser, den gesundheitlichen und sozialen Folgen in die Isolation zurückziehen, hat die Cenosillicaphobie eine ausgesprochen gesellige Seite. Mag man die Angst vor dem leeren Glas auch beim Genuss zuhause erleben, so wird sie in der Gruppe unterhaltsam und lädt zum gemeinsamen Weitertrinken ein!

Ursachen der Cenosillicaphobie

Während tatsächliche Phobien ihre Ursache in einer Mischung aus oft weit zurückliegenden traumatischen Erlebnissen, in der Kindheit erlerntem Verhalten, Vererbung und chemischen Prozessen im Gehirn haben, schreitet die Entwicklung der Cenosillicaphobie offenbar weitaus schneller voran. Es reicht das einmalige Erleben eines schwindenden Bier- oder Weinvorrates im Glas und eine einzige Erwähnung der Phobie durch gutmeinende Hersteller, Bartender oder Mittrinker, um die Angst vor dem leeren Glas in Gang zu bringen. Eine Veränderung der Hirnchemie erfolgt dann eher im Zuge der Bekämpfung der Angst, nämlich dann, wenn genügend Alkohol das Denken verändert.

Behandlung der Cenosillicaphobie

Glücklicherweise lässt sich die Cenosillicaphobie genauso rasch beheben, wie sie auftritt. Das Versprechen von ausreichend Nachschub und ein Nachfüllen des Glases sind in der Regel ausreichend, um dem Betroffenen schwerere Symptome zu ersparen. Während echte Phobien mit kognitiver Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Hypnotherapie, Energietherapie und gegebenenfalls Medikation behandelt werden müssen, um mit der Angst umzugehen oder sie gar zu überwinden, ist eine Behandlung im Falle der Cenosillicaphobie in der Tat eher kontraproduktiv. Üblicherweise wünschen weder direkt Betroffene noch Brauer, Winzer und Wirte ein endgültiges Ende des Zustands. Angestrebt wird nur die vorübergehende Beschwichtigung der Angst, ein Wiederaufleben, wenn das Glas sich erneut leert, ist durchaus erwünscht.

Selbsthilfe: Cenosillicaphobie

Während bei echten Phobien verschiedene Entspannungstechniken, Information über Ursachen und Symptome der Angst sowie ein Austausch mit Betroffenen für eine Linderung der Beschwerden sorgen können, scheinen diese Maßnahmen im Falle der Cenosillicaphobie eher eine gegenteilige Wirkung zu entfalten. Je mehr die Betroffenen darüber wissen und sich dazu austauschen, desto größer wird die Angst vorm leeren Glas und der Drang, dieses schnellstmöglich nachzufüllen. Im Falle von alkoholischen Getränken tritt die Entspannung allenfalls in der Folge auf.

Die Cenosillicaphobie ist also keine medizinische Angststörung. Falls doch, kommt sie wohl nur äußerst selten vor und ist nicht erforscht, denn es gibt keine einschlägige Literatur zu dem Thema. Der Begriff taucht ausschließlich im Umfeld von Brauereien, Winzereien, dem Gastgewerbe und Freunden des geselligen Trinkens auf. Die komische Seite der unechten Angst können möglicherweise nicht alle von tatsächlichen Phobien Betroffene erkennen. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass gerade im Umfeld des Internets dem Phänomen der Angst eine komische Seite abgewonnen wurde. Die durchaus reale Angst vor langen Wörtern, mit korrektem Namen Sesquipedalophobie, kursiert im Internet scherzhaft unter der monströs langen Bezeichnung Hippopotomonstrosesquippedaliophobie. Im Gegensatz dazu gehört zur Cenosillicaphobie kein aus medizinischer Sicht behandlungswürdiges Krankheitsbild.

Was ist „Mental Load“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Mental Load“ bezeichnet die Belastung, die im Alltag durch die Organisation von Alltagsaufgaben entsteht und bezieht sich hauptsächlich auf die nicht sichtbaren Aufgaben die umgangssprachlich auch unter der Kategorie „nicht der Rede Wert“ auftauchen. Die Organisation dieser Aufgaben ist insbesondere für ein funktionierendes Familien- und Paarleben unabdingbar. Die Verantwortung für die Übernahme dieser Aufgaben obliegt in der heutigen Gesellschaft zumeist den Frauen.
In modernen Kontexten wird mit der Begrifflichkeit „Mental Load“ aber vor allem auf die Benennung der Kopf- und Kümmerarbeit verwiesen, die hauptsächlich im familiären Alltag anfällt (Organisation der Kinderbetreuung, Erledigung von Einkäufen, Planung von Mahlzeiten, Haushalt, Einhaltung wichtiger Termine,…).

Ursprung: Entstehung von „Mental Load“

Den Ursprung findet der Begriff in den 1970er Jahren, wo er in Bezug auf diverse Berufsgruppen vor allem unter Heranziehung und Begutachtung geistiger Belastungserscheinungen, die im Zusammenhang mit Stress und deren Auswirkungen auf verschiedene Vitalparameter (beispielsweise Herzfrequenz, Atemfrequenz und Blutdruck) auftreten, diskutiert. Im Jahr 2020 taucht der Begriff dann im Kontext der Auswirkungen der Corona Pandemie im Zuge von Untersuchungen zu den Auswirkungen der Pandemie auf die mentale Gesundheit erneut auf.

Wie funktioniert das Prinzip des „Mental Load“?

Im familiären Kontexten obliegt die Organisationsarbeit meistens nur einem Elternteil oder Partner. Er oder sie kümmert sich um alles, plant Termine und denkt daran Fristen einzuhalten und ist der Ansprechpartner für Informationen, die von Außen (Schulen, Kindergarten, Freunde der Kinder,…) eintreffen. Hier kanalisieren sich sowohl positives als auch negatives Feedback, sofern mal etwas schief läuft. Alle anderen Familienmitglieder fungieren in diesem Kontext als sogenannte „Befehlsempfänger“ und sind nur dafür verantwortlich, die ihnen auferlegten Arbeiten auszuführen.

Warum liegt der „Mental Load“ so häufig bei Frauen?

Die Begründung dafür, warum zumeist Frauen von dem Phänomen „Mental Load“ betroffen sind findet sich in mehreren entscheidenden Faktoren: Insbesondere die eigene Erziehung spielt für dies Problematik eine Rolle. Die Prägung, die der Mensch in seiner Kindheit durch das vorgelebte Rollenverständnis erfährt, übernimmt er zumeist auch für den eigenen Familienkontext in seiner Zukunft. Des Weiteren kann der eigene Perfektionsmus und die damit verbundene Erwartungshaltung an das Selbst bedeutend sein. Meist hat jeder Mensch eine konkrete Vorstellung davon, was er von sich selbst (und den damit verbundenen eigenen Leistungen) erwartet. Dies prägt ihn bei der Ausübung sämtlicher alltäglicher, aber auch beruflicher Tätigkeiten. Darüber hinaus neigen Menschen im Kontext zwischenmenschlicher Beziehungen dazu, Belastungen vom Partner fernzuhalten. Lieber werden Dinge aus eigener Kraft erledigen, als durch Kommunikation mit dem jeweiligen Partner zu klären, wer für welche Aufgaben Verantwortung übernimmt.

Wie kann „Mental Load“ verringert werden und eine bessere Aufgabenverteilung im Rahmen der Familie / Partnerschaft aussehen?

Um einen Mental Overload (mentale Überforderung, ausgebrannt sein, Vorstufe des Burn Out) zu vermeiden ist es wichtig in Partnerschaften und Familienverbänden miteinander zu kommunizieren, wenn es darum geht die im Alltag anfallenden Aufgaben sinnvoll und gerecht zu verteilen. In diesem Zusammenhang kann es hilfreich sein gemeinsam Listen zu erstellen, auf denen alle (auch mentalen und unsichtbaren Tätigkeiten) erfasst werden. So werden auch unsichtbare und ausgesprochene (und als selbstverständlich angenommene) Aufgabenbereiche identifiziert. Das schafft für alle Beteiligten Transparenz und damit einhergehend häufig auch mehr Wertschätzung und Verständnis für die täglich erbrachten Leistungen. Nachdem alle Aufgaben aufgelistet sind sollte sinnvoll besprochen werden, welcher Aufgabenbereich von wem bearbeitet wird. Um diesen Prozess sinnvoll zu überwachen, sollten im regelmäßigen Turnus Gespräche stattfinden, die die verteilten Aufgaben besprechen und bei Bedarf nochmal umverteilen.

Was ist der Bandwagon-Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Bandwagon-Effekt beschreibt das Phänomen, dass sich Menschen an den Erfahrungen und den Einschätzungen anderer Personen orientieren. Evolutionär lässt sich der Bandwagon-Effekt mit der Schwarmintelligenz in Verbindung bringen: Das, worauf viele Menschen vertrauen, kann – so die Erfahrung des unentschlossenen Individuums – nicht falsch oder schlecht sein.

Was ist der Bandwagon-Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Bandwagon-Effekt beschreibt auf einer zweiten Definitionsebene des Weiteren die Verhaltensänderung von Personen, indem letztere das für gut befundene Verhalten oder zum Beispiel Einstellungen anderer Menschen adaptieren und den eigenen Habitus überdenken und anpassen. Auch das Kaufverhalten und die Kaufmotivation von Personen lässt sich mit Hilfe des Bandwagon-Effekts steuern und beeinflussen.

Der Bandwagon-Effekt ist daher heute für die Wirtschaft und Marketinganalysten ein zunehmend wichtiger Faktor, um z.B. das Kaufverhalten von Personen zu antizipieren und eigene Marketingstrategien entsprechend anzupassen. Dabei ist das vorrangige Ziel, den individuellen Umsatz zu erhöhen.

Der Begriff des Bandwagon-Effekts geht auf die Mitte des 19.Jahrhunderts zurück

Die Bezeichnung des Bandwagon-Effekts wurde durch den einstigen U.S.-Bürger Dan Rice geprägt. Dan Rice unterstützte den Präsidentschaftskandidaten Z. Taylor. Dazu zog Rice durch die Lande und forderte seine Mitbürger auf, ihm auf seinem Wagen im Rahmen seiner unterstützenden Initiative zu begleiten.

Der sogenannte Bandwagon-Effekt ließ nicht lange auf sich warten: Je größer die Anzahl der Mitreisenden wurde, desto einfacher gelang es Dan Rice, weitere Unterstützer anzuwerben. Die weiteren, neu hinzu gewonnenen Personen schlossen sich Dan Rice schnell an. Das Ganze geschah einzig aus dem Grund, weil dies ja auch schon zahlreiche Personen vor ihnen getan hatten. Die neu hinzugewonnenen Menschen schlossen sich Rice also an, ohne den Sinn und Zweck der Unterstützung überhaupt weiter zu hinterfragen. Neben der Bezeichnung des Bandwagon-Effekts kursiert deshalb auch der Begriff des Mitläufer-Effekts.

Bandwagon-Effekt im deutschen Sprachgebrauch

Der Bandwagon-Effekt ist auch im Deutschen unter der gleichnamigen Bezeichnung bekannt. In wissenschaftlichen Evaluationen wird allerdings häufig die verständlichere Bezeichnung des Mitläufer-Effekts gewählt.

Der Bandwagon-Effekt und die oben referierte Geschichte, die hinter der Prägung seiner Bezeichnung stehen, haben im Deutschen die Entstehung eines Sprichwortes beeinflusst: Der Spruch „auf den Zug aufspringen“ wird synonymisch für die Redensart „sich anschließen“ verwendet und vermehrt dann genutzt, wenn sich weitere Menschen einer bereits bestehenden Gruppe anschließen, die ein konkretes Vorhaben oder Ziel verfolgen.

Das Potential von sozialer Bewährtheit

Der Psychologe Cialdini erkannte und beschrieb das Potenzial der soziales Bewährtheit zur Steigerung der Kaufmotivation. Er erkannte, dass die Bewährtheit eines Produktes in der Gesellschaft in höherem Maße zu einem Anstieg der Verkaufszahlen führen kann als Geld per se. Das bedeutet konkret, dass Personen sogar bereit sind, für ein Produkt mehr zu bezahlen, wenn es von einer großen Anzahl von Menschen bereits gekauft wurde und für gut befunden wird.

Der Bandwagon-Effekt im Alltag

Der Bandwagon-Effekt begegnet uns auch im heutigen Alltag regelmäßig. Ein klassisches Beispiel ist das Aufkommen des Apple- und iPhone-Hypes. Auch bei Menschen, die in der Anfangsphase des Apple-Erfolgs wohl kaum eine Vorstellung davon hatten, was das neue Smartphone des kalifornischen Technikkonzerns zu leisten vermag und wozu dies genutzt werden kann, führte die schlagartige Nachfrage schon in einer frühen Phase der Apple-Geschichte zu einem regelrechten Hype rund um das iPhone.

Jeder, der es sich irgendwie leisten konnte, wählte das iPhone als neues Smartphone, da es ja als eines der meistverkauften mobilen Geräte galt und über zahlreiche positive Bewertungen und Rezensionen verfügte.

Bis heute wird die Bewährtheit des bekannten Smartphones und somit in gewisser Weise der Bandwagon-Effekt als Hauptgrund dafür gesehen, dass die Nachfrage noch immer nicht stagniert, obgleich es sicherlich zahlreiche günstigere Produkte der Konkurrenz gibt, die in puncto Funktionen und Leistung durchaus mit Apple konkurrieren können.

Der Bandwagon-Effekt im modernen Marketing

Der Bandwagon-Effekt wird auch von Marktforschern analysiert und für Verkaufsprozesse nutzbar gemacht. Soziale Impulse sollen beispielsweise dazu führen, dass Produkte als besonders bewährt eingeschätzt und somit für gut befunden und vorrangig gekauft werden.

Vor allem für das Online-Marketing hat der Bandwagon-Effekt eine wichtige Funktion und Bedeutung: Werden Produkte von zahlreichen Kunden auf renommierten Bewertungsportalen für gut befunden und als empfehlenswert bewertet, steigt die Nachfrage.

Längst haben sich aus diesen Erkenntnissen auch unseriöse Geschäftsmodelle entwickelt. Bewertungen können in der heutigen Zeit gekauft und somit unrechtmäßig auf zweitem Wege erworben werden, ohne dass Kunden ein Produkt tatsächlich getestet und rezensiert haben.

Viele Dienstleister und Hersteller gehen außerdem dazu über, vermehrt ausführliche Erfolgsgeschichten von Kunden in allen Details zu veröffentlichen. Ziel ist die Schaffung eines größtmöglichen Vertrauens auf Basis einer verlässlichen Authentizität.

Ein weiteres Mittel, das sich die Erkenntnisse aus dem Bandwagon-Effekt im Bereich des Online-Marketings zunutze macht, ist die Anzeige von Echtzeitaktivitäten. Verwendung findet dieses Procedere insbesondere auf Reise- und Flugbuchungsportalen.

Die Echtzeitaktivitätsanzeige bewirkt dabei nicht nur die Generierung eines generellen Vertrauens, sondern löst zugleich auch sozialen Druck aus: Kunden befürchten, dass limitierte Angebote vorschnell ausverkauft bzw. ausgebucht sind und greifend entsprechen schneller, d.h. oft sogar unüberlegt zu.

Bekannte Gesichter in der Werbung verstärken den Bandwagon-Effekt

Jeder kennt die bekannten Gesichter von Prominenten aus Film und Fernsehen, die unterschiedliche Produkte testen und bewerben. Marktforscher haben längst erkannt, dass der Bandwagon-Effekt umso besser mit Hilfe von prominenten und vertrauenswürdigen Gesichert funktioniert. Trägt ein Fußballprofi einen bestimmten Sportschuh, kann es sich nur um ein Produkt handeln, das auch für die eigenen Zwecke genüge leistet.

Fazit: Bandwagon-Effekt hat viele Facetten

Der Bandwagon-Effekt oder auch der Mitläufer-Effekt hat viele Facetten und basiert auf einem schon lange Zeit bekannten Phänomen, das besonders für das Internetmarketing der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. Der Bandwagon-Effekt lässt sich mit diversen Mitteln verstärken, beispielsweise mit der Präsenz bekannter Gesichter und Personen. So hat der Bandwagon-Effekt das Potential, starke Kauf- oder Teilnahmemotivation auszulösen.

Was ist ein Fixed Mindset? Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit dem Begriff des Fixed Mindset wird eine Selbsteinschätzung beschrieben, die davon ausgeht, das Fähigkeiten, Talente und Grundhaltungen angeboren und unveränderlich sind. Intelligenz wird in diesem Kontext als etwas angeborenes betrachtet, das sich nicht mehr verändern lässt.

In die deutsche Sprache übersetzt bedeutet der Begriff „Fixed Mindset“ soviel wie statische oder starre Denkweise, Überzeugung oder Verhaltensmuster (englisch Mindset). Die Begrifflichkeit geht auf die Psychologieprofessorin und Buchautorin Carol Dweck zurück, die sich mit dem Thema Mindset und der Unterscheidung zwischen Fixed und Growth Mindset intensiv beschäftigt hat.

Wie denken Menschen mit einem Fixed Mindset?

Menschen, die von einem Fixed Mindset überzeugt sind gehen davon aus, dass Können ausschließlich von Talent abhängig ist, dass Lernen ausschließlich aus dem Zweck heraus Lob zu erhalten erfolgt und gehen davon aus das Fehler als persönliche Bedrohung zu verstehen sind. Im Prozess des Scheiterns wird das Scheitern daher häufig auf das fehlende Talent bezogen und die damit verbundenen fehlenden Begabungen. Menschen mit einem Fixed Mindset gehen deshalb davon aus, dass sie Grenzen haben, die sie, egal wie viel Anstrengung sie investieren, nicht erreichen können. Sie neigen daher leicht dazu Herausforderungen grundsätzlich zu vermeiden und ihnen aus dem Weg zu gehen, sofern sie eine Niederlage vermuten. Dies liegt laut Carol Dweck vor allem daran, dass Menschen mit einem Fixed Mindset häufig unter Selbstzweifeln leiden und nicht an ihre Fähigkeiten und die damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten glauben.

Was unterscheidet das Fixed Mindset von dem Growth Mindset?

Im Unterschied zum Fixed Mindset geht die Annahme des Growth Mindset davon aus, dass Talente, Fähigkeiten, Grundhaltungen und Denkweisen nicht angeboren, sondern durch Anstrengung und Training veränderbar sind. Menschen mit einem Growth Mindset gehen im Gegensatz zu Menschen mit einem Fixed Mindset davon aus, dass sie sich unter maximalem Eigeneinsatz in jedem Bereich verbessern und weiterentwickeln können. Das Selbstbild des Growth Mindset ist im Vergleich zum Fixed Mindset dynamisch und begrüßt persönliches Wachstum. Neben der Tatsache, dass dieses Selbstbild weniger Stress im Job verursacht, geht es zudem davon aus, dass Herausforderungen als Chance zu verstehen sind und Neues erlernbar ist. Schwächen und Probleme werden in diesem Kontext als Handlungspunkt für Verbesserung verstanden und Fehler setzen gezielte Lernanreize.

Was sind Auslöser für ein Fixed Mindset?

Was ist ausschlaggebend für die Veränderung der Haltung eines Menschen von einem Fixed Mindset zu einem Growth Mindset?

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass ein Fixed Mindset nicht dauerhaft im menschlichen Gehirn aktiv ist. Stattdessen wird es durch bestimmte Situationen ausgelöst und bedingt. In der Fachsprache werden diese Auslöser als „Micromoments“ bezeichnet. Micromoments sind Impulse, die ein gewisses Verhaltensmuster inizieren. Auslöser für ein Fixed Mindset können in diesem Kontext Herausforderungen, harte Arbeit, Rückschläge, der Erfolg anderer (der verglichen zum eigenen Erfolg als viel höher empfunden wird) oder Kritik sein. Diese Auslöser beschränken den Menschen und machen ihn, bei vorliegen eines Fixed Mindsets, nahezu handlungsunfähig. Nur wenn die entsprechenden Trigger als selbige erkannt und identifiziert werden, können sie auf Dauer gelöst und bei intensivem Befassen mit der Thematik in ein Growth Mindset überführt werden. Das wichtigste für die Veränderung von Denkweisen ist dabei, sich die Gedanken insbesondere in Bezug auf die genannten Thematiken und Herausforderungen (im Alltag, Job oder anderen Kontext) konkret bewusst zu machen und zu überprüfen in welcher Weise das eigene Mindset funktioniert. Eine wissenschaftliche Anleitung hierfür gibt es bisher nicht.

Was ist ein Growth Mindset? Bedeutung, Definition, Erklärung


Beim Growth Mindset geht es um die richtige Einstellung, die eine Entwicklung zum Erfolg ermöglicht. Es handelt sich um ein Konzept aus der Psychologie, das Denkmuster zum Thema Intelligenz und Lernen betrifft. Die Kennzeichen des Growth Mindset bilden das Gegenbild zu denen des Fixed Mindset. Ein Growth Mindset verspricht dabei Aussichten auf Erfolg auch unter schlechten Startbedingungen. Damit wird diese Denkweise zu einem interessanten und wertvollen Instrument in verschiedenen Lebensbereichen. Es macht daher für jeden Sinn, die eigenen Denkmuster bewusst zu machen und sich einen Growth Mindset anzueignen.

Was ist ein Growth Mindset? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der englischen Wortkombination stecken die Wörter growth = Wachstum und mindset = Denkweise. Der Growth Mindset ist eine Art, über Intelligenz, Fähigkeiten und deren Erlernbarkeit zu denken. Und damit letztlich darüber, wie und ob man ein Vorhaben zum Erfolg führen kann. Auf den Punkt gebracht denken Menschen mit einem Growth Mindset, dass Intelligenz und bestimmte Fähigkeiten lernbar sind. Mit entsprechendem Einsatz und Durchhaltevermögen lässt sich jedes Ziel erreichen. Und selbst da, wo das ursprüngliche Ziel nicht erreicht wird, ist das Lernen aus Fehlern und Rückschlägen ein Erfolg an sich, der neue Türen öffnet.

Woher stammt das Konzept Growth Mindset?

Das Konzept vom Growth Mindset geht auf die amerikanische Psychologin Carol Dweck zurück, die über Schüler und ihre Einstellung zum Versagen forschte. In ihrem 2006 erschienen Buch Mindset: The New Psychology Of Success (Deutsch Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt) kommt sie zu dem Schluss, dass verschiedene Menschen verschiedene Vorstellungen zu Intelligenz und Lernen haben, die wiederum ihren Erfolg beeinflussen. Auf Grund dieser Erkenntnis formulierte sie die Begriffe Growth Mindset und Fixed Mindset.

Was kennzeichnet einen Growth Mindset?

Da Menschen mit dem sogenannten Growth Mindset überzeugt sind, dass sie sowohl ihre Intelligenz als auch ihre spezifischen Fähigkeiten erweitern können, bringen sie ein gehöriges Maß an Arbeit und Durchhaltevermögen auf, um dies zu erreichen. Menschen mit Growth Mindset zeigen folgende Charakteristika:

  • Sie stellen sich schwierigen Aufgaben.
  • Sie machen auch bei Schwierigkeiten weiter.
  • Sie nehmen konstruktive Kritik an und lernen daraus.
  • Sie lassen sich vom Erfolg anderer inspirieren.

Abgrenzung vom Fixed Mindset

Ein Fixed Mindset verfügt über gegensätzliche Vorstellungen von Intelligenz und Fähigkeiten. Diese werden als nur begrenzt erweiterbar gedacht. Entweder die angeborene Intelligenz oder eine Begabung reicht für ein Vorhaben, oder eben nicht. Da nach dieser Auffassung alles Lernen bei ungünstigen Voraussetzungen nicht zum Erfolg führen kann, meiden Menschen mit diesem Denkansatz Aufgaben, die als zu groß empfunden werden, geben bei Schwierigkeiten auf, sehen Kritik als Bestätigung ihres Misserfolges und blicken zum Teil neidisch auf den Erfolg anderer, der ihnen verwehrt scheint.

Die Vorteile eines Growth Mindsets

Es liegt auf der Hand, dass Menschen mit einem Growth Mindset im Gegensatz zu solchen mit einem Fixed Mindset zumindest die Chance haben, auf dem Weg zum anvisierten Erfolg weiter zu kommen. Wo andere aufgeben, machen Menschen mit einem Growth Mindset weiter. Die harte Arbeit bringt sie voran, aus Rückschlägen lernen sie. Selbst wenn das ursprüngliche Ziel außer Reichweite bleiben sollte, können sie Lernerfolge verzeichnen, die sie im Leben auf andere Weise weiterbringen. Menschen mit einem Growth Mindset verschreiben sich dem lebenslangen Lernen und gehen immer einen Schritt weiter, egal wie weit sie bereits gekommen sind. Das führt sie auf neue Wege und an Ziele, die ursprünglich undenkbar waren. Mit einem Growth Mindset liegt das Schicksal in der eigenen Hand. Eine solche Wahrnehmung führt zu einem Gefühl der Selbstbestimmtheit, erhält das Selbstwertgefühl und ermöglicht Zufriedenheit und Zuversicht auch nach Rückschlägen.

Lebensbereiche, in denen das Growth Mindset von Bedeutung ist

Der Growth Mindset ist eine gute Voraussetzung für Wachstum in jeder Form. Damit profitiert nicht nur die persönliche Entwicklung von einem solchen Denkansatz, sondern auch die schulische und berufliche Laufbahn. Nicht nur Personen, sondern auch Unternehmen können sich übrigens einem Growth Mindset verpflichten. Gefordert ist dann eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter kontrollierte Risiken eingehen können, Einsatz und Ergebnisse auch aus fehlgeschlagenen Projekten gewürdigt werden, Mitarbeiter zusammenarbeiten und voneinander lernen und die Geschäftsleitung neben dem eigentlichen Geschäft auch die Entwicklung ihrer Mitarbeiter im Sinn hat.

Wie man sich einen Growth Mindset aneignet

Wer von den Vorteilen des Growth Mindset profitieren möchte, muss sich zunächst seine verborgenen Überzeugungen hinsichtlich Intelligenz, Fähigkeiten und Lernbarkeit bewusst machen. Wer Zweifel hat, dass er seine Entwicklung selbst in die Hand nehmen kann, kann sich mit folgenden Überlegungen selbst auf den Weg helfen:

  • Was ist mein Ziel und wie kann ich dorthin gelangen?
  • Man kann nicht alles können, aber alles versuchen.
  • Misserfolg und Kritik sind nicht das Ende, sondern eine Lerngelegenheit.
  • Du kannst auch langsam ans Ziel kommen.
  • Wie andere Deinen Weg beurteilen, spielt keine Rolle.

Falsch verstanden: Das ist kein Growth Mindset

Der Growth Mindset verlangt Risikobereitschaft zum Angehen neuer Aufgaben, Durchhaltevermögen angesichts von Schwierigkeiten und Rückschlägen, positive Einstellung, um aus Fehlern zu lernen und Flexibilität, um wenn nötig neue Wege zum Ziel zu finden. Das heißt aber nicht, dass es mit einem offenen Geist und dem Glauben daran, dass alles gut wird, getan ist. Es bedeutet auch nicht, dass der Weg allein das Ziel ist. Wer Fehler schönredet und sich damit zufriedengibt, Rückschläge als Lerngelegenheit zu feiern, wird nicht erreichen, was er sich vorgenommen hat. Ein Growth Mindset ist vor allem kein Denkmuster, dass man sich einmal aneignet und dann als passive Grundlage für sein Handeln nimmt. Das Wachstum muss bei jeder Entscheidung und jeder neuen Hürde aktiv vorangetrieben werden. Dies gelingt, indem man sich das Ziel vor Augen hält und sich bewusst macht, dass Einsatz und Durchhaltevermögen über Schwierigkeiten hinweghelfen und neue Wege aufzeigen. Da es sich beim Growth Mindset um ein Denkmuster handelt, muss man dieses immer wieder einüben, um es gegen den Fixed Mindset zu verfestigen.

Was ist der sekundäre Krankheitsgewinn? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der sekundäre Krankheitsgewinn wird auch als äußerer Krankheitsgewinn bezeichnet und geht von einer kranken Person aus, die stets darauf bedacht ist Vorteile aus dieser, als eigentlich misslich anzusehenden Situation zu ziehen. Eigene Beschwerden können dabei mitunter auch übertrieben werden, um sich näher in den Vordergrund zu rücken.

Was ist der sekundäre Krankheitsgewinn? Bedeutung, Definition, Erklärung

Krankheiten versucht man für gewöhnlich abzuwenden oder, wenn es sich nicht anders umsetzen lässt in irgendeiner Form gut zu überstehen. Menschen, die jedoch am sekundären Krankheitsgewinn leiden bzw. von diesem Phänomen befallen sind, fühlen sich in einer solchen Situation ganz besonders wohl. Es geht darum aus einer Schwäche und aus einem bestimmten Leiden einen ganz konkreten Vorteil für das eigene Fortkommen zu ziehen. Man stellt sich ganz bewusst in die Rolle des Opfers und versucht dieser über möglichst lange Zeit Rechnung zu tragen.

Der sekundäre Krankheitsgewinn kann ohne Abstriche auch als eine deutliche Form des Egoismus angesehen werden. Mehr oder weniger kranke Menschen versuchen dabei ganz bewusst eigene Symptome zu dramatisieren oder zumindest verstärkt in den Vordergrund zu stellen, um bevorzugt oder auch einfach nur mehr beachtet zu werden. Mitunter mangelt es diesen Personen auch an Selbstvertrauen und persönlicher Stärke.

Verhaltensformen im Krankenhaus oder in ärztlicher Behandlung

Ein solches Verhalten kann unter Umständen auch im medizinischen Umfeld an den Tag gelegt werden. Hier geht es dann oft vor allem darum an bestimmte medizinische Leistungen oder auch an ganz bestimmte Medikamente zu kommen. Das andere Patienten dabei eventuell benachteiligt werden könnten, wird nicht beachtet bzw. ist für diese Menschen vollkommen unwichtig. Oft sieht man in einer solchen Situation nur noch sich selbst und die eigenen Probleme.

Ein irrationales Verhalten

Der sekundäre oder auch äußere Krankheitsgewinn ist außerdem ganz besonders irrational. Dies liegt vor allem daran, dass man eigene Beschwerden und Symptome sehr gern übertreibt oder verdreht, damit man auch wirklich der Mittelpunkt des Geschehens ist. Dieses Verhalten kann dann auch dazu führen, dass man bestimmte medizinische Behandlungen erhält, die eigentlich nicht unbedingt notwendig sind. Somit ergeben sich durchaus auch wirtschaftliche Schäden, die von den agierenden Personen jedoch nicht erkannt oder im Zweifelsfall auch einfach ignoriert werden.

Durch dieses irrationale Verhalten können mit der Zeit jedoch auch ganz erhebliche Nachteile entstehen. Spielt man ständig krank oder versucht eine Krankheit zu übertreiben, so kann dies auch dazu führen, dass man bestimmte Dinge nicht mehr durchführen oder unternehmen kann. Man ist schließlich krank und muss sich aus diesem Grund schonen und zurückziehen. Es ist für diese Menschen sehr wichtig ein solches Scheinbild über lange Zeit zu sichern.

Sekundärer Krankheitsgewinn: Umfeld, Konflikte und Verhalten

Mit Blick auf den sekundären Krankheitsgewinn macht man sich natürlich nicht nur Freunde. Es ist nicht gerade selten zu beobachten, dass diese Menschen immer wieder in Streit mit ihrem engsten Umfeld geraten. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Symptome und Beschwerden angezweifelt werden. Wer vom sekundären Krankheitsgewinn überzeugt ist und profitieren möchte wird nun immer dagegen agieren.

Menschen, die von einem solchen Phänomen betroffen sind und profitieren möchten, versuchen dies nicht selten auch am Arbeitsplatz zu tun. Hier wird dann oft versucht eine Krankschreibung zu erreichen, um sich vor bestimmten Aufgaben zu drücken. Manchmal geht es auch nur darum freizubekommen oder bestimmte Aktivitäten zu erledigen, die man aufgrund der beruflichen Tätigkeit nicht schafft.

Wie das engere Umfeld am besten auf solche Menschen reagieren sollte

Kennt man einen vertrauten Menschen, der ständig ein solches Verhalten an den Tag legt, kann dies für das nähere Umfeld sehr anstrengend werden. Es ist allerdings nicht anzuraten der betroffenen Person seine Symptome auszureden. Hilfreicher ist es zumeist nicht auf das Verhalten einzugehen. Nur so bestraft man diese Menschen am meisten. Aufmerksamkeit ist beim sekundären Krankheitsgewinn sehr wichtig. Bekommt man diese Aufmerksamkeit entzogen zerbricht irgendwann das Lügengerüst. In besonders schweren Fällen kann dieses Problem jedoch nur mithilfe eines geschulten Psychologen oder Therapeuten auf lange Sicht beseitigt werden.

Was sind Energieräuber? Bedeutung, Definition, Erklärung


Den psychologisch gemeinten Begriff der „Energieräuber“ brachte 2017 die schwedische Therapeutin und Autorin Ingalill Roos ins Spiel. Sie lieferte mit einer Publikation Empfehlungen, wie man diese Energieräuber erkennen und sich vor ihnen schützen kann. Es handelt sich um Personen, die von uns mehr verlangen, als sie uns zurückgeben.

Was sind Energieräuber? Bedeutung, Definition, Erklärung

Grundsätzlich bestehen Beziehungen aus Geben und Nehmen. Das ist vollkommen in Ordnung, wenn es halbwegs ausgewogen abläuft. Wenn nun ein Mensch praktisch nur in der Rolle eines Nehmenden auftritt, ist er ein Energieräuber. Er strapaziert Beziehungen über Gebühr, was seine Umwelt als schnödes Ausnutzen empfindet. Das Ganze hat einen psychologisch-energetischen Effekt, den die Autorin Ingalill Roos aus der Sicht der Therapie nach den Schulen von Freud und Jung erläutert. Es geht also darum, wie die Kindheitsentwicklung einen Menschen zum Energieräuber werden lässt und welche Defizite er damit füllt. Er nimmt sich quasi die Energie von anderen, weil er sie nicht in ausreichendem Maße in seiner Kindheit erhalten hat. Aktuelle und ungelöste Konflikte oder Überforderung können freilich auch eine Rolle spielen. Energieräuber reflektieren ihr Verhalten nicht, weil das aus ihrer Sicht überflüssig ist: Ihr Rollenspiel funktioniert.

Schaden durch einen Energieräuber

Für den Gebenden, an den sich die Autorin mit ihre Buch wendet, bedeutet der Kontakt mit einem Energieräuber, diesem ständig eigene Energie zu liefern und dabei Ressourcen überstark zu strapazieren. Gebende verlieren auch durch die permanente Grenzüberschreitung von Energieräubern schließlich den Zugang zum eigenen Ich. Energieräuber sind fast immer große Narzissten. Es gilt, sie zu erkennen und sich von ihnen abzugrenzen. Sie sind unzufrieden und unbefriedigt, oft aggressiv und nicht fähig zur Selbstreflexion. Dahinter kann auch eine handfeste psychische Erkrankung wie ADHS stehen. Wer allerdings mit einem Energieräuber lebt und sich dessen Einfluss nicht entziehen kann, weil es sich beispielsweise um einen Familienangehörigen handelt, von dem die Trennung praktisch unmöglich ist (eigenes Kind oder Eltern, Geschwister), muss lernen, das eigene Verhalten zu hinterfragen, um die Beziehung gestalten zu können.

Erweiterung des Begriffes durch nachfolgende Autoren

Nach Ingalill Roos haben andere Autoren den Begriff erweitert. Energieräuber können demnach auch in unseren eigenen Intentionen und Gedanken stecken oder durch die technische Umwelt bedingt sein. So gilt die permanente Verfügbarkeit von Informationen durch die modernen Medien als Energieräuber. Sie zwingt uns zur ständigen Selektion, was unsere Aufmerksamkeit erfordert und viel Energie kostet. Auch das gesamte moderne Leben mit seinen zahllosen Möglichkeiten, aber auch den Verkehrsstaus und weiteren Unannehmlichkeiten ist per se ein Energieräuber.

Energieräuber identifizieren

Menschliche Energieräuber sind beispielsweise:

  • Partnerin oder Partner mit überhöhten Ansprüchen
  • Familienangehöriger mit ADHS
  • Freund/Freundin mit ständigem Gesprächsbedarf wegen irgendwelcher Problemchen (seinen/ihren Problemchen)
  • Chef/Chefin mit der ständigen Erwartung, dass man Überstunden für normal hält

Energieräuber in uns selbst sind:

  • Schlafmangel
  • Dauerstress durch überhöhten Ehrgeiz
  • Selbstsabotage
  • Desorganisation
  • Drogenmissbrauch

Technische bzw. umweltbedingte Energieräuber sind:

  • Stau
  • neue Medien
  • Verzögerungen in Arbeitsabläufen
  • das Wetter

Wie wir unschwer erkennen, können wir einigen dieser Energieräuber ausweichen, anderen nicht. Mit Letzteren müssen wir lernen umzugehen.

Abwehr von menschlichen Energieräubern

Bei menschlichen Energieräubern gilt es, die Beziehung zu ihnen in energetischer Hinsicht zu gewichten: Gibt sie uns mehr, als sie Kraft kostet? Diese Gewichtung kann im Einzelfall relativ einfach sein. Wir kennen das alle: Ein privates Gespräch besteht im Normalfall daraus, dass jede der beiden Personen abwechselnd über sich spricht und eigene Standpunkte erörtert. Im Idealfall sind sogar die Redezeiten sehr ausgewogen. Gesunde Beziehungen sind daran zu erkennen, dass sich die Gesprächspartner ausreden lassen und nach einem eigenen Redefluss der Gegenseite per se ebenso viel Redezeit einräumen. Dazu ist ein Energieräuber nicht imstande.

Eines seiner kommunikativen Kennzeichen ist, dass er seinen Gesprächspartnern ins Wort fällt. Ein zweites besteht darin, dass es immer nur um ihn geht, das dritte ist sein Sprechdurchfall, der schier gar nicht enden will. Wer in so einem Gespräch mit einem Energieräuber feststeckt, sollte es beenden. Mittelfristig wäre es günstig, die Beziehung zu reduzieren und noch besser ganz zu beenden. Allerdings ist das nicht immer möglich (siehe oben). Dann ist eine deutliche Abgrenzung nötig, die nötigenfalls auch mehrfach erfolgen muss.

Schwieriger gestaltet sich die Situation im Job, wo wir den Energieräubern meistens nicht ausweichen können. Hier gilt es, die eigene Einstellung zur Situation zu verändern und zu einem Reframing zu gelangen. Dieses bedeutet, eine neue Perspektive einzunehmen, die den Umgang mit dem Energieräuber erleichtert. Dieser kann fortan als Trainingspartner wahrgenommen werden, der einem hilft, entweder wegzuhören oder das Abgrenzen und Nein-Sagen zu üben. Dasselbe gilt für einen energieraubenden Angehörigen, von dem wir uns momentan nicht trennen können.

Abwehr von energieraubendem Verhalten

Wer sich nicht organisieren kann, sich selbst sabotiert, Drogen konsumiert und destruktive Gedanken zulässt, raubt sich selbst die so dringend benötigte Energie. Diese Energieräuber können wir am ehesten abschalten, weil sie in uns existieren und wir sie daher vollständig kontrollieren können. Das müssen wir natürlich auch wollen.

Viele Menschen tendieren beispielsweise zu Perfektionismus und überhöhten Ansprüche an sich selbst. Das raubt unglaublich viel Energie. Eine Sache kann die doppelte Energie kosten, wenn wir sie nicht zu 95 %, sondern zu 100 % perfekt erledigen wollen. Es gibt Dinge, die müssen perfekt sein, doch dies sind nicht viele. Bei allen anderen sollten wir uns mit den 95 % zufriedengeben und uns die Energie sparen. Auch mangelnde Selbstakzeptanz ist ein innerer Stressor, der sich aber entlarven lässt und damit die Energie spart, ständig darüber nachzudenken, was wir noch unbedingt besser machen müssen.

Unter unseren Verhaltensweisen sind neben dem Drogenkonsum auch die mangelnde Bewegung, eine ungesunde Ernährung, Unordnung und zu wenig Schlaf starke Energieräuber. Dagegen können wir vorgehen. Allerdings ist dies manchmal leichter gesagt als getan, denn es ist schwer, sich von schädlichen Gewohnheiten zu verabschieden. Dennoch haben wir darüber am ehesten die Kontrolle, während wir äußere Einflüsse nicht so einfach abschalten können. Damit sind wir beim letzten Punkt: den technischen und umweltbedingten Energieräubern.

Technischen und umweltbedingten Energieräubern ausweichen

Einem Verkehrsstau lässt sich schlecht ausweichen, vor allem wenn er unerwartet kommt. In der Stadt sind allerdings Stauzeiten und -strecken bekannt, sie lassen sich möglicherweise mit einer geänderten Zeit- und Wegeplanung umgehen. Die Energie, die uns die neuen Medien rauben, können wir uns theoretisch auch zurückholen, denn niemand zwingt uns, jeden Post realtime zu verfolgen und selbst ständig zu posten. Der Knackpunkt ist hier die eigene Motivation, die sich in einer unbändigen Neugier kanalisiert: Wer hat was wann zuletzt von sich gegeben? Es kann unglaublich entspannend sein, das Smartphone einmal einen halben Tag lang auszuschalten. Probieren Sie es!

Was ist Nomatophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Nomatophobie ist die Angst vor einem bestimmten Namen oder Wort. Es handelt sich dabei um eine spezifische Phobie, die von einem besonderen Objekt, in diesem Fall einem Namen oder einem Wort, ausgelöst wird. Wie für Phobien charakteristisch steht die Angst in keinem rationalen Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung und kann extreme Ausmaße annehmen. Die Nomatophobie gehört zu den Angststörungen. Wird das Leben der Betroffenen durch die Symptome deutlich beeinträchtigt, ist eine Behandlung angezeigt. Diese sollte möglichst an den Ursachen ansetzen. Begleitend oder in schwächeren Fällen können verschiedene Maßnahmen zur Selbsthilfe sinnvoll sein.

Was ist Nomatophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Nomatophobie ist die Angst vor Namen. Betroffene verbinden mit einem bestimmten Namen oder Wort ein Gefühl von Unheil oder Bedrohung, das starke Angst vor dem Eintreffen besagten Unheils oder Strafe für die Nennung des Namens auslöst. Eigentlicher Gegenstand der Angst ist der oder das Benannte. Die mit dem Namen verbundene Person oder Sache besitzt eine Kraft, die in der Wahrnehmung der Betroffenen durch das Aussprechen oder auch nur Denken bzw. Hören des Namens in Aktion gesetzt wird und die Macht hat, dem Betroffenen zu schaden. Nomatophobie ist im Umfeld von Aberglauben, aber auch Religion häufig anzutreffen. Dazu zählt die Überzeugung, dass das Aussprechen des Namens einer Sportmannschaft den Ausgang des Wettkampfes negativ beeinflusst ebenso wie die Angst vor dem Namen Gottes, der in manchen Religionen nicht ausgesprochen werden darf.

Wortbedeutung „Nomatophobie“

Die Bezeichnung Nomatophobie setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort nomen = Name, Wort bzw. dem gleichbedeutenden griechischen Wort onoma = Name, und dem griechischen Wort phobos = Angst. Die Wortbedeutung gibt damit bereits die Definition dieser Phobie: Angst vor Namen.

Verwandte Phobien

Neben der Nomatophobie gibt es andere Phobien, die Worte zum Auslöser haben. So etwa die Verbophobie, namentlich die Angst vor dem gesprochenen, gehörten oder geschriebenen Wort, oder die Sesquipedalophobie, die als Angst vor langen Wörtern auch scherzhaft als Hippopotomonstrosesquippedaliophobie bekannt ist. Im Unterschied insbesondere zur Verbophobie, die sich auf Worte im Allgemeinen bezieht, haben Menschen, die an Nomatophobie leiden, einen Vorteil: Ihre Angst wird nur durch ein bestimmtes Wort bzw. einen bestimmten Namen ausgelöst. Dadurch wird es leichter, dem Auslöser im Alltag aus dem Weg zu gehen. So können Betroffene es etwa vermeiden, den Namen selbst auszusprechen oder zu denken und bei Bedarf auf Umschreibungen zurückgreifen. Auch lässt sich das unmittelbare Umfeld leicht über den Zustand aufklären, verbunden mit der Bitte, den speziellen Namen im Umgang mit dem Betroffenen nicht zu nennen. So lassen sich die Auswirkungen der Nomatophobie auf das Leben der Betroffenen weitestgehend einschränken.

Symptome: Nomatophobie

Die Symptome der Nomatophobie variieren in Art und Stärke wie bei allen Phobien von Person zu Person. Wie bei allen Phobien kann es zu trockenem Mund, Schwindel, Übelkeit, Schweißausbrüchen, Hitzewallungen und Frösteln, Kurzatmigkeit bis hin zu Hyperventilation, Herzrasen, hohem Blutdruck, Zittern, Desorientierung bis hin zur Panikattacke und Ohnmacht kommen. Die starken Symptome ziehen häufig Angst vor Verletzung und Tod nach sich, was die Symptome noch verstärkt. Zu den physischen Äußerungen der Angst treten dann oft und zum Teil von diesen ausgelöst psychische Begleiterscheinungen wie Wut, Scham, ein Gefühl der Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit hinzu. Je nach Stärke und Häufigkeit der Symptome kann sich die Nomatophobie stark negativ auf das Leben der Betroffenen auswirken, zur Angst vor dem auslösenden Namen tritt die Angst vor der Angst und ihren Folgen.

Ursachen: Nomatophobie

Die Ursachen für spezifische Phobien wie die Nomatophobie können vielfältig sein. Ein mit dem Namen verbundenes traumatisches Erlebnis, erlerntes Verhalten, Genetik und biochemische Vorgänge im Gehirn könnten die Erklärung liefern. Ein traumatisches Erlebnis kann etwa die Niederlage in einem sportlichen Wettkampf sein, nachdem ein bestimmter damit verbundener Name ausgesprochen wurde. Aus dem Erlebnis entwickelt sich eine Art Aberglaube, den Namen im Umfeld künftiger Wettkämpfe nicht mehr zu benutzen. Gestalten sich diese Wettkämpfe in der Folge erfolgreich, kommt es zu einer Verstärkung dieses Rituals, was in einer Angst vor einer Verletzung der selbst aufgestellten Regel gipfeln kann. Ähnlich wird beispielsweise im Umfeld von Sekten ein Respekt vor den Anführern und den von ihnen aufgestellten Regeln vorgelebt, der sich mit der Zeit zur Angst vor der Person und ihrem Namen steigern kann. Vermutet wird, dass in vielen Fällen eine Kombination aus mehreren dieser Faktoren für die Entstehung der Nomatophobie verantwortlich ist.

Behandlung: Nomatophobie

Wird die Angst so bestimmend, dass Betroffene sich häufig schweren Symptomen ausgesetzt sehen und/oder aus Angst vor der Angst ihre Kommunikation einschränken bzw. sich sogar in die Isolation zurückziehen, hat die Nomatophobie das Ausmaß einer behandlungsbedürftigen Krankheit erreicht. In diesem Fall stehen mehrere Therapieansätze zur Verfügung:

  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Gesprächstherapie
  • Hypnotherapie
  • Energietherapie
  • Medikation

Bei der kognitiven Verhaltenstherapie wird festgehalten, welche Bedrohung tatsächlich von dem gefürchteten Namen ausgeht. Im weiteren Verlauf können dann die unangemessenen Verhaltensmuster in Reaktion auf den Namen aufgedeckt und Strategien zu ihrer Überwindung entworfen werden.

In der Gesprächstherapie wird Betroffenen ein sicheres Umfeld geboten, über ihre Angst, ihre damit verbundenen Gedanken und Gefühle sowie ihr Verhalten zu sprechen. So können schädliche Gedankens- und Verhaltensmuster aufgedeckt und überwunden werden.

Die Hypnotherapie spricht zu diesem Zweck das Unterbewusstsein direkt an und versucht z. B., traumatische Ereignisse aufzuspüren und die negative Besetzung aufzuheben.

Zu den bekanntesten Formen der Energietherapie gehören Atemübungen, Akupressur, Yoga, Tai Chi und Qi Gong. Allen gemeinsam ist die Einflussnahme auf den Energiefluss im menschlichen Körper. Der Erfolg dieser Therapieansätze lässt vermuten, dass auf diese Weise zumindest Entspannung, wenn nicht eine Einflussnahme auf die Gehirnchemie möglich wird.

Medikation hingegen kann nicht die Ursache für die Phobie beseitigen. Sie zielt auf eine Linderung der Symptome. Viele der wirksamen Medikamente wie Antidepressiva, Beruhigungsmittel und Betablocker haben starke Nebenwirkungen oder können süchtig machen. Sie sind oft verschreibungspflichtig und nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt zu nehmen.

Selbsthilfe: Nomatophobie

Begleitend zur Therapie oder in nicht akut behandlungsbedürftigen Fällen von Nomatophobie können ein gesunder und ausgeglichener Lebenswandel, bewusste Entspannung, ein positives Umfeld und insbesondere der Austausch mit anderen Betroffenen helfen, mit der Angst umzugehen.

Was ist der Dolce-Vita-Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Dolce-Vita-Effekt ist ein Begriff, der die gefühlt plötzlich eintretende und stark wahrgenommene Veränderung der Persönlichkeit einer Person beschreibt.

Was ist der Dolce-Vita-Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Dolce-Vita-Effekt tritt jedoch nur dann ein, wenn der Grund für diese Persönlichkeitsänderung von außen herbeigeführt wurde. Typischerweise handelt es sich dabei um einen Schulwechsel, den Wechsel einer Universität oder des Studienfaches, einen Jobwechsel, oder auch den Übergang vom Berufsleben in die Rente. Oftmals finden durch die nun veränderten Rahmenbedingungen starke Änderungen des Alltagslebens statt. Auch auf die sozialen Kontakte hat eine solche Veränderung oft massiven Einfluss.

Gegebenenfalls fallen enge Kontakte in der direkten Umgebung weg, und es müssen neue aufgebaut werden. In der Zwischenzeit hat man keine Ansprechpartner vor Ort. Das hat schließlich Auswirkungen auf die Person, die einen der beschriebenen Übergänge durchlebt. Eigenschaften, die man dieser Person zuvor zugeschrieben hat, können sich unter Umständen in ihr Gegenteil verkehren. Oftmals werden darüber hinaus Dinge, die vorab wichtig waren, als unwichtig empfunden, und umgekehrt. Während seines Lebens kann jeder Mensch den Dolce-Vita-Effekt mehrfach durchleben.

Siehe: Was bedeutet „La Dolce Vita“?

Auf diese menschlichen Eigenschaften wirkt sich der Dolce-Vita-Effekt ganz besonders stark aus

Obwohl der Mensch von seiner Umwelt häufig über bestimmte Eigenschaften beschrieben und charakterisiert wird, sind diese nicht so starr wie man annimmt, sondern recht flexibel angelegt. Das heißt, dass der Mensch durchaus dazu in der Lage ist sich seinen jeweiligen persönlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Meist geschieht dies ganz automatisch, ohne, dass die betroffene Person sich dessen überhaupt bewusst wird.

Nimmt man nun den Dolce-Vita-Effekt zur Grundlage dessen, verändern sich, bei entsprechenden Rahmenbedingungen, folgende Eigenschaften, die auch als Persönlichkeitsmerkmale bezeichnet werden können: Die Offenheit oder Zurückhaltung des Menschen, die Gewissenhaftigkeit oder Schlampigkeit sowie die Verträglichkeit mit anderen Personen. Außerdem die emotionale Festigkeit sowie die allgemeine Sicht dieser Person auf die Welt. Diese Persönlichkeitsmerkmale sind meist über lange Zeiträume hinweg in einem gewissen Spektrum angesiedelt und verändern sich innerhalb dieses Spektrums nur wenig. Größere Veränderung brauchen, wie angesprochen, fast immer einen äußeren Auslöser. Da das gewohnte Spektrum dann verlassen wird, wird die Persönlichkeitsveränderung für alle sichtbar.

Warum heißt der Dolce-Vita-Effekt, Dolce-Vita-Effekt?

Der Begriff Dolce Vita stammt aus dem Italienischen und heißt ins Deutsche übertragen Das süße Leben. Angelehnt ist dieser Ausdruck an einen bekannten Film des italienischen Regisseurs Federico Fellini. Mit dem Dolce-Vita-Effekt ist somit eine Persönlichkeitsveränderung gemeint, die sich automatisch in die Richtung neigt, in der der Mensch sich wohl fühlt. Es geht also um eine Anpassung der Persönlichkeit, die die Umstände der aktuellen Lebensphase trifft, mit dem Hintergrund sich an sie anzunähern.

Diesen Einfluss hat der Beruf auf den Menschen

Nun mag man sich wundern, warum alles um den Dolce-Vita-Effekt ein so großes Thema für die Menschen sein soll. Dies liegt darin begründet, dass das Berufsleben einen immensen Einfluss auf Personen hat. Denn einen Großteil ihrer Zeit verbringen Personen auf und mit der Arbeit. Deshalb sollte es nicht verwunderlich sein, dass einschneidende Änderungen in diesem Bereich auch jeweils einschneidende Veränderungen für den Alltag mit sich bringen. Davon ist auch die emotionale Ebene betroffen. Wurde der Dolce-Vita-Effekt zunächst als Begriff für eine Persönlichkeitsanpassung beim Eintritt in das Rentenalter genutzt, steht der Eintritt in das Berufsleben mittlerweile gleichrangig daneben. Denn an diesen beiden Punkten im Leben ist die größte persönliche Veränderung, die mit dem Arbeitsleben zu tun hat, zu erwarten. Beginnt man mit dem ersten Job, ist es meist auch notwendig eine neue Rolle für sich in der Welt zu entdecken.

Zuvor gab es bei allem, was man tat, eine Menge Hilfestellungen und vorgegebene Linien, nach denen man sich sicher ausrichten konnte. Nun gilt es selbst Verantwortung zu übernehmen. Dies hat zur Folge, dass viele Menschen beginnen verantwortungsbewusster zu werden und ihre Aufgaben sehr gewissenhaft ausführen. Denn sie merken, dass es negative Auswirkungen für sie selbst hat, wenn sie schlampig arbeiten oder unzuverlässig sind. Auch denken zu diesem Zeitpunkt im Leben viele zum ersten Mal wirklich in langfristige Richtungen, was den eigenen Lebensweg anbetrifft. Auf der anderen Seite stellen sich erste Erfolgserlebnisse ein, die die eigenen Leistungen betreffen. Wer im Beruf die ersten Erfahrungen macht anerkannt und geschätzt zu werden, gewinnt an Selbstbewusstsein, geht mehr aus sich heraus und ist nicht mehr nur in der Rolle des Ratsuchenden, sondern beginnt auch anderen Personen Hilfestellungen in jeglicher Hinsicht zu geben.

Tritt man schließlich nach einem langen Berufsleben in die Rente ein, dreht sich das Rad sinnbildlich zurück. Nun ist es nicht mehr notwendig stets zuverlässig zu sein oder alle Dinge vorausschauend zu planen. Dadurch, dass man nun viel mehr Zeit zur Verfügung hat, ist es möglich diese flexibler zu nutzen. Man sagt eher einmal bereits vereinbartes Treffen ab, weil man an diesem Tag doch etwas anderes lieber machen möchte, und sieht dies im Gegenzug auch anderen Menschen nach. Man wird also umgänglicher. Auch beschreiben viele Menschen, die in die Rente eingetreten sind, nach einer Weile ein sich in ihnen breit machendes Ruhegefühl. Mit dem Wegfall der beruflichen Pflichten verschwindet häufig eine sonst da gewesene innere Anspannung. Man muss für nichts mehr verantwortlich sein, und genießt dies auch. Dadurch werden Personen, die während ihres Berufslebens immer sehr streng und diszipliniert gewesen sind, oft lebensfroher.

Welche Situationen noch einen Dolce-Vita-Effekt auslösen können

Auch andere sehr einschneidende Ereignisse können einen Dolce-Vita-Effekt auslösen – selbst, wenn sie nichts mit dem Berufsleben zu tun haben. Dazu zählen Liebesbeziehungen und Trennungen. Vor allem das erste richtige Verliebtsein, aus dem sich eine Beziehung entwickelt, hat eine reifefördernde Wirkung auf Menschen. Zum ersten Mal denkt man immer auch für eine andere Person mit, die man in sein Leben integrieren möchte. Durch die Anerkennung, die während einer Liebesbeziehung auf Menschen wirkt, steigt außerdem das Selbstbewusstsein. Hat man die erste Trennung durchlebt, kann dies auch Folgen haben. Nach einer solchen Erfahrung gehen viele sehr stark aus sich heraus. Sie haben das Gefühl sich ausleben zu wollen, suchen Abenteuer und Spaß.

Auch durch den Tod eines geliebten Menschen kann der Dolce-Vita-Effekt ausgelöst werden. Der Verlust dieser Person muss verarbeitet werden. Unter Umständen ändert sich auch hier der komplette Alltag, etwa, wenn der Partner oder das eigene Kind stirbt.

Was ist Hitzestress? Bedeutung, Definition, Erklärung


Hitzestress bedeutet, dass Organismen unter Hitze leiden. Ihre Funktionen laufen nicht mehr wie gewohnt ab. Das betrifft Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen.

Was passiert physiologisch bei Hitzestress? Bedeutung, Definition, Erklärung

Organismen regulieren ihren Wärmehaushalt. Der menschliche Körper verfügt hierfür über ein fein austariertes System. Er ist gezwungen, seine Körperkerntemperatur (die von inneren Organen und Gehirn) konstant auf knapp unter 37 °C zu halten. Schon bei 38 °C fällt das Leistungsvermögen des Gehirns ab. Die Stoffwechselvorgänge beschleunigen sich bei Hitze, was noch mehr Wärme im Körper produziert. Bei weiter ansteigender Temperatur können die Eiweiße ihre Aufgaben erst nur noch unzureichend und schließlich gar nicht mehr erfüllen.

Die Regularien des Organismus sorgen daher dafür, Hitzestress konsequent zu bekämpfen – zum Beispiel durch Durst, dem Wasserzufuhr und nachfolgendes Schwitzen folgen, um den Körper zu kühlen. Dieser Mechanismus ist uralt: Der Körper des Frühmenschen hat in der afrikanischen Savanne gelernt, mit Hitze umzugehen. Wir empfinden daher auch nur einen sehr kleinen Temperaturbereich von rund einem Kelvin (Temperaturunterschied in °C) unserer Umgebung als behaglich. Dieser ist die sogenannte „Indifferenztemperatur“. Sie liegt unbekleidet zwischen 27 und 28 °C, bekleidet zwischen 21 und 22 °C, bei manchen Menschen auch etwas höher. Bei der Indifferenztemperatur investiert der Körper kaum Energie zur Regulierung des Wärmehaushalts.

Bei Abweichungen reagiert er schnell über ein komplexes sensorisches System. Die Temperaturfühler der Haut und des Körperinneren melden dann dem Hypothalamus, dass die Temperatur auszugleichen ist – bei Kälte durch Bekleidung und Heizen bzw. das Aufsuchen warmer Räume, bei Hitze durch Kühlung, Trinken und Schwitzen. Um zu viel Hitze abzustrahlen, steigt die Durchblutung der oberen Hautschichten (die bei Kälte sinkt), weil geweitete Blutgefäße warmes Blut aus dem Inneren des Organismus nach außen leiten und damit Wärme abführen können.

Die Durchblutung der Haut kann bei diesem Prozess von 10 auf 80 % steigen, was allerdings die inneren Organe belastet. Der Magen-Darm-Trakt hat kaum noch Blut für die Verdauung, weshalb bei Hitze unbedingt leichte Speisen zu bevorzugen sind. Dennoch kann es zu Durchfall kommen, weil fehlendes Blut im Darm das Immunsystem schwächt. Das Herz arbeitet bei Hitze auf Hochtouren, es kann seine Leistung verdreifachen. Damit pumpt es für die Kühlung mehr warmes Blut in die peripheren Gefäße, was wiederum den Organismus belastet. Wenn die Temperatur über mehrere Tage auch nachts nicht unter 21 °C abfällt, kann das für Personen mit kardiovaskulären Problemen tödlich enden.

Gesundheitliche Folgen von Hitzestress beim Menschen

Hitzestress löst beim Menschen zusammen mit hohen bodennahen Ozonkonzentrationen unter Umständen schwerwiegende gesundheitliche Folgen aus. Betroffen sind insbesondere Kinder, ältere und im Freien arbeitende Personen sowie Menschen mit Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Bei diesen Risikogruppen steigt das Risiko für Krankenhauseinweisungen und unter Umständen den vorzeitigen Tod. Der Lancet Countdown von 2018 befürchtet bis zum Jahr 2030 eine Zunahme hitzebedingter Todesfälle in der EU um 30.000 Personen jährlich. Die meisten Todesfälle seien dabei in den urbanen Wärmeinseln zu befürchten, so die Autoren. Der Beton der Städte mitsamt ihren versiegelten Flächen nimmt die Hitze gut auf und strahlt sie nachts ab, sodass gerade in den Städten die nächtlichen Temperaturen viel zu wenig sinken.

Hitzestress bekämpfen

Kühlung, schwitzen und trinken sind die drei Maßnahmen gegen Hitzestress. Wer zu wenig trinkt, hat zu wenig Schweiß für die Temperaturabführung. Das Wasser im Körper lässt sich durch Wiegen ermitteln.

Wenn eine Person, die normalerweise 75 kg wiegt, während einer Hitzewelle plötzlich nur noch 73 bis 74 kg auf die Waage bringt, sich aber keiner strengen Diät unterzogen hat, beruht die Gewichtsdifferenz auf einem Wasserverlust, der unbedingt auszugleichen ist. Das geschieht am besten abends.

Es ist so viel Wasser zu trinken, wie der Gewichtsverlust beträgt: 1,0 l Wasser wiegt 1,0 kg. Bei 2,0 kg Gewichtsverlust müssen es 2,0 l sein. Der Körper eines erwachsenen Menschen kann ~2,0 l/h ausschwitzen. Trainierte und hitzeadaptierte Körper von jüngeren Sportlern schaffen sogar bis zu 4,0 l/h. Diese Zahlen kennen die meisten Menschen nicht. Sie bedeuten, dass bei großer Hitze und keiner Möglichkeit, einen kühlen Raum aufzusuchen, durchaus 2,0 l/h getrunken werden sollten.

Es folgt dann großes, unangenehmes Schwitzen und auch häufigeres Wasserlassen, doch das ist unumgänglich, um den Hitzestress gesundheitlich unbeschadet zu überstehen. Der Körper passt sich in rund zwei Wochen an die Hitze an, er schwitzt beispielsweise mehr und schneller. Das Schweißprofil ändert sich: Der Schweiß tritt weniger am Rumpf, dafür vermehrt an den Extremitäten aus, auch enthält der Schweiß weniger Elektrolyte, die der Körper benötigt. Ihre Reduktion bewirkt zusätzlich, dass der Schweiß schneller verdunstet, was die Kühlung verbessert. Das Blutplasma nimmt im Volumen zu, wodurch das Herz etwas weniger schlagen muss und somit entlastet wird.

Genetisch programmierte Anpassung des Körpers an Hitzestress

Die beschriebenen Anpassungen tragen wir schon in unseren Genen, weil sich der menschliche Organismus vor Millionen von Jahren in der Hitze Afrikas dementsprechend entwickelt hat. So ändert sich bei Hitze durch ein genetisches Programm die Enzymproduktion. Der Organismus generiert dann Enzyme, welche die Schweißzusammensetzung und die Volumenregulation von Schweiß und Blut steuern können. Der Übergang zur Produktion dieser Enzyme dauert mehrere Tage, was a) mit dem üblicherweise mehrtägigen Temperaturanstieg bis zu einer Hitzewelle zu tun hat und b) den Körper nicht überfordert.

Wann wird Hitzestress für gesunde Menschen kritisch?

Als kritisch gelten für gesunde Menschen dauerhaft heiße Temperaturen ab 35 °C, die im Mittelmeerraum schon immer erreicht werden. Daher gibt es dort die Siesta in den Mittagsstunden. Das erste Symptom dafür, dass der Körper dem Hitzestress nicht mehr gewachsen ist, wäre ein deutlicher und nicht zu kompensierender Leistungsabfall. Dieser beruht geistig auf der nachlassenden Leistungsfähigkeit des Gehirns, wenn die Körperkerntemperatur nicht mehr auf unter 37 °C gekühlt werden kann, sowie auf der vermehrten Durchblutung der Haut. Dieses Blut fehlt wiederum dem Gehirn und auch den Muskeln. Die Folge ist ein physischer Leistungsabfall. Hinzu kommen die prekären Folgen für die Verdauung. Wir können uns bei großer Hitze häufig nicht ausreichend ernähren. Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate kann der schlecht durchblutete Darm kaum noch verdauen. Doch diese benötigen wir durchaus für eine angemessene körperliche Leistung.

Hitzestress vermeiden

In den kommenden Jahren und Jahrzehnten sind auch hierzulande längere und stärkere Hitzewellen zu erwarten. Wir müssen also lernen, den Hitzestress zu vermeiden.

Was ist „Touch Hunger“? (Berührungshunger) Bedeutung, Definition, Erklärung


Wenn der körperliche Kontakt eingeschränkt – oder in manchen Fällen ganz unterbunden – wird, können Menschen einen Zustand entwickeln, der als Berührungshunger oder Berührungsentzug bezeichnet wird.

Was ist „Touch Hunger“? (Berührungshunger) Bedeutung, Definition, Erklärung

Berührungsmangel verstärkt Stress, Depressionen und Ängste und löst eine Kaskade negativer physiologischer Effekte aus. Der Körper schüttet als Reaktion auf Stress das Hormon Cortisol aus, das die „Flucht-oder-Kampf“-Reaktion des Körpers auslöst. Dies kann zu einem Anstieg von Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung und Muskelspannung führen und das Verdauungssystem und das Immunsystem unterdrücken, wodurch sich das Infektionsrisiko erhöht.

Menschen, die gestresst oder deprimiert sind, vielleicht weil sie keine Berührungspunkte haben, können auch zu Schlafproblemen neigen. Zudem sind Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Lustlosigkeit auftretende Symptome in Verbindung mit mangelnder körperlicher Zuwendung. Gerade in der Pandemiezeit mussten viele von uns aufgrund Selbstisolation, Homeoffice und Lockdown auf persönlichen Kontakt verzichten, zum Teil mit verheerenden Folgen. Doch bevor wir uns wieder an große Umarmungen gewöhnen, gibt es einige vorübergehende Ersatzmaßnahmen für Berührungen, die Stress und Ängste lindern können. So können wir die Zeit überbrücken, bis wir unsere Eltern, Kinder und Freunde wieder in die Arme schließen können.

Lange heiße Bäder und Duschen

Diese Aktivität löst Muskelverspannungen, sorgt für bessere Laune und mildert Erkältungs- und Grippesymptome, was die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden, deutlich verringert. Extrapunkte gibt es, wenn Sie ein Schaumbad oder Badesalz hinzufügen.

Einwickeln in eine warme Decke

Diese Methode ähnelt dem Pucken, das bei Neugeborenen angewendet wird. Die Wärme der Decke erinnert das Neugeborene an die Zeit im Mutterleib, wodurch es sich warm, bequem und behaglich fühlt. Wenn Sie sich in Ihre Lieblingsdecke einkuscheln, während Sie Netflix schauen, werden Ihre Nerven auf die gleiche Weise beruhigt.

Stimulierung der Haut

Als größtes Organ des menschlichen Körpers merkt die Haut als erstes Organ, wenn es an Berührungen mangelt, und spürt das Fehlen von Stimulation. Die traditionelle chinesische Akupressur kann eine ebenso wirksame Berührungsstimulation sein wie eine feste Umarmung oder das Festhalten der Hand einer anderen Person. Drücken Sie mit Zeigefinger und Daumen fünf Sekunden lang auf das Gewebe Ihrer anderen Hand. Dies löst Verspannungen in den Schultern, und wenn Sie mit Zeigefinger oder Daumen in kreisenden Bewegungen fest über die Schläfe Ihres Gesichts reiben, lindert dies Schmerzen in den Nasennebenhöhlen und hilft Ihnen, sich zu entspannen.

Adoptieren Sie ein Haustier

Zeit mit Ihrem vierbeinigen Lieblingsfreund zu verbringen, verringert Einsamkeit und Depressionen und fördert die körperliche Bewegung, was den Oxytocinspiegel, das „Glückshormon“, in Ihrem Körper erhöht. Auch das Streichel Ihres vierbeinigen Freundes sorgt für Berührungen. Sowohl Tier und Mensch genießen dies sehr. Sie haben kein Tier zu Hause? Besuchen Sie ein örtliches Tierheim und machen Sie sich schlau, ob ein Tier langfristig in Ihr Leben passen kann. Sind Sie bereit, einem Lebewesen ein Leben lang ein Zuhause zu geben und seine Bedürfnisse zu erfüllen? Dies sollte gut überlegt sein. Falls ja, dann sollten Sie nicht länger warten.

Verbessern Sie Ihre anderen vier Sinne

Wir müssen nicht nur unseren Tastsinn pflegen, sondern auch unsere anderen Sinne stimulieren. Versuchen Sie, Ihre Geschmacksnerven mit verschiedenen Gewürzen zu verwöhnen, den Sonnenaufgang zu beobachten, einen anderen Kanal auf Spotify zu hören oder eine Duftkerze anzuzünden, die Sie schon lange ausprobieren wollten. All dies kann auf unterschiedliche Weise beruhigend auf Ihren Körper wirken.

Virtuelle Treffen mit den besten Freunden

Ein Videochat mit Ihren besten Freundinnen ist besser als eine Textnachricht. Häufig hilft es, jemanden zu sehen, auch wenn man ihn nicht anfassen kann. Selbst wenn man geliebte Menschen nicht berühren kann, erhöht sich der Oxycontin-Spiegel um 80 %, wenn man ihre Mimik sieht und das Lachen in ihrer Stimme hört, haben Experten herausgefunden.

Tanzen, als ob niemand zuschaut

Wenn Sie sich im Club Quarantine oder zu Ihrer eigenen Lieblings-Playlist bewegen, erhöht das ebenfalls Ihren Oxytocinspiegel. Die Erhöhung des Oxytocinspiegels vermittelt Ihnen das gleiche Gefühl wie eine große Umarmung eines geliebten Menschen.

Tagebuch schreiben

Das Aufschreiben Ihrer Gedanken und Gefühle in einem Notizbuch hilft Ihnen, diese Gefühle zu verarbeiten, anstatt sie zu unterdrücken und zu verdrängen. Versuchen Sie, das Tagebuchschreiben mit anderen Achtsamkeitstechniken wie Meditation und Atemübungen zu verbinden.

Was ist Schwarz-Weiß-Denken? Bedeutung, Definition, Erklärung


Jemand, der schwarz-weiß denkt, denkt nicht in Grautönen. „Schwarz-Weiß-Denken“ bezeichnet eine Denkart, die keine Zwischentöne zulässt. Sie kennt eben nur „schwarz“ oder „weiß“. Vermutlich gibt es niemanden, der nicht schon einmal in dieser Form gedacht hat. Vielleicht im Zusammenhang mit politischen Debatten oder dann, wenn es um den Geschmack geht. In Sachen Mode oder Musik sind wir alle schnell dabei, das eine zu mögen und das andere abzulehnen.

Schwarz-Weiß-Denken ist eine Form der Engstirnigkeit. Es schränkt die eigentliche Denkleistung auf nur zwei Stränge ein. Mögliche Zwischentöne werden nicht in Betracht gezogen, weil es sie in dieser Art des Denkens schlichtweg nicht gibt.

Schwarz-weiß-Denken: Schlüsselwörter

Ein solch eng gefasstes Denken macht sich sehr häufig auch in der sprachlichen Ausdrucksweise bemerkbar. Oftmals bemerkt der Sprecher nicht, dass die Wörter, die er wählt, sein Schwarz-Weiß-Denken offenlegen. Es sind Worte wie:

  • nie, niemals, nie wieder
  • immer, jedes Mal, grundsätzlich
  • perfekt, hundertprozentig, total
  • Katastrophe, Desaster, Ruin
  • nur, alles, nichts
  • alle, jeder, niemand, keiner

Es ist nicht die gelegentliche Verwendung dieser Wörter, die auf ein solches Denken hinweist. Ein regelmäßiger, extensiver Gebrauch von Wörtern, die kein gedankliches „Vielleicht“ zulassen, lässt allerdings aufhorchen. Einige Beispiele sollen verdeutlichen, in welcher Form bestimmte Wörter ein Schwarz-Weiß-Denken verraten:

  • „Niemals wird es möglich sein, mich vom Gegenteil zu überzeugen“
  • „Nie würde ich so etwas sagen“
  • „Immer muss ich mich erklären“
  • „Jedes Mal, wenn wir diskutieren, kommt es zum Streit“
  • „Eine Eins ist perfekt“
  • „Ein total altmodischer Geschmack“
  • „Der Mann ist eine Katastrophe“
  • „Die neue Regierung ist unser Ruin“
  • „Das Ganze ist ein Desaster“

Schwarz-Weiß-Denken wird problematisch, wenn keine anderslautende Gedanken und Meinungen akzeptiert werden. Eigene, selbstkritische Gedanken können sich in einem solchen mentalen Umfeld ebenfalls nicht entwickeln. Fremde, kritische Bemerkungen werden vom Tisch gewischt. Wer schwarz-weiß denkt, hat kein Interesse an Alternativen oder keine Fähigkeit Kompromisse zu schließen.

Schwarz-weiß-Denken: Es gibt kein „Dazwischen“

Schwarz-Weiß-Denken lässt keine Zwischentöne zu. Es gibt keinen mentalen Platz für ein „Dazwischen“. Etwas ist entweder gut oder böse. Jemand ist entweder ein Freund oder ein Feind. Schattierungen gibt es in einem solchen Denken nicht.

Diese Denkweise ist potenziell gefährlich, denn sie ist unfähig zur Flexibilität und unfähig, im vermeintlich Schlechten oder Negativen auch etwas Gutes oder Positives zu erkennen. Wenn Kritik beispielsweise grundsätzlich als Feindseligkeit empfunden wird, ist die Fähigkeit zur eigenen Veränderung und zur eigenen Entwicklung stark eingeschränkt.

Eine solche Einschränkung ist auch auf politischer, gesellschaftlicher oder kultureller Ebene fatal. Denn sie trennt, distanziert und extremisiert. Dann ist nicht mehr von Parteien, sondern von Links oder Rechts und als Gegenpol von der Mitte die Rede. Das „Dazwischen“ wird ignoriert. Arbeitslose werden in die beiden Gruppen „Schmarotzer“ und „Arbeitswillige“ eingeteilt. Berufsgruppen wurden während der Corona-Pandemie – jedenfalls zeitweise – in systemrelevante und restliche unterschieden. Schwarz-Weiß-Denken ist eine Art Lagerdenken. Es gibt in dieser Denkweise kein Abwägen von Möglichkeiten.

Auf zwischenmenschlicher Ebene führt Schwarz-Weiß-Denken direkt zu einem Pauschalisieren und „Schubladendenken“. Pauschal werden Menschen als dumm oder intelligent, interessant oder langweilig, nützlich oder unwichtig, deutsch oder ausländisch kategorisiert.

Alles-oder-Nichts-Denken: Erklärung, Bedeutung, Definition

Schwarz-Weiß-Denken ist ein Alles-oder-Nichts-Denken. Ein Bisschen gibt es innerhalb dieser Denkweise ebenso wenig, wie es Grau gibt. Jemand, der auf diese Weise die Menschen meint zu verstehen, vereinfacht die Komplexität der Zwischenmenschlichkeit. Menschen sind nicht nur gut oder schlecht. Prinzipiell gute Menschen können manchmal auch böse sein und schlechte Menschen haben vielleicht auch eine gute Seite. Die Schwarz-Weiß-Denkweise verhindert ein Erkennen dieser Facetten.

Alles-oder-Nichts-Denken funktioniert genauso kategorisch wie ein Schwarz-Weiß-Denken. Diese Denkweise erwartet von einem Menschen, dass er sich klar positioniert und sich entweder komplett oder überhaupt nicht einbringt – sei es in eine Diskussion, in eine Freundschaft oder etwa auch an einem Arbeitsplatz.

Positionswechsel, halbe Sachen, ein Zögern oder ein Zweifeln ist bei einer solchen Denkweise nicht möglich und auch nicht erwünscht. Wer es tut, landet dennoch in einer der beiden Schubladen. Der Grund dafür ist einfach: Es gibt nur zwei Kategorien.

Entweder-oder-Denken

Eine weitere Variante des Schwarz-Weiß-Denkens ist das Entweder-oder-Denken. Auch diese Variante kennt nur zwei Kategorien: Entweder jemand ist für oder gegen etwas. Entweder jemand ist wohlgesonnen oder feindlich. Entweder jemand ist Deutscher oder Ausländer. Entweder jemand ist politisch links oder rechts. Schattierungen werden ignoriert und eine Einteilung erfolgt in die eine oder andere Schublade.

Schwarz-Weiß-Denken, Alles-oder-Nichts-Denken, Entweder-oder-Denken sind Denkweisen, die die Vielfalt der Möglichkeiten völlig außer Acht lassen. Häufig sind sie ein Ausdruck einer sich dahinter verbergenden Angst vor Komplexität und damit einhergehend vor Kontrollverlust.

Denken in Extremen

Schwarz-Weiß-Denken ist ein Denken in Extremen. Die Anzahl der Kategorien, in die es die Welt einteilen möchte, ist denkbar klein. Es gibt nur zwei, nämlich an den beiden äußersten Rändern der Bandbreite aller Möglichkeiten. Diese Tatsache ist für sich genommen schon ein Extrem. Diese Denkweise kennt nur schwarz oder weiß, hässlich oder schön, wertlos oder wertvoll, richtig oder falsch. Sie kennt keine Graustufen. Sie betrachtet die Menschen nicht neutral, sondern grundsätzlich wertend. Wer nicht gewinnt, ist ein Verlierer. Wer etwas falsch macht, ist ein Versager.

Wer schwarz-weiß denkt, denkt immer, es ginge um alles oder nichts oder um Leben und Tod. Während das Gegenüber einen Fehler als Fehler erkennt, ist er für einen Schwarz-Weiß-Denkenden eine Art Weltuntergang und kaum wiedergutzumachen.

Diese Denkweise beeinflusst nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen negativ. Sie hat auch für den Schwarz-Weiß-Denkenden negative Folgen. Denn er fällt seinem eigenen „Schubladendenken“ zum Opfer. Wenn er nicht zu den Besten gehört, gehört er aufgrund seiner eigenen Denkweise zu den Versagern. Wenn er in den Spiegel schaut und sich nicht schön findet, hält er sich automatisch für hässlich.

Das Zwei-Kategorien-Denken

Schwarz-Weiß-Denken ist ein Zwei-Kategorien-Denken, denn mehr Kategorien braucht es bei dieser Denkweise nicht. Es gibt nichts und niemanden, der von dieser Denkweise ausgespart wird. Der auf diese Weise Denkende packt auch sich selbst in eine von zwei Schubladen. Dabei handelt es sich um ein dysfunktionales Denkmuster, denn es führt nie zu einem Erfolg – es wird zu schlicht gedacht.

Das Zwei-Kategorien-Denken ist eine unterkomplexe, kindliche Form des Denkens und wird auch als dichotomes Denken bezeichnet. Es ist eine Schwarz-Weiß-Malerei, die negative Gefühle nach sich zieht, wenn sie den so Denkenden selbst betrifft. Zwei Beispiele für ein dichotomes Denken: „Mich verlassen alle, die ich liebe“ oder „Die Geburtstagsfeier war ganz schrecklich“.

Ein schwarz-weißes Zwei-Kategorien-Denken ist das Gegenteil von einem Sowohl-als-Auch-Denken. Letzteres ermöglicht es, Schnittmengen zu erkennen und Zweifel zuzulassen. Der letzte Platz bei einem Lauf fühlt sich für einen Schwarz-Weiß-Denker wie ein Versagen an. Für einen Sowohl-als-Auch-Denker kann sich der letzte Platz dennoch wie ein Sieg anfühlen, beispielsweise über eventuelle körperliche Einschränkungen. Schwarz-Weiß-Denken polarisiert, indem es Dinge vereinfacht und ihre Komplexität ignoriert. Es kennt nur Gewinner und Verlierer und betrachtet diese Einteilung als sachlich und den Tatsachen entsprechend. Alles andere verkompliziert alles nur unnötig. Schwarz-Weiß-Denken bleibt immer an der Oberfläche. Es kennt keine Tiefe und keinen Mittelweg.

Schwarz-Weiß-Denken ist eine Form der kognitiven Verzerrung

Schwarz-Weiß-Denken ist ein systematisch auftretender Denk- und Wahrnehmungsfehler. Die Welt wird nicht gesehen, wie sie ist: bunt, vielfältig und höchst komplex. Schwarz-weißes Denken sieht keine Nuancen, keine Zwischentöne. Die Welt wird unterkomplex wahrgenommen. Zwischenmenschliche Beziehungen und menschliche Verhaltensweisen werden in Sekundenschnelle so heruntergebrochen, dass sie in eine von zwei Schubladen passen, die sich in einer jeweiligen Situation gerade auftun: Gewinner – Verlierer, freundlich – frech, gebildet – ungebildet, Freund – Feind, richtig – falsch usw.

Diese schlichte Denkweise hat zur Folge, dass falsche Schlüsse gezogen werden, über Menschen und deren Verhalten. Gelegenheiten werden verpasst, Menschen und ihre Motive kennenzulernen. Auf diese Weise wird die eigene psychische Entwicklung boykottiert, denn Schwarz-Weiß-Denker meinen, alles zu wissen. Schließlich können sie innerhalb von Sekundenbruchteilen Menschen einschätzen, abschätzen und in einer Schublade ablegen. Eine solche Gabe – so die Denkweise – ist nicht zu verbessern. Weshalb sollte etwas komplizierter gemacht werden, als es sein muss?

Leider übersehen Schwarz-Weiß-Denker, dass sie sich aufgrund ihrer Denkweise das Leben unnötig schwer machen. Denn sie packen auch sich selbst ununterbrochen in eine von nur zwei zur Verfügung stehenden Kategorien: wenn kein Erfolg, bleibt nur Misserfolg, wenn keine Schönheit, bleibt nur Hässlichkeit, wenn keine Intelligenz, bleibt nur Dummheit, wenn keine Liebe, bleibt nur Hass.

Als Folge des Schwarz-Weiß-Denkens kommt es häufig zu Depressionen oder Angstzuständen. Es ist auf Dauer nicht möglich, den Großteil zwischenmenschlicher Möglichkeiten zu ignorieren oder so zurechtzubiegen, dass er in eine der beiden Kategorien „schwarz“ oder „weiß“ passt. Eine solche Denkweise bleibt nicht nur an der Oberfläche, sondern verschließt sich der Realität. Für Schwarz-Weiß-Denker gibt es kein „Dazwischen“.

Was ist Doublespeak? Bedeutung, Definition, Erklärung


Doublespeak, im Deutschen „Doppelzüngigkeit“, ist eine Sprache mit doppeldeutigen Begriffen, die zum Zweck der Verschleierung eingesetzt werden. Ein bekannter Fall ist die Verwendung von Euphemismen (Beschönigungen) für eigentlich negative Vorgänge, beispielsweise die Begriffe „Servicing the Target“, womit eine Bombardierung gemeint ist, und „Downsizing“ für Entlassungen.

Welchen Zweck hat Doublespeak? Erklärung

Wenn Doublespeak euphemistisch daherkommt, was sehr häufig Fall ist, soll es die unangenehme bis brutale Wahrheit verschleiern. In anderen Fällen nutzt Doppelzüngigkeit Mehrdeutigkeiten der Sprache absichtlich aus oder kehrt sogar ihre Bedeutung um. Am häufigsten ist Doublespeak in der Politik bzw. in Organisationen mit einem politischen Umfeld (Unternehmen, große Vereine) anzutreffen.

Begriffsherkunft Doublespeak

Die einschlägigen Begriffe gibt es in allen Sprachen schon länger, doch im angloamerikanischen Sprachraum erreichte das Wort Doublespeak durch den Roman „1984“ von George Orwell eine größere Prominenz, obgleich Orwell es gar nicht verwendet. Bei ihm heißen die Begrifflichkeiten Newspeak und Doublethink (Neusprech und Doppeldenken), auch Doubletalk kommt vor. Kenner von Orwells Intentionen konnten seine Begrifflichkeiten, die er zugunsten eines düsteren Zukunftsszenarios verwendete, schnell mit Doublespeak assoziierten.

Der Roman „1984“ ist ein Science-Fiction-Roman, den Orwell 1946 unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges und des Einflusses von Faschismus und Stalinismus auf die großen Gesellschaften in Europa und Asien geschrieben hatte. Viele Ereignisse im Buch und das Handeln der Protagonisten lässt vor allem an den Stalinismus denken. In den Diktaturen des 20. Jahrhunderts war Doublespeak sozusagen überlebensnotwendig, doch es war auch ein Mittel der Unterdrückung.

Orwell griff das Thema in den späten 1940er-Jahren auch in Essays auf. Immer wieder stellte er fest, wie sehr politische Sprache die Realität verzerren und verschleiern kann. Damit gilt Orwells Beschreibung von politischer Sprache als wichtigste zeitgenössische Definition von Doublespeak. Andere Schriftsteller folgten seiner Auffassung, dass das politische Reden nur dazu diene, unhaltbare Zustände zu verteidigen, wozu es viele Euphemismen und trübe Unbestimmtheit verwende. Unaufrichtigkeit, so Orwell, habe inzwischen die klare Sprache fast gänzlich ersetzt. Sein Schriftstellerkollege Edward S. Herman beschreibt wesentliche Hauptmerkmale von Doublespeak in seinem Buch „Beyond Hypocrisy“:

  • wissentliche und unwissentliche Verbreitung von Lügen
  • die tiefe innere Überzeugung, mit Unwahrheiten stets besser dazustehen als mit der ungeschminkten Wahrheit
  • selektive Darstellung von Fakten
  • Kommunikation im Sinne einer ganz bestimmten Agenda
  • Ausblendung und Unterdrückung von Fakten, die nicht zu dieser Agenda passen

Funktionsweise von Doublespeak

Die beiden Wissenschaftler Noam Chomsky und Edward S. Herman belegen in ihrer Publikation „Manufacturing Consent: Political Economy of Mass Media“, wie sehr Doublespeak im Orwellschen Sinne zum wichtigsten Bestandteil einer manipulierten Sprache in den Massenmedien wurde. Voraussetzung dafür sei eine Dichotomisierung der Medienpropaganda gewesen, die also stets komplementäre Begriffe gegenüberstelle (Wesen der Dichotomie) und damit eine Doppelmoral kommuniziere, die inzwischen selbst in den Nachrichten tief verankert sei.

Als Beispiel nennen Chomsky und Herman unter anderem die Darstellung, dass Bedürftige die Sozialhilfe, mithin die Almosen des Staates, gern ausnutzen und sich damit verhätscheln lassen. In Deutschland gibt es hierfür den Begriff der sozialen Hängematte. Jedoch würden die Medien, so die beiden Wissenschaftler, praktisch nie in derselben Weise sinnlose staatliche Subventionen für die Industrie oder auch überbordende Militärausgaben anprangern, obgleich doch das Grundprinzip dasselbe sei: Der Staat verhätschele mit diesen Geldern Organisationen, die eigentlich leistungsfähig genug sein sollten, um ohne diese Hilfe zurechtzukommen.

Doublespeak in der Werbung

Werbetreibende nutzen Doublespeak, um kommerzielle Absichten zu verschleiern. Es herrscht bei Verbrauchern ein verbreitetes Unbehagen gegen Werbebotschaften, weshalb der Doublespeak von Werbetreibenden häufig als bloße Information daherkommt. Ein Beispiel ist die ausführliche Darstellung der Features von Geräten, die Begeisterung erzeugen sollen, wie eine nüchterne technische Beschreibung wirken, in Wahrheit aber die untergründige Botschaft enthalten: Kauf mich, ich bin so toll!

Der französische Sprachwissenschaftler Jacques Ellul erkennt darin die Intention, nicht in Wahrheit Informationen zu verbreiten und auch neue Meinungen durch kritische Auseinandersetzung zu schaffen, sondern möglichste Konformität beim Handeln der Verbraucher zu erreichen: Was so viele Features (Eigenschaften) hat, muss gut sein, das kaufe ich. Ellul belegt seine These mit der Arzneimittelwerbung. Er konnte nachweisen, dass zunehmender Doublespeak bei der Werbung für Aspirin (Darstellung der Wirkungsweise anstelle der vorherigen Darstellung der bloßen Vorteile) zu einem Nachfrage- und Produktionsanstieg für dieses Mittel von ~50 % zwischen 1960 und 1970 geführt hatte.

Parodien mithilfe von Doublespeak

In der Satire kann Doublespeak die Absichten von Politikern ironisch parodieren, wenn sich diese des Mittels der Verschleierung bedienen. Ein früher Schriftsteller, der dieses Mittel einsetzte, war Oscar Wilde. Auch die US-Fernsehserie „Yes Minister“ wandte dieses Mittel der Überhöhung an, das der Medienwissenschaftler Hugh Rank genauer untersuchte. Seiner Meinung nach haben die Satiriker recht genau nachgezeichnet, wie Politiker mithilfe von Doublespeak Diskussionen unterbinden und stattdessen kohärentes Denken forcieren. Sie verwenden dabei die Mittel der Assoziation und Wiederholung, welche die Satiriker so sehr überhöhen, dass der Doublespeak erkennbar wird. Auch das Herunterspielen sei bedeutsam: Immer wieder würden politische Redner Teilaspekte verharmlosen, so Rank. Dies stellten die ironischen Komödien sehr gut nach.

Doublespeak Award

Dieser Preis macht als ironische Hommage den besonders starken Doublespeak von öffentlichen Rednern deutlich. Herausgeber ist seit 1974 der NCTE (National Council of-Teachers of English). Den Preis erhalten Redner (vorrangig Politiker), deren Sprache der NCTE als

  • grob trügerisch,
  • euphemistisch,
  • ausweichend,
  • verwirrend und/oder
  • egozentrisch

identifiziert. Das US-Verteidigungsministerium bekam den Doublespeak Award 1991, 1993 und 2001. 1991 ging es um Euphemismen im Irak-Krieg, darunter Servicing the Target und auch Force Packages für Kampfflugzeuge. Politiker wurden mehrfach für Formulierungen wie „schwierige Arbeitsbeziehungen“ (Euphemismus für Streik) und „signifikanter Rückgang der Gesamtproduktion“ (für Rezession) mit dem Preis bedacht.

Der NCTE wurde 1971 im Zuge des Watergate-Skandals gegründet, der die Skepsis gegenüber den Aussagen von Politikern drastisch erhöht hatte. Die wichtigsten Anliegen des NCTE sind, einen unehrlichen Sprachgebrauch in der Werbung zu untersuchen und Kinder durch Schulung auf das Erkennen von Doublespeak vorzubereiten sowie den politischen Doublespeak zu identfizieren und seine Folgen für die öffentliche Ordnung darzustellen. Die Sensibilität für Doublespeak bzw. eine ehrliche Sprache soll damit steigen. Semantische Verzerrungen durch politische Kommentatoren, Amtsträger und Kandidaten für politische Ämter will der NCTE konsequent aufdecken.

Was ist die Paraskavedekatriaphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit dem Begriff Paraskavedekatriaphobie wird die Angst vor Freitag, dem dreizehnten benannt.

Was ist die Paraskavedekatriaphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Paraskavedekatriaphobie ist eng verwandt mit der Triskaidekaphobie, die die Angst vor der Zahl dreizehn bezeichnet. Während das Wort Paraskavedekatriaphobie aus dem Lateinischen kommt, ist Triskaidekaphobie griechischen Ursprungs. In beiden Begriffen steckt das Wort Phobie, das auf das griechische Wort phóbos zurückgeht. Auf Deutsch übersetzte heißt phóbos Angst oder Furcht. Treiskaídeka ist Griechisch für das deutsche Wort dreizehn. Parascēves ist Lateinisch für das ins Deutsche übersetzte Wort Freitag.

Die Paraskavedekatriaphobie wird von vielen Menschen, die nicht von ihr betroffen sind, belächelt und als reiner Aberglaube abgetan. Dies ist vermutlich damit verbunden, dass die Angst vor einem Freitag, den dreizehnten als eine Art Volksglaube gilt. Auf diesen Volksglauben wird, wann immer ein Freitag auf den dreizehnten Tag eines Monats fällt, in den Medien und auch vielfach in persönlichen Gesprächen in der Familie und im Freundes- oder Kollegenkreis Bezug genommen.

Oft werden dann Warnungen dahingehend ausgesprochen, dass an diesem Tag keine wichtigen Entscheidungen getroffen werden sollten, oder weite Reisen zu vermeiden sind. Denn laut Aberglauben bringt dieser Tag ganz allgemein Unglück. Davon betroffen sind auch Dinge, die an diesem Tag unternommen werden. Deshalb gibt es eine ganze Reihe an Menschen, die es nach Möglichkeit vermeiden an einem solchen Tag zu verreisen, eine Operation anzutreten oder einen wichtigen Vertrag zu unterschreiben. Sie fürchten nämlich, dass diese Aktivität dann unter einem schlechten Stern steht.

Aberglaube ist keine Phobie

Vom Aberglauben muss die Paraskavedekatriaphobie jedoch streng angegrenzt werden. Denn wer unter Paraskavedekatriaphobie leidet verspürt nicht nur ein wenig Bauchgrummeln, wenn ein Freitag, der dreizehnte, naht. Paraskavedekatriaphobie ist eine psychische Erkrankung, die ernst genommen werden muss. Denn Patienten, die darunter leiden, sind an Freitagen, die auf den dreizehnten eines Monats fallen, oftmals nicht einmal in der Lage dazu das Haus zu verlassen. Zu groß ist ihre Angst, dass ihnen, oder Menschen in ihrem nahen Umfeld, an diesem Tag ein schweres Unglück geschehen könnte. Das kann sich bis zu einer starken Todesangst der Betroffenen ausweiten. Verabredungen planen Paraskavedekatriaphobiker an einem solchen Tag von sich aus nie.

Gemeinsame Aktivitäten, die von anderen für diesen Tag bei ihnen angefragt werden, vermeiden sie wann immer es geht, oder sagen sie ab, wenn ihnen erst verspätet auffällt um welchen Tag es sich genau handelt. Es kommt auch vor, dass betroffene Menschen an diesem Tag nicht arbeiten möchten, und sich lieber einen Tag Urlaub nehmen, als das Haus verlassen und in die Firma gehen zu müssen. Auf dem Weg dorthin lauern ihrer Überzeugung nach einfach zu viele Gefahren.

Kuriositäten rund um den Freitag, den dreizehnten

Ärzte und Krankenkassen berichten, dass an diesen Tagen die Krankschreibungen deutlich nach oben schnellen. Bis zu fünf Mal mehr Personen, als an jedem anderem Tag, lassen sich an einem Freitag, den dreizehnten, krank schreiben. Es wird vermutet, dass diese Krankschreibungen von sehr abergläubischen Menschen und Paraskavedekatriaphobikern ausgehen, die entweder nicht als solche diagnostiziert sind, oder sich für ihr Krankheitsbild schämen. Eine Krankschreibung, unter einem kleineren Vorwand, ist für sie meist angenehmer, als am betreffenden Tag Urlaub einzureichen, und gegebenenfalls nach dem Grund für den benötigten freien Tag gefragt zu werden.

Dass Freitag, der dreizehnte, ein besonders verhexter Tag sein soll, an dem vermehrt Unfälle oder Unglücke geschehen, kann allerdings nicht nachgewiesen werden, ganz im Gegenteil. Denn werten Unfall- oder Haftpflichtversicherungen ihre Statistiken aus, dann wird schnell ersichtlich, dass an diesem Tag weit weniger Unfälle und Schäden zu verzeichnen sind, als an allen anderen Tagen. Dies ist vermutlich deshalb so, weil am Freitag, dem dreizehnten, viele Menschen besonders aufmerksam durch die Welt gehen, um das drohende Unglück zu vermeiden. Und wer gar nicht aus dem Haus geht kann zumindest nicht Opfer eines Verkehrsunfalls werden.

So kann Paraskavedekatriaphobie behandelt werden

Paraskavedekatriaphobie kann nur von einem Facharzt diagnostiziert werden. Denn wie ersichtlich wurde liegen die Phobie und der Aberglaube sehr nahe beieinander. Hier besteht natürlich auch die Gefahr, dass eine echte Paraskavedekatriaphobie, etwa vom Hausarzt, nicht richtig ernst genommen wird und die Phobie deshalb lange Zeit unentdeckt, und damit auch unbehandelt, bleibt. Paraskavedekatriaphobiker, die an einer schweren Form der Phobie leiden, sind bei einem Psychotherapeuten in guten Händen. Mögliche Therapieformen sind die Gesprächstherapie und die Verhaltenstherapie. Welche sind im Einzelfall besser zur Behandlung eignet, wird in eingehenden Gesprächen zwischen Psychotherapeuten und Patienten zu Beginn der Behandlung festgestellt. Wie bei den meisten Phobien ist auch bei der Paraskavedekatriaphobie eine komplette Heilung eher unwahrscheinlich. Ziel einer Behandlung ist es deshalb immer eine Besserung der Angstzustände zu erwirken.

Warum ist der erste Eindruck so wichtig? Bedeutung, Definition, Erklärung


Beim ersten Eindruck spricht die Psychologie vom Gesamtbild, welches man sich von einem unbekannten Menschen, einem unbekannten Objekt oder einer neuen Situation macht. Er entscheidet darüber, wie ein Individuum, ein Gegenstand, eine Situation oder auch ein Medienauftritt wahrgenommen wird, ob positiv oder negativ, ob ansprechend oder abstoßend, ob friedlich oder gefährlich.

Der erste Eindruck führt zu einer Bewertung der Persönlichkeit eines Menschen oder des Inhalts einer Situation. Er ist für das weitere Verhalten entscheidend.

Der erste Eindruck entsteht innerhalb der ersten Sekunde bewusst oder unbewusst und ruft einen ersten Ausdruck oder erste mögliche Reaktionen hervor. Er ist eine Momentaufnahme und keine umfassende Analyse.

Worauf basiert der erste Eindruck? Erklärung

Der erste Eindruck basiert auf der subjektiven Wahrnehmung von bestimmten Merkmalen. Zu diesen gehören das Geschlecht, das Alter, der Kulturkreis, die Körperhaltung und das Aussehen. Unser Gehirn ist außerdem in der Lage, blitzschnell Informationen über Sprache, Geruch, Mimik und Gestik von einer anderen Person aufzunehmen und zu verarbeiten.

Der erste Eindruck wird auch durch Erwartungen und Erwartungshaltungen bestimmt. Vorhandene Erfahrungen, Stereotypen und Vorurteile fließen unbewusst ebenfalls in den ersten Eindruck mit ein.

Stereotypen werden durch das Gehirn automatisch erstellt, um die riesige Menge an ständigen Informationen besser zu verarbeiten. Es handelt sich um vorgefasste Verallgemeinerungen über bestimmte Menschengruppen mit identischen Merkmalen, wie beispielsweise Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit.

Vorurteile sind die ungeprüfte Übernahme von Meinungen über andere Menschen oder Sachen, welche nicht auf eigenen Erfahrungen basieren. Sie sind daher nicht sachlich und im Gegensatz zum Stereotyp negativ behaftet. Vorurteile entstehen über Erziehung, Überlieferungen, Propaganda, Verallgemeinerungen, Hass und Neid. Vorurteile können zur Einschränkung der Wahrnehmung und damit zu Fehlurteilen führen. Der erste Eindruck ist daher nicht immer richtig und kann infolgedessen Fehlverhalten und falsche Reaktionen auslösen.

Warum ist der Primacy-Effekt für den ersten Eindruck wichtig?

Der Primacy-Effekt ist dafür verantwortlich, dass der erste Eindruck so große Bedeutung besitzt. Selbst wenn neue Informationen dem ersten Eindruck widersprechen, halten die Menschen an diesem fest.

Beim Primacy-Effekt handelt es sich um ein Gedächtnisphänomen, wonach unser Gehirn zuerst eingehende Informationen besser speichert als später eintreffende. Der erste Eindruck wird zuerst ins Gedächtnis gerufen und das daraus gebildete erste Urteil dient als Grundlage für die Bewertung weiterer Informationen.

Der erste Eindruck wird durch neue Informationen als Ganzes nicht verändert, sondern es werden nur Teile davon korrigiert.

Welche Faktoren haben Einfluss auf den ersten Eindruck?

Beim ersten Eindruck spielen die Körpersprache, der Geruch, der Augenkontakt, Sprache und Stimme sowie das äußere Erscheinungsbild eine entscheidende Rolle.

Bei der Körpersprache handelt es sich um die Wirkung unseres Körpers auf andere Menschen. Diese Wirkung erfolgt sowohl bewusst als auch unbewusst. Körpersprache umfasst nicht nur den aktiven Bereich von Mimik und Gestik, sondern auch der äußere Eindruck, wie beispielsweise die Körperhaltung, der Blickkontakt oder der Händedruck. Die Mimik umfasst alle Gesichtsregungen eines Menschen und unter der Gestik werden alle sprach-begleitenden Körperbewegungen zusammengefasst. Ein Lächeln wirkt offen und freundlich und ist prägend für den ersten Eindruck. Ein aufrechter Gang strahlt Selbstvertrauen und Wohlbefinden aus. Die Körpersprache macht Gefühle sichtbar.

Der Geruchssinn ist der direkteste menschliche Sinn und bestimmt entscheidend den ersten Eindruck mit. Außer dem Körpergeruch nehmen auch Deodorants und Parfums Einfluss darauf, ob ein Mensch gepflegt und sympathisch erscheint.

Bei der ersten Begegnung ist der Blickkontakt entscheidend für den ersten Eindruck. Er kann sowohl positiv als auch negativ interpretiert werden. Der direkte Augenkontakt, beispielsweise bei der Begrüßung, signalisiert Aufgeschlossenheit und persönliches Interesse, während das sofortige Wegschauen als Unsicherheit und Desinteresse gedeutet werden kann. Ein Blickkontakt, welcher länger als 3,3 Sekunden anhält, wird als störend und unangenehm empfunden.

Die Sprache und Stimme sind bei jedem Menschen einzigartig und wirken sich sehr stark auf den ersten Eindruck aus. Lautstärke und Deutlichkeit der Aussprache, die Sprechgeschwindigkeit, die Tonhöhe sowie der Tonfall sind dabei von besonderer Bedeutung. Eine dialektgefärbte Sprache beeinflusst ebenfalls den ersten Eindruck.

Das äußere Erscheinungsbild, wie beispielsweise die Kleidung, die Frisur, das Make-up, das Hautbild oder auch die Zähne, wird unmittelbar wahrgenommen und beeinflussen den ersten Eindruck nachhaltig. Das Aussehen verrät viel über die Persönlichkeit.

Was sind verstärkende Effekte des ersten Eindruckes?

Der Halo-Effekt und die selbsterfüllende Prophezeiung verstärken den ersten Eindruck.

Halo kommt aus dem Englischen und bedeutet Heiligenschein. Beim Halo-Effekt werden einige auffällige Merkmale, wie zum Beispiel die körperliche Schönheit, eine Behinderung oder hervorstechende Leistungen, einer Person mit der gesamten Persönlichkeit assoziiert. Die Attraktivität eines Menschen wird mit Freundlichkeit, Kompetenz und Intelligenz verbunden. Dickere Menschen gelten allgemein als gesellig und sanftmütig. Beim Halo-Effekt kommt es zu einer Verzerrung der Wahrnehmung und einer fehlerhaften Personenbeurteilung beim ersten Eindruck.

Die selbsterfüllende Prophezeiung bedeutet, dass sich der falsche erste Eindruck von einer Person dennoch bestätigt. Dabei handelt es sich um psychologisches Phänomen. Das bewusste oder unbewusste Verhalten von Menschen auf der Grundlage ihres ersten Eindruckes ist Auslöser für die Reaktion der anderen Person. Im Kern besagt eine selbsterfüllende Prophezeiung, dass sich durch das eigene Verhalten der Menschen ihr erster Eindruck von anderen Personen auch bestätigt. Durch diese scheinbare Bestätigung verstärkt sich der Ersteindruck.

In welchen Bereichen ist der erste Eindruck wichtig?

Der erste Eindruck ist im Beruf und im Alltag maßgebend. Er entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg. Egal ob bei einem Vorstellungsgespräch für einen neuen Job, bei Verhandlungsgesprächen für einen neuen Auftrag, Verkaufsgesprächen mit neuen Kunden, bei der Wohnungssuche oder beim ersten Date der erste Eindruck zählt und gibt die weitere Richtung an.

Was ist Self Talk? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter Self Talk versteht man einen inneren Dialog oder Monolog, bei dem sich Sender und Empfänger innerhalb derselben Person befinden. Hier sollte unterschieden werden, ob es sich bei den Gedanken um beabsichtigte oder unterbewusste Gedanken handelt. Um einen Self Talk psychologisch wertvoll einzusetzen, sollte man mit Affirmationen oder Afformationen arbeiten. Lässt man seinen negativen Gedanken freien Lauf, kann das unter Einfluss von Stress oder Angst zu Psychosen führen. Gedanken neigen leider oft dazu, negative Anker zu setzen und die Sichtweise auf positive Varianten einzuschränken.

Was ist Self Talk? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das menschliche Gehirn soll angeblich, laut Studien der Universität von South Carolina, rund 70.000 Gedanken am Tag verarbeiten. Auch wenn diese Zahl individuell variiert, ist der permanente Gedankenfluss des Menschen enorm. Ausschlaggebend dafür ist eine Region im Gehirn, die sich im Temporallappen der linken Gehirnhälfte befindet. Hier wird das Sprachzentrum aktiv, das mit anderen Gehirnarealen interagiert. Während die technische Umsetzung des Sprechens im so genannten Broca-Areal stattfindet und daher für den Self Talk weniger bedeutsam ist, erfährt das für Verstehen und Inhalte verantwortliche Wernicke-Arial hier besondere Bedeutung.

Da diese Selbstgespräche die weiteren Entscheidungen und Gefühlsinhalte eines Individuums maßgeblich beeinflussen, sieht die Psychologie hier eine Notwendigkeit zur Selbstkontrolle. Dabei geht es in erster Linie darum, positive Gedanken zu formulieren und so ein Abgleiten in eine Negativspirale zu verhindern. Der Fokus auf negative Gedanken ist ein naturgegebener Schutzmechanismus, der das Überleben der Art schützen soll und auf Sicherheit geprägt ist. Das Stammhirn als älteste Gehirnregion steuert vegetative Prozesse, wie Atmung, Herzschlag und Verdauung. Im Falle von Angst, welche als Hauptkriterium negativer Gefühle gilt, verändern sich Blutdruck, Herzfrequenz und vegetative Prozesse und eine immanente Alarmbereitschaft, bekannt unter dem Namen „Fight or Flight“, setzt ein.

Positiver Self Talk – Affirmationen und Afformationen

Der herausragende Erfolg von positivem Self Talk gilt seit vielen Jahren als wertvolles Werkzeug der Psychologie, Psychotherapie und des Coachings. Im Fachbegriff nennt sich dieser positive, auf angenehme Gefühle ausgerichtete Self Talk „Affirmation“. Als Affirmation wird in der Sprachwissenschaft die Bejahung einer Aussage bezeichnet, ist also das Gegenteil der Negation. Im Self Talk werden Affirmationen als knappe, logisch eindeutige und positiv formulierte Glaubenssätze postuliert. Hier einige Beispiele für funktionstüchtige Affirmationen:

  • Ich lebe gesund.
  • Licht und Liebe leiten mich.
  • Ich verdiene gut.

Was nicht als Affirmation gelten kann, sind Sätze, die negativ formuliert oder durch Wörter wie „nicht“ oder „kein“ gekennzeichnet sind. Das menschliche Gehirn ist nachweislich auf der Suche nach Wahrheit und kann mit Negationen nichts anfangen. Unwirksam und daher nicht als Affirmation geltend, sind Sätze wie diese:

  • Ich trinke keinen Alkohol mehr.
  • Ich verbringe nicht zu viel Zeit in Social Media.
  • Ich lasse keine negativen Gedanken zu.

Affirmationen können auf verschiedenen Wegen in den Alltag integriert werden. Eine beliebte Methode ist es, die positiven Glaubenssätze zu formulieren und auf Zettelchen zu schreiben, die an sichtbaren Punkten in der Wohnung platziert werden. Auch die akustische Wiederholung, etwa durch Sprachaufnahmen, die mehrmals täglich abgehört werden, ist ein probater Weg, Affirmationen im täglichen Leben zu integrieren.

Als Afformationen bezeichnet man positiv gestellte Fragen, die dazu führen sollen, dass das Gehirn eine positive Antwort formuliert. Viele Coaches, Mental Trainer und Psychologen halten die Afformationen für noch wirksamer als Affirmationen, da das eigene Gehirn selbst die Lösung hervorbringt. Folgende Beispiele für Afformationen gelten als wirksam:

  • Warum gelingt mir diese Herausforderung?
  • Warum bin ich heute selbstsicherer als je zuvor?
  • Warum bin ich glücklich?

Negative Fragen funktionieren auch im Falle der Afformationen nicht. So sollten Afformationen also auf keinen Fall formuliert werden:

  • Warum passiert das immer mir?
  • Warum geht es mir so schlecht?
  • Warum klappt nie etwas in meinem Leben?

Indem man sich selbst Antworten überlegt, erkennt man unschwer, warum negativ formulierte Fragen nur zu negativen Antworten führen können. Sie sind im Self Talk tabu.

Self Talk – achtsam reden

Achtsamkeit ist einer der Schlüsselbegriffe unserer Zeit geworden. Es handelt sich dabei um eine bewusstere Art der Wahrnehmung, die auch kleinste Details erkennt und stets um liebevollen Umgang bemüht ist. Wer mit sich selbst achtsam umgeht, beginnt auch automatisch anderen gegenüber achtsamer zu werden. Der bekannte deutsche Neurobiologe Gerald Hüther widmet diesem Thema eine Reihe interessanter Gespräche. Mit sich selbst achtsam umzugehen, bedeutet aber auch, die richtige Wortwahl im Self Talk anzuwenden. Je eher man dazu übergeht Kraftausdrücke, Schimpfwörter oder Flüche zu meiden, desto friedvoller gestaltet sich das eigene Gefühlsleben.

Wer auf sich selbst und die eigenen Gedanken neugierig ist, hat ignoranteren Personen gegenüber einen deutlichen Vorteil. Wer sich auf die Suche nach den eigenen Mustern und immer wieder reproduzierten Verhaltensweisen begibt, ebnet sich selbst den Weg in eine bessere Zukunft. Denn man erkennt Abläufe, die nur deshalb so gut funktionieren, weil sie sich in Automatismen verwandelt haben. Wem es gelingt, sich selbst auf die Schliche zu kommen, ist auch in der Lage, neue Verhaltensweisen willentlich zu installieren. Das bedeutet, dass der imaginäre Raum zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein erweitert wird. In diesem Raum lebt die frei Wahl und die Freiheit des Menschen, sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden.

Self Talk kann also auch eine Form der Seelenhygiene werden. Wer seine Gedanken und Worte in eine positive Richtung lenken möchte, tut gut daran, liebevoll und vorsichtig zu formulieren. Statt zu postulieren: „Ich bin zu fett!“ könnte man auch sagen: „Ich bin mollig, solange ich Lust dazu habe.“ Das nimmt Druck heraus und beschreibt in der Metabotschaft ein Gefühl von weicher Gemütlichkeit. Ein weiterer positiver Aspekt des liebevollen Umganges mit sich selbst: Wer mit sich liebevoll umgeht, geht auch mit anderen liebevoller um. Wer seine Worte wohl durchdacht wählt, trifft nicht nur genauere Aussagen im Kern, sondern formuliert sie auch so, dass sie für andere annehmbar sind. Ein weiterer wesentlicher Aspekt mag in Zeiten wie diesen noch wichtiger erscheinen: Menschen, die mit sich selbst liebevoll umgehen und einen erquicklichen Self Talk führen, ruhen in sich selbst. Das bedeutet, dass sie nicht mehr so leicht verführbar sind. Weder Ängste schürende Manipulation, noch Neid erregende Eifersüchte finden in den Persönlichkeiten positiver Menschen Anhaltspunkte.

Psychologische Distanz einhalten

Auch um Traumata aufzulösen und Ängste zu bekämpfen, hat sich Self Talk sehr gut bewährt. Allerdings unterstreichen Psychologen hier eine bewusste Veränderung der Perspektive. In zahlreichen Studien namhafter US-Universitäten fand man heraus, dass es positivere Effekte hat, nicht in der Ich-Form über Erlebtes zu reflektieren, vor allem dann, wenn es sich um negative Erfahrungen handelt. Um die eigenen Reflexionen in ein angenehmeres Licht zu rücken, soll es nämlich hilfreich sein, in der zweiten oder dritten Person von sich zu reden. Etwa bat man ein Unfall-Opfer, sich zunächst zu fragen: „Wie konntest du dich in eine derartig gefährliche Situation bringen?“ Dann empfahl man, dieselbe Frage in der dritten Person zu stellen, also: „Wie konne er sich in eine derartig gefährliche Situation bringen?“

Während bei der Frage in der zweiten Person, also der „Du-Form“, zwar die Distanzierung zum Vorfall selbst gut gelang, erforderte die Antwort dennoch einen Wechsel zurück zur Ich-Form. Somit wurde die psychologische Distanz schnell wieder aufgegeben. Bei einer Fragestellung in der dritten Person allerdings, gelang es dem Opfer, auch die Antwort in der dritten Person zu formulieren und somit Distanz zur Situation zu wahren. Ähnliche Phänomene des Perspektivenwechsels beobachtet man oft auch in Interviews, in denen persönliche Fragen gestellt werden. In vielen Fällen antwortet die interviewte Person nun nicht mehr aus der Ich-Perspektive, sondern wechselt in die objektivere „Man-Form“. Aussagen, wie: „Man kann es nicht anders betrachten“, stellen eine allgemeine Gültigkeit auf. Gleichzeitig gibt die interviewte Person zu, selbst gewissermaßen zu versagen, indem sie feststellt: „Ich kann es nicht anders betrachten.“

Eine weitere Möglichkeit für einen Perspektivenwechsel, der auf Ausschließlichkeit verzichtet, ist die Einnahme der „Wir-Form“. Sie inkludiert zwar die fragende und antwortende Person, erweitert aber gleichzeitig den Handlungsspielraum um zusätzliche Akteure. „Wie machen wir das bloß?“ Mit dieser Form von Self Talk stellt zwar das Ich eine Frage, doch die Beantwortung wird gleichermaßen einem Wir zugemutet. Dadurch können sich neue Perspektiven ergeben, denn die Art der Fragestellung verleitet unser Gehirn dazu, mehrere Möglichkeiten als Antworten zur Verfügung zu stellen. Diese Form von Self Talk kann also zu einer Art Diskussion und Meinungsaustausch heranreifen, bei der die einzelne Person zu verschiedenen Stellungnahmen verleitet wird. Das kann den Handlungsspielraum erweitern, aber auch die Lösungsfindung begünstigen.

Welche Auswirkungen hat Self-Talk auf die Persönlichkeit

Die Effekte des Self Talk sind ebenso imposant, wie jene der manipulativen Meinungsmacher. Das soll nicht erschreckend klingen, sondern lediglich darauf hinweisen, wie machtvoll Worte für das menschliche Gehirn sind. Je öfter bestimmte Aussagen wiederholt werden, desto besser prägen sie sich ein. Der positive Effekt beim Self Talk ist allerdings, dass die Wahrheit in annehmbarer Form kommuniziert wird. Das ist bei manipulativen Einflüssen von außen natürlich nicht zwingend notwendig. Wer also Propaganda jeglicher Art hinterfragt und für sich selbst angemessen umtextet, kommt nicht nur der Wahrheit ein großes Stück näher, sondern befreit sich selbst auch von negativen Einflüssen und nicht notwendigen Abhängigkeiten. In einem Satz zusammengefasst: Self Talk macht frei.

Was ist Apeirophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Apeirophobie ist eine spezielle Form von Angststörung. Von Apeirophobie betroffene Menschen haben Angst vor der Unendlichkeit. Diese Art der Angststörung tritt nur sehr selten auf und ist deshalb weitgehend unbekannt. Selbst Personen, die an Apeirophobie leiden, wissen oft nichts von ihrer Angststörung. Die Medizin kennt Apeirophobie allerdings und nimmt die Störung sehr ernst. Apeirophobie sollte immer von einem Spezialisten behandelt werden. Das kann zum Beispiel ein Psychiater oder ein Psychologe sein. Die Apeirophobie gehört zu den Phobien.

Was ist Apeirophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Rahmen einer Apeirophobie tritt eine nicht zu begründende Angst vor der Unendlichkeit auf. Da diese Angst nicht mit Argumenten belegt werden kann, wird sie als irrationale Angst eingestuft. Angst vor der Unendlichkeit zu haben bedeutet, dass Betroffene eine Angst davor verspüren ewig leben zu müssen. Das Konzept der Endlichkeit, wie andere Menschen den Tod im Gegensatz zum Leben verstehen, ist für Apeirophobiker nicht greifbar. Es liegt ganz einfach außerhalb ihres Vorstellungsvermögens und es gelingt auch nicht ihnen dieses Konzept zu erklären. Sie sind davon überzeugt, dass das Leben in irgendeiner Form immer weiter geht und sie auf Grund dessen niemals Ruhe finden können. Deshalb fühlen sie sich wie in einer Art Dauerschleife des menschlichen Lebens gefangen, aus der es kein Entrinnen gibt. Die Unendlichkeit macht ihnen dabei in jeglicher Form Angst. Diese Angst kann sehr ausgeprägt sein. Menschen, die unter Apeirophobie leiden, können häufig auch den Anblick unendlicher Weiten nicht ertragen. Für sie ist es unmöglich am Strand zu stehen und in den weiten Horizont zu sehen.

Was andere Personen also als Idylle, oder Instrument der Entspannung wahrnehmen können, bedeutet für Apeirophobiker häufig Stress, der sich bis zur Panik ausweiten kann. Auch vor unendlichen Zahlenfolgen haben Apeirophobiker oft Angst, was bereits in der Schule zu Problemen führen kann. Hinsichtlich ihrer eigenen Person vermeiden Apeirophobiker den Blick in die Zukunft. Da die Unendlichkeit für sie nicht greifbar ist, bereitet ihnen die allzu weit angelegte Planung, oder Vorstellung der eigenen Zukunft, größtes Unbehagen. Ungewissheit ist eine Sache mit der an Apeirophobie leidende Menschen überhaupt nicht zurecht kommen. Je weiter Ereignisse in der Zukunft liegen, desto unplanbarer werden sie auch.

Denn auf dem Weg dort hin können vielerlei Dinge geschehen, die die Vorstellung des Apeirophobiker von einem bestimmten Ereignis stören und beeinflussen können. Wer an Apeirophobie leidet kann nicht wie andere Menschen spontan auf unvorhergesehen Ereignisse eingehen und Lösungen für von außen erzwungene Planänderungen finden. Vorher tritt Angst bei ihnen auf. Deshalb schätzen Menschen mit Apeirophobie eine sehr starre und feste Lebensplanung, möglichst in kleinen Schritten, und setzen alles daran Störungen ihrer Vorhaben zu vermeiden.

Apeirophobie: Mögliche Ursachen

Welche Ursachen Apeirophobie genau hat ist, wie bei allen anderen Phobien auch, wissenschaftlich nicht zweifelsfrei zu belegen. Es gibt jedoch Vermutungen, dass es sowohl genetische als auch soziale Ursachen für den Ausbruch einer Apeirophobie geben könnte. Mediziner tendieren dazu anzunehmen, dass eine Verknüpfung genetischer und sozialer Ursachen zum Ausbruch von Phobien aller Art führt. Nach ihrem Dafürhalten ist es so, dass Menschen einen genetischen Satz in sich tragen können, der sie dafür vorsieht irgendwann in ihrem Leben an einer Phobie leiden zu können. Diese muss nicht zwingend ausbrechen. Entscheidend für den Ausbruch ist eine Verknüpfung der genetischen Voraussetzung mit einem Lebensereignis, das die Phobie sozusagen beginnen lässt. Dies wird auch hinsichtlich der Apeirophobie angenommen. Welche Lebensereignisse das sein könnten, ist nicht gänzlich geklärt. Von den meisten Fachleuten wird angenommen, dass einzelne Ereignisse, die bei einem Menschen Angst auslösten zum Beginn einer Phobie führen.

Apeirophobie: Merkmale

Betroffene nehmen die Angst vor der Unendlichkeit und Ewigkeit wahr. Ihnen ist auch bewusst, dass das Unwohlsein, das in ihrem Denken damit verbunden ist, stärker ausgeprägt ist als bei anderen Menschen. Menschen mit Apeirophobie fällt es schwer ihre Alltagsgedanken von ihrer irrationalen Angst zu lösen. Selbst, wenn sie in einer bestimmten Situation sehr entspannt sind, schleichen sich immer wieder negative Gedanken rund um die Angst vor der Unendlichkeit ein, was dazu führt, dass sich schnell wieder Unruhe breit macht. In vielen Fällen sind diese negativen Gedanken so stark, dass Apeirophobiker sich kaum noch auf ihren Alltag konzentrieren können.

Um mit ihren Ängsten klar zu kommen, entscheiden sich viele Betroffene für eine Vermeidungstaktik. Das, was ihnen am meisten Unbehagen bereitet, nämlich der Gedanke an den Tod und die Unendlichkeit, wird unterdrückt. Da sich Gedanken aber auch verselbständigen können, und immer dann wandern, wenn sich der Mensch in einer ausgelassenen und ruhigen Haltung befindet, vermeiden Apeirophobiker oft auch das. Sie beschäftigen sich und ihren Geist permanent und nutzen dies als eine Art Ablenkungsmanöver. Denn sie haben erfahren, dass der Gedanke an ihre Ängste immer dann auftritt, wenn sie unbeschäftigt sind. Apeirophobiker fühlen sich zudem von innen heraus dazu gedrängt ihr Leben möglichst engmaschig zu kontrollieren. In der Nacht werden sie darüber hinaus oftmals von Alpträumen geplagt. Viele Betroffene berichten davon in diesen Träumen ins Bodenlose zu fallen.

Eine Therapie kann gegen Apeirophobie helfen

Am besten ist es eine Apeirophobie über eine Therapie behandeln zu lassen. Idealerweise hat der Psychiater oder Psychologe, der hierfür aufgesucht wird, bereits Erfahrung mit Apeirophobie. Das Ziel der Therapie ist es dann die Ängste zu schmälern und dem Patienten langsam ins Bewusstsein zu bringen, dass alle Angst, die er verspürt, unbegründet ist. Problematisch wirkt sich für Apeirophobiker aus, dass ihr Leiden sehr viel Lebensenergie verbraucht. Deshalb sollten sie darauf gefasst sein, dass eine Therapie gegen Apeirophobie einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bevor eine deutliche Besserung des Gesamtzustandes absehbar ist. Denn auch für die Durchführung einer Therapie braucht es Energie. Medikamentös wird Apeirophobie nur in besonders schweren Fällen behandelt.

Was ist Verbophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Verbophobie ist eine spezifische Phobie, d. h. eine starke Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation. Im Falle der Verbophobie sind Worte die Auslöser der Angst. Diese äußerst sich in psychologischen und physischen Stressreaktionen bis hin zur Panikattacke. Ein Vermeiden der Auslöser ist im Falle der Verbophobie nicht immer möglich. Erreichen Angst und Symptome eine Intensität, die das Leben des Betroffenen auf regelmäßiger Basis beeinträchtigen, sollte eine der vielen Therapieformen in Anspruch genommen werden. Begleitend oder in leichteren Fällen gibt es einige Dinge, die Betroffene selbst tun können, um mit der Verbophobie besser umzugehen.

Was ist Verbophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Verbophobie ist die Angst vor Worten und ihrer Wirkung. Auslöser kann das geschriebene oder gesprochene Wort sein, die eigenen Worte oder die anderer Menschen. Damit gehört die Verbophobie zu den sogenannten spezifischen Phobien, die sich auf ein ganz bestimmtes Objekt oder eine genau begrenzte Situation beziehen, in diesem Fall Worte. Unter Phobie versteht man dabei die übertriebene, irrationale Angst vor an sich harmlosen Objekten und/oder Situationen.

Wortbedeutung und verwandte Phobien

Der Begriff Verbophobie setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort verbo = Wort und dem eingedeutschten griechischen Wort phobos = Furcht. Die Wortbedeutung gibt damit die Definition dieser Angststörung. Eine andere Bezeichnung für dasselbe Phänomen ist Logophobie von griechisch logos = Wort und griechisch phobos = Furcht. Verwandte Ängste sind Sesquipedalophobie, die Angst vor langen Wörtern (auch unter dem scherzhaft verwandten Namen Hippopotomonstrosesquippedaliophobie bekannt, der durch die schiere Länge auf diese spezielle Angst anspielt), sowie die Onomatophobie, die Angst davor, ein bestimmtes Wort oder einen bestimmten Namen zu hören.

Symptome: Wie äußert sich Verbophobie?

Werden Menschen, die an Verbophobie leiden, mit dem Auslöser konfrontiert, erleben sie ein unverhältnismäßig intensives Maß an Angst, die sich bis zur Panikattacke steigern kann. Eine solche kann mit einer Vielzahl physischer Beschwerden einhergehen, etwa starkes Schwitzen, Zittern, Hitzewallungen oder Frösteln, Atemnot, Hyperventilation, hoher Blutdruck, Herzrasen, Schmerzen in der Brust, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Orientierungslosigkeit, Verwirrung. Diese physischen Auswirkungen verstärken in der Regel das Angstgefühl um ein Vielfaches. In der Folge treten oft weitere Ängste auf wie Angst vor Kontrollverlust, Ohnmacht, Verletzung oder gar Tod. Die Betroffenen empfinden häufig auch Scham, Schuld, Wut und Hoffnungslosigkeit mit Blick auf ihre Situation. Angestrebt wird daher eine Vermeidung der Auslöser der Angst. Im Falle der Verbophobie kann das der Verzicht aufs Lesen sein oder das Vermeiden von Kommunikation mit anderen Menschen, bei denen der Betroffene selbst sprechen oder gesprochene Worte hören muss. Bezieht sich die Angst auf das gehörte Wort, kann sogar das Verlassen des Hauses zur Herausforderung werden. In extremen Fällen kommt es so zur gesellschaftlichen Isolation und Vereinsamung der Betroffenen.

Ursachen der Verbophobie

Die Ursachen der Verbophobie können verschiedener Art sein. Vermutlich ist der Anfang in einer Kombination aus mehreren dieser Faktoren zu suchen. In Frage kommen:

  • traumatisches Erlebnis
  • erlerntes Verhalten
  • chemische Vorgänge im Gehirn
  • genetische Veranlagung

Ein traumatisches Ereignis, das zur Ursache von Verbophobie wird, ist oft in der Kindheit zu suchen. Schwierigkeiten beim Lesenlernen und die damit einhergehende Bloßstellung etwa. In ähnlicher Weise kann das Miterleben eines solchen Ereignisses oder das Beispiel einer Bezugsperson, die im Umgang mit Worten übertriebene Vorsicht walten lässt oder Angst verspürt, zur Verbophobie führen.

Behandlung von Verbophobie: Therapiemöglichkeiten

Krankhaft und damit behandlungsbedürftig wird die Verbophobie, wenn die Angst als unangemessen stark empfunden wird, kaum auszuhalten ist und in der Folge das tägliche Leben deutlich beeinträchtigt. Für die Behandlung der Verbophobie gibt es verschiedene wirksame Therapieansätze:

  • kognitive Verhaltenstherapie
  • Hypnotherapie
  • Gesprächstherapie
  • Energietherapie
  • Medikation

Bei der kognitiven Verhaltenstherapie wird zunächst versucht, die tatsächliche Bedrohung einzuschätzen, die vom Auslöser, den Worten, ausgeht. In der Folge werden dann Strategien entwickelt, die bisherigen Verhaltensmuster, also die übertriebene Reaktion auf Worte, zu durchbrechen.

Die Hypnotherapie versucht, die Ursache im Unterbewusstsein des Betroffenen aufzuspüren und mit neuen, positiv belegten Ideen zu verknüpfen, um die Angst zu stoppen.

Bei allen Formen der Gesprächstherapie erhält der Betroffene einen sicheren Raum, um seine Gefühle, Gedanken und Verhaltensmuster in einem Gespräch zu analysieren, besser zu verstehen und Strategien zu einem besseren Umgang mit der Situation zu entwickeln.

Energietherapie nimmt wie der Name schon sagt auf den Energiefluss im menschlichen Körper Einfluss. Yoga, Tai Chi, Qigong, Akupressur und Atemtechniken sind bekannte Beispiele. Ergänzt durch psychologische Maßnahmen lässt der Erfolg vermuten, dass auf diese Weise die Gehirnchemie positiv beeinflusst und das Leiden verringert wird.

Eine Medikation ist nur in starken und akuten Fällen angezeigt. Sie zielt auf die Linderung der Symptome, behebt aber nicht die Ursache der Angst. In Frage kommen Antidepressiva, Beruhigungsmittel und Betablocker. Die meisten dieser Medikamente sind verschreibungspflichtig und dürfen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden.

Tips zum Umgang mit der Angst: Diese Maßnahmen schaffen Erleichterung

Es muss nicht immer gleich eine Therapie sein. Wer sich durch die Verbophobie nicht stark beeinträchtig fühlt, kann einiges tun, um die Situation zu verbessern. Auch begleitend zu einer Therapie bringen diese Maßnahmen Erleichterung:

  • Entspannung suchen
  • Angst ignorieren
  • sich informieren
  • mit anderen Betroffenen austauschen
  • positiv bleiben
  • auf sein Wohlbefinden achten

Es mag trivial klingen und ist oft leichter gesagt als getan. Aber: Bewusste Entspannung und eine Weigerung, sich auf die Angst zu konzentrieren, helfen, diese einzudämmen und besser zu bewältigen. Außerdem gilt auch bei Phobien: Wissen ist Macht. Je mehr über den eigenen Zustand bekannt ist, desto besser kann man ihn einordnen und sich wappnen. Zur Information trägt auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen bei. Sie bieten ein vorurteilsfreies Umfeld, das positiv unterstützen kann. Ein solches ist auch im Allgemeinen wichtig und nicht nur im Umgang mit der Verbophobie hilfreich. Eine Grundvoraussetzung für jede Besserung ist zudem, auf das eigene Wohlbefinden zu achten. Ein gesunder und ausgeglichener Lebenswandel gibt einen festen Stand auch in Situationen, in denen die Verbophobie akut wird.

Was ist das Havanna Syndrom? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Havanna Syndrom bezeichnet eine Reihe von gesundheitlichen Beschwerden, die offiziell nicht als Krankheit gelten. Selbst Fachärzte sprechen vom Havanna Syndrom als eine mysteriöse Erscheinung, deren Ursache die Medizin bislang nicht auf den Grund kommen konnte. Die gesundheitlichen Beschwerden, die mit dem Havanna Syndrom in Verbindung gebracht werden, bestehen in erster Linie aus Kopfschmerzen und einer starken Form von Übelkeit. Beides tritt sehr plötzlich und in Kombination miteinander auf.

Woher die Bezeichnung des Havanna Syndroms kommt

Zum ersten Mal trat das Havanna Syndrom in der kubanischen Hauptstadt Havanna auf. Deshalb erhielt die beschriebene Art der gesundheitlichen Problematiken die Bezeichnung Havanna Syndrom. Betroffen vom Havanna Syndrom waren seinerzeit, im Jahre 2016, mehrere Diplomaten aus den USA, die in der amerikanischen Botschaft in Havanna arbeiteten. Später waren immer wieder Amerikaner, und auch Bürger anderer Nationalitäten, vom sogenannten Havanna Syndrom betroffen.

Es handelte sich dabei jeweils um Diplomaten oder deren Familienangehörigen. Wohnhaft waren diese Personen zum Zeitpunkt des Auftretens des Havanna Syndrom zunächst ausschließlich in Havanna. Betroffen waren unter anderem Bürger Kanadas, Russlands und Chinas. In späteren Zeiten wurden die Symptome des Havanna Syndroms auch bei Personen festgestellt, die sich in anderen Erdteilen aufhielten.

Die Symptome des Havanna Syndroms

Neben Kopfschmerzen und Übelkeit klagten die bislang vom Havanna Syndrom betroffenen Personen auch über Sehstörungen, Schwindel und Gedächtnislücken, bis hin zum Gedächtnisverlust. Bei einigen von ihnen traten zusätzlich Schlaflosigkeit und eine starke Antriebslosigkeit auf. In der Intensität waren die beschriebenen gesundheitlichen Probleme bei den betroffenen Einzelpersonen jeweils unterschiedlich, und werden von den konsultierten Ärzten als unspezifisch beschrieben. Gemeinsam haben die Gesundheitsprobleme jedoch, dass es sich um neurologische Einschränkungen handelt.

Personen, bei denen das Havanna Syndrom vermutet wurde, berichteten, dass sie vor dem Auftreten der Symptome laute Geräusche gehört hätten, die von allen als überaus unangenehm wahrgenommen wurden. Die Geräusche waren demnach nicht nur laut, sondern auch mit einer Art von Vibrationen verknüpft, deren Hintergrundgeräusche nur schwer aushaltbar gewesen sein sollen. Darüber hinaus klagten Menschen mit Havanna Syndrom auch über Kopf- und Ohrendruck. Beides ging jeweils mit den als belastend empfundenen Geräuschen und Vibrationen einher.

Was hinter dem Havanna Syndrom stecken könnte

Die Ursache des Havanna Syndroms gilt als so mysteriös wie umstritten. Bislang konnte keine treffende Analyse hinsichtlich möglicher Ursache für die Beschwerden, die durch das Havanna Syndrom hervorgerufen werden, getroffen werden. Dies gibt Anlass zu Spekulationen, denn medizinische Gründe für das Auftreten des Havanna Syndroms konnten von Ärzten nicht festgestellt werden.

Da das Havanna Syndrom zunächst nur bei Diplomaten aus den USA festgestellt wurde, sah die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika Anlass dazu anzunehmen, dass es sich womöglich nicht um ein gesundheitliches Problem, aber um einen gezielten Angriff auf die Diplomaten aus den USA handeln könnte. Die amerikanische Regierung vermutete einen Angriff im Rahmen einer verdeckten Operation, die durch einen gegnerischen Geheimdienst ausgeführt wurde, um das diplomatische Korps der USA dadurch zu schwächen und zu belasten.

Weiterhin nahmen die Amerikaner an, dass ihre Landsleute mit einer neuartigen Form von Mikrowellen-Waffen angegriffen wurden. Dies erklärten sie damit, dass diejenigen Personen, die vom Havanna Syndrom betroffen waren, alle von den gleichen Geräuschen, gepaart mit Vibrationen, berichtetet hatten. Die Theorie der USA hinsichtlich des Havanna Syndroms wird international jedoch stark angezweifelt. Einerseits spricht, laut Vertretern anderer Nationen, gegen die Theorie der Amerikaner, dass das Havanna Syndrom inzwischen in zahlreichen weiteren Ländern als Kuba aufgetreten ist.

Weiterhin wird argumentiert, dass das Havanna Syndrom in der Zwischenzeit selbst bei Personen auftrat, die sich zum Zeitpunkt des Auftretens im Weißen Haus in Washington befanden. Dies hinderte die US-Regierung unter Donald Trump allerdings nicht daran Kuba für das Havanna Syndrom verantwortlich zu machen. Laut Donald Trump sei es Aufgabe Kubas gewesen ausländische Diplomaten in Havanna vor jeglichen Angriffen zu schützen. Seiner Ansicht nach hätte der kubanische Staat dies nicht getan.

Im Juni 2021 schließlich trat das Havanna Syndrom in der österreichischen Hauptstadt Wien auf. Davon betroffen waren wiederum Angehörige der amerikanischen Botschaft. Im August 2021 zog das Havanna Syndrom noch weitere Kreise. Diesmal trat es in der amerikanischen Botschaft in der deutschen Hauptstadt Berlin auf. Mittlerweile sehen die Amerikaner nicht mehr Kuba als Angreifer. Hinter dem Havanna Syndrom vermuten sie nun Anschläge der Russen.

Was ist Gaslighting? Wie funktioniert es? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter Gaslighting wird eine Form des psychischen Missbrauchs verstanden. Dabei zielt der Täter darauf ab, das Opfer in seiner Selbstsicherheit zu erschüttern. Durch Formen der Manipulation soll das Gegenüber dazu gebracht werden, seine eigene psychische Gesundheit anzuzweifeln. Ihm wird eingeredet, sein Blick auf die Realität wäre verzerrt und Erinnerungen seien falsch abgespeichert worden.

Was ist Gaslighting? Wie funktioniert es? Bedeutung, Definition, Erklärung

Seinen Ursprung hat der Begriff aus dem Stück „Gaslight“ von Patrick Hamilton. In diesem manipuliert ein Ehemann seine psychisch gesunde Frau solange bis sie glaubt, an krankhaften Halluzinationen zu leiden. Dabei muss Gaslighting nicht unbedingt von Einzelpersonen ausgehen. Auch Gruppen können sich diese Taktik zunutze machen, um Macht auszuüben.

Typische Gaslighting Techniken

Gaslighting ist ein Machtspiel. Zum Einsatz kommen verschiedene Psychotechniken, die das Ziel haben, das Opfer zu verunsichern, um sich selber zu profilieren.

Herunterspielen

Bei dieser Methode werden Gefühle, Gedanken und Wünsche systematisch kleingeredet. In Partnerschaften äußert sich dies z. B. durch Sätze wie „Du übertreibst maßlos!“ oder „Stell dich nicht so an!“. Reaktionen werden als irrational oder unangemessen dargestellt. Ziel ist es, dass Opfer darauf zu konditionieren, dass die eigene Sichtweise nicht richtig ist. Als Ausweg präsentiert der Täter seinen eigenen Standpunkt.

Diskreditieren

Möchte der Täter sich in sozialen Situationen hervorheben, dann versucht er das Opfer öffentlich zu diskreditieren. Dies geschieht zum Beispiel dann, wenn eine andere Form des Missbrauchs vertuscht werden soll. So wird öffentlich behauptet, das Opfer könne sich nicht richtig erinnern oder würde die Situation nicht richtig darstellen. Kommt es zu Gefühlsausbrüchen, so werden diese mit Sätzen wie „Die hat gerade mal wieder ihre 5 Minuten!“ abgetan. Nicht nur in Beziehungen, sondern auch im Arbeitsleben kommt diese Technik zum Einsatz um Konkurrenten aus dem Feld zu räumen.

Vom Thema ablenken

In Konfliktsituationen wird nicht auf die eigentliche Thematik eingegangen. Stattdessen wird das vorgebrachte Argument ins lächerliche gezogen. Es fallen Sätze wie „Das ist schon wieder einer deiner verrückten Ideen!“ oder „Du glaubst auch wirklich jeden Mist!“.

Abblocken

Konflikte müssen durch Worte gelöst werden. Dabei hat der Täter unterschiedliche Möglichkeiten, sich einem Gespräch zu entziehen. Dazu gehört die Diskreditierung von Argumenten, aber auch das komplette abblocken. Dabei wird so getan, als wüsste man nicht, was die andere Person überhaupt von einem möchte – obwohl man es sehr genau weiß! Typische Sätze sind: „Was willst du eigentlich von mir?“ oder „Hör auf mich zu verwirren!“

Erinnerungen anzweifeln

Bei dieser Taktik zweifelt der Täter die Fähigkeit des Opfers an, sich richtig zu erinnern. Denn: Wer sich seiner eigenen Erinnerungen nicht sicher sein kann, dem ist es unmöglich, angemessene Entscheidungen zu treffen. In romantischen Beziehungen wird dem Manipulator grundsätzlich vertraut – er hat somit leichtes Spiel. Besonders perfide ist ein Satz wie „Bist du dir sicher, dass du dich richtig erinnerst?“. Gerade wer ein besonders offener und verständnisvoller Mensch ist läuft in Gefahr, sich selbst zu hinterfragen. Wichtig ist hervorzuheben, dass der Täter keine Selbstreflexion einfordert. Es geht ihm einzig und allein darum, sein Gegenüber zu verunsichern. So kann er seine Machtposition ausbauen.

Stereotypisierung

In jeder Kultur gibt es Stereotypen. Dabei ist es für die meisten von uns schwer, sich völlig von den Erwartungen der Gesellschaft zu befreien. Im Gaslighting werden bestimmte Verhaltensweisen mit Stereotypen erklärt. Ziel ist es, das Opfer zu diskreditieren. „Mit dir kann man nicht diskutieren, wenn du deine Tage hast!“ , ist ein häufiges Beispiel.

Gaslighting: Typische Sätze:

  • „Du bist heute sehr emotional.“
  • „Du übertreibt wie immer.“
  • „So meinte ich das nicht.“
  • „Musst du das so auffassen?“

Diese Aussagen dienen dazu, Zweifel zu sähen und Unsicherheit zu erzeugen. Wer diese Sätze hört, dem oder der wird damit die Aussagekraft und Absicht abgesprochen.

Warum betreibt jemand Gaslighting?

Nicht jede vorgetragene Kritik hat etwas mit Gaslighting zu tun. Um die Definition zu erfüllen, muss der Täter die Intention verfolgen, die andere Person zu dominieren und zu kontrollieren. Ziel ist es, das Gegenüber so stark zu verunsichern, dass es auf externe Bestätigung angewiesen ist. Hier kann sich der Täter in den Vordergrund drängen und eine Lösung anbieten:

„Ja, dein Gedächtnis ist schlecht! Hör auf mich, denn ich erinnere mich besser!“
„Du schätzt Situationen falsch ein. Hör auf mich, denn ich weiß, wie man es macht!“

Nicht selten steht hinter Gaslighting eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Der Narziss ist dabei ein Mensch, der sich selbst in den Mittelpunkt stellt. Er sieht sich von Natur aus anderen als überlegen an und erwartet Unterwürfigkeit. Wer als Partner, Freund oder Familienmitglied diese absurde Erwartung nicht erfüllt, wird mittels Gaslighting zur Unterordnung gezwungen. Darüber hinaus beziehen manche Menschen Freude aus der Herrschaft über andere. Nicht zuletzt füttert es das Ego an, wenn man über anderen zu thronen glaubt.

Welche Folgen kann Gaslighting haben?

Für die emotionale Gesundheit kann Gaslighting katastrophale Folgen haben. Menschen, die in solchen Missbrauchsbeziehungen leben, werden kontinuierlich in ihrer Selbst erschüttert. In der Folge kann es passieren, dass die Opfer dem Täter vollkommen hörig werden. Wer es schafft, sich zu lösen, leidet oft noch viele Jahre unter den Spätfolgen. Es kommt dazu, dass man sich selber immer wieder hinterfragt und Probleme hat, alleine Entscheidungen zu treffen. Stattdessen wird instinktiv die Bestätigung durch Dritte gesucht. So kann es passieren, dass man in eine neue Abhängigkeitsbeziehung hineinrutscht.

Wer gelernt hat, sich selbst nicht mehr zu vertrauen, der entwickelt leicht eine Angststörung. Denn: Eine Welt, in der man nicht unabhängig leben kann, wird als bedrohlich empfunden. Die als tiefgreifend erlebte Hilflosigkeit mündet nicht selten in einer Depression. Das Opfer spürt, dass es sich nicht selber aus der erlernten Verunsicherung befreien kann und gibt auf.

Ganz egal wie lange man einem Missbrauch ausgesetzt war: Ein Trauma kann sich immer entwickeln. Wird dieses nicht bewältigt, führt dies zu einer „Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD)“. Diese äußert sich zum Beispiel in kontinuierlichen Albträumen, Flashbacks und sehr leichter Reizbarkeit.

Wie kann man auf Gaslighting reagieren?

Gaslighting ist eine besonders hinterlistige Art der psychischen Manipulation. Hinterlistig deshalb, da man als Opfer zumeist nicht glaubt, Missbrauch zu erleben. Aufgrund des Vertrauens dem Täter gegenüber fühlen Betroffene sich geneigt, ihm gute Absichten zu unterstellen. Die Tatsache, dass man kontinuierlich und systematisch manipuliert wurde, fällt oft zu spät auf. Das Entwickeln eines Bewusstseins ob der Thematik ist daher der erste Schritt zur Heilung. Dabei kann es hilfreich sein, erlebte Situationen mit guten Freunde oder der Familie zu besprechen. So wird es leichter, zu einer Einschätzung zu kommen.

Wenn Gaslighting auftritt, dann sollte man sich der Situation so schnell wie möglich entziehen. Denkbar ist es, einen Spaziergang zu unternehmen. Ein körperlicher Abstand kann dabei helfen, seine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Wichtig ist es, sich gezielt Zeit zu nehmen, um zu einer eigenen Bewertung der Situation zu gelangen. So wird man nicht automatisch in die Erzählung des anderen hineingezogen.

Es kann auch hilfreich sein, das erlebte so schnell wie möglich niederzuschreiben. Aber auch ein Videotagebuch kann helfen, Beweise zu sammeln. Diese können aber nur dazu dienen, sich selber davon zu überzeugen, ein Opfer von Gaslighting geworden zu sein. In einer Diskussion mit dem Täter sollten diese nicht vorgebracht werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass dieser sich prinzipiell nicht überzeugen lässt. In der Folge setzt man sich den Taktiken des „Gaslighters“ nur noch mehr aus.

Gaslighting: Wie sieht der Weg zur Heilung aus?

Selbstsicherheit lässt sich leicht verlieren und schwer gewinnen. Entscheidend ist daher, die eigenen Gefühle und Gedanken stets ernst zu nehmen. Nur so kann es überhaupt gelingen, den Weg der Heilung zu beschreiten. In manchen Fällen ist es schwer, sich „Gaslightern“ zu entziehen. In Paarbeziehungen hat man sein Glück aber selbst in der Hand. In vielen Fällen ist es absolut notwendig, eine Trennung einzuleiten. Dies ist immer dann notwendig, wenn der Partner es bewusst auf eine Verunsicherung seines Gegenübers anlegt.

Manchmal stellt sich die Situation nicht eindeutig dar. Nicht immer verfügt der Täter über ein Bewusstsein darüber, dass er manipuliert. Die Beziehung kann jedoch nur dann bestehen bleiben, wenn von seiner Seite eine Gesprächsbereitschaft besteht. In einer Paartherapie können schädliche Verhaltensweisen aufgedeckt werden. Gleichzeitig wird ein Plan entwickelt, um die Beziehung auf ein gesundes Fundament zu stellen.

In jedem Fall ist es sinnvoll, als Betroffener eine Therapie anzustreben. Mit einem ausgebildeten Therapeuten zu sprechen, verschafft einen neuen Blick auf die eigene Situation. Leider können sich Opfer von Gaslighting oft nicht von selber von dem erlebten Missbrauch distanzieren. Selbst wenn der Täter das eigene Leben verlassen hat, besteht die Notwendigkeit, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Eine therapeutisch begleitete Nachsorge kann verhindern, dass schwere psychische Erkrankungen wie Depressionen oder PTSD nicht entstehen – oder abgemildert werden.

Was ist Sciophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Sciophobie wird auch als Sciaphobie bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine spezifische Phobie, die die irrationale und krankhafte Angst vor Schatten beinhaltet. In vielen Fällen handelt es sich um eine übersteigerte Angststörung, die es Sciaphobikern unmöglich macht, Schatten anzusehen. Viele Betroffene sind noch nicht einmal in der Lage, auf ihren eigenen Schatten zu treten.

Definition einer Sciophobie

Die Angst vor Schatten kann generationsübergreifend vorkommen. Das bedeutet, dass die besondere Angst von einer Person zu einer andere übergeht. Für betroffene Personen hat der Schatten etwas beängstigend. Sie vermuten darin unerwünschte Besucher oder schädliche Dinge. In vielen Fällen wird die Angststörung durch ein traumatisches Ereignis aus der Vergangenheit ausgelöst. Bei Kindern kann es bereits ausreichen, dass eine kleine Maus im Fernsehen einen riesigen Schatten wird, der aussieht wie ein Monster. Für Betroffene ist es schwer, in einem dunklen Raum zu schlafen. Sie möchten am liebsten immer in einem gut beleuchteten Raum bleiben. Selbst das Sehen des eigenen Schattens kann eine Panikattacke auslösen. Betroffene fangen an zu schreien oder fallen in Ohnmacht.

Welche Auswirkungen hat eine Sciophobie?

Menschen, die unter einer Sciophobie leiden, gelten als sehr ängstlich. Es verursacht bei ihnen ein Unbehagen, wenn sie sich in einer Menschenmasse bewegen müssen. Das liegt unter anderem daran, dass es durch die bewegenden Menschen zu Verschiebungen der Schatten kommt, denen Betroffene kaum ausweichen können. Das kann den Alltag eines Betroffenen stark einschränken. Oftmals wirkt sich die Angststörung auch negativ auf die Arbeitsfähigkeit aus. Schatten lassen sich im täglichen Leben schließlich schlecht vermeiden.

Behandlungsmethoden / Therapien: Sciophobie

Als Behandlungsmethoden haben sich bei einer Sciophobie Verhaltenstherapien und Hypnosen gut bewährt. Mithilfe von Bildern und kleinen Schatten werden Betroffene vorsichtig an die Angstobjekte herangeführt. Eine derartige Verhaltenstherapie wird durch einen ärztlichen Psychotherapeuten durchgeführt. Ein neues Bild wird erst dann gezeigt, wenn die Angst vor dem ersten Objekt abgebaut wurde. Nur so ist es möglich, ihn an das nächste Objekt heranzuführen, welches Ängste auslösen könnte. Eine andere Alternative wird auch als Flooding bezeichnet. Während dieser Behandlung wird der Betroffene dazu angeleitet, sich in den Schatten zu begeben. Er muss die Angst vollständig aushalten. Diese Methode wird in der Regel so häufig angewendet, bis die Angst vor dem Schatten komplett abgebaut wurde. Beim Flooding kommt es zu einer Reizüberflutung, die mit einer Konfrontationstherapie verglichen werden kann. Betroffene sollen lernen, sich ihren Ängsten zu stellen und die angstauslösende Situation allein überwinden.

Sciophobie: Welche Symptome kann eine Angststörung auslösen?

Angst ist ein natürliches und wichtiges Gefühl. Sie kann dafür sorgen, dass unnötige Risiken vermieden werden. Ängste vor Dunkelheit oder Trennungsängste werden als normale Entwicklung angesehen. Nimmt eine Angst überhand und beeinträchtigt den Alltag, sollte etwas dagegen unternommen werden. Durch negative Erfahrungen kann es zu übersteigerten Ängsten kommen. Diese Ängste können Symptome wie Pulsbeschleunigung, Zittern, Hitzewallungen, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Schwindel, Erbrechen, Übelkeit oder Atembeschwerden verursachen. Je nach Angststörung haben Betroffene das Gefühl, verrückt zu werden oder das unwirkliche Dinge geschehen. Sie haben nicht mehr die volle Kontrolle über ihre Gedanken und Gefühle. Im schlimmsten Fall haben sie das Gefühl zu sterben oder es tritt ein sogenanntes Vernichtungsgefühl auf. Phobien und Ängste können so extrem werden, dass sich Betroffene nicht mehr aus dem Haus trauen. Mithilfe von kognitiven Ansätzen wird bei einer Therapie die Bewertungs- und Denkart der Betroffenen verändert. Therapien helfen dabei, Angst auslösende Gedanken zu Ende zu führen. Bei vielen Ängsten handelt es um rein unrealistische Bewertungen. Nur in sehr belastenden Situationen werden Antidepressiva verordnet.

Was ist die 5 Why Methode? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als 5 Why Methode wird ein einfaches Verfahren bezeichnet, das mit fünf Warum-Fragen eine Fehler-Ursachen-Analyse ermöglicht (sogenannte Root-Cause-Analysis). Die Methode stammt aus dem Qualitätsmanagement. Im Grunde stellt die Methode eine Ursache-Wirkung-Kausalkette her. Jedoch ist ihr Ausgangspunkt, zunächst den Fehler exakt zu benennen. Die beiden Ziel bestehen darin,

  • a) die Ursache zu identifizieren und
  • b) eine Lösung für das Problem zu finden.

Wer hat die 5 Why Methode erfunden?

Diese Methode kommt wie viele andere Verfahren des Qualitätsmanagements aus Japan. Als ihr Begründer gilt Toyoda Sakichi, Vater des Toyota-Gründers Toyoda Kiichirō und selbst Erfinder sowie geistiger Vater der japanischen industriellen Revolution. Möglicherweise hat ihn sein aufgeweckter Sohn mit seinen vielen Fragen dazu motiviert, doch einmal Problemstellungen exakt mit 5 Why zu beschreiben. Heute ist die Methode integraler Bestandteil der japanischen Lean-Philosophie, also des Managements mit schlanken Strukturen.

Anwendung der 5 Why Methode

Der Start ist die exakte Beschreibung des Problems. Danach folgen die fünf Warum-Fragen, die auch zu beantworten sind. Achtung: Es handelt sich nicht um das Ermitteln von fünf alternativen Ursachen für ein Problem, sondern um das Herstellen einer Kausalkette in fünf Schritten. Das Problem könnte sein: Der Drucker druckt nicht mehr. Es folgen die fünf Fragen mit ihren jeweiligen Antworten:

  • #1 Warum druckt der Drucker nicht? – Weil die Druckerpatronen inzwischen leer sind.
  • #2 Warum wurden die leeren Patronen nicht ersetzt? – Weil wir gerade keine vollen Patronen haben.
  • #3 Warum haben wir keine neuen Patronen? – Weil sie nicht bestellt wurden.
  • #4 Warum wurden sie bestellt? – Weil die Verantwortlichkeit hierfür unklar ist.
  • #5 Warum ist das unklar? – Weil unser Einkaufsprozess zentralisiert organisiert ist, was zu Verzögerungen führt.

Die mögliche Lösung kann lauten, die Kommunikation zum Einkauf zu stärken und einen Verantwortlichen für die Druckerpatronen zu benennen.

Positiv- oder Negativformulierung der 5 Why

Die 5 Why können positiv oder negativ formuliert werden. Es sind die Fragen „Warum herrscht dieser Zustand?“ und „Warum herrscht nicht der gegenteilige (bessere) Zustand?“ möglich. Die zweite, negative Formulierung ist zielführender, auch wenn sie unangenehmer wirkt, weil sie den offensichtlichen Lösungspfad antizipiert bzw. auf die Lösung drängt.

Alternativer Verlauf der 5 Why

Eine andere Fragestellung der 5 Why kann zu einem alternativen Verlauf der Kausalkette und damit zu anderen Erkenntnissen führen. Das Problem lautet wieder: Der Drucker druckt nicht.

  • #1 Warum druckt der Drucker nicht? – Weil alle Druckerpatronen leer sind.
  • #2 Warum sind sie leer? – Weil wir bislang nur die XS-Version verwenden.
  • #3 Warum nutzen wir nicht die XXL-Version? – Weil unser derzeitiger Lieferant nur XS führt.
  • #4 Warum bestellen wir keine XXL-Patronen bei einem anderen Lieferpartner? – Weil dieser Partner von uns aus mehreren Gründen (gute Konditionen, sehr zuverlässig) bevorzugt wird. Wir haben nie nach anderen Partnern gesucht.
  • #5 Warum haben wir nie andere Partner gesucht? – Weil bisher niemand Bedarf nach anderen Patronen angemeldet hat.

Lösung: Die Einkaufsabteilung muss nun einen zusätzlichen Lieferpartner für XXL-Patronen finden.

Warum sind es fünf Why-Fragen?

Toyoda Sakichi mag die fünf Schritte der Kausalkette für optimal gehalten haben. Bekanntlich finden viele Methoden mit einer geradezu magischen Zahl von Schritten statt. Eigentlich sind die 5 Why nicht zwingend in Stein gemeißelt. Es könnten drei Fragen genügen, manchmal müssen es vielleicht auch sechs sein. Doch fünf Fragen erscheinen durchaus angemessen, um einem Problem etwas gründlicher auf den Grund zu gehen und am Ende zu einer Lösung zu kommen. Sie motivieren dazu, sich nicht allzu zu schnell mit der erstbesten Erklärung zufrieden zu geben. Wenn die Fragen in eine Sackgasse führen, empfiehlt es sich, ein bis zwei Schritte zurückzusetzen und einen alternativen Frageweg auszuprobieren.

Wo kommt die 5 Why Methode zur Anwendung?

Erfunden wurde sie für das Management von technischen Prozessen. Die 5 Why sind ein Tool für die Ursachenanalyse bei offenkundig technisch begründeten Fehlern. Es handelt sich dabei um lineare, kausale und meistens komplizierte Systeme. In solchen Umgebungen kann die 5 Why Methode sehr wirksames helfen.

Grenzen der Methode in komplexen Umgebungen

In einer komplexen Umgebung kann es passieren, dass sich einer Wirkung keine eindeutige Ursache zuordnen lässt bzw. dass Ursache und Wirkung in einer Wechselbeziehung stehen. In so einem Fall kann die 5 Why Methode zu einer kreisförmigen Argumentationskette führen. Auch wäre eine Simplifizierung von Sachverhalten möglich. Albert Einstein wies darauf hin, dass wir alles so einfach wie möglich erklären sollten – aber nicht noch einfacher. Komplexe Umgebungen mit Wechselwirkungen sind unter anderem soziale Systeme. Hier versagt die 5 Why Methode allzu oft.

Neue Fragestellung mit „Wofür“ statt „Warum“

Ein moderner Vorschlag lautet, die Frage nach dem Warum durch die Frage nach dem Wofür zu ersetzen. Man untersucht dann nicht die Ursachen von Zuständen, sondern die Wirkungen von Handlungen. Dabei wird der Ausgangspunkt dennoch ein Problem sein. Doch die Fragen führen anstelle der Kausalkette Ursache-Wirkung-Lösung gleich zu Wenn-dann-Szenarien. Es geht etwas nicht, weshalb die Fragen lauten: Was passiert, wenn ich #1 dies, #2 jenes oder #3, #4, #5 noch etwas ganz anderes unternehme? Diese Methode ist in die Zukunft gerichtet und sehr lösungsorientiert, während die 5 Why zunächst in die Vergangenheit blicken.

Was ist Misophonie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Misophonie stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den griechischen Wörtern für Hass und Geräusch zusammen. Mit dem Wort Misophonie bezeichnet man also den Hass auf Geräusche. Menschen, die von Misophonie betroffen sind, nehmen Geräusche in der Regel als stärker und störender wahr, als ihre Mitmenschen. Misophonie gilt nicht als Krankheit. Mediziner bezeichnen es als eine Art der Überempfindlichkeit, die den Betroffenen dennoch zu schaffen macht. Die Ursprünge der Misophonie könnten sowohl im neurologischen als auch im psychischen Bereich liegen. Klarheit herrscht hierüber jedoch nicht, da Misophonie für eine konkrete Einschätzung diesbezüglich noch zu wenig erforscht ist.

Was bedeutet der Hass auf Geräusche für die Betroffenen?

Wer unter Misophonie leidet empfindet eines, oder mehrere, Geräusche als störend und belästigend. Die betroffene Person hat das Gefühl diese Geräusche nicht ertragen zu können und möchte sie möglichst umgehend abstellen. Sehr häufig handelt es sich dabei um Geräusche, die von anderen Personen verursacht werden, wie zum Beispiel um Kau- oder Schluckgeräusche. Auch das Knacken von Fingerknochen fällt darunter. Weitere Beispiele sind Reibe- und Quietschgeräusche, wie etwa das Geräusch, das entstehen kann, wenn mit Kreide auf eine Tafel geschrieben wird. Auch Geräusche, die während der Benutzung von Essbesteck entstehen, werden oft als störend empfunden. Die Lautstärke des jeweiligen Geräusches ist dabei nicht relevant. Schon ein sehr leiser Ton ruft bei den Betroffenen das gleiche Störgefühl hervor, wie das gleiche Geräusch in einer hohen Lautstärke. Wer an Misophonie leidet kann dies in Abstufungen tun.

Manche Betroffene verspüren lediglich einen Widerwillen gegen bestimmte Geräusche. Andere müssen sich selbst gegen diese Geräusche schützen und zum Beispiel den Raum verlassen, in dem sie sie hören. Werden die als belastend empfundenen Töne von Mitmenschen produziert, wie es zum Beispiel bei Essgeräuschen der Fall ist, kann das Verhalten der Betroffenen unfreundlich bis ausfallend werden. Gegebenenfalls informieren sie die andere Person darüber, dass das von ihr ausgehende Geräusch belastend auf sie wirkt, und bitten sie es zu unterlassen. Möchte, oder kann, die andere Person dieses Geräusch nicht abstellen, kann es auf der Gegenseite zu emotionalen Eskalationen die mit einem Streit enden kommen. Viele Menschen, die von Misophonie bei sich selbst berichten, beschreiben das Hauptgefühl, das mit der Misophonie einhergeht, als eine Form von höchstem Ekel. Das bedeutet, dass in ihnen ein innerer Ekel aufsteigt, sobald sie das verhasste Geräusch wahrnehmen. Der Ekel betrifft oft nicht nur das Geräusch an sich, sondern auch die Geräuschquelle, von dem es ausgeht. Die Geräuschquelle können, wie beschrieben, auch Menschen sein, was das Zusammenleben in Einzelfällen erschweren kann.

Mögliche Ursachen für Misophonie

Bezüglich möglicher Ursachen für Misophonie greifen Ärzte in erste Linie auf Annahmen zurück. Sie halten es für möglich, dass Misophonie durch in der Kindheit gemachte unangenehme Erfahrungen mit Geräuschen entsteht. Außerdem wird es als denkbar angesehen, dass unangenehme Erfahrungen mit Geräuschen mit unangenehmen Erfahrungen mit Menschen, von denen diese Geräusche verursacht wurden, in Verbindung gebracht werden. Im Gehirn der Betroffenen wurde dann, nach Ansicht von Experten, das als unangenehm empfundene Geräusch mit einer schlechten Erfahrung verknüpft. Tritt dieses Geräusch erneut auf, dann erinnert sich das Gehirn gleichzeitig an die negative Erfahrung auf der Gefühlsebene des Betroffenen, weshalb das Geräusch insgesamt als unangenehm empfunden wird.

Was können die Folgen von Misophonie sein?

Welche Folgen Misophonie für einzelne Betroffene haben kann hängt sehr stark davon ab wie schwer die Misophonie ausgeprägt ist und welche Geräusche jeweils die Auslöser sind. Fühlen sich Personen von sehr alltäglichen Geräuschen, wie Essgeräuschen, gestört, kann das dazu führen, dass diese Personen versuchen Situationen zu vermeiden, in denen sie diesen Geräuschen ausgesetzt sind. Das können gemeinsame Essen mit der Familie, aber auch im Kollegen- oder Freundeskreis sein. Je nachdem wie sehr sich die Personen von den verhassten Tönen belästigt fühlt, kann diese Vermeidungstaktik sogar zu sozialer Isolation führen. Gelegentlich kommt es auch vor, dass sich Menschen von Atemgeräuschen anderer so gestört fühlen, dass es ihnen unmöglich erscheint mit einem Partner zusammenzuleben. In besonders schweren Fällen können auch Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln deshalb zu einer Belastungsprobe werden, oder aber komplett vermieden werden. Reagieren Betroffene verbal oder körperlich aggressiv auf die die Misophonie auslösenden Töne, kann es zu Missstimmungen zwischen ihnen und ihren Mitmenschen kommen.

Gelegentlich ist sogar eine Anzeige wegen verbaler Ausfälligkeiten oder körperlicher Gewaltanwendung gegenüber anderen Menschen die Folge. Dieses Beispiele sind Extrembeispiele. Doch auch, wenn es im Einzelfall nicht zu solch schweren Folgen kommt, ist Misophonie für Betroffene immer belastend. Besonders schwer wird ein Leben damit für sie, wenn das nahe Umfeld kein Verständnis für Misophonie zeigt.

Kann Misophonie behandelt werden?

Da Misophonie derzeit noch erforscht wird, gibt es aktuell nur wenige Möglichkeiten der Behandlung. Meist wird deshalb nicht die Misophonie direkt behandelt, da dies nach aktuellem Wissensstand der Medizin nicht möglich ist. Das Ziel einer Behandlung ist in der Regel eine Erhöhung der Toleranz der Betroffenen gegenüber den als störend empfundenen Geräuschquellen.

Medikamentös lässt dich Misophonie zum jetzigen Zeitpunkt nicht behandeln. Betroffene können aber Entspannungstechniken erlernen, die es ihnen erlauben besser mit ihren durch die Misophonie ausgelösten Missstimmungen zurecht zu kommen. Welche Techniken das sein könnten, muss von den Betroffenen ausprobiert werden. Nicht jede Technik schlängt bei jedem gleich gut an. Möglich sind zum Beispiel Yoga, Autogenes Training, Tai Chi oder Progressive Muskelentspannung. Hilfreich kann auch eine Therapie bei einem Verhaltens-Psychologen wirken.

Was bedeutet „Komplexe haben“? Psychologie, Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Komplex ist ein Begriff, der heute in der Psychoanalyse und im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet wird. Der aber ursprünglich auf eine Idee Freuds zurückgeht, um jemanden zu bezeichnen, der sich in der Interaktion mit anderen nicht wohl zu fühlen scheint. Diese Hemmung kann als Hemmung des Sozialverhaltens oder geschlechtlichen Verhaltens gesehen werden.

In der psychoanalytischen Theorie sind Komplexe die Muster, die die zwischenmenschlichen Beziehungen allgemein und grundlegend ordnen. In diesem Sinne wird die Art und Weise, wie Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden, durch komplexes Verhalten bestimmt. Ebenso handeln Menschen in neuen Umständen bzw. Situationen auf eine für sie typische Verhaltensweise: Sie reagieren auf der Grundlage von miteinander verknüpften Vorstellungen und Erinnerungen, die hoch emotional und meist unbewusst sind.

„Komplexe haben“: Was kann man tun?

Minderwertigkeitskomplexe sind ein Problem, mit dem viele Menschen konfrontiert sind. Wenn ein Minderwertigkeitskomplex das Leben stark einschränkt, wenn man sich zum Beispiel aus sozialen Aktivitäten zurückzieht und sich weigert, daran teilzunehmen, sollte man einen Arzt aufsuchen. Wenn die Person sich selbst Schmerzen zufügt, ist eine medizinische Behandlung dringend erforderlich.

Es ist sehr schwierig, mit einem Minderwertigkeitskomplex zu leben. Sie haben vielleicht das Gefühl, dass Sie nicht so gut sind wie andere und dass Sie nichts richtig machen können. Diese Art des Denkens ist eine Geisteskrankheit und bedarf professioneller Hilfe, um sie zu überwinden. Der erste Schritt besteht darin, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht. Das fällt vielen Menschen schwer, weil sie sich ihre Unzulänglichkeiten nicht eingestehen wollen. Wenn Sie diese erste Hürde jedoch überwinden können, stehen Ihnen viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie z. B. eine Verhaltens- oder Konfrontationstherapie, in der Sie lernen, wie Sie Ihr Selbstwertgefühl steigern und Ihr Selbstbild verbessern können.

Eine weit verbreitete und viel geübte Methode zur Behandlung dieses Problems ist die Autosuggestion oder Affirmation. Dabei geht es darum, sich selbst ermutigende, aufbauende und positive Sätze zu sagen, um eine innere Veränderung zu erreichen. Affirmationen müssen über Jahre hinweg täglich geübt werden, damit sie wirken!

Was sind die Auslöser von Komplexen? Ursache, Gründe

Was ist ein Komplex? Wie entwickeln sich Komplexe? Komplexe können in der frühen Kindheit entstehen, wenn ein Kind mit einem unbeschreiblichen Problem konfrontiert ist und die einzige Möglichkeit, damit umzugehen, darin besteht, das zu verdrängen, was es als belastend empfindet. Die Verdrängung dieses Konflikts führt zu bestimmten Konstellationen und Mustern, die sich in kindheitlichen Umständen, die sich aber auch in zukünftigen Konstruktionen immer wiederholen. Man spricht heute vom Ödipuskomplex oder Kastrationskomplex, der sich meist in Form von Minderwertigkeitskomplexen manifestiert.

Der Ödipuskomplex beruht auf der Vorstellung, dass der menschliche Geist aus drei Teilen besteht: dem Es, dem Ich und dem Über-Ich. Die Teile stehen ständig in Konflikt miteinander, um die Vorherrschaft zu erlangen. Es heißt, wenn ein Teil zu viel Macht über die anderen hat, entwickelt die Person eine Persönlichkeitsstörung. Es gibt viele Arten von Störungen, die mit diesem Komplex zusammenhängen – einige Beispiele sind Narzissmus und Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Was sind die Symptome von Komplexen?

Zu den häufigsten Symptome von Minderwertigkeitskomplexe zählen:

  • Sprachhemmungen
  • Opferrolle
  • Schwierigkeiten Beziehungen aufzubauen
  • Stände Angst, Fehler zu machen
  • Gefühl von Wertlosigkeit, Unbedeutsamkeit
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Depressionen

Es wird oft behauptet, dass Männer viel häufiger unter einem Minderwertigkeitskomplex leiden als Frauen. Dies kann zum Teil darauf zurückzuführen sein, dass es in der Kindheit an emotionalen Interaktionen mit anderen Männern mangelt, was zu einem Gefühl der Unzulänglichkeit und Selbstzweifel führen kann. Bei jungen Männern äußert sich der Minderwertigkeitskomplex oft in Aggressivität, übermäßigem Alkoholkonsum, Arroganz und Kompensation durch Statussymbole wie teure Sportwagen.

Welche Arten von Komplexen gibt es?

Im Laufe der Jahre wurden viele verschiedene Komplexe theoretisch ausgearbeitet, um menschliches Verhalten zu erklären. Einige, wie z. B. Ödipus oder Kastration, sind in der heutigen Gesellschaft überholt, während andere – wie z. B. der Minderwertigkeitskomplex – nach wie vor relevant sind, auch wenn sie nicht mehr ganz auf der Höhe unserer Zeit sind.

Ich-Komplex: Der Ich-Komplex ist ein Begriff, der von Sigmund Freud in seinem Buch „Jenseits des Lustprinzips“ geprägt wurde. Der Komplex bezieht sich auf die Entwicklung der Persönlichkeit des Einzelnen, die von seinen egozentrischen Bedürfnissen geleitet wird. Während des Heranwachsens ist der Einzelne gezwungen, sich mit äußeren Reizen auseinanderzusetzen, und wird sich seiner selbst als einer von anderen getrennten Einheit bewusster. Sie entwickeln ein Bewusstsein für das Verlangen nach Vergnügen und Macht, was zu Konflikten führen kann, wenn diese Wünsche nicht erfüllt werden.

Mutter/Vater-Komplex: Der Vaterkomplex ist die Projektion all dessen, was am „bösen“ Elternteil gefürchtet wird, auf eine einzige, meist abwesende Figur. Der Mutterkomplex hingegen ist das Gegenteil: Es geht um das, was man sich von einem idealisierten Elternteil wünscht und erhofft.

Elektra-Komplex: Der Elektrakomplex ist ein von Sigmund Freud geprägter Begriff, der das Phänomen beschreibt, dass Frauen, die an ihre Väter gebunden sind, extreme Wut und Feindseligkeit gegenüber ihren Müttern empfinden. Dieser Komplex tritt in der Regel bei Frauen auf, die bei alleinerziehenden Elternteilen aufgewachsen sind oder deren Mutter aus irgendeinem Grund abwesend war. Der Elektra-Komplex kann auch als eine ödipale Situation angesehen werden, in der zwei Frauen um dasselbe männliche Objekt konkurrieren. Solche Gefühle werden oft aus Schuld- und Schamgefühlen heraus unterdrückt, wobei die Spannung steigt, wenn sie unerwartet auftauchen.

Kastrations-Komplex: Der Kastrationskomplex ist ein psychoanalytischer Begriff für die Angst vor Entmannung oder dem Verlust der eigenen Männlichkeit. Diese Idee wurde erstmals von Sigmund Freud in seinem Werk „Analyse einer Phobie bei einem fünfjährigen Jungen“ aus dem Jahr 1909 behandelt. Der Kastrationskomplex kann als eine Erweiterung des Ödipuskomplexes betrachtet werden, der sich mit den Wünschen und Ängsten in Bezug auf geschlechtliche Beziehungen zu den Eltern befasst.

Medea-Komplex: Der Begriff wird verwendet, um die dunkle Seite der weiblichen Aggression und des Wunsches nach Rache an Männern zu beschreiben, die sie verlassen haben. Je mehr man darüber liest, desto unheimlicher wird es. Frauen, die an dieser Störung leiden, leben oft glücklich mit einem anderen Mann zusammen, wenn sie wegen der Entscheidung ihres Ex-Geliebten, sie zu verlassen, einen Mord oder Selbstmord begehen.

Der Komplex am Beispiel erklärt

Ein Kind macht eine normale Erziehungserfahrung durch, bei der die Eltern ihm das Verlangen nach Schokoriegeln abgewöhnen oder einschränken wollen. Sie sagen vielleicht so etwas wie: „Iss nicht zu viel von dem süßen Zeug, das macht dich dick!“. Ihr Kind hat diese Worte bereits als Kritik und Forderung aufgenommen – was verletzend ist, wenn es von jemandem kommt, den es liebt. Als Reaktion darauf bildet sich ein unbewusstes Gedächtnis, das später in der Reifezeit verdrängt wird!

Fazit: Was bedeutet „Komplexe haben“?

Ein Minderwertigkeitskomplex ist etwas, das die meisten von uns seit ihrer Kindheit haben. Manche Menschen kompensieren ihn im Erwachsenenalter, andere sind nicht in der Lage, mit ihm umzugehen. Wenn das Alltagsleben durch dieses Gefühl stark eingeschränkt ist, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Psychotherapeuten können einen Minderwertigkeitskomplex erfolgreich behandeln.

Was ist Frust / Frustation? Bedeutung, Definition, Erklärung


Frust tritt immer dann auf, wenn man sich Hoffnungen macht, die letztlich nicht in Erfüllung treten können und wenn man wiederholt Niederschläge einstecken oder Misserfolge erleiden muss. In bestimmten Situationen stimmen der vorliegende Ist-Zustand und der erhoffte Soll-Zustand dann nicht überein. Dieser Zustand der Frustration kann sich durch sämtliche Bereiche des Lebens ziehen und in einigen Phasen gehäuft auftreten. Bis zu einem gewissen Grad ist dies auch vollkommen normal. Umgekehrt ist es eigentlich schon nahezu unnormal, wenn man nie frustriert ist.

Wortherkunft: Frust / Frustation

Das Wort „Frust“ bzw. „Frustation“ leitet sich vom lateinischen „frusta“, was „vergeblich“ bedeutet“ und vom lateinsichen „frustratio“, was „Enttäuschung“ bedeutet ab.

Frust und Ehrgeiz

Frust und Frustration haben nicht nur negative Aspekte. Wer frustriert ist, kann überaus ehrgeizig sein. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man sich über ein bestimmtes Ergebnis sehr ärgert.

Wenn man in der Schule oder an der Universität eine schlechte Note bekommt, kann dies zu einem enormen Frust führen. Man ärgert sich, dass man ein selbst gestecktes Ziel nicht erreicht hat. Doch genau dies ist dann nicht selten auch ein echter Grund für sehr viel zusätzlichen Ehrgeiz. Man bekommt den Ansporn es beim nächsten Mal einfach viel besser zu machen. Frustrierende Situationen und Ereignisse können somit langfristig in einem Erfolgserlebnis enden.

Frustration ist sehr individuell

Wie schnell Menschen frustriert sind, hängt auch von den persönlichen Eigenschaften ab. Bestimmte Menschen sind überaus schnell frustriert. Mündet jedes nicht gelungene bzw. nicht wünschenswerte Ereignis in einem enormen Frust, sollte man unbedingt gegensteuern.

In einer frustrierenden Situation kann es manchmal bereits helfen an schöne Dinge zu denken und nicht alles direkt auf sich einprasseln zu lassen. Nicht alle Menschen schaffen es jedoch sich im positiven Sinne abzulenken. Bemerkt man, dass man mit derartigen Situationen allein nicht mehr fertig wird, sollte man sich unbedingt um professionelle Hilfe bemühen. Eine gezielte Verhaltenstherapie kann hier durchaus eine sehr gute Option sein.

Frustration am Arbeitsplatz

Frustrierende Situationen können überproportional häufig auch am Arbeitsplatz auftreten. Hier sind die unterschiedlichsten Fallkonstruktionen denkbar. So kann es beispielsweise zu Konflikten zwischen einem Arbeitnehmer und dem zuständigen Chef kommen. Man stelle sich hier einen Chef vor, der einen Arbeitnehmer immer wieder mit unangenehmen Aufgaben überhäuft. Dies führt dann folglich zu sehr viel Frust beim jeweiligen Arbeitnehmer. Besonders frustrierend ist es außerdem, wenn man selbst bemerkt, dass andere Arbeitnehmer diese Aufgaben nicht durchführen müssen. Der Frust resultiert hier aus einer offensichtlichen Benachteiligung.

Sehr frustrierend kann es außerdem sein, wenn man bemerkt, dass ein anderer Kollege oder eine andere Kollegin befördert wird und man selbst das Nachsehen hat. Man könnte in einem solchen Fall auch von Frust aus Eifersucht sprechen. Man empfindet Eifersucht gegenüber einem Kollegen oder Kollegin und ist frustriert, dass man eine bestimmte Position selbst nicht erreichen konnte.

Frust und Aggressionen

Frust kann irgendwann auch sehr aggressiv machen. Frustrierende Situationen, die man nicht richtig verarbeitet machen wütend. Diese Wut steigert sich dann immer mehr und kann auch in Zerstörungen resultieren, die sich gegen die eigene Person oder auch Gegenstände richtet.

Frust kann somit ganz eindeutig sehr krank machen. Frust ist bis zu einem ganz bestimmten Punkt vollkommen in Ordnung und belebt förmlich das Geschäft. Ärgern wir uns über eine bestimmte Sache und sind genervt, kann dies zu einem erhöhten Ansporn führen und dafür sorgen, dass wir bestimmte Dinge ändern oder uns in ganz bestimmten Situationen deutlich mehr bemühen. Zu viel Frust führt jedoch früher oder später zu einer echten Katastrophe.

Frustration und Depression

Was sich reimt, ist gut, so heißt es oft. In diesem Fall ist es jedoch leider genau umgekehrt. Wer ständig frustriert ist, kann auch in ganz anderen Bereichen psychische Probleme bekommen. Menschen, die vermehrt zu Frust neigen sind anfälliger für Depressionen. Eine tiefe Depression kann die unabdingbare Folge von ständig negativen Erlebnissen sein.

Frust: Jeder Mensch ist anders

Wie oft man frustriert ist, hängt insbesondere von der eigenen Toleranzgrenze in Bezug auf den Frust und ein Stück weit auch von den eigenen Lebensumständen ab. Ist man in einer glücklichen Situation, weil man gerade eine tolle Arbeitsstelle gefunden hat oder bis über beide Ohren verliebt ist, wird man wenig oder gar keine frustrierenden Situationen erleben. Es wird somit vor allem auch deutlich, dass Frust und Frustration auch von der eigenen Betrachtungsweise abhängt. Kann man sich auf die wirklich schönen Dinge im Leben fokussieren, wird man Frust als untergeordnet empfinden.

Frustation bei Kindern und Jugendlichen

Die Toleranzgrenze der Frustration ist insbesondere bei Kindern und Jugendlichen oft noch recht gering ausgeprägt. Das Spielzeugauto oder die Zuckerwatte, die man von den Eltern nicht bekommt, führt schnell zu einem enormen Frust. Die Frustration wird dann nicht selten auch in Wut ausgedrückt. Kinder schmeißen sich auf den Boden oder werfen mit Gegenständen durch die Gegend.

Altersfrust: Was ist das?

Alte Menschen können unter Altersfrust leiden. Dieser äußert sich durch schlechte Laune und Stimmung. Altersfrust entsteht, wenn jugendliche Kraft und Energie vermisst wird, sowie man den Eindruck hat nicht mehr wirklich am gesellschaftlichen Geschehen teilzunehmen oder eine gewichtige Rolle zu spielen.

Den inneren Schweinehund überwinden

Frust ist jedoch auch überwindbar und keineswegs in Stein gemeißelt. Wer ständig frustriert ist, sollte dies jedoch keineswegs akzeptieren. Es geht hier vor allem auch darum den inneren Schweinehund zu überwinden. Dies gelingt am besten, indem man sich positive Bilder schafft und nicht nur die negativen Dinge an einer bestimmten Sache sieht.

Frust lässt sich zudem auch verhindern oder zumindest minimieren, wenn man sich ganz bestimmten Situationen einfach nicht mehr aussetzt. Bemerkt man, dass man mit bestimmten Menschen in seinem Bekanntenkreis oder der Familie einfach nicht fertig wird, sollte man den Kontakt lieber meiden. Es gibt viele Wege sich ein schönes und vor allem frustarmes Leben zu verschaffen.

Was ist erlernte Hilflosigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung


Können Menschen ernsthaft eine erlernte Hilflosigkeit besitzen? Laut dem amerikanischen Psychologen Martin E. P. Seligman ist dies durchaus möglich. Dieser machte bereits im Jahre 1974 Versuche mit Hunden und konnte daraus sehr wichtige Parallelen zum menschlichen Verhalten ableiten.

Was ist erlernte Hilflosigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ferner konnte er sich nun auch erklären, warum Menschen in bestimmten Situationen vermehrt zu Depressionen neigen. Seit dieser durchaus spannenden Studie sind nun einige Jahrzehnte vergangen. Abstrakte Modelle sind zudem durchaus sehr interessant, doch was zeichnet die erlernte Hilflosigkeit im Alltag aus und wie kann man diese ganz konkret erkennen?

Menschen, die an einer sogenannten erlernten Hilflosigkeit leiden haben es gelernt alles zum Problem werden zu lassen. Ein Stück weit muss man sich dann auch in dieser Situation gefallen und ein gewisses System aufrechterhalten. Stärke zeigen oder gar positive Gedanken zu entwickeln stehen außer Frage. Es gibt auch keine sinnvollen Strategien, die überlegt werden, um die Zukunft besser zu meistern. Alles wird nur noch vom Ende her gedacht. Dieses Ende ist in jedem Fall ein sehr schreckliches Ende. Hoffnung gibt es keine.

Erlernte Hilflosigkeit: Ursache, Gründe

Doch warum erlernen ganz bestimmte Menschen nun aber eine Hilflosigkeit an den Tag zu legen? Prinzipiell handelt es sich hier um Menschen, die in ihrem Leben sehr viele schlechte Erfahrungen gemacht haben. In der Konsequenz wird dann nicht versucht ein auftauchendes Problem zu lösen, sondern man zeigt sich einfach immer nur hilflos und beginnt zu kapitulieren, weil dies die einzige sinnvolle Lösung zu sein scheint.

Die erlernte Hilflosigkeit kann dabei intern, global oder stabil sein. Bei einer internen erlernten Hilflosigkeit geht es vor allem um die persönlichen Aspekte. Es geht also gar nicht unbedingt um äußere Einflüsse, sondern die jeweilige Person betrachtet sich selbst als das eigentliche Problem.

Global bedeutet hier insbesondere, dass man generell Probleme in Dingen sieht. Es geht nicht mehr nur um bestimmte Situationen, sondern sämtliche Unannehmlichkeiten sind als generell zu betrachten. Zum Beispiel könnte man in einer solchen Phase denken, dass die ganze Welt einfach nur schlecht ist.

Besonders fatal ist eine stabile erlernte Hilflosigkeit. Diese Phase will dann einfach nicht mehr aufhören. Probleme tauchen auf und können nicht mehr verschwinden. Auch hier werden demnach keine Lösungsansätze überlegt oder gar ausprobiert.

Eine viel zu enge Sicht auf alle Dinge des Lebens

Menschen mit einer erlernten Hilflosigkeit sehen alles sehr engstirnig. Dies kann sich auf Personen aber vor allem auch auf bestimmte Situationen beziehen. Taucht ein negatives Ereignis auf oder lässt sich an einer bestimmten Sache etwas Negatives erkennen, wollen diese Menschen genau dies hervorheben und andere Dinge nicht mehr beachten. Daraus resultiert dann wiederum eine erlernte Hilflosigkeit, da man erneut kapituliert und sich nicht einer Herausforderung stellt.

Wer an eine erlernte Hilflosigkeit denkt, sollte sich nicht nur einseitig auf den Aspekt der Hilflosigkeit stürzen. Menschen mit einem solchen Problem sind häufig überaus depressiv. Auch Angstzustände und tiefe Persönlichkeitsstörungen können dabei sehr relevante Begleiterscheinungen sein. In seltenen Fällen können derart hilflose Menschen auch eine höhere Neigung zu einem suizidalen Verhalten entwickeln.

Erlernte Hilfosigkeit: Ohne professionelle Hilfe keine Besserung

Ist man selbst von einer erlernten Hilflosigkeit betroffen, wird es in den meisten Fällen sehr schwer mit diesem Problem fertig zu werden. Viele Menschen möchten sich in einer solchen Situation auch gar nicht helfen lassen oder möchten sich nicht eingestehen ein ernsthaftes Problem zu haben. Oft braucht es einen Anreiz von außen. Die Freunde oder die Familie können dabei eine wichtige Hilfe sein.

Abschließend lösen lässt sich dieses Problem zumeist nur mit einer gezielten Therapie oder zumindest regelmäßigen Besuchen bei einem Psychologen. In der Vergangenheit konnten hier durchaus schon nennenswerte Erfolge erzielt werden. Unterstützend können in ganz akuten Situationen auch Medikamente zur Beruhigung eingesetzt werden.

Was ist die 5-25-Regel? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die 5-25-Regel geht auf Warren Buffet, einen amerikanischen Großinvestor und Philantrophen zurück. Im Rahmen seines erfolgreichen Investorentums hat er einige Regeln erschaffen, die den Erfolg und damit verbunden die Produktivität der Prozesse steigern sollen, bei gleichzeitiger Verbesserung des eigenen Zeitmanagements.

Was ist die 5-25-Regel? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die 5-25-Regel hat der bekannte Investor Warren Buffett ins Leben gerufen, um seinen eigenen Mitarbeitern mithilfe einer dreistufigen Strategie zur Steigerung der Produktivität bei der Strukturierung ihrer Handlungen und Entscheidungen im Arbeitsalltag zu verhelfen. Sie sollte die Mitarbeiter unterstützen, den Fokus nur auf das Wesentliche zu zentrieren und nur dort ihre Energie konzentriert zu investieren. Denn aus seiner Erfahrung heraus soll der Mensch sich nur mit den für ihn fünf wichtigsten Dingen im Leben identifizieren und diese für sich verstärkt fokussieren, anstatt seine Energien auf zu vielen Ebenen zu verteilen und dadurch nur mit begrenzter Kraft auf jeder Ebene zu agieren.

Überliefert ist die 5-25-Regel durch eine Geschichte über eine Unterhaltung, die Warren Buffet mit einem seiner Mitarbeiter (sein Privatpilot) nach mehrjähriger Betriebszugehörigkeit führte. Dieser wollte, beeindruckt von Herrn Buffets Erfolg, von seinem Arbeitgeber wissen, wie er es schafft so erfolgreich zu sein. Dieser empfahl ihm eine Liste zu erstellen, auf der er die fünfundzwanzig wichtigsten Dinge, die er in seinem Leben erreichen möchte, schriftlich festhalten solle. Nach dem der Privatpilot von Buffet damit fertig war, empfahl ihm Buffet nun die fünf wichtigsten Ziele einzukreisen. Im Anschluss gab Warren Buffet seinem Mitarbeiter den Rat, sich von nun an ausschließlich auf die eingekreisten Ziele zu fokussieren und alle restlichen zu vergessen. Er erklärte ihm, dass auf seiner ersten Liste (die eingekreisten Ziele) nur die Dinge standen, die bis zur Erreichung einen enormen Arbeitsaufwand erfordern, wohingegegen die Ziele auf der zweiten Liste (die nicht eingekreisten Ziele) leicht zu erreichen wären, ihn aber davon abhalten sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und ihn damit an einer produktiven Weiterentwicklung hindern. Er riet ihm also seine Prioritäten neu zu setzen, um seine Ziele besser erreichen zu können.

Die 5-25-Regel im Alltag – Umsetzung in drei Schritten

Im Alltag nimmt sich der Mensch häufig viel zu viel vor. Am Ende des Tages sind die To-Do-Listen meistens noch lang, der Tag aber bereits vorüber. Aus diesem Grund macht es Sinn, die vorhandenen Energiepotenziale gezielt und mit einem Fokus auf das Wichtige einzusetzen, um im Alltag produktiver zu werden. Mit Hilfe der 5-25-Regel gelingt das im täglichen Verlauf (aber auch übertragen auf Lebensziele) mit folgender Anleitung:

  • Schritt 1: Notieren der wichtigsten fünfundzwanzig Ziele für den Tag/Woche/Monat.
  • Schritt 2: Markierung und Priorisierung der fünf wichtigsten Ziele aus der Auflistung aus Schritt 1.
  • Schritt 3: Fokussierung und Bündelung von Energien auf die fünf markierten Ziele aus Schritt 2. Streichung der weiteren zwanzig Ziele bis zur Erreichung der markierten fünf Ziele.

Diese Regel lässt sich auf diverse Lebensbereiche übertragen und soll dazu beitragen, das der Mensch im Alltag, bei der Auswahl an Möglichkeiten, die es aufgrund der Veränderungen in der Welt gibt, das Wesentliche nicht aus dem Auge verliert und sich an der Bearbeitung kurzfristiger Ziele aufhält, die ihn in seiner persönlichen Entwicklung aber nicht weiterbringen. Zudem soll die 5-25-Regel zu aktiven Zeitmanagement beitragen, indem sie die vorhandenen Energiereserven sinnvoll bündelt.

Warum wollen Babys nicht schlafen, obwohl sie müde sind? Erklärung


In den seltensten Fällen sind die Gründe dafür organisch.

Dennoch gibt es immer wieder Phasen, in denen Kleinkinder aufgrund von Verunreinigungen oder eines Wachstumsschubs nur schwer zur Ruhe kommen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Zahnen. Selbst richtige Schläfer sind dann nachts öfter wach.

Baby: Probleme beim Einschlafen

Deshalb gibt es auch mehrere exklusive Gründe, warum Kleinkinder hin und wieder nicht schlafen können. Deshalb gibt es keine feste Antwort auf das, was Sie tun können. Sie sollten den Grund selbst entdecken. Es ist jedoch so, dass viele Kleinkinder mit Schlafproblemen Regulationsstörungen haben. Auf diese Weise haben sie Schwierigkeiten, sich selbst zu beruhigen, und können nicht einfach von Interesse in den Schlaf übergehen.

Die Umweltreize der wachen Stunden sind noch zu präsent und müssen erst verarbeitet werden. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind nach einem anstrengenden Tag schrecklich launisch ist, sollten Sie es vor den gleichen Reizen schützen, bevor Sie es in die Matratze legen. Nehmen Sie es dafür ruhig auf den Arm und nehmen Sie sich viel Zeit zum Kuscheln. Idealerweise in einem abgedunkelten Raum mit wenig heller Beleuchtung. Es würde zusätzlich helfen, das Mobile kurz auszuschalten und abzunehmen, wenn Sie eines haben. Dies ist nämlich gerne dafür verantwortlich, Ihr Baby vom sehr wichtigen Thema ablenken: Schlafen.

Grundsätzlich sind gleichbleibende Tagesrituale häufig eine gute Idee: Kleinkinder lieben Gewohnheiten. Am Abend, aber auch tagsüber. Wenn ein Säugling sehr gestresst ist und Probleme beim Einschlafen hat, kann eine schützende Stimulation sehr wichtig sein. Tägliche Gewohnheiten, die so alltäglich wie möglich sind, mit Spaziergängen und festen Zeiten zum Spielen und Baden, können ihm helfen. Natürlich geht es nicht darum, die vielen Aktivitäten auf die Minute genau zu planen, sondern das Kind an die Wiederkehr der Abläufe zu gewöhnen. Vertrautheit schafft Vertrauen.

Baby und Schlaf: Sinnvolle Bindung ist wichtig für das Einschlafen

Das gilt natürlich auch für die Schlafumgebung. Bindung ist entscheidend für das Einschlafen: Kleinkinder schlafen am besten in einer Umgebung, die ihnen sehr vertraut ist und in der sie sich sicher und geborgen fühlen. In den ersten Tagen ist das die Nähe zu Mama und Papa. Das liegt unter anderem daran, dass ein Baby erst im Alter von etwa zehn Monaten begreift, dass es Mama und Papa (!) gibt, auch wenn sie gerade nicht in Sichtweite sind.

Ein möglicher Grund für die Einschlafschwierigkeiten Ihres Kindes ist folglich fast ein Verlust an Nähe. Aus diesem Grund ist es oft ratsam, den Säugling in den ersten Monaten, vor allem nachts, in einem Bettchen innerhalb des elterlichen Bettbereichs schlafen zu lassen. Vorausgesetzt, Sie sind Nicht-Raucher in diesem Raum.

Auch das Wickeln kann das Einschlafen von Kleinkindern hervorragend unterstützen. Beim Wickeln werden Kleinkinder fest in eine Decke eingewickelt. Dies erinnert sie an den Schutz des weiblichen Bauches und bietet ihnen deshalb Führung und Sicherheit. Das erleichtert logischerweise das Einschlafen und die Beruhigung.

Viele Menschen möchten aus dem Problem des Säuglingsschlafs eine immer gelingende Lösung erschaffen. Aber jedes Kind hat exklusive Wünsche und folglich auch exklusive Probleme in Bezug auf den Schlaf. Deshalb möchten wir Sie dazu anregen, die Dinge auszuprobieren und herauszufinden, was für Sie und Ihr Kind am besten funktioniert.

Der Schlafrhythmus des Kleinkindes

Der Schlafrhythmus des Säuglings verändert sich im Laufe der ersten zwölf Lebensmonate erheblich – und damit auch seine Wünsche. Wir bieten Ihnen einen Beweis dafür, wie Ihr Säugling seinen Schlafrhythmus zeigt.

Die Schlafwünsche Ihres Kindes können sich häufig ändern, vor allem innerhalb der ersten 12 Lebensmonate, aber auch darüber hinaus. So wird sich das Schlafmuster Ihres Kindes sogar hin und wieder ein wenig ändern. Das Wichtigste ist, dass jedes Kind einzigartig ist. Seien Sie deshalb offen und aufmerksam und finden Sie heraus, was für Sie und Ihr Kind am besten funktioniert.

Der Schlafrhythmus des Babys bis zum dritten Monat

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt verbringt das Kind die meiste Zeit mit Schlafen: im Durchschnitt etwa 16,5 Stunden pro Tag. In der Regel schläft es jedoch nicht länger als drei bis vier Stunden am Stück. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Tag oder Nacht ist. In den ersten Monaten werden wir folglich einen Schlaf-Wach-Rhythmus anstelle eines Tag-Nacht-Rhythmus wahrnehmen.

Leider bedeutet das für Sie gestresste Nächte. Sie sollten jedoch auf keinen Fall versuchen, Ihr Kind tagsüber über einen längeren Zeitraum wach zu halten, in der Hoffnung, dass es nachts länger schläft. Solche Versuche gehen in der Regel nach hinten los. Ihr Kind kann in der Nacht völlig übermüdet sein und findet dann nur schwer in den Schlaf. Sie können jedoch versuchen, das Kind an einen bestimmten Tag-Nacht-Rhythmus zu gewöhnen: zum Beispiel, dass Ihr Kind nachts in einem stark abgedunkelten, ruhigen Raum schläft, und tagsüber auch mit Helligkeit und bei geringem Lärm.

Der Schlafrhythmus des Babys bis zum Alter von 6 Monaten

Etwa ab dem vierten Monat verlagert sich der Schlaf langsam in die Dunkelheit, und auch die Schlafphasen in der Mitte der Nacht werden immer länger. Sie können Ihr Baby mit Tageszeitritualen sanft durch diesen Übergang begleiten. Versuchen Sie, eine Normalität für das Einschlafen des Kindes in der Nacht zu schaffen. Stillen oder füttern Sie es in Ruhe, nehmen Sie sich dann Zeit zum Kuscheln, lesen Sie mit ihm oder singen Sie ihm vor.

Allerdings sollten Sie auch jetzt noch keine festen Schlafenszeiten vorgeben. Passen Sie sich den Bedürfnissen Ihres Babys an. Wenn Sie die ersten Anzeichen und Symptome von Müdigkeit bemerken, ist es an der Zeit, Ihr Kind in die Matratze zu legen. Wenn das Kind immer noch nicht einschlafen kann, liegt das meist daran, dass es schwer ist, es in den Schlaf zu wiegen. Versuchen Sie es zum Beispiel mit Wickeln. Dies hat eine äußerst beruhigende Wirkung auf mehrere Kleinkinder, da es sie an die Zeit in Mamas Bauch erinnert.

Der Schlafrhythmus des Babys ab dem sechsten Monat

Wenn Kleinkinder in der Lage sind, im Dunkeln zu schlafen, hat das etwas mit der geistigen Reifung zu tun. In der Regel ist das frühestens ab dem sechsten Monat der Fall. Sie sollten jedoch bedenken, dass Kleinkinder in der Regel noch nicht länger als sechs bis acht Stunden am Stück schlafen können. Trotzdem werden wir jetzt einen Tag-Nacht-Rhythmus wahrnehmen, wie wir ihn in der Regel kennen. Natürlich sollten Sie flexibel genug sein, um den Schlafbedürfnissen Ihres Kindes gerecht zu werden.

Hier sind einige zusätzliche Empfehlungen, wie die geeignete Schlafumgebung für Kleinkinder im Alter von maximal zwölf Monaten aussehen sollte:

  • Das Baby schläft in seinem persönlichen Schlafsack – ohne Kissen und Decke.
  • Keine Kissen, Schmusetücher oder Kuscheltiere in der Wiege
  • Temperatur bei sechzehn bis achtzehn Grad
  • Kein Luftzug
  • Keine Tabakrauchschwaden
Warum wollen Babys geschaukelt werden? Erklärung


Dass ein Baby geschaukelt werden möchte, ist ein natürlicher und tief verankerter menschlicher Instinkt. Nicht nur beim Baby selbst, sondern auch bei den Eltern. Denn sobald sie ihr Kind hochnehmen, wird es unbewusst mehr oder weniger geschaukelt. Damit sollen wichtige Grundbedürfnisse des Kindes gestillt werden: Nähe und Sicherheit in einer wohligen, ruhigen Atmosphäre.

Schaukeln als Beruhigungsmittel fürs Baby

Babys lieben Bewegung! Diese vermitteln Ihnen ein Gefühl der Sicherheit, da sie mit ihnen an die Zeit in Mamas Bauch erinnert werden. Dort wurden sie ebenfalls bei jeder Bewegung sanft geschaukelt und waren stets wohlbehütet vor äußeren Einflüssen. Deshalb verbinden sie diese Art der Bewegung auch außerhalb des Mutterleibs mit Nähe und Sicherheit.

Wenn ein Baby zur Welt kommt, wird es innerhalb kürzester Zeit aus seiner wohlbehüteten Höhle gerissen und muss mit den zahlreichen lauten Einflüssen der Welt zurechtkommen. Diese machen den Babys in den ersten Monaten sehr viel Angst und aufgrund der Entwicklungsphasen, lernen Babys auch immer neue Dinge dazu, die sie ebenfalls zunächst ängstigen können. Dabei nimmt ihr Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit nicht etwa ab, sondern wird sogar noch gesteigert.

Das Tragen des Kindes auf dem Arm sowie das sanfte Schaukeln in Wiege und Kinderwagen vermitteln eben diese Nähe und Sicherheit und wirken enorm beruhigend auf das Kind. Dadurch kann es sogar leichter in den Schlaf finden, weshalb das Wiegen des Babys hier oft Anwendung findet. Gerade am Anfang sind die Schlafphasen des Kindes noch sehr kurz und nicht sonderlich tief. Sobald also der Kinderwagen still steht oder das Baby abgelegt wird, wachen sie häufig auf und protestieren. Das Kind möchte also am liebsten nonstop geschaukelt werden.

Prägung des Instinkts: Babys schaukeln gerne

Warum das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit bei Babys so stark ausgeprägt ist, hängt mit der menschlichen Entwicklung zusammen. Säuglinge sind hilflose Wesen, die ohne die Hilfe eines Erwachsenen nicht überleben könnten. So müssen sie gefüttert und umsorgt werden. Doch während Babys schlafen, könnten sie ja eigentlich einfach abgelegt werden und alleine bleiben. Dass dies nicht so einfach funktioniert, wird allen frisch gebackenen Eltern bereits wenige Stunden nach der Geburt klar. Babys fordern immer wieder lautstark die Nähe ihrer Eltern ein. Sobald sie getragen, gefüttert oder anderweitig umsorgt werden, sind sie wieder ruhig.

Dies hat einen ganz einfachen Grund: Unsere Vorfahren in der Steinzeit lebten in einer sehr gefährlichen Zeit, in der sie in der Nahrungskette nicht unbedingt an erster Stelle standen. Immer wieder drohten Angriffe von wilden Tieren und die Menschen konnten nur in der geschützten Gemeinschaft überleben. Ein hilfloses Baby war bei Tierangriffen natürlich die leichteste Beute. Würde es in diesem Fall unbeaufsichtigt abgelegt werden, wären seine Überlebenschancen schwindend gering.

Zudem ist Schreien bis heute das einzige Kommunikationsmittel von Säuglingen, mit denen sie auf sich aufmerksam machen. Dies lockte natürlich nicht nur die Mutter an, sondern auch wilde Tiere auf der Nahrungssuche. Damit sie gar nicht erst richtig mit Schreien anfangen konnten, waren sie immer in unmittelbarer Nähe der Mutter, bevorzugt am Bauch oder auf dem Rücken getragen. Dort waren sie stets in Sicherheit und die Mutter konnte sofort reagieren, falls das Baby zum Beispiel Hunger hatte. Selbst in der Nacht lag ein Säugling eng bei Mama und konnte dort auch von der Wärme profitieren. Bei den Naturvölkern in Afrika erfolgt der Umgang mit Babys noch heute so. Viel zu groß ist die Gefahr von Angriffen wilder Tiere oder die Kälte in der Nacht.

Da die Säuglinge unserer Vorfahren von Geburt an immer getragen wurden, hat sich das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit tief im Inneren eingebrannt. Aber auch bei uns Erwachsenen! Bis heute schrillen bei einem schreienden Säugling unsere Alarmglocken und unser Instinkt lässt uns sofort handeln. Wir nehmen ihn hoch, füttern ihn, wickeln ihn oder wiegen ihn eben zur Beruhigung nur etwas hin und her. Und das alles vollkommen instinktiv.

Positive Auswirkung auf die Gesundheit: Schaukeln

Das sanfte Schaukeln ist sogar sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung! Denn durch die Erfüllung der Grundbedürfnisse, können Babys wohlbehütet zu stärken Persönlichkeiten heranwachsen. Zudem fördert das sanfte Schaukeln die motorische Entwicklung des Kindes. Während der Bewegung wird das sogenannte Vestibularorgan im inneren Ohr angeregt und der Gleichgewichtssinn positiv beeinflusst. Durch die ständigen Reize kann dieser sich optimal entwickeln und ermöglicht dem Körper eine einwandfreie Funktion. Dieser Entwicklungsschritt läuft irgendwann in das Drehen auf Bauch und Rücken über.

Auch in der späteren Entwicklung fällt auf, dass Kinder Schaukel- und Drehbewegungen lieben. Denn auch hier sind sie für die weitere motorische Entwicklung und die Prägung des Gleichgewichtssinns wichtig. Ob die Schaukel auf dem Spielplatz oder die wilde Fahrt in einem Karussell. Kinder zieht es instinktiv zu dieser Art der Bewegung hin. Und das beruhigende Gefühl beim sanften hin und her wiegen wird so tief verankert, dass es selbst im Erwachsenenalter noch hilft. Deshalb liegt der Mensch auch gerne in einer Hängematte oder genießt den Abend in einem gemütlichen Schaukelstuhl.

Negative Auswirkungen auf die Gesundheit

Natürlich sollte ein Kind nur sanft geschaukelt werden! Ruckartige Bewegungen oder gar Schütteln sind hier absolut tabu! Denn schon etwas zu viel Bewegung kann Schäden am Gehirn verursachen und im schlimmsten Fall sogar zum Säuglingstod führen. Zum Beruhigen eines Kindes reichen immer leichte Bewegungen aus. Genau diese sind dann auch förderlich für die Entwicklung.

Die bekannte Fliegerposition auf Mamas und Papas Arm ist hier nur eine von vielen Möglichkeiten. Manche Babys genießen auch die Nähe in einem Tragetuch oder in einer anderen Tragehilfe. Fast alle Babys beruhigen sich bei einem Spaziergang im Kinderwagen und die meisten Babys lieben aus diesem Grund auch Autofahrten. Aber auch eine Wiege oder Wippe in der Wohnung können hier Wunder bewirken.

Was ist der Underdog-Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Soziologie bezeichnet mit dem Begriff „Underdog“ diejenigen Menschen, die am Rande des gesellschaftlichen Geschehen stehen und eher sozial benachteiligt sind. Übersetzt man den Begriff wortwörtlich aus dem Englischen bedeutet er „unterlegener Hund“. Geschichtlich geht der Begriff ins neunzehnte Jahrhundert zurück, auf eine Zeit in der Hundekämpfe verbreitet waren und die Verlierer dieser Kämpfe als Underdogs bezeichnet wurden. Weitere Theorien vermuten, dass der Begriff aus dem Schiffsbau dieses Jahrhunderts stammen könnte – gesichert ist diese Erkenntnis jedoch nicht.

Als Underdog-Effekt, oder auch Außenseiter-Effekt (oder: David-Goliath-Effekt), versteht man in diesem Zusammenhang die menschliche Tendenz, sich bei der Entscheidung von alternativen Handlungsmöglichkeiten immer jene zu wählen, für die sich nur die Minderheit der Gesellschaft entscheiden würde.

Der Gegenspieler des Underdog-Effekts: Der Bandwagon-Effekt – Was ist damit gemeint? Welche Effekte ergeben sich daraus?

Der Gegenspieler des Underdog-Effekts ist der Bandwagon-Effekt. Begrifflich wird der Bandwagon-Effekt auch oft als Mitläufer-Effekt oder Gewinnereffekt bezeichnet. Inhaltlich beschreibt der Bandwagon-Effekt im Gegensatz zum Underdog-Effekt einen psychologischen Prozess, bei dem ein durch die Gesellschaft wahrgenommener Erfolg zu der Bereitschaft führt, sich dieser Erfolgswelle anschließen zu wollen. Hiermit wird häufig die Bereitschaft von Menschen beschrieben, sich Mehrheitsbewegungen im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen (zum Beispiel auch im Prozess von laufenden Wahlkämpfen) anschließen zu wollen. Beide Effekte treten im Paarkontext auf und können in ihrer Wirkung nur gemeinsam erforscht werden.

Der Underdog-Effekt in der Gegenwart: Bei welchen gesellschaftlichen Prozessen der Underdog-Effekt auch heute noch seine Relevanz findet?

Heutzutage findet der Underdog-Effekt vor allem im Kontext von Meinungsumfragen seine Berechtigung. In diesem Zusammenhang wird mit dem Underdog-Effekt die Tatsache beschrieben, dass die mehrheitliche Meinung im Entscheidungsprozess beim sogenannten Underdog eine Ablehnungshaltung hervorruft und ihn deshalb dazu bewegt mit der Minderheit zu sympathisieren. Die Entscheidung für oder gegen eine Meinung hat die Absicht, die als am wenigsten bewertete Meinung als für sich wertvollsten zu betrachten. Oftmals entscheiden sich Underdogs für eine bestimmte Haltung aus der Absicht heraus, sich gegen die Mehrheit zu widersetzen und sich von der Masse abzuheben.

Auch im Bereich von Wahlkämpfen nimmt der Underdog-Effekt seinen Einfluss: Hierbei geht die empirische Forschung davon aus, dass Vorwahlumfragen dazu führen, dass das berechnete Ergebnis der Vorwahlumfragen dazu führt, dass die Underdogs mit den aus den Umfragen suggerierten Verlierern der Wahlen sympathisieren und ihr Wahlverhalten hierdurch beeinflusst wird. Die Entscheidung für den so suggerierten Wahlkampfverlierer erfolgt hier durch Mitleid. Dieser Effekt spielt auch für die Konsumforschung eine bedeutsame Rolle.

Beispiele für Underdog-Bewegungen in der heutigen Zeit:

Ein gutes Beispiel für Underdogbewegungen der heutigen Zeit stellen die Demonstrationen von Minderheiten dar. Hier sind beispielhaft die Demonstrationen der afroamerikanischen Bevölkerung zu benennen, die zur Verteidigung ihrer Rechte auf der Straße mehr Rechte forderten und zum Umdenken aufriefen.

Auch im Zuge der Entwicklungen, die sich durch die Coronapandemie ergeben haben, lassen sich solche Bewegungen ausmachen: Hier lässt sich insbesondere die Querdenkerbewegung nennen, die das Vorhandensein des Virus trotz der bekannten und wissenschaftlichen belegten Fakten anzweifeln und der Politik gleichzeitig den Wunsch nach mehr Machtausübung auf die Gesellschaft unterstellen.

Was macht Underdogs in der heutige Zeit attraktiv?

Verglichen mit der Gewinnerseite, die sicherlich mehr Erfolg verspricht, weil sich die Mehrheit für sie entscheidet, hat der Underdog jedoch einen entscheidenden Vorteil, der ihn im Hinblick auf heutige gesellschaftliche Werte interessant macht: Leidenschaft und Herz für eine Sache, wohlwissend, dass seine Entscheidung eine Niederlage beinhalten könnte. Für die charakterlichen Eigenschaften eines Underdogs bedeutet das vor allem auf folgende Werte eine positive Außenwirkung: Durchhaltevermögen, Kampfgeist und Stärke.

Fazit: Was ist der Underdog-Effekt?

Im Verlauf der Geschichte gab es immer wieder Auswirkungen, die auf den Underdog-Effekt und damit verbunden auch auf den Bandwagon-Effekt zurückzuführen sind. Leider wurden und werden beide Phänomene immer wieder in manipulativen Zusammenhängen verwendet – insbesondere im Zuge von Meinungsumfrage sind die Ergebnisse unter Anwendung dieser Effekte maßgeblich, wenn es darum geht die Meinung der Gesellschaft auf ein bestimmtes Ziel hin zu lenken und dieses positiv zu beeinflussen. In diesem Kontext ist es allerdings wichtig zu erwähnen, dass durch die Vielzahl an medialen Möglichkeiten, die der Mensch der heutigen Zeit besitzt, um sich zu einem Thema kundig zu machen und sich mit der Manipulation von Medien auseinanderzusetzen, diese Effekte ihre Wirkung zunehmend verlieren. Vor allem dann, wenn Themen kritisch diskutiert und aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus beleuchtet werden.

Was ist das Peter-Pan-Syndrom? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter dem Peter-Pan-Syndrom wird ein Zustand beschrieben, in dem erwachsene Menschen sich wie Kinder fühlen. Angelehnt ist der Begriff an die Figur des „Peter Pan“ aus der gleichnamigen Novelle von J. M. Barrie. Die Hauptfigur ist ein Junge, der sich weigert, erwachsen zu werden. In der Pop-Psychologie steht er als Metapher für Menschen, die über den Körper eines Erwachsenen verfügen, aber emotional stark im Kindlichen verhaftet sind.

Was ist das Peter-Pan-Syndrom? Bedeutung, Definition, Erklärung

Dabei ist es wichtig festzuhalten, dass das Peter-Pan-Syndrom keine anerkannte psychische Störung ist. Dem Psychologen Carl Jung zufolge handelt es sich bei „Peter Pan“ um den Archetyp des Puer aeternus oder dem “Ewigen Jungen”. Dieser seit grundlegender Teil menschlicher Psyche und komme nur bei manchen Personen mehr zum Tragen. Den Mainstream erreichte die Idee aber mit der Publikation “The Peter Pan Syndrome: Men Who Have Never Grown Up„ von Dr. Dan Kiley. Seitdem wird das Konzept von verschiedenen Figuren des öffentlichen Lebens thematisiert. Hierzu zählt etwa der klinische Psychologe Jordan Peterson. Ihm zufolge sympathisieren junge Generationen vermehrt mit dem Lebenskonzept des Peter Pan.

Siehe auch: Das Gegenstück zum Peter-Pan-Syndrom ist das Wendy-Syndrom.

Wogegen wehrt sich ein „Peter Pan“?

In allen Kulturen kommt der Zeitpunkt, wo Kinder sich von ihren Eltern abnabeln. Mit diesem Prozess sind immer bestimmte Verantwortlichkeiten verbunden. Dazu zählt zum Beispiel die Erwartung zu heiraten, einen neuen Hausstand zu begründen und eine anerkannte Arbeit aufzunehmen. Kurz gesagt: Der Mensch wird erwachsen. Wer sich wie Peter Pan fühlt, der verweigert sich dieser neuern Lebensrealität. Carl Jung beschreibt den Puer Aeternus als eine Figur, die sich nicht einengen lassen will. In persönlicher Verantwortung sieht er ein Konzept, welches seine Freiheit bedroht. Anstatt den Regeln des Erwachsenenlebens zu gehorchen, flüchtet er in eine Traumwelt, in der er von den Anforderungen der Welt nicht eingefangen werden kann.

Was sind typische Anzeichen des Peter-Pan-Syndroms? Symptome, Erklärung

1. Die Unfähigkeit, sich langfristig zu binden

Ob im Beruf oder in der Liebe: Es kommt der Punkt, wo vom Partner eine Entscheidung erwartet wird. Nach der Probezeit lässt man sich fest einstellen und auf die Kennenlernzeit folgt die Beziehung. Menschen, die ein Problem mit dem Konzept der persönlichen Verantwortung haben, möchten sich oft nicht binden. Mit der Entscheidung, für oder gegen etwas, geht nämlich immer ein Stück gefühlte Freiheit verloren. Ein „Peter Pan“ lebt gerne in einer Welt der Möglichkeit, wo alles denkbar bleibt. Ob einem der Weg zu allen erträumten Lebenswegen de facto offensteht oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Es geht einzig und allein darum, sich nicht festlegen zu wollen, denn dann müsste man mit dieser Entscheidung leben lernen. Diese Verantwortung wird als unerträglich empfunden.

2. Entscheidungen werden als quälend empfunden

Jeden Tag müssen wir eine Vielzahl an Entscheidungen treffen, um uns im Leben zurechtzufinden. Im Grunde ist eine Entscheidung auch immer eine Festlegung, welche dem Puer Aeternus zuwider ist. Nicht nur bei bedeutsamen Lebensentscheidungen wird die Entscheidung verweigert. Auch bei trivialen Dingen wie Konsumentscheidungen wird die Wahl verweigert oder einer anderen Person überlassen.

3. Andere sollen sich kümmern

Viele Menschen mit Peter-Pan-Syndrom wollen gerne umsorgt werden. So wie sich die Eltern früher um alles gekümmert haben, wird diese Aufgabe an den Partner übertragen. Wer in keiner Beziehung lebt, wendet sich an Freunde und Bekannte. Nicht immer findet dieser Prozess bewusst statt. Oftmals wird einfach erwartet, dass sich die Muster der Kindheit fortsetzen.

4. Konflikte werden vermieden

Erwachsene Menschen müssen zwangsläufig Konflikte austragen. Im Streit vertritt der Puer Aeternus aber nicht seine eigenen Interessen, sondern wird von Gefühlen überrannt. Die empfundene Hilflosigkeit führt zu einem Fluchtverhalten. Deshalb wird oft versucht, Meinungsverschiedenheiten in Harmonie aufzulösen. Die Triebfeder ist jedoch nicht eine authentische Suche nach Frieden, sondern die persönliche Vermeidungshaltung.

Wie entsteht das Peter-Pan-Syndrom?

Die Gründe werden insbesondere in der Kindheit gesucht. In diesem Bezug wird vermutet, dass schlechte Erziehungsstile einen großen Einfluss ausüben. So versuchen Helikopter-Eltern ihre Kinder zu kontrollieren, sie zu Behüten und so vor negativen Einflüssen zu bewahren. Kommt es doch einmal zu Problemen, werden diese von den Eltern gelöst. Dem Kind wird keine Chance gegeben, sich selbst zu behaupten oder für Fehler einzustehen. In der Folge lernt es, dass es nicht notwendig ist, Konflikte eigenständig zu bewältigen. Die Welt wird als ein „unlösbares Problem“ dargestellt, vor dem der Nachwuchs bewahrt werden muss. Anstatt konstruktive Konfliktlösung einzuüben, verharrt das Kind in emotionaler Unreife.

So wird ihm auch die Möglichkeit genommen, sich selbst für oder gegen etwas zu entscheiden. Stets drängen sich seine Eltern in den Vordergrund und nehmen ihm alle (schwierigen) Entscheidungen ab. Es kann aber auch vorkommen, dass dem Kind all seine Wünsche erfüllt werden – in der Folge nimmt es an, dass auch im Erwachsenenleben ein Anspruch auf bedingungslose Wunscherfüllung besteht.

Befördert wird das Peter-Pan-Syndrom durch schwierige ökonomische Verhältnisse. Je schwerer es jungen Menschen fällt, die finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen, desto leichter ist es, zum Status quo zurückzukehren und Kind zu bleiben.

Ist das Peter-Pan Syndrom eine Krankheit?

Auch wenn die WHO das „Syndrom“ nicht anerkennt, so führt das Verhalten betroffener Menschen zu einer Vielzahl an Problemen. Zum einen versagt sich ein Peter Pan die Entwicklung seiner Persönlichkeit und die Entfaltung seines Potenzials. Er lebt in einem Provisorium, in dem nichts in Stein gemeißelt ist. Dies ermöglicht das Erträumen vieler Möglichkeiten und verhindert gleichzeitig, dass einer dieser Träume je Realität wird. Zum anderen kann aber auch das soziale Umfeld unter dem Verhalten leiden.

So verzweifeln romantische Partner an der für sie unerklärlichen Bindungsangst. Eine feste Beziehung wird entweder abgelehnt oder nur halbherzig eingegangen. Weitere Schritte, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, werden direkt oder indirekt abgelehnt. Während der Partner womöglich nach Heirat und Familie sehnt, zerstört der Puer Aeternus diesen Traum durch seine ängstliche Persönlichkeit.

Aber auch im Berufsleben treten Probleme auf. Oft ist es für Betroffene schwer, überhaupt einen Job zu finden, weil die Motivation dazu nicht vorhanden ist. Wenn, dann werden nur solche Arbeiten akzeptiert, welche kein hohes Investment an Zeit einfordern und dem „Peter Pan“ möglichst viele Freiheiten zugestehen. Kann der Arbeitgeber diese Ansprüche nicht erfüllen, wird die Arbeitsstelle gewechselt. Gleichzeitig kann es aber durchaus vorkommen, dass Karriereziele formuliert werden. Diese äußern sich aber stets in Form von Träumen, an dessen Erfüllung nicht gearbeitet wird.

Mit dem Peter-Pan-Syndrom kann Narzissmus einhergehen – muss es aber nicht. In jedem Fall ist aber ein starker Ich-Bezug gegeben. Selbst hochsensiblen und empathischen Mannskindern fällt es schwer, Verständnis für die Folgen ihrer Handlungen zu entwickeln. Ein Problembewusstsein ist oftmals nicht gegeben. Stattdessen wird das eigene problematische Verhalten romantisiert. Der Satz „Ich werde nie erwachsen werden!“ – wird mit Stolz vorgetragen. Es wird verkannt, dass Selbstverantwortung nichts Schlechtes. Stattdessen wird „der Erwachsene“ zum Feindbild stilisiert. Er steht symbolisch für einen Menschen, der Freiheit, Lebensfreude und Entdeckerlust aufgegeben hat. Die Möglichkeit diese Persönlichkeitsaspekte mit Verantwortungsgefühl zu vereinen kann Puer Aeternus nicht erkennen. Auf katastrophierende Art und Weise manifestiert sich sein schwarz-weiß-denken.

Peter-Pan-Syndrom: Was können Betroffene tun?

Der wichtigste Schritt ist es, sich selber über sein Verhalten klar zu werden. Nicht immer erkennen Betroffene die Gründe für ihr Verhalten. Doch selbst wenn ein Verständnis dafür vorhanden ist, kann es schwerfallen, sich von der Vergangenheit zu lösen. Dies liegt auch daran, dass kindliches Verhalten als unzertrennbarer Teil der eigenen Persönlichkeit empfunden wird. Darum ist es wichtig, einen Willen zur Veränderung zu entwickeln und sich psychotherapeutische Hilfe zu holen.

Wie kann das soziale Umfeld helfen?

Nicht selten leiden Freunde, Bekannte und Partner unter dem Verhalten eines „Peter Pans“. Deshalb profitiert auch das soziale Umfeld davon, beim Transformationsprozess mitzuwirken. Am wichtigsten ist es, schädliches Verhalten nicht positiv zu bestärken. Am besten sollte man ein solches so gut es geht blockieren. Dies kann sehr schwierig sein, weshalb eine gemeinsame Familien- oder Paartherapie angezeigt ist.

Fazit: Peter-Pan-Syndrom

Wenn Menschen sich weigern, erwachsen zu werden, dann leidet vor allem das Umfeld. Obgleich das Peter-Pan-Syndrom keine anerkannte psychische Störung ist, sollte man es daher Ernst nehmen. Als Partner oder Freund muss man sehr viel Geduld und Verständnis mitbringen, um Akzeptanz oder zumindest Toleranz entwickeln zu können. Durch eine Therapie kann versucht werden, unterschiedliche Lebensziele in Einklang zu bringen. Psychologische Unterstützung bietet aber auch dem „Peter Pan“ die Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen. Nur so kann eine Verhaltensänderung überhaupt möglich werden.

Was ist der Midweek Blues? Was hilft dagegen? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Midweek Blues bezeichnet eine gefühlte Belastungssituation, die speziell zur Mitte der Woche hin auftritt. Der Midweek Blues äußert sich durch Erschöpfung, Müdigkeit, Traurigkeit und Lustlosigkeit.

Ursprünglich war der Midweek Blues mit dem Konsum von synthetischen Rauschmitteln in Zusammenhang gesehen worden. Denn nachdem man an einem freien Wochenende synthetische Rauschmittel, wie zum Beispiel Amphetamine zu sich genommen hatte, hatten einige Konsumenten zur Wochenmitte hin mit den Folgen dieses Drogenkonsums zu kämpfen. Synthetische Rauschmittel wie Ecstasy sorgen dafür, dass man sich nach deren Einnahme in einem emotionalen und körperlichen Hochzustand befindet. Der Konsument ist durch die Droge körperlich leistungsfähiger, benötigt weniger Schlaf und ist gut gelaunt. Doch die Wirkung der Droge lässt mit der Zeit nach und dem Hochgefühl folgt ein emotionaler Absturz. Bis es soweit ist können einige Tage vergehen. Deshalb tritt der sogenannte Midweek Blues in der Regel zur Wochenmitte hin auf.

Was kann man gegen Midweek Blues tun? Tipps

Wer dem Midweek Blues Herr werden möchte, sorgt am besten für positive Erlebnisse und eine erhöhte Ausschüttung an Glückhormonen. Ein bewährtes Mittel ist es sich an der frischen Luft zu bewegen und Sonne zu tanken. Beides sorgt für gute Laune. Wer zudem noch draußen Sport treibt, und sich dabei selbst ein kleines Erfolgserlebnis verschaffen kann, erhöht die einfache Wirkung der Bewegung an der frischen Luft. Außerdem schlafen diejenigen, die sich am Tag genügend bewegt haben, in der Nacht schneller ein und besser durch. Das ist positiv für die Psyche.

Auch eine gesunde Ernährung kann gegen den Midweek Blues helfen. Nur, wenn der Körper gut mit allen benötigten Nährstoffen versorgt wird, kann er gut funktionieren. Deshalb sollten viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Ungesunde und fette Speisen sollten nur gelegentlich zu sich genommen werden. Besser ist es auf mineralstoffhaltige und fettarme Gerichte zu setzen. Wer außerdem Alkohol, Zigaretten und Zucker nicht, oder nur in Maßen zu sich nimmt, sorgt dafür, dass der Körper keine Energie verliert, um gegen unnötige Schadstoffe ankämpfen zu müssen.

Ein weiterer Baustein, um den Midweek Blues dauerhaft loswerden zu können ist es sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Wer immer nur für andere, oder für den Job da ist, verliert automatisch immer mehr an Energie und kann depressiv werden. Der Midweek Blues kann die Vorstufe zu einer Depression sein. Die Symptome ähneln sich. Besser ist es also sich bewusst Zeiten zu setzen, zu denen man einmal nur das macht, was man wirklich tun möchte. Das kann auch gar nichts sein. Oder man macht einen ausgiebigen Spaziergang, beschäftigt sich mit einem Hobby wie Musik oder Malerei, oder man liest ein Buch.

Wer zu viel alleine ist, ist allerdings genauso gefährdet am Midweek Blues zu leiden wie Menschen, die immer nur unterwegs sind. Wichtig ist es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Alleinzeit und Zeit mit Freunden und Familie zu finden. Denn auch gemeinsam verbrachte Zeit mit anderen sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen.

Siehe auch: Was ist das Bergfest?

Was sind die genauen Ursachen für einen Midweek Blues?

Alle stimulierenden Substanzen können den Midweek Blues befördern. Als solche versteht man Rauschmittel aller Art, wie sie von einigen Menschen gerne auf einer Party eingenommen werden. Diese Substanzen enthalten Stoffe, die den Neurotransmitterhaushalt des Menschen stören.

Ecstasy wirkt sich speziell auf den Serotoninhaushalt aus. Menschen, die diese Droge konsumiert haben, fühlen sich zunächst euphorisiert und sind kontaktfreudiger als sonst. Es fällt ihnen unter Einfluss der Droge leicht lange Nächte durchzutanzen, neue Menschen kennenzulernen und Spaß zu haben. All dies wird durch den vom Ecstasy ausgelösten Wechsel im Serotoninhaushalt bedingt. Während der Körper darum bemüht ist diesen wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu bringen, treten Erschöpfungszustände und Gedächtnisstörungen beim Konsumenten ein. Unter Umständen kann es drei Wochen lang dauern, bis der ursprüngliche Zustand wieder erreicht ist.

Speed und Kokain hingegen wirken auf den Dopaminhaushalt. Auch hier findet eine Störung statt. Es kann deshalb zu Depressionen und Aufmerksamkeits- sowie Konzentrationsstörungen kommen. Auch Antriebslosigkeit ist nicht selten. Diese Symptome treten dann auf, wenn die Wirkung der Droge nachgelassen hat. Da der weibliche Körper eine in diesem Fall ungünstigere hormonelle Zusammensetzung, als der männliche aufweist, sind Frauen von diesen Symptomen öfter betroffen als Männer.

Der Midweek Blues kann jedoch auch ohne vorherigen Drogen- oder Alkoholkonsum auftreten. Es kommt verstärkt dann zum Midweek Blues, wenn Personen sich gestresst und überlastet fühlen. Gründe für dieses Überlastungsempfinden können zum Beispiel private Probleme oder zu viel Arbeit sein. Auch Menschen, die zwar viel Privatleben haben, aber ständig unter Menschen sind und sich selbst Freizeitstress aussetzen, können vom Midweek Blues betroffen sein.

Was ist der Compound-Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Compound-Effekt ist das Erzielen von Erfolg durch das Verbinden vieler einzelner Schritte (Compound = Verbindung). Als Formel wäre er so darzustellen:

  • viele kleinere Veränderungen + Zeit + Konsistenz = signifikantes Ergebnis

Wie bedeutsam dieser Effekt ist, lässt sich mit einigen Gedankenexperimenten gut belegen.

Beispiele und Gedankenexperimente zum Compound-Effekt

Der Extremläufer Norman Bücher stellte den Compound-Effekt so dar: „Ich laufe nicht 100 Kilometer – ich laufe 100 Mal einen Kilometer.“ Es gibt ein Buch von Darren Hardy mit dem Titel „The Compound Effect“. Der Autor beschreibt darin, wie aus vielen sehr kleinen positiven Veränderungen große Erfolge entstehen. Die kleinen Tätigkeiten summieren sich. Das funktioniert natürlich auch mit Negativbeispielen. Eines davon beschreibt Darren Hardy in seinem Buch so: Wenn ein Flugzeug die Route Los Angeles – Boston nimmt und sein Kurs um 1° falsch eingestellt ist, beträgt die Abweichung auf dieser Strecke 150 Kilometer. Das Flugzeug landet dann nicht in Boston, sondern in New York. Auf unser Leben übertragen bedeutet das: Wir treffen tagtäglich viele kleine Entscheidungen, die in Summe und über Jahre unser Leben stark beeinflussen. Wir trainieren Fähigkeiten, sparen Geld, positionieren uns im Job und stärken unsere Beziehungen – oder auch nicht.

Sehr erfolgreiche Menschen sind bei ihren richtigen Entscheidungen etwas konsequenter als der Durchschnitt. Rein oberflächlich betrachtet machen sie fast dasselbe wie alle anderen. Jedoch arbeiten sie etwas länger, bezwingen ihre Süchte, vermeiden unnötige Konflikte und wenden sich nur den wichtigen Aufgaben zu, während sie Überflüssiges eliminieren oder delegieren. Das halten sie über Jahre und Jahrzehnte durch. Es erfordert von ihnen einerseits nötige Routinen, andererseits aber auch viele kleine, wichtige Entscheidungen pro Tag. Am Ende sind die Auswirkungen gigantisch.

Die Routinen sind übrigens auch sehr bedeutsam. Wer etwa beschließt, bei gutem Wetter konsequent mit dem Rad ins Büro zu fahren, spart Spritgeld und Autoverschleiß, Zeit und Ärger im Stau sowie die Gebühren fürs Fitnessstudio. Wahrscheinlich dauert der Weg nicht einmal viel länger. Warum der Compound-Effekt ein Schlüssel zum dauerhaften Erfolg ist, zeigen die folgenden Gedankenexperimente:

Gedankenexperiment 1

Jemand hat die Wahl: Sie/er kann drei Millionen Euro sofort erhalten oder eine sich 31 Tage lang täglich verdoppelnde Summe, die mit einem einzigen Cent beginnt. Die meisten Menschen entscheiden sich bei diesem Szenario für die drei Millionen Euro sofort. Wer will schon 31 Tage warten, wo sich doch das Ergebnis nicht in einer Sekunde berechnen lässt (wohl aber in 30 Sekunden)? Schade, denn mit dem Alternativszenario hätten sie deutlich besser abgeschnitten. Wer heute einen Cent verdoppelt, morgen zwei Cent, übermorgen vier Cent und dann acht Cent und so fort, besitzt nach 31 Tagen sagenhafte ~10,7 Millionen Euro. Rechnen Sie es gern nach.

Gedankenexperiment 2

Sie/er kann sich für eine sofortige, aber einmalige Steigerung um 50 % in einer beliebigen Fähigkeit oder für eine tägliche, andauernde Steigerung (Dauer: knapp zwei Jahre) um 0,1 % entscheiden. Die meisten Menschen wählen einmalig 50 %, doch 0,1 % pro Tag führen nach 695 Tagen zu 100 % Steigerung.

Gedankenexperiment 3

Jemand kann sich für eine monatliche Sofortrente von 5.000 Euro (ohne Eigenaktivität) oder für einen kleinen Nebenverdienst entscheiden, der mit 10 Euro pro Woche beginnt und sich wöchentlich um 10 % gegenüber der Vorwoche steigert. Die 5.000 Euro wirken verlockend, doch eine Tabelle zeigt das aufsummierte finanzielle Endergebnis vom ersten bis zum 24. Monat, wobei der Nebenverdienst mit Steigerungspotenzial deutlich besser abschneidet:

  • Monat 1: 51 Euro Nebenverdienst vs. 5.000 Euro Sofortrente
  • Monat 2: 126 Euro Nebenverdienst vs. 10.000 Euro Sofortrente
  • Monat 3: 325 Euro Nebenverdienst vs. 15.000 Euro Sofortrente
  • Monat 12: 15.541 Euro Nebenverdienst vs. 60.000 Euro Sofortrente
  • Monat 16: 86.762 Euro Nebenverdienst vs. 80.000 Euro Sofortrente
  • Monat 24: 2.219.271 Euro Nebenverdienst vs. 120.000 Euro Sofortrente

Warum erzielen so wenige Menschen den Compound-Effekt?

Die meisten Menschen möchten den Erfolg sofort und möglichst ohne großen Aufwand. Das Leben zeigt uns aber, dass ein geplanter Erfolg nur mit langfristigen und meistens kleinen, sich verknüpfenden Änderungen erreichbar ist. Wichtig zu wissen: Die moderne Mediengesellschaft sabotiert den Compound-Effekt. Da wir jede Information und auch jede Belohnung in Form einer Unterhaltung heute mit einem einzigen Klick erhalten, glauben wir, die großen Erfolge müssten sich ebenfalls per sekundenschnellem Klick einstellen. Das ist wörtlich zu nehmen. Alles soll in einer, nicht in 30 Sekunden geschehen (und schon gar nicht in 30 Tagen oder gar 30 Monaten oder Jahren). Das zeigt das Gedankenexperiment 1, bei dem sich das bessere Ergebnis wirklich in 30 Sekunden ausrechnen lässt. Dennoch entscheiden sich die meisten Menschen in nur einer Sekunde für die schwächere Variante. Wie lange gigantische Erfolge wirklich dauern, zeigt die alljährliche Nobelpreisverleihung: Die meisten der ausgezeichneten Wissenschaftler haben rund 30 Jahre auf den höchsten Preis der Menschheit gewartet. So lange haben sie zu ihrem essenziellen Thema geforscht.

Wie ist der Compound-Effekt zu erzielen?

Es sind hierfür zwei Seiten der Medaille zu betrachten. Die eine Seite ist das Definieren von Zielen und die Überlegung, wie sie zu erreichen sind, sowie die Umsetzung der evaluierten Maßnahmen und Schritte. Die zweite Seite ist das Aufrechterhalten des ursprünglichen Momentums, also die Beharrlichkeit und permanente Neumotivation. Für die Zielformulierung und die Umsetzung nötiger Maßnahmen sind diese Schritte hilfreich:

Schritt 1: Wir alle haben berufliche und private Ziele. Diese sollten von Zeit zu Zeit manifestiert, am besten sogar in ein Tagebuch geschrieben werden. Solche Ziele ändern sich, aber nicht sehr schnell. Je nach Persönlichkeit und Lebensumfeld kann es sich lohnen, die Ziele alljährlich zu überdenken – aber nicht viel häufiger (wenn es keine gravierenden Änderungen im Umfeld gibt). Wer den Compound-Effekt anstrebt, muss langfristig denken!

Schritt 2: Nun sollten wir uns die gewünschten Fähigkeiten und Gewohnheiten notieren, die wir benötigen, um diese Ziele zu erreichen. Es ist hierfür ein Zeitplan nötig, denn der Aufbau von Fähigkeiten dauert. Ein Beispiel: Sie/er möchte von der eigenen Firma auch im Auslandsgeschäft eingesetzt werden und benötigt hierfür ein solides Business-Englisch + eine weitere Fremdsprache. Bei intensivem Training dauert die Aneignung je nach Vorkenntnissen und Zeitressourcen ein halbes bis ein ganzes Jahr. Um das Ziel zu erreichen und zusätzliche Zeitressourcen zu generieren, muss die betreffende Person lernen, gewisse Freizeitaktivitäten zu kürzen. Sehr häufig wird dies das allabendliche Fernsehprogramm sein. Diese Gewohnheit wenigstens zeitlich etwas einzuschränken ist sehr mühevoll. Die Umstellung kann aber in rund einem Monat gelingen. Parallel dazu gilt es, eine neue Routine aufzubauen. Der abendliche Fernsehkonsum reduziert sich um eine Stunde, in der die beiden Fremdsprachen gelernt werden. Auch tagsüber müssen noch einmal ein bis zwei Lernstunden freigeschaufelt werden.

Schritt 3: Neue Routinen sind in den Alltag zu integrieren, ohne diesen allzu sehr umzukrempeln. Die meisten Menschen leben in einem familiären Umfeld und können ihrer Familie nicht befehlen, sie fortan für mehrere Stunden pro Tag nicht mehr anzusprechen. Dies würde einen Stress verursachen, der die neue positive Routine sabotiert. Diese Integration in den Alltag ist eine rein organisatorische Aufgabe. Sie ist extrem wichtig, um wirklich täglich zu kleinen, geplanten Zuwächsen zu kommen.

Das Momentum aufrechterhalten ist wie erwähnt am schwierigsten. Viele Menschen sind anfänglich höchst motiviert, doch die Mühen der Ebene lassen sie scheitern. Um bei unserer Managerin zu bleiben, die zwei Fremdsprachen lernen und dann ins Auslandsgeschäft wechseln möchte: Es ist möglich, in einer Fremdsprache etwa zehn Tage lang täglich zehn neue Vokabeln zu lernen. Danach wird es extrem schwierig, der Zuwachs flacht ab. Die meisten von uns verfügen über einen Fremdwortschatz (meistens in Englisch) von rund 300 bis 400 Wörtern. Das genügt, um im Urlaub nach dem Weg zu fragen und ein wenig zu plauschen. Wer nun in zehn Tagen 100 neue Wörter gelernt hat, stockte damit den üblichen, bei vielen Menschen lebenslänglich konstanten Fremdwortschatz gleich mal um 30 % auf.

Danach wird es mühevoll, was frustrieren kann. An dieser Stelle sinkt das Momentum vieler Menschen ab, einige geben gänzlich auf. Erfolgreiche Personen wissen das aber, planen es ein und legen sich Strategien zurecht, um damit umzugehen. Sie machen Wenn-dann-Pläne: Wenn dies geschieht, dann reagiere ich so und so darauf. Dabei behalten sie – extrem wichtig! – ihr übergeordnetes Ziel im Auge. Dieses haben sie ganz am Anfang für sich festgelegt. Die letzte Frage lautet daher: Welche Ziele sind für uns so wichtig, dass es sich lohnt, langfristig und auch unter großen Mühen an ihnen festzuhalten?

Zielformulierung: Compound-Effekt

Für den Compound-Effekt ist die Zielformulierung das A und O. Wer sich den falschen Zielen verschreibt, wird scheitern. Bestenfalls wird sie/er ein Teilziel erreichen, zum Beispiel heiraten, Abteilungsleiter*in werden, zwei Kinder in die Welt setzen und ein Haus bauen, weil das die Eltern und Schwiegereltern erwarten, doch wenn das zur ursprünglichen, tief verankerten Intention nicht passt, wird diese Person anschließend wahlweise krank, lässt sich scheiden, verliert das Haus, geht pleite oder alles auf einmal. Die ursprüngliche, tief verankerte Intention erkennen jüngere Menschen unter 40 meistens nur schwer. Sie kommt erstens als Auftrag aus der eigenen Familie (bis zurück zu den Urgroßeltern), deren Geschichte möglichst erforscht werden sollte, und zweitens aus eigenen Talenten, Fähigkeiten und Einsichten. Dabei gibt es zwei prinzipielle Wege:

  • a) Der familiäre Auftrag wird positiv angenommen. Die betreffende Person strebt seine Erfüllung an.
  • b) Der familiäre Auftrag ist toxisch, eigene Talente und Einsichten stehen ihm diametral entgegen. Dann gilt es, ein eigenes Ziel zu formulieren. Das ist schmerzhaft und mühevoll, aber unumgänglich.

Es ist jedem Menschen dringendst zu empfehlen, seine Familiengeschichte und den familiären Auftrag vor Erreichen des 30. Lebensjahres zu erforschen und dann echte Lebensziele zu formulieren.

Was ist der Montagsblues? Was hilft dagegen? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei vielen Berufstätigen und Schülern gehört der Montag nicht gerade zu den Lieblingstagen der Woche. Sie quälen sich aus dem Bett, begeben sich lustlos ins Bad und haben keinerlei Motivation, in die neue Woche zu starten. Sie leiden am so genannten Montagsblues, häufig auch Montagsfrust genannt. Die typischen Merkmale dieses körperlichen und seelischen Zustandes sind Lustlosigkeit, Müdigkeit und schlechte Laune.

Was ist der Montagsblues? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Montag ist ein besonderer Tag in der Woche, denn nach dem entspannten Wochenende beginnt nun der Arbeitsalltag. Das bedeutet für die meisten von uns, dass die Uhren an diesem Tag scheinbar anders ticken. An keinem anderen Tag der Woche gibt es so viele Krankmeldungen wie am Montag. Untersuchungen zufolge enthalten sogar E-Mails montags mehr Grammatik- und Rechtschreibfehler als Mails an anderen Tagen. Das ist keineswegs nur Einbildung, sondern hat tatsächlich organische Ursachen. Aber auch die Psyche spielt beim Montagsblues eine wichtige Rolle. Wer seine negative Einstellung zum Montag verändert, kann die Symptome deutlich abmildern.

Montags-Blues: Auslöser des Tiefs ist eigentlich der Sonntag

Untersuchungen der Universität Göteborg zufolge ist gar nicht der Montag der Tag mit der schlechtesten Stimmung, sondern der Sonntag. Denn mit der Aussicht auf die bald beginnende stressige Arbeitswoche verschlechtert sich bei den meisten Menschen die Laune. Auch die Universität Hamburg hat eine ähnliche Studie durchgeführt. Daraus resultiert, dass von der schlechten Sonntagslaune bevorzugt Akademiker und verheiratete Paare betroffen sind. Die Angst vor dem Stress der kommenden Woche ist die häufigste Ursache für das Stimmungstief.

Welche biologischen Vorgänge stecken dahinter?

Warum wir am Montag so schwer in die Gänge kommen, hängt mit unserem Immunsystem zusammen. Bei vielen Menschen, die die ganze Woche über vollen Einsatz bringen, beginnt das Immunsystem am Freitag deutlich zu schwächeln. Denn das Cortisol, das ausgeschüttet wird, wenn wir Leistung erbringen müssen und unter Druck stehen, bleibt etwa fünf Tage auf einem gleich hohen Level, sorgt aber auch dafür, dass der Körper am Ende dieser Zeitspanne ausgelaugt ist. Infolgedessen bricht das Immunsystem am ersten oder zweiten freien Tag der Woche zusammen. Durch diesen Mechanismus lässt sich auch erklären, dass die häufigsten Fehler am Arbeitsplatz montags passieren. Außerdem gerät bei Menschen, die am Wochenende intensiv Freizeitaktivitäten verfolgen, also beispielsweise sehr lange ausgehen, die biologische Uhr durcheinander. Infolge des gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus kommen sie am Sonntag kaum zur Ruhe und erleben am Wochenende so gut wie keinen Erholungseffekt.

Was hilft gegen den Montagsblues? Tipps

Wie sehr uns dieser Mechanismus belastet, hängt sehr stark mit der eigenen Einstellung zusammen. Wer schon morgens damit rechnet, dass der Tag ein richtig mieser wird, wird ihn auch so erleben. Es ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Ein paar Tricks helfen aber dabei, entspannt in die Woche zu starten:

  • Zu spätes Aufstehen sorgt nur für Stress und lässt den Cortisolspiegel ansteigen. Ziehen Sie das Aufstehen als nicht bis zur letzten Minute hinaus.
  • Bringen Sie Ihren Kreislauf durch Wechselduschen in Schwung. Das macht  jeden Morgenmuffel munter.
  • Ein kleiner Spaziergang vor Arbeitsbeginn hat einen ähnlich positiven Effekt, denn er versorgt den Körper mit Sauerstoff.
  • Sorgen Sie für ausreichend Zeit beim Frühstück und hören Sie dabei Ihre Lieblingsmusik. Frühstücken Sie gesund und vitaminreich. Genießen Sie das Essen und schlingen Sie es nicht herunter.
  • Ob ein Treffen mit Freunden nach Feierabend oder ein spannendes Projekt im Job, planen Sie im Verlauf des Tages kleine Highlights ein und schaffen Sie damit Vorfreude.
  • Sorgen Sie für gutes Licht und genügend Pausen. Ein Spaziergang in der Mittagspause hilft, den Vitamin-D-Spiegel wieder anzuheben. Häufig ist Vitamin D-Mangel der Grund für schlechte Laune. Der Körper kann das Vitamin nicht selbst herstellen, wir brauchen dafür zwingend Sonnenlicht.
Was ist toxische Positivität (toxic Positivity)? Bedeutung, Definition, Erklärung


Negative Gedanken verursachen Stress, Melancholie und infolgedessen Unglücklichsein. Im Umkehrschluss muss das bedeuten, dass ein erstklassiger Geist und positive Gedanken die Lösung für so ziemlich alle unsere Probleme ist, oder?

Dem ist leider nicht so, da es so viele Ansätze gibt, die angeblich die Vereinigten Staaten zu einem glücklicheren und besseren Leben bringen sollen, dass wir als kritische Erfüller dazu neigen, kurzzeitig zu leiden. Wenn Positivismus und Optimismus nicht mehr hinterfragt werden, entpuppen sie sich als toxisch.

Daher wird in diesem Beitrag analysiert, wie sich toxische Positivität definiert, wie sich diese zu erkennen gibt und wie es möglich ist, damit umzugehen.

Was ist toxische Positivität (toxic Positivity)? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Zeit der toxischen Positivität ist in der englischsprachigen Welt bereits weiter verbreitet als in Deutschland. Wie so oft sind auch hier die Grenzen zwischen den verschiedenen Prinzipien fließend: Positive Neugier und Positivität sind nicht genau das Gleiche.

Wir neigen dazu, erstklassige Qualität zu assoziierter Zeit zu vermuten. In jeder Situation sind wir bereit, neu zu überprüfen, wie positiv wir auch sein wollen. Der Positivismus beschreibt eine primäre Denkweise in Richtung Lebensstil, in der Dinge nicht beschönigt, sondern in einer ehrfurchtgebietenden Art und Weise verstanden werden, während wir unsicher sind – „Es mag nicht alles gut sein, aber ich erblicke die positiven Dinge dieser (und auch jeder anderen) Situation“.

Es existieren auch noch einige weitere Definitionen, aber selbst diese kleine Unterscheidung reicht für das Konzept nicht aus. Denn der Grund, warum wir über toxischen Positivismus sprechen sollten, ist genau das: Es geht um Oberflächlichkeit. Denn das ist oft genau das, was in Legionen von Regionen der Optimismusbewegung, der Positivitätsentwicklung oder der Selbstoptimierung sehr üblich ist. Und so wird es toxisch.

Wie kann Positivität toxisch werden? Unterscheidung von guter Positivität

Das Konzept hinter einer zusätzlichen positiven Technik für den Lebensstil ist ziemlich einfach: Nur wenn man sich auf das Beste besinnt, führt man einen besseren Lebensstil.

Dagegen ist wenig einzuwenden, denn die technologischen Möglichkeiten bestätigen es: Eine konstruktive Einstellung zur Welt und ihren Problemen fördert die geistige und körperliche Gesundheit.

Daran sollte derzeit überhaupt nicht gezweifelt werden, ebenso wenig wie an all den Älteren, die sich seit langem mit dieser Materie auseinandersetzen oder gar aktiv die dahinter stehende Botschaft verbreiten.

Aber ein Übermaß an einer ehrfurchtgebietenden Facette kann diese Facette auch an vielen Stellen furchtbar machen. Ein kleines Stück Schokolade bringt einen erstklassigen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Temperament mit sich. Eine Tafel tut das nicht.

Mit toxischer Positivität kann eine Idee für eine fortgesetzte Lebensweise zur besten richtigen Lebensweise werden. Die Scheuklappen fallen ab, wir neigen dazu, zu erkennen, was ideal und richtig ist.

Einem Konzept unhinterfragt zu folgen, während es ständig gepredigt wird, bedeutet noch lange nicht, dass es hervorragend ist. Ganz und gar nicht. Die guten Denker der vorherrschenden Zeit besaßen die Fähigkeit, ihre furchtbaren eigenen Sichtweisen zu reflektieren. Die guten Nicht-Denker unserer Zeit werden das nicht tun, oder hat Donald Trump jemals gesagt: „Ich habe mich geirrt und einen Fehler gemacht“?

Wenn der Positivismus erst einmal zu jedem Sachverhalt erzwungen wird und keinen Widerspruch zulässt, wird er toxisch. Kurz gesagt, er wird sein eigener schlimmster Konkurrent. Denn wenn wir dazu neigen, ungesunde Aktivitäten und Gedanken vollständig zu verbannen, wie können wir dann die effektivsten erfassen?

Warum ist der toxische Positivismus so gefährlich? (Toxic Positivity)

Machen Sie sich keinen Kopf, es wird früher oder später noch konkreter werden. Es gibt ziemlich viele Auswüchse des toxischen Positivismus, die gerade erst häufig aufgedeckt werden. Das liegt daran, dass Gurus, Lebensberater und Coaches nicht gerade seltener werden und Positivität in tausend verschiedenen Formen im Wesentlichen immer wieder ihre zentrale These ist. Hier sind einige Beispiele:

Stell dich nicht in Frage, du bist schon mega beeindruckend
Sei konstruktiv, nichts, was dir widerfährt, muss sich negativ auf dich auswirken
Alle deine Probleme werden auch durch eine Änderung deiner Einstellung gelöst

Wir neigen dazu, einer Person, die regelmäßig schwarz malt, zu sagen, dass ihre Sichtweise zu monoton ist, nicht wahr? Daher ist das entgegengesetzte Extrem – die Verbarrikadierung aller Gefahren – eine ebenso schwierige Sache.

Verleugnung

Menschen, die sich ganz und gar der (toxischen) Positivität verschrieben haben, fangen schließlich an, schlechte Geschichten zu leugnen, und zwar sowohl bei einem selbst so wie auch bei anderen. Sie verbieten es sich ebenso, traurig Verluste von Familienmitglieder zu sein oder dass sie eine Tätigkeit, für die sie wirklich qualifiziert sind, nicht bekommen haben.

Negative Gefühle zu empfinden, ist jedoch wichtig. Die eine Seite sagt: Erlaube die Gefühle und ordne sie. Auf der anderen Seite wird gesagt: Alles ist eine Gelegenheit, es ist jetzt nicht mehr so schrecklich, denn wer sich schrecklich fühlt, ist dafür verantwortlich. Es ist genau die Schuld, die jemanden, der bereits niedergeschlagen ist, ebenso quälen kann.

Um überhaupt in der Lage zu sein, so zu denken, müssten diverse Erlebnisse und unser ganzes Leben immens erleichtert werden, denn sollten wir dazu neigen, Komplexität zuzulassen, ist es nicht möglich, dass wir in Schwarz und Weiß denken.

Ständiges Lachen, Lächeln oder positives Hinterfragen lässt nur die einfachste Seite eines Problems gelten. Auch wenn Schmerz, Gefühle und Aufschwung vielen Grautönen existieren.

Verlieren

Diejenigen, die sich weigern, sich einfach damit abzufinden, dass schreckliche Dinge passieren, verlieren sich selbst. Sie denken, dass alles so weit verändert ist, dass es nur noch auf eine einzige Weise sichtbar ist. Auf finanzieller Ebene könnte es sein, dass ein strenger und funktionierender Charakter viele Vorteile mit sich bringt. Auf persönlicher ebene erkennen jedoch alle Leute an, dass ein Individuum harte Kanten hat.

Aber was ist das für ein Mann oder eine Frau, wenn alles regelmäßig gut böeibt? Was uns formt, sind unsere Geschichten und unsere Reaktionen auf sie. Mit einer toxischen Denkweise verliert das Ganze jedoch seinen Wert und es kann uns infolgedessen nicht glücklich machen.

Wenn wir dazu neigen, alles nur positiv zu sehen, kann doch das Ganze nur gut sein, oder? Nein, ist es nicht. Sollte es der Fall sein, dass wir uns jetzt nicht mehr erlauben, Schmerz zu erfahren, wer sind wir dann? Zeigen Sie mir eine prägende Figur in der Geschichte (oder vielleicht in Ihrem eigenen Leben), die nicht durch ihre negativen Lebensumstände geformt wurde.

Wir sind blind, taub und auf eine äußerst positive Art und Weise stumm, während wir dazu neigen, Schmerzen, Versagen und Ungerechtigkeit nicht wahrzunehmen. Was soll ein Kumpel noch erwähnen, wenn auf jedes Problem zur Antwort kommt: Du solltest einfach positiv denken, da es nun so schlimm auch wieder nicht ist, denke doch nicht mehr darüber nach.

Wie werden wir es beurteilen, wenn eine Person Corona als unwichtig oder unbedeutend abstempelt, nur weil sie oder er den Blick davon abwendet, wie viele ihrer Verwandten und Bekannten dadurch in Schwierigkeiten geraten sind?

Wie vermeidet man, dass Positivität toxisch wird?

Der wahre Positivismus geht davon aus, dass sich aus jedem Aspekt – ob gut, schlecht oder neutral – ein geeigneter Faktor ergibt. Er propagiert eine vorwärtsgerichtete Technik zur Lebensführung, die das Kämpfen als einen Teil der Lebensführung sieht, aber gerade nicht als deren Sinn.

Ein angenehmer Ausblick auf den Lebensstil ist wahr und wichtig. Die Wissenschaft analysiert seit langem – und wird dies auch in Zukunft tun – wie die Art und Weise, wie wir denken und uns verhalten, unser Glück und damit unseren Körper beeinflusst.

Aber sobald es aber um Geld geht, können die Dinge auch tragisch werden. Individuen, die nach Gleichgewicht oder Halt suchen, geraten in ein Netzwerk, das Genesung und Glück garantiert, während es zur gleichen Zeit das Recht auf Schmerz verbietet.

Es ist nicht immer das Geld, das den falschen Optimismus auslöst. Typischerweise denken die Vertreter dieser Art von Neugier, dass sie anderen helfen werden. Das ist aber nicht in Ordnung. Deshalb möchten wir in etwa Optimismus und Qualität annehmen, auch wenn es auf den ersten Hingucker so leicht erscheint: Man muss die Dinge hochhalten und dann ist alles gut.

Wenn eine Person Ihnen sagt, dass Ihr Schmerz oder Ihre schlechten Gefühle wertlos oder ungerechtfertigt sind, drehen Sie sich um und gehen Sie. Er oder sie werden und können in keiner Weise in der Lage sein, Sie ernst zu nehmen oder Ihnen zu helfen.

Was ist Revenge Bedtime Procrastination? Bedeutung, Definition, Erklärung


Revenge Bedtime Procrastination beschreibt das Hinauszögern der Schlafenszeit bei gleichzeitigem Wissen darüber, dass ein zeitnahes zu Bett gehen zwecks Auftanken der Energiereserven als sinnvoll zu erachten ist.

Was ist Revenge Bedtime Procrastination? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff der Revenge Bedtime Procrastination findet seinen Ursprung in chinesischen Ausdrucksweisen (vor allem weil dort lange und harte Arbeitstage zur Tagesordnung gehören und nahezu jeden in der arbeitenden Gesellschaft betreffen) und bedeutet, dass Menschen nicht bereit sind den Tag zu beenden, da sie das Gefühl haben, noch nicht genug Freizeit in ihre Abläufe eingebaut zu haben. Stattdessen opfern sie ihre Schlafeinheiten zugunsten von mehr Freizeit. Diese vermeintliche Freizeit wird jedoch nur selten sinnvoll für das Wohlbefinden steigernde Tätigkeiten genutzt, sondern häufig gegen belanglose Tätigkeiten wie das Stöbern in Social Media oder dem Einschalten des Fernsehers ersetzt, da diese Tätigkeiten der persönlichen Freiheit und Freizeit einen größeren Belohnungseffekt bescheren.

Warum Revenge Bedtime Procrastination? Wer ist von diesem Phänomen hauptsächlich betroffen?

Betroffene versuchen auf diese Weise unbewusst Widerstand an ihren äußeren Lebensumständen zu leisten, die sie zumeist als sehr fordernd und zeitintensiv empfinden. Hiervon sind Forschungen zu Folge meist Menschen betroffen, die im Alltag nur über sehr wenige freie Zeiteinheiten verfügen, die sie für ihre Freizeitplanung verwenden können, aber auch Menschen, die sich leicht ablenken lassen, impulsiv sind und nur über eine sehr schlechte Selbstregulation verfügen und denen es dadurch schwerer fällt sich an strikte Rituale zu halten und sich zum zu Bett gehen zu zwingen. Studien haben herausgefunden, dass von diesem Phänomen häufig vorwiegend Frauen und Studenten betroffen sind. Mit der selbstbestimmten Freizeit versuchen sie sich Freiräume zu schaffen, in denen sie die Möglichkeit haben sich vom Tagesgeschehen zu erholen, Stress abzubauen und Frust oder andere Gefühle des Alltags zu verarbeiten.

Folgen der Revenge Bedtime Procrastination

Wenn sich der Mangel aus Schlaf wiederholt und zum Teufelskreis wird, kann das für die Betroffenen ernsthafte Folgen haben. Insbesondere Körper und Psyche können auf emotionaler, körperlicher und geistiger Ebene in Mitleidenschaft gezogen werden und von den jeweiligen Auswirkungen betroffen sein: Schlafmangel und Schlafstörungen sind hier in erster Linie zu nennen: Problematisch wird es dann, wenn eben diese Mangelerscheinungen zu Konzentrationsverlusten am nächsten Tag führen, die die Qualität der Arbeit beeinflussen können. Steigern können sich die Auswirkungen dann, wenn Betroffene sich bedingt durch die Umstände ständig ausgebrannt fühlen und Depressionen oder ein Burnout entwickeln. Häufig sind Betroffene leicht reizbar, leiden unter Gewissensbissen, sind ungeduldig und haben häufig Kopfschmerzen. Auch Heißhungerattacken und unreguliertes Essen können als Folge aus dem Schlafmangel aufgrund der Ausschüttung des Hormons Ghrelin hervorgehen.

Was kann man gegen die Revenge Bedtime Procrastination tun? – Gibt es ein Allheilmittel?

Ein Universalmittel gegen dieses Phänomen gibt es bisher nicht. Dennoch gibt es Anknüpfungspunkte und Handlungsanweisungen, die aus Sicht der psychologischen Forschung nachhaltig Besserung versprechen: So wird beispielsweise empfohlen den Tag bewusster zu erleben und ihn mit mehr Pausen zu gestalten, um so die freie Zeit bewusster zu erleben und zwischen dem Alltagsstress die Möglichkeit zu haben kurz durchzuatmen.

Hinsichtlich der Schlafproblematik wird empfohlen Routinen in den Alltag einzubauen, das heißt sich zum Beispiel ganz bewusst eine feste Schlafenszeit festzulegen und diese auch – sofern möglich – einzuhalten. Dies hilft dem Körperrhythmus ein Gleichgewicht zu finden und wieder zu Kräften zu kommen. Über die Anwendung fester Routinen (Zähne putzen zu einer bestimmten Zeit, Körperpflege zu einer bestimmten Zeit, Handy weglegen zu einer im Vorfeld festgelegten Uhrzeit,…)finden Betroffene häufig von selbst wieder zu ihren gesunden Schlafgewohnheiten. Für diejenigen, die auf diese Weise noch nicht zu einer inneren Ruhe finden, empfiehlt die Psychologie Entspannungsübungen vor dem Schlafen gehen: Das Lesen eines Buchs, das Anhören einer Meditation, sanfte Dehnübungen, die die Muskeln entspannen, die Gedanken des Tages in einem Tagebuch aufschreiben, um das Gedankenkarusell nicht mit in den Schlaf zu nehmen.

Was ist ein „People Pleaser“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter einem „People Pleaser“ versteht man eine Person, die es allen anderen Menschen Recht machen möchte. Dabei geht das Verhalten über einfache Nettigkeit hinaus . Nicht selten vergisst der „People Pleaser“ dabei seine eigenen Bedürfnisse. In der Psychologie ist das Phänomen als „Soziotropie“ bekannnt. Es beschreibt die Charaktereigenschaft, auch fremden Menschen mit überbürdender Freundlichkeit entgegenzutreten. Als Gegensatz zum Begriff der persönlichen Autonomie steht soziotropisches Verhalten für Abhängigkeit. Denn: Ein „People Pleaser“ handelt stets so, dass er von seinem sozialen Umfeld positive Bestätigung erwarten kann. Dies schränkt freies Handeln ein.

Was ist ein „People Pleaser“? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der klinischen Psychologie wird soziotropisches Verhalten durch einen speziellen Test die sogenannte „Sociotropy-Autonomy Scale (SAS)“ bestätigt. Dabei zeigen sich im Alltag typisch Verhaltensweisen, an denen jeder einen „People Pleaser“ erkennen kann.

People Pleaser: Es ist schwer, „Nein“ zu sagen

Ganz egal worum es geht – „People Pleaser“ haben verlernt, „Nein“ zu sagen. Dabei ist es egal, ob man selber überhaupt nicht die Ressourcen hat, um zu helfen. Anstatt Freunden oder der Familie abzusagen, vergisst ein „People Pleaser“ seine eigenen Vorstellungen von Lebensgestaltung. Dies kann gravierende Auswirkungen haben, denn wer immer zustimmt, wird leichter ausgenutzt. Dies mag bei kleinen Gefälligkeiten noch relativ unproblematisch sein. Spätestens wenn flüchtige Bekannte sich ständig Geld leihen und es nicht zurückzahlen, wird es kritisch.

Wer nicht „Nein“ sagen kann, hat es auch in Konflikten schwer. Oft sind es „People Pleaser“ die klein beigeben und nicht auf ihrem Standpunkt beharren. Schlimmer noch: Es wird der Standpunkt der Gegenseite unkritisch übernommen. Gerade im Arbeitsumfeld ist ein solches Verhalten problematisch, wenn kritische Denken und Teamwork gefragt ist.

People Pleaser: Probleme anderer werden übernommen

Im Alltag kommt es oft vor, dass uns kleinere Fehler unterlaufen. In der Regel lassen sich diese durch eine einfache Entschuldigung beseitigen. „People Pleaser“ entschuldigen sich aber auch für Fehler, die anderen unterlaufen sind. Dabei wird nicht reflektiert, dass wir nicht für allle Probleme in der Welt verantwortlich sind. „Ja-Sager“ tendieren jedoch dazu, die Verantwortung für alle Schwierigkeiten auf sich zu nehmen. Nicht selten führt dies dazu, dass sich im sozialen Umfeld eine Erwartungshaltung einstellt. Der „People Pleaser“ wird zum Sündenbock gemacht. Dadurch verliert er dass, was er eigentlich sucht – Respekt.

People Pleaser: Es besteht ein übersteigertes Harmoniebedürfnis

Harmonie in zwischenmenschlichen Beziehungen ist ein wertvolles gut. „People Pleaser“ versuchen mit ihrem Verhalten jeden Ärger zu vermeiden. Dahinter steckt eine Unfähigkeit, die Wut anderer oder deren Kritik zu ertragen. Wut ist an sich bloß ein Gefühl. Wenn sie entsteht, dann gibt es dafür natürlich einen Grund. „People Pleaser“ sehen sich aber stets als Auslöser von Unzufriedenheit und erwarten, dass sich diese in Missgunst widerspiegelt. In der Folge laufen „People Pleaser“ „wie auf Eierschalen“; sind äußerst konfliktscheu.

Wie wird man zum „People Pleaser“? Erklärung

Hinter der Charaktereigenschaft steht die Unfähigkeit, persönliche Grenzen zu ziehen und diese gegenüber anderen zu verteidigen. Hierfür kann es verschiedenen Gründe geben, die oft in Kombination auftreten.

Eine mögliche Ursache wird in erlebten Traumata gesucht, die womöglich bereits in frühster Jugend entstanden sind. So beschreibt das „Stockholm Syndrom“ eine emotionale Reaktion auf Geiselhaft oder andere Arten von kontinuierlichem Missbrauch. Als Überlebensstrategie entwickelt das Opfer Sympathien für den Täter. Aber auch wer lang anhaltenden Missbrauchssituationen erlebt hat, mag in dieser Zeit spezielle Überlebensstrategien entwickelt haben. Anstatt gegen den Täter anzukämpfen, lernt man sich ihm zu fügen und seine Wünsche vorauszusehen. Dadurch erhofft man sich, ein wenig mehr Sicherheit zu erlangen.

Auch ein zu geringes Selbstwertgefühl kann dazu führen, zum „People Pleaser“ zu werden. Wer nicht glaubt zu genügen, der versucht ständig seinen Wert der Welt zu demonstrieren. Auch hier können erlernte Verhaltensweisen aus der Kindheit als Grund angenommen werden. So neigen Kinder von narzisstischen Eltern dazu, Aufmerksamkeit und Bestätigung durch Anbiederung zu erlangen. Der Grund hierfür liegt in der Pathologie des Narzissmus selber. Wer sich selbst als Mittelpunkt der Welt betrachtet, der sieht in der Aufopferung anderer eine Selbstverständlichkeit. Es kann jedoch auch vorkommen, dass Kindern die elterliche Liebe prinzipiell vorenthalten wird. Zuneigung wird nur dann gezeigt, wenn das Kind seinen „“Wert“ demonstriert hat. Hinter dem Versuch eines „People Pleasers“ allen zu gefallen, mag also die fehlgeleitete Suche nach elterlicher Liebe stecken.

Warum ist es problematisch, ein „People Pleaser“ zu sein?

Zuerst scheint es eine positive Eigenschaft zu sein, wenn sich jemand dem anderen kompromisslos hingibt. In der Realität führt dies jedoch zu einer Vielzahl an Problemen. So erwarten „People Pleaser“ zwangsläufig eine positive Reaktion auf ihr Handeln. Bleibt diese aus, sorgt dies für Frustration, die sich aufstaut – und irgendwann entladen werden muss. Häufig kommt es vor, dass das Umfeld von „Ja-Sagern“ dessen Aufopferung und Hingabe erwartet. An die Stelle von Komplimenten und Zuspruch tritt Gleichgültigkeit und eine Anspruchshaltung.

Wenn sich das Leben nur um andere Menschen dreht, werden die eigenen Bedürfnisse leicht vernachlässigt. Schnell bleibt keine Zeit mehr, für sich selbst zu sorgen. Dies führt dazu, dass man sich komplett aufreibt. Ein anderes Wort hierfür ist „Burn-out“ – gerade im Beruf leiden „People Pleaser“ oft hierunter. Wenn auf Überstunden mehr Überstunden folgen und man kontinuierlich für Kollegen einspringt, verheißt dies nichts Gutes.

Darüber hinaus können auch echte Freundschaften oder romantische Beziehungen Schaden nehmen. Zum einen besteht in uns allen das Bedürfnis, bedingungslos geliebt oder wertgeschätzt zu werden. „People Pleaser“ versagen sich diese Erfahrung. Dies geschieht dadurch, dass sie ihren Wert innerhalb der Beziehung einzig und allein an dem festmachen, was sie „geleistet“ haben. An die Stelle authentischer Liebe und Zuneigung tritt Arbeit. Dabei erkennt der Partner in den meisten Fällen, dass das Gegenüber nicht authentisch handelt. Schnell stellt sich die Frage, warum die geliebte Person ohne Rückgrat agiert und ob überhaupt eine Basis für Vertrauen existiert.

Was kann man tun, um kein „People Pleaser“ mehr zu sein? Tipps dagegen

Eine gute Möglichkeit, sich positiv zu verändern, bietet die „kognitive Verhaltenstherapie“. Dabei geht es darum, schädliche Denkmuster rechtzeitig zu erkennen und zu durchbrechen. Dies ermöglicht es einem, gesunde Verhaltensweisen anzutrainieren. Eine Verhaltenstherapie wird in der Regel mit einem ausgebildeten Therapeuten durchlaufen. Es ist jedoch auch möglich, eigenständig an sich zu arbeiten. Dazu gehört jedoch der Wille, schädliches Verhalten schnell zu erkennen und einzustellen.

Innehalten: Bevor Sie jemand nach einem Gefallen fragt, lohnt es sich, nicht sofort zu antworten. Stattdessen stellen Sie sich die Frage, ob Sie wirklich Zeit für die Aufgabe haben. Es lohnt sich auch, auf die eigenen Gefühle zu achten. Fühl ich mich wohl dabei? Habe ich überhaupt Lust? Werde ich mich im Anschluss eher gut oder schlecht fühlen?

Zurückhalten: Versuchen Sie bewusst, anderen keine Hilfsangebote zu machen – auch wenn der Druck stetig ansteigt. Warten Sie stattdessen, bis jemand direkt auf Sie zukommt und um Hilfe bittet. Sie werden merken, dass in manchen Situationen überhaupt keine Hilfe gewünscht ist und es keine negativen Konsequenzen nach sich zieht. So kann nach und nach Autonomie erlernt werden.

Selbstliebe (Siehe: Me Time und Self Care): Gerade wer durch den Umgang mit Narzissten zu einem „People Pleaser“ geworden ist, verwechselt oft Egoismus mit Selbstliebe. Sich selber an erste Stelle zu setzen bedeutet nicht, die Bedürfnisse anderer Menschen aus den Augen zu verlieren. Nur wer sich selbst gut versorgt und für seine Bedürfnisse einsteht, hat überhaupt die Kraft, anderen Gutes zu tun. Darum heißt es im Flugzeug auch immer, man solle die Sauerstoffmaske im Ernstfall zuerst selber anlegen, bevor man anderen behilflich ist! Sich selbst liebevoll zu umsorgen ist Grundvoraussetzung für psychische Gesundheit.

Was ist Neediness? Bedeutung, Definition, Erklärung, Psychologie


Neediness ist ein Phänomen aus der Paarforschung und beschreibt die zwanghafte Bestätigung innerhalb einer romantischen Beziehung. Im deutschen Sprachgebrauch wird Neediness häufig als Ausdruck für Bedürftigkeit verwendet und ist negativ konnotiert.

Was ist Neediness? Bedeutung, Definition, Erklärung, Psychologie

Der Begriff „Neediness“ steht in einem engen Zusammenhang zur Jugendsprache und wird in dieser Hinsicht als eine bestimmte Charakteristik benutzt. Die zu beschreibende Person ist jemand, der seinen Partner überfordert oder emotional erschöpft. Personen, denen Neediness unterstellt wird, werden umgangssprachlich auch als psychische Blutsauger oder Energievampiere bezeichnet.

Neediness beschreibt expliziert ungesunde Bedürftigkeit und ist nicht als Ausdruck für Zuneigung zu deuten. Aus diesem Grund beschäftigen sich auch Paartherapeuten mit diesem Phänomen. Klassische Indikatoren sind Eifersucht, Stress und ein Gefühl des Erdrückens.

Neediness: Kriterien und Einordnung

Den Partner zu brauchen, ist Teil einer Beziehung. Aber ein Übermaß an Bedürftigkeit kann mehr schaden als nützen. Aus diesem Grund kann es schwer sein, Neediness von anderen Faktoren zu unterscheiden. Die negative Bedürftigkeit lässt sich allerdings an klare Kriterien Festmachen.

Das Wegfallen der eigenen Identität gilt als Zeichen für Neediness. Dies geht häufig mit dem Verlust des eigenen Selbstbewusstseins einher. Wenn eine Person übermäßig viel Zeit damit verbringt, dem Partner zu gefallen, ist das ein Zeichen von negativer Bedürftigkeit.

Zudem spielt Eifersucht bei Neediness eine entscheidende Rolle. Es kommt vor, dass die Person in einen Rausch von Anschuldigungen verfällt, wenn der Partner mit einer Person des bevorzugten Geschlechts spricht. Ausprägungen können das ständige Schreiben von SMS und wiederholte Telefonanrufe sein.

Neediness geht auch oftmals mit einem Verlust der Unabhängigkeit einher. Eigene Hobbys und Freundschaften bauen sich ab und getrennte Aktivitäten werden negativ bewertet. Weiterhin wird die übermäßig schnelle Entwicklung einer Beziehung als ein eindeutiges Zeichen gewertet.

Überwindung der Neediness: Tipps, Maßnahmen

Bei Neediness handelt es sich in der Regel um ein tief verwurzeltes Verhalten und ist vergleichbar mit einer schlechten Angewohnheit. Aus diesem Grund merken Therapeuten an, dass es zur Überwindung Zeit und Entschlossenheit benötigt. In einigen Fällen ist eine Verhaltenstherapie vorgesehen.

Eine gute Kommunikation kann Neediness stoppen. Da Bedürftigkeit auch ein Teil von Kommunikation ist, müssen Betroffene alternative Möglichkeiten entwickeln, sich ihrem Partner mitzuteilen. Bewerte Methoden sind hierbei das Erklären des eigenen Handelns, das Verwenden von “Ich”-Aussagen und das Hinterfragen der eigenen Gedanken.

Die Wissenschaft diskutiert zurzeit den Zusammenhang zwischen sozialen Medien und Neediness. Studien haben bewiesen, dass sich soziale Medien negativ auf die psychische Gesundheit auswirken können. Menschen, die viel Zeit in den sozialen Medien verbringen, können ein verzehrtes Bild von Beziehungen entwickeln.

Es ist weiterhin bekannt, dass Personen, die von Neediness betroffen sind, online Plattformen nutzen, um andere Personen zu verfolgen oder zu stalken. Dieses Verhalten führt zu gesteigerter Nervosität, Misstrauen und Paranoia. Da der Einfluss der sozialen Medien in der Verhaltensforschung unbestritten ist, wird den Betroffenen angeraten, für längere Zeit Social-Media-Aktivitäten einzustellen.

Abgrenzung: Neediness

Da krankhafte Bedürftigkeit ein mentales Problem ist, gibt es viele Überschneidungen zu bedenkenlosen Verhaltensweisen. Eine Abgrenzung fällt häufig schwer. Aus diesem Grund müssen betroffene Personen ihr Verhalten selber eingestehen. Das Bewusstsein der eigenen Wirkung auf dem Partner fehlt. Angesprochene Personen reagieren deshalb oft mit Missverständnis oder Aggression.

Als klares Merkmal zur Abgrenzung gilt die Auswirkung auf den Partner. Bei Neediness ist das eigentliche Opfer die gesunde Person. Das Verhalten des Betroffenen streut in die Umwelt. Bei klassischen Beziehungsproblemen existiert meistens eine passive Person. Wenn bedürftige Personen auf ihr Verhalten angesprochen werden, reagieren die meisten mit Unverständnis. Das Problem wird bei fehlender Nähe gesucht und nicht bei dem eigenen Needy-Verhalten.

Dies ist ein eindeutiges Zeichen, um Neediness abzugrenzen. Wenn es sich tatsächlich um fehlende Nähe handeln würde, dann würde der Partner nicht selbst unter psychischen Druck stehen. Es handelts sich um eine Verzerrung in der Wahrnehmung, um unangenehme Gefühlszustände rechtfertigen zu können. In diesem Zusammenhang spricht die Sozialpsychologie auch von kognitiver Dissonanz.