Was bedeutet Pflexit? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Pflexit ist der Exit von Pflegekräften aus ihrem Beruf. Unterschieden werden der Pflexit aus persönlichen Gründen und der systembedingte Pflexit.

Der persönliche Pflexit: Bedeutung, Definition, Erklärung

Beim persönlichen Pflexit steigen Pflegekräfte aus verschiedenen persönlichen Gründen aus ihrem Beruf aus. Diese persönlichen Gründe werden natürlich auch durch die Arbeitsbedingungen verursacht, doch insgesamt gibt es äußerst vielschichtig Ursachen.

Die mit der Thematik befasste wissenschaftliche identifziert als Rahmenbedingungen für einen persönlichen Pflexit sind:

  • zunehmende Arbeitsverdichtung
  • hohe physische und psychische Belastung im Beruf
  • schlechte (bzw. nicht angemessene) Bezahlung
  • mangelnde Anerkennung sowohl durch den Arbeitgeber als auch durch die Öffentlichkeit
  • sehr strapaziöse Schichteinteilungen
  • zu wenig Freizeit

Besonders die Belastungen bei gleichzeitig fehlende Anerkennung lassen Pflegekräfte schnell „innerlich kündigen“. Sie fühlen sich mit ihrem Arbeitgeber nicht mehr verbunden und leisten fortan nur noch Dienst nach Vorschrift. Darin liegen Gefahren für die Organisation und die zu versorgenden Patienten oder Bewohner eines Alten- und Pflegeheims. Eine mangelnde innere Einstellung lässt in diesem Beruf schnell die Qualität sinken. Natürlich trifft das mehr oder weniger stark auch auf andere Berufe zu, weshalb die allgemeine Betriebswirtschaftslehre den Begriff des Commitments formuliert, also der inneren Bindung an eine Aufgabe, die zu einem entsprechenden Engagement führt.

Angestellte mit hohem Commitment und Engagement sind kreativ, produktiv und effizient. In sozialen Berufen sind sie ihren Klienten stark zugewandt. Sie bemühen sich zudem in rein arbeitstechnischer Hinsicht von allein und unaufgefordert um höchste Qualität. Hierfür benötigen sie sehr dringend die verdiente Anerkennung und außerdem die richtigen Rahmenbedingungen. Zu diesen gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Arbeitgeber müssen Arbeitnehmer ausreichend informieren.
  • Die Arbeitstätigkeit soll attraktiv und angemessen gestaltet werden.
  • Von Abteilungsleitern wird ein kooperatives Führungsverhalten erwartet.
  • Arbeitnehmer müssen sich entwickeln können.
  • Wo es geht, sollten Unternehmen das persönliche Wohlbefinden ihrer Beschäftigten fördern.
  • Die Arbeitsaufgaben und das Umfeld müssen sinnvoll organisiert sein.
  • Die Bezahlung muss als gerecht empfunden werden.

Das kollegiale Umfeld trägt ebenfalls sehr stark zu einem optimalen Arbeitsklima bei. Allerdings haben die Arbeitgeber auf die persönlichen Beziehungen ihrer Angestellten untereinander nur begrenzten Einfluss. Sie sind jedoch immerhin gesetzlich dazu verpflichtet, Mobbing zu unterbinden. Zur Herstellung eines herzlichen Klimas sind sie nicht verpflichtet, das wäre womöglich auch etwas zu viel verlangt. Man kann sich aber darum bemühen. So sollte etwa eine Firma niemals die Weihnachtsfeier ausfallen lassen.

Als entscheidender für den persönlichen Pflexit gelten aber Rahmenbedingungen wie die Arbeitszeiten und -aufgaben sowie die Bezahlung. Diese Rahmenbedingungen hängen von Tarifverträgen und politischen Entscheidungen ab. Führungskräfte sollten sie in ihrem Kompetenzbereich so optimal wie möglich gestalten. Dass suboptimale Rahmenbedingungen den Krankenstand in der Berufsgruppe erhöhen, ist durch Zahlen belegt. Besonders die psychischen Erkrankungen weisen darauf hin, dass die Belastungen bisweilen unerträglich sind.

Manche Pflegekräfte opfern sich bis zu ihrer Belastungsgrenze und darüber hinaus auf, bis sie schließlich zusammenbrechen. Dies geschieht aus Verantwortungsgefühl gegenüber den Patienten, den eigenen Kollegen und dem Arbeitgeber heraus. Zum Teil ist die Aufopferung schierer Not geschuldet: Wenn Teams unterbesetzt sind, wagen es viele Pflegerinnen und Pfleger nicht, Überstunden abzulehnen oder sich gar krankschreiben zu lassen, obwohl sie die Auszeit bräuchten. Doch ein kompletter Zusammenbruch hat einen viel längeren Ausfall und manchmal sogar die Berufsunfähigkeit zur Folge. Es gilt daher, optimalere Rahmenbedingungen zu schaffen. Vor allem die Arbeitsverdichtung aufgrund mangelhaft besetzter Teams gilt als sehr prekär. Sie verursacht enormen Stress und zusätzlich starke körperliche Belastungen, die zu Erkrankungen des Bewegungsapparates führen.

Die Politik kann nur gegensteuern, indem sie Geld in die Hand nimmt und Pflegepersonal so gut bezahlt, dass sich genügend AnwärterInnen für den Beruf finden. Die derzeitigen Angehörigen der Berufsgruppe sind aufgerufen, sich nötigenfalls ausreichend zu schonen. Das bedeutet, dass sie Arbeitsaufgaben ablehnen müssen, die absehbar zu einer physischen und/oder psychischen Überforderung führen. So sollten sie es ablehnen, einen zu schweren Patienten allein aus dem Bett zu heben oder wochenlange Überstunden zu schieben.

System-Pflexit: Bedeutung, Definition, Erklärung

Dieser Pflexit wird durch Experten in der Zukunft erwartet. Er dürfte unter Umständen allein die Pflege in Kliniken und Krankenhäusern, aber nicht die gesamte Branche betreffen. Der Hintergrund ergibt sich hier durch das Abrechnungssystem der Pflege in Kliniken und Krankenhäusern. Aktuell erfolgt die Abrechnung der pflegerischen Tätigkeiten über DRGs. DRGs sind Diagnosis Related Groups für voll- und teilstationäre Leistungen in Kliniken und Krankenhäusern. Die gesetzliche Grundlage schafft der § 17b KHG (Krankenhausfinanzierungsgesetz). Die Neufassung dieses Gesetzes gilt seit dem 01.01.2020.

DRGs gruppieren ihrem Namen entsprechend Fälle ein, in welche verschiedene Parameter einfließen. Aus diesen Parametern errechnet sich ein Fallwert, der zur entsprechenden Vergütung führt. Es gab die DRGs schon vor 2020, ihnen wurde aber eine neue Pflegeerlösabrechnung hinzugefügt. Die Intention bestand darin, die Pflegekosten realistischer darzustellen. Seit 2020 errechnet sich nun die Vergütung aus der Multiplikation der drei Faktoren

  • Bewertungsrelation,
  • Verweildauer und
  • individueller Pflegeentgeltwert.

Letzterer bildet die Relation zwischen Pflegekosten und Pflege-Daymix ab. Sollte der Erlös die Pflegekosten nicht decken können, müssen sie ausgeglichen werden. Die Mehrkosten werden damit zu 100 % durch die Kassen übernommen, damit eine vollständige Selbstkostendeckung der Krankenhäuser gewährleistet wird. Das war das Ziel der Neufassung des KHG, denn zuvor hatten Krankenhäuser im Pflegebereich bisweilen Defizite erwirtschaftet.

Die an sich gute Intention des Gesetzes soll jedoch nicht richtig funktionieren. Sie gliedert die Pflegepersonalkosten aus, die zuvor in den DRG-Fallpauschalen enthalten waren. Das schafft nach der Meinung von Fachleuten der GKV Fehlanreize: Die Kliniken verlassen sich nun darauf, dass ihre Defizite im Pflegebereich stets vollständig ausgeglichen werden, was in einigen Fällen zu Unwirtschaftlichkeit und Intransparenz führt. Für die Pflegekräfte bedeutet das System unter Umständen, dass sie berufsfremde Tätigkeiten ausführen müssen, weil die Neufassung der KHG nicht genau definiert, was eigentlich zur Pflege gehört. Dieser Umstand wiederum könnte mittelfristig einen systembedingten Pflexit auslösen. Ob dieser stattfindet und wie groß sein Ausmaß sein könnte, lässt sich mit Stand November 2020 noch nicht vollständig einschätzen, weil das neue KHG noch jung ist. Doch schon jetzt sind Fälle bekannt, in denen Pflegerinnen und Pfleger zur Bettenaufbereitung und Zimmerreinigung eingesetzt werden: Den Aufwand erhält das Krankenhaus ja auf jeden Fall erstattet (den für eine Reinigungsfirma hingegen nicht unbedingt). Die Gefahr des System-Pflexits ist daher sehr real.

Was ist Pandemiemüdigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung


Pandemiemüdigkeit bedeutet, dass jemand nicht mehr in einer Pandemie mit Hygiene-, Abstand- und Kontaktregeln leben möchte und sich wünscht, dass die Pandemie (schnell) vorbei ist.

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Pandemiemüdigkeit wie folgt: Menschen unterschätzen die Gefahr eines Virus, informieren sich weniger über ein Virus und halten sich weniger an Schutzmaßnahmen.

Auf gut deutsch: Menschen sind Corona und die Pandemieeindämmungsmaßnahmen leid, sie sind (dauer) genervt und haben keinen Bock mehr drauf.

Der englische Ausdruck für Pandemiemüdigkeit ist „Pandemic fatigue“.

Das Adjektiv zu Pandemiemüdigkeit ist „pandemiemüde“.

Synonyme sind: Coronamüdigkeit und coronamüde.

Hinweis: Dieser Beitrag behandelt nicht die Müdigkeit, die während oder nach einer Covid-19-Erkrankung auftreten kann. Bitte suchen Sie im Zweifelsfall oder bei Fragen Ihren Arzt auf!

Was ist Pandemiemüdigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Pandemiemüdigkeit zeigt sich an folgenden Eigenschaften:

  • geringe Risikowahrnehmung
  • geringe Motivation sich an Hygiene-, Kontakt- und Abstandsregeln zu halten (Siehe: Social Distancing)
  • geringe Bereitschaft sich zu informieren oder Abneigung gegen Nachrichten über Corona, die Pandemie, Entwicklung der Fallzahlen und staatliche Eindämmungsmaßnahmen
  • weniger Schutzverhalten (Siehe: Maskenmuffel, Maske reinigen)
  • Gefühl von Bequemlichkeit, Distanzierung und/oder Hoffnungslosigkeit

Fazit: Pandemiemüdigkeit zeigt ich daran, dass jemand die Gefahr durch einen Virus nicht mehr ernst nimmt, (staatliche) Eindämmungsmaßnahmen als übertrieben bewertet und weniger Bereitschaft zeigt, sich und/oder andere durch Hygieneregeln zu schützen. Auch zeigt sich Pandemiemüdigkeit daran, dass jemand sich verhält als würde es die Pandemie nicht (mehr) geben.

Konkret zeigt sich die Pandemiemüdigkeit unter anderem an folgendem Verhalten:

  • Händewaschregeln werden nicht mehr eingehalten; Hände werden kürzer als 30 Sekunden gewaschen
  • Abstandsregeln in Geschäften und Läden werden missachtet. Die Markierungen auf dem Boden werden missachtet.
  • Regeln wie viele Menschen sich in einem Geschäft aufhalten dürfen, werden ignoriert.
  • Regeln wie viele Menschen sich treffen dürfen, werden missachtet.
  • Jemand bleibt nicht so oft wie es geht zu Hause.
  • neue staatliche Pandemieeindämmungsvorschriften werden nicht akzeptiert oder nicht eingehalten

Wie Pandemiemüdigkeit entsteht: Ursachen, Psychologie

Die Psychologie hinter der Pandemiemüdigkeit ist folgende:

1. Ein Virus wird zunächst als Bedrohung wahrgenommen. Aus Angst vor dem Virus werden vorgeschriebene und empfohlene Verhaltensweisen übernommen. Hier findet eine Anpassung an die neuen Regeln statt. Ist die Anpassung abgeschlossen, wird das Virus nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen und somit sinkt auch die Angst vor dem Virus.

2. Werden gleiche Informationen über längere Zeit wiederholt, tritt eine Müdigkeit auf, die dazu führt, dass die Informationen nicht mehr ernst genommen werden. Dies gilt z.B. unter anderem für Corona-Warnungen und Corona-Nachrichten.

3. In einer Pandemie alle anderen Menschen – ja sogar Freunde und Familie – als potentielle Gefahr und Risiko zu bewerten, widerspricht der menschlichen Natur. Daher wird bei der Familie und Freunden die Gefahr durch ein Virus gerne unterschätzt. (Siehe: Pandemischer Imperativ)

4. Mehrere Monate im Alarm- oder Dauerstresszustand sowie in der Ungewissheit zu leben, ist sehr anstrengend und führt zu Müdigkeit. Diese Müdigkeit zeigt sich als Erschöpfung und Pandemiemüdigkeit. (In der Umgangssprache würde man sagen, dass „man die Eindämmungsmaßnahmen und das Coronavirus leid ist“.)

Pandemiemüdigkeit: Einfluss Politik und Vertrauen

Das Vertrauen einer Bevölkerung in eine Regierung kann durch kurzfristige Politik und Missbrauch geschwächt werden. Denn es gilt für jede neue Regel braucht es eine gewisse Umstellungs- und Gewöhnungszeit. Wird diese Zeit nicht gewährt, so schwächt dies die Bereitschaft der Bevölkerung sich an neue Regeln anzupassen.

Beispiele:

Pandemie-Eindämmungsregeln, die unregelmäßig geändert werden, so dass Unklarheit entsteht, sorgen dafür, dass Pandemiemüdigkeit entsteht. (Beispiel: Beherbergungsverbot)

Pandemie-Eindämmungsregeln, die von staatlichen Stellen missbraucht werden, führen zu Pandemiemüdigkeit. (Beispiel: Missbrauch von Gastronomie-Kontaktdatenzettel durch die Polizei zur Strafermittlung, obwohl zuvor jede Verwendung außerhalb der Pandemieeindämmung ausgeschlossen wurde.)

Pandemie-Eindämmungsvorschriften, die von Bundesland zu Bundesland variieren, führen zu Unklarheiten.

Der Eindruck, dass eine Regierung eine Salami-Taktik in der Pandemieeindämmung anwendet, schwächt das Vertrauen in die Regierung.

Halten Politiker ihre Versprechen nicht, so schwächt dies ebenfalls das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung.

Das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Regierung wird auch geschwächt, wenn Entscheidungen nicht nachvollziehbar und/oder widersprüchlich erscheinen.

Pandemiemüdigkeit: Individuelle Faktoren

Unter anderem folgende individuelle und persönliche Faktoren haben Einfluss auf die Pandemiemüdigkeit:

  • Alter
  • Schulbildung
  • Wissen über die Krankheit
  • Vertrauen in Institutionen, Gesundheitsbehörden, Regierung
  • Vertrauen in Medien und Berichterstattung
  • Infizierte oder Erkrankte im direkten Umfeld
Was ist Virtue Signalling? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Virtue Signalling“ wird ein Verhalten bezeichnet mit welchem jemand öffentlich die eigene Tugendhaftigkeit darstellen möchte und zeigen möchte, wie moralisch gut (und moralisch überlegen) die Person doch ist.

In Kürze: Beim „Virtue Signalling“ möchte jemand zeigen, dass er oder sie ein moralisch guter Mensch.

Eine deutsche Übersetzung für „Virtue Signalling“ kann z.B. „Tugendprahlerei“ sein.

Was bedeutet Virtue Signalling auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung

Für die Wortkonstruktion „Virtue Signalling“ gibt es noch keine einheitliche deutsche Übersetzung. Das englische Wort „Virtue“ bedeutet „Tugend“ oder auch „Tugendhaftigkeit“. „Signaling“ kommt dagegen vom englischen Verb „to signal“ und lässt sich im Deutschen übersetzen mit „signalisieren“, „aufzeigen“ oder auch „zur Schau stellen“.

Würde man beide Worte zusammen übersetzten, würde „Virtue Signalling“ also so viel wie „Das Aufzeigen von Tugenden“ heißen. Aus Ermangelung besserer Übersetzungen wird es manchmal als „Tugendprahlerei“ oder „Tugendsignalisierung“ übersetzt.

Die Bezeichnung „Virtue Signalling“ ist im deutschen Sprachraum noch nicht allzu gebräuchlich. Im englischen Sprachraum ist sie seit Anfang der 2000er Jahre verbreitet. Richtig populär wurde die Bezeichnung allerdings erst 2015 durch den britischen Journalisten James Bartholomew.

In der deutschen Sprache sind beide Schreibweisen „Virtue Signalling“ und „Virtue Signalling“ verbreitet. Die korrekte englische Schreibweise ist „Virtue Signalling“ (mit doppel L).

Was ist Virtue Signalling? Bedeutung, Definition, Erklärung

“Virtue Signalling” bezeichnet ein Verhalten, bei dem Menschen einen bestimmten moralischen Standpunkt darstellen, weil sie dafür Aufmerksamkeit und Anerkennung haben möchten, auch wenn sie nicht tatsächlich hinter dem Standpunkt stehen. Als Beispiel dafür werden gerne Youtuber und Instagram-Nutzer genommen, die sich auf aktuelle soziale oder politische Trends stürzen. Nach den Ausschreitungen in Amerika haben diese Nutzer ihre Profilbilder kurzzeitig zu “Black Lives Matter” geändert, weil sie dadurch mehr Klicks erzielen wollten. Tatsächlich vertreten die Nutzer aber die Dinge nicht, für die sie sich beim “Virtue Signalling” starkmachen. Sie folgen lediglich dem aktuellen Trend.

Wo ist “Virtue Signalling” eher verbreitet?

Der Begriff des “Virtue Signalling” wird hauptsächlich in englischen Medien verwendet. Amerikanische Konservative nutzen den Begriff verstärkt, wenn sie liberale und linke Politiker kritisieren wollen. So werfen die Republikaner beispielsweise den Demokraten öfter “Virtue Signalling” vor, weil sie der Meinung sind, dass die Darstellung der Vertretung der Volksinteressen von Demokraten nur ein Vorwand ist.

Andere Personen wie der dänische Autor Bjørn Lomborg nutzen den Begriff dagegen für individuelle Gruppen von Personen. Für Lomborg betreiben alle Vegetarier “Virtue Signalling”, weil sie damit prahlen, dass sie kein Fleisch essen.

Der Begriff „Virtue Signalling“ in der Kritik

Viele Autoren und Journalisten kritisieren den Begriff “Virtue Signalling” als eine bequeme Art der Anklage. Man würde dadurch automatisch vermitteln, dass eine Person, die “Virtue Signalling” betreibt, von der aktuellen Situation keine Ahnung hat. Dabei würde man sich selbst als aufgeklärt und informiert darstellen.

Der Philosophieprofessor Neil Levy bezeichnet diese Art der Kritik allerdings auch als “Virtue Signalling”. Indem man Kritik an dem Verhalten äußert, würde man sich selbst gleichzeitig als besser und erhabener darstellen.

Virtue Signalling: Vergleichbare Begriffe im Deutschen

“Virtue Signalling” ist ein Begriff, den hauptsächlich Journalisten und Reporter verwenden. Er ist nicht so griffig und schwer zu interpretieren. Für die Erklärung der Bezeichnung werden darum oft andere Begriffe verwendet, die auch ein breites Publikum leichter verstehen könnte. Dabei fällt oft die Bezeichnung “Political Correctness”, die sich als “Politisch korrektes Verhalten” übersetzen lässt und prinzipiell das gleiche wie “Virtue Signalling” aussagt. Bei der “Political Correctness” verhalten sich Menschen nach bestimmten politischen oder sozialen Vorgaben und stellen das auch zur Schau.

Im deutschen Sprachraum ist dagegen der Begriff “Scheinheiligkeit” am ehesten geeignet, um “Virtue Signalling” zu beschreiben. Denn auch bei der Scheinheiligkeit gibt man ein bestimmtes Verhalten vor, ohne es wirklich aus Überzeugung zu betreiben.

Was ist Ambiguitätstoleranz? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ambiguitätstoleranz bedeutet, dass Menschen mehrdeutige oder widersprüchliche Aussagen, Handlungen und Informationen aushalten.

Was ist Ambiguitätstoleranz? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ambiguitätstoleranz wird auch „Individuelle Toleranz oder „Intoleranz gegenüber Ambiguität“ genannt.

Individuelle Toleranz oder „Intoleranz gegenüber Ambiguität“ ist ein psychologisches Konstrukt zur Beschreibung der Beziehungen, die Personen zu zwei- oder mehrdeutigen Reizen und Ereignissen haben.

Menschen mit Ambiguitätstoleranz betrachten derartige Reize eher auf neutrale, offene und tolerante Weise, während Menschen mit Ambiguitätsintoleranz diese eher als Bedrohung einschätzen und empfinden. Speziell angesichts der heutzutage oft und vielfach konstatierten sowie auch beklagten Vielschichtigkeit und Unübersichtlichkeit aller möglichen Lebensbereiche wird das Konzept der Ambiguitätstoleranz bzw. Intoleranz häufig genutzt, um den stark unterschiedlichen bis konträren Umgang von Menschen etwa mit persönlichen Schicksalsschlägen, riskanten politischen Entwicklungen und Ereignissen sowie auch Naturkatastrophen besser zu verstehen.

Erste Studien zur Ambiguitätstoleranz

Als maßgebliche Pionierin und Forscherin zum Themenkomplex Toleranz und Intoleranz gegenüber Ambiguität gilt die österreichisch-amerikanische Psychologin und Analytikerin Else Frenkel-Brunswik (1908-1958), die den Begriff Ambiguitätstoleranz erstmals 1949 im Zusammenhang mit ihren Studien zu Ethnozentrismus bei Kindern in die wissenschaftliche Debatte eingeführt hat.

Mit ihren damaligen, nicht zuletzt vom Eindruck des Rassenwahns der Nazis in Deutschland inspirierten Studien wollte sie herausfinden, ob und in welchem Ausmaß Kinder mit ethnischen oder rassistischen Vorurteilen generell Ambiguität im Sinne von Mehrdeutigkeit sowie zweideutige Reize oder Situationen stärker ablehnen als ihre Altersgenossen ohne bzw. weniger Vorurteilen. Sie untersuchte dabei Kinder, die in einem Test viele oder wenige Vorurteile zeigten, und studierte dann deren Reaktionen auf eine definitiv zweideutig interpretierbare Figur in Form einer Scheibe. Als Hypothese wurde von denjenigen Kindern mit vielen Vorurteile erwartet, dass sie länger bräuchten, um auf diese Form zu reagieren und dass sie ihre Reaktion und Perspektive danach vermutlich weniger wahrscheinlich ändern würden.

Die öffentliche Rezeption und Reaktion von Elde Frenkel-Brunswiks Erkenntnissen, denen zufolge tatsächlich eine solche Verbindung zwischen der individuellen Ambiguitätstoleranz bzw. Intoleranz mit der akzeptierenden oder ablehnenden und autoritären sowie negativen Einstellung gegenüber Ethnozentrismus und fremden Kulturen existiert, erfolgt und erfolgt bis heute ähnlich „ambivalent“ wie die Mechanik der Ambiguitätstoleranz selbst. Zum einen wurde und wird der These im Zusammenhang mit den Feldern Politik und Psychologie bei Autoritarismus, Dichotomie und „Schwarz-Weiß-Denken“ Erkenntnisgewinn zugestanden. In der Forschung zur Ambiguitätstoleranz bzw. Intoleranz bei autoritären Persönlichkeiten vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren versuchten Wissenschaftler eine bessere und genauere Definition dessen zu erlangen, was eine autoritäre Persönlichkeit im Einzelnen und charakteristisch in der Summe ihrer speziellen Eigenschaften eigentlich ausmacht. So neigen derartige Persönlichkeiten zum Bedürfnis nach Sicherheit, zur Notwendigkeit der konträren Kategorisierung und Unfähigkeit, gute und schlechte Eigenschaften in derselben Person gleichzeitig und als gleichwertig zu akzeptieren. Darüber hinaus zeigen sich häufig Ablehnung des Andersartigen, Neuen, Innovativen, Ungewöhnlichen und Unbekannten bei Bevorzugung von Vertrautem und die Beibehaltung frühzeitiger und endgültiger Lösungen.

Ambiguitätstoleranz zeigt sich sowohl in der Eigensicht als auch der Einschätzung anderer

Ebenso werden sozial unerwünschte Eigenschaften wie aggressiv, ängstlich und autoritär, dogmatisch, engstirnig und ethnisch voreingenommen, streng bestrafend sowie starr und unkreativ als Anzeichen individueller Intoleranz gegenüber Ambiguität und Mehrdeutigkeit klassifiziert. Im Gegensatz dazu zeichnen sich Menschen mit Ambiguitätstoleranz generell durch größere Aufgeschlossenheit, Flexibilität und Neugierde sowie Ausgeglichenheit und die Fähigkeit aus, gegensätzliche, widersprüchliche und/oder auf den ersten Blick unklare Eigenschaften, Informationen sowie Situationen sowohl einfacher, besser und schneller zu ertragen sowie zu verstehen, als auch derartige Umstände weniger zu fürchten oder sogar herbei zu sehnen. Vereinfacht lässt sich Ambiguitätstoleranz also auch als belastbare und stabile Persönlichkeitseigenschaft werten, die ein gefestigtes Verhältnis zwischen eigenen und fremden Rollenerwartungen sowie Rollenentwürfen für sich gefunden hat und somit auch Rollenkonflikte in sich selbst sowie bei anderen graduell tolerieren kann. Eine solche Eigenschaft ist jedoch niemals absolut. D.h. ein Individuum mit Ambiguitätstoleranz ist sich seiner eigenen wie auch den Widersprüchen bei anderen zwar weitgehend bewusst und kann mit diesen bis zu einem gewissen, jeweils unterschiedlich gelagerten Punkt auch gut leben, ohne sich unwohl zu fühlen, toleriert deshalb aber nicht auch automatisch sämtliche Gegensätzlichkeiten in seinem persönlichen Umfeld und seiner Lebenswirklichkeit.

Ambiguitätstoleranz: Spätere Studien konzentrierten sich auf Berufe, Begabungen und Befähigungen

Genauso wenig ist individuelle Ambiguitätstoleranz bzw. Intoleranz bei Menschen total und jeweils in „Reinkultur“ vorhanden, man ist vielmehr gegenüber anderen Personen sowie in bestimmten Situationen in Abhängigkeit von der restlichen eigenen Persönlichkeitsstruktur mehr oder weniger tolerant bzw. intolerant in Bezug auf Ambiguität und Mehrdeutigkeit. In der psychologischen Forschung wird das ursprüngliche, oftmals als zu simpel kritisierte Konzept der Ambiguitätstoleranz bzw. Intoleranz heutzutage auch deutlich differenzierter als früher betrachtet. Somit liegt der aktuelle Schwerpunkt auch nicht mehr ausschließlich bei der Konzentration auf die Wesensmerkmale autoritärer Persönlichkeiten, sondern eher bei der Beurteilung bestimmter, auch beruflicher Begabungen und Befähigungen, die mit der jeweiligen Ausprägung von Ambiguitätstoleranz bzw. Intoleranz einhergehen können.

Im Bereich Persönlichkeitspsychologie hat 1980 eine in den USA viel beachtete Studie zur Ambiguitätstoleranz bei Studenten recht unterschiedlicher Fachrichtungen gezeigt, dass Kunststudenten eine höhere Ambiguitätstoleranz als Wirtschaftsstudenten aufwiesen, was als Korrelation oder sogar Kausalzusammenhang zwischen dieser und Kreativität gewertet wurde.

Toleranz oder Intoleranz gegenüber Ambiguität und Mehrdeutigkeit zeigt sich früh

Im Rahmen von Langzeitstudien im Bereich der Entwicklungspsychologie von weiblichen und männlichen Kindern und Jugendlichen stellten Forscher schon Ende der 1970er-Jahre fest, dass männliche Probanden mit Intoleranz gegenüber Ambiguität und Mehrdeutigkeit im Alter zwischen ca. 4 bis 5 Jahren auch mit 7 Jahren messbar ängstlicher und kognitiv weniger effektiv waren sowie stärker an Strukturen hingen, als weibliche Probanden, die zuvor vergleichbare Werte bei Ambiguitätstoleranz bzw. Intoleranz gezeigt hatten. Ob und inwiefern solche Erkenntnisse sich in das mittlerweile als gesichert geltende Bild von der relativ schnelleren kognitiven Entwicklung von Mädchen im Vergleich zu Jungen einfügen, bleibt aber bislang noch unklar und bedarf weiterer Untersuchungen. Im Rahmen der Sozialpsychologie wurde und wird das Konzept der Ambiguitätstoleranz bzw. Intoleranz genutzt, um generell Beziehungen zu sich selbst und anderen zu erforschen. Thematische Schwerpunkte in diesem Bereich sind vor allem die jeweilige Interaktion mit der eigenen und fremden ethnischen oder rassischen Identität, der partnerschaftlichen und ehelichen Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit sowie dem Umgang mit Schwangerschaft bei Frauen.

Hohe Ambiguitätsintoleranz kann mitunter auch Depressionen nach sich ziehen

Bei Studien zur psychischen Gesundheit hat sich wiederum gezeigt, dass eine individuell stark ausgeprägte Ambiguitätsintoleranz die Erstgenannte langfristig mitunter maßgeblich beeinträchtigen kann. Eine intensive diesbezügliche Intoleranz kann somit als Art kognitive Schwachstelle dienen, die in Verbindung mit belastenden Lebensereignissen aller Art und negativem Grübeln zu Depressionen führen kann. Menschen mit Ambiguitätsintoleranz neigen häufig dazu, die Welt als fest gefügt, konkret und unveränderlich zu betrachten und diese Sichtweise störenden Ereignisse vorschnell ablehnend und abwertend sowie für ihre eigene Situation als übertrieben negativ einzustufen. Solche lediglich vermeintlich sicheren Einschätzungen betreffs der generellen Negativität unvorhergesehener Ereignisse kann auch als Anzeichen und Vorhersage für Depressionen klassifiziert

Was sind „Super-Recognizer“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Super-Recognizer sind Menschen, die sich Merkmale von Gesichtern sehr gut einprägen können. Sie verfügen quasi über ein fotografisches Gedächtnis für Gesichter.

Diese Fähigkeiten sind in der Gesellschaft sehr selten anzutreffen. Die meisten Menschen verfügen über durchschnittliche Fähigkeiten wenn es um die Gesichtserkennung geht. Viele können auch sehr schlecht neue Gesichter verarbeiten. Weiterhin gibt es unterschiedliche Erkennungsfähigkeiten, Informationen von Gesichtern und Merkmalen zu verarbeiten.

Was sind „Super-Recognizer“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Super-Recognizer sind eine Personengruppe, die besondere visuelle Stärken aufweist. Sie sind besonders für staatliche und polizeiliche Arbeiten geeignet, wenn es um die Tätersuche geht, oder um bestimmte Merkmale in Gesichtern zu ermitteln.

Nicht viele Personen verfügen über solche einzigartigen Fähigkeiten, wenn es um die Gesichtserkennung geht. Viele haben sogar fast die gleichen Fähigkeiten wie eine Gesichtserkennungssoftware, die z.B. an Flughäfen oder anderen staatlichen Einrichtungen zum Einsatz kommt.

Die wissenschaftliche Genauigkeit der Super-Recognizer im Vergleich zu den Softwaretools ist aber fraglich. Viele Experten zweifeln, ob ein Mensch winzige Details sehen kann, die eigentlich mit bloßem Auge kaum ersichtlich sein können. Es ist wichtig, dass man die Grenzen der Fähigkeiten von Super-Recognizern kennt, ob sie diese Aufgabe ausführen können und wie wahrscheinlich es ist, dass sie Fehler machen. Wenn es um die Schuld oder Unschuld einer verdächtigten Person geht, dann können falsche Fehler schwerwiegende Folgen haben.

Das Erstaunliche an Super-Recognizern ist die Fähigkeit, mehrere Bereiche des Gehirns zu nutzen. Super-Recognizer können andere Arten von Objekten erkennen. Das menschliche Gehirn ist so organisiert, dass es all diese bemerkenswert spezifischen Aufgaben ausführen und erkennen kann, ähnlich wie eine Gesichtserkennungssoftware auf Ihrem Smartphone.

Die Gesichtserkennung ist eine wichtige kognitive Funktion in der gesamten Evolutionsgeschichte des Menschen. Die Menschen müssen Freunde und Familie erkennen und gleichzeitig Feinde von Freunden unterscheiden. Das Erkennen bekannter Gesichter ist daher etwas, in dem wir alle im Allgemeinen gut sind. Das Erkennen und Erinnern unbekannter Gesichter – entscheidend für die Sicherheit einer modernen Gesellschaft – ist eine andere Geschichte, bei der die meisten Menschen bei diesen Aufgaben versagen. Super-Recognizer besitzen allerdings diese Fähigkeiten und unterscheiden nicht zwischen einem bekannten oder unbekannten Gesicht.

Die Rolle des Gehirns: Bedeutung für Super-Recognizer

Das Problem ist nicht auf mangelndes Training zurückzuführen, sondern darauf, dass das Gehirn der meisten Menschen nicht in der Lage ist, ungewohnte Gesichtsanpassungsaufgaben auszuführen.

Wenn Sie zum ersten Mal ein neues Gesicht betrachten, gibt es dort nicht genügend Informationen, um das Gesicht genau zu identifizieren, oder zumindest wissen die meisten Menschen nicht, wie sie diese Informationen verwenden sollen.

Bei 2% der Bevölkerung ist die Identifizierung und Zuordnung unbekannter Gesichter im Vergleich zu den anderen 98% ein Kinderspiel. Super-Recognizer scheinen nicht durch den Mangel an Informationen blenden zu lassen und verarbeiten die Informationen, die sie sehen. Super-Recognizer haben außerdem die Fähigkeiten, unbekannte Gesichter besser zuzuordnen, genauso wie wir uns bekannte Gesichter merken.

Da das Bewusstsein für Super-Recognizer in den letzten zehn Jahren gewachsen ist, haben auch die Bemühungen, sie von Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden zu rekrutieren, um Fehler zu minimieren, zugenommen. Und mit Fortschritten in der künstlichen Intelligenz, die jetzt Tausende von Gesichtern mit Geschwindigkeit scannen können, könnte ein mit dieser KI-Technologie ausgestatteter Super-Recognizer eine wichtige Rolle für die Identifizierung von Personen von Interesse sein.

Fazit: Was sind „Super-Recognizer“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Allerdings muss klar gestellt werden, dass es sich bei Super-Recognizern immer noch um Menschen handelt. Menschen sind nicht perfekt und machen Fehler. Es gibt einige Bedingungen bei

Gesichtserkennungsaufgaben, bei denen weder Mensch noch Maschine mit 100% iger Genauigkeit arbeiten können. Beleuchtung, Fokus, Auflösung, Kopfneigung, Bewegung und verstrichene Zeit seit der Aufnahme eines Bildes – all dies kann die genaue Betrachtung eines Gesichts beeinflussen.

Warum haben Leichen / Tote einen offenen Mund? Erklärung


Ist ein Mensch verstorben, verlieren die Muskeln des Körpers relativ schnell ihre ursprüngliche Kraft. Dadurch ist der Mund schnell beinahe unnatürlich weit geöffnet. Dies ist für die Personen, die Verstorbene vorfinden oft nicht gerade ein schöner Anblick.

Aus diesem Grund versucht der Bestatter den Mund Verstorbener wieder so zu verschließen, dass für die Angehörigen nach Möglichkeit der Eindruck entsteht, dass die Person nur schläft. Der Mensch soll also entschlafen wirken und den Angehörigen eine friedliche Ausstrahlung entgegenbringen.

Warum haben Leichen / Tote einen offenen Mund? Erklärung

Um den Mund Entschlafener sanft und natürlich wirkend zu verschließen, können Bestatter verschiedene Methoden einsetzen. Diese werden im Kreis der Bestatter allerdings kontrovers diskutiert. Manche sehen das letztendliche Ergebnis im Fokus, andere halten bestimmte Techniken dagegen für unnatürlich.

Was ist die Ligatur? Erklärung, Bedeutung

Eine effiziente Möglichkeit ist beispielsweise eine sogenannte Ligatur. Hierbei wird mittels Nadel und Faden das Lippenbändchen mit einem bestimmten Punkt am Unterkiefer verbunden. Der Faden wird dort anschließend verknotet und so zugezogen, dass der Mund nach der Ligatur natürlich geschlossen aussieht.

Vielen Menschen erscheint diese Methode vorerst bedenklich. Es muss dabei allerdings bedacht werden, dass bei einigen Verstorbenen ohnehin eine Sektion durchgeführt wird. Nach deren Abschluss werden Verschiedene ebenfalls wieder zugenäht. Die Entschlafenen spüren von dieser Arbeit nichts mehr.

Der Faden, der den Mund fixiert, ist bei einer sorgfältigen Ausführung unsichtbar, das Ergebnis allerdings wirklich überzeugend. Da die Zähne beziehungsweise das Gebiss exakt aufeinander liegt, wirkt der Mund genauso wie zu Lebzeiten. Speziell in US-Amerika gehört diese Methode, die in unterschiedlichen Varianten durchgeführt werden kann, zum Standardprogramm der Bestatter.

Schnelle Methode für einen friedlichen Gesichtsausdruck

Bewährt und viel genutzt ist auch der Einsatz von einem sogenannten Lippenkleber. Hierbei handelt es sich genau betrachtet um eine Art Sekundenkleber, der mit Bedacht auf den Lippen verteilt wird. Die Lippen Verstorbener werden danach vorsichtig aufeinander gepresst, sodass der Mund natürlich geschlossen wirkt. Hierbei gibt es den großen Vorteil, dass diese Methode rasch realisierbar ist und dafür keine speziellen Fähigkeiten benötigt werden.

Als nachteilig erweist sich allerdings, dass der Unterkiefer nicht komplett fixiert ist. Löst sich die Totenstarre, bewegt sich der Unterkiefer so weit herunter, bis er von den geklebten Lippen gehalten wird. Dadurch wirkt die Mimik der Verstorbenen doch eher unnatürlich. Viele Bestatter sehen die Ergebnisse jedoch als gut an, denn sie wissen nicht, wie der Gesichtsausdruck Verstorbener zu Lebzeiten war. Deshalb sehen Angehörige in diesem Effekt keinen Vorteil. Zudem kann es vorkommen, dass die Lippenhaut, beim Absenken des Unterkiefers, so gedehnt wird, dass mittig des Mundes optisch ein weißlicher Belag sichtbar wird.

Die sanfte Variante

Eine andere Technik ermöglicht die Schließung des Mundes bei Verstorbenen ohne weitere Hilfsmittel. Dafür hält eine transparente Kunststoff-Stütze das Kinn Verstorbener hoch. Die Stütze wird auf dem Brustkorb unterhalb des Totenhemdes platziert und hält das Kinn fast unsichtbar. Die Ergebnisse sind individuell und können sehr gut oder manchmal auch miserabel ausfallen.

Die genannten Arbeiten werden dadurch erleichtert, wenn Personen, die zu Verstorbenen unmittelbar nach deren Ableben Zugang haben, das Kinn mithilfe einer Mullbinde hochbinden. Dies ist optisch eventuell etwas merkwürdig, besonders dann, wenn Verstorbene kein Gebiss tragen. Die Mullbinde kann entfernt werden, wenn die Totenstarre eingetreten ist. Der Mund ist trotzdem verschlossen, sodass meistens auf weitere Maßnahmen verzichtet werden kann.

Hinweis: Diese Maßnahmen sollten unbedingt sofort durchgeführt werden, je eher, umso wirkungsvoller sind sie. Es kann zum Beispiel auch ein gefaltetes Handtuch sein, welches unterhalb des Kinns platziert wird. Pflegedienste und Krankenhauspersonal sind dafür meistens geschult. Ältere Ärzte, die den Totenschein ausstellen, handeln oft auf diese Weise.

Verstorbene diskret versorgen

Wenn die Angehörigen jedoch keine Aufbahrung wünschen, ist eine der unterschiedlichen Kinnstützen vollkommen ausreichend, um den Mund Verstorbener so natürlich wie möglich zu schließen. Wurde die verschiedene Person vor-versorgt (beispielsweise mit einer Mullbinde), wird ausprobiert, ob überhaupt weitere Maßnahmen nötig sind oder ergänzend eine Kinnstütze eingesetzt.

Andere Techniken wendet der Bestatter nach individuellem Bedarf an. Dass diese Maßnahmen manchmal nötig sind, ist bekannt. Angehörige müssen allerdings im einzelnen Fall nicht über nähere Einzelheiten Bescheid wissen, da derartige Themen oft dramatisiert werden und eventuell unschöne Gedanken hervorrufen.

Letztendlich ist es für Hinterbliebene wichtig, dass Verstorbene eine schöne Optik erhalten. Die vielen Kunstgriffe, die dafür nötig sind, müssen nicht detailliert erklärt werden.

Was ist die Erreichbarkeitsfalle? Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit dem Begriff „Erreichbarkeitsfalle“ beschreibt man in der heutigen Zeit die Tatsache, dass viele Menschen dauerhaft erreichbar sein möchten oder es sogar sind – entweder für Freunde und die Familie oder für die eigene Arbeit. Diese dauerhafte Erreichbarkeit wird durch moderne Technologien und durch das Internet ermöglicht – die Arbeit nimmt dabei immer mehr Raum im Leben des Menschen ein und verdrängt dabei auch andere wichtige Faktoren wie Freunde und Familie (daher auch die Falle der Erreichbarkeit).

Was ist die Erreichbarkeitsfalle? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der Regel korreliert das Ausmaß der Erreichbarkeitsfalle auch mit der Position der jeweiligen Person im Unternehmen – je höher die Position, desto stärker wirkt sich diese Falle auch auf das Leben der jeweiligen Person aus.

Menschen geraten auch aus Angst in die Erreichbarkeitsfalle. Denn es könnte sich negativ auf ihre Karriere auswirken, wenn ihr Chef sie nicht dauerhaft und ständig erreichen kann. Umgekehrt haben Menschen einen (kurzfristigen) Karriere(!)-Vorteil, wenn sie dauerhaft für ihren Chef erreichbar sind. – Hier zeigt die Sofort-Kultur ihre Wirkung. Denn wir sind es gewöhnt vieles sofort zu bekommen. Wenn wir auf etwas warten müssen, macht dies uns unglücklich, nervös und sorgt für schlechte Stimmung.

Die Erreichbarkeitsfalle spiegelt sich in verschiedenen körperlichen und seelischen Beschwerden wider. Die meisten Menschen erreichen dadurch auch schließlich den Burn-out. Die ständige Verfügbarkeit wird in einigen Fällen zu einem echten Statussymbol – denn wer öfter erreichbar ist, ist auch wichtig.

Wie kommt es zur Erreichbarkeitsfalle? Erklärung

Die Erreichbarkeitsfalle tritt in der Regel erst dann ein, wenn der jeweilige Mensch sie auch selbst zulässt, also für andere dauerhaft erreichbar ist und das auch bleiben möchte. Sie wird dadurch verursacht, dass technische Geräte wie Computer und Smartphones dauerhaft verfügbar sind und alle Benachrichtigungen angesehen werden wollen. Dieses Gefühl wirkt sich zwar negativ auf die seelische Gesundheit aus, stärkt jedoch auch das Gefühl der Arbeitszufriedenheit und gibt den Betroffenen ebenfalls ein Gefühl, immer gebraucht zu werden. Dies kann vor allem alleinstehende Menschen in diese Erreichbarkeitsfalle führen.

Bei vielen Firmen gibt es bestimmte Stunden, zu denen ein Mitarbeiter erreichbar sein muss – außerhalb dieser Stunden ist es oft nicht erlaubt, auf E-Mails zu antworten oder sich in einem System einzuloggen.

In welchen Ländern tritt die Erreichbarkeitsfalle besonders häufig auf?

Die Erreichbarkeitsfalle ist in den hoch entwickelten Ländern zu beobachten und vor allem in den gut bezahlten Berufen und Positionen: Manager, Ingenieure oder Ärzte leiden häufig an diesen Beschwerden und möchten für ihre Kunden dauerhaft erreichbar sein.

Wie kann der Erreichbarkeitsfalle gezielt entgegengewirkt werden? Tipps

Wer der Erreichbarkeitsfalle entkommen möchte, muss in erster Linie fest Regeln und Grundsätze aufstellen, wann und wie derjenige erreichbar sein möchte. Dies gilt natürlich nur dann, wenn solche Regeln nicht bereits vom Unternehmen aufgestellt wurden. Außerhalb dieser Zeiten sollten Smartphone und Co. nicht genutzt werden bzw. in den lautlosen Modus geschaltet werden. Ideal ist es, das Smartphone ganz ausschalten oder wegzulegen. Viele Telefone bieten auch Funktionen zum „Nicht stören“ an – dabei werden nur die wichtigsten Nachrichten und Anrufe angezeigt. Bei Treffen mit Freunden oder der eigenen Familie sollte das Smartphone ebenfalls weggelegt werden. Auch der E-Mail Check vor dem Schlafengehen oder am Frühstückstisch ist zu vermeiden.

Siehe auch:

Erreichbarkeitsfalle: Situation

Smartphones, Smartwatches und Co. machen das Leben für viele Menschen einfacher: Nachrichten können überall auf der Welt eingesehen und gesendet werden, eine störrigen Erreichbarkeit steht nichts mehr im Wege. Auch im Berufsleben hat diese erhöhte Erreichbarkeit einiges erleichtert und effizienter gestaltet, vor allem in Zeiten der Globalisierung und Zeitverschiebung. Doch diese dauerhafte Erreichbarkeit stellt für viele Menschen eine Fall dar und führt zu Stress und anderen psychischen Beschwerden.

Was bedeutet „spätpubertierend“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Pubertät ist für viele Erwachsene, aber auch Jugendliche eine herausfordernde Zeit. Sie gilt als sehr belastend, geht aber nach einigen Jahren wieder vorbei. Doch gibt es gewisse Eigenwilligkeiten, die sich erst später zeigen. Dieses Verhalten wird dann als spätpubertär bezeichnet.

Was bedeutet „Pupertät“ / „pubertierend“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Normalerweise lösen sich Kinder in der Pubertät von den Eltern. Sie versuchen selbstständiger zu werden, haben ihren eigenen Willen und ihre eigene Meinung. Manch guter Rat der Eltern wird gekonnt ignoriert. Man versucht, sich selbst zu finden, was einem gefällt und was nicht. Pubertierende Jugendliche wechseln ihr äußeres Erscheinungsbild häufig wöchentlich, um herauszufinden, was zu ihnen selbst am besten passt.

Spricht man vom spätpubertären Handeln, so meint man damit ein provokantes Verhalten, um Grenzen auszutesten oder vielmehr um sie absichtlich zu überschreiten. Meist können Außenstehende diese Allüre nicht nachvollziehen. Spätpubertäre versuchen häufig, durch Lügen eine unangenehme Situation nicht zugeben zu müssen. Des Weiteren schlagen sich Stimmungsschwankungen auf den Gemütszustand der spätpubertären Person aus. Wutausbrüche oder extreme Schüchternheit spiegeln so die emotionale Schwankung wieder. Spätpubertierende werden kindisch und unvernünftig.

Treten diese Anzeichen im Alter von 13 oder 14 Jahren auf, wird es als herkömmliche Pubertät bezeichnet. Zeigt sich dieses Verhaltensweise auch mit fortschreitendem Lebensalter oder spät nach dem 18. Geburtstag, so spricht man von spätpubertärem Benehmen.

Was bedeutet „spätpubertierend“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Häufig kommt es zu spätpubertärem Benehmen, wenn die betroffene Person, ihre Rolle in der Gesellschaft besser gesagt auch im privaten Leben nicht gefunden hat. Meist haben Spätpubertäre den Eindruck, noch zu sehr unter den Fittichen der Eltern zu stehen und versuchen, sich abzulösen. Dieses Verhalten kann jedoch auch während einer Partnerschaft auftreten, in der sich die betroffene Person vom Partner bevormundet fühlt.

Oft spielen hier aber ebenfalls eigene Unsicherheiten eine große Rolle. Dies kommt vor allem vor, wenn nach der Ausbildung der Übergang in den Beruf nicht so klappt wie gewollt oder die erste ernsthafte Beziehung scheitert.

Früherkennung kann Schizophrenie verhindern.

Diese Krankheit bricht zwischen dem 17. und dem 30. Lebensjahr aus und ist äußerst ernst zu nehmend. Veränderungen können schon bis zu sechs Jahre im Voraus bemerkt werden. Zu den Symptomen zählen Angststörungen, Geräuschempfindlichkeit, plötzliches Verändern der Sprechweise und Panikattacken. Dies wird fälschlicherweise oftmals als spätpubertäres Auftreten abgetan.

Aktuelle Studien belegen, dass die Krankheit – wenn sie früh genug erkannt wird – verzögert oder vollkommen verhindert werden kann. Hierfür gibt es in Deutschland zahlreiche Früherkennungszentren. Es ist wichtig, die Frühsymptome immer im Blick zu haben. Besonders gefährdet gelten Personen, welche einen nahen Verwandten mit psychischen Störungen in der Familie haben sowie Drogenabhängige. Die Frühsymptome können durch neuropsychologische Testungen erkannt werden. Zudem kann auch oft ein Seminar für Angststörungen besucht werden.

Spätpubertäre Erwachsene

Im Erwachsenenalter kommt es häufig auch noch zu spätpubertärem Verhalten. Dies zeigt sich vor allem im gesellschaftlichen Bereich. Jeder versucht, besser als der andere zu sein. Sehr leicht gerät man hier in einen Teufelskreis. Eigentlich kompensiert man mit diesem Verhalten nur Entbehrungen in der Kindheit. Hier sollte man versuchen, herauszufinden, was der wahre Grund für die materiellen Anhäufungen ist. Dies gelingt gut mit geführten Meditationen oder dem Besuch von Seminaren. Es ist wichtig, kindliche Verletzungen aufzuarbeiten, um mit beiden Beinen im Erwachsenenleben zu stehen.

Was ist „Weaning“? Wie lange dauert es? Erklärung, Bedeutung, Definition


Mit „Weaning“ bezeichnet man den Prozess, bei dem ein Patient, der maschinell beatmet werden muss, vom Beatmungsgerät entwöhnt und schrittweise wieder an das eigene, physiologisch normale Atmen gewöhnt wird.

Was ist „Weaning“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Nach schweren Operationen, nach Traumata oder auch bei einigen schwerwiegenden Erkrankungen, ist es manchmal nötig, dass ein Patient maschinell beatmet werden muss. Dauert die Beatmungspflicht längere Zeit an, ist es nicht einfach möglich, den Patienten von jetzt auf gleich vom Beatmungsgerät zu entwöhnen. Dieser Prozess muss vielmehr schrittweise erfolgen, weil es sonst zu schwerwiegenden organischen Schäden und Lungenschäden beim Patienten kommen kann.

Dauert die künstliche Beatmung nur kurze Zeit und ändert sich die Lungenfunktion dabei nicht grundlegend, dann ist der Weaningprozess oft nur von kurzer Dauer. Ein Beispiel ist eine „normale Operation“. Hier wird der Patient für die Zeit der Operation beatmet, aber normalerweise gleich nach Vollendung der Operation wieder vom Beatmungsgerät genommen. Normalerweise wird die künstliche Beatmung noch im OP-Saal beendet und der Patient wird im Aufwachraum von Fachschwester und -pflegern überwacht und betreut, bis er vollständig wach ist und selbstständig atmen kann.

Bedeutung: Wie lange dauert Weaning?

Auch Patienten, die 1-3 Tage an einer Beatmungsmaschine angeschlossen sind, können im Normalfall ohne Probleme von der künstlichen Beatmung getrennt werden, wenn die Beatmung nicht wegen eines Lungenproblems nötig war.

Doch schon etwa eine Woche an einer maschinellen Beatmung führt dazu, dass die eigene Atemmuskulatur so eingeschränkt und geschwächt ist, dass sie – wird die Beatmung von jetzt auf gleich komplett ausgeschaltet, nicht ausreichend arbeiten kann.
Der Entwöhnungsprozess von der Beatmungsmaschine wird um so schwerer und aufwendiger, je länger die künstliche Beatmung anhält.

Die Anzahl der Patienten, die einen Weaning-Prozess durchläuft, nimmt stetig zu. Zum einen werden die Menschen im älter und haben dem entsprechend auch immer häufiger Krankheitsbilder wie z.B. chronische Lungenerkrankungen.

Zum anderen spielen aber auch die Fortschritte in der Intensivmedizin eine entscheidende Rolle. Heute überleben Patienten Krankheiten, die noch vor einigen Jahren tödlich gewesen wären. Komplexe Operationen, ein akutes Lungenversagen oder auch eine schwere Sepsis können immer öfter behandelt werden. Diese Krankheiten führen aber in den allermeisten Fällen auch eine längere künstliche Beatmung mit sich.
Kommen zu diesen Krankheiten, Operationen oder Unfällen noch Vorerkrankungen der Lunge hinzu, erschwert das das Weaning noch zusätzlich.

Weaning: Erklärung, Dauer

Bei zwei von drei Patienten, die eine längere maschinelle Beatmung brauchen, gelingt das Weaning und sie können von der Beatmung entwöhnt werden. Das heißt aber nicht, dass nach der Entwöhnung von der Beatmungsmaschine gleich alles gut ist.

Dabei stellt die Assistierte Spontanatmung einen wesentlichen Punkt des Weanings dar: die Parameter am Beatmungsgerät werden vom Arzt und den Krankenschwestern/-pflegern nach und nach so eingestellt, dass die Atemunterstützung immer mehr verringert wird und der Patient so schrittweise immer mehr eigene Atemtätigkeit übernehmen muss.

Oft brauchen die Patienten noch eine längere Rehabilitation, da die Muskelschwäche, die auch die Atemmuskulatur betrifft, erst wieder aufgebaut werden muss. Das ist oft ein längerer Prozess und erfordert viel Zeit.

Manchmal brauchen die Patienten nach der maschinellen Beatmung auch noch für längere Zeit ein CPAP-Gerät, dass die Arbeit der eigenen Atemmuskulatur und Atmungsorgane unterstützt und das selbstständige Atmen erleichtert.

Warum haben Männer keine Cellulite? Erklärung


Über 90 Prozent aller Frauen sind davon betroffen, selbst Babys und Models leiden daran. Nein, es handelt sich nicht um fehlende Gleichberechtigung, sondern um Cellulite. In diesem Artikel wird erklärt, was Cellulite genau ist und warum Gott Männern nicht nur ein Drittel mehr Lohn, sondern auch rippelfreie Oberschenkel gab.

Warum haben Männer keine Cellulite? Erklärung

Hier die ernüchternde Nachricht (aus Sicht aller leidenden Frauen): Männer können auch Cellulite bekommen. Doch es ist um einiges schwieriger. Das Bindegewebe von Männern ist nämlich anders aufgebaut als jenes von Frauen.

Das weibliche Bindegewebe besteht aus parallel verlaufenden Fasern, dadurch ist es elastischer. Elastizität ist bei einer Schwangerschaft von großer Bedeutung. Das männliche Bindegewebe besteht hingegen aus einem dichten Netz, also aus quer verlaufenden Fasern. Dieses Netz ist natürlich viel stabiler und hält zurück, was zurückgehalten werden soll – zumindest aus Sicht des heutigen Schönheitsideals. Doch was genau wird zurückgehalten und was genau verursacht Cellulite?

Was genau ist Cellulite? Bedeutung, Definition, Erklärung

Zuerst einmal die gute Nachricht: Cellulite ist keine Krankheit. Hier die schlechte: Cellulite, auch Orangenhaut genannt, ist ein sich verstärkender Kreislauf, aus dem es, zumindest für Frauen, kein Entkommen gibt.

Aber von vorne. Die Orangenhaut sieht aus wie Wellen, die sich vor allem auf den Oberschenkeln bilden. Diese Wellen verdanken wir dem Zusammenwirken von Östrogen, einem elastischen Bindegewebe und großen Fettzellen. Cellulite ist nämlich nichts anderes als Fettzellen, die sich Richtung Oberhaut drücken. Je stärker das Bindegewebe, desto schwieriger entkommen die Fettzellen ihrem Gefängnis. Je schwächer das Gewebe oder je größer die Fettzellen, desto leichter gelangen sie an die Oberfläche. Warum bewirken aber Östrogen, ein elastisches Bindegewebe und Fettzellen bei Frauen eher Cellulite als bei Männern?

Östrogen ist ein Geschlechtshormon. Eine seiner Aufgabe ist die Verteilung von Fett. Östrogen steuert, wo am Körper Fett gespeichert wird. Ein hoher Östrogenspiegel bedeutet im Normalfall mehr Fettpolster an Hüfte, Po und Oberschenkel. Also genau dort, wo sich besonders gerne Orangenhaut bildet. Östrogen gilt fälschlicherweise als ein reines Frauenhormon. Doch auch Männer produzieren Östrogen, wenn auch in kleineren Mengen.

Männer speichern außerdem weniger Fett als Frauen. Frauen benötigen Extra-Fettreserven, um bei einer Schwangerschaft ihr Kind versorgen zu können. Darüber hinaus haben Frauen automatisch größere Fettzellen als Männer. Das weibliche Bindegewebe ist von Geburt an elastischer als das männliche. Diese Dreifaltigkeit, Östrogen, Fettzellen und Bindegewebe, verstärkt die Chance auf Orangenhaut bei Frauen.

Der Cellulitekreislauf

Große Fettzellen, die Richtung Oberhaut drücken, beeinträchtigen darüber hinaus das Lymphsystem. Innerhalb des Lymphsystems werden Nähr- und Abfallstoffe transportiert. Dieser Kreislauf schwemmt Krankheitserreger und Fremdkörper aus dem Körper.

Die immer größer werdenden und nach oben drückenden Fettzellen behindern jedoch diesen Kreislauf. Dadurch kommt es zu Stoffwechselproblemen. Wasser sammelt sich im Gewebe an. Dieses schwillt an und die Orangenhaut wirkt dadurch noch prominenter.

Was verursacht Cellulite?

Orangenhaut ist vor allem genetisch bedingt. Deshalb leiden auch schlanke Frauen daran. Trotzdem verstärkt Übergewicht die Chancen auf Cellulitebildung. Vor allem Kohlenhydrate und Fett fördern die Bildung.

Rauchen ist ein weiterer Mitspieler in der Entstehung von Cellulite, denn Rauchen schadet den Kollagenen des Bindegewebes. Kollagene sind Proteine, die im Bindegewebe vorkommen. Sie geben dem Gewebe seine Struktur. Kollagene kommen überall dort vor, wo stabile Fasern benötigt werden. Rauchen zerstört Kollagene und macht ein bereits elastisches Bindegewebe noch nachgiebiger.

Eine weitere Ursache von Cellulite: Krampfadern. Krampfadern entstehen häufig aufgrund eines schwachen Bindegewebes. Sie behindern im Bindegewebe, gleich wie Cellulite, den Blutkreislauf und das lymphatische System. Das führt zu Stoffwechselproblemen. Durch Stoffwechselprobleme schwillt das Gewebe an und kann ebenfalls Cellulite fördern.

Unter welchen Umständen entwickeln Männer Cellulite?

Generell sind Männer vor Cellulite sicher, denn ihr Bindegewebe ist stabiler und sie speichern weniger Fett ab. Die bereits besprochenen Ursachen, Übergewicht und Rauchen, gelten jedoch auch für Männer.

Die Orangenhaut entwickelt sich bei Männern tendenziell erst im Alter. Das hat vor allem folgende Gründe: Hormonschwankungen, Übergewicht und Lebensstil.

In den letzten Jahren sind Hormontherapien immer beliebter geworden. Ziel dieser Therapien ist es, die Folgen des Alterns abzufedern. Östrogen ist dabei ein wichtiger Bestandteil, denn das Geschlechtshormon kann bei Männern Übergewicht im Alter verhindern. Östrogen hat darüber hinaus eine positive Wirkung auf die Libido. Fehlt es an der Lust am Sex, könnte dies an einem niedrigen Östrogenspiegel liegen. Zu wenig Östrogen führt außerdem zu der sogenannten männlichen Menopause. Doch Östrogen hat auch seine Nachteile.

Ein zu hoher Östrogenspiegel verändert die Struktur des Bindegewebes. Die netzartige Struktur verwandelt sich zu parallel verlaufenden Fasern. Das bedeutet: Männer erhalten das Bindegewebe einer Frau. Damit erhöht sich auch das Risiko für Cellulite.

Cellulite bei Männern kann übrigens ein Warnhinweis sein. Denn wenn man Faktoren wie Rauchen und Übergewicht abzieht, und keine Hormontherapie gemacht wird, kann Cellulite auf einen zu hohen Östrogenspiegel hindeuten.

Ist Cellulite heilbar?

Die nicht sehr befriedigende Antwort: Jein. Weder Fettabsaugung noch teure Cremes helfen auf lange Sicht. Denn besonders der weibliche Körper ist nun einmal ein idealer Nährboden für Cellulite.

Sport und eine gesunde Ernährung sowie die Vermeidung von Übergewicht können das Problem vermindern und in einigen Fällen sogar lösen, aber meistens bleibt die Orangenhaut trotz aller Maßnahmen gut erhalten.

Warum haben wir Weisheitszähne? Erklärung


Die meisten Menschen haben schon einmal von den sogenannten Weisheitszähnen gehört, hatten mit diesen Probleme oder haben diese sogar entfernen lassen. Doch wieso genau besitzt der Mensch eigentlich die Weisheitszähne und warum werden sie bei vielen Menschen entfernt?

Was genau hat es mit den Weisheitszähnen auf sich?

Bei diesen Zähnen handelt es sich um zusätzliche Zähne, die hinter den letzten Backenzähnen auf jeder Seite des Mundes wachsen – bei einigen Menschen kann es jedoch vorkommen, dass auf einer Seite dieser Zahn aufgrund des Evolutionsprozesses fehlen kann. In der frühen Neuzeit hatten diese Zähne in der Tat noch eine Funktion und dienten als starkes Kauinstrument, da damals die Nahrung noch nicht so gut weich gekocht werden konnte wie heute – die Menschen mussten daher mehr und öfter kauen. Die Weisheitszähne unterstützen dabei das Gebiss und nahmen den anderen Backenzähnen und den Frontzähnen die Arbeit und Belastung beim Kauen ab.

Mit der Zeit haben sich jedoch die Essgewohnheiten und damit auch die Kaugewohnheiten der Menschen deutlich verändert – Nahrung konnte nun weich und leicht verdaulich zubereitet werden, sodass ein starkes und vollständiges Zerkauen nicht mehr notwendig war. Die Weisheitszähne verloren damit ihre Funktion. Auch der Kiefer des Menschen ist im Laufe der Evolution kleiner geworden, die Zähne selbst haben jedoch ihre Größe fast vollständig beibehalten – ein weiterer Grund, wieso es die versteckten Zähne in den Backen gibt.

Siehe auch: Warum Weisheitszähne „Weisheitszähne“ heißen, erfährst du hier.

Wann wachsen die Weisheitszähne?

Bei den meisten Menschen treten die Weisheitszähne im jungen Alter auf, meistens zwischen 12 und 14 Jahren. Sie sind bei vielen Menschen im Mundraum nicht zu sehen und verbergen sich hinter dem Zahnfleisch – nur mithilfe eines Röntgenbildes können die Zähne dann erkannt werden. Der späte Entstehungszeitpunkt erklärt auch den Namen dieser besonderen Zähne, denn diese treten erst dann auf, wenn der Mensch Weisheit erlangt hat.

Je nachdem ob und wann die Zähne durchbrechen und im Mundraum zu sehen sind, können sie früher oder später zu bestimmten Problemen führen. Häufig drücken die Weisheitszähne auf andere Backenzähne und führen damit zu einer Verschiebung des gesamten Gebisses, was zu anderen Beschwerden führen kann. Die Weisheitszähne können sich ebenfalls im Laufe der Zeit entzünden und zu Entzündungen der Knochen führen. Sie werden daher meist im Teenageralter vorsorglich entfernt – auch dann, wenn sie noch keine Beschwerden verursachen.
Einige Menschen leben jedoch ihr Leben lang mit den Weisheitszähnen ohne Beschwerden.

Werden die Weisheitszähne irgendwann vollständig aus dem Mundraum verschwinden?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch hier die Evolution sich an den Gewohnheiten des Menschen orientiert und dass die Weisheitszähne irgendwann gar nicht mehr wachsen werden. Der Grund dafür ist, dass diese bei den meisten Menschen entfernt werden – durch diese genetische Veränderung werden die Erbinformationen auch an die Kinder weitergegeben.

Wer kümmert sich um die Entfernung dieser Zähne?

Sollten die Zähne drücken oder andere Probleme verursachen, so kann ein Oralchirurg diese problemlos entfernen. Die Entfernung selbst kann entweder unter Vollnarkose oder mit einer örtlichen Anästhesie stattfinden und verläuft in der Regel ohne Komplikationen. Nach rund einer Woche werden auch die Fäden entfernt und der Patient kann wieder gewöhnlich Flüssigkeiten und Nahrung zu sich nehmen.

Was ist eine toxische Beziehung? Bedeutung, Definition, Erklärung


Eine toxische Beziehung ist durch einige markante Merkmale erkennbar. Es handelt sich dabei um eine Partnerschaft, die mit seelischen Schmerzen und Leiden einhergeht, die zumindest ein Partner in der toxischen Beziehung ertragen muss. Sie macht die Psyche des betroffenen Partners krank.

Was ist eine toxische Beziehung? Bedeutung, Definition, Erklärung

Toxische Beziehungen beginnen perfekt und traumhaft. In der ersten Phase fängt der toxische Partner an, sein Gegenüber regelrecht mit Liebe zuzuschütten. Das sogenannte „Love Bombing“ läutet die Werbung für seine Person in den ersten Wochen ein. Es handelt sich kaum um echte Liebe. Manchmal kann dieser Zustand bis zu einem Jahr andauern, bis die Beziehung in das Gegenteil kippt. Dann zeigt der toxische Partner seinen wahren Charakter – er wird immer streitsüchtiger, fordernder und bedrohlicher.

Durch die sehr intensive Geborgenheit und Sicherheit idealisiert der Beziehungspartner am Anfang sein Gegenüber sehr stark. Er wird auf einen imaginären Thron gehoben. Die emotionale Abhängigkeit, die durch dieses Verhalten hervorgerufen wird, stellt eine intensive Bindung her. Diese emotionale Bindung zum idealisierten und allmächtig empfundenen Partner wird so stark, dass der Gedanke an eine Trennung unmöglich erscheint.

Zu allem Überfluss ergeben sich dadurch unsichtbare Wunden in der Seele. Sie manifestieren sich stark im Inneren. Doch diese Narben heilen nicht. Der Betroffene fühlt sich wie ein Gefangener im Kerker dieser Beziehung. Sie hinterlässt keine äußerlichen Spuren am Körper. Viel schlimmer sind die seelischen Verletzungen – durch Verbote, Drohungen oder Einschüchterungen. Stalking ist auch eine Form davon. Scharfe Worte, die so tief wie eine Kugel aus der Pistole treffen, machen langsam krank.

Es gibt einige Kriterien, die eine toxische Beziehung erkennen lassen. Trifft ein Punkt oder gar mehrere zu, ist Vorsicht geboten!

Fehlende Empathie

Ein Merkmal der toxischen Beziehung besteht im Fehlen von Mitgefühl dem Partner gegenüber. Der toxische Partner kann oder will sich nicht in seinen Beziehungspartner hineinversetzen. Es liegt oft an der fehlenden Empathie, wenn die Beziehung nicht funktioniert. Diese Eigenschaft ist bei Menschen mit Persönlichkeitsstörungen oft sehr ausgeprägt, zum Beispiel bei Borderlinern oder Narzissten. Doch ohne Empathie für den Partner ist eine erfüllende Beziehung nicht möglich.

Fehlende Beständigkeit

Wenn die Stimmung bei Verabredungen zu sehr schwankt oder der Partner die Treffen immer wieder mit Ausreden verschiebt, deutet das bereits darauf hin, dass etwas nicht in Ordnung ist. Verabredungen sollten in einer gewissen Regelmäßigkeit getroffen und eingehalten werden. Stimmungsschwankungen des Partners zwischen absolut heiß und eiskalt, dazu mit einer starken Unnahbarkeit, müssen dringend beobachtet werden.

Sorgt ein Partner immer wieder für eine emotionale Achterbahn ist Vorsicht geboten!

Fehlendes Gleichgewicht

Wird die Beziehung aufgrund eines unnatürlichen oder seltsamen Verhaltens, verbalen Entgleisungen oder Streit aus dem Gleichgewicht gebracht, stimmt etwas nicht. Auch völlig übersteigerte Verlustangst oder das Gegenteil, die Angst sich zu binden, sind störend und tragen nicht zur Beständigkeit einer Partnerschaft bei.

Fehlender Fortschritt

Tritt das Paar auf der Stelle und erlebt es keinen Fortschritt in der Beziehung, muss das misstrauisch machen. Lernt einer der Partner vielleicht nur ein paar Freunde, aber die Familie des anderen nie kennen oder erhält er keine Einladung in die Wohnung seines Beziehungsgefährten, kann das als ungünstiges Zeichen gewertet werden. Wie schnell es in einer Beziehung vorwärtsgeht, ist natürlich unterschiedlich. Es sollten jedoch keine Rückschritte in der Beziehung zu spüren sein.

Fehlende körperliche oder gefühlsmäßige Intimität

Unter Intimität sollten nicht nur die sexuellen und körperlichen Voraussetzungen zu verstehen sein. Sehr wichtig sind die Gefühle zueinander. Vertraut einer der Partner nicht oder verschließt er sich und sorgt für seine Unverwundbarkeit, kann weder eine beiderseitige Nähe entstehen, noch später Liebe daraus wachsen. Sperrt sich einer der Partner vor Intimität, kann die Beziehung toxisch sein.

Fehlende Individualität

Jede Beziehung gestaltet sich anders, keine gleicht der anderen und so soll es auch sein. Eine Beziehung aus der Schablone gibt es nicht. Trotzdem sollten die aufgezählten Kriterien immer im Gedächtnis abrufbar sein, damit sich die neue Beziehung in eine gesunde Richtung entwickeln kann. Nur so kann eine toxische Beziehung schnell erkannt werden.

Toxische Beziehungen tun nicht gut, sondern sogar sehr weh. Sie können den Partner körperlich und seelisch krank machen. Toxische Partner legen sehr oft ein großes Bedürfnis nach Kontrolle, Macht und Dominanz an den Tag. Frauen betrifft es hier mehr als Männer. Denn es sind überwiegend mehr Männer toxisch veranlagt als Frauen. Fast 75 Prozent dieser betroffenen Frauen leben in solch einer giftigen Partnerschaft. Eine toxische Beziehung macht die Partner oft sehr abhängig. Es ist fast wie eine Sucht, von der sie nicht loskommen und zum Teil sogar Entzugserscheinungen psychischer Art entwickeln. Viele schämen sich vor Freunden und der Familie. Durch die emotionale Abhängigkeit ziehen sich die Betroffenen sehr oft aus ihrem sozialen Leben zurück. Das macht es immens schwierig, eine toxische Beziehung zu beenden.

Wie ist zu erkennen, dass der Partner die Beziehung toxisch macht?

Im Zusammenleben, aber auch schon in den Anfängen einer Beziehung, sollten markante Eigenschaften des Partners erkennbar sein, die toxisch sind. Diese Menschen versprechen meistens Dinge, die niemals Wahrheit werden, nur um den Partner an sich zu binden. Ihr Verhalten ist unsozial, destruktiv und oft unmoralisch. Sie überschreiten gerne die Grenzen anderer, viele sind besitzergreifend oder Stalker. Sie halten nichts von der Privatsphäre anderer Menschen und benehmen sich reuelos, wenn sie Dinge tun, die nicht in Ordnung sind. Dazu besitzen sie kein Schuldbewusstsein und sehen Fehler überhaupt nicht ein. Nur ihre eigenen Gefühle sind wichtig. Rücksichtnahme auf den Partner kommt nur dann infrage, wenn sie einen Vorteil davon haben.

Auch Streit ist ständig vorprogrammiert und ihre übersteigerten Ansprüche an den Partner entbehren zumeist einer Gegenleistung. Die eigenen Interessen stehen immer an erster Stelle. Diese Menschen manipulieren und erpressen gerne, verdrehen Tatsachen, um ihren Willen durchzusetzen. Eigene Unzulänglichkeiten werden mit Vorwürfen, Jammern und manchmal auch Lügen verborgen. Nicht selten steht der Partner mit völlig ungerechtfertigten Schuldgefühlen da. Kritik hält ein toxischer Partner nicht aus und wird er durchschaut, wird der Beziehungsgefährte zum Feind. Toxische Menschen wollen den Partner so lange behalten, solange er nützlich für sie ist. Alles das führt nur zur Zerstörung der Seele ihres Gefährten.

Niemand ist wirklich perfekt. Jeder Mensch macht Fehler, hat Defizite oder Macken. Das ist gesund und selbstverständlich natürlich. Wenn aber überdurchschnittlich viele toxische Verhaltensweisen und Muster in einer Beziehung zu erkennen sind und der Partner emotional Schaden nimmt, deutet das auf eine toxische Beziehung hin.

Was ist ein „Cheat Day“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Bezeichnung „Cheat Day“ kommt aus dem Englischen und wurde vor allem in den USA populär. Auf Deutsch heißt dieser Begriff so viel wie „Schummeltag“. Damit ist ein beabsichtigter und im Voraus geplanter Regelbruch während einer längeren Diät gemeint.

Was ist ein „Cheat Day“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ein Cheat Day ist während einer Diät ein Tag, an dem die strengen Ernährungsregeln gelockert werden. Es gibt zwei Arten von Cheat Days, die sich grundsätzlich voneinander unterscheiden. Bei der offenen Variante darf der Abnehmwillige so viel essen, wie er möchte, und muss keine Einschränkungen beachten.

Bei der zweiten Variante kann die Person ihre Diätregeln vernachlässigen, hält sich jedoch an ein grobes Kalorienlimit. Die maximale Kalorienzahl für einen Cheat Day liegt oft bei 2.000 bis 3.000 Kilokalorien. Alternativ kann sich der Diäthaltende an seinem individuellen Energieverbrauch orientieren.

Dieser Energieverbrauch, den eine Person innerhalb eines Tages insgesamt aufbringt, heißt im Englischen Total Daily Energy Expenditure. Unter der Abkürzung TDEE-Rechner existieren auch deutschsprachige Internetseiten, auf denen die Nutzer ihren persönlichen Kalorienverbrauch berechnen können. Wenn eine Person so viele Kalorien zu sich nimmt, wie sie innerhalb eines Tages verbraucht, hält sie ihr Körpergewicht. Eventuelle Schwankungen auf der Waage gehen in diesem Fall lediglich auf Veränderungen des Darminhalts oder auf Wassereinlagerungen oder -verluste zurück.

Vor- und Nachteile von offenen Cheat Days

Ein offener Cheat Day, der keinerlei Beschränkungen vorgibt, bietet folgende Vorteile:

  • Mentale Pause vom Kalorienzählen
  • uneingeschränkte Entscheidungsfreiheit beim Essen
  • der Abnehmwillige kann testen, ob sich durch die bisherige Diät bereits sein Appetit und sein Hungergefühl verändert haben, sodass er automatisch weniger isst
  • ermöglicht Experimente und spontane Mahlzeiten
  • bei Familienfeiern und ähnlichen Anlässen gilt der Diäthaltende nicht als Außenseiter und muss nicht zugeben, dass er gerade eine Diät macht

Ein offener Cheat Day kann jedoch auch Nachteile mit sich bringen. Das größte Risiko besteht darin, dass der Abnehmwillige am Cheat Day so viele Kalorien zu sich nimmt, dass er dadurch die bisherigen Fortschritte ausgleicht. Im ungünstigsten Fall kann dies dazu führen, dass das Körpergewicht stagniert oder langfristig sogar steigt.

Limitierte Cheat Days mit maximaler Kaloriengrenze

Im Vergleich zu einem offenen Cheat Day bietet ein limitierter Cheat Day, der eine maximale Kalorienzahl vorgibt, folgende Vorteile:

  • Reduzierte Gefahr der Selbst-Sabotage
  • gute Übung für die Zeit nach der Diät
  • keine Förderung von Essattacken oder übermäßigem Essen
  • vermeidet eine plötzliche Überforderung des Verdauungssystems
  • begünstigt langfristige Veränderung der Essgewohnheiten hin zu einer maßvollen Ernährung
  • freie Lebensmittelauswahl innerhalb des Kalorienrahmens

Offene Cheat Days ohne jegliche Kalorienbeschränkung können auf den ersten Blick verlockend wirken. Für den langfristigen Erfolg einer Abnehmkur ist es jedoch sinnvoll, auch an den diätfreien Tagen Maß zu halten.

Wie können sich Cheat Days auf den Genuss auswirken?

Manchen Menschen hilft ein Cheat Day dabei, eine Diät oder einen langfristigen Ernährungsplan besser durchzuhalten. Dafür können verschiedene mentale Mechanismen verantwortlich sein, die sich zum Teil gegenseitig beeinflussen.

Ein häufiger Grund, warum Diäten scheitern, ist der fehlende Genuss. Viele Menschen möchten ihren Lebensmittelkonsum zwar einschränken – doch kalorienreiche Lebensmittel mit viel Fett und Zucker sind oft sehr geschmacksintensiv und lösen im Gehirn eine Belohnungsreaktion aus. Deshalb verbinden viele Menschen Kuchen, Süßigkeiten und Fastfood mit positiven Gefühlen.

Darüber hinaus wirken Zucker und Fett wie natürliche Geschmacksverstärker. Die menschliche Vorliebe für süße und fettreiche Lebensmittel ist angeboren. Die wenigsten Menschen können dieser natürlichen Präferenz auf Dauer widerstehen – und müssen es dank der Cheat Days auch nicht. Trotz der sonstigen Ernährungsregeln werden lange Diäten mit Cheat Days deshalb oft als weniger einschränkend empfunden. Dies kann sich positiv auf die Motivation auswirken.

Welche psychologische Wirkung haben Cheat Days? Psychologie, Bedeutung

Noch ein zweiter Faktor kann die Motivation steigern: Cheat Days segmentieren die Diät in kleinere Einheiten. Sechs strenge Diättage können sich lang anfühlen. Doch die Zeitspanne bleibt überschaubar, wenn am siebten Tag ein Cheat Day folgt. Manchen Abnehmwilligen fällt es dadurch leichter, ihre Diät durchzuhalten.

Fehltritte während einer Diät können ein subjektives Versagensgefühl hervorrufen. Manche Abnehmwillige sind anschließend derart frustriert, dass sie ihre Diät aufgeben – oder sie entwickeln ein zwiespältiges Verhältnis zum Essen, das ihnen die Freude an der Nahrung nimmt. Deshalb ist es hilfreich, wenn eine intelligente Diätplanung das Misserfolgsrisiko von vornherein berücksichtigt und senkt.

Cheat Days ermöglichen es einem Abnehmwilligen, regulär an Familienfesten teilzunehmen und Feiertage zu begehen. Theoretisch ist dies auch dann möglich, wenn die Person sich während der Festlichkeit an ihre Diät hält. In der Praxis erweist es sich jedoch häufig als enorme Willensprobe, in einer solchen Situation den Diätplan einzuhalten. Wer den Feiertag als Cheat Day plant, erleichtert sich derartige soziale Events.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Cheat Day?

Bei vielen Diäten ist ein Cheat Day pro Woche möglich. Der Diäthaltende kann dabei flexibel entscheiden, auf welchen Wochentag der Schummeltag fallen soll. Auf diese Weise passt sich die Diät dem Alltag an.

Bei Low-Carb-Diäten können Cheat Days allerdings dazu führen, dass die Ketose unterbrochen wird. Der Körper benötigt bei einer konsequenten Low-Carb-Ernährung anschließend etwa drei Tage, um den ketogenen Stoffwechselzustand wiederherzustellen. Aus diesem Grund kommen Cheat Days bei Low-Carb-Diäten meist nur alle vierzehn Tage vor. Auch größere Abstände zwischen zwei diätfreien Tagen sind möglich.

Was ist die „Normopathie“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Normopathie“ wird das krankhafte Angepasstsein bezeichnet. Normopathie bezeichnet hier den übertriebenen Wunsch, sich anzupassen.

Normopathie bedeutet nichts anderes als dass eine Person versucht so zu sein, wie das direkte Umfeld der Person es gerne hätte. Sie passt sich an. Normopathen wollen also so sein, wie die Menschen um sie herum und eifern ihnen nach. Die meisten tun es für Akzeptanz im Alltag und im Privatleben und betrachten sich selbst nicht als normal. Diese Veränderungen der Verhaltensweise betroffener Menschen führen viele Psychologen auf die Digitalisierung und die Entwicklungen in der Technologie zurück.

Menschen sind keine Vorlagen für andere. Es ist nicht ihre Pflicht, wie die anderen zu sein. Die Individualität macht einen Menschen einzigartig und wertvoll. Normopathie ist das fast obsessive Bedürfnis, wie alle anderen zu sein.

„Normopathie“ ist kein neues Phänomen. Schriftsteller und Psychoanalytiker weisen darauf hin, dass Technologie unser Denken und sogar unsere Persönlichkeit verändert. Was wir auf unserem Telefon oder Computerbildschirm sehen, hat plötzlich eine immense und überfließende Macht über uns.

Was ist die „Normopathie“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Normopathen verspüren die Angst, dass sie von ihrem Umfeld nicht akzeptiert werden. Bei einer Normopathie sind die betroffenen Personen nicht selbstreflektiert und achten nicht auf sich selbst und ihre Wünsche. Die Folgen sind häufig Isolation und ein vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein.

Normopathie ist im Grunde genommen die Angst vor der Individualität. Normopathie ist sehr schwer zu diagnostizieren. Auffällig wird es, wenn eine Person mit Normopathie sich immer an anderen Personen orientiert und versucht sich an das Umfeld anzupassen. Dieses für sie normale Verhalten wirkt nach außen allerdings abnormal und nicht natürlich. Normopathen haben keinen Bezug zu sich selbst und dem eigenen Selbstbild, da sie sich nur an anderen orientieren. Betroffene Personen reagieren nur auf das äußere Umfeld und nicht auf Wünsche oder Impulse von einem selbst.

Die Normopathie warnt vor einem sehr konkreten Aspekt. In der Gesellschaft leben viele Normopathen. Es sind Menschen, die sich ihrer Identität nicht sicher sind und nicht daran gearbeitet haben, sich selbst kennenzulernen. Grundsätzlich besteht ihr Lebensziel darin, eine soziale Validierung zu erreichen. Sie möchten ihre Individualität in den Hintergrund rücken, damit sie in das Normale passen. Die Nachahmung dessen, was Menschen in sozialen Netzwerken tun, sagen oder denken, führt sie zu psychischem Gleichgewicht und Ruhe.

Ihre größte Angst besteht darin, abnormal zu sein. Nicht in diese erfundene und unmögliche Form passen zu können, ist für sie äußerst besorgniserregend. Darüber hinaus fühlt sich jeder Normopath melancholisch und leer.

Normopathie ist ungesund

Normopathen möchten, dass andere sie für etwas Besonderes und Einzigartiges halten. Menschen mögen es, wie andere Menschen zu sein und in das zu passen, was „normal“ und erwartet ist. Wenn Menschen sich dazu entschließen, eine eigene Stimme zu haben und nach eigenen Wünschen und Motivationen zu handeln, zeigen dann andere Menschen mit den Fingern.
Normopathen beschäftigen sich jedoch mit nichts. Sie ahmen nur nach, gehorchen und geben nach. Normopathie ist äußerst passiv, was Normopathen dazu veranlasst, unlogische Handlungen zu validieren und zu akzeptieren.

Wie und woran zeigt sich normopathisches Verhalten?

Normopathen sind im Umgang mit anderen Menschen häufig hyperrational und versuchen die Situation mit Fakten und Wissen zu beeinflussen. Die gefühlte Realität ist für Normopathen anders und sie nehmen diese verschwommen wahr. Die Kritiker der neuen Technologie greifen in diesem Punkt ein, da die Wahrnehmungen anderer, der Welt und uns selbst zunehmend durch Computeranwendungen vermittelt werden. Dadurch hat die sprachliche Kreativität durch die Digitalisierung abgenommen.

Ein Normopath hat den Bezug zwischen Sprache und Gefühl vollkommen verloren. Viele Kritiker der Digitalisierung sagen, dass digitale Geräte die zwischenmenschlichen Kontakte und die Kommunikation rauben, in denen das Gehirn größere Verbindungen zwischen Konzepten und Ereignissen herstellen kann. Besonders für Kinder sind diese zwischenmenschlichen Beziehungen und Kommunikation sehr wichtig für das Selbstbewusstsein und das Empathieempfinden. Ein weiteres Merkmal dieser Persönlichkeitssprache ist das horizontale Denken, die Unfähigkeit, Skalen von relativem Wert und Bedeutung zu priorisieren und zu erstellen. Die Personen handeln dann homogen und sie können keine rationalen Entscheidungen mehr treffen.

Der Prozess der Erforschung des Inneren des Menschen und die Anwendung reflektierter Gedanken, um unbewusste Konflikte zu lösen, ist eindeutig zu langsam. Für den Normopathen sind menschliche Gefühle fremd, die eine formelhafte Strukturierung benötigen, um kontrollierbar zu sein.

Warum haben wir Schluckauf? Erklärung, Gründe und Tipps


Schluckauf findet seinen Ursprung im Zwerchfell. Der Muskel trennt die Bauchhöhle von der Brusthöhle und ist entscheidend für die Zwerchfellatmung, umgangssprachlich auch Bauchatmung genannt. Das Brustkorbvolumen vergrößert sich, in dem sich das Zwerchfell nach unten zusammenzieht. Durch den entstandenen Unterdruck welcher Luft in die Lunge einsaugt. Bei Entspannung des Zwerchfells fließt die Luft wieder zurück in die Lunge. Kommt es nun zu einem plötzlichen Verkrampfen des Zwerchfells, schließt sich zwischen den beiden Stimmbändern die sogenannte Stimmritze. Das führt dazu, dass die Luft nicht mehr aus der Lunge strömen kann, sondern an die Stimmbänder stößt. Der entstandene Druck sorgt für das bekannte „Hicks“-Geräusch. Für diesen Zwerchfellreflex sind Nerven in unserem Gehirn zuständig. Sie sitzen im Hirnstamm, im Schluckaufzentrum. Meistens ist es eine Reizung der Zwerchfellnerven, die für einen Schluckauf verantwortlich sind. Der Auslöser dafür kann zu hastigen Schlucken, kalte Getränke oder Speisen sowie sehr heiße Speisen oder Getränke sein. Ebenso Nikotin oder Alkohol können diesen Reiz auslösen.

Die Wissenschaft zum Schluckauf: Warum, Gründe und Erklärung

Über den Schluckauf gibt es in der Wissenschaft verschiedene Theorien. Schon ungeborene Embryos hicksen im Mutterleib, das haben Ärzte bereits herausgefunden. Eventuell deshalb, weil der Atemreflex des kleinen Ungeborenen trainiert werden soll. Andere Mediziner jedoch glauben, das sorgt der Reflex dafür, dass keine Flüssigkeit in die Luftröhre fließen kann. Die Tatsache, dass Kinder deutlich öfter hicksen, ist laut kanadischen Wissenschaftlern deshalb der Fall, weil sie damit Luft aus dem Magen transportieren. Dadurch haben sie die Möglichkeit, mehr Milch von der Mutter aufzunehmen. Einen Sinn für den Schluckauf bei Erwachsenen gibt es laut Ärzten aber nicht. Im Gegenteil: ein Schluckauf wird als sehr unnötig und nervig wahrgenommen.

Das hilft gegen den Schluckauf: Tipps

Für das Beenden eines Schluckaufs gibt es verschiedene Hausmittel. Ein Glas Wasser zu trinken, sich auf den Kopf zu stellen oder ein Löffel Zitronensaft zu trinken gehören zu den häufigsten. Andere schören darauf, an eine rosa Kuh auf der Weide zu denken. Tatsächlich helfen diese Tricks immer wieder. Das liegt daran, dass er Betroffene von seinem Schluckauf abgelenkt wird. Dank der Ablenkung verlangsamt sich die Atmung und das hilft dem Zwerchfell dabei sich zu entspannen. Der Reflex ist im Normalfall nach einigen Minuten wieder weg. Medizinisch behandelt werden muss man dafür nicht.

Wenn der Schluckauf chronisch wird

Ein Schluckauf kann tatsächlich chronisch werden und das bedeutet für den oder die Betroffene tatsächlich unglaubliches Leid. Ärzte sprechen dann von einem chronischen Verlauf, wenn der Schluckauf länger als zwei Tage bleibt. Die genaue Ursache dafür ist selten ausfindig zu machen, aber eins ist klar: er ist sehr belastend und unangenehm und wirkt sich entsprechend auf den gesamten Alltag des Betroffenen aus. Oft kommen damit auch Müdigkeit und Erschöpfung dazu. Die Schlaflosigkeit sorgt für enorme Belastung des Körpers und das Auftreten von Depressionen gilt als nicht selten. Wer an einem chronischen Schluckauf leidet, kann es mit Verhaltens- oder Atemtherapie versuchen. Bleibt die Problematik allerdings auch dann noch bestehen, können muskelentspannende Arzneistoffe dabei helfen, die Reize zu unterdrücken. Zum Arzt sollten Personen dann gehen, wenn der Schluckauf besonders oft und regelmäßig auftritt, er über einen langen Zeitraum bleibt und wenn der Schluckauf begleitet wird mit weiteren Symptomen wie Bauchschmerzen, Gelbsucht, Übelkeit und Sodbrennen. Die Alarmglocken sollten auch dann schrillen, wenn es zudem zu Gewichtsverlust, Schwellungen des Halsbereichs oder Beschwerden wie Erschöpfung und Müdigkeit kommt. Das kann Hinweise auf eine ernstere Krankheit liefern.

Schluckauf kann ernsten Hintergrund haben

Ein Schluckauf kann auch in Kombination mit ernsthaften neurologischen Problemen auftreten – etwa mit einem Schlaganfall. Sind Schwindel, Übelkeit, Sprachstörungen, Sehstörungen und Lähmungserscheinungen die Begleiter von Schluckauf, sollte der Rettungsdienst verständigt werden. In der Regel geht der Hausarzt dem Schluckauf auf die Spur. Dabei gibt es je nach Verdacht verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten. Die Untersuchungen von näheren Gründen des Schluckaufs werden von Neurologen, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, einem Gastroenterologen oder einem besonderen Spezialisten durchgeführt.

Das können Ursachen für einen chronischen und akuten Schluckauf sein

Die häufigsten Auslöser für einen Schluckauf liegen in der Verhaltensweise des Betroffenen, welche das Zwerchfell über die dafür zuständigen Nerven reizt oder Einfluss auf das vegetative Nervensystem haben. Dieses System steuert im Organismus dank meist unwillkürlich ablaufender Funktionen den Kreislauf, die Atmung, die Verdauung und zahlreiche weitere Körperfunktionen. Dabei beeinflusst der sogenannte Vagusnerv die Verdauungsorgane im Bereich von Bauch und Brust sowie die dazugehörigen Bewegungsabläufe. Zu den möglichen Auslösern für einen akuten Schluckauf sind daher zu schnellen oder zu hastigen Schlucken von Speisen oder Getränken. Im Volksmund wird dabei auch vom „Luftschlucken“ gesprochen. Nicht nur heiße und kalte Getränke oder Speisen sind ein Grund, sondern auch der schnelle Wechsel von Wärme zu Kälte oder umgekehrt. Ärzte machen zudem Rauchen oder den Konsum von Alkohol für ein erhöhtes Risiko von Schluckauf aus. Übrigens können auch psychische Einflüsse dazu beitragen, dass ein Schluckauf entsteht. Das kann dank Erschrecken, Aufregung oder Stress auftreten. Tatsächlich sind es aber nicht die Emotionen, die den Schluckauf auslösen, sondern das hastige und unregelmäßige Atmen.

Warum heißen Weisheitszähne „Weisheitszähne“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Weisheitszähne, die Backenzähne, die sich am weitesten hinten im Kiefer befinden, werden formal als dritte Backenzähne bezeichnet. aber ihr Spitzname wird viel häufiger verwendet. Wie kam es zu diesem Spitznamen? Haben diese Zähne etwas mit Weisheit zu tun? Werfen wir einen Blick auf den Ursprung und die Geschichte des Namens „Weisheitszähne“.

Warum heißen Weisheitszähne „Weisheitszähne“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Weisheitszähne sind der dritte und letzte Satz von Backenzähnen, die Menschen in ihren späten Teenagern oder frühen Zwanzigern bekommen. Der Name der Weisheitszähne hängt vom Alter der Heranwachsenden ab, da sie jetzt klüger, reifer und weiser sind, als sie ihre Milchzähne bekommen haben. Weisheitszähne hießen im 18. und 19. Jahrhundert Zähne der Weisheit.

So intelligent und allwissend sie auch klingen mögen, Weisheitszähne sind häufig überflüssig. Oft werden Sie feststellen, dass Weisheitszähne dazu neigen, schief oder falsch ausgerichtet zu sein. Dies führt daszu, dass zu viele Zähne auf einem zu kleinen Kieferknochen wachsen und kann sogar zu einer Schädigung der umgebenden Nerven führen. In einigen Situationen können Weisheitszähne beeinträchtigt werden, was bedeutet, dass der Zahn das Zahnfleisch nur teilweise durchbrechen kann. Stellen Sie sich vor, Sie versuchen durch das Fenster zu klettern und bleiben auf halber Strecke stecken. Betroffene Weisheitszähne sind sehr anfällig für Infektionen und führen häufig zu Schmerzen. Als ob das nicht genug wäre, sind betroffene Zähne auch anfällig für Karies und Zahnfleischerkrankungen.

Siehe auch: Warum wir überhaupt Weisheitszähne haben, erfährst du hier.

Warum besitzen wir überhaupt Weisheitszähne?

Weisheitszähne sollen uns helfen, Nahrung zu kauen und den Rest unserer Zähne effizienter zu machen. Allerdings wachsen die Weisheitszähne selten gerade, besonders nicht alle vier zugleich. Die Kieferknochen sind im Vergleich zu vor ein- bis zweihundert Jahren geschrumpft. Die Größe der Zähne blieb aber gleich groß. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Menschen mit einem kleineren Gebiss Probleme mit den Zähnen bekommen, insbesondere mit den Weisheitszähnen, da diese erst später wachsen.

In solchen Fällen ist es oft notwendig, die Weisheitszähne zu entfernen. Wie Sie sich vorstellen können, lassen sich einige Weisheitszähne nur schwer entfernen als andere. Die Platzierung und der Winkel des Weisheitszahns sind wichtige Aspekte für die Entfernung. Es gibt einige Möglichkeiten, wie ein Zahnarzt einen störenden Weisheitszahn entfernen kann. Wenn der Zahn vollständig freigelegt ist, kann der Zahnarzt ihn auf ähnliche Weise wie jeden anderen Zahn entfernen. Wenn der Zahn schäg gegen einen anderen Zahn wächst, muss er möglicherweise Stück für Stück operativ entfernt werden.

Fast 85% der Erwachsenen müssen ihre Weisheitszähne entfernen, um Zahnprobleme zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben zu beheben. Für Patienten ist es äußerst wichtig, einen Zahnarzt zu wählen, der ihnen die bestmögliche Pflege bietet und über langjährige Erfahrung verfügt.

„Weisheitszähne“: Ursprung des Namens und Namensherkunft

Die vier Weisheitszähne wachsen nicht vollständig oder in der richtigen Position. Eine Person, bei der alle vier richtig eingewachsen sind, ist ungewöhnlich, da unsere Kieferknochen seit der Zeit, als die Weisheitszähne für unsere Vorfahren funktionierten, kleiner geworden sind. Bedeutet dies, dass Menschen, die sie in einer ausgerichteten Position vollständig anbauen, klüger sind als andere Menschen?
Nein, es gibt keine Assoziation zwischen den Zähnen selbst und der Weisheit. In der heutigen Zeit brauchen wir keine Weisheitszähne mehr und sie neigen dazu, häufig schräg zu wachsen. Aus diesen Gründen und aufgrund schwieriger Symptome, die mit ihrem Wachstum verbunden sind, werden sie häufig entfernt.

Anstatt eine direkte Verbindung zu der Menge an Weisheit zu haben, die eine Person besitzt, stammt der Name aus dem allgemeinen Alter der Menschen, in denen Weisheitszähne auftauchen. Dies sind die letzten Zähne, die hereinkommen. Während der Rest der Zähne in der Kindheit kommt, zeigen sich Weisheitszähne im Alter von 17 bis 25 Jahren. Da eine Person älter und vermutlich reifer ist, wenn diese Zähne wachsen, verbindet man dies mit der „Weisheit“.

Linguisten sind diejenigen, die festgestellt haben, dass der Ursprung des Namens mit dem späten Alter zusammenhängt, in dem diese Zähne auftauchen. Eine Theorie besagt, dass der Begriff möglicherweise von dens sapientiae stammt, wobei der lateinische Begriff „Weisheitszähne“ bedeutet. Wissenschaftler haben zu diesen Ideen mit ihrem Wissen beigetragen, dass das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns bis in die Pubertät andauern. Die vereinbarte Vorstellung ist, dass Menschen 25 Jahre alt sind, wenn sich ihr Gehirn entwickelt hat. Das Gehirn und die Weisheitszähne reifen also ungefähr in der gleichen Altersgruppe.

Geschichte des Begriffs „Weisheitszahn“

Im 17. Jahrhundert wurden diese Zähne „Zähne der Weisheit“ genannt, eine frühe Form des heutigen Namens. Der Name „Weisheitszähne“ entstand angeblich im neunzehnten Jahrhundert. Aristoteles schrieb: „Die letzten Zähne, die beim Menschen auftreten, sind Backenzähne, die als „Weisheitszähne“bezeichnet werden und bei beiden Geschlechtern im Alter von zwanzig Jahren auftreten.“

Die Assoziation zwischen dem Begriff und den modernen Jahrhunderten könnte von der industriellen Revolution des 18. Jahrhunderts bis zum 19. Jahrhundert gekommen sein, als die Menschen anfingen, mit verarbeiteten Lebensmitteln anders zu essen, und die Molarenbelastung häufig auftrat.
Weisheitszähne beziehen sich also nicht wirklich auf Weisheit – abgesehen davon, dass Menschen im Allgemeinen klüger sind, wenn diese Zähne wachsen.

Was bedeutet Overthinker? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Overthinker“ ist ein relativ neues Wort in unserem Sprachgebrauch. Generell werden Menschen so bezeichnet, welche selbst über kleinste Nuancen in Sprache, Haltung oder Emotionen ihres Gegenübers (und manchmal auch ihrer selbst) nachdenken und einen tieferen Sinn in diesen Dingen erkennen wollen.

Was bedeutet Overthinker? Bedeutung, Definition, Erklärung

Mittlerweile sind laut einer Studie der Universität Michigan etwas mehr als 70% aller Erwachsenen zwischen 25 und 35 Jahren Overthinker. Sie geben an, sich lange und ausgiebig mit kleinen und großen Dingen ihres Alltags und der Umwelt zu befassen. Von den Studienteilnehmern waren mehr Frauen als Männer von diesem Phänomen betroffen.

Auf den ersten Blick scheint Overthinking gar kein Problem zu sein. Lange und ausgiebig über etwas nachzudenken ist ja auch eigentlich eine gute Sache. Immerhin fallen einem mit mehr Zeit auch mehr Lösungen ein, und man kann Dinge von verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Doch spätestens, wenn sich dies in stetiges Grübeln wandelt und man sich nur noch auf die möglichen negativen Auswirkungen konzentriert, gerät es in negative Bahnen.

Overthinker werden quasi zu Sklaven ihrer Gedanken und sind gefangen in einer Negativschleife. Eine kleine, unbewusste Handlung ihres Gesprächspartners kann zu angestrengtem Nachdenken führen, ob dieses oder jenes Verhalten eine Bedeutung hat und welche das sein könnte. War die fahrige Handbewegung eigentlich abwertend gemeint? Ist der Andere böse auf mich? Seht auf mich herab? Oder war die Geste eine Aufforderung an mich, die ich nicht verstanden habe? Wurde der Gesprächspartner somit enttäuscht? Die negativen Gedanken türmen sich zu einem Berg auf, der positive Einflüsse irgendwann ersticken kann.

Die gute Nachricht: eine so entstandene Gefühlswelt lässt sich durch das Bewusstwerden seiner Gedankenroutine wirksam reduzieren oder auch ganz beseitigen. Schnell und auf Knopfdruck lassen sie sich nicht abschalten. Versucht man dies mit aller Kraft, ist meist das Gegenteil der Fall. Erinnern Sie sich an das alte Beispiel: „Denken Sie für einen Tag nicht an blaue Elefanten!“ Indem Sie sich zur Vermeidung zwingen, stuft das Gehirn die Grübeleien erst recht als Bedrohung ein. Es beginnt, sie vor dieser „Gefahr“ zu warnen, indem es Sie immer wieder darauf aufmerksam macht. In Folge kommt es oft zu Schlaflosigkeit bei Nacht und nervöser Unruhe während des Tages. Die meisten Leute können mit Gedanken schnell abschließen, Overthinker benötigen oft Unterstützung ihres Umfeldes oder manchmal gar ärztliche Hilfe.

Woran erkennt man einen Overthinker?

Wie schon erwähnt sind Menschen mit Overthinking-Syndrom von negativen intrusiven Gedanken erfüllt. Sie erscheinen oft depressiv und sehen mögliche Folgen eines Tuns negativ, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit eines negativen Auskommens gering ist. „Aber was ist, wenn…“ ist eine häufige Antwort, wenn Sie es mit einem Betroffenen zu tun haben. Natürlich ist nicht jeder, der etwas negatives denkt, gleich ein Overthinker, aber Letzteren fällt immer etwas Negatives zu präsenten Dingen und Handlungen ein. Sie leben in ständiger Furcht, dass etwas Unerwünschtes passiert. Sie analysieren ständig die Situation, in der sie sich befinden oder in die sie geraten mögen, und sie kommen oft auf eigentlich geklärte Themen zurück. Da ihnen ihre Gedanken oft benötigte Ruhephasen rauben, wirken betroffene Menschen oft matt, antriebslos und müde. Projekte, an denen sie arbeiten, werden mit zeitlicher Versäumnis fertig, da sie Angst vor negativen Reaktionen ihrer Mitmenschen haben. Sie entwickeln oft einen negativen Perfektionismus, eine Arbeit oder eine Kreation so gut wie irgend-möglich abzuliefern. Doch selbst das beste Ergebnis ist nicht gut genug, um nicht doch Kritik auszulösen.

Was kann man gegen Overhinking tun?

Glauben Sie, einen Overthinker in Ihrem Umfeld erkannt zu haben? Hören Sie ihm erst einmal gut zu und eruieren, welches Thema ihm momentan am meisten zusetzt. Die andere Person ernst zu nehmen, ist hier wichtig. Floskeln wie „Ist doch nicht so dramatisch“ oder „Man kann sich aber auch anstellen“ sind eher kontraproduktiv. Wägen Sie jedes Argument ab und versuchen Sie, die negativen Gedankengänge mit positiven „abzufedern“ oder positive Gegenpunkte aufzustellen. Untermauern Sie diese ruhig und sachlich, ohne drängende Forderungen zu stellen. Auch Ablenkung von den Gedanken ist hilfreich. Schon ein Spaziergang an der frischen Luft oder ein Plausch in einem Café kann Ihrem Bekannten zu mehr Gelassenheit verhelfen. Dennoch sollten Sie argumentativ auf ihn eingehen. Geben Sie Beispiele, setzen Sie aber auch klar einen Schlussstrich. Erklären Sie ein oder zwei Mal Ihre Meinung und lassen Sie Nachfragen zu. Aber wiederholtes Nachfragen und „Ja aber…“ sollten Sie unterbinden. Lenken Sie das Gespräch dann auf ein anderes Thema.

Was kann ich denn tun, wenn ich selbst betroffen bin?

Erkenntnis ist auch hier der erste Schritt zur Besserung. Finden Sie, dass sie zu viel und oft über ein Thema und dessen mögliche negativen Auswirkungen nachdenken, so ist das schon ein erster Schritt.
Versuchen Sie, diese Überlegungen zu erfassen. Sehen Sie, wie viel Zeit Sie mit diesen verbringen.
Das beste Gegenmittel ist, Fakten für positive Auswirkungen zu finden und sich darauf zu konzentrieren. Ebenso ist es von enormer Wichtigkeit, Struktur in die Gedankenprozesse zu bringen. Konzentrationsübungen helfen, sich auf Wichtiges und Prioritäten zu fokussieren. Schreiben Sie auf, welche Gedanken Sie sich schon gemacht haben und zu welchen Ergebnissen Sie gekommen sind. So lassen sich Wiederholungen vermeiden. Ziehen Sie einen engen Freund oder Bekannten hinzu und teilen Sie ihm mit, was Sie bedrückt. Der Blick aus einer anderen Perspektive wirkt sich meist positiv aus. Ein weiteres Hilfsmittel ist Ablenkung. Nehmen Sie sich aus der negativen Gedankenspirale heraus. Unterbrechen Sie sie durch eine Tätigkeit, die Ihre Aufmerksamkeit erfordert und Freude bringt. Sportliche Aktivitäten wirken sich hier optimal aus, genauso wie Tätigkeiten, welche hohe Konzentration benötigen. Ein Puzzle lösen, Kreuzworträtsel, Modellbau oder selbst ein Computerspiel sind nur einige Beispiele. Sollte all das nicht helfen, sollten Sie sich professionelle, psychologische Hilfe holen. Reden Sie mit Ihrer Krankenkasse über das Problem, meist wissen deren Mitarbeiter schnell, wo Sie sich Rat holen können. Geschulte Psychologen sind in der Lage, Ihre Probleme zu erfassen und mit Ihnen Lösungen zu erarbeiten.

Was ist Faktenresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung


Faktenresistenz ist das Phänomen, dass Menschen erwiesene Fakten ignorieren. Indem sie diese ausblenden, glauben sie unter anderem an Verschwörungstheorien oder leugnen den Klimawandel bzw. – ganz aktuell (2020) – die Gefahr durch Corona. Davon sind auch durchaus sehr gebildete und intelligente Personen betroffen.

Was ist Faktenresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung

Psychologen erklären sie damit, dass viele Menschen weniger die Wahrheit hören, sondern eher sich ihrer Identität versichern möchten. Diesen Schluss lassen jedenfalls sozialpsychologische Studien zu. Mit deren Ergebnissen befasst sich beispielsweise die jährliche Konferenz der „Society for Personality-and Social Psychology“. Die dort versammelten Fachleute konstatieren zum Thema Faktenresistenz immer wieder, dass viele Menschen Fakten regelrecht meiden, um ihre eigenen Überzeugungen zu schützen. Diese Überzeugungen können religiöser, politischer und ganz persönlicher Natur sein. Fakten werden daher nur selektiv wahrgenommen: Menschen wählen diejenigen Fakten aus, die in ihr Weltbild passen, während sie die nicht passenden Fakten ausblenden. Das ist dann die Faktenresistenz. Der gesamte psychologische Vorgang heißt Bestätigungstendenz (engl. confirmation bias), er wird seit den 1960er-Jahren erforscht. Die Bestätigungstendenz führt dazu, dass Informationen so interpretiert werden, dass sie zum eigenen Weltbild passen. Dieser Vorgang verläuft überwiegend unbewusst.

Ist den Betroffenen ihre Faktenresistenz bewusst?

Nein. Sie halten die Andersdenkenden für faktenresistent und sich selbst für „neutral informiert“. Damit leben sie in einer durch sie selbst (oder ihre gleichgesinnte Community) konstruierten Filterblase, was sie objektiv nicht bemerken. Wiederum ist ein einfacher psychologischer Mechanismus dafür zuständig: Menschen müssen über die sie umgebende Welt Hypothesen aufstellen, sonst kämen sie bei all den objektiv vorhandenen Unsicherheiten nicht mehr zurecht. Um nun mit den entworfenen Hypothesen als Arbeitsgrundlage operieren zu können, ziehen sie die passenden Fakten als Hilfestellung heran und blenden die unpassenden Fakten aus. Das ist leichter und damit psychologisch effizienter als das ständige Verwerfen und Neuentwickeln von Hypothesen.

Wann wird Faktenresistenz gefährlich?

Wenn eine Person prinzipiell zum Starrsinn neigt, wird sie ihre Hypothesen von vornherein sehr stark an den eigenen Überzeugungen ausrichten. Das ist komfortabel, während eine Falsifizierung wegen neuer Fakten die gewohnte Welt zusammenbrechen lassen könnte. Im Alltag kann das dennoch harmlos bleiben. Gefährlich wird es, wenn die betreffende Person beispielsweise zu den Impfgegnern gehört und daher sich und ihren Kindern eine vielleicht dringend notwendige Impfung verweigert. Eine andere Gefahr ergibt sich, wenn die betreffende Person sehr viel Einfluss hat. Die Faktenresistenz des US-Präsidenten Donald Trump gegenüber den Daten, die den menschengemachten Klimawandel belegen, führte zum Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen. Seine Faktenresistenz gegen die Gefahren der Corona-Pandemie führte zur unzähligen Toten in den USA, weil er nicht schnell genug die Vorbereitung des US-Gesundheitssystems auf die Pandemie vorantrieb.

Faktenresistenz: Werte statt Zahlen

Die kognitive Tendenz zur Faktenleugnung lässt uns nach den Worten des US-Forschers Matthew Hornsey (University of Queensland) „wie ein Anwalt denken“. Das bedeutet: Sollten uns für zwei konträre Positionen gleich viele und gleich bedeutende Fakten zur Verfügung stehen, wählen wir diejenigen, die zu unserer Position passen. So würde auch ein Anwalt vor Gericht argumentieren. Das bedeutet auch, dass er seine Position beharrlich verteidigt, denn schließlich will er seinen Fall gewinnen. Daher nutzt es nichts, Klimaskeptiker, Impfgegner oder Corona-Leugner mit Fakten umstimmen zu wollen. Sie verteidigen ihre Position und damit ihre heiligen Werte. Daher werden sie zu unseren Fakten andere, gegensätzliche Fakten ins Feld führen.

Welchen evolutionären Vorteil hat die Faktenresistenz?

Es ist in der Tat die Frage, wieso unser Gehirn so ausgestattet ist, dass es einigermaßen sicher belegte Fakten leugnen kann. Der Psychologe Dan Kahan (Yale University) hat die These aufgestellt, dass dieser Mechanismus dem Schutz unserer Identität dient. Diese aber ist nach den Worten des Forschers das Kostbarste, das wir besitzen. Wir arbeiten lebenslänglich daran, was eine hohe psychische Leistung erfordert. Auch ganz real leisten wir für unsere Identität. Stellen wir uns eine Person vor, die in Armut aufgewachsen ist und diese im Verlaufe ihres Lebens durch harte Arbeit überwinden konnte. Die Person wurde in den 1960er-Jahren geboren und war um das Jahr 2000 herum in der Lage, sich Luxusautos zu gönnen. Diese bestätigten ihr ihre neue, hart erworbene Identität: Sie gehört nun zur gut verdienenden Mittelschicht und hat das Stigma der Armut überwunden. Kurz darauf traten massiv die Klimaschützer auf den Plan, sodass unsere Person ab dem Jahr 2019 wegen ihrer jüngsten Errungenschaft, einem stark motorisierten SUV, massiv und mit Verweis auf den Klimawandel angefeindet wurde. Was bleibt ihr übrig, als sich in die Faktenresistenz zu flüchten? Ansonsten wäre ja der eigene Lebensweg ein grandioser Irrtum! Also leugnet diese Person den Klimawandel und fährt weiter trotzig den SUV, der im Drittelmix 15 l/100 km verbraucht.

Faktenresistenz und Bildung

Wie eingangs schon erwähnt schützen Bildung und Intelligenz keinesfalls vor Faktenresistenz. Im Gegenteil: Gerade intelligente und gebildete bzw. zur Bildung und Faktensammlung befähigte Menschen biegen sich die Fakten gern zurecht und tendieren daher bisweilen sehr stark zur Faktenresistenz. Der US-amerikanische Pandemie-Berater Anthony Fauci kann seit dem Jahr 2020 ein Lied davon singen: Sein Präsident Donald Trump und etliche Corona-Leugner in der US-Bevölkerung machen ihm das Leben wahrhaft schwer. Den betreffenden Bevölkerungsgruppen attestiert der international anerkannte Experte Fauci eine „wissenschaftsfeindliche Voreingenommenheit“, ihre Vorurteile nennt er „schier unfassbar“. Sozialforscher und Psychologen wiederum sind über Faucis Entsetzen erstaunt, denn schon länger gibt es die „Anti-Wissenschafts-Voreingenommenheit“ als etabliertes Forschungsgebiet. Dieses untersucht Phänomene wie

  • die Leugnung des Klimawandels,
  • die Verteufelung von Impfstoffen,
  • die Diskussionen zu chloriertem oder fluoridiertem Trinkwasser,
  • die Verharmlosung der Gentechnik und neuerdings
  • die Leugnung der Corona-Gefahren.

Erwiesen ist, dass sich Faktenresistenz umso stärker etablieren kann, je mehr handfeste Fakten eine Ideologie bedrohen. Dann setzt das „Motivated Reasoning“ ein, also das motivierte Denken, das Denkprozesse unbewusst in die ideologisch erwünschte Richtung lenkt. Paradoxerweise funktioniert dieser Mechanismus mit steigender Bildung der betreffenden Personen immer zuverlässiger, wie eine Metastudie des Jahres 2015 belegte. Daher ist Faktenresistenz mit Faktenargumenten keinesfalls aus der Welt zu schaffen.

Was bedeutet „Nomophobie“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei dem Wort „Nomophobie“ handelt es sich um ein sogenanntes „Kunstwort“, welches im Allgemeine die Angst vor einer Nichterreichbarkeit über das beliebte Smartphone beschreibt. Es handelt sich bei dem Kunstwort „Nomophobie“ um ein englisches Wort, welches die Abkürzung für „No-Mobile-Phone-Phobia“ ist. Übersetzt bedeutet dies in etwa „Angst, kein Mobiltelefon zu haben“. Im Jahr 2012 ergab eine britische Studie, dass rund 66 Prozent alle Briten Angst davor hätten, nicht über das Mobiltelefon erreichbar zu sein.

Dieses Verhalten ist jedoch nicht nur in Großbritannien weit verbreitet, auch in Deutschland sind immer mehr von der Nomophobie betroffen. Insbesondere Smartphone-Nutzer zwischen 18 und 25 Jahren sind besonders stark davon betroffen. Bei einer bestehenden Nomophobie nehmen Nutzer das Smartphone sowohl mit ins Bett als auch mit auf die Toilette. Sie können das Smartphone kaum aus der Hand legen. Eine Nomophobie konnte bis jetzt mehr bei Frauen als bei Männern nachgewiesen werden.

Wer ist von einer Nomophobie betroffen?

In erste Linie handelt es sich bei Nomophobie-Betroffenen um Smartphone-Besitzer. Im Gegensatz zu älteren Handys werden Smartphones längst nicht mehr nur zum Telefonieren oder um Textnachrichten zu versenden genutzt. Mit einem Smartphone kann der Nutzer sowohl telefonieren, simsen, spielen und fotografieren sowie mithilfe des Internets überall chatten und die sozialen Netzwerke aufsuchen. Diese Funktionen kann der Nutzer mittels seines Smartphones überall und jederzeit nutzen, zudem nimmt diese technische Errungenschaft im Alltag eine wichtige Rolle ein.

Was sind die Ursachen für eine Nomophobie?

Eine bestehende Nomophobie erkennt man ganz leicht daran, dass der Nutzer sein Smartphone exzessiv nutzt und eine gewisse Abhängigkeit vorliegt. Der Nutzer, mit dem nomophoben Verhalten, möchte auf gar keinen Fall wichtige Informationen verpassen und stets auf dem Laufenden gehalten werden. Dabei lässt sich leicht erkennen – je häufiger das Smartphone genutzt wird, desto größer wird die Abhängigkeit davon. Verliert ein Smartphone-Besitzer nun sein Gerät, befindet sich kurzzeitig in einem Funkloch oder weist das Gerät einen leeren Akku auf, geraten viele Nutzer in Panik. Ein subjektiv verschobenes sowie übertriebenes Angstempfinden ist die Folge.

Die Angst davor, mit seiner Familie sowie seinen Freunden nicht im permanenten Kontakt stehen zu können, ist die häufigste Ursache für eine Nomophobie. Die Verlustangst des Mobiltelefons wird bei vielen Nutzern allein durch die Vorstellung daran verstärkt. Jedoch ist diese Angst nicht bei allen Nomophobikern die Ursache für ihre Erkrankungen. Einige entwickeln eine Nomophobie, weil sie Angst haben nicht mehr schnell genug reagieren zu können – ganz gleich in welcher Lebenslage sie sich befinden.

Angetrieben werden Betroffene der Nomophobie in der Regel von dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, der vorhandenen inneren Leere oder sogar von der Angst vor vermeintlicher Einsamkeit. Die Betroffenen entwickeln eine wahre Abhängigkeit von ihrem Smartphone und meinen, sie wären nicht mehr im Stande dazu ihren Alltag optimal zu meistern.

Die typischen Verhaltensweise bei einer Nomophobie

  • Stress bei einem ausgeschaltetem Smartphone
  • Entzugserscheinungen wie Ängste, Panikattacken, Nervosität oder Depressionen bei einer ungewollten Nichterreichbarkeit
  • Gier sowie Drang nach dem Mobiltelefon
  • Herzrasen, Schweißausbrüche sowie Zittern, wenn das Smartphone nicht funktioniert

Neben diesen typischen Verhaltensweisen fühlen sich viele auch „nackt“, wenn das Smartphone nicht zur Verfügung steht oder wenn es sich „alleine“ zu Hause befindet.

Insbesondere, wenn der Smartphone-Nutzer sein Verhalten im Bezug auf das Mobiltelefon nicht mehr kontrollieren kann und sein unkontrolliertes Verhalten selbst nicht wahrnimmt, liegt eine Nomophobie vor. Eine Nomophobie geht meist gemeinsam mit einer Sucht nach dem Internet einher. Neben dem Konsum von sozialen Kontakten, können eben auch zu jeder Zeit Fragen beantwortet und Probleme gelöst werden.

Damit dieser Kommunikationsverlust bei Nomophobikern nicht eintritt, versuchen viele die nachfolgenden Punkte zu umgehen:

  • Das Smartphone darf niemals ausgeschaltet werden.
  • Das Smartphone muss sich stets nah am Körper befinden, sodass man es nicht verlieren kann.
  • Ein zweites Smartphone fungiert als Ersatz, falls das erste abhanden kommt

Wann tritt eine Nomophobie auf?

Die Nomophobie tritt meist dann auf, wenn das Risiko besteht nicht mehr über das Smartphone erreichbar zu sein. Des Weiteren tritt sie auf, wenn ein mangelnder Informationsaustausch bevorsteht oder ein niedriges Guthaben sowie ein geringer Akkustand, dafür sorgen könnten, das ein Smartphone vermeintlich unbrauchbar wird. Eine mangelnde Funk- oder Internetverbindung kann selbstverständlich auch eine Nomophobie hervorrufen.

Tritt eine dieser Situation ein, legt der Smartphone-Nutzer sein Gerät nicht mehr aus der Hand. Stimmt etwas mit der Funk- oder Internetverbindung nicht, blickt der Betroffene permanent auf sein Handy, damit er sofort erkennt, wenn das Gerät wieder vollfunktionsfähig ist.

Verliert der Nomophobiker aber nun sein Smartphone, wird die Panik besonders extrem. Die Folge ist der absolute Kommunikationsverlust. Es tritt also genau das ein, was der Nomophobiker auf jeden Fall vermeiden will. Allein der Gedanke an einen Verlust des Smartphones kann bei vielen zu Angstschüben führen.

Was hilft gegen eine Nomophobie?

Besteht eine Nomophobie muss der Betroffene dies erst einmal erkennen, danach folgt die Konfrontation mit der größten Angst – der Unerreichbarkeit über das Smartphone. Der Betroffene muss sich dieser Unerreichbarkeit stellen und das Smartphone zu geregelten Zeiten ausschalten. So kann die Sucht nach dem Smartphone langsam besiegt werden, denn der Betroffene wird langfristig merken, dass ein Leben ohne Mobiltelefon möglich ist.

Des Weiteren sollte das Mobiltelefon häufiger ausgeschaltet, auf lautlos gestellt oder einfach verstaut werden. Dies führt dazu, dass sich der Betroffene daran gewöhnt, nicht permanent auf sein Smartphone zu schauen und die Angst vor dem Kommunikationsverlust langsam immer kleiner wird.

Was ist der Rezenzeffekt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Rezenzeffekt ist das psychologische Phänomen, dass wir eine später aufgenommene Informationen stärker gewichten als eine frühere. Das geschieht allerdings nicht permanent: Es gibt auch das Gegenteil, nämlich den Primäreffekt. Dabei wird die frühere Information stärker gewichtet. Der Volksmund kennt beide Effekte sehr gut und hat für sie die passenden Sprichwörter parat:

  • Rezenzeffekt: „Der letzte Eindruck bleibt.“
  • Primäreffekt: „Der erste Eindruck entscheidet.“

Wie kommt es zum Rezenzeffekt? Bedeutung, Erklärung, Definition

Wie erwähnt ist der Rezenzeffekt kein Automatismus. Daher ist zu hinterfragen, in welchen Situationen und durch welche Art von Informationen er auftritt. Ganz offenbar ist die später aufgenommene Information, die wir als maßgebend bewerten,

  • richtiger als die frühere,
  • wichtiger als die frühere oder
  • besser zu erinnern als die frühere.

Der Rezenzeffekt betrifft das Kurzzeitgedächtnis. Dieses sortiert, was später ins Langzeitgedächtnis gelangt. Die klassische Psychologie unterscheidet sogar drei Gedächtnisarten, wobei diese Unterscheidung nur schematisch zu verstehen ist:

  • Das Ultrakurzzeitgedächtnis entscheidet in bis zu 12 Sekunden, was ins Kurzzeitgedächtnis gelangt.
  • Das Kurzzeitgedächtnis entscheidet in bis zu zwei Minuten, was ins Langzeitgedächtnis gelangt.
  • Das Langzeitgedächtnis behält die Informationen dauerhaft.

Wir wissen alle, dass dies nur ein Schema ist, von dem es diverse Abweichungen gibt. Es lässt sich aber mit dem Modell gut arbeiten. Beim Rezenzeffekt entscheidet nun offenkundig das Kurzzeitgedächtnis darüber, eine im Abstand von bis zu zwei Minuten (in selteneren Fällen auch länger) später aufgenommene Information als bedeutsamer gegenüber der früheren Information einzustufen und die frühere daher nicht ins Langzeitgedächtnis aufzunehmen.

Was hat der Rezenzeffekt für einen Sinn?

Der Rezenzeffekt unterstützt unsere Gedächtnisökonomie. Wir können und sollen uns nicht alles merken. Stellen wir uns einfach vor, wir würden uns jedes erblickte Nummernschild im Straßenverkehr merken. Was sollen wir mit dieser Information anfangen? Doch wenn wir in einen Unfall verwickelt werden, könnte es sein, dass wir uns das nur kurz erblickte Nummernschild des Unfallgegners durchaus gut merken. Das Rezenzgedächtnis bewertet also die Informationen nacheinander und merkt sich die spätere, wenn sie wichtiger erscheint.

Rezenzeffekt: Folgen für unser Erinnerungsvermögen

Die Folgen sind hinsichtlich der Gedächtnisökonomie oft positiv, sie können aber auch negativ sein. Wenn beispielsweise ein Personalchef nacheinander zehn Bewerbungen kurz überfliegt, könnte er die erste (vielleicht interessante) vergessen haben, wenn er bei der letzten angekommen ist. Der Rezenzeffekt verleitet ihn aber zum schnellen Vergessen der früheren Informationen, weil sein Kurzzeitgedächtnis dadurch mehr Kapazität für die letzte Information hat. Für Nahrungsmittel wurde in einer 2014 durchgeführten Studie nachgewiesen, dass wir uns beim Essen am besten an den letzten Bissen erinnern und von diesem unser Urteil über das gesamte Essen ableiten. Daher ist der Nachtisch süß. Im Marketing transportiert man die wichtigste Werbebotschaft zuletzt. Auch der CtA (Call to Action) kommt am Schluss eines Werbetextes. Ein Verkäufer festigt seinen Vertragsabschluss mit abschließenden gewichtigen und motivierenden Argumenten. Die Polizei kennt den Rezenzeffekt von Gegenüberstellungen und Zeugenbefragungen. Sie weiß, dass er zu Erinnerungs- und Beurteilungsfehlern führen kann.

Rezenz- vs. Primäreffekt: Bedeutung

Nun hatten wir eingangs schon festgestellt, dass es neben dem Rezenz- den völlig gegenteiligen Primäreffekt gibt. Die beiden oben zitierten Sprichwörter widersprechen sich komplett. Es verbietet sich daher, einem von beiden Effekten einen pauschalen Vorrang einzuräumen. Vielmehr gilt es zu untersuchen, unter welchen Bedingungen der eine oder andere Effekt überwiegt. Ganz offenkundig kann der stärkere Eindruck entscheidend sein, es kann aber bei motivational sehr ähnlichen Eindrücken auch der Zeitablauf entscheiden. Möglicherweise sind wir am Anfang oder am Ende einer Informationsaufnahme eher zu einer Gedächtnisleistung bereit. Darüber hinaus können sich die Informationen gegenseitig hemmen, und zwar als proaktive Interferenz (frühere Information hemmt spätere) und ebenso als retroaktive Interferenz (spätere Information hemmt frühere). Sportler und Musiker kennen diese Effekte und erlernen bestimmten Abläufe stets im Kontext.

Warum knurrt der Magen? Woher kommt das Magenknurren? Erklärung, Hintergrund


Magenknurren wird oft im Zusammenhang mit Hunger angeführt. Allerdings meldet sich der Magen auch, wenn gerade erst gegessen wurde.
Der Magen-Darm-Trakt ist ständig in Bewegung. Hier ziehen sich Magen, die Speiseröhre und der Darm zusammen und dehnen sich wieder auch wieder aus. Diese wellenartige Daueraktivität nennen Ärzte ‚Housekeeping‘, denn diese hält den Verdauungstrakt ordentlich und auch sauber. Magensäfte, der Speisebrei, Absonderungen der Galle und der Bauchspeicheldrüse werden auf diese Art stetig verarbeitet und transportiert.

Was ist Magenknurren? Bedeutung, Erklärung

Das Magenknurren zumeist ein Zeichen für Hunger. Doch auch bei einem leeren Magen finden Magen- und Darmbewegungen statt, die die Verdauung anregen.

Solche Bewegungen können sich auch wie das Ein- und Ausatmen vorgestellt werden, denn hierbei werden Speiseröhre, Magen und Darm zusammengezogen und auch wieder entspannt. Diese Vorgänge dienen auch dazu, den Verdauungstrakt in Gang zu halten. Hierbei können auch Speisereste, welche nicht transportiert werden, können zu schweren Infektionen führen.

Haben Menschen nun schon einige Stunden keine Kost mehr zu sich genommen, befinden sich lediglich Luft und Magensaft im Magen. Sie werden wegen der Bewegungen im Verdauungstrakt umhergewirbelt und lassen auf diese Weise das Knurren des Magens entstehen. So verstärken sich die Magengeräusche oft, wenn Menschen auch Essen riechen oder sehen, das diese sehr gerne essen. In solchem Fall erhält der Verdauungstrakt die Information vom Gehirn, dass jetzt Essen kommt, was die Bewegungen und auch die Magengeräusche verstärkt.

Das Magenknurren bei leerem Magen (Hunger)

Oftmals tritt das Magenknurren auf, wenn Menschen schon länger keine Kost zu sich genommen haben. In solchem Fall ist der Inhalt des Magens sehr dünnflüssig und er vermischt sich die vorhandene Luft mit jener Flüssigkeit und so entstehen die charakteristischen Knurrgeräusche. Der Magen selbst wirkt herbei als Klangkörper.

Ist nun aber dem Magen über viele Stunden keine Nahrung zugeführt worden, entwickelt dieser sich zum leeren Klangkörper. In seinem Hohlraum steckt sehr viel Luft. Wenn nichts anderes mehr in diesem Organ ist und sich die Wände daher auch weiter zusammenziehen und erschlaffen, gerät die Luft in Schwingung, ähnlich wie wenn in ein Horn geblasen wird. Dies ergibt Magenmusik, nämlich das Knurren.

Der Magen ist ein Muskel mit zwei wesentlichen Aufgaben. Der Speisebrei wird mit Magensäure vermischt und dann in wellenförmigen und regelmäßigen Bewegungen weitertransportiert. Dieser zieht sich zusammen und entfaltet sich auch wieder.

Wenn der Magen nun leer ist, schwingt die vorhandene Luft statt der Nahrung hin und her. So sind dann die Grummelgeräusche zu hören. Weil diese Geräusche auch im Bereich des Dünndarms zu hören sind, hat ein gewisser Teil des Dünndarms den Beinamen Knurrdarm.

Magenknurren bei gefülltem Magen

Wer nun ein verlockendes Essen riecht oder auch nur an das Leibgericht denkt, versetzt Darm, Magen und die Luft reflexartig in eine Schwingung und erhöht so die Magengeräusche. Wer es hingegen schafft, an etwas anderes zu, kann den Körper ein Stück überlisten und den Geräuschpegel und die Verdauungsbewegungen absenken.“

Der Magen gibt zudem auch Geräusche von sich, wenn gerade Nahrung zu sich genommen wurde. In einem solchen Fall hat der Inhalt schon eine breiige Konsistenz. Das Grummeln ist dann jedoch nicht so stark ausgeprägt wie bei dünnflüssigem Mageninhalt, allerdings ist auch die Verarbeitung der Nahrung zu hören.

Nicht nur der Magen selbst, sondern auch der Darm-Trakt gibt verschiedene Geräusche von sich. Der Grund hierfür ist die ständige Kontraktion der Wände des Magen-Darm-Traktes. Durch diese Bewegung wird der Nahrungsbrei durch den Magen-Darm-Trakt geleitet und danach verdaut. Diese Darmbewegung kann auch zu Geräuschen führen.

Das Magenknurren wird eigentlich im Zusammenhang mit dem Hunger erregt. Doch wahrscheinlich ist schon einmal aufgefallen, dass selbst Geräusche aus dem Bauch kommen, wenn schon gegessen wurde.

Diese Geräusche entstehen allerdings weniger im Magen als im Bereich des Darms und sind auf die Luft im Bauchraum zurückzuführen. Diese wird in Form von Blähungen oder Aufstoßen ausgeschieden. Genauso kann es sein, dass Menschen gegessen haben, das nicht gut bekommen ist. So sammelt sich auch hierbei vermehrt Luft im Bereich des Magen- und Darmtraktes an.

Bedeutend ist dabei, dass bewusst wird, dass das Magenknurren als auch das sogenannte Gluckern im Bauchraum völlig normal ist. Das Ausbleiben jener Geräusche ist erheblich auffälliger, weil dies auf verminderte Bewegungen des Magen-Darm-Traktes hindeuten kann.

Wie kann Magenknurren verhindert werden? Erklärung

Das Magenknurren kann besonders unangenehm sein, wenn es in unwillkommenen Situationen vorkommt. Um solche Zustände zu verhindern, sollten einige Maßnahmen beachtet werden. Beim Essen sollte nicht geredet werden. Wird während des Essens gesprochen, gelangt mehr Luft in den Magenraum. Jene Luft begünstigt das Auftreten der Geräusche im Verdauungstrakt.

Die Lebensmittel sollten gut gekaut werden. Die Nahrungsverarbeitung kann vereinfacht werden, indem das Essen gut gekaut wird. Der Magen benötigt in diesem Fall weniger Bewegung und Energie, um die Lebensmittel zersetzen zu können.

Es sollte regelmäßig gegessen werden. Eine regelmäßige Aufnahme der Nahrung hat zur Folge, dass der Brei im Magen dickflüssig ist. Ist der Mageninhalt stets dünnflüssig, weil fast nicht oder in zu großen Abständen Nahrung aufgenommen wird, kommt es zu Magenknurren.

Es sollte immer ausreichend getrunken werden. Dies beruhigt die Peristaltik des Darms und des Magens.

Wenn möglich, sollte nicht ans Essen gedacht werden. Schon der Gedanke ans Essen steigert die Magenaktivität und kann das Knurren noch verstärken.

Vielleicht sollten sich Menschen auch weniger schamhaft zur Seite drehen, wenn sich der Magen laut bemerkbar macht. Dies ist das etwas völlig Normales. Unbedingt zu einem Snack gegriffen werden, muss aber nicht, wenn nun der Magen knurrt. Magenknurren ist deshalb auch nicht zwingend ein Anzeichen für den leeren Magen. Ist nun der Magen aber doch leer, zieht dieser sich zusammen. Dies löst das bekannte Hungergefühl aus. Wenn der Magen gefüllt ist, dehnt er sich weiter aus und die Dehnung der Magenwände wiederum sorgt für ein Gefühl der Sättigung.

Sind Menschen nun in einer Situation, in welcher sie nicht essen können, dann sollten die Gedanken auch vom Essen abgelenkt werden. Die Menschen sollten sich dann einen Salat, die Pizza oder einen Burger in Gedanken vorstellen.

Zumeist hilft es, etwas zu trinken. Wasser oder Getränke, die Kohlensäure enthalten, sollten aber gemieden werden, denn diese können noch mehr Luft in den Verdauungstrakt leiten und die Geräusche auf diese Weise verstärken.

Was ist Brain Fog (Gehirnnebel)? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Brain Fog“ (deutsch „Gehirnnebel“) wird die temporäre Unfähigkeit zum klaren Denken bezeichnet. Der Verstand ist in dem Fall wie vernebelt.

Gehirnnebel: Situation, Bedeutung, Definition, Erklärung

Jeder kennt das Gefühl. Man sitzt in einer Prüfung oder hat einen anderen wichtigen Termin und das Gehirn hat plötzlich eine Art „Kurzschluss“. Sie können sich nicht an das Gefragte erinnern und fühlen sich total leer. Sie verlieren die Konzentration und die Welt scheint sich schneller zu bewegen als sonst. Solche Situationen werden auch als Gehirnnebel oder Brain Fog bezeichnet. Einfach ausgedrückt ist Gehirnnebel ein Begriff, der geistige Müdigkeit beschreibt. Je nachdem, wie groß die Auswirkungen des Gehirnnebels sind, kann es Ihre Leistung bei der Arbeit oder in der Schule beeinträchtigen.

Gehirnnebel schränkt Sie in Ihrer geistigen Verfassung enorm ein. Normalerweise haben Sie mit einer Aufgabe überhaupt keine Probleme. Doch wenn Sie nicht klar sind, fühlt sich alles wie in Zeitlupe an. Wenn Sie sich dann unter Druck setzen, werden sich die Symptome eher verschlimmern. Wichtig ist bei einer solchern Situation, dass Sie ruhig bleiben und sich versuchen, zu konzentrieren.

Brain Fog dauert nur eine gewisse Zeit an. Wenn Sie die richtigen Schritte unternehmen, können Sie die Symptome lindern und können wieder klar denken. Im Folgenden werden Symptome und Ursachen von Gehirnnebel näher erläutert.

Gehirn-Nebel / Brain Fog: Symptome

Gehirnnebel bedeutet, dass eine betroffene Personen nicht klar im Kopf denken können. Sie sind also nicht optimistisch, ruhig, besonnen oder motiviert. Es ist keine Krankheit, sondern eine Reaktion auf bestimmte Umstände.

Gehirnnebel wirkt sich auf unterschiedliche Weise auf Menschen aus. Die folgenden Symptome können alle oder vereinzelt auftreten:

Geringe Konzentration

Bei Brain Fog können Sie sich nur schwer konzentrieren. Eine zu lösende Aufgabe erscheint für Sie, wie ein sich bewegendes Ziel. Jedes Mal, wenn Sie denken, Sie haben die Lösung, liegen Sie falsch.

Vergesslichkeit

Brain Fog beeinträchtigt Ihr Erinnerungsvermögen. Sie werden vergesslich. Dies kann sich auf alltägliche Aufgaben, Arbeiten auf der Arbeit oder auf persönliche Gegenstände beziehen. Außerdem kann Ihr Kurzzeitgedächtnis vom Brain Fog betroffen sein, sodass Sie sich nicht mehr erinnern können, was Sie gestern zum Abendessen hatten.

Chronische Müdigkeit

Chronische Müdigkeit kann häufig sehr belastend für die Personen sein. Trotz genügend Schlaf sind die Personen müde. Es helfen auch keine koffeinhaltigen Getränke oder Lebensmittel, um den Körper aufzupushen. In vielen Fällen ist ständige Müdigkeit auch ein Anzeichen, dass der Körper nicht gesund ist. Wenn es länger als zwei Wochen anhält, sollten Sie einen Mediziner aufsuchen.

Anhedonie

Anhedonie bedeutet, dass Sie sich depressiv, unproduktiv und unmotiviert sind. Sie empfinden keine Glücksgefühle mehr und haben Probleme, sich zu motivieren. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl der Anhedonie mit “Leben in Zeitlupe“.

Gehirnnebel / Brain Fog: Ursachen

Viele Ursachen liegen häufig in der Psyche eines Menschen. Gehirnnebel ist die Art und Weise, wie Ihr Körper Ihnen sagt, dass Sie wahrscheinlich einige Änderungen in Ihrem täglichen Leben vornehmen müssen. Im Folgenden werden die häufigsten Ursachen für Brain Fog näher beschrieben:

Schlafmangel

Schlafmangel gehört zu den Hauptursachen von Brain Fog. Optimale Ruhezeiten (7-8 Stunden pro Nacht) spielen eine Schlüsselrolle für das Gehirn. Zu wenig Schlaf stresst den Körper und unseren Kopf. Es ist wichtig, dass Sie eine Schlafgewohnheit / Schlafroutine entwickeln, indem Sie versuchen, jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen.

Bewegungsmangel

Bewegung ist enorm wichtig für die Gesundheit unseres Körpers. Sport kann die Leistungsfähigkeit des Gehirns erhöhen und verbessert so auch das Denken und das Gedächtnis. Versuchen Sie also zwei- bis dreimal die Woche Sport zu treiben. Kombinieren Sie am besten Kraft- und Cardiotraining für einen optimalen Trainingsplan.

Stress

In Stresssituationen schüttet unser Körper das Stresshormon Cortisol aus. Wenn der Stress nachlässt, dann sinkt auch der Cortisolspiegel. Wenn Sie allerdings immer unter Strom stehen, kann sich der Körper nicht beruhigen. Es ist wichtig, dass Sie versuchen, besser mit Ihrem Stress umzugehen. Ein gutes Stressmanagement ist wichtig für eine körperliche und geistige Gesundheit.

Schlechte Ernährung

Wenn Sie möchten, dass unser Gehirn auf höchstem Niveau funktioniert, müssen Sie ihm die benötigen Nährstoffe und Mineralien geben. Achten Sie also auf eine ausgewogene, vitamin- und nährstoffreiche Ernährung.

Warum heißt der Kaiserschnitt „Kaiserschnitt“? Bedeutung, Definition, Erklärung, Wortherkunft


Laut einer alten Überlieferung soll der römische Diktator Julius Cäsar Namensgeber für den Kaiserschnitt sein. Diese Behauptung stellte der Schriftsteller Plinius auf, der allerdings erst einige Jahrzehnte nach ihm zur Welt kam. In seiner Geschichte wurde Julius Cäsar aus dem Bauch seiner Mutter geschnitten und da die lateinische Bezeichnung dafür „Sectio caesarea“ übersetzt soviel bedeutet wie „schneiden“ und „Kaiser“, war der Namenspatron schnell gefunden.

Kaiserschnitt: Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Der Wahrheitsgehalt dieser Überlieferungen wurde zunächst nicht weiter angezweifelt, da es dem Kaiser etwas Übersinnliches einhauchte. Dabei waren Geburten in dieser Zeit ohnehin schon sehr gefährlich. Allein aufgrund der hygienischen Rahmenbedingungen hätte die Mutter Cäsars einen Kaiserschnitt wohl kaum überleben können. Damals durften sogenannte Schnittentbindungen nur bei verstorbenen Frauen durchgeführt werden, um das Baby zu retten. Die Mutter Cäsars war nach der Geburt aber noch viele Jahre wohlauf und so konnte diese Theorie später widerlegt werden.

Woher der Begriff Kaiserschnitt stammt, ist leider noch immer nicht ganz eindeutig geklärt. Der Ursprung könnte im Mittelalter liegen und auf dem Wort „caedare“ (schneiden) basieren. Kinder, die mit Hilfe dieser Methode zur Welt kamen, wurden „caesones“ (Schnittlinge) genannt. Es ist aber auch denkbar, dass der Ausdruck Kaiserschnitt auf ein Gesetz aus dem 8. Jahrhundert zurückzuführen ist, das „Lex Caesarea“ genannt wurde. Dort war festgehalten, dass ein ungeborenes Kind einer verstorbenen Frau nur getrennt von deren Leichnam begraben werden durfte. Dafür war es notwendig, beide Körper voneinander zu trennen. Da eine natürliche Geburt nicht mehr möglich war, blieb nur die sogenannte Schnittentbindung übrig.

Den Menschen dieser Zeit schien es jedoch einfacher und weniger unheimlich, Julius Cäsar weiterhin als Namensgeber einzusetzen.

Wann wurden die ersten Kaiserschnitte erfolgreich durchgeführt?

Wie bereits erwähnt, waren Kaiserschnitte damals sehr gefährlich. Wenn die Frau den starken Blutverlust überlebte, führte meistens eine Sepsis früher oder später zum Tod.

Den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt führte ein Schweizer namens Jacob Nufer im 15. Jahrhundert an seiner Frau durch. Dabei halfen ihm seine Kenntnisse aus der Kastration von Schweinen. Sowohl seine Frau als auch das Baby überlebten den Eingriff.

Trotzdem blieb ein Kaiserschnitt noch viele Jahrhunderte nach dieser erfolgreichen Geschichte eine Schreckensvision für die meisten werdenden Mütter. Diese verstarben meist bereits wenige Tage nach der Operation an Infektionen oder inneren Verletzungen. Im Jahr 1876 kam dann die Wende, indem der italienische Arzt Edoardo Porro direkt nach der Entnahme des Babys die Gebärmutter vollständig entfernte. Damit senkte man die Sterberate signifikant.

Heutzutage sind die technischen und hygienischen Standards glücklicherweise deutlich fortschrittlicher. Da erstaunt es nicht, dass rund 20% aller Babys per Kaiserschnitt zur Welt kommen.

Fakten rund um das Thema Kaiserschnitt

Der Schweizer Jacob Nufer führte im 15. Jahrhundert an seiner eigenen Frau den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt durch, bei dem sowohl Mutter als auch Kind überlebten.
Trotzdem wurden sogenannte Schnittentbindungen aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate auch in den darauffolgenden Jahrhunderten nur ungern durchgeführt. Das änderte sich im Laufe der Zeit jedoch.

Aufgrund der technischen Entwicklung sowie der hohen hygienischen Standards ist diese Art der Geburtshilfe in der heutigen Zeit immer beliebter geworden. Allein in Deutschland hat sich zwischen den Jahren 1991 und 2011 die Rate der Kaiserschnitte nahezu verdoppelt. Als Grund dafür gilt die wachsende Rate an Risikoschwangerschaften. Trotzdem verbirgt sich hinter dieser Zahl nicht unbedingt immer ein medizinischer Nutzen. So sollen laut Statistiken nur rund 10% aller Kaiserschnitte medizinisch notwendig sein. Häufig wird der Eingriff auch nur auf Wunsch der Mutter durchgeführt, weil diese Angst vor einer natürlichen Geburt hat.

Warum werden Kaiserschnitte durchgeführt?

Ein Kaiserschnitt wird meistens bei Mehrlingsgeburten angeraten. Aber auch bei gesundheitlichen Einschränkungen der Mutter oder wenn das Kind falsch liegt, ist diese Art der Entbindung deutlich sicherer. Wenn die Gebärende an Krankheiten wie HIV oder Herpes leidet, minimiert ein Kaiserschnitt sogar die Übertragung der Viren auf das Kind.

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Der Name erklärt sich wie von selbst, wenn man die Operationstechnik dahinter kennt. Wenn die Entscheidung für einen Kaiserschnitt gefallen ist, wird die werdende Mutter mit Hilfe einer Periduralanästhesie zunächst betäubt. Anschließend wird oberhalb des Schambeins erst die Bauchdecke und dann die Gebärmutter geöffnet. Das Kind wird aus dem Leib der Mutter entnommen und dann verschließt der Arzt alle Schichten wieder sorgfältig. Die gesamte Prozedur dauert in der Regel nur ca. 1 Stunde.

Was ist ein „Energievampir“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Vampire sind blutsaugende Schattenwesen, die weder leben noch tot sind. Durch das Blut der Opfer erhalten sie sich in einem Zwischenzustand. Vampire sind mythische Wesen, die in fast jeder Kultur hervorgebracht wurden. Unsere Vorstellung von Vampiren geht auf einen Roman eines britischen Schriftstellers, Bram Stoker, zurück, der im Jahr 1897 einen Roman mit dem Titel „Dracula“ veröffentlichte. Dracula „lebt“ in den Karpaten als Untoter, der tagsüber in seinem Sarg ruht und in der Nacht auf die Jagd geht. Dracula ist ein komplexer Charakter, der nicht nur Angst und Schrecken verbreitet, sondern auch eine narkotische Faszination auf seine Opfer ausübt. Allen Vampirmythen gemeinsam ist der Glaube, dass die Lebensenergie eines Menschen im Blut konzentriert ist. Bei der Aufnahme von Blut geht auch ein Teil dieser Energie auf denjenigen über, der das Blut trinkt.

Psychologische Dimension des Vampirmythos

Der Vampirmythos geht von der Vorstellung aus, dass die Lebensenergie eines Menschen in seinem Blut gespeichert ist. Dies deckt sich natürlich mit der biologischen Beobachtung, dass ein Lebewesen ohne Blut nicht existieren kann und übermäßiger Blutverlust zum Tod führt. Entfernt man sich von der materiellen Basis des Bluts und bewegt sich hin zu psychologischen Perspektiven, ist der Begriff der „Lebensenergie“ weiterhin sinnvoll. Als Lebensenergie werden die Einstellungen eines Menschen bezeichnet, die ein erfülltes Leben ausmachen. Hierzu gehören Optimismus, Aktivität, zwischenmenschliche Bindungen, Sinngebung und Lebensziele. Wenn ein Mensch diese Grundbedingungen besitzt, ist er zu einem zufriedenen Leben befähigt und kann Dinge bewegen.

Energievampire: Negative Einflüsse auf die Lebensenergie

Bei einer maximalen Lebensenergie kann ein Mensch sein Potential voll ausschöpfen und entwickelt Ausstrahlung. Er kann andere Menschen begeistern und mitreißen und tief beeindrucken. Dies ist das Idealbild eines gelungenen Lebens. Allerdings gibt es Einflüsse, welche das Potential, das jeder Mensch besitzt einschränken. Der Alltag mit seinen Notwendigkeiten und Begrenzungen behindert oft eine Entfaltung. Aber es sind auch andere Menschen, die Lebensenergie abziehen können. Diese Personen werden in Anlehnung an den Vampirmythos als Energievampire bezeichnet.
Der Abzug von Lebensenergie hat Auswirkungen auf das Befinden des Menschen. Der Mensch fühlt sich ausgelaugt, müde, depressiv, aggressiv und lethargisch. Die Probleme türmen sich zu unüberwindlichen Hindernissen auf. Jede Aktion erscheint als eine Zumutung. Der Mensch zieht sich vom Leben zurück.

Diese negativen Auswirkungen sind Reaktionen auf bestimmte Situationen und auf bestimmte Personen. Die Gemeinsamkeit aller Vampirsituationen sind der Verlust von Handlungs- und Einflussmöglichkeiten. Der Mensch fühlt sich der Situation ausgeliefert. Wer sein Verhalten beobachtet, kommt zu dem Schluss, dass diese negative Grundstimmung auch im Zusammenhang mit bestimmten Menschen auftaucht.

Energievampire: Bedeutung, Definition, Erklärung

Es gibt Begegnungen, die ein gewisses Unwohlsein hinterlassen. Dies darf nicht mit Sympathie oder Antipathie verwechselt werden. Es handelt sich um Kontakte, die ein tiefes Gefühl von „Lebensmüdigkeit“ hinterlassen. Wir sehen die Welt schwarz, fühlen uns gelähmt und bedrückt. Diese Personen sind Energievampire. Sie befinden sich in unserem direkten Lebensumfeld, bei der Arbeit, in der Familie oder bei Freizeitaktivitäten. Wir treffen sie überall.

Energievampire sind Menschen, die meist unbewusst andere in ihren Potentialen einschränken. Es sind häufig nicht die Monster aus den Mythen, sondern Personen, die selbst erhebliche psychische Probleme haben. Diese bearbeiten sie allerdings mit Strategien, die zu Lasten anderer Menschen gehen. Zum Energievampir wird ein Mensch nicht geboren, sondern er wird dazu durch seine Lebensgeschichte oder durch spezielle Umstände gemacht. Energievampiren gemeinsam ist ihre negative Grundeinstellung zum Leben im Allgemeinen. Es handelt sich um zutiefst unsichere Menschen, denen es an Selbstwertgefühl mangelt.

Diese negative Grundeinstellung kann aus persönlichen Traumata entstanden sein. Sie wurden vielleicht selbst Opfer von Mobbing, von physischem oder psychischem Missbrauch oder tragen Schuldgefühle mit sich herum. Sie fühlen sich nicht ausreichend beachtet oder vielleicht sogar ungewollt. In den letzten Jahren hat sich ein neuer Typ des Energievampirs etabliert. Auch die moderne Reizüberflutung und die Beschleunigung von Veränderung kann aus Menschen Energievampire machen.

Eigentlich sind Energievampire also Menschen, die selbst psychologische Hilfe benötigen. Dies sollte allerdings nicht dazu verleiten, Mitleid zu entwickeln. Diese Verhaltensweise schadet beiden Seiten. Sowohl der Vampir, als auch der Betroffene, müssen sich aus den negativen Mechanismen befreien, um zu sich selbst zu finden.

Psychologie und Psychogramme von Energievampiren

Es gibt bestimmte psychologische Typen, die prädestiniert sind, zu Energievampiren zu werden. Das heißt nicht, dass alle Menschen, die den folgenden Psychogrammen entsprechen tatsächlich auch Energievampire sind. Aber sie haben das Potential und eine gewissen Vorsicht im Umgang mit ihnen ist durchaus angebracht.

Soziopath

Vielleicht der gefährlichste aber am leichtesten zu erkennende Typ. Dies sind Menschen, die buchstäblich über Leichen gehen und von keinem Gewissen eingeschränkt werden. Sie suchen ihren Vorteil um jeden Preis und missachten jegliche soziale Normen. Es sind die Menschen, die sich überall nach vorne drängen und die nur ihren eignen Vorteil suchen.

Narzissten

Sie halten sich für unfehlbar und leben die Extreme. Sie benutzen andere Menschen für ihren Vorteil und sehen darin eine natürliche Ordnung. Ihnen fehlt es an jeder Art von Empathie. Narzissten müssen zwanghaft überall im Mittelpunkt stehen, weil die Welt sich um sie dreht. Sie sind die Entertainer, während der Rest der Welt lediglich als Publikum sinnvoll ist.

Borderliner

Diese Menschen sind Grenzgänger, die ständig zwischen Extremen hin und her pendeln. Es sind die Propheten, die alles wissen und die Untergangspropheten, die schon immer alles gewusst haben. In Hochphasen können sie mitreißend und faszinierend sein, während sie ohne Vorwarnung in tiefste Depression verfallen können. Borderliner leben ihr Leben im Rausch, ihnen fehlt aber jede Orientierung und Halt.
Perfektionisten

Dies sind Menschen, bei denen Angst das Lebensgrundgefühl darstellt. Leben ist Veränderung und Neues. Und genau das bereitet ihnen Panikattacken. Ihre Konsequenz ist das Ersticken jeden Lebens in einer, alles umfassenden Ordnung. Nichts darf sich verändern, nichts ihrer Kontrolle entgleiten.

Professionelle Opfer

Die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen versuchen sie durch Mitleid zu erhalten. Sie sind die Opfer der Umstände, die Menschen, die immer Pech haben, selbstverständlich unverschuldet. Ihr Leben ist ein einziger Hilferuf.

Verteidigungsstrategien gegen Energievampire

Energievampire leben von der Manipulation ihrer Mitmenschen. Sie zwingen den anderen ein Verhalten auf, das diese nicht wollen. Weil Menschen nur auf der Grundlage einer eigenen Einsicht geändert werden können, kann man Energievampiren nicht helfen. Solange sie mit ihren Strategien erfolgreich sind, werden sie diese weiter praktizieren. Deshalb hilft gegen Energievampire nur Distanz.

Was ist der Benjamin-Button-Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Benjamin Button war eine Filmgestalt, die 2008 von Brad Pitt verkörpert wurde. Statt immer älter zu werden, entwickelte sich Benjamin Button rückwärts. Heute verwendet man den Begriff in der Kosmetik. Es gibt den Effekt aber auch ganz real in der Natur.

Der ungewöhnliche Fall des Benjamin Button

Der Film basiert locker auf einer Erzählung des berühmten US-amerikanischen Schriftstellers F. Scott Fitzgerald. Benjamin wird mit der Körpergröße eines Babys und dem Aussehen eines Greises geboren. Statt zu altern, bewegt sich seine Lebensuhr rückwärts.

Nach 85 Jahren und einem ziemlich verdrehten Leben stirbt Benjamin als Baby. Zwischendurch lernt er seine große Liebe kennen und bekommt eine Tochter mit ihr. Doch ein normales Familiendasein kann er durch seine ungewöhnliche Lebensreise nicht führen.

Der Benjamin Button Effekt in der Kosmetik

Der Film traf 2008 den Nerv der Zeit. Immer mehr Menschen wünschen sich ewig jung zu sein – oder wenigstens so auszusehen. Zeitgleich findet in der Gesellschaft eine zunehmende Abwertung des Alters und dessen Merkmalen statt. Menschen geben Millionen aus, um sich durch Kosmetika oder chirurgische Eingriffe ein bestimmtes Aussehen zu verleihen.

Kaum eine andere medizinische Disziplin hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so rasant entwickelt wie die Schönheitschirurgie. Die Methoden haben sich immer weiter verfeinert und bieten heute unglaubliche Möglichkeiten. Die Kosmetikindustrie forscht intensiv, um allen Geheimnissen der Hautalterung auf die Spur zu kommen.

Inzwischen weiß man um das komplizierte Gefüge aus Fettpolstern, Feuchtigkeitsdepots, den Hormonen und der Rolle einer gesunden Ernährung sowie positiven Lebensweise. Die Schönheitschirurgie, Dermatologie sowie die Kosmetik- und Wellenessindustrie haben sich zu einem ganzheitlichen Lifestyle-Trend entwickelt.

So manch ein Mensch begibt sich mit Mitte dreißig oder ab vierzig in die Hände der Fachkräfte. Durch geglückte Behandlungen und Änderungen des Lebensstils sehen diese Menschen zehn Jahre später jünger aus, als zu Beginn der Behandlungen. Genau diesen Effekt bezeichnen die Experten auf dem Gebiet des ewigen Jungseins als den „Benjamin Button Effekt“.

Den Benjamin Button Effekt gibt es tatsächlich

Der Effekt ist bei Weitem keine Fiktion, die Umkehrung der Alterung gibt es wirklich. In der Natur sind einige Tierarten bekannt, die genau das können. Die Wissenschaftler wissen noch nicht, wie der Effekt gesteuert wird. Doch bei Bedarf können diese einfachen Tierarten den Alterungsprozess einfach umdrehen.

Die unsterbliche Qualle Turritopsis dohrnii

Diese im Mittelmeer heimische Art zählt zu den Mirko-Quallen. Ausgewachsen ist sie nur 3 Millimeter groß. Ansonsten sieht sie aus wie andere Quallen auch. Turritopsis dohrnii hat einen gallertartigen Schirm und 15 bis 30 Tentakel.

Bevor sie als fertige Qualle durchs Meer schwimmt, durchläuft sie diverse Entwicklungsstadien. Vom Ei wird sie zu einer Kaulquappe, dann zur Planulalarve und Medusa. Nach etwa sechs Wochen ist sie ausgewachsen. Normalerweise gehen diese Tiere dann einen weiteren interessanten Entwicklungsweg: Nachdem sie einige Zeit frei im Meer geschwommen sind, lassen sie sich nieder und bilden Kolonien. Dabei verändern sie ihre Struktur nochmals dramatisch. Von einem gallertartigen Tier werden sie zu festeren Gebilden, die Korallen ähneln. Dazu müssen sie sich jedoch fest auf einem geeigneten Untergrund verankern können.

Nimmt man Turritopsis dohrnii die Möglichkeit zu diesem finalen Entwicklungsschritt, leiten die Quallen den Benjamin Button Effekt ein. Durch einen unbekannten Impuls verändert sich die Struktur der Stammzellen beziehungsweise der Telomere. Im Laborversuch konnten die Quallen bis zu zehnmal die Entwicklung umkehren, gingen dann aber doch irgendwann zugrunde.

Die ewig jungen Hummer

Ein ganz ähnliches Prinzip wirkt in einigen Hummer Arten. Die haben ein besonderes Enzym, das die Zellalterung verhindert.
Die Hummer wachsen zwar, biologisch gesehen altern sie aber nicht. Trotzdem können diese Tiere nicht ewig leben. Ein anderes Problem führt schließlich zum Tod. Der Panzer der Tiere wächst nämlich nicht ewig mit.
Es scheint ganz so, als sei das Wachstum der Panzerstruktur nicht an die ewige Jugend im Inneren der Tiere angepasst. Irgendwann verenden sie, weil die zu eng gewordene Haut sie förmlich erdrückt. Trotzdem erreichen Hummer erstaunliche Lebensalter von bis zu 140 Jahren.

Benjamin Button Effekt: Die Rolle der Telomere und der Telomerase

Der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald konnte in den 1920er Jahren noch nicht viel von Genen, der DNA und den Telomeren wissen. Zu dieser Zeit muss ihm die Idee zu seiner Kurzgeschichte über den sich verjüngenden Benjamin Button wie reine Fiktion vorgekommen sein. Den Wunsch zum ewigen Leben dagegen gibt es wahrscheinlich seit Menschen denken können.

Seit der fortschreitenden Entschlüsselung des Lebens-Bauplans kommen Forscher dem Alterungsprozess zunehmend auf die Spur. Inzwischen weiß man, das am Ende jedes Zell-Chromosoms kleine Kappen sitzen – die Telomere. Mit jeder Zellteilung verkürzen sie sich etwas. Sind die Telomere aufgebraucht, kann sich die Zelle nicht mehr erneuern. Sie stirbt. Hat ein Mensch die meisten seiner lebens- und regenerationsfähigen Zellen aufgebraucht stirbt auch er.

Wer lange Telomere hat, bleibt länger gesund und altert langsamer. Ein Enzym mit dem Namen Telomerase sorgt dafür, dass die Telomere lang bleiben. Natürlich forschen Wissenschaftler weltweit an der Beeinflussung der Telomere und der Telomerase. Bisher fand man heraus, dass Dinge wie eine gesunde Ernährung, Lebensfreunde, Stressreduktion und Entspannung entscheidend auf die Bildung der Telomerase einwirken.

Was ist „Comfort Binge“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Streaming und Serien sind längst ein fixer Bestandteil unseres Alltags. Das Angebot ist groß und man hat heutzutage die Möglichkeit, zwischen unzähligen Kanälen und Streamingdiensten zu wählen. Es gibt aber auch Menschen, die immer wieder die gleichen Serien schauen. Dieses Phänomen wird „Comfort Binge“ genannt.

Was ist „Comfort Binge“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Terminus „Comfort Binge“ stammt von der Journalistin Alexis Nedd, die ihn von „Binge-Watching“ ableitete, was soviel bedeutet, wie eine Folge einer Serie nach der anderen zu schauen. Eine neue Serie zu beginnen, kann durchaus ein Aufwand sein, da es mittlerweile eine unendliche Anzahl an Serien gibt, sodass der Auswahlvorgang längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Der Psychologe Berry Schwartz bezeichnet das auch als „Paradoxon der Wahlmöglichkeiten“. Je mehr Möglichkeiten einem zur Verfügung stehen, desto mehr Schwierigkeiten hat man damit, eine Entscheidung zu treffen. Außerdem stellen sich viele Menschen auch die Frage, ob sich der Zeitaufwand für das Ansehen einer Serie auch wirklich lohnt, da Serien ja meist aus mehreren Staffeln bestehen und man sich erst auf die neuen Charaktere einlassen muss. Bei einer bekannten Serie hingegen weiß man, was einen erwartet und man schaut sie auch beim zehnten Mal immer noch gerne an. Daher erfüllt die Serie dann auch genau jenen Zweck, den sie auch erfüllen sollte, nämlich den der Unterhaltung. Die vertrauten Charaktere und das vertraute Setting geben einem zusätzlich das Gefühl von Geborgenheit.

Siehe auch: Binge Watching

Comfort Binge: Wiederholtes Erleben

Da man ohnehin weiß, was passieren wird, kann man auch Szenen verpassen und die Serie hat dann eher die Funktion eines Hintergrundrauschens, das heißt, man kann daneben auch andere Dinge erledigen, wie zum Beispiel Bügeln oder Kochen. Außerdem kann man bei einer bekannten Sitcom auch Folgen überspringen, da diese auch losgelöst voneinander funktionieren. Ein wiederholtes Erleben von etwas schon Bekanntem ist zudem sehr angenehm und da Serien meist nicht allzu anspruchsvoll sind, kann man sich auch sehr gut berieseln lassen.

Was macht eine gute Comfort-Binge-Serie aus?

Serien wie zum Beispiel „Friends“ oder „How I met your Mother“ haben absolutes Comfort-Binge-Potenzial, da die Leute die Charaktere lieben und sie als eine Art Vorbild sehen. Außerdem ist der Plot nachvollziehbar und vertraut und vermitteln uns ein gutes Gefühl. Da sie meistens episodisch erzählt werden, ist darüber hinaus auch ein schneller Ein- bzw. Ausstieg möglich. Da eine gute Serien zahlreiche Ebenen hat, kann man zudem immer wieder Neues entdecken, sei es durch die Dialoge oder auch durch den Plot. Ein weiteres wesentliches Merkmal: Die meisten Episoden einer Serie dauern nur etwa 20 Minuten, sodass man dafür nicht allzu viel Zeit aufbringen muss.

Bedeutung: Comfort Binge

Natürlich kann man sich die Frage stellen, wieso man viel Geld für Streaming-Dienste ausgibt, wenn man dann doch immer wieder dieselben Serien schaut. Die Medienwissenschaftlerin Daniela Schütz ist der Ansicht, dass in den nächsten Jahren die Zahl an Inhalten diverser Anbieter wohl noch weiter ansteigen wird. Das könnte aber zu einer Verunsicherung der User führen, da es ihnen sehr schwer fällt, aus den zahlreichen Möglichkeiten das Passende auszuwählen. Daher ist es das Einfachste, das zu schauen, was auch schon bekannt ist und auch gefällt. Möglicherweise werden die Streaming-Anbieter aber auch bessere Auswahl- und Suchfunktionen einsetzen, sodass man beispielsweise nach Schauspieler, Genre oder Titel suchen kann, um Serien, die über Comfort-Binge-Potenzial verfügen, leichter zu finden.

Was bedeutet „happy wife, happy life“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die wortwörtliche Bedeutung von „Happy wife, happy life“ ist augenscheinlich: Wer eine glückliche Frau hat, lebt selbst ein glückliches Leben. Warum wirkt diese Selbstverständlichkeit als Sprichwort „Happy wife, happy life“ so bedeutungsschwer?

Keine Selbstverständlichkeit: „Happy wife, happy life“ (Bedeutung, Definition)

Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass Männer ihr eigenes Glück mit dem ihrer Frau verknüpfen, um das sie sich auch noch kümmern. Dabei ist die Wirkungskette sogar wissenschaftlich belegt. Die Forscher gleich zweier Universitäten (University of Michigan und Rutgers University New Jersey) führten hierzu eine gemeinsame Studie durch, deren Ergebnisse sie im „Journal of Marriage and Family“ veröffentlichten. Man kann die Interpretation der Studienergebnisse übrigens durchaus gegensätzlich vornehmen:

  • #1: Männer haben etwas weniger Verantwortung für ihr Glück, als sie immer glauben.
  • #2: Männer sollten die volle Verantwortung für ihre Beziehung und damit auch für ihr Glück übernehmen.

Ein Fazit bleibt auf jeden Fall: Die glückliche Beziehung, für die ein Mann sehr viel tun kann, fördert sein eigenes Glück enorm.

Wie können Männer ihre Frauen glücklich machen?

Die sehr interessante Studie vertritt hierzu bestimmte Thesen: Unter anderem soll es gar nicht so schlecht sein, dass Männer weniger über ihre Probleme reden. Das wird zwar von vielen Frauen beklagt, doch es reduziert ganz offensichtlich den Frust in der Beziehung. Im Klartext heißt das: Männer sollen Männer sein, stillschweigend ihr Leben meistern und daheim dafür sorgen, dass es ihrer Frau und der ganzen Familie gut geht. Umgekehrt lassen Frauen häufiger ihren Frust daheim ab. Dies wiederum soll ihnen zugestanden werden. Nur mit dem Mann darf sie dabei nicht zanken. Er soll ihr aber geduldig zuhören, wenn sie über KollegInnen herzieht und dabei ordentlich Dampf abbläst.

Liebe gegenüber der Frau: Liebe gegenüber sich selbst

Die Liebe gegenüber der eigenen Frau setzt ein gutes Stück Eigenliebe voraus. Auch das belegt die oben zitierte Studie. Männer sollten daher auch auf sich selbst achten, sich pflegen und damit wiederum die Einheit ihrer Paarbeziehung pflegen. Das bringt in der Regel deutlich mehr als teure Geschenke für die Frau. Allerdings ist es ein täglicher Aufwand. Doch er lohnt sich.

Wie sehen Frauen das Motto „Happy wife, happy life“?

Absolut positiv. Sie verstehen diese Botschaft auf Anhieb und stimmen ihr vollumfänglich zu. Vielen von ihnen geht es allerdings um mehr als nur einen gepflegten und häuslichen Mann, der auch zuhören kann. Frauen, die heute voll im Berufsleben stehen, wünschen sich Gleichberechtigung und Unterstützung von ihrem Mann. Das bedeutet auch, sich den Haushalt und die Kindererziehung gleichberechtigt zu teilen. Wenn das funktioniert, ist die Frau glücklich – was wiederum ihren Mann und die ganze Familie glücklich macht.

Haben schon alle Männer „Happy wife, happy life“ verstanden?

Leider nein. Die Erkenntnis ist bislang erstaunlich wenig verbreitet. Das liegt sicherlich nicht daran, dass sie zu wenig publiziert wird, sondern eher am Egoismus vieler Männer. Sie empfinden tief in ihrem Inneren, dass eigentlich umgekehrt die Frau dafür verantwortlich ist, dass sie selbst glücklich sind. Egoismus ist eine Charakterschwäche, basiert aber vielfach auch auf schlechten Vorbildern. Die Elterngeneration aus den 1950er- bis 1960er-Jahren lebte ihren Söhnen oft vor, dass die Mutter am Herd steht und samstags den Staubsauger schwingt, während sich Papa für die Fußballergebnisse interessierte. Schon damals waren aber sehr viele Mütter berufstätig. Sie schulterten stillschweigend und oft klaglos die hohe Belastung, was Männer allzu sehr als selbstverständlich hinnahmen. Damit muss Schluss sein! Die Männer müssen nicht einmal ihren Egoismus vollständig ablegen. „Happy wife, happy life“ heißt schließlich, dass sie selbst glücklich werden, wenn es ihre Frau ist.

Warum heißt Krebs „Krebs“? Wortherkunft und Namensherkunft der Krankheit, Erklärung


Die Krankheit Krebs ist heute leider aktueller und bekannter als jemals zuvor. Dabei ist sie bei Weitem keine Erscheinung der Neuzeit. Tatsächlich geht der Begriff „Krebs“ noch viel weiter zurück, als die meisten Menschen denken.

Wortherkunft: Krebs wurde nach den gleichnamigen Tieren benannt

Heute denken wir, Krebs sei eine moderne Erkrankung. Tatsächlich nehmen die Krebserkrankungen seit Mitte des 20. Jahrhunderte weltweit dramatisch zu. Warum das so ist, konnte bisher nicht ausreichend geklärt oder bewiesen werden.
Viele Experten meinen, zunehmende Umweltverschmutzung, Belastungen mit Giftstoffen und unsere unnatürliche Lebensweise seien daran schuld.

Wer sich mit dem Namen der Krankheit beschäftigt, wird bald herausfinden, dass Krebs als Krankheit schon viel länger existiert. Die Namensgebung stammt von Hippokrates, dem berühmten Arzt der Antike.

Er untersuchte im Rahmen seiner Studien zahlreiche Leichen. Er fand vor allem bei älteren Menschen häufig Geschwüre im Gewebe. Aufgrund der Ähnlichkeit mit Krebsen, die sich im Sand eingraben, nannte er seine Entdeckung „karkinos“ (griechisch für „Krebs“).

Besonders oft begegnete ihm die Krankheit schon damals im Brustgewebe von Frauen.

Wer war Hippokrates eigentlich?

Sein korrekter Name lauter Hippokrates von Kos. Er lebte schätzungsweise 460 bis 370 v. Chr. auf der griechischen Insel Kos.

Zu seiner Zeit revolutionierte er die Sicht auf den Menschen als organisch-körperliches Lebewesen. Davor war das Menschenbild stark vom Glauben und geistigen Aspekten (der Seele) geprägt. Durch seine Leichenschauen erlangte er umfassendes Wissen über die Funktionsweise und den Aufbau des menschlichen Körpers.

Aus seinem Wissen entwickelte er die Schule von den vier Körpersäften. Nach Hippokrates Meinung müssten die vier Körpersäfte Blut, gelbe Galle, schwarze Galle und Schleim im Einklang sein, damit ein Mensch organisch gesund bleibt. Dieses Wissen kennt man auch unter dem Begriff Humoralpathologie oder Humorallehre.

Wortherkunft „Krebs“: Im Mittelalter wieder aufgetaucht

Mit dem Siegeszug des Christentums verschwand die alte Heilkunst der Antike für lange Zeit. Heiler durften nur noch mit dem arbeiten, was die Kirchenoberhäupter zuließen. Doch die verteufelten zunehmend alles Körperliche, es wurde mit Sünde in Verbindung gebracht und zugunsten einer entarteten Geistigkeit abgelehnt.

Dennoch ist Hippokrates Heilkunde von den vier Körpersäften nie so ganz verschwunden. Viele alte Schriften der Antike wurden durch die Kirche zerstört, einige Fragmente überlebten aber. So gelangten Teile von Hippokrates Wissen sogar bis in die Klöster. Unter anderem sollen die Heilkunst der Hildegard von Bingen und Paracelsus auf der Humoralpathologie begründet worden sein.

Der Begriff „Krebs“ tauchte schließlich in der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert) wieder auf, als die Lehren der Antiken neue Beachtung fanden. Sicherlich hat es die Krankheit die ganze Zeit über existiert. Da die Öffnung von Leichen über Jahrhunderte hinweg streng verboten war, erkannte man sie nur nicht mehr.

Der Hippokratische Eid und Krebs

Heute gilt Hippokrates von Kos als der Urvater aller Ärzte. Obwohl man inzwischen weiß, dass sein Wissen eine Neuauflage viel älterer Erkenntnisse war. Man fand Hinweise auf ähnliche Lehren bei den alten Ägyptern und im arabischen Raum. So tauchte auf einer Papyrusrolle aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. der Begriff „Krebs“ für eine geschwürartige Veränderung der Haut auf.

Der Hippokratische Eid ist eine Formel, die alle zugelassenen Ärzte und Mediziner ablegen. Im Originaltext handelt es sich dabei um eine mehrere Verse lange Erklärung, Kranke nach dem besten Wissen und Können dazu behandeln. Das Wohl und die Gesundheit des einzelnen Menschen sei dabei immer über das Interesse von geistlichen oder staatlichen Institutionen zu stellen.

Das ist die Krankheit Krebs bei näherer Betrachtung

Im modernen Zeitalter gehen Wissenschaftler und Ärzte davon aus, dass Krebs durch genetische Veranlagung ausgelöst wird. Kommen weitere ungünstige Umwelteinflüsse, Gifte oder eine ungesunde Lebensweise dazu, steigt das Risiko eine Krebserkrankung.

Einfach ausgedückt, beginnen bei Krebs vorher gesunde Körperzellen zu schnell zu wachsen.

Im ganzen Körper finden ständige Erneuerungsprozesse statt. Zellen werden ab- und aufgebaut. Man weiß heute, dass sich der menschliche Organismus innerhalb von sieben Jahren einmal komplett erneuert. Dabei wachsen nicht alle Zellen gleich schnell nach. Es erneuern sich auch nicht alle Organe gleich schnell.

Der Körper folgt einem Takt, der aus einer bisher unbekannten Quelle gespeist wird. Bisher vermutete man die Gene als diese Ursache. Doch neueste Forschungen kamen zu dem Ergebnis, dass auch Gene nicht der Ursprung aller Erb- und Wachstumsinformationen sind. Vielmehr scheinen die Informationen aus der Umwelt zu den Genen zu gelangen (Epigenetik).

Bei Krebs liegt nüchtern betrachtet eine schädliche Informationsverschiebung vor. Die Zellen wachsen an einer Stelle im Körper schneller, als sie eigentlich sollten. Dadurch bilden sich Geschwüre und Verwachsungen.

Entartete Krebszellen graben sich tatsächlich ins Gewebe und bilden dabei Füßchen aus, die an Kleinkrebse erinnern. Dann geben ihre Störinformationen ins Umfeld ab. Dadurch können sich weitere entartete Zellen auch an anderen Stellen des Körpers bilden (Metastasen).

Die körpereigenen Abwehrkräfte bekämpfen die fehlgesteuerte Krebszelle. Doch nicht immer reichen die Kräfte eines Menschen aus, um entstehenden Krebs aus eigener Kraft zurückzudrängen.

Je nachdem, wie groß ein Krebsgeschwür (Tumor) ist und wo es sich befindet, verursacht es durch zunehmende Größe weitere Probleme und Störungen. Dann kann der Krebs entdeckt und bestenfalls behandelt werden.

Hippokrates Sichtweise auf Krebs und dessen Heilung

Hippokrates sah die Ursache für Krebs hauptsächlich in der schwarzen Galle. Die stand mit den psychischen Leiden der Melancholie in Verbindung. Heute würde man Depression dazu sagen.

Wer Probleme mit der schwarzen Galle habe, leide an „schwerer Erde“. Dagegen half nach Hippokrates alles „Luftige“: Bewegung, Lebensfreude, Licht, Obst von Bäumen statt Früchte aus der Erde und freie Gedanken statt Doktrinen und einengenden Regeln.

Was ist die VUCA-Welt? Bedeutung, Definition, Erklärung


VUCA hat seine Ursprünge im militärischen Bereich in den USA. Erstmalig kam es 1987 in den Umlauf und stützt sich auf die Erkenntnisse zu Führungstheorien der amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Warren Bennis und Burt Nanus. Während des Kalten Krieges nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems war die Menschheit mit einer neuen Weltordnung konfrontiert, denn es gab nicht länger nur den EINEN Feind, sondern mehrere Konfliktherde, die vor sich hin schwelten. Im amerikanischen Militär-Wortschatz steht VUCA für die Grundlagen der modernen Kriegsführung: asymmetrische Gefechtsplanung, Attentate, Partisanen- und Straßenkampf. Die dafür geltenden Bedingungen sind noch nie da gewesen, denn hier stehen sich nicht mehr zwei Heere gegenüber wie das in der Vergangenheit stets der Fall war.

Bedeutung und Definition: VUCA als Akronym

VUCA steht für die vier Begriffe Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Nachfolgend werden diese vier Wörter näher definiert:

  • Volatilität (volatility) steht für die Stärke der Schwankungen über einen zeitlich festgelegten Rahmen hinweg; als anschauliches Beispiel dient der Aktienkurs, denn Aktien können über einen sehr kurzen Zeitraum stark schwanken. Wenn diese Schwankungen in einer Grafik dargestellt werden, sieht diese häufig wie eine Fieberkurve mit Berg- und Talfahrt aus. Je höher die Volatilität, desto zackiger die Ausschläge.
  • Unsicherheit (uncertainty) definiert hier die Unwägbarkeiten von Ereignissen. Je unvorhersehbarer der Ausgang eines bestimmten Sachverhalts ist, desto größer die Unsicherheit.
  • Komplexität (complexity) bedeutet in diesem Zusammenhang die Summe der Einfluss nehmenden Komponenten und deren Abhängigkeit voneinander. Je mehr Abhängigkeiten bestehen, desto komplexer wird es. Der Begriff „komplex“ darf jedoch nicht mit „kompliziert“ verwechselt werden, die nichts miteinander zu tun haben.
  • Ambiguität (ambiguity) steht für die Mehrdeutigkeit eines Sachverhalts oder von Daten. Die Auswertung von sehr vielen ähnlichen Informationen kann trotz ihrer vermeintlichen Eindeutigkeit mehrdeutig sein. Oftmals ist den Auswertenden dieser Umstand noch nicht einmal bewusst.

VUCA beschreibt heute die sich stetig verändernden Rahmenbedingungen in einem im Vorfeld festgelegten Kontext

Im beruflichen Umfeld bedeutet VUCA, dass Arbeitnehmer und Führungskräfte anders agieren müssen als sie es bisher gewohnt waren – ganz besonders im Zeitalter der Digitalisierung und Industrie 4.0. Dies betrifft Offiziere genauso wie Manager. Somit lässt sich der VUCA-Begriff aus der Militärstrategie auch auf die Arbeitswelt übertragen. Unternehmen und Organisationen stehen an einem Scheideweg – um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen sie radikale Änderungen umsetzen. Möglichst informierte Entscheidungen müssen unter veränderten Rahmenbedingungen getroffen werden. Daten, die gestern noch aussagefähig waren, sind es heute nicht mehr. Vorgaben wechseln schnell, Interessenskonflikte treten weitaus häufiger auf und gängige Vorgehensweisen verlieren immer häufiger ihre Gültigkeit.

Was tun in einem VUCA-Umfeld: Die eigenen Werte in den Vordergrund stellen!

Wenn alles im Wandel ist, wann fange ich dann an, eine Veränderung einzuläuten? Die Antwort: es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt. Wandel bedeutet Fluss und keineswegs Zwang. Wichtig ist nur, dass eigene Veränderung den eigenen Werten entsprechend stattfindet und gewünscht wird. Ich muss mich mit dem Wandel selbst abfinden, allerdings ohne meine Identität dabei zu verlieren. Orientierung in einer VUCA-Welt liefern persönliche Wertvorstellungen und eine große Portion Bauchgefühl, ob sich Dinge oder Entscheidungen richtig anfühlen. Der Wandel sollte zudem authentisch erfolgen. Ist er das nicht, dann muss nach einer anderen Lösung gesucht werden. Das Militär versucht der VUCA-Welt mit einem „Mehr“ zu begegnen. Es werden mehr Drohnen losgelassen, mehr Informationen eingeholt und gespeichert, mehr Aufklärungsdienste eingesetzt. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Durch das „Mehr“ an Informationen erhofft man sich ein höheres Maß an Sicherheit und Entscheidungsverlässlichkeit. Doch meistens ist das Gegenteil der Fall, denn die Unmengen an Informationen müssen erst einmal aufbereitet und ausgewertet werden, womit viele Länder überfordert sind. Es wäre wirklich wünschenswert, dass die Verantwortlichen stattdessen wieder eine große Portion rationales Denken einsetzen würden. Das kluge Abwägen der Optionen unter Berücksichtigung des jeweiligen Outcomes und eine darauf basierende, rationale Entscheidungsfindung ist heute längst nicht mehr die erste Wahl. Ob es daran liegt, dass die Menschen längst nicht mehr in der Lage sind, rationale Entscheidungen zu treffen, oder die Verantwortlichen dies eben nicht wollen, sei dahingestellt.

Was ist Verlustaversion? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als Verlustaversion wird der ökonomische und psychologische Effekt bezeichnet, Verluste höher zu gewichten als die erzielten Gewinne.
Kunden oder auch Unternehmer kämpfen jeden Tag mit sogenannten kognitiven Verzerrungen, welche das Denken, die Wahrnehmung, die Erinnerungen sowie auch das Urteilsvermögen beeinflussen oder es verändern. Eine der entstellten Aspekte ist die Verlustaversion, welche den Umgang mit Verlusten und Gewinnen für die Menschen sinnlos kompliziert macht. Eine Verlustaversion ist durch jenes Phänomen gezeichnet, dass Verlusten eine höhere Gewichtung zugeteilt wird als den erzielten Gewinnen. So ist hierbei der Ärger über einen Verlust von lediglich 100 Euro generell erheblich intensiver als das Glücksgefühl über einen Gewinn mit der gleichen Endsumme.

Daher spielt eine Verlustaversion vor allem im Bereich des Marketings eine bedeutende Roll. Für den besten Marketingerfolg gilt es, den Kunden die Möglichkeiten zu zeigen sowie Kosten und auch Pflichten in das Abseits zu rücken.

Eine Verlustaversion ist daher eine wichtige Erkenntnis der neuen Erwartungstheorie aus dem Jahre 1979. Diese wurde einst von den Wirtschaftswissenschaftlern und Psychologen Amos Tversky und Daniel Kahneman erschaffen. Für diese Gesamtarbeit wurden diese Forscherkollegen im Jahre 2002 mit dem Nobelpreis geehrt.

Funktion der Verlustaversion

Eine kognitive Verzerrung hat einen hohen Einfluss auf das Marketing und die damit verbundenen Disziplinen. Wichtig ist hierbei die Irrationalität. So galt lange Zeit in den Wirtschaftswissenschaften jene Annahme, dass der ökonomisch denkende Mensch rational und mit maximalem Nutzen handelt. Dieses Phänomen der „loss aversion“ zeigt anstelle dessen, dass sich Menschen in Situationen der Entscheidung vernunftwidrig verhalten, vor allem dann, wenn die Beklommenheit hierbei eine Rolle spielt.

Diese Unsicherheiten sorgen verstärkt vor allem dafür, dass mögliche Verluste für die Verfügung höher gewichtet werden als die Gewinne. Aus jener Perspektive der Entscheidungsträger wiegen dabei die Verluste etwa doppelt so viel wie die Fortschritte in der gleichen Höhe. Die Begründung für die Verlustaversion lieferten Tversky und Kahneman außerdem mit. Die Menschen beurteilen eine Investition niemals nach dem Ergebnis. Eher erfolgt eine Bewertung in Bezug auf einen definierten Referenzpunkt. Dieser Punkt ist dabei in aller Regel der Termin des Kaufs.

Ein altbewährtes Beispiel zur Veranschaulichung einer Verlustaversion ist das Beispiel des Taxifahrers des amerikanischen Ökonomen Colin Camerer. Mit der erfahrungsgemäßen Studie lieferte dieser im Jahre 1990 einen wichtigen Beweis für die Zuverlässigkeit der Hypothese der Verlustaversion von Tversky und Hahnemann. Er beobachtete die Taxifahrer in einem schwer umkämpften Markt in der Stadt New York und nahm hierbei vor allem deren unbeständige Arbeitszeiten und Einnahmen unter seine Lupe.

Hierbei stellte er fest, dass sich auch Experten wie Taxifahrer wirtschaftlich emotional verhalten, weil diese als Menschen sogenannte „Verlustavers“ sind. An solchen Tagen mit einer hohen Nachfrage hätten die Fahrer im Gunde länger arbeiten müssen, um die anderen Tage mit einer schwächeren Nachfrage auszugleichen. Aber das Gegenteil war hierbei der Fall. So setzten sich die Taxifahrer für jeden Tag ein fixes Ziel für den Umsatz und arbeiteten anstelle dessen sehr lange an Tagen mit einer niedrigen Nachfrage, um das Tagesziel trotzdem zu erreichen.

Ein weiteres bedeutendes Beispiel für eine Verlustaversion ist der Endowment-Effekt. Dieser sagt aus, dass, wenn Menschen etwas besitzen, dies auch mehr wert ist. Dieser Effekt des Besitztums ist zugleich ein anderer Beweis für eine faktische Existenz des Grundsatzes der loss aversion. Vergleichbar gut kann dieser Endowment-Effekt auch im Bereich des Marketings genutzt werden.

Was die Verlustaversion für Investoren bedeuten kann

Nicht nur für Experten, sondern auch für normale Anleger, die bereit sind, dauerhaft und diversifiziert anzulegen, lohnt es sich, die Verlustaversion zu durchschauen. Diese führt zur Tendenz, in sichere Anlagen zu finanzieren. Auf diese Weisen lasen sich aber langfristige Zweckmäßigkeiten und auch Gewinne entgehen.

Die Ökonomen Benartzi und Thaler sind auch der Meinung, dass hierin der Grund liegt, warum sich vor allem Aktien langfristig besser lohnen als Bonds. Für langfristig orientierte Anleger lohnt sich wegen der historischen Erfahrung auch die Investition in Aktien, die jedoch im Einzelfall auch Verluste erbringen kann.

Generell weisen Aktienkurse hohe Preisschwankungen auf. Anleger, die die Kurse jeden Tag verfolgen, werden an vielen Tagen höhere Verluste beobachten. Wer diese eher selten beobachtet, nimmt auch weniger Verluste wahr.

Bedeutung und Definition: Verlustaversion

Um vor allem negative Gefühle zu verhindern, empfiehlt es sich aber, einfach nicht so oft zu schauen. So hat es sich in vielen Untersuchungen gezeigt, dass langfristige Investoren vor allem höhere Gewinne erzielen, weil diese sich von nicht-realisierten Rückschlägen weniger abschrecken lassen.

Jener Rat ist nur für Menschen sinnvoll, die ihr Geld anlegen können, das sie in den kommenden zehn oder auch mehr Jahren nicht zwingend benötigen. Wenn diese über keine derartigen Mittel verfügen, von den Verlusten sehr berührt werden und die Augen nicht von den Börsenkursen jeden Tag lassen können, sollten auf den Kauf von Aktien besser verzichten. Diese Anleger sollten besser ein Sparkonto einrichten und können so auch besser schlafen.

Wer an schlimmer Verlustaversion leidet, schreckt vor dauerhaft profitablen Investitionen eher zurück. Es lohnt sich daher auch, bei Entscheidungen für eine Investition längerfristig zu denken und zudem mit dem Kopf anstatt mit seinem Bauch zu entscheiden. Und es lohnt sich zudem, über die sogenannten Commitment-Strategien nachzudenken, welche dem Anleger helfen, die vernunftwidrige Angst vor den Verlusten überwinden zu können.

Wenn Verlustaversionen dagegen als ernste Präferenz betrachtet werden, lautet die Antwort immer Nein. Anleger oder Menschen, welche der Gedanke an eventuelle Verluste sehr schmerzt, maximieren die Zweckmäßigkeit, wenn sie eventuellen Verlusten völlig aus dem Wege gehen.

Der Ausgangspunkt der Präferenz liegt in der evolutionären Vergangenheit des Menschen. Bereits in der Savanne ging es für die Sammler und Jäger vor allem darum, jeden Tag ausreichend Nahrung zum Bestehen zu finden. Hierbei war nicht wichtig, im dauerhaften Durchschnitt hohe Gewinne zu erreichen, weil Gewinne schlechter mit den Verlusten veranschlagt werden konnten. Wenn ein prähistorischer Jäger an einem Tag zwei Tiere statt nur eines erlegt hatte, konnte er jedoch nur eines hiervon verzehren. Das übrige Fleisch war verdorben.

Zudem hinaus kann ein Gewinn immer mit einem Risiko verbunden sein, sich bei der Jagd der Tiere zu verletzen oder auch umzukommen. So bedeutete für einen prähistorischen Jäger eine hohe Verlustaversion auch die Chance zum Überleben.

Der moderne Anleger ist dennoch gut beraten, sich von solchen Handlungsweisen aus diesen vorgeschichtlichen Zeiten zu lösen.

Warum heißen Leberflecke auch Muttermal? Woher kommt der Ausdruck „Muttermal“? Erklärung, Bedeutung


Im 16. Jahrhundert wurde der Begriff des Muttermals erstmalig verwendet und fand somit dort seinen Ursprung. In der damaligen Zeit glaubten die Menschen, dass ein Leberfleck ausschließlich auf die unbefriedigten Gelüste der Mutter zurück zu führen ist. Diese Gelüste sollen wäre der Schwangerschaft nicht gestillt worden sein und aufgrund dessen weist das Kind die „Muttermale“ auf. Des Weiteren nahmen die Menschen an, dass eine Mutter etwas falsch gemacht hätte und ihr Kind wegen ihren Verfehlungen Muttermale bekommen hat. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Mal“, welches im Wort „Muttermal“ mitinbegriffen ist, lautete „Zeichen“. Auch deswegen nahmen die Menschen im 16. Jahrhundert an, dass dies ein Zeichen für die negativen Eigenschaften oder die Verfehlungen der Mutter seien.

Viele noch heute bekannte und verwendete Begrifflichkeiten und Redewendungen stammen aus dem 16. Jahrhundert.

Bei dem Begriff „Leberfleck“ handelt es sich um eine sogenannte Lehnübersetzung des medizinischen Begriffs „macula hepatica“. Dieser Begriff bezieht sich auf den bräunlichen Farbton, welcher häufig an den Farbton der Leber erinnert.

Was sind „Leberflecke“? Bedeutung, Erklärung

Bei einem Leberfleck handelt es sich um eine gutartige Wucherung von pigmentbildenden Zellen der menschlichen Haut. Der Fachausdruck des Leberflecks entspricht dem Pigmentnävus. Umgangssprachlich wird der Leberfleck auch als Pfefferfleck oder Muttermal bezeichnet, wobei der Begriff des Muttermals insbesondere in den Regionen rund um die Schweiz, Österreich sowie Bayerns am geläufigsten ist. Als Muttermal bezeichnet man den Oberbegriff für sämtliche gutartige Wucherungsarten der Haut. Hierbei handelt es sich um Wucherungen, welche die betroffene Zellart nicht einschränken. Ein Leberfleck oder auch Muttermal kann sowohl aus roten Blutgefäß- als auch aus gelben Talgdrüsenzellen bestehen. Des Weiteren kann er ebenfalls aus verschiedenen weiteren Zellen aufgebaut sein und muss dabei nicht zwangsläufig eine bräunliche Färbung aufweisen. Er kann zudem blau, rot oder weiß sein. Einige Leberflecken sind von Geburt an da und somit angeboren, wohingegen andere Leberflecken erst im Laufe des menschlichen Lebens hinzukommen und somit die Anzahl der gutartigen Wucherungen steigt.

Bei einer Lehnübersetzung handelt es sich um ein zusammengesetztes Wort, welches auf der Grundlage eines Fremdwortes gebildet wurde. Hierbei werden mindestens zwei bis hin zu allen Bestandteilen eines bestimmten Fremdwortes in eine andere Sprache übersetzt. Setzt man jedoch nur ein Bestandteil des Fremdwortes in eine andere Sprache, so nennt man dies Lehnübertragung.

Das englische Wort für Leberfleck heißt „liver spot“ und bezieht sich ausschließlich auf die uns bekannten Altersflecken – ganz im Gegensatz zu dem deutschen Leberfleck. In der englischen Sprache entspricht der „deutsche Leberfleck“ dem englischen Wort „mole“.

Leberfleck und Muttermal: Bedeutung der Worte

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Leberfleck nicht anderes ist als ein Muttermal. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Ansammlung verschiedener pigmentreicher Zellen. Auch wenn der Begriff des Muttermals noch heute gebräuchlich ist, haben die unbefriedigten Gelüste einer Mutter während der Schwangerschaft oder sonstige vermeintliche Verfehlungen ihrerseits nichts mit diesen gutartigen Wucherungen zu tun.

Was ist Cottagecore? Bedeutung, Definition, Erklärung


Im Jahr 1888 propagierte die Zeitschrift „Die Gartenlaube“ das Schäferidyll, das besonders bei den Damen aus der Aristokratie modern war- heute üben sich trendbewusste GroßstädterInnen gern im pastoralen Posieren: Cottagecore heißt der Trend für alle, die sich nach dem Ursprünglichen sehnen.

Was ist Cottagecore? Worum geht es? Bedeutung, Definition

Bei Cottagecore geht es, um das Zurück zu Natur, zur Einfachheit, zur Verbundenheit mit der Natur und zum friedvollen einfachen gemeinsamen Leben.

Gerade, wenn die Zeiten komplex, unübersichtlich und chaotisch erscheinen, hilft ein Rückzugsort Energie und Klarheit herstellen. Dieser Ort gibt Sicherheit und Stabilität. Er ist überschaubar und einfach. Das sorgt dafür, dass man nicht verrückt wird.

Cottagecore: die Sehnsucht nach der Ursprünglichkeit

Vom „Zurück zur Natur“ des Jean-Jacques Rousseau über die preußische Gräfin Lichtenau mit ihrem vor zwei Jahrhunderten modernen Schmuckbauernhof, von den Hippies und Blumenkindern der 1960er mit ihren Gänseblümchenkränzen und Friedenspicknicks im hohen Gras bis zu den jungen Leuten unserer Zeit, die heuer beim Soja-Latte Sehnsucht nach dem Landleben haben: Cottagecore ist ein nicht so neues, aber mittlerweile sehr erfolgreiches Social-Media-Phänomen, das die Sehnsucht nach dem unkomplizierten Leben im Landhaus und mitten in gesunder Natur beschreibt. Einerseits versteht man Cottagecore als Lifestyle, andererseits als eigene Ästhetik, die sich sowohl in der Mode als auch in der Einrichtung widerspiegelt. Befeuert wird der Trend aktuell vom COVID-19-Virus.

Cottagecore: Bedeutung, Definition

Der Hashtag #cottagecore war schon vor etwa zwei Jahren in den sozialen Medien vertreten. Unter anderen sorgte US-Popstar Taylor Swift nicht zuletzt mit ihrem „Folklore“-Album für die wachsende Akzeptanz eines idyllischen Landlebens: Mittlerweile gilt es als sehr cool, barfuß über Wiesen zu tanzen, Brot, Marmelade und Co. selbst zu machen und Countrymusik zu hören.

Durch die gegenwärtige Corona-Pandemie erhielt Cottagecore allerdings einen noch größeren Aufwind: „Cottage“ und „Hardcore“ passen in unsere Zeit, in der hierzulande Fahrradhändler über astronomische Verkaufszahlen jubeln, in der Harmonie bei Spaziergängen an der frischen Luft gefragt ist und Hefe zum Brot backen in den Supermärkten zur Mangelware wird. Das Phänomen gilt hier ebenso wie in den USA, wo der Trend rasant und kongruent zum Anstieg an Corona-Infektionen anwächst.

Der Trend Cottagecore romantisiert mit Videos und mit Bildern und zunehmend auch mithilfe ganz realer Produkte das Leben in einem imaginären Landhäuschen mit Garten und womöglich auch dekorativem Kleinvieh. Analysen weisen das unter anderen an der rasanten Zunahme der Likes zum Hashtag #cottagecore auf derer Blogging-Plattform Tumblr um etwa 540 Prozent nach. Unter #cottagecore brachte es das Videoportal TikTok in der letzten Zeit auf ein Plus von etwa 212 Millionen Likes.
Sicher wird der Cottagecore Trend gerade im Herbst oder im Winter noch weiter zunehmen: Die Natur wird bunter und ruhiger, in den Wohnräumen sorgt die Cottagecore-Landhaus-Romantik für mehr Gelassenheit und entspannte Atmosphäre. Hinter diesem Harmoniebedürfnis steht auch der Wunsch nach Sicherheit, legt sich doch der Corona-Virus aller Rationalität zum Trotz seit Monaten bedrückend auf das Lebensgefühl der Menschen. Deshalb hat das Landleben Konjunktur und die Cottagecore-Anhänger üben sich in der Abkehr vom Stadtleben und der als überbordend empfundenen Bedrohung durch die Technik – allerdings mit einigen Ausnahmen: So ist das Smartphone unverzichtbar, um geschäftig Bilder auf Instagram oder Videos auf TikTok zu teilen. Dazu passt ein Zitat aus den 1980er-Jahren: „Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß“

Das Leben im Cottage Trend

Das Phänomen Cottagecore ist längst inmitten der Gesellschaft angekommen. Modisch im Trend sind Firmen wie das New Yorker Label Batsheva oder die Marke Matchesfashion in luxuriös ausgerichteten Onlinestores. H&M-Kampagnen erscheinen wie Berichte vom Mittsommerfest auf dem Getreidefeld, die angesagte französische Marke Jacquemus postete auf Instagram Szenen vom Landleben im Sonnenuntergang und bei Ikea sind die Wäschetrockner wieder wie bei Oma aus robustem Holz.

Alles soll vom idyllischen und selbstbestimmten Leben abseits großer Stadtwohnungen berichten und kommt den Menschen entgegen, die Tiny Houses und Wohnwagen bevorzugen. Wer aber nun mal in der Stadt wohnt, packt sich wenigstens eine Picknickdecke in den Bergsteiger-Rucksack oder schnappt sich ein Zelt, um sich an der Ruhe der Natur zu erfreuen. Andere holen sich mit der entsprechenden Einrichtung à la Cottagecore Landhaus-Feeling in die Wohnräume.

Wohnen im Cottagecore-Trend

Die britische Vogue hat hinter der Verklärung des harmonischen und beschaulichen Lebensstils eine Mischung aus „Rebellion und Romantik“ ausgemacht. Hinter Cottagecore verorten Trendforscher sogar eine gewisse Aussteigermentalität gegenüber Konsumismus, Überproduktion und gegen Umweltzerstörung – eine Gesellschaftskritik also, allerdings hübsch inszeniert.

Ob dem Trend eine so umfassende Bedeutung zukommt, sei dahingestellt. Nicht zu übersehen ist allerdings die handgemachte Cottagecore-Ästhetik im entsprechenden Einrichtungsstil – aber neu ist auch das nicht: Schon vor mehr als 200 Jahren dekorierte man vom Porzellangeschirr bis zum Toilettenspiegel alles mit überzuckerten Hirtenszenen und auch die Klöppeldeckchen unserer Urgroßeltern zeugten wohl von Kitsch – allerdings auch vom Sinn für eine durchaus legitime Harmonie.
Deshalb ist es auch legitim, den Cottagecore-Trend heutzutage richtig „abzufeiern“ – zumindest daheim: Dazu gehören gehäkelte Tischdeckchen, selbst getöpferte Gefäße für die Zimmerpflanzen, kopfüber aufgehängte Trockenblumen oder auch selbst gebaute Holzkästen als ebenso praktische wie rustikale Wandregale. Flohmarkt-Schätzchen wie geschwungene Kaffeekannen, mit Stuck umrahmte Landschaftsbilder und geblümte Porzellanteller passen perfekt in den nostalgischen Landhaus-Stil.
Der Trend Cottagestore ist aus ästhetischer Sicht ein geradezu drastisches Gegenstück zum Minimalismus, der Raum gibt, die Bedeutung der gegenwärtigen Alltagsbelastungen gegen das wirklich Wesentliche abzuwägen.

Was ist „Reborn Babys“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Reborn Babys“ sind lebensechte Silkon Baby-Puppen.

„Reborn Babys“ werden von Erwachsenen für das Puppen- und Rollenspiel verwendet.

Über Reborn Babys: Bedeutung, Definition

Hinweis: Im Beitrag wird das Verb „spielen“ für den Umgang mit Reborn Babys genannt. Das Verb ist nicht wertend gemeint, sondern steht dafür, dass der Umgang mit den Puppen gewissen Regeln und eigenen Logiken folgt.

Reborn Babys sehen echten Neugeborenen zum Verwechseln ähnlich. Besonders ihre Mimik ist der von echten Neugeborenen nachempfunden. Auch Größe, Gewicht und Haut sind echten Babys nachempfunden. Reborn Babys fallen durch ihre gerunzelte Stirn auf. Auch Adern in der Haut sind zu sehen.

Erwachsene, die mit Reborn Babys spielen, behandeln die Puppen wie echte Neugeborene. Sie geben der Puppe einen Namen. Sie füttern die Puppen, wechseln die Windeln, kleiden die Puppen, gehen mit ihnen spazieren und liebkosen die Puppen. Sie reden und kuscheln mit ihnen.

Für viele Reborn-Baby-Puppen-Liebhaberinnen ist das Spiel mit den Puppen ein Hobby.

Erwachsene die mit „Reborn Babys“ spielen, werden „Reborner“ bzw. „Rebornerin“ genannt.

Reborn Babys: Herstellung, Anpassung

Die Reborn-Baby-Puppen werden teils aufwändig in Handarbeit hergestellt. Als Material für die Hülle wird Silikon und Vinyl verwendet. Das Füllmaterial besteht unter anderem aus Watte und Granulat.

Ein Reborn Baby kann komplett individuell modelliert werden. Geschlecht, Augen, Mund, Nase, Hautfarbe, Wimpern, Haare, Hände (geöffnet, kleine Fäuste) und Fingernägel können individuell angepasst werden. Rötungen und Hauttöne können festgelegt werden.

Ein Reborn Baby wird so gefüllt, dass es eine Gewichtsverteilung wie bei einem echten Baby hat. Wie bei einem echten Baby muss also bei einem Reborn Baby der Kopf gestützt werden.

Teils wird ein Reborn Baby auch in einer eigenen (künstlichen) Fruchtblase mit (künstlicher) Nabelschnur geliefert. Die Reborn-Baby-Liebhaberin muss dann die Fruchtblase öffnen und die Nabelschnur entfernen.

Reborn Babys werden teils mit individueller Geburtsurkunde geliefert. Auf der Geburtsurkunde stehen dann Name, Geburtsort, Geburtszeit, Größe und Gewicht. Die Daten auf der Geburtsurkunde entsprechen meist den Fertigungsdaten. Der Geburtsort ist dann der Ort, in dem das Reborn Baby gefertigt wurde. Die Geburtszeit ist die Uhrzeit an dem die Puppe fertig wurde.

Der Preis für ein Reborn Baby beginnt im unteren dreistelligen Bereich und kann den oberen dreistelligen Bereich übersteigen.

Warum spielt jemand mit „Reborn Babys“? Bedeutung, Psychologie

Es gibt verschiedene Ansätze und Vermutungen, warum Erwachsene mit Reborn Babys spielen.

Grundsätzlich gilt, dass Erwachsene mit den Reborn Babys bestimmte Bedürfnisse und Emotionen befriedigen. Ein Bedürfnis ist z.B. der Wunsch Mutter zu sein, Muttergefühle zu fühlen und sich, um jemanden zu kümmern.

Reborn Babys erlauben es, sich ein Wunsch Baby zu kreieren. Wer will, kann also das perfekte Baby mit allen Details erschaffen und seinen Wunsch wahr werden lassen. Dies fängt an beim Wunschgeschlecht und geht weiter zum Wunsch-Erscheinungsbild.

Das Spiel mit den Reborn Babys hat noch einen weiteren Effekt. Das Reborn Baby bringt Rhythmus und Struktur in den Alltag. Das kann gegen Aufgabenlosigkeit oder Langeweile helfen.

Tipp: Liebe Leserinnen und Leser, betrachten Sie das Spiel mit den „Reborn Babys“ als Hobby. Dann bekommt das ganze eine andere Bedeutung.

Reborn Baby: Konsequenzlose Realität

Ein Reborn Baby erlaubt viele positive Erfahrungen und schützt vor negativen (unangenehmen) Erfahrungen wie z.B. ein schreiendes Baby, schlechter Schlaf, volle Windel, ein Baby, dass krank ist oder schlecht isst. Auch Arztbesuche entfallen. Windeln müssen nicht gewechselt werden.

Mit Reborn Babys kann gespielt werden, muss es aber nicht. Für echte Babys gilt diese Logik nicht. Wenn ein echtes Baby schreit, muss reagiert werden, egal ob man will oder nicht, egal ob man schlafen wollte oder total erschöpft ist.

Die Reborn Babys erlauben eine konsequenzlose Realität. Es ist egal, ob man heute Interesse an ihnen hat oder nicht. Es besteht keine Notwendigkeit mit der Puppe zu interagieren. Wird die Puppe mehrere Stunden oder Tage nicht angefasst, hat dies keine negativen Folgen.

Motivationen, warum Menschen mit Reborn Babys spielen:

Reborn Baby – Ansatz 1: Mütter, bei denen die Kinder schon aus dem Haus sind

Diese Mütter vermissen es sich um ihre Kinder zu kümmern und lassen ihre Erinnerungen an die Babyzeit ihrer eigenen Kinder mit einem Reborn Baby wieder aufleben.

Reborn Baby – Ansatz 2: Junge Frauen, die das Muttersein testen wollen.

Diese jungen Frauen wollen wissen, wie es ist, sich um ein Baby zukümmern.

Reborn Baby – Ansatz 3: Wunsch, sich um jemanden zu kümmern.

Das „Reborn Baby“ kann den Wunsch befriedigen, sich um jemanden zu kümmern, also für jemanden dazu sein und Verantwortung zu übernehmen.

Für ehemalige Erzieherinnen, die nun in Rente sind, kann das Reborn Baby helfen an den alten Beruf anzuknüpfen.

Für Rentner kann ein „Reborn Baby“ auch eine Beschäftigung sein.

Reborn Baby – Ansatz 4: Ein Reborn Baby mit anderen Geschlecht als die eigenen Kinder

Ein weiteres Motiv kann sein, dass eine Reborn-Baby-Liebhaberin sich mit einem Reborn Baby den Wunsch nach einem Mädchen oder Jungen erfüllt. Dieser Wunsch kann stark sein, wenn eine Mutter nur Jungs oder Mädchen hat.

Reborn Baby – Ansatz 5: Ersatz für Fehlgeburt

Ein Reborn Baby kann über den Schmerz eines verlorenen Babys oder einer Fehlgeburt hinweghelfen.

Reborn Baby – Ansatz 6: Unerfüllter Kinderwunsch

Eine Frau, die einen Kinderwunsch hat, diesen aber nicht erfüllt, weil er z.B. nicht in ihre aktuelle Lebenssituation passt, kann mit einem Reborn Baby den Kinderwunsch trotzdem ausleben.

Reaktionen auf Reborn Babys / Reborn Puppen

Die gesellschaftliche Akzeptanz vom „Reborn Baby“-Puppenspiel ist gering.

Reborner (Reborn-Baby-Puppen-Liebhaber) erleben oft, dass ihr Umfeld oder Unbekannte mit Unverständnis und Skepsis reagieren. Wer zum ersten Mal mit dem Reborn-Baby-Trend in Kontakt kommt, fragt sich meistens, was das soll und wozu es gut ist.

Da für viele Rebornerinnen das Spiel mit den Reborn-Baby-Puppen ein Hobby ist, stellt sich die Frage, warum dieses Hobby schlechter sein soll als andere Hobbys?

Reborn Baby: Community und Messen

Aufklärung betreiben Reborn-Baby-Puppen-Liebhaber im Internet selbst. Verscheidene YouTube-Kanal widmen sich der Thematik „Reborn Baby“. Zwei bekannte Kanäle sind „Little Reborn Nursery“ (Link zum YouTube-Kanal: hier) und „Maggies Reborn Welt“ (Link zum YouTube-Kanal: hier).

Reborn-Baby-Puppen-Liebhaberinnen tauschen sich im Internet aus. Sie betreiben Blogs, Foren und Chats. In den sozialen Medien tauschen Rebornerinnen unter den Hashtags: #Rebornbaby, #RebornMommy, #RebornLove, #RebornArt, #RebornFamily, #RebornDollCommunity

Es finden Messen für Reborn-Baby-Puppen-Liebhaberinnen statt. Diese sind unter anderem in Hamburg, Erfurt, Eschwege oder Sonneberg. Die Messen dienen dem Austausch.

Was bedeutet „hangry“ auf deutsch? Bedeutung, Definition, Übersetzung, Erklärung


Der englische Ausdruck „hangry“ beschreibt den Umstand, dass das Gefühl des Hungers von Gefühlen der Wut, der Genervtheit und des Ärgers begleitet werden kann.

„Hangry“ steht dafür, dass jemand wütend, sauer, leicht reizbar und schlecht gelaunt wird, weil er (oder sie) Hunger hat. Anders formuliert: Ein leerer Magen führt zu schlechter Laune.

Was heißt „hangry“ auf deutsch? Übersetzung

Auf deutsch kann „hangry“ als „Hunger-Wut“ oder „wütend hungrig“ übersetzt werden. Wissenschaftlich kann „hangry“ als „Hunger-induzierter Ärger“ oder „Appetit-induzierter Ärger“ übersetzt werden.

Das englischen Wort „hangry“ ist ein Kofferwort aus den Worten „hungry“ und „angry“. („Hungry“ bedeutet auf deutsch „hungrig“. „Angry“ bedeutet auf deutsch „wütend“ bzw. „sauer“.)

Gibt es „Hangry“ wirklich? Wie entsteht die Hunger-Wut?

Hunger ist eine starke Emotion. Wer lange nichts gegessen hat, ein Loch im Bauch und großen Appetit verspürt, kann schlechte Laune bekommen.

Großer Hunger äußert sich unter anderem dadurch, dass jemand weniger Geduld hat, ungeduldig ist und Zustände (oder Mitmenschen) schlechter erträgt. Jemand, der unter großem Hunger leidet, ist gereizt und übellaunig. Mit ihm (oder ihr) ist gerade nicht gut Kirschen essen.

Hangry und der Blutzucker

Wie Hunger genau entsteht, ist wissenschaftlich nicht exakt belegbar, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Ein Faktor ist z.B. der Blutzuckerspiegel. Zucker, in der Form von Glukose, dient als Treibstoff für unseren Körper und unser Gehirn.

Es gilt: Ist die Blutzuckerkonzentration im Blut hoch, ist das Energielevel hoch. Ist die Blutzuckerkonzentration im Blut niedrig, ist das Energielevel niedrig.

Sinkt der Glukose-Gehalt im Blut so lässt die Konzentration, Selbstbeherrschung und Willenskraft nach. Das Energie-Level sinkt und das Gehirn schaltet auf Sparbetrieb. Flüchtigkeitsfehler entstehen leichter und man wird unachtsam. Das Zurückhalten fällt schwerer, man wird impulsiver und manche werden ausfallend. Manche werden patzig und unfreundlich. Dies ist Ausdruck des Hungersgefühls, dass von schlechter Laune, Genervtheit und Wut begleitet wird. Man wird „hangry“. Der Körper sendet hier ein Signal: „Ich brauche neue Glukose“.

Bekommt der Körper nun keine Glukose durch die Nahrungsaufnahme, verfällt er in Panik. Das Gehirn fängt nun nämlich an das Stresshormon Adrenalin auszuschütten, dass den Körper in einen Alarmzustand versetzt. Der Alarmzustand sorgt für Energie, damit schnell eine Nahrungsquelle gesucht werden kann. Die Stresshormone und der Alarmzustand sorgen aber auch für Wut, Ungehaltenheit, Reizbarkeit, Nervosität und Ärger.

Anmerkung 1: Erkennen, dass man hangry ist

Wer „hangry“ ist und das nicht weiß, kann einem Fehlschluss erliegen. Denn wenn man unwissend „hangry“ ist, so kann der Ärger auf die Umwelt projiziert werden. Dann sind die anderen Menschen schuld am eigenen Ärger.

Daher ist die erste Regel: Erkenne, dass du hangry bist. Erkenne, dass dein Hunger die Ursache deines Ärgers und deiner Ungehaltenheit ist.

Anmerkung 2: Was beim Hunger eine Rolle spielt

Beim Hunger spielen viele Faktoren eine Rolle, nicht nur der Blutzuckerspiegel im Blut. Die Leber und der Magen senden Signale. Der Hypothalamus redet mit. Die Fülle des Magens und seine Dehnung spielen ebenso eine Rolle. Hormone wie Ghrelin, Amylin und Leptin, Hungerhormone und gewisse Resistenzen gegen Hormone spielen eine Rolle. Das Fettgewebe beeinflusst den Hunger ebenfalls.

Der Kontext, die Umgebung und auch die aktuelle Tätigkeit beeinflusst den Hunger. Müdigkeit, Stress, Schmerzen und Leiden beeinflussen den Hunger.

Hangry: Was hilft dagegen?

Tja, wer hangry ist, sollte etwas essen. Hier sollte auf gesunde vollwertige Nahrung gesetzt werden, damit der Körper davon lange etwas hat.

Traubenzucker oder Junk Food helfen zwar gegen den Hunger, aber sie helfen nur kurzfristig. Denn der Körper verbrennt die Glukose und wird schnell wieder hungrig.

Wer unterwegs „hangry“ wird, sollte einen Apfel oder Müsliriegel essen.

Hangry: Eine persönliche Geschichte

Der Autor dieses Beitrages war mit seiner Liebsten einmal in einem Restaurant. Er war hangry. Sie saßen an einem Tisch auf der Terasse. Als nach fünf Minuten kein Kellner kam, ging er rein und fragt, ob er hier etwas zu Essen haben kann. Im Restaurant bejahte man das und er sagt, dass er draußen sitzt und ging wieder raus. Wenige Minuten später war der Kellner da und brachte die Karte. Der Kellner entschuldigte sich.

Der Autor war so hungrig, er entschied ganz schnell. Seine Liebste brauchte länger. Als der Kellner an ihrem Tisch vorbei ging, hielt er ihn an und sagte, was er Essen will. Die Liebste schaute erbost auf, denn sie hatte noch nicht gewählt. Das hatte den Autor irgendwie nicht interessiert. (sorry!) Der Kellner ging wieder, kam wenige Minuten später und die gemeinsame Bestellung wurde aufgegeben.

Im Restaurant wurde das Essen innerhalb von rund zehn Minuten zubereitet und an den Tisch gebraucht. Der Autor dieser Geschichte speiste mit Freude und die Hunger-Wut verschwand. Er war nicht mehr hangry.

Der Kellner erhielt für das Verhalten des Autors ein großzügiges Trinkgeld.

Was ist der Midas-Effekt? Bedeutung, Definition


Als Midas-Effekt wird der Effekt bezeichnet, dass Menschen nach einer Berührung großzügiger werden.

Der Midas-Effekt konnte bisher durch die Wissenschaft nicht nachgewiesen werden. Es gibt aber Hinweise.

Midas-Effekt: Bedeutung, Definition

In der Regel wird vom Midas-Effekt in Bezug auf Kellner und Kellnerinnen gesprochen. Die Annahme ist, dass eine simple Berührung des Gastes dessen Bereitschaft steigert mehr Trinkgeld zugeben. Auch soll eine einfache Berührung dazu führen, dass jemand eher an einer Umfrage teilnimmt und eher etwas teilt (z.B. Zigaretten).

Es wurde bei Kellnern und Kellnerinnen beobachtet, dass sie mehr Trinkgeld erhalten, wenn sie ihre Gäste berühren. Diese Beobachtung wurde „Midas-Effekt“ genannt. Welchen Einfluss Sympathie, Mimik, Gestik, Körperbau, Attraktivität, Rhetorik oder die Unterhaltsamkeit der kellnernden Person spielten, wurde nicht untersucht. Weitere Einflussfaktoren können sein: Kontext, Umgebung, Einfluss der Getränke, usw.

Ein Midas-Effekt konnte unter wissenschaftlichen Maßstäben bei Laborversuchen bisher nicht nachgewiesen werden.

Gibt es den Midas-Effekt wirklich?

Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sich auf der menschlichen Haut Fasern befinden, die Berührungen als angenehm oder unangenehm bewerten. Die Information senden die Fasern an das Gehirn weiter. Diese Fasern werden „C-taktile Fasern“ genannt. Eine andere Bezeichnung ist „Kuschelnerven“ .

Die C-taktilen Fasern helfen die psychologische Qualität einer Berührung zu ermitteln.

Die Fasern arbeiten (teils) unabhängig von uns. Das heißt die Fasern nehmen Berührungen war, auch wenn wir das gar nicht so richtig mitbekommen. Die Information, ob die Berührung angenehm oder unangenehm war, übermitteln die Fasern an das Gehirn. Dort wird sie verarbeitet und kann Einfluss auf das Verhalten nehmen.

Menschliche Beziehungen leben von Berührungen

Familien berühren einander, Freunde berühren einander, Eltern berühren ihre Kinder und Partner sich gegenseitig. Menschliche Beziehungen leben von Berührungen. Berührungen sind sehr wichtig. Sie helfen Beziehungen und Vertrauen zu stärken.

Berührungen erzeugen Bindung. Sich zu berühren, ist Ausdruck, dass eine Beziehung funktioniert. Berührungen sorgen für ein Zufriedenheitsgefühl. Körperliche Nähe ist eben sehr wichtig.

Der erdachte Midas-Effekt könnte einfach dafür stehen, dass Gäste die Berührungen zulassen einem Kellner oder einer Kellnerin vertrauen. Sie lassen sich anfassen. Wer dem Kellner vertraut und Sympathie hegt, ist vielleicht auch geneigt, mehr Trinkgeld zu geben.

Berührungen können sogar Konflikte entschärfen. Umarmen sie doch die Person, die Streit sucht.

Die Palette der menschlichen Berührungen ist lang:

  • Hände schütteln
  • Händchen halten
  • auf die Schulter klopfen
  • High 5 geben
  • Umarmen
  • Drücken
  • Streicheln
  • Kraulen
  • schmusen
  • Kosen
  • Anfassen
  • tätscheln
  • zärtlich sein
  • Ei ei machen
  • sich anlehnen
  • kitzeln

Woher der Midas-Effekt seinen Namen hat: Bedeutung, Definition

Die Midas-Geschichte ist eine Sage und entstammt der griechischen Mytologie.

In der Antike soll es im Mittelmeer-Raum einen König gegeben haben, der sich wünschte, dass sich alles in Gold verwandelt, was er berührt. Dieser König hieß Midas. König Midas erhielt seinen Wunsch und alles, was seine Hände berührten, verwandelte sich in Gold. Dies galt für alles: Essen, Äpfel, Tiere, Menschen, Steine, Wasser und Kleider.

Doch die Fähigkeit hatte einen großen Nachteil. König Midas konnte nichts mehr Essen und nichts mehr Trinken. Er drohte zu verhungern und zu verdursten. Er bat die Götter, dass sie ihm die Fähigkeit wieder wegnehmen. Der griechische Gott Dionysos sagte ihm, dass er im Fluss Paktolos baden soll, um die Gabe abzuwaschen. Das tat König Midas und die Gabe, alles in Gold zu verwandeln, ging auf den Fluss über. Dies führte dazu, dass der Paktolos der goldreichste Fluss Kleinasiens wurde.

(Anmerkung der Redaktion: Die Moral von der Geschicht könnte sein, dass nicht jeder Wunsch erfüllt werden und man vorsichtig mit seinen Wünschen sein sollte.)

Der Midas-Effekt wurde nach König Midas benannt, da die Berührung die vergoldende Wirkung hat. Was für König Midas galt, gilt eben für Menschen, die eine Beziehung durch Handauflegen verbessern.

Was ist der Kotmidas-Effekt? Bedeutung, Definition

Das Gegenteil des Midas-Effekt wird scherzhaft „Kotmidas-Effekt“ genannt. Bei diesem gegenteiligen Effekt, sorgt eine Person durch Berührung oder Interaktion mit jemanden oder etwas, dass sich dessen Zustand (oder Ruf) verschlechtert und sein Wert gemindert wird.

Der „Kotmidas-Effekt“ ist ein Scherz und wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Weitere Bedeutung: Midas Effekt

„Der Midas-Effekt: Wenn Träume Realität werden“ ist ein Buch von Raja Öllinger-Guptara.

Was ist „senile Bettflucht“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als senile Bettflucht wird das Phänomen bezeichnet, dass Menschen im Alter früh Aufwachen, morgens nicht mehr Schlafen können, abends schnell müde werden, ein verringertes Schlafbedürfnis und eine verringerte Schlafgesamtdauer haben.


Hinweis: Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Bitte nutzen Sie ihn nicht zur Selbstdiagnose. Dieser Artikel ersetzt keinen Arztbesuch! Suchen Sie im Zweifelsfall oder bei Fragen Ihren Arzt auf!


Senile Bettflucht: Auswirkungen, Bedeutung

Der Ausruck „senile Bettflucht“ wird oft scherzhaft verwendet. Die senile Bettflucht ist per se keine Krankheit, sondern erst einmal das Phänomen, dass alte Menschen – ob sie wollen oder nicht – früher wach und abends schneller müde werden.

Die senile Bettflucht führt dazu, dass Senioren abends schneller müde werden und morgens – wenn die Sonne aufgeht – hellwach sind.

Die senile Bettflucht kann als Leiden empfunden werden, wenn Betroffene sich tagsüber unausgeschlafen, nicht erholt und müde fühlen.

Meist wird die senile Bettflucht durch eine Mittagsruhe oder Mittagsschlaf begleitet.

Gibt es die senile Bettflucht wirklich?

Ja, so etwas wie die senile Bettflucht gibt es wirklich. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass sich im Alter der Schlaf- und Wachrhythmus verschiebt.

Im Alter nimmt die Schlaftiefe, die Schlafdauer und die Schlafkontinuität ab. Bei Senioren treten somit mehr Wachphasen ein.

Wissenschaftler (der Universitäten Basel und Zürich) haben nachgewiesen, dass sich ab dem 20. Lebensjahr der Schlaf- und Wachrhytmus nach vorne verschiebt. Das bedeutet mit jedem Jahr, dass ein Mensch älter wird, wird er früher wach. Dies führt dazu, dass alte Mensch eben sehr früh wach werden.

Senile Bettflucht: Der Nucleus suprachiasmaticus entscheidet

Für diesen Effekt ist die innere Uhr verantwortlich. Der Fachausdruck für diese innere Uhr ist „zirkadianer Schrittmacher“. Er sitzt im Gehirn im Nucleus suprachiasmaticus. (Anmerkung der Redaktion: Betrachten Sie den Nucleus suprachiasmaticus als Taktgeber, der mit allen Körperzellen kommuniziert und ihnen sagt, was sie wann tun sollen.)

Der Nucleus suprachiasmaticus beeinflusst, was wann am Tag passiert. Er beeinflusst den Schlaf, Schlafphasen, die Körpertemperatur, den Blutdruck, die Verdauung und auch die Hormone.

Der Nucleus suprachiasmaticus wird vom Tageslicht und von der Dunkelheit beeinflust. Scheint die Sonne lässt er Wachmach-Hormone (Cortisol) ausschütten, wird es Dunkel lässt er Schlaf-Hormone (Melatonin) ausschütten.

Der Nucleus suprachiasmaticus bewirkt nicht nur, dass alte Menschen sehr früh wach werden. Er entscheidet auch darüber, ob jemand Frühaufsteher (Lerche) oder Morgenmuffel (Eule) ist.

Während der Pubertät sorgt der Nucleus suprachiasmaticus dafür, dass Pubertierende nachts wach und aktiv sind. Nach dem 20. Lebensjahr verschiebt er seine Richtung von „Nachts aktiv“ zu „Tags aktiv“ kontinuierlich.

Weiterhin stellten die Wissenschaftler fest, dass sich im Alter der Hormonhaushalt verändert und weniger Schlafhormone (Melatonin) produziert werden. Dies führt dazu, dass der Schlaf weniger tief und lang wird.

Warum es die senile Bettflucht gibt, konnte die Wissenschaft bisher nicht im Detail klären.

Ist senile Bettflucht umkehrbar, vermeidbar oder heilbar?

Auf natürlichem Wege ist die senile Bettflucht nicht umkehrbar. Sie ist ein natürlicher Prozess, der bei jedem Menschen stattfindet.

Ein Anlass senile Bettflucht als etwas schlechtes oder als etwas das behandelt werden muss zu betrachten, kann gegeben sein, wenn Schlaf nicht mehr erholend wirkt und man Tagsüber müde oder schläfrig ist. In diesem Fall kann die Konsultation eines Arztes helfen.

Senile Bettflucht: Was Sie tun können

Wer schlecht schläft, hat mehrere Möglichkeiten die eigene Schlafqualität zu verbessern. Ein gesunder Lebensstil, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sorgen für besseren Schlaf. Sport hat einen sehr positiven Einfluss auf den Schlaf.

Weitere Möglichkeiten sind:

  • Auf Mittagsschlaf verzichten.
  • Schlafzimmer komplett abdunkeln.
  • Alleine ohne Partner in einem Bett schlafen.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten abklären.
  • Erst Schlafen gehen, wenn man wirklich müde ist.
  • Wenn man nicht schlafen kann, aufstehen und etwas lesen.
  • Wenn man müde ist, nicht auf selbst-leuchtende Geräte (Fernseher, Handy, Laptop) schauen. Das blaue Licht hält wach.
  • Entspannungsübungen.
  • Eine Tasse Tee trinken.
  • Auf Alkohol am Abend verzichten.
  • Auf Kaffee, Koffein, Teein, grüner Tee, schwarzen Tee verzichten.
  • Achten Sie auf eine angenehme Schlafzimmertemperatur.
  • Entfernen Sie Fernseher, Laptop und Smartphone aus dem Schlafzimmer.
  • Essen Sie Abends etwas leichtes, nichts schweres.
  • Schreiben Sie Tagebuch. Werden Sie Ihre Sorgen los.
  • Meditieren Sie.

Warum gibt es die senile Bettflucht?

Ein Erklärungsversuch bezieht sich auf die Urzeiten, als Menschen noch in großen Sippen zusammenlebten. Hier lebten Alt und Jung zusammen. Das unterschiedliche Schlafverhalten erwies sich als vorteilhaft. Denn während die jungen morgens schliefen, waren die alten wach. Damit konnten die alten morgens die Sippe beschützen und ggf. Alarm schlafen, falls Feinde oder Raubtiere in der Nähe waren. Im Gegenzug bewachten die jungen die alten dann am Abend.

Ein Wissenschaftler-Team der Universität Toronto untersuchte diese These bei den Hazda in Tansania. Die Hazda sind ein nomadischer Jäger- und Sammler-Stamm. Sie verwenden noch Steinwerkzeuge. Die Hazda leben und schlafen in Strohhütten. In einer Hütte schlafen maximal zwei Erwachsene und mehrere Kinder.

Die Forscher statten 33 Hazda mit Bewegungssensoren aus. Nach rund drei Wochen werteten die Forscher die Daten aus. Es zeigte sich, dass die 33 Menschen niemals gleichzeitig schliefen, sondern zu jeder Tageszeit mindestens ein Mitglied wach war. Die Forscher ermittelten, dass es eine Korrelation zwischen dem Alter und dem Wach-Schlaf-Rhythmus gab. Das Alter einer Person war also entscheidend, wann sie wach war und wann sie schlief.

Was ist die 7-Tage-Inzidenz? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die 7-Tage-Inzidenz ist ein epidemiologischer Richtwert, der als Entscheidungsgrundlage für die Aufhebung oder Intensivierung von eindämmenden Maßnahmen dient.

Mit der 7-Tage-Inzidenz wird angegeben, wie viele gemeldete Neuinfektionen je 100.000 Einwohner es in den letzten sieben Tagen gab.

Sieben-Tage-Inzidenz: Defintion, Bedeutung

Liegt die 7-Tage-Inzidenz über einer definierten Obergrenze müssen Städte oder Landkreise weitere Eindämmungsmaßnahmen (Beschränkungen) verhängen.

Für Deutschland hat die Deutsche Bundesregierung im Mai 2020 als Obergrenze den Wert von 50 Coronavirus-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner definiert. Werden in einem Landkreis oder einer Stadt über 50 Corona-Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen gemeldet, so muss der Landkreis oder die Stadt weitere Eindämmungsmaßnahmen verhängen. (Bundesländer können die Obergrenze anpassen und selbst festlegen. Für Bayern hat die bayerische Landesregierung eine Obergrenze von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner festgelegt.)

Anhand der 7-Tage-Inzidenz zeigt sich, wie effizient eindämmende Maßnahmen waren. Denn die 7-Tage-Inzidenz kann immer mit der gesamten Fallzahl je 100.000 Einwohner verglichen werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz wird wie folgt errechnet: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen wird ermittelt. Diese wird dann durch die Einwohnerzahl einer Stadt oder eines Landkreises geteilt. Danach wird das Ergebnis mit 100.000 multipliziert.

An der 7-Tage-Inzidenz zeigt sich aber auch, ob Neuinfektionen verstärkt auftreten, wenn eindämmende Maßnahmen gelockert werden.

Die 7-Tage-Inzidenz dient als Richtwert, um eine erneute Ausbreitung eines Virus oder einer Erkrankung zu erkennen und darauf entsprechend zu reagieren.

Außerdem dient die Sieben-Tage-Inzidenz dazu, Infektionen regional vergleichbar zu machen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz wird als relative Zahl angegeben, nicht als absolute Zahl.

Was heißt „Inzidenz“ auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung

Das Wort „Inzidenz“ leitet sich vom lateinischen Verb „incidere“ ab. „Incidere“ bedeutet auf deutsch „vorfallen“. Das Wort „Inzidenz“ bedeutet damit auf deutsch „Vorfall“ oder „Zwischenfall“.

Was ist das Präventionsparadox? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Präventionsparadox lautet wie folgt: Präventionsmaßnahmen, die der ganzen Bevölkerung oder Gesellschaft einen hohen Nutzen bringen, bringen dem Einzelnen oder der Einzelnen nur wenig Nutzen.

Das Präventionsparadox wurde in den 1980er Jahren erstmals vom britischen Epidemiologen Geoffrey Rose beschrieben. Er beschrieb es am Beispiel von Herzkrankheiten. (Wenn viele Menschen an Präventionsmaßnahmen teilnehmen, kann die allgemeine Lebenserwartung erhöht und die Zahl der Krankheitsfälle verringert werden.)

Das Präventionsparadox kann auch wie folgt formuliert werden: „Präventive Maßnahmen, die einer kleinen Gruppe einen hohen Nutzen bringen, bringen einer großen Gruppe einen geringen bis gar keinen (positiven) Nutzen.“

Präventionsparadox: Bedeutung, Definition, Beispiele und Folgen

Konkret am Beispiel vom Coronavirus (Covid-19) formuliert, lautet das Präventionsparadox wie folgt: „Präventive Maßnahmen, die dass Leben von Risikogruppen (Ältere, Vorerkrankte) schützen, bringen der restlichen Bevölkerung wenig positiven Nutzen.“ Anders formuliert: Menschen, die nicht Teil einer Risikogruppe sind, schränken sich durch Präventionsmaßnahmen (Social Distancing, Zuhause bleiben) ein, um Ältere oder Vorerkrankte zu schützen.

Die Logik hinter dem Präventionsparadox ist folgende:

  1. Die Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen sind erfolgreich. Weniger Menschen als erwartet erkranken und weniger Menschen als erwartet sterben am Virus. = Die Katastrophe bleibt aus.
  2. Also a) (Interpretation 1)
    • a) Die Maßnahmen waren übertrieben. So schlimm wie befürchtet, ist es nicht gewurden.
    • b) Wir haben die Lage unter Kontrolle. Krankenhäuser sind nicht überfordert.
    • c) Die Motivation und Compliance sich weiter an Eindämmungsvorschriften zu halten, sinkt. Das Verständnis für geschlossene Geschäfte sinkt. (Compliance = Bereitschaft aktiv mitzuwirken)
    • Folge: Wenn Präventionsmaßnahmen gestoppt werden, kann eine Krankheit erneut ausbrechen oder unkontrollierbar werden. (Kann = Konjunktiv!)
  3. Also b) (Interpretation 2)
    • a) Die Katastrophe ist nur ausgebleiben, weil die Maßnahmen so stark („übertrieben“) waren.
    • b) Damit ist die Lage nur unter Kontrolle, weil die Maßnahmen so „übertrieben“ waren.
    • c) Wegen 3 a) und 3 b) sollten die Maßnahmen nur langsam gelockert werden.

Beim Präventionsparadox passiert folgendes:

  • Wird eine Katastrophe abgewendet, so wirken Warnungen und Maßnahmen übertrieben.
  • Schäden, die ausgeblieben sind, sind nicht sichtbar.
  • Ein Einzelner mag seine Wirkung unterschätzen, aber wenn viele Menschen sich gleichzeitig an Maßnahmen beteiligen, entsteht eine Wirkung von der die gesamte Bevölkerung profitiert.
  • Eine Risikogruppe wird besser geschützt oder profitiert von präventiven Maßnahmen, wenn möglichst viele Menschen, auch Menschen, die nicht Teil einer Risikogruppe sind, sich an Präventivmaßnahmen halten.
  • Das Paradox entsteht, weil Menschen sich an Präventivmaßnahmen halten sollen, die ihnen wenig Nutzen bringen.
  • Ferner steht das Präventionsparadox für das Spannungsfeld zwischen Egoismus und Soldarität.
  • Das Präventionsparadox steht auch für Risikoscheue (Risikoaversion). Denn ein Risiko wird durch präventive Maßnahmen nicht eingegangen, sondern das Risiko wird sogar gesenkt. (Anmerkung der Redaktion: Hier passt wohl der deutsche Spruch „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ ganz gut.)
  • Da präventive Maßnahmen, dass Risiko an einer Krankheit zu erkranken gesenkt haben, kann nie herausgefunden werden, wie eine Krankheit sich ohne präventive Maßnahmen verbreitet hätte oder wie sie verlaufen wäre.

Das Präventionsparadox führt dazu, dass eine eigene Gruppendynamik entsteht. Wenn Präventionsmaßnahmen gut funktionieren, entsteht ein Eindruck von Kontrolle und damit ein Gefühl der Sicherheit. Dies führt dazu, dass bisherige Präventionsmaßnahmen (Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkungen, Shutdown, Lockdown) als übertrieben wahrgenommen und in Frage gestellt werden. Damit sinkt die Motivation, sich weiter an Eindämmungsmaßnahmen wie Social Distancing zu halten. Außerdem werden Forderung laut, die Präventionsmaßnahmen aufzuheben.

Präventionsparadox und Impfungen

An Impfungen und Impfgegner zeigt sich das Präventionsparadox sehr gut.

  1. Impfungen werden durchgeführt:
    • Gegen eine Krankheit wird nach und nach die Bevölkerung geimpft.
    • Dies führt dazu, dass Krankheitsfälle immer weniger werden, bis die Krankheit gar nicht mehr auftritt.
    • Dies führt dazu, dass Menschen, die die Krankheit unmittelbar erlebt haben, weniger werden. Allgemein verliert sich das Bewusstsein der Menschen für die Gefährlichkeit der Krankheit, weil eben immer weniger Menschen, die Krankheit erlebt oder bei anderen gesehen haben.
  2. Folgen:
    • Impfungen haben dazu geführt, dass eine Krankheit verschwand.
    • Menschen beginnen sich auf Nebenwirkungen der Impfungen und Impfschäden zu konzentrieren, weil diese sichtbar sind – im Gegensatz zur Krankheit.
  3. Also a) (Interpretation 1)
    • Menschen, die sich auf die Nebenwirkungen von Impfungen fokussieren, verlieren das Vertrauen in Impfungen.
    • Sie stellen Impfungen in Frage und verweigern teils Impfungen.
    • Die Logik könnte sein: „Wozu impfen, wenn doch keiner die Krankheit hat?“ oder „Wozu Gesunde impfen?“
    • Folgen: Es kann zu Ausbrüchen von Krankheiten kommen, gegen die jemand die Impfungen verweigert hat. (Eine Folge davon wäre, dass die Impfbereitschaft dann wiedersteigt.)
    • Eine andere Folge ist: Die Herdenimmunität schützt Nicht-Geimpfte, wodurch diese sich in ihrer Entscheidung gegen das Impfen bestätigt sehen, da sie ja nicht krank werden.
  4. Also b) (Interpretation 2)
    • Haltung: „Impfungen haben Nebenwirkungen, aber ihre Vorteile überwiegen“. Impfungen verhindern, dass wir (oder ich) eine bestimmte Krankheit bekommen kann.
    • Also: Impfen.
Unterschied Bakterien und Viren erklärt: Bedeutung, Definition, Erklärung


Bakterien und Viren haben viele Unterschiede und wenige Gemeinsamkeiten. Zwei Gemeinsamkeiten haben Bakterien und Viren. Sie können nicht mit dem bloße Auge gesehen werden. Bakterien und Viren können krank machen.

In diesem Beitrag erfährst du mehr über die Unterschiede zwischen Bakterien und Viren:

Unterschied Bakterien und Viren: Größe

Bakterien können bis zu zehn Mikrometer (µm) groß sein. (1 Mikrometer = 0,001 Millimeter (mm); 10 Mikrometer = 0,01 Millimeter.)

Viren sind viel kleiner. Sie sind zwischen 20 bis 300 Nanometer groß. (1 Nanometer = 0,000.001 Millimeter (mm); 20 Nanometer = 0,000.02 Millimeter.)

Rhinoviren sind 20 bis 30 Nanometer groß.
Herpesviren sind 100 bis 110 Nanometer groß.
Influenzaviren sind bis zu 120 Nanometer groß.
Coronaviren sind bis zu 160 Nanometer groß.

Unterschied Bakterien und Viren: Entdeckung, Sichtbarkeit unter dem Mikroshop

Bakterien wurde 1676 von Antoni van Leeuwenhoek entdeckt. Er baute sich selbst ein Mikroskop und untersuchte Gewässer und Speichel.

1882 wurden Viren von Adolf Mayer nachgewiesen. Er wieß den Tabakmosaikvirus nach.
In den 1940 Jahren kamen Elektronenmikroskope auf. Sie machten es möglich, dass Forscher Viren mit ihren Augen sehen konnten.

Bakterien können unter einem Lichtmikroshop gesehen werden. Dies sind die bekannten Mikroskope aus dem Biologieunterricht.
Um Viren zu sehen, braucht man ein Elektronenmikroskop.

Bakterien / Viren: Sind Viren Lebewesen? Was macht ein Lebewesen aus?

Bakterien sind eindeutig Lebewesen. Bei Viren ist es umstritten, ob sie Lebewesen sind.

Bakterien haben eine Zellwand, Ribosomen, Zytoplasma, Mitochondrien und Erbgut.
Viren bestehen nur aus Erbgut (RNA / DNA), dass von einer Proteinhülle umgeben ist. Die Oberfläche ihrer Hülle können Viren durch Mutation leicht verändern, so dass das Immunsystem den Virus nicht erkennt.

Bakterien haben Stoffwechsel, sie benötigen Nahrung und vermehren sich durch Zellteilung.

Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel. Viren können sich nicht ohne fremde Hilfe vermehren. Viren haben kein Zytoplasma, keine Ribosomen und keine Mitochondrien. Viren können also keine Proteine und keine Energie herstellen, welche für die Vermehrung benötigt werden.

Zusammenfassung: Bakterien sind Lebewesen. Viren sind lediglich Erbinformationen in einer Hülle.

Unterschied Bakterien und Viren: Vermehrung

Viren können sich nicht selbstständig vermehren. Sie brauchen immer einen Wirt. Genauer gesagt, Viren brauchen Zellen eines anderen Lebewesens um sich zu vermehren. Sie docken an Wirtszellen an, schleusen ihr Erbgut in die Wirtszellen und zwingen die Wirtszelle nur noch Virenzellen zu produzieren.

Bei ihrer Vermehrung zerstören Viren körpereigene Zellen oder sorgen dafür, dass Antikörper körpereigene Zellen angreifen.

Bakterien vermehren sich selbstständig.

Wenn Bakterien sich vermehren, zerstören sie keine körpereigenen Zellen, aber sie sondern Stoffwechselprodukte ab. Diese können krank machen. (Es gibt Bakterien, die Krankheiten auslösen. Es gibt aber auch viele harmlose Bakterien, die im Darm leben.)

Unterschied Bakterien – Viren – Was hilft? Antibiotika? Gegenmaßnahmen

Antibiotika hilft nur gegen Bakterien. Antibiotika greifen die Zellwand oder den Stoffwechsel von Baktieren an. Dies führt dazu, dass Bakterien aufhören sich zu vermehren. Bakterien können aber auch Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika entwickeln.

Antiobiotika helfen nicht gegen Viren. Gegen Viren helfen antivirale Medikamente (Virostatika). Sie verhindern, dass Viren an Wirtszellen andocken und ihr Erbut einschleusen können. Dies hemmt die Vermehrung von Viren.

Es gibt Impfungen gegen einige Viren und Bakterien.

Unterschied Bakterien und Viren: Wortherkunft und Bedeutung

Das Wort „Virus“ ist lateinisch und bedeutet auf deutsch: Gift, Schleim oder Saft. Ob es der oder das Virus heißt, erfährst du hier.

Das Wort Bakterium hat griechische Wurzeln. Es leitet sich vom Wort „Bakterion“ ab. Es bedeutet auf deutsch: Stäbchen.

Was ist Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam, Obrigkeitshörigkeit? Bedeutung, Definition


Als „Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“ oder „Obrigkeitshörigkeit“ wird ein Verhalten bezeichnet, bei welchem eine Person sich freiwillig einer Autorität unterordnet, blind gehorcht und alle Anordnungen der Autorität kritiklos akzeptiert, befolgt und umsetzt.

Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam, Obrigkeitshörigkeit: Bedeutung, Definition

Unter den Begriffen „Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“, „obrigkeitshörig“ und „Obrigkeitshörigkeit“ wird folgendes Verhalten zusammengefasst:

  • Änderungen werden kritiklos akzeptiert.
  • Anfällig für totalitäre oder autoritäre Ideen sein
  • Anordnungen oder Befehle einer Autorität werden einfach akzeptiert, befolgt und umgesetzt.
  • Anordnungen oder Befehle werden nicht hinterfragt, in Frage gestellt oder kritisiert. Es wird nicht widersprochen.
  • Befehlsempfänger sein
  • Blinder Gehorsam
  • Duckmäuser sein: Die eigene Meinung nicht sagen, aus Angst, dass man bestraft oder ausgegrenzt wird.
  • Eine Autorität wird nicht in Frage gestellt. Ferner wird diese für unfehlbar gehalten. („Autoritätsgläubigkeit“)
  • Hohe Wertschätzung der Regierung oder Obrigkeit
  • im Widerspruch leben, dass man „auf die da oben“ schimpft, aber sie nicht in Frage stellt und trotzdem alle Regeln befolgt
  • Konformität
  • Mitläufertum
  • Sich einer Autorität anbiedern bzw. einer Autorität gefallen wollen (Fan einer Autorität (der Regierung) sein.)
  • Sich freiwillig unterordnen / Sich bevormunden lassen
  • Sich mit der Dominanz einer Regierung arrangieren / keinen Widerstand leisten – egal, wie moralisch verwerflich oder falsch eine Regierung handelt oder Gesetze sind.
  • Staatsgewalt wird hingenommen.
  • Unfehlbare Staatsgläubigkeit und Autoritätsgläubigkeit
  • Vorauseilender Gehorsam
  • Widerspruchsloses Unterodnen

Folgenden Autoritäten kann sich ein Mensch unterordnen: Vater oder Mutter, Vorgesetzten (Chef), Staat (Regierung) oder Kirche (Geistliche).

„Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“ und „Obrigkeitshörigkeit“ führen dazu, dass Mitläufer, Ja-Sager, Erfüllungsgehilfen und Konformisten entstehen.

Das Wort „Untertanenmentalität“ kann auch wie folgt in einfachen Worten erklärt werden: Jemand ist gern Untertan und empfängt gern Befehle.

Von Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit kann ein Einzelner oder ein Kollektiv (Volk, Bevölkerung) betroffen sein. Den Deutschen wird z.B. nachgesagt, dass sie eine ausgeprägte Untertanenmentalität haben sollen.

Anzumerken ist, dass jemand seine eigene Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit meistens gar nicht als Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit empfindet, sondern sein Verhalten mit Einsichtigkeit, Verständnis oder Verantwortungsbewusstsein erklärt. – In diesem Sinne muss ausgelotet werden, wann jemand obrigkeitshörig oder einfach nur vernünftig ist. Wenn jemand den Sinn einer Regel erkennt und die Regel befolgt, ist das dann Untertanenmentalität?

Wie entsteht Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam und Obrigkeitshörigkeit?

Wie Untertanenmentalität und Obrigkeitshörigkeit entstehen, kann nur vermutet und beschrieben werden. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:

  • Autoritäre Erziehung im Elternhaus und der Schule
  • Autoritäre Vaterfigur, die sich im späteren Leben in anderen Personen (Polizei, Politiker / Regierung, Geistliche) widerfindet.
  • Bürokratie und ein Staat, die alles regeln (Bei Verstößen drohen Strafen)
  • Gesellschaftliche Veränderungen kamen in Deutschland von Außen, nicht durch erfolgreiche Revolutionen (Bsp.: Die Demokratie wurde in Deutschland nach dem verlorenen ersten Weltkrieg und erneut nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg eingeführt.)

Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam und Obrigkeitshörigkeit: Weitere Erklärungsansätze

Andere Erklärungsansätze sind individualpsychologischer Natur. So könnte die Angst vor Verantwortung oder die Angst vor Freiheit eine Rolle spielen. Freiheit und Verantwortung können anstrengend sein. Es könnte daher einfach einfacher sein, sich unterzuordnen.

Einfacher formuliert: Wer Entscheidungen trifft, trägt dafür die Verantwortung. Wer Entscheidungen trifft, kann schlechte Entscheidungen treffen und muss dann mit den Konsequenzen leben. Das muss man aushalten können! Wenn der Staat Entscheidungen trifft, die mich betreffen, so trägt der Staat dafür die Verantwortung. Dies kann als Erleichterung empfunden werden.

Aber auch in Zeiten der Angst und Unsicherheit kann eine Autorität Sicherheit versprechen.

Eine unsichere und ängstliche Person könnte sich der Mehrheit und Mehrheitsmeinung anpassen, um sich in der Mehrheit in Sicherheit zu wiegen und Bestätigung durch andere zu erhalten. Dieses Anpassungsverhalten der unsicheren und ängstlichen Person wird durch verschiedene Ängste und Wünsche angetrieben. Zum Beispiel, die Angst negativ aufzufallen, die Angst anzuecken oder die Angst, dass man von jemanden nicht gemocht wird. Zusammenfassend: Eine unsichere und ängstliche Person sucht Bestätigung und Zugehörigkeit. Beides findet sie, in dem sich der Mehrheit und einer Autorität unterordnet. So wird sie zum Untertan und Konformisten.

Weitere Bedeutungen von Untertanenmentalität

„Der Untertan“ ist ein Buch von Heinrich Mann.

Was bedeutet „Containment“ auf deutsch? Bedeutung, Übersetzung, Definition


Das englische Wort „Containment“ bedeutet auf deutsch übersetzt:

  • Begrenzung
  • Eindämmung
  • Eingrenzung
  • Einschließung

„Containment“ bedeutet, dass etwas unter Kontrolle gebracht wird und negative Auswirkungen reduziert bzw. eingedämmt werden. Vor allem geht es bei „Containment“ darum, dass die Ausbreitung von etwas (schlechtem) verhindert werden soll.

Der Begriff „Containment“ wird in der Politik, Epidemie- oder Pandemieeindämmung und Nukleartechnik verwendet.

Bedeutung von Containment auf deutsch (Übersetzung)

Das Verb zu „Containment“ ist „to contain“. „To contain“ bedeutet auf deutsch: „etwas beeinhalten“, „Etwas umfassen“, „etwas kontrollieren“, „etwas in Schach halten“.

Bei Containment geht es darum, dass etwas schlechtes kontrolliert wird, um es von der restlichen Umwelt zu trennen. Das Ziel beim Containment ist es, dass etwas oder die negativen Auswirkungen von etwas beherrschbar und kontrollierbar werden.

Containment: Eindämmung einer Epidemie oder Pandemie (Bedeutung)

Von Containment oder einer „Containment-Strategie“ wird gesprochen, wenn die Ausbreitung eines Virus eingedämmt werden soll.

Beim Containment soll verhindert werden, dass ein Virus sich ungehindert und unkontrolliert ausbreitet. Dafür versuchen Gesundheitsbehörden Kontaktketten nachzuvollziehen, alle betroffenen Personen ausfindig zu machen und betroffene Personen ggf. durch Quarantäne zu isolieren. Damit soll die Ausbreitung eines Virus eingedämmt und kontrolliert werden.

Containment stellt den Versuch dar, einen Virus (am Anfang) einzudämmen, damit dieser sich nicht ungehindert verbreiten kann.

Eine Containment-Strategie scheitert, wenn Gesundheitsbehörden an ihre Grenzen stoßen und es nicht mehr schaffen jeden einzelnen Kontakt einer infizierten Person nachzuvollziehen und nötige Schritte wie Isolation oder Quarantäne einzuleiten. Dies führt dazu, dass infizierte Personen  sich weiterhin frei bewegen und andere anstecken können.

Eine Containment-Strategie effektiv umzusetzen, ist Personal- und Zeitaufwändig. Denn jede(!) Person mit der ein Infizierter Kontakt hatte, muss gefunden werden, damit die Ausbreitung eines Virus eingedämmt wird.

Scheitert das Containment so folgt die Phase der Mitigation. Bei der Mitigation wird das Ziel verfolgt, tägliche Neuinfektionen zu reduzieren und das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen.

Containment: Politik

Eine Containment-Politik ist eine Politik der Eindämmung. Bei dieser wird das Ziel verfolgt, einen Feind oder eine feindliche Ideologie an der Ausbreitung zu hindern. Auch wird bei der Containment-Politik das Ziel verfolgt, dass eine Aufrüstung oder technologische Weiterentwicklung des Feindes verhindert werden soll.

In den USA wurde ab dem Jahr 1947 eine Containment-Politik gegenüber der Sowjetunion verfolgt. Ziel dieser Politik war es, dass verhindert wird, dass der Kommunismus sich ausbreitet.

Weitere Bedeutung von Containment

Containment: Morbus Perthes

Bei der Krankheit Morbus Perthes wird eine Containment-Therapie angewendet. Bei der Containment-Therapie wird das Ziel verfolgt, die Gelenkongruenz zu erhalt oder wiederherzustellen.

Containtment – Fernsehserie

Die US-amerikanische Fernsehserie „Containment – Eine Stadt hofft auf Rettung“ wurde 2016 veröffentlicht. In Deutschland lief bzw. läuft die Serie bei ProSieben.

Weiteres:

  • Containment ist ein britischer Film aus dem Jahr 2015.
  • Als „Containment“ wird die äußert Betonhülle eines Kernreaktors bezeichnet. Statt „Containment“ wird auch Sicherheitsbehälter gesagt.
  • In der Informatik kommt der Begriff „Containment“ auch vor.
Wann ist eine Epidemie / Pandemie vorbei? Ende von Corona / Covid-19


Damit eine Epidemie oder Pandemie als „vorüber“ oder „beendet“ erklärt werden kann, müssen folgendes Szenario eintreten:

  • Die Zahl der potentiellen und absoluten Neuansteckungen darf nicht mehr eine Gefahr, dass das Gesundheitssystem wegen Überlastung zusammenbricht, darstellen. Es müssen genügend freie Betten für aktuelle und prognostizierte Neuinfizierte, die Intensivmedizin benötigen, zur Verfügung stehen.
  • Die absolute Zahl der täglichen Neuinfektionen muss täglich sinken oder sehr niedrig sein. Die Zahl sollte so niedrig sein, das Gesundheitsbehörden es schaffen Kontaktketten nachzuverfolgen und über eine Unterbringung in Quarantäne zu entscheiden.

Hinweis: Dies ist keine offizielle behördliche oder epidemiologische Definition, sondern eine allgemeine Erklärung von BedeutungOnline.de

Ende einer Epidemie / Pandemie: Ende vom Coronavirus (Covid-19)

Das Ende einer Epidemie oder Pandemie kann auf drei Wegen erreicht werden:

  1. Die Durchseuchung in der Bevölkerung ist so groß, dass eine Herdenimmunität entsteht.
  2. Ein Impfstoff wird entwickelt, der vor Neuansteckungen schützt.
  3. Veränderte Umweltbedingungen führen dazu, dass ein Virus seine Reproduktion einstellt.

Ende von Corona: Durchseuchung und Herdenimmunität

Beide Wege (1+2) führen dazu, dass Immunität in der Bevölkerung entsteht. Diese führt dazu, dass ein Virus bei Immunisierten keine oder eine schwächer verlaufende Erkrankung auslöst und auch nicht weitergegeben werden kann. Damit Risikogruppen geschützt werden.

Um eine Durchseuchung zu erreichen, müssen große Teile der Bevölkerung Kontakt mit einem Virus haben und gegen diesen immun werden. Dass bedeutet, sie müssen Kontakt mit dem Virus haben, die Erkrankung durchlaufen, sich erholen und erst dann sind sie immun.

Beim Coronavirus wird geschätzt, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung sich infizieren (werden). Eine hohe Durchseuchung führt dazu, dass die Zahl der potentiellen Personen, die sich infizieren können, sinkt. Die Logik hier, ist einfach: Je mehr infiziert und immun sind, umso weniger können sich infizieren. Die Immunität der Kohorte führt automatisch zum Schutz von Risikogruppen.

Für einen Impfstoff gilt, dass dieser in großen Mengen verfügbar sein muss, um Menschen vor Ansteckung mit einem Virus zu schützen. Da Viren ständig ihr Genom verändern, kann eine Ansteckung nicht immer verhindert werden. Aber durch eine Impfung können die Symptome reduziert werden.

Veränderte Umweltbedingungen können dazu führen, dass ein Virus seine Reproduktion einstellt. Dies findet z.B. jährlich bei der Grippe statt. Sobald es wärmer wird, verschlechtern die steigenden Temperaturen die Reproduktionsbedingungen der Viren. Dies führt dazu, dass die Viren ihre Reproduktion ab einem bestimmten Punkt komplett einstellen. Bemerkbar wird dies, wenn Neuerkrankungen auf einmal nicht mehr stattfinden.

Woran sich zeigt, dass das Ende einer Epidemie oder Pandemie bald erreicht ist

Ob das Ende einer Epidemie oder Pandemie erreicht ist, zeigt sich unter anderem an der absoluten Zahl der Neuinfektionen. Zum Ende einer Epidemie oder Pandemie sinken diese Zahlen täglich.

Außerdem muss die Bedingungen erfüllt sein, dass ein Virus oder ein Krankheitserreger sich nicht mehr ungehindert und unkontrolliert verbreitet. Die Verbreitung des Krankheitserregers muss eingedämmt und kontrolliert sein.

Das bedeutet, Gesundheitsbehörden schaffen es (wieder) mit ihren begrenzten Ressourcen Kontaktketten nachzuverfolgen und über die Isolation von Infizierten zu entscheiden. Den Gesundheitsbehörden ist es wieder möglich, nachzuvollziehen, wer mit wem Kontakt hatte und wer infiziert ist. (Zu Beginn einer Epidemie ode Pandemie führt der sprunghafte Anstieg von Infizierten dazu, dass Gesundheitsbehörden überfordert werden und es nicht mehr schaffen Kontaktketten nachzuverfolgen.)

Eine Regierung entscheidet in Zusammenarbeit mit Virologen und Epidemologen, wann staatlichen Epidemie- oder Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen nicht mehr von Nöten sind.

Was bedeutet Mitigation auf deutsch? Bedeutung, Übersetzung, Definition


Das englische Wort „Mitigation“ bedeutet auf deutsch:

  • Abschwächung
  • Eindämmung
  • Linderung
  • Mäßigung
  • Milderung
  • Minderung
  • Verringerung

Was bedeutet „Mitigation“ genau auf deutsch? Bedeutung

Das Wort „Mitigation“ bedeutet, dass die negativen Folgen von etwas gezielt abgeschwächt oder reduziert werden. Bei Mitigation werden die negativen Auswirkungen von etwas schlechtem oder gefährlichem bewusst abgemildert und verringert. Dies führt dazu, dass die Auswirkungen weniger schlimm, einschneidend, ernst oder hart sind.

In der Rechtssprache bedeutet „Mitigation“, dass die Strafe für ein Verbrechen milder ausfällt oder eine Strafe gemindert wird. In der deutschen Rechtssprache ist der Ausdruck „Mitigation“ veraltet. In der englischen Rechtssprache ist der Begriff noch zeitgemäß.

Der Ausdruck „Mitigation“ wird in der englischen und deutschen Sprache verwendet.

Das Wort „Mitigation“ stammt vom lateinischen Wort „mitigatio“ ab. „Mitigatio“ bedeutet: Milderung oder Besänftigung.

Mitigation als Reaktion auf eine Epidemie / Pandemie (Coronavirus, Covid-19)

Bei einer Epidemie oder Pandemie dient eine „Mitigationsstrategie“ dazu, die Verbreitung eines Virus oder eines Krankheitserregers einzudämmen. Mitigation sorgt dafür, dass die Verbreitung eines Virus verlangsamt wird, was dazu führt, dass die absolute Zahl der täglichen Neuinfektionen sinkt und dass das Gesundheitssystem vor einer Überlastung geschützt wird. (Hier wird auch von „Flatten the Curve“ gesprochen.)

Um eine Mitigationsstrategie erfolgreich umzusetzen, ist es erforderlich, dass die Kontakte, die ein Mensch hat, reduziert werden. Denn somit wird das Risiko, dass ein Mensch andere ansteckt, reduziert.

Im Falle einer Pandemie oder Epidemie ist eine Mitigationstrategie eine Reaktion auf die ungehinderte Verbreitung eines Virus. Die Mitigation hat das Ziel die Verbreitung eines Krankheitserregers einzudämmen und unter Kontrolle zubekommen. Mitigation führt nicht zum Ende einer Pandemie. Erst, wenn Neuansteckungen durch einen Impfstoff verhindert werden oder die Durchseuchung der Bevölkerung so groß ist, dass Neuansteckungen nicht nur Überlastung des Gesundheitswesens führen, zeigt sich das Ende einer Pandemie.

Im Falle einer Epidemie oder Pandemie können verschiedene Mitigations-Maßnahmen angewendet werden:

  • Menschen müssen Abstand zu anderen Menschen suchen. Mindestabstand 1,5-2 Meter in der Öffentlichkeit. (Siehe: Kontaktverbot)
  • Bedingtes Schließen von Orten an denen viele Menschen sich auf engem Raum aufhalten. (Bsp.: Schulen, Kindergärten, Sportstadien, Flughäfen, Einkaufszentren) Sollen öffentlichen Plätze nicht betreten werden, so können Betretungsverbote ausgesprochen werden.
  • Bedingte Besuchsverbote für Orte an denen sich Risikogruppen aufhalten (Bsp.: Altenheime, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser)
  • Home Office statt Präsenzarbeit.
  • Social Distancing
  • Kontaktreduzierung
  • Kontaktsperren
  • Freiwillige Selbstisolation
  • Staatlich verordnetes „Zuhause bleiben“
  • Ausgangsbeschränkungen
  • Kontaktbeschränkungen

Was bedeutet „Risk Mitigation“ auf deutsch? Bedeutung, Definition

„Risk Mitigation“ bedeutet auf deutsch „Risikominderung“. „Risk Mitigation“ ist eine Strategie, um Risiken zu erkennen und Gefahren abzuwehren.

Hier gibt es verschiedene Ansätze:

  • Risiken werden einfach akzeptiert.
  • Es kann versucht werden, Risiken nicht einzugehen und sie zu meiden.
  • Es kann versucht werden, Risiken zu reduzieren und zu kontrollieren.
  • Es kann versucht werden, andere für Risiken verantwortlich zu machen.

Mitigation und Klimawandel

Wird im Kontext des Klimawandels von Mitigation gesprochen, so ist damit unter anderem gemeint, dass Treibhausgasemissionen reduziert werden sollen. Dies wird gefordert und durchgeführt, da eine Beziehung zwischen den steigenden Temperaturen der Erde und den ausgestoßenen Treibhausgasemissionen existiert.

Alarmismus, Panikmache: Definition, Bedeutung, Erklärung, Beispiele


Von Alarmismus und Panikmache wird gesprochen, wenn Sachverhalte, Ereignisse oder Probleme (medial) spannender, gefährlicher oder wichtiger dargestellt werden, als sie eigentlich sind.

Alarmismus und Panikmache werden als Vorwurf an die Medien verwendet, wenn ein Sprecher oder eine Sprecherin glaubt, dass diese Angst und Panik schüren in dem sie Sachverhalte übertrieben gefährlich darstellen.

Was ist Alarmismus / Panikmache? Bedeutung, Definition

Wenn etwas als „Panikmache“ bezeichnet wird oder über eine Meldung gesagt wird, dass diese „Alarmismus“ sei, so drückt ein Sprecher damit seine kritische Haltung aus. Ein Sprecher gibt mit der Wertung „Panikmache“ oder „Alarmismus“ zu verstehen, dass er (oder sie) glaubt, dass eine Sache nicht so wichtig, gefährlich oder spannend ist, wie sie dargestellt wird. Ferner gibt ein Sprecher zu verstehen, dass er (oder sie) die damit verbundenen Ängste und Warnungen nicht teilt, sowie dass er oder sie nicht in Panik verfällt. Außerdem kann der Vorwurf „Panikmache“ oder „Alarmismus“ als Totschlagargument verwendet werden, um eine sachliche Diskussion zu verhindern oder zu beenden.

Als Panikmache wird allgemein der Versuch bezeichnet, Panikstimmung heraufzubeschwören.

Die Ausdrücke „Alarmismus“ und „Panikmache“ werden wertend in der Sprache verwendet. Ein Sprecher gibt damit folgendes zu verstehen:

  • Gefahren und Bedrohungen werden übertrieben dargestellt. (Beispiel: Untergangsszenarieren werden verbreitet.)
  • Gefahren werden überinterpretiert und überhöht.
  • Eine Situation wird übertrieben dargestellt.
  • Eine Situation wird dramatisiert.
  • Etwas wird aufgebauscht.
  • Negative Aspekte oder negative Informationen werden überbetont.
  • Der mögliche Ausgang einer Sache wird stark negativ oder einseitig negativ dargestellt.
  • Ein Sachverhalt wird emotionalisiert und dramatisiert.
  • Sachverhalte werden reißerisch und übertrieben dargestellt. Stichwort: Clickbait
  • Bestimmte Ängste kann der Sprecher oder die Sprecherin nicht teilen.
  • Bestimmte Empfehlungen oder Warnungen kann der Sprecher oder die Sprecherin nicht teilen.

Ob eine Bedrohung real ist oder nicht, spielt keine Rolle, wenn diese alarmistisch und übertrieben dargestellt wird.

Synonyme für Panikmache und Alarmismus sind: Angstmacherei, Angst machen, Katastrophisierung (Katastrophisieren)

Gegenteil von Panikmache und Alarmismus

Das Gegenteil von Panikmache und Alarmismus ist Sachlichkeit und Vernunft. Informationen werden sachlich und ruhig veröffentlicht und verbreitet.

Ein weiteres Gegenteil von Panikmache und Alarmismus ist Verharmlosung und Beschönigung. Wenn etwas verharmlost wird, so werden Gefahren, Risiken oder Probleme beschönigt, kleingeredet oder ignoriert.

Weitere Gegenteile von Panikmache und Alarmismus sind: Sich Sorgen und Vorsorge treffen.

Wozu Panikmache und Alarmismus führen

Alarmismus und Panikmache führen zu Angst und Verunsicherung. Dies macht einen Menschen empfänglich für Botschaften, kann aber auch unvernünftiges Verhalten hervorrufen. (Bsp.: Panikkäufe, Hamsterkäufe)

Alarmismus und Panikmache können als Kommunikationstechnik eingesetzt werden, um eine Botschaft zu verbreiten oder Menschen zu bestimmten Verhalten zu bewegen. Etwas übertrieben darzustellen, sorgt dafür, dass die Information viele Menschen erreicht.

Alarmismus und Panikmache können aber auch von Staaten verwendet werden, um Freiheitsrechte einzuschränken und mehr Überwachung zu etablieren.

Wird zu viel Alarmismus oder Panikmache als Kommunikationstechnik eingesetzt, so führt dies zum gegenteiligen Effekt. Anstatt Aufmerksamkeit für die verbreitete Botschaft zu gewinnen, beginnen Rezipienten damit die Botschaft anzuzweifeln oder in ihr Gegenteil zu verkehren.

Wie Panikmache und Alarmismus betrieben werden

Panikmache und Alarmismus entstehen auf verschiedenen Wegen:

Mit falschen Statistiken oder falsch interpretierten Statistiken kann Panikmache (oder Verharmlosung) betrieben werden. Dies geschieht z.B., wenn die absolute Zahlen statt relative Zahlen betrachtet werden. Relative Zahlen sind z.B. Betroffene Personen pro 100.000 Einwohner.

Falsche Vergleiche können auch zur Panikmache verwendet werden. Diese Vergleiche können etwas als übertrieben gefährlich oder untertrieben harmlos darstellen. („Größte Herausforderung seit …“)

Informationen werden bewusst ausgelassen oder verkürzt. Komplexe Sachverhalte werden vereinfacht dargestellt.

Bei Panikmache wird kommuniziert, dass jeder betroffen ist oder betroffen sein kann. Jedoch sind nie alle Menschen gleich schlimm von etwas betroffen. (Pareto-Prinzip.) (Es gilt, dass die Menschheit nicht untergehen wird und die Wirtschaft wird auch nicht zusammenbrechen. Vielmehr finden hier Transformationsprozesse statt und die sind mit Veränderungen verbunden. Da Menschen in ihrer Komfortzone bleiben wollen, wird jede Veränderung anfangs ignoriert bis bekämpft.)

Gegenmittel gegen Panikmache und Alarmismus

Das erste und beste Gegenmittel ist Ruhe bewahren. Hier passt der deutsche Spruch „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ sehr gut.

Wenn Sie glauben, dass etwas Panikmache oder Alarmismus ist, haben sie verschiedene Ansatzpunkte wie sie damit umgehen können:

  • Recherchieren Sie zusätzliche Informationen.
  • Hinterfragen Sie Statistiken. Betreiben Sie Quellenkritik.
  • Wenn ein Sachverhalt angeblich nur negativ dargestellt wird, versuchen sie positive Aspekte zu finden.
  • Wenn ein Sachverhalt übertrieben dargestellt wird, recherchieren sie eine sachliche Darstellung.
  • Fragen Sie sich, wer davon profitiert, wenn Sie Angst haben.
  • Fragen Sie sich, wer von der Panikmache profitiert.
  • Überprüfen Sie Wahrscheinlichkeiten.

Weitere Techniken, um Verunsicherung und Angst abzubauen, sind:

  • Erinnern Sie sich daran, wie gut es Ihnen geht. (Haben Sie ein Dach über dem Kopf? Geht es Ihnen gesundheitlich gut? Geht es Ihren Lieben gut?)
  • Erforschen Sie ihre Angst. Machen Sie sie konkret. Was soll genau passieren? Wie wahrscheinlich ist das?
  • Machen Sie sich klar, dass ein Großteil der Bevölkerung vermutlich nicht betroffen ist. Meist ist nur ein kleiner Teil betroffen.

Weitere Bedeutung von Panikmache

„Panikmache: Wie wir vor lauter Angst unser Leben verpassen“ ist ein Buch von Jörg Schindler. Es erschien 2016.

Was bedeutet Durchseuchung, Durchseuchungsrate? Bedeutung, Definition


Die Durchseuchung gibt an, wie groß der Anteil der Bevölkerung oder einer Population ist, die bestimmte Viren in sich trägt oder die mit bestimmten Viren Kontakt hatte. Hier wird auch von Durchseuchungsrate gesprochen. Betrachtet wird hier nur die Verbreitung von endemischen Infektionskrankheiten.

Durchseuchung und Durchseuchungsrate: Bedeutung, Definition

Um die Durchseuchungsrate einer Bevölkerung zu ermitteln, werden Personen gezählt, die

  • aktuell an der Krankheit leiden,
  • Personen, die an der Krankheit litten und wieder gesund sind,
  • Personen, die infiziert aber symptomfrei sind.

Die Durchseuchung einer Population wird durch Antikörper-Studien ermittelt, um herauszufinden wie viele Menschen gegen einen Krankheitserreger (z.B. Viren) immun geworden sind. Dafür wird das Blut einer repräsentativen Gruppe auf Antikörper untersucht.

Je größer die Durchseuchung einer Population ist, umso größer ist die Populations- bzw. Herden-Immunität und die Durchseuchungsimmunität der betroffenen Individuen. (Es wird davon ausgegangen, dass infizierte Personen Immunität gegen Krankheitserreger (z.B. Viren) erlangen. Dies führt dazu, dass sich nicht erneut mit dem Virus anstecken können.)

Wenn große Teil der Bevölkerung oder einer Population durchseucht sind, so führt diese Durchseuchung dazu, dass die Ausbreitung eines Virus verlangsamt wird oder sogar gestoppt wird. Damit führt ein hoher Durchseuchungsgrad zum Ende einer Epidemie oder Pandemie. (Die Zahl der Neuinfektion sinkt, je mehr infiziert sind. Dies führt dazu, dass weniger Neuinfektionen stattfinden können, da weniger Personen infiziert sind und den Virus weitergeben können.)

Wie hoch der Durchseuchungsgrad sein muss, um die Ausbreitung eines Virus zu verlangsamen, ist Fallspezifisch. Gleiches gilt, wenn die Ausbreitung eines Virus gestoppt werden soll.

Die Durchseuchungsrate wird durch Impfstoffe beeinflusst. Ein Impfstoff sorgt dafür, dass die Durchseuchungsrate sinkt.

Wie lange eine Durchseuchung dauert, ist Virusabhängig. Sie kann unter anderem mehrere Monate bis wenige Jahre dauern.

Durchseuchungsgrad: Coronavirus (Covid-19) Deutschland

Um den Durchseuchungsgrad von Covid-19 zu ermitteln, will das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig mehr als 100.000 Menschen in Deutschland untersuchen. Das Blut der Probanden wird auf Antikörper gegen den Covid-19-Erreger untersucht.

Wie hoch der Durchseuchungsgrad von Covid-19 in Deutschland sein muss, damit die Ausbreitung des Virus sich verlangsamt, ist unbekannt.

Der Virologe Christian Drosten schätzt, dass 60 bis 70 Prozent der Deutschen sich mit Coronavirus infizieren werden. Damit wäre die Durchseuchungsrate eben 60 bis 70 Prozent.

Beispiele für Durchseuchung

Es gibt bestimmte Viren bei denen die Durchseuchung in der Bevölkerung sehr hoch ist, so z.B. Herpes oder Influenza.

  • Bei Erwachsenen beträgt die Durchseuchung mit dem Herpes-Simplex-Virus 1 nahezu 100 Prozent. (Fast jeder deutsche Erwachsene trägt damit den Herpes-Simplex-Virus 1 in sich.)
  • Bei Ringelröteln liegt die Durchseuchungsrate in Deutschland im Erwachsenenalter bei 70 Prozent. (Quelle: Amboss)
Angst vor Bakterien, Viren: Mysophobie, Germaphobe, Ansteckungsangst (Bedeutung, Definition)


Als „Mysophobie“ wird die panische Angst vor Schmutz, die Angst mit Schmutz in Kontakt zukommen, die Angst vor Verunreinigung, die Angst vor Ansteckung, die Angst vor Bakterien und die Angst vor Viren bezeichnet.

Was ist die Mysophobie? Bedeutung, Definition, Merkmale

Das Wort „Myophobie“ bedeutet auf deutsch: „Angst vor Unreinheit“. „Myso“ leitet sich vom griechischen Wort „musos“ ab, was „unsauber“ oder „unrein“ bedeutet. „Phobie“ bedeutet Angst.

Hinweis: Suchen Sie Hilfe bei Experten, wenn Sie glauben an einer Mysophobie zu leiden. Sprechen Sie Ihren Arzt auf ihre Ansteckungsangst an.

Merkmale einer Mysophobie

Die Mysophobie ist eine psychische Zwangsstörung bei der jemand Angst vor Verunreinigung und Angst vor Unsauberkeit hat. Für eine Person, die an einer Mysophobie leidet, ist es unerheblich wie real oder tatsächlich eine Verschmutzung ist. Die betroffene Person wünscht sich 100-prozentige Reinheit und sie sieht nur die Bakterien- oder Viren-Kontaminierung.

Mysophobie-Betroffene leiden stark unter der Zwangsstörung. Sie schränkt ihren Alltag und ihr Sozialleben stark ein. Wer unter ständigen Waschzwang leidet, schadet seiner Haut und dem Immunsystem. Die Mysophobie kann zu Panikanfällen führen.

Die Mysophobie kann folgende Merkmale haben:

  • Vermeidungsverhalten / Vermeidungsstrategien
    • Betroffene meiden Orte, an denen sie viele Bakterien und Viren vermuten. (Beispiele: Öffentliche Toiletten, Öffentliche Verkehrsmittel)
    • Betroffene lehnen es ab, persönliche Dinge zu verleihen.
    • Betroffene wollen verhindern, dass andere Persone persönliche Dinge berühren.
    • Betroffene vermeiden es öffentliche Gegenstände anzufassen. (Beispiele: Knöpfe in der Bahn, Haltegriffe im Bus, Sitze im Bus, Türklinken, Geländer, öffentliche Toiletten, Geld)
    • Betroffene vermeiden Gegenstände anzufassen, die viele Menschen zuvor angefasst haben. (Beispiele: Besteck, Tassen, Teller)
    • Betroffene vermeiden es Gegenstände direkt anzufassen. (Beispiel: Ein gekauftes fertig belegtes Brötchen kann nur im Papier gegessen werden.)
    • Betroffene tragen in der Öffentlichkeit zum Schutz Handschuhe.
    • Betroffene meiden soziale Kontakte.
  • Putzzwang / Waschzwang
    • Mehre Male am Tag wird die Wohnung gereinigt oder desinfiziert.
    • Ständiges Händewaschen
    • Übertriebene Körperhygiene
      • Übertriebenes Verwenden von Mundwasser
      • Übertriebenes Zähneputzen (Angst vor Mundgeruch)
    • Übertriebens und häufiges Händewaschen
    • Übertriebener Gebrauch von Desinfektionsmittel
  • Psyche
    • Angst etwas unreines oder schmutziges anzufassen
    • Angst vor körperlichem (physischem) Kontakt
    • Angst vor Infektionen
    • Angst vor Krankheiten
    • Angst, krank zu werden
    • Angst sich anzustecken (Ansteckungsangst)
    • Berührungsangst
    • Starke Gefühle des Ekels und Unwohlseins, wenn in der Öffentlichkeit etwas angefasst wird.
    • Wunsch, dass alle Bakterien oder Viren auf einer Oberfläche oder in einem Raum verschwinden

Im Extremfall verlassen Mysophobiker ihre Wohnung nicht mehr.

Hinweis: Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie sich stark um ihre persönliche Hygiene sorgen.

Mysophobie ist ein in der ICD-10 festgelegtes aber nicht näher umrissenes Krankheitsbild. Es steht im Kapitel V „Psychische und Verhaltungsstörungen“ F.40.2 „Spezifische (isolierte) Phobien“. Die Myophobie ist eine Phobie, die auf Nähe zu bestimmten Tieren beschränkt ist. Die Tiere sind in diesem Fall „Bakterien“.

Wie eine Mysophobie entsteht

Wie eine Mysophobie genau entsteht, ist unklar. Jedoch stecken hinter eine Mysophobie bestimmte Ängste und Vermeidungsverhalten. Die Angst zu erkranken und in ein Krankenhaus zu müssen, kann dazu führen, dass eine Person vermeidet krank zu werden.

Auch die Vorstellung darüber, dass Millionen Bakterien auf der menschlichen Haut und im menschlichen Darm leben, kann Angst machen. Ferner kann die Unwissenheit über die Harmlosigkeit von alltäglichen Bakterien Ängste auslösen.

Weitere Faktoren sind Umweltfaktoren wie z.B. überall erhältliche Desinfektionsmittel, Reinigungsprodukte, die Bakterien-Freiheit versprechen, Antibakterielle Reinigungsprodukte und sich selbst reinigende Toilettensitze.

Auch kulturelle Faktoren wie z.B. Reinheit als angestrebtes Ziel, der Wunsch keimfrei und schmutzfrei zu leben, können zu einer Mysophobie führen.

Wortherkunft „Mysophobie“: Was bedeutet der Begriff?

Der US-amerikanische Militärarzt und Neurologe William Alexander Hammond prägte der Begriff „Mysophobie“ 1879 in einem Fallbericht über eine Person, die an einer Zwangsstörung litt und sich häufig die Hände wusch.

Auch Sigmund Freud beschrieb 1895 eine Patient, die sich häufig die Hände wusch.

Mysophobie: Trivia,

Donald Trump soll an Mysophobie leiden. In einer Pressekonferenz im Jahr 2017 sagte er über sich, dass er ein „germahob“ sei. („Germaphob“ = Angst vor Keimen.)

Robbie Williams soll – laut Selbstauskunft – auch erhöhte Wünsche nach Reinheit und Sauberkeit haben.

Laut Aussage seiner Frau Priscilla Presley soll Elvis Presley es vermieden haben fremdes Besteck oder fremde Tassen anzufassen.

Was bedeutet „germaphob“ auf deutsch? Bedeutung, Definition

In der englischen Sprache existiert das Wort „germaphob“.  „Germaphob“ bedeutet direkt auf deutsch übersetzt „Angst vor Keimen“ bzw. „Angst vor Krankheitserregern“.

Das Wort „germ“ bedeutet auf deutsch „Keim“ oder „Krankheitserrger“. Der Worteil „phob“ bedeutet auf deutsch: „abweisend“ oder „ablehnend“. Im Wort Phobie findet sich „phob“ wieder.

In der deutschen Sprache kann analog das Wort „Bakteriophobie“ (bzw. Bacteriophobie) gebildet werden. Dieses findet jedoch kaum Verwendung in der deutschen Umgangssprache.

Unterschied: Epidemie, Pandemie und Endemie


Wer den Unterschied zwischen einer Epidemie, Pandemie und Endemie kennt, kann die Begriffe richtig benutzen. Grundsätzlich gilt für alle drei, dass die räumliche und zeitliche Ausbreitung einer Krankheit oder eines Virus darüber entscheidet, ob eine sich ausbreitende Krankheit eine Epidemie, Pandemie oder Endemie ist.

Grundsätzlich gilt, dass aus einer Epidemie eine Pandemie und aus einer Epidemie eine Endemie werden kann.

Bevor die Unterschiede erklärt werden, muss eine Frage geklärt werden:

Wann wird eine Krankheit zur Epidemie?

Es gibt keine genaue Regel und keine genauen Grenzen, wann eine Krankheit zur Epidemie wird. Jedoch gibt es drei Anzeichen:

  • In einem Gebiet findet eine starke und überdurchschnittliche Häufung von Krankheitsfällen statt.
  • In einem Gebiet finden innerhalb einer kurzer Zeit viele Neuerkrankungen statt.
  • Eine Krankheit breitet sich in einem Gebiet unkontrolliert aus.

Eine Krankheit wird kann zur Epidemie werden, wenn viele Menschen in kurzer Zeit an der gleichen Krankheit erkranken bzw. sich mit dem gleichen Virus infizieren.

Eine Epidemie entsteht, wenn neue Erreger (Viren, Bakterien) auftreten. Gegen diese neuen Erreger hat noch niemand Antikörper, so dass praktisch jeder infiziert werden kann. (Das macht neue Erreger so gefährlich.)

Die Geschwindigkeit in der sich eine Krankheit verbreitet, wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. So unter anderem: Inkubationszeit, persönliche Hygiene, Gesundheitszustand der Menschen, soziale Kontakte, Eindämmende (staatliche) Maßnahmen, Resistenz der Viren gegen Kälte oder Hitze.

Unterschied Epidemie und Pandemie (Bedeutung)

Was ist eine Epidemie? Bedeutung, Definition

Eine Epidemie ist eine Krankheit, die auf eine Region, ein Gebiet oder ein Land begrenzt ist. Eine Epidemie kann auch auf eine Population oder Gruppe begrenzt sein. Eine Epidemie ist auch zeitlich begrenzt, dass bedeutet, dass sie vorbei geht.

Die jährliche Grippewelle in Deutschland kann z.B. eine Epidemie sein.

Das Wort „Epidemie“ hat griechische Wurzeln. „Epi“ bedeutet „auf“ oder „bei“. „Demos“ bedeutet „Volk“. Eine Epidemie ist also eine Krankheit, die bei einem Volk findet. (Für moderne Gesellschaften ist es sinnvoller von „Bevölkerung“ als „Volk“ zusprechen.) Eine Epidemie ist also eine Krankheit, die sich innerhalb einer Bevölkerung in einer Region verbreitet.

Was ist eine Pandemie? Bedeutung, Definition

Wenn eine Epidemie Regions-, Gebiets- und Ländergrenzen überschreitet, wird sie zur Pandemie. Bei einer Pandemie sind viele Menschen in unterschiedlichen Ländern betroffen und gefährdet. Bei einer Pandemie breitet sich eine Krankheit oder ein Virus über Staatsgrenzen, Regionalgrenzen und Kontinente aus.

Im Unterschied zu einer Epidemie ist eine Pandemie nicht räumlich begrenzt. Die Pandemie ist also eine Krankheit, die weltweit auftreten und sich weltweit verbreiten kann.

Durch den internationalen Verkehr und internationale Flugreisen kann ein Virus schnell verbreitet werden. Dies führt dazu, dass eine Pandemie sich innerhalb kurzer Zeit verbreiten kann. Eine Pandemie kann also global werden.

Das Wort „Pandemie“ hat griechische Wurzeln. „Pan“ bedeutet „alles“ und „Demos“ bedeutet „Volk“. Sinngemäß übersetzt, betrifft eine Pandemie das ganze Volk bzw. die ganze Bevölkerung.

Pandemie-Beispiele

  • Aids ist eine Pandemie.
  • Im Mittelalter war die Pest eine Pandemie.
  • Die „Spanische Grippe“ im Jahr 1918 war eine Pandemie. An der Spanischen Grippe starben rund 50 Millionen Menschen.
  • Das Coronavirus (Covid-19) ist eine Pandemie.
    Die Schweinegrippe in den Jahren 2009/2010 war eine Pandemie.
    SARS im Jahr 2003 war eine Pandemie.

Eine Pandemie kann mehrere Monate bis wenige Jahre andauern. Entscheidend sind eindämmende Maßnahmen (Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkungen), die persönliche Hygiene (Hände waschen) und das Meiden von Sozialen Kontakten (Social Distancing).

Was ist eine Endemie? Bedeutung

Eine Epidemie wird zur Endemie, wenn eine Krankheit in einer Region oder in einer Population immer wieder auftritt. Bei einer Endemie erkranken immer wieder Menschen an einer Krankheit. Die Endemie ist räumlich begrenzt, aber nicht zeitlich begrenzt. Das bedeutet, dass Endemie nicht einfach vorbeigeht.

Eine Krankheit oder ein Virus wird zur Endemie, wenn in einer Population oder Region immer wieder überdurchschnittlich oder in erhöhtem Maße Personen erkranken.

Malaria ist in einigen Regionen Afrikas eine Endemie. Das Tropenfieber ist in einen Regionen eine Endemie.

„Endemie“ ist griechisch. „En“ bedeutet „in“ und „Demos“ bedeutet „Volk“. Im Wortsinne ist eine „Endemie“ eine Krankheit, die in einem Volk stattfindet.

Corona, Coronavirus als Chance: Was uns die Coronakrise lehrt


Es scheint auf dem gesamten Globus momentan kein anderes Thema mehr zu geben. Corona ist überall, hat Medien, Alltag und auch unsere Psyche erobert. Jeden Tag werden neue Schlagzeilen geschrieben, Gebote ausgesprochen, Termine verschoben und Absagen erteilt. Der Virus sorgt für Angst, Unsicherheit und Zweifel; viele Menschen fürchten um ihre Gesundheit, ihre Existenz, ihre Familie und Freunde. Doch so sehr Covid-19 die Welt in eine Krise stürzt, so sehr bietet der Virus der Menschheit auch Chancen. Es wird Zeit, die Ängste außer Acht zu lassen und die positiven Seiten der Krankheit zu betrachten, denn diese sind zahlreich vorhanden.

Corona als Chance: Neue Werte durch die Krise entdecken

Seien wir einmal kritisch: Das alltägliche Leben vor dem Jahr 2020 war ein schnelllebiges, konsumorientiertes und egozentrisches. Es wurde viel gekauft, gearbeitet und vor allen Dingen – aufgeschoben. Persönliche Interessen, Hobbies, Zeit für Kleinigkeiten, für die Familie oder individuelle Projekte gab es für die meisten höchstens mal am Wochenende. Das Leben war vom Morgen bis zum Abend durchgetaktet, jeder Ablauf fest geplant. Dann kam Covid-19. Schlagartig fielen all diese festen Abläufe zwangsweise weg. Zuhause bleiben, heißt es heute. Anfänglich hatten viele Menschen Angst davor, ihren ganzen Tag in Haus oder Wohnung in Selbstisolation zu verbringen. „Da fällt mir ja die Decke auf den Kopf.“, hörte man viele sagen. Doch lauscht man den Stimmen jetzt, hört man vielfach etwas anderes: „Ich habe endlich einmal Zeit für die Wohnung und den Garten nutzen können“, „Ich habe wieder mit dem Lesen angefangen“, „Ich habe den ganzen Tag nichts gemacht und es war großartig“ oder „Ich genieße gerade einfach die Zeit mit meiner Familie“. (Siehe: Tipps gegen Langeweile, Tipps gegen den Lagerkoller)

In den Köpfen der Menschen ist etwas passiert. Das sogenannte Hamsterrad existiert nicht mehr. Der ganze Stress, der Zeitdruck, der Leistungsdruck, der Termindruck haben sich in Luft aufgelöst. Auf einmal bleibt ganz viel Leere übrig. Zeit, ein so wertvoller Rohstoff, ist plötzlich im Überfluss vorhanden. Und damit die Gelegenheit, einmal in sich zu gehen und sich zu fragen, was man eigentlich mit dieser Zeit anfangen möchte. Frei von äußeren Zwängen bietet Corona die Möglichkeit, das bisherige Leben zu hinterfragen und herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Was habe ich bisher eigentlich gemacht und warum? Was möchte ich jetzt machen? Warum habe ich das vorher nicht getan? Wir haben durch Covid 19 die Möglichkeit, einmal tief in uns hineinzuhören und nachzufühlen, ob wir eigentlich zufrieden sind.

Die Corona Krise ändert unser Leben und unsere Lebensweise. Gewohnheiten, Bedürfnisse und Selbstverständlichkeiten werden in Frage gestellt. Was braucht der Mensch eigentlich zum Leben? Ist es wirklich der Stress, die Routine, das Geld? Ist die Zeit im Kreis der Liebsten oder mit sich alleine nicht viel wertvoller? Die Wertschätzung für alltägliche Dinge gewinnt wieder an Bedeutung. Jetzt ist die Zeit zu hinterfragen, wie wir leben und arbeiten wollen. Der Virus bietet allen eine Chance zur Neuorientierung und für einen Neuanfang.

Corona-Krise als Chance: Menschliche Beziehungen leben wieder auf

Corona hat zu etwas geführt, was die wenigsten schon einmal miterlebt haben – Kontaktverbot. Nur noch alleine oder zu zweit auf die Straße, Menschenansammlungen werden konsequent bestraft. Quarantänemaßnahmen zwingen Menschen dazu, sich von anderen fernzuhalten. 2 Meter Mindestabstand gilt es überall einzuhalten. Covid-19 scheint Menschen voneinander zu separieren und eine Kluft zwischen sie zu treiben. Viele befürchteten die völlige Vereinsamung. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Statt einer Trennung hat der Virus die Menschheit viel näher zueinander gebracht. Wir merken auf einmal, dass wir nicht alleine sind. Menschen auf der ganzen Welt teilen unser Schicksal. Durch zahlreiche Internetportale, Social Media und die Nachrichten werden wir mit all diesen anderen Menschen verbunden. Auch sie sitzen Zuhause und sehen sich mit den neuen Herausforderungen konfrontiert. Egal ob Gut- oder Schlechtverdiener, ob Ottonormalverbraucher oder Politiker, alle sind eins. Sogar Stars posten fleißig aus ihren Häusern, laden andere Menschen zum Chatten ein. Corona ist ein Gleichmacher und bringt uns alle wieder näher zueinander.

Ein weiterer Nebeneffekt der plötzlich gewonnenen Zeit – wir haben endlich die Gelegenheit, Beziehungen wieder aufzufrischen und zu vertiefen. Es werden wieder Telefonate geführt. Alte Freunde, zu denen man längst den Kontakt verloren hatte, melden sich um zu fragen, wie es einem geht. Nachbarn unterhalten sich miteinander über die Balkon- und Gartenzäune. Familien stehen in engerem Kontakt. Großeltern installieren Skype, um die Gesichter ihrer Enkel sehen zu können. Es zeigt sich, dass das Kontaktverbot eben nicht zu einem Verlust menschlicher Beziehungen führt, sondern zu einer viel engeren Bindung. Und dass menschliche Nähe vielleicht noch wichtiger ist, als wir dachten. Schließlich ist sie es, die uns optimistisch nach vorne blicken lässt. Die Corona Krise zeigt, dass Gesundheit, Familie und Freunde sehr wichtig sind – nicht Besitz und immer mehr.

Wer heute durch die leeren Straßen geht, das eigene Treppenhaus oder auch Social Media und Ebay Kleinanzeigen unter die Lupe nimmt, der wird Zeuge eines neuen Trends, der scheinbar um sich greift: Menschen bieten ihre Hilfe an. Zahllose Anzeigen, um für ältere Menschen einkaufen oder mit fremden Hunden Gassi zu gehen, überfluten das Netz geradezu. Sogar Inserate wie „Habe Klopapier für Bedürftige zu verschenken“ tauchen auf und beweisen: Die Corona Krise ist eine Chance für Mitmenschen da zu sein, eine Chance überschwänglich genutzt wird. Hilfspakete werden parteiübergreifend abgesegnet, Vermieter senken die Mieten, viele Anbieter bieten ihre Produkte kostenlos an. In Zeiten der Not zieht die Welt an einem Strang und lässt uns wieder ein bisschen stolz auf uns alle sein.

Die Corona Krise als Chance, gemeinschaftlich zu lernen

Covid-19 stellt die gesamte Weltbevölkerung vor eine große Herausforderung. Völlig neue Strukturen und Regelungen mussten quasi über Nacht entwickelt werden, um den Fortbestand der Gesellschaft zu sichern. Und entgegen vieler Befürchtungen zeigt sich, dass die menschliche Struktur auch von zuhause aus überleben kann. Schüler lernen mit Online-Portalen, viele Arbeitnehmer arbeiten im Home Office, kostenlose Sportkurse, Musikangebote und Tutorials werden im Internet zu Hauf angeboten. Nachbarschaftshilfe wird digital organisiert, sogar die Bürokratie kann auf einmal unkompliziert und elektronisch ablaufen. Corona beweist, wie wichtig dass Internet für die heutige Gesellschaft geworden ist, aber auch, wie viel ungenutztes und positives Potenzial in ihm steckt. Die Globalisierung findet auf einmal nicht mehr nur wirtschaftlich, sondern auch menschlich statt. Länder dienen als Vorbild, nicht als abschreckendes Beispiel. Die Corona Krise erweist sich als Chance, die Gesellschaft weiter zu entwickeln und zu lernen – als Individuum und als Gemeinschaft.

Auch verändert hat sich unsere Einstellung gegenüber anderen. Gerade die Menschen, die im Alltag sonst weniger geachtet werden, weil sie keine große Karriere hinlegen, ernten auf einmal den Respekt, den sie verdienen. Supermarktmitarbeiter, Krankenpfleger und Postboten arbeiten unermüdlich, um unsere Gesellschaft am Leben zu erhalten. Es sind die Alltagshelden, die Covid-19 in seine Schranken weisen und jeder möchte seinen Teil dazu beisteuern. Befristete Lagerarbeiter springen auf einmal ein, Freiwillige kommen zur Blutspende und jeder hilft so gut es möglich ist.

Corona als Chance: Die Krise zeigt, wozu wir fähig sind

Etwas, was wir alle durch Corona lernen, ist die Antwort auf die Frage, was bleibt, wenn auf einmal alles zusammenbricht. Kann der Mensch auf völliges Chaos reagieren? Diese Antwort lautet ja. Anstatt zu verzweifeln, halten wir alle zusammen und belohnen uns für jeden kleinen Erfolg. Darauf lohnt es sich, stolz zu sein.

Coronavirus, Covid-19-Behandlung: Wie Ärzte entscheiden, wer behandelt wird (Kriterienkatalog)


Wenn Intensivkapazitäten und intensivmedizinische Ressourcen nicht mehr ausreichen, muss entschieden werden, wer behandelt wird und wer nicht. Diese Entscheidung treffen Ärzte nicht aus dem Bauch heraus, sondern nach klinisch-ethischen Empfehlungen, die sieben medizinische Institutionen und Fachgesellschaften erarbeitet haben. In diesem Beitrag erfahren Sie nach welchen Empfehlungen entschieden wird.

Coronavirus, Covid-19-Behandlung: Wann Ärzte entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer nicht

Die klinisch-ethischen Empfehlungen werden angewendet, wenn nicht mehr alle kritisch erkrankten Personen auf die Intensivstation aufgenommen werden können, wenn intensivmedizinische Ressourcen nicht mehr ausreichen oder darüber entschieden werden muss, wie begrenzt-verfügbare Ressourcen verteilt werden sollen.

Patienten werden nach der klinischen Erfolgsaussicht priorisiert. Das kann dazu führen, dass auf eine Intensivbehandlung bei jenen verzichtet wird, bei denen keine oder nur eine sehr geringe Erfolgsaussicht besteht.

Für Krankenhäuser gilt hier, dass sie mit ihren begrenzten Ressourcen möglichst viele Patienten medizinisch versorgen sollen.

Entscheidend für eine Behandlung sind medizinische Indikation und der Patientenwille.

Anmerkung:

Ärzte müssen bei knappen Ressourcen eine Auswahl treffen. Diese Entscheidung ist eine sehr schwierige und schlimme Entscheidung. Wir alle können dafür sorgen, dass solch eine Situation verhindert wird, in dem wir uns an das Kontaktverbot und die Ausgangsbeschränkungen halten. Wir schützen das Gesundheitssystem in dem wir Kontakte reduzieren, uns in Heim- bzw. Selbstisolation begeben und auf Abstand zu anderen gehen. Siehe: Flatten the Curve und Social Distancing.

Coronavirus, Covid-19-Intensivbehandlung: Welche Kriterien in Betracht gezogen werden

Für die Priorisierung von Patienten werden folgende Kriterien in Betracht gezogen:

  • klinischer Zustand des Patienten
  • Patientenwille
  • Begleiterkrankungen (Komorbiditäten)
  • Erfassung des Allgemeinzustands
  • Laborparameter
  • Prognostisch relevante Scores

Die Entscheidung, ob ein Patient intensivmedizinisch behandelt wird, wird anhand folgender Schritte entschieden:

Entscheidung, ob ein Patient auf die Intensivstation aufgenommen (für Deutschland, Coronavirus, Covid-19)

Grafik dazu: siehe oben.

  • 1. Schritt: Muss die Person intensivmedizinisch behandelt werden?
    (Wenn die Atmung oder Herzkreislaufsystem versagt, wird ein Patient intensivpflichtig. (Respiratorisches oder hämodynamisches Versagen))
    Entscheidung: „Ja“ oder „Nein“
    (Bei Ja erfolgt der zweite Schritt; bei Nein wird die Person adäquat medizinisch versorgt.)
  • 2. Schritt: Wie ist die Erfolgsaussicht?
    Entscheidung: „Aussichtslosigkeit“ oder „Erfolgsaussicht besteht“
    (Bei „Aussichtlosigkeit“ erfolgt keine Intensivmedizinische Behandlung, es erfolgt adäquate Versorgung einschließlich palliativer Maßnahmen. Bei „Erfolgsaussicht besteht“ erfolgt Schritt 3.)
  • 3. Schritt: Will der Patient behandelt werden? (Einwilligung)
    Entscheidung: „Keine Einwilligung“ oder „Einwilligung“
    (Bei „Keine Einwilligung“ erfolgt keine Intensivmedizinische Behandlung, es erfolgt adäquate Versorgung einschließlich palliativer Maßnahmen. Bei „Einwilligung“ erfolgt Schritt 4.
  • 4. Schritt: Priorisierung (wenn Ressourcen nicht ausreichen)
    (Erfolgsaussichten werden eingeschätzt; Wie realistisch ist das Therapieziel?, Vergleich Erfolgsaussichten der intensivmedizinischen Behandlung für andere Patienten, Berücksichtigung der Kapazitäten)
    Entscheidung: „Vorrangige Behandlung“ oder „Nachrangige Behandlung“
    (Bei Entscheidung für vorrangige Behandlung erfolgt Intensivtherapie. Bei Entscheidung für nachrangige Behandlung erfolgt keine Intensivtherapie, aber es erfolgt adäquate Versorgung.)

Die oben genannten Schritte entscheidet kein Arzt allein! Die Schritte werden im Mehraugen-Prinzip entschieden.

Coronavirus, Covid-19: Wann eine Behandlung nicht indiziert ist (Entscheidung Arzt)

Intensivtherapie ist nicht indiziert, wenn der Sterbeprozess unaufhaltsam begonnen hat, eine Therapie aussichtslos ist, weil keine Besserung oder Stabilisierung erwartet wird und das Überleben vom dauerhaften Aufenthalt auf einer Intensivstation abhängt.

Patienten, die eine Intensivtherapie ablehnen, werden nicht intensivmedizinisch behandelt.

Quelle: „Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall-und der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie“ (Webseite)

Coronavirus, Covid-19: Situation in Straßburg

Im Universitätsklinikum Straßburg werden seit dem 21. März keine Covid-19-Patienten mehr beamtet, die über 80 Jahre alt und in einem kritischen Zustand sind. Die Patienten werden palliativ versorgt.

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd)

Selbstisolation, Selbstquarantäne und Heimisolation: Bedeutung, Definition, Psychologie, Tipps


„Heimisolation“ und „Heimquarantäne“ sind individuelle räumliche Maßnahmen, um eine Pandemie einzudämmen, die Ausbreitung von Viren zu verlangsamen oder die Rate von Neuinfektionen zu senken.

Heimisolation und Heimquarantäne bedeuten, dass eine Person ihre Wohnung oder ihr Haus – während einer Pandemie oder auf ärztliche Anweisung – im Idealfall nicht verlässt.

Während eine Heimquarantäne ärztlich verordnet werden kann, entscheidet sich bei der Selbstisolation eine Person freiwillig dazu in die Isolation zu gehen.

Selbstisolation und Heimisolation: Bedeutung, Definition

„Selbstisolation“ und „Heimisolation“ sind ebenfalls Pandemie eindämmende Maßnahmen. Jedoch bauen diese Maßnahmen auf der Freiwilligkeit, der Einsicht, der Vernunft, der Selbstverantwortung und dem freiwilligen Handeln eines Menschen auf.

„Selbstisolation“ und „Heimisolation“ bedeuten, dass eine Person freiwillig in die Selbst-Isolation bzw. Heim-Isolation geht. Sie verzichtet freiwillig auf soziale Kontakte und verbringt den größten Teil ihrer Zeit in den eigenen Vierwänden. Sie reduziert Kontakte, sagt Verabredungen ab, arbeitet im Home Office, besucht keine Veranstaltungen und geht auf Distanz zu anderen.

Selbstisolation oder Selbstquarantäne als freiwillige Maßnahmen

Eine Person trifft die Entscheidung zur Selbst-Isolation oder zur Selbst-Quarantäne, wenn sie verstanden hat, dass sie andere mit ihrem Verhalten gefährden kann und dies sogar tödlich für Risikogruppen verlaufen kann.

Es gibt – während einer Pandemie oder Krankheitswelle – zwei Gründe in Selbstisolation zu gehen: a) Wenn ein Virus-Test positiv ausfällt und b) wenn man glaubt mit einem Virus infiziert zu sein.

Zu allen anderen Menschen muss der Selbstisolierte oder die Selbstisolierte mindestens 1,5 Meter Abstand halten. Außerdem gelten für Selbstisolierte besondere Hygiene-, Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen.

Eine positive Form der Selbstisolation ist es, wenn jemand bewusst Abstand zu anderen Menschen sucht, um Erlebnisse zu verarbeiten, um zu meditieren oder um Inspiration zu finden. Diese Person möchte Zurückgezogen und in der Abgeschiedenheit leben. Sie ist nicht einsam.

Die Begriffe „Heimisolation“, „Heimquarantäne“, „Selbstisolation“ und „Selbstquarantäne“ werden teils synonym gebraucht. Der Begriff „Selbst-Isolation“ kann auch so verstanden werden, dass eine Person sich allein (also mit sich selbst) in der Isolation bzw. Quarantäne befindet.

Selbstisolation ist nicht soziale Distanz

Der Begriff „Selbstisolation“ ist unbedingt vom Begriff „soziale Distanz“ zu unterscheiden.

Als „soziale Distanz“ wird das Verhalten einer Person bezeichnet, die auf Abstand zu anderen Menschen aufgrund von bestimmten Merkmalen oder Vorurteilen geht. (Beispiel: Rassismus)

Anmerkung: „Soziale Distanz“ muss auch von „Sozialer Distanzierung“ (Social Distancing) unterschieden werden.

Selbstisolation, Selbstquarantäne und Heimisolation: Psychologie, Tipps und Regeln

Wer sich in Selbstisolation, Selbstquarantäne, Heimisolation oder Heimquarantäne befindet, steht vor einer neuen Herausforderung: Man muss sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen und darauf achten, dass „einem nicht die Decke auf den Kopf“ fällt. Genauer gesagt, geht es darum, dass man einen Lagerkoller vermeidet und psychisch stabil bleibt.

Hierfür gibt es zwei Regeln. Regel Nummer 1: Gestalte deine Zeit aktiv! Das bedeutet, den ganzen Tag passiv Fernseh- oder Serien schauen, ist schlecht für die psychische Gesundheit. Daher gilt: Werde aktiv.

Regel Nummer 2: Betrachte die jetzige Isolation als temporär. Sie geht vorbei! Schreib dir in den Kalender, wann die Isolation vorbei ist.

Übrigens: Wer weiß, wie Meditieren funktioniert oder Entspannungs- und Atemtechniken beherrscht, ist klar im Vorteil. Denn Meditieren und bewusstes Atmen baut Stress ab und steigert das Wohlbefinden. (Lernen Sie doch während ihrer Selbst-Isolation Meditieren.)

Selbstisolation, Selbstquarantäne und Heimisolation: Einige Regeln

Gestalten Sie Ihren Alltag und definieren Sie feste Zeiten. Beispiele:

  • Legen Sie fest, wann Sie im Home-Office arbeiten.
  • Legen Sie fest, wann Sie Serien schauen. (Schalten Sie die Autoplay-Funktion aus.)
  • Kleiden Sie sich ordentlich. Nur weil sie Zuhause sind, ist das kein Grund den ganzen Tag im Schlafanzug herum zulaufen.
  • Duschen Sie regelmäßig.
  • Lachen Sie zwischen durch. (Lustige Videos dürfen Sie schauen.)
  • Basteln Sie. Werden Sie kreativ.
  • Rufen Sie Freunde an. Rufen Sie Eltern, Oma, Opa, Verwandte an.

Weitere Tipps gegen Langeweile finden Sie hier.

Heimquarantäne als ärztliche Anweisung

Ärzte können eine zeitlich begrenzte Heimquarantäne anweisen. Die angewiesene Heimquarantäne bedeutet dann für die betroffene Person, dass sie Kontakte zu anderen Menschen meiden und keinen Besuch empfangen soll.

Bei einer Influenza empfehlen Ärzte in der Regel eine Dauer der Heimquarantäne von sieben Tagen.

Die Heimquarantäne dient dazu, dass die betroffene Person andere nicht ansteckt, was dazu führen würde, dass Viren verbreitet werden. Deswegen isoliert soll sich die betroffene Person selbst isolieren.

Im Idealfall verlässt die betroffene Person ihre Wohnung oder ihr Haus nicht. Ausnahmen können dringende Fälle sein wie z.B. Einkauf Lebensmittel, Weg zum Arzt, Weg zur Arbeit, um anderen zu helfen. Die Person soll Kontakte zu anderen Menschen meiden und keinen Besuch empfangen. Diese Isolierungsmaßnahmen dienen dazu, dass die Person andere nicht ansteckt.

Heimisolation und Heimquarantäne in Deutschland während der Coronavirus-Krise (Covid-19)

Während der Coronavirus-Krise in Deutschland erlies die deutsche Bundesregierung ein Kontaktverbot. Die Bundesländer erließen Ausgangsbeschränkungen. Ausgangssperren wurden nicht verhängt.

Die Bevölkerung wurde wiederholt aufgefordert, ihre Wohnung nur für dringende Fälle zu verlassen und auf soziale Kontakte zu verzichten, um die Corona-Pandemie einzudämmen. (Siehe: Social Distancing, Flatten the Curve)

Die Aufforderungen und das erlassene Kontakverbot der Bundesregierung führten dazu, dass viele freiwillig in die Heimisolation bzw. Heimquarantäne gingen und ihre Kontakt reduzierten.

Heimquarantäne in Österreich während der Coronavirus-Krise (Covid-19)

In Österreich ist es medzinischem Fachpersonal und der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde erlaubt, eine Heimquarantäne auszusprechen. Sie entscheiden, ob Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sich in Heimquarantäne oder stationäre Behandlung begeben sollen.

Bei der Entscheidung wird der Krankheitsverlauf prognostiziert. Bei einem schweren Krankheitsverlauf begibt sich die infizierte Personen in stationäre Behandlung. Bei einem schwachen Krankheitsverlauf wird eine Heimquarantäne angewiesen.

Die Entscheidung, ob jemand in Heimquarantäne muss, wird per Brief mitgeteilt.

Betroffene Personen dürfen den Ort der Heimquarantäne nicht verlassen. Sie dürfen keinen Besuch empfangen und es gibt besondere Hygienevorschriften. Wer einen Hund hat, darf mit diesem nicht Gassi gehen.

Die Heimquarantäne wird kontrolliert. Bei Verstößen drohen Geldstrafen.

Die Heimquarantäne darf verlassen werden, wenn ein Arzt bestätigt, dass die betroffene Person gesund ist und wenn zwei im Abstand von 24 Stunden durchgeführte Coronavirus-Tests negativ ausfallen.

Weitere Bedeutung und Formen der Selbstisolation

Neben der Selbstisolation, die dazu dient, eine Pandemie oder Krankheit zu bekämpfen, gibt es auch krankhafte Formen der Selbstisolation. Bei einer krankhaften Selbstisolation geht ein Mensch auf Abstand zu anderen und kapselt sich ab. Dies ist Teils verbunden mit depressiven Gefühlen und Gefühlen der Einsamkeit.

Was ist ein Superspreader, Super Spreader, Superverbreiter? Bedeutung, Definition


Als „Superspreader“ werden infizierte Personen bezeichnet, die überdurchschnittliche viele andere Personen mit einer Krankheit oder einem Virus angesteckt bzw. infiziert haben.

Was sind Superspreader? Bedeutung, Definition

Es ist wichtig folgendes über Superspreader zu wissen:

Es gibt keine genaue Grenze, wann eine Person zum Superspreader wird.

Die Annahme, dass es Superspreader gibt, basiert darauf, dass bei bisher verbreiteten Krankheiten beobachtet wurde, dass es Menschen gab, die überdurchschnittlich viele andere angesteckt haben. Aus dieser Beobachtung wurde die Idee des „Superspreader“ abgeleitet.

Infektionsrate Coronavirus (Covid-19): Man geht im Durchschnitt davon aus, dass ein Coronavirus-Infizierter zwei bis drei anderen Menschen ansteckt. Um eine Person als Superspreader zu identifizieren, müsste diese vermutlich mindestens rund zehn Personen angesteckt haben.

Es geht beim Identifizieren von Superspreadern nicht darum einen Sündenbock oder Schuldigen zu finden, sondern darum eine Epidemie oder Pandemie einzudämmen. Deswegen suchen Behörden nach möglichen Kontaktpersonen.

Das Phänomen der Superspreader wird in der Wissenschaft und insbesondere in der Epidemiologe stark diskutiert.

Das Wort „Superspreader“ bedeutet auf deutsch „Superverbreiter“ oder „Superverteiler“. Die englische Schreibweise ist „Super-Spreader“ oder „Superspreader“. In der Epidemiologie wird von „Superspreading-Ereignissen“ oder „Superspreader-Ereignissen“ gesprochen. (Engl. „Superspreading events“)

Wie entstehen Superspreader, Super Spreader, Superverbreiter? Bedeutung

„Superspreader“ entstehen nicht willentlich. Sie sind das Produkt ihres Immunsystems, Körpers und ihrer Umwelt.

Es wird angenommen, dass „Superspreader“ besonders viele Keime in sich tragen und dass sie diese Keime ungewöhnlich lange und in größeren Menge ausscheiden. (Der gegenteilige Fall wäre, dass jemand wenige Keime in sich trägt und diese nur kurzzeitig in geringen Mengen ausscheidet.) Ob das Immunsystem bei Superspreadern schlechter arbeitet, als bei anderen Personen ist nicht bekannt.

Weitere Faktoren, die darüber entscheiden, ob jemand ein Superspreader ist, können sein:

Hinweis: Ein Faktor macht keinen Superspreader aus. Erst viele Faktoren im Zusammenspiel erhöhen die Chance das jemand Superspreader werden kann.

  • Persönliche Hygiene und Gesundheit:
    • Wie gesund ist die Person? Hat sie Vorerkrankungen?
    • Wäscht sie sich oft die Hände?
    • Hält sie sich an Hygiene- und Gesundheits-Empfehlungen?
    • Siehe: Anleitung Hände waschen
  • Sozialkontakte, Distanz und Nähe zu anderen:
    • Hat die Person viel Kontakt zu anderen Menschen?
    • Hat sie engen Kontakt?
    • Geht die Person krank auf Arbeit?
    • Besucht die Person Veranstaltungen?
    • Hält sie in Zeiten von Pandemie oder Grippenwellen Abstand zu anderen?
    • Siehe: Social Distancing, Kontaktverbot, Kontaktreduzierung
  • Hält die Person sich an Orten auf, an denen viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern angetroffen werden können? Beispiel: Hotels, Flughäfen, Konferenzen, Flüge, Flughäfen, Züge, Fußballspiele, Fantreffen, Stadien
  • Persönliche Faktoren
    • Reist eine Person viel?
    • Lebt sie einen gesunden Lebensstil?
    • Hat sie viel Stress?
    • Ist sie eine Person, die gern andere berührt?
  • Externer Faktor: Krankenhausinfektion

Ein Faktor ist das Immunsystem. Es kann angenommen werden, dass das Immunsystem bei Superspreadern so gut ist, dass sie Symptom frei sind und daher nicht auf Abstand zu anderen gehen.

Hinweise: In Zeiten von einer Pandemie hilft nur persönliche Hygiene und das Verweilen in der eigenen Wohung:

Coronavirus / Covid-19: Bekannte Superspreader

Während der Coronakrise im Jahr 2020 wurde in Südkorea ein Superspreader identifiziert. Die Person erhielt den Namen „Patient 31“. Sie ist Mitglied einer christlichen Sekte namens Shincheonji. Sie hat mindestens 29 andere Personen infiziert.

Ein 53-jähriger Brite wurde als Superspreader identifiziert. Er war im Januar auf einer Konferenz mit rund 100 Teilnehmern in Singapur und soll sich dort angesteckt haben. Ein Teil der Teilnehmer kam aus Wuhan.
Nach Ende der Konferenz verlies er Singapur und flog nach Frankreich, um Urlaub mit seiner Familie zu machen. Hier in Frankreich soll er vermutlich elf andere Personen angesteckt haben. (Fünf Franzosen und fünf Briten wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Die französischen Behörden gehen davon, dass der Mann sie angesteckt hat.)
Nach dem Urlaub flug er über Genf (Schweiz) nach Großbritannien zurück. Zum Zeitpunkt, kurz nach seiner Rückkehr, nahmen die Organisatoren der Konferenz Kontakt zu ihm, um ihn darüber zu informieren, dass andere Teilnehmer am Coronavirus erkrankt waren. Er ließ sich daraufhin testen. Sein Coronavirus-Test fiel positiv aus. Die Behörden reagierten und versuchten Personen aufzuspüren, die Kontakt zu dem Mann hatten, die z.B. neben ihm im Flugzeug saßen.

Eine russische Ärztin wird als möglicher Superspreader-Fall gehandelt. Während sie im Frühjahr 2020 Konferenzen besuchte, sich mit anderen Ärzten und Studenten traf, soll sie elf andere Menschen angesteckt haben.

Geschichte: Historische Superspreader

Mary Mallon war eine Superspreaderin. Zwischen den Jahren 1900 und 1907 arbeitete sie als Köchin in Raum New York City. In der Zeit infizierte sie 53 Menschen mit Typhus. Sie wechselte mehrere Male ihren Wohnort, was jedes Mal dazuführte, das sie weitere Menschen ansteckte.

In Finnland steckte im Jahr 1998 eine Person 22 andere Personen mit Masern an.

Im Jahr 2003 verbreitete der Professor Liu Jianlun SARS. Er kam aus Kanton und infizierte in Hongkong in einem Hotel zwölf andere Personen. Bevor er nach Hongkong reiste, litt er schon unter Symptomen. Jedoch wollte er unbedingt an der Hochzeit in Hongkong teilnehmen.

Was ist ein Lagerkoller? Bedeutung, Definition, Symptome, Erklärung


Ein Lagerkoller entsteht, wenn eine oder mehrere Personen zeitlich begrenzt auf einem engen Raum oder an einem beengten Ort untergebracht sind.

Isolation und Eingesperrtsein können zu einem Lagerkoller führen. Der Lagerkoller zeigt sich an einem erhöhten Stresslevel, erhöhtem Erregungslevel, Gereiztheit, Nervosität, Traurigkeit, Erschöpfung oder Schlafstörungen. Bei einem Lagerkoller werden Menschen unruhig und reagieren aggressiv. Sie streiten mehr und ihre Stresstoleranz ist reduziert.

Lagerkoller treten an Orten auf in denen Menschen eingesperrt, isoliert oder in Quarantäne sind. Diese Orte sind unter anderem: Flüchtlingslager, Gefängnisse, Lager, Notunterkünfte oder Schutzanlagen (Bunker).

Auch freiwillige Isolierung – während z.B. einer Pandemie (Coronavirus, Covid-19) – kann zu einem Lagerkoller führen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen weiter. (Siehe: Kontaktverbot, Kontaktreduzierung, Ausgangsbeschränkungen)

Ursachen und Gründe: Was zu einem Lagerkoller führt

Es sind meist mehrere Ursachen, die im Zusammenspiel zu einem Lagerkoller führen. Diese Ursachen sind unter anderem:

  • Angst / Ungewissheit
    • Angst sich während einer Pandemie anzustecken
    • Angst vor Stigmatisierung falls man sich ansteckt
    • Angst vor Versorgungsengpässen (Versorungsängste)
    • Angst vor der Zukunft
  • Auf soziale Kontakte in der aktuellen Umgebung reduziert
  • Eingesperrtsein
  • Einsamkeit
  • Existenzängste (Angst den Job zu verlieren; Angst, dass man pleite geht oder insolvent wird)
  • fehlende Privatssphäre
  • fehlende Rückzugsgebiete
  • im eigenen Saft schmoren / Gefühl, dass man alleine gelassen wird
  • Kein Kontakt zu Personen außerhalb des Lagers
  • Langeweile
  • Lärm
  • neuer Alltag
  • Ruhelosigkeit: es fällt schwer zu Ruhe zukommen
  • Schlafstörungen / schlechter Schlaf
  • Seuchenausbruch
  • Stress
  • Überfülltes Lagers (Es entsteht Dichte-Stress.)
  • Unruhe (es ist schwer zu Ruhe zukommen)
  • Unsicherheit
  • Zusammenleben im Lager beschneidet Selbstbestimmung, Freiheit und Möglichkeiten sich auszuleben

Was gegen einen Lagerkoller hilft: 2 Regeln!

Den Lagerkoller verhindert, wer es schafft sein Leben im Lager, in der Isolation oder Quarantäne erträglich zu gestalten. Daher gilt die erste Regel: Zeit soll aktiv gestaltet werden! Das bedeutet, dass man nicht ziellos in den Tage lebt oder den ganzen Tag passiv Serien schaut, sondern sich Routinen und feste Zeiten schafft. Dazu gehört auch, einmal eine Pause von den Medien und von schlechten Nachrichten zu machen.

Die zweite Regel ist: Es wird zu Konflikten kommen. Wer mit anderen in Isolation, in Quarantäne oder in einem Lager lebt, muss damit rechnen, dass es Streits geben wird. Daher sollten frühzeitig Regeln erarbeitet werden, wie damit umgegangen wird. Beispiel: Streit wird unterbrochen. Die Streitenden nehmen 30-60 Minuten Abstand von einander und kommen herunter. Jeder führt eine Atemübung durch. Danach wird darüber gesprochen, was falsch gelaufen ist. Hier hilft es, wenn jemand gut kommunzieren kann. Siehe: Metakommunikation

Maßnahmen und Strategien, um einen Lagerkoller zu verhindern:

Allgemein gilt, wer Atemtechniken, Atemübungen, Beruhigungstechniken und Fähigkeiten wie Meditieren beherrscht, ist im Vorteil. Denn mit diesen Techniken, kann Stress reduziert und das Wohlbefinden gesteigert werden.

Folgenden Maßnahmen und Strategien helfen einen Lagerkoller zu verhindern:

  • Betrachten Sie die Situation als temporär. Erinnern Sie sich daran, dass die Situation temporär ist. (Schätzen Sie die Dauer konkret ein. Wie viel Tage oder Wochen dauert die Isolation, Quarantäne oder die Zeit im Lager?)
  • Feste Zeiten definieren (Das schafft Struktur.)
    • Feste Arbeitszeiten für Homeoffice
    • Feste Lernzeiten und Spielzeiten für Kinder
    • Tage ohne Arbeit und Lernen einplanen (Samstag, Sonntag)
    • Sich einen oder zwei Schummeltage (Cheatday) in der Woche erlauben.
  • Gewohnheiten / Regelmäßigkeiten schaffen
    • Regelmäßig Duschen
    • Für Homeoffice ordentlich anziehen, nicht im Schlafanzug. (Auch wenn es verlockend ist, ziehen Sie sich für das HomeOffice ordentlich an.)
    • Hausarbeit aufteilen / ordnen
  • Kreativ werden, Basteln, mit den Händen etwas machen
  • Lachen / etwas lustiges Schauen
  • Meditieren
  • Sich zurück ziehen
  • Versuchen Sie ihren Partner oder ihre Kinder neu kennen zu lernen
  • Verwandte, Oma, Opa, Freunde anrufen

Mehr Tipps gegen Langeweile finden Sie hier: 120 Tipps gegen Langeweile.

Was bedeutet das Wort „Lagerkoller“ / „Koller“? Bedeutung, Wortherkunft, Definition

Das eingedeutsche Wort „Koller“ geht auf lateinische Varianten des Wortes „Choleriker“ zurück. Noch heute sind in der deutschen Sprache die Worte „Choleriker“ und „cholerisch“ verbreitet. Ein „Choleriker“ ist ein Mensch, der leicht erregbar ist, der zu Wutanfällen und Jähzorn neigt. „Cholerisch“ zu sein, bedeutet, dass jemand leicht reizbar und jähzornig ist.

Das Wort „Koller“ kann demnach mit „Wut“ oder „Zorn“ übersetzt werden. Damit bedeutet das Wort „Lagerkoller“ übertragen ins Hochdeutsche „Lagerwut“ oder „Lagerzorn“. (Ein Lagerkoller ist also die Wut über das Eingesperrtsein.)

Dschungelcamp und Lagerkoller

Den Teilnehmern des Dschungelcamps wird nachgesagt, dass sie nach wenigen Tagen an einem Lagerkoller leiden. Folgende Umstände des Dschungelcamps sprechen dafür:

  • Die Teilnehmer stellen erst ihre Ernärhung um und essen dann „Diät“. Sie kriegen Bohnen und Reis zu essen. Das macht satt, ist aber nicht besonders aufregend.
  • Die Teilnehmer verbringen den ganzen Tag miteinander. Sich zurückzuziehen, ist unmöglich. Die Privatssphäre verschwindet fast komplett. Es gibt kaum Orte, an denen ein Teilnehmer mal allein ist. Fast jeder Winkel im Dschungelcamp wird mit einer Kamera überwacht.
  • Im Dschungelcamp befinden sich Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. Teilnehmer, die aggressiv, emotionalinstabil, nachlässig, stur, egozentrisch oder wettbewerbsorientiert sind, sorgen für Unruhe.
  • Die Stimmung im Camp ist von Erfolgen in den Prüfungen abhängig.
  • Die Stimmung im Camp ist vom Verhalten der Teilnehmer abhängig. Wer lästert oder andere schlecht macht, sorgt für Stress.
  • Die Prüfungen im Dschungelcamp sorgen für Stress und Entwürdigung.
Kontaktreduzierung gegen Corona (Covid-19): Bedeutung, Maßnahmen


Kontaktreduzierung ist eine Maßnahme zur Eindämmung einer Pandemie oder Epidemie und reduziert die Zahl der Neuinfektionen. Dies schützt das Gesundheitssystem vor Überlastung.

Kontaktreduzierung dient dem Selbst- und Fremdschutz.

Zur Eindämmung der Coronakrise in Deutschland hat die deutsche Bundesregierung am 22. März 2020 ein Kontaktverbot erlassen. Dieses verbietet Ansammlungen von mehr als Menschen. Es fordert das in der Öffentlichkeit zu allen anderen Menschen ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten wird. Mehr erfahren Sie hier: Kontaktverbot in Deutschland (Coronavirus / Covid-19)

Was ist Kontaktreduzierung? Was bedeutet Kontakte reduzieren? Bedeutung, Definition

Kontaktreduzierung findet auf zwei Wegen statt:

1. Die Zahl der Menschen mit denen man enge Kontakte hat, wird stark reduziert. Unter „enge Kontakte“ wird verstanden, dass diese Menschen berührt werden und man ihnen physisch sehr nahe tritt. (Der Mindestabstand von 1,5 Meter wird hier nicht eingehalten.) Dies beinhaltet den Austausch von Zärtlichkeiten, Hände schütteln, Streicheln, Küsse und alle anderen Formen von Berührungen wie z.B. über den Kopf streichen.

Die Zahl der Menschen mit denen man enge Kontakte hat, wird – wenn vorhanden – auf den Lebenspartner oder die Lebenspartnerin, sowie – wenn vorhanden – die Kinder reduziert. (Verwandte, Bekannte und Freunde dürfen nicht besucht werden.) Ausnahmen gelten für Wohngemeinschaften.

2. In der Öffentlichkeit wird zu allen anderen Menschen ein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten. Näher darf diesen Menschen nicht gekommen werden. (Siehe: Social Distancing)

Achten Sie auf Fälle in denen die Maßnahmen schwierig anzuwenden sind. Dies sind: Bezahlen an der Kasse, Stehen in Warteschlangen, Übergabe Paket / Lieferung, Fahren im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)

Die oben genannten Maßnahmen entbinden nicht von erhöhter persönlicher Hygiene und regelmäßigen Händewaschen. (Siehe: Anleitung Hände waschen / Safe-Hands-Challenge) Die Coronakrise und die Verbreitung des Virus kann nur effizient eingedämmt werden, wenn alle empfohlenen Maßnahmen ergriffen werden.

Kontaktreduzierung ist keine Ausgangssperre.

Anwendung der Kontaktreduzierung / Kontaktreduzierende Maßnahmen:

  • Andere Menschen meiden. Dies gilt insbesondere für Menschen, die zu Risikogruppen zählen. Zu Risikogruppen zählen Menschen mit Vorerkrankungen, mit schwachen oder geschwächten Immunsystem und alte Menschen.
  • Das Haus nur in dringenden Fällen verlassen. (Dies sind unter anderem der Weg zu Arbeit, der Weg zum Arzt, um anderen zu helfen, um einzukaufen)
  • Erkrankte im Haushalt werden isoliert. (Schlafen in getrennten Betten, Mahlzeiten getrennt einnehmen, wenig Zeit miteinander verbringen)
  • Freunde, Bekannte und Verwandte bei Kontaktwunsch anrufen per Telefon oder Videoanruf.
  • in Heimarbeit / HomeOffice arbeiten. (Dienstreisen absagen)
  • Nicht an Aktivitäten außerhalb der Wohnung teilnehmen.
  • Treffen absagen.
  • Risikogruppen helfen
  • Zu Hause bleiben (und regelmäßig lüften)
  • Zur Begrüßung kein Hände schütteln; kein Küsschen links, Küsschen rechts

120 Tipps gegen Langeweile finden Sie hier. Lernen Sie doch ein neues Wort wie z.B. Covidiot.

Warum hilft Kontaktreduzierung gegen das Coronavirus (Covid-19)?

Kontaktreduzierung sorgt dafür, dass die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt wird. Dies hat einen direkten Effekt: Neuinfektionen werden reduziert und teils sogar verhindert. Es hat auch zwei sehr wichtige mittelbare Effekte: Risikogruppen werden geschützt und das Gesundheitssystem wird damit vor Überlastung geschützt. Denn Krankenhäuser haben nur begrenzte Plätze für schwer Erkrankte. (Siehe: Flatten the Curve, Social Distancing)

Weiterhin erlaubt Kontaktreduzierung, dass zur Arbeit gegangen werden kann. Dies verhindert den Zusammenbruch der Wirtschaft.

Weitere Bedeutung von Kontaktreduzierung

Synonym zu „Kontaktreduzierung“ kann der Ausdruck „Kontaktminimierung“ verwendet werden. Gleiches gilt für „Kontakte reduzieren“ „Kontakte minimieren“.

In der Wirtschaft hat der Ausdruck „Kontaktreduzierung“ folgende Bedeutung: Unnötige oder wertarme Kontakte zu Kunden sollten nicht stattfinden und daher reduziert werden.

In der Umgangssprache wird von „Kontaktreduzierung“ oder „Kontakt reduzieren“ gesprochen, wenn eine Person aufgrund eines schlechten Einflusses gemieden werden soll.

Kontaktverbot: Coronavirus, Covid-19, Bedeutung, Definition


Am 22. März 2020 hat die deutsche Bundesregierung bekanntgegeben, dass wegen der Corona-Krise in Deutschland ein bundesweites Kontaktverbot erlassen wird. Es galt ab dem 23. März 2020 für zwei Wochen bis zum 15. April 2020. Am 15. April 2020 wurde das Kontaktverbot bis zum 3. Mai 2020 verlängert.

Kontaktverbot im Kampf gegen Coronavirus, Covid-19: Bedeutung

Das Kontaktverbot bedeutet, dass Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten sind und dass zu anderen Menschen ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden muss.

Ausnahmen: Für Familien und Personen, die im gleichen Haushalt leben, gilt das Kontaktverbot nicht. (Bps. Wohngemeinschaften) Weitere Ausnahmen sind Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, die Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und Beerdigungen.

Weiterhin gilt und wurde beschlossen:

  • Zu anderen Personen muss in der Öffentlichkeit ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden.
  • Restaurants, Gaststätten und alle Gastronomiebetriebe werden bundesweit sofort für Gäste geschlossen.
  • Die Lieferung und Abholung von Essen ist weiterhin erlaubt. Es gilt, dass das Essen in der eigenen Wohung bzw. im eigenen Haus gegessen werden muss – nicht im Restaurant!
  • Dienstleister im Bereich der Körperpflege werden geschlossen. Dies betrifft Friseure / Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagestudios und Massagesalons. (Behandlungen, die medizinisch notwendig sind, sind weiterhin möglich.)
  • Der Arbeitsweg, anderen zu helfen oder für Sport und Erholung darf weiterhin die Wohnung oder das Haus verlassen werden.
  • Die Polizei kontrolliert, ob das Kontaktverbot eingehalten wird. Bei Verstößen werden Bußgelder von bis 2.500 Euro verhängt.

Das Kontaktverbot ist keine Ausgangssperre. Damit wird ein Passierschein nicht notwendig. In Bundesländern beschlossene Ausgangsbeschränkungen gelten weiterhin. Eine Übersicht, welche Berufsgruppen und Branchen systemrelvant sind, finden sie hier.

Die Entscheidung trafen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in einer gemeinsamen Telefonkonfernz am Sonntag, 22. März 2020.

Kontaktverbot im Kampf gegen Coronavirus / Covid-19: Bedeutung, Definition

Das Kontaktverbot muss in dem Kontext so verstanden werden, dass zwischen zwei Menschen mindestens 1,5 Meter Abstand eingehalten werden muss und das keine Gruppen gebildet werden dürfen. Ausnahmen gelten für Familien, Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, die Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr und Beerdigungen. Diese dürfen den Abstand von 1,5 Meter unterschreiten.

Menschen-Ansammlungen und Gruppen mit mehr als zwei Personen dürfen nicht gebildet werden und müssen gemieden werden.

Das Kontaktverbot bedeutet, dass eine Person nur mit einer anderen Person Kontakt – bei Einhaltung des Mindestabstandes – haben darf. Dies ist eine Maßnahme, die dem Social Distancing dient. Denn das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion übertragen. Infizierte verbreiten das Virus z.B. durch Berührungen, wenn sie engen Kontakt zu anderen Nicht-Infizierten haben. Dies wird durch das Kontaktverbot unterbunden, wenn es eingehalten wird.

Damit sollen nicht nur die Zahlen der Neuinfektionen reduziert werden, sondern das Gesundheitssystem soll vor Überlastung geschützt werden. (Siehe: Flatten the Curve)

Wie funktioniert Seife? Wie wirkt Seife Bakterien und Viren? Wirkung, Bedeutung


Im Kampf gegen Bakterien und Viren ist Seife eines der besten Mittel. Denn auf der Haut tummeln sich viele Keime. Diese können mit Seife zu einem großen Teil entfernt werden.

Seife selbst besteht aus pflanzlichen Fetten so z.B. Kokosfett oder Olivenöl. Seife hat eine Fettlösende Wirkung und hier drin liegt ihr Geheimnis.

Für das Coronavirus gilt, dass Seife Coronaviren (Covid-19) „tötet“, besser inaktiv macht.

Die Wirkung von Seife in Kürze erklärt: Seife zerstört die Membranen von Bakterien und Viren. Seife sorgt dafür, dass Bakterien, Viren, Keime und Schmutz von der Haut gelöst werden. Anschließend werden die gelösten Partikel unter fließenden Wasser weggespült. Deswegen ist Hände waschen sehr sehr sinnvoll!

Wie funktioniert Seife? Was passiert genau? Bedeutung und Wirkung

Seife besteht aus Tensiden. Ein Tensid bestehen aus zwei Teilen:

  • a) einem wasserliebenden (hydrophil) aber fettmeidenden (lipophob) Teil,
  • b) einem fettliebenden (lipophil) aber wassermeidenden (hydrophob) Teil.

Die Wirkung macht Tenside interessant, denn sie setzen die Oberflächenspannung von Wasser herab und wirken fettlösend. Durch die herabgesetzte Oberflächenspannung kann die Seifenlösung die schützende Fettschicht durchdringen und das Wasser kann zur Oberfläche vordringen. Außerdem lösen die Tenside Fette und Schmutzteilchen, welche dann weggespült werden können.

Wird Seife in Wasser gelöst, verhalten sich die Tenside wie folgt: Die wasserliebenden Teile richten sich zum Wasser aus und die fettliebenden Teile binden Fette.

Genauer gesagt: Die fettliebenden Teile der Tenside dringen in Schmutz oder Fette ein und lösen sie heraus. Die fettliebenden Teile der Tenside umschließen Lipide und Fettmoleküle. Dies führt dazu, dass umschlossene Fettmoleküle sich nun im Wasser befinden, beweglich sind und weggespült werden können.

Die wasserliebende Teile der Tenside ziehen Wasser an. Durch beide Teile entsteht die Seifenlösung in welcher sich gelöste Fette befinden. Diese Lösung wird auch Emulsion oder Öl-in-Wasser-Emulsion genannt. Durch fließendes Wasser wird die Emulsion abgespült.

Dass Seife wirkt, zeigt sich am besten daran, dass nach dem Hände waschen die Seife nicht mehr weiß, sondern gräulich bis schwarz ist. Die gräulich bis schwarze Färbung entsteht durch die gelösten Fettmoleküle.

Wie wirkt Seife nun gegen Bakterien oder Viren? Warum macht sie sauber? Wirkung

Die Membran von Bakterien und Viren besteht aus einer Lipidschicht. („Lipid“ ist griechisch und bedeutet auf deutsch „Fett“.) Diese Lipidschicht ist wie ein schützender Mantel, der das Bakterium oder Virus umgibt. Unsere Haut hat auch eine schützende Fett- bzw. Lipidschicht.

Kommen nun die Membran von Bakterien oder Viren in Kontakt mit dem fettliebenden Teil der Tenside so führt dies dazu, dass einzelne Lipide aus der Membran herausgelöst werden. Ferner führt das dazu, dass die schützende Lipidschicht aufgelöst wird.

Das hat zur Folge, dass das Erbgut der Bakterien oder Viren nun freigesetzt ist und ebenfalls von der Seife angegriffen wird. Damit sind die Bakterien oder Viren nicht mehr funktionsfähig und werden inaktiv.

Aus den gelösten Fetten und dem Wasser bildet sich eine Öl-in-Wasser-Emulsion, welche einfach weggespült werden kann.

Seife und die schützende Fettschicht der Haut

Die Haut wird auch durch eine Fettschicht geschützt. Befinden sich nun Keime in der Hautschicht löst die Seife erst die Fettschicht der Haut und dann die Membran der Baktieren oder Viren auf. (Wer oft seine Hände wäscht, kennt dass, dass die Haut trocken oder rissig wird. Dies ist ein Effekt der fettlösenden Wirkung von Seife.)

Damit Seife ihre Wirkung entfaltet und die Hände sauber werden, muss man sich mindestens 20-30 Sekunden lang die Hände bei fließendem Wasser waschen. Hier dürfen die Zwischenräume und Fingerkuppen nicht vergessen werden. (Siehe: #SafeHands-Challenge)

Warum ist Toilettenpapier so wichtig? Warum kaufen / hamstern alle Klopapier? Psychologie, Erklärungsversuch


Es ist Krise und die Deutschen hamstern. Sie kaufen Toilettenpapier und Nudeln in rauen Mengen. Bei Nudeln sind Hamsterkäufe verständlich. Sie sind lange lagerbar und schmecken gut. Für Nudelsoße im Glas gilt das gleiche. Aber warum kaufen so viele übermäßig viel Toilettenpapier? Verbrauchen sie so viel?

In diesem Beitrag erfährst du erst den statistischen Toilettenpapier-Verbrauch der Deutschen. Danach wird die Psychologie und das Verhältnis der Deutschen zum Toilettengang und Klopapier erklärt.

Toilettenpapier- / Klopapier-Verbrauch pro Jahr, Monat, Tag in Deutschland

Rechtfertigt der Verbrauch, dass Toilettenpapier in rauen Mengen eingekauft, gehamstert und gehortet wird? Da stellt sich eine Frage: Wie viel Klopapierrollen verbrauchen die Deutschen im Jahr?

Laut Statista verbraucht ein Deutscher pro Jahr 134 Rollen Toilettenpapier. Nur die US-Amerikaner verbrauchen mit 141 Klopapierrollen mehr. Spanier verbrauchen 81 Rollen im Jahr. Franzosen 71 Rollen. Italiener 70 Rollen. Chinesen sogar nur 49 Rollen.

Für den Verbrauch der Spanier, Italiener und Franzosen gibt es eine Erklärung: In diesen Ländern sind Bidets verbreitet, die zur Reinigung verwendet werden. Das senkt natürlich den Toilettenpapierverbrauch. In Deutschland sind Bidets kaum verbreitet.

Klopapier-Verbrauch der Deutschen pro Woche 2,6 Rollen / pro Monat 11,2 Rollen

134 Klopapierrollen durch zwölf Monate ergibt 11,2 WC-Rollen im Monat. Der Wochenverbrauch (134/52) ergibt damit 2,6 Rollen pro Woche.

2,6 Rollen verbrauchen die wenigsten nur für Toilettengänge in der Woche. Dies lässt einen Schluß zu: Deutsche verwenden Toilettenpapier auch für andere Dinge wie z.B. Nase putzen, etwas wegwischen oder aufwischen. Auch an Karneval oder Halloween wird Toilettenpapier zweckentfremdet: Nämlich für Klopapier-Mumien.

Toilettenpapier-Mathematik

Rechtfertigt dies Toilettenpapier zu horten? Rechnen wir die Zahlen hoch.

Dauert die Coronakrise 8 Wochen so verbraucht eine Person in Deutschland im Durchschnitt 20,8 Rollen. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht demnach 41,6 Rollen. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht 83,2 Rollen Klopapier.

Dauert die Coronakrise 12 Wochen (3 Monate) so verbraucht eine Person in Deutschland 31,2 Rollen. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht demnach 62,4 Rollen. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht 124,8 Rollen Klopapier.

Dauert die Coronakrise 16 Wochen (4 Monate!) so verbraucht eine Person in Deutschland 41,6 Rollen. Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht demnach 83,2 Rollen. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht 166,4 Rollen Klopapier.

In einer Toilettenpapierpackung sind im Normalfall 10 oder 20 Rollen enthalten. Mit 10 Rollen kommt eine Person in Deutschand rund 4 Wochen aus. (10/2,6 = 3,8). Mit 20 Rollen kommt eine Person in Deutschland rechnerisch rund 8 Wochen aus. (20/2,6 = 7,7)

Schlußfolgerung: Die Zahlen rechtfertigen Toilettenpapier-Hamsterkäufe. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht in 8 Wochen 83,2 Klopapierrollen, dass sind acht 10er Pakete oder vier 20er Pakete.

Doch hinter den Toilettenpapier-Hamsterkäufen steckt vermutlich kein Kalkül, sich den Weg in den Supermarkt zu sparen, sondern in den Köpfen der Deutschen passiert etwas anderes! Die Frage, warum den Deutschen das WC-Papier so wichtig, wurde noch nicht beantwortet!

Übrigens: Auf die Lebenserwartung von 80,64 Jahren in Deutschland hoch gerechnet, verbraucht ein Deutscher 10.805,76 Klopapierrollen in seinem ganzen Leben!

Toilettenpapier und Psychologie: Warum ist Klopapier so wichtig?

Die Coronakrise ist etwas Neues und Unbekanntes. Mit ihr umzugehen, muss erst gelernt werden. Viele reagieren mit Angst und fragen sich, ob die Lebensmittelversorgung stabil bleibt. Die Menschen wissen nicht, was noch kommt. Jene, die die Stabilität der Lebensmittelversorgung anzweifeln, reagieren mit Hamsterkäufen.

Toilettenpapier als Symbol für Sicherheit: Herdenverhalten, Kontrollverlust und Medien

In der Krise zeigt sich das Herdenverhalten und die Angst zu wenig abzukommen. Die Medien befeuern diese Angst, in dem sie darüber berichten, dass viel Toilettenpapier gekauft wird und dies in einigen Läden ausverkauft ist. Wer das hört, kann mit Nervosität reagieren. Wer jetzt nicht reagiert, der kriegt nichts mehr ab. (Es ist quasi ein Werther-Effekt für Klopapier.)

Hamsterkäufe sind aber auch ein Versuch, die Kontrolle zurückzugewinnen. Denn wer sich selbst versorgen kann, ist nicht auf die Versorgung durch andere angewiesen. Toilettenpapier wird damit in der Krise zum Symbol für Sicherheit.

Die Deutschen gelten als Sauberkeits-, Hygiene- und Reinlichkeitsliebendes Volk. Warum ist das so?

Toilettenpapier sorgt dafür, dass wir den Hintern oder Ausscheidungen nach dem Toilettengang nicht direkt berühren müssen. Es ist ein quasi wie ein Schutzschild vor Schmutz und verhindert, dass Kot direkt berührt wird. Jedoch ist es ein schlechtes Schutzschild, vielmehr dient es zur Beruhigung des Geistes und schützt vor Scham und Ekel. Damit ist Toilettenpapier der Schutz der Zivilisation und zeigt die Grenze zum Tier auf. Toilettenpapier schafft Abstand. (Wenn auch nur Milimeter.) Ergo: Menschen (Deutsche) berühren ihre Ausscheidungen nicht direkt mit der bloßen Hand.

Die Farbe weiß steht für Reinheit und Sauberkeit. Genau dies soll mit Toilettenpapier erzielt werden. Deswegen ist Toilettenpapier weiß.

Toilettenpapier ist damit ein Sinnbild für Sicherheit und Sauberkeit. Es bewahrt vor Scham und Ekel.

Kulturgeschichte des Toilettenpapiers und Klopapiers

In der Geschichte der Deutschen bildete sich nie heraus, dass zwischen einer Hand für die Körperreinigung und einer Hand für Nahrungsaufnahme oder Berührungen (Hände schütteln) unterschieden wurde. In Asien und dem Nahen Osten gibt es jedoch diese Unterscheidung. Die linke Hand ist zum Reinigen des Körpers da. Die rechte Hand für Berührungen. (Daher empfinden es einige Menschen aus Asien oder dem Nahen Osten als unhöflich, wenn ihnen jemand die linke Hand zur Begrüßung reicht. Denn diese Hand ist der Körperreinigung und auch dem Toilettengang vorbehalten.)

Auch verbreiteten sich Bidets nie wirklich in Deutschland. Während diese in südeuropäischen Staaten sehr beliebt sind. Das erklärt, warum Spanier, Italiener und Franzosen weniger Toilettenpapier verbrauchen.

Die Deutschen verwendeten im Lauf der Geschichte unterschiedliche Dinge zum Abwischen des Hinterns: Moos, Heu, Lumpen, Schwämme, Lappen, Stoffreste, Wolle, Altpapier und sogar Stroh. Erst als die industrielle Papierproduktion entstand, verbreitete sich Toilettenpapier. Eine zweite Entwicklung sorgte für die Verbreitung des Toilettenpapiers, denn während der industriellen Revolution verbreiteten sich wasserbetriebene Toiletten. Diese sind heute normal, lösten damals aber Latrinen und Donnerbalken ab. Die Wasserklosetts brauchten spezielles Toilettenpapier, damit die Abwasserleitungen nicht verstopften.

Toilettenpapier: Reaktionen aus dem Netz

Im Internet und in den sozialen Medien sammeln sich unzählige über das Verhältnis der Deutschen zum Toilettenpapier. Sie spielen alle darauf an, dass das Toilettenpapier zum Statussymbol und quasi Zahlungsmittel aufsteigt. (Siehe: Coronawitze)

120+ Tipps gegen Langeweile: Was du Zuhause tun kannst #CoronaVirusChallenge / #StayAtHome


Es gibt viele Dinge, die du Zuhause zu tun. Hier findest du eine alphabetisch geordnete Liste. Sie dient dir als Inspiration. Was du draus machst, liegt an dir. Auf der Liste stehen über 120 Ideen und Tipps, was du jetzt du kannst. (Nutz die einzigartige Möglichkeit.)

Tipps gegen Langeweile: Was du Zuhause während der Coronavirus-Krise mit deiner Zeit anfangen kannst

  1. Achtsamkeit üben
  2. alte Fotos anschauen
  3. aufräumen
  4. ausmisten!
  5. ausschlafen (Schlaf einfach mal aus!)
  6. Balkon aufräumen / Pflanzen umpflanzen / Mach deinen Balkon Insekten- und Bienenfreundlich
  7. Basteln (bastel Osterdeko)
  8. Bastel Geschenke für deine Freunde und Familie
  9. Bau eine Butze
  10. Brettspiele / Kartenspiele spielen (Monoplay dauert Tage! Endlich hast du Zeit gut im Schachspiel zu werden.)
  11. Bring deinen Kindern was bei
  12. Buch lesen / Zeitung lesen
  13. Computer aufräumen (Datenspeicher aufräumen)
  14. dekoriere Zuhause um / stell deine Möbel um
  15. dich pflegen (Gönn dir eine Beautybehandlung Zuhause mit Gesichtsmaske, Hand- und Fußbehandlung)
  16. digital die Hochschule besuchen (Hier findest du mehr.)
  17. digitalisere deine Dokumente (Scanne Dokumente, Briefe, etc per Scanner und Scan-App ein.)
  18. eine Dokumentation schauen
  19. Dopaminfasten: Faste einen Tag Dopamin (Versuche einen Tag ohne Smartphone, Fernseher, Laptop und Computer zu verbringen.)
  20. endlich das Fotoalbum / Fotobuch vom letzten Urlaub erstellen
  21. eine Liste erstellen, was du tun kannst, wenn du dich langweilst
  22. eine Löffelliste (Bucket List) erstellen / schreib deine Ziele auf
  23. entwickle deine Persönlichkeit
  24. Erforsche deinen Stammbaum / Finde mehr über deine Ahnen heraus
  25. Erstelle eine Liste: (Wie viele Lieder von Rihanna kennst du? Kannst du alle Landeshauptstädte der deutschen Bundesländer aufzählen? …)
  26. Fahrrad putzen
  27. Faulenze / Relaxe (Genieß die Langeweile)
  28. Fernseh schauen
  29. Filme schauen
  30. Finde heraus, was du gut kannst
  31. Finde neue YouTube-Kanäle
  32. Frag dich, wie du die jetzige Situation noch langweiliger machen kannst
  33. Frag dich, wie du die Welt besser machen kannst
  34. Frag dich, wie du deine Ernährung verbessern kannst
  35. Frag dich, wo im Leben stehst und wo du hinwillst (Erreichst du deine Ziele? Wo stehst du? Welchen Weg willst du gehen? Wer willst du werden? –> Schreib es auf.)
  36. mit Freunden telefonieren
  37. Frühjahrsputz beginnen / aufräumen
  38. Gestalte ein Poster.
  39. Haare färben
  40. Handarbeiten: Stricke, Nähe oder Häkel
  41. ein Hörbuch hören
  42. Hilf der Wikipedia und bearbeite einen Artikel.
  43. höre einen Podcast
  44. höre neue Musik an
  45. Informiere dich über den Klimawandel
  46. Informiere dich über Nachhaltigkeit
  47. Informiere dich darüber, wo dein Essen herkommt
  48. Lern ein Instrument
  49. Lern einen Zaubertrick / Kartentrick
  50. Lern massieren
  51. Lern Origami
  52. Lies diese Liste zweimal
  53. Lies in einem alten Tagebuch von dir
  54. Jugendworte der vergangenen Jahre lernen (Siehe: Ehrenmann, Cringe, Jugendworte 2019)
  55. den Kleiderschrank aufräumen und ausmisten
  56. Kocht gemeinsam
  57. Mach einen Handstand / Mach Hampelmänner
  58. Mach ein Kreuzworträtsel
  59. Mach eine Dankbarkeitsübung (Schreibe 3 Dinge für die du dankbar bist. Dann machst du dann jeden Tag für mehrere Wochen und du wirst merken, wie sich dein Leben verändert.)
  60. Mach einen Scherzanruf mit unterdrückter Nummer.
  61. Mach eine Toilettenpapier-Mumie
  62. Mach Mittagsschlaf.
  63. Male / Zeichne ein Bild / Male nach Zahlen
  64. Meditieren (meditieren lernen)
  65. Museen digital besuchen (Besuch das „The British Museum
  66. Musik hören
  67. Netflix gucken (endlich die „Meine Liste“ (Watch later) durcharbeiten / Starte einen Serienmarathon (binge watching))
  68. Nichts tun (Ist schwieriger als es sich anhört)
  69. Nimm auf deinem Balkon ein Sonnenbad
  70. Nimm ein Schaumbad.
  71. Nutze Learnattack vom Duden (Link: hier)
  72. Opa und Oma anrufen
  73. Organisiere dein Zuhause neu.
  74. Passwörtern ändern und erneuern
  75. Plane deinen nächsten Festival-Besuch
  76. Plane deinen Urlaub
  77. Plane deinen digitalen Detox
  78. Philosophiere über die Langeweile (Wenn es eine Langeweile gibt, gibt es dann eine Kurzeweile? Mh…)
  79. Probier Yoga aus
  80. Profilbild ändern: Ändern dein WhatsApp-Profilbild
  81. Programmieren lernen (auch dafür gibt es genug Onlinekurse)
  82. Projekt verwirklichen! (Jetzt ist Zeit zu verwirklichen, was du schon lange vor dir herschiebst.)
  83. Puzzel / Puzzle
  84. Reinige was du selten reinigste: Deine Computermaus, das Smartphone, die eine Stelle in der Küche)
  85. neue Rezepte ausprobieren (Koch kreativ. Schon mal Kichererbsen ausprobiert?)
  86. Ruf Verwandte an mit denen du schon lange nicht mehr gesprochen hast
  87. Schau dir einen Filmklassiker an.
  88. Schau dir mal an, was deine Kinder am Handy oder Laptop so treiben. (Weißt du womit sich deine Kinder den lieben langen Tag beschäftigen?)
  89. Schreib einen Brief
  90. Schreib einen Brief an dein zukünftiges Ich
  91. Schreib einen Brief an deinen Feind und schick den Brief nicht an
  92. Schreib einen Brief an deinen Schwarm und schick den Brief nicht ab (Der Netflix-Film „To All The Boys I’ve Loved Before“ passiert hier sehr gut zu.)
  93. Schreib ein Buch
  94. Schreib ein Essay
  95. Schreib ein Gedicht
  96. Schreib ein Lied
  97. Schreib endlich mal wieder Tagebuch (Schreib deine Gedanken nieder. Das hilft der Selbsterkenntnis.)
  98. Schreib eine Geschichte / Kurzgeschichte
  99. selbst kochen
  100. sei solidarisch (helfe älteren Nachbarn)
  101. shoppe online
  102. Spiele „Der Boden ist Lava“
  103. Spiele Stadt-Land-Fluss
  104. Spiele Wahrheit oder Pflicht
  105. Stelle dir schwierige Fragen wie:
    1. Was ist Glück?
    2. Was begeistert mich?
    3. Was ist meine frühste Kindheitserfahrung?
    4. Was ist das Beste, was mir je passiert ist?
    5. Gibt es Schicksal?
    6. Woran glaubst du?
    7. Würdest du dir selbst einen Namen geben, welchen hättest du ausgesucht?
    8. Wer bist du in zehn/15 Jahren?
    9. Was ist deine beste / schlechteste Eigenschaft?
    10. Wofür / Für wen hättest du gern mehr Zeit?
    11. Bist du fair?
    12. Was ist Erfolg für dich?
  106. Stelle Outfits zusammen.
  107. neue Sprache lernen
  108. die Steuererklärung vorbereiten (Klingt nicht spannend, aber du hast doch eh Zeit!)
  109. Sicherheitskopien vom Smartphone, Computer und Laptop erstellen
  110. Sportübungen Zuhause absolvieren (schon mal von Calisthenics gehört? Auf YouTube gibt es zahlreiche Trainingsanleitungen. Oder mach einfach Sit-Ups.)
  111. Tanzen üben (Es gibt genug Anleitungen im Internet.)
  112. Teile deinen Freunden mit, dass du dich langweilst.
  113. tritt mit deinem inneren Kind in Kontakt (Was wolltest du werden als du Klein warst?)
  114. Überlege dir eine Geschäftsidee
  115. Überlege dir, wie du Geld verdienen kannst
  116. Überprüf deine Finanzen
  117. Übersetze ein Lied auf deutsch
  118. Verträge prüfen (Gibt es bessere Angebote für dein Smartphone/Handy? Warum bezahlst du fürs Fitnessstudio, wenn du eh nicht hingehst?)
  119. ein Video für YouTube drehen
  120. Wäsche waschen
  121. Was würdest du tun, wenn du drei Wünsche frei hättest?
  122. dich Weiterbilden per Onlinekurs (Es gibt viele wunderbare Gedankentanken-Videos auf YouTube. Hier findest du ihren Kanal.)
  123. neue Witze lernen (Siehe: Coronawitze)
  124. Zocken (an der Console oder PC)

Es ist wichtig, dass du während der Coronavirus-Krise Zuhause bleibst. (Siehe: Social Distancing, Flatten the Curve) Versuch dich zu beschäftigen, die obige Liste ist lang.

Langeweile ist gut

In der Langeweile können wir regenerieren. Sie fördert die Kreativität. Denn in der Langeweile werden wir (und unser Gehirn) nicht stimuliert, so dass wir herunterkommen und neue Kraft schöpfen können. Langeweile ist daher nichts schlechtes, auch wenn sie als unangenehm und unfreiwillig empfunden wird.

Was ist ein Egotrip? Bedeutung, Psychologie, Erklärung


Der „Egotrip“ ist eine Erscheinung der Neuzeit. Er bezeichnet den als nicht besonders sympathisch oder sozial empfundenen Alleingang eines Menschen. Ausgelöst wird dieses Verhalten durch verschiedene Faktoren der persönlichen Prägung und Lebensgestaltung. In diesem Beitrag erfährst du die Psychologie hinter dem Egotrip, was er ist und warum er passiert.

Die Psychologie hinter dem Egotrip

Was ist das Ego überhaupt?

Das Wort Ego hat heute eine ganz andere Bedeutung als noch vor einhundert Jahren. Der Begriff „Ego“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet zunächst nur „Ich“.

Sigmund Freud brachte das Ego im psychologischen Kontext auf den Tisch und formulierte vor 1923 sein „Strukturmodell der Psyche“.

Darin unterteilte er die Persönlichkeit des Menschen in drei Anteile. Das „niedere Ich“ bzw. das unpersönliche „Es“, das „alltägliche Ich“ und das „über Ich“.

Bei jedem Menschen können alle drei Anteile unterschiedlich stark geprägt sein. Während manche Menschen in einer hohen moralischen Geistigkeit leben (über Ich), sind andere durch zumeist unbewusste niedere Triebkräfte bestimmt (niederes Ich bzw. Es). Letztere seien geprägt durch unsoziales bis aggressives oder zerstörerisches Verhalten.

Das Optimum für einen körperlich und geistig gesunden Menschen läge nach Freund im harmonischen Zusammenspiel aller drei Komponenten. Niederes, mittleres und höheres Ich gehören zusammen. Wird ein Teil überbetont oder unterdrückt, kommt es zu Problemen im Ausdruck und der Selbstwahrnehmung eines Menschen.

Der moderne Begriff des Ego

Im Laufe der Nachkriegszeit und mit dem Aufkommen der Konsumgesellschaft entwickelte sich zunehmend negativ geprägter Begriff des Ego. Als Egoisten gelten Menschen, die wenig Rücksicht auf andere nehmen und skrupellos vorgehen.

Der Egozentriker wird allgemein etwas milder wahrgenommen. Egozentrik bedeutet, dass sich jemand ins Zentrum des eigenen Seins stellt. Im täglichen Sprachgebrauch werden Menschen als egozentrisch bezeichnet, die etwas skurril sind und eine sehr eigene Art des persönlichen Ausdruckes entwickelt haben.

Dazu zählen viele Künstler oder sehr auffällig agierende Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses. In der Regel ist dieser Typus Mensch nicht darauf aus, andere materiell zu beschädigen oder aktiv zu verletzen. Egozentriker provozieren gerne und können aus schockierten Reaktionen von Mitmenschen einen Lustgewinn ziehen.

Die scheinbare Selbstverliebtheit ist dem Egoisten wie dem Egozentriker eigen. Bei besonders aggressiv auftretenden Personen basiert diese aber kaum auf einem gesundem Selbstwert, sondern wird als Attribut der Selbstdarstellung zur Schau getragen.

Als die Steigerung des Egoismus wird der Narzissmus angesehen. Betroffene dieser Persönlichkeitsstörung fallen durch ein stark verändertes Selbstbild auf. Sie treten aggressiver und perfider auf als Egoisten. Das Mitgefühl für andere können sie völlig ausschalten.

Selbstliebe dagegen ist ein Begriff der im 21. Jahrhundert hauptsächlich durch die esoterisch, spirituelle Bewegung geprägt wurde. Dabei geht es in Anlehnung an östliche Weisheitslehren darum die Dominanz des „niederen Egos“ im Sinne einer höheren geistigen Entwicklung aufzulösen.

Das gesunde Ego

Ein Mensch ohne eine gesunde Selbstwahrnehmung leidet ebenso wie ein gnadenlos überzeichneter Egoist. Menschen ohne Profil, Willen oder Durchsetzungsstärke werden in unserer Gesellschaft schnell zu Opfern der Egoisten. Vom gesunden Ego und Ich-Bewusstsein spricht man, wenn ein Mensch sich selbst wahrnehmen kann, eigene Wünsche hat und Lebensziele verfolgt, von denen er sich Freude und Heilsein verspricht.

Das krankhafte Ego

Freud ging davon aus, dass sich ein negatives Ego durch Mangelzustände in der frühen Kindheit entwickelt. Ein Kind, das nicht genug Aufmerksamkeit durch die Eltern bekommt oder materielle Not erfährt, bildet automatisch eine Ego-Struktur aus, die auf Kampf und Konkurrenzdenken basiert.

Der Egotrip hat viele Gesichter

Der Duden definiert den Egotrip zunächst sehr neutral als

„Lebenshaltung, bei der jemand ganz auf sich selbst bezogen ist.“

„Auf dem Egotrip sein“, bedeutet, „sich egozentrisch verhalten, seine Egozentrik ausleben.“

Interessanterweise definiert der Duden hier nicht den Egoisten als Ausführenden, sondern den Egozentriker.

Im allgemeinen Sprachgebrauch haftet dem Egotrip etwas deutlich Negatives an. Menschen begegnen dem Egotrip eines anderen meist durch eine deutlich verurteilende, abwertende oder neidische Haltung.

Daneben existiert eine scherzhafte Verwendung des Begriffs unter Freunden und guten Bekannten.

Wie die Qualität eines Egotrips empfunden wird, liegt tatsächlich im Auge des Betrachters. Menschliches Miteinander lässt Raum für Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Ein von Mitmenschen als egoistisch empfundener Mensch kann:

  • tatsächlich absichtlich bösartig abwertend und schädigend für andere sein
  • Probleme mit dem authentischen Selbstausdruck haben und eine vermeintlich starke Ego-Persönlichkeit zur Schau tragen
  • einfach nur sehr selbstbezogen bis in sich gekehrt sein
  • sich aus einer Opferhaltung befreien wollen
  • nach einer Krise das eigene Selbst entwickeln wollen

Wodurch zeichnet sich ein Egotrip aus?

Lässt man die scherzhafte Verwendung des Begriffes beiseite, zeichnen sich Egoismus und der Egotrip durch unsoziales Verhalten und emotionale Verhärtung aus.

Die Art und Weise wie ein Mensch auf dem Egotrip die eigenen Interessen durchsetzt, verstößt gegen geltende moralische Wertvorstellungen und Sittengebräuche. Dennoch sind auch hier die Grenzen fließend. In der Gesellschaft gibt es eine deutliche Tendenz hin zu sozialer Verrohung und der Überstilisierung von Egoismus und rücksichtslosen Verhaltensweisen. Egoismus und wüstes Verhalten werden als „cool“ empfunden und in den Egoisten die stärkeren und erfolgreicheren Teilnehmer unserer Gesellschaft gesehen.

Welch unterschiedliche Sichtweisen rund um einen Egotrip existieren können, zeigt dieses Beispiel.

Ein Banker, der auf besonders harte und rücksichtslose Weise die finanziellen Interessen seines Bankhauses durchzieht, wird im Berufsleben kaum als „auf dem Egotrip“ wahrgenommen werden. Es sei denn, er verhält sich abwertend und diskriminierend gegenüber seinen Kollegen.

Auch dem Bankhaus wird wohl niemand in der heutigen Zeit und Wirtschaftslage einen „Egotrip“ unterstellen wollen.

Im Privatleben des Bankers dagegen kommen die fragwürdige Karriere und persönliche Entwicklung des Mannes nicht gut an.

Durch seine beruflichen Erfolge und die Einflüsse seines Metiers tritt er plötzlich ganz anders auf. Er trifft neue Leute und wendet sich von alten Bekannten, die seine Veränderung als „Egotrip“ kritisieren, ab.

Die Frau des Bankers wartet abends immer öfter und länger vergeblich auf ihn. Die Kinder sehen ihren Vater kaum noch und er rechtfertigt dies mit dem gestiegenen Einkommen und dem Luxus, den sich die Familie dafür leisten könne.

Wenn die ratlose Ehefrau sich mit ihren Sorgen an die beste Freundin wendet, könnte diese sagen, „Ich glaube, dein Mann befindet sich gerade auf einem gnadenlosen Egotrip.“

Würde man den Banker befragen, würde dieser seine berufliche Karriere und persönliche Veränderung sehr wahrscheinlich als „Selbstverwirklichung“ bezeichnen.

Der Unterschied zwischen Egotrip und Selbstverwirklichung

Auch wenn beides zunächst gleich erscheinen oder missverständlich wahrgenommen werden kann, gibt es einige bezeichnende Unterschiede.

Wer sich selbst verwirklichen möchte oder das niedere Ego im Sinne höherer Ideale transformieren möchte, verfolgt andere Werte und geht anders mit Emotionen um.

Der Egoist auf dem Egotrip kann an diesen Werten erkannt werden:

  • durch rücksichtsloses und abwertendes Verhalten Mitmenschen gegenüber
  • dem Überschreiten moralischer Grenzen zum eigenen materiellen Vorteil
  • hat eine sehr niedrige Toleranzschwelle für Kritik
  • Ablehnung von Konsens, Kompromiss und klärender Kommunikation
  • Begegnet Konflikten mit emotioneller Abwehr

Menschen, die sich selbst verwirklichen wollen, ohne egoistisch im negativen Sinne zu sein, erkennt man daran:

  • sie sind zu Konsens und Kompromissen bereit
  • sie lassen Gefühle zu und zeigen authentische Emotionen
  • sie hören sich Kritik an und denken darüber nach
  • der betreffende Mensch geht behutsam und mitfühlend mit anderen um
  • Konflikte werden geklärt statt übergangen
  • materielle Bedürfnisse zum Nachteil anderer stehen nicht im Vordergrund

Wieso heißt es „Egotrip“ und nicht „Egoreise“ oder „Egotour“?

Ein Egotrip kann wie ein rauschartiges Geschehen wirken. Daher hat sich im Sprachgebrauch „Egotrip“ eingebürgert.

In diesem Zusammenhang hat das Wort „Trip“ seinen Ursprung in der Welt der bewusstseinsverändernden Drogen. Früher bezeichnete man mit LSD getränkte Karton-Plättchen als „Trip“. Der Mensch im Rauschzustand war „auf dem Trip“.

Ganz ähnlich wie bei einem Drogenrausch kann ein Egotrip die Wahrnehmung und Verhaltensweisen eines Menschen stark verändert. Ein weiterer interessanter Zusammenhang ist das Verfolgen von Trugbildern. Egoisten rennen nur allzu gerne Scheinbildern und falschen Zielen hinter. Diese werden im übertragenen Sinne mit den Halluzinationen und stark verfälschten Emotionen eines „LSD-Trips“ gleichgesetzt.

Was treibt den Egotrip einen Menschen an?

Der erste Antrieb ist beim Egotrip sowie der Selbstverwirklichung derselbe: Unzufriedenheit. Durch die Art, wie der Mensch versucht, diesem Zustand des Mangels und Unglücks zu begegnen, trennen sich die Wege.

Egoisten peilen Ziele wie enormen materiellen Zugewinn, gutes Ansehen und Macht an. Im schlimmsten Fall ziehen Egoisten sogar Freude aus dem Umstand, andere zu schädigen und zu demütigen. Der Egoist wird dadurch aber nur kurzzeitige Befriedigung finden und seinen „Trip“ sehr bald fortsetzen müssen.

Angst spielt eine sehr große Rolle. Auch wenn Menschen auf dem Egotrip oft als besonders stark wahrgenommen werden, ist dies in der Regel ein Trugbild. Im negativen Sinne kapseln sich Egozentriker durch die Eigenartigkeit von anderen ab. Dahinter können sich versteckte soziale Ängste befinden.

Wer mitten in einer egozentrierten Gesellschaft lebt, muss unter Umständen selbst zum Egoisten werden, auch wenn diese Verhaltensweisen eigentlich nicht zur eigenen Persönlichkeit zählen. Ein Mensch, dem dies innerlich zuwider ist, wird bestrebt sein, einen Ausweg aus der Situation zu finden und den „Egotrip“ dann bald auch wieder sein lassen.

Was ist der Pull-Effekt / Pull-Faktor? Bedeutung, Definition


Im Allgemeinen werden als „Pull-Effekt“ und „Pull-Faktor“ Maßnahmen bezeichnet, die Menschen anlocken und zu einem bestimmten Verhalten motivieren.

Andere Begriffe für „Pull-Effekt“ sind „Anziehungseffekt“ und „Sogwirkung“.

Die Ausdrücke „Pull-Effekt“ und „Pull-Faktor“ stammen aus dem Marketing. Mehr dazu, weiter unten.

In der Diskussion, um die Seenotrettung auf dem Mittelmeer wird Seenotrettern wiederholt vorgeworfen, dass sie ein Pull-Effekt bzw. Pull-Faktor seien, der Migranten auf das Mittelmeer locke.

Seenotrettung: Vorwurf Pull-Faktor / Pull-Effekt

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Meinungsäußerung und spiegelt nicht die Sicht der Redaktion wider! Es geht darum, die Argumentationslogik „Pull-Effekt“ aufzuzeigen.

Seenotretter, die auf dem Mittelmeer mit ihren Schiffen Migranten retten und nach Europa bringen, wird vorgeworfen, ein Pull-Faktor zu sein bzw. für einen Pull-Effekt zu sorgen. Hier wird behauptet, dass die Seenotrettung von im Mittelmeer treibenden Flüchtlingen andere Flüchtlinge motiviere, sich ebenfalls in diese lebensgefährliche Situation zu begeben.

Die Flüchtlinge begeben sich dann in Gefahr im Mittelmeer zu ertrinken, in der Hoffnung von Seenotrettern gerettet zu werden, um anschließend nach Europa gebracht zu werden. Hier wird argumentiert, würde die Seenotrettung Flüchtlinge nicht nach Europa bringen oder würden weniger gerettet werden, so würden weniger Flüchtlinge den Weg über das Mittelmeer nach Europa suchen.

Die Logik ist folgende:

Je mehr Migranten auf dem Mittelmeer gerettet werden, umso mehr Migranten begeben sich auf dem Mittelmeer in Gefahr.

Die Logikkette ist folgende:

  1. Seenotretter retten auf dem Mittelmeer treibende Migranten und bringen sie nach Europa.
  2. Die Schlußfolgerung daraus ist folgende: Migranten, die nach Europa möchten, müssen sich im Mittelmeer in Lebensgefahr bringen, um gerettet zu werden.
  3. Also: Migranten begeben sich bewusst in Gefahr und fahren mit Schlauchbooten auf das Mittelmeer in der Hoffnung von Seenotrettern gerettet zu werden.

Schlußfolgerungen: Pull-Effekt Seenotrettung

Seenotrettern wird vorgeworfen, bewusst oder unbewusst Schlepper zu unterstützen. Hier wird argumentiert, dass Schlepper damit rechnen, dass Migranten auf dem Mittelmeer gerettet werden. Deswegen schicken die Schlepper Migranten auf schlechten Booten auf das Meer und setzen sie dem Risiko zu ertrinken aus.

Seenotrettern wird außerdem vorgeworfen, dass Seenotrettung zu mehr Todesfällen führen soll. Hier wird argumentiert, dass Migranten darauf spekulieren gerettet zu werden und sich deswegen in Lebensgefahr begeben. Werden sie nun nicht gerettet, so droht ihnen der Tod. Diese Gefahr sollen sie nur eingegangen haben, weil sie auf die Seenotretter gehofft haben.

Gegenargumente gegen den Pull-Effekt „Seenotrettung“

Migranten haben auch schon vor 2015 versucht über das Mittelmeer Europa zu erreichen. Private NGO-Seenotretter sind erst seit ca. 2015 aktiv und retten, wo die EU nicht rettet. Siehe dazu „Drowned Europe“ von Philippe Fargues und Anna Di Bartolomeo Seite 2: Link zum PDF: hier.

Erst seit der Migrationskrise im Jahr 2015 liegen die Zahlen der Migranten, die versuchen über das Mittelmeer Europa zu erreichen, deutlich höher.

Migranten fliehen nicht, weil private Seenotretter sie auf dem Mittelmeer retten werden. Sie fliehen, wegen der unsicheren Lage in ihrem Heimatland.

Von einem „Pull-Effekt“ zu sprechen, ist eine starke Vereinfachung. Denn viele Faktoren wie Situation im Heimatland und die persönliche Situation eines Migranten werden vernachlässigt. Ebenso ist die Informationslage der Migranten unklar.

Seenotrettern vorzuwerfen, dass sie einen Pull-Effekt verursachen und Leben gefährden, kann als Versuch gewertet werden, die private Seenotrettung abzuwerten, zu delegitimieren oder zu kriminalisieren.

Außerdem kann der Vorwurf, dass private Seenotrettung einen Pull-Effekt verursache, als Ablenkungsmanöver gewertet werden. Mit diesem Ablenkungsmanöver lenken EU-Staaten und die EU von ihrer eigenen Migrationspolitik ab, die zu den heutigen Zuständen (und den Toten) geführt hat. Sie schieben mit dem Vorwurf „Pull-Effekt“, die Schuld den Seenotrettern zu.

Oxford-Studie: Pull-Effekt widerlegt

Laut der Oxford-Studie „Border Deaths in the Mediterranean“ gibt es keinen nachweisbaren Pull-Effekt durch Seenotrettung im Mittelmeer. (Du findest du Studie hier.)

Die Forscher haben Zeiträume in denen Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer aktiv waren mit Zeiträumen verglichen, in denen keine Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer aktiv waren. Sie haben die Zahl der Geretteten und der Toten ins Verhältnis gesetzt.

Die Kernaussage der Studie ist, dass Seenotrettung nicht die Zahl der Migranten erhöht, sondern die Zahl der Überlebenden. Seenotrettung senkt das Sterblichkeitsrisiko von Migranten, die die Überfahrt auf das Mittelmeer wagen.

Private Rettungsmissionen wurden in der Studie nicht beachtet.

Migration und Flucht: Was ist ein Pull-Faktor?

Im Kontext von Migration und Flucht sind bessere Sozialsysteme, höhere Innere Sicherheit, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne ein Pull-Faktor. Dieser Pull-Faktor sorgt dafür, dass Migranten und Flüchtlinge ihr Heimatland verlassen, um in einem Land mit besseren Lebensbedindungen zuleben.

Die Motivation der Migranten und Flüchtlinge ist hier im Allgemeinen, dass es ihnen in dem neuen Land besser geht. Im Speziellen haben sie mehr Chancen, werden nicht verfolgt, leben in Sicherheit, leben in Frieden und können mehr verdienen.

Was bedeutet Pull-Effekt im Marketing (Wirtschaft)? Bedeutung

Im Marketing und in der Wirtschaft werden als „Pull-Effekt“ Maßnahmen bezeichnet, die der Verkaufsförderung dienen, Kaufanreize setzen und die Nachfrage erhöhen. Diese Maßnahmen dienen dazu, Kunden zu motivieren ein Geschäft aufzusuchen, eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen oder einen Einkauf zu tätigen.

Verkaufsfördernde Maßnahmen sind unter anderem: Angebote, Rabatte, Werbung, Direktmarketing, kostenlose Produktproben, Geschenke, Preisausschreibung

Vom Begriff her, bedeutet „Pull“ auf deutsch „ziehen“. Beim Pull-Effekt geht es eben darum, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung eine anziehende Wirkung hat und Aufmerksamkeit (von potentiellen Kunden) auf sich zieht.

Im Sinne der Kette „Hersteller –> Händler –> Kunden“ bedeutet „Pull“, dass die Nachfrage der Kunden die Produkte des Herstellers in die Regale des Händlers zieht.

Gegenteil vom Pull-Effekt: Was ist der Push-Effekt?

Das Gegenteil vom Pull-Effekt ist der Push-Effekt. Beim Push-Effekt geht es darum, dass Hersteller bei Verkäufern und Händler Nachfrage erzeugen, damit diese ihre Produkte kaufen. Dies sind ebenfalls verkaufsfördernde Maßnahmen, jedoch nur zwischen Hersteller und Händler / Verkäufer. Eine solche Maßnahmen können z.B. Mengenrabatte für Händler sein.

„Push“ bedeutet auf deutsch „drücken“. Beim Push-Effekt geht es vom Begriff her darum, dass ein Hersteller seine Produkte zu einem Händler drückt, welche dieser dann an Kunden verkauft.

Dunning-Kruger-Effekt: Was ist das? Bedeutung, Definition, Beispiele


Als „Dunning-Kruger-Effekt“ wird der Umstand bezeichnet, dass weniger kompetente oder weniger wissende Menschen ihre Fähigkeiten oder ihr Wissen in einem bestimmten Bereich überschätzen, während sie annehmen, dass andere im gleichen Bereich weniger Wissen, weniger kompetent sind oder geringere Fähigkeiten haben.

Als Dunning-Kruger-Effekt wird die Neigung zu dieser falschen Selbsteinschätzung bezeichnet. Psychologen sprechen hier von kognitiver Verzerrung.

Dunning-Kruger-Effekt in Kurzform: Weniger kompetente Menschen überschätzen ihr Wissen oder ihre Fähigkeiten. Sie halten sich für schlau, sind es aber nicht.

Menschen, die am Dunning-Kruger-Effekt leiden, werden in der deutschen Sprache auch „Besserwisser“ genannt. Es würde über sie gesagt werden, dass sie nicht die hellste Kerze auf der Torte sind.

Der Dunning-Kruger-Effekt hat mehrere Ausprägungen:

  • Weniger kompetente Menschen überschätzen ihre Fähigkeiten oder ihr Wissen in einem bestimmten Bereich.
  • Weniger kompetente Menschen können nicht erkennen, dass andere mehr wissen oder kompetenter sind.
  • Weniger kompetente Menschen wissen nichts von ihrer Inkompetenz und von ihren Wissenslücken.
  • Weil weniger kompetente Menschen ihre Inkompetenz nicht erkennen können, können sie ihre Kompetenzen oder ihr Wissen nicht steigern.

Herkunft & Geschichte: Wie der Dunning-Kruger-Effekt entstand

Im Jahr 1999 haben der Sozialpsychologe David Dunning und die Psychologin Justin Kruger ein Paper veröffentlicht in dem sie das erste mal vom „Dunning-Kruger-Effekt“ sprachen. Das Paper heißt: „Unskilled and Unaware of it“. Du findest es hier als PDF.

Grundlage ihrer Veröffentlichung waren vorangegangene Studien, bei denen Dunning und Kruger bemerkten, dass das Selbstvertrauen ihrer Teilnehmer größer war je weniger sie wußten. Um dies herauszufinden, baten sie ihre Teilnehmer ihre eigenen Fähigkeiten und ihr Wissen in verschiedenen Bereichen einzuschätzen. (Dies waren Bereiche wie logisches Denken, Textverständnis oder strategisches Denken.) Dann nahmen die Teilnehmer an mehreren Experimenten und Tests teil, um so ihre Fähigkeiten und ihr Wissen unter Beweis zustellen. Diese Tests beinhalteten Aufgaben, wie das Verstehen von Texten oder Logik-Aufgaben.

Als Dunning und Kruger die Selbsteinschätzung mit den Ergebnissen der Tests verglichen, fiel es ihnen auf: Wer glaubte besonders viel zu wissen, schnitt schlechter ab, als andere die glaubten weniger zu wissen. Einige Menschen, die besonders gut abschnitten, neigten sogar dazu sich in der Selbsteinschätzung zu unterschätzen.

Dunning und Kruger stellen also fest: Weniger kompetente Menschen glaubten über sich selbst, dass sie über mehr Wissen und Fähigkeiten als andere verfügen. Das Gegenteil gilt jedoch nicht: Kompetentere Menschen glaubten nicht über per se sich selbst, dass sie über weniger Wissen oder Fähigkeiten verfügen.

Auch bemerkten Dunning und Kruger, dass weniger kompetente Menschen glaubten für ihre Leistung allein verantwortlich zu sein, während kompetentere Menschen glaubten, dass sie leichtere Aufgaben bekommen hatten.

Über den Dunning-Kruger-Effekt: Psychologie

Der Dunning-Kruger-Effekt existiert, weil sich die Selbstwahrnehmung von Menschen erst entwickeln muss. Je mehr ein Mensch weiß, je mehr er versteht, je mehr er über sich selbst und seine Fähigkeiten weiß, umso besser kann er sich selbst und seine Fähigkeiten einordnen. Dieses Wissen führt meist zu Demut, kann aber auch zu Zweifel führen.

Wissen über sich Selbst wird durch Feedback von anderen erworben, durch Kritik oder auch durch die Teilnahme an Tests. Auch lernt jemand etwas über sich selbst, wenn er oder sie Zeit mit Menschen verbringt, die anders sind und die Welt anders sehen.

Im schlimmsten Fall führt schlechte Selbstwahrnehmung zu Ignoranz und zu einen Übermut mit dem eine ablehnende Haltung gegen bessere Argumente oder Fakten begründet wird. Ignoranz sorgt dafür, dass ein Menschn sich nicht weiterentwickelt, weil er bewusst ablehnt, was er nicht kennt oder was ihm nicht passt.

Selbstbewusstein und Arroganz

In seinen Ausprägungen machen der Dunning-Kruger-Effekt Arroganz und Ignoranz sichtbar.

Selbstbewusst zu tun, hat sich schon immer ausgezahlt für Menschen. Heute wird dies „Fake it, till you make it“ genannt. Selbstbewusstsein wirkt beeindruckend auf andere und wird selten in Frage gestellt. Selbstbewusstsein – ob gespielt oder echt – finden Menschen gut. Selbstbewusstsein ist ein Gegenteil von Schwäche oder Unentschlossenheit. Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit wirken anziehend auf andere Menschen. Mit Selbstvertrauen, einem lauten und energie-reichen Auftreten überspielen einige ihre Unwissenheit und Inkompetenz. Dies wird teils gepaart mit Sprüchen und Floskeln.

Der Dunning-Kruger-Effekt behandelt auch die Arroganz eines Menschen. Denn es ist arrogant anzunehmen mehr zu wissen, als andere, während dies gar nicht der Fall. Doch auch dies ist eine menschliche Neigung, die verschwindet, sobald das Wissen mehr wird.

Duning-Kruger-Effekt als Paradox

Der Dunning-Kruger-Effekt ist eigentlich ein Paradox. Denn es ist paradox, dass Menschen die weniger wissen über mehr Selbstvertrauen verfügen als Menschen, die mehr wissen. Dies zeigt, dass Selbstvertrauen nicht mit dem Wissenstand korreliert oder direkt proportional ist. Damit erlaubt der Dunning-Kruger-Effekt einen besonderen Einblick in die menschliche Psyche: Viel zu Wissen ist kein Garant für Selbstvertrauen.

Auch erlaubt der Dunning-Kruger-Effekt eine besondere Schlußfolgerung: Das Leben ist eine Reise zu sich selbst. Es geht darum, sich selbst kennen zu lernen und wahres Selbstvertrauen zu erwerben.

Eine positive Folge des Dunning-Kruger-Effektes ist, dass Selbstüberschätzung abtrainiert werden kann. Denn sobald ein Mensch mehr Bildung und damit Wissen erfährt, kann er mehr über sich und seine Fähigkeiten lernen.

Dunning-Kruger-Effekt weitergedacht

Würde man den Dunning-Kruger-Effekt zu Ende denken, so dürfte nur der schlauste Mensch und der Mensch mit dem meisten Wissen in einem Bereich sein Wissen und seine Fähigkeiten einigermaßen korrekt einschätzen. Damit würden alle Menschen, die weniger wissen per se am Dunning-Kruger-Effekt leiden. Eine Folge wäre, dass der schlauste Mensch nicht kritisiert werden kann, da alle anderen am Dunning-Kruger-Effekt leiden würden.

Noch weiter gedacht, könnten alle Menschen vom Dunning-Kruger-Effekt betroffen sein, denn niemand weiß alles und niemand ist ein Universalgenie. Dies würde bedeuten, dass immer Menschen mit Wissen und Halbwissen miteinander diskutieren. Der einzige Unterschied zwischen ihnen wäre, dass der eine über mehr Wissen und Halbwissen als der andere verfügt.

Der Dunning-Kruger-Effekt würde auch bedeuten, dass Menschen keine Aussagen zu Bereichen außerhalb ihres Faches tätigten sollten, da sie dort über weniger Kompetenzen als andere verfügen.

Im Endeffekt bedeutet der Dunning-Kruger-Effekt, dass man nie auslernt und immer bereit sein sollte, etwas dazu zu lernen. Auch steht er für die Bereitschaft dem besseren Argument zu folgen und widerlegte Postionen aufzugeben.

Der Dunning-Kruger-Effekt zeigt sich im Alltag: Laute Menschen können jene sein, die besonders wenig wissen. Leise Menschen können jene sein, die besonders viel wissen. Der ideale Mensch wäre also jener, der viel Selbstvertrauen hat, ohne arrogant zu sein und viel in einem Bereich weiß. Trotzdem gilt die gegenteilige Annahme nicht, dass sehr selbstbewusste und laute Menschen automatisch am Dunning-Kruger-Effekt leiden. (Würde jemand dies anderen unterstellen, so würde er auch am Dunning-Kruger-Effekt leiden.)

Dunning-Kruger-Effekt und das Kompetenz-Modell

Das Kompetenz-Modell kennt vier Erbenen:

1. Ebene – unbewusste Inkompetenz
2. Ebene – bewusste Inkompetenz
3. Ebene – bewusste Kompetenz
4. Ebene – unbewusste Kompetenz

Menschen, die am Dunning-Kruger-Effekt leiden, befinden sich auf der ersten Ebene. Sie wissen nichts von ihrer Inkompetenz und haben daher auch keinen Drang ihr Wissen zu erweitern. Erst, wenn sie lernen, dass sie eine gewisse Inkompetenz haben, können sie sich damit die Inkompetenz bewusst machen und beginnen an ihr zu arbeiten. Geschieht das sind sie auf der zweiten Ebene der bewussten Inkompetenz. Mit etwas Zeit und erweitertem Wissen lernen sie mehr und gelangen auf die dritte Ebene der bewussten Kompetenz. Gehen nun die erworbenen Fähigkeiten und das erworbene Wissen in Fleisch und Blut über, so werden sie zur unbewussten Kompetenz. (Fahrrad fahren ist solch eine unbewusste Kompetenz. Denn niemand muss sich selbst erklären, wie er das macht oder was er als nächstes tun muss.)

Wer glaubt, dass er unbewusste Inkompetenzen hat, sollte sich für Kritik und Selbst-Erkenntnis öffnen. Das sind die Vorraussetzungen für Entwicklung.

Warum der Dunning-Kruger-Effekt anderen nicht unterstellt werden sollte

Insbesondere die Aussage, dass weniger kompetente Menschen von ihrer Inkompetenz oder ihren Wissenslücken nichts wissen, sorgt dafür, dass es gefährlich ist anderen zu unterstellen, dass bei ihnen der Dunning-Kruger-Effekt wirke.

Denn, es könnte sein, dass man selbst unter dem Dunning-Kruger-Effekt leidet, der eben dafür sorgt, dass man von seiner eigenen Inkompetenz oder eigenen Wissenslücke nichts weiß. Würde anderen also der Dunning-Kruger-Effekt unterstellt werden, so kann dies ein Ausdruck eigener Selbstüberschätzung und des Wirkens des Dunning-Kruger-Effekts sein.

Die Lösung lautet: Demut und Fragen stellen. Anstatt anderen etwas zu unterstellen, sollten Fragen gestellt werden, so dass ein Gespräch angeregt wird.

Beispiele für Dunning-Kruger-Effekt: Das deutsche Verb „verschlimmbessern“ – In bester Absicht etwas zu verbessern, sorgt jemand dafür, dass es schlechter wird.

Ein anderes Beispiel für den wirkenden Dunning-Kruger-Effekt ist der Glaube vieler Autofahrer, dass sie gute Autofahrer sind. Am Drängeln und ausbremsen sind die anderen Schuld.

Weitere Bedeutung des Dunning-Kruger-Effektes

Insbesondere im Internet und in der digitalen Kommunikation wird gern vom Dunning-Kruger-Effekt gesprochen. Dies geschieht in Internet- und Online-Diskussionen. Hier zeigt sich ein besonderer Kontrast: Während das Wissen der Welt nur einen Klick entfernt ist, verbreiten einige lieber falsche oder abstruse Ansichten, als diese zu überprüfen. Fakten zu überprüfen und falsche Behauptungen zu widerlegen, übernehmen dann andere. Auch wirkt der Dunning-Kruger-Effekt, wenn Angeber im Rahmen der Annonymität des Internets prahlen oder angeben.

Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern und Esotherikern wird gern der Dunning-Kruger-Effekt unterstellt. Damit sollen diese diskreditiert werden. In diesem Sinne ist der Dunning-Kruger-Effekt nichts anders als die Beleidigung, dass jemand doof ist.

In Internet-Diskussionen wird der Dunning-Kruger-Effekt zu DKE abgekürzt. Als Hashtag wird er ausgeschrieben oder in Kurzform genutzt: #DKE, #DunningKrugerEffekt

Siehe auch: Nichtsgönner, Verschlimmbessern

Was ist Doppelmoral? Bedeutung, Definition, Beispiele


Doppelmoral bedeutet, dass Verhalten und Aussagen mit zweierlei Maß bewertet werden, sowie das Verhalten und Aussagen einer Person im Widerspruch zu einander stehen.

Doppelmoral entsteht, wenn jemand verschiedene Grundsätze und moralische Maßstäbe gleichzeitig benutzt, was dazu führt, dass der Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt wird.

Doppelmoral hat folgende Spielarten:

  1. Ein bestimmtes Verhalten wird von anderen eingefordert, dass jemand selbst nicht an den Tag legt.
  2. Das gleiche Verhalten oder die gleichen Aussagen von Personen werden in Abhängigkeit ihrer Gruppenzugehörigkeit unterschiedlich bewertet. Eine inhaltliche / sachliche Bewertung der Aussagen ist hier zweitrangig.
  3. Jemand lässt eigenen moralischen Bekundungen keine Taten folgen bzw. lebt eigene moralische Bekundungen nicht. Damit entsteht ein Widerspruch zwischen den Worten und dem Verhalten.

Zu 1) Wasser predigen und Wein trinken (Doppelmoral)

Zu 1) Die Doppelmoral besteht dadrin, dass jemand von anderen etwas verlangt, was er aber selbst nicht tut. Damit kommt jener, der etwas von anderen einfordert seiner eigenen Forderung nicht nach.

Beispiele für Doppelmoral

Jemand predigt Wasser und trinkt Wein. (Zitat von Heinrich Heine aus dem Gedicht „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von 1844) Die Doppelmoral besteht dadrin, dass jemand von anderen Enthaltsamkeit und Disziplin fordert, aber selbst nicht enthaltsam oder diszipliniert, sondern verschwenderisch lebt.

Jemand fordert, dass weniger Flugzeug geflogen werden sollte, reist aber selbst viel mit dem Flugzeug. (Siehe: Flugscham (Flygskam))

In früheren Zeiten verlangte der Adel vom gemeinen Volk, dass es enthaltsam und monogam leben soll, während der Adel selbst Untreue lebte, unzüchtig war und es Maitressen gab.

Jemand möchte die Privatsphäre der Nutzer seines sozialen Netzwerkes abschaffen, gibt aber selbst so wenig wie möglich über sich Preis.

Diese Form der Doppelmoral scheitert daran, dass jemand seinen eigenen Worten nicht folgt und nicht als positives Beispiel vorangeht. Diese Personen werden auch „Heuchler“ genannt und es wird hier von „Scheinheiligkeit“ gesprochen. Das Gegenteil ist, dass jemand seinen eigenen Worten Folge leistet und Integrität beweist, sowie damit eine Vorbildfunktion einnimmt.

Diese Form der Doppelmoral hat auch einen Charakter der Selbstgerechtigkeit. Denn Verhalten, das bei anderen negativ bewertet, bewertet jemand bei sich selbst positiv oder gar nicht. Damit stellt sich diese Person über andere Menschen und verletzt den Grundsatz der Gleichheit. Diese Person macht quasi eine Ausnahme von der Regel für sich selbst oder für ihre Gruppe.

Beispiel: Jemand rechtfertigt eine Straftat damit, dass sie der (eigenen) guten Sache dient. Während die gleiche Straftat, wenn sie von anderen begangen wird, abgelehnt wird und bestraft werden sollte. (Trotz gleicher Straftaten erfolgt eine unterschiedliche moralische Bewertung.)

Je nachdem, ob eine Person von ihrer Doppelmoral weiß oder nicht, sollte das Verhalten unterschiedlich bewertet. Ist einer Person ihre Doppelmoral noch nicht bewusst, so sollte sie darauf hingewiesen werden. Ist einer Person ihre Doppelmoral bewusst, so kann ihr fast unterstellt werden, dass sie verlogen ist.

Zu 2) Bewertung nach Gruppenzugehörigkeit, nicht nach Inhalt (Doppelmoral)

Zu 2) Das Verhalten oder die Aussagen einer Person werden in Abhängigkeit ihrer Gruppenzugehörigkeit unterschiedlich bewertet. Auch gilt, dass in Abhängigkeit der Motivation und der Ziele einer Person bei Einsatz gleicher Mittel eine unterschiedliche Bewertung stattfindet.

Diese Form der Doppelmoral führt zu einem Ungleichgewicht und eine Asychronität, welche zu einer Einseitigkeit führt. Das Ergebnis ist, dass eine Seite überbewertet wird, während die andere Seite unterbewertet wird, sowie dass eine Seite sehr positiv bewertet wird, während eine andere Seite sehr negativ bewertet wird. (Diese fast schon schwarz-weiße Einteilung wird durch den menschlichen Drang nach Bestätigung / Einheitlichkeit verstärkt. Denn, wenn jemand eine Sache negativ bewertet, so wird diese Person viel negatives über eine Sache entgegen und positives ausblenden.)

Beispiele für Doppelmoral

Demonstrationen sind okay, wenn sie den eigenen Zielen dienen. Dienen sie nicht den eigenen Zielen oder wird gegen etwas, dass gegen die eigenen Wertvorstellungen ist, demonstriert, so sind diese Demonstrationen nicht okay. (Siehe auch: NPC-Meme)

Ein Beispiel sind die Pegida-/ Anti-Flüchtlingspolitik-Demonstrationen und die Fridays-For-Future-Demonstrationen. Beide Demonstrationen finden innerhalb der gesetzlich erlaubten Rahmen statt, werden aber in den Medien sehr unterschiedlich bewertet. (Die unterschiedliche Bewertung liegt auch an den unterschiedlichen Zielen der Demonstrationen, welche wiederum auch unterschiedlich moralisch bewertet werden.)

Weitere Beispiele für Doppelmoral:

Eine Nation oder ein Staatenbündnis toleriert, dass Menschenrechtsverletzungen durch einen anderen Staat begangen werden, obwohl sie sich dagegen ausgesprochen haben.

Eine andere Form der Doppelmoral ist es, dass Männern sexuelle Freizügigkeit zugestanden wird, während sie bei Frauen abgelehnt wird. Hier gelten verschiedene Maßstäbe der Sittlichkeit.

Zu 3) Seine Worte nicht leben – Worte und Taten stehen im Widerspruch (Doppelmoral)

Zu 3) Die dritte Spielart der Doppelmoral betrifft den einzelnen Menschen. Hierbei geht es darum, dass jemand zwar moralische Bekundungen äußert, aber diese nicht lebt.

Beispiele für Doppelmoral:

Jemand spricht sich gegen Massentierhaltung aus, kauft aber im Supermarkt Billigfleisch. Oder: Jemand findet es schlecht das Tiere für den eigenen Genuss sterben und isst trotzdem Fleisch. (Siehe: Fleisch-Paradox)

Jemand fordert Meinungsfreiheit ein, zensiert aber unliebige Meinungen.

Politische Korrektheit ablehnen und später politische Korrektheit einfordern.

Jemand sagt, dass er Christ ist und christliche Werte lebt, spendet aber Armen nichts oder hilft Menschen in Not nicht.

Jemand spricht sich für Treue aus und geht fremd.

Jemand fordert gute Arbeitsbedindungen in der Dritten Welt und kauft das in der dritten Welt produzierte T-Shirt für 2 Euro.

Jemand redet schlecht über andere und ist entsetzt, wenn andere schlecht über ihn oder sie selbst reden.

Jemand gibt vor Kunst interessiert zu sein, hat aber noch nie eine Kunstausstellung besucht.

Andere kritisieren, aber selbst keine Kritik aushalten.

Diese Form der Doppelmoral entsteht, wenn jemand seinen moralischen Bekundungen und Äußerungen keine Folge leistet.

Doppelmoral kann auch entstehen, wenn jemand widersprüchliche Aussagen zu verschiedenen Zeitpunkten macht. Hier kann dieser Person dann eine gewisse Unentschlossenheit und Inkonsistenz vorgeworfen werden. Auch muss angemerkt, dass es sinnvoll sein kann eine Meinung zu ändern. Nämlich dann, wenn sich Rahmenbedingungen geändert haben.

Über die Doppelmoral: Bedeutung und Psychologie

Doppelmoral ist so alt wie die Menschheit. Es ist dem Menschen angeboren, dass er widersprüchlich ist und auch widersprüchliche Dinge tut. Auch ist es dem Menschen angeboren über Doppelmoral hinwegzuschauen oder sie auszublenden. Menschen mögen keine Ambivalenz.

Doppelmoral wegen mangelnder Eigenwahrnehmung

Doppelmoral verschwindet, wenn die Selbst- bzw. Eigenwahrnehmung steigt und besser wird. Selbstwahrnehmung ist nämlich einer der Gründe für Doppelmoral: Manchen Menschen ist es einfach nicht bewusst, dass sie sich widersprüchlich verhalten. Auch verschwindet Doppelmoral, wenn Menschen aufhören anderen vorzuschreiben, wie sie leben wollen.

Es ist eben normal, dass Menschen eine gewisse Doppelmoral besitzen. Denn erst mit fortschreitenden Alter sehen sie manche Dinge klarer und durchschauen auch mehr.

Wer mehr über seine Werte lernt und auch mehr über Werte, die sich widersprechen, kann auf den Vorwurf Doppelmoral reagieren. Im besten Fall erfolgt eine Korrektur des Verhaltens, keine Abwehr.

Doppelmoral entsteht auch dadurch, dass Menschen sich gut und wohl fühlen wollen. Sie wollen sich moralisch gut fühlen, anstatt stets mit der (unschönen) Realität konfrontiert zu werden. Sich moralisch gut zufühlen, findet eben statt, wenn jemand moralisch-wertvolle Äußerungen tätigt. (Moralische Menschen genießen auch mehr Ansehen in der Gesellschaft.)

Doppelmoral: Moralische Lizenzierung

Ein psychologisches Phänomen, das Doppelmoral erklärt, ist die „Moralische Lizensierung“ (Englisch: „moral licensing“)

Moralische Lizensierung bedeutet, dass jemand etwas schlechtes tun kann, weil er vorher etwas gutes getan hat. Hierbei wird das schlechte Verhalten gegen das gute aufgewogen, so dass jemand keine Schuldgefühle hat.

Beispiele:

Jemand kauft Bio-Gemüse oder im Bio-Laden ein, also ist es vertretbar die Einkäufe mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Wer viel Sport macht, darf auch mal Chips oder Fast Food essen und dazu ein Bier trinken. Oder: Wer viel Sport macht, darf rauchen.

Folgen der Doppelmoral

Wird Doppelmoral erkannt oder aufgedeckt, so verringert dies die Glaubwürdigkeit einer Person. Doch es zeigt auch eins, nämlich, dass die Realität eine Person eingeholt hat und dass die Realität oft komplexer ist, als so mancher denkt.

Doppelmoral erkennen als Schutz

Doppelmoral wird in der bürgerlichen Gesellschaft als Anlass zur Selbstkritik und Kritik genutzt. Doppelmoral ist damit ein Anlass Werte in Frage zu stellen. Dies wird unterschiedlich genutzt. Z.B.: Eine Person verwahrt sich gegen eigentlich moralisch richtige Forderungen anderer, weil sie entdeckt hat, dass eine Person doppelmoralisch lebt. (Die Forderungen bleiben trotzdem moralisch richtig. Nur ist die doppelmoralische Person ein schlechtes Beispiel, um für die moralisch richtige Position zu werben, da es ihr an Glaubwürdigkeit mangelt. Die sich verwahrende Person kann nun den aktuellen Zustand erhalten und muss ihr Verhalten nicht ändern oder ihre Komfortzone verlassen. (Auch das ist ein essentielles menschliches Bedürfnis. Menschen mögen Veränderungen nicht.)

Die Existenz der Doppelmoral auch steht dafür, dass ein Mensch nicht immer eins mit seinen Werten. Dieser Relativismus wird z.B. in verschiedenen Räumen ausgelebt: Im privaten ist jemand z.B. freizügiger als in der Öffentlichkeit. Für jeden einzelnen gilt es daher, dass er eine gewisse moralische Ambilvanz aushalten muss.

Synonyme für Doppelmoral

Der englische Ausdruck „double standard“ hat sich mittlerweile in der deutschen Sprache in der deutschen Variante „Doppelstandard“ verbreitet.

Weitere Synonyme sind:

  • Bigotterie
  • Doppelstandard
  • Doppelzüngigkeit
  • Heuchelei
  • Moraldualismus / moralischer Dualismus
  • Verlogenheit
Was bedeutet „Ersatzreligion“? Was ist das? Bedeutung, Merkmale, Definition


Eine Ersatzreligion dient dazu Sinn im Leben eines Menschen zu stiften. Dies kann eine Lebensweise, ein Interesse oder ein Hobby sein. Eine Ersatzreligion besteht aus einer Gemeinschaft, aus Riten, aus Ritualen, Botschaften und Kultfiguren.

Beispiele für Ersatzreligionen

  • Essen / Ernährungsweisen
  • Fußball / Sport (Fan-Sein)
  • Konsum

Merkmale einer Ersatzreligion (Eigenschaften)

Eine Ersatzreligion hat folgende Merkmale und Eigenschaften:

  • Eine Ersatzreligion dient der Sinnstiftung.
  • Eine Ersatzreligion hat Heilsversprechen.
  • Eine Ersatzreligion liefert eine Identität.
  • Eine Ersatzreligion liefert Halt.
  • Eine Ersatzreligion liefert Grenzerfahrungen und ekstatische Erfahrungen jenseits des langweiligen Alltags.
  • Sie hilft Gefühle der Erfüllung zu erhalten. Eine Ersatzreligion liefert auch Offenbarungserfahrungen.
  • Es gibt Kultstätten, heilige Orte, Botschaften und Symbole.
  • Es gibt eine Gemeinde, die sich austauscht. (Fangemeinde)
  • Man, das Individuum, kann in einer Gruppe aufgehen, sich als Teil der Gemeinschaft fühlen und gemeinschaftlichen Zusammenhalt spüren.
  • Es gibt feste Rituale und Riten, auf die man sich freuen kann.
  • In einer Ersatzreligion werden Themen des Lebens thematisiert. (Freude, Tod, Glück, Leid, Identität,…)
  • Es gibt Reliquien, Kultgegenstände und Totem. (Trikots, Fußball)
  • Eine Ersatzreligion hat einen hohen Stellenwert im Leben.
  • Es gibt Gesänge und Lieder, welche dem Gemeinschaftsgefühl dienen. (Beispiel: Fan-Gesänge, Lieder einer Band)
  • Es gibt Kultfiguren. (Legendäre Trainer, legendäre Manager, Mitglieder einer Band oder Begründer einer Bewegung.)
  • Es gibt auch Sünden in den Ersatzreligionen. (Fan des falschen Vereins sein; falsche Ernärhung)

Eine Ersatzreligion unterteilt die Welt in zwei Gruppen: Menschen, die Teil der eigenen Gruppe sind und Menschen, die Teil einer fremden Gruppe sind. Dies wirkt im Fußball sehr stark: Verein A gegen Verein B. Auch in der Musik wirkt dies: Anhänger von Techno versus Anhänger von Schlager. In der Ernährung funktioniert dies auch: Fleischesser gegen Veganer. Diese Einteilung der Welt in Gruppen stärkt das eigene Gruppengefühl.

Konkrete Beispiele für eine Ersatzreligionen

Eine Ersatzreligion strukturiert und ordnet den Alltag. Dies passiert durch feste Termine wie z.B. Fußballspiel um 20 Uhr, Konzert nächsten Freitag oder auch bis 12 Uhr Mittags nichts essen. (Intervall-Fasten)

Ein Heilsversprechen ist z.B., dass durch eine neue Ernährungsweise (vegan, paleo,…) jemand gesund oder gesünder wird. (Eine Sünde wäre z.B. der Verzehr von Kohlenhydraten oder Fleisch, wenn dies eigentlich unterbleiben soll.)

Eine Kultstätte für Fußball-Fans ist z.B. ein Stadium.

Symbole für Fans sind Wappen von Vereinen oder Band-Logos.

Die rituelle Kleidung eines Fußball-Fans ist sein Vereins-Schal. Die eines Fans einer Band ist das Band-T-Shirt.

Reliquien wie Trikots werden gewechselt. Der Match-Ball ist eine besondere Reliquie.

Im Fußball wird sogar von „Fußballgöttern“ gesprochen.

Was macht eine Religion / Ersatzreligion?

Eine Ersatzreligion macht eigentlich, was eine Religion macht. Eine Religion liefert Antworten auf Fragen wie:

  • Wo komme ich her?
  • Wo gehöre ich hin?
  • Warum bin ich auf dieser Welt?
  • Welchen Sinn hat das Leben?

Die Ersatzreligion beantwortet die Fragen auf ihre eigene Art und Weise: Jemand ist z.B. Teil einer Fangemeinde und celebriert eine Band oder Spieler.

Wann ist ein Hobby eine Ersatzreligion? Wann wird eine Ersatzreligion zum Problem?

Menschen können eine Ersatzreligion sehr ernst nehmen.

Eine Ersatzreligion kann zu einem Problem werden, wenn diese zu ernst genommen wird und jeder Kritik erhaben ist. Sie kann zum Problem werden, wenn jemand sie über alles in seinem Leben setzt und beginnt negatives oder schädliches Verhalten damit zu rechtfertigen.

Verhindert das Hobby, dass jemanden seinen Alltag oder Job nicht wahrnimmt, verwahrlost oder seine Freunde nicht mehr trifft, so nimmt die Ersatzreligion wohl zu viel im Leben eines Menschen ein.

Eine Ersatzreligion wird zum Problem, wenn Menschen anfangen andere Menschen zu bekämpfen oder versuchen sich über sie zu stellen. Führt eine Ersatzreligion zu Gewalt oder zu Kämpfen, so sollte dringend über die Ausmaße der Ersatzreligion gesprochen werden.

Auch wird eine Ersatzreligion problematisch, wenn Menschen versuchen andere zu missionieren oder versuchen anderen ihren Willen aufzuzwingen. Auch sind aufdringliche oder aggressive Versuche jemanden vom eigenen Weg zu überzeugen, problematisch.

Warum neigen Menschen zu Ersatzreligionen?

Die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Vielen Menschen hilft die Ersatzreligion einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Die Ersatzreligion liefert z.B. eine Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“. (Die Antwort wäre in dem Fall: Fan von Verein XY oder „Veganer“.) Auch liefert eine Ersatzreligion eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, was gegen Einsamkeit hilft. Die Ersatzreligion hilft dem Einzelnen oder der Einzelnen sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen, was gegen das Gefühl des Verloren-Seins in dieser Welt hilft. Menschen haben nämlich ein grundsätzliches Bedürfnis Teil einer Gemeinschaft zu sein. Diese Gemeinschaft bietet Orientierung, Halt und Sicherheit.

Eine Ersatzreligion hilft das Bedürfnis nach Religiösität und Spiritualität zu befriedigen. Auch hilft eine Ersatzreligion die Bereitschaft zu glauben, zu stillen.

Stimmungsmache / Meinungsmache: Was ist das? Bedeutung, Definition


„Stimmungsmache“ und „Meinungsmache“ bedeuten, dass ein Mensch oder ein Medium seine Reichweite, seinen Einfluss und seine Glaubwürdigkeit nutzt, um eine bestimmte Weltansicht, eine bestimmte Haltung und eine bestimmte Meinung für oder gegen etwas oder jemanden zu verbreiten.

Stimmungsmache und Meinungsmache stellen jeweils den Versuch dar, die (öffentlichte) Meinung zu beeinflussen. Dabei soll die (öffentliche) Meinung so beeinflußt werden, dass beeinflusste Personen eine Haltung bzw. Meinung für oder gegen etwas oder jemanden einnehmen. Der Versuch der Stimmungsmache soll dazu führen, dass sich das Verhalten der beeinflussten Personen ändert.

Techniken für Stimmungsmache und Meinungsmache:

  • Verbreiten von falschen Informationen / Fake News
  • Unausgewogene und einseitige Darstellung von Informationen (Nur pro / Nur kontra)
  • Schüren von Ängsten / Panik
  • stark dramatisierende und emotionalisierende Berichterstattung
  • Moralische Entwertungen

Stimmungsmache und Meinungsmache kann dazu führen, dass eine Öffentlichkeit gegen etwas aufgewiegelt wird, sowie dass eine Öffentlichkeit etwas für gut oder schlecht hält.

Stimmungsmache und Meinungsmache sind stets einseitig und unausgewogen. Sie basieren auf klaren Freund-Feind-Bildern. (Beispiel: Wir sind die Guten. Wer nicht ist/denkt wie wir, ist gehört zu den Schlechten.) Außerdem liefern sie einfache Lösungen und es wird meist einfach eine Person oder Gruppe als Sündenbock benannt, die vermeintlich schuld sein soll.

Ein anderes Wort für (politische) Stimmungsmache ist „Propaganda“.

Synonyme für Stimmungsmache und Meinungsmache sind: Hetze, Scharfmacherei

Siehe auch: NPC-Meme

Maßnahmen gegen Stimmungsmache und Meinungsmache

Kritisches Denken hilft gegen Stimmungs- und Meinungsmache. Dies beginnt beim Hinterfragen, ob der dargestellte Sachverhalt wirklich so ist, ob die Schlußfolgerungen und ihre Bewertungen angemessen sind. Außerdem hilft eigenes Denken und eigenes Recherchieren, sowie sich die Frage zu stellen, wer profitiert („Cui bono?“). Wenn eine bestimmte Haltung oder Meinung vermittelt wird, gibt es stets jemanden, der davon profitiert!

Fakten anzuzweifeln, ist stets ratsam. Angezweifelte Fakten sollten durch eigene Recherchen und zusätzliche Quellen bestätigt werden.

Das differenzierte Betrachten eines Sachverhaltes hilft ebenfalls gegen Stimmungsmache. Denn etwas ist nicht nur an-sich schlecht oder an-sich gut.

Gilt die Meinungsfreiheit für Stimmungsmache und Meinungsmache? (Art. 5 GG / Zensur)

Art. 5 des Grundgesetzes regelt klar, dass jeder in Deutschland das Recht hat seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. Dies ist innerhalb der allgemeinen Gesetze erlaubt.

In der Bundesrepublik Deutschland werden alle Meinungen – egal, ob emotional, rational, richtig, falsch, moralisch wertvoll, moralisch abstoßend – geschützt, solange sie nicht gegen die Gesetze verstoßen. (Eine Straftat stellen z.B. dar: Aufruf zur Straftat / Aufforderung zur Gewalt, Beleidigung, Volksverhetzung)

Es steht jedem frei, Politiker, Parteien oder Personen zu kritisieren oder zu loben.

Das bedeutet, Stimmungsmache und Meinungsmache sind innerhalb des gesetzlichen Rahmens erlaubt. (Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung!)

Stimmungsmache und Meinungsmache im Internet und den sozialen Medien

In sozialen Medien und auf Webseiten auf denen Teilnehmer ihre Meinung ungefiltert veröffentlichen können, findet Stimmungsmache ebenfalls statt. Durch massenhafte einseitige Kommentare und Beiträge soll der Eindruck vermittelt, dass es eine (größere) Öffentlichkeit gebe, die diese Meinung vertritt. Im Zusammenspiel mit Algorithmen, die populäre Beiträge prominenter platzieren, kann so der Eindruck entstehen, dass eine Meinung akzeptierter ist, als angenommen.

Maßnahmen gegen die Stimmungs- und Meinungsmache auf Webseiten und in den sozialen Medien sind unter anderem das Moderieren von Kommentaren und Techniken wie Shadow-Banning.

Siehe auch: Online-Enthemmungseffekt

Frühlingsgefühle: 16 Gründe, warum ich den Frühling liebe


Offiziell beginnt der Frühling am 20. März. Doch inoffiziell startet er viel später und das auch noch klammheimlich. Eines Tages stehst du auf und warme Sonnenstrahlen wärmen deine Haut. Die Stille des Winters weicht dem Zwitschern der Vögel. In der Insektenwelt herrscht emsiges Treiben. Bienen und Hummeln erkunden jede neue Blüte.

Du bemerkst, dass du keine Handschuhe mehr brauchst und dir in deiner Jacke sehr warm wird. Die blätterlosen Bäume haben auf einmal Knospen und die Einfarbigkeit des braun-schwarzen Bodens wird durch weiße, blaue, gelbe und rosa Frühlingsblüher unterbrochen. Jetzt ist er da, der Frühling! Und das ist erst der Anfang.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Warum ich den Frühling liebe“ von PixelWo teil.

Blaue Frühlingsblüher im Nordpark, Magdeburg

Gründe, warum ich den Frühling liebe:

  1. Draußen sitzen, wird zum Genuss und ist keine Qual mehr.
  2. Die Winterjacke kann weggehangen werden. Die Kleidung wird allgemein leichter, luftiger und körperbetonter. Handschuhe brauche ich jetzt nicht.
  3. Statt eisigem Wind weht nun eine warme Brise.
  4. Das Eis beim Italiener schmeckt wieder.
  5. In der Natur blüht es bunt und es macht einfach nur Freude die vielen kleinen Blumen zu sehen.
  6. Der Balkon wird begrünt.
  7. Es riecht im Frühling anders. Es riecht besser.
  8. Allerhand Insekten schwirren herum und besuchen die vielen Blumen.
  9. Es ist länger hell.
  10. Die Laune steigt. Frühlingsgefühle kommen auf. Viele sind besser drauf, denn die Sonne sorgt für die Bildung von Serotonin, Dopamin und Vitamin D.
  11. Das Feierabendbierchen ist nun im Biergarten draußen möglich.
  12. Es gibt Spargel und Erdbeeren.
  13. Draußen kann gegrillt werden.
  14. Der Gang in die Natur macht noch mehr Spaß. (Auch im Winter hat die Natur etwas sehr reizvolles!)
  15. Die Heizung kann langsam ausgeschaltet werden.
  16. Endlich ist man mehr draußen als drinnen!
Eine Amsel sitzt im grünen Gebüsch

Was ist los im Frühling? Gibt es die Frühlingsgefühle wirklich? Mehr dazu:

Was sind Frühlingsgefühle? Bedeutung, Liebe, Hormone

Als Frühlingsgefühle werden Gefühle der Freude, Heiterkeit und Gelassenheit bezeichnet, die auftreten sobald der Winter endet und es Frühling wird. Bei vielen Menschen sorgen der Frühling und die Frühlingsgefühle, dafür dass sie sich wohler fühlen, mehr lächeln, bessere Laune und mehr Freude haben.

Die kalte Jahreszeit und viele Unannehmlichkeiten, die mit ihr verbunden sind, enden. Kalter Wind verschwindet. Dicke Kleidung wird durch leichte Kleidung ersetzt. Es wird allgemein wärmer und draußen in der Sonne zu sitzen, macht wieder viel Freude. Die Sonne scheint länger. Es ist länger hell und die Luft wird angenehm warm. Das belebt Körper und Geist.

Warum gibt es Frühlingsgefühle?

Im Frühling fühlen sich viele Menschen wohler. Dies liegt daran, dass die Sonne mehr scheint und wärmt. Dies hat viele positive Auswirkungen auf den Gemütszustand. Natürlich steigen auch die Temperaturen und die Luft wird angenehm warm. Man fühlt sich allgemein wohler (draußen).

Frühlingsgefühle: Im Rausch der Hormone

Das Sonnenlicht regt die Produktion vom Glückshormon Serotonin an und die Produktion vom Schlafhormon Melatonin wird reduziert. Melatonin fördert den Schlaf, macht schläfrig und wird in der dunklen Jahreszeit vermehrt gebildet. Dadurch dass die Sonne im Frühjahr mehr scheint, verringert sich die Melatonin-Produktion. Neben Serotonin werden natürlich auch Dopamin und Noradrenalin gebildet. Sie machen aktiv und wach. Sie sorgen für Gefühle der „Belebtheit“.

Sonnenlicht belebt Körper und Geist

Ein weiterer Effekt, der im Frühjahr auftritt und den Sommer überdauert ist, dass optische Reize mehr werden. Durch kürze Kleidung und figurbetonte Kleidung kann mehr vom Körper gezeigt werden. Dies wirkt aufreizend.

Das Frühjahr ist auch eine besondere Jahreszeit wegen dem Kontrasteffekt. Gerade durch den kalten und dunklen Winter wirken die ersten warmen Tage belebend und werden stärker positiv bewertet.

Mit dem Frühling tritt auch ein anderer psychologischer Effekt auf. Der Frühling als Neuanfang sorgt auch bei vielen Menschen dafür, dass sie sich vom Winter(-mief) freimachen und neu mit Energie in das anbrechende Jahr starten.

Bei Männern regt der Frühling die Produktion vom Sexualhormon Testosteron an. Dies in Verbindung mit körperbetonter Bekleidung der Damenwelt sorgt dafür, dass die Lust und Freude auf Flirts steigt.

Wer eine gewisse Frühjahrsmüdigkeit verspürt und seine Frühlingsgefühle verstärken will, sollte Ausdauersport in der freien Natur treiben.

Weitere Bedeutung von Frühlingsgefühlen

„Frühlingsgefühle“ ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2013.

Auch im englischsprachigen Raum gibt es einen Ausdruck für das deutsche Wort „Frühlingsgefühle“. Dort wird vom „spring fever“ gesprochen.

Was ist eine Bucket List (Löffelliste)? Bedeutung, Beispiele, Ideen, auf deutsch, Übersetzung


Als „Bucket List“ oder „Löffelliste“ wird eine Aufzählung und Sammlung von Dingen bezeichnet, die man tun möchte bevor man zu alt dafür ist. Die Idee solch eine Liste aufzustellen, stammt vom Film „Das Beste kommt zum Schluss“. Die Menge an Erlebnisse und Taten, die jemand vor seinem Tod erleben, sehen, erreichen und tun möchte, ist hoch individuel und variiert von Person zu Person. In diesem Beitrag erfährst, wie du eine Bucket List / Löffelliste aufstellst und warum die Liste so heißt. Der Beitrag dient dir als Inspiration.

Woher kommt das Wort: Bucketlist / Bucket List und Löffelliste? Wortherkunft

Der Ausdruck „Bucket List“ ist englisch und stammt vom Film „The Bucket List“. Der Ausdruck „Bucket List“ wurde durch den im Jahr 2007 veröffentlichten Film „The Bucket List“ von Justin Zackham geprägt. In Deutschland wurde der Film unter dem Namen „Das Beste kommt zum Schluss“ veröffentlicht. In der deutschen Übersetzung heißt die Bucket List „Löffelliste“.

Der Filmtitel „Bucket List“ leitet sich von der englischen Phrase „Kick the Bucket“ ab. „Kick the bucket“ ist gleichbedeutend mit der deutschen Phrase „den Löffel abgeben“ und bedeutet, dass jemand stirbt oder sterben muss. „Kick the bucket“ heißt auf deutsch „den Eimer treten“.

Es gibt drei Theorien, warum „Kick the bucket“ in der englischen Sprache gesagt wird und wie es entstand. (Theorie 1) „Kick the Bucket“ soll als Phrase entstanden sein, als beobachtet wurde, wie jemand sich selbst erhängte, in dem er den Eimer auf dem er stand, wegtrat.

(Theorie 2) Das Wort „Bucket“ soll sich vom Wort „Beam“ ableiten. „Beam“ heißt auf deutsch Balken und meint einen stabilen Balken mit dem Häuser gebaut werden. An diesen Balken wurden z.B. Schweine beim Schlachten aufgehängt.

(Theorie 3) Die Phrase „Kick the Bucket“ soll sich von der katholischen Praxis des Gebrauchs eines Weihwasserbehälter bei der Aufbahrung von Toten ableiten. Starb ein Mensch, so wurde ein Becher mit Weihwasser zu seinen Füßen gestellt. Trauernde konnten den Leichnam mit Weihwasser bespritzen.

In der deutschen Sprache wird von „Löffelliste“ gesprochen, da eben die Phrase „Den Löffel abgeben“ im deutschsprachigen Raum verbreitet ist. („Löffelliste“ wurde im Film als deutsche Übersetzung des englischen Ausdrucks „Bucket List“ verwendet.) („Den Löffel abgeben“ ist sogar die deutsche Übersetzung von „Kick the Bucket“. Eine weitere Übersetzung ist „Ins Gras beißen“.)

In der deutschen Sprache verbreitete sich der Ausdruck „Bucket List“ und die eingedeutsche Version „Löffelliste“ gleichermaßen. Neben „Löffelliste“ verbreiteten sich weitere Phrasen in der deutschen Sprache:

  • Dinge, die ich tun möchte bevor ich sterbe
  • Dinge, die ich noch tue bevor ich (zu) alt bin
  • Persönliche Wunschliste

Bucket List / Löffelliste: Inhalt, Ideen und Vorschläge

Wer eine Bucket List schreiben möchte, sollte sich einfach fragen, was er/sie für Wünsche hat und die Wünsche – egal wie absurd oder außergewöhnlich – auch notieren. Als kleine Anregung sollte man sich vorstellen, man sei auf einer einsamen Insel und alle Verpflichtungen des Alltags spielen keine Rolle. Wer die kreativen Geister in Wallung bringen will, kann sich auch folgende Fragen stellen:

  • Was würde ich mit einer Millionen Euro machen?
  • Was würde ich machen, wenn Geld keine Rolle spielt?
  • Was würde ich machen, wenn ich nie wieder arbeiten müsste?
  • Was würde ich tun, wenn alle Verpflichtungen wegfallen?
  • Was macht mich glücklich?
  • Was will ich erreichen?

Themen für eine Bucket List

Es gibt mehrere Themenbereiche für eine Bucket List und Löffelliste. So unter anderem:

  • Familie und Leben
  • Abenteuer, Reisen und Erlebnisse
  • Lernen
  • Etwas Erledigen, Erfolge und Abschlüsse

Bei allen Bereichen geht es darum, dass man mutig ist und sich für sein Ziel einsetzt, sowie dass man persönlich wächst.

Bucket List: Ideen und Beispiele für Paare, Familie und Leben (Ideen / Vorschläge Löffelliste)

Folgende Dinge können sich Paare und Familien vornehmen:

  • „Ich liebe dich“ sagen und es auch so meinen
  • als Freiwilliger helfen
  • Bei der Geburt eines Tieres dabei sein
  • Blut spenden / Stammzellen spenden
  • (D)ein Baby in deinen Armen halten
  • Ein Baumhaus bauen
  • Ein Haus bauen
  • ein lustige Video drehen, das viral geht
  • Eine Familie gründen
  • Eine Hängematten anbauen und darin schlafen
  • Einem Hungernden etwas zu essen kaufen
  • Einem Obdachlosen etwas spenden
  • Einen Film drehen
  • Einen Hund, eine Katze oder ein anderes Tier aus dem Tierheim adoptieren
  • Einen Kindheitstraum wahrmachen
  • einen neuen Freund finden
  • Filmklassiker schauen
  • Für den Partner Striptease tanzen
  • Für ein Hilfsprojekt spenden
  • Heiraten
  • Im Garten zelten und übernachten
  • Kinder bekommen / ein Kind adoptieren
  • Möbel selbst bauen
  • Sex im Freien
  • sich gesund ernähren und Sport machen
  • Sich verloben
  • Unter freiem Himmel schlafen

Bucket List: Abenteuer, Reisen und Erlebnisse (Ideen / Vorschläge Löffelliste)

Folgende Dinge kann sich jeder vornehmen:

  • Alle deutschen Bundesländer besuchen
  • Alle europäischen Länder besuchen / Alle afrikanischen, nordamerikanischen, mittelamerikanischen, südamerikanischen, asiatischen oder ozeanischen Länder besuchen / 20, 50 oder 100 Länder bereisen
  • An einer Safari teilnehmen
  • An einer Schaumparty teilnehmen
  • An einer Schlägerei teilnehmen
  • Auf der Autobahn über 230 km/h fahren (wenn erlaubt)
  • Auf die Pyramiden klettern
  • Auf einer Insel allein für 7 Tage leben
  • Bungee jumping
  • Den Eifelturm besuchen
  • Den nächsten Zug oder das nächste Flugzeug nehmen, egal wohin
  • Den Papst treffen
  • Die Weltwunder besuchen
  • Die Zeche prellen
  • Ein Auto designen
  • Ein Festival besuchen und durchfeiern
  • Ein Luxus-Auto fahren
  • Ein Produkt designen
  • Ein Tattoo stechen lassen
  • Eine Schlange berühren
  • Eine Spinne halten
  • Eine Weltreise machen
  • Einen Baum umarmen
  • Einen Berg besteigen
  • Einen besonderen Wunschort besuchen
  • Einen Hai berühren
  • einen Promi daten
  • Einen Roadtrip machen
  • einen Vulkan besteigen
  • Espresso in Italien trinken
  • Exotische Tiere füttern (Elephanten, Koala, Schlangen, Strauße,…)
  • Exotisches Essen probieren (Insekten, lebender Oktopus,…)
  • Fallschirm springen
  • Flugzeug fliegen
  • Für mehrere Monate durch ein Land oder eine Region reisen
  • Heißluftballon fahren
  • Im Ausland leben
  • Im Mittelmeer, Atlantik, Pazifik oder in der Karibik segeln
  • In einem Iglu übernachten
  • In einem (teuren) Luxus-Hotel übernachten
  • In Las Vegas pokern
  • Kite surfen
  • Konzert eines berühmten Musikers besuchen
  • Lamborghini fahren
  • Mehrere Monate in einer Stadt oder an einem Ort außerhalb des Heimatlandes wohnen und leben
  • Mit Delphinen schwimmen
  • Mit dem Fahrrad durch Europa, Afrika, Asien oder Südamerika fahren
  • Mit dem Fahrrad verreisen.
  • Mit dem Motorad durch Europa, Afrika, Asien oder Südamerika fahren
  • Mit einem Hundeschlitten fahren
  • Mit einer Achterbahn fahren
  • Mit einer Berühmtheit einen Kaffee oder ein Bier trinken
  • Mit Haien schwimmen
  • Mit Schildkröten schwimmen
  • Mit Ureinwohnern zusammenleben
  • Nacktschwimmen
  • Nordkorea besuchen
  • Paintball spielen
  • Paragliden
  • Polarlichter beobachten
  • Rennwagen fahren
  • Segelboot fahren
  • Sich selbstständig machen (Ein Start-Up gründen, ein Hostel aufmachen oder ein Bed & Breakfast eröffnen)
  • Silvester in New York verbringen
  • Sumo ringen
  • Sushi in Japan essen
  • Tauchen gehen
  • Über glühende Kohlen laufen
  • Zipline fahren

Bucket List: Bildung und Lernen (Ideen / Vorschläge Löffelliste)

  • Ein Buch schreiben
  • Eine Fremdsprache lernen
  • einen Doktor machen
  • Einen guten Vortrag halten
  • einen Schulabschluss nachholen
  • einen Universitätsabschluss machen / nachholen
  • Erste Hilfe lernen (oder erneut lernen)
  • Experte werden
  • Gitarre spielen lernen
  • in mindestens einer Disziplin Meister werden
  • Jonglieren lernen
  • Kartentricks lernen
  • Klavier spielen lernen (oder ein anderes Instrument)
  • Meditieren lernen
  • Mehr über die eigene Geschichte erfahren
  • Mehr über die Umwelt lernen
  • Programmieren lernen
  • Verantwortung übernehmen
  • vor großem Publikum sprechen
  • Zaubertricks lernen

Bucket List: Etwas Erledigen, Erfolge und Abschlüsse (Ideen / Vorschläge Löffelliste)

  • Auf dem Jakobsweg (allein) wandern
  • berühmt werden / Für etwas bekannt werden
  • Deine Berufung finden
  • Den Job kündigen (und sich selbstständig machen)
  • Die eigene Passion finden
  • Eine bestimmte Zeit ohne Handy und Computer leben (Siehe: Digital Detox)
  • Einen Job finden, der Spaß macht
  • Einen Marathon laufen
  • einen Waschbrettbauch bekommen
  • Fasten
  • Herausfinden, warum man auf dieser Welt ist
  • Sich ein Tattoo stechen lassen
  • Sich einer Angst (z.B. Angst vor Spinnen,…) stellen
  • Sich mit einer oder einem Verlossenen versöhnen (sich entschuldigen)
  • Surfen lernen
  • Über die eigene Bucket List und Fortschritte im eigenen Internet-Blog berichten

Bucket List / Löffelliste: Kategorien

Wer eine Bucket List / Löffelliste erstellt, listet auf der Liste Dinge, die man tun möchte, bevor man zu alt dafür ist. Diese Dinge passen in verschiedene Kategorien.

Abenteuer, Reisen und Erlebnisse:

  • An einen bestimmten Ort reisen (Welchen Ort will ich sehen?)
  • Ein bestimmtes Land besuchen
  • Etwas tun, wovor man Angst hat
  • Etwas tun, was man gerne und unbedingt tun möchte
  • Ein Wunsch mit Tieren
  • Extremsport machen

Lernen:

  • Eine Fähigkeit erwerben
  • Eine Sportart lernen
  • Eine Sprache lernen

Etwas Erledigen, Erfolge und Abschlüsse:

  • Einen Abschluss erwerben (z.B. Hochschulabschluss)
  • Eine Erlaubnis / einen Schein erwerben (z.B. Flughschein)
  • Einen bestimmten Film sehen
  • Jemanden Berühmtes treffen
  • Einen entfernten Verwandten besuchen
  • Luxus (kurzfristig) leben
  • Mutig sein
  • Ein persönliches Ziel erreichen

Warum eine Bucket List / Löffelliste schreiben?

Eine Bucket List bzw. Löffelliste aufzustellen, ist eine gute Idee. Denn die Liste gibt Orientierung und hilft zu erörtern, was einem persönlich wichtig ist.

Insbesondere geht es bei einer Bucket List / Löffelliste, um langfristige Träume und Ziele. Dies sind jene Dinge, die im Lauf des Lebens – wenn der Alltag einzieht, die Karriere Fahrt aufnimmt und Kinder kommen – leicht vergessen werden können. Wer diese nicht aufschiebt, läuft Gefahr, dass er/sie sie vergisst oder irgendwann zu alt oder krank ist, um Träume zu verwicklichen.

Eine Bucket List hat noch eine Besonderheit: Sie dient nur dem Ersteller oder der Erstellerin selbst. Es geht hier nicht darum, dass sie den Eltern, Freunden oder Arbeitskollegen gefallen muss, oder dass sie irgendwie monetär verwertbar sein muss, nein, es geht nur darum, dass die Person, die die Liste erstellt, Freude daran hat.

Eine Bucket Liste / Löffelliste verfolgt das Ziel, dass ihr Ersteller seine Träume erfüllt, um im Alter nichts zu bereuen. Auch geht es darum, Erinnerungen für das Alter an seine Abenteuer und Erfolge zu haben.

Was bedeutet „Apex“? auf deutsch, Bedeutung, Übersetzung, Definition


Der Ausdruck „Apex“ hat verschiedene Bedeutungen. In diesem Beitrag erfährst du sie.

„Apex“ ist lateinisch und bedeutet auf deutsch: Spitze oder Gipfel. Als „apex“ wird allgemein gegenständlich und wortwörtlich der höchste Punkt von etwas bezeichnet.

In der Astronomie bezeichnet Apex den Zielpunkt in der Flugbahn eines Himmelskörpers.

In der Sprachwissenschaft ist der Apex ein Schritzeichen mit dem in der lateinischen Sprache lange Vokale markiert wurden. (Der Apex diente als Markierung, welche Vokale lang ausgesprochen werden.)

Die Spitze eines Schneckenhauses wird auch Apex genannt. Apex wird die Flügelspitze eines Schmetterlingsflügel genannt.

Was bedeutet Apex in der Medizin?

In der Medizin bezeichnet Apex das spitze oder verengte Ende eines Organs. (In Bezug auf einen Referenzpunkt.) So z.B.:

  • Apex cordis – die Herzspitze (linker Herzventrikel)
  • Apex radicis dentis – die Spitze der Zahnwurzel, welche in Richtung Kieferknochen zeigt
  • Apex linguae – die Zungenspitze
  • Apex nasi – die Nasenspitze
  • Apex partis petrosae – Spitze des Felsenbeins
  • Apex pulmonis – herausragender Abschnitt der Lunge.
  • Apex ossis sacri – Teil des Kreuzbeins
  • Apex vesicae – Teil der Harnblase
  • Clavus Apex – Zehenkuppen
  • die Spitze der Hörschnecke heißt Apex
  • die Spitze der Zehen heißt Apex.

Apex Legends: Was ist das? Bedeutung, auf deutsch

Apex Legends ist ein Free-to-play-Online-Multiplayerspiel, dass von Electronic Arts (EA) veröffentlicht und durch Respawn Entertainment entwickelt wurde.

Apex Legends ist ein Battle-Royale-Spiel. Das bedeutet, eine Runde gewinnt ein Spieler, wenn er letztes übrig ist oder ein Team, das als letztes übrig ist. Um dies zu erreichen, müssen alle Gegner ausgeschaltet werden.

Apex Legends wurde und wird wiederholt mit Fortnite verglichen.

Was bedeutet die Abkürzung APEX ausgeschrieben?

Die Abkürzung APEX steht unter anderm für:

Atacama Pathfinder Experiment

Das Atacama Pathfinder Experiment ist ein Teleskop mit der Gas- und Staubwolken in der Milchstraße und anderen Galaxien untersucht werden.

Advanced Purchase Excursion

Die Advanced Purchase Excursion Fare ist ein System mit dem Flug- oder Zugtickets vergünstigt gekauft werden können. Hier wird auch vom Spartarif gesprochen. Dies ist möglich, da Tickets viele Tage oder Wochen vor der eigentlichen Reise gekauft werden. Teils beinhaltet das Advanced Purchase Excursion Fare, dass Tickets nicht storniert werden können oder das eine Bindung an die Reisezeit besteht.

Weitere Bedeutung der Abkürzung Apex:

  • Oracle Application Express – eine Entwicklungsplattform von Oracle.
  • Additive System of Photographic Exposure – ein mathematisches Verfahren, welches in der Fotografie angewendet wird.
  • Acetonperoxid – eine chemische Verbindung, die als Sprengstoff verwendet wird.
  • Applied Physics Express – einem japanischen Wissenschaftsmagazin für Physik und mit dem Konzept, dass Briefe, die nicht länger als drei Seiten sind, veröffentlicht werden.
  • Association of Professional, Executive, Clerical and Computer Staff – einer britischen Gewerkschaft.

Weitere Bedeutung von APEX

Apex Kultur e.V. ist ein Verein aus Göttingen, der sich für Kunst, Musik und Kultur in Göttingen einsetzt.

Apex ist eine Kryptowährung, die mit CPX abgekürzt wird. Apex ist ein sogenannte Altcoin.

A.P.E.X. ist ein US-amerikanischer Film, der im Jahr 1994 veröffentlicht wurde.

Apex war der Bühnenname des Musikers Robert Dickeson (1981 – 2017).

„Apex“ heißt das vierte Album der Band „Unleash the Archer“. Es wurde 2017 veröffentlicht.

Als Apex wurde im alten Rom eine Kopfbedeckung für Priester bezeichnet. Der Apex wurde auf einer Ledekappe getragen.

Apex ist eine Programmiersprache für Salesforce-Entwicklung. Apex wird in der Backendentwicklung verwendet.

Apex ist ein Superheld im Marvel-Universum.

Apex ist ein Auto-Rennspiel, dass 2003 veröffentlicht wurde.

Verschiedene Unternehmen und Unternehmungen tragen das Wort „Apex“ im Namen.

Verschiedene Orte in den USA und Kanada heißen Apex.

Was ist die Komfortzone? Bedeutung, Psychologie, Definition


Als „Komfortzone“ wird der Handlungs- und Lebensbereich einer Person bezeichnet, in dem diese sich sicher und wohl fühlt. In der Komfortzone sind vertraute Orte, vertraute Personen und es finden vertraute Handlungen statt. In der Komfortzone fällt es leicht etwas zu tun oder an einem bestimmten Ort zu sein. Die Komfortzone ist bequem, sicher und frei von Anstrengung. Hier kann jemand die Situation gut kontrollieren, was ein Gefühl von Sicherheit gibt.

Die Größe der Komfortzone ist bei jedem Menschen individuell und unterschiedlich.

Wo endet die Komfortzone?

Die Komfortzone endet dort, wo eine Handlung Mut, Anstrengend und/oder Überwindung erfordert. Dies geht einher mit Gefühlen der Angst, Unsicherheit und dem Eindruck, dass es unangenehm ist und sich nicht sonderlich gut anfühlt. Wer seine Komfortzone verlässt, erlebt meist Stress und Gefühle, dass die Situation nicht mehr unter der eigenen Kontrolle steht.

Es gilt die Weisheit: Der einzige Weg die Angst zu überwinden, geht durch die Angst hindurch.

Komfortzone: Bedeutung und Definition

Die eigene Komfortzone kennzeichnet sich durch die Gewohnheiten eines Menschen und durch das Umfeld, in dem er sich regelmäßig bewegt. Personen, die regelmäßig getroffen werden und Tätigkeiten, die wiederholt stattfinden, sind Teil der Komfortzone.

In der Umgangssprache und Populärkultur wird als „Komfortzone“ ängstliches und unsicheres Verhalten beschrieben. Außerdem gilt jemand als in seiner Komfortzone (gefangen), wenn er sich seinen Ängsten nicht stellt, sich neuem verschließt und lieber sich dort aufhält, wo er sich sicher fühlt. Die Komfortzone wird hier als begrenzende Zone beschrieben. Sie begrenzt persönliche Weiterentwicklung und sorgt für Langeweile & Stillstand.

Trotzdem: Wir brauchen die Komfortzone

Die Komfortzone ist wichtig, denn hier findet Regeneration und Wiederherstellung von Energie statt. Ständige Grenzüberschreitungen außerhalb der Komfortzone sind anstrengend und können auslaugen.

Die Komfortzone zu verlassen, bedeutet Stress und kann zu Panik führen. Wird der Stress außerhalb der Komfortzone zu groß, so findet auch kein Lernen mehr statt. Deswegen ist nicht jede Überwindung automatisch gut.

Beispiele für Komfortzone

Für viele ist das eigene Wohnzimmer eine Komfortzone. Es kostet keine Überwindung auf der Couch zu sitzen. Für viele ist Fallschirmspringen außerhalb der Komfortzone. Es braucht Mut, die Angst zu überwinden und aus einem Flugzeug in 10.000 Meter Höhe zu springen.

Für andere ist das Ansprechen von fremden Menschen außerhalb der Komfortzone. Auch hier braucht es Mut, sich seiner Angst zu stellen und fremde Menschen einfach so anzusprechen. Eine introvertierte oder schüchterne Person wird es hier größere Anstrengung und Mut kosten, als eine extrovertierte Person.

Für manche ist eine kalte Dusche auch schon ein Gang aus der Komfortzone. Für andere ist „Nein sagen“ oder zu erklären, was sie stört, ein Verlassen der Komfortzone.

Auch neue Dinge lernen oder an fremde Orte gehen, können außerhalb der Komfortzone sein. So z.B. wer ein unbekanntes Gericht kocht, eine Fortbildung besucht oder etwas spontanes macht, verlässt damit schon die eigene Komfortzone.

Den (ungeliebten) Job zu kündigen, ist für viele außerhalb ihrer Komfortzone.

Komfortzone und die Angst

Das Gefühl der Angst ist wie eine Alarmfunktion und kann lähmen. Doch wer die Angst als normale Funktion annimmt, kann mit ihr leben und sie überwinden.

Die Angst macht sich bemerkbar durch Wünsche wie, dass man dass das lassen sollte, dass es gefährlich ist, zu viel kostet oder heute das Wetter zu unbeständig dafür ist. Die Angst zeigt sich an Ausreden. Wer sie überwinden will, findet Gründe: Das wird lustig, lass dich überraschen,…

Verlass die Komfortzone: Was soll schon passieren? (Komfortzonenerweiterung)

Wer etwas tut, wovor er Angst hat, verlässt in dem Moment die Komfortzone, wenn die Handlung beginnt. Die Angst wie diese Handlung ausgehen wird, nimmt dabei unterschiedliche Formen an:

  • Angst, dass es peinlich wird
  • Angst vor Ablehnung
  • Angst vor Stigmatisierung (Angst, dass sich das peinliche Erlebnis herumspricht.)
  • Angst, nicht zu wissen, was man sagen soll
  • Angst zu versagen / Angst zu scheitern
  • Angst, dass etwas keinen Spaß macht und nur(!) unangenehm ist
  • Angst vor Fehlern
  • Angst, dass es zu viel zu tun gibt.

Jedoch zeigt sich, dass diese Angst und der Glaube wie die Zukunft werden kann, so meistens nie eintritt. Eher tritt das Gegenteil ein. Aus Taten, außerhalb der Komfortzone, erwächst etwas Angenehmes und man wächst dabei. (Es zeigt sich auch, dass die unangenehmen Gedanken nur Gedanken waren; also Vorstellungen wie die Welt sein kann.)

Wer die Komfortzone verlässt, erlebt viele Vorteile:

  • Der Horizont wird erweitert.
  • Man lernt sich selbst kennen. Das Selbstvertrauen wird größer.
  • Man wächst persönlich und wird mutiger.
  • Man lernt etwas Neues.
  • Man lernt neue Leute kennen.
  • Man lernt, dass die eigenen Ängste übertrieben (wenn nicht sogar falsch) waren.

Drei-Zonen-Modell: Komfortzone – Stresszone – Panikzone

Wer die Komfortzone – also die bequeme und gemütliche – Zone verlässt, kommt zunächst in die Stresszone. Die Stresszone bedeutet, dass Unsicherheit da ist und jemand den Stress der neuen Erfahrung noch bewältigen kann. Rutscht jemand in die Panikzone ab, so setzen Angst, Routinen und Fluchtversuche ein. Diese Person hat leider die Kontrolle über die Situation verloren.

Um optimale Erfahrungen zu erleben, sollte jemand sich nur in die Stresszone begeben und nicht übereilt in die Panikzone. Denn nur in der Stresszone findet Wachstum statt.

Was ist der Streisand-Effekt? Bedeutung, Definition, Psychologie


„Streisand-Effekt“ ist die Bezeichnung für den Umstand, dass eine Information erst interessant wird, nach dem versucht wurde sie zu unterdrücken.

Der Ausdruck Streisand-Effekt steht auch dafür, dass der gescheiterte Versuch eine Information zu unterdrücken oder zu zensieren den gegenteiligen Effekt hat. Eine Information wird erst interessant und erregt das Interesse vieler, nach dem der Versuch die Information zu unterdrücken öffentlich wird.

Streisand-Effekt kurz und bündig: Etwas wird interessant, wenn jemand Versuche unter nimmt es geheim zuhalten.

Übrigens: Wann jemand jemals erfolgreich eine Information unterdrückt hat, ist nicht öffentlich und erhält aufgrund seiner Natur keine Aufmerksamkeit. Der Streisand-Effekt tritt also nur auf, wenn Versuche eine Information zu unterdrücken öffentlich werden und/oder scheitern.

Der Streisand-Effekt kann zu einem Sh*tstorm führen.

Streisand-Effekt: Wie er entstand

Der Streisand-Effekt ist nach der US-amerikanischen Sängerin Barbra Streisand benannt.

Der Photograf Kenneth Adelman veröffentliche 2003 eine Luftaufnahme des Hauses von Barbra Streisand auf der Webseite Pictopia.com. Die Bilddatei hieß „Image 3850“ und nirgends stand, dass dies ihr Haus ist. Das Foto befand sich unter 12.000 weiteren Fotos der kalifornischen Küste. (Das Haus von Barbra Streisand steht an der kalifornischen Küste.)

Barbra Streisand verklagte daraufhin den Fotografen auf 50 Millionen US-Dollar und forderte, dass das Foto entfernt wird. Dies löste öffentliches Interesse aus und hatte zwei Effekte: a) damit wurde bekannt, dass das Haus Barbra Streisand gehörte, und b) ein Schneeball-Effekt wurde ausgelöst, der zur Verbreitung des Fotos führte.

Kenneth Adelman erklärte später, dass er den Strand und die Küstenlinie für das California Coastal Records Project fotografiert hat, um die Erosion der Küste zu dokumentieren.

Vor der Klage Barbra Streisands wurde das Foto sechsmal heruntergeladen. Davon waren zwei Downloads von Streisands Anwälten. Nach dem bekanntwerden der Klage erhielt das Foto massive Aufmerksamkeit und wurde mehrere hunderttausend Mal in den folgenden Monaten aufgerufen.

Die Klage wurde übrigens abgelehnt. Streisand wurde verpflichtet, die Anwalts- und Rechtskosten von Kenneth Adelman in Höhe von 155.567 US-Dollar zu zahlen.

Den Ausdruck „Streisand-Effekt“ prägte Mike Masnick im Jahr 2005. Auf seinem Blog „Techdirt“ veröffentlichte er einen Beitrag über das Foto und den Rechtsstreit.

Streisand-Effekt: Motivation Informationen zu entfernen

Der Gründe Informationen aus dem Internet oder Medien zu entfernen, können sehr unterschiedlich sein:

  • Kritik soll entfernt werden.
  • Missliebige Informationen sollen entfernt werden oder missliebige Personen sollen nicht weiter ihre Meinung verbreiten
  • Negative Informationen sollen entfernt werden.
  • Peinliche oder private Informationen einer Person sollen nicht veröffentlicht werden.
  • Persönlichkeitsrechte wurden verletzt. (Jemand hat der Veröffentlichung nicht zugestimmt.)
  • Recht auf Vergessenwerden soll durchgesetzt werden.

Der Streisand-Effekt tritt erst auf, wenn der Versuch Informationen zu unterdrücken öffentlich gemacht wird. Hierfür veröffentlichen Betroffene im Internet Anwaltsschreiben oder andere Informationen, die darlegen, was passiert ist und was gefordert wird.

Streisand-Effekt Psychologie: Warum wirkt er?

Der Versuch durch Druck eine Information zu entfernen, zu zensieren oder zu vertuschen, erzeugt Gegendruck. Dieser Gegendruck hat genau das gegenteilige Ziel: Die Information verbreiten und öffentlich machen. Außerdem entsteht der Eindruck, dass eine Information relevant ist, wenn sie unterdrückt werden soll.

Da der Eindruck von Zensur entsteht, reagieren einige im Internet mit der massenhaften Vervielfältigung der Information. Die Verbreitung der Information gilt damit als Bekämpfung der Zensur.

Der Streisand-Effekt wirkt durch umgekehrte Psychologie. Hierbei tut jemand genau das Gegenteil von dem, was gefordert wird. Durch die Techniken und Mechanismen des Internets führt dies zur Verbreitung von Informationen.

John Gilmores beschrieb den Streisand-Effekt als eine Reaktion auf Zensur. Diese Zensur richtet Schaden an, daher wählt das Internet eine Ausweichroute.

Reaktionen auf einen Streisand-Effekt

Wer unter einem Streisand-Effekt leidet, sollte diesen aussitzen und abwarten. Gegenmaßnahmen wie Abmahnungen würden den Effekt nur verstärken.

Ziel des Aussitzens ist es, dass die Information „langweilig“ wird. Damit ist gemeint, dass es nichts besonderes ist, die Information zu teilen.

Weitere Bedeutung des Streisand-Effekt

„Barbra Streisand“ ist ein erfolgreiches Lied von Duck Sauce.

Macht Schokolade glücklich, müde, süchtig, schlau, Pickel…


In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Thema Schokolade und zu Auswirkungen von Schokolade. Folgende Fragen werden in diesem Beitrag beantwortet:

  • Macht Schokolade (wirklich) glücklich?
  • Macht Schokolade müde?
  • Macht Schokolade süchtig?
  • Macht Schokolade schlau?
  • Macht Schokolade schön?
  • Macht Schokolade krank, Pickel, Kopfschmerzen oder Blähungen?

Eins vorweg: Wer besonders viele positive Effekte von der Schokolade haben möchte, sollte dunkle Schokolade essen. Damit ist Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil gemeint.

Macht Schokolade (wirklich) glücklich?

In Schokolade befindet sich die Aminosäure Tryptophan. Tryptophan wird benötigt, um das Glückshormon Serotonin zu produzieren. Wer Tryptophan über die Schokolade aufnimmt, sorgt somit für einen Glückseffekt.

Je größer der Kakaoanteil an der Schokolade ist, umso mehr Tryptophan ist in der Schokolade enthalten. Damit ist dunkle Schokolade bzw. Bitterschokolade besser geeignet als helle Schokolade oder Milchschokolade, um Glückseffekte hervorzurufen.

Auch andere Stoffe in der Schokolade haben eine Stimmungsverbesserende Wirkung. In Schokolade befindet sich unter anderem Theobromin, dass aufputschend wirkt. Auch Stoffe wie Anandamid und Phenylethylamin sind in Schokolade enthalten. Sie haben ebenfalls eine positiven Effekt auf die Stimmung.

Schokolade: Zucker und Fette machen glücklich

Schokolade enthält natürlich auch viel Zucker und viele Fette. Damit ist Schokolade sehr Energie-reich, was vom Gehirn wiederum belohnt wird. (Zucker liefert Energie.) Dies ist Evolutionsbedingt, denn Energie-reiche Nahrung sicherte das Überleben besser als Energie-arme Nahrung.

Auch ist Schokolade ein Lebensmittel, dass viele Sinne anregt. Durch verschiedenste Geschmacksrichtungen und verschiedenste Konsistenzen ist Schokolade immer wieder ein Erlebnis. Sie schmilzt im Mund, schmeckt aber auch, wenn sie Kühlschrank-kalt ist.

Ein weiterer Effekt, warum Schokolade glücklich macht, ist der, dass Schokolade positive Erinnerungen wach werden lässt. Da viele in ihren Kindertagen auch schon Schokolade gegessen haben, lässt die Schokolade die Erinnerungen an jene (unschuldigen und goldenen) Kindertage wieder wach werden.

Schüttet das Gehirn Glückshormone beim Essen von Schokolade aus, so kann dies sogar soweit führen, dass die Schokolade weitergegessen wird, obwohl sich längst eine Sättigungs- und Völlegefühl eingestellt hat.

Auch führt Schokolade dazu, dass man sich selbst konditioniert. Jemand lernt, dass er sich gut fühlt, wenn er Schokolade isst, also will die Person wieder Schokolade essen. Über die Zeit baut sich eine Toleranz auf, so dass die Menge an Schokolade erhöht werden muss.

Macht Schokolade müde?

Wer viel Schokolade isst, kann in der Tat müde werden. Denn die in der Schokolade enthaltenen Fette muss der Körper erst einmal verarbeiten. Dafür benötigt er Ruhe und signalisiert dies durch Müdigkeit.

Auch der in der Schokolade enthaltene Zucker kann schnell seine gegenteilige Wirkung entfalten. Zunächst macht der Zucker wach und gibt Energie. Jedoch folgt schnell das Energietief und man fühlt sich tatsächlich müde.

Macht Schokolade süchtig?

Schokolade kann süchtig machen. Doch dafür musst du sehr viel Schokolade essen. In Schokolade sind Süchtig-machenden Substanzen enthalten – jedoch in solch kleinen Mengen, dass diese keine Sucht verursachen.

Man kann sich selbst konditionieren täglich Schokolade zu essen. Da Schokolade glücklich macht, sorgt dies für ein Gefühl nach mehr. Man will mehr Schokolade essen, um wieder dieses Glücksgefühl zu haben. Hier entsteht ein Kreislauf: „Ich fühle mich schlecht ohne Schokolade. Esse ich Schokolade fühle ich mich gut.“

Schokolade verursacht – wie andere Lebensmittel – Glücksgefühle.

Macht Schokolade schlau?

Laut Statistik sollen Menschen, die regelmäßig Schokolade essen, etwas schlauer sein. Dies sind jedoch Korrelationen und damit ist der Umkehrschluss nicht erlaubt. Wer also schlauer werden will, dem hilft Schokolade in Massen nicht zwingend.

Die in Schokolade enthaltenen Flavonoide, Methylxanthine und anderen Stoffe können eine Intelligenz-fördernde Eigenschaft haben. Jedoch ist der Lebensstil einer Person entscheidender als der Schokoladenkonsum. Auch haben Forscher bisher die genaue Wirkungsweise der Stoffe nicht nachgewiesen.

Macht Schokolade schön?

In Schokolade sind Stoffe enthalten, die die Haut reparieren und schützen. Deswegen ist Schokolade oder die Kakaobohne in einigen Beautyprodukten enthalten.

Die enthaltenen Vitamine, Polyphenole und Antioxidantien können positive Auswirkungen auf den Körper und die Haut haben.

So soll Schokolade unter anderem gegen Cellulite helfen, die Bildung von Falten verringern und auch vor UV-Strahlung schützen.

Macht Schokolade krank, Pickel, Kopfschmerzen oder Blähungen?

Schokolade kann für Pickel sorgen. Jedoch ist nicht die Schokolade, sondern die allgemeine Ernährung und die Fitness verantwortlich. Wer viele Kohlenhydrate und Zucker isst, sowie wenig bis gar keinen Sport macht, muss mit Pickeln und einem schlechten Hautbild rechnen.

Schokolade kann zu Kopfschmerzen oder Blähungen führen, wenn sehr viel von ihr gegessen wurde. Diese Symptome sind unter anderem dem in der Schokolade enthaltenen vielen Zucker und Fett zuschreiben, welche der Körper erst einmal verdauen muss. Da hilft nur Ruhe, Verzicht auf weitere Schokolade und Wasser trinken.

Auch der in Schokolade enthaltene Zucker kann zu Blähungen oder Verstopfung führen. Das Risiko unter Blähungen oder Verstopfung zu leiden, steigt, wenn Schokolade in großen Mengen gegessen wird. Mit „großen Mengen“ ist hier gemeint, wenn jemand täglich Schokolade isst – und nicht nur zwei Stückchen.

Opferrolle: Was bedeutet „rumopfern“? Bedeutung, Definition


„Rumopfern“ bedeutet, dass jemand sich selbst als Opfer inszeniert und ausgibt, um Aufmerksamkeit, Empathie, Sympathie und Wiedergutmachung zubekommen. Die Schuld für das empfundene Leid wird dabei anderen gegeben. „Rumopfern“ wird teils als Identitätsstiftende Maßnahme verwendet.

Eine anderer Ausdruck für „rumopfern“ ist „Die Opferrolle beziehen“ oder „In die Opferrolle gehen“. „Rumopfern“ ist eine Verbisierung aus dem Phänomen der Opferrolle. Es sorgt dafür, dass der Gang in die Opferrolle durch das Verb aktiver klingt und weniger nach passivem Erleiden.

Gründe für „Rumopfern“ können empfundene Benachteiligungen sein wie:

  • Ungleichbehandlung
  • Ungerechtigkeit
  • Unterdrückung
  • Unhöflichkeit
  • Benachteiligung
  • Diskriminierung
  • Bevormundung
  • Übergangen werden

Die Person, die „rumopfert“ kann behaupten, dass die empfundenen Benachteiligungen strukturell oder Teil einer Kultur sein können.

Beispiele mit „rumopfern“:

  • „Jetzt opfern die wieder rum. Die sollen einfach Fehler eingestehen.“
  • „Nicht rumopfern!“
  • „Du versinkt wieder im Selbstmitleid und opferst nur rum.“
  • „Geh jetzt nicht in die Opferrolle. Schätze was du hast!“

Rumopfern tritt oft mit „Mimimi“ auf.

Die Ausdrücke „rumopfern“ bzw. „herumopfern“ sind Verbisierungen dafür, dass jemand in die Opferrolle geht bzw. die Opferrolle bezieht. „Rumopfern“ entsteht durch die Verbkonstruktion mit „rum“ bzw. „herum“.

Die Opferrolle wird in allen Bereichen des Lebens bezogen. So unter anderem in der Politik, den Medien, der Wirtschaft, der Gesellschaft und Familien.

Psychologie hinter Rumopfern und der Opferrolle

Personen, die „rumopfern“ wollen mit diesem Verhalten Aufmerksamkeit, Empathie, Sympathie oder Wiedergutmachung. Dahinter versteckt sich der Glaube, dass viele mit Schwächeren oder Unterlegenen Sympathie haben und diese unterstützen.

Die Opferrolle zu beziehen, sorgt dafür, dass jemand sein eigenes Verhalten nicht überdenken muss. Es ist einfach und bequem in die Opferrolle zu gehen und anderen die Schuld an empfundenen Leid zugeben. Damit wird die Verantwortung für das eigene Verhalten vermeintlich reduziert.

Wer in die Opferrolle geht, dem kann geringes Selbstbewusstsein zugesprochen werden.

Wer in der Opferrolle ist, projiziert seine eigenen negativen Emotionen auf andere. Das nimmt Verantwortung und sorgt nicht für eine Lösung der Situation.

Kritiker werfen Personen, die „rumopfern“ vor, dass diese unfähig sind Unangenehmes auszuhalten oder Fehler einzugestehen. Gerade bei letzterem wird „rumopfern“ als Strategie gebraucht, um Anschuldigungen abzuwehren oder Antworten zu vermeiden.

Opfer und Täter – Beide brauchen einander

„Rumopfern“ und die Opferrolle funktionieren nur, weil es die Dichotomie aus Opfer und Täter gibt.

Der Gang in die Opferrolle funktioniert nur solange, wie andere in eine vermeintliche Täter-Rolle gelangen, in der sie sich als Verursacher für die negativen Empfindungen des Opfers rechtfertigen müssen. Schlüpfen andere nicht die rechtfertigende Position so funktioniert die Opferrolle nicht.

Menschen erlernen die Opferrolle, wenn sie den Eindruck haben, dass es leichter ist sich zu beschweren, anstatt sich gegen etwas oder jemanden aufzulehnen. Menschen in der Opferrolle nehmen Vorgesetzte, Eltern oder Politiker als übermächtig wahr und benutzen sie als Projektionsfläche für ihre eigene Ohnmächtigkeit oder negativen Emotionen.

Was bedeutet „Medizyniker“? Bedeutung, Definition


„Medizyniker“ ist ein Kofferwort aus „Mediziner“ und „Zyniker“.

Der Ausdruck „Medizyniker“ unterstellt Ärzten zynisch bzw. Zyniker zu sein. Damit ist gemeint, dass Ärzte teils gefühllos, spöttisch, boshaft und verletzend in ihrem Verhalten und ihren Empfehlungen sein sollen. Außerdem ist mit dem „Medizyniker“ gemeint, dass Ärzte mehr an der Gewinnmaximierung als an der Heilung von Patienten interessiert sein sollen.

Diesen zynischen Ärtzen wird nachgesagt, dass sie ihren Idealismus verloren und sich den Regeln des Systems ergeben haben. Gerade damit ist gemeint, dass zu viel Bürokratie, Rationalisierung und Privatisierung des Gesundheitssystem dazu führen, dass Ärzte ihren Beruf, der eigentlich der Heilung von Menschen gewidmet ist, nicht in voller Gänze ausführen, sondern sich Maximen wie Effizienzsteigerung und Gewinnmaximierung unterwerfen (müssen).

Mit „Medizyniker“ ist auch gemeint, dass selbstständige Ärzte versuchen ihre Umsätze durch unnötige Untersuchungen, teure Apparate oder überflüssige Operationen zu steigern. Hierbei wird den Ärzten unterstellt, dass sie die Behandlung auf ihre Abrechenbarkeit bei Patienten oder der Krankenkasse optimieren.

Auch wird mit „Medizyniker“ Ärzten unterstellt, dass sie nicht mehr an der Heilung der Patienten interessiert sind, sondern daran ihren Gewinn zu steigern. Belege dafür sollen Verbindungen und die enge Zusammenarbeit mit der Pharma-Industrie, sowie das gezielte Verschreiben deren Produkte sein.

Der Ausdruck „Medizyniker“ wird teils auch verwendet, wenn Ärzten Reduktionismus vorgeworfen wird. Damit ist gemeint, dass sie anstatt Menschen zu behandeln, nur noch deren Organe sehen und behandeln. Das heißt andere Faktoren werden außer Acht gelassen, sondern es nur das Organ behandelt oder die Krankheit durch Operation oder anderes „entfernt“.

Die lateinische Wortform des Medizynikers ist „Medizynicus“.

Weitere Bedeutung von Medizyniker

„SaniTäter, MediZyniker und andere Krankmacher“ ist eine Cartoon-Reihe von Wilfried Läpke. In seinen Cartoons befasst er sich mit Ärtzen, Patienten und der Medizin im Allgemeinen sowie Speziellen.

Selfitis / Selfie-Sucht – Wenn Selbstporträts zur Krankheit werden (Bedeutung)


Selfitis ist die Bezeichnung für das krankhafte, massenhafte und ständige Aufnehmen von Selfies. Als deutscher Ausdruck wird auch „Selfie-Sucht“ verwendet.

Beide Ausdrücke – „Selfitis“ und Selfie-Sucht – legen nahe, dass das ständige Aufnehmen von Selfies schon krankhafte Züge aufweist und Ausdruck einer psychischen Erkrankung sein kann. Der deutsche Ausdruck „Selfie-Sucht“ ist da genauer. Er beschreibt das ständige Aufnehmen von Selfies als eine Abhängigkeit von Selfies und ein übermäßiges Verlangen danach Selfies aufzunehmen. Auch legt der Ausdruck „Sucht“ nahe, dass die Selbstkontrolle einer Person reduziert ist und sie das Verhalten fast zwanghaft an den Tag legt.

Übrigens: Die Selfitis kann gefährlich werden. Denn einige sind beim Versuch spektakuläre Selfies aufzunehmen schon zu Tode gekommen. Mehr dazu erfährst du im Beitrag: Was bedeutet Selfiecide, Selfmord, Killfie?

Stufen der Selfitis / Selfie-Sucht

Laut dem Satire-Magazin „The Adobo Chronicles“ gibt es drei Stufen der Selfitis:

  • Borderline Selfitis: Jemand schießt täglich mindestens drei Selfies von sich, ohne diese zu veröffentlichen.
  • Akute Selfitis: Jemand schießt täglich mindestens drei Selfies von sich und veröffentlicht sie in den Sozialen Medien.
  • Chronische Selfitis: Jemand schießt sehr viele Selfies von sich selbst und veröffentlicht mehr als sechs Selfie-Beiträge am Tag in den Sozialen Medien.

(Übersetzung von „American Psychiatric Association makes it official: ‚Selfie‘ ist eine mentale Krankheit“ – Link zum Beitrag: hier )

Anmerkung der Redaktion: Auch, wenn das Satire ist, so treffen doch die Angaben um eine Selfie-Sucht zu erkennen, recht gut zu. Jeden Tag mehr als drei Selfies von sich selbst zu machen, scheint doch bedenklich zu sein.

Anzeichen einer Selfitis / Selfie-Sucht (Selbsttest und Fragen)

Wer wissen möchte, ob er oder sie zu viele Selfies macht, kann folgende Fragen mit Ja oder Nein beantworten:

  1. Ein Selfie zu machen, gibt mir ein gutes Gefühl. Ja / Nein
  2. Ich teile Selfies, weil meine Freunde/Kollegen auch Selfies teilen. Ja / Nein
  3. Ich freue mich über die Aufmerksamkeit, wenn ich Selfies veröffentliche. Ja / Nein
  4. Selfies helfen mir beliebter zu werden. Ja / Nein
  5. Ich veröffentlichte Selfies, um Likes und Kommentare zubekommen. Ja / Nein
  6. Ich erwarte das veröffentlichte Selfies viele Likes und Kommentare erhalten. Ja / Nein
  7. Ich mache Selfies, um mich an etwas zu erinnern. Ja / Nein
  8. Ich verbessere meine Selfies durch Bildbearbeitungs- / Fotobearbeitungstechniken. Ja / Nein

Die Fragen haben keinen wissenschaftlichen Anspruch. Doch deine Antworten geben dir einen Hinweis. Hast du viele Fragen mit „Ja“ beantwortet, so kann es sein, dass du zu viele Selfies machst.

Die Lösung kann eine Selfie-Diät sein: Versuche einfach als Selbsttest eine Woche oder einen Monat keine Selfies zu machen. Schaffst du das, ist alles gut.

Selfitis / Selfie-Sucht: Spirale der Aufmerksamkeit und Bestätigung

Zugegeben die Selfie-Süchtigen rutschen in ihre Selfitis bzw. ihre Selfie-Sucht durch die Mechanismen der Sozialen Medien herein. In dieser Welt zählen Reichweite, Likes und Kommentare. Gerade im Sozialen Netzwerk Instagram zeigen die Teilnehmer die Welt und sich von ihrer schönsten und attraktivsten Seite. Wer hier für ein Selfie schon viele Likes bekommt, bekommt für weitere Selfies vielleicht noch mehr Likes.

Diese Likes sind eine Art Fremdbestätigung, dass jemand ein attraktiver Mensch ist und können dazu dienen eine Art Selbstbewusstsein aufzubauen. Dies ist natürlich gefährlich, denn hierbei entscheiden die Teilnehmer der Sozialen Medien über das Selbstbewusstsein einer Person. Diese Person macht sich davon abhängig!

Die Selfitis steht somit für ein mangelndes Selbstbewusstsein und den Wunsch von anderen akzeptiert zu werden. Wer mit einem Selfie Aufmerksamkeit erhalten oder erregen möchte, um sich besser zu fühlen, sollte über die Abhängigkeit von Social Media nachdenken.

Selfitis: Reichweite =  Beliebtheit

In den sozialen Medien wird Beliebtheit und Popularität durch Reichweite, Likes und Kommentare bestimmt. Wer sich gut fühlen möchte, braucht da viele Fans und Follower, die aktiv liken und kommentieren.

Viele Promis, Stars und Sternchen suggerieren mit ihren Selfies Erfolg. Dies führt dazu, dass viele ihnen nacheifern und auch aktiv in den sozialen Medien Beiträge veröffentlichen. Je populäre Beiträge sind, umso stärker wird der Eindruck, dass diese Person „es geschafft“ haben.

Ist die Selfitis / Selfie-Sucht echt?

Noch steht die Selfitis in keinem Verzeichnis für Erkrankungen. (Stand 2018) Doch als Phänomen wird sie schon von der Wissenschaft untersucht. Dabei wird sie mit anderen Phänomen wie der Fear of Missing Out (FOMO; Angst etwas zu verpassen) und der Nomophobie (NoMobile-Phone-Phobie; Angst kein Smartphone zur Hand zu haben) gepaart untersucht. (Statt Nomophobie wird auch Smartphone-Abhängigkeit oder Handy-Abhängigkeit gesagt.)

Die Phänomene bezeichnen gleiche Erlebnisse von Untersuchten: Personen werden unruhig, wenn sie kein Smartphone zu Hand haben. Die Personen haben Angst etwas zu verpassen. Sie haben Angst etwas zu verlieren. Sie haben Angst, dass ihre Freunde sie nicht erreichen oder das sie ihre Freunde verlieren. Auch sorgt eine Unerreichbarkeit für Stress, (depressive) Verstimmung und Nervosität. (Dies ist auch ganz normal, wer sonst sein Smartphone tagtäglich zur Verfügung hat und dann zur Abstinenz gezwungen ist, leidet unter diesem Kalten Entzug.)

Junge Menschen unter 25 Jahren sind besonders anfällig für einen vermehrten Social-Media-Konsum. Wer hier gegensteuern möchte, sollte Tätigkeiten ausüben die das Selbstbewusstsein stärker. Dies kann Sport sein, aber auch das Erlernen eines Musikinstruments oder das Ausbilden von anderen Fähigkeiten wie Schreiben, Programmieren, etc.

Was das Wort „Selfitis“ genau bedeutet

Der Ausdruck „Selfitis“ setzt sich aus dem Wort „Selfie“ und der Endung „-itis“ zusammen. „Selfie“ die Bezeichnung für ein Selbstporträt, dass mit der Frontkamera des Smartphones aufgenommen wird. Die Endnung „itis“ steht für eine entzündliche Krankheit. Vergleichbar mit Bronchitis oder Gastritis.

Was ist Kriegszittern? Was sind Kriegszitterer? Bedeutung, Definition erklärt


Als „Kriegszitterer“ wurden durch den Ersten Weltkrieg traumatisierte Soldaten bezeichnet. Bei den meisten trat unkontrolliertes Zittern auf. Die damaligen Ärzte stellten bei traumatisierten Soldaten verschiedene Symptome fest und fassten diese unter der Diagnose „Kriegszittern“ zusammen. Diese Symptome waren unter anderem folgende:

  • Angstattacken (teils beim Anblick alltäglicher Gegenstände)
  • Lähmungen und Lähmungserscheinungen
  • Schlafstörungen
  • Sich nicht mehr auf den Beinen halten können
  • Sprachstörungen
  • Stottern
  • Stummheit
  • unfähig eine Waffe zu halten
  • unkontrollierbares Zittern
  • Verweigung der Nahrungsaufnahme / Appetitverlust
  • Verlust der Kontrolle über Blase / Stuhl nicht mehr halten können

Nach Schätzungen sollen in Deutschland bis zu 300.000 Soldaten vom „Kriegszittern“ betroffen gewesen sein.

Andere Begriffe für „Kriegszittern“ sind

  • Granatschock
  • Kriegsneurose
  • Kriegstrauma

Der englische Ausdruck für „Kriegszittern“ ist „Shell shock“ – auf deutsch: Granatschock. Ein US-amerikanischer Begriff ist „Bomb Shell Disease“. Die französische Bezeichnung ist „Obusite“. („Obus“ bedeutet Granate; „-ite“ als Endnung steht für eine Erkrankung. (vergleichbar mit -„itus“, wie bei „Tinnitus“.))

Kriegszittern = Posttraumatische Belastungsstörung

Heute wird das „Kriegszittern“ als eine Form der posttraumatischen Belastungsstörung klassifiziert. 1980 wurde die Posttraumatische Belastungsstörung als offizielle Krankheit in der ICD aufgenommen. In der ICD-10 wird sie unter Punkt F43.1 posttraumatischen Belastungsstörung geführt.

Wie entstand das Kriegszittern?

Das Kriegszittern ist eine Reaktion auf die psychische Überbelastung durch die Erlebnisse in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Damals wurden neue und hochtechnisierte Formen der Kriegsführung angewendet. Flugzeuge warfen Bomben ab und die Artillerie feuerte (unglaublich viele) Granaten (Sprengkörper) auf feindliche Schützengräben. Viele Soldaten reagierten mit Angst, einige verfielen in Panik und wollten fliehen. Doch sie mussten die feindlichen Bombardements aushalten, in ihren Schützengräben ausharren und zusehen, wie andere Soldaten starben. Dieser Kampf gegen die innere Angst und Panik, Schlafmangel und Bewegungsmangel führten dazu, dass viele Soldaten schnell an psychischer Leistungsfähigkeit abbauten und erkrankten. Die Soldaten waren nicht auf den Stress des Krieges vorbereitet. Keine Kriegspartei konnte einschätzen, was auf sie drauf zukommt.

Ärzte gingen damals davon aus, dass das Kriegszittern – auch Granatschock genannt – durch die Einschläge von Granaten, der ausgelösten Schockwelle und den lauten Explosionsgeräuschen ausgelöst wurden. Dabei vermuteten die Ärzte, dass das Gehirn eine Erschütterung erlitt oder das Gehirn an die Schädelwand gedrückt wurde, was zu einer Beschädigung führte.

Heilung für das Kriegszittern gab es damals kaum, da Ärzte vermuteten, dass das Kriegszittern einen mechanischen Ursprung hatte und da geeignete Therapien fehlten.

Vom „Kriegszittern“ betroffene Soldaten mussten teils sogar damit rechnen, dass sie als Kriegsdienstverweigerer wahrgenommen werden und ihnen die Erschießung droht.

Wie reagierten damals die Ärzte auf traumatisierte Soldaten?

Die damaligen Ärzte reagierten mit wenig bis gar keinem Verständnis für Soldaten, die unter „Kriegszittern“ litten. Es war sogar viel schlimmer: Während des Krieges unterstellten Ärzte traumatisierten Soldaten, dass sie Versager, Drückeberger oder Simulanten seien. Sie unterstellten den Soldaten, dass sie schnell nach Hause wollen und keinem Willen haben für ihr Vaterland zu kämpfen. Sie behaupteten, dass es den Soldaten an Patriotismus mangele. Teils wurde den Soldaten auch vorgeworfen, dass sie an Hysterie litten. (Hysterie war damals eine Krankheit, die nur Frauen bekommen konnten, was viele Soldaten als Herabsetzung und Herabwürdigung wahrnahmen.)

Ärzte, die an die Front gerufen wurden, um traumatisierte Soldaten zu heilen, setzen dabei auf Methoden, die dazu dienten, den Willen des Soldaten zu brechen, um sie zu wieder einsetzbar für den Kampf zu machen.

Die Behandlungsmethoden für „Kriegszittern“ rangierten von harmlos (Hypnose) bis zu äußerst aggressiv (stundenlange Elektroschocks). Folgende Methoden wurden angewendet:

  • Anschreien
  • Drohungen
  • Elektrotherapie / Elektroschocktherapie (teils am ganzen Körper, auch den Genitalien; diese „Therapien“ dauerten teils viele Stunden.)
  • Erstickungsangst künstlich hervorrufen, um Stummheit aufzulösen
  • Hypnose
  • Isolation
  • Röntgenbestrahlung
  • Scheinoperationen unter Narkose
  • Zwangsexerzieren

Über die Methoden der Ärzte

Das Ziel der Methoden der damaligen Ärzte lässt sich wie folgt zusammenfassen: Angst und die traumatischen Erlebnisse sollte den Soldaten ausgetrieben werden. Sie sollten nicht lernen damit umzugehen.

Anstatt, dass der Krieg als Ursache für die psychischen Erkrankungen betrachtet wurde, wurde den Soldaten psychische Schwäche und Minderwertigkeit vorgeworfen.

Damals war die Gruppe wichtiger als das Individuum. Das führte dazu, dass nicht individuell auf Soldaten eingegangen wurde, sondern Kollektiv-Maßnahmen wie mehr Disziplin oder Drill angewendet wurden.

Die Behandlungen führten oft zu weiteren Traumatisierungen und glichen einer Bestrafung.

Mit welchen Folgen mussten traumatisierte Soldaten leben?

Neben dem Zittern und anderen körperlichen Beschwerden traten bei den traumatisierten Soldaten auch psychische Beschwerden. Dies waren unter anderem:

  • Alkoholismus
  • Angstattacken
  • Bindungsangst / Verlust von Bindungen
  • Herzrhythmus-Störungen
  • Neigung zu Drogen
  • Neigung zu gewaltätigem Verhalten
  • Schlafstörungen
  • Verlust der Kontrolle über Blase und/oder Darm

Unter anderem konnten Trigger – auch Jahre nach dem Krieg – die traumatischen Erinnerungen innerhalb weniger Momente wieder hervorrufen. Diese Trigger können sein:

  • Bestimmte Geräusche / Laute Geräusche
  • Bestimmte Gegenstände
  • Erlebnisse

Viele Soldaten mussten mit ihren traumatischen Erlebnisse selbst klar kommen. Viele wurden arbeitsunfähig.

Reaktion der Gesellschaft auf Kriegszitterer

Die damalige Gesellschaft reagierte mit wenig bis gar keinem Verständnis. Kriegszitterer wurden als Verlierer und Versager wahrgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, dass sie den Sozialstaat ausnutzen und Rentenbetrüger seien.

Weiteres:

Babylon Berlin: Kommissar Gereon Rath leidet auch an der Krankheit Kriegszittern

In der deutschen Erfolgsserie „Babylon Berlin“ leidet der Hauptcharakter Gereon Rath auch am Kriegszittern. Unter anderem wird gezeigt, wie seine Hände zittern und er gegen diese Zittern den Inhalt einer kleinen Ampulle – gefüllt mit Morphium – schluckt. In anderen Szenen ist zusehen, wie Gereon Rath sich nicht mehr auf den Beinen halten kann, zusammenbricht und sein ganzer Körper zuckt. Seine Blase entleert sich und er ist hilflos.

Weitere Figuren aus Babylon Berlin + Infos

Was sind Claqueure / Beifall-Statisten / bezahlte Beifallklatscher? Bedeutung und Definition


„Claqueure“ sind bezahlte Beifallklatscher. Diese Personen haben die Aufgabe bei Theaterstücken, Fernsehshows und anderen Vorführungen auf Befehl und/oder als erste zu klatschen, um damit andere Zuschauer dazuzubringen, dass sie ebenfalls applaudieren. Außerdem werden Claqueure in Talkshows und Diskussionsrunden eingeschleust, um ausgewählte Teilnehmer zu unterstützen und zu applaudieren, wenn diese etwas sagen. Teils sollen Claquere auch auf politischen Veranstaltungen und Demonstrationen eingesetzt werden.

Claqueure als bezahlte Beifallklatscher haben den Effekt, dass nicht unterscheidbar und erkennbar ist, ob sie Claqueure oder enthusiastische Fans sind. (Erst, wenn sie übertreiben oder zu oft eingesetzt werden, fallen sie auf.)

Der Ausdruck „Claqueur“ ist die Einzahl. In der Mehrzahl wird „Claque“ gesagt. Die Ausdrücke leiten sich vom französischen Verb „claquer“ ab, was auf deutsch „klatschen“ bedeutet.

Claqueur auf deutsch

Deutsche Ausdrücke für Claqueur sind:

  • Beifall-Statisten
  • (bezahlte) Beifallklatscher
  • Klatschvieh (abwertend)
  • Mietklatscher
  • Mietenthusiasten (Heinrich Heine bezeichnete Claqueure so)

Weitere Claqueure

Im Internet gibt es digitale Claqueure, die unter anderem Beiträge ausgewählter Personen liken, unterstützen und teilen. In den Kommentaren äußern sie sich lobend und positiv. Die digitalen Claqueure werden genutzt, um Bewertungen zu verbessern und Botschaften zu verbreiten. Damit beeinflussen sie Algorithmen.

In Comedy-Serien werden Lachkonserven eingesetzt, die nach einer Pointe gespielt werden. Sie dienen dazu beim Zuschauer Lachen auszulösen.

Wirkung von Claqueuren

„Claqueure“ helfen die Stimmung anzuheizen und anzuheben. Sie geben sich als euphorische und enthusiatische Fans aus, die ihrem Star zu jubeln. Damit überwinden sie die Stille und klatschen als Erste. Dies kann dazu führen, dass normale Zuschauer – die keine Claqueure sind – auch anfangen zuklatschen.

Das Prinzip der Claqueure baut auf dem Herdentrieb der Menschen auf. Menschen lassen sich leist zu etwas hinreißen, wenn schon jemand angefangen hat. Deswegen haben Claqueure meist niedrige Schamgrenzen und beginnen als erste zu klatschen, schreien oder zu jubeln.

Dabei ist es unerheblich, ob das Klatschen oder Jubel echt oder vorgetäuscht ist. Es wirkt auf andere, als Erleichterung, da hier schon jemand eine Schamgrenze überwunden hat.

Geschichte der Claqueure

Schon in der Antike wurden bezahlte Klatscher eingesetzt. So soll Kaiser Nero seine Soldaten angehalten haben, zu klatschen und zu jubeln, wenn er sich öffentlich zeigte.

Die Claqueure entstanden in der Neuzeit in Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert und verbreiteten sich stark ab dem 19. Jahrhundert. Sie wurden eingesetzt, um dem Erfolg eines Theaterstückes auf die Sprünge zu helfen und seinen Erfolg zu gewährleisten.

Manager, Dramaturgen und Schauspieler kauften Theaterkarten und vergaben diese an Personen, die euphorisch klatschten und ihren Beifall bekunden.

Ab ca. 1830 wurden die Claquere als Dienstleistung angeboten. Diese organisierten sich mit einem „Chef de claque“, der entschied, zu welchen Stellen des Stückes wie geklatscht werden sollte. „Chef de claque“ heißt so viel wie: „Chefklatscher“. Hier bildeten sich schnell verschiedene Formen heraus:

System der Claqueure

  • Chef de claque: Chefklatscher – Er entschied, wann und wie geklatscht wurde.
  • Chauffeur – Diese Person stand vor tagsüber vor den Plakaten am Theater und lobte das Stück.
  • Connaisseurs: Kenner – Sie lehnten sich zu ihren Nachbarn und lobten das Stück. Sie äußerten sich wie begeistert sie waren.
  • Rieurs: Lacher – Sie lachten sehr laut, stark und herzlich über Witze.
  • Pleureur: Weiner – Sie weinten oder schluchsten sehr stark auf Befehl und hatten stets ein Taschentuch bereit. Meistens waren „Pleureurs“ Frauen.
  • Chatouilleurs: Anheizer / Schmeichler – Sie sorgten für positive Stimmung unter den Zuschauern. Sie äußerten sich vor, in den Pausen und nach der Aufführung positiv über das Stück.
  • Tapageure: Sie klatschen laut stark.
  • Bisseur: Zugabe-Rufer- Sie riefen nach der Vorstellung lautstark „Zugabe“ oder „Nochmal“.

Weiteres zu Claqueuren

„Die Claque“ sind Bronzestatuen vom deutschen Bildhauer Guido Messer. Sie stehen in Backnang, Baden-Württemberg. „Die Claque“ bestehen aus vier Anzug-tragenden Figuren, die applaudieren.

Die Firma „Rent-A-Firma“ bietet Claquere, Animateure, Menschenmengen, Groupies, Teilnehmer und Zuschauer als Dienstleistung an. Diese Personen unterstützen Veranstaltungen und Events. Sie sorgen dafür, dass die Reihen gefüllt sind und die Stimmung sich hebt.

Was bedeutet Clandestino auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung und Definition


Der Ausdruck „clandestino“ ist in verschiedenen Sprachen verbreitet. In diesem Beitrag erklären wir die Bedeutung des Wortes.

„Clandestino“ bedeutet als Adjektiv auf englisch, italienisch, spanisch und portugiesisch:

  • geheim
  • heimlich
  • illegal
  • klammheimlich
  • Schwarz (im Sinne von „Schwarz fahren“)
  • unter der Hand
  • Untergrund / im Untergrund arbeiten
  • verborgen
  • versteckt
  • vorstohlen

„Clandestino“ geht auf das lateinische Wort „clandestīnō“ zurück, was die gleiche Bedeutung hat.

„Clandestino“ kann am besten als heimlich, verboten und illegal verstanden werden. Etwas wird im geheimen gemacht und ist vermutlich illegal.

Als Substantiv hat „Clandestino“ folgende Bedeutung:

  • Blinder Passagier
  • Illegaler / Illegaler Einwanderer
  • unbekannter Reisender

Auf spanisch wird unter anderem von „inmigración clandestina“gesprochen. Zu deutsch: Illegale Migration. Auf italienisch wird „immigrato clandestino“.

Auf spanisch bedeutet „trabajo clandestino“: Schwarzarbeit. Auf italienisch wird „lavaro clandestino“ gesagt. Auf portugiesisch wird gesagt „Trabalho clandestino“.

Shakira und Maluma – Clandestino

Shakira und Maluma veröffentlichten am 8. Juni 2018 auf YouTube das Lied „Clandestino“. Es ist die vierte Zusammenarbeit der beiden. Zuvor veröffentlichten sie „La Bicicleta“, „Chantaje“ und „Trap“.

Im Lied geht es, um eine geheime und leidenschaftliche Liebesgeschichte. Deswegen passt der Begriff „Clandestino“ für „heimlich“ hier sehr gut.

Manu Chao – Clandestino

„Clandestino“ heißt das erste Solo-Album und auch ein Lied dieses Albums von Manu Chao. Es wurde am 6. Oktober 1998 veröffentlicht und enthält 16 Lieder.

Im Lied „Clandestino“ geht es um einen illegalen Migranten, der sein altes Leben zwischen Ceuta und Gibraltar hinter sich lässt, um im Norden Arbeit zu suchen. In einer Selbstbetrachtung berichtet dieser Migrant darüber, dass er nur ein Punkt im Meer sei, nur ein Geist in der Stadt und das sein Leben – laut Staatsdiktat – keinen Wert habe. Er ist von Sorgen geplagt und mit diesen allein.

Weiteres zu Clandestino

Die Adresse www.clandestino.at ist von der Wiener Bar „Clandestino Evergreen“ registriert.

„Clandestino – Undercover in der Unterwelt“ ist eine TV-Serie.

„Clandestino – Das organisierte Verbrechen ama Amazons“ ist eine Serie.

„Clandestinos: Unterwegs im Widerstand“ ist ein Taschenbuch von Ramor Ryan und Katja Rameil.

„Clandestinos – die Rebellion beginnt jetzt“ ein Film, der 2007 erschienen ist.

Was ist Muskeldysmorphie, Biggerexie, der Adonis-Komplex? Bedeutung erklärt


„Muskeldysmorphie“, „Biggerexie“ und der Adonis-Komplex bezeichnen das gleiche Phänomen: Exzessives Krafttraining mit Ziel definierte Muskeln zu haben und damit endlich den Idealkörper. In diesem Beitrag stellen wir das Phänomen und die Begriffe vor:

Was ist Muskeldysmorphie / Biggerexie?

„Biggerrexie“ (auch „Muskeldysmorphie“ genannt) ist eine Essstörung bei der Betroffene unter der Vorstellung leiden nicht muskulös genug zu sein. Sie versuchen dann durch exzessiven Kraftsport ihren Körperfettanteil zu reduzieren, Muskeln aufzubauen und diese zu definieren. Sie ändern ihre Ernährung, verzichten auf bestimmte Lebensmittel und nehmen Nahrungsergängzungsmittel zu sich, um den Prozess der Muskelaufbaus zu unterstützen.

Die Biggerexie ähnelt der Magersucht. Der eigene Körper wird trotz sichtbarer Veränderungen und entstandener Muskeln als zu schmächtig wahrgenommen. Aus dieser Beobachtung heraus, betreiben Betroffene weiterhin Muskelaufbau und intensivieren ihr Training, um den gewünschten Idealzustand zu erreichen.

Biggerrexie wird auch Muskeldysmorphie genannt

Biggerrexie wird auch „Muskeldysmorphie“ genannt. Sie ist eine Störung des Selbstbildes bei der versucht wird ein vermeintliches Idealbild durch Training und Nahrung zu erreichen. Die Betroffenen wünschen sich einen perfekten Körper und leiden darunter, dass sie diesen – in ihren Augen – nicht bekommen.

In der Regel tritt Biggerrexie bei Männern auf. Betroffen sind junge Männer, die ihre Muskeln bis in kleinste Details definieren wollen.

Symptome der Biggerexie / Muskeldysmorphie

  • Auch an der Kleidung kann sich Biggerexie äußern: Betroffene tragen mehrere T-Shirts oder Pullover übereinander, umso voluminöser zu wirken.
  • Die Betroffenen ordnen soziale Beziehungen, die eigene Arbeit und andere Verpflichtungen dem Muskelaufbau unter.
  • Betroffene legen großen Wert darauf vor dem Essen oder Weggehen zu trainieren.
  • Betroffene ernähren sich durch Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel.
  • Betroffene verletzten sich durch zu viel Training.
  • Betroffene nutzen Entwässerungsmedikamente, damit die Muskeln besser zusehen sind.
  • Betroffene benutzen Dopingmittel wie Anabolika.

Was heißt Biggerexie auf deutsch?

Das Wort „Biggerexie“ setzt sich aus den Wort „Bigger“ und „-rexie“ zusammen. „Bigger“ bedeutet „größer“. „-rexie“ stammt aus dem griechischen und bedeutet Appetit. Es wird in der Regel verwendet, wenn der Appetit und die Ernährung gestört sind, so z.B. bei Magersucht (Anorexie).

Anders als bei der Magersucht (Anorexie) steht nicht der Gewichtsverlust im Vordergrund, sondern es geht Betroffenen darum über die Nahrungsaufnahme eine ideales Verhältnis zwischen Muskelmasse und Fettgewebe zu erreichen. Dabei soll das Fettgewebe niedrig sein, aber bestimmte Untergrenzen nicht unterschreiten. Der Anteil der Muskelmasse soll hoch sein, aber bestimmte Obergrenzen nicht überschreiten. Es geht Betroffenen, um einen idealen Zustand.

eeitere Bezeichnungen sind:

  • Muskeldysmorphie
  • Muskelsucht
  • Bigorexie

Was ist der Adonis-Komplex?

Der Ausdruck Adonis-Komplex ist eine weitere Bezeichnung für Muskeldysmorphie und Biggerexie.

Auch der Adonis-Komplex ist eine Störung des Selbstbildes und der Selbstwahrnehmung, welche in der Regel bei Männern anzutreffen ist. Männer mit Adonis-Komplex richten ihr ganzes Leben auf Muskelaufbau und Fettverlust aus. Sie messen sich an einer Idealvorstellung, nach der sie nie/nicht genug Muskulatur besitzen und zu wenig definiert sind.

Die gestörte Selbstwahrnehmung des eigenen Körperbildes führt dazu, dass gut trainierte und muskulöse Bodybuilder sich als schmächtig empfinden. Sie ordnen dann ihr ganzes Leben, dem Erwerb und Aufbau von Muskeln unter. Sie gehen z.B. jeden Tag in das Fitnessstudio und verbringen dort mehrere Stunden.

Der Adonis-Komplex kann auch als Muskelsucht bezeichnet werden.

Männer, die unter Muskelsucht leiden, weisen folgende Gemeinsamkeiten auf:

  • Sie sind Perfektionisten. Ein Muskel kann nie gut genug definiert sein.
  • Sie haben ein geringes Selbstwertgefühl.
  • Sie sind mit ihrem eigenen Körper unzufrieden.
  • Sie weisen eine schlechte oder gar keine Beziehung zum eigenen Vater auf und versuchen diese durch Krafttraining zu kompensieren.

Der US-amerikanische Psychiater und Harvard-Professor Harrison Pope prägte den Begriff „Muskeldysmorphie“, welcher in Deutschland als Adonis-Komplex bekannt wurde.

Was ist Wohlstandsverwahrlosung / Affluenza? Bedeutung, Definition


Wohlstandsverwahrlosung beschreibt eine Erziehung und ein Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in einer Welt des materiellen Überschusses, aber der emotionalen Untervorsorgung. Damit ist gemeint, dass Kinder und Jugendliche die wohlstandsverwahrlost (vernachlässigt) sind, von ihren Eltern alle materiellen Wünsche erfüllt bekamen und bekommen, sie aber nicht von ihren Eltern erzogen wurden und das sich ihre Eltern kaum um sie gekümmert haben.

Wohlstandsverwahrlosung: Keine Regeln, keine Grenzen, kein Charakter

Wohlstandsverwahrlosung ist eine Form der psychischen Verwahrlosung. Damit ist gemeint, dass die Persönlichkeit und der Charakter von wohlstandsverwahrlosten (jungen) Menschen kaum positiv ausgebildet ist. Diese jungen Menschen hatten wenig bis gar keine Charakter-bildenden Erlebnisse, wie Frustration, Mangel, Enttäuschung und/oder Zurückweisung. Sie sind es gewöhnt, dass alle ihre Wünsche erfüllt werden und das sie tun und lassen können, was sie wollen. Dies führt dazu, dass ihr Gewissen mangelhaft ausgebildet ist, sie Probleme mit Regeln haben und wenig Schuldgefühle aufweisen. Empathie – also Mitgefühl mit anderen – haben sie nicht gelernt.

Wohlstandsverwahrloste Kinder wachsen ohne Grenzen, ohne Regeln und mit wenigen bis gar keinen Werten auf. Sie können tun und lassen, was sie wollen. Geldstafen für Vergehen interessieren sie nicht, da genug Geld vorhanden ist, um Strafen zu bezahlen oder um Anwälte anzuheuern, die die Strafen abwenden oder in Geldstrafen umwandeln. In einem Rechtssystem in dem das Geld ihrer Eltern sie von Strafen freikaufen kann, werden diese Strafen wirkungslos.

Kinder, die unter Wohlstandsverwahrlosung leiden – und dies vermutlich nicht mal wissen – mussten nie im Leben für etwas kämpfen, sich durchbeißen oder gegen andere durchsetzen. Sie sind mit dem sprichwörtlichen goldenem Löffel aufgewachsen und in einer Blase, in der sie von Armut und Gewalt kaum etwas mitbekommen.

Emotionale Bedürfnisse sind unbefriedigt

Wohlstandsverwahrloste Kinder entstehen, durch zu viel materiellen Überfluss und emotionale Unterversorgung. Was ist damit gemeint? Kinder haben neben materiellen Bedürfnissen auch psychologische Bedürfnisse, wie z.B.:

  • Vertrauen
  • Anregung
  • Verständnis
  • Wertschätzung
  • Liebe

Bei wohlstandsverwahrlosten Kinden wurden diese Bedürfnisse durch die Eltern kaum oder wenig erfüllt, so dass sie keine sichere Bindung zu den Eltern aufbauen und emotionale Zuwendung erfahren konnten. Dies wird kompensiert durch Luxus, was zunächst von den Eltern ausgeht, später aber von den Kindern weiter forciert wird. (Der Luxus ist ein Versuch die emotionale Leere zu stopfen.)

Wohlstandsverwahrloste Kinder sind verwöhnte Kinder.

Von der Wohlstandsverwahrlosung sind in der Regel die Kinder von reichen Eltern betroffen, aber auch Kinder die aus der Mittelschicht kommen. Ihre Eltern kümmern sich nicht um die Erziehung und Ausbildung der Emotionen ihrer Kindern, sondern lassen dies – wenn überhaupt – andere machen. Emotionale Zuwendung erfahren diese Kinder von wechselnden Betreuungspersonen, wie z.B: Kindermädchen oder Nachhilfelehrern, die sich mit ihnen beschäftigen und auseinandersetzen. Durch Ausbildung in Internaten und Eliteschulen werden diese Kinder auf Reichtum und Statussymbole geprägt. Ihnen ist die Darstellung ihres Reichtums sehr wichtig.

Wohlstandsverwahrloste Kinder neigen zum Egoismus.

Ihre innere Leere füllen diese Kinder mit Ausschweifungen, Einkäufen und dem sich zur Schaustellen. Dies kann zu psychischen Störungen wie Depressionen oder Ängsten führen.

Die Schuld für Wohlstandsverwahrlosung wird meist den Eltern gegeben, die sich ein Kind zwar wünschen, es aber mehr wie ein Statussymbol behandeln und seine Erziehung anderen überlassen.

Was gegen Wohlstandsverwahrlosung hilft

Hier sind die Eltern gefragt, wollen sie die Wohlstandsverwahrlosung ihrer Kinder verhindern, so haben sie mehrere Möglichkeiten:

  • Dem Kind Grenzen aufzeigen.
  • Das Kind bei Fehlverhalten zurechtweisen und erklären, was erlaubt und was verboten ist.
  • Dem Kind aufzeigen, dass es anderen nicht so gut geht, wie ihm.
  • Sich mit dem Kind auseinandersetzen.
  • Nein sagen. Eltern müssen den Mut haben, auch „Nein“ zu ihrem Kind zu sagen und dann brauchen sie die Ausdauer, den Protest auszuhalten.
  • Verantwortung übernehmen; Kinder anleiten
  • Nicht nach geben.

Eltern die ihre Kinder erziehen, sorgen dafür, dass diese Kinder Gefühle der Dankbarkeit, der Empathie und der Demut empfinden.

Zum Begriff Affluenza

Ein anderer Begriff für „Wohlstandsverwahrlosung“ ist Affluenza. Der Ausdruck „Affluenza“ setzt sich aus zwei Worten zusammen:

  • „Affluence“ ist der englische Ausdruck für Wohlstand
  • „Influenza“ ist die Bezeichnung für eine Grippe.

Damit bezeichnet Affluenza einen Krankheitszustand, der durch materiellen Wohlstand entstanden ist.

Den Begriff „Affluenza“ hat die deutsch-schweizer Psychologie Ulrike Zöllner in den 1990er Jahren geprägt.

Beispiele für Wohlstandsverwahrlosung

  • Abifeiern, die eskalieren
  • Betrunke Minderjährige die mit teuren Autos herumrasen
  • Mit teuren Autos durch Innenstädte rasen
  • Angeben mit teuren Autos, Einkäufen, Schmuck,..

Rich Kids of Instagram

„Rich Kids of Instagram“ (RKOI) sammelt und veröffentlicht Fotos von reichen Kindern, die ihren Reichtum und ihren Überfluss zur Schau stellen. (Die reichen Kinder haben die Fotos zumeist über Instagram selbst vorher veröffentlicht.)

Themen sind:

  • Private Jets
  • auf einem Bett aus Geldscheinen legen
  • Teure Einkäufe
  • Teure Autos
  • Große Häuser
  • Große und ausschweifende Feiern
  • Teure Suiten
  • Viel Besitz
  • Teure Geschenke
  • Sich zur Schaustellen

Weitere Bedeutung von Wohlstandsverwahrlosung

Im Beitrag „Vom Aufstieg und Niedergang einer Nachsilbe – Wortmüll als Wohlstandsverwahrlosung“, der auf Tichys Einblick veröffentlicht wurde, werden als Wohlstandsverwahrlosung und „Luxusprobleme“ die politsch-korrekte und gendergerechte Sprache bezeichnet. Es wird unter anderem gesagt: „Merken wir nicht, dass das Luxusprobleme einer verwahrlosten Wohlstandsgesellschaft sind…“ – Externer Link zum Beitrag auf Tichys Einblick: hier (Stand 25. Juni 2018)

Im Spiegel Online wurde am 22. November 2017 ein Beitrag mit dem Titel „Die Wohlstandsverwahrlosung der deutschen Politik“ veröffentlicht. In diesem schreibt der Autor darüber, dass ein wohlstandsverwahrloster Narzissmus herrsche, der dafür sorgt, dass einige Politiker sich selbst am nähsten sind und ihren das Allgemein weniger am Herzen liegt – Externer Link zum Beitrag auf Spiegel Online: hier (Stand 25. Juni 2018)

Was ist eine schüchterne Blase? (Fachbegriff: Paruresis)


Als „schüchterne Blase“ wird eine soziale Phobie bezeichnet, die sich durch eine Blasenentleerungsstörung in öffentlichen Räumen kennzeichnet.

Der Fachbegriff für „schüchterne Blase“ ist: Paruresis. „Paruresis“ setzt sich aus den griechischen Worten „par“ für gestört und „uresis“ für urinieren zusammen.

Die Paruresis ist nach der ICD-10 wie folgt klassifiziert: F40.2 Spezifische (isolierte) Phobien

Laut Kölner Psychotherapeut Philipp Hammelstein sollen 30 Prozent der Männer von einer schüchternen Blase ab und zu betroffen sein. 2,8 Prozent der Männer sollen laut dem Psychotherapeuten deutlich darunter leiden.

Trotz der Verbreitung der schüchternen Blase ist der Begriff „Paruresis“ nur den wenigsten bekannt.

Anzeichen einer schüchternen Blase

Unter einer schüchternen Blase leiden Männer und Frauen – mehrheitlich aber Männern. Personen, die unter Paruresis leiden, empfinden es als unangenehm bis unmöglich öffentlich zu urinieren. Sie können nicht in Gesellschaft anderer Wasserlassen und fühlen sich blockiert. Diese Blockierung tritt auf, wenn sie das Gefühl haben, von anderen beobachtet, gesehen, bewertet oder gestört zu werden. Dabei möchten Sie eine Bewertung der Länge des Toilettenganges, ihrer Geschwindigkeit, ihres Geschickes, der Geräusche oder der Gerüche ihres Toilettenganges vermeiden.

Die schüchterne Blase (Paruresis) ist eine Angststörung, bei der wie in bedrohlichen Situationen eine Kampf-Flucht-Reaktion (Fight or Flight) ausgelöst wird.

Grade der schüchternen Blase

Eine schüchterne Blase hat unterschiedliche Grade:

Leichter Fall: Das Wasserlassen dauert etwas länger

Schwerer Fall: Selbst bei großem Harndrang ist das Entleeren der Blase unmöglich.

Bei einigen Fällen ist der Toilettengang nur in den eigenen vier Wänden möglich.

Biologische / physikalische Ursache

Bei der schüchternen Blase kontrahieren die Ringmuskeln (Sphinkter) und sie bleiben angespannt. Dadurch verschließen sie die Harnröhre, was den Harnfluss unmöglich macht.

Psychologische Ursachen

Die Ursachen für eine schüchterne Blase liegen meist in der Pubertät. Hier gab es Schlüsselereignisse und schlechte Erlebnisse auf der Toilette, die mit Angst und Scham verbunden wurden. Dies kann z.B. sein, wenn jemand beim Toilettengang bedroht oder ausgelacht wurde.

Der Betroffene der Paruresis entwickelt eine gefühlte Gewissheit, dass ihn andere auf der Toilette hören, beobachten und bewerten. Daran richtet er sein Verhalten aus.

Bei Männern ist zu dem zu beobachten, dass ihre Männlichkeit auch an der Fähigkeit, an einem Pissoir – neben anderen Männern – zu urinieren, festgemacht wird. Fehlt ihnen diese Fähigkeit oder fällt es ihnen schwer, so fühlen sie sich schwach und nicht männlich.

Folgen

Betroffene, die unter einer schüchternen Blase leiden, neigen zu Vermeidungshandlungen. Das heißt, sie meiden Orte, an denen sich viele Menschen gleichzeitig aufhalten, wie Stadien, Konzerte, Theater, Kinos, Restaurants, usw. Außerdem kann die schüchterne Blase zu Selbstzweifel und Depressionen führen.

Betroffene sind sich ihrer schüchternen Blase bewusst. Dies führt zu psychischem Druck, der sich unter anderem durch Grübeln und Überdenken äußert, was den Toilettengang oder das Urinieren noch schwerer macht.

Behandlung und Hilfen

Bevor eine Therapie oder Übungen begonnen werden, sollte ein Urologe körperliche Gründe ausschließen. Dabei untersucht dieser den Betroffenen auf Harnwegserkrankungen und der Zustand der Prostata.

Betroffenen helfen Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Tiefenentspannung. Ziel ist es, dass sie die Kontrolle über ihre Blase und Blasenmuskeln zurückgewinnen.

Außerdem gehen Betroffene teils mit Pee-Buddys (Pinkel-Kumpel) auf eine öffentliche Toilette und üben hier, dass Wasserlassen in Anwesenheit von anderen.

Geschichte

1954 wurde der Begriff „Paruresis“ von G. W. Williams und E. T. Degenhardt geprägt.

Außerdem ist die schüchterne Blase auch unter folgenden Begriffen bekannt:

  • Syndrom der schüchternen Blase
  • Shy Bladder Syndrome

Sonstiges

Fällt jemanden, der Stuhlgang auf einer öffentlichen Toilette schwer, so wird dies „Parcopresis“ genannt.

Was bedeutet K-Hole? Was ist das? Bedeutung


Der Ausdruck „K-Hole“ ist in der Drogenszene und unter Ketamin-Konsumenten gebräuchlich. „K-Hole“ steht für „Ketamnin-Loch“. Ein K-Hole tritt nach einer Überdosis Ketamin auf. Es äußert sich daran, dass der Konsument seine Wahrnehmnung, sein Bewusstsein, sein Gedächtnis, seine Identität oder seine Motorik verliert. (Das wird als Dissoziaton in der Fachsprache beschrieben.) Dies führt dazu, dass der Konsument teils nicht ansprechbar ist, apathisch herumsitzt, akustische und visuelle Halluzinationen erlebt, seinen Körper verlässt, durch einen dunklen Tunnel reist, Außerkörperliche, Visionen oder eine Nahtoderfahrung hat. Die Realität nimmt er teils nicht mehr wahr. Ein Orientierungsverlust kann auftreten, die Fähigkeit zur Kommunikation mit anderen kann verloren gehen und die Umgebung wird reduziert wahrgenommen.

K-Hole: Folgen und Risiken

Weitere Folgen können sein: Schmerz wird nicht empfunden, undeutliche Sprache, hoher Blutdruck, hohe Herzfrequenz, Krämpfe, Psychosen, Dilirium, Brustschmerzen, Paranoia, Übergeben, Angst, Herzstolpern, Flashbacks, Paralyse

Das subjektive Erleben eines K-Holes ist von Konsument zu Konsument unterschiedlich und stark abhängig vom Kontext. Außerdem haben der körperliche Zustand, sein Gewicht und seine Psyche darauf Einfluss.

Das „K-Hole“ birgt das Risiko, dass es zu einem unangenehmen Drogentrip werden kann. Bei Mischkonsum oder einer sehr hohen Dosis Ketamin können starke Nebenwirkungen auftreten, die bis zum Tod führen. Außerdem kann das Herz belastet werden. Es empfiehlt sich daher immer, dass ein Tripsitter den Ketamin-Konsumenten betreut und auf diesen aufpasst.

Wenn über 100 mg Ketamin geschnupft werden, kann das K-Hole schon auftreten. Die Menge ist abhängig von der Erfahrung und Gewöhnung des Nutzers.

Warum wird K-Hole gesagt?

Der Ausdruck „K-Hole“ ist eine Metapher die sich vom Hasenloch aus Alice im Wunderland ableitet. Wer in das Hasenloch fällt, der begibt sich auf eine Reise zu sich selbst, zur eigenen Identität und ist komplett in einer anderen (eigenen) Welt. Zeit spielt hier auch keine Rolle.

Was bedeutet FUD? Bedeutung, Definition

FUD = englische Abkürzung für „Fear, Uncertainity, Doubt“

„FUD“ ist eine englischsprachige Abkürzung, die für drei Wörter steht: „Fear, Uncertainty, Doubt“. (Zu deutsch: „Angst, Ungewissheit, Zweifel“.)

Das Akronym „FUD“ beschreibt eine Werbe-, Kommunikations- und Manipulationsstrategie – auch Negativpropaganda genannt. Ziel dieser Stratgie ist es, Angst, Ungewissheit und Zweifel an etwas zu verbreiten, um zu verunsichern oder abzuschrecken.

„FUD“ wird unter anderem in der Wirtschaft eingesetzt, um Mitbewerber oder Produkte zu diskreditieren, im negativen Licht erscheinen zu lassen und um ein gutes Image zu beschädigen. Dafür werden Fehlfinformationen verbreitet, Panik gemacht und Angst geschürt. „FUD“ ist eine unfaire Geschäftspraktik.

„FUD“ wird teils über scheinbar neutrale Quellen verbreitet, wodurch die Nachricht eine höhere Glaubwürdigkeit hat. (Ähnlich wie Fake News oder Fake News Webseiten.) Außerdem wird damit der wahre Urheber des FUD verschleiert.

„FUD“ ist teils erfolgreich, da viele emotional auf schlechte Nachrichten reagieren und wenig Erfahrungen mit Fehlinformationen haben.

„FUD“ wird z.B. bei Abmahnungen eingesetzt. Webseitenbetreiber werden verunsicht und mit hohen Streitwerten belegt.

In Deutschland wird zu „FUD“ auch „Hetzkampagne“ oder „Schmutzkampagne“ gesagt.

FUD wird gelegentlich auch zu „Fear, Uncertainty, Disinformation“ abgewandelt – also „Angst, Unsicherheit und Desinformation“, statt Zweifel.

„FUD“ muss streng von legitimer Kritik unterschieden werden. „FUD“ hat das Ziel anzugreifen und einen Ruf zuzerstören. Legitime Kritik sollte immer dazu dienen, etwas besser zu machen.

Kryptowährungen, Bitcoin: FUD

Im Bereich Kryptowährungen kommt „FUD“ öfter vor. Anleger werden damit verunsichert in einen Altcoin zu investieren. Jemand der „FUD“ verbreitet, wird auch „FUDster“ genannt. Diese Person redet in Foren und Social-Media schlecht über einen Coin und verbreitet falsche Informationen und Fehlinformationen, sowie Angst und Panik. Der FUDster möchte damit eine Kryptowährung schwächen.

Wird z.B. in einem Krypto-Forum erkannt, dass jemand Angst verbreitet, so wird unter anderem „stop the fudding“ gesagt. (Sinngemäß auf deutsch: „Hör auf mit der Panikmache!“) – „To fud“ und „fudding“ sind hier die Verbalisierungen des Wortes FUD.

Als „FUD“ werden z.B. auch Aufforderungen den Bitcoin aus Unsicherheit nicht zubenutzen und lieber beim gewohnten Geld zu bleiben, bezeichnet.

Wie FUD abgewehrt werden kann

Um sich gegen FUD zu wehren, können alle relevanten Informationen des Opfers veröffentlicht werden. Dies schafft Transparenz und nimmt den Druck.

Geschichte von FUD

Der Begriff „FUD“ ist schon seit den 1920er Jahren in den USA bekannt. Jedoch verbreitet er sich erst in den 1970er Jahren mit dem Aufkommen von Computern.

Erstmalig nutze den Begriff Gene Amdahl im Jahr 1975. In dem Jahr hatte er IBM verlassen, um seine eigene Firma „Amdahl Corp.“ zu gründen. Als FUD beschrieb er, die Angst, Unsicherheit und Zweifel welche potentielle Kunden seiner neuen Firma durch Verkäufer von IBM eingeredet bekamen. Das Ziel war natürlich, dass die Kunden bei IBM bleiben und nicht zum „unsicheren“ Konkurrenten gehen.

Nach 1990 wurde der Ausdruck FUD oft in Zusammenhang mit Microsoft gebraucht.

Weitere Bedeutungen der Abkürzung FUD:

  • FUD ist der Name eines schweizer Filmes aus dem Jahr 2005: „FUD – Fear Uncertainty Doubt“
  • FUD ist der IATA-Code des Flughafen Suifenhe in China
  • FuD ist die Abkürzung für Familienunterstützender Dienst
  • fud ist der Code für die Sprache „Futunisch“, welche in Polynesien gesprochen wird.
  • FuD ist die Abkürzung für Funkdienst
  • Fud ist der Rufname des belgischen Musikers Fud Candrix (1908 – 1974)
  • Fud ist der Rufname des US-amerikanischen Musikers Fud Livingston (1906 – 1957)
  • fud. ist das lateinische Wort „fudit“ – „fudit“ ist eine Aufschrift auf gegossenen Kunstwerken, Glocken oder Statuen. Es steht hinter dem Namen des Gießers. „fudit“ heißt auf deutsch: „Hat (es) gegossen“.
Was bedeutet Claustrum?

„Claustrum“ ist ein lateinischer Ausdruck, der mehrere sinnverwandte Bedeutungen hat. Claustrum bedeutet:

  • Verschluss
  • Schloss
  • Riegel
  • Barriere
  • Schranke
  • Hindernis
  • Sperre
  • Kloster

Als Claustrum wird auch ein abgesicherter und abgeschlossener Ort bezeichnet.

Die Mehrzahl von „Claustrum“ lautet „Claustra“.

„Claustrum“ leitet sich vom lateinischen Verb „claudere“ ab, was „abschließen“ oder „schließen“ bedeutet.

Claustrum: Teil des Gehirns

Claustrum, auch Vormauer genannt, ist ein zum Endhirn gehörender dünner Hirnteil aus grauer Substanz. Es liegt an der Unterseite des Neocortex im Zentrum des Gehirns. Es liegt zwischen Capsula externa und Capsula extrema. Es liegt lateral des Putamen und medial des Insellappens.

Das Claustrum ist sehr wenige bis wenige Millimeter tief.

Es wird vermutet, dass jedes Säugetier ein Claustrum besitzt.

Die genauen Funktionen des Claustrums sind bisher nicht vollständig geklärt.

Ludonarrative Dissonanz: Was ist das? Bedeutung


Als Ludonarrative Dissonanz wird in einem Spiel der Konflikt bzw. Widerspruch zwischen der erzählten Geschichte (Story) und der Spielmechanik (Gameplay) bezeichnet.

„Ludonarrative Dissonanz“ ist nicht per se schlecht und lässt sich auch teils nicht verhindern. Sie entsteht z.B. in Open-World-Spielen, wo der Spieler frei erforschen kann, nicht der Haupt-Quest nachgehen muss  und Aufgaben erledigt, die nichts mit der Story zutun haben. Ebenso entsteht „Ludonarrative Dissonanz“ durch die Möglichkeit des Respawnens – wenn der Spieler als „überlegener Soldat“ präsentiert wird, wie kann er dann sterben und wiedergeboren werden?

Beispiele für Ludonarrative Dissonanz

  • Assassin’s Creed Origins – Der Spieler muss Nebenmissionen erledigen, die für die Story keinerlei Relevanz haben.
  • Battlefield 1 – Die Geschichte erzählt die Gräuel des ersten Weltkrieges. Das Spiel selbst gleicht einem Arcade-Shooter. Spieler heilen sich z.B. durch hinsetzen; respawnen ist möglich.
  • Call of Duty 4: Modern Warfare – Der Spieler kann digitale Partner (NPCs) ohne Konsequenzen für das Gameplay töten.
  • Tomb Raider (2013) – Lara Croft wird in der Story als unschuldige Frau dargestellt, die keine Gewalt erlebt oder mit Waffen Erfahrung hat. Die Spielmechanik sorgt dafür, dass Lara Croft mit Waffen hantiert und viele Gegner tötet.

Was bedeutet „Ludonarrative Dissonanz“?

Das Wort „Ludonarrativ“ setzt sich aus den Worten „Ludologie“ und „Narrativ“ zusammen. Ludologie ist ein Teilbereich der Spielwissenschaft und beschäftigt sich mit der Wissenschaft bzw. Lehre von Spielen (digital wie analog). Das lateinische Wort „Ludus“ bedeutet auf deutsch: „Spiel“.

Das Wort „Narrativ“ bedeutet auf deutsch „Erzählung“. Damit ist gemeint, wie ein Geschehen bzw. eine Geschichte wiedergegeben wird, sowie wie das Ergebnis dargestellt wird.

„Dissonanz“ leitet sich vom lateinischen „dis“ und „sonare“ ab. „dis“ bedeutet „unterschiedlich“ oder „auseinander“. „Sonare“ bedeutet „klingen“ oder „Klang“. Als Dissonanz wird ein Widerspruch zwischen dem Erlebten und Erzählten bezeichnet. Bekannt ist auch der Ausdruck „Kognitive Dissonanz“, damit ist gemeint dass ein Widerspruch zwischen einer Entscheidung und Wahrnehmung zu inneren Spannungen führt.

Wer hat den Begriff „Ludonarrative Dissonanz“ geprägt?

Der Ausdruck „Ludonarrative Dissonanz“ wurde vom ehemalige Creative Director von LucasArts Clint Hocking 2007 geprägt. (Hocking war auch an Far Cry 2 beteiligt.) Er veröffentlichte einen Blog-Eintrag in dem er das Spiel Bioshock kommentierte. Nach ihm, erlaubte das Gameplay von Bioshock dem Spieler egoistisch zu handeln, während die erzählte Geschichte stets von Selbstlosigkeit handelte.

Frederic Seraphine, spezialisiert in Game Design und Wissenschaftler der Universität Tokyo, veröffentlichte 2016 einen Artikel, in dem er darlegte, dass „Ludonarrative Dissonanz“ durch einen Widerspruch zwischen Anreizen und Anweisungen innerhalb der spielerischen Strukturen (Gameplay) und erzählenden Strukturen (Story) entsteht.

Im Spiel „Uncharted 4: A Thief’s End’s“ können Spieler die Trophäe „Ludonarrative Dissonance“ erhalten. Dafür müssen sie 1.000 Gegner töten. Damit reagierte der Spielentwickler Naughty Dog auf die im Spiel enthaltene Ludonarrative Dissonanz. Im Spiel wird ein Überlebenskämpfer gespielt, der zufällig hunderte Gegner tötet, ohne (stark) emotional darauf zu reagieren.

Thalassophobie: Die Angst vor dem offenen Meer (Bedeutung, Definition)


Als Thalassophobie wird die starke und anhaltende Angst vor dem offenen Meer oder vor Meeresreisen bezeichnet.

Thalassophobie beschreibt die Angst von viel Wasser umgeben zu sein, die Angst vor der Einsamkeit auf dem Meer und die Angst weit weg von Land zu sein. Ebenso wird damit die Angst und Ungewissheit vor dem Unbekannten, was unter der Meeresoberfläche lebt, beschrieben.

Thalassophobie: Wie die Angst vor dem offenen Meer oder tiefem Wasser entsteht

Die Angst vor dem offenen Meer nährt sich dadurch, dass Unterwasser unbekannte Gefahren – wie z.B. Haie, Quallen oder andere gefährliche Meerestiere – lauern, dass bei einem Schiffsunglück kein rettendes Land in der Nähe ist oder dass die Einsamkeit sowie das Eingeschlossensein mit anderen auf einem Schiff unterträglich erscheint. Außerdem sorgt fehlender fester Halt – wie Land dies bietet – dafür, dass die eine gewisse Grundangst herrschen kann. Die irrationale Angst sich in Algen zu verfangen oder Opfer eines Fischangriffes zu werden, schwingt immer mit.

Gerade Menschen, die zwar aus den Medien von Boots- und Schiffsunglücken erfahren, aber selbst keine bis wenige Erfahrungen mit Boots- oder Schifffahrten gemacht haben, neigen zu einer Angst vor dem offenen Meer. Dagegen helfen nur Erfahrungen: Bootfahren, Schiffstouren und Kreuzfahrten können die Angst vor dem Meer abbauen.

Die Angst vor den Tiefen des Meeres entsteht auch dadurch, dass meist nicht sehr tief in das Wasser geschaut werden kann und somit nie genau ersichtlich ist, ob oder was sich unter den eigenen Füßen befindet.

Filme wie „Der weiße Hai“ und Fotoaufnahmen von Tiefseefischen, die teils sehr gruselig aussehen, lassen die Thalassophobie wachsen.

Auch weißt Thalassophobie auf den Umstand hin, dass Ozeane wenig erforscht sind und noch immer zu großen Teilen unbekannt ist, was dort Unterwasser lebt.

Was das Wort „Thalassophobie“ auf deutsch heißt

Das Wort „Thalassophobie“ setzt sich aus dem griechischen Wort „thalassa“ (θάλασσα) was „Meer“ bedeutet und dem griechischen Wort für Angst „phobos“ (φόβος) zusammen. Das griechische Wort für Angst ist als „Phobie“ in der deutschen Sprache bekannt.

Was ist Metakommunikation? Bedeutung, Definition


Metakommunikation ist die Kommunikation über die Kommunikation. Bei der Metakommunikation wird darüber geredet, wie geredet wird.

Wo kommt das Wort her?

Das Wort setzt sich aus dem griechischen Wort „Meta“ und dem lateinischen Wort für „Kommunikation“ zusammen. „Meta“ bedeutet in diesem Fall „über etwas“ oder „von oben“. „Kommunikation“ bezeichnet den Austausch und die Übertragung von Informationen.

Mit „Metakommunikation“ wird also von einem höheren Punkt darüber geredet, wie zwei Menschen sich einander mitteilen.

Welches Ziel hat die Metakommunikation?

Die Meta-Ebene ist eine höhere Ebene von der aus die Kommunikation betrachtet, analysiert und kritisiert wird. Es geht dabei darum, dass die Teilnehmer darüber berichten, wie sie die Kommunikation wahrgenommen haben und wie sie diese beurteilen. Ziel ist es zu überprüfen, wie Missverständnisse entstanden sind und ob die Kommunikation hilfreich/produktiv ist oder nicht.

Ein idealer Zeitpunkt existiert nicht: Die Metakommunikation kann vor, während und nach einem Gespräch stattfinden.

Wie wird kommuniziert?

Der Sprachforscher Friedemann Schulz von Thun hat die vier Teile einer Botschaft beschrieben.

Beispiel.: „Der Mülleimer ist voll!“ (In Klammern die Interpretation für das Beispiel.)

  1. Sach-Aussage: Gibt konkreten Fakt wieder. – (Der Mülleimer ist voll. Es passt nichts mehr rein. Physikalisch ist das korrekt.)
  2. Eigenoffenbarung: Gibt Informationen über Sender preis. – (Ich habe beobachtet, dass der Mülleimer voll ist und sehe hier Handlungsbedarf.)
  3. Beziehungsseite: Gibt das Verhältnis zwischen Sender und Empfänger wieder. – (Ich fordere dich auf den Müll herunterzubringen. Wir arbeiten schließlich zusammen. Ich verteile nur Aufgaben.)
  4. Appell: Aufforderung an den anderen. – (Bring den Müll runter.)

Die Sach-Aussage (Sachebene) gibt einfach nur wieder, was ein Sprecher beobachtet hat. Aber Sprache beinhaltet mehr als Informationen, sondern es geht auch, um die Beziehung zum Sprecher und den Zweck der Aussage. Der Sprecher, der feststellt, dass der Mülleimer voll ist, verbindet damit wohl auch die Aufforderung, dass der Empfänger der Botschaft den Mülleimer leeren soll. (Appell). Das wiederum zeigt in welchem Verhältnis die beiden zueinander stehen: Der Sender erteilt dem Empfänger der Botschaft eine indirekte Anweisung. (Ob der Empfänger dies auch so interpretiert, ist natürlich fragwürdig.)

Probleme in der Kommunikation entstehen, wenn die Sprecher sich dieser Ebenen nicht bewusst sind und deswegen einander missverstehen, da sie auf unterschiedlichen Ebene reden.

Metakommunikation gilt auch für nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik, Haltung). Beispiel: „Nun guck nicht so!“

Wann das Reden über das Reden stattfinden sollte:

Grundsätzlich gilt, wenn Gesprächspartner den Eindruck haben, dass sie im Thema nicht weiterkommen, an einander vorbei reden oder wenn zum wiederholten Male das gleiche Thema behandelt wird, ist es sinnvoll darüber zu reden, wie geredet wird.

Insbesondere ist die Metakommunikation sinnvoll, wenn das Gespräch destruktiv, unproduktiv und nicht hilfreich ist.

„Metakommunikation“ ist hierbei das Feedback an den anderen, wie das Gesagte wahrgenommen und empfunden wird.

Regel für die Metakommunikation

Für die Metakommunikation gibt es wenige Regeln:

  1. Es spricht immer nur einer.
  2. Die andere Person hört zu.
  3. Es wird sich bemüht den anderen zu verstehen.
  4. Beide geben darüber Auskunft wie sie das Gespräch wahrgenommen haben.
  5. Beide bleiben beim Thema.
  6. Auf Beschimpfungen wird verzichtet.
Was ist das „Fleisch-Paradox“? Bedeutung, Definition


Bezeichnung für den Umstand, dass Menschen Tiere lieben, mit ihnen mitfühlen und Gewalt gegen sie ablehnen, aber sie bzw. ihr Fleisch gleichzeitig gerne und genüßlich essen.

Wer Fleisch isst, glaubt Tiere leiden weniger

Die drei australischen Forscher, Steve Loughnan, Brock Bastian und Nick Haslam, haben nachgewiesen, dass das Essen von Fleisch in vielen Menschen einen moralischen Konflikt auslöst: den zwischen Mitgefühl und der Lust auf Fleisch. Niemand möchte das Tiere leiden oder getötet werden. Als Reaktion auf diesen Konflikt wenden Menschen Vermeidungsstrategien an. Unter anderem sprechen Fleischesser den Tieren, die sie essen, geistige Fähigkeiten, eine Leidensfähigkeit und die Ähnlichkeit zum Menschen ab.

Wenn Menschen Tiere als menschenähnlich betrachten, so entscheiden sie sich eher dafür, dass die Tiere Schmerzen empfinden – als Reaktion auf diese Entscheidung, essen sie diese Tiere nicht. Das erklärt auch, warum einige Menschen keine Säugetiere oder Vögel essen, aber weiterhin Fische essen.

Weiterhin ermittelten die Forscher, dass Menschen sich vor und nach dem Fleischessen in dem moralischen Dilemma befinden.

Es gilt natürlich weiterhin, dass die Sorge um das Tierwohl die Lust auf Fleisch verringern kann.

Die Experimente: Essbarkeit und Mitgefühl

Die Forscher befragten Menschen in Amerika, Hong Kong, Indien und Kanada wie sie die geistigen Fähigkeiten von Tieren einschätzen und für wie essbar sie die Tiere halten. Heraus kam, dass die Menschen die geistigen Fähigkeiten eines Tieres abwerteten, je mehr sie es als Nahrungsquelle wahrnahmen.

In einer weiteren Untersuchung gaben die Forscher einer Versuchsgruppe Nüsse und einer anderen Rindfleisch. Nach dem Verzehr fragten die Forscher wie sehr die Probanden die Leidensfähigkeit der Kuh einschätzten. Die Gruppe, die das Rindfleisch gegessen hatte, schätzte die Leidensfähigkeit einer Kuh niedriger ein als die Gruppe, die die Nüsse gegessen hatte.

Fleisch und Kognitive Dissonanz: Hauptsache nicht widersprüchlich handeln

Das psychologische Phänomen hinter dem Fleischverzehr und dem Mitgefühl für Tiere heißt „kognitive Dissonanz“. Menschen wollen grundsätzlich nicht widersprüchlich handeln, aus diesem Grund finden sie eine Begründung für Verhalten bzw. Werte, die miteinander im Konflikt stehen.

Für das Fleisch-Paradox gilt:

  • „Tiere leiden und werden getötet, damit wir Fleisch essen dürfen“ oder
  • „Wir verzichten auf Fleisch, damit Tiere nicht leiden und getötet werden“

Das Paradox wird (vermeintlich) aufgelöst, in dem die Leidensfähigkeit der Tiere abgewertet wird:

  • „Tiere leiden kaum, der Tod geht schnell, dem entsprechend ist es ok, Fleisch zu essen“ und „Es ist für mich normal Fleisch zu essen. Ich betrachte es auch als natürlich und notwendig.“

Trennung von Fleisch und Tier

Das für das Schnitzel oder die Hähnchenbrust im Supermarkt ein Tier getötet wurde, kommt manchen gar nicht in den Sinn. Soweit ist die Trennung oder Entfremdung zwischen dem Fleisch als Produkt und dem Tier als Lieferanten gekommen.

Online-Enthemmungseffekt: Was ist das? Bedeutung, Definition


„Online-Enthemmungseffekt“ ist die Bezeichnung für den Effekt, dass durch die schützende Anonymität im Internet, fehlendes soziales Feedback und die praktizierte Textkommunikation, die Hemmschwelle sinkt andere zu beleidigen, hart zu kritisieren, zu verunglimpfen oder zu diffamieren.

Nutzer trauen sich in der Anonymität des Internets eher andere bloßstellen, herabzuwürdigen oder Lügen zu verbreiten, sowie zu gesetzlich verbotenen Handlungen aufzurufen oder strafbare/justiziable Äußerungen zu tätigen. Des Weiteren trauen sich Teilnehmer des Internets im Schutze der Anonymität Gedanken zu äußern, die moralisch fragwürdig, unmoralisch oder unanständig sind.

Die Enthemmung im Netz äußert sich unter anderem an Hassgruppen und -Foren, sowie in beleidigenden Kommentaren in sozialen Netzwerken und Online-Spielen. Der Enthemmungseffekt kann zu aggressivem Verhalten, Cyber-Mobbing und Cyber-Dating-Abuse führen.

Warum die Enthemmung Online schnell eintritt

Im Vergleich zum realen Leben ist im Internet auf vielen Portalen nur ein Spitzname nötig, um die Werke oder Erlebnisse anderer negativ und abwertend zu kommentieren – bishin zu persönlichen Beleidigungen und Drohungen. Das Internet ermöglicht nicht nur Anonymität, sondern erlaubt auch das Erstellen von Pseudonymen und verwenden von fingierten Charakteren.

Als Konsequenz auf Hass-Kommentare folgen lediglich Gegenkommentare und im schlimmsten Fall die Löschung des Accounts, sowie dass die zugehörige E-Mail-Adresse von einer weiteren Anmeldung abgehalten wird, in dem sie gebannt wird. Eine strafrechtliche Verfolgung ist nur möglich, wenn identifzierende Merkmale (IP-Adresse, Name, Anschrift,…) herausgefunden werden können.

Die Kommunikation im Internet findet textbasiert statt. Textkommunikation ist befreit von Mimik, Gestik, Tonfall und anderen körperlichen Reaktionen. Dies begünstigt den Online-Enthemmungseffekt, denn Autoren, die Hass-Kommentare veröffentlichen, erleben die Reaktion ihres Opfers nicht oder erst verzögert. Damit entsteht Distanz zwischen dem Gesagten und der Reaktion darauf.

Die Täter können die Reaktion des Opfers – außer es reagiert durch einen Kommentar oder ein Video – nicht sehen.

Online-Enthemmungseffekt: Anonymität und Mangelnde Impulskontrolle

Durch eine mangelnde Impulskontrolle und eine fehlende soziale Kontrolle werden Menschen anfällig für den Online-Enthemmungseffekt. Ein Denken über das eigene Denken und Tun setzt nicht ein, so dass ein geschriebener Kommentar einfach veröffentlicht wird. Das andere Personen Feedback von Angesicht zu Angesicht Feedback geben, findet ebenfalls nicht statt. Eher tritt das Gegenteil ein. Jemand der eine unmoralische, moralisch fragwürdige oder verletzende Aussage tätigt, kann Bestätigung durch anonyme Dritte erhalten.

Der Online-Enthemmungseffekt kann zu Hasskommentaren und Cybermobbing führen. Die deutsche Bundesregierung hat darauf unter anderem durch das NetzDG reagiert. Anbieter von sozialen Medien sind angehalten als Hasskommentar gemeldete Beiträge innerhalb einer kurzen Zeit zu löschen, sonst drohen empfindliche Geldstrafen.

Der Online-Enthemmungseffekt kann zu verschiedenen Auswüchsen führen: Opfer können geswattet oder gedoxxt werden. (Swatting = Bei der Polizei einen falschen Notruf abgeben, in der Hoffnung, dass diese die Wohnung des Opfers stürmt; Doxing = Adresse einer Person gegen ihren Willen im Internet veröffentlichen.)

Eine Reaktion auf den Online-Enthemmungseffekt und seiner Folgen ist unter anderem das Projekt von Jan Böhmermann „Reconquista Internet„.

Online-Enthemmungseffekt zusammengefasst

Der Online-Enthemmungseffekt tritt durch einen Verlust der Selbstbeherrschung auf. Dieser Verlust der Selbstbeherrschung wird möglich durch die Anonymität des Internets, fehlende soziale Kontrolle und schwache Konsequenzen auf Hasskommentare.

Postprandiale Somnolenz: Was ist das? Bedeutung, Definition


Medizinisch/Wissenschaftliche Umschreibung des Effektes, dass wir nach einem reichhaltigen und großen (Mittag)essen müde werden; auch bekannt als Mittagstief, Mittagsmüdigkeit, Fressnarkose, Fresskoma oder Suppenkoma.

Die beste Therapie gegen Postprandiale Somnolenz ist frische Luft oder Mittagsschlaf.

Wortbedeutung

„Post“ bedeutet = nach
„prandial“ bedeutet = Nahrung/Essen
„Somnolenz“ bedeutet = „Benommenheit“ oder „Schläfrigkeit“. Sie äußert sich durch Bewusstseintrübung bei erhaltener Ausprechbarkeit und Erweckbarkeit.

Wie Postprandiale Somnolenz entsteht:

  1. Durch das ankommende Essen im Verdauungstrakt wird das parasympathische Nervensystem aktiviert. Es sorgt für Ruhephasen und Erholung, damit das Essen verdauert werden kann.
  2. Kohlehydrate in Form von Zucker, der durch Säfte, Süßigkeiten oder Desserts aufgenommen wurde, muss im Blutstrom abtransportiert werden. Dafür schüttet der Körper Insulin aus, dass Glukosemoleküle und Aminosäuren in die Muskelzellen transportiert. Jedoch hat Insulin auf die Aminosäure Tryptophan keine Auswirkung, so dass ein Ungleichgewicht entsteht und Typtophan vermehrt im Gehirn zur Verfügung steht. Aus dieser Aminosäure wird nun Serotonin und das Schlafhormon Melatonin gebildet.

Welche Nahrungsmittel müde machen

Wurde bisher angenommen, dass Kohlenhydrate müde machen, so haben US-amerikanische Wissenschaftler der Universität Bowling Green State im Bundesstaat Ohio festgestellt, dass Eiweiße und Salze schwerer zu verdauen sind und eher zur Müdigkeit führen. Der Aufwand für den Körper diese Lebensmittel zu verarbeiten, ist höher als bei Kohlenhydraten.

Was hilft gegen Mittagsmüdigkeit?

  1. Keine übergroßen Portionen essen. Essen Sie langsam, kauen Sie ausreichend und hören Sie auf mit Essen, wenn Sie sich voll fühlen.
  2. Verzichten Sie auf Fruchtsäfte, Süßspeisen und Desserts. Sie sind sogenannte „schnelle Kohlehydrate“ die für die Insulinausschüttung sorgen.
  3. Frische Luft und Bewegung helfen gegen Müdigkeit. Anstatt sich hinzusetzen, können sie einen kleinen Spaziergang machen.
  4. Etwas Mittagsschlaf (auch Power-Nap genannt) sorgt für Entspannung und Regeneration.
Arschengel: Wer oder was sind die Arsch-Engel von Robert Betz?


Bezeichnung für nicht-gemochte Menschen, die negative Gefühle (wie Ärger, Wut, Enttäuschung, Ohnmacht, Hilflosigkeit, usw.) in uns auslösen, in dem sie etwas tun, etwas sagen das verletzt oder etwas nicht tun, was erwartet wurde. Die erlebte Reaktion weißt auf unverarbeitete und nicht-gelebte Gefühle hin, die für Unfrieden mit sich selbst sorgen.

Als ein Beispiel nennt Robert Betz unter anderem die ordentliche Mutter, die sich über ihre unordentliche Tochter aufregt. Während die Mutter ihre Ordentlichkeit mit jeder Faser lebt, so hat sie die Unordentlichkeit ausgeklammert. Damit ist das System nicht im Gleichgewicht. Die Tochter wird nun unordentlich, damit im System beide Pole vorherrschen. Damit ist die Tochter für die Mutter ein Arschengel und weißt die Mutter – durch die Gefühle die die Mutter erlebt – auf das unverarbeitete hin.

Weitere Arschengel-Beispiele:

  • Eine Zurechtweisung durch den Chef.
  • Kritik anderer Leute.
  • Personen, die denken das sie alles wissen und ihre Meinungen stets kundtun.
  • Personen, die abfällig über andere reden.
  • Menschen, die Emotionen in uns auslösen. Menschen die uns triggern.

Arschengel sind auch Menschen deren Verhalten man ablehnt oder die Eigenschaften aufweisen, die man ablehnt.

Folgende Gefühle können durch einen Arschengel erlebt werden:

  • Ärger
  • Wut
  • Enttäuschung
  • Ohnmacht
  • Hilflosigkeit / Kleinheit
  • Hass
  • Eifersucht
  • Neid
  • Missgunst
  • Schuld
  • Trauer
  • Scham

Kofferwort Arschengel

Das Kofferwort „Arschengel“ verwendet Robert Betz, da die Menschen, die negative Gefühle in uns auslösen, meistens als „Arsch“ bezeichnet und abgetan werden.

Der Vestand verurteilt diese Menschen, als Arsch, Idiot, Bekloppter oder Verrückter. Mit dieser fast schon Entwertung der Person ist eine Rechtfertigkeit für die eigenen Gefühle und Regungen gefunden. In diesem Sinne wird die Verantwortung für Gefühle der Wut, des Ärgers, der Enttäuschung oder der Ohnmacht anderen gegeben. Doch das ist der falsche Ansatz, denn jeder kann für seine Gefühle verantwortung übernehmen. (Hier wird gern die Frage gestellt, wem denn der Ärger gehört bzw. wer diesen erlebt. Der Person, die den Ärger ausgelöst hat oder der Person, die den Ärger erlebt. Antwort: Natürlich der Person, die den Ärger erlebt und empfindet.)

Die Arschengel haben deswegen eine wichtige Funktion. Sie weisen auf Gefühle hin, die in uns (vielleicht verschlossen) ruhen und nicht gelebt werden. Aus diesem Grund, sind Menschen, die negative Gefühle auslösen, auch Engel, weil sie auf unverarbeitete oder nicht-gelebte Gefühle hinweisen. Hierbei geht es auch darum, dass ein Gleichgewicht entsteht und dies ist möglich, in dem verschlossene Gefühle zugelassen oder gelebt werden. (Hier ist auch ein Ansatz von Robert Betz, denn die moderne Gesellschaft zeigt dazu, Gefühle zu unterdrücken und nicht auszuleben. Das ist keine nachhaltige Lösung und kann andere Probleme wie Krankheiten nach sich ziehen.)

Arschengel können aufgelöst werden, in dem sie umarmt werden und der Engel in ihnen gesehen wird. Dafür muss der Arschengel als Geschenk betrachtet werden. Dies im ersten Moment gar nicht so leicht.

Deswegen sollte stets gefragt werden:

  • Was hat der Arschengel mit mir zu tun?
  • Welche Gefühle löst der Arschengel in mir aus? (Warum beschäftigt mich dies teilweise Jahre später noch?)
  • Was will der Arschengel mir sagen?
  • Was übersehe ich?

Medien zu den Arschengeln

  • „Frieden mit meinen ‚Arsch-engeln'“ ist ein Hörbuch von Robert Betz. Du findest es auf Amazon hier* (Externer Link zu Amazon und Provisionslink).
  • „Arschengel“ heißt Taschenbuch von Silvia Lemon.
  • „Arschengel-Liebe“ ist ein Taschenbuch von Gisela Schmitz.

Arschengel-Schmuck

Auf funkelkram.de und in verschiedenen dawanda-Shops wird Arschengel-Schmuck verkauft. Dieser Schmuck zeichnet sich dadurch aus, dass im Schmuck ein umgedrehtes Herz enthalten ist, so dass dieses aussieht wie ein Po – (Also der der Arsch). Über dem umgedrehten Herz sind Flügel und darüber eine Kugel, die den Kopf symbolisiert. Diese Darstellungsweise ist clever, da sie durch ihre Doppeldeutigkeit den Engel und den Arsch repräsentiert.

Eine weitere Figur ist der Arschengel-Po. Hierbei steht der Arschengel auf einem Plättchen fest und nur seine Flügel, sein Po und seine Beine sind sichtbar.

Verbreitung des Ausdrucks Arschengel

Seit Sommer 2010 verbreitet sich der Ausdruck stark in Deutschland. Interessanter Weise hat der Ausdruck stets hohe Suchnachfragen um Weihnachten herum. In folgenden Monaten suchten die Deutschen bei Google.de am meisten nach „Arschengel“: Januar 2011, Dezember 2011, Dezember 2012, Dezember 2013, Dezember 2015, Dezember 2017. (Warum dies so ist, ist unklar.)

In seinem Buch „Muss ich mir das bieten lassen?“ – veröffentlicht im März 2010 – führte Robert Betz den Begriff des Arschengels ein.

Sologamie – Wenn Singles sich selbst heiraten


Sologamie wird ein neuer Hochzeitstrend genannt: Singles, die gerne heiraten wollen und partnerlos sind, heiraten einfach sich selbst. Sie veranstalten eine Hochzeitsfeier, tragen ein Brautkleid, halten eine Zeremonie ab und stecken sich selbst einen Ring an – alles ohne Bräutigam.

In der Regel vollziehen Frauen – in ihren 30er Jahren – eine Einzelhochzeit und heiraten sich selbst.

Sologamie wird als Bekenntnis zu sich selbst, als Ausdruck von Selbstliebe beschrieben. Die Sologamie ist dabei Ausdruck, des Wunsches zu heiraten, jedoch ohne Partner.

Sie versprechen sich selbst auf ihrer Alleinhochzeit, dass sie sich selbst lieben, ehren und achten werden –  natürlich in guten wie in schlechten Tagen. Der Ring ist dabei nur symbolisch.

Ein anderes Wort für Sologamie ist „Selbstheirat“.

Die Alleinheirat ist in Europa rechtlich nicht anerkannt.

Sologamie-Angebote

Die Selbstheirat wird bei einigen Hochzeitsveranstalter angeboten. Diese Angebote heißen unter anderem „‚I Married Me“ oder „Self-Wedding“.

Auf imarriedme.com werden „I Married Me – Self-Wedding In-A-Box“ angeboten. Die kleinste Box mit Silberring kostet 50 US-Dollar.

Auf www.selfmarriageceremonies.com können Frauen, die sich selbst heiraten wollen, einen zehnwöchigen Kurs buchen, in dem sie – in einem E-amil-Programm – alles über ihre Alleinhochzeit lernen können. So unter anderem:

  • Thema der Hochzeit
  • Fragen zur Hochzeit
  • Zeremonielle Praktiken
  • Schreiben des Gelübdes
  • Ihre Verlobung
  • Folgen der Ehe
  • Hindernisse

Vorteile und Nachteile der Sologamie

Der Sologamie wird nachgesagt, dass sie Ausdruck eines Egoismus, Narzismus und einer Trotzreaktion sein sollen. Sie soll als Reaktion auf Enttäuschungen in langjährigen Liebesbeziehungen stattfinden. Gleichzeitig betonen Psychologen, dass die Selbstheirat als Therapie diene, um das Selbstvertrauen zu stärken.

Kritiker sagen der Sologamie nach, dass sie Ausdruck der Verzweiflung und Verbitterung von heiratenswilligen Frauen sein soll, die keinen Partner finden, der ihren Ansprüchen gerecht wird.

Einige Medien bezeichneten die Sologamie als traurigen Trend.

Bekannte Beispiele: Sologamie

Linda Baker heiratete schon 2003 sich selbst. Zu ihrem 40. Geburtstag schwor sie sich selbst ewige Treue. Zur Ihrer Einzelhochzeitsfeier gab es sieben Brautjungfern und 75 Gäste.

im Jahr 2003 wurde die Einzelhochzeit populär als die von Sarah Jessica Parker gespielte Figur „Carrie Bradshaw“ in der Serie Sex and the City sich selbst heiratete und ihre eigene Hochzeit veranstaltete.

Die Italienerin Laura Mesi heiratete sich selbst im Jahr 2007. Sie soll die erste Alleinverheiratete in Italien sein. Ihre Alleinhochzeit hat sie sich 10.000 Euro kosten lassen.

In Taiwan heirate Chen Wai Yi sich 2010 selbst.

Das Victoria’s-Secret-Model Adriana Lima heiratete 2017 sich selbst.

Genaue Bedeutung des Wortes Sologamie

„Sologamie“ ist ein zusammengesetztes Wort, dass aus dem italienischen Wort „Solo“, was „allein“ bedeutet, und dem griechischen Wort „gamie“ (Gamos), was mit Ehe übersetzt wird, besteht. Die Sologamie ist damit die Einzelehe bzw. Alleinehe.

Verbreitung von Sologamie

Erste signifikante Suchanfragen nach „Sologamie“ gingen bei Google.de im Juli und August 2015 ein. Eine starke Suchnachfrage gab es im Juni 2017.

Was ist Demisexualität? Bedeutung und Definition erklärt


Demisexualität ist eine Form der Sexualität bei der Menschen, nur sexuelle Anziehung empfinden, wenn sie eine starke emotionale Bindung und Vertrauen zu einer anderen Person aufgebaut haben. Dies ist meistens der Fall, wenn sie sich in einer romantischen Beziehungen befinden. Bis zu diesem Zustand gelten sie als asexuell.

Demisexuelle: Sekundäre sexuelle Anziehung vor primärer

Eine primäre sexuelle Anziehung findet bei Demisexuellen nicht statt. Das heißt, sie reagieren nicht mit sexueller Erregung auf das Aussehen, die Stimme, die Haltung oder die Bewegungsabläufe einer anderen Person. Sie nehmen eher die Merkmale der sekundären sexuelle Anziehung wahr. Diese beruht auf Persönlichkeitsmerkmalen wie Charakter, Humor usw. Laut Eigenauskunft kennen Demisexuelle nur sekundäre sexuelle Anziehung.

Sex für Demisexuelle

Demisexuelle entscheiden sich nicht, sondern empfinden einfach. Sex ist für Demisexuelle kein Trieb, der befriedigt werden oder dem nachgegangen werden muss, sondern sie drücken durch Sex Nähe, Liebe, Intimität, Vertrauen und Zuneigung aus. Dies drückt sich in dem Wunsch nach Emotionalität einer Beziehung und einem Kennenlernen einer anderen Person aus.

Demisexuellen wird nachgesagt, dass sie wenig mit P*rnos und erotischen Aufnahmen anfangen können, sowie sich über inhaltslose Flirt-Sprüche und Smalltalk wundern. Auch sind Demisexuelle nicht für One-Night-Stands zu haben, geschweige denn daran interessiert.

Jedoch gibt es selbst unter den Demisexuellen keine eindeutigen Einstellungen, die für alle, die sich als „Demisexuell“ identifizieren, gelten. So gibt es Demisexuelle die Sex befürworten, die Sex ablehnen oder Demisexuelle die dem Sex gleichgültig gegenüber stehen.

So gibt es Demisexuelle, denen die Vorstellung gefällt Sex zuhaben, nur brauchen sie dafür eine Person zu der sie eine tiefe emotionale Bindung haben. Auch ist Demisexuellen teils unverständlich wie Menschen miteinander Sex haben können, ohne sich besonders gut zukennen.

Von außen werden Demisexuelle manchmal als asexuell oder passiv wahrgenommen. Ihnen wird fälschlicherweise Unwissenheit und Desinteresse unterstellt.

Weiteres zur Demisexualität

Laut Statistik sollen rund ein Prozent der Bevölkerung demisexuell sein. Der Begriff „Demisexualität“ selbst tauchte um das Jahr 2008 zum ersten Mal auf.

Die Demisexualität positioniert sich zwischen der Asexualität und dem Sexualität, also zwischen jenen die kein Verlangen nach Sex empfinden und jene, die einfach ein Verlangen nach Sex empfinden.

Frauen passen leichter in das Muster der Demisexualität. Männer hingegen, denen ein starker Sextrieb ohne große emotionale Bindung allgemein nachgesagt, passen eher weniger in das Raster der Demisexualität.

Was ist Postangst? Bedeutung, Definition


„Postangst“ bezeichnet die Angst, Briefe zu öffnen. Menschen, die unter Postangst leiden, öffnen neue Brief zunächst nicht, aus Angst, dass der Inhalt des Briefes sich negativ auf ihr Leben auswirken könnte. Dieser vermeintliche negative Inhalt können Drohungen, Forderungen oder Mahnungen sein.

Je länger Menschen, die unter Post leiden, warten umso großer werden ihre Schuldgefühle. Diese empfinden sie teils als lähmend, so dass sie trotz Schuldgefühlen den Brief nicht öffnen. Die Schuldgefühle werden größer, je länger sie warten einen Brief zu öffnen, zu lesen und zu beantworten.

Vermeindliche Strategien gegen Postangst

Als vermeintliche Strategie gegen Postangst verstecken Menschen, die unter Postangst leiden, die Briefe unter Papierstapeln oder in Schubladen. Ziel ist es, dass die Briefe aus ihren Augen verschwinden.

Eine weitere – noch schlechtere – Stragtegie ist das Wegwerfen der Briefe. Hierbei entledigen sich Betroffene von Briefen ohne vorher in diese geschaut zu haben.

Die einzige Strategie um gegen die Postangst anzukommen, ist es die Postangst zu überwinden. Hier können Freunde oder Familie helfen, Briefe sortieren und diese gemeinsam öffnen.

Die Vermeidungsstrategien und das Vermeidungsverhalten sorgen dafür, dass Betroffene die Kontrolle verlieren und Probleme aufschieben oder verleugnen. Damit spielen sie zwar auf Zeit, aber die Zeit spielt gegen sie.

Welche Briefe und Absender lösen Postangst aus?

Insbesondere trifft die Postangst auf Briefe zu, die den Eindruck erwecken, eine Rechnung, einen Gebührenbescheid, eine Mahnung oder eine Amtsanweisung zu enthalten. Absender wie die GEZ, Anwälte, Verwaltungen, Krankenkassen oder Versicherungen können auch Postangst auslösen.

Betroffen von der Postangst sind meist überschuldete Menschen oder Personen, die mit Nachzahlungsforderungen oder anderen Forderungen rechnen. Diese wollen keine weiteren Mahnungen oder Rechungen mehr lesen.

Teils öffnen Betroffen auch Briefe von Freunden nicht. Dies geschieht aus Angst vor dem sozialen Druck zeitnah auf freundliche Briefe zu antworten oder sich über andere Wege zu bedanken.

Postangst ist keine anerkannte Krankheit.

Als lateinischen Begriff wird teils „Epistulaphobie“ verwendet. „Epistulaphobie“ bedeutet auf deutsch: Angst vor Briefen.

Auch: Briefangst, Briefkastenangst, Briefkasten-Phobie

Was ist Logorrhoe? Bedeutung und Definition erklärt


Als Logorrhoe wird der Drang besonders viel und unkontrolliert in kurzer Zeit zu reden, bezeichnet. Wer unter Logorrhoe leidet, hat die Selbstkontrolle über das Gesagte bzw. Gesprochene verloren. Betroffen neigen dazu sich übermäßig mitzuteilen, ununterbrochen zu reden und teils auch inkohärent zu sprechen, sowie sich inhaltlich zu wiederholen und vermehrt das Thema zu wechseln. Sie erschaffen dabei teils neue Worte (Neologismen) oder bauen auch Laute in ihren Redefluss ein. Teils reden Betroffene auch unangenehm laut.

Die Logorrhoe wird teils auch als psychische Störung bezeichnet oder tritt mit psychischen Störungen auf. Bei manischen, paranoiden und schizophrenen Krankheiten kann eine Logorrhoe auftreten. Auch bei einer Demenz-Erkrankung kann die Logorrhoe ein Symptom sein.

Eine Logorrhoe kann auch ein Anzeichen für eine neurologische Erkrankung und/oder Schädigung des Frontallappens sein. Aber auch Menschen, die Alkohol getrunken, Kofeein oder Drogen zu sich genommen haben, neigen zur Logorrhoe.

Wer unter einer bipolaren Störung leidet, weist auch das Symptom Logorrhoe auf. Dabei reden Betroffene endlos und bauen Beschimpfungen sowie Beleidigungen in ihre Monologe ein. Sie reden ohne Punkt und Komma über belanglose Dinge.

„Logorrhoe“ ist nicht in der ICD-10 gelistet.

Was bedeutet Logorrhoe auf deutsch?

Logorrhoe bedeutet auf deutsch: Sprechdurchfall, Redesucht oder krankhafte Geschwätzigkeit. Vulgär wird Logorrhoe als „verbaler Dünnschiss“ übersetzt. In der medizinischen und psychologischen Fachsprache wird auch „Polyphrasie“ gesagt. Eine andere Schreibweise für Logorrhoe ist „Logorrhö“.

„Logorrhoe“ ist ein Fachbegriff aus der Psychologie und hat sich mittlerweile in die Umgangssprache ausgebreitet. Die Psychologie unterscheidet zwischen inkohärente (Patienten reihen Worte ohne Sinne aneinander) und kohärente Logorrhoe.

Woher kommt der Ausdruck „Logorrhoe“?

Der Ausdruck „Logorrhoe“ ist mit dem Wort Diarrhoe verwandt. Diarrhoe ist der wissenschaftliche Begriff für Durchfall. „Logorrhoe“ ist eine Abwandlung davon. Das griechische Wort „logo“ bedeutet „Wort“ oder „Rede“. Das griechische Wort „rhoe“ bedeutet „fließen“.

Weiteres zur Logorrhoe

In der Umgangssprache wird der Ausdruck „Logorrhoe“ mittlerweile auch verwendet. Hierbei wird Menschen, die besonders viel und ohne Pause reden, vorgeworfen, dass sie unter Sprechdurchfall leiden.

Auch in der Medienkritik wird der Ausdruck „Logorrhoe“ mittlerweile verwendet, um Kritik am Medienverhalten einiger Teilnehmer zuüben. Diesen wird dabei vorgeworfen, dass sie alles Erlebte kommentieren (müssen) oder, dass sie zu allem, was im Internet (auf Facebook, Twitter oder in den Medien) veröffentlicht wird, ihre Meinung kundtun (müssen). Dabei wird kritisiert, dass Hemmschwellen sinken und Teilnehmer der Online-Medien sich in den Online-Medien verlieren. (Siehe: Online-Enthemmungseffekt)

„Logorrhö“ heißt ein Lied von Pago Balke.

Fear of missing out / FOMO – Bedeutung erklärt


„FOMO“ ist Abkürzung für Fear of Missing Out. Auf deutsch kann „Fear of Missing Out“ als „Angst, etwas zu verpassen“ übersetzt werden. Bei der „Fear of Missing Out“ geht es darum, dass jemand Angst hat, ein Erlebnis oder ein Ereignis zu verpassen.

Die Angst, etwas zu verpassen, ist an sich nicht schlimm. Diese Angst hat jeder einmal im Leben. Doch wenn die Kompetenz fehlt, damit umzugehen, dann kontrolliert die Angst, etwas zu verpassen, das eigene Leben und das Verhalten.

Das „Angst, etwas zu verpassen“ ist kein medizinisch anerkanntes Krankheitsbild.

Was ist mit Fear of Missing Out gemeint?

Mit der Fear of Missing Out ist die zwanghafte Sorge gemeint Informationen, soziale Interaktionen, Erfahrungen, befriedigende Ereignise oder aktuelles Tagesgeschehen zu verpassen. Dieses Gefühl wird durch die sozialen Medien und die ständige Erreichbarkeit verstärkt. Deswegen wird die FOMO auch als erste „Social-Media-Krankheit“ bezeichnet.

Bei einigen verursacht der Glaube, dass sie ein spannendes Ereignis verpasst werden könnte Stress. Dies wird durch soziale Medien und Online-Medien verstärkt, da Rezipienten hier immer Neuigkeiten erfahren, wenn sie z.B. eine Webseite besuchen oder eine App öffnen. Das ist auch genau das süchtig machende Konzept dieser Medien. Obwohl die Qualität neuer Informationen teils niedrig oder mittel ist, schauen Nutzer sich diese an, in der Hoffnung etwas spannendes (und relevantes) zu finden. Diese Suche ist angetrieben von der Erfahrung, dass sie in der Vergangenheit schon einmal etwas spannendes auf der Webseite oder in der App gesehen haben.

Symptome der Fear of Missing Out / FOMO

Wer unter einer FOMO leidet, kann folgende Symptome zeigen:

  • Traurigkeit, wenn man alleine ist
  • Angst, dass Freunde sich entfernen, wenn man nicht sofort auf ihren Social-Media-Beitrag reagiert
  • Nervosität, dass man nicht weiß was gerade los ist
  • Probleme, beim Konzentrieren oder Lernen

FOMO ist eine Übungssache. Je mehr man seinen Bedürfnis nach Informationen nachgibt, umso größer wird es.

FOMO verursacht Stress und kann zur Erschöpfung führen.

Motive der Fear of Missing Out / FOMO

Wer unter Fomo leidet, ist von schiedenen Grundmotiven getrieben.

1. Wunsch nach Anschluss

Die Angst aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden, falls eine Neuigkeit oder Neuerung verpasst wird, treibt Menschen an sich stets auf dem Laufenden zu halten. Auch geht damit einher, dass jemand, der nicht auf dem neusten Stand ist, rückständig oder veraltet wirkt. Damit ist die Angst verbunden, nicht an Gesprächen teilnehmen zukönnen, weil aktuelle Informationen unbekannt sind.

2. Wunsch nach Anerkennung

Als Erster etwas Neues zu wissen oder zu erfahren, treibt einige dazu an, sich dauerhaft mit Neuigkeiten zubeschäftigen. Dabei möchte die Person zum Kreis derer gehören, die als erstes von einer neuen Möglichkeiten, Einladung oder einer neuen Information erfahren haben.

3. Wunsch nach Sicherheit

Auf dem aktuellsten Stand zu sein, sorgt dafür, dass jemand stets über aktuelle Entwicklungen Bescheid weiß und so kurzfristig (und schnell) reagieren kann.

4. Wunsch nach Kontrolle

In einer Welt, die sich schnell verändert, kann schnell der Eindruck stehen, dass jemand die Kontrolle verliert, wenn er nicht Bescheid weiß. Deswegen lassen einige konstant Informationen auf sich einprasseln, um zu versuchen immer Bescheid zu wissen.

Was hilft gegen die Fear of Missing Out / FOMO?

Gegen die Fear of Missing, also die Angst etwas zu verpassen, helfen zum ersten zwei Grunderkenntnisse:

  1. „Ich werde mit irrelevanten Informationen überflutet.“
  2. „Etwas nicht zu wissen oder später zu erfahren, bedeutet keinen Schaden für mich.“

Gerade, wenn jemand erkennt, dass doch viele Informationen keine Relevanz für das eigene Leben haben, kann diese Person die Kontrolle über ihre Fear of Missing Out zurückgewinnen. Zum Beispiel ist es komplett irrelevant wie die Aktien stehen, wenn man keine Aktien hat. Auch muss man nicht wissen, was Person X über Person Y gesagt hat. Das hat für das eigene Leben keine Relevanz und es schadet auch nicht, etwas nicht zu wissen oder erst später davon zu erfahren. Es ist auch egal, wann ich etwas erfahre. Ob die Informationen mehrere Minuten oder Stunden alt ist, ändert am Informationsgehalt nichts!

Um die Relevanz einer Information zu bewerten, kann folgende Frage gestellt werden: Verändert die Information mein Leben? oder: Bringt mich die Information weiter?

Wer erkannt hat, ob eine Informationen einen weiterbringt oder nicht, kann die Zeit an elektronischen Geräten einschränken. Das Handy muss beim Sport nicht dabei sein oder darf fehlen, wenn man am Strand liegt. Der Feierabend ist auch ohne Handy überlebbar.

Regeln gegen FOMO

Hier helfen einfache Regeln wie:

  • Im Bett wird geschlafen. Smartphones sind hier tabu.
  • Wenn ich spontan an das Handy greifen will, halte ich kurz inne, bevor ich das mache. Dieses innehalten, können z.B. 5 tiefe Atemzüge sein oder es kann ein kurzer Gang an die frische Luft sein.

Gegenbewegung: Joy of Missing Out (JOMO)

Als Reaktion, auf eine um sich greifende FOMO, bildete sich die JOMO heraus. JOMO bedeutet „Joy of Missing Out“ und heißt auf deutsch: „Freude, etwas zu verpassen“. Damit ist gemeint, dass Menschen absichtlich eine gewisse Zeit nicht auf ihre Handy schauen, nicht im Internet surfen oder Nachrichten nicht verfolgen. In dieser Zeit sind sie mit anderen Dingen beschäftigt, wie Sport, Freunde treffen oder sie sind in der freien Natur unterwegs.

JOMO dient der Erholung und damit dem Gewinnen von neuer Energie.

Weiteres zur Fear of Missing Out / FOMO

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Was ist Fremdschämen? Wie entsteht es? Bedeutung, Definition


Fremdschämen bezeichnet das Gefühl der Scham für die erlebte Verletzung von Normen und Werten durch andere, ohne dass diese Scham für ihre Taten empfinden.

Fremdschämen bedeutet, dass jemand das Auftreten oder Verhalten einer anderen Person peinlich findet. Diese Fremdscham wird dabei teils als unerträglich empfunden und sie wird nicht freiwillig empfunden. Für die Person, die sich fremdschämt, ist es teils unerklärlich und verwunderlich wie sich jemand so peinlich verhalten kann, ohne dass der Person das bewusst ist.

Das Substantiv zu Fremdschämen ist „Fremdscham“.

Der Ausdurck „Fremdschämen“ kann auf zwei Arten verstanden werden:

  • Jemand schämt sich für einen Fremden.
  • Jemand schämt sich als Fremder.

2009 wurde das Wort „fremdschämen“ in den Duden aufgenommen.
2010 wurde „fremdschämen“ zum Österreichischen Wort des Jahres gewählt.

Neurologie: Wie Fremdschämen entsteht

In unserem Gehirn gibt es Spiegelneuronen, auch Spiegelnervenzellen  genannt. Dies sind Nervenzellen, die aktiv werden, wenn wir etwas selbst tun oder ein Verhalten bei anderen beobachten. Sie helfen uns Empathie zu empfinden. Wenn sich z.B. jemand verletzt, so empfinden wir Empathie und können etwa nachempfinden, wie sich die Verletzung wohl anfühlt. Hier waren die Spiegelneuronen aktiv. (Man kann sagen, dass das Gehirn nicht sofort unterscheidet, ob wir etwas selbst erleben oder nur beobachten.)

Wenn nun jemand etwas peinliches macht, dann können wir das auch nachempfinden und setzen dies in Relation zu uns selbst. Das Gehirn hilft hier eine Vorstellung davon zugewinnen, wie sich das Beobachtete für einen selbst anfühlen würde. Die Spiegelneuronen feuern dafür und lassen uns das Beobachtete nacherleben. Das Ergebnis ist, wenn jemand Fremdscham empfindet: Nach dem eigenen moralischem Kompass mag das Verhalten eines anderen peinlich sein und man würde dies selbst nicht tun. Deswegen wird die Scham für einen Fremden empfunden. (Auch wenn der Fremde davon nichts weiß und seine Hemmschwelle niedriger als die eigene liegt.)

Wie stark jemand fremdscham empfindet, ist abhängig von der Ausbildung der Empathie, der Wahrnehmung der Welt und dem eigenen Peinlichkeitsempfinden. Außerdem spielt eine große Rolle, wie eine Person mit ihrem eigenen Peinlichkeitsempfinden umgeht.

Auch wird in der Forschung vermutet, dass jene Menschen sich eher fremdschämen, die in ihrer Kindheit die Unterscheidung zwischen fremden und eigenen Gefühlen nicht gelernt haben.

Beispiele zu Fremdschämen

Folgende Dinge und Themen eignen sich gut zum Fremdschämen:

  • Aussehen, Auftreten, Kleidung und/oder Verhalten anderer
  • Einige Fernsehsendungen
  • Erbrechen, (ein)Koten oder Urinieren in der Öffentlichkeit
  • Schlechte Auftritte vor Publikum
  • Unangemessene oder schlechte Witze
  • Unangemessene Kleidung
  • Verhalten von Deutschen im Ausland

Zitate und Sprachbeispiele:

  • „Ich konnte nicht anders als mich fremdzuschämen.“
  • „Ich fremdschäme mich für meine Mitbürger.“
  • „Wenn ich ihr zuschaue, kann ich nicht anders als mich fremdzuschämen.“
  • „Deutsche im Ausland kannst du nicht beobachten, ohne dich zu schämen.“

Englische Begriffe für „Fremdschämen“

In der englischen Sprache ist das Phänomen des Fremdschämens auch bekannt. Dafür gibt es verschiedene Begriffe:

  • External Shame
  • Vicarious embarrassment
  • secound-hand embarrassment
  • to feel embarrassed for someone else

„Fremdschämen“ in der Musik

Deutsche Musiker verwenden den Ausdruck „Fremdschämen“ auch in ihren Texten und sorgen so für die Verbreitung des Ausdrucks. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Eko Fresh – Lied: „1000 Bars“ – Liedzeile: „Fiktive Fantasy-Fighter, fühle Fremdschämen“
  • Silla – Lied: „Die letzten ihrer Art“ – Liedzeile: „Bei eurem Rap krieg ich Fremdschämen“
  • Eunique feat. Azzi Memo – Lied: „Bluff“ – Liedzeile: „Fremdschämen-Bars woll’n mir nah sein“
  • KC Rebell feat. Money Boy – Lied: „Swagga Alarm“ – Liedzeile: „Ich verspüre bei deinen Videoblogs fremdschämen“
  • Architekt – Lied: „Verwahrloste Lines“ – Liedzeile: „Heißt miteinander fremdschämen“
  • Prinz Pi – Lied: „Totlachen“ – Liedzeile: „Ihr gebt Grund zum Fremdschämen“
  • Prinz Pi – Lied: „Wolken vor dem Mund“ – Liedzeile: „Diese sogenannten Rapper feiern Fremdschämen-Freudenfeste“
  • Haftbefehl – Lied: „Bruda Hin Bruda Her“ – Liedzeile: „Ich guck dich an und muss mich fremdschämen“
  • Capo – Lied: „Das ist OF/FFM“ – Liedzeile: „Ihr würdet euch fremdschämen, wenn ihr unser Leben hier im Dreck sehen würdet“
  • NOFX – Lied: „Insulted By Germans“ – Liedzeile: „I mean man muss sich ja fremdschämen“
  • Why SL Know Plug – Lied: „Kanye Hurensohn West“ – Liedzeile: „Es ist fremdschämen was du motherf*cker machst“
  • MC Smook – Lied: „Wähl‘ nicht die AfD“ – Liedzeile: „Sorry, armes Deutschland, Fremdschämen“
  • Captain Gips – Lied: „Cap Is Back“ – Liedzeile: „Ihr seid der Grund, warum ich mich so fremdschäme“
  • Optimuz – Lied: „Hassknecht“ – Liedzeile: „fremdschäme mich für meine Zunft“
  • Cashmo – Lied: „64 Bars“ – Liedzeile: „Mode rap – jeder rappt von loui oder gucci; Fremdschämen“
  • Ansa – Lied: „Die Ans“ – Liedzeile: „Gesamtbild zum Fremdschämen“
  • ERRdeKa – Lied: „Your little Girl“ – Liedzeile: „Draußen laufen Männer, da muss ich mich sogar fremdschämen“
  • Morlockk Dilemma feat. JAW – Lied: „Respektzoller“ – Liedzeile: „scheiß auf Vollidioten und Fremdschämer“
  • GGFI. – Lied: „Kann Das Sein?“ – Liedzeile: „Ja kann schon sein unsere Jugend ist zum Fremdschämen“
  • Pak official – Lied: „Senchamodus“ – Liedzeile: „Hab das Fremdschämen aufgegeben im Internet“
  • Deeooh – Lied: „Traumtänzer“ – Liedzeile: „Fremdschämen, wenn ich seh wie sie sich überordnen“