Was bedeutet „NOlaf“ / Wumms? Bedeutung, Definition


„NOlaf“ ist ein politischer Hashtag und ein politisches Schlagwort.

Was bedeutet „NOlaf“? Bedeutung, Definition

„NOlaf“ wird als politischer Hashtag in den sozialen Medien verwendet, um Ablehnung gegenüber dem SPD-Politiker Olaf Scholz auszudrücken. „NOlaf“ wird als Hashtag #NOlaf verwendet. Auf Twitter finden sich unter dem Hashtag viele Beiträge.

Der Ausdruck „Nolaf“ wird in den Schreibweisen „NOlaf“ und „nOlaf“ gebraucht. „NOlaf“ ist ein Kofferwort aus dem Wort „No“ und dem Vornamen Olaf.

Der Ausdruck NOlaf wurde im August 2020 populär als die SPD bekannt gab, dass Olaf Scholz als SPD-Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2021 nominiert ist.

Unter dem Hashtag #NOlaf veröffentlichten Twitter-Teilnehmer Kritik an der Politik von Olaf Scholz, seinem politischen Profil und seiner politischen Ausrichtung. Insbesondere wurde seine Politik zu G20 und seine Haltung im Wirecard-Skandal kritisiert. (Der G20-Gipfel fand in Hamburg im Jahr 2017 statt. Zu der Zeit war Olaf Scholz der Erste Bürgermeister Hamburgs.)

Twitter-Nutzer kritisierten Olaf Scholz‘ Mitverantwortlichkeit an der deutschen Klimapolitik, den Hartz-IV-Gesetzen und ihren Folgen. Auch kritisierten Twitter-Teilnehmer Olaf Scholz im Hinblick auf Saskia Esken, linkere Politik und ein linkes Regierungsbündnis (Siehe: R2G). Andere Twitter-Nutzer prophezeiten, dass eine Nominierung von Olaf Scholz der CDU oder den Grünen am meisten nutze.

Saskia Esken äußerte sich auf Twitter kritisch gegenüber dem Hashtag #Nolaf. Sie schrieb, dass der Gebrauch des Hashtags nur dem Gegner nutzt, dass Sozialdemokraten zusammenstehen und Olaf Scholz einer „von uns“ ist. (Link zum Tweet: hier)

Kanzler-Wumms / Wumms-Kanzler: Was bedeutet „Wumms“?

Später twitterte Saskia Eskens, das Olaf-Scholz den „Kanzler-#Wumms“ habe. (Link zum Tweet: hier) Auf diese Aussage reagierte die Netzgemeinde mit Spott und übernahm den Hashtag #Wumms scherzhaft. Dies führte dazu, dass #Wumms auf Twitter trendete.

Die Netzgemeinde spottete, dass Olaf Scholz der Wumms-Kanzerlei sei oder den Kanzler-Wumms habe.

Übrigens ein „Wumms“ ist ein plötzlicher und dumpfer Knall, Laut oder Aufprall.

Anmerkung der Redaktion: Die Netzgemeinde spottete wegen dem Wort „Wumms“, da dieses etwas veraltet ist oder meist in einem anderen Kontext (Sport-Satire) verwendet wird.

Im Sinne der Aufmerksamkeitsökonomie war der Tweet von Saskia Esken erfolgreich. Denn die Netzgemeinde übernahm das von ihr gesetze Wort und verbreitete es. Damit sprachen alle über Olaf Scholz.


Siehe auch: Was bedeutet LOL SPD?

Andere SPD-Politiker regten die Netzgemeinde auch zu Wortneuschöpfungen und Spottnamen an. Aus Andreas Nahles Nachnamen wurde „Banahles„. Manuela Schwesig wurde abschätzig auch „Küstenbarbie“ genannt.

Weitere Bedeutung von NOLAF

„NOLAF“ ist ein funktionelles T-Shirt von Ziener. Neben „NOLAF“ gibt es unter anderem noch weitere Produktnamen wie „Nulf“, „Nusumu“, „Namzin“, „Nea, „Nedda“ und „Nortrun“.

Was ist Bauhaus? Architekturstil einfach erklärt


Der Begriff „Bauhaus“ wird meist im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Architekturstil erwähnt. Dabei handelte es sich beim staatlichen Bauhaus ursprünglich um ein vom deutschen Architekten Walter Gropius im Jahr 1919 in Weimar als Kunstschule gegründetes Bauwerk.

Die typischen Merkmale des Bauhausstils

Das Bauhaus stellt eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk dar und gilt aufgrund der speziellen Art und Konzeption als etwas völlig Neues. Bis heute ist das historische Bauhaus die einflussreichste Bildungsstätte für Architektur, Kunst und Design im 20. Jahrhundert.

Zu den typischen Merkmalen von Häusern, die im Bauhausstil errichtet werden, zählt die Funktionalität. Bei der Bauhausarchitektur wird bewusst auf Überflüssiges verzichtet. Der Fokus liegt dabei auf der optimalen Nutzung jedes Quadratmeters eines Gebäudes. Beim Bauhausstil geht es nicht um einen konkreten Kunststil, sondern um eine Synthese von Kunst und Handwerk mit einem gemeinsamen Ziel. Als Vorbilder für diese Architekturrichtung dienten mittelalterliche Bauhütten.

In der von Walter Gropius gegründeten Kunstschule arbeiteten Handwerker und Künstler gemeinsam an Projekten. Um die Zusammenarbeit zu fördern, wurden in der historischen Bauhausschule Unterrichtsfächer wie Architekturlehre und Baupraxis gelehrt. Im 21. Jahrhundert besitzen die meisten im Bauhausstil errichteten Eigenheime eine eher nüchtern-sachliche Ausstrahlung. Grundsätzlich können fast alle Haustypen im Bauhaus-Design geplant werden.

Die Häuser der Bauhausarchitektur sind meist an ihrer schlichten Fassade erkennbar. Heutzutage bestehen allerdings verschiedene Möglichkeiten, eine Gebäudefassade durch farbliche Details zu individualisieren. Charakteristisch ist die Gestaltung solcher Häuser in den Grundfarben Gelb, Rot und Blau sowie in den als „Nichtfarben“ bezeichneten Farbtönen Weiß, Grau und Schwarz. Abhängig von der Interpretation des Baustils kann die Farbgebung noch durch Anthrazit und andere Mischfarben ergänzt werden. In der Bauhausarchitektur werden beispielsweise ineinander verschachtelte Häuser errichtet, deren einzelne Quader verschiedene Farben oder farblich abgesetzte Strukturen besitzen. Der schlichte Bauhausstil ist klassisch weiß mit farblichen Details auf der Gebäudefassade. Die moderne Bauhausarchitektur wird vom zeitlosen Minimalismus geprägt. Auch in Deutschland orientiert man sich an den einfachen geometrischen Elementen, die diese Architekturrichtung prägen.

Eine schlichte stilvolle Bauhausarchitektur soll Funktionalität und Zeitlosigkeit vermitteln. Die Profis rund um Thorge Evers verweisen auf die innovative Betrachtung der Bauprozesse, die das Entstehen neuer Formen ermöglichen. Zu den Aufgaben, die der Architekt Hamburg durchführt, gehören unter anderem Projektentwicklung, Planung und Ausführung. Ein vom Bauhausstil inspiriertes Gebäude besitzt in der Regel offene lichtdurchflutete Räume, die der Architekt Hamburg als Basis für einen aktiven Lebensstil betrachtet.

Architekturrichtung mit schlichten Formen und klaren Linien

Aufgrund der besonderen Lichtverhältnisse wirken helle Räume größer. Darüber hinaus können kubische Vor- oder Rücksprünge, wie sie bei der Bauhausarchitektur typisch sind, die Flächen optisch vergrößern. Beim Bauen im Bauhausstil müssen allerdings auch einige Regelungen beachtet werden.

Die Dacheindeckung erfordert meist eine zweite Stahlbetondecke, sodass mit höheren Kosten zu rechnen ist. Oft werden durch farbige Bauelemente, eine Geschosserhöhung oder eine an den Bauhausstil angepasste Treppe weitere Baukosten verursacht. Wenn kein Bebauungsplan vorhanden ist, kann es schwierig werden, eine Baugenehmigung zu bekommen, da sich neue Gebäude an die Bestandsbebauung anpassen müssen.

Grundsätzlich ist das Aufstellen von Sonnenkollektoren auch bei Häusern im Bauhausstil möglich, allerdings gestalten sich diese Vorgänge etwas aufwendiger. Im Allgemeinen gilt der Bauhausstil mit seinen klaren Linien und schlichten Formen als geeignet für Menschen, die Funktionalität und Minimalismus bevorzugen. Im Stil der Bauhausarchitektur werden bis heute sowohl Eigenheime als auch gewerbliche Gebäude errichtet.

Als Paradebeispiel für den Bauhausstil gilt das Gropius Bauhaus in Dessau. Der symbolische Baukomplex, der im Jahr 1926 erbaut wurde, soll die visuellen Merkmale dieses Architekturstils am besten repräsentieren und gehört deshalb zu den bekanntesten Bauwerken der europäischen Moderne und zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Bauhausarchitektur hatte in Deutschland einen direkten Einfluss auf den sozialwirtschaftlichen Wohnungsbau in den Großstädten sowie auf individuelle Bauvorhaben. Obwohl inzwischen auch fertige Einfamilienhäuser in dieser Baustilrichtung zu finden sind, werden Nutz- und Wohnobjekte meist nach individuellen Ideen in der Bauhaus-Optik errichtet.

Zu den Vorteilen des Bauhausstils soll die Zeitlosigkeit gehören, da die klaren Formen, die vor rund 100 Jahren üblich waren, heute noch modern wirken. Der großzügige Einsatz von Glas soll in der Bauhausarchitektur für eine lichtdurchflutete Wohnfläche sorgen. In diesem Zusammenhang wird darüber berichtet, dass der spezielle architektonische Zuschnitt mit offenen Wohnbereichen auch für barrierefreies Wohnen geeignet sein kann. Es wird davon ausgegangen, dass die klare Formgebung im Bauhausstil auch mit der modernen Energietechnik vereinbar ist.

Glück im Spiel, Pech in der Liebe. Ist das so?


„Glück im Spiel, Pech in der Liebe.“, dieser gut gemeinte Ausspruch kann Verlierer besänftigen und Gewinner ins Grübeln bringen. Trotz unserer modernen und schnelllebigen Zeit werden Weisheiten und schlaue Sprüche immer gern zur Erklärung bestimmter Situationen herangezogen. Doch woher genau kommt diese so geläufige Weisheit?

Glück im Spiel, Pech in der Liebe - Bedeutung

Ursprung von „Glück im Spiel, Pech in der Liebe.“

Der Ursprung der Weisheit ist im alten Spanien zu finden. Über die Zeiten hinweg wurde das Sprichwort immer mal wieder falsch übersetzt oder überliefert. Ursprünglich bezog sich das Glück wohl auf den häuslichen Bereich. Ein Dach über dem Kopf und genügend Essen zu haben waren in fernen Zeiten wichtige Punkte, um Frau und Kinder glücklich zu machen. Vermutungen legen nahe, dass die Ehefrau das Glücksspiel wohl nicht gut heißen konnte. Das Risiko, bei Würfelspielen oder Kartenspielen Haus und Hof zu verlieren, war einfach zu groß. Ob willentlich oder unbewusst, es ist durchaus denkbar, dass die nervöse Ehefrau einen schlechten Einfluss auf die Konzentration ihres Mannes hatte.

Wissenschaft belegt alte Weisheit

In der heutigen Zeit wird vielleicht nicht mehr um Haus und Hof gespielt, jedoch können Verluste das Monatsbudget stark schröpfen. Neue Online Casinos mit ihren unterschiedlichsten Spielen sind das moderne Pendant zu den Würfel oder Karten Spielen vergangener Zeiten. Wissenschaftler wollten nun herausfinden, ob auch in der heutigen Zeit dieses Sprichwort noch Gültigkeit hat.

Tatsächlich scheinen laut Statistik Single-Männer mehr Glück im Spiel zu haben. Die Ursachen hierfür bleiben jedoch im Unklaren. Die Verhaltensweise der Spieler gibt hier etwas Aufschluss, denn um ein erfolgreicher Spieler zu werden muss viel Zeit investiert werden. Freunde und Familie kommen da oft zu kurz.

Glück und Pech – eine persönliche Entscheidung

Die Ursachen für Pech oder Glück können auch im Charakter der Menschen selbst gefunden werden. Über mehrere Jahre beobachtete der britische Psychologe Dr. Richard Wiseman das Verhalten von etwa 400 Menschen. Einige von ihnen waren echte Glückspilze, andere schienen das Pech magisch anzuziehen. Bei der näheren Betrachtung wurde schnell klar, dass eine direkte Verbindung des Glücks mit der persönlichen Einstellung des Menschen existiert. Optimistische Menschen, die selbstbewusst durchs Leben gehen, sind in der Regel glückliche Menschen. Die Fähigkeit, Fehler als ein Lernprozess zu sehen ist entscheidend. Bei Rückschlägen überwiegt der optimistische Drang weiterzumachen.

Spiele und lerne

Das Spiel wird immer mit Leichtigkeit und etwas Ungezwungenem verbunden. Jedoch ist Spielen sehr wichtig für die persönliche Entwicklung jedes Individuums. Kinder lernen durch Spielen. Ein essentieller Bestandteil für ein glückliches Kind ist das Spiel. Forschende und Philosophen sind sich einig, auch Erwachsene sollten sich wieder mehr Zeit zum Spielen nehmen, zwischenmenschliche Beziehungen pflegen und die Kommunikation vertiefen. Nirgendwo lernt der Mensch das schneller, als beim Spielen.

Glück und Spiel, unzertrennlich seit Jahrtausenden

Die Faszination für das Glücksspiel besteht seit Menschengedenken. Bereits vor 5.000 Jahren fanden sich erste Beweise in China, dass Würfel genutzt wurden. Die Würfel, so wie wir sie heute kennen, wurden erstmals in Ägypten entdeckt. Neben unseren sechsseitigen Würfeln mit den entsprechenden Punkten fanden sich auch pyramidenförmige Würfel. Dabei scheint auch der schlechte Ruf, den das Glücksspiel umweht, so alt zu sein wie die Spiele selbst. Verbote und Beschränkungen können bereits auf das 4. Jahrhundert vor Christus datiert werden.

Seit dem Mittelalter gibt es die ersten lokalen Spielhäuser. Hier verkehrte die herrschende Oberschicht. Das gemeine Volk widmete sich dem Glücksspiel vor allem in Wirtshäusern und Tavernen. Sehr beliebt in dieser Zeit waren die Würfelspiele und seit dem 14. Jahrhundert auch Kartenspiele.

Die ersten Walzenautomaten entstanden Ende des 19. Jahrhunderts. Der berühmte Einarmige Bandit hatte schon in dieser Zeit die Symbole Glocke und Hufeisen. Beides sind noch heute immer wieder bei aktuellen Spielautomaten und Online Slots gern genutzte Zeichen.

Was bedeutet Virokratie / Virokraten? bedeutung, Definition


Der Ausdruck „Virokratie“ ist ein politisches Schlagwort und eine Wortneuschöpfung, die während der Coronakrise im Jahr 2020 entstand.

Während der Coronakrise 2020 wurde der Ausdruck „Virokratie“ teils als abwertende Bezeichnung für die Regierung, Institutionen und Medien verwendet.

Hinweis: „Virokratie“ ist kein anerkannter Begriff in der Politikwissenschaft. Die Regierungen, die während der Coronakrise 2020, regierten, sind keine Virokratien.

Grammatik: Über das Wort „Virokratie“

„Virokratie“ ist ein Kofferwort aus dem Wort „Virus“ und dem griechischen Suffix „-kratie“. „Kratie“ bedeutet auf deutsch: „Herrschaft“. Ein bekanntes Wort mit „-kratie“ ist „Demokratie“.

Im Sinne der Grammatik wäre das Wort „Virukratie“ (mit „u“) sinnvoller, da eben der Wortstammt „Viru“ verwendet wird. In der Umgangsprache hat sich der Ausdruck „Virokratie“ durchgesetzt. („Virokratie“ ist mit seinem o-Klang näher am Wort „Demokratie“.)

Was ist eine Virokratie? Was sind Virokraten? Bedeutung, Definition

Von seinem Begriff her, kann „Virokratie“ wie folgt interpretiert werden: Eine Regierung und ihre Herrschaft werden durch die Anwesenheit und Bedrohung einer Bevölkerung durch einen Virus legitimiert.

Die Herrschenden in einer Virokratie werden „Virokraten“ genannt.

In der Virokratie regieren Politiker, die die Empfehlungen von Virologen, Medizinern und Wissenschaftlern teils 1:1 umzusetzen. (Damit ist die Virokratie eine Spielart der Technokratie.)

Die Virokratie ist eine Form der Notstandsregierung bei welcher eine Regierung den Fokus ihrer Arbeit auf die Eindämmung einer Epidemie oder Pandemie legt. Um eine Epidemie oder Pandemie einzudämmen, schränkt eine virokratische Regierung temporär die Freiheitsrechte von Bürgern und die Freiheit der Wirtschaft ein. (Siehe: Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbot) Diese Einschränkungen werden damit gerechtfertigt, dass sie die Ausbreitung eines Virus verlangsamen, dem Schutz der Bevölkerung dienen, das Gesundheitssystem vor Überlastung bewahren und Risikogruppen schützen. (Siehe: Flatten the Curve)

In der Virokratie ist eine Regierung auf die freiwillige Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen. (Siehe: Social Distancing, Selbst-Isolation) Denn jeder einzelne kann betroffen sein. Wenn Bürger sich daher freiwillig an Pandemie-Eindämmungsgesetze und Empfehlungen halten, wird der Schutz jedes einzelnen und von Risikogruppen verbessert. Ob Bürger sich aus Vernunft an Empfehlungen oder Gesetze halten, oder aus Untertanenmentalität ist eine andere Frage.

Die Legitimation zur temporären Einschränkung der Freiheitsrechte von Bürgern und der Freiheit der Wirtschaft erfolgt durch die akute Bedrohungslage durch einen Virus. Rechtlich erfolgt die Rechtfertigung durch Gesetze wie z.B. Notstandsgesetze oder den Katastrophenfall.

Die freiheitseinschränkende Politik einer Virokratie führt zu wirtschaftlichen und kulturellen Einschränkungen und Einbußen. Dies versuchen virokratische Regierungen durch staatliche Hilfs- und Förderprogramme auszugleichen.

Eine Virokratie entsteht durch die Reaktion einer Regierung auf eine virologische Bedrohungslage, die eine andere Regierungsarbeit zur Folge hat. Eine Virokratie wird nicht erkämpft, sondern sie entsteht, um die Bevölkerung zu schützen.

Eine Virokratie endet, wenn die Bedrohungslage durch einen Virus nicht mehr akut oder beendet ist. (Siehe: Wann ist die Corona-Pandemie zu Ende?) Dies kann z.B. an der Bedingung festgemacht werden, dass eine gewisse Durchseuchung der Bevölkerung stattgefunden hat und eine Herdenimmunität entstanden ist.

Der „6er im Lotto“: Das Ziel für jeden Lotteriespieler


Schenkt man einer aktuellen Statistik zum Thema Lotto Glauben, so spielt fast ein Drittel der Bundesbürger regelmäßig um sechs Richtige. 7,3 Millionen Spieler geben ihren Tippschein bei jeder Ziehung ab, weitere 21 Millionen Lottospieler sind mit ihrem Schein gelegentlich bei der Ziehung dabei.

Die Begeisterung für das Spiel mit den 49 Zahlen ist ungebremst. Das Lotto „6 aus 49“ ist die beliebteste Lotterievariante hierzulande. Verändert hat sich hingegen das Verhalten der Spieler. Sie nehmen vermehrt über das Internet an der Lotterie teil. Lotto spielen im Internet – wie seriös ist das?

Ausdruck für pures Glück

Der „6er im Lotto“, wie der Gewinn bei der staatlichen Lotterie umgangssprachlich genannt wird, hat sich zu einem geflügelten Wort entwickelt. Wird von einem „6er im Lotto“ gesprochen, hatte die Person unglaubliches Glück bei einer Sache. Wer sich bei einer Bewerbung trotz schlechter Erfolgsaussichten durchsetzt, hatte Glück wie bei einem „6er im Lotto″.

Kurioserweise ist die Zahl 6 beim Lotto eine absolute Glückszahl. Seit der ersten Ziehung bei der staatlichen Lotterie im Jahr 1956 wurde die Zahl am häufigsten gezogen. Ganze 580 Mal waren es bis Ende 2019.

Spielen im Internet beliebt

Früher mussten Lottospieler ihren Tipp analog auf einem vorgefertigten Schein übertragen und bei einer der zahlreichen Annahmestellen vor Ort abgegeben. Zur Überprüfung des Gewinns mussten sie erneut den Gang zu einer Annahmestelle antreten.

Seit einiger Zeit ist das nicht mehr notwendig. Lottospieler können ihren Tippschein digital im Internet ausfüllen und abgeben. Haben sie bei der Ziehung den „6er im Lotto“ gezogen, werden sie vom Tippspielanbieter automatisch informiert. Das Spielen im Internet ist vertrauenswürdig, so agiert der bekannte Anbieter Lottoland seriös und verlässlich. Teilnehmer über diesen Anbieter nehmen über das Internet an der deutschen Lotterie teil. Sie füllen ihren Tippschein mit den sechs Zahlen online aus. Lottoland reicht diesen Schein zur gewünschten Ziehung ein und informiert den Spieler anschließend, ob und wie viel Geld er gewonnen hat.

Corona treibt digitales Glücksspiel an

Lottoland ist seriös – das nutzen während der Corona-Pandemie immer mehr Spieler aus. Während der ersten Welle in Deutschland waren viele Annahmestellen geschlossen. Bundesbürger hatten Angst vor einer Ansteckung mit dem gefährlichen Virus. Sie haben das Haus nur für wichtige Erledigungen verlassen, die sich nicht vermieden ließen. Die Teilnahme an der Lotterie gehört nicht dazu.

Darauf verzichten mussten sie dennoch nicht. Sie haben über Lottoland an der Lotterie teilgenommen. Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Lottospieler über das Internet stark gestiegen. Viele neue Anhänger hat das digitale Spielen gewonnen. Wer bisher noch klassisch seinen Schein in einer Annahmestelle einreichte, erledigt dies nun frei von jeder Ansteckungsgefahr über das Internet bei dem seriösen Anbieter.

Teilnahme an weltweiten Lotterien

Das Lotto spielen über das Internet hat einen weiteren Vorteil. Nur über das Internet ist die Teilnahme an internationalen Lotterien möglich. Sie unterscheiden sich deutlich von der staatlichen Lotterie in Deutschland.
Bei Lotterien im Ausland sind die Jackpots teilweise viel höher. Die größten Jackpots der Welt stammen nicht aus Deutschland. Außerdem kann die Gewinnchance bei einer ausländischen Lottoziehung größer sein. Es ist lukrativ und reizvoll, seinen „6er im Lotto″ bei einer der größten Lotterien der Welt zu finden.

Lotto: Bedeutung, Definition, Historie, Faszination


Das Glücksspiel zählt zu unseren beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Kein Wunder also, dass Lotto ein gängiger Begriff ist, der uns seit vielen Jahren begleitet. Das Wort steht als Synonym für spannenden wie lukrativen Nervenkitzel. Schließlich winken im Glücksfall mehrere Millionen Euro darauf, ergattert zu werden und das persönliche Leben für immer zu verändern. Doch was bedeutet Lotto eigentlich? Wie steht es um die Historie des vielleicht bekanntesten Glücksspiels aller Zeiten? Und wie hat es den Sprung in das 21. Jahrhundert geschafft? Wir haben die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen!

Was bedeutet Lotto?

Beim Lotto-Begriff hat jeder Leser ein klares Bild vor Augen. Er sieht Tippscheine, verschiedene Zahlen und Wettmöglichkeiten, bestimmt auch den über alles schwebenden Millionengewinn, der das Leben des Siegers auf den Kopf stellt. Weniger bekannt ist, warum das Lotto überhaupt Lotto heißt.

Die Antwort ist, wie sollte es anders sein, in der Geschichte des Spiels zu finden. Lotto ist nichts anderes als eine kürzere Bezeichnung des Lotterie-Begriffs, der im 16. Jahrhundert geprägt wurde. Die erstmalige Verbindung mit dem noch heute bekannten Glücksspiel wird Samuel von Pufenforf, dem Begründer der Vernunftslehre, zugeschrieben.

Die damalige Spielweise ähnelt der heutigen. Spieler bezahlten für ihre Teilnahme und warfen die gekauften Lose in einen extra für sie vorgesehenen Topf. Nachdem sich alle Mitspieler eingefunden hatten, zog der Veranstalter das Siegerlos und kürte damit einhergehend den mit einem Geldsegen bedachten Glückspilz. Der Begriff Lotto steht schlichtweg für ein Spiel, bei dem zunächst ein Einsatz für die Teilnahme zu entrichten ist.

Lotto damals und heute

Lotterien waren in der Vergangenheit mehr als eine Beschäftigung für Glücksritter in spe. Vielmehr nutzten Könige und Freiherren das Spiel, um die leeren Staatskassen zu füllen und Schlösser, Armeen oder öffentliche Einrichtungen zu finanzieren. Wer leer ausging, hatte zwar keinen Geldgewinn eingeheimst, seiner Region aber einen monetären Gefallen getan. Im Lauf der Zeit wurden Lotterien immer wieder verboten und neu sanktioniert – je nachdem, wie viel Geld den aktuell Herrschenden zur Verfügung stand.

Mittlerweile hat das Lottospiel den Sprung ins neue Jahrtausend vollzogen. Dabei kommen vor allem Interessierte auf ihre Kosten, die Bequemlichkeit und Komfort bevorzugen. Dank Portalen wie Lottoland ist es nämlich gar nicht mehr notwendig, die eigenen vier Wände zu verlassen und in der nächstbesten Lottoannahmestelle aufzuschlagen. Die Tipps werden in aller Ruhe online abgegeben, wo schließlich auch eine Live-Übertragung der Ziehung stattfindet. Positiver Nebeneffekt: Haben die eigenen Zahlen für einen Treffer gesorgt, wird der Betrag sofort gutgeschrieben! Ob das Geld umgehend in weitere Lose fließt oder für eine Auszahlung beantragt wird, entscheidet der Gewinner.

Was fasziniert uns am Lottospiel?

Die Wahrscheinlichkeit, jemals den Jackpot zu knacken, ist verschwindend gering. Laut Stochastik ist eher davon auszugehen, vom Blitz erschlagen zu werden. Da scheint es absurd, dass sich das Lottospiel auch in der heutigen Zeit als Kassenschlager erweist. Sollten es die Teilnehmer nicht prinzipiell besser wissen?

Nun, vielleicht schon. Aber eben darum geht es gar nicht. Lotto ist spannend und nervenaufreibend, mit einem Besuch im Online-Casino zu vergleichen. Spieler wissen, dass sie an den Slots von Microgaming höchstwahrscheinlich leer ausgehen werden. Wichtiger ist der Gedanke, bei jeder Umdrehung oder mit jedem Los den alles verändernden Preis gewinnen zu können. Statt dem Hauptgewinn sind, davon abgesehen, immerhin Spaß und gute Unterhaltung garantiert.

Lotto ist stets mit der Zeit gegangen und moderner denn je. Wenn beim EuroJackpot wöchentlich ein Gewinn von bis zu 90 Millionen Euro zu erwarten ist, versteht sich das Interesse an ihm von selbst. Egal, wie klein die Erfolgschance letztendlich sein mag: Sie ist vorhanden! Und bei den geringen Kosten, die ein Los verursacht, ist kein Loch in der Haushaltskasse zu erwarten. Kurz: Es gibt viel zu gewinnen, nur wenig zu verlieren.

Was bedeutet „Neue Normalität“? Bedeutung, Definition


Von seinem Begriff her, bedeutet der Begriff „Neue Normalität“, dass alte festgelegte gesellschaftliche Regeln, Routinen, Verhaltensweisen, Prozess- oder Interaktionsketten nicht mehr gelten und durch neue ersetzt wurden.

Was bedeutet „Neue Normalität“ genau? Bedeutung, Definition

Insbesondere steht der Begriff „Neue Normalität“ dafür, dass neue Selbstverständlichkeiten alte Selbstverständlichkeiten ersetzen. Dies erfordert von den Menschen eine gewisse Anpassungsfähigkeit und den Willen eigenes Verhalten umzustellen. Wer sich nicht umstellen möchte, kann deswegen schnell Widerstand leisten.

Für menschliches Verhalten gilt, dass die Wiederholung von bestimmten Verhalten für eine Normalisierung und Veralltäglichung sorgt. Was am Anfang ungewohnt war, geht schnell in Fleisch und Blut über.

Je komplexer eine Gesellschaft ist, umso gefährlicher und riskanter wird es die alte Normalität zu verlassen. Für Menschen und Unternehmen kann dies die Umstellung von Arbeits- und Produktionsbedingungen bedeuten. Dies kann mit Jobverlusten einhergehen.

Der Begriff „Neue Normalität“ kann positiv und negativ verstanden werden. Das Wort „neu“ hat eine positive Konnotation. Etwas neues kann besser sein als das alte. Etwas neues ist aufregend. Die Wort „neue  Normalität“ kann aber auch Angst auslösen und negativ verstanden werden. Denn für eine „neue Normalität“ müssen alte Verhaltensweisen aufgegeben und neue erlernt werden. Dies kann von Zukunftsangst und Unsicherheit begleitet werden.

Das Wort „Normalität“ wird in der Umgangssprache eigentlich als etwas langweiliges verstanden. Normalität steht für Struktur, Halt und für eingefahrene Gleise. Das gibt Sicherheit, kann aber auch sehr langweilig sein. Hier ist der Kontext sehr wichtig.

Normalität entsteht durch Wiederholung. Normalität führt zu Alltag. Wenn die Welt in der Krise ist, so kann Normalität etwas gutes sein. Sie gibt Halt und Orientierung! Ist die Welt nicht in der Krise, so können Normalität und Alltag erdrückend sein.

Die Regeln einer neuen Normalatät müssen nicht besser sein als vorher geltende Regeln.

Wie entsteht „neue Normalität“? Bedeutung, Definition

Eine „neue Normalität“, also neue Regeln für das gesellschaftliche Zusammenleben, können durch staatlichen Zwang, technologische Neuerungen oder freiwillig entstehen.

Beispiele:

  • Neue Gesetze führen zu einem veränderten Verhalten und damit zu einer neuer Normalität. Sie werden durch Androhung von Strafen durchgesetzt. Beispiel: Maskengebote in Supermärkten fordern, dass ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss.
  • Technische Neuerungen führen zu einem veränderten Verhalten. Sie setzen sich durch, weil die Geräte oder Techniken benutzt werden. Beispiele:
    • Smartphones veränderten das menschliche Miteinander. Streaming-Dienste veränderten den Musikkonsum.
    • Das Internet hat zu einer neuen Normalität geführt.
  • Unternehmen beeinflussen Märkte, andere Firmen und Preise. Beispiel: Amazon beeinflusst den Markt.
  • Worte tauchen auf einmal auf und jeder kennt sie. Beispiel: Ehrenmann.
  • Freiwillig kann eine neue Normalität durch das Leben moralischer Ansprüche entstehen. Beispiel: Der Vegatarier- und Vegan-Bewegung. Die Bewegung sorgt dafür, dass Menschen ihren Fleischkonsum hinterfragen und ändern.

Neue Normalität: Coronakrise 2020

Der Ausdruck „Neue Normalität“ wurde während der Coronakrise 2020 im deutschsprachigen Raum populär und zu einem politischen Schlagwort.

Deutsche Politiker bezeichneten die verhängten Corona-Eindämmungsmaßnahmen (Kontaktverbot, Maskengebot) als „Neue Normalität“. Dies führte zu Widerspruch, denn es wurde kritisiert, dass die Bürgerrechte-einschränkenden Maßnahmen vorrübergehend sein sollen und nicht permament. Der Ausdruck „Neue Normalität“ könnte aber genau letzteres suggerieren.

Der Begriff „Neue Normalität“ im Bezug auf die Bürgerrechte-einschränkenden Maßnahmen während der Coronakrise 2020 ist irreführend. Denn die Maßnahmen sollen schließlich wieder aufgehoben werden und nicht dauerhaft so bleiben. (Es wird schließlich auch über Exit-Strategien gesprochen.) Daher wäre der Begriff „temporäre Normalität“ oder „vorrübergehende Normalität“ sinnvoller.

In diesem Kontext könnte der Begriff „Neue Normalität“ aber auch anders verstanden werden. Damit ist gemeint, dass das Coronavirus nicht mehr weggeht und wir mit dem Virus leben müssen – ob wir wollen oder nicht.

Beispiele: Neue Normalität während der Coronakrise 2020

Die „neue Normalität“ in Deutschland während der Coronakrise 2020 prägten unter anderem folgende Verhaltensweisen:

  • Einkaufen nur mit Einkaufswagen.
  • Die Coronakrise hat beeinflusst, was gekauft wird.
  • Ein Mund-Nasen-Schutz muss in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Supermarkt getragen werden.
  • Temporäre Betretungsverbote für Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen für alte Menschen.
  • Ausgangsbeschränkungen, Lockdown, Shutdown
  • Unternehmen änderten teilweise ihre Geschäftsmodelle (Bsp.: Restaurants fingen an Essen zu liefern.)
  • Abstandsregeln in Restaurants und Cafés. + Notieren der Anschriftdaten der Gäste.
  • Aussetzung von Festivals und Konzerten.
  • Menschen wurden auf einmal in systemrelevant und systemunrelevant eingeteilt oder teilten sich selbst ein.
Was bedeutet „Avocadolf“? Bedeutung, Definition


Hinweis: Dieser Beitrag dient der Darstellung und Dokumentation der Netzreaktionen auf Attila Hildmanns Aktivitäten und Äußerungen im Sommer 2020. Der Beitrag ist keine Meinungsäußerung, sondern gibt die Begriffsgeschichte des Ausdrucks „Avocadolf“ wieder.

„Avocadolf“ ist eine Wortneuschöpfung, die der ntv-Journalisten Benjamin Konietzny in einem auf ntv.de am 19. Juli 2020 veröffentlichten Beitrag verwendete. Durch die Reichweite von ntv.de wurde der Ausdruck „Avocadolf“ bekannter. (Link zum Beitrag: hier)

In seinem Kommentar äußerte sich der ntv-Journalisten Benjamin Konietzny zu den Aktivitäten und Äußerungen von Attila Hildmann. Der Kommentar enthielt die Hauptüberschrift „Hildmann will töten, der Staat schaut zu“ und die Unterüberschrift “ ‚Avocadolf‘ dreht völlig durch“.

In dem Beitrag schreibt Benjamin Konietzny, dass Attila Hildmann im Netz „Avocadolf“ genannt werde.

Im Kommentar von Benjamin Konietzny kommt das Wort „Avocadolf“ einmal in der Überschrift und einmal im Text vor.

Was bedeutet „Avocadolf“? Bedeutung, Definition

Das Wort „Avocadolf“ ist ein Kofferwort aus den Worten „Avocado“ und „Adolf“.

Im Kontext von Attila Hildmann kann die Avocado als eine Anspielung darauf interpretiert werden, dass Attila Hildmann nach eigenen Angeben Veganer ist und vegan lebt, sowie dass Attila Hildmann sich als veganer Koch mit veganen Restaurant in Berlin einen Namen in Deutschland gemacht hat.

Der Vorname „Adolf“ kann als Bezug auf den nationalsozialistischen und faschistischen Politiker Adolf Hitler interpretiert werden, der von 1933 bis 1945 Diktator des Deutschen Reiches war.

In seiner Bedeutung kann der Ausdruck „Avocadolf“ als Hitler-Vergleich interpretiert werden. Ein Hitler-Vergleich dient dazu, eine Person und ihre Meinung moralisch zu entwerten. Dies führt dazu, dass keine weiteren Gespräche mit der Person gesucht werden sollten oder dass die Person nicht (weiter) ernst genommen werden sollte. Der Ausdruck „Avocadolf“ kann aber auch in die Richtung interpretiert werden, dass sich über Attila Hildmann lustig gemacht werden soll, in dem er eben mit einer Avocado verglichen wird.

Der Ausdruck „Avocadolf“ ist als Spottname gedacht.

Weitere für Attila Hildmann auf Twitter verwendete Spottnamen sind:

  • Gemüse Göbbels
  • Gurken Göbbels
  • Gurken Göhring
  • Hirsehitler
  • Hitlauch
  • Holunder Himmler

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Darstellung und Dokumentation der Netzreaktionen auf Attila Hildmanns Aktivitäten und Äußerungen im Sommer 2020 während der Coronakrise. Der Beitrag ist keine Meinungsäußerung.

Hinweis 2: Für Fakten wird im Beitrag der Indikativ verwendet. Für Interpretationen der Konjunktiv.

Verbreitung des Ausdrucks „Avocadolf“

Bei Google Trends zeigt sich, dass erste signifikante Suchanfragen nach „Avocadolf“ bei Google.de am 8. Juli 2020 erfolgten. Weitere Suchanfragen erfolgten am 14., 15. und 18. Juli. Erst mit dem veröffentlichten Kommentar von Benjamin Konietzny auf ntv.de stiegen die Suchanfragen nach „Avocadolf“ bei Google-Deutschland am 19. Juli 2020 ab 15 Uhr massiv an.

Auf Twitter wurde der Ausdruck „Avocadolf“ erstmalig am 9. September 2013 vom Nutzer @69wurdz verwendet. (Link zum Tweet hier.) Der Twitter-Nutzer teilte andere Tweets in denen er Worte für Früchte mit Namen kombinierte und diese unter dem Hashtag #BadFood teilte. (Beispiel: Aus „Anakin Skywalker“ machte er „Banankin Skywalker“.) (Hinweis: Die Recherche nach der ersten Nennung auf Twitter erfolgte mit dem Tool „irumble.com“.)

Was ist die „Migrantifa“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Migrantifa“ ist die Selbstbezeichnung von antifaschistischen Aktivisten mit Migrationshintergrund, die sich für Minderheiten, Migranten, Menschen mit Migrationshintergrund und Zuwanderer einsetzen.

Was ist die „Migrantifa“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Migrantifa kämpft mit und für Migranten unter anderem gegen den Faschismus, Faschisten, Rechtsextremismus, Diskriminierung, Unterdrückung, Polizeigewalt, Polizeischikane, Racial Profiling, Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Frauenhass und Schwulenfeindlichkeit. Die Migrantifa hat sich im Allgemeinen auch gegen den Kapitalismus positioniert. Die Migrantifa setzt sich gegen rechte, rassistische und antisemitische Gewalt und Terror ein. Die Migrantifa kämpft gegen Faschisten und Nazis in Behörden und Institutionen.

Die Migantifa kämpft gegen Benachteiligung und Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund und Zuwanderern im Alltag, in der Justiz, in Gesetzen, in Behörden, in Schulen und auf dem Wohnungs- sowie Arbeitsmarkt.

Die Migrantifa will insbesondere jüdischen Menschen, Sinti, Roma, BIPoC und Menschen mit Migrationshintergrund, Migrationserfahrung und Migrationserbe helfen.

Die Migrantifa basiert auf Ideen der Antifa und wird von Aktivisten der Antifa unterstützt. Die Migrantifa ist keine Organisation und keine Institution, sondern ein loser Zusammenschluss von Menschen mit Migrationshintergrund, die gleiche Erfahrungen mit rechter oder rassistischer Gewalt gemacht haben. (In Berlin gibt ein lokales Migrantifa Netzwerk.)

Die Migrantifa ist eine Reaktion darauf, dass in der Antifa in Deutschland mehrheitlich weiße Menschen aktiv sind und Menschen mit Migrantionserfahrungen unterrepräsentiert sind.

Die Migrantifa verwendet eine abgewandelte Form des Antifa-Schlachtrufs „Alerta Alerta Antifascista“. Dieser lautet: „Yallah Yallah Antifascista“. („Yallah“ ist arabisch und bedeutet „Auf gehts!“. Eine missverstandene Form des Antifa-Schlachtrufes ist „Barista Barista Antifascista„. Siehe auch: Was bedeutet „No Pasarán„?)

Migrantifa: Erklärung, Bedeutung, Definition

Die Migrantifa bezeichnet sich selbst auch als „Migrantischer Widerstand“.

Die Migrantifa entstand nach dem rassistischen Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020. Dies zeigt auch Suchnachfragen bei Google-Deutschland nach „Migrantifa“. Diese steigen erstmalig signifkant im März 2020.

Am 8. Mai 2020 rief die Migrantifa zum „Tag des Zorns“ auf. (Der 8. Mai ist der Tag, an dem die deutsche Wehrmacht 1945 bedindungslos kapitulierte und damit wurde der zweite Weltkrieg beendet. In vielen europäischen Ländern wird der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus gefeiert. In Berlin war der 8. Mai 2020 einmalig ein Feiertag, um an das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus zu gedenken.)

Der Ausdruck „Migrantifa“ ist ein Kofferwort aus den Worten „Migrant(en)“ und „Antifa“.

Ideen und Themen der Migrantifa:

Die Migrantifa warnt vor einer Militarisierung der Polizei und stellt die Existenz der Polizei – in ihrem jetzigen Zustand – in Frage. Migrantifa-Aktivisten misstrauen der Polizei.

Die Migrantifa betrachtet den Rassismus in Deutschland als strukturelles Problem gegen das angekämpft werden soll. Unter anderem setzt sich die Migrantifa gegen die Benachteiligung und Diskriminierung von Zuwanderern, Minderheiten und Menschen mit Migrationshintergrund in verschiedenen Lebensbereichen ein.

Die Migrantifa bedient sich unter anderem folgender Methoden, um sich für ihre Ziele einzusetzen:

  • Verfassen von Flugblättern
  • Kundgebungen und Demonstrationen von politischen Gegnern blockieren
  • Gegendemonstrationen zu Demonstrationen ihrer politischen Gegner
  • eigene Demonstrationen und Kundgebungen durchführen
  • Aktivität in den sozialen Medien

Migrantifa in den sozialen Medien: Migrantifa Berlin, Ableger, lokale Migrantifas

Facebook:  Migrantifa Berlin

Instagram: migrantifa_berlin

Twitter: Migrantifa Berlin

Homepage: migrantifaberlin.wordpress.com

Es existiert eine Migrantifa in folgenden Städten und Bundesländern: (Die Existenz einer lokalen Migrantifa macht die BedeutungOnline.de-Redaktion an der Existenz eines Social-Media-Profils fest. Eine Echtheit der Facebook-Seiten haben wir nicht geprüft.)

Was bedeutet „jemensch“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Jemensch“ ist eine Sprachkorrektur im Sinne des Gender-Mainstreaming und einer gendergerechten Sprache. Das Wort „jemensch“ soll als gendergerechter Ersatz für das vorhandene Wort „jemand“ dienen.

Beispiele:

  • „Weiß jemensch, ob wir am Freitag Kurse haben?“
  • „Kann mir jemensch helfen?“
  • „Teilt jemensch seinen Netflix-Zugang mit mir?“

Was bedeutet „jemensch“ genau? Was steckt dahinter?

Im Kontext der gendergerechten Sprache wird das bisherige Wort „jemand“ als unbrauchbar betrachtet, da es aus einer Sprache kommt in der das generische Maskulinum vorherrschend ist. Das Generische Maskulinum sorgt dafür, dass maskuline Nomen oder Pronomen für viele Begriffe verwendet werden – unabhängig vom Geschlecht. Dies führt dazu, dass maskuline Nomen für Frauen verwendet werden.

Das Grundproblem hierbei ist, dass Frauen (und Menschen mit anderen Geschlechtsidentitäten) zwar mitgemeint werden können, aber nicht explizit angesprochen werden. Ein weiteres Problem ist, dass das Wort „jemand“ im Kontext der gendergerechten Sprache nicht genderneutral ist.

Sprachlich wird dieses Problem der Gendergerechtigkeit auf verschiedene Arten gelöst. Frauen und Männer werden explizit angesprochen. Beispiel: Liebe Lehrerinnen und Lehrer. Doch auch dieses Konzept wird im Kontext der gendergerechte Sprache kritisiert, da Menschen mit Geschlechtsidentitäten jenseits von Mann und Frau nicht explizit angesprochen werden. Deswegen werden Lösungen wie z.B. das Binnen-I verwendet. Beispiel: Liebe LehrerInnen. Auch eine Lösung mit einem Gendersternchen seht zur Auswahl „Lehrer*innen“. Eine weitere Lösung ist „Lehrperson“.

Eine andere Erklärungsweise für das Wort „jemensch“ ist, dass das bisherige Wort „jemand“ zu nah am Wort „Mann“ ist. Um hier gendergerecht zu werden, muss das Wort „Mann“ (auch in der Form „man“) ersetzt werden.

Ferner wird im Rahmen der gendergerechten Sprache auch das Wort „man“ durch „mensch“ ersetzt. (Da kann mensch nichts mehr sagen.)

Auch wird das Wort „niemand“ durch das gendergerechte „niemensch“ ersetzt.

Siehe auch: Was ist ein Cis-Mann? / Was sind „alte weiße Männer„?

Geschichte und Verbreitung „jemensch“

Seit 2008 verbreitet sich der Ausdruck „jemensch“ in Deutschland. Dies belegen Ergebnisse des Google Trends Tool.

Das Wort „jemensch“ wurde zunächst in feministischen Kreisen verwendet. Seit 2019 verbreitet sich „jemensch“ stärker in Deutschland. Es wird von Bewegungen wie Fridays-For-Future und auch im Umfeld der Partei die Grünen (Bündnis 90 / Die Grünen) (und ihren Wählern) stärker verwendet.

Fazit der Redaktion

„Jemensch“ ist der Versuch Sprache neutraler zu gestalten. Anstatt Gruppen mitzumeinen, sollen alle Menschen angesprochen werden. Sprache ist etwas, dass sich entwickelt und davon lebt, dass sie gesprochen wird. Worte, die nicht gesprochen werden, haben auch keine Bedeutung.

„Jemensch“ ist ein Wort, dass mit einem moralischen Anspruch gesagt wird. Wer diesen Anspruch nicht unterstützt oder ihm widerspricht, wird das Wort nicht nutzen. Ja, die Person könnte sich sogar drüber lustig machen und verstärkt das Wort „jemand“ benutzen, um ihre Ablehnung auszudrücken. Anders ausgedrückt, dieser Person ist Spracheffizienz wichtiger. Sie verweigert eine Änderung und bleibt in ihrer Komfortzone.

In der Sprache gilt aber auch, dass die Masse entscheidet. Gibt es einfach genug Verwender eines Wortes so wird sich dieses durchsetzen. (Man denke an das Wort „Ehrenmann„.) Ob dies bei „jemensch“ der Fall wird, wird die Zukunft zeigen.

Was bedeutet BPoC, BIPoC? Bedeutung der Abkürzung, Definition


Die Abkürzung „BPoC“ ist eine inklusive Sammelbezeichnung für Schwarze und nicht-weiße Menschen.

Die Abkürzung „BIPoC“ ist eine inklusive Sammelbezeichnung für Schwarze, Indigene und nicht-weiße Menschen.

Bedeutung, Definition: Was ist die Abkürzung BPoC / BIPoC genau bedeutet

Die Abkürzung BIPoC setzt sich aus drei Teilen zusammen:

  • B = steht für Black, damit sind Schwarze gemeint.
  • I = steht für „Indigenous“ zu deutsch „Indigene“, damit sind unter anderem Personen gemeint, die z.B. in Afrika, Amerika oder Ozeanien lebten bevor europäische Siedler kamen. (Mehr dazu, weiter unten.)
  • PoC = steht für „People of Color“, damit sind nicht-weiße Menschen gemeint. (Anmerkung: „People of Color“ sollte nicht mit „Farbige“ übersetzt werden.)

Bei der Abkürzung „BPoC“ wird auf das „I“ verzichtet.

Die Abkürzung „BIPoC“ wird wie folgt ausgesprochen: „Bei-Pock“.

Bedeutung und Unterschied von BPoC und BIPoC

Der Ausdruck „People of Color“ (PoC) schließt streng gesehen Schwarze nicht mit ein, da sie nicht explizit genannt werden. Sie können zwar mitgemeint sein, aber dies ist abhängig von der Interpretation des Sprechers und der Rezipienten.

Um Schwarze explizit anzusprechen und zu inkludieren, wird der Abkürzung PoC ein „B“ vorangestellt. Das „B“ steht für Black und meint Schwarze. Im Ergebnis werden mit „BPoC“ Schwarze und nicht-weiße gemeint. Die Erweiterung um das „I“ zu BIPoC führt dazu, dass Indigene inkludiert werden.

Als Indigene werden Menschen bezeichnet, die schon vor einer Eroberung, Kolonialisierung oder einer Staatsgründung durch Fremde in einem Gebiet lebten. Sie haben eine enge Bindung an ein Gebiet und eine eigene ethnisch-kulturelle Identität

Für Deutschland ergibt es wenig Sinn von einer indigenen Bevölkerung zu sprechen, da es keine indigenen Bevölkerungen gibt wie z.B. die Inuit in Grönland, die Indianer in den USA, die Ureinwohner in Südamerika, die Aboriginies in Australien und die Maori auf Neuseeland. (Anmerkung: Sinti und Roma gelten in Deutschland als „nationale Minderheit“.)

In den USA und Canada ergibt es Sinn von BIPoC zu sprechen, da es Schwarze und Nachfahren der Indianer („Native Americans“) gibt.

Siehe auch:

Warum gibt den Ausdruck BIPoC (BPoC)?

Der Ausdruck BIPoC hat die Aufgabe die Lebensrealitäten von Schwarzen, Indigenen und nicht-weißen Menschen hervorzuheben. BPoC hat die Aufgabe die Lebensrealitäten von Schwarzen und nicht-weißen Menschen hervorzuheben.

Der Unterschied zwischen PoC und BPoC/BIPoC ist das Schwarze andere Lebensrealitäten haben als People of Color (PoC) (und Indigene). Die Abkürzungen dienen der besseren und klareren Unterscheidung.

Es geht nicht nur darum, Schwarzen, Indigene und nicht-weiße Menschen zu inkludieren, explizit anzusprechen, sondern, dass wenn über sie gesprochen wird, auch über ihre Lebenswirklichkeit gesprochen wird. Hierbei geht es unter anderem um Rassismuserfahrungen, Diskriminierungserfahrungen, (strukturelle) gesellschaftliche Benachteiligung, Ungleichbehandlung durch die Polizei und den Rechtsstaat. Für BIPoC gilt, dass auch Folgen des Kolonialismus und/oder der Sklaverei thematisiert werden sollen.

Außerdem hat die Abkürzung BIPoC die Aufgabe Schwarze, Indigene und Nicht-Weiße zu vereinen.

Seit Anfang der 2010er Jahre verbreitet sich die Abkürzung BIPoC. Ein Tweet aus dem Jahr 2013 ist die frühste Verwendung der Abkürzung BIPoC auf Twitter, die die New York Times finden konnte.

Was heißt „اعدام نکنید“ / „اعدام_نکنید“auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung


„اعدام نکنید“ ist persisch und bedeutet auf deutsch „Nicht hinrichten“.

„اعدام“ bedeutet auf deutsch: Ausführung, Hinrichtung, Durchführung.

„نکنید“ bedeutet auf deutsch: „Nicht“ bzw. „Nicht tun“ bzw. „Tu es nicht“.

Was heißt „اعدام نکنید“ / „اعدام_نکنید“auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung

„اعدام نکنید“ verbreitete sich als Hashtag اعدام_نکنید# Mitte Juli 2020 auf Twitter. In den Medien und auf Twitter verbreitete sich die Nachricht, dass das iranische Regime im November 2019 protestierende Menschen exekutiert haben soll. Es wurde bekannt, dass die Exekution weiterer Personen geplant sein soll. Auf Twitter wurde die Nachricht verbreitet, dass Saeid Tamjidi, Mohammad Rajabi und Amirhossein Moradi im Iran zum Tode verurteilt wurden. Die iranische Justiz hat sie wegen ihrer Teilnahme an Protesten im Jahr 2019 zum Tode verurteilt.

Twitter-Nutzer verbreiteten die Forderung, dass diese drei Personen nicht hingerichtet werden sollen unter dem Hashtag اعدام_نکنید#. Außerdem forderten (internationale) Twitter-Nutzer, dass Amesty International und westliche Staaten intervenieren sollen. Auf den weltweiten Twitter-Trends kam der Hashtag auf Platz 1.

Weitere verwendete Hashtags waren:

  • #DoNotExecute
  • #Nichthinrichten
  • #NoToExecution
  • #StopExecutionsInIran
  • #StopExecutionOfIranianProtestors
Home-Office Vorteile und Nachteile: Arbeiten im Homeoffice


Um erfolgreich im Home-Office zu arbeiten, ist Selbstdisziplin und Fokus notwendig. Denn Arbeitnehmer im Home-Office arbeiten allein und getrennt von Kollegen und Chef.

Die Arbeit im Home-Office hat viele Vorteile und einige Nachteile. In diesem Beitrag erfährst du mehr.

Vorraussetzungen für Arbeit im Home-Office

Es gibt drei Vorraussetzungen, um erfolgreich im Home-Office zu arbeiten:

  • Notwendige Soft-Skills (Eigenschaften)
  • Notwendige Hardware
  • Notwendige Software-Kenntnisse

Notwendige Soft-Skills sind: Fokus, Disziplin, Kreativität, Kommunikationsfähigkeiten, Selbstmotivation, Methodik und methodische Fähigkeiten, Medienkompetenz (Wer sich nicht selbst motivieren kann und wer nicht diszipliniert im Home-Office arbeitet, wird wenig schaffen in den eigenen vier Wänden. Denn die Ablenkungen im eigenen Heim oder der Wohnung sind groß. Noch größer sind die Ablenkungen im Internet.)

Notwendige Hardware: Laptop oder PC, Internetzugang, Handy / Smartphone

Notwendige Software und Software-Kenntnisse sind:

  • E-Mail-Programm
  • Text- und Tabellenverarbeitung
  • Software für Videoanrufe
  • Kenntnisse in Benutzung bestimmter Software (CMS, CRM)

Vorteile Home-Office / Homeoffice

  • Arbeitsumfeld kann Zuhause ruhiger sein. (Verglichen mit Großraumbüros.)
  • Arbeiten in den eigenen Wänden kann gemütlicher sein.
  • Der Arbeitsweg entfällt. Zeit wird gespart. (Stress wird erst nicht verursacht.)
  • Erhöhte Produktivität. (Wer Ablenkungsfrei arbeiten kann, ist produktiver.)
  • Home-Office ermöglicht die Zusammenarbeit mit Fachkräften aus der ganzen Welt.
  • Home-Office schont die Umwelt. (Wer nicht zu Arbeit fährt, verringert den eigenen CO2-Fußabdruck.)
  • Kosten werden gesenkt. (Es muss kein Geld für das Auto, Benzin oder Fahrkarten ausgegeben werden.)
  • Mehr Flexibilität. Arbeitszeiten können freier eingeteilt werden. Starre Pausenregelungen gibt es nicht.
  • Selbstbestimmtes Arbeiten. (Im Home-Office bestimmt jeder selbst, wann die Arbeit beginnt und wann Pause gemacht wird.)
  • Unternehmen sparen Fixkosten. (Denn ein Arbeitsplatz wird nicht benötigt.)
  • Unternehmen mit Home-Office-Option werden attraktiver für Bewerber und für die Generation Z.
  • Weniger Ablenkung durch Kollegen führt zu mehr Produktivität.

Nachteile Home-Office / Homeoffice

  • Ablenkungsgefahr
    • Privatleben kann ablenkend wirken. Familie, Haustiere und andere Verpflichtungen können ablenken.
    • Soziale Medien und Videos können von Arbeit ablenken.
  • Anschluss an Kollegen kann verloren gehen. Austausch mit Kollegen fehlt. Dies kann zu einer gewissen Vereinsamung führen.
    • Das gemeinsame Mittagessen oder gemeinsame Pausen findet nicht mehr statt.
  • Arbeit und Privatleben können sich vermischen. Wer hier nicht klar trennt, wird nur schwer abschalten können.
    • Richtig abschalten nach Feierabend kann schwer fallen.
    • Wer mit seinem Kleinkind Zuhause ist und arbeiten will, steht vor einer größeren Herausforderung. (Kinderbetreuung und Arbeit gehen nicht gleichzeitig.)
  • Datensicherheit könnte sich durch Home-Office verringert. (Der private Internetzugang ist vermutlich nicht so gut abgesichert, wie der Firmen-Internetzugang.)
  • Home-Office ist nicht für jeden Beruf möglich.
  • Kommunikationswege sind im Home-Office länger. (Es kann nicht einfach in das Büro nebenan gegangen werden.)
  • Ohne Selbst-Disziplin und Fokus geht es nicht!
  • Ungleichbehandlung: Spannungen können unter Kollegen entstehen, wenn einige im Home-Office arbeiten dürfen und andere auf Arbeit anwesend sein müssen.
  • Versicherungslage ist kompliziert. (Beispiel: Der Gang zum Drucker ist versichert. Der Gang in die Küche, um einen Kaffee zu kochen, ist nicht versichert.)
  • Wer im Home-Office arbeitet, kann bei Beförderungen oder Gehaltserhöhungen übergangen werden. (Die eigene Sichtbarkeit beim Chef verringert sich durch das Home-Office.)
  • Wer im Home-Office arbeitet, muss sich selbst motivieren und seine Zeit managen können.
  • Wer im Home-Office arbeitet, könnte auf sich selbst viel Druck ausüben und Überstunden arbeiten, um zu beweisen, dass das Home-Office funktioniert.

Unentschieden:

  • Die Erreichbarkeit im Home-Office kann leiden, muss es aber nicht.
  • Im Home-Office gibt es keine Kleidungsvorschriften. Das kann entspannend wirken, aber auch zu sehr entspannen.
  • Vorgesetzte haben weniger Kontrolle über Arbeitnehmer. (Schlecht für den Vorgesetzten. Gut für den Arbeitnehmer.)

Fazit: Vorteile und Nachteile Home-Office

Wer diszipliniert und fokussiert arbeitet, wer sich selbst organisieren kann und wer kein Problem mit dem Alleinsein hat, für den ist das Home-Office eine gute Entscheidung.

Wer andere Menschen braucht und wer einfach nur mal quatschen will, der (oder die) wird im Home-Office nicht so viel Spaß haben.

Für Singles oder Paare ohne Kinder ist das Home-Office vermutlich am besten geeignet. Wer ein Kleinkind oder Teenager zu Hause hat, muss damit rechnen abgelenkt zu werden. Denn arbeiten und gleichzeitig die Kinder betreuen, ist unmöglich.

Was ist Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam, Obrigkeitshörigkeit? Bedeutung, Definition


Als „Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“ oder „Obrigkeitshörigkeit“ wird ein Verhalten bezeichnet, bei welchem eine Person sich freiwillig einer Autorität unterordnet, blind gehorcht und alle Anordnungen der Autorität kritiklos akzeptiert, befolgt und umsetzt.

Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam, Obrigkeitshörigkeit: Bedeutung, Definition

Unter den Begriffen „Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“, „obrigkeitshörig“ und „Obrigkeitshörigkeit“ wird folgendes Verhalten zusammengefasst:

  • Änderungen werden kritiklos akzeptiert.
  • Anfällig für totalitäre oder autoritäre Ideen sein
  • Anordnungen oder Befehle einer Autorität werden einfach akzeptiert, befolgt und umgesetzt.
  • Anordnungen oder Befehle werden nicht hinterfragt, in Frage gestellt oder kritisiert. Es wird nicht widersprochen.
  • Befehlsempfänger sein
  • Blinder Gehorsam
  • Duckmäuser sein: Die eigene Meinung nicht sagen, aus Angst, dass man bestraft oder ausgegrenzt wird.
  • Eine Autorität wird nicht in Frage gestellt. Ferner wird diese für unfehlbar gehalten. („Autoritätsgläubigkeit“)
  • Hohe Wertschätzung der Regierung oder Obrigkeit
  • im Widerspruch leben, dass man „auf die da oben“ schimpft, aber sie nicht in Frage stellt und trotzdem alle Regeln befolgt
  • Konformität
  • Mitläufertum
  • Sich einer Autorität anbiedern bzw. einer Autorität gefallen wollen (Fan einer Autorität (der Regierung) sein.)
  • Sich freiwillig unterordnen / Sich bevormunden lassen
  • Sich mit der Dominanz einer Regierung arrangieren / keinen Widerstand leisten – egal, wie moralisch verwerflich oder falsch eine Regierung handelt oder Gesetze sind.
  • Staatsgewalt wird hingenommen.
  • Unfehlbare Staatsgläubigkeit und Autoritätsgläubigkeit
  • Vorauseilender Gehorsam
  • Widerspruchsloses Unterodnen

Folgenden Autoritäten kann sich ein Mensch unterordnen: Vater oder Mutter, Vorgesetzten (Chef), Staat (Regierung) oder Kirche (Geistliche).

„Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“ und „Obrigkeitshörigkeit“ führen dazu, dass Mitläufer, Ja-Sager, Erfüllungsgehilfen und Konformisten entstehen.

Das Wort „Untertanenmentalität“ kann auch wie folgt in einfachen Worten erklärt werden: Jemand ist gern Untertan und empfängt gern Befehle.

Von Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit kann ein Einzelner oder ein Kollektiv (Volk, Bevölkerung) betroffen sein. Den Deutschen wird z.B. nachgesagt, dass sie eine ausgeprägte Untertanenmentalität haben sollen.

Anzumerken ist, dass jemand seine eigene Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit meistens gar nicht als Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit empfindet, sondern sein Verhalten mit Einsichtigkeit, Verständnis oder Verantwortungsbewusstsein erklärt. – In diesem Sinne muss ausgelotet werden, wann jemand obrigkeitshörig oder einfach nur vernünftig ist. Wenn jemand den Sinn einer Regel erkennt und die Regel befolgt, ist das dann Untertanenmentalität?

Wie entsteht Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam und Obrigkeitshörigkeit?

Wie Untertanenmentalität und Obrigkeitshörigkeit entstehen, kann nur vermutet und beschrieben werden. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:

  • Autoritäre Erziehung im Elternhaus und der Schule
  • Autoritäre Vaterfigur, die sich im späteren Leben in anderen Personen (Polizei, Politiker / Regierung, Geistliche) widerfindet.
  • Bürokratie und ein Staat, die alles regeln (Bei Verstößen drohen Strafen)
  • Gesellschaftliche Veränderungen kamen in Deutschland von Außen, nicht durch erfolgreiche Revolutionen (Bsp.: Die Demokratie wurde in Deutschland nach dem verlorenen ersten Weltkrieg und erneut nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg eingeführt.)

Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam und Obrigkeitshörigkeit: Weitere Erklärungsansätze

Andere Erklärungsansätze sind individualpsychologischer Natur. So könnte die Angst vor Verantwortung oder die Angst vor Freiheit eine Rolle spielen. Freiheit und Verantwortung können anstrengend sein. Es könnte daher einfach einfacher sein, sich unterzuordnen.

Einfacher formuliert: Wer Entscheidungen trifft, trägt dafür die Verantwortung. Wer Entscheidungen trifft, kann schlechte Entscheidungen treffen und muss dann mit den Konsequenzen leben. Das muss man aushalten können! Wenn der Staat Entscheidungen trifft, die mich betreffen, so trägt der Staat dafür die Verantwortung. Dies kann als Erleichterung empfunden werden.

Aber auch in Zeiten der Angst und Unsicherheit kann eine Autorität Sicherheit versprechen.

Eine unsichere und ängstliche Person könnte sich der Mehrheit und Mehrheitsmeinung anpassen, um sich in der Mehrheit in Sicherheit zu wiegen und Bestätigung durch andere zu erhalten. Dieses Anpassungsverhalten der unsicheren und ängstlichen Person wird durch verschiedene Ängste und Wünsche angetrieben. Zum Beispiel, die Angst negativ aufzufallen, die Angst anzuecken oder die Angst, dass man von jemanden nicht gemocht wird. Zusammenfassend: Eine unsichere und ängstliche Person sucht Bestätigung und Zugehörigkeit. Beides findet sie, in dem sich der Mehrheit und einer Autorität unterordnet. So wird sie zum Untertan und Konformisten.

Weitere Bedeutungen von Untertanenmentalität

„Der Untertan“ ist ein Buch von Heinrich Mann.

Was sind Alltagshelden? Was bedeutet das Wort? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Alltagshelden“ ist im Allgemeinen eine aufwertende Bezeichnung für Menschen, die anderen im Alltag helfen und die für die Schwächsten da sind. Als Alltagshelden werden im Speziellen Menschen bezeichnet, die in Pflegeberufen, sozialen und medzinischen Berufen arbeiten.

Alltagshelden: Bedeutung, Definition

Während der Coronakrise und den Einschränkungen durch Eindämmungsmaßnahmen (Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkungen) wurden Menschen, die weiterhin ihren Job (in systemrelevanten Branchen) ausüben, auch als „Alltagshelden“ bezeichnet. Sie arbeiten weiter, trotz Krise, Ansteckungsgefahr und Eindämmungsmaßnahmen (Mundschutzpflicht). Alltagshelden riskieren ihre Gesundheit und ihr Leben. Sie müssen jeden Tag raus. Für Alltagshelden gibt es kein Home-Office und keine Kurzarbeit. Ganz im Gegenteil Alltagshelden arbeiten mehr als vor der Krise. Für einige Berufsgruppen wurde Mehrarbeit und Sonntagsarbeit angeordnet. Für viele wurde der Urlaub gestrichen. (Während die Krise also für einige zu einer arbeitsarmen und ruhigen Zeit  wird, arbeiten Alltagshelden weiter.)

Alltagshelden stellen direkt und indirekt sicher, dass die Bevölkerung weiterhin Lebensmittel, medizinische Versorgung und Unterstützung erhält. Alltagshelden sorgen für Sicherheit und kümmern sich, um andere.

Alltagshelden halten das Land am Laufen. Sie arbeiten jeden Tag, geben jeden Tag ihr Bestes und ihre Leistung ist unabdingbar. Ihre Aufgabe und Arbeit ist wichtig. Alltagshelden sorgen dafür, dass der Status Quo, also eine gewisse Lebensqualität, gewahrt wird.

Für Alltagshelden gilt, dass ihr persönliches Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein sehr groß ist und sie ihren Beruf – trotz Krise – weiterhin ausüben. Alltagshelden sind uneigennützig.

In den Medien erhalten Alltagshelden in Krisenzeiten und nach einer Katastrophe oder Rettungsaktion viel Aufmerksamkeit. Alltagshelden werden dargestellt und ihnen wird gedankt. Alltagshelden erhalten auch teils Geschenke von Firmen oder Vergünstigen.

Über das Wort Alltagshelden

Das Wort „Alltagshelden“ setzt sich aus den Worten „Alltag“ und „Helden“ zusammen.

In der deutschen Sprache werden Zyklen als „Alltag“ bezeichnet, die gewohnt stattfinden und wiederholende Muster haben. Arbeitstage können Alltag sein. Dem Alltag wird nachgesagt, dass er langweilig ist.

Als Helden werden Menschen bezeichnet, die außergewöhnliches leisten, die besonders tapfer und mutig sind. Als Helden werden Menschen bezeichnet, die andere retten oder ihr vor Schaden Leben schützen.

Das Wort „Alltagshelden“ ist damit eigentlich ein Oxymoron (Widerspruch). Denn um den Alltag normal zu bewältigen, braucht es keinen heldenhaften Mut und keine Tapferkeit. Doch der Begriff „Alltagsheld“ sollte anders verstanden werden. „Alltagshelden“ stellt keine Auszeichnung für besondere Leistungen dar, sondern ist eine Anerkennung für ausgehaltene Belastung und Stress. (Dies ergibt Sinn, denn in vielen Berufen ist die Arbeitsbelastung sehr hoch, unter der sehr viele Menschen arbeiten.)

Der Begriff „Alltagshelden“ sorgt auch dafür, dass eine Person Dankbarkeit und Aufmerksamkeit als zusätzliche Belohnung zum regulären Gehalt erhält.

Alltagshelden: Wer gemeint ist

Mit „Alltagshelden“ sind folgende Berufe und Menschen in systemrelevanten Bereichen – während der Coronakrise –  gemeint: (Liste ist alphabetisch geordnet)

  • Altenpfleger
  • Apothekenmitarbeiter (pharmazeutisch-technische Assistenten)
  • Ärzte und Ärztinnen, Notärzte
  • Arzthelfer
  • Bäckermitarbeiter
  • Baumarktmitarbeiter
  • Busfahrer / Straßenbahn- und Tramfahrer
  • Einkaufswagenwäscher / Einkaufswagendesinfizierer
  • Ergotherapeuten
  • Erzieher (Notbetreuung)
  • Feuerwehrleute
  • Freiwillige Helfer
  • Haushaltshelfer
  • Kassierer
  • Krankenhauspersonal
  • Krankenpfleger
  • Krankenschwestern
  • Kuriere / Fahrradkuriere
  • Landwirte
  • Lehrer
  • Lieferdienste
  • Kraftfahrer / LKW-Fahrer
  • Logistik-Mitarbeiter
  • medizinisches Personal
  • Monteure und Handwerker
  • Müllwerker
  • Paketzusteller
  • Pflegedienste, Pflegefachkräfte
  • Pfleger, Pflegerinnen
  • Physioptherapeuten
  • Polizisten
  • Postmitarbeiter
  • Regierende Politiker
  • Reinigungskräfte / Reinigungspersonal
  • Rettungswagenfahrer / Fahrer Krankentransport
  • Seniorenheim-Mitarbeiter
  • Speditionsmitarbeiter
  • Supermarktmitarbeiter
  • Taxifahrer
  • Telefonseelsorge-Mitarbeiter
  • Tierpfleger / Zoo-Mitarbeiter
  • Verkäufer
  • Versandhandel-Mitarbeiter
  • Virologen
  • Wäscherei-Mitarbeiter
  • Wasserwerk-Mitarbeiter

Weitere Begriffe zu Alltagshelden:

  • Alltagsheldentum
  • alltagsheroisch

Weitere Bedeutung von Alltagshelden

Verschiedene Pflegedienste tragen das Wort „Alltagshelden“ im Firmennamen.

Was bedeutet Diskussionsorgie, Öffnungsdiskussionsorgie? Bedeutung, Definition


Das Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ hat die deutsche CDU-Politikerin und Bundeskanzlerin Angela Merkel am 20. April 2020 geprägt.

Mit dem Ausdruck „Öffnungsdiskussionsorgie“ kritisierte Angela Merkel Forderungen, die Coronavirus-Eindämmungsmaßnahmen zu lockern. Sie warnte im CDU-Präsidium vor einer Öffnungsdiskussionsorgie. Dies sagte Angela Merkel im Hinblick auf die erfolgreiche Eindämmung des Coronavirus in Deutschland durch politische Maßnahmen wie das Kontaktverbot und Ausgangsbeschränkungen. Sie sagte weiterhin, dass eine Diskussion über Lockerungen der Maßnahmen – während der Coronakrise – nicht hilfreich sei.

In einer Pressekonferenz am 20. April 2020 erklärte Angela Merkel, dass sie das Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ mahnend gemeint habe. Sie sagte, dass sie den Wunsch der Bevölkerung wieder in einen normalen Alltag zurückzukehren, verstehe, aber sie halte den vorsichtigen Weg für den richtigen. Dies sagte Angela Merkel im Hinblick darauf, dass die Erfolge der Corona-Eindämmungsmaßnahmen nicht durch eine zu frühe Lockerung zu Nichte gemacht werden sollen. Angela Merkel mahnte, dass „wir weiter konsequent und diszipliniert sein müssen“.

Welche Gefahr besteht: Eine schnelle Lockerung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen könnte zu einer zweiten Infektionswelle und damit einem Rückfall führen.

Reaktionen auf das Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“

Hinweis: Dieser Artikel spiegelt nicht die Meinung der Redaktion wider.

Presse und Opposition stürzten sich auf das Wort. Kritik kam auch der eigenen Partei. Die deutschen Medien und Oppositionsparteien interpretierten das Wort wie folgt: Persönliche Grund- und Freiheitsrechte werden im Namen der Sicherheit und öffentlichen Gesundheit eingeschränkt. Eine Diskussion über die Maßnahmen der Bundesregierung, wie es weiter geht und wann die Einschränkungen aufgehoben werden, ist unerwünscht.

Insbesondere kann das Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ in die Richtung interpretiert werden, dass eine Diskussion über die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen der Bundesregierung unerwünscht ist. Mit den Maßnahmen entscheidet die Bundesregierung nämlich auch über die Existenz von viele Unternehmen, Selbstständigen und Arbeitsplätzen.

Dem Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ kann auch Zynismus unterstellt werden. Denn eine Orgie ist ein spaßiges und ausschweifendes Ereignis. Die aktuelle Coronakrise ist für viele Menschen kein Spaß, sondern kann Existenzgefährend werden. Das Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ kann auch so interpretiert werden, dass Diskussionen zum Spaß geführt werden.

Das Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ wurde von Medien und Oppositionsvertretern als Anlass genutzt, um Angela Merkels Politikstil zu kritisieren. Denn der Begriff kann so interpretiert werden, dass Angel

Die im Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ genannten Diskussionspartner sind vermutlich die deutschen Ministerpräsidenten, die in ihren Ländern die Corona-Eindämmungsmaßnahmen der Bundesregierung umsetzen. Sie stehen im ständigen Kontakt mit der Bundesregierung und beraten sich über Entwicklungen und Maßnahmen. Es kann vermutet, dass sie die Frage, wann die Maßnahmen gelockert werden, oft gestellt haben.

Neben dem Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ prägte Angela Merkel auch die Begriffe „Neuland“ und „alternativlos“, sowie den Satz „Wir schaffen das“.

Über das Wort Diskussionsorgie

Das Wort „Diskussionsorgie“ kann so interpretiert werden, dass Diskussionen ausschweifend, maßlos und ohne Ende geführt werden. Es kann so verstanden werden, dass Diskussionen Freude bereiten und es gar nicht, um ein Ergebnis geht, sondern darum zu diskutieren.

Das Wort „Öffnungsdiskussionsorgie“ ist noch spezifischer. Es kann so interpretiert werden, dass Diskussion, wann die Eindämmungsmaßnahmen gelockert werden, in einer auschweifenden und maßlosen Art geführt werden.

Was bedeutet (weltweiter) Gesundheitsnotstand? Bedeutung, Definition, Was zu tun ist


Ein weltweiter Gesundheitsnotstand wird von der WHO ausgerufen, wenn eine internationale gesundheitliche Notlage vorliegt.

WHO: Was ist ein internationaler Gesundheitsnotstand?

Das Notstandskomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft einen weltweiten Gesundheitsnotstand aus, wenn eine Krankheit sich plötzlich international ausbreitet, diese ein Risiko für die öffentliche Gesundheit von anderen Staaten darstellt und eine gemeinsame internationale Reaktion erforderlich ist.

Ein Gesundheitsnotstand wird erst ausgerufen, wenn eine unerwartet auftretende Krankheit Ländergrenzen überschreitet und zur Pandemie wird, sowie wenn das öffentliche Gesundheitssystem eines Landes in Gefahr ist. (Siehe: Flatten the Curve)

Die WHO empfiehlt und koordiniert Schutzmaßnahmen und fordert die WHO-Mitgliedsländer zur Kooperation auf. Unter anderem kann die WHO folgende Maßnahmen empfehlen:

  • Quarantänemaßnahmen für bestimmte Regionen oder Orte
  • Grenzschließungen
  • Reisewarnungen
  • Reisebeschränkungen
  • Überprüfung von Reisenden auf Flughäfen
  • Handelsbeschränkungen (Kontrolle Güterverkehr)
  • Aus- bzw. Einreiseverbote
  • Einrichtung Behandlungszentren
  • Impfung medzinischer Fachkräfte
  • Aufklärung der Bevölkerung

Der offiziele Begriff der WHO für einen „Gesundheitsnotstand“, „Health Emergency“ oder „Health Crisis“ ist: „Public Health Emergency of International Concern“ (Abgekürzt: PHEIC) (Öffentlicher Gesundheitsnotfall von internationalem Interesse).

Bedeutung: Über den Gesundheitsnotstand (Health Emergency)

Ein ausgerufener Gesundheitsnotstand gilt für drei Monate. Nach Ablauf der drei Monate oder kurz vorher berät das Notstandskomitee der WHO über eine Verländerung des Gesundheitsnotstands. Ein Gesundheitsnotstand wird verlängert, wenn eine Pandemie nicht eingedämmt wurde und immer noch eine Gefahr für viele Menschen und das Gesundheitssystem darstellt.

Im Notstandskomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sitzen unter anderem Seuchenbekämpfungsexperten, Virologen, Epidemiologen, Impfstoffentwickler und mindestens ein Mitglied aus der betroffenen Region. Der offizielle Notstandskomitee heißt „International Health Regulations Emergency Committee“. (Deutsch: „Internationales Gesundheitsvorschriften Notfallkomitee“)

Die Entscheidung, dass die WHO internationale Gesundheitsnotstände ausrufen darf, wurde 2005 getroffen. Die Entscheidung wurde als Reaktion auf den SARS-Ausbruch im Jahr 2002/2003 und den Ausbruch der Vogelgrippe im Jahr 2004 getroffen. Im Jahr 2005 unterschrieben über 190 Länder der Erde international geltende Gesundheitsvorschriften. Die Gesundheitsvorschriften verpflichten die Länder, Krankheitsausbrüche, Epidemien und mögliche Gefahren der WHO zu melden. Insbesondere müssen die Länder der WHO alle Krankheitsfälle melden und Informationen über die Krankheit zur Verfügung stellen.

Das englische Wort für Gesundheitsnotstand ist „Health Emergency“ oder „Health Crisis“.

Bisherirge internationale Gesundheitsnotstände (WHO)

Bisher hat die Weltgesundheitsorganisation folgende Gesundheitsnotstände ausgerufen:

2009: 2009 rief die WHO wegen der Schweinegrippe (Influenza-A-Virus H1N1) einen Gesundheitsnotstand für Mexiko und die USA aus.

2014: Die WHO rief einen globalen Gesundheitsnotstand wegen der Krankheit Kinderlähmung (Polio) aus.

2014: Die WHO rief wegen dem Ausbruch des Ebola-Fiebers in Westafrika einen Gesundheitsnotstand aus.

2016 rief die WHO einen Gesundheitsnotstand wegen dem Zika-Virus in Mittel- und Südamerika aus. Besonders stark war Brasilien betroffen.

2019: Im Sommer 2019 rief die WHO einen Gesundheitsnotstand wegen den Ebolafiberausbrüchen in der Demokratischen Republik Kongo aus.

2020: Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen dem Coronavirus (Covid-19) den internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Weitere Bedeutung von Gesundheitsnotstand

Laut Gesetzentwurf des Bayerischen Infektionsschutzgesetz (BayIfSG) vom 17.03.2020 soll es dem bayerischen Ministerpräsidenten oder dem zuständigen Staatsminister erlaubt werden einen Gesundheitsnotstand (örtlich und zeitlich begrenzt) auszurufen.

Ein Anlass für einen Gesundheitsnotstand ist, wenn eine Krankheit sich stark ausbreitet und das Gesundheitswesen überfordert.

Als Folge eines ausgerufenen Gesundheitsnotstandes wird es bayerischen Behörden unter anderem erlaubt Maßnahmen zur Sicherung der Materialvorsorgung durchzusetzen und Personalkapazitäten zu sichern. Diese Maßnahmen erlauben Beschlagnahmungen und dass der Staat Firmen anordnet, welche Materialien sie produzieren müssen.

Unwort des Jahres 2020: Kandidaten, Unwörter


Mögliche Kandidaten für das Unwort des Jahres 2020 sind und können sein:

Unworte des Jahres 2020: Bedeutung der Worte

Der Einfluss des Coronavirus auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und das Leben ist immens. Daher ist das „Coronavirus“ ein Kandidat für das Unwort des Jahres. Aber auch Begriffe wie „Social Distancing„, „Superspreader“ und „systemrelevant“ kommen in Frage. Denn „Social Distancing“ erzwingt Abstand von Menschen zueinander. Social Distancing verbietet, dass Kinder ihre Eltern besuchen. Es verbietet das Enkel ihre Großeltern sehen. Mit dem Ausdruck „systemrelevant“ werden Berufe in zwei Gruppen geteilt: Jene, die sehr wichtig sind und jene, die in der Krise weniger wichtig sind. Als „Superspreader“ werden Menschen bezeichnet, die besonders viele andere angesteckt haben.

Der „Hamsterkauf“ gehört auch mit auf die Liste der Unworte 2020. Es zeigte sich, dass einige, die hamstern, besonders egoistisch und rücksichtslos sind.

Die „Umweltsau“ kann auch mit auf die Unwort-Liste. Doch ganz eindeutig ist der Begriff nicht. Denn während einige ihn als Beleidigung identifizieren, ist er für andere ein Scherz. Einen Skandal gab es trotzdem.

BedeutungOnline.de veranstaltet die Wahl zum Unwort des Jahres nicht. Hier werden Worte gelistet, die für die Wahl zum Unwort des Jahres in Frage kommen. Wenn du ein Unwort hast, dass auf die Liste sollte, dann schreib es in die Kommentare.

Worte, die als Unworte in Frage kommen, sind Begriffe, die Menschen oder Gruppen diffamieren oder ihnen etwas unterstellen. Begriffe, die beschönigend, irreführend oder täuschend sind, kommen ebenso in Frage. Aber auch Begriffe, die das Leben der Menschen stark (negativ) beeinflusst haben, können Unwort des Jahres werden.

Bisherige Unwörter des Jahres:

Weitere Unworte: Menschenrechtsfundamentalismus

Maskenpflicht, Mundschutzpflicht in Deutschland: Schutzmaske, Bedeutung, Definition


Eine Maskenpflicht stellt die Pflicht dar, dass Personen in der Öffentlichkeit oder in bestimmten Räumen eine Atemschutzmaske tragen müssen. Eine Mundschutzpflicht legt fest, dass Personen ihre Atemwege durch eine Maske schützen müssen.

Um bestimmte Räume zu betreten, ist das Tragen einer Schutzmaske Vorraussetzung. Die eintretenden Personen müssen dann eine Schutzmaske während ihres gesamten Aufenthalts tragen.

In vielen asiatischen Regionen ist es üblich, dass Personen bei einer Erkältung oder Grippe eine Atemschutzmaske tragen. China verordnete nach dem Ausbruch des Coronavirus eine Maskenpflicht.

Die Begriffe „Maskenpflicht“, „Mundschutzpflicht“ („Mundschutz-Pflicht“) und „Maskenzwang“ sind synonym. Das heißt, sie haben die gleiche Bedeutung. Die Schutzmaske wird auch als „Mund-Nasen-Schutz“ bezeichnet.

Maskenpflicht und Mundschutzpflicht: Muss ich eine Mundschutzmaske tragen? Situation in Deutschland

In Deutschland besteht eine Maskenpflicht bzw. Mundschutzpflicht.

Sie dürfen beim Autofahren keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Es gibt aber Ausnahmen. Mehr erfahren Sie hier.

Bisher gilt in folgenden Bundesländern eine Maskenpflicht:

  • Baden-Württemberg (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Bayern (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Berlin (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Brandenburg (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Bremen (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Hamburg (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel, auf Wochenmärkten und im Nahverkehr.)
  • Hessen (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Mecklenburg-Vorpommern (Maskenpflicht im Nahverkehr und für Taxi-Fahrten.)
  • Niedersachsen (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Nordrhein-Westfalen (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Rheinland-Pfalz (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Saarland (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Sachsen (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Sachsen-Anhalt (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr.)
  • Schleswig-Holstein (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr)
  • Thüringen (Maskenpflicht beim Einkaufen, im Einzelhandel und im Nahverkehr)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bisher noch nicht empfohlen, dass das Masken gebraucht werden sollen. Die WHO warnte davor, dass das Tragen einer Maske ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln könnte und dass das dazu führen könnte, das jemand die persönliche Hygiene der Hände vernachlässigt. (Hinweis: Masken reduzieren das Ansteckungsrisiko, aber sie sind keine Garantie, dass eine Ansteckung nicht stattfindet.)

Maskenpflicht und Mundschutzpflicht: Wie ein Mund-Nasen-Schutz wirkt:

Eine Maske oder ein Mund-Nasen-Schutz hilft gegen die Verbreitung von Viren und Krankheitserregern durch Speichel- oder Schleim-Tröpfchen. Denn die Maske oder der Mund-Nasen-Schutz verhindert, dass die Tröpfchen beim Atmen, Husten oder Sprechen ungehindert in die Luft gelangen. Die Maske ist eine Barriere, die die Krankheitserreger aufhält. Damit verringert eine Schutzmaske den Ausstoß von Krankheitserregern einer Person in die Luft.

Mit einer Schutzmaske schützt eine Person sich selbst und andere. Außerdem schützt eine Schutzmaske den Träger davor den Mund oder die Nase mit den eigenen (vielleicht kontaminierten) Händen zu berühren. So werden Schmierinfektionen vermieden!

Eine Schutzmaske bedeckt den Mund und die Nase.

Es gibt verschiedene Masken. Die einfachste Maske ist ein Mund-Nasen-Schutz (z.B. OP-Masken aus Flies). Es gibt aber auch Schutzmasken aus festerem Material mit Atemventil (FFP2, FFP3).

Hinweis: Eine Maske ersetzt Maßnahmen wie Social Distancing und Kontaktreduzierung nicht! Die Maske ist eine Ergänzung!

Maskenpflicht: Jena

In der thüringischen Stadt Jena besteht ab Anfang April eine Maskenpflicht. Bürger in Jena sind verpflichtet, wenn sie in ein öffentliches Verkehrsmittel steigen oder einen Supermarkt betreten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Generell gilt die Mundschutzpflicht für jedes Gebäude mit Publikumsverkehr.

Neben Masken dürfen auch Schals und Tücher getragen werden. Wichtig ist, dass Mund und Nase bedeckt sind.

Selbstgenähte oder gehäkelte Masken sind auch erlaubt.

Wer eine Schutzmaske / einen Mund-Nasen-Schutz tragen muss:

Für Menschen, die im Gesundheitssystems arbeiten, ist es erforderlich dass sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen.  Im „Sinne des Arbeitsschutzes“ ist es für medzinisches Personal notwendig eine Schutzmaske zu tragen.

Wenn medizinisches Personal mit infizierten Patienten arbeitet, ist eine FFP-Maske notwendig. Die FFP-Maske schützt das medizinische Personal vor Ansteckung. (Die Abkürzung FFP bedeutet „Filtering Face Piece“.)

Eine erkrankte oder infizierte Person, die sich in der Öffentlichkeit bewegt, muss eine Maske tragen.

Mundschutz-Masken selbst herstellen, nähen oder stricken

Selbstgebastelte, genähte oder gestrickte Mundschutz-Masken stellen einen kleinen Schutz dar. Denn die Schutzmaske hat die Aufgabe Tröpfchen aufzuhalten. Im Internet finden sich zahlreiche Nähanleitungen für Schutzmasken.

Hinweis: Masken sind keine Garantie vor Ansteckung! Sie verringern das Ansteckungsrisiko auf zwei Wegen. Sie verringern das Risiko andere anzustecken und sie verringern das Risiko, dass man selbst angesteckt wird.

Wer selbstgestrickte oder genähte Masken verwendet, sollte diese täglich (besser sogar halbtäglich!) wechseln und eine Maske bei 60 Grad waschen.

Österreich: Maskenpflicht / Mundschutzpflicht

In Österreich wurde Ende März 2020 – während der Coronakrise – eine Maskenpflicht in Supermärkten erlassen. Die Maskenpflicht legt fest, dass eine Person nur noch einen Supermarkt betreten darf, wenn sie eine Schutzmaske trägt. Vor den Supermärkten und Geschäften sollen die Masken erhältlich sein.

Tschechien: Mundschutzpflicht

In Tschechien wurde am 18. März eine landesweite Mundschutzpflicht verhängt. Sie gilt für jeden Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung. Dass bedeutet, dass beim Betreten der Öffentlichkeit, beim Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Betreten von Geschäften, beim Betreten von Krankenhäusern ein Mundschutz getragen werden muss.

Kontaktsperre: Bedeutung, Definition


Das Wort „Kontaktsperre“ hat in der deutschen Sprache drei Bedeutungen:

  • Abstand zu anderen während einer Pandemie halten
  • Kontakt zu einer Person (in der Regel zum Ex-Partner) gezielt abbrechen
  • Einen Gefangenen von anderen Gefangenen und der Außenwelt isolieren.

Kontaktsperre während der Corona-Krise, Corona-Pandemie

Das während der Corona-Krise erlassene Kontaktverbot wurde auch als „Kontaktsperre“ bezeichnet. In der Umgangssprache wird der Ausdruck „Kontaktsperre“ so verstanden, dass der Kontakt zu anderen Menschen unterlassen wird.

Mit Kontaktsperre sind individuelle Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus (Covid-19) gemeint, sowie staatliche Maßnahmen. Individuelle Maßnahmen dienen dazu Abstand zu Mitmenschen aufzubauen und soziale Kontakte zu vermeiden. So z.B. Social Distancing, Kontaktreduzierung. Staatliche Maßnahmen beinhalten das Kontaktverbot, das Schließen von vielen Geschäften und auch ein Versammlungsverbot. Weitere Maßnahmen sind: Schulschließungen, Einschränkung bis Verbot von Besuch im Krankenhaus, Altenheimen und ähnlichen Einrichtungen, Verbot von Versammlungen. (Hinweis: In Deutschland wurde keine Ausgangssperre erlassen. Das Haus oder die Wohnung darf verlassen werden.)

Durch das Kontaktverbot (Kontaktsperren) sind Partys und jede Ansammlung von mehr als zwei Menschen ist verboten. Es gilt, dass zu jeder Person in der Öffentlichkeit ein Abstand von 1,5 Metern gehalten werden muss. Gegenseitige Besuche sind untersagt. Wer Kontakt will, muss telefonieren oder einen Video-Anruf tätigen. (Siehe: Tipps gegen den Lagerkoller, Corona als Chance)

Während des Kontaktverbots ist es sinnvoll Zuhause zu bleiben. Dringende Wege sind erlaubt, so z.B. der Weg zur Arbeit, Weg zum Arzt, Einkaufen und auch ein Spaziergang.

Die Polizei kontrolliert, ob das Kontaktverbot eingehalten wird und darf Bußgelder bei Verstößen verhängen.

Kontaktverbot und Kontaktsperren: Ziel, Sinn und Zweck

Das Ziel von Kontaktsperren ist es, dass die Ausbreitung eines Virus verlangsamt wird, dass die Zahl der Neuinfektionen reduziert wird und dass das Gesundheitssystem vor Überlastung geschützt wird. (Siehe: „Flatten the Curve„.) Als dies wird erreicht, wenn Menschen Kontakte zu anderen Menschen reduzieren. Dies schützt nicht nur sie selbst, sondern es schützt insbesondere Risikogruppen.

Denn es braucht manchmal nur einen Menschen, um viele weitere anzustecken. Durch Kontaktsperren wird die Möglichkeit, dass so etwas passiert, eingeschränkt. (Siehe: Superspreader)

Insbesondere zeigen Pandemie-bedingte Kontaktsperren, dass alle Menschen Verantwortung tragen und alle Menschen Teil des Systems sind.

Kontaktsperre Nach Trennung: Wenn der Kontakt zu einer Person eingestellt wird (Beziehung, Ex-Partner)

In der Umgangssprache wird ein Kontaktabbruch oder eine Kontaktunterbrechung auch als „Kontaktsperre“ bezeichnet. Diese Kontaktsperre wird nach einer Trennung angewendet, wenn eine Person Abstand zum Ex-Partner gewinnen möchte und Gefühle verarbeiten will. Die „Kontaktsperre“ ist ein Mittel, um Liebeskummer zu verarbeiten.

Teils wird eine bewusste Kontaktsperre auch als Strategie eingesetzt, um einen Ex-Partner zurückzugewinnen. Hierbei will eine Person durch Abwesenheit und Distanz interessanter werden, sowie Gefühle des Vermissens beim anderen auslösen. (Hier passt der Spruch: „Willst du gelten, mach dich selten.“)

Eine bewusst angewandte Kontaktsperre führt dazu, dass ein verlassener Partner dem anderen nicht hinterher läuft, emotionale Nachrichten schickt oder sich anbiedert. Damit zeigt der verlassene Partner, dass er stark ist und die Trennung akzeptiert.

Eine Kontaktsperre kann temporär sein.

Eine Kontaktsperre wird wie folgt angewendet:

temporäre Kontaktsperre als Kontaktunterbrechung

  • Für wenige Wochen wird der Kontakt gemieden.
  • Auf Kontaktversuche wird gar nicht oder erst sehr spät reagiert.

dauerhafte Kontaktsperre als Kontaktabbruch

  • Jeder Kontakt wird vermieden. Es darf sich nicht beim Ex-Partner gemeldet werden. Telefonieren ist verboten.
  • Die Telefonnummer wird gelöscht.
  • Der Kontakt wird in WhatsApp gelöscht und blockiert. Gleiches gilt für soziale Netwerke.

Kontaktsperre im deutschen Recht

Der Ausdruck „Kontaktsperre“ im deutschen Recht ist ein strafrechtlicher Begriff. „Kontaktsperre“ bedeutet hier, dass ein Gefangener von anderen Gefangenen und der Außenwelt isoliert wird.

Die Kontaktsperre beinhaltet explizit, dass der Kontakt zum Strafverteidiger unterbrochen wird. Dies ist normaler Weise nicht möglich. Selbst bei Isolationshaft ist der Kontakt zum Strafverteidiger möglich.

Die Kontaktsperre kann für Gefangene angeordnet werden, die wegen terroristischer Straftaten oder der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt sind, wenn Gefahr für Leib und Leben einer Person besteht.

Ausgangsverbot und Ausgehverbot: Bedeutung, Definition


Bei einem Ausgangsverbot und einem Ausgehverbot ist es verboten, das Haus, die Wohnung oder die Unterkunft zu verlassen. Ausgangsverbote und Ausgehverbote sind zeitlich begrenzt.

Ausgangsverbot und Ausgehverbot: Bedeutung, Definition

Zum einen kann mit Ausgangsverboten oder Ausgehverboten festgelegt werden, dass Personen in den Nachtstunden in ihrem Haus, ihrer Wohnung oder ihrer Unterkunft bleiben müssen und nicht auf die Straße dürfen. Diese Ausgehverbote gelten z.B. von 22 Uhr bis 6 Uhr. (Hier wird dann von nächtlichen Ausgangsverboten oder Ausgehverboten gesprochen.)

Ausgangsverbote und Ausgehverbote sind zum anderen in dem Sinne zeitlich begrenzt, dass sie wenige Tage bis wenige Wochen dauern.

Eine Regierung kann Ausnahmen festlegen. Diese Ausnahmen erlauben es Bürgern trotz Ausgangsverbote und Ausgehverbote die Wohnung zu verlassen. Diese Ausnahmen können sein: Einkauf Lebensmittel, Familienzusammenführung, Hilfe für alte Menschen, Weg zum Arzt, Inanspruchnahme medizinischer Versorgung. (Hier ist es ratsam, wenn Personen nachweisen können, warum sie gegen ein Ausgangsverbot oder Ausgehverbot verstoßen. Passierscheine sind in Deutschland nicht Pflicht.)

Im Rahmen von Ausgangsbeschränkungen, einem Katastrophenfall, dem Kontaktverbot oder Ausgangssperren können Ausgangsverbote erlassen werden.

Der Unterschied zwischen einem Ausgangsverbot und einer Ausgangssperre ist, dass bei einem Ausgangsverbot Ausnahmen erlaubt sind.

Anlässe für Ausgangsverbote und Ausgehverbote

Ausgangsverbote und Ausgehverbote können politisch, militärisch oder polizei verordnet werden. Sie werden ausgesprochen, wenn ein Land sich in einem Ausnahmezustand befindet.

Im Individualfall kann ein Arzt aus medizinischen Gründen ein Ausgehverbot oder ein Ausgangsverbot für eine kranke Person aussprechen.

Für Soldaten können Ausgangs- und Ausgehverbote auch ausgesprochen werden. Den Soldaten ist es dann verboten, ihre Kaserne zu verlassen.

Warum Ausgangsverbote und Ausgehverbote verordnet werden

Generell gilt, dass eine Regierung oder Verwaltung Ausgangsverbote oder Ausgehverbote erlassen kann, wenn die öffentliche Sicherheit, das Leben vieler Mensch oder die Lebensgrundlagen in Gefahr sind. Auch können Ausgangsverbote oder Ausgehverbote erlassen werden, wenn die politische Ordnung (in Deutschland: die freiheitlich demokratische Ordnung) in Gefahr ist.

Gründe und Anlässe sind unter anderem:

  • ein Aufstand
  • Bombenalarm
  • Krieg
  • Naturkatastrophen (Hochwasser, Überschwemmungen, Schneesturm, Sturm)
  • Seuchengefahr (Pandemie oder Epidemie)
  • Stromversorgung ausgefallen
  • Terrorangriff / Terroranschlag

Ausgangsverbote und Ausgehverbote sorgen dafür, dass es unter Strafe gestellt wird, wenn Menschen ihr Haus, ihre Wohnung oder ihre Unterkunft verlassen und auf die Straße gehen. Dies hat je nach Anlass verschiedene Gründe. Grundsätzlich gilt aber, dass das Leben von Menschen durch Ausgangsverbote geschützt oder die öffentliche Sicherheit wiederhergestellt werden soll.

Ausgangsverbote sind eine Maßnahme, um Plünderungen zu verhindern.

Die Einhaltung eines Ausgangsverbotes oder eines Ausgehverbotes wird mit der Polizei oder dem Militär überprüft und durchgesetzt.

Bei Ausgehverbote und Ausgangsverbote werden persönliche Bürger- und Freiheitsrechte zeitlich begrenzt eingeschränkt. Hier gilt, dass die Wahrung und Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit mehr wiegt als Freiheitsrechte. Denn es werden z.B. das Recht auf Freizügigkeit, die Versammlungsfreiheit, die Reisefreiheit oder auch die Religionsfreiheit eingeschränkt.

Ausgangsverbot / Ausgehverbot: Pandemie / Epidemie

Im Falle von Seuchengefahr sorgen Ausgehverbote und Ausgangsverbote dafür, dass der Kontakt der Bürger zueinander eingeschränkt wird, wodurch sich die Verbreitung eines Virus (oder einer Seuche) verlangsamt und weniger Neuansteckungen stattfinden. Letztlich dient diese Maßnahme dazu, dass Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen. (Siehe: Flatten the Curve) In diesem Kontext sind Ausgehverbote und Ausgangsverbote eindämmende Maßnahmen.

Ausgangsverbote und Ausgehverbote sind staatliche Eindämmungsmaßnahmen, die ergriffen werden, wenn Bürger nicht freiwillig ihr Sozialleben reduzieren und mehr in ihren Wohnungen oder Häusern bleiben.

Ausgangsverbote und Ausgehverbote können während einer Pandemie oder Epidemie erlassen werden, um Risikogruppen zu schützen. Hier gilt, dass der Schutz Weniger wichtiger ist, als die Freiheit Vieler.

Weitere Bedeutung von Ausgehverbot

„Ausgehverbot“ ist ein von Tim Toupet am 27. März 2020 veröffentlichtes Lied.

Corona-Krise: Miete nicht zahlen, Mietzahlungen, Mieterschutz, Kündigungsrecht für Mieter / Vermieter während Corona


Die deutsche Bundesregierung hat wegen der Coronakrise das Kündigungsrecht für Vermieter eingeschränkt und den Kündigungsschutz für Vermieter erhöht.

Im Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 dürfen Vermieter ein Mietverhältnis wegen durch die Corona-Krise verursachten Mietschulden nicht kündigen. Das Gesetz legt fest, dass Mietrückstände, die zwischen April und Juni 2020 durch die Corona-Krise entstanden sind, keine Gründe für eine ordentliche oder fristlose Kündigung darstellen. Dies gilt für Wohn- und Gewerberaummietverträge, sowie Pacht und Grundstückspachten.

Dies ist keine Befreiung von der Miete. Die Mietschulden müssen bis zum 30. Juni 2022 grundsätzlich zuzüglich Verzugszinsen ausgeglichen werden.

Ab 1. Juli 2020 gilt dann das bisherige Kündigungsrecht wieder. Wenn Mieter nach dem 1. Juli mehr also eine Monatsmiete im Verzug sind, darf der Vermieter fristlos kündigen.

Sollte sich im Juni 2020 herausstellen, dass die Monate April, Mai und Juni nicht ausgereicht haben, um die Corona-Krise abzuwenden und die wirtschaftlichen Folgen für Mieter abzufedern, so kann der Zeitraum um drei Monate bis zum 30. September 2020 verlängert werden.

Corona-Krise und Miete: Rechte und Pflichten für Mieter (Mieterschutz)

Für Mieter besteht – während der Corona-Krise – weiterhin die Pflicht, die Miete fristgerecht zu überweisen. Eine Regelung, die Miete wegen der Corona-Krise zu mindern oder zu stunden, enthält das Gesetz nicht.

Corona-Krise: Wenn Mieter nicht zahlen können – Zahlungsprobleme glaubhaft machen

Können Mieter ihre Miete nicht mehr zahlen, so müssen sie glaubhaft machen, dass ihre Zahlungsprobleme bedingt sind durch die Corona-Krise, um von der Änderung des Kündigungsrechts zu profitieren. Dies ist möglich durch z.B. einen Bescheid über empfangene staatliche Leistungen, eine Bescheinigung des Arbeitgebers, Nachweise des Einkommens (z.B. Kurzarbeitergeld) oder Nachweise über Verdienstausfall.

Für Gewerbemieter gilt, dass sie ausgebliebene Mietschulden glaubhaft machen können, wenn ihr Unternehmen wegen Corona-Eindämmungsmaßnahmen (behördliches Nutzungsverbot) schließen musste.

Mieter sollten ihren Vermieter darüber informieren, dass sie ihre Miete zeitweise nicht zahlen können. Dies sollte im Falle eines Rechtsstreit glaubhaft nachweisbar sein.

Corona: Bis wann Mietrückstände gezahlt werden müssen

Mietrückstände müssen bis zum 30. Juni 2022 ausgeglichen werden. Laut Gesetzgeber sind diese Corona-bedingten Mietausfälle kein Kündigungsgrund und berechtigen nicht zur Kündigung. Schafft ein Mieter es nicht seine Mietschulden bis Ende Juni 2022 auszugleichen, so darf eine Kündigung wegen ausgebliebenen Zahlungen erfolgen.

Grundsätzlich gilt, dass Mieter ihre Mietschulden grundsätzlich mit Zinsen zurückzahlen müssen.

Sinn hinter der Einschränkung des Kündigungsrechts

Das Ziel hinter ist der Einschränkung des Kündigungsrecht ist es, dass Mieter ihre Zuhause nicht verlieren und wohnungslos werden.

Für Vermieter gilt, dass die Miete gezahlt wird, nur mit Verspätung.

Kurzarbeitergeld berechnen 2020: So ermitteln Sie den Betrag Netto / Brutto


In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie das Kurzarbeitergeld berechnen können:

Kurzarbeitergeld berechnen (2020): So errechnen Sie es ganz einfach (Erklärung)

Um das Kurzarbeitergeld zu berechnen, wird die Nettodifferenz aus dem regulären Netto-Lohn und dem Kurzarbeits-Nettolohn ermittelt. Ziehen Sie vom regulären Nettogehalt das Kurzarbeits-Netto ab. Diese Differenz verrechnen Sie mit dem Leistungssatz (60 oder 67 Prozent) verrechnet.

Update: Ab dem 4. Monat Kurzarbeit beträgt der Leistungssatz 70 bzw. 77 Prozent. Ab dem 7. Monat Kurzarbeit beträgt der Leistungssatz 80 bzw. 87 Prozent.

Einfacher ausgedrückt: Errechnen Sie wie viel Netto-Lohn Ihnen durch Kurzarbeit fehlt und verrechnen Sie das Ergebnis mit dem Leistungssatz.

Berechnung Kurzarbeitergeld

Es gibt zwei Sätze für die Höhe des Leistungssatzes:

  • 60 Prozent der Nettodifferenz bei Beschäftigten ohne Kinder. (Ab dem 4. Monat Kurzarbeit 70 Prozent. Ab dem 7. Monat Kurzarbeit 80 Prozent.)
  • 67 Prozent der Nettodifferenz bei Beschäftigten mit Kindern. (Ab dem 4. Monat Kurzarbeit 77 Prozent. Ab dem 7. Monat Kurzarbeit 87 Prozent.)

Tabelle Kurzarbeitergeld berechnen / ermitteln

Nutzen Sie diese Tabelle, um das Kurzarbeitergeld zu ermitteln. Die Berechnungen gelten für die ersten drei Monate. Wird die Kurzarbeit darüber verlängert, so erhöht sich das Kurzarbeitergeld.

Lesen Sie die Tabelle wie folgt: Fehlen Ihnen durch Kurzarbeit 200 Euro Netto, so erhalten Sie im Fall dass der Antrag auf Kurzarbeitergeld bewilligt wird, von der Bundesagentur für Arbeit 120 Euro bzw. 134 Euro. Wenn Sie keine Kinder haben, erhalten Sie 120 Euro. Wenn Sie Kinder haben, erhalten Sie 134 Euro.

Fehlendes Netto60%67%
200120134
300180201
400240268
500300335
600360402
700420469
800480536
900540603
1000600670
1100660737
1200720804
1300780871
1400840938
15009001005
16009601072
170010201139
180010801206
190011401273
200012001340
210012601407

Sie können das Kurzarbeitergeld auch leicht anhand ihres regulären Netto-Lohnes errechnen. Nutzen Sie dafür folgende Tabelle:

Lesebeispiel: Wird ihre Stelle / Arbeitszeit um 70 Prozent reduziert wurde, so erhalten Sie 42 Prozent ihres bisherigen Netto-Lohnes als Kurzarbeitergeld, wenn sie keine Kinder haben. Wenn Sie Kinder haben, so erhalten sie 47 Prozent ihres bisherigen Netto-Lohnes als Kurzarbeitergeld.

Reduzierung60%67%
100%60%67%
90%54%60%
80%48%54%
70%42%47%
60%36%40%
50%30%34%
40%24%27%
30%18%20%
20%12%13%
10%6%7%
0%0%0%

Hinweis: Zuverdienste beim Kurzarbeitergeld sind möglich. Zuverdienste führen nicht zur Kürzung des Kurzarbeitergeldes. Bitte klären Sie dies mit Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit.

Rechenbeispiele und Bespiele: Kurzarbeitergeld

Wird die Arbeitszeit, um 40 Prozent auf 60 Prozent reduziert, so übernimmt die Bundesagentur für Arbeit von den reduzierten 40 Prozent 60 Prozent bei Beschäftigten ohne Kinder und 67 Prozent bei Beschäftigten mit Kindern.

Einfach ausgedrückt: Wird die Arbeitzeit von 40 Stunden auf 24 Stunden reduziert, so beträgt die Reduktion 40 Prozent. Der Arbeitnehmer erhält nun nur noch 60 Prozent des bisherigen Lohnes. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt bei den fehlenden 16 Stunden 60 bzw. 67 Prozent. Das bedeutet die Bundesagentur für Arbeit übernimmt 9,6 bzw. 10,72 Stunden.

Noch einfacher ausgedrückt: Fehlen durch Kurzarbeit auf einmal 800 Euro netto, so zahlt die Bundesagentur für Arbeit 480 Euro bei Beschäftigten ohne Kindern und 536 Euro bei Beschäftigten mit Kindern.

Konkrete Rechenbeispiele für Kurzarbeitergeld

Die Rechenbeispiele gelten für Steuerklasse I.

Ein Arbeitnehmer in Ostdeutschland erhält regulär 2.800 Euro Brutto. Durch Kurzarbeit wird sein Gehalt auf 1.400 Euro Brutto reduziert. Während sein Netto bei den 2.800 Euro vorher bei rund 1.862 Euro, liegt das Netto bei 1.400 Euro nun bei 1074 Euro. Die Differenz aus 1860 abzüglich 1070 Euro ergibt 788. Diese 788 werden mit dem Leistungssatz verrechnet. Hat der Arbeitnehmer keine Kinder, so erhält er rund 470 Euro Kurzarbeitergeld. Hat er Kinder so erhält er rund 520 bis 530 Euro Kurzarbeitergeld.

Ein Arbeitnehmer in Westdeutschland erhält bisher ein Bruttogehalt von 3.500 Euro. Jetzt wird sein Gehalt durch Kurzarbeit auf 1.400 Euro Brutto reduziert.

Erhielt er vorher 2.232 Euro Netto, so erhält er jetzt 1.074 Euro Netto. Die Differenz aus den Beiträgen beträgt 1.158 Euro. Werden die 1.158 Euro mit dem Leistungssatz verrechnet, so ergibt sich für einen Arbeitnehmer mit Kind ein Kurzarbeitergeld von rund 776 Euro und für einen Arbeiternehmer ohne ein Kurzarbeiter von rund 695 Euro.

Kurzarbeitergeld: Wie es beantragt wird / Wer es beantragt

Der Arbeitgeber stellt einen Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur für Arbeit. Bewilligt die Bundesagentur für Arbeit den Antrag, so zahlt die Bundesagentur für Arbeit einen Teil des Gehaltes und bis zu 100 Prozent der anfallenden Sozialversicherungsbeiträge.

Das Kurzarbeitergeld gibt es maximal zwölf Monate.

Kurzarbeitergeld: Fakten

Keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben Minijobber und Beschäftigte, die vor Beginn der Kurzarbeit Krankengeld erhalten oder im Urlaub sind.

Die Beitragsbemessungsgrenze des Kurzarbeitergeldes beträgt im Jahr 2020 6.900 Euro in Westdeutschland und 6.450 Euro in Ostdeutschland..

Wenn das Kurzarbeitergeld nicht zum Leben reicht, so besteht ein Anspruch auf die Grundsicherung.

Zuverdienste bei Kurzarbeit sind verlaubt. Diese Zuverdienste führen nicht dazu, dass das Kurzarbeitergeld gekürzt wird.

Kontaktbeschränkungen, Kontaktbegrenzungen: Bedeutung,Definition


Kontaktbeschränkungen und Kontaktbegrenzungen sind räumliche und soziale Eindämmungsmaßnahmen, um die Ausbreitung einer Pandemie zu verlangsamen, die Zahl der Neuinfektionen zu senken und das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen.

Kontaktbeschränkungen und Kontaktbegrenzungen dienen dazu, dass man sich nicht selbst mit einem Virus infiziert oder – falls man infiziert ist – andere mit einem Virus infiziert. Durch Kontaktbeschränkungen wird das Risiko stark reduziert, andere anzustecken, in dem vermieden wird, dass überhaupt Kontakt hergestellt wird. Die Maßnahmen dienen dem Selbst- und Fremdschutz.

Kontaktbeschränkungen und Kontaktbegrenzungen werden angewendet in dem man keinen Besuch empfängt und andere nicht besucht. In dem auf der Straße Abstand (1,5 Meter) zu anderen gehalten wird. In dem man sich größtenteils selbstisoliert.

Siehe: Kontaktreduzierung, Flatten the Curve, Social Distancing

Kontaktbeschränkungen in Berlin

Während der Coronakrise hat Berlins Regierung eine „Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin“ erlassen. Die Verordnung gilt bis zum 5. April 2020.

Die Verordnung sieht Kontaktbeschränkungen vor und ist eine Form der Kontaktreduzierung. Unter anderem wurde folgendes geregelt:

  • Personen müssen sich ständig in ihrer Wohnung, ihrem Haus oder ihrer gewöhnlichen Unterkunft aufhalten.
  • In der Öffentlichkeit muss zu allen(!) anderen Person ein Abstand von mindestens 1,5 Meter gehalten werden.
  • Die Wohnung darf nur verlassen, wenn Gründe verliegen. Diese Gründe sind unter anderem:
    • Arbeitsweg,
    • Medizinische Behandlung in Anspruch nehmen,
    • Lebensmittel einkaufen,
    • Tierbedarf einkaufen,
    • Hund gassi führen,
    • Besuch kranker/alter Menschen,
    • Hilfe für unterstützungsbedürftige Personen leisten,
    • Sterbende begleiten,
    • Sport und Bewegung an der frischen Luft,
    • dringende Termine wahrnehmen,
    • Amtstermine wahrnehmen,
    • individuelle Religionsausübung,
    • auf Vorladungen reagieren,
    • gärtnern
  • Umzüge sind erlaubt
  • Wohnungsbesichtigung sind möglich

Die „Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin“ enthält eine Mitführpflicht. Dass heißt, wer sich in der Öffentlichkeit bewegt, muss per Personalausweis (oder Lichtbildausweis) der Polizei oder dem Ordnungsamt nachweisen können, wo er wohnt. Ein Passierschein wird nicht benötigt.

Der Beruf, der Job, das Mandat oder das Ehrenamt auszuüben, ist weiterhin erlaubt.

Berlin darf nur verlassen werden, wenn dies auf direktem Weg zur Wohnung liegt.

Die Kontaktbeschränkungen sind keine Ausgangssperre. Auch findet das Wort „Ausgangsbeschränkungen“ keine Anwendung in der Verordnung.

Kontaktbeschränkungen Sachsen-Anhalt

Die Kontaktbeschränkungen in Sachsen-Anhalt gelten vom 23. März 2020 0:00 Uhr bis 5. April 2020 24:00 Uhr.

  • Auch in Sachsen-Anhalt gilt, dass zu allen Personen in der Öffentlichkeit ein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden muss.
  • In der Öffentlichkeit darf man sich nur mit einer Person aus dem eigenen Haushalt aufhalten. Zu allen anderen Menschen muss ein Abstand von 1,5 Meter gehalten werden.
  • Restaurants und Gastronomien werden für Publikumsverkehr geschlossen. Außer-Haus-Verkauf ist erlaubt.
  • Friseure, Kosmetikstudios, Nagelstudios, Piercingstudios und Tattoos müssen schließen.

Die Polizei kontrolliert, ob das Kontaktverbot und die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden.

Weitere Bedeutung: Kontaktbegrenzungen im Fußball

Im Fußball wird auch von Kontaktbegrenzungen gesprochen. „Kontaktbegrenzungen“ legen fest, wie viel Interaktionen ein Spieler mit dem Fußball haben soll. Um die Interaktionen zu erhöhen, wird die Kontaktbegrenzungen niedrig gehalten. Denn Kontaktbegrenzungen zwingen Spieler dazu, öfter abzuspielen oder zupassen.

Ausweispflicht, Mitführpflicht: Gibt es eine Pflicht den Personalausweis mitzuführen? Erklärung


Machen wir es kurz: In Deutschland gibt es keine Pflicht, dass ein Staatsbürger seinen Ausweis immer mit sich tragen muss. Ausnahmen gelten für Grenzübertritte, bestimmte Branchen, Waffenträger und in weiteren Fällen. (Diese werden weiter unten erklärt.) Es gibt in Deutschland nur eine Pflicht, dass ein deutscher Staatsbürger einen Ausweis besitzen muss!

In Kürze: Man muss einen Ausweis haben, aber muss ihn nicht sich führen. In einigen Situation ist es aber ratsam den Ausweis dabei zuhaben.

Ausweispflicht, Mitführpflicht und Identitätsfeststellung: Polizeikontrolle

Bei einer Polizeikontrolle oder Verkehrskontrolle muss der Personalausweis oder Reisepass nicht mitgeführt werden. Wenn bei einer Kontrolle die Identität festgestellt werden soll, so muss die kontrollierte Person ihre Personalien angeben. Verweigert die Person dies, begeht sie eine Ordnungswidrigkeit. (Siehe: Ordnungswidrigkeitengesetz § 111, Falsche Namensangabe)

Polizisten haben die Möglichkeit bei einer Kontrolle eine Person mit auf die Wache zunehmen, um dort die Identität festzustellen. Das bedeutet, wer leichter durch eine Kontrolle möchte, ist gut beraten einen Ausweis dabei zuhaben.

Wer in einer Polizeikontrolle seine Identität nicht nachweisen kann, muss nicht zwangsläufig mit auf die Wache, sondern kann aufgefordert werden, seinen Ausweis in einer Polizeidienststelle vorzulegen.

Warum es sinnvoll ist, den Ausweis freiwillig dabei zu haben

In bestimmten Situation ist es ratsam einen Ausweis dabei zuhaben, wenn man schneller durch eine Kontrolle möchte:

  • Angeln (in Verbindung mit Angelschein oder Gewässerschein)
  • an Flughäfen
  • auf Bahnhöfen
  • Autofahren
  • Jagd (in Verbindung mit Jagdschein)
  • Kontaktverbot (Coronavirus / Covid-19)
  • Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) in Verbindung mit nicht-übertragbarem Ticket
  • Schwarzfahren
  • Teilnahme an Demonstration

Ausweispflicht / Mitführpflicht während Coronavirus / Covid-19?

In der Situation einer Pandemie (Coronavirus / Covid-19) und erlassenen Ausgangsbeschränkungen oder eines Kontaktverbots ist es sinnvoll einen Ausweis dabei zuhaben. Dieser erleichtert und verkürzt die Kontrolle. Ein Passierschein wird nicht benötigt.

Durch das am 22. März 2020 erlassene Kontaktverbot kann es zu verstärkten polizeilichen Kontrollen kommen. Laut dem Kontaktverbot sind Menschen Ansammlungen von mehr als 2 Menschen verboten und es muss ein Abstand von 1,5 Meter Abstand zu allen Menschen gehalten werden. Ausnahmen gelten für Familien und Wohngemeinschaften. Sollte die Polizei nun die Identität feststellen wollen, so dient das dazu zu überprüfen, ob Personen, die sich gemeinsam in der Öffentlichkeit bewegen, im gleichen Haushalt wohnen.

Durch Nachweise wie eine Arbeitgeberbestätigung kann bestätigt werden, dass jemand auf dem Weg zur Arbeit ist.

Eine Mitführpflicht besteht trotzdem nicht. Es gelten jedoch Ausnahmen. (Weiter unten werden diese erklärt.)

Unterschied: Ausweispflicht – Mitführpflicht

Ausweispflicht bedeutet in Deutschland, dass es die Pflicht jeder Person über 16 Jahren ist, dass sie einen gültigen Auswies besitzt.

Mitführpflicht bedeutet, dass eine Person verpflichtet ist einen Ausweis mit sich zutragen und diesen im Falle einer Kontrolle vorzuzeigen.

Muss ich in Deutschland meinen Personalausweis immer dabei haben?

In Deutschland herrscht Ausweispflicht. Das bedeutet, jede Person, die älter als 16 Jahre alt ist, muss einen Personalausweis oder Reisepass besitzen. (Dies ist im Personalausweisgesetzes §1 geregelt.)

Im ersten Paragrafen des Personalausweisgesetz steht, dass jede Person ihren Ausweis einer berechtigten Behörde vorlegen muss, wenn diese Behörde die Identität feststellen will. In Deutschland gilt diese Regel für alle Menschen, dass heißt auch Menschen aus anderen EU-Staaten und aus nicht EU-Staaten müssen ihren Ausweis ebenfalls vorlegen, wenn eine Behörde dies verlangt.

Es stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, wenn deutsche Staatsbürger keinen gültigen Personalausweis oder Reisepass haben. Die Strafe kann bis zu 5.000 Euro betragen.

Ausweispflicht und Mitführpflicht: Ausnahmen, wann der Ausweis immer mitgeführt werden muss

1. Mitführpflicht: Grenzkontrollen

An und bei Grenzkontrollen herrscht die Pflicht einen Ausweis vorzuweisen. Innerhalb des Schengenraums reicht ein Personalausweis. Wer den Schengenraums verlässt, braucht einen Reisepass.

Achten Sie bei Auslandsreisen auf die Bestimmungen des Reiselands. In einigen Ländern herrscht eine generelle Mitführpflicht. So z.B. in Italien, den Niederlanden und Portugal.

2. Bestimmte Branchen

In Branchen,in denen Schwarzarbeit oder illegale Beschäftigung häufer vorkommen, gilt eine Mitführpflicht für den Ausweis. Diese Branchen sind unter anderem: Baugewerbe, Gaststätten, Speditionen, Transport- und Logistikgewerbe, Schaustellergewerbe, Forstwirtschaft, Gebäudereinigung, Fleischwirtschaft, Messebau,… . Mitarbeiter in diesen Branchen müssen ihren Ausweis (Personalausweis oder Pass) während der Arbeit immer bei sich führen.

3. Beim Mitführen einer Waffe

Wer eine Waffe bei sich trägt oder führt, muss einen Ausweis bei sich tragen.

4. Bei einer Gerichtsverhandlung

Wer an einer Gerichtsverhandlung teilnimmt, kann aufgefordert werden, sich auszuweisen.

5. Kontoeröffenung

Wer ein Konto eröffnet, muss sich ausweisen, in dem er oder sie den Personalausweis oder Reisepass vorlegt. Dies ist im Geldwäschegesetz geregelt.

6. Öffentlicher Personennahverkehr

Betreiber vom Öffentlichen Personennahverkehr können verlangen, dass Fahrgäste mit nicht-übertragen Tickets einen Ausweis bei sich tragen.

Kontaktverbot: Coronavirus, Covid-19, Bedeutung, Definition


Am 22. März 2020 hat die deutsche Bundesregierung bekanntgegeben, dass wegen der Corona-Krise in Deutschland ein bundesweites Kontaktverbot erlassen wird. Es galt ab dem 23. März 2020 für zwei Wochen bis zum 15. April 2020. Am 15. April 2020 wurde das Kontaktverbot bis zum 3. Mai 2020 verlängert.

Kontaktverbot im Kampf gegen Coronavirus, Covid-19: Bedeutung

Das Kontaktverbot bedeutet, dass Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten sind und dass zu anderen Menschen ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden muss.

Ausnahmen: Für Familien und Personen, die im gleichen Haushalt leben, gilt das Kontaktverbot nicht. (Bps. Wohngemeinschaften) Weitere Ausnahmen sind Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, die Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und Beerdigungen.

Weiterhin gilt und wurde beschlossen:

  • Zu anderen Personen muss in der Öffentlichkeit ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden.
  • Restaurants, Gaststätten und alle Gastronomiebetriebe werden bundesweit sofort für Gäste geschlossen.
  • Die Lieferung und Abholung von Essen ist weiterhin erlaubt. Es gilt, dass das Essen in der eigenen Wohung bzw. im eigenen Haus gegessen werden muss – nicht im Restaurant!
  • Dienstleister im Bereich der Körperpflege werden geschlossen. Dies betrifft Friseure / Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagestudios und Massagesalons. (Behandlungen, die medizinisch notwendig sind, sind weiterhin möglich.)
  • Der Arbeitsweg, anderen zu helfen oder für Sport und Erholung darf weiterhin die Wohnung oder das Haus verlassen werden.
  • Die Polizei kontrolliert, ob das Kontaktverbot eingehalten wird. Bei Verstößen werden Bußgelder von bis 2.500 Euro verhängt.

Das Kontaktverbot ist keine Ausgangssperre. Damit wird ein Passierschein nicht notwendig. In Bundesländern beschlossene Ausgangsbeschränkungen gelten weiterhin. Eine Übersicht, welche Berufsgruppen und Branchen systemrelvant sind, finden sie hier.

Die Entscheidung trafen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in einer gemeinsamen Telefonkonfernz am Sonntag, 22. März 2020.

Kontaktverbot im Kampf gegen Coronavirus / Covid-19: Bedeutung, Definition

Das Kontaktverbot muss in dem Kontext so verstanden werden, dass zwischen zwei Menschen mindestens 1,5 Meter Abstand eingehalten werden muss und das keine Gruppen gebildet werden dürfen. Ausnahmen gelten für Familien, Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, die Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr und Beerdigungen. Diese dürfen den Abstand von 1,5 Meter unterschreiten.

Menschen-Ansammlungen und Gruppen mit mehr als zwei Personen dürfen nicht gebildet werden und müssen gemieden werden.

Das Kontaktverbot bedeutet, dass eine Person nur mit einer anderen Person Kontakt – bei Einhaltung des Mindestabstandes – haben darf. Dies ist eine Maßnahme, die dem Social Distancing dient. Denn das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion übertragen. Infizierte verbreiten das Virus z.B. durch Berührungen, wenn sie engen Kontakt zu anderen Nicht-Infizierten haben. Dies wird durch das Kontaktverbot unterbunden, wenn es eingehalten wird.

Damit sollen nicht nur die Zahlen der Neuinfektionen reduziert werden, sondern das Gesundheitssystem soll vor Überlastung geschützt werden. (Siehe: Flatten the Curve)

Was bedeutet systemrelevant? Bedeutung, Definition, Berufe, Unternehmen, Wer ist systemrelevant?


Allgemein ist etwas systemrelevant, dass sehr bedeutsam und wichtig für ein System ist. Bricht etwas systemrelevantes weg oder reduziert es seine Leistung, so hat dies negative Auswirkungen auf das ganze System und kann die Stabilität des ganzen Systems bedrohen.

Systemrelevant und Systemrelevanz: Bedeutung, Definition

Im Speziellen gibt es drei bekannte Kontexte in denen von Systemrelevanz gesprochen:

  • Systemrelevanz in der Wirtschaft: Systemrelevant sind Unternehmen, die wirtschaftlich so stark und bedeutsam sind, dass ihnen eine Schlüsselrolle zukommt und eine Insolvenz die Stabilität ihrer Branche oder eines Wirtschaftssystems bedrohen würde.
  • Systemrelevanz für das staatliche Gemeinwesen und die Gesellschaft: Systemrelevant sind Berufsgruppen, Einrichtungen, Unternehmen und Verwaltungen bei denen es wichtig ist, dass sie weiter arbeiten und die Versorgung der Bürger sicherstellen, trotz einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder für das Leben vieler Menschen, sowie trotz Ausgangssperren und Ausgangsbeschränkungen. Auf systemrelevante Berufe, Berufsgruppen und Branchen kann NICHT(!) verzichtet werden.
  • Systemrelevanz von Staaten: Systemrelevant sind Mitgliedsstaaten in einem Staatenverbund, einer Union (z.B. EU) oder einer Währungsunion bei denen ein Staatsbankrott oder die Zahlungsunfähigkeit verhindert werden muss, da dies sonst die Stabilität der ganzen Union oder des Staatenverbundes bedroht.

Liste: Systemrelevante Berufe, Berufsgruppen, Bereiche und Branchen: Wer ist systemrelevant?

Es ist unmöglich alle Berufe und Berufsgruppen zu nennen, die systemrelevant sind. Daher finden Sie hier eine Auflistung der systemrelevanten Branchen und Bereiche:

  • Energieversorgung: (Energieversorger)
    • Einrichtungen zur Versorgung mit Elektrizität (Stromversorgung), Gas, Kraftstoffe, Heizöl und Fernwärme (systemrelevante Kraftwerke)
    • Einrichtungen zur Wartung und Aufrechterhaltung der Netze
  • Wasserversorgung und – entsorgung: (Wasserwerke)
    • Einrichtungen zur Versorgung mit Trinkwasser
    • Einrichtungen für Abwasserbeseitigung
    • Einrichtungen zur Wartung und Aufrechterhaltung der Wasserversorgung
  • Ernährung / Lebensmittel:
    • Einrichtungen und Dienstleister zur Versorgung mit Lebensmitteln: Produktionseinrichtungen, Groß- und Einzelhandel, Zulieferer, Logistik-Branche
  • Informationstechnik und Telekommunikation:
    • Einrichtungen für Sprach- und Datenübertragung
    • Einrichtungen für Datenspeicherung- und Verarbeitung
    • Einrichtungen zur Wartung und Aufrechterhaltung der Netze: Rechenzentren, Serverfarmen, Server, Übertragungsnetze, Telekommunikationsdienste (Anmerkung: Damit Telefonnetze, Internet und mobiles Internet weiterhin funktionieren.)
  • Gesundheit und Gesundheitswesen:
    • Einrichtungen für stationäre medizinische Versorgung: Krankenhäuser, Rettungsdienste, Pflege, niedergelassene Bereiche
    • Einrichtungen für die Versorgung mit lebenserhaltenden Medizinprodukten: Medizinproduktehersteller, Arzneimittelhersteller
    • Einrichtungen für die Versorgung mit Medikamenten: Apotheken
    • Einrichtungen für Labordiagnostik: Labore
  • Finanz- und Wirtschaftswesen:
    • Einrichtungen für die Versorgung mit Bargeld
    • Einrichtung für kartengestützten Zahlungsverkehr
    • Einrichtungen für konventionellen Zahlungsverkehr
    • Einrichtungen für Werpapier- und Derivatgeschäfte
    • Versicherungen
    • Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter (insbesondere damit unter anderem Kurzarbeitergeld ausgezahlt wird)
  • Transport und Verkehr:
    • Einrichtungen zur Wartung und Aufrechterhaltung der Infrastruktur
    • Öffentlicher Personennahverkehr, Öffentlicher Personenfernverkehr, Güterverkehr,
    • Personal zur Aufrechterhaltung des Bahn-, Flug- und Schiffsverkehrs
    • Logistik
  • Medien:
    • Nachrichten- und Informationswesen,
    • Risiko- und Krisenkommunikation
  • staatliche Verwaltungen:
    • Zur Sicherstellung, dass Kernaufgaben der staatlichen Verwaltung erfüllt werden
    • öffentliche Verwaltung, Polizei, Justiz, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Justizvollzug, Veterinärwesen, Lebensmittelkontrolle, Asyl- und Flüchtlungswesen, Abschiebehaft, Verfassungsschutz, aufsichtliche Aufgaben, wissenschaftliche Einrichtungen, sicherheitsrelevante Einrichtungen, Parlamente, die zuständig für Gesetzgebung sind
  • Schulen, Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe:
    • Zur Sicherstellung der notwendigen Betreuung in Schulen, Kindertagesstätten (Kitas), Kindertagespflege,
    • stationäre Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe,
    • stationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Quelle: Verordnung zur Bestimmung Kritischer Infrastrukturen nach dem BSI-Gesetz (BSI-Kritisverordnung – BSI-KritisV)

Anmerkungen: Im Gesundheits- und Medizinbereich werden stets Ärzte, Krankenschwestern und Pflegepersonal genannt. Vergessen werden dürfen Reinigungskräfte nicht.

Systemrelevante Berufe, Berufsgruppen, Branchen und Unternehmen: Wer ist systemrelevant?

Systemrelevante Berufe, Berufsgruppen, Branchen und Unternehmen sind für eine Gesellschaft und für das staatliche Gemeinwesen unverzichtbar. Es ist wichtig, dass sie weiter arbeiten und ihre Leistung anbieten, wenn Gefahr für die öffentliche Sicherheit, Gefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung, Gefahr für das Leben vieler Menschen oder Gefahr für die Lebensgrundlagen besteht. Es ist sehr wichtig, dass systemrelevante Berufe und Berufsgruppen im Falle von Ausgangssperren, Ausgangsbeschränkungen, einem Lockdown oder Shutdown ihren Arbeitsplatz erreichen.

Denn, wenn Personen mit systemrelevanten Berufen ihre Arbeit nicht ausführen oder ausführen können, drohen Versorgungsengpässe, Ausfall der Versorgung oder Störungen der öffentlichen Sicherheit.

Für Personen mit systemrelevanten Berufen oder in Branchen wird eine Notbetreuung zur Verfügung gestellt.

Systemrelevanz: Finanzkrise

Während und nach der Finanzkrise ab 2007 wurden vom Staat verschiedene Banken als systemrelevant eingestuft. Auch Griechenland wurde als systemrelevanter Staat für die EU eingestuft.

Für systemrelevante insolvente Banken wurden öffentliche Mittel verwendet, um eine Pleite abzuwenden.

Anhand von Kritierien wie unter anderem Höhe der Bilanzsumme, Anteil der Bilanzsumme am nationalen Bruttoinlandsprodukt, grenzüberschreitende Aktivitäten, erhaltene Finanzhilfen aus der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität oder dem Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität, oder „Ist die Bank unter den drei größten Banken eines Landes“ wurde festgelegt, welche Bank systemrelevant ist.

Vorlage (PDF, Word) für Passierschein / Berechtigungsschein für Ausgangssperre / Corona, Coronavirus


Ein Passierschein ist ein Dokument, dass den Besitzer des Scheins bzw. die Besitzerin des Scheins dazu berechtigt ein bestimmtes Gebiet zu betreten, sich innerhalb einer Ausgangssperre bzw. Ausgangsbeschränkung zu bewegen oder eine Grenze zu übertreten.

Im Falle einer polizeilichen Kontrolle dient ein vorgezeigter Passierschein in Verbindung mit einem vorgezeigten Personalausweis als ausreichender Nachweis, dass eine Person ein bestimmtes Gebiet betreten, sich innerhalb einer Ausgangssperre / Ausgangsbeschränkung bewegen oder eine Grenze übertreten darf.

Der Passierschein verkürzt eine Kontrolle und kann dazu führen, dass jemand einfacher durch eine Kontrolle kommt. Für jede Kontrolle gilt, dass die Polizei die Daten des Ausweis‘ mit dem Passierschein vergleicht.

Alternativ sorgen für die Glaubhaftmachung einer Person auch ein Dienstausweis, eine Dienstkarte oder eine Bestätigung des Arbeitgebers.

Siehe auch: Kontaktverbot und Kontaktreduzierung

Vorschlag für Passierschein Vorlage als Word und PDF für Ausgangssperre / Ausgangsbeschränkung wegen Corona, Coronavirus

Einen Vorschlag für einen Passierschein als Vorlage in Word oder als PDF finden Sie hier:

Vorschlag Passierschein Vorlage als Word-Dokument vorausgefüllt mit Platzhaltern

Vorschlag Passerschein Vorlage als Word-Dokument mit Kommentaren

Vorschlag Passierschein Vorlage als PDF

Hinweis: Diese Vorlage für einen Vorschlag für einen Passierschein ist im eigentliche Sinne kein Passierschein, sondern stellt im Bestenfall eine Arbeitgeberbestätigung dar, dass die im Vorschlag genannte Person in der im Vorschlag genannten Einrichtung arbeitet. Diese Vorlage ist nur ein Vorschlag. Sie ist kein offizieller Passierschein und kein amtliches Dokument! Ein Passierschein ist in Deutschland nicht vorgeschrieben!

Hinweis: Sie erhalten hier den Vorschlag für den Passierschein als Vorlage kostenlos. Es gibt keine Garantie auf Richtigkeit oder Rechtsgültigkeit. Es wird keine Haftung übernommen. Auch stellt dieser Beitrag keine Rechtsberatung dar!

Sie erhalten den Vorschlag für einen Passierschein als Vorlage kostenlos. Wir, die Redaktion von BedeutungOnline.de, würden uns freuen, wenn Sie sich mit einer kleinen Spende (von 1 Euro oder 5 Euro) etwas zurückgeben. Schon der Preis für eine Tasse Kaffee (2-3 Euro) genügt. Mehr Informationen, wie Sie spenden und BedeutungOnline.de unterstützen können, finden Sie hier.

Passierschein für Ausgangssperre oder Ausgangsbeschränkung bei Corona, Coronavirus

Wegen (realer und möglicherweise) verhängter Ausgangssperren, Ausgangsbeschränkungen oder Betretungsverboten – während der Coronaviruskrise – erstellten Arbeitgeber und Träger bundesweit  Passierscheine für Mitarbeiter, damit diese im Falle einer plötzlichen Ausgangsbeschränkung auch zur Arbeit kommen können. Betroffen sind Menschen in systemrelevanten Sektoren und Berufen, so unter anderem: Apotheken, Ärzte, medizinische Einrichtungen, Behörden, Verwaltungen, Lebensmittelläden, Logistik, Transport, Verkehr, Netzwerke (Eine detailierte Übersicht, wer systemrelevant ist, finden Sie hier.)

ACHTUNG: Vom Arbeitgeber erstellte Passierscheine sind keine behördlichen offiziellen Dokumente, sondern stellen lediglich eine Bestätigung dar, dass eine Person bei dem angegeben Arbeitgeber arbeitet. Für eine mögliche Kontrolle erklären diese Passierscheine damit, warum eine Person gegen eine Ausgangssperre oder Ausgangsbeschränkung absichtlich verstößt. Ein Sprecher des bayrischen Innenministeriums erklärte, dass Passierscheine – während der Ausgangsbeschränkungen im März/April 2020 – nicht nötig seien.

Es gilt aber, dass in bisher erlassenen Ausgangsbeschränkungen der Weg zur Arbeit ausdrücklich erlaubt ist.

Im Falle einer nationalen Ausgangsbeschränkung oder Ausgangssperre ist vermutlich damit zu rechnen, dass es einheitliche von Behörden beglaubigte Formulare geben wird.

Inhalt Passierschein

Die Passierscheine weisen den Träger und Ersteller aus, sowie wo der Träger beschäftigt ist. Der Passierschein enthält folgende Informationen:

  • Name des Arbeitgebers
  • Name des Mitarbeiters (teils mit Angabe des Wohnortes und der Personalausweis-Nummer)
  • Firmenstempel des Arbeitgebers
  • Erklärung der Notwendigkeit, dass gegen eine Ausgangssperre oder Ausgangsbeschränkung verstoßen wird.

Ein erklärender Text kann sein: „Die oben genannte Person ist Mitarbeiter bei / in … und gehört zum notwendigen Personal. Die betreffende Person ist für die Aufrechterhaltung des Betriebs notwendig und unverzichtbar. Sie gehört zum betriebsnotwendigen Personal. Sie muss im Falle einer Ausgangssperre ihren Arbeitsplatz erreichen.“

Im Falle einer Apotheke wird unter anderem folgender Satz ergänzt: „Die Person ist für die Arzeimittelversorgung der Bevölkerung unverzichtbar.“

Allgemein kann formuliert werden: „Für die Person … besteht die dienstliche Erfordernis, den Arbeitsplatz zu erreichen.“

Teils werden Passierscheine auch als „Passierberechtigung“, „Bescheinigung zur Vorlage bei Ausgangssperre“, „Arbeitgeberbestätigung“, „Erklärung über die Unabkömmlichkeit“ oder „Unabkömmlichkeitsbescheinigung“ bezeichnet.

Reale Passierscheine

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen erstellte im März 2020 für Ärzte Vordrucke für eine „Passierberechtigung für Mitarbeiter von Arztpraxen“.

Auch die Apothekerkammer Berlin stellte im März 2020 für Apothekenmitarbeiter einen Passierschein-Vordruck zur Verfügung.

Die Bundesagentur für Arbeit soll im März 2020 an Mitarbeiter Passierscheine verteilt haben. (Quelle: Business Insider)

Ausgangsbeschränkungen / Betretungsverbote: Bedeutung, Definition, Rechtliche Situation, Gesetz, Folgen


Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote sind freiheitsbeschränkende Maßnahmen, die aus Sicherheitsgründen ergriffen werden. Sie schränken den Bewegungsraum von Bürgern ein.

Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote werden von einer Regierung angeordnet, wenn das Leben vieler Menschen oder die Lebensgrundlagen in Gefahr sind. Beide Maßnahmen gelten temporär.

Die Polizei kontrolliert, ob Bürger sich an Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote halten. Verstoßen Bürger dagegen, so drohen Bußgelder.

Siehe auch: Kontaktverbot und Kontaktreduzierung

Ausgangsbeschränkungen: Bayern, Deutschland

Der Ministerpräsident von Bayern, Markus Söder (CSU), hat am 20. März 2020 bekannt gegeben, dass es in Bayern Ausgangsbeschränkungen geben wird. Diese gelten vom 21. März 2020 0 Uhr bis 3. April 2020 24:00 Uhr.

Bürger dürfen ihre Wohnung oder ihr Haus nur noch mit gutem Grund verlassen. Diese Gründe sind unter anderem:

  • Arbeitsweg / Ausübung beruflicher Tätigkeit
  • Arztbesuche / medizinische Leistungen in Anspruch nehmen
  • Apothekenbesuche
  • Anderen helfen
  • Einkäufe (Lebensmittel, Getränke, Tierbedarf)
  • Besuch Lebenspartner, Alte Menschen, Kranken
  • Sport und Bewegung

Besuche zu folgenden Läden und Einrichtungen sind erlaubt: Apotheken, Post, Brief- / Versandhandel, Sanitätshäuser, Optiker, Hörgeräteakustiker, Banken / Geldautomaten, Tankstellen, KfZ-Werkstätten, Reinigungen

Folgende Einrichtungen dürfen NICHT besucht werden: Krankenhäuser, Kliniken, Alten- und Pflegeheime, Seniorenresidenzen, Vorsorgeeinrichtungen, Rehabilitationseinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, vollstationäre Pflegeeinrichtungen

Gaststätten werden geschlossen. Bau- und Gartenmärkte werden auch geschloßen.

Insbesondere dienen die Ausgängsbeschränkungen dafür, dass Gruppenbildungen in der Öffentlichkeit nicht mehr stattfinden.

Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen werden bis Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro geahndet.

Die Polizei darf Passanten in der Öffentlichkeit kontrollieren und herausfinden, ob sie mit einem trifftigen Grund draussen sind. (Eine Mitführpflicht für den Personalausweis oder Reisepass gibt es nicht. Es hilft aber einen Ausweis dabei zuhaben. Passierscheine werden nicht benötigt.)

In anderen Bundesländern gelten ähnliche Ausgangsbeschränkungen.

Betretungsverbote: Freiburg

Für Freiburg gilt vom 21. März bis 3. April 2020 ein Betretungsverbot für öffentliche Plätze und öffentliche Orte. Bürgern ist es untersagt, diese zu betreten. Die Bürger dürfen folgende öffentliche Orte nicht betreten: Parks, Parkanlagen, Grünflächen, Gehwege, Wege, Straßen, Plätze

Bürger dürfen ihre Wohnung oder ihr Haus aus folgenden gründen verlassen:

  • Arbeitsweg
  • Arztbesuch
  • Lebensmittel einkäufe
  • Hilfeleistungen / anderen Helfen
  • Sport und Bewegung

Verstöße gegen das Betretungsverbot ahndet die Polizei.

Versammlungen von mehr als 50 Personen sind verboten. (Siehe: Coronapartys)

Definition, Bedeutung: Ausgangsbeschränkungen / Betretungsverbote

Betretungsverbote sind Verbote bei denen es Bürgern verboten ist, öffentliche Orte (z.B. Parks, Grünanlagen, Straßen, Wege, Gehwege, Grünflächen, Parkanlagen) oder öffentliche Plätze (z.B. Marktplatz, Bahnhofsplatz,..) zu betreten.

Ausgangsbeschränkungen schränken ein, unter welchen Bedingungen es Bürgern erlaubt ist, ihre Wohnung zu verlassen. Diese Bedingungen und Gründe werden von einer Regierung definiert. (Für systemrelevante Berufsgruppen gelten Ausnahmen.)

Unter anderem dürfen Bürger – während Ausgangsbeschränkungen – ihre Wohnung oder ihr Haus aus folgenden Gründen verlassen:

  • Arbeitsweg: Für den Weg zur Arbeit
  • Arztbesuche: Um einen Arzt oder ärztliche Hilfe aufzusuchen.
  • Apothekenbesuche: Um Medikamente zu kaufen.
  • Einkäufe: Um Lebensmittel zu kaufen
  • Hilfe für anderen: Um anderen zu helfen.
  • Besuch Lebenspartner: Um den Lebenspartner oder die Lebenspartnerin zu besuchen.
  • Sport und Bewegung: Um an die frische Luft zu gehen; entweder allein oder zu zweit.

Im Falle einer Pandemie oder Epidemie dienen beide Maßnahmen – Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote – die Ausbreitung des Virus einzudämmen und zu verlangsamen. Denn damit werden die sozialen Kontakte einer Person reduziert und minimiert, so dass sie weniger bis keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen hat. (Siehe: Social Distancing,#WirbleibenZuhause) Das führt dazu, dass unabsichtliche Infizierungen weniger stattfinden, sowie dass Risiko für Risikogruppen oder Immunschwache sinkt, sich anzustecken. Das Ziel davon ist nicht nur die Gesundheit jedes Einzelnen zu wahren, sondern das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen. (Siehe: Flatten the Curve)

Anmerkung: Mit persönlicher Hygiene (#SafeHands) und Abstand zu anderen Menschen ist schon viel getan. Meiden Sie Coronapartys!

Siehe auch:

Gründe / Anlässe für Ausgangsbeschränkungen / Betretungsverbote

Ist die öffentliche Sicherheit, sind das Leben vieler Menschen oder die Lebensgrundlagen in Gefahr, so kann eine Regierung Ausgangsbeschränkungen oder Betretungsverbote erlassen.

Gründe und Anlässe können sein:

  • ein Aufstand
  • Bombenalarm
  • Naturkatastrophen (Hochwasser, Überschwemmungen, Schneefälle, Sturm)
  • Pandemie / Epidemie (Bekämpfung einer Seuche)
  • Stromversorgung ausgefallen
  • Terrorangriff

Im Falle einer Pandemie oder Epidemie werden Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote erlassen, damit Bürger weniger Kontakt zueinander haben. Nur so kann die Pandemie eingedämmt und die Verbreitung des Virus verlangsamt werden. Denn Ausgangsbeschränkungen führen dazu, dass Bürger an ihrem jetzigen Ort festgesetzt werden, keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen haben und so andere nicht mehr (wenn auch unabsichtlich) anstecken können. Ferner wird dadurch das Gesundheitssystem vor Überlastung geschützt. (Siehe: Flatten the Curve)

Bei Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote wird die persönliche Freiheit temporär eingeschränkt, da die öffentlichte Sicherheit in Gefahr ist. Hier wiegt die Wahrung und Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit mehr als individuelle Freiheits- oder Bürgerrechte.

Ausgangsbeschränkungen / Betretungsverbote: Rechtliche Situation, Gesetze

Artikel 11 des Grundgesetzes regelt die Freizügigkeit von Bürgern. Im zweiten Absatz ist geregelt, dass die Freizügigkeit eingeschränkt werden, wenn damit konkret die Seuchengefahr bekämpft wird. Eine Einschränkung der Freizügigkeit ist nur möglich, wenn Gefahr für den Bestand oder die freiheitlich demokratische Grundordnung des Landes oder Bundes des Bundes oder Landes droht.

Eine Gebietskörperschaft kann Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote verhängen. Ein Landrat kann für seinen Landkreis oder seine Gemeinde Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote verhängen. Ein Oberbürgermeister kann für seine Stadt oder seine Gemeinde Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote erlassen. Eine Landesregierung kann für ihr Bundesland und eine Bundesregierung kann für Deutschland Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote anordnen.

Ausgangssperre: Bedeutung, Definition, Rechtliche Situation, Gesetz, Folgen


Als Ausgangssperre wird das Verbot bezeichnet, das Haus oder die Wohnung in welcher man sich gerade aufhält, zu verlassen. Eine Ausgangssperre wird staatlich durch eine Regierung verordnet und durch die Polizei und/oder das Militär durchgesetzt.

Eine Ausgangssperre wird (aus Sicherheitsgründen) ausgerufen, wenn das Leben vieler Menschen oder wenn die Lebensgrundlagen in Gefahr sind. Eine Ausgangssperre gilt temporär.

Wer gegen eine Ausgangssperre verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Höhe kann variieren und wenige Euro bis mehrere hundert Euro betragen.

Siehe auch: Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote

Siehe auch: Kontaktverbot und Kontaktreduzierung

Ausgangssperren in Deutschland

Ausgangssperre in Mitterteich

In Mitterteich (Plz 95666) im Bundesland Bayern gilt vom 18. März bis 2. April 2020 eine Ausgangssperre. Die Polizei überwacht, ob die Ausgangssperre eingehalten wird. Bei Verstößen gegen Ausgangssperren drohen Geldstrafen und bis zu zwei Jahre Haft.

Betretungsverbot in Freiburg

Die Stadt Freiburg verhängte vom 21. März bis 3. April 2020 ein Betretungsverbot. Es ist Bürgern verboten und nicht mehr gestattet öffentlichte Plätze und öffentlichte Orte wie Parks, Plätze und Grünanlagen zu betreten. Mit der Maßnahme will die Stadt unterbinden, dass Bürger sich bei schönem Wetter im Park oder in der Stadt treffen.

Das Haus oder die Wohnung soll nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen werden. Bürger dürfen weiterhin zum Arzt, zur Arbeit oder Lebensmittel kaufen gehen. Wer in die Natur gehen möchte, darf dies allein oder zu zweit tun. Weiterhin gilt, dass zu anderen Personen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss.

Die Entscheidung wurde von allen Fraktionen des Freiburger Gemeinderats mitgetragen.

Bei Verstößen gegen das Betretungsverbot wird die Polizei aktiv.

Ausganggssperre: Was ist erlaubt / Was ist verboten

Für eine Ausgangssperre werden Ausnahmen erlassen. Diese erlauben, dass das Haus oder die Wohnung verlassen werden darf. Diese Ausnahmen können sein:

  • Arbeitsweg: Bewegungen/Fahrten zum Arbeitsplatz und zurück sind erlaubt.
  • Einkäufe dürfen erledigt werden.
  • Arztbesuche sind erlaubt.
  • Hilfebedürftigen Personen darf geholfen werden. (Betreuung Hilfsbedürftiger)
  • Hunde dürfen Gassi geführt werden.
  • Familien dürfen zusammengeführt werden.
  • Lieferverkehr ist erlaubt.

Für bestimmte systemrelevante Berufsgruppen gelten Ausgangssperren nur bedingt. Eine detailierte Übersicht der systemrelevanten Berufe, Berufsgruppen und Branchen finden Sie hier.

Bei einer Ausgangssperre gilt, dass das Verlassen der eigenen Wohnung oder des Hauses verboten ist.

Synonyme für Ausgangssperre sind: Ausgehverbot, Lockdown, Shutdown, Hausarrest

Warum wird eine Ausgangssperre verordnet? Gründe, Anlässe

Gründe für eine Ausgangssperre sind, dass Gefahr für Leib und Leben, dass Gefahr für das Leben vieler Menschen oder dass die Lebensgrundlagen in Gefahr sind.

Anlässe sind:

  • ein Aufstand
  • Ausfall der Stromversorgung
  • Bombendrohung / Bombenalarm
  • Epidemie / Pandemie (Coronavirus / Covid-19) (Seuchenbekämpfung)
  • Naturkatastrophen (Hochwasser, Überschwemmungen, Schneefälle, Sturm)
  • ein Terroranschlag

Im Falle einer Epidemie oder Pandemie wird eine Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, die Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren und das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen. (Siehe: Flatten the Curve) Denn durch eine Ausgangssperre werden alle betroffenen Personen an ihrem jetzigen Ort festgesetzt. Sie haben dann keinen (oder weniger) Kontakt mehr zu anderen in der Öffentlichkeit. Das senkt die Infizierungsrate.

Eine Ausgangssperre führt dazu, dass Freiheits- und Bürgerrechte kurzzeitig aufgehoben werden. Hier wiegt die Wahrung und Wiederherstellung der öffentlichen und inneren Sicherheit mehr als persönliche Freiheitsrechte. (Bsp.: Versammlungen dürfen nicht stattfinden, Kirchenbesuche finden nicht statt, auch darf nicht der Wohnort gewechselt werden, Einschränkung der Freizügigkeit)

Eine Ausgangssperre als staatlich verordnete Maßnahmen ist eine der letzten Möglichkeiten, um eine Pandemie einzudämmen und zu bekämpfen. Bevor eine Ausgangssperre erlassen wird, gibt es noch Mittel wie: Einschränkungen des öffentlichen Lebens (Schließungen), Bürger auffordern soziale Kontakte zu vermeiden (Social Distancing), Bürger auffordern freiwillig zu Hause zu bleiben

Wenn Bürger sich trotz Einschränkung des öffentlichen Lebens und der Aufforderung zu Hause zu bleiben, weiterhin im öffentlichen Raum bewegen (siehe: Corona-Partys) oder Viren sich weiter stark ausbreiten, haben die Mittel, sich auf die Vernunft und der Freiwilligkeit zu berufen, versagt. Dann helfen staatliche Maßnahmen wie Ausgangssperren.

Siehe auch:

Ausgangssperre: Rechtliche Situation / Gesetze

Eine Gebietskörperschaft kann eine Ausgangssperre verhängen, wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist. Diese Ausgangssperre kann im Rahmen von Aufständen, bei einem Bombenalarm oder im Rahmen der Seuchenbekämpfung verhängt werden.

Mit Gebietskörperschaft ist gemeint, dass ein Landrat oder Oberbürgermeister für seine Gemeinde oder Stadt, eine Landesregierung für ihr Bundesland oder die deutsche Bundesregierung für Deutschland eine Ausgangssperre verhängen kann.

Artikel 11 des Grundgesetzes regelt die Freizügigkeit. In Absatz 2 von Artikel 11 ist geregelt, dass das Recht auf Freizügigkeit nur eingeschränkt werden darf, wenn damit unter anderem Seuchengefahr bekämpft wird. Das Recht auf Freizügigkeit darf nur eingeschränkt werden, wenn damit eine drohende Gefahr für den Bestand oder die freiheitlich demokratische Grundordnung des Landes oder Bundes bekämpft wird.

Nach Artikel 87a des Grundgesetz darf die Bundeswehr unter bestimmten Bedingungen eingesetzt werden. Diese Bedingungen sind unter anderem: Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder Landes.

Nach Artikel 35 Grundgesetz dürfen die Bundespolizei und die Bundeswehr zur Hilfe bei einer Naturkatastrophe oder einem schweren Unglücksfall eingesetzt werden.

Was sind Coronapartys / Corona-Partys? Bedeutung, Definition


Als „Corona-Party“ werden Zusammentreffen bezeichnet, die in Zeiten der Corona-Krise absichtlich, wegen Schulschließungen oder Arbeitsfreistellungen stattfinden.

Alle Coronapartys im Freien oder in der Wohnung sollten unterlassen werden. Auf das Feiern sollte verzichtet werden. Diese Partys sind gefährlich!

Wer eine Einladung zu einer Coronaparty bekommt, sollte diese ablehnen!

Gegen Corona-Partys geht die Polizei vor. Sie löst die Partys auf.

Warum finden Corona-Partys statt?

Es gibt zwei Gründe, warum Menschen eine Coronaparty veranstalten oder an dieser teilnehmen:

Corona-Party Grund 1: Langeweile

Da Schüler nicht zur Schule und (junge) Erwachsene nicht zur Arbeit gehen, haben sie mehr Freizeit als sonst. Wie gewohnt, wollen sie die freie Zeit mit ihren Freunden bringen. Das ist aber jetzt – während der Coronakrise – gefährlich und sollte unterlassen werden.

Diese Coronapartys sind Ausdruck des Wohlstandstrotz. Denn die feier-freudigen Menschen müssen nun das gewohnte wöchentliche Zusammensein und Feiern aus guten Gründen(!) unterlassen.

Corona-Party Grund 2: sich absichtlich infizieren wollen

Ein anderer Grund für eine „Corona-Party“ ist es, dass Gäste sich absichtlich mit dem Coronavirus infizieren wollen, um es hinter sich zubringen. Dahinter steckt die gleiche Idee wie bei Masernpartys. Dies ist eine sehr schlechte Idee und muss unterlassen werden. Denn dadurch verbreitet sich der Virus schneller und Risikogruppen werden stärker bedroht!

Absichtlich Infizierte werden wohl kaum die Tage der Krankheit zu Hause allein verbringen, sondern sie gehen einkaufen, besuchen Freunde oder ihre Großeltern. Gerade für letztere ist eine Coronavirus-Infektion gefährlich. Im schlimmsten Fall kann sie schwer verlaufen und mit dem Tod enden. Das will niemand! Ferner führen weitere Infizierte, die ärztliche Behandlung suchen, dazu dass das Gesundheitssystem stärker belastet wird. Wenn sehr viele Menschen gleichzeitig ärztliche Hilfe suchen, kann dies zur Überlastung des Gesundheitssystems führen. (Siehe: Flatten the Curve)

Coronapartys sind gefährlich: Darum sollte man zu Hause bleiben

Während der Coronakrise gilt, dass die Bürger zu Hause bleiben und auf Kontakt zu anderen Menschen verzichten sollen. (Siehe: Social Distancing) Diese Maßnahmen verlangsamen die Ausbreitung des Coronavirus und sorgen dafür, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. (Siehe: Flatten the Curve)

Niemand will Opa oder Oma anstecken!

Für manche Coronavirus-Infizierte gilt, dass sie gar nicht wissen, dass sie infiziert sind. Dieser Umstand führt dazu, dass sie weiterhin ihr Leben leben und eventuell in Kontakt mit Personen aus Risikogruppen (Oma, Opa, ältere Menschen ab 60+, Menschen mit Vorerkrankungen) kommen. Wenn eine Person aus einer Risikogruppe infiziert wird, so kann die Krankheit lebensgefährlich verlaufen.

Junge Menschen merken kaum, dass sie mit dem Coronavirus infiziert sind bzw. verläuft die Erkrankung bei ihnen sehr leicht. Haben nun infizierte junge Menschen Kontakt zu ihren Eltern und Großeltern, so können sie diese anstecken. Bei älteren Menschen verläuft die Krankheit teils schwer und kann tödlich sein. (Anmerkung der Redaktion: Sollte es passieren, dass ein junger Mensch seinen Großvater oder seine Großmutter mit dem Coronavirus angesteckt hat und die Krankheit schwer verläuft, so will dafür niemand verantwortlich sein!)

Ferner können viele Infizierte, die gleichzeitig ärztliche Hilfe benötigen, dazu führen, dass das Gesundheitssystem überlastet wird. Diese Situation gilt es unbedingt zu vermeiden! Denn ist das Gesundheitssystem überlastet, kann nicht mehr jedem geholfen werden und Ärzte müssen dann entscheiden, wer Vorrang hat. (Siehe: Flatten the Curve)

Siehe:

Coronapartys: Was war konkret passiert

Am 16. März hatten sich in Nürnberg im Stadtpark rund 100 junge Menschen zum Feiern getroffen. Sie hatten eine Musik- und Lichtanlage dabei.

In Schwabach trafen sich 50 junge Menschen zum Feiern. Auch sie hatten eine Musikanlage dabei.

Was ist Wohlstandstrotz? Bedeutung, Definition


Beim Wohlstandstrotz beharrt jemand auf seinem Verhalten, seinen Freiheiten und will seine Komfortzone nicht verlassen, trotz Krise, besseren Wissens und Empfehlungen. Der Wohlstandstrotz ist eine Form des hartnäckigen Widerstands gegen Empfehlungen, Anweisungen und Authoritäten.

Wohlstandstrotz bedeutet, dass jemand Empfehlungen nicht freiwillig(!) folgt und trotz Krise sein Verhalten nicht anpasst. Konkret bedeutet dies: Eine Person möchte sich – aus Wohlstandstrotz – nicht freiwillig einschränken, auf etwas verzichten und ihre Routinen oder ihr Leben verändern. Sie will – trotz geänderter Situation (Krise) – leben wie zuvor bzw. sie will so leben, als wäre die Situation nicht geändert.

Der Wohlstandstrotz lässt sich auf seinen Satz herunterbrechen: „Freiwillig verlasse ich meine Komfortzone nicht!“

Wohlstandstrotz und Coronavirus (Covid-19)

In Zeiten des Coronavirus steht der Wohlstandstrotz dafür, dass Menschen den Empfehlungen „Bleibt zu Hause“ und „Meidet Kontakt zu anderen“ (Social Distancing) nicht freiwillig(!) folgen. Stattdessen gehen sie spazieren. Sie gehen Eisessen oder raus in Cafés. Sie gehen unter Leute. Damit werden sie zur Gefahr und können Viren verbreiten. Wer nicht zur Risikogruppen gehört, den mag das wenig stören. Für jeden der Teil einer Risikogruppe ist, kann eine Infizierung und folgende Erkrankung lebensgefährlich werden. Ferner erhöht sich die Gefahr, dass das Gesundheitssystem zu stark belastet wird und zusammenbricht. (Siehe: Flatten the Curve)

Abschreckende Beispiele wie die Situation in Italien und Spanien zeigen wenig Wirkung. (In Italien und Spanien müssen die Menschen zu Hause bleiben.) Man denke nur an die Situation in China! Den Empfehlungen von Experten (Virologen) und Politikern wird nicht gefolgt. Auch die Angst sich mit dem Coronavirus anzustecken und schwer zu erkranken, scheint so klein zu sein, dass der Abstand zu anderen nicht gesucht werden sollte.

Wohlstandstrotz: Was passiert hier?

Es muss gefragt werden, verleugnen die wohlstandstrotzigen Menschen die Realität? Erkennen sie die schlimme Situation in anderen Ländern nicht an? Doch sie wissen, was in anderen Ländern passiert, aber es ist zu fern. Bei vielen findet das Coronavirus nur in den Medien statt. Es ist noch nicht vor der Haustür. Erst, wenn ihr Nachbar infiziert ist, wird es real. Dann wird es greifbar und gefährlich.

Auch zeigt sich ein Paradox: Hamstern, Toilettenpapier und Nudeln in rauen Mengen kaufen, ist eine Verhaltensänderung, die ohne Probleme umgesetzt wird. Auf Abstand zu anderen zu gehen und soziale Kontakte zu vermeiden, scheint zu schwer! Vielleicht liegt dies daran, dass bestehendes Verhalten (Einkaufen) einfach nur intensiviert wird, während soziale Kontakte zu meiden, Verzicht darstellt. Gilt damit die Schlußfolgerung: Intensivieren ist leichter als verzichten?

Der Wohlstandstrotz zeigt eines ganz deutlich: „Gewohnheiten sind der stärkste Kleber“ oder „Freiwillig wird die Komfortzone nicht verlassen.“ Diese Haltung ist (leider) sehr menschlich, denn so lange etwas nicht bedrohlich ist oder sich bedrohlich anfühlt, gibt es keinen Grund seine Komfortzone zu verlassen. Also stellt sich doch die Frage: Wie viele müssen noch am Coronavirus erkranken, bis es real wird und der Abstand zu anderen gesucht wird? (Social Distancing)

Der Wohlstandstrotz ist aber auch ein Armutszeugnis der Vernunft. Denn er zeigt, dass den Empfehlungen von Experten nicht gefolgt wird. Auch steht der Wohlstandstrotz dafür, dass die geänderte Situation und mit ihr geänderte Regeln nicht akzeptiert werden.

Wohin führt der Wohlstandstrotz? Bevor die Freiwilligkeit durch Verbote und Zwang ersetzt wird, kann noch die Umwelt geändert werden. Durch Verbote von Veranstaltungen und Zwangsschließungen für Geschäfte, Cafés und Restaurants schwinden die Optionen, was man mit seiner Zeit anstellen kann. (Siehe: Shutdown, Lockdown, Katastrophenfall, Ausgangssperre, Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote)

Den Ausdruck „Wohlstandstrotz“ prägte der Zeit.de-Autor Lenz Jacobsen mit seinem am 17. März 2020 veröffentlichten Beitrag „Gefährlicher Wohlstandstrotz“. (Externer Link zum Zeit.de-Beitrag: hier)

Katastrophenfall in Deutschland: Was ist das? Gesetz, Bedeutung, Definition


Wird die öffentliche und innere Sicherheit gefährdet, ist das Leben von vielen Menschen oder sind die Lebensgrundlagen in Gefahr, so kann der Katastrophenfall von einer Regierung ausgerufen werden. Damit verbunden, sind verschiedene Maßnahmen, um die öffentliche und innere Sicherheit wiederherzustellen.

Wird ein Katastrophenfall ausgerufen, so verzichtet die öffentliche Gewalt damit auf ihre Bindung an Gesetz und Recht. Dies gilt so lange bis die Gefahr abgewendet und die Sicherheit wiederhergestellt ist.

Siehe auch: Kontaktverbot und Kontaktreduzierung

Katastrophenfall: Was ist das? Bedeutung, Definition

Den Katastrophenfall auszurufen, erleichtert einer Regierung den Umgang mit einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, von vielen Menschen und der Lebensgrundlagen. Denn durch den ausgerufenen Katastrophenfall erfolgt eine Bündelung und stärkere Zusammenarbeit von Behörden, Dienststellen, Organisationen und Einsatzkräften. (Feuerwehren, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr)

Wird der Katastrophenfall ausgerufen, so hat dies verschiedene Folgen und Maßnahmen:

  • Einschränkung des öffentlichen Lebens
  • Einschränkung von Bürger- und Freiheitsrechten
  • Räumung von Katastrophengebieten
  • Regelmentierung von Öffnungszeiten von Geschäften
  • Schließung von Geschäften, sozialen Einrichtungen und Bildungseinrichtungen
  • Schließung der Grenzen
  • Verbot von Veranstaltungen

Die festgelegten Maßnahmen im Katastrophenfall werden mit der Polizei, Bundesgrenzschutz oder Bundeswehr durchgesetzt. Der Katastrophenfall erlaubt den Einsatz der Bundeswehr.

Im Artikel 35 des Grundgesetz ist geregelt, wie sich regierende Politiker verhalten sollen, wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist. Für die deutschen Bundesländer gilt, dass jedes Bundesland in seiner Landesverfassung eigene Regelungen für den Katastrophenfall hat. Grundlage für den Katastrophenfall sind Katastrophenschutzgesetze .

Für die Maßnahmen eines Katastrophenfalls wird ein Sondervermögen eingerichtet.

Statt von „Katastrophenfall“ wird in Deutschland auch von „Lockdown“ und „Shutdown“ gesprochen. Siehe auch: Ausgangssperren / Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote

Was passiert, wenn ein Katastrophenfall ausgerufen wird

Für jeden Katastrophenfall gilt, dass die Politiker festlegen, was genau passiert.

Folgende Einrichtungen bleiben unter anderem – während eines Katastrophenfall – geöffnet:

  • Apotheken
  • Banken
  • Baumärkte und Gartenmärkte
  • Drogerien
  • Hörgeräteakustiker
  • Getränkemärkte
  • KfZ-Werkstätten
  • Onlinehandel
  • Optiker
  • Post
  • Reinigungen
  • Sanitätshäuser
  • Supermärkte und Lebensmittelmärkte
  • Tankstellen
  • Tierbedarfsgeschäfte

Unter anderem können folgende Einrichtungen geschlossen oder der Zugang zu ihnen eingeschränkt werden:

  • Alle Läden, die nicht der Versorgung mit Lebensmitteln dienen, werden geschlossen.
  • Ausgangsbeschränkungen, Ausgangssperren
  • Bahnhöfe werden geschlossen / Zugverkehr wird eingestellt oder eingeschränkt.
  • Bars, Cafés und Restaurants müssen schließen oder dürfen nur unter bestimmten Bedingungen öffnen. (Abholung von Essen ist z.B. erlaubt.)
  • Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen wird eingeschränkt oder verboten.
  • Betriebe können geschlossen werden.
  • Clubs und Diskotheken werden geschlossen.
  • Flughäfen werden geschlossen / Flugverkehr wird eingestellt oder eingeschränkt.
  • Grenzen werden geschlossen
  • Grenzkontrollen werden durchgeführt / Aus- oder Einreisebeschränkungen werden eingesetzt.
  • Kinos, Museen, Bibliotheken und Theater werden geschlossen
  • Der öffentliche Personen-Nahverkehr kann eingeschränkt oder eingestellt werden.
  • Schulen, Kindertagesstätten, Kindergärten und Krippen werden geschlossen
  • Schwimmbäder, Sporthallen, Sportplätze und Spielplätze werden geschlossen
  • Universitäten, Volkshochschule und Weiterbildungsstätten werden geschlossen
  • Veranstaltungen und Feste werden verboten
  • Zoos und Tierparks werden geschlossen.

Siehe auch:

Wozu dient der Katastrophenfall?

Wird der Katastrophenfall im Fall einer Pandemie oder Epidemie ausgerufen, so verfolgt dies, dass Ziel das soziale Kontakte eingeschränkt werden sollen. Es geht darum, dass Personen so wenig Kontakt zu anderen Menschen haben wie möglich. Denn manche Menschen sind infiziert und wissen es gar nicht, so dass sie andere unabsichtlich anstecken.

Durch eingeschränkte soziale Kontakte wird die Ausbreitung von Viren verlangsamt.

Das übergeordnete Ziel des Katastrophenfalls ist, dass das Gesundheitssystem vor Überlastung und Zusammenbruch geschützt wird. Denn je mehr Personen bei einer Pandemie erkranken, umso mehr benötigen gleichzeitig ärztliche Hilfe. Dies führt – bei steigender Zahl der Infizierten – zu einer Überlastung des Gesundheitssystems.

Warum wird ein Katastrophenfall ausgerufen?

Ist Leib und Leben, ist die öffentliche und innere Sicherheit gefährdet, droht Schaden oder sind wichtige Bereiche wie das Gesundheitssystem gefährdet, so kann der Katastrophenfall ausgerufen werden.

Anlässe sind:

  • Ausfall der Stromversorgung
  • ein Aufstand
  • eine Bombendrohung / Bombenalarm
  • Epidemien / Pandemie
  • Naturkatastrophen (Hochwasser, Überschwemmungen, Schneefälle, Sturm)
  • ein Terroranschlag

Ob ein Katastrophenfall ausgerufen wird, entscheiden in Deutschland verantwortliche Politiker. Für eine Stadt oder Gemeinde entscheidet dies der Landrat oder Oberbürgermeister. Für ein Bundesland der Ministerpräsident. Einen nationalen Katastrophenfall kann die deutsche Bundesregierung ausrufen.

Was ist ein „Shutdown“? Bedeutung, Definition


In der deutschen Umgangs- und Mediensprache werden verschiedene Epidemie- oder Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen als „Shutdown“ bezeichnet. Konkret wird unter „Shutdown“ verstanden, dass aus Sicherheitsgründen das öffentliche Leben und Freiheitsrechte durch staatliche Verordnung eingeschränkt werden.

Die eigentliche Bedeutung des englischen Wortes „Shutdown“ ist anders. Es gibt zwei bekannte Bedeutungsvarianten: Wird ein Computer ausgeschaltet und heruntergefahren, so wird dies als „Shutdown“ bezeichnet. Solange in den USA kein Staatshaushalt bewilligt ist, stellen Behörden ihre Arbeit teils oder ganz ein. Dies wird „Government Shutdown“ genannt.

Das Wort „Shutdown“ bedeutet auf deutsch: Schließung / schließen, Abschaltung / Abschalten, Stillegung / Still legen, Herunterfahren

Shutdown als Maßnahme gegen Coronavirus / Covid-19: Bedeutung, Definition

In der deutschen Umgangs-, Internet- und Mediensprache wird das Wort „Shutdown“ synonym zu „Lockdown“ verwendet. Bei einem „Shutdown“ wird das öffentliche Leben eingeschränkt, um eine Pandemie einzudämmen und ihre Ausbreitung zu verhindern. (Das besser passende Wort ist „Lockdown„. Eine Regierung hat die Möglichkeit den Katastrophenfall auszurufen.) Dafür werden unter anderem folgende Maßnahmen angewendet:

Shutdown: Maßnahmen

Geöffnet bleiben: Supermärkte, Lebensmittelläden, Apotheken, Tankstellen und Banken

  • Ausgangssperren und Hausarrest (Siehe: Was ist eine Ausgangssperre?Was sind Ausgangsbeschränkungen und Betretungsverbote?Was ist ein Ausgangsverbot / Ausgehverbot?)
  • Bahnhöfe werden geschlossen / Zugfahrten werden eingestellt oder eingeschränkt.
  • Bars, Cafés, Clubs, Kneipen, Kinos, Spielhallen, Wettbüros und Restaurants werden geschlossen oder dürfen nur unter bestimmten Bedingungen öffnen. (Restaurants dürfen z.B. Essen zum abholen anbieten.)
  • Besucher dürfen Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime nicht mehr betreten
  • Flughäfen werden geschlossen / Flüge werden eingestellt oder eingeschränkt.
  • Grenzen werden geschlossen. Grenzkontrollen werden durchgeführt.
  • Kontaktverbot und Kontaktreduzierung (Siehe: Social Distancing, Tipps gegen Langeweile, Tipps gegen Lagerkoller)
  • Kindergärten, Krippen und Kitas werden geschlossen.
  • Museen und Theater werden geschlossen.
  • der öffentliche Personen-Nahverkehr wird eingeschränkt oder eingestellt.
  • Die Reisefreiheit wird eingeschränkt; Auslandsreisen werden verboten
  • Schulen werden geschlossen.
  • Sportstudios, Fitnessstudio und Schwimmbäder werden geschlossen.
  • Universitäten werden geschlossen.
  • Veranstaltungen und Feste werden verboten.
  • Versammlungen werden verboten.

Um einen Shutdown durchzusetzen, werden Polizeikräfte eingesetzt.

Für systemrelevante Berufsgruppen gelten Ausnahmen. Eine Übersicht der systemrelevanten Berufe, Berufsgruppen und Branchen finden Sie hier.

Shutdown: Ziele

Das Ziel eines Shutdowns ist es, dass Sozialkontakte eingeschränkt und reduziert werden. Es geht konkret darum, dass infizierte Personen im öffentlichen Raum andere Personen nicht anstecken. Auch wenn dies unabsichtlich passiert und manche nichts von ihrer Infektion wissen, so führt ein Shutdown dazu, dass sozialer Kontakt nicht stattfindet. (Siehe auch: Was ist Social Distancing / Soziale Distanzierung?)

Das direkte Ziel eines Shutdowns ist, dass möglichst viele Personen an ihrem jetzigen Standort bleiben! (Für viele bedeutet dies, dass sie sich in ihrer Wohnung oder ihrem Haus aufhalten.) Nur so kann die Ausbreitung von Viren verhindert werden. Deswegen wird das öffentliche Leben eingeschränkt, damit niemand temporär Optionen wie einen Bar-, Kino- oder Theaterbesuch wahrnimmt.

Das übergeordnete Ziel bei einem Shutdown ist, dass die Ausbreitung einer Epidemie oder Pandemie verlangsamt wird, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Denn, wenn zu viele Infizierte auf einmal ärztliche Hilfe suchen, führt dies erst zur Überlastung und später zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems. (Siehe: Flatten the curve)

Weitere Bedeutung „Shutdown“

Bei einem Shutdown werden Bürger- und Freiheitsrechte temporär eingeschränkt, um die öffentliche und innere Sicherheit zu wahren und wiederherzustellen. Hier wiegt die öffentliche und innere Sicherheit mehr als persönliche Freiheitsrechte. Deswegen wird bei einem Shutdown z.B. das Recht auf Versammlungsfreiheit ausgesetzt.

Ein Shutdown wird staatlich verordnet und durch Polizeikräfte umgesetzt. Von staatlicher Seite aus, wird das öffentliche Leben eingeschränkt. Maßnahmen wie „Flatten the Curve“ (mehr persönliche Hygiene) und „Social Distancing“ (andere Menschen meiden) finden individuell statt. Sie werden von jedem einzelnen umgesetzt. Damit sie funktionieren, müssen möglichst viele Menschen sie anwenden. Dies gilt insbesondere auch für alle Menschen, die nicht zu Risikogruppen gehören.

Ein Shutdown hat keine quantiative Begrenzung. Eine Stadt, ein Bundesland oder ein ganzer Staat kann von einem Shutdown betroffen sein.

Wortherkunft „Shutdown“

Das Wort „Shutdown“ stammt aus der englischen Fabriksprache. Wurden Maschinen ausgestellt, so sprach man hier von „shutdown“.

Als Compter aufkamen, wurde der Shutdown auf die Rechenmaschinen übertragen. In der deutschen Sprache verbreitete sich der Ausdruck „Herunterfahren“.

Was ist ein „Lockdown“? Bedeutung, Definition


Ein Lockdown ist eine aus Sicherheitsgründen verhängte temporäre staatlich-verordnete und durchgesetzte Einschränkung des öffentlichen Lebens.

Im Fall vom Coronavirus / Covid-19 dient ein Lockdown dazu, die Pandemie einzudämmen und ihre weitere Ausbreitung  zu verhindern. Der Lockdown ist eine staatliche Eindämmungstrategie. Während „Flatten the Curve“ (erhöhte persönliche Hygiene) und „Social Distancing“ (Abstand zu anderen Menschen suchen) individuelle Maßnahmen sind, stellt ein Lockdown den staatlichen Eingriff in das öffentlichen Leben dar.

In Deutschland wurde während der Coronavirus-Krise ein landesweites Kontaktverbot erlassen. Bundesländer haben Ausgangsbeschränkungen erlassen. Eine Mitführpflicht für den Personalausweis gibt es nicht. Passierscheine werden nicht benötigt.

Was ist ein Lockdown? Bedeutung, Definition

Bei einem Lockdown werden verschiedene Maßnahmen angewendet, um das öffentliche Leben zu unterbrechen. Dies geschieht bei einer Pandemie, damit infizierte Menschen keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen haben und diese nicht anstecken. (Siehe: Was ist ein Shutdown?Was bedeutet „Katastrophenfall“?) Im Falle eines Anschlages geschieht ein Lockdown, um Menschen zu schützen.

Lockdown-Maßnahmen können unter anderem sein:

  • Angestellte und Arbeiter dürfen nicht zur Arbeit
  • Ärzte, Krankenschwester, Pfleger und medizinisches Personal müssen ihren Urlaub absagen. Sie erhalten Urlaubsverbot. (Siehe: Systemrelevante Berufsgruppen)
  • Ausgangssperren, Ausgangsbeschränkungen / Betretungsverbote und Hausarrest – (Bewohner dürfen ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Personen müssen in den Gebäuden bleiben, in denen sie gerade sind.) (Ausgehverbot / Ausgangsverbot)
  • Ausreise- und Einreise-Verbote werden erlassen. (Reiseeinschränkungen)
  • Bars, Cafés, Clubs und Restaurants werden geschlossen.
  • Binnenreisen werden verboten oder regelmentiert
  • (nicht wichtige) Büros, Firmen und Produktionsstätten werden geschlossen
  • Einkaufszentren werden geschlossen.
  • Einstellung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs
  • Einstellung von Zuglinien und Zugverbindungen
  • Fitnessstudios, Sportstätten und Schwimmbäder werden geschlossen / Sportgruppen wird ihre Aktivität untersagt
  • Flughäfen werden geschlossen / Flüge werden abgesagt (Flugverbote)
  • Geschäfte – außer Lebensmittelläden, Supermärkte und Apotheken – werden geschlossen. (Teils sind auch Banken geöffnet.)
  • Grenzen werden geschlossen / Grenzkontrollen werden durchgeführt
  • Häftlinge dürfen keinen Besuch mehr erhalten / Gefängnisse werden für Besucher geschlossen
  • Kirchen werden geschlossen
  • Kontaktverbot und Kontaktreduzierung
  • Krankenhäuser werden für Besucher gesperrt / Besucher dürfen nicht mehr in Krankenhäuser (gleiches gilt für Alten- und Pflegeheime)
  • Kreditzahlungen werden pausiert / Finanzamtforderungen wie z.B. Vorauszahlungen werden ausgesetzt
  • Museen, Theater werden geschlossen
  • Öffentliche Plätze werden gesperrt.
  • Parks und Strände werden geschlossen.
  • Preise für bestimmte Produkte werden festgesetzt.
  • Produkte / Lebensmittel werden rationiert.
  • Reisen sind verboten oder regelmentiert
  • Schulen werden geschlossen
  • Straßensperren werden eingerichtet
  • Universitäten, Volkshochschulen und Weiterbildungseinrichtungen werden geschlossen
  • Verbot von Veranstaltungen und Festen
  • Versammlungen werden verboten
  • Verwaltungen dürfen Lebensmittel beschlagnahmen und rationieren
  • Zoos und Tierparks werden geschlossen

Um Maßnahmen eines Lockdowns durchzusetzen, werden die Polizei, Sicherheitskräfte, das Militär und die Armee eingesetzt. (Eine Mitführpflicht für den Personalausweis oder Reisepass gibt es nicht. Passierscheine werden auch nicht benötigt!)

Ein Lockdown führt dazu, dass das öffentliche Leben zum Erliegen kommt. Unter anderem sind nur noch Apotheken, Banken, Baumärkte / Gartenmärkte, Drogerien, Hörgeräteakustiker, Lebensmittelläden, Optiker, Post, Reinigungen, Supermärkte, Tankstellen und Tierbedarfgeschäfte geöffnet.

Das Ziel eines Lockdowns – während einer Pandemie – ist es, dass infizierte Personen keinen Kontakt mehr zu anderen (noch nicht-infizierten) Personen haben.

Für Personen in systemrelevante in Berufen, Berufsgruppen oder Branchen gelten Ausnahmen. Eine Übersicht systemrelevanter Berufe, Berufsgruppen und Branchen finden Sie hier.

Bei einem Lockdown gibt es nur vier Gründe, die eigene Wohnung oder das Haus zu verlassen:

  • um Lebensmittel einzukaufen
  • um zum Arzt zu gehen
  • um zur Arbeit zu kommen
  • um anderen zu helfen

Insbesondere gilt, wenn jemand das Haus oder die Wohnung verlässt, um zur Arbeit zu gehen, so muss die Person auch zum Haus oder zur Wohnung ohne Umwege zurückkehren.

Was ist ein Lockdown? Bedeutung, Definition

Ein Lockdown führt dazu, dass Personen an den Orten bleiben müssen an denen sie sind. Dies hat zur Folge, dass sie keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen im öffentlichen Raum haben und somit Viren nicht mehr verbreiten können.

Ein Lockdown wird im Falle einer Epidemie oder Pandemie angeordnet, um sie einzudämmen und ihre Verbreitung zu verhindern.

Bei einer Pandemie wiegt die Wahrung der öffentlichen und inneren Sicherheit mehr als persönliche Bürger- und Freiheitsrechte. Deswegen werden bei einem Lockdown kurzzeitig (temporär) Freiheitsrechte wie Religionsfreiheit und Versammlungsfreiheit außer Kraft gesetzt. (Kirchen sind z.B. geschlossen und Versammlungen sind verboten.)

Je nach Einzugsgebiet kann ein Lockdown ein Gebäude oder mehrere Gebäude umfassen, einen Ortsteil, eine ganze Stadt, ein Bundesland, einen Staat oder einen anderen Kontitent.

Für einen Lockdown gibt es keine Obergrenze. Als in Italien und Spanien wegen dem Coronavirus (Covid-19) die Länder unter einen Lockdown gesetzt wurde, betraf dies über 100 Millionen Menschen.

Anlässe für einen Lockdown können unter anderem sein:

  • Bombenalarm
  • eine Pandemie oder eine Epidemie
  • ein Amoklauf
  • ein Aufstand
  • ein Terroranschlag

Präventiver und schadensbegrenzender Lockdown

Es gibt zwei Arten von Lockdowns: präventive Lockdowns und schadensbegrenzende Lockdowns.

Bei einem präventiven Lockdown wird versucht, Gefahren frühzeitig abzuwenden und Risiken zu vermeiden. Schon kleinste Anzeichen können dazu führen, dass ein Lockdown angeordnet wird.

Ein schadensbegrenzender Lockdown wird angewendet, wenn die Gefahr für Leib und Leben zu groß ist. Insbesondere wird bei einer Epidemie oder Pandemie ein schadensbegrenzender Lockdown angewendet, um den Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern. (Siehe: Flatten the curve)

Weitere Bedeutung von Lockdown

Das englische Wort „Lockdown“ bedeutet auf deutsch „Abriegelung“.

Deutsche Worte für Lockdown sind: Abriegelung, Ausgangssperre, Quarantäne

Ein Lockdown wird angeordnet oder verhängt.

Was ist Social Distancing / Soziale Distanzierung? Bedeutung, Definition


„Soziale Distanzierung“ ist eine räumliche Eindämmungsmaßnahme, um die Ausbreitung von Viren zu verlangsamen und um im Idealfall Neuinfektionen zu verhindern.

Was ist Social Distancing / Soziale Distanzierung? Bedeutung, Definition

Bei der sozialen Distanzierung geht es darum, dass Menschen auf Abstand zu anderen Menschen gehen, auf soziale Kontakte verzichten, keinen engen Kontakt zu anderen suchen und sich nicht in Gruppen aufhalten. Auch wird auf Begrüßungsküsschen, Handeschütteln und andere Formen des Berührens von anderen Personen verzichtet. Eine weitere Maßnahme beinhaltet das Desinfizieren von (öffentlichen) oft berührten Gegenständen wie z.B. Türgriffen.

Auch sollte darauf verzichtet werden, im öffentlichen Raum verfügbare Stifte oder Kugelschreiber anzufassen. Generell gilt, dass Gegenstände des öffentlichen Raumes nicht mehr berührt werden sollten.

Es gilt, dass Menschen Orte und Plätze meiden sollen an denen sich viele andere Menschen gleichzeitig aufhalten. Dies gilt insbesondere für den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV). Auch sollte auf Flug- oder Zug-Reisen verzichtet werden. Orte wie Fitnesstudios, Bars, Theater, Einkaufszentren oder Clubs sollten nicht besucht werden. Auch Veranstaltungen und Feste sollten gemieden werden.

„Social Distancing“ kann auch praktiziert werden, in dem man zu Stoßzeiten nicht einkaufen geht. Hier hilft es zu ungewöhnlichen Tageszeiten einkaufen zugehen, damit nur wenige Menschen im Geschäft sind.

Konkret bedeutet Social Distancing: 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen halten!

Siehe auch: Kontaktverbot und Kontaktreduzierung

Für Menschen mit Kindern gilt, dass auch sie dafür sorgen sollten, dass ihre Kinder Abstand zu anderen Menschen und Kindern haben. Auch wenn Kinder nicht in Gefahr sind, so können infizierte Kinder Krankheiten verbreiten.

Von öffentlicher bzw. behördlicher Seite wird die Eindämmungsmaßnahme „Social Distancing“ (dt. „Soziale Distanzierung“) angewendet, in dem Großereignisse (z.B. Fußball) ohne Zuschauer stattfinden und Versammlungen verboten werden, sowie in dem Orte an denen sich viele Menschen sammeln (z.B. Schulen) geschlossen werden. (Siehe: Schulschließungen wegen Corona) Dies betrifft teils auch den Öffentlichen Personen-Nahverkehr.

Arbeitgeber wenden „Social Distancing“ an, in dem sie Arbeitnehmer nach Hause schicken, um im Home-Office zu arbeiten oder in dem sie Arbeitnehmer von der Arbeit freistellen.

Schulen und Universitäten wenden „Social Distancing“ an, in dem sie Tele-Unterricht anbieten. Das bedeutet, Schüler und Studenten haben vom heimischen Laptop Zugriff auf Kurse und Lernmaterialien, um weiter zu lernen und zu studieren. Damit werden Schüler und Studenten von der physischen Anwesenheit befreit.

Siehe auch:

Was bringt Social Distancing / Soziale Distanzierung?

Durch den bewusst gewählten Abstand und die gewählte Isolation wird die Ansteckungsgefahr für das Individuum verringert. Denn es ist nie eindeutig klar, wer erkrankt ist und wer nicht. Schon eine Berührung von oder die Nähe zu einer erkrankten Person kann zu einer ungewollten Ansteckung führen. Auch ist Social Distancing eine sinnvolle Maßnahme, um andere nicht unabsichtlich anzustecken, falls man selbst (ohne es zu wissen) erkrankt ist.

„Social Distancing“ bzw. die soziale Distanzierung ist eine Eindämmungsstrategie, um das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen, damit Erkrankte weiterhin behandelt werden können. Denn durch „Social Distancing“ soll die Zahl der täglichen Neuinfektionen verringert werden. Ohne „Social Distancing“ würde diese nämlich (stark) steigen und das würde dazu führen, dass innerhalb kurzer Zeit viele Menschen erkranken würden und ärztliche Hilfe benötigen. (Siehe auch: Flatten the Curve)

„Social Distancing“ bzw. die „soziale Distanzierung“ ist die eine sehr gute Methode, um die Ausbreitung von Viren einzudämmen. Denn mit „Social Distancing“ wird der kontrollierbare Faktor „Ansteckungsrate der Individuen“ kontrolliert.

„Social Distancing“ bzw. die „soziale Distanzierung“ funktioniert besser je mehr Menschen auf Abstand zu anderen gehen. Denn bei dieser Eindämmungsstrategie ist die Vernunft und jeder Einzelne gefragt.

Der englische Ausdruck für „Soziale Distanzierung“ ist „Social Distancing“.

Social Distancing / Soziale Distanzierung: Coronavirus / Covid-19

Das Robert-Koch-Institut hat zu „sozialer Distanzierung“ geraten. Der Vizepräsident des Robert-Koch-Institut, Lars Schaade, riet am 11. März 2020 dazu, auf Abstand zu anderen Menschen zu gehen.

Was sind Geisterspiele? Bedeutung, Definition


Als „Geisterspiele“ werden Fußballspiele bezeichnet, die ohne Zuschauer stattfinden. Eine Fernseh-Live-Übertragung findet wie gewohnt statt.

Geisterspiele: Aktuelle Situation

Laut Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), Christian Seifert, wird kein Spieltag abgesagt. Ob Zuschauer zugelassen werden, bleibt aber offen. (Stand 8. März 2020) Dies wird mit den zuständigen Behörden abgesprochen, denn nur die zuständige Gesundheitsbehörde kann ein Spiel verbieten.

Das Campions-League-Spiel Borussia Dortmund – Paris Saint-Germain am 11. März 2020 findet ohne Fans statt.

In der Schweiz wurden alle Spiele bis Anfang April verschoben. In Italien finden Fußballspiele ohne Fans statt.

Warum finden Geisterspiele statt? Gründe, Anlässe

Zuschauern und Fans wird der Zutritt zum Stadion unter anderem aufgrund von einer Pandemie wie z.B. dem Corona-Virus (Covid-19) verboten. Damit soll die Verbreitung des Corona-Virus (Covid-19) verlangsamt und Neu-Ansteckungen sollen verhindert werden. Diese drastische Maßnahme wird von Virologen empfohlen. Außerdem erlaubt ein Geisterspiel den Terminplan in den Ligen einzuhalten.

In Bundesliga-Fußballstadien kommen mehrere zehntausend Menschen zusammen, die mehrere Stunden auf engem Raum verweilen. Sie sind teils alkoholisiert, berühren einander und umarmen einander. Hustet oder niest jemand, so muss davon ausgegangen werden, dass anderen Personen sich dem ausgeworfenen Sekret nicht entziehen können. Auch ist eine Desinfektion oder Reinigung der Hände in der Regel nur auf den Toiletten möglich, wenn diese Option denn wahrgenommen wird. Eine Ausnahme bildet hier privat mitgebrachtes Desinfektionsmittel.

Fußballstadien sind damit ein Ort, an dem sich Viren sehr leicht verbreiten können. Dies gilt generell für alle Großveranstaltungen.

Hinzu kommt, dass Fußballsfan gemeinsam den öffentlichten Nahrverkehr nutzen, sowie gemeinsam Zug oder Bus fahren. Auch hier befinden sie sich wieder auf engem Raum und sind Infizierten ausgesetzt.

Auch CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn sprach sich dafür aus, dass Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern abgesagt werden sollten. (Stand 9. März 2020)

Ein weiterer Ausdruck für „Geisterspiel“ ist „Geisterderby“.

Fußball und Corona-Virus: Weitere Maßnahmen

Weitere Maßnahmen sind, um eine Ausbreitung vom Corona-Virus (Covid-19) zu verhindern, sind:

  • Fußballspieler geben keine Autogramme mehr.
  • Fußballspieler stehen nicht mehr für Selfies mit Fans zur Verfügung.
  • Es gibt Reisestopps für Fußballspieler und Mitarbeiter.
  • Auf Handschläge und Händeschütteln vor und nach dem Fußballspiel wird verzichtet. Auf Händeschütteln zwischen Spielern und Schiedsrichtern wird verzichtet.
  • An Fans wird Desinfektionsmittel ausgeteilt.
  • Vereine sagen Spiele ab.

Wer entscheidet, ob ein Fußballspiel ein Geisterspiel wird?

Die Vereine entscheiden, ob Fans in das Stadion gelassen werden. Diese Entscheidung wird in Absprache mit den zuständigen Behörden getroffen. Es gilt, dass nur die lokale Gesundheitsbehörde ein Fußballspiel verbieten kann. Hierbei wird berücksichtigt, welchen Einfluss das Verbot auf die Ausbreitung von Viren und das öffentlichte Leben hat.

Ein Spiel kann bis zu wenigen Stunden vor dem Beginn abgesagt werden.

Folgen von Geisterspielen

Für Vereine gilt, dass Geisterspiele sich finanziell auswirken. Tickets werden nicht verkauft bzw. der Preis wird zurück erstattet. Im Stadion findet kein Verkauf von Getränken und Essen statt. (Die Vereine haben sich ggf. mit einer Ausfallversicherung gegen eine Spielabsage abgesichert.)

Für Vereine droht ein Terminchaos, denn Ausweich- und Nachholtermine müssen gefunden werden.

Für Fußballspieler gilt, dass sie ohne Fans im Stadion spielen müssen. Damit bekommt ein Spiel eine andere Dynamik, denn Fangesänge und allgemein die Fans fehlen.

Wer darf bei einem Geisterspiel in die Arena?

Bei einem Geisterspiel dürfen die Fußballmannschaften (Fußballspieler, Trainer, Betreuer), die Mitarbeiter der Arena und Journalisten dabei sein.

Geisterspiele als eine Maßnahme

Es gibt mehrere Optionen, wie mit einer Pandemie umgegangen werden kann. Geisterspiele sind nur eine Option. Insgesamt gibt es folgende Optionen:

  • Ein Spiel wird abgesagt und nicht verschoben.
  • Ein Spiel wird absagt und verschoben.
  • Ein Spiel findet ohne Fans statt. (Geisterspiel)
  • Ein Spiel findet mit Fans statt und die Personalien aller Zuschauer müssen erfasst werden. (Damit können Gesundheitsbehörden bei Neuansteckungen nachvollziehen, wer im Stadion war und mit wem Kontakt hatte. Dies birgt mögliche Datenschutzprobleme.)

Woher kommt der Ausruck „Geisterspiel“? Bedeutung, Wortherkunft

In der deutschen Sprache werden z.B. verlassene Orte als „Geisterstadt“ oder „Geistersiedlung“ bezeichnet. Der Ausdruck „Geisterstadt“ kommt ursprünglich aus der englischen Sprache und leitet sich von „Ghost Town“ ab. In einer Geisterstadt leben keine Menschen mehr, sondern es existieren nur noch die Überreste von menschlichen Leben wie z.B. verlassene und verfallene Gebäude, zurückgelassene Gegenstände.

Was bedeutet Demokratur? Bedeutung, Definition


„Demokratur“ ist ein politisches Schlagwort, Oxymoron und Kofferwort. Es setzt sich aus den Worten „Demokratie“ und „Diktatur“ zusammen. Im Wort „Demokratur“ sind damit zwei gegensätzliche Begriffe miteinander verbunden wurden.

Der Ausdruck „Demokratur“ wird in abwertender Weise für eine Demokratie oder für nicht-demokratische Vorgänge in einer Demokratie verwendet. Auch wird der Ausdruck „Demokratur“ als abwertende Bezeichnung für Staaten verwendet, die sich selbst zwar „demokratisch“ nennen, aber autokratisch sind.

Was bedeutet „Demokratur“? Bedeutung, Definition

Der Ausdruck „Demokratur“ bedeutet von seinem Begriff her, dass (Politiker) in einer Demokratie autokratisch handeln oder dass eine Demokratie autokratische Züge annimmt. „Demokratur“ bedeutet, dass eine Demokratie sich zu einer Diktatur entwickelt. Weiterhin steht der Begriff dafür, dass eine Demokratie zwar äußerlich wie eine Demokratie aussieht, aber innerlich eine Oligarchie ist oder autokratische Züge angenommen hat.

Der Ausdruck „Demokratur“ kann auch in dem Sinne interpretiert werden, dass die Demokratur die Herrschaft der Volksvertreter ist, die für ihre eigenen Interessen eintreten. Dies steht im Gegensatz zur „Demokratie“, die die Herrschaft des Volkes ist. Bei einer Demokratie herrschen Volksvertreter für das Volk. Sie vertreten die Interessen des Volkes.

Auch für nicht-demokratische Staaten, die sich als Demokratie bezeichnen, ist Demokratur eine Bezeichnung.

Ein Synonym für Demokratur ist „Scheindemokratie“. Das Kofferwort „Demokratur“ kann auch anders zusammengesetzt werden. Aus „Diktatur“ und „Demokratie“ wird das Wort „Diktatie“.

Demokratur: Beispiele

Beispiele für autokratisches Handeln in einer Diktatur:

  • Regierende Politiker handeln im eigenen Machtinteresse
  • Regierende Politiker handeln ohne Parlamentsbeschluss oder -mehrheit
  • Regierende Politiker verwenden Strohmänner, die nur pro Forma regieren
  • Regierende Politiker ändern die Verfassung oder Gesetze zu ihren Gunsten (um z.B. mehr Macht zu erlangen)
  • Regierende Politiker erlassen ohne Parlament oder parlamentarische Kontrolle Gesetze.
  • Regierende Politiker hebeln die Gewaltenteilung aus.
  • Regierende Politiker vereinen auf sich und ihre Vertrauten wichtige Posten im Staat.
  • Kontrollmechanismen wie z.B. die Parlamentarische Kontrolle wird unterdrückt.
  • Eine (parlamentarische) Opposition wird unterdrückt und findet nicht statt.
  • Die Opposition wird unterdrückt oder verfolgt.
  • Kritische Stimmen werden unterdrückt oder verfolgt.
  • Eine freie Presse findet nicht statt.
  • Freiheitsrechte wie Religionsfreiheit, Versammlungsfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung oder Pressefreiheit werden unterdrückt, eingeschränkt oder nicht gewährt.
  • Die Justiz / Gerichtsbarkeit verliert ihre Unabhängigkeit und Freiheit.

Weitere Bedeutung von Demokratur

Der Ausdruck „Demokratur“ wird seit den 1950er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland verwendet. Eine Begriffsgeschichte wird hier nicht erläutert.

„Putins Demokratur: Wie der Kreml den Westen das Fürchten lehrt“ ist ein Buch von Boris Reitschuster.

Abwahl Ministerpräsident: Misstrauensvotum in Thüringen – Wie es funktioniert


In diesem Beitrag erfährst du, wie die Abwahl eines Ministerpräsidenten per Misstrauensvotum im Freistaat Thüringen abläuft und welche Bedingungen erfüllt sein müssen.

Eine Abwahl des Ministerpräsidenten in Thüringen ist in der Landesverfassung im Artikel 73 geregelt.

Misstrauensvotum / Misstrauensantrag in Thüringen

In Thüringen findet ein konstruktives Misstrauensvotum statt. Dass bedeutet, dass die Mitglieder des Landtages den Ministerpräsidenten nur abwählen können, wenn sie dafür auch einen Nachfolger mit absoluter Mehrheit wählen.

Das Misstrauensvotum läuft wie folgt ab:

  1. Der Misstrauensantrag kann von einer Fraktion oder von mindestens 20 Prozent der Abgeordneten des Landtages beantragt werden.
  2. Für den Misstrauensantrag braucht es einen Gegenkandidaten zum aktuellen Ministerpräsidenten, sonst ist der Antrag nicht zulässig.
  3. Dieser Gegenkandidat muss durch die Mehrheit der Mitglieder des thüringischen Landtages gewählt werden. (Mit „Mehrheit“ ist hier die absolute Mehrheit gemeint. Mehr als die Hälfte der Mitglieder des Landtages müssen für den Gegenkandidaten stimmen.)

Zwischen dem Misstrauensantrag und der Wahl müssen mindestens drei und dürfen höchsten zehn Tage vergehen.

Abwahl Ministerpräsident Kemmerich: Wie ein Misstrauensvotum in Thüringen ablaufen könnte

Den Misstrauensantrag darf jede Fraktion – unabhängig von der Größe – stellen. Das heißt Bündnis 90 / Die Grünen, DIE LINKE, SPD, CDU, FDP oder AfD dürfen den Antrag stellen. Die Antragstellende Fraktion darf den Antrag auch wieder zurückziehen.

Ein Gegenkandidat ist in Thüringen schnell gefunden. So könnte Bodo Ramelow aufgestellt werden, wenn er denn will.

Der Gegenkandidat braucht die absolute Mehrheit. Aktuell hat der thüringer Landtag 90 Sitze. Die absolute Mehrheit ist dann erreicht, wenn 46 Abgeordnete für den Gegenkandidaten stimmen. Hier wird es schwierig.

Rot-Rot-Grün fehlen in Thüringen vier Stimmen für ein erfolgreiches Misstrauensvotum

DIE LINKE hat 29 Sitze, die SPD hat 8 Sitze, Bündnis 90 / Die Grünen haben 5 Sitze. Zusammen haben Sie 42 Sitze und also auch 42 Stimmen. Es fehlen also 4 Stimmen, um die absolute Mehrheit für den Gegenkandidaten zu haben. Wo könnten diese vier fehlenden Stimmen herkommen?

Die AfD hat 22 Sitze, die CDU hat 21 Sitze und die FDP hat 5 Sitze. Wenn sich nur vier Abweichler finden, wäre die absolute Mehrheit erreicht.

Würden DIE LINKE, SPD oder Bündnis 90 / Die Grünen einen Misstrauensantrag stellen, so müssten sie darauf spekulieren und darauf vertrauen, dass sich Abweichler z.B. in der CDU-Fraktion befinden, die für ihren Kandidaten stimmen werden. (Hier stellt sich die Frage: Was die CDU davon hätte. Eine Beteiligung an der Regierung ist für die Christdemokraten nicht drin.)

Alternativ kann der Ministerpräsident auch freiwillig zurücktreten. Dies würde zu Neuwahlen führen.

Abwahl Ministerpräsident Thüringen: Misstrauensvotum / Misstrauensantrag in Thüringen

Die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten in Thüringen hatte für deutschlandweites Aufsehen gesorgt. Er wurde im dritten Wahlgang mit Stimmen der AfD gewählt. Als er gefragt wurde, ob er die Wahl annimmt, bejahte er die Frage und wurde damit zum neuen Ministerpräsidenten von Thüringen. Er ist damit der erste deutsche Politiker der mit Stimmen der AfD in das Amt des Ministerpräsidenten gewählt wurde.

Vor der Wahl hatten Thomas Kemmerich (FDP) und die FDP eine Zusammenarbeit mit der AfD in jeglicher Form ausgeschlossen.

Die AfD hatte im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten von Thüringen Christoph Kindervater als eigenen AfD-Kandidaten aufgestellt. Ihrem eigenen Kandidaten gaben die Abgeordneten der AfD-Fraktion keine Stimme. Er erhielt insgesamt im dritten Wahlgang 0 Stimmen.

Die Möglichkeit, dass die AfD einen CDU-Kandidaten hätte wählen können, sorgte dafür, dass die CDU keinen Kandidaten aufstellte.

Was bedeutet AFDP? Bedeutung der Abkürzung


„AFDP“ ist das ein politisches Schlagwort, dass sich nach der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen am 5. Februar 2020 verbreitete.

„AFDP“ steht dafür, dass die FDP mit der AfD zusammenarbeit bzw. dass die FDP sich von der AfD wählen lies. Dies widerspricht der Haltung der Bundes-FDP, dass jede Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen ist. Auch FDP-Politiker Thomas Kemmerich äußerte sich am 4. Februar 2020, dass er eine Zusammenarbeit mit der AfD in jeglicher Form ausschließe.

„AFDP“ ist ein Kofferwort, dass sich aus den Namen der Parteien „AfD“ und „FDP“ zusammensetzt. Die überlappenden Buchstaben „FD“ wurden hier übereinander gelegt.

Minsterpräsidentenwahl in Thüringen

Als am 5. Februar 2020 der bisherige Ministerpräsident von Thüringen Bodo Ramelow (Die Linke) im ersten und zweiten Wahlgang keine absolute Mehrheit erhielt, folgte der dritte Wahlgang. Im dritten Wahlgang braucht der Wahlgewinner keine absolute Mehrheit mehr, sondern nur eine relative (einfache) Mehrheit. (Relative Mehrheit = mindestens eine Stimme mehr als der Zweitplatzierte; Absolute Mehrheit = mehr als 50 Prozent aller Stimmen)

Im dritten Wahlgang trat für Die LINKE Bodo Ramelow an, für die AfD trat Christoph Kindervater an und für die FDP trat Thomas Kemmerich an. Die CDU stellte keinen Kandidaten auf, da sie nicht wollte, dass dieser mit AfD-Stimmen gewählt wird.

Der dritte Wahlgang endete wie folgt: Bodo Ramelow erhielt 44 Stimmen, Christoph Kindervater erhielt 0 Stimmen und Thomas Kemmerich erhielt 45 Stimmen. Es gab eine Enthaltung. Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses wurde Thomas Kemmerich gefragt, ob er die Wahl annimmt. Er bejahte die Frage, nahm damit die Wahl an und ist damit der neue Ministerpräsident von Thüringen.

Das Thomas Kemmerich wußte, dass er AfD-Stimmen erhielt, ist wahrscheinlich. Weiterhin: Thomas Kemmerich hatte die Option, die Wahl nicht anzunehmen.

AFDP: FDP-Kemmerich mit AfD-Stimmen ins Amt gewählt

Die Wahl Kemmerichs zum thüringischen Ministerpräsidenten löste in Deutschland einen Eklat aus. Denn Thomas Kemmerich ist damit der erste Ministerpräsident der mit den Stimmen der AfD in das Amt gewählt wurde.

Gegen 13 Uhr – kurz vor dem dritten Wahlgang – wollte Thomas Kemmerich noch verhindern das die AfD ihn wählt. Er äußerte sich, dass er seine Kandidatur davon abhängig mache, ob die AfD bei ihrem Kandidaten bleibe oder diesen nicht mehr antreten lasse. Die AfD blieb bei ihrem Kandidaten.

Der AfD-Kandidat Christoph Kindervater erhielt 0 Stimmen im dritten Wahlgang. Das bedeutet, dass die AfD ihren eigenen Kandidaten nicht wählte, sondern höchstwahrscheinlich den FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich. (Die Wahl ist geheim, deswegen kann über das Stimmverhalten nur gemutmaßt werden.) Das bedeutet, dass die AfD ihren eigenen Kandidaten nur zum Schein in den dritten Wahlgang geschickt hatte.

Hashtag #AFDP

Das politische Schlagwort „AFDP“ verbreitete sich in den sozialen Medien rasent schnell. Außerdem forderten Internetnutzer den Rücktritt Kemmerichs und Neuwahlen.

Infodemie: Bedeutung, Definition


Von seinem Begriff her, bedeutet „Infodemie“, dass sich sich sehr viele Informationen (unabhängig vom Wahrheitsgehalt) schnell und in kurzer Zeit weltweit ungehindert und ungefiltert verbreiten. Dies führt zu einer unklaren Informationslage.

Was bedeutet „Infodemie“? Bedeutung

Die „Infodemie“ kennzeichnet sich dadurch, dass viele – teils widersprüchliche oder falsche – Informationen zu einem Thema im Internet angeboten werden und verfügbar sind. Dies führt dazu, dass für den Einzelnen oder die Einzelne nicht mehr klar erkennbar ist, welche Informationen echt und welche falsch (Fake News) sind.

Praktisch jeder kann – unabhängig vom eigenen Wissensstand, politischer Ausrichtung, Herkunft und der eigenen Absicht – ungeprüft Informationen im Internet verbreiten. Dies führt dazu, dass Fakten und Tatsachen mit Propaganda, Mythen, Behauptungen, Lügen und Fake News nicht nur konkurrieren, sondern auch vermischt werden.

Internetnutzer stehen damit vor zwei Herausforderungen: a) Sie müssen Informationen in Frage stellen, um ihren Wahrheitsgehalt zu erkennen, und b) Sie müssen echte von falschen Informationen trennen.

Infodemie: Nicht dem Bestätigungsfehler erliegen

Hier darf die Wirkung des Bestätigungsfehlers (engl. Confirmation bias) nicht unterschätzt werden. Als Bestätigungsfehler wird die Neigung bezeichnet, Informationen auszuwählen, die den eigenen Erwartungen und dem eigenen Weltbild entsprechen. Dies führt im Umkehrschluss dazu, dass Informationen, die den eigenen Erwartungen oder Weltbild widersprechen, abgelehnt werden.

Der Bestätigungsfehler führt dazu, dass jemand Informationen sucht, die die eigene Weltsicht bestätigen. Dass diese Informationen falsch sein können, wird noch nicht gefragt. Erst durch eine Überprüfung der Informationen wird klar, welchen Wahrheitsgehalt sie haben.

Ferner führt der Bestätigungsfehler dazu, dass jemand das Gespräch mit Gleichgesinnten sucht. Dies geschieht in der Hoffnung, dass diese die eigene Weltsicht bestätigen.

Regeln für eine Infodemie

Wer Maßnahmen gegen eine „Infodemie“ ergreifen möchte, sollte Informationen und deren Herkunft prüfen.

  • Informationen sollten von mehreren offiziellen Stellen bezogen werden. (Weltgesundheitsorganisation, Regierung, Robert-Koch-Institut,..)
  • Prüfe, wie viele Medien oder Personen, die Information verbreiten. Je mehr die gleiche Information verbreiten, umso höher ist ihr Wahrheitsgehalt.
  • Prüfe, wer die Information verbreitet. Verbreitet z.B. ein Wissenschaftler oder Mediziner eine Behauptung über eine Krankheit, so kann dies ein anderes Gewicht haben, als wenn ein Meinungsblogger eine Information verbreitet.
  • Frage/Suche nach Zusatzinformationen, um Belege für eine Behauptung zu finden.
  • Prüfe die Quellen für Behauptungen in einem Beitrag.
  • Sprich mit deinen Freunden oder Verwandten über das Thema.

Wortherkunft: Infodemie

„Infodemie“ ist ein Kofferwort aus dem Kurzwort für Information „Info“ und „Pandemie“.

Eine „Infodemie“ ist möglich, da durch das Internet und die sozialen Medien Länder- und Sprachgrenzen aufgehoben wurden.

Als Pandemien werden Krankheiten bezeichnet, die sich schnell über Länder-, Gebiets- und Kontinentsgrenzen hinweg verbreiten. Bei einer Pandemie werden ganze Regionen, Länder und Kontinente von einer Krankheit erfasst.

Infodemie: Wortherkunft, WHO, Bedeutung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prägte den Begriff „Infodemie“ als sie sich am 2. Februar 2020 über die Informationsflut zum Coronavirus, dessen Verbreitung und Gefahr beklagte.

Die WHO sprach davon, dass es zu einer „massiven Infodemie“ durch die Überschwemmung an Informationen gekommen sei. Vielen Menschen falle es schwer falsche Nachrichten oder Fake News von richtigen Nachrichten zu unterscheiden. Außerdem ist es schwer Mythen und Propaganda von Fakten zu unterscheiden. Die WHO sprach davon, dass falsche Nachrichten und Fake News irreführend seien.

Als Reaktion auf die „Infodemie“ startete die WHO in den sozialen Medien Kampagnen, um über das Coronavirus zu informieren. In den ersten Beiträgen beantwortete die WHO unter anderem folgende Fragen: Verhindern Nasenspülungen eine Coronavirus-Ansteckung? (Link zum Facebook-Beitrag: hier) Verhindert Knoblauch eine Ansteckung mit dem Coronavirus? (Link zum Facebook-Beitrag: hier)

Klima-Holocaust / Klimaholocaust: Tom Radtke (Bedeutung)


Der Ausdruck „Klima-Holocaust“ wurde vom 18-jährigen Hamburger Schüler und „Die LINKE“-Politiker Tom Radtke geprägt. Als am 27. Januar 2020 der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor 75 Jahren gedacht wurde, veröffentlichte er Tom Radtke in den sozialen einen Beitrag, der den Ausdruck „Klima-Holocaust“ beinhaltete. (Der Beitrag wurde mittlerweile gelöscht.)

„Klima-Holocaust“: Was Tom Radtke schrieb (Text, Inhalt)

Tom Radtke veröffentlichte einen Beitrag, in dem er sich äußerte, dass der Holocaust eines der größten Verbrechen im 2. Weltkrieg war und die Nazis große Klimasünder*innen waren, da ihr Vernichtungskrieg und ihre Panzer riesige Mengen Co2 produziert haben. Weiterhin äußerte er sich und fragte, was Politiker gegen den Klima-Holocaust, der Millionen Menschen und Tiere tötet, tun. Seinen Beitrag beendete er mit der Forderung, dass „wir“ die Klimaerwärmung stoppen müssen, „damit sich ein Holocaust nicht wiederholt“. (Link zu den Screenshots hier: Twitter-Beitrag von Joerg Foerster vom 28. Januar 2020.)

Die Verwendung des Begriffs „Klima-Holocaust“ löste heftige Reaktionen aus.

Tom Radtke rechtfertige im WELT-Interview seinen Tweet. Er sagte, dass der Tweet in seinen Augen kein Fehler sei, weil es nie falsch sei, auf die Klimakrise hinzuweisen. Tom Radtke machte das Zugeständnis, dass er hätte besser erklären sollen, was er meine.

Der Ausdruck „Klima-Holocaust“ ist ein Holocaustvergleich und eine Relativierung sowie Verharmlosung des Holocaust. Der Holocaust war der systematische und industriell-durchgeführte Massenmord der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten. Zwischen den Jahren 1941 und 1945 wurden 5,6 bis 6,3 Millionen Juden in den Vernichtungslagern der Nazis ermordet.

Wer ist Tom Radtke? Lebenslauf, Biografie

Tom Radtke ist 18 Jahre alt. Er ist aktuell Schüler, Klimaaktivist und Parteimitglied der Hamburger Linkspartei.

Tom Radtke setzt sich seit zwei Jahren gegen den Klimawandel ein und fordert radikalen Umweltschutz. Er fordert eine Klimasteuer von 180 Euro pro Tonne Co2 und weitere Maßnahmen, um die bevorstehende „Klimaapokalypse“ abzuwenden. Weiterhin fordert er den dringenden Ausstieg aus der Kohle.

Er ist Mitglied der Hamburger Linkspartei und hat sich für die Bürgerschaftswahl am 23. Februar 2020 in Hamburg auf Listenplatz 20 aufstellen lassen. Seine Themen sind Klimaschutz und Netzpolitik. In der Hamburger Linkspartei arbeitet er in der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Umwelt, Energie und Verkehr. Außerdem ist er Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Netzpolitik.

Twitter: tomradtkede

Facebook: Tom Radtke

Instagram: tomradtke.de

Homepage:tomradtke.de

„Klima-Holocaust“: Reaktionen

Fridays for Future Hamburg distanzierte sich auf Twitter von den Äußerungen von Tom Radtke. Fridays for Future Hamburg teilte mit, dass Tom Radtke kein aktives Mitglied von Fridays for Future Hamburg ist und „nie wieder sein“ wird. Die Klimaaktivsten teilten mit, dass Tom Radtke ihre Werte oder Positionen nicht vertritt. Siehe Tweet von Fridays for Future Hamburg: hier) (Auf seinem Twitterprofil verwendete Tom Radtke das Logo der „Friday For Future“-Bewegung.

Der Hamburger Landesverband der Partei „Die LINKE“ hat Tom Radtke aufgefordert seine Kandidatur für die Hamburger Bürgerschaftswahl am 23. Februar 2020 niederzulegen. Außerdem erwog der Landesverband Maßnahmen bis zum Parteiausschluss. Bisher hat Tom Radtke sich nicht zu seiner Kandidatur geäußert. (Stand 31. Januar 2020)

Die Landessprecher der Hamburger Linkspartei, Olga Fritzsche und David Stoop, äußerte sich über den Holocaustvergleich von Tom Radtke. Sie sagten, dass dies eine „unsägliche Relativierung und Instrumentalisierung“ sei.

Was bedeutet Lame Duck / lahme Ente? Bedeutung auf deutsch, Herkunft, Übersetzung


Der Ausdruck „lahme Ente“ hat in der deutschen Umgangssprache eine eindeutige Bedeutung: Eine „lahme Ente“ ist eine langsame oder lahme Person, aber auch ein langsames Auto wird als „lahme Ente“ bezeichnet. Die Übersetzung ins englische von „lahme Ente“ ist „lame Duck“ und hier wird es kompliziert. Denn in der englischen Sprache hat „lame Duck“ eine ganz andere Bedeutung als in der deutschen Sprache. Diese verschiedenen und unterschiedlichen Bedeutungen werden dir in diesem Beitrag erklärt. Eine Erläuterung, wo die Ausdrücke „lahme Ente“ und „lame Duck“ herkommen, findest du am Ende dieses Artikels.

Bedeutung: „Lame Duck“ in der Politik

Als „Lame Duck“ werden Politiker bezeichnet, die kurz vor dem Macht- und Einflussverlust stehen, also kurz vor dem Ende der Amtszeit. Diese Politiker sind praktisch handlungsunfähig und werden nichts großes mehr bewegen. Sie bekleiden nur noch ihr Amt bis ihr Nachfolger es offiziell antritt.

Ein Politiker wird freiwillig oder unfreiwillig zur „Lame Duck“, nämlich dann wenn der Politiker oder die Politikerin nicht zur Wiederwahl antritt oder nicht mehr antreten darf. (Eine Begrenzung der Amtszeit verbietet die Wiederwahl. Dies ist in den USA gebräuchlich.)

Der Ausdruck „Lame Duck“ kommt aus den USA und hat hier Tradition. Seit den 2010er Jahren verbreitet der Ausdruck sich auch im deutschsprachigen Raum.

Was ist der Lame Duck Day?

In den USA wird jährlich am 6. Februar der Lame Duck Day gefeiert. An diesem Tag wird an den 20. Zusatzartikel zur Verfassung der USA erinnert. Dieser wurde am 23. Januar 1933 ratifiziert. Der 20. Zusatzartikel regelt den Übergang vom alten Präsidenten zum neuen US-amerikanischen Präsidenten. Außerdem regelt der Zusatzartikel auch den Übergang von Senatoren und Abgeordneten.

„Lame Duck“ als Politikbegriff in Deutschland

Im deutschsprachigen Raum wird der Ausdruck „Lame Duck“ auch als Bezeichnung für geschwächte Politiker verwendet, die Teile ihrer Macht und ihres Einflusses verloren haben. Für diese geschwächten Politiker gilt, dass sie nicht mehr so mächtig wie früher sind. Allgemein würde von diesen Politikern gesagt werden, dass sie angeschlagen sind.

Bekannte Beispiele für „Lame Duck“

  • 2018 bezeichnete der CDU-Politiker Günther Oettinger die CDU-Politikerin Angela Merkel als „Lame Duck“.
  • Der CSU-Politiker Edmund Stoiber nannte die CDU-Politikerin Angela Merkel im Dezember 2019 eine „lahme Ente“.

Bedeutung: „Lame Duck“ in der englischen Wirtschaftssprache

In der englischen Wirtschaftssprache wird ein Manager als Lame Duck bezeichnet, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, dessen letzter Arbeitstag immer näher rückt und der nichts mehr groß bewirken kann.

Auch werden Firmen, die nicht ohne staatliche Unterstützung überleben als „Lame Duck“ bezeichnet.

Bedeutung: „Lame Duck“ im Sport

Ein Trainer, dessen Vertrag nicht verlängert wurde und der daher einen Verein verlassen muss, wird als „Lame Duck“ bezeichnet. Auch Trainer, die freiwillig gekündigt haben und freiwillig einen Verein verlassen,w erden als „Lame Duck“ bezeichnet. (In der deutschen Sportberichterstattung wird der Ausdruck „Lame Duck“ in dieser Bedeutung wiederholt verwendet.)

Bedeutung: „Lame Duck“ in der englischen Börsensprache

In der englischen Börsensprache werden als „Lame Ducks“ Investoren bezeichnet, die sich verspekuliert haben und zahlungsunfähig sind.

Bedeutung: „Lame Duck“ in der englischen Umgangssprache

Eine erfolglose Person, die viel Unterstützung und Hilfe braucht, wird in der englischen Umgangssprache als „Lame Duck“ bezeichnet. Auch Verlierer oder Versager werden als „Lame Duck“ bezeichnet.

Bedeutung: „Lahme Ente“ in der deutschen Umgangssprache

In der deuschen Umgangssprache ist eine lahme Ente eine langsame Person oder ein langsam-fahrendes Auto.

Die Herkunft dieses Ausdrucks könnte vom Auto Citroën 2CV kommen, der eben auch „Ente“ genannt wurde. Dieser französische Kleinwagen war nicht besonders schnell. Die erste Ausführung schaffte gerade einmal 60 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die letzten Ausführungen erreichten eine Maximalgeschwindigkeit von 115 km/h. (Im Vergleich zu modernen Autos ist der Ente damit sehr langsam!)

Wortherkunft / Etymologie: Woher kommt „Lame Duck“?

Die Ausdrücke „lame Duck“ und „lahme Enten“ entstammen aus dem Tierreich. Bei Enten besteht für die langsamen und lahmen unter ihnen die größte Gefahr Fressfeinden oder Jägern zum Opfer zu fallen. Deswegen haben sie die geringsten Überlebenschance und damit den geringsten Einfluss auf den Entenverband. Generell gilt für alle lahmenden Tiere, dass ihre Überlebenschancen am geringsten sind.

Von der „Lame Duck“ wird seit dem 18. Jahrhundert an der Londoner Börse gesprochen. Als „Lame Duck“ wurden Investoren bezeichnet, die schlecht investiert haben und die ihre Schulden nicht mehr zahlen konnten. Damit ist die Gefahr bei ihm am größten das er nicht mehr am Aktienmarkt teilnehmen kann.

Synonyme für „Lahme Ente“

  • Blindgänger
  • Lahmarsch
  • Langweiler
  • Penner
  • Schlafmütze
  • Schnarchnase
  • Schnecke
  • Transuse
  • Trantüte
  • Trantute
  • Träumer

Weitere Bedeutung bon „Lahme Ente“

Die „Lahme Ente“ ist eine Kneipe in Tirol, Österreich.

Was bedeutet „Hätte, hätte, Fahrradkette“? Bedeutung, Wortherkunft, Herkunft der Redewendung


„Hätte, hätte, Fahrradkette“ ist eine deutsche Redewendung, die eine spekulative Diskussion über einen anderen Verlauf der Vergangenheit, beendet.

Was bedeutet „Hätte, hätte, Fahrradkette“? Bedeutung

„Hätte, hätte, Fahrradkette“ wird gesagt, wenn eine Was-hätte-man-besser-machen-können-Diskussion oder ein Was-wäre-wenn-Gespräch  über ein vergangenes schlecht verlaufenes Ereignis oder eine vergangene schlechte Entscheidung beendet werden soll. (Dieses vergangene Ereignis kann z.B. eine verpasste Möglichkeit / Chance sein. Eine vergangene schlechte Entscheidung kann z.B. eine Fehlentscheidung sein.)

Denn die Diskussion über eine verpasste oder schlechte Entscheidung kann sinnlos sein, da die Entscheidung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und die spekulative Diskussion darüber, wie die Vergangenheit bei anderer Entscheidung hätte verlaufen können, überflüssig ist.

Es ist Zeitverschwendung darüber nachzudenken, wie die Zukunft verlaufen wäre, wenn die Fehlentscheidung nicht stattgefunden oder die Chance nicht verpasst worden wäre. Denn die Fehlentscheidung lässt sich nicht mehr korrigieren oder rückgängig machen, um den eigenen Wunschvorstellungen zu entsprechen.

„Hätte, hätte, Fahrradkette“: Fehler analysieren oder über Vergangenheit spekulieren

Die Diskussion über eine verpasste Chance oder eine schlechte Entscheidung kann aber auch sinnvoll sein. Nämlich dann, wenn erörtert und herausgefunden wird, wie die schlechte Entscheidung zustande kam und warum die Chance verpasst wurde. Diese Diskussion sollte mit dem Ziel geführt werden, dass eine erneute Chance nicht verpasst wird und eine erneute schlechte Entscheidung nicht stattfindet. Ist dieses Ziel erreicht, sollte sich eine weitere Auswertung erübrigen.

Wird die Diskussion über eine schlechte Entscheidung oder verpasste Chance mit der Absicht geführt, darüber zu reden, welche Handlungsoptionen in der Vergangenheit nicht wahrgenommen wurden und welche Folgen damit nicht eingetreten sind, kann solch ein Gespräch schnell sehr abstrakt werden und als überflüssig empfunden werden.

Siehe auch: Killerphrasen und Totschlagargumente

Beispiele:

  • Hätte er sich anders entschieden, dann …
  • Hätte ich früher gewusst, dass … dann hätte ich.

Die Bedeutung bei „hätte, hätte, Fahrradkette“ entsteht durch den verwendeten Konjunktiv („hätte“). Das Beispiel „Hätt der Hund nicht geschissen, hätt er den Hasen gekriegt“, hat die gleiche Bedeutung wie „hätte, hätte, Fahrradkette“. Das Beispiel ist ein Konditionalsatz und zeigt die Bedeutung des Konjunktiv. Wäre das natürliche Bedürfnis des Hundes nicht eingetreten, so hätte er das Ziel (den Hasen zu kriegen) erreicht. Der Konjunktiv wird hier verwendet, um zu zeigen, dass ein Ausgangsereignis zu einer Bedindung geführt hat, die dafür sorgte, dass die Folgen einer Handlung nicht eintreten konnten. (Weiteres Beispiel: „Wäre der Satz nicht so kompliziert, würde ich ihn leichter verstehen.)

Die Verwendung des Wortes „Fahrradkette“ steht nicht für eine besondere Verbindung oder Vorliebe zum Fahrrad. Das Wort „Fahrradkette“ reimt sich einfach gut auf „hätte“. Daher ist der Spruch „hätte, hätte, Fahrradkette“ sehr eingängig. (Eine Variante von „hätte, hätte, Fahrradkette“ ist „hätte, hätte, Herrentoilette“.)

Synonyme für „Hätte, hätte, Fahrradkette“:

  • Hinterher ist man immer schlauer.
  • Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gekriegt.
  • Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär, wär mein Vater Millionär.

Woher kommt der Spruch „Hätte, hätte, Fahrradkette“? Herkunft Redewendung

Die Redewendung „Hätte, hätte, Fahrradkette“ wird schon Ende der 2000er Jahre in der deutschen Serie „Stromberg“ verwendet. (Vermutlich ist es das Jahr 2009.) In der Serie sagt die Figur „Bernd Stromberg“: „Hätte, hätte Fahradkette“. Er führt aus, dass er es (eine Aufgabe) der Erika gegeben und der Dicke es verbockt hat.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und „hätte, hätte, Fahrradkette“

Doch erst als der SPD-Politiker Peer Steinbrück die Redewendung „Hätte, hätte, Fahrradkette“ in einem Interview verwendete, wurde diese populär in Deutschland.

Peer Steinbrück verwendete die Redewendung „Hätte, hätte, Fahrradkette“ im Jahr 2013. Er war damals SPD-Kanzlerkandidat. Der Moderator Sven Lorig sprach damals mit Peer Steinbrück über das vermasselte SPD-Wahlkampfmotto und wollte wissen, wie es zu der Panne mit dem Wahlkampfmotto kam.

Lorig sprach Steinbrück darauf an, dass das SPD-Motto „Das Wir entscheidet“ schon von einer Zeitarbeitsfirma verwendet wird und die SPD dies per einfacher Internet-Recherche hätte herausfinden können. Lorig bezeichnete diesen Umstand als „ärgerlich“. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte daraufhin: „Ja, Herr Lorig, hätte, hätte Fahrradkette“ und räumte das Versäumnis ein, äußerte sich aber auch, dass das Thema erledigt sei.

Weitere Bedeutung von „Hätte, hätte, Fahrradkette“

„Hätte, hätte, Fahrradkette: Die Kunst der optimalen Entscheidung“ ist ein Buch von Florian Schroeder. Es erschien 2014.

„Hätte, hätte, Fahrradkette: Ein Weser-Radweg-Krimi“ ist ein Buch von Martein Heinzelmann. Es erschien 2019.

„Hätte hätte Fahrradkette“ ist ein Lied von SDP feat. Keule. Es erschien 2014 auf dem Album „Bunte Republik Deutschpunk“.

Mit „Hätte, hätte, Fahrradkette“ bedruckte T-Shirts und Beutel finden sich auf Amazon.

Was bedeutet „Demokratieabgabe“ (Rundfunkbeitrag, GEZ)? Bedeutung, Definition


Als „Demokratieabgabe“ bezeichnete der damalige WDR-Chefredakteur, Jörn Schönenborn, im Dezember 2012 den 2013 eingeführten Rundfunkbeitrag. Diese Bezeichnung löste in Deutschland eine heftige Debatte aus.

Hinweis: Dieser Beitrag spiegelt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Generell ist dieser Beitrag keine Meinungsäußerung.

Was bedeutet der Begriff „Demokratieabgabe“? Bedeutung, Definition

Von seinem Begriff her, bedeutet „Demokratieabgabe“, dass jemand mit dem Zahlen des Rundfunkbeitrages etwas für die Demokratie tut. Denn mit der Demokratieabgabe kann kommerziell-unabhängiger Journalismus finanziert werden, der z.B. einen Bildungsauftrag verfolgt. Denn dieser Journalismus kann ohne Rücksicht auf Werbekunden kritisch berichten und hinterfragen.

Mit der „Demokratieabgabe“ kann ein Journalismus ermöglicht werden, der auch über Randthemen und weniger interessante Themen berichtet. Weiterhin kann ein Journalismus ermöglicht werden, der sachlich, ruhig und nicht-reißerisch berichtet. Dieser Journalismus kann auf Techniken wie Clickbaiting verzichten. Für diesen Journalismus gelten keine wirtschaftlichen Verwertungskriterien wie z.B. durch einen Artikel generierte Werbeumsätze.

Demokratieabgabe: Was sagte Jörn Schönenborn genau?

In einer Stellungnahme, die auf ard.de veröffentlicht wurde, erklärte Jörg Schönenborn unter anderem, dass die Demokratie-Abgabe ein Beitrag sei, die Funktionsfähigkeit des Staatswesen und der deutschen Gesellschaft zu wahren. Er führte aus, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seiner Berichterstattung über Politik das Funktionieren der Demokratie sichere. Jörn Schönenborn äußerte sich, dass politische Berichterstattung, die länger als eine halbe Stunde ist, bei kommerziellen Vollprogrammen schwer zu finden sei.

Weiterhin äußerte Jörg Schönenborn, dass es gesellschaftlicher Konsens sei, dass wichtige Strukturen für das Zusammenleben gemeinschaftlich finanziert werden. Diese „wichtigen Strukturen“ seien die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Du findest die Stellungnahme von Jörn Schönenborn auf ard.de hier.

Kritik am Wort „Demokratieabgabe“

Hinweis: Die nachfolgenden Worte spiegeln nicht die Meinung der Redaktion der Redaktion wieder.

Der Ausdruck „Demokratieabgabe“ wurde kritisiert, da so der Rundfunkbeitrag eine freundliche Bezeichnung und eine moralisch-positive Aufwertung erhielt. Dies steht im Gegensatz zu dem Umstand, dass der Rundfunkbeitrag gezahlt werden muss, egal ob jemand Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunk nutzt oder nicht. Deswegen sprechen Kritiker hier auch von einem „Zwangsbeitrag“. Wer den Beitrag nicht zahlen will, muss nämlich damit rechnen, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten dagegen vorgehen. Freiheitsentzug oder Vollstreckungsersuche sind möglich.

Außerdem wurde am Begriff „Demokratieabgabe“ kritisiert, dass damit versucht werde, hohe Gehälter, hohe Personalkosten, hohe Pensionskosten und hohe Invesitionskosten zu rechtfertigen, da diese für die Demokratie geschehen. Denn eine „Demokratieabgabe“ kann auch als Freifahrtschein zum Geld ausgeben, verstanden werden.

Weiterhin stellten Kritiker in Frage, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk überhaupt noch wichtig für das Zusammenleben oder für die Demokratie sei.

Kritiker stellten außerdem die Umkehrfrage: Ist jemand, der gegen die Rundfunkabgabe ist, auch gegen die Demokratie?

Über den Rundbeitrag

Der Rundfunkbeitrag wurde am 1. Januar 2013 eingeführt und ersetzt die Gebühreneinzugszentrale (GEZ). Der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag verpflichtet – unter Einschränkungen – jeden Inhaber einer Wohnung den Rundfunkbeitrag zu zahlen bzw. das pro Wohnung der Rundfunkbeitrag nur einmal zu zahlen ist. (Als Inhaber einer Wohnung wird eine Person bezeichnet, die in der Wohnung gemeldet ist.) Für Inhaber gilt, dass die Beitragsschuld sich allein aus der Möglichkeit ergibt, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu empfangen.

Gegen Personen, die den Rundfunkbeitrag nicht zahlen wollen, können die öffentlich-rechtlichen Anstalten rechtlich vorgehen. Unter anderem können sie das Mittel der Erzwingungshaft einsetzen, bei der ein Zahlungsverweigerer mit Freiheitsstrafe bestraft wird. Weitere Mittel sind: Vollstreckungsersuche

Mindestlohn 2020: Höhe Brutto und Netto


Der gesetzliche Mindestlohn beträgt im Jahr 2020 in Deutschland 9,35 Euro pro Stunde Brutto. Die 9,35 Euro pro Stunde als gesetzlicher Mindestlohn gelten seit dem 1. Januar 2020.

Der gesetzliche Mindestlohn betrug im Jahr 2019 in Deutschland 9,19 Euro pro Stunde. Am 1. Januar 2020 wurde er um 0,16 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde – per Verordnung der Bundesregierung – angehoben. Damit wurde der gesetzliche Mindestlohn um 1,74 Prozent angehoben. (Den BedeutungOnline-Beitrag über den Mindestlohn 2019 findest du hier.)

Mindestlohn im Monat – brutto und netto

Das Mindestlohn-Brutto-Gehalt beträgt in Deutschland ab dem 1. Januar 2020 1.621 Euro. (Zum Vergleich vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 waren dies 1.593 Euro, also 28 Euro weniger.)

Das Mindestlohn-Brutto-Gehalt wird durch das verstetigte Monatsgehalt errechnet. Da nicht alle Monate die gleiche Anzahl an Arbeitstagen haben, wird hier mit einem Durchschnittswert gerechnet. (Die Monatsarbeitstage variieren je nach Feiertagen und Urlaubstagen.) Dieser Durchschnittswert beträgt 173,33 Arbeitsstunden pro Monat. Werden nun die 173,33 Arbeitsstunden mit den 9,35 Euro multipliziert, kommt das Gehalt von 1.621 Euro Brutto heraus.

Im errechneten gesetzlichen Mindestlohn von 1.621 Euro Brutto fehlen noch Zahlungen wie: Einmalzahlungen, Sonderzahlungen, Sondergelder, Überstundenzuschläge und Zuschläge für Sonderschichten.

Vom Mindestlohn werden Steuern und Abgaben abgezogen. Dies sind unter anderem:

  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Einkommensteuer
  • eventuell Solidaritätszuschlag
  • Kirchensteuer

Mindestlohn: Wie hoch ist das Netto nun?

Will man den Netto-Mindestlohn errechnen, so muss diese Rechnung individuell erfolgen. Denn viele Faktoren beeinflussen die Höhe der Abgaben. Diese Faktoren sind unter anderem von folgendem abhängig: Bundesland, Kinderfreibeträge, Steuerfreibeträge, Steuerklasse (verheiratet?) und anderen Faktoren. Aus diesem Grund kann kein einheitlicher Netto-Mindestlohn benannt werden.

Jedoch kann eine Netto-Mindestlohn-Spanne benannt werden. Diese beträgt: rund 1120 Euro bis 1320 Euro. (Möchten Sie Ihren Netto-Mindestlohn wissen, so ist Ihre Lohnabrechnung hier am aussagekräftigesten.)

Für wen gilt der gesetzliche Mindestlohn / Für wen gilt er nicht?

Der Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer in jeder Branche. Jedoch gibt es Ausnahmen:

  • Für Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung gilt der Mindestlohn nicht.
  • Für Auszubildende, unabhängig vom Alter, gilt der Mindestlohn nicht.
  • Für Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung gilt der Mindestlohn nicht.
  • Für Personen, die an einer Maßnahme der Arbeitsförderung teilnehmen, gilt der Mindestlohn nicht.
  • Für Praktikanten, die ein Pflichtpraktikum absolvieren, gilt der Mindestlohn nicht.
  • Für Praktikanten, deren Praktikum kürzer als drei Monate ist, gilt der Mindestlohn nicht.
  • Für Personen, die einen freiwilligen Dienst leisten, gilt der Mindestlohn nicht.
  • Für Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung oder einer Berufsbildungvorbereitung teilnehmen, gilt der Mindestlohn nicht.
  • Für Ehrenamtliche gilt der Mindestlohn nicht.
  • Für Menschen mit Behinderungen, die sich in einem „arbeitnehmerähnlichen“ Verhältnis befinden, gilt der Mindestlohn nicht.

Entwicklung: Mindestlohn-Höhe in Deutschland

Der Mindestlohn wurde 2015 in Deutschland eingeführt. Er betrug 2015 und 2016 8,50 Euro pro Stunde Brutto. Der Monatslohn war 1473 Euro brutto.

2017 wurde der Mindestlohn um 0,34 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde brutto erhöht. Der Monatslohn betrug 1532 Euro brutto.

2018 war der Mindestlohn genauso hoch wie 2017, als 8,84 Euro pro Stunde brutto.

2019 wurde der Mindestlohn um 0,35 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde brutto erhöht. Der Monatslohn betrug 1593 Euro brutto.

2020 wurde der Mindestlohn um 0,16 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde brutto erhöht. Der Monatslohn beträgt 1621 Euro brutto.

Übrigens: SPD-Finanzminister Olaf Scholz äußerte sich, dass er 12 Euro pro Stunde als Mindestlohn angemessen finde. Jedoch entscheidet er nicht über die Höhe des Mindestlohns. Diese Entscheidung trifft die Mindestlohn-Kommission. (Weiter unten im Beitrag wird diese erklärt.)

Branchenbezogene Mindestlöhne

Weiterhin gibt es branchenbezogene Mindestlöhne. In den nachfolgend genannten Branchen gilt ein Branchen-Mindestlohn, der je nach Bundesland variiert:

  • Abfallwirtschaft
  • Berufliche Aus- und Weiterbildung (Pädagogische Mitarbeiter)
  • Elektrohandwerk
  • Dachdeckerhandwerk
  • Gebäudereinigerhandwerk
    • Innenreinigung
    • Glas- und Fassadenreinigung
  • Geld- und Wertdienste
  • Maler- und Lackiererhandwerk
  • Pflegebranche
  • Steinmetzhandwerk und Steinbildhauerhandwerk

Mindestlohn-Kommission: Wer legt ihn fest?

Im Mindestlohngesetz ist festgelegt, dass der Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt wird. Dafür trifft sich die Mindestlohn-Kommission und spricht eine Empfehlung an die Bundesregierung aus, wie und in welchen Schritten der Mindestlohn gesteigert werden soll. Die Bundesregierung kann dieser Empfehlung zustimmen oder sie ablehnen. Die Bundesregierung darf die Empfehlung aber nicht verändern oder anpassen.

Im Juni 2018 hat die Bundesregierung der Empfehlung der Mindestlohn-Kommission zugestimmt. Die Mindestlohn-Kommission empfahl damals den Mindestlohn in zwei Schritten zu steigern: Im Jahr 2019 wurde der Mindestlohn von 8,84 Euro um 0,35 Euro auf 9,19 Euro gesteigert. Im Jahr 2020 wurde der Mindestlohn von 9,19 Euro um 0,16 Euro auf 9,35 Euro gesteigert.

Mitte 2020 wird die Mindestlohn-Kommission eine neue Empfehlung an die Bundesregierung aussprechen, welche Höhe der Mindestlohn ab dem 1. Januar 2021 und ab dem 1. Januar 2022 haben soll. Die Bundesregierung kann dieser Empfehlung zustimmen, sie kann sie aber auch ablehnen. Im Sommer 2020 wird sich zeigen, welche Empfehlung die Mindestlohn-Kommission erarbeitet hat und ob die Bundesregierung zustimmt.

In der Mindestlohn-Kommission sitzen verschiedene Mitglieder:

  • ein Vorsitzender (oder eine Vorsitzende)
  • 3 Vertreter der Arbeitgeberverbände
  • 3 Vertreter der Gewerkschaften
  • 2 wissenschaftliche Berater bzw. Wissenschaftler, die beraten. (Sie beraten nur(!). Sie sind nicht stimmberechtigt.)

Ihre Empfehlung für den Mindestlohn orientiert die Mindestlohn-Kommission an der Entwicklung der Tariflöhne. Hierfür betrachten die Mitglieder den Tarifindex des Statistischen Bundesamtes. Der Tarifindex wird ermittelt, in dem Tarifverträge in Deutschland untersucht werden. 2017 wurden rund 700 Tarifverträge untersucht.

Was ist eine Bodenwertzuwachssteuer? Bedeutung, Definition


Eine Bodenwertzuwachssteuer ist eine Form der Wertzuwachssteuer. Sie erfasst die Wertsteigerung von Grundstücken.

Die Bodenwertzuwachssteuer kann als Steuer auf zwei unterschiedliche Arten erhoben werden:

  • a) auf den veräußerten Bodenwertzuwachs (Veräußerungsgewinn) oder
  • b) auf nicht oder noch nicht realisierte Wertzuwächse.

Aktuell gibt es in Deutschland keine Bodenwertzuwachssteuer. Steuern auf Bodenwertzuwächse werden in Deutschland als Steuer auf Veräußerungsgewinne erhoben oder im Rahmen der Einkommensteuer erfasst.

SPD regt Bodenwertzuwachssteuer für Grundbesitzer an

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans schlug am 5. Januar 2020 vor, eine Bodenwertzuwachssteuer in Deutschland einzuführen. Diese soll Grundbesitzer betreffen. Sie soll dem Staat helfen den Wertzuwachs bei Grundstücken abzuschöpfen.

Update: Über ihre Facebook verbreitete die SPD weitere Details, wie sie sich die Bodenwertzuwachssteuer genauer vorstellen:

  • Ziel der Bodenwertzuwachssteuer ist es, die preistreibende Boden-Spekulation mit dem Ziel, dass bezahlbare Wohnungen entstehen, zu bekämpfen. Insbesondere soll der Staat den leistungslosen Wertzuwachs abschöpfen.
  • Die SPD wünscht sich eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik. Das bedeutet, dass Boden für staatliches und kommunales Handeln gesichert werden soll.
  • Die Bodenwertzuwachssteuer soll keine jährliche Steuer sein. Sie soll Grundstücks- und Eigentumsbesitzer nicht bestrafen. Auch soll die Bodenwertzuwachssteuer keine Wohnungsbausteuer werden.
  • Betroffen von der Bodenwertzuwachssteuer sollen Eigentümer von Gründstücken sein, die ihr Grundstück brach liegen lassen und nicht nutzen. Die Bodenwertzuwachssteuer soll greifen, wenn ein Grundstück zu Bauland durch eine Kommune umgewidmet wird und dieses Grundstück verkauft werden soll.
  • Die Bodenwertzuwachssteuer  ist Teil eines SPD-Parteitagsbeschlusses.
  • Ein Teil der Bodenwertzuwachssteuer soll einmalig an Kommunen gezahlt werden. Dieses Geld sollen die Kommunen in den sozialen Wohnraum investieren.

Anmerkung der Redaktion: Wie Norbert Walter-Borjans sich die Steuer genau vorstellt, ist unklar: Ob die Steuer auf den Veräußerungsgewinn oder noch nicht realisierte Wertzuwächse erhoben werden soll, ist unklar. Ob es Freibeträge geben wird, ist unklar. Welche Höhe die Steuer haben wird, ist auch unklar. Auch ist der (maximale) Besteuerungszeitraum unbekannt.

Norbert Walter-Borjans äußerte diese Idee im Zusammenhang mit den Mietpreisentwicklungen in Deutschland, dem kommunalen Wohnungsbau und dem Mietendeckel.

Auf die Idee, eine Bodenwertzuwachssteuer einzuführen, reagierte die Netzgemeinde mit Empörung und Verwunderung. Unter dem Hashtag #Bodenwertzuwachssteuer teilten viele ihr Unverständnis.

Bodenwertzuwachssteuer: Folgen, Vorteile und Nachteile

Folgen:

Eine Bodenwertzuwachssteuer würde Grundstücke als Vermögensanlage schlechter stellen.

Vorteile:

  • Eine Bodenwertzuwachssteuer würde die Bodenspekulation unattraktiver machen. Dies könnte sich entspannend auf den Bodenmarkt und die Grundstückspreise auswirken.

Nachteile:

  • Eine Bodenwertzuwachssteuer auf nicht oder noch nicht realisierte Wertzuwächse ist eine weitere steuerliche Belastung für Hausbesitzer, Landwirte und kleine Grundbesitzer. (Freibetragsregelungen könnten die Wirkung der Bodenwertzuwachssteuer für Hausbesitzer, Landwirte und kleine Grundbesitzer entschärfen oder sogar aufheben.)

Bodenwertzuwachssteuer in Deutschland

In Deutschland gab es von 1904 bis 1944 eine Bodenwertzuwachssteuer. Im Jahr 1911 wurde die Bodenwertzuwachssteuer im Reichswertzuwachssteuergesetz geregelt. Die Bodenwertzuwachssteuer betrug zehn bis 30 Prozent des Veräußerungsgewinns. (Der Veräußerungsgewinn ist der Gewinn, der durch den Verkauf von Vermögensgegenständen (in diesem Fall Grundstücken) erwirtschaftet wird.) Die Einnahmen aus der Bodenwertzuwachssteuer erhielten die Gemeinden.

1944 wurde die Bodenwertzuwachssteuer aufgehoben und ging als Zuschlag in Höhe von zwei Prozent in die Grunderwerbsteuer über.

In den 1970er Jahre gab es in der SPD eine Diskussion über eine Bodenwertzuwachssteuer, um die Spekulation mit Grundstücken unattraktiver zu machen. Diese Diskussion endete ohne ein politische Ergebnis.

Warum Greta Thunberg auf Twitter jetzt „Sharon“ heißt: Grund + Ursache


Am 3. Januar 2020 ist Greta Thunberg 17 Jahre alt geworden. (Sie wurde am 3. Januar 2003 in Stockholm geboren.) Zu ihrem Geburtstag hat sie ihren Twitter-Namen von „Greta Thunberg“ kurzzeitig zu „Sharon“ geändert. (Mittlerweile hat sie den Nutzernamen wieder zu „Greta Thunberg“ zurück geändert.) Am Twitter-Handle ist weiterhin erkennbar, dass sie es ist. Denn dieser lautet: twitter.com/gretathunberg bzw. @gretathunberg. Da stellt sich die Frage, warum sie ihren Twitter-Nutzernamen änderte?

Warum änderte Greta Thunberg ihren Twitter-Namen zu „Sharon“? Ursache, Grund

Der Anlass der Namensänderung ist amüsanter und unterhaltsamer Natur. In der britischen Quiz- und Rate-Show „Celebrity Mastermind“ scheiterte die britische Schauspielerin Amanda Henderson an der Frage: „Wer schrieb das Buch ‚No One Is Too Small to Make a Difference‘?“ Die Autorin des Buches ist Greta Thunberg. (Falls es dich interessiert, dass Buch (auf englisch) findest du auf Amazon hier*. Die deutsche Version heißt „Szenen aus dem Herzen – Unser Leben für das Klima“. Du findest sie auf Amazon hier*. (*Externer Link zu Amazon und Provisionslink.)

Auf die Frage, wer denn nun das Buch „No One Is Too Small to Make a Difference“ schrieb, antwortete Amanda Henderson „Sharon“. Ein Clip von der Antwort verbreitete sich in den soziale Medien – vor allem auf Twitter – rasend schnell.

Greta Thunberg nahm die falsche Antwort gelassen und änderte ihren Profilnamen zu „Sharon“. (Einen Einfluss auf die Beantwortung der Frage hatte dies nicht.)

Die Twitter-Community reagierte amüsiert und positiv, denn Greta Thunberg bewies damit Humor.

Weiteres zu Greta Thunberg:

Greta Thunberg: Sharon, Trump und Bolsonaro

Es ist nicht das erste Mal, dass Greta Thunberg so reagiert. Als Donald Trump sie verspotte und über sie sagte, dass sie ein sehr glückliches Mädchen sei, dass sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freuen kann, übernahm sie sein Zitat und setzte es in ihr Twitter-Profil.

Auch die Äußerung Trumps, dass Greta Thunberg ein Teenager sei, der an einem Wutbewältigungsprobleme arbeitete, übernahm sie in ihrem Twitterprofil.

Auch als der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sie „Pirallha“ nannte, reagiete sie gelassen und übernahm den Namen. („Pirallha“ ist portugiesisch und bedeutet auf deutsch „Göre“.)

Was hier passiert: Greta Thunberg und Spottnamen

Greta Thunberg zeigt, dass sie sich selbst nicht so ernst nimmt und nimmt damit ihren Gegnern den Wind aus den Segeln. Denn sie beweist, dass sie sich nicht angegriffen fühlt. Aus einem Spottnamen (oder einer Spottbezeichnung) macht sie einen Ehrennamen (oder eine Ehrenbezeichnung).

Mit der Taktik, sich Spottnamen und Spottbezeichnung anzueignen, verhindert sie, dass die Empörungsmaschine angeworfen wird. Von einer Welle der Empörung profitieren nämlich ihre Gegner. Denn wäre sie beleidigt, sie würde sie als kleines beleidigtes Mädchen dastehen, dass nicht mal einen Witz versteht – und kleine beleidigte Mädchen werden nicht sehr ernst genommen. Ihre Gegner würde es freuen, denn sie hätten den Beweis, dass sie Greta Thunberg getroffen hätten.

Stell es dir so vor: Greta Thunberg hat einem Angriff keine eigene Kraft entgegengesetzt. Sie hat sich nicht gewehrt, verteidigt oder zurück angegriffen, sondern die Kraft des Gegners zu ihrem eigenen Vorteil umgeleitet.

Da sie mit Gelassenheit reagiert, beweist sie Größe und das macht sie sympathisch. Es zeigt, dass sie weiß, wann etwas ernst zu nehmen ist und wann nicht. Außerdem zeigt diese Gelassenheit, dass sie etwas Distanz zu sich selbst gewonnen hat und dass sie weiß, welche Kämpfe es sich lohnt zu kämpfen.

Weiterhin gilt: Auch, wenn negativ über Greta Thunberg gesprochen wird, so gilt, dass über Greta Thunberg gesprochen wird. Hier gilt der alte Grundsatz, dass auch negative Presse gute Presse ist.

Was ist eine Ökodiktatur (Klimadiktatur)? Bedeutung, Definition


Ökodiktatur (auch Klimadiktatur) ist ein politisches Schlagwort, dass für die Angst steht, dass eine Regierung im Namen des Klima-, Umwelt- oder Naturschutzes persönliche Freiheiten einschränkt, begrenzt oder teils sogar abschafft. Damit ist gemeint, dass eine Regierung mit Verboten, Regulierungen und Preissteigerungen arbeitet, um klimaschädliches Verhalten der Bürger und der Wirtschaft zu reduzieren oder abzuschaffen. In diesem Kontext wird der Ausdruck „Ökodiktatur“ zu Kritik an einem Staat, der Bürger bevormundet, Freiheiten einschränkt und dafür sorgt, dass aktuelle Lebensverhältnisse sich zu Ungunsten der Bürger ändern. Diese Veränderungen können unter anderem Preissteigerungen oder Verlust des Arbeitsplatzes sein.

Der Ausdruck „Ökodiktatur“ wird aber auch als Warnung verwendet.

Ökodiktatur / Klimadiktatur in der Politik

Als politischer Schmähbegriff wird der Ausdruck „Ökodiktatur“ verwendet, um eine ökologisch orientierte Politik zu diffamieren und zu verunglimpfen. (In diesem Kontext kann es vorkommen, dass der Ausdruck „Ökodiktatur“ zu „Ökoregime“ („Öko-Regime“) gesteigert werden kann. (Als „Regime“ werden in der Regel autoritäre nicht-demokratische Regierungen bezeichnet.))

Auch werden mit dem Ausdruck „Ökodiktatur“ die Forderungen und die Politik der Partei „Bündnis 90 / Die Grünen“ diffamiert, verunglimpft und diskreditiert.

Der Ausdruck „Ökodiktatur“ wird als Warnung vor einer Freiheiten-eingrenzenden oder undemokratischen Politik verwendet.

In einem weiteren Kontext bedeutet „Ökodikatur“ (auch Klimadiktatur), dass eine Regierung versucht die Demokratie mit dem radikalen Klimaschutz zu vereinen.

In einem außer-demokratischen Kontext steht der Begriff „Ökodiktatur“ dafür, dass das Klima und die Umwelt mit den Mitteln der Demokratie nicht mehr gerettet werden können. Unter anderem verteidigen Klima- und Umweltaktivisten mit dieser Rechtfertigung ungesetzliches Verhalten.

Folgen des Begriffes „Ökodiktatur“

Der Begriff „Ökodiktatur“ sorgt dafür, dass Debatten, um den Klimawandel und die Klimakrise verunsachlicht werden. Damit geht in diesen Debatten die Sachlichkeit verloren.

Es kann vermutet werden, dass jene, die den Ausdruck „Ökodiktatur“ verwenden, um ökologisch orientierte Politik zu diffamieren, den Klimawandel bzw. die Klimakrise nur als normales – nicht Existenz-bedrohendes – Problem wahrnehmen.

Ökodiktatur / Klimadiktatur: Mögliche Maßnahmen

Der Ausdruck „Ökodiktatur“ (Klimadiktatur) steht dafür, dass eine Regierung Verbote erlässt, strengere Regulierungen auf den Weg bringt und für Preissteigerungen sorgt, um das Klima, die Natur und die Umwelt besser zu schützen. In diesem Sinne sind folgende Maßnahmen denkbar:

  • Fahrverbote (für bestimmte Autos oder Strecken)
  • Dieselfahrtverbote
  • Tempolimit
  • Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk (Siehe: Böllerverbot)
  • Preise für den Liter Benzin und Diesel werden erhöht
  • Energie- und Strompreise steigen
  • Kohlekraftwerke werden abgeschaltet
  • Preissteigerung von Flugreisen / Verbot von Inlandsflugreisen
  • Fleisch wird teurer
  • Verbot von Fleisch in der Kantine an bestimmten Tagen (Veggie-Day)
  • Höhere Auflagen für den Hausbau
  • Ausstieg aus der Energiegewinnung aus fossilien Energieträgern

Siehe auch: Klimanotstand, Greta-Thunberg-Effekt, Flugscham

Weitere Bedeutung „Ökodiktatur“ (Klimadiktatur)

Der Ausdruck „Ökokratie“ ist ein Gegenentwurf zum Begriff „Ökodiktatur“.

Der Ausdruck „Ökodiktatur“ ist nicht neu. Laut Google Trends wird der Ausdruck schon seit 2004 verwendet und wird über die Jahre immer wieder verwendet. Wie oben schon erklärt, wurden Forderungen nach einer ökologisch orientierten Politik oder die Forderungen und Poltik von „Bündnis 90 / Die Grünen“ wiederholt von verschiedenen Parteien als „Ökodiktatur“ diffamiert.

Im Jahr 2019 wurde der Ausdruck „Ökodiktatur“ wieder häufiger verwendet. Dies geschah im Kontext der Fridays-For-Future-Bewegung, Greta Thunberg und dem sehr dominanten Thema Klimawandel.

„Ausweg Ökodiktatur?“ ist ein Buch von Bernhard Pötter. Es erschien am 2. September 2010 im oekom Verlag.

„Kommt die Klima-Diktatur?“ ist ein Buch von Michael Grandt.

Hinweis: Dieser Beitrag spiegelt keine persönliche Meinung wider, sondern ist eine Darstellung, wie und in welchen Kontexten der Ausdruck „Ökodiktatur“ gebraucht wird.

Himmelslaternen sind in Deutschland verboten: Warum + Übersicht der Bundesländer


Machen wir es kurz: Himmelslaternen aufsteigen zu lassen, ist in Deutschland verboten.

Himmelslaternen sind in Deutschland verboten: Übersicht der Bundesländer

Die Verbote wurden in folgenden Bundesländern zu folgenden Zeiten erlassen:

  1. Baden-Württemberg: seit 24. Januar 2012 verboten
  2. Bayern: seit 2012 verboten
  3. Berlin: nicht verboten; aber Aufstiegserlaubnis erforderlich
  4. Brandenburg: Seit dem 4. Februar 2010 verboten
  5. Bremen: seit dem 14. Oktober 2009 verboten
  6. Hamburg: seit dem 1. Februar 2010 verboten
  7. Hessen: seit dem 23. Juli 2009 verboten
  8. Mecklenburg-Vorpommern: seit dem 26. August 2009 verboten
  9. Niedersachsen: seit dem 1. Mai 2009 verboten
  10. Nordrhein-Westfalen: seit dem 18. Juli 2009 verboten
  11. Rheinland-Pfalz: seit dem 1. September 2009 verboten
  12. Saarland: seit dem 2. Oktober 2009 verboten
  13. Sachsen: seit dem 1. September 2009 verboten
  14. Sachsen-Anhalt: seit dem 23. April 2009 verboten
  15. Schleswig-Holstein: seit dem 28. August 2009 verboten
  16. Thüringen: seit dem 19. Oktober 2009 verboten

Für Berlin gilt, dass die Deutsche Flugsicherung (DFS) genehmigt, ob Himmelslaternen genutzt werden dürfen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) lehnt aber jeden Antrag ab.

Wer gegen das Verbot, Himmelslaternen aufsteigen zu lassen, verstößt, muss mit einer Geldbuße von bis 5.000 Euro rechnen. (Die Höhe der Geldbuße variiert je nach Bundesland.)

Die Verbote wurden zwischen 2009 und 2012 erlassen, da es wiederholt wegen Himmelslaternen zu Bränden und Unfällen kam.

Was sind Himmelslaternen? Warum sind sie so gefährlich?

Himmelslaternen sind unbemannte und ungesteuerte Flugkörper mit Eigenantrieb. Sie bestehen aus einem bis zu 60 cm großen Lampion. Sie steigen durch eine offene Flamme oder Feuerquelle in die Luft. (Vergleichbar mit einem Heißluftballon.) Ihre Hülle besteht aus leichtem und leichtentflammbaren Material (z.B. Reispapier).

Sind Himmelslaternen erst einmal in der Luft kann ihre Richtung, ihre Geschwindigkeit oder ihr Landeort nicht mehr gesteuert oder beeinflusst werden. Himmelslaternen steigen auf eine Höhe von bis zu 500 Meter und legen während ihres Flugs mehrere Kilometer zurück. Das führt dazu, dass Himmelslaternen weit weg von ihrem eigentlichen Startpunkt unbemerkt landen. Auch kann es passieren, dass Himmelslaternen in der Luft in Flammen aufgehen und abstürzen. Eine abstürzende oder schlecht landende Himmelslaterne kann einen Brand auslösen. Das macht Himmelslaternen unberechenbar und gefährlich!

Außerdem stellen Himmelslaternen eine Gefahr für den Flugverkehr dar.

Als Alternative zu Himmelslaternen gibt es Flying Wish Papers.

Darf ich Himmelslaternen steigen lassen? Ja, aber nur mit Aufstiegserlaubnis

Wer Himmelslaternen steigen lassen möchte, benötigt dafür eine Aufstiegserlaubnis. Diese kann beim zuständigen Ordnungsamt und bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) beantragt werden. (Sie finden das Formular hier.)

Generell ist das Aufsteigen lassen von Himmelslaternen hier verboten:

  • Im Umkreis von 1,5 km um Flugplätze
  • Im Umkreis von 20 km um regionale Flughäfen
  • Im Umkreis von 50 km um internationale Flughäfen
  • nicht in der Nähe von Waldgebieten
  • (Weitere Regeln erfahren Sie beim zuständigen Ordnungsamt.)

Es gilt, dass für die Einhaltung des Brandschutzes der Antragsteller veranwortwortlich ist.

Über Himmelslaternen

Himmelslaternen stammen aus China. Sie heißen daher auch „Kong-Ming-Laternen“. Vor rund 2000 Jahren wurden sie in China entwickelt und dienten als militärisches Kommunikationsmittel.

„Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ – Lied, Text, Inhalt


„Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ ist ein vom WDR-2 am 27. Dezember 2019 veröffentliches Kinderchorlied. Das Lied wurde in der Nacht zum 28. Dezember wieder offline genommen.

Das Lied löste heftige und kontroverse Reaktionen aus, da unter anderem Rezipienten sich (und andere) verletzt fühlten bis herabgesetzt sahen. Ein weiterer Anlass für die Reaktionen war das am Ende verwendete Audiozitat von Greta Thunberg: „We will not let you get away with this.“

Die Reaktionen führten dazu, dass der WDR 2 das Lied innerhalb weniger Stunden wieder offline nahm.

„Meine Oma ist ne alte Umweltsau“: Liedtext und Inhalt

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorad, Motorad, Motorad.
Das sind tausend Liter Super jeden Monat, meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma sagt, Motoradfahren ist voll cool, echt voll cool, echt voll cool.
Sie benutzt das Ding im Altersheim als Rollstuhl, meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma fährt im SUV beim Arzt vor, beim Arzt vor, beim Arzt vor.
Sie überfährt dabei zwei Opis mit Rollator, meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett.
Weil Discounterfleisch so gut wie gar nichts kostet, meine Oma ist ne alte Umweltsau.

Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert, geläutert, geläutert. Stattdessen macht sie jetzt zehnmal im Jahr ne Kreuzfahrt, meine Oma ist doch keine Umweltsau.

Meine Oma ist doch keine Umweltsau.

Audiozitat Greta Thunberg: „We will not let you get away with this.“ (deutsch: „Wir werden euch damit nicht davonkommen lassen!“) Siehe: Greta Thunberg „How dare you“-Rede.)

Im Lied werden verschiedene Themen behandelt: Benzin-/Dieselautos, SUV, Unfälle durch SUV, Fleischkonsum, Fliegen (Flugscham), Kreuzfahrten und zum Schluß Greta Thunberg (Siehe: Greta-Thunberg-Effekt). (Kennst du Auto-Scham, Kreuzfahrtscham, Import-Obst-Scham, Plastik-Scham, Billig-Fleisch-Scham?)

Im Lied wird das rücksichtslose und schlechte Verhalten einer „Oma“ thematisiert, die stellvertretend für alte Menschen steht.

Unter folgenden Hashtags wird in den sozialen Medien über das Lied diskutiert: #Umweltsau, #UmweltsauOma, #OmaUmweltsau, #UmweltsauGate und #OmaGate.

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorad“: Original-Liedtext

Das Originallied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorad“ geht auf Robert Steidl zurück, welcher das Lied im Jahr 1922 geschrieben haben soll. Im Originallied geht es darum, dass die Oma eine kreative und bewunderswerte Frau ist.

Der Refrain endet stets wie folgt: „Meine Oma ist ne ganz patente Frau“.

Im Originallied geht es darum, dass die Oma im Backenzahn ein Radio hat, dass sie eine Brille mit Gardinen trägt, dass sie Toilettenpapier mit Blümchen hat, dass sie eine Glatze mit Geländer hat, dass sie einen Kochtopf mit Lenkrad besitzt, dass sie Krückstock mit Rücklicht hat, dass sie einen Löffel mit Propeller hat, dass sie einen Nachttopf mit Beleuchtung besitzt, dass im Suppenteller U-Boot fährt, dass sie ein Waschbecken mit Sprungbrett hat, … dies kann so weiter gesponnen werden.

Ein Kinderlied von „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ findest du auf YouTube hier (Externer Link zu YouTube).

„Meine Oma ist ne alte Umweltsau“: Link zu Lied und Video online

Das Lied „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ erschien in der WDR-Mediathek und auf der WDR-2-Facebook-Seite. Es wurde aufgrund der heftigen Reaktionen auf beiden Plattformen entfernt.

Auf YouTube finden sich verschiedene Kopien. Du findest diese hier (Externer Link zu YouTube).

Die Facebook-URL war folgende: https://www.facebook.com/wdr2/videos/2452572948391180/ (Die URL gibt nur die Meldung zurück, dass der Inhalt derzeit nicht mehr verfügbar ist. Er wurde also auf privat gesetzt oder entfernt.)

Die WDR-Mediathek-URL war folgende: https://www1.wdr.de/mediathek/av/video-wdr–comedy-kinderchor-meine-oma-ist-ne-alte-umweltsau-100.html (Hier erscheint der Hinweis, dass der ausgewählte Inhalt nicht mehr online ist.)

Inhalt entfernt

Mittlerweile hat der WDR 2 auf seiner Facebook zum (entfernten) Video Stellung bezogen. (Siehe: Link zum Facebook-Beitrag hier.) Der WDR 2 äußert sich im Beitrag, dass bedauert wird, Gefühle von Teilen des Publikums verletzt zu haben. Das Lied sollte viel mehr mit Mitteln der Satire den Generationskonflikt (Fridays-For-Future) darstellen. (Siehe auch: Ok, Boomer, Boomer)

In einem vorherigen Facebook-Beitrag erklärte der WDR 2, dass der Beitrag keinen journalistischen Kommentar darstelle, sondern Satire (Zuspitzung eines Themas) ist. Aufgrund der Vorwürfe, dass der WDR 2 die Kinder instrumentalisiert haben soll, entschied die Redaktion das Video zu löschen. (Link zum Facebook-Beitrag: hier)

„Meine Oma ist ne alte Umweltsau“: Reaktion des WDR

Der WDR-Intendant (und künftige ARD-Vorsitzende) Tom Buhrow hat sich am 28. Dezember 2019 für das Lied „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ entschuldigt. Tom Buhrow äußerte sich, dass das Video „mit dem verunglückten Oma-Lied ein Fehler“ war und er sich „ohne Wenn und Aber“ entschuldige.

Zu dem Eklat um das „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“-Lied gab es im WDR sogar eine Sondersendung. Du findest diese in der WDR-Mediathek hier. In dieser Sendung rief Tom Buhrow und entschuldigte sich.

WDR-2-Programmchef Jochen Rausch sagte: „Wir haben einen Fehler gemacht“. Er gab zu, dass man nicht lange genug über die sprachliche Feinheit nachgedacht hat. Weiterhin äußerte er sich, dass es unterschiedliche Reaktionen auf das Lied gegeben hat und es kein „Falsch oder Richtig“ so gebe. Seine persönliche Meinung war, dass er das Lied für einen Fehler hält.

„Meine Oma ist ne alte Umweltsau“: Prominente Reaktionen

Sogar der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, kritisierte das Lied. Er äußerte sich, dass Grenzen des Stils und Respekt gegen über Älteren überschritten wurden. Weiterhin sagte er auf Twitter, dass es nicht akzeptabel ist, Jung gegen Alt zu instrumentalisieren. (Link zum Tweet: hier)

Jan Böhmermann äußerte sich auf Twitter, dass jemand der jeden Tag billiges Discounterfleisch brät eine Umweltsau ist.

Kritik der Rezipienten an „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“

(Dies ist nicht die Meinung der Redaktion, sondern eine Darstellung der Kritikpunkte von Zuhörern und Zuschauern des Videos.)

Rezipienten des Liedes hatten verschiedene Kritikpunkte:

Einige sahen das Lied als Versuch eine bestimmte politische und gesellschaftliche Haltung zu vermitteln. Andere sprachen sogar von „Volkserziehung“.

Andere Rezipienten stellten klar, dass es arme Rentner gibt, die sich keinen SUV leisten können.

Viele Rezipienten stellten klar, dass viele heutige Rentner aus einer Zeit kommen, in der mit den eigenen Besitztümern anders umgegangen wurde. Zum Einkaufen wurden Netzbeutel verwendet, keine Plastikbeutel. Dinge wurden repariert, statt wegworfen. Kleidung wurde genäht, statt neue zu kaufen. Fast Food gab es nicht und Urlaube haben sich alte Menschen früher weniger geleistet.

Wiederholt wurde betont, dass der Respekt gegenüber älteren Menschen fehlt.

Dem WDR wurde vorgeworfen, die Kinder instrumentalisiert zu haben.

Dem Kinderchor wurde Scheinheiligkeit vorgeworfen, da dieser erst im Oktober 2019 zu Besuch in Korea war.

Weiterhin wurde der Jugend Scheinheiligkeit vorgeworfen, da diese mit ihren Lebensgewohnheiten auch klima- und umweltschädlich handele.

Manche empfanden den Begriff „Umweltsau“ als geschmacklos, beleidigend bis herabsetzend.

Neutrale bis positive Reaktionen

Positiv wurde erwähnt, dass mit dem Lied wichtige (und unbequeme) Themen angesprochen wurden.

Das Lied wurde mit der Begründung, Satire darf alles, verteidigt und das man Satire aushalten müsse.

Andere waren enttäuscht, dass der WDR 2 einknickte und das Video entfernte.

Weitere Details zum Lied „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“

Der WDR-Kinderchor stammt aus Dortmund. Vor zwei Jahren begann der WDR eine Kooperation mit der Chorakademie Dortmund.  Die Homepage des Chor ist folgende: www.wdr-kinderchor.de Hier findet sich auch der Hinweis, dass die Kinder zu „Botschafter für Klimagerechtigkeit“ ausgebildet werden.

Das Lied ist 1:29 Minute lang.

Böllerverbot / Feuerwerksverbot Silvester: In diesen deutschen Städten ist Feuerwerk verboten (Wo, Liste)


In diesem Beitrag erfährst du:

  • In welchen Städten herrscht ein Böllerverbot / Feuerwerksverbot?
  • Was ist ein Böllerverbot? Was bedeutet es?
  • Warum gibt es ein Böllerverbot?
  • In welchen Städten ist Feuerwerk erlaubt?
  • Warum gibt es kein generelles Böllerverbot / Feuerwerksverbot?
  • Pro-Argumente für ein Böllerverbot / Feuerwerksverbot
  • Kontra-Argumente gegen ein Böllerverbot / Feuerwerksverbot

Böllerverbot und Feuerwerksverbot an Silvester: In diesen deutschen Städten ist Feuerwerk und privates Böllern verboten

Auf Sylt, Föhr und Amrum (Amt Föhr-Amrum) ist Silvesterfeuerwerk komplett verboten. Die Städte und Gemeinden sind Böllerfrei. Dies dient dem Schutz der Reetdachhäusern und der Natur. Seit über 30 Jahren gelten die Verbote.

In diesen deutschen Städten ist das Silvesterfeuerwerk teilweise verboten:

  • Aachen (Grabenring)
  • Augsburg (Rathausplatz)
  • Bamberg
  • Berlin (Feuerwerksverbot am Brandenburger Tor, Silvestermeile auf der Straße des 17. Juli, nördlicher Alexanderplatz, Pallassstraße in Schöneberg)
  • Bielefeld (Boulevard, Bahnhofsviertel)
  • Braunschweig (Rathauskolonnaden, Magniviertel, Schlossplatz)
  • Bremen (Innenstadt, Marktplatz, Hafengebiet, Flughafen)
  • Celle (Altstadt)
  • Darß
  • Dortmund (Innenstadt, Gegend um Hauptbahnhof, Katharinenstraße, Kampstraße, Alter Markt)
  • Duderstadt (Altstadt)
  • Düsseldorf (Altstadt, zwischen Flinger Straße und Ratinger Straße, Rheinufer, Heinrich-Heine-Alee)
  • Freising (Innenstadt)
  • Fürth (Fürther Freiheit, Kohlenmarkt, Dreiherrenbrunnen)
  • Goslar (Altstadt)
  • Göttingen (Innenstadt, Wallanlagen und unter anderem Gebiet um Jonaplatz.)
  • Hamburg (Binnenalster)
  • Hameln
  • Hannover (Innenstadt, Raschplatz, Fußgängerzone bis Kröpcke, Opernplatz, Platz der Weltausstellung)
  • Hiddensee
  • Ingolstadt (Altstadt)
  • Karlsruhe (Innenstadt)
  • Köln (Feuerwerksverbot um den Dom, Innenstadt, bis Kyotostraße, östlich bis Rheinufer)
  • Landshut (Innenstadt)
  • Lüchow
  • Lüneburg (komplette Altstadt)
  • München (Feuerwerksverbot in der Altstadt, Fußgängerzone, Innenstadt und anderen Gebieten)
  • Nürnberg (Feuerwerksverbot im Bereich der Burg, Lorenzkirche, Hauptmarkt. Gilt seit 2001)
  • Passau
  • Quedlinburg (Altstadt)
  • Regensburg (Steinere Brücke)
  • Rügen
  • Stuttgart (Feuerwerksverbot um den Schlossplatz, Innenstadt)
  • Timmendorfer Strand (einzelne Verbotszonen)
  • Tübingen (Altstadt)
  • Wiesbaden (Wilhelmstraße)
  • Würzburg

In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist Feuerwerk ebenfalls verboten.

Andere Städte und Länder in denen ein Böllerverbot / Feuerwerksverbot herrscht:

  • Brüssel (Belgien)
  • Graz (Österreich)
  • London (Vereinigtes Königreich, UK)
  • Paris (Frankreich)
  • Turin (Italien)

In Australien, Dänemark, Griechenland und Irland sind private Feuerwerke komplett verboten. In Dänemark ist sämtliches Feuerwerk verboten. In Irland ist lediglich harmloses Feuerwerk (Wunderkerzen, usw.) erlaubt.

Weiteres zum Böllerverbot

Ab 2020 will Hornbach kein Silvesterfeuerwerk mehr verkaufen. Bauhaus will sein Silvesterfeuerwerkangebot für 2020 überarbeiten.

Einige Filialen von Rewe und Edeka bieten keine Raketen und Böller mehr an.

Kennst du den Unterschied zwischen Sylvester und Silvester? In diesem Beitrag „Silvester, mit i oder y“ erfährst du es.

Was bedeutet das Böllerverbot / Feuerwerksverbot? Was ist genau verboten?

In der Regel bedeutet ein Böllerverbot / Feuerwerksverbot, dass das Mitbringen und Anzünden von Böllern und Feuerwerkskörpern in den oben genannten Städten untersagt ist. Das heißt Raketen, Leuchtfeuerwerk, Knaller, Batterien und Böller sind verboten. Davon ausgenommen sind unter anderem Wunderkerzen, Knallerbsen, Bodenwirbel oder ähnliches. (Jede Stadt trifft hier ihre eigenen Regelungen. Bitte prüfe diese vorher.)

Bei Zuwiderhandlungen gegen das Böllerverbot / Feuerwerksverbot können Platzverweise ausgesprochen werden. Außerdem können Böller und Feuerwerkskörper einbehalten und vernichtet werden.

Gibt es Ersatz für das Böllerverbot / Feuerwerksverbot?

Ja, einige Städte wollen Ersatz durch Laser- und Lichtshows sowie Musikshows bieten.

Warum gibt es ein Böllerverbot und Feuerwerksverbot?

In den letzten Jahren gab es Vorfälle bei denen Polizisten, Rettungskräfte, Einsatzkräfte und Passanten mit Böllern beschossen oder beworfen wurden. Dabei wurden Menschen verletzt. Durch Feuerwerkskörper werden jährlich mehrere tausend Menschen in Deutschland verletzt.

Siehe auch: Waffenverbotszone, Frauenschutzzone / Safety Area

Außerdem verletzten Menschen sich selbst durch den falschen Gebrauch von Böllern (Zünden aus der Hand, kein Sicherheitsabstand, Einfluss von Alkohol) oder durch den Gebrauch von ausländischem Feuerwerk. Hier treten immer wieder Verletzungen der Hände, Verbrennungen und Verlust von Fingern auf.

Böller und Feuerwerk sind in folgenden Städten erlaubt:

  • Brandenburg
  • Chemnitz
  • Cottbus
  • Darmstadt
  • Dresden
  • Flensburg
  • Frankfurt/Main
  • Halle
  • Hamburg
  • Kaiserslautern
  • Kassel
  • Kiel
  • Landau
  • Leipzig
  • Lübeck
  • Ludwigshafen
  • Magdeburg
  • Mainz
  • Mannheim
  • Münster
  • Offenbach
  • Oldenburg
  • Regensburg
  • Trier
  • Wolfsburg

Warum es kein generelles Böllerverbot / Feuerwerksverbot gibt:

Nur der Bund kann ein grundsätzliches Böllerverbot / Feuerwerksverbot aussprechen. Dafür müsste das Sprengstoffgesetzt geändert werden. Dafür ist der Innenminister verantwortlich.

Das Bundessprengstoffgesetz besagt, dass am 31. Dezember und 1 Januar ganztätig Feuerwerkskörper gezündet werden dürfen. In der unmittelbaren Nähe von Altenheimen, Kirchen, Kinderheimen, Krankenhäusern und brandempfindlichen Gebäuden ist der Gebrauch von Böllern und Feuerwerkskörpern verboten.

Pro-Argumente für das Böllerverbot / Feuerwerksverbot: Warum das Feuerwerk an Silvester verboten wird

Luftreinheit / Feinstaubbelastung: Feinstaub, der durch Silvesterknaller und Böller freigesetzt wird, belastet Mensch, Tier, Klima, Natur und Umwelt.

Laut Umweltbundesamt sollen durch Silvesterfeuerwerk 4.500 Tonnen Feinstaub freigesetzt werden. Das entspricht einem Sechstel der Feinstaubmenge, die durch Straßenverkehr in einem Jahr freigesetzt wird.

Gesundheit: Feinstaub belastet die Lunge und kann krank machen.

Verschmutzung / Müll vermeiden: Privates Feuerwerk und private Böllerei verursacht Müll. Dieser Müll liegt Wochen bis Monate noch auf Straßen, Grünanlagen und in der Natur herum.

Tierschutz: Für Tiere bedeuten Feuerwerk und Silvesterböller Angst, Stress und Schrecken. Die lauten Geräusche machen ihnen Angst. Tiere können durch Feuerwerkskörper verletzt werden. Der Tierschutz gilt hier für Haustiere, Nutztiere und Wildtiere.

Sicherheit: Laut Gefahreneinschätzung der Polizei und aus Sicherheitsgründen wird das private Feuerwerk verboten, um Polizisten, Feuerwehr, Rettungskräfte und Passanten zu schützen. (Siehe auch: Waffenverbotszone, Frauenschutzzone / Safety Area)

Feuerwerks-Enthusiasten können sich selbst oder andere verletzen. Laut Umweltbundesamt werden jährlich rund 8.000 Menschen durch Feuerwerkskörper und Böller verletzt. (Durch schlechte Handhabe entstehen durch Feuerwerk in der Wohnung sogar Wohnungsbrände.)

Brandschutz: Feuerwerkskörper können Brände an (alten) Häusern oder Holzhäusern auslösen.

Denkmalschutz: Um Denkmäler und historische Gebäude vor der Beschädigung durch Feuerwerkskörper zu schützen.

Geldverschwendung: Für einige sind Silvesterknaller und Silvesterfeuerwerk reine Geldverschwendung.

Kontra-Argumente gegen das Böllerverbot / Feuerwerksverbot

Ein Böllerverbot / Feuerwerksverbot bestraft friedlich Feiernde. Ein Verbot von Böllern, Knallern und Feuerwerk trifft nicht nur jene, die es übertreiben, sondern alle, die eine Rakete zünden wollen oder mit harmlosen Feuerwerk spielen.

Wer Böller und Feuerwerkskörper zünden möchte, wird auf Nebenstraßen oder andere Gebiete ausweichen. Damit verlagert sich die Silvesterböllerei nur.

Es kann der Eindruck entstehen, dass es außerhalb einer Böllerverbotszone / Feuerwerksverbotszone unsicher ist.

Silvesterfeuerwerk macht Spaß und ist schön anzusehen.

Böllerverbotszonen / Feuerwerksverbotszonen können als Eingriff in die Handlungsfreiheit einer Person gewertet werden.

Es kann argumentiert werden, dass das aktuelle Bundessprengstoffgesetz Böllerverbotszonen und Feuerwerksverbotszonen gar nicht zulässt. Hier muss entschieden werden, was mehr wiegt, das Sprengstoffgesetz (und die Freiheit des Einzelnen) oder die Sicherheitsbedenken der Kommunen. Denn das Sprengstoffgesetz lässt privates Feuerwerk zu. Viele Kommunen richten Verbotszonen ein und begründen dies mit der Sicherheit.

Was sind Schaulästige? Bedeutung Begriff, Definition


„Schaulästige“ ist eine abwertende Bezeichnung für Schaulustige und Gaffer.

Schaulästige, Schaulustige und Gaffer sind Menschen, die Unfälle, Unglücke und Katastrophen ausgiebig beobachten und im schlimmsten Fall durch ihr Verhalten Einsatzkräfte behindern.

Was bedeutet „Schaulästige“? Bedeutung

Der Ausdruck „Schaulästige“ leitet sich vom bekannten Begriff „Schaulustige“ ab. Als „Schaulustige“ werden Menschen bezeichnet, die bei Unglücken, Unfällen, Katastrophen oder Gewalttaten nicht wegschauen, sondern gezielt starren und das Geschehen beobachten – aber nicht helfen! Im schlimmsten Fall stehen diese Menschen Sanitätern, Rettungskräften, der Polizei oder Sicherheitsleuten im Weg. Auch können sie den Verkehr, Rettungsmaßnahmen und Sicherungsmaßnahmen stören oder behindern.

Der Ausdruck „Schaulästige“ spielt darauf an, dass Schaulustige mit ihrem Verhalten lästig, unangenehm und störend sind. Gerade der Umstand, dass Schaulustige mit ihrem Verhalten dazu neigen, den Verkehr, Rettungskräfte und Rettungsmaßnahmen zu behindern, macht diese Leute zu einem großen Störfaktor.

Schaulästige sind keine Hilfe, sondern Störfaktor!

Gerade der Begriff „Schaulustige“ macht deutlich, dass Schaulustige eine gewisse Lust empfinden, einen Unfall, ein Unglück oder eine Katastrophe zu beobachten. Siehe auch: Dark Tourism / Dunkler Tourismus

Was machen Schaulästige genau?

Schaulästige ignorieren den notwendigen Abstand. Sie nehmen keine Distanz ein. Sie stören die Arbeit der Einsatz- und Rettungskräfte. Sie können z.B. im Weg stehen, Wege versperren oder den Verkehr verlangsamen, weil sie langsamer fahren, um einen Unfall zu beobachten. Schaulästige blockieren auch den Standstreifen.

Schaulästigen ist die Befriedigung ihrer Sensationsgier wichtiger als zu Helfen oder Mitgefühl.

Bußgelder für Gaffer, Schaulustige und Schaulästige

In Deutschland wird jemand bestraft, wenn er oder sie Rettungskräfte behindert, keine Hilfe leistet oder Unfallopfer / Unfälle fotografiert.

Wenn Schaulustige Polizei, Einsatzkräfte und Rettungskräfte behindern, dürfen sie strafrechtlich belangt werden. Das Wort „behindern“ wird hier weit ausgelegt. Einsätzekräfte werden z.B. behindern, wenn Autofahrer auf der Autobahn langsamer fahren, um eine Unfallstelle zu beobachten und damit Rettungskräfte am Durchkommen behindern. Dies wird mit einer Geldstafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestaft.

Folgende Bußgelder und Strafen gibt es:

  • Den Seitenstreifen auf der Autobahn befahren und damit Rettungskräfte behindern: 20 Euro Bußgeld.
  • Auf dem Seitenstreifen auf der Autobahn parken und damit Rettungskräfte behindern: 25 Euro Bußgeld.
  • Eine hilflose Person oder einen Unfall fotografieren oder filmen: Geldstrafe oder bis zu 2 Jahre Freiheitsstrafe
    • Wer Fotos oder Videos der Opfer veröffentlicht, kann wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte belangt werden.
  • Unterlassene Hilfeleistung: Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe
  • Einsatzkräfte behindern: Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe
  • Unfalltote fotografieren oder filmen: Geldstrafe oder bis zu 2 Jahre Freiheitsstrafe

Warum gibt es Schaulästige, Schaulustige und Gaffer?

Gaffen ist moralisch verwerflich! Damit bedient jemand nur die eigene Sensationsgier. Denn Gaffer sind rücksichtslos und aggressiv. Sie beobachten, aber helfen nicht. Die Leidtragenden sind die Opfer und Rettungskräfte. Denn die Opfer befinden sich in einer verletzlichen, kritischen bis lebensgefährlichen Situation und sind nun auf Hilfe angewiesen. Rettungs- und Einsatzkräfte müssen ohne Behinderung arbeiten können, um Leben zu retten. Dies ist bei Gaffern nicht möglich.

Es ist ein menschlicher Reflex hinzuschauen, wenn etwas Schlimmes und emotional-aufwühlendes passiert. Dies ist bei Unglücken, Katastrophen und Unfällen der Fall. Hinzu kommt, dass eine gewisse Anspannung und Spannung herrscht. Hier reagiert das Gehirn mit alten Verhaltensweisen, denn wenn etwas schlimmes passiert ist, muss die Gefahr sofort eingeschätzt werden, um das eigene Überleben zu sichern. Hinzu kommt Neugier, die Menschen dazu antreibt, dass sie herausfinden wollen, was passiert ist und wie es weitergeht.

Wenn Menschen anfangen Fotos und Video von Unfällen und Opfern zu erstellen, bedienen sie damit ihr eigenes Mitteilungsbedürfnis (und verletzen Gesetze). Sie wollen Bekannten und Familie von dem Unglück berichten. Jedoch sollte jeder diese Neigung unterbinden!

Übrigens: Werden Gaffer von der Polizei (oder anderen) auf ihr Verhalten angesprochen, fühlen die meisten sich ertappt.

Geschichte: Schaulästige

Populär wurde der Begriff „Schaulästige“ im August 2019. Der SWR3 veröffentlichte am 8. August 2019 auf seiner Facebook-Seite einen Beitrag mit dem Begriff „Schaulästige“ und dem Wunsch, dass dieser Ausdruck in den Duden aufgenommen werden solle. Auf der dazugehörigen Unterseite auf der Homepage des SWR3 erklärte der Sender den Begriff und forderte auch auf die entsprechende Petition zu unterschreiben. (Externer Link zum Facebook-Beitrag über Schaulästige des SWR3: hier)

Bei der Wahl zum Wort des Jahres 2019 der Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. (GfdS) belegte „Schaulästige“ den vierten Platz. Den ersten Platz erhielt der Ausdruck „Respektrente“.

Was ist Dopaminfasten (Dopamin fasten)? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Dopaminfasten hat als Ziel durch Reizentzug und Verzicht auf Stimulationen dem Körper und Gehirn eine Pause zur Regeneration zu gönnen.

Der Anlass für Dopaminfasten ist die mentale und geistige Erschöpfung und Ermüdung die durch Überstimulation (und schlechte Angewohnheiten) entsteht. Diese Überstimulation entsteht durch übermäßen Social-Media-Konsum, durch zu viel Naschen, zu viel mit dem Smartphone spielen, etc. Allgemeiner gesagt, die Überstimulation entsteht durch zu viel des Guten.

Das Ziel des Dopaminfasten ist es, durch Totalverzicht dem Gehirn und Körper Ruhe zu gönnen, damit man sich erholen kann, der Geist sensibilisiert wird und man neue Energie schöpft.

Das Dopaminfasten ist eine moderne Form der alten Idee des Schweigeklosters.

Dopaminfasten: Regeln, Wie wird es gemacht

Das Dopaminfasten kann sehr leicht begonnen werden. Es beginnt, wenn jemand bewusst auf alles verzichtet, was stimulierend oder Glücksgefühl (Dopamin) auslösend wirkt. Kurzum, auf alles was Spaß macht, muss verzichet werden. Denn das Ziel ist es, so wenig Spaß wie möglich zu haben! Deswegen schottet man sich vor Hektik und Stress ab.

Die Regeln für das Dopaminfasten sind daher folgende:

  • kein Essen, fasten (Denn Essen löst Glücksgefühle aus.)
  • keine Gespräche, nicht reden, schweigen
  • nur Wasser trinken, auf stimulierende Getränke wie Alkohol, Kaffee, Cola oder Club Mate verzichten; auf das Rauchen verzichten
  • keine Musik hören
  • reduziert Sport, leichte Übungen sind erlaubt
  • kein Blickkontakt, nicht mit anderen Menschen reden, nicht mit anderen Menschen Zeit verbringen
  • Handy, Smartphone oder Computer nicht benutzen
  • Kein Internet, kein Surfen, kein Social Media, keine Videos schauen, kein Netflix
  • Kein Fernseh schauen

Lesen ist erlaubt. Handschriftliches Schreiben (mit Stift auf Papier) ist erlaubt. Spaziergänge sind erlaubt. Meditieren ist erlaubt. Leichte sportliche Übungen sind erlaubt.

Die Dauer des Dopaminfasten kann stark variieren: Manche fangen mit wenigen Stunden an, andere halten mehrere Tage durch. Für Anfänger gilt wohl, dass zwei bis sechs Stunden einen guten Anfang darstellen. Wer einen Tag lang Dopamin fasten möchte, beginnt damit direkt nach dem Aufstehen und hält bis zum Schlafen gehen abends durch.

Hintergrund: Warum manche Dopamin fasten

Wir leben in einer reizüberfluteten Welt und unsere Sinne werden ständig stimuliert. Es herrscht allgemeine Hektik, Leistungsdruck und Informationsflut und auch die Angst etwas zu verpassen (FOMO), sorgt dafür, dass wir am medialen Ball bleiben.

Überall sind Dinge, die uns gegen den leisesten Anflug von Langeweile helfen. Dies kann ein Schokoriegel, ein Snack, ein Gespräch oder das Überprüfen der sozialen Medien sein. Zu Hause schauen wir Fernsehen, binge-watchen Serien oder spielen mit dem Smartphone. Vielleicht sogar alles gleichzeitig. Dies kann zur Überstimulation und zu ungesundenen Verhaltensweisen führen. Man ist nur noch auf der Jagd nach der nächsten Stimulation: Mag es ein Griff zum Smartphone oder zum Schokoriegel sein. Diese Überstimulation kann zu Ermüdung und Erschöpfung führen, wenn man keinen Ausgleich findet. Wer ermüdet und erschöpft, ist weniger produktiv, motiviert und kreativ.

Siehe auch: Was ist der Digital Detox / Digitales Fasten?

Überstimulation ist besonders schlimm, denn sie bedeutet, dass etwas, dass vorher glücklich gemacht hat, jetzt weniger glücklich macht. Das bedeutet, die Intensität oder Menge davon muss erhöht werden.

Dopaminfasten unterbricht Überstimulation und Verhaltensweisen

Dopaminfasten unterbricht diese ungesunden Verhaltensweisen und die Überstimulation durch eine radikale Null-Diät. Dies hilft dem Gehirn die Dopaminausschüttung zu reduzieren und Abstand von den alltäglichen Reizen zu nehmen. Das Dopaminfasten hilft auch ungesunde Verhaltensweisen zu erkennen und im Idealfall nicht nur zu reduzieren, sondern auch abzulegen. Denn das Fasten erlaubt es Trigger zu erkennen, die dafür sorgen, dass man Dopamin-ausschüttendes Verhalten an den Tag legt.

Beispiel: Trigger: Langeweile „Ich langweile mich.“ –> Reaktion: Griff zum Smartphone. – Wer dies wiederholt macht, erschafft damit Angewohnheiten.

Dopaminfasten sorgt für Ruhe und die wirkt erholend. Weitere Folgen des Dopaminfastens sind besserer Fokus, produktiveres arbeiten, mehr Kreativtät und auch mehr Motivation.

Dopaminfasten sorgt für eine Sensibilisierung der Sinne und das ist genau der gewollte Effekt.

Dopaminfasten: Gefühle erleben und schreiben

Beim Dopaminfasten entsteht Langeweile. Langeweile wird als unangenehm empfunden. Außerdem können andere negative Gefühle (wie allgemeines Unwohlsein, miese Laune, Trägheit oder Traurigkeit) auftreten. Auch wird man mit seinen Gedanken, Wünschen, Sehnsüchten und seiner dunklen Seite konfrontiert. Hier kommt das Schreiben zur Hilfe, denn mit dem Schreiben können die Gedanken notiert werden, um zu sehen, was in einem selbst los ist.

Normalerweise wären diese negativen Gefühle Anlass etwas Glücksgefühl-auslösendes zu machen. (Social Media überprüfen, Video schauen, Textnachrichten lesen,…) Doch das geht jetzt nicht. Deswegen wird alle Aufmerksamkeit den Gedanken gewidmet, um eine Art Inventur zu erstellen, um zu sehen, was in einem selbst so gedacht wird. (Klingt komisch, ist aber so.) Am Tag des Dopaminfastens ist Schreiben eh eine der wenigen Tätigkeiten die man ausführen darf. Deswegen ist es ein guter Zeitvertreib.

Dopaminfasten: Wiedergeburt des Schweigekloster

„Dopaminfasten“ ist ein neues Wort und mutet wie ein neuer Trend an. Doch das ist es eigentlich nicht. Wer früher (vor Smartphone und Computer) Dopaminfasten wollte, ging ins Schweigekloster.

In Schweigeklöstern ist das Zusammenleben stärker organisiert als beim reinen Dopaminfasten. Es wird zusammen gegessen und dabei wird geschwiegen. Ja sogar Blickkontakt ist verboten. Aufgaben – wie Putzen, Tisch decken oder Abwaschen – werden verteilt. Es darf gebetet werden.

Was bedeutet „woke“? Bedeutung auf deutsch, Übersetzung, Definition


„Woke zu sein“ bedeutet, dass jemand sensibel gegenüber gesellschaftlicher und sozialer Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Benachteiligung ist.

Jemand der „woke“ ist, ist empfindsam gegenüber Rassismus, Sexismus, Klassismus, Ableismus, Schwulen-Feindlichkeit, Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Ungerechtigkeit, Ungleichbehandlung, sowie Benachteiligung und Feindlichkeit gegen sexuelle Minderheiten und andere Minderheiten.

„Woke zu sein“ kann dazu führen, dass jemand öffentlich Missstände anprangert und im Aktivismus gegen Misstände und für die eigenen Absichten eintritt.

Was bedeutet es „woke zu sein“? Bedeutung und Übersetzung auf deutsch

Das englische Wort „woke“ bedeutet auf deutsch „wach“ bzw. „wachsam“. Es bedeutet, dass jemand ein Bewusstsein und damit eine Wahrnehmung für Ungleichbehandlung und die Diskriminierung von Menschen hat.

Beim „woke sein“ geht es darum, dass jemand zeigt, dass er oder sie ein Bewusstsein für bestimmte gesellschaftliche / soziale Probleme hat. Dies kann dazu führen, dass jemand die Sprache oder das Verhalten einer Person öffentlich kritisiert oder anprangert.

Jemand der „woke“ ist, nimmt wahr das Menschen – aufgrund bestimmter Merkmale – diskriminiert werden. Diese Merkmale können sein:

  • Geschlecht
  • Rasse, Hautfarbe, Aussehen
  • genetische Merkmale
  • Herkunft
  • ethnische Herkunft
  • soziale Herkunft
  • Kultur / kulturelle Normen
  • Sprache
  • Religion
  • Weltanschaung
  • politische Anschaung / Ansichten
  • Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheiten
  • Behinderung
  • Alter
  • Vermögen
  • sexuelle Ausrichtung

Wie „woke“ jemand ist, kann sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen sind gegenüber sich selbst „woke“. Sie erkennen, dass sie Menschen einer bestimmten Gruppe anders behandeln und arbeiten deswegen an ihrem Handeln. Auch bedeutet „woke sein“, dass jemand bestimmte Begriffe hinterfragt oder nicht mehr nutzt. Andere Menschen sind so „woke“, dass sie einschreiten, wenn sie im Alltag Diskriminierung erkennen.

„Woke sein“ kann auch zu Aktivismus führen. Dies geschieht, wenn verschiedene „woke“ Personen sich zusammenschließen und gegen einen Missstand protestieren. „Woke zu sein“ kann auch dazu führen, dass jemand wahrgenommene Missstände öffentlich (unter anderem in den sozialen Medien) anprangert, öffentlich protestiert oder das Fehlverhalten einer Person / eines Unternehmens öffentlich macht.

„Woke zu sein“ kann auch dazu führen, dass jemand Worte einer Sprache kritisiert, da diese in seinen (oder ihren) Augen diskriminierend, herabsetzend oder ausgrenzend sind.

„Woke“ kann auch so verstanden werden, dass jemand bestimmte gesellschaftliche Konventionen nicht mehr akzeptiert, weil er oder sie diese als diskriminierend oder ausgrenzend bewertet.

„Woke zu sein“ kann sich auch in der persönlichen Lebensführung widerspiegeln. Jemand der „woke“ ist, ernährt sich z.B. vegan.

In den USA ist „woke“ ein politischer Ausdruck.

Ein deutsches sinngemäßes Wort für „woke“ existiert noch nicht. Obwohl Worte wie „wachsam“, „aufgeweckt“ und „alarmiert“ die Übersetzung von „woke“ sind, haben sie nicht die gleiche Bedeutung. Eher wird „Sei wachsam“ oft in dem Kontext gebraucht, dass jemand sich vor Einbrechern hüten und seine Wohnung oder sein Haus sichern soll.

Siehe auch: Ok, Boomer, Boomer

Grammatik: woke

Die Steigerung von „woke“ ist „wokest“. Das englische Substantiv zu „woke“ ist „wokeness“.

Geschichte: Woher kommt der Ausdruck „woke“?

In den USA ist der Begriff „woke“ seit den 1940er Jahren verbreitet. In den 1960er Jahren – im Zuge der Bürgerrechtsbewegungen – wurde der Begriff populärer. Man sprach von „stay woke“. Damit war gemeint, dass jemand gut informiert bleiben soll und das jemand auf dem Laufenden bleiben soll.

In den 2010er Jahren verbreitete sich „woke“ bzw. „stay woke“ in den sozialen Medien. Dies geschah in Verbindung mit der „Black Lives Matter“-Bewegung, die auf Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Ungleichbehandlung von Afroamerikanern aufmerksam machen wollte. Die MeToo-Bewegung machte zur gleichen Zeit auf die Ungleichbehandlung und Benachteiligung von Frauen aufmerksam. Insbesondere im Jahr 2016 wurde der Ausdruck „woke“ besonders oft benutzt.

In Deutschland verbreitet sich der Ausdruck woke seit Mitte der 2010er Jahre. Seit dem Jahr 2016 verbreitet er sich stärker und wurde im Jahr 2018 besonders häufig gebraucht. Dies zeigen auch Suchanfragen bei Google. (Quelle: Google Trends)

Durch die Medien verbreitete sich „woke“ weiter.

2017 wurde „woke“ in das Oxford English Dictionary aufgenommen.

Im Jahr 2019 kritisierte der ehemaliger der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Barack Obama die „woke call-out-culture“. Seine Kritik ging in die Richtung, dass manche sich auf dem „woke sein“ ausruhen und sich nur darauf beschränken anderen vorzuwerfen, dass sie zu wenig „woke“ seien.

Was bedeutet Ökosünde / Öko-Sünde? Bedeutung, Definition


Im Sinne von Papst Franziskus sind Ökosünden Taten, die dazu führen, dass ein Ökosystem beschädigt bis zerstört wird und in der Folge können Pflanzen, Tiere und Menschen in dem Ökosystem nur noch eingeschränkt bis gar nicht mehr leben.

Im umgangssprachlichen Sinne ist eine Ökosünde ein Gegenstand oder eine Tat, die Luxus, eine Fehlleistung oder überflüssig ist. Bei einer Ökosünde im umgangssprachlichen Sinn hat man Ressoucen verschwendet und die Chance verpasst, die Umwelt (durch Verzicht) zu schonen.

Papst Franziskus: Was ist eine Ökosünde / Öko-Sünde?

Am 15. November 2019 sagte Papst Franziskus in einer Ansprache vor Strafrechtsexperten beim Treffen der Internationalen Vereinigung für Strafrecht (International Congress of Penal Law) in Rom, dass er die Absicht verfolgt, eine Sünde gegen die Ökologie bzw. die ökologische Sünde einzuführen. Diese soll in den Katechismus der katholischen Kirche aufgenommen werden. Außerdem forderte er die Strafrechtsexperten und Staatsführer auf, „Verbrechen gegen die Ökologie“ als neue Straftatsbestände in die Strafgesetzbücher aufzunehmen.

Was sind Ökosünden / Öko-Sünden? Bedeutung, Definition

Papst Franziskus führte aus, dass Unternehmen und Konzerne für Taten, die als Ökozid angesehen werden, verantwortlich gemacht werden sollen. („Ökozid“ bezeichnet die massive Schädigung von Ökosystemen mit der Folge, dass Tiere, Pflanzen und Menschen dort nur noch stark beeinträgt oder nicht mehr leben können.)

Taten, die als Ökozid gelten sollen, sind:

  • Verschmutzung der Luft
  • Verschmutzung des Bodens
  • Verschmutzung von Wasser und Wasserressourcen
  • Verseuchung oder Kontamination durch chemische oder radioaktive Substanzen
  • Zerstörung der Flora (Pflanzenwelt)
  • Zerstörung der Fauna (Tierwelt)
  • Taten und Maßnahmen, die zu ökologischen Kastastrophen führen
  • Taten und Maßnahmen, die ein Ökosystem zerstören

Konkret können dies Taten sein wie z.B. unter anderem die Abholzung von Wäldern, die Verschmutzung von Flüssen, die Verschmutzung von Grundwasser, die Verseuchung oder Kontamination durch chemische oder radioaktive Substanzen, die Verschmutzung der Luft durch Abgase und auch die Zerstörung der Natur durch Bergbauaktivitäten und Rohstoffabbau.

Für Papst Franziskus ist die Ökosünde / Öko-Sünde nicht nur eine Tat gegen die Natur und Umwelt, sondern auch gegen das „gemeinsame Haus“. Mit „gemeinsames Haus“ meint er die Welt und Gemeinschaft, in der wir alle leben. Dies gilt nicht nur für die Menschen, die heute leben, sondern auch für zukünftige Generationen.

Papst Franziskus bleibt bei seiner Forderung nach der Ökosünde nicht im religiösen Kontext, sondern verlässt diesen und begibt sich auf die weltliche Ebene. Er fordert nämlich „Verbrechen gegen die Ökologie“ als Straftatbestände.

Interpretation: Ökosünde  /Öko-Sünde

Eine Sünde im religiösen Kontext bezeichnet eine falsche Lebensweise, die sich dadrin äußert, dass Menschen sich von Gott oder seinem Willem abgekehrt haben, ihm misstrauen oder das Böse zulassen. Eine Sünde im religiösen Kontext zeichnet sich z.B. dadurch aus, dass Menschen zu Opfern ihrer Triebe und Leidenschaften werden. (Beispiel: Wollust, Völlerei,…)

Was eine Sünde ist, wird in den Religionen klar gekennzeichnet. Dies geschieht z.B. durch die Zehn Gebote oder die sieben Todsünden (Hochmut, Habgier, Neid, Zorn, Wollust, Völlerei, Trägheit).

Über Zusammenhänge der Ökosünden mit der Überbevölkerung und dem Wunsch Mensch zu ernähren, gibt es von der katholischen Kirche noch keine Erläuterungen.

Interpretation der Redaktion: Der Ausdruck „Ökosünde“ hat in der säkulären Welt eine Konnotation der Harmlosigkeit. („Kleine Sünde vergibt der liebe Gott,…“). Der Ausdruck „Ökoverbrechen“ ist dagegen härter und macht auch deutlich, dass es eben keine „kleine Sünde“ ist, wenn man die Umwelt zerstört.

Weitere Bedeutung von Ökosünde

In der Umgangssprache werden Gegenstände und Taten als „Ökosünden“ bezeichnet, die Luxus, Fehlleistungen oder unnötig / überflüssig sind. In diesem Kontext steht der Begriff „Ökosünde“ für verschwendete Ressourcen, die man hätte besser investieren können. Auch steht der Ausdruck „Ökosünde“ für eine verpasste Chance, der Umwelt etwas gutes zu tun oder die Umwelt (durch Verzicht) zu schonen.

„Ökosünde“ wird in der Umgangssprache und den Medien als Gegenwort zu „Klimaretter“ gebraucht.

Je nach Interpretation und Sichtweise können verschiedene Dinge „Ökosünden“ sein: E-Scooter, Auto fahren aus Bequemlichkeit, Einwegflaschen verwenden, zu lange duschen, Inlandsflüge (Siehe: Flugscham), kein regionales Oberst kaufen, Stand-by-Geräte, sinnlos Zeit in den sozialen Medien verschwenden, Steingärten, usw. (Allein diese Beispiele zeigen, dass eine Ökosünde für jeden anders sein kann.)

Was bedeutet „Ok/Okay Boomer“? Bedeutung des Memes auf deutsch, Definition, Übersetzung


„Ok Boomer“ bzw. „Okay Boomer“ ist eine Antwort und Phrase der Generation Z. Angehörige der Generation Z sagen „Ok Boomer“ bzw. „Okay Boomer“, wenn sie auf belehrende oder arrogante Aussagen von älteren Menschen reagieren.

Die Antwort „Ok Boomer“ ist eine Killerphrase. Sie dient nicht der Diskussion, sondern soll dafür sorgen, dass diese beendet wird. „Ok Boomer“ wird in der Absicht gesagt, einem Angesprochenen zu zeigen, dass dieser altmodisch ist und seine Sicht auf die Welt nicht mehr zeitgemäß ist.

„Ok Boomer“ kann mit „Ok alter Mann“, „Ok alte Frau“ oder „Ok alter Mensch“ übersetzt werden. Auch kann „Ok Boomer“ in dem Sinne verstanden werden: „Lass Opa vom Krieg erzählen“ oder „Lass Opa/Oma von früher erzählen“. Denn darum geht es, der von „Ok Boomer“-Angesprochene erfährt verbal, dass er oder sie zur Generation des 20. Jahrhundert gehört und nicht zur Generation des 21. Generation des 21. Jahrhunderts. Der Boomer zählt zum alten Eisen.

Insbesondere in den sozialen Medien wird die Phrase „Ok Boomer“ verwendet. „Ok Boomer“ steht für die Enttäuschung vieler junger Menschen, dass Diskussionen mit alten Menschen nicht viel bringen. Das beste Beispiel ist wohl, dass ein junger Klimaktivist auf Facebook mit einem Klimawandelskeptiker diskutiert.

Bedeutung des Memes: Ok Boomer

Die Antwort „Ok Boomer“ enthält außerdem die Aussage, dass junge Menschen sich nicht von alten Menschen vorschreiben lassen wollen, wie sie zu leben und zu wirtschaften haben. „Ok Boomer“ bedeutet, dass junge Menschen keine gut gemeinten Ratschläge wollen. Sie wollen nicht belächelt und bevormundet werden.

Auch steht „Ok Boomer“ dafür, dass Millenials (Generation Y) und Angehörige der Generation Z ständige Vorwürfe leid sind, dass sie faul, zu sensibel (Schneeflocke, Jammerlappen), verwöhnt oder Tagträumer seien, sowie dass sie dafür verantwortlich sein sollen, dass es der Wirtschaft oder manchen Unternehmen schlecht geht. Auch Vorwürfe, das Millenials (Generation Y) und Generation Z nicht hart arbeiten wollen und ständig Belohnungen (und Bestätigung) erwarten, wird mit „Ok Boomer“ widersprochen. (Weitere Vorwürfe sind, dass junge Menschen ständig am Smartphone hängen und zu viel Zeit in den sozialen Medien verbringen.)

Es ist wahr. Die Millenials und Angehörgie der Generation Z haben andere Statussymbole als die Baby Boomer. Ist Baby Boomern ihr Auto, ihr Haus, materiller Wohlstand und eine fleischreiche Küche wichtig, so geht es jungen Menschen anders. Sie wertschätzen ihre Festivalarmbänder, fahren Lastenrad, wollen mehr Freizeit haben, lieben ihre Trinkflasche, sind Mitglied im Fitnessstudio und achten stark auf ihre Ernährung (Paleo, vegan, low Carb,…). Millenials und Generation Z wollen mehr Zeit für sich und verzichten dafür gerne aufs Geld. Sie interessieren sich für das Klima und setzen sich für Umweltschutz ein. (So mancher Boomer schüttelt da nur mit dem Kopf!)

Was bedeutet „Ok Boomer“ / „Okay Boomer“ genau? Bedeutung des Memes

Der Ausdruck „Boomer“ ist eine Verkürzung von „Baby-Boomer“. Als „Baby-Boomer“ werden Menschen bezeichnet, die während 1946 und 1964 geboren wurden. Sie haben den wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, sind zu Wohlstand gekommen und ihnen geht es heute – wo sie alt und in Rente sind – gut. Mehr über das Wort „Boomer“ (und auch über die Worte Zoomer, Bloomer und Doomer) erfährst du hier.

Den Boomern stehen die Angehörigen der Generation Z gegenüber. Zur Generation Z zählen alle Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden. Sie sind heute junge Erwachsene, die dabei sind, etwas aus sich zu machen und sie thematisieren die Herausforderungen unserer Zeit. Insbesondere sind der Generation Z Klimawandel, Klimaschutz und Klimakrise wichtig. (siehe: Klimanotfall, Flugscham, Greta-Effekt) Die Generation Z thematisiert aber auch Fluchtbewegungen, Flüchtlinge, Ungleichheit, Ungerechtigkeit und die Wirtschaft. Die Generation Z hat die Finanzkrise von 2008 und ihre Folgen erlebt.

Die Themen und ihre Gewichtung durch die Generation Z stehen im Widerspruch zu Baby Boomern. Während Baby Boomer von der Wirtschaft (und dem Kapitalismus) der letzten 50 bis 70 Jahre stark profitiert haben, kritisiert die Generation Z die Wirtschaft, ihre Regeln und den Kapitalismus. Insbesondere geht es der Generation Z darum, dass die aktuellen Regeln der Wirtschaft und des Kapitalismus dafür sorgen, dass das Klima, die Umwelt und der Planet zerstört werden. Das möchte die Generation Z ändern!

Auf eine Quintessenz heruntergebrochen steht „Ok Boomer“ dafür, dass die Generation Z die Regeln der Wirtschaft und der Gesellschaft ändern möchte. „Baby Boomer“ wollen eben dies nicht und setzen sich dafür ein, dass alles so bleibt wie es ist. (Gewohnheit ist der härteste Klebstoff!)

Verbreitung von Ok Boomer / Okay Boomer

Der Ausdruck „Boomer“ ist schon länger bekannt. Jedoch verbreitet dieser sich seit August 2019 stark. Das Meme „Ok Boomer“ verbreitet sich ebenfalls seit August 2019, jedoch nahmen Suchanfragen bei Google Deutschland erst im Oktober und November 2019 massiv zu. (Quelle: Google Trends)

Für die Verbreitung des Memes „Ok Boomer“ sorgte insbesondere die Aussage der 25-jährigen neuseeländischen Abgeordneten der Grünen Partei und Unternehmerin Chlöe Swarbrick. Während sie im Parlament über ein Klimaschutzgesetz sprach, riefen ältere Abgeordnete dazwischen. Sie antwortete auf die Zwischenrufe mit „Ok Boomer“.  Über die sozialen Medien und Reddit verbreitete sich ihre Reaktion auf die Zwischenrufe. Übrigens: Im Parlament haben die Angesprochenen den Spruch „Ok Boomer“ nicht verstanden.

Was bedeutet „How dare you“ auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung


Der englische Ausdruck „How dare you“ bedeutet auf deutsch im Singular: „Wie kannst du es wagen!“ und im Plural: „Wie können Sie es wegen!“

Es gibt weitere Übersetzung für „How dare you“:

(Erst wird die Singularform genannt, dann der Plural.)

  • Was erlaubst du dir! / Was erlauben sie sich!
  • Was fällt dir ein! / Was fällt Ihnen ein!
  • Wie kannst du nur?! / Wie können Sie nur?
  • Wie kannst du es wagen?! / Wie können Sie es wagen?!
  • Was unterstehst du dir! / Was untersteht ihr euch!

Das englische Wort „how“ bedeutet auf deutsch „wie“. „You“ ist ein Personalprononem. „Dare“ bedeutet auf deutsch „etwas wagen“, „etwas riskieren“ und „sich etwas trauen“, sowie „sich etwas erdreisten“. „Dare“ wird in dem Sinne verstanden, dass jemand den Mut hat ein Risiko einzugehen.

Was bedeutet „How dare you“ auf deutsch? Bedeutung, Übersetzung

In der englischen Sprache wird „How dare you“ gesagt, wenn jemand schockiert und verärgert über etwas ist. Mit „How dare you“ drückt jemand damit Enttäuschung, Zorn, Unmut und Empörung aus. Es wird gesagt, wenn Erwartungen nicht erfüllt wurden, sowie wenn Normen, Gepflogenheiten oder Zusagen verletzt wurden.

In der englischen Sprache wird das „dare“ auch zum „double dare“ gesteigert. „Double Dare“ ist mit dem deutschen „doppelt oder nichts“ vergleichbar. Es wird eben gesagt, wenn jemand schon etwas gewagt oder gesetzt hat und diesen Einsatz (und damit den Gewinn) verdoppeln / vergrößern will. („Double Dare“ ist eine US-amerikanische TV-Spielshow in der Teilnehmer in Fragespielen und Wettkämpfen gegeneinander antreten.)

Greta Thunberg: „How dare you“-Rede auf deutsch (Übersetzung, Bedeutung)

Die Klimaktivistin Greta Thunberg hielt am 23. September 2019 beim UN-Klimagipfel in New York (USA) eine Rede, die als „How dare you“-Rede bezeichnet wurde. Sie hielt die Rede vor Staats- und Regierungschefs der Vereinten Nationen.

Die Rede hat folgenden Inhalt: (In kursiv steht, was Greta Thunberg gesagt hat. Dahinter folgt die deutsche Übersetzung.)

„This is all wrong.“
„Das ist alles falsch.“

„I shouldn’t be up here.“
„Ich sollte nicht hier oben sein.“

„I should be back in school on the other side of the ocean.“
„Ich sollte zurück in der Schule auf der anderen Seiten des Ozean sein.“

„Yet you all come to us young people for hope?“
„Und doch kommt ihr jetzt wegen der Hoffnung zu uns jungen Menschen?“

„How dare you?!“
„Was fällt euch ein?!“

„You have stolen my dreams und my childhood with your empty words.“
„Ihr habt meine Träume und Kindheit mit euren leeren Worten gestohlen.“

„and yet I’m one of the lucky ones.“
„Und doch bin ich eine der Glücklichen“

„People are suffering. People are dying. Entire ecosystems are collapsing.“
„Menschen leiden. Menschen sterben. Ganze Ökosystem kollabierend.“

„We are in the beginning of a mass extinction and all you can talk about is money and fairy tales of eternal economic growth. How dare you!“
„Wir stehen am Anfang einer Massen-Auslöschung und ihr redet nur über Geld und euer Märchen vom ewigen Wachstum. Was fällt euch ein!“

(Die Zuhörer applaudieren.)

„For more than 30 years the science has been crystal clear.“
„Seit mehr als 30 Jahren ist die Wissenschaft eindeutig.“

„How dare you continue to look away.“
„was euch fällt euch ein, einfach weg zuschauen.“

„and come here saying that you are doing enough“
„und dann kommt ihr her und sagt, dass ihr genug tut.“

„when the politics and solutions needed are still nowhere in sight“
„Doch die Politik und Lösungen sind nirgends in sichtbarer Nähe.“

„You say you ‚hear‘ us“ and that you understand the urgency.“
„Ihr sagt, dass ihr uns „zuhört“ und den Notfall versteht.“

„But no matter how sad and angry I am. I do not want to believe that.“
„Aber egal, wie traurig oder wütend ich bin. Ich will das nicht glauben.

„Because if you really understood the situation and still kept on failing to act than you would be evil and that I refuse to believe.“
„Wenn ihr die Situation wirklich versteht und trotzdem nichts dagegen tut, dann seid ihr böse, aber ich weigere mich das zu glauben.

(Die Zuhörer applaudieren.)

„The popular idea of cutting our emissions in half in 10 years only gives us a 50% chance of staying below 1,5 Grad Celsius and the risk of setting off irresversible chain reactions beyond human control.“
„Die populäre Idee, dass die Emissionen in den nächsten zehn Jahren halbiert werden, gibt es nur eine 50-prozentige Chance unter 1,5 Grad Celsius zu bleiben und zu verhindern, dass irreversible Kettenreaktionen jenseits menschlicher Kontrolle eintreten.“

„50% may be acceptable to you. But those numbers don’t include tipping points, most feedback loops, additional warming hidden by toxic air pollution nor the aspects of equity and climate justice.“
„50 Prozent mögen für euch akzeptabel sein. Aber die Zahlen berücksichtigen keine Umkipp-Punkte, keine Feedback-Schleifen, keine zusätzliche versteckte Erwärmung durch toxische Luftverschmutzung und weder noch Aspekte der Gleichheit und Klimagerechtigkeit.“

„They also rely on my generation s**king hundreds of billions of tons of your CO2 out of the air with the technologies that barely exist.“
„Sie verlassen sich darauf, dass meine Generation hunderte milliarden Tonnen Co2 aus der Luft saugen wird mit Technologie, die notdürftig sind.“

„So a 50 % risk is simply not acceptable to us, we who have to live with the consequences.“
„Für uns – die mit den Konsequenzen leben müssen – ist ein 50 prozentiges Risiko einfach nicht akzeptabel.“

„To have a 67 % chance of staying below 1,5 degrees of global temperature rise the best odds given by the IPCC the world had 420 Giga Tons of CO2 left to emit back on January 1st 2018.“
„Für eine 67 prozentige Chance, dass die globale Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius bleibt, hätten wir die besten Chancen laut IPCC, wenn die Welt bis zum 1. Januar 2018 nur 420 Giga Tonnen CO2 emittiert hätte.“

„Today that figure is already down to less 350 Giga Tons.“
„Bis heute ist die Zahl auf 350 Giga Tonnen gesunken.“

„How dare you, pretend that this can be solved with just business as usual and some technical solutions.“
„Was fällt euch ein, zu glauben, dass dies gelöst wird, in dem wir einfach so weiter machen und ein paar technische Lösungen verwenden.“

„With today’s emissions levels that remaining CO2-Budget will be entirely gone within less than 8 and a half years.“
„Mit dem heutigen Emissions-Ständen wird das restlichen Co2-Budgets in den nächsten achteinhalb Jahren aufgebraucht sein.“

„There will not be any solutions or plans presented in line with these figures here today, because these numbers are too uncomfortable.“
„Heute werden keine Lösungen oder Pläne präsentiert, die im Einklang sind mit den Fakten, denn diese Zahlen sind zu unbequem.

„And you are still not mature enough to tell it like it is.“
„Und ihr seid nicht erwachsen genug, um zu sagen, wie es ist!“

„You are failing us!“
„Ihr lasst uns im Stich!

„But the young people are starting to unterstand you betrayal.“
„Aber die jungen Menschen fangen an zu erkennen, dass ihr sie betrügt.“

„The eyes of all future generations are upon you.“
„Künftige Generationen schauen auf euch herab.“

„And if you choose to fail us. I say: We will never forgive you.“
„Und wenn ihr euch dazu entscheidet, uns im Stich zu lassen. (Dann) sage ich: Wir werden es euch nie vergeben.“

(Die Zuhörer applaudieren.)

„We will not let you get away with this.“
„Wir lassen euch damit nicht davon kommen.“

„Right here, right now is where we draw the line.“
„Hier und jetzt ziehen wir einen Schlussstrich.“

„The world is waking up.“
„Die Welt erwacht.“

„And change is coming whether you like it or not.“
„Und Veränderung wird kommen, ob es euch gefällt oder nicht.“

„Tank you“
„Danke“

(Die Zuhörer applaudieren.)

Die Rede sorgte für weltweite Resonanz. In den sozialen Medien verbreitete sich der Hashtag #HowDareYou rasend schnell. (Über 100.000-mal wurde der Hashtag innerhalb von 24 Stunden nach der Rede verwendet.)

Greta Thunberg hielt die Rede nach dem weltweit mehrere Millionen Menschen für bessere Klimapolitik demonstriert hatten. Allein in Deutschland gingen rund 1,4 Millionen auf die Straße. Damit war dies eine der größten Demonstrationen in der Deutschland seit der Wiedervereinigung.

Greta Thunberg reichte außerdem eine Beschwerde beim UN-Kinderrechtsausschuss ein. Die Beschwerde richtete sich an die Mitgleider der Vereinten Nationen und hatte als Inhalt den Vorwurf, dass nicht genug für den Klimaschutz getan wird. Dies verstoße – laut Beschwerde – gegen die UN-Kinderrechtskonvention.

Siehe: Was bedeutet Klimanotstand?

Was ist der Greta-Effekt?

Wie hat sich das Reisen verändert: von schlechtem Gewissen und Selbstbestimmtheit


Extreme Wetterverhältnisse, Plastik in den Meeren, schmelzende Gletscher – der Klimawandel ist längst keine ferne Bedrohung mehr, sondern begegnet uns fast täglich. Während wir in den Nachrichten mit Informationen über verheerende Waldbrände oder aussterbende Tierarten konfrontiert werden, füllen sich unsere Instagram-Feeds mit Bildern von schönen Menschen an weißen Stränden. Dabei werden durch jeden Flug große Mengen CO2 freigesetzt, welches die Hauptursache für den Treibhauseffekt ist.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Wie hat sich dein Reisestil verändert?“ von ferngeweht.de teil.

Flugscham und Klimakatastrophen

Extreme Wetterverhältnisse, Plastik in den Meeren, schmelzende Gletscher – der Klimawandel ist längst keine ferne Bedrohung mehr, sondern begegnet uns fast täglich. Während wir in den Nachrichten mit Informationen über verheerende Waldbrände oder aussterbende Tierarten konfrontiert werden, füllen sich unsere Instagram-Feeds mit Bildern von schönen Menschen an weißen Stränden. Dabei werden durch jeden Flug große Mengen CO2 freigesetzt, welches die Hauptursache für den Treibhauseffekt ist.

Da das Bewusstsein für die Umwelt und die Auswirkungen des eigenen täglichen Handelns auf diese immer mehr zunimmt, ist es nicht verwunderlich, dass das Reisen im Flugzeug, anders als noch vor wenigen Jahren, immer stärkerer Kritik ausgesetzt ist. Immerhin erzeugt die Fortbewegung mit dem Auto, der Bahn oder gar dem Fahrrad maßgeblich weniger Emissionen. Auch der Aufenthalt am Zielort, insbesondere als Massentourismus, wirkt sich oft negativ auf die lokale Umwelt aus. Vermüllung, zugebaute Natur und ein hoher Wasserverbrauch sind hier nur einige Beispiele. Auf das Reisen verzichten möchte dennoch kaum jemand, obwohl das schlechte Gewissen das Urlaubserlebnis trüben kann. Dieses Verhalten ist beispielhaft für die heutige Zeit: Viele Menschen sind sich der Auswirkungen ihrer eigenen Handlungen bewusst, möchten sich aber dennoch nicht in ihrer Bequemlichkeit einschränken lassen.

Mehr über „Flugscham“ erfährst du hier. Auch erfährst du mehr über „Autoscham“, „Rauchscham“ und „Fleischscham“ hier.

Digital Detox als Schlüssel zur Entspannung?

Seit der Erfindung des ersten mobilen Telefons im Jahre 1983 hat es nicht lange gedauert, bis man mit einem Telefon nicht mehr bloß telefonieren konnte, sondern Nachrichten schreiben, Fotos aufnehmen, Videos schauen, Spiele spielen und vor allem auf das Internet zugreifen. Heutzutage hat fast jeder Mensch sein Smartphone immer und überall bei sich.

Das Gefühl, 24 Stunden am Tag erreichbar und verbunden sein zu müssen, ist ein ständiger Begleiter. Doch aktuell gewinnt auch die Gegenbewegung immer mehr Anhänger: Digital Detox (zu Deutsch „digitale Entgiftung“) heißt der Trend, freiwillig auf das Handy und die ständige Vernetzung sowie die damit einhergehende Informationsflut zu verzichten. Ziel ist es, wieder bewusster im Hier und Jetzt zu leben und sich offline von dem Stress und der Abhängigkeit zu distanzieren, die die konstante Erreichbarkeit verursacht. Gerade auf Reisen kann der Verzicht auf das Smartphone positive Auswirkungen haben, indem Anspannung und Stress einer inneren Ruhe weichen.

Was „Digitaler Detox“ genau ist, erfährst du hier.

Erholung in der Natur

Schnelllebig und hektisch geht es nicht nur in der digitalen Welt zu, sondern auch in den Städten. Waren früher besonders Städtetrips angesagt, erfreuen sich heute Reisen in naturnahe Urlaubsorte zunehmender Beliebtheit. Fernab von Stress, Gedränge, Lärm und Reizüberflutung fällt es vielen Menschen leichter, zu entspannen.

Angesagt sind heute insbesondere alternative Reiseformen. So ersetzen zum Beispiel das Zelt oder das Zimmer auf einem Bauernhof das Luxushotel und ausgiebige Wanderungen oder Radtouren das SPA. Begründen lässt sich diese Entwicklung mit dem Bedürfnis vieler Menschen nach Ruhe und Erholung, die ihnen im stressigen Alltag oft versagt bleibt. Das Großstadtgedränge kennen die meisten Urlauber von zu Hause, das einzigartige Gefühl von Ruhe und Vollkommenheit, das Wälder, Berge und Gewässer vermitteln, haben hingegen nur die wenigsten Städter in ihrem täglichen Umfeld.

Alternative Unterkünfte

Auch bei den Unterkünften findet ein Wandel statt. Anstelle eines einfachen Hotelzimmers wünschen sich viele Urlauber eine unkonventionelle Unterkunft, mindestens aber eine Ferienwohnung. Zahllose Webseiten helfen den Urlaubern dabei, die ideale Unterkunft zu finden. So gibt es zum Beispiel Anbieter, die Reisende mit Menschen in Kontakt treten lassen, die ihre private Wohnung auf bestimmte Zeit vermieten möchten. Diese Art des Urlaubs ermöglicht es, eine Stadt nicht als Tourist zu erleben, sondern wie ein Ortsansässiger.

Auch Zelten in der Natur ist beliebt, genau wie beispielsweise das Übernachten in futuristisch aussehenden „Bubble-Hotels“. Hierbei handelt es sich um kleine Unterkünfte, die komplett aus Glas bestehen und dadurch einen einzigartigen Ausblick auf die umgebende Natur und den Sternenhimmel ermöglichen. Derartige Alternativen zum Hotelzimmer haben gemeinsam, dass sie weit außerhalb des Geschehens liegen und somit ein neues Maß an Ruhe, Entspannung und Naturverbundenheit erzeugen können. Wem dies zu wenig Luxus ist, der kann sich vielleicht für das Glamping begeistern.

Reisen als Ausdruck der Selbstbestimmtheit

In diesem Zuge nimmt auch die Beliebtheit von Reisegruppen ab. Menschen fühlen sich heutzutage im Alltag durch verschiedenste Faktoren eingeschränkt. Im Urlaub wünschen sich daher viele, keinem festen Plan folgen zu müssen und somit der Fremdbestimmung den Kampf ansagen zu können. Ob die Urlauber für sich selbst jeden Urlaubstag durchplanen oder ganz spontan in den Tag hineinleben hängt dabei von den individuellen Vorlieben ab; wichtig ist bloß, sich nach niemand anderem richten zu müssen.

Selbstorganisierte Reisen werden oft intensiver wahrgenommen und erlebt und ermöglichen daher ein größeres Maß an Vergnügen und Entspannung als Gruppenreisen. Auch die Aspekte Erholung in der Natur und unkonventionelle Unterkunftsarten kommen durch diesen Trend erneut zur Geltung: eine Reise wird immer mehr zum Ausdruck der Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung; die Planung soll deshalb nicht von jemand anderem übernommen werden.

Insgesamt bewegt sich der Trend weg vom Massentourismus und hin zu Individualreisen. Zu beobachten bleibt, ob das schlechte Gewissen in Zukunft mehr und mehr Menschen von klimaschädlichen Reisen abhalten wird.

Was bedeutet Klimakabarett? Bedeutung, Definition


Der Ausdruck „Klimakabarett“ dient dazu, Enttäuschung über die Arbeit und Arbeitsergebnisses des Klimakabinetts auszudrücken. Insbesondere geht es beim Ausdruck „Klimakabarett“ darum, Kritik an zu schwacher und mutloser Politik und Reformen zu äußern, sowie zu äußern, dass die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen zu schwach, zu zaghaft und nicht ausreichend sind, um das Klima zu retten bzw. die Folgen des Klimawandels abzumildern.

Durch den Ausdruck „Klimakabarett“ werden die Arbeit und die Beschlüsse des Klimakabinetts in dem Sinne kritisiert, dass sie Satire, zum lachen, ein schlechter Witz und eine Lachnummer seien.

Im Umfeld der Fridays-For-Future-Demonstrationen verbreitete sich der Ausdruck „Klimakabarett“ als Spottbegriff für das „Klimakabinett“ der deutschen Bundesregierung.

Siehe auch:

Was bedeutet Klimakabarett genau? Bedeutung

„Klimakabarett“ ist eine Abwandlung vom Wort „Klimakabinett“. „Klimakabinett“ bedeutet, dass die Bundesregierung (Groko) sich in einer Kabinettssitzung nur mit dem Thema „Klimawandel“ beschäftigt. Im „Klimakabinett“ berät und beschließt die deutsche Bundesregierung Maßnahmen gegen den Klimawandel. Dies betrifft verschiedene Bereiche: Verkehr, Automobilität (SUV), Öffentlicher Personen-Nahverkehr (ÖPNV), Pendlerpauschale, Bahnverkehr, Co2-Steuer, Kohleausstieg, Preise für fossile Brennstoffe, Wirtschaft, Erreichen der Klimaziele und andere.

Das „Kabarett“ ist eine Form der Kunst, in dem auf satirische und polemische Art und Weise Inhalte dargestellt werden. Dabei ist das Kabarett unterhaltend und auch gesellschaftskritisch.

In diesem Sinne kann der Ausdruck „Klima-Kabarett“ wie folgt verstanden werden: Die Ergebnisse des Klimakabinetts sind zum lachen. Weiterhin wird im diesem Sinne dem Klimakabinett unterstellt, dass es den Klimawandel und seine (prognostizierten) Folgen nicht ernst genug nehme, um geeignete (teils radikalere) Maßnahmen einzuleiten.

Der Ausdruck „Klimakabinett“ steht aber auch dafür, dass Klima-Aktivisten und Klima-Demonstranten mehr Maßnahmen von der deutschen Bundesregierung gewünscht haben, diese Wünsche aber enttäuscht wurden. (In diesem Zusammenhang verbreitet sich auch der Hashtag #PillePalleKoalition (Pille Palle Koalition).)

Weitere Bedeutung: Klimakabarett

„Klima Kabarett“ war eine Kabarett-Veranstaltung, die schon 2012 stattfand.

Mauerfall: Über den Osten reden


Als die Mauer fiel, kam unglaublich viel im Osten Deutschlands in Bewegung. Alte Gewissheiten und Gewohnheiten gingen über Nacht verloren. Aus Stabilität und Ruhe wurde einzige Veränderung. Nach der Wende konnte kaum ein DDR-Bürger den gleichen Beruf oder Job wie vor der Wende ausüben. Betriebe wurden geschlossen und viele Menschen mussten schmerzlich erleben, dass sie nicht mehr gebraucht wurden. Das gesellschaftliche Leben in der DDR, im Kollektiv galt nicht mehr. Die Gesellschaft veränderte sich gravierend.

Der Fall der Mauer setzte unglaublich viel Energie frei

In der DDR verließen Bürger nach dem Fall der Mauer über Nacht ihre Wohnungen und Häuser, um in den Westen aufzubrechen. Menschen erschienen nicht mehr auf Arbeit. Manche kamen nach wenigen Monate oder Jahren ernüchtert wieder zurück. Andere blieben im Westen.

Die Kontrolle über das Land schien teilweise verloren. Die Polizei war überfordert. Es gab Diebstähle. Eine neue Rechtsordnung musste eingerichtet werden. Es brauchte neue Beamte.

Westdeutsche erschienen in den Städten der ehemaligen DDR. Manche wollten nur gucken, andere wollten Versicherungen oder Teppiche verkaufen. Mit ihnen kamen die Zeichen der westdeutschen Marktwirtschaft.

Abwertungen und Arbeitslosigkeit

Kurz nach der Wende gab es ein Phänomen, dass in der DDR unbekannt war: Arbeitslosigkeit. Über Nacht gab es eine Arbeitslosenquote von 10,3 Prozent. Das waren über eine Millionen Menschen, die auf einmal arbeitslos waren. Bis 2005 stieg diese Zahl auf 20,6 Prozent bzw. 1,6 Millionen Ostdeutsche an. Erst ab 2006 fiel die Arbeitslosenquote. (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2019))

Die Treuhand wurde Anfang der 1990er Jahre aktiv. DDR-Betriebe wurden geschlossen. Menschen wurden zu Hauf entlassen. In Folge der geschlossenen DDR-Betriebe und der Arbeitslosigkeit veränderte sich die Stimmung. Wer Arbeit hatte, war einigermaßen gelassen. Wer seine Arbeit verlor, war nicht mehr so begeistert von der Wende. Es gab und gibt ehemalige Bürger der DDR, die nach der Wende nie wieder eine Anstellung fanden.

Einige DDR-Abschlüsse konnten nicht so einfach anerkannt werden, da sie in Westdeutschland unbekannt waren. Bei anderen musste eine Gebühr von 100 Mark gezahlt werden, damit der Abschluss anerkannt wird. Die Wechselkurse zwischen DM und DDR-Mark schwankten stark.

Bis heute fühlen sich einige DDR-Bürger als Bürger zweiter Klasse. Sie fühlen sich zurückgesetzt und bevormundet. Dass es bis heute noch Renten- und Lohnunterschiede in Ost- und West bestätigt sie in ihrer Haltung.

Der Mauerfall war der Anfang von Veränderungen, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind

Vom Mauerfall hat profitiert, wer Geld hatte. Reiche DDR-Bürger waren eher die Seltenheit. Deswegen haben viele Westdeutsche von den Möglichkeiten in der ehemaligen DDR profitiert. Sie haben Immobilien gekauft und wurden unternehmerisch aktiv.

DDR-Bürger haben nach der Wende hart gearbeitet, sich angestrengt und einige erhalten heute eine ärmliche Rente als „Lohn“. Hartz IV traf die Menschen. Wer arbeiten wollte, aber keine Anstellung fand, musste um sein kleines Vermögen fürchten.

Dem Sicherheits- und Ordnungsbedürfnis der ehemaligen DDR-Bürger wird die Bundesrepublik Deutschland bis heute nicht gerecht. Für ehemalige DDR-Bürger ist es sehr befremdlich, wenn sie hören müssen, dass der deutsche Staat versagt, die Kontrolle verliert, sich von Clans auf der Nase herumtanzen lässt oder nicht für die Sicherheit seiner Bürger sorgt.

In einigen Regionen im Osten Deutschlands fühlen die Menschen sich vergessen und abgehängt. Dies sind Regionen in denen Krankhäuser, Arztpraxen und Supermärkte schließen. Es sind Regionen aus denen Menschen abwandern, weil es hier keine Arbeit und keine Perspektive gibt.

Ehemalige DDR-Bürger sind skeptischer gegenüber den Medien. Sie haben den Eindruck, dass ihre Sicht auf die Welt keine Beachtung findet und dass sie in eine gewisse Richtung erzogen werden sollen. Auch halten sie die Medien für zu unkritisch gegenüber der Regierung.

Die Darstellung der DDR als Unrechtsstaat in der Medienlandschaft der heutigen BRD empfinden sie als ungerecht und einseitig. Es trifft sie persönlich, denn was muss man für ein Mensch sein, wenn man 30 Jahre oder mehr in einem Unrechtsstaat gelebt hat, hier seine erste Liebe kennengelernt, geheiratet und Kinder bekommen hat. Die DDR hat viele Menschen geprägt und diese Prägung ist Teil ihrer Identität. Sich einfach davon zu distanzieren und diese Erfahrungen zu negieren, ist sehr viel verlangt.

Es stellt sich die Frage, ob mit den größten Sorgen der ehemaligen DDR-Bürger, der Angst vor Arbeitslosigkeit und der Angst vor dem Ende der sozialen Sicherheit, hätte anders umgegangen werden sollen. Der radikale Einschnitt durch Betriebsschließungen, Massenentlassungen und Sozialabbau war natürlich ein Schock für die Menschen, die so etwas nicht kannten und auch nicht erwartet hatten. Südfrüchte, moderne Straßen und renovierte Gebäude sind da nur ein schwacher Trost, wenn Menschen in Armut leben müssen.

Die Wende und positive Auswirkungen

Es ist leicht, das Alte und nicht mehr Existente zu glorifizieren und zurückzuwollen. In der Erinnerung werden bewusst positive Seiten betont. Doch die DDR hatte Schattenseiten, die auch erwähnt werden müssen.

Die Wende hat Fortschritte für Bürger im Osten Deutschlands gebracht, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Nach 1989 fanden erstmals freie Wahlen statt. Mit der Wende erhielten DDR-Bürger Freiheits- und Bürgerrechte. Sie erhielten die Reisefreiheit und durften nun ohne Angst vor staatlicher Repression ihre Meinung sagen. (Meinungsfreiheit: Ein Bürgerrecht, das bis heute sehr beliebt ist. Denn es ist eine Errungenschaft, dass jeder so viel schimpfen und sich beschweren darf, wie er will.) Die Religionsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit wurden eingeführt.

Die Stasi wurde aufgelöst. Die Bürger der ehemaligen DDR waren nun frei vom Einfluss und der Überwachung ihres Staates. Sie konnten nun ihre Rechte einklagen! Sie mussten nicht mehr gegenüber dem Sozialismus loyal sein. Politisch-Andersdenkende mussten nicht mehr fürchten vom Staat verfolgt zu werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade #remember1989 von Europeana teil.

Zunächst einmal: Es ist gut und wohl an der Zeit, dass wir über den Osten Deutschlands und seine Menschen reden.  Moralische Verurteilungen bringen nichts. Die Blogparade #remember1989 und auch dieser Beitrag sind ein Anfang.

Es ist unglaublich schwierig einen ausgewogenen Beitrag über die Wende und ihre Folgen zu schreiben. Deswegen ist dieser Beitrag auch nur ein Ausschnitt. Im Osten Deutschlands ist natürlich nach der Wende auch viel positives passiert. Das soll hier nicht vergessen werden. Doch (und das ist leider ein Vermutstropfen) wiegt wohl das Positive die negative Erfahrungen vieler ehemaliger DDR-Bürger nicht auf.

Wer möchte, dass Deutschland wieder „eins“ wird, der muss einen Versöhnungsprozess in Gang setzen. Es sollten Fehler zugegeben und eingestanden werden. DDR-Erfahrungen sollten ernst genommen, nicht abgewertet werden. Dass Erbe der DDR müsste anerkannt werden.

Was es braucht, ist eine Zeit des Zuhörens. Eine Zeit, in der auf Vorwürfe verzichtet wird, Menschen sagen, was sie empfinden und ihnen zugehört wird. Das setzt einen Heilungsprozess in Gange. Dies ist eine Aufgabe, die die Generation Y und Z beginnen können. Denn beide Generationen sind keine Zeitzeugen. Sie haben die Jahre nach der Wende nicht direkt mit erlebt, sondern nur durch ihre Eltern. Sie sind im Deutschland nach 1990 aufgewachsen. Vielleicht ist es genau die Distanz, die nötig ist, um anzufangen.

Was ist der Pull-Effekt / Pull-Faktor? Bedeutung, Definition


Im Allgemeinen werden als „Pull-Effekt“ und „Pull-Faktor“ Maßnahmen bezeichnet, die Menschen anlocken und zu einem bestimmten Verhalten motivieren.

Andere Begriffe für „Pull-Effekt“ sind „Anziehungseffekt“ und „Sogwirkung“.

Die Ausdrücke „Pull-Effekt“ und „Pull-Faktor“ stammen aus dem Marketing. Mehr dazu, weiter unten.

In der Diskussion, um die Seenotrettung auf dem Mittelmeer wird Seenotrettern wiederholt vorgeworfen, dass sie ein Pull-Effekt bzw. Pull-Faktor seien, der Migranten auf das Mittelmeer locke.

Seenotrettung: Vorwurf Pull-Faktor / Pull-Effekt

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Meinungsäußerung und spiegelt nicht die Sicht der Redaktion wider! Es geht darum, die Argumentationslogik „Pull-Effekt“ aufzuzeigen.

Seenotretter, die auf dem Mittelmeer mit ihren Schiffen Migranten retten und nach Europa bringen, wird vorgeworfen, ein Pull-Faktor zu sein bzw. für einen Pull-Effekt zu sorgen. Hier wird behauptet, dass die Seenotrettung von im Mittelmeer treibenden Flüchtlingen andere Flüchtlinge motiviere, sich ebenfalls in diese lebensgefährliche Situation zu begeben.

Die Flüchtlinge begeben sich dann in Gefahr im Mittelmeer zu ertrinken, in der Hoffnung von Seenotrettern gerettet zu werden, um anschließend nach Europa gebracht zu werden. Hier wird argumentiert, würde die Seenotrettung Flüchtlinge nicht nach Europa bringen oder würden weniger gerettet werden, so würden weniger Flüchtlinge den Weg über das Mittelmeer nach Europa suchen.

Die Logik ist folgende:

Je mehr Migranten auf dem Mittelmeer gerettet werden, umso mehr Migranten begeben sich auf dem Mittelmeer in Gefahr.

Die Logikkette ist folgende:

  1. Seenotretter retten auf dem Mittelmeer treibende Migranten und bringen sie nach Europa.
  2. Die Schlußfolgerung daraus ist folgende: Migranten, die nach Europa möchten, müssen sich im Mittelmeer in Lebensgefahr bringen, um gerettet zu werden.
  3. Also: Migranten begeben sich bewusst in Gefahr und fahren mit Schlauchbooten auf das Mittelmeer in der Hoffnung von Seenotrettern gerettet zu werden.

Schlußfolgerungen: Pull-Effekt Seenotrettung

Seenotrettern wird vorgeworfen, bewusst oder unbewusst Schlepper zu unterstützen. Hier wird argumentiert, dass Schlepper damit rechnen, dass Migranten auf dem Mittelmeer gerettet werden. Deswegen schicken die Schlepper Migranten auf schlechten Booten auf das Meer und setzen sie dem Risiko zu ertrinken aus.

Seenotrettern wird außerdem vorgeworfen, dass Seenotrettung zu mehr Todesfällen führen soll. Hier wird argumentiert, dass Migranten darauf spekulieren gerettet zu werden und sich deswegen in Lebensgefahr begeben. Werden sie nun nicht gerettet, so droht ihnen der Tod. Diese Gefahr sollen sie nur eingegangen haben, weil sie auf die Seenotretter gehofft haben.

Gegenargumente gegen den Pull-Effekt „Seenotrettung“

Migranten haben auch schon vor 2015 versucht über das Mittelmeer Europa zu erreichen. Private NGO-Seenotretter sind erst seit ca. 2015 aktiv und retten, wo die EU nicht rettet. Siehe dazu „Drowned Europe“ von Philippe Fargues und Anna Di Bartolomeo Seite 2: Link zum PDF: hier.

Erst seit der Migrationskrise im Jahr 2015 liegen die Zahlen der Migranten, die versuchen über das Mittelmeer Europa zu erreichen, deutlich höher.

Migranten fliehen nicht, weil private Seenotretter sie auf dem Mittelmeer retten werden. Sie fliehen, wegen der unsicheren Lage in ihrem Heimatland.

Von einem „Pull-Effekt“ zu sprechen, ist eine starke Vereinfachung. Denn viele Faktoren wie Situation im Heimatland und die persönliche Situation eines Migranten werden vernachlässigt. Ebenso ist die Informationslage der Migranten unklar.

Seenotrettern vorzuwerfen, dass sie einen Pull-Effekt verursachen und Leben gefährden, kann als Versuch gewertet werden, die private Seenotrettung abzuwerten, zu delegitimieren oder zu kriminalisieren.

Außerdem kann der Vorwurf, dass private Seenotrettung einen Pull-Effekt verursache, als Ablenkungsmanöver gewertet werden. Mit diesem Ablenkungsmanöver lenken EU-Staaten und die EU von ihrer eigenen Migrationspolitik ab, die zu den heutigen Zuständen (und den Toten) geführt hat. Sie schieben mit dem Vorwurf „Pull-Effekt“, die Schuld den Seenotrettern zu.

Oxford-Studie: Pull-Effekt widerlegt

Laut der Oxford-Studie „Border Deaths in the Mediterranean“ gibt es keinen nachweisbaren Pull-Effekt durch Seenotrettung im Mittelmeer. (Du findest du Studie hier.)

Die Forscher haben Zeiträume in denen Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer aktiv waren mit Zeiträumen verglichen, in denen keine Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer aktiv waren. Sie haben die Zahl der Geretteten und der Toten ins Verhältnis gesetzt.

Die Kernaussage der Studie ist, dass Seenotrettung nicht die Zahl der Migranten erhöht, sondern die Zahl der Überlebenden. Seenotrettung senkt das Sterblichkeitsrisiko von Migranten, die die Überfahrt auf das Mittelmeer wagen.

Private Rettungsmissionen wurden in der Studie nicht beachtet.

Migration und Flucht: Was ist ein Pull-Faktor?

Im Kontext von Migration und Flucht sind bessere Sozialsysteme, höhere Innere Sicherheit, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne ein Pull-Faktor. Dieser Pull-Faktor sorgt dafür, dass Migranten und Flüchtlinge ihr Heimatland verlassen, um in einem Land mit besseren Lebensbedindungen zuleben.

Die Motivation der Migranten und Flüchtlinge ist hier im Allgemeinen, dass es ihnen in dem neuen Land besser geht. Im Speziellen haben sie mehr Chancen, werden nicht verfolgt, leben in Sicherheit, leben in Frieden und können mehr verdienen.

Was bedeutet Pull-Effekt im Marketing (Wirtschaft)? Bedeutung

Im Marketing und in der Wirtschaft werden als „Pull-Effekt“ Maßnahmen bezeichnet, die der Verkaufsförderung dienen, Kaufanreize setzen und die Nachfrage erhöhen. Diese Maßnahmen dienen dazu, Kunden zu motivieren ein Geschäft aufzusuchen, eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen oder einen Einkauf zu tätigen.

Verkaufsfördernde Maßnahmen sind unter anderem: Angebote, Rabatte, Werbung, Direktmarketing, kostenlose Produktproben, Geschenke, Preisausschreibung

Vom Begriff her, bedeutet „Pull“ auf deutsch „ziehen“. Beim Pull-Effekt geht es eben darum, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung eine anziehende Wirkung hat und Aufmerksamkeit (von potentiellen Kunden) auf sich zieht.

Im Sinne der Kette „Hersteller –> Händler –> Kunden“ bedeutet „Pull“, dass die Nachfrage der Kunden die Produkte des Herstellers in die Regale des Händlers zieht.

Gegenteil vom Pull-Effekt: Was ist der Push-Effekt?

Das Gegenteil vom Pull-Effekt ist der Push-Effekt. Beim Push-Effekt geht es darum, dass Hersteller bei Verkäufern und Händler Nachfrage erzeugen, damit diese ihre Produkte kaufen. Dies sind ebenfalls verkaufsfördernde Maßnahmen, jedoch nur zwischen Hersteller und Händler / Verkäufer. Eine solche Maßnahmen können z.B. Mengenrabatte für Händler sein.

„Push“ bedeutet auf deutsch „drücken“. Beim Push-Effekt geht es vom Begriff her darum, dass ein Hersteller seine Produkte zu einem Händler drückt, welche dieser dann an Kunden verkauft.

Autoscham, Fleischscham, Plastikscham und 17 weitere Verhaltensweisen, für die man sich schämen kann


Klimaschädlichem Verhalten einen Namen zugeben, hat bei „Flugscham“ angefangen. Doch da muss es nicht enden. Denn die Logik, dass man sich für klimaschädliches oder dem Körper schädliches Verhalten schämen kann, kann auf viele andere Verhaltensweisen übertragen werden. Hier einige Vorschläge:

  • Autoscham / SUVScham
  • Bauscham
  • Essscham / Fressscham / Lebensmittelscham /
  • Exportobstscham
  • Fast-Food-Scham
  • Fernreisenscham / Tourismusscham
  • Fleischscham
  • Flugscham
  • Kinderscham
  • Konsumscham
  • Kreuzfahrtscham
  • Müllscham
  • Plastikscham
  • Rauchscham / Nikotinscham
  • Social-Media-Scham
  • Trägheitsscham / Faulheitsscham / Bequemlichkeitsscham
  • Zuckerscham / Salzscham

Es gilt, dass jemand sich für jedes Verhalten, dass für CO2-Ausstoß sorgt oder dem Klima schadet, schämen kann. Umgekehrt gilt, dass jemand sich dafür schämen kann, nicht genug für das Klima zu tun.

Nachfolgend erklären wir die Worte nach ihren Begriffen.

Bedeutung: Autoscham, Fleischscham, Rauchscham, Plastikscham

Autoscham: Jemand schämt sich dafür, zu viel mit dem Auto und zu wenig mit dem Fahrrad zu fahren. Jemand schämt sich dafür, ein Auto nur aus Prestigegründen zu fahren. Jemand schämt sich dafür, ein Auto zu fahren, dass zu viel Sprit verbraucht. (Siehe auch: SUV)

SUVScham: Jemand kann sich dafür schämen, SUV zu fahren. Denn SUVs fallen durch hohen Verbrauch und ihre Größe auf.

Bauscham: Laut Experten ist der Bauboom für einen großen Anteil des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Das Bauen und Beheizen von Häusern verursacht eben CO2. Hierfür kann sich schämen.

Fleischscham: Jemand schämt sich dafür, zu viel Fleisch zu essen. Im speziellen kann Fleischscham aber auch wie folgt verstanden: Jemand sollte sich schämen, zu viel Billig-Fleisch zu essen. Damit müsste es eigentlich „Billigfleischscham„. Wer Fleischscham weiterdenkt, rechtfertigt diese Gefühle damit, dass Billigfleischesser die Massentierhaltung unterstützen.

Rauchscham / Nikotinscham: Jemand sollte sich schämen, dass er raucht und mit dem Rauch dem Klima schadet.

Lebensmittelscham: Jemand sollte sich schämen, Lebensmittel wegzuwerfen. (Damit wäre die genauere Formulierung: Lebensmittel-Wegwerf-Scham.

Exportobstscham: Jemand sollte sich dafür schämen, dass er oder sie Obst kauft, dass eine lange Reise hinter sich hat, anstatt regionales Obst zukaufen.

Kinderscham: Jemand sollte sich dafür schämen, dass er oder sie Kinder bekommen hat. Denn diese Kinder verursachen zusätzliches CO2 und sorgen dafür, dass die Überbevölkerung mehr wird. Siehe auch: Gebärstreik

Konsumscham: Jemand sollte sich schämen, dass er zu viel konsumiert. Jemand kann sich z.B. dafür schämen, dass er unter schlechten Bedingungen produzierte Kleidung / Produkte kauft. Jemand kann sich dafür schämen, dass er oder sie unnötige Dinge kauft.

Essscham und Fressscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel isst.

Faulheitsscham, Trägheitsscham und Bequemlichkeitsscham: Jemand sollte sich schämen, faul und träge zu sein, sowie dass nicht genug für den eigenen Körper getan wird.

Fernreisenscham / Tourismusscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie durch eine Fernreise zusätzlichen CO2-Ausstoß verursacht. (Siehe: Flugscham)

Flugscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel Flugzeug fliegt. Das bei einem Flug ausgestoßene CO2 schadet dem Klima. Mehr über Flugscham erfährst du hier.

Kreuzfahrtscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie durch die Teilnahme an einer Kreuzfahrt den CO2-Ausstoß unterstützt.

Müllscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel Müll verursacht.

Plastikscham: Jemand sollte sich schämen, Plastik zu gebrauchen. So z.B. Plastikstrohhalme, Plastikbesteckt, Verwenden einer Plastiktüte, …

Salzscham: Jemand sollte sich schämen, dass er zu viel Salz isst.

Social-Media-Scham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel Zeit in den sozialen Medien verbringt. (Anstatt etwas anderes und besseres für die Umwelt zu tun.) (Anmerkung: Der verbrauchte Strom muss schließlich auch erzeugt werden.)

Zuckerscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel Zucker isst.

Worum geht es jetzt genau bei Autoscham, Fleischscham, Rauchscham?

Es sollte bei diesen Scham-Arten in erster Linie darum gehen, Bewusstsein und Wertschätzung zuschaffen. All die Annehmlichkeiten sind zwar nett, schaden aber auf der einen oder anderen Weise dem eigenen Körper und/oder der Umwelt. Daher heißt es hier, dass richtige Maß finden.

Wer Autoscham, Fleischscham, Rauchscham und Co. (negativ) zu Ende denkt, landet in einer Welt, in der Genuss, Sünde und Spaß verboten sind. Darum sollte es eigentlich nicht gehen.

Scham verstehen: Was ist Scham?

Der genaue Bedeutung des Wortes „Scham“ zu kennen, ist wichtig, um die Begriffe zu verstehen und Handlungen abzuleiten. Als „Scham“ wird ein Gefühl bezeichnet, wenn jemand unmoralisch gehandelt, versagt, sich selbst bloßgestellt oder die Intimsphäre verletzt hat. Scham ist ein unangenehmes Gefühl, dass sogar so stark sein kann, dass man sich für andere „fremdschämt„. (In der Jugend- und Internetsprache wird hier auch von „cringe“ oder „cringy“ gesprochen.)

Scham fungiert bei „Flugscham„, „Autoscham“, „Fleischscham“ und den anderen Scham-Arten als Mittel, um ein Verhalten als falsch und unmoralisch zu brandmarken. In Folge soll das Verhalten verringert oder ganz abgestellt werden. Ob auf „Flugscham“ die Askese folgt oder einfach weniger geflogen wird, muss wohl jeder selbst entscheiden. Wird es jedoch mit den Verboten und der Scham übertrieben, so kann eine Überreaktion folgen, in der allem gefröhnt wird, was einige als falsch erklärt haben.

Hand aufs Herz: Grundsätzlich gilt, dass Menschen CO2 verursachen und sei es nur durch das Atmen. Askese und Verzicht allein werden das Klima nicht retten. Der Natur darf geholfen werden. Dies fängt schon an, wenn man einen Baum pflanzt oder seine Pflanzen pflegt.

Was ist ein Gebärstreik (Birthstrike)? Was bedeutet das? Bedeutung


Als Gebärstreik (engl. „Birthstrike“) wird die Haltung von Frauen bezeichnet, freiwillig auf Schwangerschaften zuverzichten und diese gezielt zu vermeiden. Ziel eines Gebärstreikes ist es, dass keine Kinder gezeugt und geboren werden, um auf etwaige Nachteile zu verzichten.

Wenn Männer sich verweigern Kinder zu zeugen, so wird dies „Zeugungsstreik“ genannt.

Gründe für einen Gebärstreik (Birthstrike)

Die Gründe für Frauen für einen Gebärstreik können vielzählig und unterschiedlich sein:

  • Klimaschutz (Vermeidung von Ressourcenverbrauch / Co2-Ausstoß / Angst vor Umweltverschmutzung)
  • Überbevölkerung
  • Politische Lage
  • Benachteiligung der Frauen (für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen / für mehr Chancengleichheit)
  • Schlechter Schutz für Mütter (Mutterschutzfrist, Kündigungsschutz, Rentenansprüche für Mütter)
  • Umgang der Gesellschaft mit Frauen, die kein Kind wollen
  • Recht auf Selbstbestimmung
  • Schlechte wirtschaftliche Situation
  • Schlechte Vereinbarkeit von Kind, Karriere und Beruf
  • Schlechte soziale / gesellschaftliche Situation (teure Mieten, zu wenig Kita-Plätze, schlechte Schulen / Aubsildung)
  • Angst vor der Zukunft (Benachteiligung im Beruf, Altersarmut, Armut, wirtschaftliche Lage, Naturkatastrophen, Krisen des Klimas, ökologische Krisen)
  • Wunsch nach mehr freier Zeit
  • kein Interesse das Leben zu verändern oder auf etwas wegen Kindern zu verzichten
  • Wunsch nach politischer Veränderung
  • Situation der Abtreibungen und Abtreibungsparagraphen
  • als Maßnahme gegen das Frauenbild, Mutterbild und den Muttermythos (Erwartungshaltungen an die Mutter („Rabenmutter“, „Hausmütterchen“))

Die Idee hinter einem Gebärstreik ist nicht neu. Schon im Jahr 1913 wollten Frauen der deutschen Arbeiterbewegung einen Gebärstreik als politisches Mittel einsetzen. Es wurde diskutiert, ob Arbeiterfamilien leichter am Kampf gegen Unterdrückung teilnehmen können, wenn sie weniger Kinder haben. Auch wurde darüber diskutiert, warum Kinder geboren werden sollen, die eh nur als Soldaten für den Kaiser dienen sollen.

Als Gebärstreik werden auch die sinkenden Geburtenzahlen seit den 1970er Jahren bezeichnet. Eine Reaktion auf den Gebärstreik und die sinkenden Geburtenzahlen ist das Reden vom „Volkstod“. Auch wird hier davon gesprochen, dass ein Volk ausstirbt.

Auf Twitter verbreiten Teilnehmer unter den Hashtags #Birthstrike und #Gebärstreik ihre Gedanken zum Thema Gebärstreik.

Gebärstreik für Klimaschutz wegen dem Klimawandel

Die Idee hinter einem Gebärstreik für das Klima ist folgende: Kinder groß zu ziehen, verbraucht Ressourcen und erzeugt CO2. Wer auf Kinder verzichtet, verbraucht eben keine Ressourcen und spart damit CO2. Damit führt der Verzicht dazu, dass die Belastung für das Klima und den Planeten reduziert wird.

Laut Forschern der Universität Lund, Schweden, und University of British Columbia, Kanada, ist der Verzicht auf ein Kind eine von vier Maßnahmen, die besonders viel für das Klima bringt. Die anderen drei Maßnahmen sind: Verzicht auf Auto, Verzicht auf Flugreisen (Flugscham) und sich vegetarisch ernähren.

Ein Kind verursacht pro Jahr 58,6 Tonnen Co2

Ein Kind in der westlichen Welt soll laut Forschern der Universität Lund, Schweden, und University of British Columbia, Kanada, im Jahr 58,6 Tonnen CO2 verursachen. Wer auf das Auto verzichtet, soll 2,4 Tonnen Co2 pro Jahr sparen. Wer auf Flüge verzichtet soll 1,6 Tonnen CO2 pro Jahr sparen und wer sich vegetarisch ernährt, spart 0,8 Tonnen Co2 pro Jahr. (Quelle: The climate mitigation gap)

Die Studie wurde kritisiert, da sie zum Verzicht inspirieren kann, aber dadurch nichts an den jetzigen Klimaschutzmaßnahmen und der wirtschaftlichen Situation geändert werden würde.

Als Reaktion auf diese Ideen wird teils davon gesprochen, dass Kinder eine „Klimasünde“ seien.

Übrigens: Ein Kind von der Geburt bis zum 18. Geburtstag zu unterhalten, soll rund 130.000 Euro kosten. In seinen 18 Lebensjahren würde ein Kind 1054,9 Tonnen CO2 verursachen.

Siehe auch: Flugscham, Klimanotstand, Klima-Vorbehalt,

Eine berühmte Vertreterin des Gebärstreiks ist Miley Cyrus. Sie möchte zu Gunsten des Klimas auf Kinder verzichten. Auch Blythe Pepino, eine britische Sängerin, äußerte sich, dass sie wegen dem Klima auf Kinder verzichten wolle.

Gebärstreik: Kritik

Die Idee des Gebärstreiks wegen dem Klimawandel wird kritisiert, da sie menschliches Leben auf seine Co2-Bilanz reduziert. Die Leistungen eines Menschen – wie gut dieser sich z.B. für das Klima engagieren wird – werden nicht betrachtet.

Was bedeutet Werteerosion? Was ist eine Erosion der Werte? Bedeutung, Erklärung


Als Werteerosion wird im Allgemeinen der Verfall von Werten bezeichnet. Im Speziellen bedeutet Werteerosion, dass Mitglieder einer Gesellschaft oder einer Gruppe das Vertrauen verlieren, dass andere Mitglieder verantwortlich handeln, sich an Regeln / Moral halten und/oder ihnen kein Leid zufügen. Dies kann dazuführen, dass das Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft oder Gruppe unsicherer wird und/oder dass das Vertrauen in den Schutz der öffentlichen Sicherheit reduziert wird.

Werteerosion zeigt sich daran, dass sich moralische Grenzen verschieben und Menschen unverantwortlich oder schädigend handeln. Dies hat als Folgen: vermindertes Vertrauen und mehr Unsicherheit.

Achtung: Werteerosion muss von Wertewandel unterschieden werden! Werteerosion meint konkret, dass Menschen unverantwortlich und schädigend handeln. Wertewandel bedeutet, dass Menschen weiterhin verantwortlich und nicht-schädigend handeln, aber eben nach veränderten Werten.

Werteerosion: Beispiele für Erosion der Werte

Ein Sprecher, der einer Gesellschaft eine Werteerosion attestiert, stellt damit fest, dass bisher gewohnte Werte für den Umgang miteinander verletzt wurden und für einige Personen nicht mehr gelten. Diese Personen verhielten sich verantwortungslos und/oder schädigend.

Wird einem Individuum „Werteerosion“ unterstellt, so stellt damit ein Sprecher fest, dass die Person sich nicht mehr an Regeln, Anstand und Moral hält. Die Werteerosion eines Individuums kann beginnen, wenn die Person sich unverantwortlich verhält und sich nicht mehr an Verabredungen oder Vereinbarungen hält. Sie kann bei Straf- oder Gewalttaten enden.

Wenn einer Person Umgangsformen fehlen oder diese sich unverantwortlich oder respektlos verhält, kann auch hier von Werteerosion gesprochen werden.

In der deutschen Sprache wird auch von Werteerosion gesprochen, wenn eine drastische und schockierende Straf- oder Gewalttat in bisher unbekanntem Ausmaß oder Intensität geschehen ist. Die Tat wird von den Medien, der Bevölkerung und Politikern stark thematisiert. Menschen gedenken öffentlich den Opfern und bekunden ihr Beileid.

Bevor wir uns weiter dem Wort „Werte-Erosion“ widmen, klären wir, was Erosion ist. Dies ist wichtig, denn die Bodenerosion ist eine Metapher für die Werteerosion.

Was ist Erosion? Bedeutung

Der Ausdruck „Erosion“ ist aus der Geologie und den Geowissenschaften bekannt. Die bekannteste Erosion ist die Bodenerosion bei welcher fruchtbarer Boden abgetragen wird und dadurch verloren geht. Dies geschieht Schrittweise. Erst verschlechtert sich die Qualität des Bodens nach und nach bis er schließlich für die Landwirtschaft unbrauchbar ist.

Erosion kann durch starke Regenfälle, Stürme oder menschliches Eingreifen in die Natur passieren. Durch starke Regenfälle und Überflutungen kann Boden in Bewegung geraten. Menschliches Eingreifen meint, dass Menschen z.B. schützende Vegetation entfernen, die Landschaft verändern, den Boden übermäßig nutzen oder falsch düngen. Eine Folge der Erosion ist unter anderem das Entstehen von Wüsten oder wüstenähnlichen Regionen, die für die Landwirtschaft nicht mehr nutzbar sind.

Was bedeutet nun eine „Erosion der Werte“? Bedeutung und Folgen

Im Sinne der Bodenerosion kann der Begriff der Werteerosion wie folgt verstanden werden: Werte für das verantwortungsbewusste Zusammenleben werden verletzt und dies kann dazu führen, dass Mitglieder einer Gesellschaft anderen Mitgliedern weniger Vertrauen oder weniger Vertrauen, dass die öffentliche Sicherheit gewahrt wird.

Denn hier zeigt sich, wie Sicherheit und das Sicherheitsgefühl in einer Gesellschaft entstehen: Wenn Mitglieder einer Gesellschaft darauf vertrauen können, dass andere sich an die Regeln der Gesellschaft halten, verantwortlich handeln und ihnen kein Leid zufügen, dann fühlen sie sich sicher. Je weniger sie darauf vertrauen können, umso mehr verbreiten sich Unsicherheit und Ängste.

Werteerosion weiter und zu Ende gedacht

Eine Folge der Werteerosion kann stärkere staatliche Überwachung und erhöhter Einsatz von Sicherheitspersonal oder Polizei sein. Denn, wenn nicht mehr darauf vertraut werden kann, dass alle Mitglieder einer Bevölkerung verantwortlich handeln und anderen kein Leid zufügen, so kann immer noch mit Strafe durch staatliche Institutionen gedroht werden.

Wer die Werteerosion zu Ende denkt, kommt bei einer „moralischen Wüste“ an. Hier gibt es keine oder nur noch sehr wenig Moral. Menschen halten sich nur noch an Regeln, weil sie sonst von einem Staat bestraft werden, der sie rund um die Uhr (24/7/365) überwacht. Dort, wo es keine Gesetze und keine Moral gibt, regiert der Stärkste, der Dominanteste oder der Aggressivste.

Damit würde die Werteerosion im Endstadium bedeuten, dass Anstand, Moral und Regeln durch Gesetze, staatliche Authorität und das Recht des Stärkeren ersetzt wurden.

Was bedeutet „No Pasarán“ auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung


„No Pasarán!“ ist spanisch und bedeutet auf deutsch: „Sie werden nicht durchkommen!“ – verkürzt zu: „Kein Durchkommen!“

Der Ruf „No Pasarán!“ wird heutzutage von Demonstranten verwendet, die gegen Demonstrationen rechter Parteien und Organisationen demonstrieren. Der Satz „No Pasarán!“ steht unter anderem dafür, dass eine Demonstration rechter Parteien durch Blockaden blockiert bis verhindert werden soll.

Der Schlachtruf „No Pasarán!“ steht für Widerstand und ist eine Aufforderung die Demokratie gegen rechte Parteien und Organisationen zu verteidigen. Unter Linken und Antifaschisten ist der Spruch „No Pasarán!“ verbreitet. In Spanien ist „No Pasarán!“ ein Symbol der spanischen Linken. Auch der Schlachtruf „Alerta Alerta Antifascista“ („Barista Barista Antifascista“) wird oft verwendet.

In den sozialen Medien wird der Hashtag #NoPasaran verwendet.

Woher kommt „No Pasarán“? Wortherkunft, Geschichte, Bedeutung

Der Satz „No Pasarán!“ stammt von der spanischen Kommunistin und Politikerin der Arbeiterbewegung Dolores Ibárruri.

Während des spanischen Bürgerkriegs in den Jahren 1936 bis 1939 unterstützte Dolores Ibárruri die Truppen der spanischen Republik gegen die Truppen des Faschisten und späteren spanischen Diktators Franco.

Als die spanischen Faschisten im Juli 1936 gegen die spanische Republik putschten und die Hauptstadt Madrid erobern wollten, rief Dolores Ibárruri zur Verteidigung der Demokratie und der Hauptstadt auf. In ihrer berühmten Rede verwendete sie die Aufforderung „¡No pasarán!“, welche schnell zum Schlachtruf der spanischen republikanischen Arbeiter, Bauern und Intellektuellen wurde. Mit ihrer „¡No pasarán!“-Rede mobilisierte sie republikanische Truppen und stärkte sie die Moral. Dolores Ibárruri rief mit „¡No pasarán!“ zum Kampf gegen Faschisten und den Faschismus auf.

Die Reden von Dolores Ibárruri wurden über das Radio verbreitet und erreichten so viele Teile der Bevölkerung. Von der „¡No pasarán!“-Rede von Dolores Ibárruri gibt es keine Audio-Aufzeichnung.

Die „¡No pasarán!“-Rede endete mit „¡No pasarán!“. In den Sätzen woher, sagte Dolores Ibárruri, dass die kommunistische Partei Arbeiter, Bauern und Intellektuelle zum Kampf gegen Feinde der Republik und Feinde der Freiheit ruft. Ihre Rede endete mit: „Es lebe die Volksfront! Es lebe die Einheit aller Antifaschisten! Es lebe die Republik des Volkes! Die Faschisten werden nicht durchkommen! No pasarán!

Über Dolores Ibárruri und No Pasarán

Zum Zeitpunkt der Rede war Dolores Ibárruri Abgeordnete der Kommunistischen Partei Asturiens im spanischen Abgeordnetenhaus „Cortes Generales“. 1933 wurde in das Abgeordnetenhaus gewählt.

Als der spanische Bürgerkrieg 1939 verbei war, floh Dolores Ibárruri erst nach Algerien, dann nach Paris und letztendlich nach Moskau. Dort lebte sie bis 1977 und kehrte erst im gleichen Jahr nach Spanien zurück. Der Diktator Franco starb im Jahr 1975.

1966 veröffentlichte Dolores Ibárruri ihre Autobiografie. Diese trug den Namen „¡No Pasarán!“

Dolores Ibárruri lebte vom 9. Dezember 1895 bis 12. Novemeber 1989.

Eine Arte-Doku über die „¡No Pasarán!“-Rede von Dolores Ibárruri findest du hier.

Übrigens: Schon im ersten Weltkrieg nutzten die Franzosen den Ausruf „No pasarán!“ als Aufforderung an ihre Soldaten Frankreich zu verteidigen.

Grammatik von No Pasarán: Bedeutung und Übersetzung

Das „No“ ist die Verneinung und bedeutet „nicht“, „keine“ oder „keine“.

„Pasarán“ ist die Dritte-Person-Plural-Futurform (Futuro) des Verbs „pasar“. Das spanische Verb „pasar“ bedeutet auf deutsch: passieren, eintreten, hereinkommen, hineingehen.

Auf englisch bedeutet „No Parasán“: „They shall not pass“.

Verbreitung von „No Pasarán“

„No pasarán“ ist ein Lied von Reincidentes.

„No pasarán“ ist ein Lied von El Quinto Regimiento.

„No Pasaran“ ist ein Lied von AK-47.

„No Pasaran“ ist ein Video der deutschen Gruppe K.I.Z.

„NO PASARAN“ ist ein Dokumentarfilm vom Regisseur Daniel Burkholz. Der Film erschien am 1. September 2014. Im Film wurden Zeitzeugen des spanischen Bürgerkriegs, die gegen den Faschismus gekämpft haben, besucht und interviewt.

„‚¡No pasarán!‘: Vorarlberg und der Spanische Bürgerkrieg“ ist ein Buch von Severin Holzknecht.

„Es ist besser, stehend zu sterben, als kniend zu leben! No pasarán!“ ist ein Buch von Götz Eisenberg.

„No pasaran, le jeu“ ist ein Buch von Christian Lehmann.

Was bedeutet „AKK47“ / „AKK 47“? Spottname für Annegret Kramp-Karrenbauer, Bedeutung, Definition


„AKK47“ bzw. „AKK 47“ ist ein Spottname für die CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Gewöhnlich wird ihr Name als „AKK“ abgekürzt. Als am 16. Juli 2019 bekannt wurde, dass Annegret Kramp-Karrenbauer die neue Verteidigungsministerin wird, verbreitete sich in den sozialen Medien der Spottname „AKK47“ bzw. „AKK 47“.

„AKK47“ ist ein Kofferwort aus eben „AKK“ und der Abkürzung „AK-47“. Als „AK-47“ werden in der Umgangssprache automatischen Kalaschnikow-Gewehre bezeichnet. (Im Jahr 1947 wurde der erste Prototyp der Automatischen Kalaschnikow entwickelt, daher der Name „AK-47“.)

Die Abkürzung „AKK“ wird gern verwandet, da einige es als anstrengend und umständlich empfinden den vollen Namen von Annegret Kramp-Karrenbauer auszusprechen. (Mehr über die Abkürzung „AKK“ erfährst du hier.)

Weitere Spottnamen und Scherznamen für Politiker findest du hier.

AKK47: Erst CDU-Bundesvorsitzende dann Verteidigungsministerin

Die Annahme des Amtes der Verteidigungsministerin kam überraschend und war irritierend, da Annegret Kramp-Karrenbauer wiederholt betonte, dass sie nicht in das Kabinett wechseln wolle. Sie sagte, dass sie sich bewusst für den Wechsel von einem Staatsamt in das Parteiamt der CDU-Bundesvorsitzenden entschieden hat. Zuvor war sie Ministerpräsidentin des Saarlandes. Ihren Rücktritt erklärte sie am 28. Februar 2018. Zur Generalsekretärin der CDU wurde sie am 26. Februar 2018 mit 98,87 Prozent Zustimmung gewählt.

Annegret Kramp-Karrenbauer folgt damit Ursula von der Leyen, die ihr Amt der Verteidigungsministerin am 16. Juli 2019 niederlegte und am gleichen Tag zur neuen EU-Kommissionspräsidentin gewählt wurde. (Ursula von der Leyen erhielt unter anderem den Spottnamen „Flintenuschi / Flinten Uschi„.)

Ab dem 17. Juli 2019 ist Annegret Kramp-Karrenbauer offiziell Verteidigungsministerin.

Einige vermuten, dass Annegret Kramp-Karrenbauer in das Amt der Verteidigungsministerin berufen wurde, um sich für das Amt des Bundeskanzlerin bei der nächsten Bundestagswahl im Jahr 2021 zu profilieren. Anfang des Jahres 2019 fiel sie mit Äußerungen über die Aktivitäten von Social-Media-Influencern zur Europawahl 2019 auf. (Siehe: Asymmetrische Wahlkampfführung und Meinungsmache.)

Auch wurde ihre Qualifikation für das Amt der Verteidigungsministerin bemängelt. Erfahrung hat sie bisher in folgenden Bereichen gesammelt:

  • Von 2000 bis 2004 war sie saarländische Ministerin für Inneres und Sport.
  • Von 2004 bis 2007 war sie saarländische Ministerin für Inneres, Familie, Frauen und Kultur.
  • Von 2007 bis 2009 war sie saarländische Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur.
  • Von 2009 bis 2011 war sie saarländische Ministerin für Arbeit, Familie, Soziales, Prävention und Sport.
  • Von 2011 bis 2018 war sie Ministerpräsidentin des Saarlandes.
Was bedeutet „E pluribus unum“ auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung


„E pluribus unum“ ist lateinisch und bedeutet auf deutsch: „Aus vielen eines“. Auf englisch übersetzt, bedeutet „E pluribus unum“: „Out of many, one“.

„E pluribus unum“ steht dafür, dass viele kleine Teile zu einem neuen großen Ganzen vereint werden. Während der Gründung der USA stand es dafür, dass aus den Dreizehn Kolonien (engl. „Thirteen Colonies“) mit der Unabhängigkeitserklärung eine neue Nation entstand und die einzelnen Staaten sich eben zu dieser Nation vereinten. „E pluribus unum“ wird aber auch in dem Sinne verstanden, dass verschiedenste Menschen sich zu und in einer Nation vereinen.

E pluribus unum – Motto der USA

„E pluribus unum“ ist ein Motto der USA. Es steht unter anderem auf dem offiziellen Dienstsiegel und Hoheitszeichen der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieses Siegel wird in den USA einfach „Great Seal“ genannt. Auf Münzen wird „E pluribus unum“ auch geprägt.

Im Jahre 1776 war Pierre Eugene du Simitiere als künstlerischer Berater mit für die Entwicklung des Siegels und Hoheitszeichen der neu entstandenen Nation „Vereinigte Staaten von Amerika“ verantwortlich. Er hat den Spruch „E pluribus unum“ vorgeschlagen. Die Idee dafür kam ihm vom Titelblatt des Magazins „The Gentlemen’s Magazine“. Das „The Gentlemen’s Magazine“ hatte als Ziel Beiträge verschiedenster Art zu einem Ganzen zu vereinen. Es war ein unter reichen und gebildeten Männern populäres Magazin.

Der Spruch „E pluribus unum“ findet sich in den USA heute unter anderem hier:

  • auf dem Siegel der Vereinigten Staaten von Amerika
  • auf dem Siegel des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika
  • auf der Rückseite der „Half Dollar“-Münze

Was bedeutet „E pluribus unum“? Bedeutung auf deutsch

Der Spruch „E pluribus unum“ steht dafür, dass aus vielen Kleinen etwas Großes wird. „E pluribus unum“ bedeutet, dass viele Teile zu einem Großen vereint werden und dass dieses Große mehr als die Summe seiner Teile ist.

Im Kontext der Geschichte der USA steht es dafür, dass aus den Dreizehn Kolonien (engl. „Thirteen Colonies“) eine neue Nation entstand und dass sich die Gebiete eben zu dieser Nation vereinten. „E pluribus unum“ steht auch dafür, dass die nun ehemaligen Dreizehn Kolonien sich mit einer zentralen Regierung selbst regierten.

„E pluribus unum“ steht eben dafür, dass die Dreizehn Kolonien sich nicht zu einem Staatenverbund zusammenschloßen, sondern sich in einer neuen Nation vereinten und in dieser aufgehen.

Das Motto „E pluribus unum“ steht aber auch für die Aufgabe der Regierung der 1776 gegründeten neuen Nation der Vereinigten von Amerika. Es steht dafür, dass eine nationale Identität geschaffen und Zusammenhalt erzeugt wird. Dafür brauchtes eine Basis von gemeinsamen Werten, einen Gründungsmythos, eine gemeinsame Geschichte, eine gemeinsame Sprache und gemeinsame Ziele. All dies musste erst geschaffen werden. (In Europa war die gemeinsame Basis verschiedener Völker historisch gewachsen. Sie mussten „nur“ vereint werden.)

Die Dreizehn Kolonien waren bis 1776 im Besitz von Großbritannien. Mit der Unabhängigkeitserklärung und dem folgenden Unabhängigkeitskrieg lösten sich die Kolonien erfolgreich aus der britischen Herrschaft. Sie begannen als neue Nation in der neuen Welt sich selbst zu verwalten und zu regieren.

Bedeutung: E Pluribus Unum als Motto der USA

Der US-amerikanische Kongress legte 1782 die Verwendung des Spruchs „E pluribus Unum“ im Siegel der Vereinigten Staaten von Amerika fest.

Erstmals wurde „E pluribus Unum“ im Jahr 1795 auf einer 5-Dollar-Goldmünze verwendet. Schon 1798 stand „E pluribus Unum“ auf allen US-amerikanischen Münzen, die aus Silber oder Gold waren. Ab 1834 wurde „E pluribus Unum“ dann nicht mehr auf Gold-Münzen geprägt und 1837 nicht mehr auf Silber-Münzen. Erst 1873 wurde ein Gesetz erlassen, dass festlegte, dass auf allen neu-geprägten Münzen „E pluribus Unum“ stehen soll.

Bis 1956 war „E pluribus Unum“ das de facto Motto der USA, welches gesetzlich nie festgelegt war. 1956 erließ der Kongress dann ein Gesetz, dass „In God we Trust“ zum offiziellen Motto der USA machte.

„E pluribus unum“ ist Ausdruck dafür, dass verschiedenste und unterschiedlichste Menschen zusammen etwas Neues formen. Es ist egal, wo diese Menschen herkommen, woran sie glauben, wen sie lieben oder wie sie aussehen, bei „E pluribus unum“ geht es darum, dass sie zusammen in Freiheit leben und Teil einer Nation sind. Sie vereinen sich in den USA. (Die USA werden auch „Schmelztiegel“ genannt. Das spiegelt „E pluribus unum“ wieder.)

Anmerkung der Redaktion: „E pluribus unum“ und Emergenz

Der Spruch „E pluribus unum“ spiegelt sich in der Emergenz oder in emergenten Eigenschaften wieder. Emergenz bedeutet, dass im Zusammenspiel von Teilen mehr entsteht als nur die Summe der Teile.

Bei „E pluribus unum“ kann daher gesagt werden, dass die Dreizehn Kolonien sich nicht nur zu einem Verbund zusammengeschlossen haben, sondern gleich zu einer neuen Nation. Eine Nation ist eben mehr Wert als nur ein Verbund. Dies zeigt sich am Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung.

Weitere Bedeutung von E pluribus unum

„E pluribus unum“ steht auch auf dem Logo von Shire of Boulia, einem Gebiet in Queensland, Australien.

„E pluribus unum“ ist der Titel der sechsten Folge der dritten Staffel der Netflix-Serie „Stranger“.

„E Pluribus Unum“ heißt das dritte Album von Sandy Bull. Es wurde 1969 veröffentlicht.

Was bedeutet „Germoney“? Bedeutung auf deutsch, Übersetzung, Definition


Das Wort „Germoney“ ist eine scherzhafte Bezeichnung für Deutschland.

Das Wort „Germoney“ spielt darauf an, dass Deutschland international dafür bekannt ist ein reiches und wohlhabenes Land zu sein mit guter sozialer Absicherung und kostenloser medizinischer Versorgung, dass großzügig gegenüber anderen Ländern, Fremden und Hilfsbedürftigen ist.

„Germoney“ ist ein Kofferwort, dass sich aus den Worten „Germany“ und „Money“ zusammensetzt. „Germany“ ist der englische Name für Deutschland. Das englische Wort „Money“ bedeutet auf deutsch „Geld“.

Was bedeutet „Germoney“ auf deutsch? Bedeutung

Der Ausdruck „Germoney“ steht dafür, dass Deutschland ein reiches, wohlhabendes, sicheres und friedliches Land ist. In Deutschland sind die Lebensstandards verglichen mit anderen Ländern sehr hoch. Die Sozialleistungen und die soziale Absicherung sind umfangreich. Die medizinische Versorgung ist kostenlos und sehr gut. In Deutschland kann gut gelebt werden.

„Germoney“ steht auch dafür, dass Deutschland eine starke Volkswirtschaft ist und hat. „Germoney“ steht nicht nur für die Fähigkeit und Leistung der Deutschen Wohlstand und Reichtum anzuhäufen, sondern auch dafür, dass Deutschland anderen hilft und sie finanziell unterstützt. Deutschland ist z.B. der größte Nettozahler der EU. Deutschland hat sich unter anderem die Bankenrettung geleistet. Deutschland hilft Flüchtlingen und Migranten finanziell und nimmt sie auf.

In der politischen Debatte, insbesondere in der Diskussion um die Asyl-, Flüchtlings- und Migrationspolitik, steht der Ausdruck „Germoney“ dafür, dass Deutschland gegenüber Flüchtlingen und Migranten großzügig ist, diese aufnimmt und versorgt.

In der Diskussion, um staatliche Gelder und Zuwendung für Flüchtlinge und Migranten wird der Ausdruck „Germoney“ in einem negativen Sinne verwendet. „Germoney“ steht hier für den Vorwurf, dass Geld zu unrecht vergeben werde und dass dieses Geld erst den Anreiz schaffe nach Deutschland zukommen.

Verbreitung und Geschichte von „Germoney“

Laut Google-Trends ist der Ausdruck „Germoney“ seit den ersten Aufzeichnungen im Jahre 2004 verbreitet. Insbesondere wird nach dem Suchwort „Germoney“ in folgenden Ländern gesucht: Pakistan, Indien, Deutschland, Polen, Vereinigte Staaten von Amerika (USA) und der Türkei. (Die Gründe für diese Suchanfragen sind unklar und nicht einsehbar. Ebenso ist die Absicht und der Kontext von Suchanfragen nach „Germoney“ unklar.)

Schon 1978 wird das Wort „Germoney“ von der „Schroeder Roadshow“ verwendet. Sie nennen ihr Album „Anarchie in Germoney“.

In den Polandball-Internet-Comics ist „Germoney“ eine beliebte alternative Bezeichnung Deutschland („Germany“). Seit Anfang der 2010er Jahre verbreiten diese sich.

Weitere Bedeutung von Germoney

„Germoney“ ist der Name eines Rappers. Von ihm stammen unter anderem die Lieder „Crazy Kraut“ und „Organic“.

„Anarchie in Germoney“ ist eine Audio-CD der Schroeder Roadshow. Sie erschien 1978.

„Willkommen in Germoney“ ist ein eBook von R. Böhmer.

„Reggae made in Germoney“ ist eine CD von DTC Studios.

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Wortneuschöpfungen & Begriffe mit Klima, Klimaschutz und Klimawandel (Liste, Übersicht)


Klima, Klimaschutz und Klimawandel sind die bestimmenden und dominierenden Themen dieses Jahres. Nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche werden in Bezug zum Klima und Klimaschutz gesetzt. Das führt zu vielen neuen Wortschöpfungen.

In diesem Beitrag haben wir über 250 Klima-Wortschöpfungen zusammengetragen. Wir haben diese Wortneuschöpfungen ohne Wertung zusammengetragen. Die Worte, die in dieser Liste stehen, werden in den Medien, von Journalisten, von Politikern und von Klima-Interessierten gebraucht. Sie dienen als Übersicht, wie vielfältig die Beiträge und Themen zum Klima sind. (Welche Schlüsse du aus den Worten ziehst, bleibt dir überlassen! Auch, wie du die Worte bewertest, liegt in deiner Hand.) Einen Anspruch, dass diese Liste vollständig ist, erheben wir nicht.

Haben wir zu einem Wort schon einen Beitrag geschrieben, so haben wir diesen Beitrag mit dem Wort verlinkt. Siehe: Klimanotstand, Klimajugend, Klimavorbehalt, Klimanotfall

Insgesamt haben wir die Klima-Wortneuschöpfungen in acht Kategorien eingeordnet:

  • Klima und Wissenschaft
  • Klima und Gesellschaft & Politik
  • Klima und Katastrophe
  • Klima und Informationen
  • Klima und Psyche
  • Klima und Religion
  • Klima und Kritiker/Gegner
  • Klima und andere Begriffe

Klima und Wissenschaft

  • Klimabericht
  • Klimabilanz
  • Klimabildung
  • Klimadiagramm
  • Klimadiät
  • Klimadividende
  • Klimaeffekte
  • Klimaelemente
  • Klimaentwicklung
  • Klimaernährung
  • Klimaerwärmung
  • Klimaextreme
  • Klimafakten
  • Klimafaktoren
  • Klimafasten
  • Klimafolgen
  • Klimafolgenforschung
  • Klimaforscher
  • Klimaforschung
  • Klimafrage
  • Klimafragen
  • Klimafrühstück
  • Klimageschichte
  • Klimaindex
  • Klimainstitut Potsdam
  • Klimakiller
  • Klimakompetenz
  • Klimamacher
  • Klimamodell / Klimamodelle
  • klimaneutral
  • Klimaneutralität
  • Klimaoptimum
  • Klimaprognose
  • Klimaregeln
  • klimaschädlich
  • Klimaschädlichkeit
  • Klimaschutz
  • Klimaschutzgründe
  • Klimastatistik
  • Klimastudie
  • Klimatabelle
  • Klimatarier
  • Klimaumschwung
  • Klimaveränderung
  • Klimaverschiebung
  • Klimawandel
  • Klimazonen

Klima und Gesellschaft & Politik

  • Klima*Kollektiv
  • Klimaagenda
  • Klimaaktion
  • Klimaaktionstag / Klimaaktionstage
  • Klimaaktivisten
  • Klimaalarmismus
  • Klimaallianz
  • Klimabkommen
  • Klimabewegung
  • klimabewusst
  • Klimabewusstsein
  • Klimabotschafter
  • Klimabündnis
  • Klimacamp
  • Klimachaos
  • Klimademo
  • Klimademonstration
  • Klimadiskussion
  • Klimafinanzierung
  • Klimaflüchtlinge
  • Klimafonds
  • klimafreundlich
  • Klimafreundlichkeit
  • klimagerecht
  • Klimagerechtigkeit
  • Klimagesetz
  • Klimagipfel
  • Klima-Greta
  • Klimahaus
  • Klimaheld
  • Klimahelden
  • Klimahelfer
  • Klimaheros
  • Klimahilfe
  • Klimajugend
  • Klimakabinett
  • Klimakanzlerin
  • Klimakonferenz
  • Klimakrach
  • Klimakritiker
  • Klimalotse
  • Klimalounge
  • Klimamanifest
  • Klimaopfer
  • Klimapartner
  • Klimapfade
  • Klimapolitik
  • Klimaprofis
  • Klimaprofit
  • Klimaprotest
  • Klimaquartier
  • Klimaquiz
  • Klimarahmenkonvention
  • Klimarat
  • Klimarealisten
  • klimarealistisch
  • Klimarebell
  • Klimarebellen
  • Klimarebellin
  • Klimarechner
  • Klimarendite
  • Klimaretter
  • Klimarettung
  • Klimarock
  • Klimaschädling(e)
  • Klimaschutzabgabe
  • Klimaschutzabkommen
  • Klimaschutzaktion
  • Klimaschutzaktivist
  • Klimaschutzaktivistin
  • Klimaschutzbeauftragte
  • Klimaschutzbeauftragter
  • Klimaschutzbeitrag
  • Klimaschutzbericht
  • Klimaschutzbewegung
  • Klimaschutzbilanz
  • Klimaschutzdebatte
  • Klimaschutzdemo
  • Klimaschutzdemonstration
  • Klimaschutzdiskurs
  • Klimaschutzfond
  • Klimaschutzforum
  • Klimaschutzgesetz
  • Klimaschutzgesetze
  • Klimaschutzhaus
  • Klimaschutzideen
  • Klimaschutzindex
  • Klimaschutzinitiative
  • Klimaschutzinitiativen
  • Klimaschutzinstrumente
  • Klimaschutzkabinett
  • Klimaschutzkonferenz
  • Klimaschutzkonzept
  • Klimaschutzkonzepte
  • Klimaschutzleitstelle
  • Klimaschutzlied
  • Klimaschutzmanagement
  • Klimaschutzmanager
  • Klimaschutzmaßnahmen
  • Klimaschutznachhaltigkeit
  • Klimaschutznovelle
  • Klimaschutzoffensive
  • Klimaschutzorganisation
  • Klimaschutzorganisationen
  • Klimaschutzpetition
  • Klimaschutzplan
  • Klimaschutzpolitik
  • Klimaschutzprojekt
  • Klimaschutzprojekte
  • Klimaschutzranking
  • Klimaschutzrat
  • Klimaschutzrechner
  • Klimaschutzrecht
  • Klimaschutzreport
  • Klimaschutzrichtlinie
  • Klimaschutzschule
  • Klimaschutzsprüche
  • Klimaschutzsteuer
  • Klimaschutzsiedlung
  • Klimaschutzstiftung
  • Klimaschutzstrategie
  • Klimaschutzszenario
  • Klimaschutztag
  • Klimaschutztipps
  • Klimaschutztür
  • Klimaschutzverein
  • Klimaschutzverordnung
  • Klimaschutzversprechen
  • Klimaschutzvertrag
  • Klimaschutzwald
  • Klimaschutzweg
  • Klimaschutzwettbewerb
  • Klimaschutzwoche
  • Klimaschutzzertifikat
  • Klimaschutzzertifikate
  • Klimaschutzziele
  • Klimaskandal
  • Klimastaat
  • Klimasteuer
  • Klimastreik
  • Klimasünder
  • Klimatauglichkeit
  • Klimatod
  • Klimaverbrechen
  • Klimavorbehalt
  • Klimavorsorge
  • Klimawahl
  • Klimawandel
  • Klimawandelaktivisten
  • Klimawandelanpassung
  • Klimawandelfolgen
  • Klimawandelgarten
  • Klimawandelgehölze
  • Klimawandelgerecht
  • Klimawandelstop / Klimawandelstoppen
  • Klimawende
  • Klimaziele

Klima und Katastrophe

Klima und Informationen

  • Klimahype
  • Klimajournalismus
  • Klimajournalisten
  • Klimakommunikation
  • Klimanachrichten
  • Klimapropaganda
  • Klimareporter
  • Klimaschutz-Nachrichten
  • Klimaschutz-News

Klima und Psyche

  • Klimaangst
  • Klimahysterie
  • Klimahysteriker
  • Klimakataklysmus
  • Klimapanik
  • Klimaphobie
  • Klimaresilienz
  • Klimawahn
  • Klimawahnsinn

Klima und Religion

  • Klimageister
  • Klimaglaube
  • Klimajünger
  • Klimakirche
  • Klimakollekte
  • Klimapapst
  • Klimapfaffen
  • Klimaprophet, Klimaprophetin, Kompropheten
  • Klimareligion
  • klimareligiös
  • Klimasekte
  • Klimasünde
  • Klimasünder

Klima, Klimawandel und Gegner

  • Klimabetrug
  • Klimablödsinn
  • Klimaheuchelei
  • Klimaheuchler
  • Klimaidioten
  • Klimaleugner
  • Klimaleugner-Szene
  • Klimalüge
  • Klimalügner
  • Klimaplanwirtschaft
  • Klimapopulismus
  • Klimaquatsch
  • klimaschwachsinn
  • Klimaschwindel
  • Klimaschutzlüge
  • Klimaschutzregime
  • Klimaskepsis
  • Klimaskeptiker
  • Klimasketiker-Szene
  • Klimaterror
  • Klimatyrannei
  • Klimaunsinn
  • Klimawandelleugner
  • Klimawandelskeptiker

Klima und andere Begriffe

  • Klimaextremismus
  • Klimaextremisten
  • Klimafaschismus
  • Klimafaschisten
  • Klima-Galionsfigur (So wurde Greta von meedia.de genannt. Quelle: hier)
  • Klimaideologie
  • Klimakommunismus
  • Klimakommunisten
  • Klimanazis
  • Klimaregime
  • Klimasozialismus

Anmerkungen:

Die deutsche Sprache eignet sich besonders gut für Wortneuschöpfungen, da sie gegenüber anderen Sprachen zusammengesetzte Substantive erlaubt. Dies führt zu allerhand neuen Worten mit „Klima-“ am Anfang.

Wir bewerten kein Wort, sondern listen es hier einfach nur, wenn es in einer Äußerung im Internet, von Journalisten oder Politikern gebraucht wurde.

Die vielen Klima-Worte und die Prominenz des Klimawandel als Thema in den deutschen Medien und der Politik steht für ein verändertes Bewusstsein.

Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben.

Was ist Realsatire? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Realsatire“ werden absurde, abwegige, irrwitzige und unsinnige Ereignisse, Umstände und Vorgänge bezeichnet, die trotz ihres aberwitzigen Charakters echt und real sind. Diese Ereignisse, Umstände und Vorgänge werden als Realsatire bezeichnet, weil sie ungewollt satirisch wirken, aber trotzdem mit einer Ernsthaftigkeit und Sachlichkeit betrieben und verfolgt werden.

Realsatire wird sichtbar, wenn Externe (z.B. Journalisten oder Bürger) versuchen Ereignisse und Vorgänge vom Standpunkt eines externen Beobachters sachlich, nüchtern, neutral und objektiv darzustellen. Diese Versuche führen meist dazu, dass wiedergegebene Beobachtungen einer satirischen Darstellung gleichen. Denn für Außenstehende wirken realsatirische Umstände absurd und lächerlich, während Beteiligte den lächerlichen und absurden Charakter ihres Vorhabens meist nicht – wegen ihrer Innenperspektive und Betriebsblindheit – erkennen können.

Es gilt: Realsatire entsteht unabsichtlich und ungewollt. Sie wird sichtbar, wenn Außenstehende aufzeigen, wie absurd und lächerlich ein Ereignis, ein Ergebnis, ein Umstand oder ein Vorgang ist.

Was ist Realsatire? Bedeutung

Realsatire ist nie die optimale Lösung. Im besten Fall ist Realsatire eine mittelmäßige bis schlechte Lösung. Im schlechtesten Fall ist Realsatire eine unbrauchbare und dysfunktionale Lösung. Realsatire ist immer eine Verschwendung von Zeit, Ressourcen und Geld. Von Realsatire wird hinterher meist immer gesagt, dass man sich das hätte sparen können.

Auf Realsatire wird meist mit Nachbesserungen reagiert. Dies führt meist zu weiteren Kosten und zu weiterem Verbrauch von Ressourcen.

Realsatire ist meist so absurd und lächerlich, dass sie sich niemand ausdenken kann. Sie musste genau so passieren!

Wie Realsatire entsteht

Realsatire entsteht z.B. durch Überregulierung und widersprüchliche Verordnungen und Gesetze. Eine zu starre Einteilung der Realität und zu starke Regulierung von Verhalten und Dingen führt dazu, dass Regeln widersprüchlich und unpraktikabel werden.

Realsatire ensteht auch durch Betriebsblindheit, übertriebenen Eifer und wenn kein Feedback von Außenstehenden eingeholt wird. Realsatire ist auch das Ergebnis von schlechter Planung und schlechter Vorbereitung. Auch Planung, die an der Realität vorbeigeht und wenn an schlechten Plänen auf Teufel komm raus festgehalten wird, entsteht Realsatire.

Realsatire ist das Ergebnis, wenn Beteiligte sich nur mit sich selbst und ihrem Projekt beschäftigen, so dass Perspektiven und Betrachtungen von Außenstehenden fehlen.

Realsatire ist auch das Ergebnis davon, dass etwas zwar gut gemeint sein kann, aber noch lange nicht gut ist.

Realsatire ist, wenn für eine Gruppe von Menschen etwas in bester Absicht veranstaltet, gebaut oder gemacht wird und das Ergebnis schlecht, nutzlos oder äußerst ineffizient ist.

Realsatire entsteht auch durch übertriebene Regelhörigkeit. (Beispiel: Ein Zug hält in einem Bahnhof nur(!) an einem Haltschild. Gibt es kein Haltschild fährt er zum nächsten Haltschild, egal ob dies am Ende des Bahnhofs ist und egal, wie umständlich dies für Reisende ist. Dies ist in Bremerhaven passiert.)

Realsatire: Wahrnehmung ist alles

Realsatire entsteht, weil die Außenwahrnehmung von einem Projekt oder Vorhaben fehlt. Dies führt dazu, dass nur Beteiligte wichtige Entscheidungen treffen. Sie haben jedoch nur eine Innenperspektive und betrachten das Projekt nur aus ihrer Perspektive.

Da Menschen zur Betriebsblindheit, zum blinden Gehorsam, zur Denkfaulheit, zum Ja-Sagen und zur Verbiegung der Realität neigen, ist das eine schlechte Grundlage, um wichtige Entscheidungen treffen. Auch Abhängigkeiten von einem Arbeitgeber oder Auftraggeber, sowie Ängste eine Anstellung oder einen Auftrag zu verlieren, beeinflussen Entscheidungen. Daher helfen unabhängige Externe, die ihre Meinung frei äußern können. Sie sind unabhängig, fürchten nicht um Arbeitgeber oder Auftraggeber und haben meist andere Interessen als Beteiligte. Diese Externen können z.B. Bürger oder externe Berater sein, die ihre Meinung zu einem Vorhaben äußern.

Beispiele für Realsatire

Realsatire ist z.B. das Ergebnis, wenn an der Realität vorbeigeplant und vorbeigebaut wird, so dass dysfunktionale Bauten entstehen. Dies kann z.B. eine Brücke sein, die zu tief oder zu hoch ist. (Dies ist in Emden passiert.) Auch eine Aussichtsplattform deren Aussicht durch Bäume versperrt wird, ist Realsatire. Ein Bahnsteig, der höher liegt, als der Bahnhof ist ebenso Realsatire. (So geschehen in Bad Bentheim.)

Realsatire entsteht auch durch widersprüchliche Verordnungen und Gesetze. (Beispiel: In Oldenburg wird Laub nach der Herkunft unterschieden. Grabenlaub ist (im Sinne der Gesetze) nicht das gleiche wie Straßenlaub. Obwohl beide das gleiche Laub sind.)

Realsatire ist, wenn bei einer Regierungspressekonferenz eine Live-Übertragung stattfindet und Katzen-Gesichtsfilter unabsichtlich aktiviert werden. (Was dazu führt, dass die Pressekonferenz ins Lächerliche gezogen wird. Das ist bei einer Pressekonferenz der pakistanischen Regierung im Juni 2019 passiert.)

Realsatire entsteht auch, wenn Menschen ihren Dickkopf durchsetzen, trotz besseren Optionen und anderen Möglichkeiten.

Weitere Bedeutung von Realsatire

„Der reale Irrsinn“ (auch „Realer Irrsinn“ oder „Der Irrsinn der Woche“ genannt) ist eine Rubrik der Satire-Sendung Extra-3. In dieser werden viele reale Beispiele von Realsatire gezeigt.

Was bedeutet Raketenwissenschaft (It’s not Rocket Science)? Bedeutung auf deutsch, Definition, Übersetzung


Wortwörtlich bezeichnet Raketenwissenschaft (engl. „Rocket Science“) die Wissenschaft vom Raketenkonstruieren, -steuern und -fliegen. Doch meist wird der Ausdruck „Raketenwissenschaft“ in einem anderen Kontext gesagt.

Wenn jemand z.B. sagt: „Das ist keine Raketenwissenschaft“, so ist damit gemeint, dass ein Sachverhalt unkompliziert und einfach zu verstehen ist. Ferner bedeutet „Das ist keine Raketenwissenschaft“, dass ein Sachverhalt kein Hexenwerk ist und auch Laien oder Anfänger ihn verstehen können.

Um etwas zu verstehen, was keine Raketenwissenschaft ist, braucht es moderate Fähigkeiten und etwas Intelligenz, keine außergewöhnlichen Kenntnisse, Begabungen oder Universitätsabschlüsse.

„Das ist keine Raketenwissenschaft“: Bedeutung des Spruchs

„Das ist keine Raketenwissenschaft“ ist eine Aussage, die in humoristischer Absicht gesagt wird. Denn damit wird einem anderen mitgeteilt, dass der Sachverhalt, der für einen anderen kompliziert und unverständlich erscheint, eigentlich einfach zu verstehen ist. Nur, dass ein anderer sich (heute) besonders anstellt, begriffstutzig oder langsam ist. In diesem Sinne bedeutet „Das ist keine Raketenwissenschaft“ auch „Das ist nicht so schwer, stellt dich nicht so an.“

Mit dem Spruch „Das ist keine Raketenwissenschaft“ soll eben ausgesagt werden, dass jemand keine außergewöhnliche Intelligenz, extreme Cleverness oder die höchsten Universitätsabschlüsse braucht, um eine Aufgabe zu erledigen oder einen Sachverhalt zu verstehen. Moderate Intelligenz und einige Fähigkeiten reichen aus.

Ähnliche (synonyme) Sprüche für „Das ist doch keine Raketenwissenschaft“ sind:

  • Das ist keine Diplomarbeit.
  • Das ist keine große Kunst.
  • Das ist keine Hexerei.
  • Das ist keine höhre Mathematik.
  • Das ist keine schwarze Kunst.

Woher kommt „Das ist keine Raketenwissenschaft“ / „It’s not rocket science“? Herkunft

Der Spruch „Das ist keine Raketenwissenschaft“ stammt originär aus der englischen Sprache. Dort wird gesagt: „It’s not rocket science.“

Entstanden ist der Spruch „It’s not rocket science“ vermutlich in den 1950er/1960er Jahren in den USA. Damals wurden erste Weltraumflug-fähige Raketen entwickelt. Wissenschaftler arbeiteten jahrelang an den Raketen. Sie führten die komplizierten Arbeiten und Berechnungen durch. In der Öffentlichkeit wurde die komplizierte Arbeit eben als sehr komplizierte Arbeit dargestellt, so dass normale Bürger schnell den Eindruck bekamen, dass Raketen sehr komplizierte Dinge sind, die nicht jeder versteht.

Gewöhnliche Bürger fingen an normale Arbeiten in Bezug zur Raketenwissenschaft zu setzen und so entstand der Ausdruck „It’s not rocket science“. Er bedeutet eben , dass man kein Diplom und keine jahrelangen Studien braucht, um eine Aufgabe auszuführen.

Das öffentliche Interesse an der Raumfahrt war in den 1950er und 1960er Jahre groß, da sich die USA mit der Sowjetunion im Wettstreit befanden. Es ging schlicht weg darum, welche Nation zu erst einen Mann in das Welt und später auf den Mond schießen würde. Hierbei ging es nicht nur, um die Ingenieurtechnische Leistung, sondern auch zu zeigen, welches System überlegen ist. (Kapitalismus oder Kommunismus)

Ein englischer synonymer für Spruch „It’s not rocket science“ ist „It’s not brain surgery.“ (Auf deutsch: „Es ist keine Gehirnoperation“.)

Ist Raketenwissenschaft kompliziert?

Ja, Raketenwissenschaft ist ein kompliziertes Feld. Denn kleinste Fehler können in einer Katastrophe enden. Raketen können nicht in der Luft oder im Weltraum anhalten. Es gibt keinen Standstreifen und eine Rakete, die fliegt, kann eine Pause machen.

Die Raketenwissenschaft ist ein Feld, in dem Wissen und Technik aus vielen verschiedenen Bereichen benötigt wird: Algebra, Mathematik, Ingenieurskunst, Technik, Elektronik, Konstruktion, Aerodynamik, Physik, Chemie, usw.

Weitere Bedeutung von Raketenwissenschaft

„Rocket Science“ ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 2007.

Die Ausdrücke „Das ist keine Raketenwissenschaft“ und „It’s not rocket science“ werden als Aufdrücke auf T-Shirts im Internet vertrieben.

Was bedeutet Klimavorbehalt (Klima-Vorbehalt)? Bedeutung, Definition


Im Allgemeinen bedeutet Klimavorbehalt, dass eine Regierung, ein Parlament oder eine Verwaltung den Klimawandel und dessen Folge bei künftigen politischen Entscheidungen berücksichtigt und Maßnahmen zur Eindämmung einleitet.

Das Ziel eines Klimavorbehaltes ist es, dass die Politik sich konsequent für die Eindämmung des Klimawandels einsetzt und bessere Klima-, Umwelt- und Artenschutzgesetze erlässt. Alle künftigen politischen Entscheidungen sollen am Klimaschutz gemessen werden und sie sollen daran gemessen werden, ob sie dem Klima schaden oder nützen. Bevorzugt werden durch einen Klimavorbehalt Gesetze, die klimaneutral oder klimafreundlich sind.

Was bedeutet Klimavorbehalt (Klima-Vorbehalt) genau? Bedeutung, Definition

Im Speziellen bedeutet Klimavorbehalt, dass eine Regierung, ein Parlament oder eine Verwaltung künftige Gesetze und Gesetzesentwürfe auf ihre Auswirkungen auf das Klima, die Umwelt und den Artenschutz überprüft. Politiker sollen bei einem Klimavorbehalt bei Verhandlungen und Entscheidungen den Klima- und Umweltschutz stets berücksichtigen.

Dabei sollen Gesetze und Gesetzesentwürfe bevorzugt werden, die sich positiv auf das Klima, den Klimaschutz, die Umwelt, den Umweltschutz und den Artenschutz auswirken. Auch sollen Gesetze bevorzugt werden, die dafür sorgen, dass Lebensgrundlagen erhalten und geschützt werden, sowie Gesetze, die den CO2- und Treibhausgas-Ausstoß reduzieren. Themen wie Energiegewinnung durch regenerative Energien, Müllvermeidung und Verzicht auf Benzin-/Diesel-Fahrzeuge können vom Klimavorbehalt auch betroffen sein.

In Endkonsequenz bedeutet Klimavorbehalt, dass Gesetze die schädlich für das Klima sind oder dass Gesetze, die klima-unverträglich sind, nicht in Kraft treten sollen/dürfen. Gesetze, die klimaneutral sind oder sich positiv auf das Klima auswirken, dürfen unter einem Klimavorbehalt in Kraft treten.

Ein Klima-Vorbehalt kann folgende Bereiche betreffen, die für das Klima relevant sind:

  • Bauen und Wohnen / Baupolitik
  • Energie / Energiepolitik
  • Industrie, Handel und Wirtschaft
  • Landwirtschaft, Landnutzung, Forstwirtschaft
  • Mobilität und Verkehr / Verkehrspolitik
  • Umweltpolitik

Anmerkung: Es gibt keine offizielle oder rechtliche Definition des Begriffs „Klimavorbehalt“. Deswegen ist dieser Text ein Vorschlag wie der Begriff „Klimavorbehalt“ verstanden wird und werden kann.

Siehe auch: Klimanotstand, Greta-Effekt, Klimanotfall, Klimajugend

Was ist Klimatauglichkeit? Bedeutung

Ein anderes Wort für „Klimavorbehalt“ ist „Klimatauglichkeit“. „Klimatauglichkeit“ bedeutet, dass geprüft werden soll, ob sich ein Gesetz für den Klima-, Umwelt- oder Artenschutz eignet bzw. ob es besser ist, als andere Gesetze.

In Deutschland ist Ausdruck „Klimavorbehalt“ stärker verbreitet als der Ausdruck „Klimatauglichkeit“.

Über das Wort „Klima-Vorbehalt“

Das Wort „Klima-Vorbehalt“ setzt sich aus den Worten „Klima“ und „Vorbehalt“ zusammen.

Ein Vorbehalt ist eine Einschränkung für etwas und erlaubt es eine Sache genauer zu prüfen. Im Sinne davon bedeutet „Klima-Vorbehalt“, dass bei künftigen Gesetzen der Klima-, Umwelt- und Artenschutz berücksichtigt werden soll.

„Klimavorbehalt“ bedeutet, dass Politiker oder Verwaltungen nur Gesetze erlassen dürfen, die bestimmten Klima-, Umwelt- und Artenschutz-Anforderungen entsprechen. Hierbei sollen klimaschädliche Gesetze nicht in Kraft treten, während klimaneutrale oder klimafreundliche Gesetze in Kraft treten dürfen.

Der Klimavorbehalt sorgt für eine Beweislastumkehr. Denn Gesetzersteller müssen nun beweisen bzw. belegen, dass ihr Gesetz nicht klimaschädlich ist bzw. keine negativen Folgen für das Klima hat. Damit müssen Gesetze für besseren Klimaschutz nicht mehr gerechtfertigt werden.

Das Gegenteil von „Klima-Vorbehalt“ ist „Klimavorbehaltlosigkeit“ bzw. „klimavorbehaltlos“. „Klimavorbehaltlosigkeit“ ist das Gegenteil vom „Klimavorbehalt“ und meint, dass Gesetze ohne Rücksicht auf das Klima-, die Umwelt oder den Artenschutz erlassen werden dürfen.

Allgemein ist ein „Vorbehalt“ in der deutschen Sprache eine schwache Zustimmung mit der Möglichkeit die Zustimmung zurückzuziehen. (Beispiel: „Ich habe Vorbehalte gegenüber deinem neuen Freund.“)

Was ist Doppelmoral? Bedeutung, Definition, Beispiele


Doppelmoral bedeutet, dass Verhalten und Aussagen mit zweierlei Maß bewertet werden, sowie das Verhalten und Aussagen einer Person im Widerspruch zu einander stehen.

Doppelmoral entsteht, wenn jemand verschiedene Grundsätze und moralische Maßstäbe gleichzeitig benutzt, was dazu führt, dass der Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt wird.

Doppelmoral hat folgende Spielarten:

  1. Ein bestimmtes Verhalten wird von anderen eingefordert, dass jemand selbst nicht an den Tag legt.
  2. Das gleiche Verhalten oder die gleichen Aussagen von Personen werden in Abhängigkeit ihrer Gruppenzugehörigkeit unterschiedlich bewertet. Eine inhaltliche / sachliche Bewertung der Aussagen ist hier zweitrangig.
  3. Jemand lässt eigenen moralischen Bekundungen keine Taten folgen bzw. lebt eigene moralische Bekundungen nicht. Damit entsteht ein Widerspruch zwischen den Worten und dem Verhalten.

Zu 1) Wasser predigen und Wein trinken (Doppelmoral)

Zu 1) Die Doppelmoral besteht dadrin, dass jemand von anderen etwas verlangt, was er aber selbst nicht tut. Damit kommt jener, der etwas von anderen einfordert seiner eigenen Forderung nicht nach.

Beispiele für Doppelmoral

Jemand predigt Wasser und trinkt Wein. (Zitat von Heinrich Heine aus dem Gedicht „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von 1844) Die Doppelmoral besteht dadrin, dass jemand von anderen Enthaltsamkeit und Disziplin fordert, aber selbst nicht enthaltsam oder diszipliniert, sondern verschwenderisch lebt.

Jemand fordert, dass weniger Flugzeug geflogen werden sollte, reist aber selbst viel mit dem Flugzeug. (Siehe: Flugscham (Flygskam))

In früheren Zeiten verlangte der Adel vom gemeinen Volk, dass es enthaltsam und monogam leben soll, während der Adel selbst Untreue lebte, unzüchtig war und es Maitressen gab.

Jemand möchte die Privatsphäre der Nutzer seines sozialen Netzwerkes abschaffen, gibt aber selbst so wenig wie möglich über sich Preis.

Diese Form der Doppelmoral scheitert daran, dass jemand seinen eigenen Worten nicht folgt und nicht als positives Beispiel vorangeht. Diese Personen werden auch „Heuchler“ genannt und es wird hier von „Scheinheiligkeit“ gesprochen. Das Gegenteil ist, dass jemand seinen eigenen Worten Folge leistet und Integrität beweist, sowie damit eine Vorbildfunktion einnimmt.

Diese Form der Doppelmoral hat auch einen Charakter der Selbstgerechtigkeit. Denn Verhalten, das bei anderen negativ bewertet, bewertet jemand bei sich selbst positiv oder gar nicht. Damit stellt sich diese Person über andere Menschen und verletzt den Grundsatz der Gleichheit. Diese Person macht quasi eine Ausnahme von der Regel für sich selbst oder für ihre Gruppe.

Beispiel: Jemand rechtfertigt eine Straftat damit, dass sie der (eigenen) guten Sache dient. Während die gleiche Straftat, wenn sie von anderen begangen wird, abgelehnt wird und bestraft werden sollte. (Trotz gleicher Straftaten erfolgt eine unterschiedliche moralische Bewertung.)

Je nachdem, ob eine Person von ihrer Doppelmoral weiß oder nicht, sollte das Verhalten unterschiedlich bewertet. Ist einer Person ihre Doppelmoral noch nicht bewusst, so sollte sie darauf hingewiesen werden. Ist einer Person ihre Doppelmoral bewusst, so kann ihr fast unterstellt werden, dass sie verlogen ist.

Zu 2) Bewertung nach Gruppenzugehörigkeit, nicht nach Inhalt (Doppelmoral)

Zu 2) Das Verhalten oder die Aussagen einer Person werden in Abhängigkeit ihrer Gruppenzugehörigkeit unterschiedlich bewertet. Auch gilt, dass in Abhängigkeit der Motivation und der Ziele einer Person bei Einsatz gleicher Mittel eine unterschiedliche Bewertung stattfindet.

Diese Form der Doppelmoral führt zu einem Ungleichgewicht und eine Asychronität, welche zu einer Einseitigkeit führt. Das Ergebnis ist, dass eine Seite überbewertet wird, während die andere Seite unterbewertet wird, sowie dass eine Seite sehr positiv bewertet wird, während eine andere Seite sehr negativ bewertet wird. (Diese fast schon schwarz-weiße Einteilung wird durch den menschlichen Drang nach Bestätigung / Einheitlichkeit verstärkt. Denn, wenn jemand eine Sache negativ bewertet, so wird diese Person viel negatives über eine Sache entgegen und positives ausblenden.)

Beispiele für Doppelmoral

Demonstrationen sind okay, wenn sie den eigenen Zielen dienen. Dienen sie nicht den eigenen Zielen oder wird gegen etwas, dass gegen die eigenen Wertvorstellungen ist, demonstriert, so sind diese Demonstrationen nicht okay. (Siehe auch: NPC-Meme)

Ein Beispiel sind die Pegida-/ Anti-Flüchtlingspolitik-Demonstrationen und die Fridays-For-Future-Demonstrationen. Beide Demonstrationen finden innerhalb der gesetzlich erlaubten Rahmen statt, werden aber in den Medien sehr unterschiedlich bewertet. (Die unterschiedliche Bewertung liegt auch an den unterschiedlichen Zielen der Demonstrationen, welche wiederum auch unterschiedlich moralisch bewertet werden.)

Weitere Beispiele für Doppelmoral:

Eine Nation oder ein Staatenbündnis toleriert, dass Menschenrechtsverletzungen durch einen anderen Staat begangen werden, obwohl sie sich dagegen ausgesprochen haben.

Eine andere Form der Doppelmoral ist es, dass Männern sexuelle Freizügigkeit zugestanden wird, während sie bei Frauen abgelehnt wird. Hier gelten verschiedene Maßstäbe der Sittlichkeit.

Zu 3) Seine Worte nicht leben – Worte und Taten stehen im Widerspruch (Doppelmoral)

Zu 3) Die dritte Spielart der Doppelmoral betrifft den einzelnen Menschen. Hierbei geht es darum, dass jemand zwar moralische Bekundungen äußert, aber diese nicht lebt.

Beispiele für Doppelmoral:

Jemand spricht sich gegen Massentierhaltung aus, kauft aber im Supermarkt Billigfleisch. Oder: Jemand findet es schlecht das Tiere für den eigenen Genuss sterben und isst trotzdem Fleisch. (Siehe: Fleisch-Paradox)

Jemand fordert Meinungsfreiheit ein, zensiert aber unliebige Meinungen.

Politische Korrektheit ablehnen und später politische Korrektheit einfordern.

Jemand sagt, dass er Christ ist und christliche Werte lebt, spendet aber Armen nichts oder hilft Menschen in Not nicht.

Jemand spricht sich für Treue aus und geht fremd.

Jemand fordert gute Arbeitsbedindungen in der Dritten Welt und kauft das in der dritten Welt produzierte T-Shirt für 2 Euro.

Jemand redet schlecht über andere und ist entsetzt, wenn andere schlecht über ihn oder sie selbst reden.

Jemand gibt vor Kunst interessiert zu sein, hat aber noch nie eine Kunstausstellung besucht.

Andere kritisieren, aber selbst keine Kritik aushalten.

Diese Form der Doppelmoral entsteht, wenn jemand seinen moralischen Bekundungen und Äußerungen keine Folge leistet.

Doppelmoral kann auch entstehen, wenn jemand widersprüchliche Aussagen zu verschiedenen Zeitpunkten macht. Hier kann dieser Person dann eine gewisse Unentschlossenheit und Inkonsistenz vorgeworfen werden. Auch muss angemerkt, dass es sinnvoll sein kann eine Meinung zu ändern. Nämlich dann, wenn sich Rahmenbedingungen geändert haben.

Über die Doppelmoral: Bedeutung und Psychologie

Doppelmoral ist so alt wie die Menschheit. Es ist dem Menschen angeboren, dass er widersprüchlich ist und auch widersprüchliche Dinge tut. Auch ist es dem Menschen angeboren über Doppelmoral hinwegzuschauen oder sie auszublenden. Menschen mögen keine Ambivalenz.

Doppelmoral wegen mangelnder Eigenwahrnehmung

Doppelmoral verschwindet, wenn die Selbst- bzw. Eigenwahrnehmung steigt und besser wird. Selbstwahrnehmung ist nämlich einer der Gründe für Doppelmoral: Manchen Menschen ist es einfach nicht bewusst, dass sie sich widersprüchlich verhalten. Auch verschwindet Doppelmoral, wenn Menschen aufhören anderen vorzuschreiben, wie sie leben wollen.

Es ist eben normal, dass Menschen eine gewisse Doppelmoral besitzen. Denn erst mit fortschreitenden Alter sehen sie manche Dinge klarer und durchschauen auch mehr.

Wer mehr über seine Werte lernt und auch mehr über Werte, die sich widersprechen, kann auf den Vorwurf Doppelmoral reagieren. Im besten Fall erfolgt eine Korrektur des Verhaltens, keine Abwehr.

Doppelmoral entsteht auch dadurch, dass Menschen sich gut und wohl fühlen wollen. Sie wollen sich moralisch gut fühlen, anstatt stets mit der (unschönen) Realität konfrontiert zu werden. Sich moralisch gut zufühlen, findet eben statt, wenn jemand moralisch-wertvolle Äußerungen tätigt. (Moralische Menschen genießen auch mehr Ansehen in der Gesellschaft.)

Doppelmoral: Moralische Lizenzierung

Ein psychologisches Phänomen, das Doppelmoral erklärt, ist die „Moralische Lizensierung“ (Englisch: „moral licensing“)

Moralische Lizensierung bedeutet, dass jemand etwas schlechtes tun kann, weil er vorher etwas gutes getan hat. Hierbei wird das schlechte Verhalten gegen das gute aufgewogen, so dass jemand keine Schuldgefühle hat.

Beispiele:

Jemand kauft Bio-Gemüse oder im Bio-Laden ein, also ist es vertretbar die Einkäufe mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Wer viel Sport macht, darf auch mal Chips oder Fast Food essen und dazu ein Bier trinken. Oder: Wer viel Sport macht, darf rauchen.

Folgen der Doppelmoral

Wird Doppelmoral erkannt oder aufgedeckt, so verringert dies die Glaubwürdigkeit einer Person. Doch es zeigt auch eins, nämlich, dass die Realität eine Person eingeholt hat und dass die Realität oft komplexer ist, als so mancher denkt.

Doppelmoral erkennen als Schutz

Doppelmoral wird in der bürgerlichen Gesellschaft als Anlass zur Selbstkritik und Kritik genutzt. Doppelmoral ist damit ein Anlass Werte in Frage zu stellen. Dies wird unterschiedlich genutzt. Z.B.: Eine Person verwahrt sich gegen eigentlich moralisch richtige Forderungen anderer, weil sie entdeckt hat, dass eine Person doppelmoralisch lebt. (Die Forderungen bleiben trotzdem moralisch richtig. Nur ist die doppelmoralische Person ein schlechtes Beispiel, um für die moralisch richtige Position zu werben, da es ihr an Glaubwürdigkeit mangelt. Die sich verwahrende Person kann nun den aktuellen Zustand erhalten und muss ihr Verhalten nicht ändern oder ihre Komfortzone verlassen. (Auch das ist ein essentielles menschliches Bedürfnis. Menschen mögen Veränderungen nicht.)

Die Existenz der Doppelmoral auch steht dafür, dass ein Mensch nicht immer eins mit seinen Werten. Dieser Relativismus wird z.B. in verschiedenen Räumen ausgelebt: Im privaten ist jemand z.B. freizügiger als in der Öffentlichkeit. Für jeden einzelnen gilt es daher, dass er eine gewisse moralische Ambilvanz aushalten muss.

Synonyme für Doppelmoral

Der englische Ausdruck „double standard“ hat sich mittlerweile in der deutschen Sprache in der deutschen Variante „Doppelstandard“ verbreitet.

Weitere Synonyme sind:

  • Bigotterie
  • Doppelstandard
  • Doppelzüngigkeit
  • Heuchelei
  • Moraldualismus / moralischer Dualismus
  • Verlogenheit
Was bedeutet Jahrhundertsommer? Was ist das? Bedeutung, Definition


Als „Jahrhundertsommer“ wird ein besonders warmer, sonniger, trockener und langer Sommer bezeichnet. Ein Jahrhundertsommer hat mehr Sonnenstunden und mehr trockene Sommertage und Hitzetage als ein durchschnittlicher (normaler) Sommer. In einem Jahrhundertsommer regnet es weniger als in anderen Sommern.

Beispiel: Der Jahrhundertsommer 1947 hatte rund 60 warme Sommertage, während andere Sommer im Durchschnitt weniger warme Tage / Sommertage hatten.

Der Sommer 2018 hatte im Bundesdurchschnitt 770 Sonnenstunden, während der Sommer 2017 „nur“ 635 Sonnenstunden hatte. Die Zahl der Sonnenstunden lag also um 21 Prozent höher.

Was ist ein Sommertag? Was ist ein heißer Tag / Hitzetag / Tropentag?

Für Tage zwischen Juni und Ende August gilt, dass ein Sommertag ein Tag ist, an dem die Höchsttemperatur bei über 25 Grad Celsius, aber unter 30 Grad Celsius liegt. Statt Sommertag wird auch „warmer Tag“ gesagt.

Ein „heißer Tag“ ist ein Tag, an dem die Höchsttemperatur bei über 30 Grad Celsius liegt. Statt „heißer Tag“ wird auch „Tropentag“ oder „Hitzetag“ gesagt.

Ein Hitzetag zählt auch als Sommertag. Ein Sommertag zählt nicht als Hitzetag, wenn die Tages-Höchsttemperatur nicht 30 Grad Celsius überschreitet.

Merkmale und Eigenschaften eines Jahrhundertsommers

Während eines Jahrhundertsommers regnet es über mehrere Wochen wenig bis kaum und über mehrere Wochen ist es ungewöhnlich warm bis heiß. In einem Jahrhundertsommer gibt es zwischen Juni und August mehr Sommertage als in einem normalen Sommer.

Der Ausdruck „Jahrhundertsommer“ wird in der deutschen Umgangssprache verwendet und hat keine einheitliche (offizielle und wissenschaftliche) Definition. Ein Sommer wird allgemein als Jahrhundertsommer bezeichnet, wenn er verglichen mit den Sommern vergangener Jahre mehr warme Tage und mehr Sonnenstunden hat, sowie es weniger regnet.

In seiner eigentlichen Bedeutung bezeichnet „Jahrhundertsommer“ den wärmsten, trockensten und heißesten Sommer eines Jahrhunderts bzw. der letzten hundert Jahre. Ein Sommer wird zum Jahrhundertsommer, wenn er im Vergleich zu anderen Sommern mehr Sommertage, Hitzetage und lange Trockenzeiten hat.

Siehe auch: Wort des Jahres 2018 „Heißzeit“

Bekannte Jahrhundertsommer

Bekannte Sommer, die als Jahrhundertsommer bezeichnet werden, sind:

  • 1947
  • 1983
  • 2003 – 793 Sonnenstunden im Bundesdurchschnitt
  • 2018 – 770 Sonnenstunden im Bundesdurchschnitt (Sogar 900 Sonnenstunden auf Rügen)

Sonnenstunden in den Jahren 2016, 2017, 2018

Zum Vergleich: Im Jahr 2017 gab 635 Sonnenstunden im Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2016 gab es 602 Sonnenstunden im Bundesdurchschnitt. Damit gab es 2018 im Vergleich zu 2017 rund 21 Prozent mehr Sonnenstunden.

Die Bundesländer mit den meisten Sonnenstunden 2018 waren: Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Beide Bundesländer hatten jeweils 830 Sonnenstunden. In Jahren davor waren die Sonnenstunden deutlich niedriger: 2017 gab es in Brandenburg 660 Sonnenstunden und 2016 670 Sonnenstunden. In Sachsen-Anhalt gab es 2017 635 und 2016 670 Sonnenstunden. Auch der Sonnenstunden-arme Stadtstaat Hamburg erhielt 2018 mit 720 Sonnenstunden mehr Sonnenstunden als in den Jahren zuvor. 2016 gab es 565 Sonnenstunden und 2017 58o Sonnenstunden in der Hansestadt.

Quelle: statista, Sonnenstunden im Sommer 2016 bis 2018 nach Bundesland. Link: hier

Sommertage in Jahren 1947, 2003 und 2018

  • Sommertage 1947
    • 71 Sommertage in Potsdam
  • Sommertage 2003
    • 96 Sommertage in Frankfurt am Main
    • 46 Sommertage in Hamburg
    • 68 Sommertage in Potsdam
  • Sommertage 2018
    • 104 Sommertage in Frankfurt am Main (+8 % im Vergleich zu 2013)
    • 63 Sommertage in Hamburg  (+37 % im Vergleich zu 2013)
    • 82 Sommertage in Potsdam (+21 % im Vergleich zu 2013)

Zum Vergleich: Sommertage in Potsdam in den letzten Jahren:

  • 2013: 50 Sommertage
  • 2014: 45 Sommertage
  • 2015: 49 Sommertage
  • 2016: 67 Sommertage
  • 2017: 42 Sommertage
  • 2018: 82 Sommertage

Der schlechteste Sommer war 1962 in Potsdam. Es gab nur 17 Sommertage. Der längste Sommer war 2018 mit 82 Sommertage.

Seit 1893 wird in Potsdam die Zahl der Sommertage aufgezeichnet. Aus diesen Werten lässt sich der Durchschnitt bilden, dass der durchschnittliche Sommer in Potsdam 40 Tage hat. Damit weicht der Sommer 2018 stark vom Durchschnitt ab. Genau gesagt, hatte dieser einen Zuwachs von 105 Prozent!

  • Quelle: Wetterzentrale.de / Potsdam-Insitut für Klimafolgenforschung
  • Quelle für Zahl der Sommertage in Frankfurt am Main und Hamburg: DWD – Siehe Link: hier

Anmerkung: Es gibt starke regionale Schwanken zwischen der Zahl der Sonnenstunden, Sommertage und Hitzetage in Deutschland.

Folgen eines Jahrhundertsommer

Durch einen Jahrhundertsommer drohen Hitze, Dürre und Trockenheit. Unter der Wärme leiden Menschen, Tiere und Pflanzen:

  • In der Landwirtschaft kann die Hitze zu Ernteausfällen und Dürreschäden führen, was dazu führen kann, dass die Lebensmittelpreise steigen.
  • Die hohen Temperaturen führen zu Kreislaufproblemen.
  • Flüsse und Seen trocknen aus. (Trocknen Flüsse aus, ist davon die Binnenschifffahrt betroffen und auch die Stromproduktion von Kraftwerken.)
  • Pflanzen, Felder und Wiesen vertrocknen.
  • Böden verlieren ihre (noch mehr) Feuchtigkeit. Die Folge ist, dass Pflanzen mit kurzen Wurzeln keine Feuchtigkeit mehr aus dem Boden ziehen können. Pflanzen mit langen Wurzeln können dies noch.
  • In Wäldern droht Waldbrandgefahr.
  • Durch die Hitze droht Gefahr für Leib und Leben. Die Gefahr an einem Hitzschlag zu sterben, steigt durch einen langen sehr heißen Sommer.

Ist ein Jahrhundertsommer ein Dürresommer oder Hitzesommer?

„Dürresommer“ und „Hitzesommer“ sind Bezeichnungen für einen längeren und warmen Sommer mit vielen Sommertagen und Hitzetagen.

Jedoch unterscheiden sich ein Dürresommer und Hitzesommer von ihren Begriffen her eklatant:

  • Ein Dürresommer ist dadurch geprägt, dass es über mehrere Wochen hohe Temperaturen gibt und es wenig bis kaum regnet. Dies führt zu langen Trockenperioden, die dazu führen, dass eine Dürre droht.
  • Ein Hitzesommer ist dadurch geprägt, dass es ebenfalls über mehrere Wochen sehr heiß ist, es aber es aber zwischendurch regnet.

Für beide Begriffe – „Dürresommer“ und „Hitzesommer“ – gibt es keine offizielle, wissenschaftliche und einheitliche Definition. Allgemein gilt, dass die Zahl der Sommer- und Hitzetagen, die Zahl der Sonnenstunden und die Regenmenge darüber entscheidet, ob ein Sommer ein Dürresommer oder Hitzesommer ist.

22 Impf, Impfgegner und Impfverweigerer Witze & Sprüche


In diesem Beitrag findest du Witze über das Impfen, über Impfgegner, Impfverweigerer und die Homöopathie:

Sprüche & Witze über Impfgegner, Impfverweigerer und ungeimpfte Kinder

Zwei Dinge, die nicht alt werden: Witze über Impfgegner und Kinder von Impfgegnern.

Sie müssen ihre Kinder nicht impfen lassen – nur die, die sie behalten wollen.

Warum weint das zweijährige Kind eines Impfgegners?
Midlife Crisis.

Ich bin stolzer Impfgegner und Anti-Impf-Aktivist. Ich kann sagen, dass es meinen Kinder sehr gut geht – zumindest die, die überlebt haben.

Masern und Pusteln sind die Treuepunkte der Impfgegner.

Triff dich nur mit Frauen, die Impfgegnerinnen sind. Im Falle einer ungewollten Schwangenschaft musst du dann nicht so lange Unterhalt zahlen.

Das beste an der Impfgegner-Kita ist, dass ständig neue Plätze frei werden. (Siehe auch YouTube-Video „Impfgegner-Kita“ vom Bohemian Browser Ballett: hier)

Man kann über Sonderplätze für Behinderte in Bussen, Bahnen und Zügen schimpfen. Man kann aber die Klappe halten und dankbar sein, dass man gesund ist.

Ungeimpfte Kinder sind weniger anffällig für Erkrankungen des Alters, wie z.B. Alzheimer, Herzerkrankungen oder Demenz.

Die Chance, dass bei nicht geimpften Kindern Autismus diagnostiziert wird, ist sehr gering. Denn erste Symptome für Autismus können frühstens im Alter von 3 Jahren festgestellt werden.

Einige Impfgegner Eltern sagen, dass ihr ungeimpften Kinder selbst entscheiden sollen, ob sie die Impfung wollen. Das geht aber nur, wenn die Kinder in ein Alter kommen in dem sie lesen können.

Meine Kinder wären vermutlich gestorben, wenn ich sie geimpft hätte. Deswegen hat der Arzt das gemacht.

Wie nennt man einen geimpften Transformer? Autismus Prime.

Geimpfte Kinder verpassen so viel im Leben! Polio, Diphtherie, Mumms, die Masern, die Röteln und andere hochansteckende Infektionskrankheiten.

Wie würden Impfgegner wohl mit Impfungen, die vor Autismus schützen, umgehen?

Witz über das Impfen

Na, Maxi weißt du auch, wogegen sie dich geimpft haben?
Maxi: „Ja, gegen meinen Willen.“

Ich habe gerade zwei Männer am Bahnhof gesehen, die sich geimpft haben. Sehr Vorbildlich!

Chuck Norris lässt sich nicht impfen. Krankheiten lassen sich gegen Chuck Norris impfen.

Was ist weiß und hüpft durch das Gras? Ein Tierarzt beim Zeckenimpfen.

Ein Arzt fragt die Mutter: „Hatte ihr Sohn schon die Masern?“
Die Mutter antwortet: „Nein. Sagen sie ihm bitte davon nichts. Er will immer alles haben.“

Vorsicht! Impfungen verursachen Erwachsene!

Witz über Homöopathie

Ich wollte einen Witz über Homöopathie machen, funktioniert aber nicht.

Anmerkung der Redaktion

Hinweis: Die hier genannten und aufgezählten Witze über Impfgegner, Impfverweigerer, Impfen und Homöopathie spiegeln nicht die persönliche Meinung der Redaktion von BedeutungOnline.de wieder. Die Liste und die hier genannten Witze sollen anregen über das Impfen nachzudenken.

Bitte informiert euch über Impfungen und darüber wie Impfwirkstoffe funktionieren, bevor ihr sie ablehnt! Denn Impfungen schützen nicht nur euch und eure Kinder, sondern auch Menschen in eurer Umgebung. Für Schwangere, alte und kranke Menschen kann es nämlich sehr gefährlich werden, wenn sie mit einem ungeimpften Kind in Kontakt kommen.

Auch, wenn viele der hier gelisteten Witze die angebliche kurze Lebenserwartung von ungeimpften Kindern thematisieren, können ungeimpfte Kinder natürlich alt werden. Jedoch bedeuten fehlende Impfungen, dass ungeimpfte Kinder hohen Risiken ausgesetzt sind, an vermeidbaren Krankheiten und Komplikationen zu erkranken.

Was bedeutet „LOL SPD“ (LOLSPD)? Bedeutung der Abkürzung


„LOL SPD“ bzw „LOLSPD“ ist ein politisches Schlagwort und Hashtag mit dem sich über die Partei SPD im allgemeinen lustig gemacht werden soll.

„LOL SPD“ bzw. „LOLSPD“ findet als Hashtag #LOLSPD Anwendung in den sozialen Medien, insbesondere auf Twitter. Außerhalb des Internets wird LOLSPD als Aufkleber im RUN-DMC-Stil verbreitet.

„LOLSPD“ wird in den sozialen Medien als Reaktion auf Nachrichten über die SPD oder Beiträge der SPD geschrieben. „LOLSPD“ wird geschrieben, wenn SPD-Politiker sich z.B. darüber äußern, dass sie glauben, dass sie in Deutschland wieder eine der stärksten Kräfte werden können oder auch, wenn SPD-Politiker peinliche Aussagen tätigen oder sich peinlich verhalten.

Teils wird auf die Schreibweise von LOLSPD geachtet und viel Wert gelegt. Das „s“ schreiben einige bewusst klein, um darauf hinzuweisen, dass das Wort „Sozialdemokratie“ bei der SPD eben auch klein geschrieben wird. (Dies steht dafür, dass der SPD die Sozialdemokratie nicht so wichtig sein soll.) Die Schreibweise mit kleinem „s“ ist: „LOLsPD“.

Ein anderes LOLSPD-ähnliches politisches Schlagwort und Hashtag ist ADESPD bzw. „ADE SPD“. Diese steht dafür, dass man sich von der SPD verabschiedet. („Ade“ ist ein Abschiedsgruß, der besonders in Süddeutschland verbreitet ist.)

Ein weiteres Anti-SPD-Schlagwort und Hashtag ist FCKSPD. FCKSPD steht dafür, dass jemand die SPD und ihre Politik ablehnt. Wie FCKSPD entstand, erfährst du hier.

LOLSPD-Aufkleber

LOLSPD-Aufkleber werden von der Partei „die PARTEI“ und im Webshop des Titanic Magazins vertrieben. Der Hashtag #LOLSPD und der Aufkleber „LOL SPD“ werden durch Mitglieder der Partei „Die PARTEI“ und ihre Fans verbreitet.

Der LOLSPD-Aufkleber ist im RUN-DMC-Stil gehalten. Auf schwarzen Grund befinden zwei rote Balken: je einer oben und einer unten. Zwischen diesen roten Balken sind sechs Buchstaben in weißer Schrift in zwei Zeilen platziert. In jeder Zeile befinden sich 3 Buchstaben.

Das besondere am LOLSPD-Aufkleber-Design ist, dass teils im unten roten Balken eine Botschaft enthalten ist. Diese Botschaft ist unter anderem: „Wählt die PARTEI – sie ist sehr gut!“ oder „Die PARTEI“. Im originalen Design wurde auf eine Botschaften in den roten Balken verzichtet.

Mehr über den RUN-DMC-Stil bzw. das RUN-DMC-Logo erfährst du hier. Siehe auch: FCK NZS, FCK CPS, HRN SHN, HKN KRZ

Hier erfährst, was der Spruch „Alerta Alerta Antifascista“ bedeutet.

Weitere politische Hashtags: #WTFFDP, #LOLCDU

#WTFFDP ist ein weiterer politischer Hashtag. Ohne Leerzeichen bedeutet „WTF FDP“ und kann auf deutsch wie folgt verstanden werden: „Was soll das FDP“. Mehr über WTF / What the F*ck erfährst du hier.

#LOLCDU ist ein weiterer politischer Hashtag. Genau wie LOLSPD soll LOLCDU sich über die CDU im allgemeinen lustig machen. Laut Google-Trends ist LOLSPD der weitaus erfolgreichere Hashtag.

Was bedeutet Globukalypse? Bedeutung, Definition


Der Ausdruck „Globukalypse“ bedeutet von seinem Begriff her: „Untergang der Globuli“ bzw. „Ende der Globuli“. Gemeint ist damit, dass der Glaube an Globuli, das Vertrauen in Globuli und die Akzeptanz von Globuli sich verringert und Globuli nicht mehr als Medikament gebraucht werden. Dies würde zu einem Verschwinden der Globuli führen.

Insbesondere steht „Globukalypse“ dafür, dass Ärzte, Medien und Journalisten sich gegen Globuli positionieren und sich unter anderem dafür einsetzen, dass Globuli aus der Medizin verschwinden. Dafür klären Ärzte Patienten über die Wirkung von Globuli auf und fordern, dass die Kosten für Globuli-Behandlungen nicht durch gesetzliche Krankenkassen übernommen werden sollen. Ihr Argument gegen Globuli ist, dass die Wirkung wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen werden konnte.

Medien und Journalisten berichten über Globuli und deren Wirkung. Auch Kabarettisten und Komiker thematisieren Globuli und die homöopathische Medizin.

„Globukalypse“ ist ein Kofferwort, dass sich aus den Worten „Globuli“ und „Apokalypse“ zusammensetzt. Globuli sind kleine Kügelchen, die in der Alternativmedizin wie Homöopathie verwendet werden. Apokalypse bedeutet – je nach Kontext – Untergang der Welt, Zeitenwende oder Ende der Welt.

Globukalypse: Dr. Christian Lübbers

Unter dem Hashtag #Globukalypse verbreitet der HNO-Arzt Dr. Christian Lübbers auf Twitter seine Botschaften über Globuli, deren Wirkung und Argumente von Globuli-Anhängern. Schon im Jahr 2017 verwendete er den Hashtag #Globukalypse. Dr. Christian Lübbers ist bekennender Globuli-Gegner.

Link zum Twitter-Account von Dr. Christian Lübbers: @drluebbers

2017 wurde Dr. Christian Lübbers bekannt. Er berichtet über den Fall eines vierjährigen Mädchens, dass an einer Mittelohrentzündung litt. Die Eltern hatten zehn Globuli-Kügelchen in den Gehörgang des Mädchen eingeführt, mit der Absicht die Mittelohrentzündung zu lindern bzw. zu heilen. Dr. Christian Lübbers entfernte Eiter, Sekret und die Globuli-Kügelchen aus dem Ohr des unter Fieber leidenden Mädchens. Er verschrieb ihr Medikamente.

Auf Twitter äußerte sich Dr. Lübbers über den Fall und schrieb unter anderem: „#Homöopathie wirkt: Dummheit potenziert sich.“ (Link zum Tweet: hier) Der Tweet erhielt viel Aufmerksamkeit und einige Medien berichteten über den Fall.

Globukalypse: „NEO Magazin Royal“-Beitrag „Homöopathie wirkt*“

Als Jan Böhmermann Homöopathie und Globuli in der NEO-Magazin-Royale-Sendung vom 13. Juni 2019 thematisierte, stieg die Verwendung des Hashtags #Globukalypse auf Twitter sprungartig an.

Jan Böhmermann thematisierte im Beitrag „Homöopathie wirkt*“, das juristische Vorgehen der Pharmafirma Hevert gegen die Homöopathie-Kritikerin, Natalie Grams. Er thematisierte die Geschichte von Globuli, wie sie hergestellt werden und die Gesetzeslage. Böhmermann sprach wiederholt über die über Wirkung von Globuli. Auch besprach er die Akzeptanz der Globuli durch Akademiker, Krankenkassen und Politik. Ebenso wurden im Beitrag Umsätze und Gewinne durch Globuli thematisiert.

Im Beitrag tritt auch Dr. Christian Lübbers auf. Auf Twitter empfahl er den Beitrag und schrieb unter anderem: „Die Zerstörung der Homöopathie.“ (Link zum Tweet: hier)

Link zum Beitrag „Homöopathie wirkt*“ vom NEO Magazin Royale mit Jan Böhmermann auf YouTube: hier.

Weitere Bedeutung von Globukalypse

„Mission Globukalypse: Warum Homöopathie aus der Medizin verschwinden soll“ ist ein Buch von HaJo Fritschi.

Bisher hat der Ausdruck „Globukalypse“ sehr wenig Suchnachfragen auf Google.de erhalten.

Was bedeutet „Klimanotfall“? Bedeutung, Definition


„Klimanotfall“ bedeutet von seinem Begriff her, dass eine für das Klima, die Umwelt und den Menschen gefährliche und kritische Situation besteht, die sofortiges Handeln erfordert. Insbesondere meint der Klimanotfall die Folgen des Klimawandels, die sich in Überschwungen, Dürren, extremen Wetterlagen und dem Verändern der Umwelt zeigen. Diese Folgen sollen durch eine bessere Klimaschutzpolitik abgemildet werden und dafür braucht es eine andere Klimapolitik. Durch Klimaproteste und Klimastreiks der Klimajugend wird diese andere Politik eingefordert.

Kurz gesagt: „Klimanotfall“ bedeutet, dass das Klima in Gefahr ist!

Der Ausdruck „Klimanotfall“ wird synonym mit dem Ausdruck „Klimanotstand“ verwendet. Beide Begriffe beinhalten die Aufforderung an die Politik sofort zu handeln. Damit ist gemeint, dass die Klimaschutzpolitik verbessert werden soll und das Maßnahmen eingeleitet werden sollen, die den Klimawandel abmildern. Insbesondere beinhalten die Forderungen den CO2-Ausstoß zu verringern und den Ausstoß von Emissionengasen zu reduzieren, sowie Müll zu reduzieren und Plastikmüll zu vermeiden. Die Energiegewinnung durch fossilie Brennstoffe soll zu Gunsten von erneuerbaren Energien aufgegeben werden. Langfristig soll der Ausstoß von Emissionen auf eine Netto Null reduziert werden.

Eine Übersicht darüber, welche Städte und Verwaltungen den Klimanotstand ausgerufen haben, findest du im Artikel „Klimanotstand„.

Statt „Klimanotfall“ wird auch der „Klimakampfnotfall“ ausgerufen.

Die Begriffe „Klimanotfall“ und „Klimanotstand“ stehen dafür, dass die aktuelle Situation von Klimaschützern und jenen, die sich für eine bessere Klimapolitik einsetzen, als dramatisch und gefährlich eingeschätzt wird. Dies rechtfertigt Begriffe wie „Notfall“ und „Notstand“. Jene Menschen, die sich für eine andere Klimaschutzpolitik einsetzen, werfen der Politik vor zu lange untätig gewesen zu sein und zu wenig getan zu haben. Deswegen fordern die Klimastreiker eine andere Wirtschafts-, Gesellschafts- und Klimapolitik.

Siehe auch: Klimajugend, Flugscham (Flygksam), Greta-Effekt, Klimanotstand

Anmerkung: „Klimanotstand“ ist deutlich populärer als „Klimanotfall“. In der Klima-Diskussion ist deswegen häufiger die Rede vom „Klimanotstand“, anstatt vom „Klimanotfall“. Beide Begriffe meinen jedoch das gleiche.

Basel und Irland: Klima-Notfall

In Irland wurde der „Klimanotfall“ im Mai 2019 ausgerufen.

In Basel wurde am 20. Februar 2019 der Klima-Notfall vom Grossen Rat ausgerufen und eine Rosultion angenommen. Dem ging die Initiative der Klimastreik-Bewegung (Fridays For Future) voraus, die

Das Ausrufen des Klimanotfalls hat die Auswirkungen, dass sich die Regierungen einsetzen, Gesetze auf ihre Klimaschädlichkeit zu prüfen und eine bessere Klimaschutzpolitik durchzuführen. Dies beinhaltet z.B. das Fahren von E-Autos oder den Verzicht auf Plastik.

Das Ausrufen des Klimanotfalls hat erst einmal nur symbolische Signalwirkung und zeigt der streikende Klimajugend, dass sie von der Politik gehört wird.

Ist Rammstein (politisch) rechts, rechtsextrem oder links? Orientierung


Rammstein ist eine Rockband, die mit rechter Symbolik provoziert und mit NS-Ästhetik schockiert. Sie verwenden zweideutige Symbole und setzten sogar den Holocaust als PR-Mittel ein. Im Video zu „Deutschland“ werden die Rammstein-Mitglieder als KZ-Häftlinge gezeigt, die am Galgen stehen. Ein anderes Rammstein-Lied heißt „Ausländer„. Rammstein-Sänger Till Lindemann singt auf pathetische Art und Weise Lieder. Er rollt das „r“. Ist die Band Rammstein nun politisch rechts oder gar rechtsextrem, oder doch links?

Machen wir es kurz: Rammstein ist links. Till Lindemann hat in einem Rolling-Stone-Interview gesagt: „Wir hassen Nazis“ und stellte klar, dass Rammstein links ist. (Link zum Interview: hier)

Im Lied „Links 2 3 4“ haben Rammstein dann deutlich gemacht, wo sie politisch stehen: ihr Herz schlägt links.

Wie Rammstein zu ihrem Namen kamen und was er bedeutet, erfährst du hier.

Beispiele, warum diskutiert wird, ob Rammstein rechts oder rechtsextrem sein könnte

Es gibt mehrere Beispiele, warum diskutiert oder gefragt wird, ob Rammstein rechts oder rechtsextrem ist. Diese Beispiele sind unter anderem:

  • Im Musikvideo zu „Stripped“ werden Ausschnitte aus dem 1936 gedrehten Olympia-Film von Leni Riefenstahl verwendet. Der Film entstand während der Olympischen Spiele 1936 in Nazi-Deutschland. Rammstein wurde daraufhin vorgeworfen den Nationalsozialismus zu idolisieren und rechtes Gedankengut zu verbreiten.
  • Der Musikstil wird als brachial und hart beschrieben. Rammstein spielt mit dem Bösen. (Brachialität, Härte und das Böse werden mit dem Dritten Reich assoziiert.)
  • Rechte und Nazis mögen die Musik von Rammstein. (Es gilt: Künstler können sich ihre Fans nicht aussuchen.)

Beispiele, warum Rammstein eben doch nicht rechts oder rechtsextrem ist

  • Im Lied „Links 2 3 4“ singt Till Lindemann: „Sie wollen mein Herz am rechten Fleck – Doch sehe ich dann nach unten weg – Da schlägt es links“.
  • Rammstein verzichtet auf das Verwenden von Hakenkreuzen, SS-Runen und anderen verfassungsfeindlichen Symbolen des dritten Reiches.
  • Die Rammstein-Mitglieder haben eine Punk-Vergangenheit.
  • Die Rammstein-Gitarristen Richard Z. Kruspe und Paul Landers küssten sich am 30. Juli 2019 auf der Bühne in Moskau, Russland. Siehe: Facebook-Post der Band dazu. Link: hier.
  • 2019 blieb Till Lindemann am 14. Juli 2019 während des Konzertes in Frankfurt auf der Bühne stehen und hielt ein „Willkommen“-Schild in die Höhe. Es war das gleiche Schild wie im Musikvideo zu Ausländer. Es wird als Zeichen gewertet, dass Rammstein die Seenotrettung unterstützen.
  • Bei einem Konzert in der polnischen Stadt Chorzów am 24. Juli 2019 schwenkte Christoph Schneider eine riesige Regenbogenfahne.

Wie entstand Rammstein? Bandgeschichte

Rammstein ist eine der erfolgreichste Bands der Stilrichtung „Neue Deutsche Härte“. Mitte der 1990er Jahre entstand die „Neue deutsche Häre“ (NDH).

In der DDR spielten Paul Landers und Christian „Flake“ Lorenz in der Punkband „Feeling B“. (Die Band existierte von 1983 bis 1993.) Till Lindemann und Richard Kruspe spielten ab Mitte der 1980er Jahre in der Punkband „First Arsch“ als feste Mitglieder mit. Paul Landers war Aushilfs-Gitarrist. („First Arsch“ ist die Abkürzung für „Erste Autonome Randalierer Schwerins“.)

Oliver Riedel spielte damals bei „The Inchtabokatables“. Christoph Schneider war Schlagerzeuger bei „Die Firma“.

Anfang der 1990er Jahren arbeiteten Till Lindemann, Richard Krupse und Christoph Schneider an einem neuen Bandprojekt. Zu diesem kamen kurze Zeit später auch Oliver Riedel, Paul Landers und Christian „Flake“ Lorenz hin. Es entstand das Debüt-Album „Herzeleid“.

Fazit: Ist Rammstein rechts oder rechtsextrem? Nein, sie sind links

Rammstein ist links, nutzt aber rechte Symbolik um zu provozieren. Rammstein sorgt für Empörung und Skandale. Rammstein wird für seinen Stil international geliebt.

Rammsteins Aufritte sind martialisch und militaristisch. Sie pflegen einen männlich-martialischen Körperkult. Ihre Inszenierungen sind monumental. Rammstein spielt mit dem Bösen.

Die Frage, ob Rammstein rechts oder rechtsradikal ist, braucht sich eigentlich nicht stellen. Rammstein ist links. Eine andere Frage ist wichtiger: In wie weit ist es ok mit faschistischer Ästhetik und NS-Ästhetik zu spielen? Denn die verwendete Ästhetik muss immer gedeutet werden und hier spielen die Fans eine große Rolle. Linke und rechte Fans deuten Rammstein stets auf ihre Weise. Dies ist eben eine Folge, wenn Zweideutigkeit und Provokation verwendet werden.

Wer ist die „Klimajugend“ (Klimaschutzjugend)? Bedeutung, Definition


Als „Klimajugend“ werden Jugendliche und junge Erwachsene zwischen ca. 13 bis 29 Jahren bezeichnet, die sich mit Klimastreiks, Klimaprotesten und Klimademonstrationen für bessere Klimapolitik und Klimaschutzpolitik einsetzen.

„Klimajugend“ wurde von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zum Deutschschweizer Wort des Jahres 2019 gewählt. Auf Platz 2 folgte „Ok Boomer“ und auf Platz 3 „Flugscham„.

Wer ist die Klimajugend?

Die Klimajugend besteht aus zwei großen Gruppen: Jugendliche bis 18 Jahre und junge Erwachsene zwischen 19 und 29 Jahren. Erstere befinden sich in der Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein. Sie sind in der Adoleszenz. Letzte befinden sich in der Postadoleszenz. Die Jugendlichen bis 18 Jahre sind Schüler. Die jungen Erwachsenen sind meist Studenten und Berufsanfänger.

Die Klimajugend ist Teil einer globalen Schüler- und Studentenbewegung, die in vielen Städten mehrere hundert Teilnehmer auf die Straße bringt und weltweit mehr als eine Million.

Mitglieder der Klimajugend nehmen an Freitagen an den „Fridays For Future“-Demonstrationen teil. Damit verstoßen sie bewusst gegen die Schulpflicht. Dieser Umstand hat ihnen in den Medien und von der Politik viel Aufmerksamkeit eingebracht.

Die Klimajugend gilt als wütend. Sie wirft Älteren und der Politik vor, zu wenig für das Klima getan zu haben und Verantwortung für den heutigen Zustand des Klimas zu haben. Auch, wenn die Klimajugend als wütend gilt, so bleibt sie meistens friedlich.

Ihrer Ursprung hat die Klimajugend in den ersten Schulstreiks von Greta Thunberg im August 2018 für eine bessere Klimaschutzpolitik.

Die Klimajugend ist Teil der Generation Z.

Über die sozialen Medien ist die Klimajugend vernetzt. Über soziale Medien wie Facebook, Twitter und Co. werden Proteste organisiert.

Die Klimajugend wird unter anderem durch ihre Eltern und Großeltern. Aber auch grüne Parteien und Gewerkschaften unterstützen die Klimajugend. Kritiker der Klimajugend sind konservative und wirtschaftsliberale Politiker und Parteien.

Statt „Klimajugend“ wird auch „Klimaschutzjugend“ gesagt.

Siehe auch: Youthquake, Klimanotstand, Flugscham (Flygskam), Greta-Effekt

Was will die Klimajugend?

Die Klimajugend setzt sich allgemein für bessere Klimaschutzpolitik ein. Konkret hat sie erreicht, dass das Thema „Klimaschutz“ medial stärker präsent ist und dass der Klimanotstand in einigen Städten ausgerufen wurde.

Die Klimajugend möchte bewusst mehr Teilhabe an politischen Prozessen haben. Einer Partei ordnet sich die Klimajugend explizit nicht zu. (Es kann jedoch gesagt werden, dass Bündnis 90 / Die Grünen am stärksten von den Klimastreiks und -demonstrationen profitieren.)

Die Klimajugend fordert, dass aufgehört wird wie bisher zu wirtschaften, da die bisherigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen zu der heutigen Klima-Situation geführt haben. Die Klimajugend wünscht die Energiewende. Fossile Energieträger sollen zugunsten von erneuerbaren Energien aufgegeben werden.

Die Klimajugend setzt sich dafür, dass Müll reduziert und vermieden wird. Die Klimajugend setzt sich gegen Flugreisen (Flugscham) und für Bahnreisen ein. Ihr geht es allgemein darum, dass jeder sich klima- und umweltfreundlich verhält.

Forderungen der Klimajugend

Die Klimajugend fordert unter anderem:

  • Ausrufen eines (nationalen) Klimanotstandes
  • Einführung einer CO2-Steuer
  • Klimaschutzgesetze
  • Kohlekraftwerke abschalten. (Konkret: Bis Ende 2019 25 Prozent der Kraftwerke abschalten.)
  • Keine weiteren Subventionen für fossile Energieträger
  • Energiegewinnung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.
  • Treibhausgasemissionen auf Netto Null reduzieren.
  • Zerstörung der Umwelt beenden

Auch Maßnahmen wie Enteignungen werden innerhalb der Klimajugend diskutiert.

Was bedeutet „Ersatzreligion“? Was ist das? Bedeutung, Merkmale, Definition


Eine Ersatzreligion dient dazu Sinn im Leben eines Menschen zu stiften. Dies kann eine Lebensweise, ein Interesse oder ein Hobby sein. Eine Ersatzreligion besteht aus einer Gemeinschaft, aus Riten, aus Ritualen, Botschaften und Kultfiguren.

Beispiele für Ersatzreligionen

  • Essen / Ernährungsweisen
  • Fußball / Sport (Fan-Sein)
  • Konsum

Merkmale einer Ersatzreligion (Eigenschaften)

Eine Ersatzreligion hat folgende Merkmale und Eigenschaften:

  • Eine Ersatzreligion dient der Sinnstiftung.
  • Eine Ersatzreligion hat Heilsversprechen.
  • Eine Ersatzreligion liefert eine Identität.
  • Eine Ersatzreligion liefert Halt.
  • Eine Ersatzreligion liefert Grenzerfahrungen und ekstatische Erfahrungen jenseits des langweiligen Alltags.
  • Sie hilft Gefühle der Erfüllung zu erhalten. Eine Ersatzreligion liefert auch Offenbarungserfahrungen.
  • Es gibt Kultstätten, heilige Orte, Botschaften und Symbole.
  • Es gibt eine Gemeinde, die sich austauscht. (Fangemeinde)
  • Man, das Individuum, kann in einer Gruppe aufgehen, sich als Teil der Gemeinschaft fühlen und gemeinschaftlichen Zusammenhalt spüren.
  • Es gibt feste Rituale und Riten, auf die man sich freuen kann.
  • In einer Ersatzreligion werden Themen des Lebens thematisiert. (Freude, Tod, Glück, Leid, Identität,…)
  • Es gibt Reliquien, Kultgegenstände und Totem. (Trikots, Fußball)
  • Eine Ersatzreligion hat einen hohen Stellenwert im Leben.
  • Es gibt Gesänge und Lieder, welche dem Gemeinschaftsgefühl dienen. (Beispiel: Fan-Gesänge, Lieder einer Band)
  • Es gibt Kultfiguren. (Legendäre Trainer, legendäre Manager, Mitglieder einer Band oder Begründer einer Bewegung.)
  • Es gibt auch Sünden in den Ersatzreligionen. (Fan des falschen Vereins sein; falsche Ernärhung)

Eine Ersatzreligion unterteilt die Welt in zwei Gruppen: Menschen, die Teil der eigenen Gruppe sind und Menschen, die Teil einer fremden Gruppe sind. Dies wirkt im Fußball sehr stark: Verein A gegen Verein B. Auch in der Musik wirkt dies: Anhänger von Techno versus Anhänger von Schlager. In der Ernährung funktioniert dies auch: Fleischesser gegen Veganer. Diese Einteilung der Welt in Gruppen stärkt das eigene Gruppengefühl.

Konkrete Beispiele für eine Ersatzreligionen

Eine Ersatzreligion strukturiert und ordnet den Alltag. Dies passiert durch feste Termine wie z.B. Fußballspiel um 20 Uhr, Konzert nächsten Freitag oder auch bis 12 Uhr Mittags nichts essen. (Intervall-Fasten)

Ein Heilsversprechen ist z.B., dass durch eine neue Ernährungsweise (vegan, paleo,…) jemand gesund oder gesünder wird. (Eine Sünde wäre z.B. der Verzehr von Kohlenhydraten oder Fleisch, wenn dies eigentlich unterbleiben soll.)

Eine Kultstätte für Fußball-Fans ist z.B. ein Stadium.

Symbole für Fans sind Wappen von Vereinen oder Band-Logos.

Die rituelle Kleidung eines Fußball-Fans ist sein Vereins-Schal. Die eines Fans einer Band ist das Band-T-Shirt.

Reliquien wie Trikots werden gewechselt. Der Match-Ball ist eine besondere Reliquie.

Im Fußball wird sogar von „Fußballgöttern“ gesprochen.

Was macht eine Religion / Ersatzreligion?

Eine Ersatzreligion macht eigentlich, was eine Religion macht. Eine Religion liefert Antworten auf Fragen wie:

  • Wo komme ich her?
  • Wo gehöre ich hin?
  • Warum bin ich auf dieser Welt?
  • Welchen Sinn hat das Leben?

Die Ersatzreligion beantwortet die Fragen auf ihre eigene Art und Weise: Jemand ist z.B. Teil einer Fangemeinde und celebriert eine Band oder Spieler.

Wann ist ein Hobby eine Ersatzreligion? Wann wird eine Ersatzreligion zum Problem?

Menschen können eine Ersatzreligion sehr ernst nehmen.

Eine Ersatzreligion kann zu einem Problem werden, wenn diese zu ernst genommen wird und jeder Kritik erhaben ist. Sie kann zum Problem werden, wenn jemand sie über alles in seinem Leben setzt und beginnt negatives oder schädliches Verhalten damit zu rechtfertigen.

Verhindert das Hobby, dass jemanden seinen Alltag oder Job nicht wahrnimmt, verwahrlost oder seine Freunde nicht mehr trifft, so nimmt die Ersatzreligion wohl zu viel im Leben eines Menschen ein.

Eine Ersatzreligion wird zum Problem, wenn Menschen anfangen andere Menschen zu bekämpfen oder versuchen sich über sie zu stellen. Führt eine Ersatzreligion zu Gewalt oder zu Kämpfen, so sollte dringend über die Ausmaße der Ersatzreligion gesprochen werden.

Auch wird eine Ersatzreligion problematisch, wenn Menschen versuchen andere zu missionieren oder versuchen anderen ihren Willen aufzuzwingen. Auch sind aufdringliche oder aggressive Versuche jemanden vom eigenen Weg zu überzeugen, problematisch.

Warum neigen Menschen zu Ersatzreligionen?

Die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Vielen Menschen hilft die Ersatzreligion einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Die Ersatzreligion liefert z.B. eine Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“. (Die Antwort wäre in dem Fall: Fan von Verein XY oder „Veganer“.) Auch liefert eine Ersatzreligion eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, was gegen Einsamkeit hilft. Die Ersatzreligion hilft dem Einzelnen oder der Einzelnen sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen, was gegen das Gefühl des Verloren-Seins in dieser Welt hilft. Menschen haben nämlich ein grundsätzliches Bedürfnis Teil einer Gemeinschaft zu sein. Diese Gemeinschaft bietet Orientierung, Halt und Sicherheit.

Eine Ersatzreligion hilft das Bedürfnis nach Religiösität und Spiritualität zu befriedigen. Auch hilft eine Ersatzreligion die Bereitschaft zu glauben, zu stillen.

Was bedeutet „Klimareligion“ (Klimaglaube)? Bedeutung, Definition


„Klimareligion“ ist ein abwertender Ausdruck für das Engagement für eine bessere Klimapolitik, die Sorge um das Klima und wissenschaftliche Begründungen, dass es notwendig ist die Klimapolitik zu ändern und sich stärker für den Klimaschutz einzusetzen. All jenen, die sich für eine bessere oder andere Klimapolitik einsetzen, wird damit unterstellt, dass sie mit religiösem bis fanatischen Eifer ihr Ziel verfolgen und sich davon nicht abbringen. Grundlage ihres Handels seien nicht wissenschaftliche Fakten und Belege, sondern ihr bloßer (irrationaler und unbeweisbarer) Glaube an einen Klimawandel.

Was soll eine „Klimareligion“ sein? Bedeutung

„Klimareligion“ ist eine Spielart des Framings bei dem der Einsatz für das Klima zur Glaubensfrage wird. Damit wird jenen, die sich für bessere Klimapolitik einsetzen, unterstellt, dass sie nicht mehr Fakten- und Wissenbasiert handeln, sondern allein aufgrund ihres Glaubens und ihrer persönlichen Überzeugungen. Auch wird Menschen mit „Klimareligion“ unterstellt, dass unreflektiert sich den Klimaprotesten und Klimastreiks anschließen, ohne genau zu wissen, wen oder was sie da unterstützen.

Mit dem Ausdruck „Klimareligion“ wird das Engagement für eine bessere Klimapolitik als unwissenschaftlicher und irrationaler Glaube geframt. Dadurch soll der Einsatz für das Klima seine Berechtigung verlieren, da er nicht auf wissenschaftlichen Fakten, sondern persönlichen Überzeugungen oder Ansichten basiert.

Je mehr religiöse Begrifflichkeiten in Verbindung mit den Themen Klima, Klimaschutz und Klimaschutzpolitik gebracht werden, umso mehr wird der Klimawandel zur Glaubensfrage. Da Glaube nicht bewiesen werden kann und irrational ist, stellen sich wohl für einige folgende Fragen:

  • Warum sollte man an den Klimawandel glauben? Was sollte man an etwas irrationales glauben?
  • Warum sollte die Politik geändert werden, wenn der Klimawandel doch nur eine Glaubensfrage ist?
  • Warum sollte die Politik wegen einer irrationalen Annahme geändert werden?

Letzten Endes verfolgt das Framing „Klimareligion“ das Ziel, dass der jetzige Zustand der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik erhalten werden soll.

Logik hinter „Klimareligion“

Die Logik hinter dem Ausdruck „Klimareligion“ ist folgende:

  1. Ein Glaube (an Gott) ist nicht beweisbar und irrational.
  2. An etwas dass irrational und nicht beweisbar ist, muss man nicht glauben.
  3. Wenn man an etwas nicht glaubt, muss man sein Handeln, Verhalten oder die Politik nicht ändern.

Übertragen auf den Begriff „Klimareligion“ kann die Logikkette wie folgt aussehen:

  1. Der Klimawandel ist (oder scheint) eine Glaubensfrage.
  2. Ein Klimaglaube ist nicht beweisbar.
  3. Also ist der Klimawandel nicht bewiesen. In Folge stellt der Glaube an den Klimawandel keine notwendige Rechtfertigung für das Ändern von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft dar.

oder:

  1. Der Klimawandel ist (oder scheint) eine Glaubensfrage.
  2. Ein Glaube ist nicht beweisbar und irrational.
  3. An etwas, dass nicht beweisbar ist, muss man nicht glauben. Etwas das irrational ist, muss man nicht glauben oder unterstützen.
  4. Also muss man nicht an den Klimawandel glauben. Auch müssen Maßnahmen dagegen nicht eingeleitet oder unterstütz werden.

Was ist eine Klimareligion? Bedeutung

Der Ausdruck „Klimareligion“ dient nicht dazu den menschengemachten Klimawandel in Frage zu stellen, sondern soll den Einsatz für eine bessere Klimapolitik in Verruf bringen. Hierbei wird jenen Klima-Demonstranten und -Protestierenden unterstellt, dass sie sich rückssichtslos und mit blindem Eifer für das Klima einsetzen. Sie sind scheinbar jeder Kritik und jedem Zweifel erhaben, da ihr Glaube, eine bessere Welt zu schaffen und besseren Klimaschutz einzurichten, ihr Handeln rechtfertigt.

Mit dem Ausdruck „Klimareligion“ wird ausgesagt, dass der Klimaschutz zu einer Ersatzreligion geworden ist. Der Ausdruck „Ersatzreligion“ ist teils negativ belegt. Eine Ersatzreligion kann dazu dienen, die Leere im Leben zufüllen und sie kann Orientierung geben. Auch kann eine Ersatzreligion das Bedürfnis religiös oder spirituell zu sein, befriedigen. Jedoch bleibt sie nur ein Ersatz.

Eine Steigerung des Ausdrucks „Klimareligion“ ist „Klimakult“.

Eine „Klimareligion“ hat verschiedene Ausprägungen. Hier einige Vorschläge:

  • Klima-Ungläubige und Zweifler werden missioniert.
  • Klimawandelleugner werden zu Ketzern und exkommuniziert, oder eine Art (medialer) Glaubenskrieg findet gegen sie statt.
  • Es gibt Klima-Propheten, die ihre Botschaft verkünden.
  • Ein Ablasshandel gegen das schlechte Gewissen findet statt.
  • Die Klimareligion wird von einer Jungfrau angeführt.
  • Es gibt die Klima-Jünger, die ihrer Prophetin folgen.
  • Es gibt einen festen Tag in der Woche (Freitag) an dem sich die Anhänger der Klimareligion treffen.
  • Greta Thunberg wird wie eine Heilige verehrt.
  • Bisher moralisch-falsches Verhalten wird auf einmal moral-richtig. (Bsp.: Schulschwänzen)
  • Asketisch Leben wie Mönche – auf Fleisch verzichten, auf Flugreisen verzichten (Flugscham), auf Dieselautos verzichten

Insbesondere geht der Ausdruck „Klimareligion“ (wie auch der Ausdruck „Religion“) mit einem Freund-Feind-Bild einher. Es gibt die fanatischen (und religiösen) Unterstützer des Klimawandels und die aufgeklärten Kritiker der Klimaproteste, die mit scheinbarer Vernunft an den Klimawandel und die Klimaprotestbewegung sowie ihre Forderungen herangehen.

Was bedeutet „Klimahysterie“? Bedeutung, Definition


Mit dem Ausdruck „Klimahysterie“ wird jenen, die sich für eine bessere Klima- und Klimaschutzpolitik engagieren, unterstellt, dass sie mit ihren Engagement und Forderungen übertreiben, sowie dass sie im Bezug auf das Thema Klimawandel nervös, gestresst und leicht erregbar sind.

„Klimahysterie“ ist Unwort des Jahres 2019

Update: „Klimahysterie“ wurde zum Unwort des Jahres 2019 durch eine Jury gewählt. In der Jury saßen vier Sprachwissenschaftler und ein Journalist.

Die Jury definierte das Wort „Klimahysterie“ wie folgt. Der Ausdruck „Klimahysterie“ diffamiert und diskreditiert Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung, sowie Klima-Debatten.

Weitere Unworte: Anti-Abschiebe-Industrie, Ökodiktatur, Menschenrechtsfundamentalismus

Was ist Klima-Hysterie genau? Was bedeutet Hysterie? Bedeutung

Als „Hysterie“ wurde langzeit in der Psychiatrie eine neurotische Störung bezeichnet, die sich daran kennzeichnet, dass jemand emotional instabil / labil ist und ein hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung hat. Insbesondere war die „Hysterie“ eine Frauenkrankheit und Ärzte der damaligen Zeit glaubten, dass eigentlich nur Frauen an „Hysterie“ erkranken können.

Der Begriff der „Hysterie“ ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts veraltet und wurde durch die Begriffe „histrionische Persönlichkeitsstörung“ und „dissoziative Störung“ ersetzt. In der Umgangssprache wird der Ausdruck „hysterisch“ noch verwendet.

Wenn jemand „hysterisch“ ist, so bedeutet dies, dass eine Person nervös, sehr leicht erregbar, aufgeregt und dauer-gestresst ist. Sie lässt sich durch Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen und wird schnell emotional. „Hysterisch“ zu sein, bedeutet das jemand übertrieben auf ein für ihn oder für sie sensibles Thema reagiert. Ein sachliches und ruhiges Gespräch ist dann nicht mehr möglich. Zum besseren Verständnis: Das Gegenteil von „hysterisch“ ist jemand, der oder die entspannt ist, sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und ruhig sowie sachlich an etwas herangeht.

Klimahysterie kann als Steigerung der Klima-Sorge verstanden werden. Während das Gefühl der Sorge dafür steht, dass jemand Anteil am Zustand seiner Umwelt nimmt und Maßnahmen einleitet diese Sorge zu lindern, steht „Klimahysterie“ für übertriebene emotionale Anteilnahme.

Um den Ausdruck „Klimahysterie“ besser zu verstehen, sollte deswegen das Adjektiv „Klima-hysterisch“ betrachtet werden.

Anmerkung der Redaktion: Es gibt keine offizielle Definition von „Klimahysterie“ und „Klima-hysterisch“. Auch ist „Klimahysterie“ keine Diagnose oder Beschreibung eines seelischen Zustandes. Deswegen findet die Beschreibung der Begriffe anhand ihrer Bedeutung statt. Dieser Beitrag ist daher auch nur eine breite Interpretation, um die Begriff „Klimahysterie“ besser zu verstehen.

Was bedeutet „Klima-hysterisch“?

Wird jemanden unterstellt, dass er oder sie Klima-hysterisch sei, so ist damit gemeint, dass eine Person sehr sensibel bis nervös auf das Thema „Klimawandel“ reagiert und sehr sensibel bis nervös mit dem Thema „Klimawandel“ umgeht. Dies kann folgende Formen annehmen:

Jedes Verhalten wird auf seine Klima-Schädlichkeit oder Klima-Verträglichkeit geprüft. Dies führt dazu, dass jemand seinen Konsum und seine komplette Art zu leben hinterfragt. Dieses Verhalten kann von Außenstehenden als „übertrieben“ bewertet werden.

Das Thema Klimawandel beginnt viele bis alle Lebensbereiche zu berühren.

Jemand hat ein schlechtes Gewissen bei klimaschädlichen Verhalten oder Verhalten,dass nicht klimaneutral ist.

Der Klimawandel und seine Auswirkungen werden übertrieben dargestellt. Es verbreitet sich der Glaube, dass die Gesellschaft und die Welt kurz vor dem Zusammenbruch durch eine Klimakatastrophe steht. Jemand der unter „Klima-Hysterie“ leidet, lässt sich von diesem Glauben nicht abbringen.

Insbesondere bedeutet „Klima-Hysterie“, dass jemand starke Angst vor den Auswirkungen und Folgen des Klimawandels hat. Diese Angst kann so stark sein, dass sie lähmt oder das ganze Leben eines Menschen beeinflusst.

Gegen Klimawandel-Kritiker und Klimawandel-Leugner wird aggressiv vorgegangen. Ebenso wird gegen jene, die die Weltsicht allgemein anzweifeln aggressiv vorgegangen.

Eine nüchterne und sächliche Bestandsaufnahme von Fakten über das Klima und den Klimawandel findet nicht (mehr) statt. Ein Hinterfragen der eigenen Überzeugungen findet ebenso nicht statt. Ebenso wird nicht gefragt, wer von der Aufgeregtheit um den Klimawandel profitiert.

Weitere Bedeutung von Klimahysterie

„Klimahysterie – was ist dran?“ ist ein Buch von Michael Limburg. Du findest es auf Amazon hier* (*Externer Link zu Amazon und Provisionslink.)

Was bedeutet Klimawahn / Klimawahnsinn? Bedeutung, Definition


Die Begriffe „Klimawahn“ und „Klimawahnsinn“ sind abwertende Begriffe mit denen ausgesagt werden soll, dass die Sorge und das Engagement für das Klima und die Umwelt wahnhafte und verrückte Ausmaße angenommen haben. Mit „Klimawahn“ wird jenen, die sich für bessere Klimaschutzpolitik engagieren, unterstellt, dass ihr Klima-Engagement übertrieben, irrational und unvernünftig ist, sowie dass sie auf eine Art und Weise verblendet sein sollen und instrumentalisiert werden. Sie befinden sich im Wahn.

„Klimawahnsinn“ kann auf zweierlei Arten verstanden. Zum einen bedeutet „Klimawahnsinn“, dass die Ausmaße und Auswirkungen des Klimawandels Formen angenommen haben, die nicht mehr normal sind. Dies sind z.B. extreme Wetterlagen, Temperaturschwankungen, Verschwinden von Insekten, etc. Zum anderen bezeichnet „Klimawahnsinn“ das gemeinschaftliche Klima-Engagement als verrückt und sagt aus, dass ein verrückter Zustand erreicht wurde.

Im weiteren Sinne bedeuten „Klimawahn“ und „Klimawahnsinn“, dass sich jene, die sich für das Klima und eine andere Klimaschutzpolitik engagieren nicht von ihrem Ziel abbringen lassen – unabhängig von den Argumenten und Aussagen ihrer Gegner und Kritiker. Auch ist mit „Klimawahnsinn“ gemeint, dass widersprechende Fakten oder Widersprecher abgelehnt bis bekämpft werden. Dies kann dazu führen, dass Klimaskeptiker bekämpft werden.

Eine Gesellschaft oder eine Gruppe von Menschen, die vermeintlich unter „Klimawahn“ oder „Klimawahnsinn“ leidet, wird damit unterstellt, dass sie die Themen Klimaschutz und Klimaschutzpolitik in übertriebener und vernunftswidriger Art und Weise thematisiert und behandelt.

Der Klimawahn kann zu radikalen Einschnitten in Gesellschaft und Wirtschaft führen. Diese Einschnitte können zu Widerständen in der Gesellschaft und Wirtschaft führen.

Siehe auch: Klimanotstand, Flugscham (Flygskam), Greta-Effekt

Die Ausdrücke „Klimawahn“ und „Klimawahnsinn“ sorgen für ein bestimmtes Framing. Sie sorgen damit dafür, dass die Klima-Proteste und das Klima-Engagement eine bestimmte Einordnung und Bewertung erhalten.

Was bedeutet Klima-Wahn / Klima-Wahnsinn? Bedeutung

Die Ausdrücke „Wahn“ und „Wahnsinn“ beschreiben einen seelischen Zustand der verzerrten und falschen Realitätswahrnehmung. Wer an Wahn oder Wahnsinn leidet, leidet an (krankhaften) Einbildungen und neigt zu einem Verhalten, dass weit über sozial-akzeptierte Normen und Grenzen hinaus geht. Für den Wahn gilt, dass Betroffene eine starke Überzeugung für ihre Weltsicht aufweisen und eine übertriebene Ich-Bezogen haben.

In Verbindung mit dem Begriff „Klima“ wird damit jenen, die für eine bessere Klimaschutzpolitik demonstrieren, protestieren und sich engagieren, unterstellt, dass sie das vernünftige Maß verloren haben und jenseits von Fakten (oder der Realität) handeln und agieren. Sie sollen wie im Wahn sein, nicht mehr auf die besseren Argumente hören und ihr Ziel unnachgiebig verfolgen.

Der Ausdruck „Wahn“ in „Klimawahn“ steht für ein unvernünftiges und irrationales Maß. Der Begriff „Wahnsinn“ sollte nicht zu eng als Beschreibung eines gestörten seelischen Zustandes verstanden werden. Gerade in der deutschen Umgangssprache steht „Wahnsinn“ für verschiedenste positive und negative Dinge. Zu etwas tollem wird gesagt: „Das ist ja der Wahnsinn!“. „Wahnsinn“ ist auch ein bekanntes Lied von Wolfgang Petry. „Wahnsinn“ steht dafür, dass von bisherigen Konventionen abgewichen und Verrücktheit (aus-)gelebt wird. Deswegen kann „Klima-Wahnsinn“ für einen neuen Zustand und einen neuen Umgang mit dem Klima stehen.

Auch kann „Klima-Wahnsinn“ im Sinne des Zitats von Albert Einstein anders verstanden werden. „Wahnsinn“ bedeutet nach Albert Einstein, dass jemand immer wieder das gleiche tut und auf andere Ergebnisse hofft. Damit kann „Klimawahnsinn“ als eine Bewertung und Kritik der deutschen Klima-, Energie- und Wirtschaftspolitik verstanden werden, die zwar versucht mit neuen Gesetzen den Klimawandel abzudämpfen und zu bekämpfen, aber keine neuen Ergebnisse erzielt. Konkret bedeutet dies, dass die Auswirkungen von Maßnahmen gegen den Klimawandel in Frage gestellt werden.

Anmerkungen der Redaktion:

Es gibt keine einheitliche Defintion der Begriffe „Klimawahn“ und „Klimawahnsinn“. Auch ändert sich die Bedeutung der Begriffe je nach dem, welche Menschen oder politische Gruppe, den Begriff gebraucht. Deswegen sollten beide Begriffe im allgemeinen wie folgt verstanden werden: Klimawahn und Klimawahnsinn stehen für ein neues Verhalten abseits von alten Konventionen. Das dies nicht allen gefällt (oder gefallen muss), sollte selbstverständlich sein.

Was bedeutet „alte weiße Männer“? Wer sind sie? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Alte weiße Männer“ ist ein Feindbild von Feministen und politisch links eingestellten Menschen. Diesen Männern wird unterstellt für folgende Dinge zu stehen oder dafür verantwortlich zu sein:

  • Ausgrenzung und Benachteiligung von Frauen und Minderheiten
  • Ausgrenzung von Ausländern
  • Chancenungleichheit
  • Distanz bis Ablehnung der multikulturellen Gesellschaft
  • Patriarchat
  • Rassismus / Alltagsrassismus
  • Sexismus / Alltagssexismus
  • Starre bzw. enge Geschlechterrollen
  • Strukturelle Diskriminierung
  • Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen (Gender-Pay-Gap, Lohnungleichheit)
  • Zerstörung der Umwelt, Zerstörung des Klimas

Ferner sollen alte weiße Männer an vielen Missständen und vielem Leid dieser Welt verantwortlich sein.

Der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist für einige alte weiße Männer eine Provokation und wird teils als Beleidigung empfunden.

Der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist eine Übersetzung aus der englischen Sprache. Dort wird unter anderem von „old white man“ oder „angry white male“ gesprochen.

Wer sind „alte weiße Männer“? Was macht sie aus? Was sind ihre Merkmale?

„Alte weiße Männer“ meint im Allgemeinen wirklich alte Männer mit weißer Haut, die über 45 Jahre alt sind. Jedoch sind das angeborene Merkmal der Hautfarbe und das Alter nicht genug. „Alte weiße Männer“ meint Männer aus der westlichen Welt mit einer bestimmten Weltanschauung und die auf bestimmte Arten privilegiert sind. Sie haben z.B. einen höheren sozialen Status, bessere Bildung genossen und wurden im Berufsleben bevorzugt behandelt. Diese alten weißen Männer besitzen Wohlstand und sind konservativ eingestellt.

Im speziellen sind mit „alte weiße Männer“ meist weiße Männer in Führungsetagen, Chefposten und anderen Führungspositionen gemeint. Es geht z.B. um Männer, die Präsident eines Landes oder einer Gruppe sind. Auch geht es um Männer, die in der Politik und in Parteien Chef sind und Verantwortung tragen. Auch sexistische Machos gelten als alte weiße Männer.

Diese mächtigen (weißen) Männer lieben ihre Macht, Dominanz und Privilegien. Sie tun viel dafür diese auszubauen und zu erhalten.

Charakteristisch für „alte weiße Männer“ ist, dass sie sich ihre Privilegien und ihre Überlegenheit nicht eingestehen. Sie stellen sich gegen den Wandel der Gesellschaft und teils gegen liberale Werte. Sie verschließen sich, ihren eigenen Sexismus oder Rassismus zu hinterfragen. Sie verschließen sich ihre Sprache zugunsten von politisch-korrekten Begriffen zu ändern.

Alte weiße Männer überlassen Frauen die Hausarbeit und das Erziehen der Kinder. Diese alten weißen Männer halten an veralteten Rollen- und Gesellschaftsbildern fest. Teils weigern sie sich ihre Weltsicht zu ändern und neue Umstände der Gesellschaft zu akzeptieren.

Mit dem Attribut „alt“ wird den alten weißen Männern unterstellt, dass sie auf eine Art und Weise rückwärtsgewandt sind, der alten Zeit hinterhertrauern und damit im Konflikt mit der neuen Zeit stehen.

Siehe auch: Was ist Identitätspolitik?

Kritik am Begriff „Alte weiße Männer“

Menschen nach mindestens einem bestimmten angeborenen Merkmal einer Gruppe zuzuordnen, ist (eigentlich) rassistisch. Der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist damit ein Ausdruck für umgekehrten Rassismus.

Das Feindbild „Alte weiße Männer“ ist eine starke Vereinfachung, denn längst sind nicht alle alten weißen Männer gleich oder haben der Welt gleich geschadet.

Umstände wie das Männer früher als Frauen sterben werden beim Ausdruck „alte weiße Männer“ meist nicht thematisiert.

„Alte weiße Männer“ von Sophie Passmann

„Alte weiße Männer“ heißt ein 2019 veröffentlichtes Buch von Sophie Passmann. Du findest „Alte weiße Männer“ auf Amazon hier* (*Externer Link zu Amazon und Provisionslink.)

Das Buch zeigt die Interviews, die Sophie Passmann mit 16 alten weißen Männern geführt hat. In diesen Interviews redet sie mit Männern über Feminismus. Sie traf unter anderem:

  • Kai Diekmann (ehemaliger Chefredakteur der BILD-Zeitung)
  • Robert Habeck (Politiker von Bündnis 90 / Die Grünen)
  • Kevin Kühnert (SPD-Politiker)
  • Rainer Langhans (Schauspieler; Mitglied der Kommune I)
  • Sascha Lobo (Blogger)
  • ihren Vater
  • Werner Patzelt (Politikwissenschaftler)
  • Ulf Poschardt (Chefredakteur von „Die Welt“)
  • Peter Tauber (CDU-Politiker)
  • Christoph Amend (Chefredakteur „Zeit-Magazin“)
  • Claus von Wagner (Kabarettist bei „Die Anstalt“)
  • Tim Raue (Koch)
  • Micky Beisenherz (Autor)
  • Carl Jakob Haupt (Blogger)
  • Marcel Reif (Journalist)
  • Jörg Thadeusz (Journalist)
Was ist ein Die-In, Sit-In, Go-In? Bedeutung, Übersetzung auf deutsch


„Die-In“, „Sit-In“ und „Go-In“ sind Demonstrationformen und Formen des gewaltlosen Widerstands. Während Teilnehmer bei einem „Die-In“ und „Sit-In“ bewusst Raum mit ihrem Körper blockieren, um auf ihr Thema aufmerksam zu machen, geht es beim „Go-In“ darum eine Diskussion erst zu stören und dann zu übernehmen.

Bei einem „Die-In“ legen sich Teilnehmer plötzlich auf den Boden und spielen „tot“. Bei einem „Sit-In“ setzen sich Teilnehmer auf den Boden und bewegen sich nicht. Bei einem „Go-In“ stürmen Teilnehmer eine laufende Veranstaltung (Theater, Diskussionsrunde, Podiumsdiskussion). Sie versuchen entweder ein Gespräch mit Veranstaltern und anderen Teilnehmern zu erwingen oder ihre Botschaft durch Übernahme des Mikrofons zu verbreiten.

Eine weitere Demonstrationsform ist das Teach-In: Bei einem „Teach-In“ informieren Teilnehmer (meist an einer Universität) über ein Thema für das sie sich einsetzen.

Was ist ein: „Die-In“ / „Sit-In“? Bedeutung, Definition

„Sit-In“ und „Die-In“ sind Demonstrationsformen bei welchen Teilnehmer mit ihrem Körper Raum blockieren. Während bei einem „Sit-In“ die Teilnehmer sich auf den Boden setzen, fallen Teilnehmer bei einem „Die-In“ plötzlich zu Boden und spielen „tot“. Durch das plötzliche zu Boden fallen, erregen die Teilnehmer die Aufmerksamkeit von Passanten (und Zuschauern) und stören das freie Gehen auf einer Straße.

Das „Die-In“ ist eine dramatischere Demonstrationsform als das „Sit-In“. Durch das Tot-spielen der Teilnehmer wird eine Notsituation simuliert und eine Schocksituation erzeugt. Dadurch können Teilnehmer eines „Die-In“ stärker die Lebensbedrohlichkeit und Gefahr eines Sachverhaltes darstellen, da sie „Opfer“ spielen bzw. symbolisieren.

Ein „Die-In“ lebt vom Schockeffekt. Teils verwenden die Teilnehmer eines Die-In Kunstblut, tragen kaputte Kleidung und legen sich auf Bettlaken. Auch können Die-In-Demonstrationen insofern gut vorbereitet sein, als das Teilnehmer Info-Material für Pressevertreter vorbereitet haben. Außerdem wird teils auch Absperrband verwendet.

Während das „Die-In“ mit einer Dauer von wenigen Minuten eher kurzfristig ist, kann ein „Sit-In“ bis zu mehreren Stunden dauern. Teilnehmer eines „Sit-In“ demonstrieren mit ihrer Teilnahme Ausdauer und eine gewisse Hartnäckigkeit.

Ein „Sit-In“ kann auch zu einer Sitzblockade werden. Bei einer Sitzblockade unterstützen sich Teilnehmer gegenseitig durch Einhaken und Festhalten, so dass ihre Blockade nicht (gewaltsam) aufgelöst wird.

„Sit-In“ bedeutet auf deutsch „Sitzstreik“. „Die-In“ kann nicht direkt auf deutsch übersetzt werden. Das Wort „die“ bedeutet „sterben“ und „Tod“.

Was ist ein „Go-In“? Bedeutung auf deutsch

Bei einem „Go-In“ stürmen Teilnehmer eine Bühne und stören eine laufende Veranstaltung. Ihr Ziel ist es dabei, die Bühne für ihre Botschaft zu nutzen oder ein Gespräch mit Veranstaltern oder anderen Personen auf der Bühne zu erzwingen.

Ein „Go-In“ ist erfolgreich, wenn Teilnehmer des Go-In das Rednerpult oder Mikrofon übernehmen, um ihr Anliegen vorzutragen.

Weitere zu „Die-In“ und „Sit-In“:

In der deutschen Umgangssprache wird ein gemütliches Beisammensitzen teils auch als „Sit-In“ bezeichnet.

Was ist der Greta-Effekt? Bedeutung, Erklärung


Als „Greta-Effekt“ wird das veränderte Konsum-, Wahl-, Teilhabe- und Reiseverhalten von jungen Menschen und Erwachsenen bezeichnet, welche ihr Verhalten in Folge der Aktivitäten der schwedischen Klimaschützerin Greta Thunberg und der Fridays-For-Future-Demonstrationen überdacht, sowie geändert, haben.

Der Greta-Effekt hat zwei direkte Folgen: Mehr (junge) Menschen nehmen an den Fridays-For-Future-Demonstrationen teil und mehr Menschen entwickeln ein Bewusstsein für die Klimaschädlichkeit von Flugreisen. Aus diesem Bewusstsein heraus üben sich einige in Flugverzicht und reisen mit Zug oder Bus. (siehe: Flugscham (Flygskam))

Weitere Folgen des Greta-Effektes

Der Greta-Effekt sorgt dafür, dass junge Menschen und Erwachsene ein Bewusstsein für die Klimaschädlichkeit ihres bisherigen Verhaltens erlangen. Aus diesen Erkenntnissen heraus, welches Verhalten der Umwelt und dem Klima schadet, ändern sie ihr Verhalten. Sie setzen sich auf zwei Arten für ein besseres Klima ein: a) Sie demonstrieren und wählen anders;  b) sie ändern ihr eigenes Konsumverhalten, wollen Müll vermeiden und CO2-neutral konsumieren/leben.

Auch sorgt der Greta-Effekt dafür, dass junge Menschen und Erwachsene anders an der Gesellschaft und insbesondere der Politik teilnehmen. Sie wählen anders und setzen sich dafür ein, dass ihre Klimaschutz-Forderungen – wie z.B. einen Klimanotstand auszurufen – durchgesetzt werden.

Der Greta-Effekt hat viele Schüler, Studenten und Erwachsene inspiriert sich stärker für das Klima einzusetzen und an Fridays-For-Future-Demonstrationen teilzunehmen.

Der Greta-Effekt wirkt international. Er hat unter anderem schon dafür, dass sich über 1 Million Schüler in über 100 Länder durch eine Teilnahme an einer lokalen Fridays-For-Future-Demonstration für eine bessere Klimaschutzpolitik eingesetzt haben.

Greta-Thunberg-Effekt in der Politik

Der Greta-Effekt wirkt auch in der Parteienpolitik und ist ein Grund für die Wahlergebnisse von Bündnis 90 / Die Grünen. (Bündnis 90 / Die Grünen profitieren am stärksten vom Greta-Effekt, den Aktivitäten von Greta Thunberg und den Fridays-For-Future-Demonstrationen.)

Allgemein hat der Greta-Effekt dafür gesorgt, dass mehr junge Menschen wählen gehen. Dadurch steigt die Wahlbeteiligung. Ebenso sorgt der Greta-Effekt dafür, dass das Thema „Klimaschutz“ stärker in der Politik Beachtung findet und präsenter in den Medien ist.

Negativ wirkt der Greta-Effekt auf Politiker und Parteien, die die Klimaschutzziele und -forderungen von Fridays For Future kritisieren.

Beispiele für den Greta-Effekt:

  • Fernreisen: CO2 vermeiden durch Zug-Reisen – Statt mit dem Flugzeug zu reisen, wird mit dem Zug (oder Bus) gefahren. (Siehe auch: Flugscham (Flygskam) – Flugverzicht ist eine zentrale Folge der Klimaschutz-Bewegung Fridays For Future.)
  • Plastik-Müllvermeidung: Obst und Gemüse wird ohne Plastik-Verpackung gekauft
  • Sammeln von Müll
  • Teilnahme an Fridays-For-Future-Demonstrationen
  • Verzicht auf Einwegprodukte (Bsp.: Kaffeebecher)
  • Verzicht auf Fernreisen
  • Wunsch nach CO2-neutralen Aktivitäten

Weitere Vorschläge um etwas für das Klima zu tun findest du hier.

Warum der Greta-Effekt wirkt

Die schwedische Klima- und Umweltaktivistin Greta Thunberg ist glaubwürdig und authentisch. Sie lebt, was sie fordert. Sie reagiert auf Kritik und passt ihr Verhalten auch an, wenn es dem Klima nützt. Man glaubt ihr, dass sie das wirklich will, wofür sie sich einsetzt.

Die Protest-Bewegung Fridays For Future hat Greta Thunberg ins Leben gerufen. Sie ist der Auslöser der globalen Bewegung für mehr Klimaschutz, genannt „Fridays For Future“. Sie bestreikte erst einsam das schwedische Parlament. Erst später bekam sie Unterstützung und die Bewegung wuchs.

Sich für ein besseres Klima, für mehr Klimaschutz und für sinnvolleren Konsum einzusetzen, ist ein Ziel, dass eigentlich jeder unterstützen müsste, der in einer lebenswerten Welt leben möchte. Dieses Ziel sorgt dafür, dass viele Menschen – unabhängig von der Nation oder ihrem Land –  sich vereinen und sich gemeinsam dafür einsetzen, dass es erreicht wird.

Was ist das Sommerloch? Bedeutung, Definition, Beispiele


Als Sommerloch wird eine Ereignis- und Nachrichten-arme Zeit im Sommer und Hochsommer bezeichnet. In dieser Zeit passiert sehr wenig bis gar nichts relevantes in Politik, im Sport, in Medien, in der Kultur und Gesellschaft. Dies führt dazu, dass Massenmedien weniger spannende oder wichtige Themen haben, über die sie berichten können.

Das Sommerloch entsteht durch die Sommerpause des Bundestages und anderer Parlamente, durch die Sommerpause verschiedener Sportligen (Bsp.: Bundesliga), sowie durch die Sommerpause verschiedener Unterhaltungs- und Talkshows; gleichzeitig sind viele Menschen im Urlaub und Schüler haben natürlich Sommerferien. Auch in Universitäten, Behörden, Theater und Galerien passiert während des Sommers relativ wenig bis gar nichts. Im Sommer gibt es weniger Pressekonferenzen.

Im Sommerloch gibt es nur eine Ausnahme: Sportliche Großereignisse wie eine Fußball-WM können im Sommer stattfinden.

Eine Folge des Sommerlochs ist, dass Medien sich unwichtigeren und unrelevantere Ereignissen und Personen widmen, über welche sie dann berichten. Einige Journalisten greifen auf Themen wie z.B. „Sommerlochtiere“ zurück. Auch wird es im Sommer und Hochsommer Zeit für den Sommerhit des Jahres. Teils berichten Journalisten über kuriose Themen wie z.B. seltsame Gesetzesvorschläge („Currywurst-Steuer“), „skurile Vornamen“ oder „ungewöhnliche oder seltsame Ortsnamen„.

Ein anderer Name für „Sommerloch“ ist „Saure-Gurken-Zeit“.

Wie entsteht das Sommerloch? Wann ist Sommerpause?

Ein Sommerloch beginnt ungefähr im Juli und dauert bis ca. August. Es kennzeichnet sich dadurch, dass in vielen Insitutionen und Einrichtungen in Deutschland (und anderen Ländern) Ferien bzw. Sommerpause eingelegt wird. Beispiele:

  • Eine Bundesliga-Saison endet im Mai und die neue Saison beginnt erst im August. Für andere Ligen gilt ähnliches.
  • Die Parlamentarische Sommerpause des Bundestages dauert rund zwei Monate. Sie beginnt im Juli und endet im August. (Für Landtage, Kreistage und Stadt-/Gemeinderäte gilt ähnliches.) Dies hat zur Folge, dass viele Politiker im Urlaub sind und in dieser Zeit keine Interviews geben.
  • In der Politik finden wenige bis keine Gipfel und keine Staatsbesuche statt. Streit zwischen Politikern und Parteien hat im Sommer meist Pause.
  • Die Sommerferien für Schüler beginnen je nach Bundesland im Juni oder Juli und enden im August oder September. (Insgesamt sind es sechs Wochen.)
  • Unterhaltungs- und Talkshows wie unter anderem die „heute show“, „Hart aber fair“ und „Anne Will“ legen eine Sommerpause ein. In der Sommerpause werden keine neuen „Tatorte“ ausgestrahlt. Auch von vielen Gamingshows werden keine neuen Folgen ausgestrahlt.
  • Einige Firmen legen eine Sommerpause ein.
  • Viele Prominente sind im Sommerurlaub.

Die sommerlichen Temperaturen und der Umstand, dass es Abends noch warm ist, sorgen dafür, dass viele Menschen länger draußen sind. Daher ist der Sommer und das Sommerloch die perfekte Zeit für Festivals und Open-Airs.

Auch sorgen die sommerlichen Temperaturen dafür, dass viele sich entspannen wollen und Ruhe suchen. Wer dann am Wasser oder unter einem Baum sitzt, will einfach nur Entspannung.

Sommerlochtiere

Fehlen spannende Themen und gibt es wenige spannende Ereignisse über die berichtet werden kann, so berichten Journalisten über „Sommerlochtiere“.

Als Sommerlochtiere eignen sich frei lebende Tiere, die entweder entlaufen sind oder ausgesetzt wurden. Bei ihnen ist nicht vorhersagbar, wie sie sich als nächstes verhalten. Dadurch entsteht Spannung und neue Berichterstattungen sind möglich.

Gibt es das Sommerloch wirklich?

Wer will, kann das „Sommerloch“ besuchen. Denn „Sommerloch (bei Bad Kreuznach)“ ist eine Gemeinde in Rheinland-Pfalz mit rund 400 Einwohnern. Der Umstand des Namens dieses Dorfes inspiriert viele Journalisten das „Sommerloch“ zu besuchen. (Weitere interessante und kuriose Ortsnamen findest du hier.)

Übrigens der Name der Gemeinde „Sommerloch“ stammt vom mittelhochdeutschen „Sumerlachen“ ab. „Sumerlachen“ bedeutet so viel wie „südliche feuchte Mulde“. „Sommerloch“ ist eine Gemeinde in der schon lange Wein angebaut wird.

Ideale Temperatur im Sommer am Arbeitsplatz: 20 bis 22 Grad Celsius

Das Sommerloch spürt jeder, der im Sommer arbeitet und an seinem Arbeitsplatz ist. Denn bei höheren Temperaturen singt die Kreativität und die Leistung. Daher führt der Sommer mit seinen Temperaturen allein dazu, dass man das Leben ruhiger angeht bzw. angehen will. Es gilt, dass man am besten arbeiten kann, wenn die Temperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius liegt. Liegt die Temperatur darüber, so ist die Arbeit anstrengender und kann zu Kopfschmerzen oder Schwindel führen. (Übrigens die ideale Luftfeuchte liegt zwischen 40 bis 60 Prozent.)

Ist es an einem Arbeitsplatz über 30 Grad Celsius warm, so sollte eine Arbeitgeber handeln. Denn diese Temperaturen sind nicht nur anstrengend, sondern können für den Kreislauf gefährlich werden.

Als Obergrenze wurden 35 Grad Celsius festgelegt. Wer bei 35 Grad Celsius arbeitet, verrichtet „Hitzearbeit“. Dem Körper fällt es bei diesen Temperaturen sehr schwer seine innere Kerntemperatur zu regulieren.

Kommentar zum Sommerloch

Der Ausdruck „Sommerloch“ suggeriert, dass im Sommer gar nichts passiert. Es soll eben ein Nachrichten-Loch sein oder geben. Also eine Leere an Nachrichten. Dies ist falsch, denn im Sommer passiert zwar weniger, aber nie gar nichts.

Stimmungsmache / Meinungsmache: Was ist das? Bedeutung, Definition


„Stimmungsmache“ und „Meinungsmache“ bedeuten, dass ein Mensch oder ein Medium seine Reichweite, seinen Einfluss und seine Glaubwürdigkeit nutzt, um eine bestimmte Weltansicht, eine bestimmte Haltung und eine bestimmte Meinung für oder gegen etwas oder jemanden zu verbreiten.

Stimmungsmache und Meinungsmache stellen jeweils den Versuch dar, die (öffentlichte) Meinung zu beeinflussen. Dabei soll die (öffentliche) Meinung so beeinflußt werden, dass beeinflusste Personen eine Haltung bzw. Meinung für oder gegen etwas oder jemanden einnehmen. Der Versuch der Stimmungsmache soll dazu führen, dass sich das Verhalten der beeinflussten Personen ändert.

Techniken für Stimmungsmache und Meinungsmache:

  • Verbreiten von falschen Informationen / Fake News
  • Unausgewogene und einseitige Darstellung von Informationen (Nur pro / Nur kontra)
  • Schüren von Ängsten / Panik
  • stark dramatisierende und emotionalisierende Berichterstattung
  • Moralische Entwertungen

Stimmungsmache und Meinungsmache kann dazu führen, dass eine Öffentlichkeit gegen etwas aufgewiegelt wird, sowie dass eine Öffentlichkeit etwas für gut oder schlecht hält.

Stimmungsmache und Meinungsmache sind stets einseitig und unausgewogen. Sie basieren auf klaren Freund-Feind-Bildern. (Beispiel: Wir sind die Guten. Wer nicht ist/denkt wie wir, ist gehört zu den Schlechten.) Außerdem liefern sie einfache Lösungen und es wird meist einfach eine Person oder Gruppe als Sündenbock benannt, die vermeintlich schuld sein soll.

Ein anderes Wort für (politische) Stimmungsmache ist „Propaganda“.

Synonyme für Stimmungsmache und Meinungsmache sind: Hetze, Scharfmacherei

Siehe auch: NPC-Meme

Maßnahmen gegen Stimmungsmache und Meinungsmache

Kritisches Denken hilft gegen Stimmungs- und Meinungsmache. Dies beginnt beim Hinterfragen, ob der dargestellte Sachverhalt wirklich so ist, ob die Schlußfolgerungen und ihre Bewertungen angemessen sind. Außerdem hilft eigenes Denken und eigenes Recherchieren, sowie sich die Frage zu stellen, wer profitiert („Cui bono?“). Wenn eine bestimmte Haltung oder Meinung vermittelt wird, gibt es stets jemanden, der davon profitiert!

Fakten anzuzweifeln, ist stets ratsam. Angezweifelte Fakten sollten durch eigene Recherchen und zusätzliche Quellen bestätigt werden.

Das differenzierte Betrachten eines Sachverhaltes hilft ebenfalls gegen Stimmungsmache. Denn etwas ist nicht nur an-sich schlecht oder an-sich gut.

Gilt die Meinungsfreiheit für Stimmungsmache und Meinungsmache? (Art. 5 GG / Zensur)

Art. 5 des Grundgesetzes regelt klar, dass jeder in Deutschland das Recht hat seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. Dies ist innerhalb der allgemeinen Gesetze erlaubt.

In der Bundesrepublik Deutschland werden alle Meinungen – egal, ob emotional, rational, richtig, falsch, moralisch wertvoll, moralisch abstoßend – geschützt, solange sie nicht gegen die Gesetze verstoßen. (Eine Straftat stellen z.B. dar: Aufruf zur Straftat / Aufforderung zur Gewalt, Beleidigung, Volksverhetzung)

Es steht jedem frei, Politiker, Parteien oder Personen zu kritisieren oder zu loben.

Das bedeutet, Stimmungsmache und Meinungsmache sind innerhalb des gesetzlichen Rahmens erlaubt. (Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung!)

Stimmungsmache und Meinungsmache im Internet und den sozialen Medien

In sozialen Medien und auf Webseiten auf denen Teilnehmer ihre Meinung ungefiltert veröffentlichen können, findet Stimmungsmache ebenfalls statt. Durch massenhafte einseitige Kommentare und Beiträge soll der Eindruck vermittelt, dass es eine (größere) Öffentlichkeit gebe, die diese Meinung vertritt. Im Zusammenspiel mit Algorithmen, die populäre Beiträge prominenter platzieren, kann so der Eindruck entstehen, dass eine Meinung akzeptierter ist, als angenommen.

Maßnahmen gegen die Stimmungs- und Meinungsmache auf Webseiten und in den sozialen Medien sind unter anderem das Moderieren von Kommentaren und Techniken wie Shadow-Banning.

Siehe auch: Online-Enthemmungseffekt

Was ist asymmetrische Wahlkampfführung / Wahlkampf? Bedeutung, Erklärung, Definition


Als „asymmetrische Wahlkampfführung“ bzw. „asymmetrischer Wahlkampf“ wird ein ungleicher Wahlkampf bezeichnet, bei welchem Wahlkampfteilnehmer anderen Teilnehmern technologisch und medial überlegen sind. Dies bedeutet, dass die technologisch und medial überlegenen Wahlkampfteilnehmer über Kompetenzen, Fähigkeiten, Wissen, Einfluss oder Reichweite verfügen, welche den unterlegenen Wahlkampfteilnehmern fehlen. Das hat zur Folge, dass die überlegenen Wahlkampfteilnehmer Menschen erreichen und Meinungen beeinflussen können, was den unterlegenen Wahlkampfteilnehmern kaum bis gar nicht möglich ist.

Europawahl 2019, Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), Rezo: Was wirklich „asymmetrische Wahlkampfführung“ ist

Nach der Europawahl 2019 beklagte die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (abgekürzt: AKK) die „asymmetrische Wahlkampfführung“ im Internet. Dies tat sie im Hinblick auf die Verluste der CDU bei der Europawahl (-7,4 Prozent auf 28,9 Prozent), das Rezo-Video „Die Zerstörung der CDU“, die Reaktionen der CDU auf das Video und den Aufruf von 70 YouTubern nicht die CDU, nicht CSU, nicht die SPD und nicht die AfD zu wählen. Außerdem wurde das Thema „Asymmetrische Wahlkampfführung“ als dritter Tagesordnungspunkt der CDU-Klausur am 2. Juni 2019 festgelegt.

In einer Stellungnahme nach der Europwahl 2019 sagte Annegret Kramp-Karrenbauer, dass sie sich frage, was in Deutschland los wäre, wenn 70 Zeitungsredaktionen einen Aufruf machen würde, nicht CDU zu wählen.

Im Hinblick auf die Wahlkampfteilnahme der YouTuber, ihre Netzkampagne, die Kritik an der CDU und ihre Empfehlung die CDU nicht zu wählen, bedeutet asymmetrische Wahlkampfführung, dass Influencer und YouTuber im Internet („Neuland„) mit ihrer Reichweite viele Menschen erreichen und so Wahlen beeinflussen können. Die Influencer und YouTuber nutzen erfolgreich Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter und YouTube, um Menschen zu erreichen. Sie haben die Mechaniken und Algorithmen dieser Plattformen verstanden, um Aufmerksamkeit zu erhalten und Reichweite aufzubauen. Hier ist im Nachteil, wer a) die Plattformen nicht nutzt oder b) nicht verstanden hat, wie die Plattformen erfolgreich genutzt werden können.

Anzumerken ist, dass die Influencer und YouTuber ihre Neutralität und Überparteilichkeit waren, in dem sie keine Partei empfehlen, sondern empfehlen, welche Parteien nicht gewählt werden sollten. (Im Sinne des Begriffs bedeutet „Parteilichkeit“, dass jemand sich für eine Partei engagiert. „Überparteilichkeit“ bedeutet, dass jemand unabhängig von Parteien ist und über den Parteien steht.)

Woher kommt der Ausdruck „asymmetrische Wahlkampfführung / Wahlkampf“? Herkunft, Bedeutung

Der Begriff „asymmetrische Wahlkampfführung“ bzw. „asymmetrischer Wahlkampf“ leitet sich vom Ausdruck „asymmetrische Kriegführung“ bzw. „asymmetrischer Krieg“ ab.

Als „asymmetrischer Krieg“ wird ein Krieg zwischen zwei ungleichen Parteien bezeichnet. Sie unterscheiden sich stark durch die verwendeten Waffen, die Zahl der Waffen, die Waffentechnologie, ihre Strategie, ihre Mannstärke und den Einsätz der Streitkräfte. Dies führt dazu, dass die überlegene Partei, die unterlegene Partei stark dominiert.

Der Ausdruck „asymmetrische Wahlkampfführung“ erinnert stark an den Ausdruck „asymmetrische Demobilisierung„. Der SPD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017, Martin Schulz, warf Angela Merkel vor, dass sie eine Strategie der „asymmetrische Demobilisierung“ betreibe. Damit meinte er, dass die CDU unter der Führung Angela Merkel Themen des politischen Gegners aufgreife und umsetze. Dies führt dazu, dass die Forderungen erfüllt werden und die Gründe wegfallen jene Parteien zu wählen. Mehr über die „Asymmetrische Demobilisierung“ hier.

Fridays for Future: Was kann ich tun? Was jeder tun kann?


Fridays for Future ist eine Bewegung, die nicht im Protest und Demonstrieren verharrt, sondern dafür sorgt, dass sich erst das Bewusstsein ändert, dann das Verhalten und dies schlussendlich in der Politik ankommt. Das ist nicht nur löblich, sondern sollte der Normalfall einer jeden Bewegung sein.

Natürlich kritisieren die Schüler und ihre Unterstützer das Versagen der Politiker. Sie sehen wie in den letzten Jahrzehnten mit den Ressourcen der Erde umgegangen wurde und sie sehen wozu maßloser Konsum führt. Sie fordern eine bessere Umwelt- und Klimapolitik. Doch anstatt auf die Politik zuwarten und zu hoffen, beginnen sie den Wunsch nach einer besseren Welt selbst umsetzen. Sie hinterfragen ihren Konsum und hinterfragen, wo sie ihr Verhalten ändern können. Es geht, um einen besseren Umgang mit den Ressourcen dieser Welt! Sie stellen sich Fragen wie: Wo kann Benzin gespart, Plastik vermindert und Müll verringert werden?

Fridays for Future: Erst das Bewusstsein ändern, dann das Verhalten

Die Schüler fordern mehr Aufmerksamkeit von der (lokalen) Politik für eine bessere Klimapolitik. Sie fordern (teils erfolgreich) die Ausrufung des Klimanotstandes. (So geschehen in der Schweiz und in Konstanz als erste deutsche Stadt.) Schüler gehen im Wald, in Parks und in der Natur Müll sammeln. Sie nennen dies Trashtag. Ein Kofferwort aus dem englischen für Müll „Trash“ und Hashtag. Auch an dem veränderten Bewusstsein für Fernreisen haben die Fridays-For-Future-Schüler ihren Anteil. Im Herbst 2018 verbreitete sich erst das schwedische Wort „Flygskam“ und dann seine deutsche Übersetzung „Flugscham“ in Deutschland. Sollte man sich nun schämen, wenn man zu viel fliegt?

Fridays for Future ist eine Bewegung, die polarisiert und genau hier liegt ihr Potential. Denn auf einmal hat jeder eine Meinung zu Schülern, die am Freitag lieber streiken anstatt zu pauken. Einige unterstützen die Schüler. Andere kritisieren sie. Das erzeugt Aufmerksamkeit für die Inhalte und Ziele von Fridays for Future. Doch anstatt gegen aktuelle Entwicklungen zu kämpfen und die Konservierung des Vergangenen zu fordern, setzen sich die Schüler für eine bessere Zukunft ein. Dies ist ein lohnenswertes Ziel, dass viele mit reißt. (Wer will keine bessere Zukunft?)

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade #bloggersforfuture von livelivegreen teil. Wir, Journalisten, Online-Autoren und Blogger, können die Ideen von Fridays for Future weitertragen und Leser inspirieren. Deswegen ist #bloggersforfure eine gute Idee.

Die streikenden Schüler und ihre Unterstützer haben nämlich eins verstanden: Alles auf dieser Welt hängt zusammen und ist miteinander verbunden. Diese Welt besteht aus vielen Kreisläufen und wir haben Einfluss daraus. Das bedeutet in seiner Konsequenz, dass wir Menschen uns mit jeder Umweltverschmutzung und -zerstörung selbst schädigen. Damit nehmen wir erst der Natur, den Tieren und den Insekten die Lebensgrundlage, und danach uns selbst. (Thema: Artenvielfalt!) Wer dies einsieht und verstanden hat, versteht warum gehandelt werden muss.

Fridays For Future: Was kann ich tun? Liste

Die Schüler fordern, dass Verantwortung übernommen wird und wollen selbst Verantwortung übernehmen. Das ist lobenswert, denn die Veränderung, die sich jeder wünscht, beginnt bei jedem selbst! Daher folgen nun einige Beispiele, wie jeder etwas für eine bessere Umwelt, Welt und Zukunft tun kann:

  • Auf Einwegprodukte verzichten
  • Auf Kreuzfahrten verzichten
  • Coffee-to-go aus dem eigenen Becher trinken
  • In einem Unverpackt-Laden einkaufen
  • nachhaltige Produkte kaufen
  • Müll sammeln (Trashtag)
  • Müll vermeiden / weniger Müll produzieren
  • Obst ohne Plastik-Verpackung einkaufen
  • Schreib deinem Abgeordneten, dass er sich für das Klima einsetzen soll
  • Strom sparen / Stromanbieter wechseln / Zu Ökostrom wechseln
  • Über den Klimawandel reden und diskutieren
  • Wählen gehen
  • Weniger Auto fahren – Mehr Fahrrad fahren
  • Weniger Exotisches Flugobst essen – Mehr saisonales + heimisches Obst und Gemüse essen
  • Weniger Fleisch essen und/oder bewußter Fleisch essen (auf Billigfleisch verzichten)
  • Weniger Fliegen, auf Inlandsflüge verzichten – Mehr Zug fahren
  • Weniger Heizen / Energie sparen
Was mir Demokratie bedeutet: Persönliche Freiheiten sind das höchste Gut!


Die Demokratie ist eine der unaufdringlichsten Herrschaftsformen, die es gibt. Sie verpflichtet ihre Bürger politisch zu nichts. Sie fordert kein politisches Engagement ein. Sie bietet Freiheiten: Wer an der Demokratie teilnehmen möchte, kann das tun, muss es aber nicht. Niemand muss wählen gehen. Niemand muss demonstrieren. Niemand muss politisch aktiv werden. Es muss keine Fahne geschwungen und kein Hemd getragen werden. Jeder Bürger kann in seinem Leben irgendwann politisch aktiv werden, wenn er denn will.

Diese Unaufdringlichkeit ist Ausdruck der Freiwilligkeit und der Freiheiten unserer Demokratie. Denn an der Demokratie nimmt nur Teil, wer aus innerem Antrieb dran teilnehmen möchte. Äußere staatliche oder politische Zwänge gibt es nicht. Dies ist in der deutschen Geschichte eine Errungenschaft, deren Wert zu oft vergessen wird. Denn in unserer Demokratie kann der Bürger gänzlich unpolitisch sein und z.B. nicht an Wahlen teilnehmen. Diese Option ist Garant für eine funktionierende Demokratie. Denn erst, wenn Bürger sich entscheiden können, ob sie wählen oder nicht, zeigt sich der demokratische Charakter einer freien(!) Wahl. Zur Erinnerung: Die DDR kannte Wahlbeteiligungen von knapp 100 Prozent. Zur Bundestagswahl 2017 lag die Wahlbeteiligung bei 76,2 Prozent.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Was bedeutet mir die Demokratie? #DHMDemokratie“ vom Deutschen Historischen Museum teil.

Demokratie: Jeder wählt selbst

Die Freiheit der Bürger und ihr freiwilliges politisches Handeln ist die größte Stärke der Demokratie. Denn sie nimmt ihre Bürger nicht an die Hand und schreibt ihnen nicht vor, was sie denken, wie sie sich verhalten oder wen sie wählen sollen. Sie überlässt die Willensbildung ihren Bürgern und übergibt ihnen die Verantwortung sich zu informieren und einzubringen. Das ist gut so, denn die Demokratie ist schließlich im Kern die Herrschaft des Volkes. Damit offenbart sich auch die große Schwäche der Demokratie, denn sie ist auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen. Engagieren sich zu wenig Bürger so werden wichtige Entscheidungen einer kleinen Zahl an Personen überlassen, die damit großen Einfluss auf das Land ausüben können.

Gerade weil die Demokratie von ihren Bürgern nichts einfordert und ihnen – innerhalb der Gesetze – alle Freiheiten bietet sich zu entfalten, schafft sie es mit Demokratie-Feinden, -Gegnern und missliebigen politischen Teilnehmern umzugehen. Ja, sie garantiert sogar, dass alle Bürger ihre Freiheiten leben können. (Beispiel: Versammlungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit,…) Denn in der Demokratie dürfen auch bis zu einer gewissen Grenze ihre Gegner und Feinde existieren, solange sie sich an die Gesetze halten. (In anderen politischen Systemen werden diese Menschen verfolgt.) Hier zeigt sich das Wesen der Demokratie. Sie duldet nicht nur Nichtwähler, sondern auch – bis zu einem gewissen Grad – Antidemokraten.

Meinungsfreiheit gilt für alle Meinungen

Im Rahmen der Gesetze und des Artikel 5 des Grundgesetzes gilt in Deutschland die Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit bedeutet, dass jeder seine Meinung frei äußern darf und dass ein Zensurverbot herrscht. Dies bedeutet, dass jeder seine Meinung – sofern sie nicht gesetzliche Grenzen überschreitet – äußern darf und der Staat diese nicht unterdrückt. Wer polarisierende oder einseitige Meinungen äußert, muss natürlich damit rechnen, dass Gegenwind kommt.

Doch beim Artikel zur Meinungsfreiheit wird meist ein Umstand vergessen, denn in der Demokratie gilt, dass andere fremde Meinungen aushalten müssen. Damit zeigt sich hier das wahre Wesen der Demokratie: Mir muss nicht gefallen, was ich höre, aber ich muss es aushalten. Dies bedeutet, dass Demokratie keine Veranstaltung ist, die unter Freunden stattfindet, sondern Demokratie ist immer ein Diskurs unter Menschen, die sich nicht immer wohl gesonnen sein müssen.

Fazit: Was bedeutet mir Demokratie?

Die Demokratie als unaufdringlichste Herrschaftsform garantiert ihren Bürgern viele Freiheiten. Diese Freiheiten werden leider im Lauf der Zeit erst selbstverständlich und dann unsichtbar. Die Freiheit zu wählen oder zu sagen, was ich denke, ist eben einfach da. Wer sich dieser Freiheit nicht bewusst wird, lässt andere Eindrücke an ihre Stelle treten: Gefühle der Enttäuschung, Ohnmacht und Wut, den Eindruck nicht repräsentiert oder gehört zu werden. Wie geht dies nun weiter?

Es ergeben sich hier zwei Optionen: 1) Ich frage mich, was ich für ein Teilnehmer der Demokratie denn bin. Nehme ich Optionen wie Bürgerdialoge oder den direkten Kontakt zu Abgeordneten wahr? War ich schon einmal in einem Abgeordnetenbüro? Falls nein, so stellt sich natürlich die Frage, woher sollen Politiker von meinen Bedürfnissen und Wünschen wissen? Die zweite Option 2) ist, dass ich mir meine Freiheiten bewusst mache. Auch, wenn mir aktuelle Entwicklungen nicht gefallen mögen, so verliere ich deswegen nicht meine Freiheiten. Ich wache jeden morgen in Deutschland auf, der Staat verlangt politisch von mir nichts und ich kann meine Freiheiten jeden Tag erneut leben und wahrnehmen. Wer meckern will, wird meckern. Wer seinen Tag nutzen will, wird ihn nutzen.

Demokratie ist kein Wunschkonzert. Demokratie kann anstrengend sein. Demokratie ist das Beste, was wir haben.

Anmerkung: Dieser Text behandelt das Wesen der Demokratie, nicht die Politik oder den Staat.

Warum Artenvielfalt wichtig ist: Ein Plädoyer (Bedeutung und Definition)


Das Thema Artenvielfalt ist wichtig, weil wir Menschen Teil des ganzen Planeten und der Umwelt sind. Nur vergessen wir das zu oft! Wir Menschen stehen nicht über oder neben der Natur, sondern sind mitten drin und Teil von ihr. Wir sind Teil der Umwelt, Teil der Natur und Teil des Klimas. Unsere Taten haben Einfluß auf die Natur, auf die Flora und auf die Fauna. Zerstören wir die Natur, verschmutzen wir die Umwelt und plündern wir Ressourcen so schaden wir direkt der Natur und später uns selbst. Ohne es zu wissen, machen wir damit den Lebensraum der Pflanzen, Tiere und von uns selbst kaputt. Auch, wenn wir es erst spät merken, dass Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber der Natur schlecht ist und schadet, so kann diese Erkenntnis der Anfang von Veränderung sein – aber nur, wenn Taten folgen!

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Mir ist das Thema Artenvielfalt wichtig, weil… #bloggenfürartenvielfalt“ von Bioland teil.

Artenvielfalt betrifft alle

Die bittere Wahrheit ist, dass Artenvielfalt erst bemerkt wird, wenn sie geringer wird und bedroht ist. Der Reichtum der Erde wird erst sichtbar, wenn er verschwindet. Wenn Insekten und Tiere aussterben oder drohen auszusterben, erst dann schrillen die Alarmglocken. Dies sind die Momente in denen die Verflechtungen von Pflanzen, Insekten, Tieren, Klima und Umwelt deutlich sichtbar werden. Was vor dem Eingriff von Menschen wie von Zauberhand miteinander funktionierte, ist nun gestört. Doch, was wie ein Ende klingt, ist ein Anfang.

Dieser Beitrag soll nicht anklagen. Doch wir Menschen sind für das Artensterben und den Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich. Das ist eine gute und schlechte Erkenntnis. Denn wir haben in der Hand, ob es so weiter geht oder ob sich etwas bessert! Daher muss auch keine Schuldfrage gestellt, sondern es muss einfach Verantwortung übernommen werden.

Anmerkung: Der Begriff „Verantwortung“ enthält das Wort „Antwort“ und erklärt sich damit perfekt selbst. Jemand der Verantwortung übernimmt, hat eine oder mehrere Antworten auf drängende Probleme.

Artenvielfalt: Zusammenhänge verstehen

Über Jahrhunderte wurden Gebiete und Landschaften urbar gemacht, damit dort Landwirtschaft betrieben werden konnte. Wälder wurden gerodet, Wiesen wurden zu Äckern, natürlicher Lebensraum wurde zerstört und Moore trocken gelegt. Mit Dünger wuchsen Pflanzen schneller. Herbizide vernichteten nicht nur Unkraut und Insektizide töteten nicht nur Schädlinge. Wildkräuter, Bienen und andere Insekten traf es genauso. All das geschah mit guten Absichten: Das Überleben der Menschen sollte gesichert werden. Niemand sollte Hunger leiden. Und hier kommt die gute Nachricht: Wir haben das Überleben vieler Menschen gesichert. Zumindest gilt dies für Europa. Hier muss keiner Hunger leiden. Die Kosten dafür trägt die Natur. Denn der Überfluß für den Menschen wurde möglich, weil der Reichtum der Natur genommen wurde.

Die Natur lebt von der Balance. Alles baut aufeinander auf, ist von einander abhängig und eigentlich ein selbst-regulierendes System. Pflanzen wachsen vom Sonnenlicht. Insekten und Tiere ernähren sich von diesen Pflanzen. Bienen transportieren Pollen von Blume zu Blume. Vögel ernähren sich von Insekten. Das ganze System, dass hier sehr vereinfacht dargestellt ist, ist aufeinander abgestimmt. Wird nun ein Faktor, z.B. der Lebensraum der Insekten durch Ackerbau verändert und verringert, so ändert sich die Lebensgrundlage der Insekten. Sie finden nicht mehr genug Nahrung, ihre Population geht zurück. Gibt es weniger Insekten so spüren dies andere Insekten und Vögel als erstes. Vögel finden weniger Nahrung und können ihren Nachwuchs schlechter durchbringen. Das System kommt ins Wanken.

Artenvielfalt erhalten: Der Natur etwas zurückgeben (Beispiele)

Wir konnten nur an den Punkt gelangen, an dem wir der Natur etwas zurückgeben müssen, weil wir viele Bedürfnisse schon befriedigt haben. Das nächste Bedürfnis ist nun Umweltschutz, Erhalt der Artenvielfalt und Nachhaltigkeit. Es ist an der Zeit etwas der Natur zurückzugeben. Hier gibt es viele Möglichkeiten:

  • Anlegen von Bereichen in denen Pflanzen wild und unkontrolliert wachsen
  • Bienen- und Insektenfreundliche Pflanzen für den Balkon und im Garten pflanzen
  • Auf (aggressive) Herbizide und Insektizide verzichten
  • Insektenhotels aufhängen
  • Eine Totholzhecke anlegen
  • Plaste und Plastik(-verpackungen) bewusst nicht einkaufen
  • Produkte aus ökologischer Landwirtschaft einkaufen
  • Weniger Auto fahren
  • Fleischkonsum verringern und Verzicht üben

Nachhaltigkeit und Artenvielfalt fängt bei dir an!

Nachhaltigkeit und Artenvielfalt beginnt bei jedem Selbst. Wer Nachhaltigkeit fordert, muss bei sich anfangen. Denn jeder hat es selbst in der Hand, wie er/sie eingekauft, welche Fortbewegungsmittel er/sie nutzt und wie er/sie mit der Umwelt umgeht.

Für manche bedeutet das, dass sie regionales Obst kaufen, auf das Auto verzichten und lieber Fahrrad fahren. Andere verzichten auf Plastik oder pflanzen Bienenfreundliche Pflanzen auf dem Balkon. Müll wird reduziert in dem auf Einwegbecher, Plastik-Strohhalme und zusätzliche Verpackungen verzichtet wird. Einige verändern ihre Ernährungsweise. Sie verzichten auf Fleisch oder reduzieren es.

Jedes gekaufte Produkt ist eine abgegebene Stimme: Wofür stimmst du?

In jeder Wirtschaftsordnung geben wir Bürger mit unseren Einkäufen auch eine Stimme ab. Wer sehr günstiges Fleisch kauft, signalisiert damit Verkäufern und Produzenten, dass jenes Produkt gewünscht ist. (Umgekehrt gilt das gleiche bei teurem Fleisch!) Wer Produkte aus ökologischer Landwirtschaft kauft, signalisiert damit Verkäufern und Produzenten, dass jenes Produkt gewünscht ist. Die Verkäufer und Produzenten bemerken dies und können auf die Nachfrage reagieren.

Kaufen wir bewußter ein, so beeinflussen wir damit das Angebot. Hierfür braucht es Ausdauer. Denn Verkäufer und Produzenten ändern ihr Angebot nur, wenn sie Gewinne erwarten – und das ist auch vollkommen okay so! Hier braucht es eine kritische Menge, ab der es sich für Verkäufer und Produzenten lohnt.

Wie in der Natur gibt es auch hier einen Kreislauf zwischen Angebot und Nachfrage bzw. Nachfrage und Angebot. Mit bewußtem Konsum kann das Angebot gesteuert werden.

Wer also glaubt Bürger zu Konsumenten zu reduzieren, irrt. Denn jeder mündige Bürger nimmt mit seinem Einkaufverhalten Einfluß!

Artenvielfalt auch in der Sprache

Auf BedeutungOnline dreht sich alles um Sprache, Worte und ihre Bedeutung. In der (deutschen) Sprache zeigt sich auch die Artenvielfalt. Es gibt über 1.500 Bezeichnungen für Marienkäfer. Eine grobe Übersicht mit über 40 Bezeichnungen für Marienkäfer haben wir hier zusammengetragen. Dies zeigt nur, wie wichtig der Marienkäfer für die Menschen vergangener Jahrhunderte war und wie wichtig er heute noch ist. Auch bei den Begriffen für das Kerngehäuse des Apfels zeigt sich die Vielfalt. Über 60 Bezeichnungen haben wir zusammengetragen. Sie sind nur ein kleiner Ausschnitt. Bei der Bezeichnung für das Endstück vom Brot ist die Vielfalt noch größer. Über 270 Ausdrücke haben wir zusammengetragen. Weiter geht es bei den Ausdrücken für klein geschnittene Brotscheiben. All diese Begriffe und ihre Variationen zeigen ihre Bedeutung und sie stehen für Regionalität!

Was sind Letztwähler? Was sind Erstwähler? Bedeutung, Definiton


„Letztwähler“ ist eine scherzhafte Bezeichnung für Menschen für die die nächste Wahl vermutlich die letzte sein wird.

„Letztwähler“ ist das Gegenwort zu „Erstwähler“. Denn während Erstwähler erst wählen dürfen, wenn sie ein gesetzlich festgelegtes Mindestalter erreicht haben, so dürfen Letztwähler so lange wählen wie sie dazu fähig sind und es ihnen erlaubt ist.

„Letztwähler“ ist eine von jungen Menschen verwendete scherzhafte bis abwertende Bezeichnung für alte bis sehr alte Menschen. Die Bezeichnung „Letztwähler“ impliziert, dass die Letztwähler sich nicht mehr um die Zukunft und Zukunftsthemen sorgen und deswegen wählen, was bzw. wen sie schon immer gewählt haben. Dies gefällt jungen Menschen nicht, da sie annehmen das Letztwähler jene Parteien wählen, die für den aktuellen Zustand verantwortlich sind. Deswegen wünschensich junge Menschen, dass andere Parteien die Verantwortung für das Land übernehmen. Dies spiegelt sich in ihrem Wahlverhalten wieder.

Wahl-Zielgruppen: Erstwähler, Jungwähler, Letztwähler, Altwähler, Nichtwähler und andere

Eine andere Bezeichnung für Letztwähler ist Altwähler. In diesem Sinne können Erstwähler auch als Neuwähler oder Jungwähler bezeichnet werden.

Jedoch sind die Begirffe Erstwähler und Letztwähler genauer. Denn Erstwähler sind nur genau bei der ersten Wahl Erstwähler, danach sind sie „Jungwähler“. Sie bleiben solange „Jungwähler“ wie sie als junge Menschen gelten. Für Letztwähler gilt analog das gleiche. Sie sind Letztwähler, wenn sie das letzte Mal an einer Wahl teilnehmen. Nehmen alte Menschen an weiteren Wahlen teil, so sind sie technisch gesehen Altwähler.

„Letztwähler“ sind eine Zielgruppe, die anhand ihres Alters festgelegt wird.

Weitere Zielgruppen sind:

  • Linkswähler (Wähler von Parteien mit linken Ideen und linken politischen Vorstellungen.)
  • Rechtswähler (Wähler von Parteien mit rechten Ideen und rechten politischen Vorstellungen.)
  • Nichtwähler (Wähler, die nicht wählen gehen.)

Was sind Erstwähler? Bedeutung

Als Erstwähler werden Menschen bezeichnet, die zum ersten Mal bei einer Wahl wählen dürfen. Durch das Erreichen eines gesetzlich festgelegten Mindestalters erhalten Erstwähler das aktive Wahlrecht und können wählen gehen. Dafür ist notwendig, dass Erstwähler das gesetzlich festgelegte Mindestalter vor dem Wahltermin erreicht haben.

Für alle Wahlen gilt, dass nur jemand das aktive Wahlrecht erhält, wenn die Person folgendes erfüllt:

  • gesetzliche Mindestalter ist vollendet
  • deutsche Staatsbürgerschaft (Für Europawahl gilt: Deutsche Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Landes)
  • seit 3 Monaten den Hauptwohnsitz in der Stadt/Region/Land, wo gewählt wird
  • nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen

Folgende Mindestalter für das aktive Wahlrecht gelten (ab wann)

Kommunalwahl ab 16 Jahren gilt in den folgenden Bundesländern:

Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen

Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg erhalten alle ab 16jährigen das aktive Wahlrecht.

Für die Wahl der Bezirksverordnetenversammlung in Berlin erhalten alle ab 16jährigen das aktive Wahlrecht.

Kommunalwahl ab 18 Jahren gilt in folgenden Bundesländern:

Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen

Landtagswahl ab 16 Jahren gilt in folgenden Bundesländern:

Brandenburg, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Landtagswahl ab 18 Jahren gilt in folgenden Bundesländern:

Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Bundestagswahl ab 18 Jahren

Für die Bundestagswahl erhält jemand das aktive Wahlrecht, wenn die Person vor dem Wahltermin volljährig (18 Jahre alt) ist, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland hat und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist.

Die erste Bundestagswahl an der Volljährige bzw. ab 18 Jährige teilnehmen durften, war die Bundestagswahl 1972. Um an den vorher durchgeführten Bundestagswahlen teilnehmen, musste eine wahlberechtigte Person mindestens 21 Jahre alt sein. (1970 wurde das Wahlalter für das aktive Wahlrecht von 21 Jahren auf 18 Jahre gesenkt.)

Europawahl ab 16 Jahren

In Österreich und Malta erhalten Jugendliche das aktive Wahlrecht, wenn sie vor dem Wahltermin mindestens 16 Jahre alt sind. In den anderen EU-Ländern sind alle wahlberechtigt, die mindestens 18 Jahre alt sind.

Europawahl ab 18 Jahren

Für die Europawahl gilt, dass jemand das aktive Wahlrecht erhält, wenn die Person mindestens 18 Jahre alt ist.

Das Wahlrecht ab 18 Jahren gilt in:

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern

Betriebsratswahl ab 18 Jahren

Für Betriebsratswahlen gilt, dass eine Person mindestens 18 Jahre alt sein und folgende Bedingungen erfüllen muss: Sie muss Arbeitnehmer sein und dem Betrieb angehören in dem gewählt wird.

Unterschied: aktives und passives Wahlrecht

Wer über das aktive Wahlrecht verfügt, darf bei einer Wahl wählen.

Das passive Wahlrecht bedeutet, dass jemand bei einer Wahl antreten und sich damit als Kandidat aufstellen darf.

Was bedeutet „Brexiles“, „Brexodus“ auf deutsch? Bedeutung, Übersetzung, Definiton


Als „Brexiles“ werden Menschen bezeichnet, die wegen dem Brexit Groß Britannien verlassen und sich in einem anderen europäischen Land niederlassen. Der Brexit betrifft Briten und Gastarbeiter aus anderen Ländern.

Der Brexit wird als „Brexodus“ bezeichnet, da dieser zu einem massenhaften Auszug von Briten aus dem eigenen Land führt, sowie weil Gastarbeiter und ausländische Fachkräfte Groß Britannien wegen dem Brexit verlassen.

Was heißt „Brexiles“ / „Brexodus“ auf deutsch? Übersetzung

Das Wort „Brexiles“ ist ein Kofferwort und setzt sich aus den Worten „Brexit“ und „Israelites“ zusammen. Das deutsche Wort für Israelites ist „Israeliten“.

Das Wort „Brexodus“ ist ebenfalls ein Kofferwort und setzt aus den Worten „Brexit“ und „Exodus“ zusammen. „Exodus“ ist lateinisch und bedeutet auf deutsch „Auszug“ und meint damit auch „Emigration“.

Weitere Brexit-Wortneuschöpfungen sind: Brefugees und Brexilanten

Was bedeutet Brexiles / Brexodus? Bedeutung

Die Israeliten sind Angehörige der Zwölfe Stämme Israels. Im zweiten Buch Mose, genannt „Exodus“, wird die Geschichte des Exodus bzw. des Auszug aus Ägyptens der Israeliten erzählt. Diese sind erst ägyptische Sklaven und werden durch Mose gerettet. Mose führt sie aus Ägypten und befreit sie.

Mit den Ausdrücken „Brexiles“ und „Brexodus“ ist gemeint, dass ein Brexit zu einem Brexodus führt. Dies beinhaltet unter anderem wirtschaftliche und politische Veränderungen, die das bisherige Leben der Briten, von Gastarbeitern, Ausländern, Unternehmen und ihre Verstrickungen mit dem europäischen Festland verändern bis verschlechtern. „Brexodus“ steht für den Auszug der Briten und der Gastarbeiter aus Groß Britannien.

Für die britische Wirtschaft kann der Brexodus bedeuten, dass qualifizierte und gut ausgebildete Fachkräfte Groß Britannien verlassen. Dies betrifft Briten und Menschen, die in Groß Britannien arbeiten, aber nach dem Brexit dort nicht mehr arbeiten können oder wollen.

Jene Briten, die ihr Land wegen dem Brexit und durch den Brexodus verlassen, werden „Brexiles“ genannt. Diese Brexiles wandern in andere europäische Länder ein, lassen sich dort nieder und erwerben sogar eine zweite Staatsbürgerschaft. Sie sind Menschen, die ihr Heimatland aufgrund von politischen und wirtschaftlichen Veränderungen verlassen (mussten).

Auch werden als „Brexiles“ Menschen bezeichnet, die aus gesellschaftlichen Gründen Groß Britannien verlassen. Sie verlassen Groß Britannien z.B. wegen Benachteiligungen oder Rassismus-Erfahrungen.

Weiteres zu Brexiles und Brexodus

In den sozialen Medien werden die Hashtags #Brexiles und #Brexodus verwendet.

Die Webseite Brexiles.com richtet sich an Briten, die ihr Land verlassen wollen und gibt Tipps, wo sie, wie unterkommen können.

Was bedeutet „Brefugee“, „Brefugees“ auf deutsch? Bedeutung, Übersetzung, Definiton


Der Ausdruck „Brefugee“ hat folgende Bedeutungen in der deutschen Sprache:

Brefugee: Brexit + Refugee (Bedeutung, Übersetzung)

Als „Brefugees“ werden Briten bezeichnet, die wegen dem Brexit und seinen Folgen Groß Britannien verlassen (wollen). Diese „Brefugees“ wollen in anderen europäischen Ländern unterkommen, dort leben und teils die dortige Staatsbürgerschaft (als zweite Staatsbürgerschaft) erwerben.

Es wurde berichtet, dass europäische Städte darum werben, dass Brefugees zu ihnen kommen. Die Städte erhoffen sich davon, dass gut ausgebildete und hochqualifizierte Fachkräfte und Angestellte zu ihnen kommen.

Motive der Brefugees ihr Land zu verlassen, sind die veränderte politische Situation zwischen Groß Britannien und der EU, sowie wirtschaftliche Veränderungen in Folge des Brexits.

Die beobachten Wanderungen der Brefugees führten dazu, dass sich Anleitungen und Informationen zum Auswandern aus Groß Britannien im Internet finden. In diesen Anleitungen sind Informationen über Lebenskosten und Einreise-Bedingungen in anderen europäischen Ländern gelistet.

Der Spruch der Willkommenskultur „Refugees Welcome“ wurde im Kontext der Brefugees zu „Brefugees welcome“ abgewandelt. Unter anderem war „Brefugees Welcome“ Teil eines Beitrages in der BILD.

Einzahl: Brefugee
Mehrzahl: Brefugees

Der Twitter-Account @brefugees berichtet über aktuelle Entwicklung des Brexits und der Situation für Brefugees.

Auf Twitter und in anderen sozialen Medien wird mit folgenden Hashtags über Brefugees berichtet: #brefugee und #brefugees, sowie #brefugeeswelcome

Weitere englische Begriffe sind „Brexiles“ und „Brexodus“.

Was heißt Brefugee / Brefugees auf deutsch? Übersetzung

Das Wort „Brefugees“ ist ein Kofferwort aus „Brexit“ und „Refugees“. Als Brexit wird der Austritt des Vereinten Königsreichs aus der EU bezeichnet. „Refugee“ ist englisch und bedeutet auf deutsch „Flüchtlinge“.

Als deutsche Begriffe für „Brefugees“ existiert der Begriff „Brexilanten“. „Brexilanten“ setzt sich aus „Brexit“ und „Asylanten“ zusammen. Jedoch ist der Begriff irreführend, denn Briten, die wegen dem Brexit Groß Britannien verlassen, sind keine Personen, die politisch Asyl suchen. Sie sind Menschen, die ihre alte Staatsbürgerschaft behalten und in EU-Ländern leben wollen. Mit diesen Absichten beantragen sie meist eine zweite Staatsbürgerschaft.

Was bedeutet die Abkürzung Brefugee?

„BREfugee“ ist die Abkürzung für „Bremen Refugee Study“.

Was ist Demogeld, Demosold, Demo-Zuschuss? Gibt es das wirklich? Bedeutung, Definition


Als Demogeld (Demo-Geld), Demosold (Demo-Sold) oder Demozuschuss (Demo-Zuschuss) wird eine finanzielle Vergütung für die Teilnahme an einer Demonstration bezeichnet. Diese Vergütung erhalten Teilnehmer einer Demonstration und Berufsdemonstanten. („Berufsdemonstranten“ sind Menschen, die an sehr vielen Demos teilnehmen, unabhängig von ihrem Wohnort.)

Demogeld und Demosold gibt es nicht! Es gibt kein Geld für Demonstranten!

Eine Vergütung für die Teilnahme an einer Demonstration im öffentlichen Raum findet nicht statt! Deswegen wird der Vorwurf, dass Teilnehmer Demogeld oder Demosold erhalten als rhethorisches Mittel von (politischen oder gesellschaftlichen) Gegnern verwendet, um Demonstrationsteilnehmer und ihre Motive zu entwerten. In Folge der Entwertung setzen sich politische oder gesellschaftliche Gegner der Demonstration nicht mit den Forderungen der Demonstranten auseinander.

Der Vorwurf lautet, dass die Teilnehmer nur an der Demonstration teilnehmen, weil sie Geld erhalten, nicht weil ihnen das Thema wichtig ist. Weiter gedacht bedeutet dies, dass die echten Teilnehmer der Demonstration zahlenmäßig weitaus wenig waren, womit sich die Relevanz des Themas der Demonstration verringert bzw. relativiert.

Die Wichtigkeit einer Massen-Demonstration wird durch den Vorwurf, dass „Demogeld“ gezahlt wird, relativiert.

Eine Schlußfolgerung lautet, dass Demogeld oder Demosold für Fake-Demonstranten sorgt.

„Demogeld“ und „Demosold“ als rhethorische Mittel

In weiterer Konsequenz behaupten (politische oder gesellschaftliche) Gegner der Demonstration und der Demonstranten, dass das Demogeld oder Demosold aus staatlichen Mitteln (Steuern) gezahlt oder durch mächtige (ausländische) Konzerne finanziert wird. Aus dieser Behauptung ziehen sie die Schlußfolgerung, dass der Staat oder ausländische Konzerne Demonstranten bezahlen gegen sie und ihre Ideen zu demonstratieren.

Die Glaubwürdigkeit dieser Vorstellung begründet sich vermutlich dadrin, dass dies geglaubt werden möchte. In weitere Konsequenz kann sich so jemand als Rebell oder zum Opfer erklären (Siehe: Opferrolle), der gegen die staatliche Macht oder die Übermacht von Konzernen ankämpft. Auch kann damit scheinbar erklärt werden, wie eine mächtige Gegendemonstration entstehen konnte.

Weiteres zu Demogeld / Demosold

Insbesondere während der Pegida-Demonstationen und Demonstrationen gegen die Flüchtlings- und Migrationspolitik der deutschen Bundesregierung seit 2015 wurde die Idee stärker diskutiert, dass Gegendemonstranten, insbesondere die Antifa, mit Demogeld aus staatlichen Mitteln finanziert werde.

Während der Demonstrationen gegen die Urheberrechtsreform der EU im Frühjahr 2019 wurde den Demonstranten vorgeworfen, dass sie nur wegen dem „Demogeld“ teilnähmen. Es verbreitete sich die (falsche!) Behauptung, dass es pro Teilnahme an einer Demonstration bis zu 450 Euro geben soll.

Ein Antrag der Jusos für den Bundeskongress der Jusos 2015 hieß „Demo-Sold erhöhen – Demokratie stärken“. In diesem wurde gefordert, dass der Demo-Sold auf 45 Euro pro Stunde erhöht werden soll und dass stets 48 Busse mit Berufsdemonstranten garantiert werden soll. Der Antrag war natürlich ein Scherzantrag, der aufgrund seines Inhalts auch von politischen Gegnern verbreitet wurde.

Was bedeutet 1488, 14 Words, Fourteen Words? Bedeutung, Definition


Der Zahlencode „1488“ setzt sich aus zwei anderen Zahlencodes zusammen:

Die Zahl „14“ steht für das Zitat des US-amerikanischen Neonazi und Rechtsextremisten David Eden Lane. Er sagte: „We must secure the existence of our people and a future for white children.“ Auf deutsch: „Wir müssen die Existenz unseres Volkes und eine Zukunft für weiße Kinder sichern.“ Dieser Satz wird als Glaubensbekenntnis verstanden.

Die Zahl „88“ steht als Zahlencode für „Heil Hitler“. Die 8 steht hier stellvertretend für den achten Buchstaben des Alphabets „h“. „Heil Hitler“ ist der Gruß der Nazis.

Eine andere Interpretation ist, dass 1488 für „Auf Deutschland, Heil Hitler“ steht. Die Zahlen stehen hier für die Buchstaben des Alphabets. (1 = A; 4 = D; 8 = H)

Was bedeutet 1488? Bedeutung

„1488“ steht für die Ideologie von Neonazis und Rechtsextremisten. Die „88“ steht für eine Verbindung der Ideologie der Nazis des Dritten Reiches mit der Ideologie der US-amerikanischen Neonazis und Rechtsextremisten.

Der Zahlencode „1488“ wird von Rechtsextremen, Neonazis und Rassisten als Graffiti, Tattoo, Aufdruck auf Bekleidung, in E-Mail-Adressen und in den Sozialen Medien als Grußformel verwendet und verbreitet. Auch in Liedtexten, als Aufnäher und als Schmuck wird „1488“ verwendet.

„1488“ gilt als Erkennungsformel für Rechtsextreme und Neonazis.

„1488“ stammt ursprünglich aus den USA. Seit den 2010ern Jahren verbreitet sich der Code auch in Deutschland.

Weitere Schreibweisen von 1488 sind:

  • 14/88
  • 14-88
  • 8814
  • 88/14
  • 88-14

Ein weiteres Symbol und eine weitere Darstellungsvariante von 1488 sind zwei Würfel. Nach oben zeigen die Punkte 1 und 4. Unten sind die Würfelseiten 5 und 3 zu sehen. (5 und 3 ergeben zusammengerechnet 8.)

Ist „1488“ oder „14 Words“ verboten? Verbot, Bedeutung

Nein. In Deutschland ist der Zahlencode „1488“ und „14 Words“ nicht verboten. Dies liegt daran, dass die Zahlencodes eine nicht-strafbare Version für verfassungswidrige Symbole darstellen.

Durch die Coderierung kann nicht immer per Umkehrschluss auf eine rechtsextreme Parole oder einen rechtsextremen Ausdruck geschlußfolgert werden.

Was bedeutet: 14 Words / fourteen Words? auf deutsch, Übersetzung, Bedeutung

14 Words (fourteen Words) ist ein Glaubensbekenntnis des US-amerikanischen Rechtsextremisten David Eden Lane. Er schrieb die „14 Words“ im Jahr 1985, während er seine Haftstrafe abbüßte. David Eden Lane gilt als Erfinder der 14 Words.

Die 14 Words lauten: „We must secure the existence of our people and a future for White children.“ Mit „our people“ meint er nicht alle Mitglieder der US-amerikanischen Nation, sondern nur weiße Anhänger seiner Ideologie.

David Eden Lane war Mitglied der Aryan Nations, einer militanten rechtsextremen Organisation und Mitglied der Gruppe „The Order“, einer terroristischen Vereinigung. Wegen Mordes, Propaganda-Delikten, dem Verletzen von Persönlichkeitsrechten und anderer Verbrechen wurde er zu 190 Jahren Haft verurteilt.

David Eden Lane hat das Akronym „WOTAN“ erfunden. WOTAN steht für „Will of the Aryan Nation“.

David Eden Lane wurde am 2. November 1938 in Woden, Iowa geboren und verstarb am 28. Mai 2007 im US-amerikanischen Bundesgefängnis Terre Haute in Indiana an einem epileptischen Anfall.

Was bedeutet dekadent / Dekadenz? Bedeutung, Definition, Synonym


„Dekadent“ kennt in der deutschen Sprache zwei Bedeutungen:

„Dekadent“ in der Umgangssprache: ausschweifender und exzessiver Luxus, Verschwendung und Übermaß

„Dekadent“ bedeutet: exzessive und maßlose Verschwendung und Ausschweifungen. „Dekadent“ ist gedankenloser Konsum über alle normalen Maße oder akzeptierten Regeln hinaus.

Eine dekadente Party ist eine Feier auf der im Übermaß und verschwenderich gefeiert wird. Dekadente Kleidung ist teuer und nur kurz nützlich. Dekadente Menschen gehen mit ihrem Besitz verschwenderisch um.

Dekadentes Verhalten ist verschwenderisch, unvernünftig und nicht nachhaltig. Menschen, die sich dekadent verhalten, verhalten sich als ob alles im Übermaß vorhanden ist und keinen Wert hat.

Dekadente Menschen beschäftigen sich viel mit sich selbst, mit ihrem Aussehen und der Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Sie verfolgen keine höheren Ziele und streben nichts an, außer Genuss und Vergnügen im Augenblick.

Dekadente Menschen lieben alles was teuer ist. Sie lieben Luxusautos, Partys und kostspieliges Vergnügen. Ihnen geht es nicht, um Nützlichkeit, Sparsamkeit, Effizienz oder Nachhaltigkeit, sondern darum, dass etwas teuer und exklusiv ist.

Dekadente Menschen neigen dazu arrogant zu sein und die Realität zu missachten. Sie sind bequeme Menschen, die den Komfort lieben und dafür Freiheiten opfern. Dekadente Menschen haben viele Laster und sind selbstherrlich. Sie protzen und prahlen.

Dekadente Menschen sind dauer gelangweilt. Ihnen geht es zu gut. Sie fühlen sich zu sicher und werden überheblich.

Beispiele: dekadent

  • Dekadent ist es, wenn man Blattgold isst oder Blattgold in das Essen macht.
  • Dekadent ist es in Sekt oder Nutella zu baden.
  • Dekadent ist es, seinen Teller beim Buffet zu füllen und nicht aufzuessen. Das Essen wird dann meist hinterher weggeworfen.
  • Dekadent ist es, wenn jemand eine Zigarette mit einem Geldschein anzündet.
  • Dekadent ist es, massiv überteuerte Gegenstände oder Lebensmittel zu kaufen
  • Dekadent ist es, die Heizung voll aufzudrehen und zu lüften.
  • Dekadent ist übertriebener Besitz bzw. Besitz im Übermaß.
  • Dekadent ist es, Obst oder Gemüse nicht zu kaufen, weil es eine Delle oder braune Stelle hat.
  • Dekadent ist es, eine Gurke nicht zu kaufen, weil ihre Krümmung nicht schön ist.

Dekadentes Verhalten wird beim Vergleich mit anderen Menschen in anderen Ländern sichtbar. Während in der Ersten Welt am Essen rumgemäkelt wird, müssen Menschen in der Dritten Welt hungern.

Dekadent und Dekadenz: Verfall der Sitten und kultureller Niedergang

Die „Dekadenz“ bezeichnet einen kulturen Niedergang einer Gesellschaft. Eine dekadente Kultur gibt sich dem Hedonismus, dem Vergnügen und Genuss hin. Tugenden wie Fleiß, Mäßigung, Demut oder Geduld werden aufgegeben. Trotz der Tatsache, dass der gegenwärtige Wohlstand ihnen zu verdanken ist.

Eine dekadente Kultur verliert ihre Kraft und Widerstandsfähigkeit. Die Moral und Kultur verfallen. Dekadenz führt zur kulturen und gesellschaftlichen Verkommenheit.

Beispiel für Dekadenz: Menschen gehen lieber feiern und verabscheuen Arbeit

Eine Kultur wird dekadent, wenn sie übersättigt ist. Durch die Übersättigung und Befriedigung vieler Bedürfnisse setzt ein Verfallsprozess ein. Dieser kennzeichnet sich daran, dass immer raffinierte Methoden erfunden werden, um Bedürfnisse zu befriedigen. Doch trotz all diesem Überfluss werden die Menschen nicht satt.

Eine dekadente Kultur zeigt sich daran, dass die Menschen ihr Leben dem Hedonismus, Genuss und Vergnügen widmen. Tugenden und höhere Ziele interessieren sie nicht mehr.

Die Dekadenz soll eine der Ursachen für den Niedergang des römischen Reiches sein.

Wortherkunft: Woher kommt Dekadenz / dekadent?

„Dekadenz“ und „dekadent“ leiten sich vom lateinischen Verb „decadere“ ab. „Decadere“ setzt aus „de“ und „cadere“ zusammen. „De“ heißt „herunter“. „Cadere“ heißt „fallen“ oder „sinken“.

Damit bedeutet „decadere“:

  • verfallen
  • hinabsinken

Spätrömische Dekadenz: Bedeutung

Im Rahmen einer Hartz-IV-Debatte im Jahr 2010 sagte Guido Westerwelle, dass anstrengsloser Wohlstand das Volk zu spätrömischer Dekadenz einlade. Dies sagte er im Bezug auf den Leistungsgedanken und dass zu hohe

Weitere Bedeutung von Dekadent

„Dekadent“ ist ein Musiker.

„Dekadent“ ist je ein Lied von folgenden Künstlern:

  • Andreas Lauber
  • Future Boys Now
  • Koree