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Was ist Overengineering? Erklärung, Definition, Bedeutung


Der Begriff Overengineering bezieht sich auf Produkte, Technologien oder Leistungen, die durch ihre überkomplexen Eigenschaften und Funktionen auffallen. Das Endprodukt ist also komplexer, als es eigentlich sein müsste – und kann so auch von unvorhersehbaren Fehlern und Problemen geplagt sein und von seiner eigentlichen Kernfunktion ablenken. Der Begriff Overenginieering stammt aus dem Englischen und setzt sich aus den Worten „Over“ (d.h. Über) und „Engineering“ (technisch, entwickeln etc.) zusammen. Das Produkt ist also wortwörtlich übertechnisiert oder überentwickelt.

Was ist Overengineering? Erklärung, Definition, Bedeutung

Overengineering ist meist ein Resultat aus übertriebener Präzision und dem Streben nach Perfektion. Um das bestmögliche Produkt, die bestmögliche Leistung oder die bestmögliche Technologie auf den Markt zu bringen, werden keine Kosten und Mühen gescheut. Das Ergebnis muss in diesem Fall aber nicht besser sein, als ein Produkt, das minimalistisch seine Kernfunktionen erfüllt. Denn im Stil des Overengineerings „perfektionierte“ Produkte können verwirrend, überkomplex, verschlimmbessert oder verteuert sein.

Der US-amerikanische Arzt, Wissenschaftler und Poet Oliver Wendell Holmes Sr. beschrieb Overengineering in seinem Gedicht „The Deacon’s Masterpiece“ einst beispielhaft mit einer Kutsche, die so übertrieben logisch erbaut wurde, mit perfekten Einzelteilen, dass das Endprodukt auf einmal in sich zusammenfällt. Wenn zu sehr auf einzelne Elemente oder Einzelteile geachtet wird, wenn der Perfektionismus sich in Details verliert, dann ist das Endprodukt manchmal nicht besser, als simplere und fokussiert hergestellte Varianten. Aber doch deutlich teurer und zeitaufwändiger. Das Produkt wurde daher überentwickelt – oder overengineered.

Ursprung und Konsequenzen von Overengineering

Overengineering passiert vor allem auf hartumkämpften Nischenmärkten, bei denen verschiedene Hersteller oder Dienstleister im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf mit hochtechnologischen Produkten um Kunden werben. Dann entscheiden Details darüber, wer das bessere Produkt anbietet. Wer jedoch besser sein möchte, wie die namhafte Konkurrenz, muss seinem Produkt neue Eigenschaften und Nuancen zufügen. Ein ehrgeiziges Unternehmen muss sich also noch näher an der Perfektion bewegen. Doch dieser Wettkampf um Kunden kann am Ende zu überkomplexen Endergebnissen führen, die ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr verlässlich gerecht werden.

Wer beispielsweise einen Staubsauger kauft, möchte in der Regel ein robustes Produkt haben, das über Jahre verlässlich als Staubsauger funktioniert. Wäre ein Staubsauger überentwickelt, hat er vielleicht ein Dutzend verschiedene Komfortfunktionen und Einstellmöglichkeiten – fällt allerdings nach einem Jahr schon in sich zusammen. Es gibt also einen Unterschied zwischen Qualität und einem hochentwickelten, überkomplexen Endprodukt. Wobei Overengineering nicht immer heißen muss, dass das Produkt schlecht oder minderwertig ist. Ein überentwickeltes Produkt kann auch nur sehr teuer in der Herstellung oder übertrieben kompliziert sein – und dennoch zu den besten seiner Kategorie gehören.

Was sind also Beispiele für Overengineering? Dazu könnte der Staubsauger gehören, der alle möglichen Komfortfunktionen hat, aber nicht verlässlich staubsaugt. Es könnte auch eine Videospielkonsole sein, die so hochwertige Technologien in sich vereint, dass sie sich die Kernzielgruppe z.B. die Teenager finanziell nicht mehr leisten kann. Oder ein Unternehmen bringt das beste Auto seiner Kategorie auf den Markt, doch dauert der Zusammenbau so lange, dass die Herstellung sich nicht mehr rechnet. Oder es könnte ein Computerprogramm sein, dass so viele Funktionen in sich vereint, dass ein normaler Nutzer nicht mehr durchblickt. Overengineering bezieht sich also auf Technologien, Produkte oder Leistungen, deren übertriebener Perfektionismus mit sichtbaren Nachteilen verbunden ist. Wenn der Staubsauger, die Konsole, das Auto oder das Programm auch mit weniger Funktionen überzeugend oder überzeugender laufen könnten, liegt Overengineering vor.

Allerdings gibt es auch eine feine Grenze zwischen Produkten, die überentwickelt wurden und jenen, die zu den besten ihrer Kategorie gehören. Es ist beispielsweise denkbar, dass ein quasi-perfektes Produkt überentwickelt wirkt, wenn ein bis zwei Details oder Funktionen zu viel hinzugefügt werden. Für viele Dienstleister und Hersteller ist es daher beim Entwicklungsprozess eines Services oder Produktes meist nicht komplett ersichtlich, ob das Endprodukt nahe an der Perfektion oder überentwickelt ist. Auch hier gilt übrigens: Viele Köche verderben den Brei. Je mehr Menschen an einem Produkt arbeiten, desto mehr faule Kompromisse oder überflüssige Funktionen können hineinfließen. Vor allem Großunternehmen leiden an dem Phänomen.

Zusammenfassung – Was Overengineering ist?

Overengineering beschreibt übertrieben detailverliebte und perfektionistische Produkte, Leistungen oder Technologien, die an sichtbaren Nachteilen leiden. Sie können verschlimmbessert, überteuert oder überkomplex sein. Dabei ist die Trennlinie zwischen einem sehr guten Produkt und einem überentwickelten Produkt meist sehr dünn. Wenige Details können über die Qualität entscheiden. Overengineering wäre also das Gegenteil von Aristoteles berühmtem Ausspruch: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“. Denn perfekte Einzelteile machen noch kein perfektes Ganzes.

Welches sind die 6 Liebesstile nach John Alan Lee? Erklärung


Liebe ist nicht kategorisierbar. Liebe ist frei. Das heißt es immer. Dennoch gibt es Konzepte, wie das des kanadischen Soziologen John Alan Lee, das sechs Liebesstile aufzeigt. Hierbei handelt es sich um Stile, in denen Menschen in der Lage sind, zu lieben. Was es damit auf sich hat, wird in diesem Beitrag behandelt.

6 Liebesstile nach John Alan Lee

Menschen sind auf unterschiedliche Weise in der Lage, zu lieben. Dazu zählt nicht nur die romantische Liebe, mit der das Wort „Liebe“ häufig gleichgesetzt wird. Wer seinen Partner und dessen Liebesstil versteht, wird schnell bemerken, ob die Bedürfnisse zusammenpassen oder nicht. Welche Liebesstile es gibt, zeigen wir in den folgenden Punkten.

Das Konzept der sechs Liebesstile umfasst nicht nur klassische Liebesbeziehungen (hetero- sowie homosexuelle), sondern auch Freundschaften und andere Bindungsformen. In erster Linie sind sie dazu gedacht, die eigene Beziehung besser zu verstehen. Sie sorgen für Selbsterkenntnis, um die eigenen Bedürfnisse besser zu erkennen und auszudrücken.

Auch der Partner weist oftmals einen speziellen Liebesstil auf, der ebenfalls dank des Konzepts von Lee erörtert und verstanden werden kann. Bringen die Partner zwei unterschiedliche Liebesstile mit, so ist es einfacher, Kompromisse zu finden und einander zu verstehen.

Häufig haben Menschen nicht nur einen Liebesstil, sondern ein Mischungsverhältnis aus mehreren der folgenden Stile. Wer seinen eigenen Stil kennt, kann bei der Partnerwahl vermehrt darauf achten, ein passendes Gegenstück zu finden.

Primäre Liebesstile

Eros – die leidenschaftlich romantische Liebe

Der Eros ist in der westlichen Welt am meisten verbreitet. Er verlangt nach einer starken emotionalen Bindung. Gezeichnet wird er von sexueller und körperlicher Anziehung sowie Leidenschaft und Sexualität.

In der Nähe des Partners zeigen sich starke Gefühle, Zärtlichkeit und Erotik. Die Nähe des Gegenübers wird immer wieder aufs Neue gesucht. Der Nachteil darin liegt, dass die Gefühle nur maximal drei Jahre halten, bis der sogenannte „Rosa-Rote-Brille-Effekt“ verflogen ist.

Kommt es zu Streit und Meinungsverschiedenheiten, so leidet dieser Liebestyp am meisten. Die Liebe genießt eine hohe Wichtigkeit und Emotionalität.

Ludus – die freie unverbindliche Liebe

Bei dieser Liebesform ist der Drang nach Vergnügung immens. Eine vertiefte romantische Liebesbeziehung steht nicht im Fokus, sondern ausschließlich der Spaßfaktor. Die Partner wechseln häufig, oft gibt es mehrere parallele Liebschaften. Die Liebe bringt Leichtigkeit mit sich und vermeidet Stress. Liebeskummer nach Trennungen treten selten auf.

Die Beziehung bleibt häufig oberflächlich, wodurch die Erfüllung ausbleibt. Oft wird auch versucht, die Leere mit der Bestätigung anderer zu füllen, beispielsweise durch sexuelle Handlungen oder gar Sexsucht. Nymphomanie zeugt nicht selten aus einer inneren Leere.

Storge – die freundschaftliche Liebe

Die freundschaftliche Beziehung (Storge) bringt viele Vorteile mit sich, denn wenn sie eine gute Basis besitzt, kann sie für lange Beziehungen sorgen. Sie ist geprägt von tiefem, gegenseitigem Verständnis. Der Charakter und die Persönlichkeit werden wertgeschätzt. Storge ist ein sehr harmonischer Liebesstil.

Doch wenn es zu harmonisch und freundschaftlich wird, dann bleibt die Leidenschaft aus. Es kommt zu einer sporadischen Beziehung, bei der es besser gewesen wäre, wenn es nie über die Freundschaft hinausgegangen wäre. Zudem können zu viele Gemeinsamkeiten eine Beziehung einschläfern.

Sekundäre Liebesstile

Mania – die obsessive Liebe

Die besitzergreifende Liebe zeugt häufig von einem sehr geringen Selbstwertgefühl, welches durch die Bindung zu einer anderen Person kompensiert werden soll. Der Partner wird in den Himmel gehoben. Überdies muss sich die Person stets in einer Beziehung befinden.

Dieser Liebesstil ist von vielen Hochs und Tiefs geprägt. Emotionale Achterbahnfahrten gehören zum Alltag. Höhenflüge und Ängste gehen Hand in Hand. Weiterhin wird der Partner stets überwacht. Es artet in eine Art Besessenheit aus, die nach viel emotionaler und körperlicher Nähe des Partners verlangt. Die Besitzansprüche sind immens, genauso wie die ständigen Eifersuchtsattacken.

Pragma – die pragmatische Liebe

Das Pragma ist von materiellen und sozialen Vorteilen geprägt. Dieser Liebesstil ist am seltensten zu finden, meist in höheren Klassen, wo das Ansehen eine wichtige Rolle spielt. Kommt es hier zu Seitensprüngen, so ist ein Beziehungsaus eher unwahrscheinlich. Menschen mit diesem Liebesstil sind bodenständig und suchen häufig nach Lösungen, wie einer therapeutischen Unterstützung.

Es geht um die Erfüllung der Wünsche des Partners, wodurch dieser Liebesstil häufig von großen Erfolgen geprägt wird. Liebesähnliche Gefühle können auftreten.

Doch die Erfüllung der beruflichen Wünsche reicht meistens nicht aus. Es tritt nicht selten eine Leere auf, die zur Untreue beider Partner führt. Die pragmatische Liebe kann häufig ein Überbleibsel der romantischen Liebe sein. Punkte wie Status, Geld, Kinder, Arbeit und gemeinsame Habseligkeiten erhalten die Beziehung aufrecht.

In einigen Fällen kann es dazu führen, dass die Partner einander hassen und ihre eigenen Emotionen unterdrücken. Sie spielen nur noch mit, der materiellen und sozialen Vorteile wegen.

Agape – die altruistische Liebe

Dieser Liebesstil findet sich häufig bei gläubigen Menschen wieder. Der Partner wird als „Segen“ oder auch „Aufgabe“ angesehen. Menschen mit dieser Art zu lieben, opfern sich förmlich für ihren Partner. Sie geben alles auf, um für ihn oder sie da zu sein. Das führt sogar dazu, dass der Partner zum „Sinn des eigenen Lebens“ ernannt wird.

Grundsätzlich steht dieser Liebesstil für lange und aufrichtige Beziehungen, selbst in schweren Zeiten. Wichtig dabei ist, dass beide Partner diesen Liebesstil verfolgen.

Doch auch dieser Liebesform bringt Nachteile mit sich. Betroffene sind sehr selbstkritisch und haben häufig das Gefühl, nicht genug zu sein. Zudem wird die Aufopferungsgabe und Großzügigkeit schnell von anderen Menschen ausgenutzt. Weiterhin kann das hohe Maß an Liebe und Aufmerksamkeit den aktuellen Partner förmlich in die Flucht jagen.

Fazit – Liebesstile nach John Alan Lee

Die Liebesstile nach John Alan Lee bieten einen umfassenden Überblick. Doch nichts ist in Stein gemeißelt. Die einzelnen Stile können variieren oder auch gemischt werden. Somit ist kein Partner ausschließlich romantisch oder altruistisch oder gar obsessiv.

Das Wichtigste an einer gut funktionierenden Beziehung ist die gemeinsame Arbeit und Wertschätzung. Selbst wenn einige Punkte auf einen selbst oder auf den Partner zutreffen, so sollten sie keinesfalls den Charakter und die Beziehung bestimmen. Auch negative Eigenschaften der Liebesstile sollten nicht als Ausrede verwendet werden. Sie gelten lediglich als Orientierungshilfe, um die eigenen Gefühle und die des Partners ein Stück weit besser zu verstehen.

Was bedeutet „gn*“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei dem Begriff „gn*“ handelt es sich um eine Abkürzung, welche für den Ausdruck „geschlechtsneutral“ verwendet wird. Das Sternchen nach den beiden Buchstaben wird als Gendersternchen bezeichnet. Damit ist gemeint, dass sich ein Wort wie beispielsweise eine Berufsbezeichnung nicht auf ein Geschlecht beschränkt, sondern damit männliche, weibliche und nichtbinäre Personen gleichermaßen gemeint sind.

Beispiele für die Verwendung von gn*

Während es früher üblich war, dass ein Unternehmen ausschließlich die männliche Berufsbezeichnung für Stellenausschreibungen genutzt hat, ist es inzwischen weitestgehend zu einem Umdenken gekommen. Wurde anfangs eine „Stelle als Bäcker“ ausgeschrieben, kommt heute oft die Formulierung „Bäcker (m/w/gn*)“ zum Einsatz. Diese Formulierung schließt Personen aller Geschlechtsidentitäten ein. Der Beruf des Bäckers ist hierbei selbstverständlich nur ein exemplarisches Beispiel und lässt sich auf alle anderen Berufe übertragen. Die Abkürzung gn* wird immer im Zusammenhang mit einem anderen Wort oder als eine von mehreren Auswahlmöglichkeiten für das Geschlecht von Menschen genutzt.

Woher kommt die Abkürzung gn*?

Bei der Abkürzung gn* handelt es sich um einen noch recht jungen Begriff im deutschen Sprachgebrauch, welcher seit einigen Jahren immer häufiger Verwendung findet. Er ist im Zusammenhang mit einer Gesetzesänderung entstanden, welche im Dezember 2018 in Deutschland in Kraft getreten ist. Seit diesem Zeitpunkt haben Menschen in Deutschland die Möglichkeit, neben den beiden bereits vorher üblichen Geschlechtszuordnungen weiblich, kurz w, und männlich, kurz m, eine alternative Geschlechtsoption zur Registrierung bei Behörden zu wählen: divers, kurz d. Damit sollen intersexuelle und trans Personen nicht ausgeschlossen oder diskriminiert werden. In diesem Zusammenhang sind neue Abkürzungen für die dritte Geschlechtsoption entstanden, zu denen auch gn* gehört. Alternativ dazu werden die Abkürzungen gn, d und x häufig genutzt.

Wo wird gn* als Abkürzung verwendet?

Besonders oft begegnet man der Abkürzung gn* im Zusammenhang mit Stellenausschreibungen und Bewerbungen auf solche. Arbeitgeber möchten damit sicherstellen, dass sie intersexuelle Bewerber und trans Bewerber nicht diskriminieren oder bereits im Vorfeld aus dem Bewerbungsprozess ausschließen. Eine rechtliche Verpflichtung zur Verwendung einer dritten Geschlechtsoption in Stellenausschreibungen gibt es jedoch nicht. Alternativ dazu können auch umschreibende Formulierungen wie beispielsweise Lehrkraft statt Lehrer (m/w/gn) genutzt werden. Behörden hingegen sind dazu angehalten, eine dritte Option wie divers oder geschlechtsneutral zu berücksichtigen.

Neben Verfassern von Stellenausschreibungen und Behörden nutzen auch Erfassungsbögen für persönliche Daten die Abkürzungen gn oder gn*. Wer sich beispielsweise für eine Sportveranstaltung anmelden möchte, der begegnet bei der Geschlechtsauswahl inzwischen häufig dieser dritten Option. Das gilt auch für Registrierungsformulare für Newsletter und wird teilweise bei Vertragsabschlüssen berücksichtigt. Im alltäglichen Sprachgebrauch hingegen begegnet uns gn* eher selten, da es sich hierbei um eine typische Formulierung aus dem schriftlichen Sprachgebrauch handelt.

Fazit

Mit der Abkürzung gn* ist geschlechtsneutral gemeint, was alle möglichen Geschlechter wie männlich, weiblich, intersexuell und transsexuell einschließt. Das Gendersternchen nach gn ist optional und wird nicht immer genutzt. Teilweise begegnet uns auch lediglich die Abkürzung gn. Diese Bezeichnung begegnet uns im Alltag vor allem im Zusammenhang mit Stellenausschreibungen von Unternehmen, taucht teilweise jedoch auch in Registrierungsformularen und Personenerfassungsbögen auf.

Was ist eine konstruktive / destruktive Diskussion? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Frage, was eine konstruktive und was eine destruktive Diskussion ist, lässt sich theoretisch sehr schnell beantworten. „Konstruktiv“ bedeutet so viel wie aufbauend oder fördernd und „destruktiv“ bedeutet genau das Gegenteil, zerstörend und zersetzend. Eine konstruktive Diskussion betont inhaltlich also ihre positiven Elemente, eine destruktive Diskussion hingegen überbetont die negativen.

Um diese Sachverhalte besser verstehen zu können, muss jedes einzelne Wort genau angeschaut werden: konstruktiv, destruktiv und Diskussion. Zunächst also geht es einmal darum herauszuarbeiten, was im Allgemeinen unter einer Diskussion zu verstehen ist.

Was ist eine Diskussion?

Das Wort „Diskussion“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Untersuchung“ oder „Prüfung“. Das lateinische Wort lautet „discussio“, das Verb „discutere“. Etwas zu diskutieren, meint eigentlich, etwas besprechend zu untersuchen oder zu erörtern.

Eine Diskussion ist ein Dialog, ein Gespräch zwischen mindestens zwei Personen. Diese Diskutanten untersuchen ein Thema, zu dem sie sich zusammengefunden haben, indem sie darüber diskutieren. Oftmals erfolgt auf eine Rede hin eine Gegenrede. Jede Seite trägt in einer Diskussion ihre Argumente vor. Im Prinzip ist eine Diskussion eine Möglichkeit zum Austausch von Meinungen.

Wann es zu einer Diskussion kommen kann, hat unterschiedliche Gründe. Beispielsweise dann,

  • wenn es unterschiedliche Meinungen gibt
  • wenn Lösungen gesucht werden und dazu verschiedene Meinungen gehört werden sollen
  • wenn Entscheidungen getroffen werden müssen

In welcher Form Diskussionen stattfinden, ist verschieden und kommt auf den Rahmen an:

  • Verbal, bei persönlichen Angelegenheiten oder auch bei öffentlichen Diskussionsveranstaltungen, im privaten oder öffentlichen Raum. Im privaten Bereich ist eine mündlich geführte Diskussion üblich. So ist ein schneller Schlagabtausch möglich. Zwischen Rede und Gegenrede gibt es keine zeitlichen Lücken
  • Schriftlich, in Form von Kommentaren im Internet oder von Leserbriefen an eine Zeitung. Im privaten Bereich ist dies zwar möglich, aber eher unüblich. Die Schriftform verlangt häufig Zeit und Geduld. Im Internet kann ein schriftlicher Schlagabtausch allerdings überaus rasant erfolgen

Der Stil, wie eine Diskussion geführt wird, kann sehr unterschiedlich sein. Es kommt sehr auf das Verhältnis der Diskutanten untereinander an:

  • mit gegenseitigem Respekt
  • mit Toleranz andersgelagerter Argumente gegenüber
  • mit konstruktiven oder destruktiven Beiträgen

Der Zweck einer Diskussion

Eine Diskussion verfolgt normalerweise einen bestimmten Zweck. Beispielsweise geht es darum, jemand anderen von seiner eigenen Meinung zu überzeugen. Eine solche Diskussion kann schnell zu einem reinen Schlagabtausch werden, in dem es nicht mehr um die Sache geht, sondern darum, am Ende als „Sieger“ aus der Diskussion hervorzugehen. Oftmals entspricht in einem solchen Fall die Selbsteinschätzung nicht unbedingt der Fremdeinschätzung. Ein vermeintlicher Sieger verlässt häufig den Boden der Streitkultur. Ein solches Verhalten ist etwas, was von den übrigen Beteiligten häufig übelgenommen wird. Es ist besonders oft in der Politik bzw. bei politischen Debatten zu beobachten.

Der eigentliche Zweck einer Diskussion ist, einen Erkenntnisgewinn zu erzielen. Dies geschieht, indem jeder Diskutant seine Argumente unbehelligt vorbringen kann. Entweder erkennen die Beteiligten, dass die verschiedenen Argumente am Ende zur Lösung eines Problems beitragen oder sie erkennen, dass die verschiedenen Meinungen entweder zu einem Kompromiss führen oder in einem Dissens enden. Letztendlich wird jeder Beteiligte am Ende einer Diskussion um einiges klüger sein.

Kompromiss oder Dissens

Eine Diskussion, die in einem Kompromiss endet, ist das Ergebnis, wenn bei unterschiedlichen Ansichten auf ein Beharren auf die eigenen Argumente verzichtet und aufeinander zugegangen wird. Das kann sich so lange hinziehen, bis alle Diskutanten sich auf eine Linie geeinigt und eben einen Kompromiss erarbeitet haben.

Anders ist es, wenn eine Diskussion im Dissens endet. Die jeweils anderen Argumente werden bestenfalls respektiert, aber nicht akzeptiert. Es kommt zu echten Meinungsverschiedenheiten und zu keiner klaren Lösung. Dissens ist das Gegenteil von Konsens, bei dem es zu einer übereinstimmenden Meinung und einer von den Diskutanten akzeptierten Lösung kommt.

Wenn eine Diskussion im Dissens endet, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie überflüssig gewesen war. Zu erkennen, welche Meinungen und Argumente für oder gegen den Diskussionsgegenstand angeführt werden, trägt sehr zu einem Erkenntnisgewinn bei. Möglicherweise ergeben sich auf lange Sicht doch Lösungen, die kurzfristig nicht absehbar waren.

Konstruktivität und Destruktivität

Das Adjektiv „konstruktiv“ stammt vom lateinischen „construere“ ab und bedeutet so viel wie zusammenbauen, aufbauen oder auch in die Höhe bauen. Das Adjektiv „destruktiv“ ist das Gegenteil von „konstruktiv“. Auch „destruktiv“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet zerstören oder auch niederreißen.

Konstruktivität ist eine positive, aufbauende Geisteshaltung oder Handlungsweise. Destruktivität hingegen ist negativ, zerstörerisch und feindselig kritisierend. Während Konstruktivität immer nach einer Lösung sucht, trägt Destruktivität nichts zu einer solchen bei. Destruktivität beinhaltet keine Verbesserungsvorschläge und ist auch nicht daran interessiert, etwas Positives zu einer Sache beizutragen. Kritik dient lediglich der Vernichtung. Destruktivität ist reiner Selbstzweck.

Was ist eine konstruktive Diskussion?

Konstruktive Diskussionen verlaufen innerhalb bestimmter Regeln, die auf Fairness, Höflichkeit, Respekt und Toleranz basieren, einer so genannten Streitkultur. Auf dieser Grundlage finden konstruktive Diskussionen immer eine Lösung. Auf die eine oder andere Weise gelingt es den Diskutanten, aus dem Austausch unterschiedlicher Argumente etwas Positives zu ziehen:

  • Eine Lösung für ein konkretes Problem, beispielsweise eines technischen Fehlers, dessen Ursache unklar ist
  • Einen Kompromiss, weil eine einzige Lösung das Problem nicht ausreichend umfasst, beispielsweise bei einer ethischen Frage, für die es nicht nur eine Antwort geben kann
  • Einen Dissens, weil die Meinungen nicht zusammengehen, beispielsweise bei einem moralischen Problem, das aber aufgrund der konstruktiven Herangehensweise beim Diskutieren dennoch eingegrenzt werden kann
  • Eine konstruktive Diskussion ist für alle Beteiligten bereichernd. Das Diskutieren dient einem Zweck und ist letztendlich ergebnisorientiert

Was ist eine destruktive Diskussion?

Destruktive Diskussionen sind reiner Selbstzweck, denn sie dienen niemanden. Sie sind zerstörerisch und tragen nichts Positives zu einer Sache bei:

  • Es wird keine Lösung für ein Problem oder einen Fehler gesucht, sondern das Gegenteil ist der Fall: Das Problem oder der Fehler wird übertrieben ausgewalzt
  • Kompromisse sind nicht möglich, weil kein Interesse an einer Lösung besteht, schließlich geht es ums Kritisieren und nicht ums Verbessern
  • Eine destruktive Diskussion endet zwangsläufig in einem Dissens, ohne dass die Diskutanten daraus etwas Positives ziehen können. Denn einer destruktiven Argumentation geht es ums Vernichten. Erkenntnisse, die eventuell positiv verwertet werden können, sind unbeabsichtigte Zufallsprodukte und beziehen sich zumeist auf den Kritiker und nicht auf die Sache, um die es eigentlich geht

Tipps für eine gute und konstruktive Diskussion

Eine Diskussion ist dann konstruktiv, wenn sie neue Informationen, Perspektiven und Erkenntnisse liefert. Damit dies gut funktioniert, sollten verschiedene Punkte bei einer Diskussion beachtet werden:

  • Respekt vor dem Gegenüber: ausreden lassen
  • Sachliche Kritik: keine Polemik, keine Pauschalisierungen, keine Lügen
  • Fakten nennen: keine persönlichen Meinungen ohne Begründungen
  • Zuhören und nachfragen, falls es Unklarheiten gibt
  • Ruhig bleiben und bei Bedarf deeskalieren
  • Gemeinsame Standpunkte klären und konzentriert zum Kern der Diskussion vorstoßen
  • Perspektivwechsel: sich in das Gegenüber hineinversetzen

Wer diskutieren möchte, weil er sich dadurch etwas Positives verspricht, beispielsweise mehr Wissen oder die Lösung eines komplexen Problems, der wird von vornherein und völlig automatisch eine konstruktive Diskussion anstoßen. Destruktivität mit ihrer Negativität, Arroganz, Intoleranz, Lust auf Zerstörung und Vernichtung wäre komplett kontraproduktiv, würde nichts beitragen und im schlimmsten Fall sogar demoralisieren.

Was ist „Rasputiza“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Rasputiza“ ist der russische Name für die Schlammzeit, die im Osten Europas, vor allem in Russland, in der Ukraine und in Belarus, zweimal im Jahr vorkommt. Die „Wegelosigkeit“, wie die „Rasputiza“ in der deutschen Übersetzung heißt, tritt im Herbst und im Frühjahr ein und kann vier oder mehr Wochen andauern. In den Schlammperioden weicht der Boden auf Hunderten von Quadratkilometern so stark auf, dass er unbefahrbar wird.

Wie entsteht die „Rasputiza“?

Verursacht wird die „Rasputiza“ durch Wetterereignisse in Kombination mit der besonderen Landschaft der betroffenen osteuropäischen Länder: Im Herbst sorgen die Herbstregenfälle, im Frühjahr das Tauwetter und die damit verbundene Schneeschmelze für große Wassermassen. In der weiten Landschaft, in der es wenig Höhenunterschiede gibt, fließen diese Wassermassen nicht ab und müssen vor Ort im Boden versickern oder verdunsten. Besonders schlimm wird die Situation, wenn im Frühjahr zu dem Tauwetter auch noch Regenfälle hinzukommen.

Wie wirkt sich die „Rasputiza“ auf Kriege aus?

In der Geschichte brachte die „Rasputiza“ so manchen Feldzug zum Stillstand und sogar zum Scheitern: Das aufgeweichte Gelände in der Schlammzeit hinderte die Armeen am Vorrücken und schnitt sie vom Nachschub ab.

Napoleons Russlandfeldzug 1812: Der Todesmarsch der Grande Armée

Mit einer Armee von 600.000 Soldaten, der Grande Armée, marschierte Napoleon Bonaparte im Juni 1812 in Russland ein. Durch geschickte Kriegsführung gelang es der russischen Seite, Napoleon nach großen Verlusten zum Rückzug zu zwingen. Im Oktober gab Napoleon seinen Feldzug gegen Russland auf und befahl den Abzug der schon stark dezimierten Armee.

Der Herbstregen hatte inzwischen die Wege in Schlammpisten verwandelt: Die französischen Truppen sahen sich mit der „Rasputiza“ konfrontiert. Im Schlamm kamen die Männer nur quälend langsam voran. Schließlich holte der harte Winter mit Schnee und bitterem Frost die erschöpften Soldaten ein. Tausende erfroren bei den eisigen Temperaturen, tausende Verwundete und Kranke wurden zurückgelassen.

Nur ein kleiner Teil der Grande Armée kehrte nach Frankreich zurück. Napoleons Herrschaft über Europa ging dem Ende entgegen.

Novemberaufstand in Polen 1830/31

Im November 1830 begann in Warschau ein Aufstand, der die Unabhängigkeit Polens vom russischen Kaiserreich zum Ziel hatte. Zar Nikolaus I. entsandte daraufhin Truppen, die auf Warschau vorrücken sollten, um die Revolution niederzuschlagen. Mehr als einen Monat wurde der russische Vormarsch durch die „Rasputiza“ aufgehalten. Trotz einiger Anfangserfolge konnte die zahlenmäßig unterlegene polnische Armee die Rückeroberung Warschaus durch die Russen jedoch nicht verhindern. Im September 1831 war der Aufstand gescheitert.

1. Weltkrieg

Im 1. Weltkrieg (1914-1918) behinderte die „Rasputiza“ mehrere Feldzüge an der Ostfront. In der Folge beschäftigten sich deutsche Wissenschaftler mit dem Phänomen.

2. Weltkrieg

Während des 2. Weltkriegs (1939-1945) begann die deutsche Wehrmacht auf Befehl Adolf Hitlers im Juni 1941 einen Angriffskrieg auf Russland. Geplante Dauer: Drei Monate. Doch erst nach sechs Monaten Krieg stand die deutsche Armee vor Moskau. Wegen des mittlerweile verschlammten Bodens geriet der deutsche Angriff auf Moskau ins Stocken und durch den nachfolgenden Wintereinbruch völlig zum Stillstand. Der Russlandfeldzug wurde für die deutschen Soldaten, die weder für einen langen Kampf noch für den russischen Winter ausgerüstet waren, zu einem Fiasko.

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine 2022

Als am 24. Februar 2022 der russische Überfall auf die Ukraine begann, dauerte es nicht lange, bis in den Medien das Phänomen „Rasputiza“ diskutiert wurde. Würde die ukrainische Schlammzeit den russischen Vormarsch behindern?

Im März 2022 äußerte der ukrainische Militäranalyst Mykola Beleskow gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP:“Es gab bereits viele Situationen, in denen russische Panzer und andere Fahrzeuge über die Felder fuhren und stecken blieben. Die Soldaten waren gezwungen, sie zurückzulassen und zu Fuß weiterzugehen“.

Natürlich gibt es in der Ukraine heute befestigte Straßen, auf denen die russischen Militärfahrzeuge fahren können ohne vom Schlamm behindert zu sein. Allerdings sind auf den Straßen die Fahrzeuge anfällig für Angriffe, denen sie nicht ausweichen können.

Im Herbst 2022 wurde wieder spekuliert, ob und wie die Zeit der „Wegelosigkeit“ in Kombination mit dem dann nachfolgenden Winter den Krieg beeinflussen würde.

Fazit: Was bedeutet „Rasputiza“?

Die „Rasputiza“, die Schlammzeit oder Zeit der Wegelosigkeit, trifft einige osteuropäische Länder wie Ukraine, Russland und Belarus im Frühjahr und im Herbst. Jahreszeitlich bedingte Regenfälle, die Schneeschmelze im Frühjahr und die besonderen geografischen Gegebenheiten in diesen Ländern sind die Ursachen für das Phänomen der verschlammten Böden.
Schon mehrfach hatte die „Rasputiza“ in der Vergangenheit erhebliche Auswirkungen auf den Verlauf kriegerischer Auseinandersetzungen. Besonders in den Russlandfeldzügen Napoleons 1812 und Hitlers im 2. Weltkrieg hat sie Geschichte geschrieben.

Welche sind die 6 Liebestypen? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die 6 Liebestypen sollen vom kanadischen Autoren und Aktivisten John Alan Lee (1933 – 2013) stammen, der zur Liebe auch eine interessante Farbtheorie aufgestellt hat („Colours of love“). Es handelt sich um die Typen #1 Eros, #2 Homo Ludens („spielender Mensch“), #3 Lagernder, #4 Pragmatiker, #5 Maniker und #6 Spirituelle(r). Lee schlägt vor, sich mit einem gleichgearteten Typen zu verbinden, weil solche Beziehungen am längsten halten können, jedoch ist dies kein Dogma. Es funktioniert überwiegend.

Welche sind die 6 Liebestypen? Bedeutung, Definition, Erklärung

Sowohl glückliche als auch gescheiterte Beziehungen werden hinterfragt. Schnell stoßen die Beteiligten dann auf die Erkenntnis, dass es in ihrer Art, sich zu lieben, Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt oder gab. Von dieser Erkenntnis führt der nächste Gedankenschritt zur Einsicht, dass Menschen grundsätzlich auf eine bestimmte Art und Weise lieben, die wohl ihrem Charakter und auch ihrem Äußeren entspringt. John Alan Lee hat nun versucht, daraus eine Klassifikation von 6 Liebestypen zu entwickeln:

Liebestyp #1 Eros:

Dieser Liebestyp setzt vollkommen auf Schönheit und Sexualität, somit auf seine eigene körperliche Anziehungskraft und die des Partners. Natürlich kann es sich um eine Frau oder einen Mann handeln. Der Typ ist bei beiden Geschlechtern sowie bei allen Personen gleichermaßen stark vertreten.

Der Hintergrund ist häufig, aber nicht immer, dass die betreffende Person selbst äußerlich sehr attraktiv ist und dies auch vom Partner erwartet. Schon als Kind hat sie erfahren, dass äußerliche Attraktivität Punkte bringt. In der Sexualität können sich solche Menschen möglicherweise unverkrampfter geben als die Durchschnittsbevölkerung, weil sie nicht durch eigene körperliche Unzulänglichkeiten gehemmt werden und auch nur Partner mit einem relativ perfekten Körper wählen.

Kurioserweise gibt es einige wenige Menschen, die dem Typ #1 zuzurechnen, aber selbst nicht sonderlich attraktiv sind. Für diesen Liebestypen treten andere Qualitäten einer Beziehung hinter den Aspekt der Attraktivität zurück, was ihn von außen betrachtet sehr oberflächlich erscheinen lässt und auch praktisch handfeste Konsequenzen haben kann:

Solche Menschen sind in einer Beziehung wenig konfliktfähig und daher im Alltag kaum beziehungstechnisch belastbar. Unter Umständen übertragen sie diese Haltung auch auf ihre sonstigen Beziehungen, was zur Konsequenz haben kann, dass sie zwar wegen ihrer Attraktivität auf höhere Posten befördert und in höhere Ämter gewählt werden, wo sie dann jedoch mangels Belastbarkeit versagen.

Ein Beispiel wäre im Jahr 2022 der (übrigens ledige) bayerische Bildungsminister Michael Piazolo (Freie Wähler), der während des Homeschoolings in der Coronapandemie krass versagte (bewältigte nicht den Komplettausfall des für den Digitalunterricht essenziellen Mebis-Systems), aber niemals den Rückhalt seines ebenfalls gutaussehenden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) verlor.

Liebestyp #2 Homo Ludens:

Diese oder dieser Liebende gehört zu den Spieler*innen. Solche Menschen suchen in Beziehungen Unterhaltung und Aufregung, dabei durchaus auch Tiefe, aber selten eine dauerhafte Bindung – es sei denn, ihr Pendant ist ebenfalls ein Homo Ludens.

Zwei Spieler zusammen können füreinander auf lange Zeit durchaus unterhaltsam sein. Ansonsten langweilen sich diese Liebestypen sehr schnell, was im Normalfall zu schnell wechselnden Beziehungen führt. Bei Partnern, die selbst keine Homo Ludens und aus ihrer Sicht daher nicht mit ihnen auf Augenhöhe sind, wollen sie das Spiel um jeden Preis bestimmen. Wenn das nicht gelingt oder wenn es sie langweilt, trennen sie sich schnell und erholen sich davon genauso schnell.

Liebe nehmen sie generell nicht sonderlich ernst. Homo Ludens sind daran zu erkennen, dass sie zwar extrovertiert und sehr unterhaltsam sein können, dabei aber ihre Emotionen vollständig unter Kontrolle haben. Das ist ihnen auch wichtig:

Sie verstehen sich als Manager ihrer eigenen Gefühle und hassen den Kontrollverlust, der mit echter Liebe einhergeht. Es gibt Forscher, die dem Typ #2 eine Tendenz zu sexueller Gewalt nachsagen. Auf jeden Fall muss für den Homo Ludens, den es wiederum in weiblicher und männlicher Ausprägung gibt, die Beziehung leicht und amüsant bleiben. Der Typ #2 tendiert außerdem gern zu Affären neben seiner Hauptbeziehung, weil er das Spiel so sehr liebt.

Liebestyp #3 Lagernder:

Seinen Namen hat dieser Typ, weil er lokal recht stark verwurzelt ist und daher seine Partner prinzipiell in der Umgebung sucht. Das basiert auf einem sehr praktischen und auch begründbaren Denkansatz:

Landwirte beispielsweise sind an ihre Äcker und ihr Gehöft gebunden, gut etablierte Handwerksmeister an ihre Firma und die Kundschaft ihrer Region, bei der sie einen ausgezeichneten Ruf genießen. Das sind nicht die einzigen Berufe mit starkem Ortsbezug, zudem pflegen viele Menschen sehr stark ihre familiären Beziehungen und wollen daher um keinen Preis umziehen.

Die Verwurzelung hat etwas Solides, das der Unstetigkeit anderer Zeitgenossen entgegensteht und ein tiefer Charakterzug ist. Solche Menschen wünschen sich auch in ihrer Beziehung höchste Zuverlässigkeit und am besten feste Rituale, mit denen Partner nicht unbedingt klarkommen, wenn sie nicht selbst Lagernde sind. Man unterstellt diesem Typus auch einen Hang zur Behäbigkeit, weshalb sich seine Gefühle eher langsam entwickeln. Selbst die Sexualität kann gebremst erscheinen.

Liebestyp #4 Pragmatiker:

Pragmatische Menschen sind auch pragmatische Liebende, weshalb sie sich vor allem wünschen, dass die Beziehung „funktioniert“. Dazu tragen sie selbst bei, womit sie sich als sehr zuverlässige Partner*innen erweisen. Sie sind treu, halten ihre Finanzen und die der Familie in Ordnung, teilen sich die Hausarbeit inklusive Kindererziehung und verpassen keine Termine.

Das ist für das alltägliche Zusammenleben sehr angenehm, aber nicht sehr kribbelnd. Pragmatiker wählen gern ein Pendant mit denselben Eigenschaften, führen es schnell in die eigene Familie ein, lassen sich umgekehrt gut einführen und verhalten sich ziemlich angepasst. Sie lieben durchaus, verlieren aber niemals den praktischen Nutzen einer gut funktionierenden Beziehung aus den Augen. Für Spontaneität sind sie kaum zu haben.

Wenn zwei Pragmatiker zusammenfinden, können sie eine Weile eine „erfolgreiche“ Beziehung führen, doch ihre Sexualität wird voraussichtlich mangels prickelnder Spannung schnell abflachen. Dann könnte der Frau oder dem Mann eine Person vom Typ #2 Homo Ludens über den Weg laufen und so viel unerwartete Verwirrung stiften, dass die Beziehung der beiden Pragmatiker daran zerbricht. Das wäre allerdings eher dem Zufall geschuldet. Langjährig verheiratete Pragmatiker führen manchmal über Monate eine sexlose Beziehung, obwohl sie keinesfalls uninteressiert sind.

Doch Sex in einer Ehe ist auch dazu da, kleine Spannungen abzubauen, die ja das Salz in der Suppe sind. Pragmatiker unterbinden aber diese Spannungen durch ihr pragmatisches, praktisches Handeln. Wahrscheinlich erinnern sie sich dann bisweilen an das Zitat von Wilhelm Busch: „Die größte Freud´ ist doch die Zufriedenheit!“

Liebestyp #5 Maniker:

Diese Menschen sind erst begeistert, doch bei Beziehungsproblemen verfallen sie auch gern einmal in eine Depression. Dahinter steckt eine bipolare Persönlichkeitsstörung, die sich auch auf anderen Gebieten ihres Lebens zeigt. Abweichend von John Alan Lees Empfehlung, sich einen ähnlichen Liebestypen zu suchen, wäre den Manikern eher der Typ #3 Lagernder, der Typ #4 Pragmatiker oder auch der Typ #6 Spirituelle(r) (siehe unten) zu empfehlen. Zwei Maniker zusammen können sich gegenseitig in die Hölle schicken, was sie manchmal sogar handfest machen.

Ein prominentes Beispiel dafür war das Paar Petra Kelly und Gert Bastian. Die beiden Grünen-Politiker starben 1992 gemeinsam durch Schüsse aus Bastians Pistole, nachdem sie zuvor tagelang manisch mit ihren Parteifreunden kommuniziert und sich dabei völlig überarbeitet hatten. Sie waren beide krank und hätten Schonung gebraucht, was Maniker grundsätzlich nicht anerkennen. Maniker können andere Menschen sehr vereinnahmen und in ihren euphorischen Phasen durchaus auch begeistern. Allerdings sind ihre extremen Höhen und Tiefen nur schwer zu ertragen. Sie tendieren zu starker Eifersucht und obsessiver Besessenheit von ihren Partnern, die sie besitzen möchten.

Wenn sich zwei Maniker treffen, empfinden sie kurzzeitig den Himmel auf Erden, den sie als Gefühl absoluten Liebesglücks beschreiben. Doch die manische Phase schlägt wie bei jeder Bipolarität unweigerlich ins Gegenteil um, was wie erwähnt tödlich enden kann. Andere Liebestypen wie die genannten #3, #4 und #6, ja vielleicht sogar #1 können jedoch unter Umständen damit ganz gut umgehen. Ein #5 Maniker sollte aber unter allen Umständen den Typ #2 Homo Ludens meiden.

Liebestyp #6 Spirituelle(r):

Diese Menschen treten selbstlos auf und zeigen viel Mitgefühl, sie arbeiten oft in sozialen Berufen. Ihr eigenes Ego ist ihnen nicht wichtig, sie können selbstlos und hingebungsvoll lieben. Das klingt für alle anderen Typen zunächst sehr verlockend, allerdings ist anzumerken, das der Typ #6 natürlich zur Esoterik tendiert und sie meistens sogar fest in sein Leben integriert.

In gesundheitlicher Hinsicht setzen Spirituelle vorrangig auf Globuli. Die anderen Liebestypen mögen das noch verkraften und vielfach als harmlosen Spleen abtun, jedoch lieben Menschen vom Typ #6 gern jedermann, und zwar sehr schnell und auch körperlich. Sie verhalten sich daher mehr oder weniger offen promiskuitiv.

Wenn sie allerdings eine gleichgesinnte Person finden, die ebenfalls zum Typus #6 gehört, können sie durchaus gegenseitig ihre Polyamorie tolerieren. Mit den #5 Manikern kommen sie wegen ihrer Spiritualität zurecht, doch sie müssen darauf achten, ihre Promiskuität strikt zu verbergen. Diese würden den Maniker umbringen.

Gibt es die Liebestypen #1 bis #6 in Reinkultur?

Durchaus. Allerdings wechseln manche Menschen im Laufe ihres Lebens ihre Attitüde. Der ältere Typ #1 kann bei nachlassender eigener Attraktivität zum Beispiel zum spielenden Typ #2 werden. Auch jegliche andere Wechsel zwischen den Typen sind denkbar und werden bisweilen beobachtet. Es ist abschließend festzuhalten, dass es sich hier um ein Denkmodell handelt, weshalb das Fazit nur lauten kann: Cum grano salis, sprich: Ein Körnchen Wahrheit ist immer dabei.

Was bedeutet Quiet Firing? Bedeutung, Definition, Erklärung


Quiet Firing ist ein englischer Ausdruck, der sich mittlerweile im deutschen Sprachraum etabliert hat.

„Quiet“ heißt auf Deutsch übersetzt „leise“ / „still“.
„Firing“ bedeutet in diesem Zusammenhang „feuern“ / „entlassen“.
Quiet Firing ist also ein „leises Feuern“ oder „stilles Entlassen“.

Was bedeutet Quiet Firing? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wenn sie sich Quiet Firing zunutze macht, dann setzt die Chefetage darauf, dass unliebsame Mitarbeiter das Unternehmen von sich aus verlassen. Um dies zu erreichen, gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Manchmal wird nur eine Methode angewandt, es sind jedoch auch Kombinationen möglich.

Ordentliche Kündigung

Um die Motive hinter Quiet Firing zu verstehen, gilt es zu wissen, dass Arbeitnehmer in der Regel meist gesetzlich gegen unbegründete Kündigungen geschützt sind.

In den meisten Unternehmen wird zu Arbeitsbeginn eine Probezeit vertraglich vereinbart. Häufig erstreckt sich diese über sechs Monate. Sie dient Arbeitgeber und Arbeitnehmer dazu herauszufinden, ob die Stelle tatsächlich zum neu eingestellten Mitarbeiter passt.

Beide Parteien können während der Probezeit das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von wenigen Wochen beenden.
Eine Ausnahme bildet lediglich die fristlose Kündigung. Hier wird das Arbeitsverhältnis sofort beendet. Sie ist jedoch nur aus gewichtigen Anlässen möglich und muss auch während der Probezeit begründet werden. Ihr geht häufig eine Abmahnung voraus. Dieses Schriftstück weist den Arbeitnehmer darauf hin, ein bestimmtes Fehlverhalten zu unterlassen, da andernfalls Konsequenzen folgen.

Nach Ablauf der Probezeit greift bei Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern das Kündigungsschutzgesetz. Es dient dazu, Arbeitsplätze zu sichern und Arbeitnehmer vor Willkür zu schützen. Eine Kündigung nach der Probezeit muss vom Arbeitgeber aufgrund von real existierenden Fakten begründet werden. Der Kündigungsgrund muss gegebenenfalls beweisbar sein.

Motive des Arbeitgebers für Quiet Firing

Wurde die Probezeit erfolgreich beendet, ist es für viele Unternehmen also nicht mehr so leicht, sich von unliebsam gewordenen Mitarbeitern zu trennen.

Zumal in manchen Verträgen außerdem Abfindungssummen in beträchtlichen Höhen festgelegt sind. Der Mitarbeiter erhält dann bei Verlust des Arbeitsplatzes einen bestimmten Betrag.
Nach Ende der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist manchmal mehrere Monate. Soll Personal dringend ersetzt werden, gilt es trotzdem, diese Zeitspanne einzuhalten.

Beim Quiet Firing versuchen die Personalverantwortlichen, den oben genannten Punkten zu entgehen, indem sie die entsprechende Person dazu bewegen, das Unternehmen von sich aus zu verlassen. Eine arbeitgeberseitige Kündigung mit ihren möglichen Konsequenzen für das Unternehmen soll also in eine arbeitnehmerseitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses abgewandelt werden.

Aber auch Konfliktscheue vom Vorgesetzten kann ein Grund für Quiet Firing sein. Anstelle einer möglicherweise unangenehmen Klärung von Problemen wird auf einen Neustart mit einer anderen Person gesetzt.

Siehe: Was ist Quiet Quitting?

Anzeichen für Quiet Firing

Die sogenannte stille Kündigung kann von Vorgesetzten auf vielfache Art herbeigeführt werden.

Wichtige, neue oder erfüllende Aufgaben werden anderen Kollegen übertragen und stattdessen vom betroffenen Mitarbeiter offensichtlich sinnlose, dafür jedoch zeitintensive Arbeiten verlangt. Dies bewirkt, dass die Motivation des Mitarbeiters stetig sinkt. Zumal von der Chefetage auch die Wertschätzung verwehrt bleibt.

Auch ein generelles Zuviel oder ein Zuwenig an Arbeit kann auf Quiet Firing hindeuten.

Einladungen zu Teammeetings oder anderen geschäftlichen Besprechungen unterbleiben. Der Mitarbeiter hat immer mehr das Gefühl, im Abseits zu stehen.

Vonseiten des Vorgesetzten gibt es anstelle von konstruktiver Kritik nur Vorwürfe. Die Anschuldigungen können durchaus aus unbegründet sein.
Mitarbeitergespräche werden immer wieder verschoben oder ohne neuen Termin abgesagt. Die Teilnahme an Fortbildungen oder anderweitigen fachlichen Weiterbildungen wird versagt.

Gehaltserhöhungen und Aufstiegsmöglichkeiten werden auf lange Sicht verwehrt.

Möglichkeiten betroffener Mitarbeiter

Verhärtet sich der Verdacht von Quiet Firing betroffen zu sein, dann sollte zunächst das Gespräch mit den Kollegen gesucht werden. Denn womöglich ist nicht der Einzelne das Problem, sondern eine generell vergiftete Arbeitsatmosphäre. Eventuell können eine Aussprache untereinander oder ein gezieltes Meeting helfen, Unstimmigkeiten zu beseitigen.

Ist jedoch klar ersichtlich, dass nur eine Person von den Schikanen der Chefebene betroffen ist, so ist es für diese lohnend, zunächst alle Vorfälle schriftlich festzuhalten. Dann wird das Gespräch gesucht.
Je nach Unternehmensstruktur können Vertrauenspersonen aus dem Betriebsrat oder der Personalabteilung eingeschaltet werden.
Es ist auch möglich sofort direkt mit der Führungskraft zu sprechen. Letzteres erfordert jedoch einiges an Mut und Selbstbeherrschung. Mithilfe der zuvor angefertigten Notizen wird das Problem sachlich und faktenbasiert geschildert. Auch wenn es verständlicherweise schwerfällt, Vorwürfe und Anschuldigungen sollten unterbleiben.

In manchen Fällen wird der Mut zur Offensive belohnt, dann nämlich, wenn das Quiet Firing nicht bewusst erfolgt ist. Es kann jedoch auch sein, dass das Gespräch keine Lösung bringt oder den beklemmenden Verdacht sogar bestärkt. In diesen Fällen kann es nötig werden, den Fokus auf eine berufliche Neuorientierung zu legen.

Quiet Firing aus Sicht des Arbeitgebers

Für den Arbeitgeber mag diese Art der Personalführung kurzfristig ein personelles Problem lösen. Auf lange Sicht hat sie jedoch kein Erfolgspotenzial. Denn das Quiet Firing vergiftet die Atmosphäre im Unternehmen, Mitarbeiter werden verunsichert und demotiviert. Dies senkt Teammoral und Effizienz.

Wird die Methode publik, dann ist nicht nur der Imageschaden groß. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wird es für solche Firmen schwer bis unmöglich motivierte und qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.

Was ist Gold Plating? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Gold Plating“ stammt aus dem Englischen und leitet sich von „Gold plated“ ab. Übersetzt bedeutet es „Vergoldung“. Obwohl Gold Plating auf den ersten Blick positiv klingt, ist die Bezeichnung negativ behaftet. Gold Plating beschreibt die Übererfüllung einer vereinbarten Dienstleistung. Im Zeitmanagement ist die Rede von „über einen Zeitpunkt hinaus zu arbeiten, an dem der Gewinn sinkt“. In vielen Fällen lässt sich Gold Plating mit der Phrase „Gut gemeint, aber schlecht gemacht“ übersetzen.

Gold Plating – ein Beispiel

Ein Entwickler arbeitet an der Finalisierung eines Produkts. Bei der Fertigstellung sind alle Anforderung an das Produkt erfüllt. Trotzdem entscheidet sich der Entwickler, weitere Verbesserungen vorzunehmen. Er ist in der Annahme befangen, dass der Kunde sich über nicht vereinbarte Zusatzfunktionen freuen müsste. Bedauerlicherweise ist der Kunde von dem Produkt enttäuscht und partiell verärgert. Der Mehraufwand des Entwicklers war vollkommen umsonst. Obendrein verliert sein Unternehmen sowohl den Auftrag als auch den Kunden.

Gold Plating vermeiden und Risiken minimieren

Prinzipiell können nicht geplante und zusätzliche Features einen Mehrwert generieren. Gleichzeitig stellt jede außerplanmäßige Zusatzfunktion eine neue Risikoquelle dar. Zusätzliche Dokumentationen, Kosten, Tests und Zeitpläne sind notwendig, um die Sicherheit und Funktionalität des Produkts zu garantieren. Im schlimmsten Fall lehnt der Kunde die Zusatzleistungen ab und annulliert den Vertrag.

Der PMBOK-Guide (A Guide to the Project Management Body of Knowledge) und die britische Projektmanagement-Methode PRINCE2 stuften Gold Plating bereits als schlechte Projektmanagerpraxis ein. Die nicht vereinbarte Praxis verstößt zudem gegen ein Prüfungskriterium der Qualitätssicherung. In dem Fall ist die Rede von „Abwesenheit (vom Kunden) nicht spezifizierter Funktionalitäten“.

Gold Plating gilt es grundsätzlich zu vermeiden. Es bedeutet aber nicht, dass Verbesserungen und Zusatzfunktionen nicht erwünscht sind. Diese sollten jedoch im Vorfeld mit dem Kunden besprochen werden. Ferner müssen sie dem offiziellen Änderungsverfahren entsprechen. Die Auswirkungen der Veränderungen gilt es exakt zu kalkulieren und in allen Bereichen des Projekts zu berücksichtigen.

Gold Plating bei Lieferungen

Auch eine Lieferung lässt sich im übertragenem Sinn unnötig vergolden. Exemplarisch hierfür sind Lieferanten, die ihren Kunden mehr liefern, als vereinbart war. Obwohl der Lieferant mit der Übererfüllung etwas Positives bezwecken möchte, können daraus für den Empfänger Probleme entstehen. Möglicherweise hat er nicht ausreichend Platz für die zusätzliche Lieferung oder muss diese anschließend entsorgen.

Gold Plating und Overengineering

Der Begriff „Overengineering“ behandelt eine ähnliche Thematik wie Gold Plating. Hier steht ebenfalls die Überoptimierung eines Produkts oder einer Dienstleistung im Vordergrund. Ziel ist es, dem Kunden durch Mehraufwand eine höhere Qualität anzubieten, als vereinbart war. Zum Ärger des Kunden ist Overengineering meist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Außerdem erhöht es die Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Produktion.

Gold Plating in der Politik

In der Politik bezeichnet Gold Plating eine Form der Überregulierung. Ursächlich sind einzelne Mitgliedstaaten, die mit einer Übererfüllung von EU-Richtlinien die nationale Rechtsordnung und Volkswirtschaft belasten.

Gold Plating – Ursachen

Häufig führt ein übertriebener Perfektionismus zum Gold Plating. Auch fehlende Kenntnisse über die Kundenbedürfnisse spielen eine essenzielle Rolle. Der Wert eines Produkts ergibt sich durch Kundenbewertungen. Beim Gold Plating sowie beim Overengineering werden die Kunden nicht gefragt und vor vollendete Tatsachen gestellt. Zudem ist Gold Plating mit längeren Lieferzeiten verbunden. Das bietet der Konkurrenz die Chance, ein Produkt mit weniger Leistungsmerkmalen auf den Markt zu bringen, das den Wünschen des Kunden entspricht.

Was ist die Kuchensteuer? Bedeutung, Definition, Erklärung


Kuchensteuer ist ein von den Medien geprägter Begriff, welcher im Zuge der Diskussion über die Umsetzung der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie der Europäischen Union verwendet wird. Gemeint sind umsatzsteuerliche Abgaben, die durch den Verkauf von Kuchen in Schulen und Kindertagesstätten geleistet werden sollen.

Ursprung der Diskussion um die Kuchensteuer

Im Jahr 2006 verabschiedete die Europäische Union die Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie als Richtlinie 2006 / 112 / EG. Ziel dieser Richtlinie ist ein einheitliches Mehrwertsteuersystem innerhalb der EU zu schaffen.

Die Umsetzung der Richtlinie ist Ländersache. In Deutschland wird sie durch das Umsatzsteuerrecht geregelt.
Das Umsatzsteuergesetz (UStG) regelt die Umsatzbesteuerung für Unternehmer.
Öffentliche Einrichtungen waren bis 2017 von der Umsatzsteuerpflicht befreit.
Im Jahr 2015 wurde das UStG bereits angepasst und trat 2017 in Kraft. Seitdem ist durch § 2b UStG geregelt, dass juristische Personen des öffentlichen Rechts für bestimmte Leistungen Umsatzsteuer abführen müssen.

Gab es seit 2017 noch Übergangs- und Ausnahmeregelungen, muss die EU-Richtlinie ab 01.01.2023 zwingend für alle juristischen Personen öffentlichen Rechts umgesetzt werden. Alle marktrelevanten privatrechtlichen Leistungen der öffentlichen Hand müssen ab 2023 besteuert werden. Dies soll Marktverzerrung verhindern.

Da auch Schulen und Kitas öffentliche Einrichtungen sind, kam die Frage auf, ob Verkäufe aus Kuchenbasaren, die in den Einrichtungen veranstaltet werden, umsatzsteuerpflichtig seien. Da der Kuchenverkauf der öffentlichen Einrichtung damit zu dem privat geführten Bäckerunternehmen nebenan in Konkurrenz träte, bestünde hier die Gefahr der Marktverzerrung.

Wann würde die Kuchensteuer anfallen?

Entscheidend ist, ob die Schule oder Kita mit dem Kuchenverkauf am Markt professionell, im Sinne eines Privatunternehmers auftritt. Öffentliche Einrichtungen haben nach § 2 Abs. 1 UStG Unternehmereigenschaften, wenn sie selbstständig eine nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen ausüben.
(nachhaltig = steuerrechtlich für „sich wiederholend“)
Verschiedene Kriterien müssen erfüllt sein, damit steuerrechtlich ein Unternehmertum vorliegt:

Die Tätigkeit wird über mehrere Jahre ausgeübt.
Die Tätigkeit wird in umfassender Anzahl an Tagen pro Jahr bzw. Stunden pro Tag ausgeübt.
Die Tätigkeit richtet sich nicht ausschließlich an Mitglieder der Einrichtung
Es wird ein eigenen Geschäftslokal betrieben.

Wurden die Umsätze von einem Elternbeirat gemacht, ist die Schule oder Kita steuerlich verantwortlich, da dieser als unselbstständiger Teil der Einrichtung zählt.
Wurde der Verkauf von einem Förderverein oder einer Schülerfirma getätigt, gelten diese als eigene Unternehmer, wenn sie die Kriterien zum Unternehmertum erfüllen. Dies wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn der Kuchenverkauf in einem auf dem Schulgelände betriebenen Café stattfindet.

Der vereinzelte Kuchenverkauf durch Schüler und Eltern bei Schul- und Kitafeiern erfüllt diese Kriterien nicht und ist somit von der Umsatzsteuerpflicht ausgeschlossen.

Kritik an der Kuchensteuer

Die Richtlinie wurde für den bürokratischen Aufwand, den sie schaffe, kritisiert. Für die korrekte Umsetzung der Richtlinie müssten in öffentlichen Einrichtungen alle Abläufe auf ihre steuerliche Relevanz überprüft werden.

Ein Sprecher der EU wies diese Kritik mit der Begründung zurück, die Bundesländer legten die EU-Richtlinie viel zu streng aus. Verkäufe bei Schul- und Kindergartenfesten unterliegen nicht zwangsläufig der Umsatzsteuerpflicht. Das heißt, Bund und Länder setzen die EU-Richtlinie strenger um, als es eigentlich notwendig wäre.

Was ist die Cash Stuffing Methode? Bedeutung, Definition, Erklärung


Cash Stuffing kann man es als Kassensturz bezeichnen. Jede Ausgabe wird einem bestimmten Zweck zugeteilt.

Dazu wählt der Betreffende verschiedene Kategorien aus. Diese stammen aus dem privaten oder beruflichen Bereich. Beispiele sind dringend benötigte oder zusätzlich beschaffte Lebensmittel. Ferner können es Ausflüge, das Auto und ein Fond für außergewöhnliche Ausgaben sein. Diese trägt der Konsument in ein Büchlein ein. Alternativ bietet sich eine Tabelle in Excel an. Hier werden alle Einzeldaten detailgetreu erfaßt.

Cash Stuffing Methode: Vier-Punkte-Modell

Am Anfang steht die Überlegung, dass man Geld nur einmal ausgeben kann. Nur, wenn dieses Zahlungsmittel direkt vor einem liegt, schätzt man seinen Wert objektiv ein. Ferner geht es um ein System, das regelmäßig genutzt wird, um das Geld einem bestimmten Zweck einwandfrei zuzuordnen.
Doch welchen Weg kann man gehen?

1. Sich den Überblick verschaffen – Kasse machen –

Gegen Ende des vorangegangenen Monats kennt man alle Ausgaben, die fest eingeplant werden müssen. Hierzu zählen bei einer Mietswohnung die Miete, eventuelle Nebenkosten und alle Versicherungen. Sind noch Abzahlungen zu leisten, kommen diese ebenfalls auf die Liste. Ferner berücksichtigt der Betreffende die Fahrtkosten. Sollten sich verschiedene Positionen in der Zukunft eventuell erhöhen, sind diese Varianten ebenfalls zu berücksichtigen.

Eigentümer eines Hauses denken stattdessen an die Abschläge der Strom-, Gas- und Abwasserversorger. Dazu kommen die Gebäude- und Inventarversicherungen. Auch die Grundsteuer und die Abfallabgaben bilden einen Teil des Budgets.

Unter diese Liste macht man einen Strich und addiert die Posten zusammen. Das Ergebnis sind die absoluten Kosten. An ihnen führt kein Weg vorbei.

Das Telefon- und Internet sowie die Fahrtkosten zur Arbeit sind unverzichtbare Ausgaben.

Unterstützend sollten alle Verträge, wie der Handyvertrag oder ein Zeitungs-Abo vorliegen, um keine Einzelheiten zu vergessen. Zum Schluss gibt man das monatliche Nettoentgelt ein und zieht es von den Ausgaben ab.

Nun gibt es einen Überblick, der das Nettogehalt sowie alle bekannten Ausgaben berücksichtigt.

Ein sehr wichtiger Punkt sind die Barmittel. Diese legt man sich direkt auf den Tisch. Gleichzeitig kommt die Kreditkarte oder EC-Karte in eine Schublade, in der sich bis zum Monatsende bleibt. Nur im Notfall wird sie verwendet, um beispielsweise den Dispositionskredit einzugreifen.

2. Wie funktioniert das eigentliche Cash Stuffing?

Schon bei der Einteilung in passende Kategorien, sucht man sich ein paar Briefumschläge heraus. Auf jeden wird dann ein Bereich notiert, für den ein bestimmtes Budget bestimmt ist.

Ist der Betrag festgelegt worden, kommt er in den vorgesehenen Umschlag, der entsprechend beschriftet wird. Im Anschluss legt man diesen weg, um in später nur für einen vorgesehenen Grund zu aktivieren.

Ob es sich bei den Scheinen um kleine oder große Summen handelt, hängt vom Geld ab, das der Betreffende zur Verfügung hat.

3. Welche Kategorien bieten sich an?

Zuerst geht es um die Lebensmittel. Diese werden in wöchentliche Budgets eingeteilt. Dann folgen das Auto- und Freizeitaktivitäten wie Fitness-Center, Essengehen mit Freunden und einfach Shopping.

Aber auch nicht vorhersehbare Ereignisse benötigen einen Umschlag. An dieser Stelle unterscheidet der Betreffende noch einmal zwischen sofort verfügbaren und anzusparenden Mitteln.

Eine Waschmaschine, der Fernseher oder Laptop lassen sich häufig nur über mehrere Monate realisieren. Deshalb ist es wichtig, den wahrscheinlichen Gesamtbetrag zu ermitteln und ihn in überschaubare Teilbeträge aufzuteilen.

Medikamente, eine plötzliche Erkrankung oder zusätzliche Aufwendungen für ein neues Computerprogramm sind sehr wichtig. Deshalb teilt man den jeweils einzuplanenden Betrag auf mehrere Monate auf. In jedem dieser Monate wird ein Teilbetrag in den betreffenden Umschlag gelegt.
Es folgen noch die Gelder für Geschenke und einen zusätzlichen Puffer, mit dem beispielsweise eine unerwartete Strom- und Gasrechnung abgefangen werden kann.

Die letzte Kategorie bezieht sich auf den Urlaub. Wird das Ziel erst kurz vor dem eigentlichen Antritt gebucht oder gesucht, kann der Inhalt des Umschlags ohne Probleme umfunktioniert werden. Gegebenenfalls leert er sich schneller, als man zuvor gedacht hätte.

Parallel führt man das tägliche Kassenbuch mit Excel, in das alle Einnahmen und Ausgaben eingetragen werden.

4. Der zweite Kassensturz

Ist der Monat vorbei, geht es jeweils um einen schmerzhaften oder erfolgreichen Prozess. Wieviel Geld ist noch übrig? Welche finanziellen Pläne wurden umgesetzt? Gibt es Umschläge, in denen sich noch die vorgesehenen Beträge befinden? Wo muss man nachsteuern oder hat neue Kriterien zu berücksichtigen?

Vor allem in der heutigen Zeit treten weitere Kriterien überraschend hinzu, die in der ursprünglichen Budgetplanung nicht vorgesehen worden waren.

Das hängt mit der rasanten Preissteigerung in allen Bereichen zusammen. Sie reicht von den Lebensmitteln über Artikel des täglichen Gebrauchs bis zu erstrebenswerten Luxusgegenständen. Letztere sind manchmal nicht mehr erschwinglich. In diesen Fällen müssen die sich in den betreffenden Umschlägen befindlichen Gelder auf andere wichtige Bereiche aufgeteilt werden.

Viele erwischte im Sommer die Strom- und Gasrechnung, die teilweise um das 200- bis 300-fache pro Monat stieg. Im Rahmen der zweiten Kassenkontrolle, sind diese Aspekte besonders zu berücksichtigen.

Fazit: Was ist die Cash Stuffing Methode?

Sparen um das Sparen willen kann ein Hobby sein. Für Menschen, die nur über ein begrenztes Budget verfügen, ist es eine Notwendigkeit. Das ergibt sich vor allem durch die Inflation sowie die steigenden Preise für Gas, Strom und fast alle Artikel des täglichen Gebrauchs. Diese verteuern sich durch die hohen Energiekosten auf allen Stufen des Wertschöpfungsprozesses.

Aus diesem Grund haben findige Finanzexperten das Cash Stuffing erfunden. Es kann in unterschiedlichen Stufen erfolgen. Ziel dabei ist es, das Einkommen um die festen Ausgaben pro Monat zu bereinigen. Im Anschluss holt der Betreffende das verwendbare Geld von der Bank. Während er verschiedene Kategorien bildet, teilt er parallel das Bargeld auf die Bereiche entsprechend auf. Gleichzeitig sucht er sich für jede gebildete Kategorie einen Umschlag heraus, in den er das vorgesehene Geld legt. Nur für dieses Budget darf es dann jeweils verwendet werden.

Am Ende des Monats kommt es zum zweiten Kassensturz. Hier zeigt sich dann, ob die geplanten Ausgaben mit den tatsächlichen übereinstimmen. Mit dem regelmäßig geführten Kassenbuch gibt es pro Tag einen parallelen Überblick, der die tatsächliche Finanzlage widerspiegelt und vor Überraschungen schützt.

Was ist der Monk Mode? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Monk Mode soll dabei helfen, Ziele zu erreichen. Es ist eine Phase erhöhter Konzentration und Disziplin, mit der es möglich ist, die Produktivität zu steigern. Die Methode selbst basiert auf den Isolations- und Selbstdisziplinierungspraktiken von Mönchen.

Was ist der Monk Mode? Bedeutung, Definition, Erklärung

Geprägt wurde der Begriff durch die Online-Community im Rahmen der kontinuierlichen Selbstverbesserung. Deshalb umfasst die Methode unterschiedliche Aspekte der Hingabe und der Achtsamkeit. Dadurch ist es möglich, das eigene Leben bewusster zu leben und einzelne Teilbereiche zu verbessern. Der jeweilige Fokus hängt wiederum von den individuellen Wünschen und Bedürfnissen ab. Oftmals konzentriert sich der Monk Mode auf die folgenden Ziele:

  • Er unterstützt dabei, auf bestimmte Dinge zu verzichten. Dabei steht regelmäßig das Ablegen von Lastern im Vordergrund, wobei die Methode auch dabei hilft, Ablenkungen im Alltag zu vermeiden.
  • Im Monk Mode lassen sich zudem körperliche Ziele verwirklichen. Das können herausfordernde Aktivitäten oder neue persönliche Rekorde sein.
  • Finanzielle und geschäftliche Ziele konzentrieren sich beispielsweise auf finanzielle Einsparungen, die Neukundengewinnung oder das Erreichen neuer Verkaufsziele.
  • Bei spirituellen Zielen hilft der Monk Mode dabei, am regelmäßigen Meditationsplan festzuhalten. Auch religiöse Praktiken lassen sich dadurch einfacher in den Alltag integrieren.

Kernstruktur des Monk Modes

Die Strategie des Monk Modes hilft dabei, Ziele zu erreichen. Die Grundlage dafür ist ein klares Verständnis dafür, wie sich diese realisieren lassen. Die Praxis ist deshalb so strukturiert, dass sie zu einem klaren Geist verhilft. Aus diesem Grund basiert die Methode auf drei Aspekten, die die Kernstruktur des Monk Modes darstellen:

1. Selbstbeobachtung: Sie betrachtet die eigenen Gedanken und Emotionen, um sich selbst besser kennenzulernen. Gleichzeitig führt diese Form der Beobachtung dazu, die persönlichen Schwächen zu identifizieren und zu akzeptieren.

2. Isolation: Während dieser Phase geht es darum, die eigenen Wünsche und Ziele, aber auch die persönlichen Schwächen anzuerkennen. Andere Verpflichtungen geraten dadurch in den Hintergrund.

3. Verbesserung: Die dritte Säule des Monk Modes befasst sich damit, einen Aktionsplan zu formulieren. Mit ihm soll es möglich sein, die notwendigen Schritte zu ergreifen, um die Ziele in der Realität zu verwirklichen.

Zeitlicher Rahmen des Monk Modus

Der Monk Mode lässt sich kurzzeitig oder langfristig praktizieren. Bereits 30 Tage sind eine gute Grundlage dafür, das eigene Zeitmanagement zu verbessern. Alternativ ist es möglich, zunächst einen kurzen Zeitrahmen festzulegen und diesen anschließend zu verlängern.

Zu Beginn ist ein Zeitraum von ein bis drei Monaten ideal. Die detaillierte Ausarbeitung vom Monk-Modus-Plan hängt jedoch vom jeweiligen Ziel ab. Zusätzlich entscheidet das zu erreichende Ziel darüber, wie groß die Zeitspanne sein sollte. Während sich einige Ziele bereits in wenigen Wochen umsetzen lassen, benötigen andere mehrere Monate. Es ist daher notwendig, Zeit und Intensität bei der Planerstellung zu berücksichtigen.

Die vier Regeln des Monk Modes

Der Monk Modus kann bei vielen unterschiedlichen Formen der Veränderung unterstützen. Das Konzept ist anpassungsfähig und lässt sich auf die individuellen Vorhaben übertragen. Damit die Steigerung der Produktivität mit dieser Praxis gelingt, müssen die vier Regeln eingehalten werden:

  • 1. Es besteht eine Verpflichtung, eine bestimmte Menge und Form von Arbeit zu erledigen.
  • 2. Ablenkungen und Laster, die davon abhalten das Ziel zu erreichen, müssen vernachlässigt werden.
  • 3. Es ist notwendig, einen Plan zu erstellen, der definiert, welche Arbeiten zu verrichten sind und welche Gewohnheiten dafür entfallen.
  • 4. Es ist erforderlich, ein festes Start- und Enddatum festzulegen.

Entscheidend dabei ist, dass diese Verpflichtungen eine Form der Selbstverpflichtung sind. Es handelt sich dabei nicht um Vereinbarungen mit einer dritten Person. Stattdessen sollen sie dabei helfen, selbst in einen mönchsähnlichen Zustand zu versinken. Dieser angestrebte Zustand wird auch regelmäßig als „im Flow sein“ bezeichnet.

Bedeutung des Monk Modes im Alltag

Der Monk Modus bietet Strategien und Denkweisen, mit denen sich Ziele umsetzen lassen. Er ist ein vorab definierter Zeitraum, während dem sich das maximale Potenzial entfalten lässt. Dabei liegt der Fokus auf den in diesem Moment wichtigen Aspekten. Dadurch ist es möglich, die eigene Zeit, Konzentration und Energie in das zu investieren, was notwendig ist. Ablenkungen haben während dieser Perioden keinen Raum.

Im Alltag bedeutet diese Vorgehensweise, dass sich Menschen kurzfristig von anderen Aspekten ihres Lebens trennen, um Wachstum zu erzielen. Dieses Vorgehen ist entscheidend, da viele alltägliche Aktivitäten einen Großteil der verfügbaren Zeit beanspruchen, ohne einen Mehrwert zu bieten. Stattdessen senken sie die Produktivität und sorgen für Beschäftigung.

Die Produktivität mit dem Monk Mode steigern

Konzentration ist die Basis dafür, Ziele zu erreichen. Im beruflichen Kontext lässt sich ein solcher Rahmen meist problemlos schaffen. Im privaten Bereich hingegen ist es schwieriger, verschiedene Formen der Ablenkung zu ignorieren. Deshalb verinnerlichen viele erfolgreichen Mensch den Monk-Mode in ihren Alltag, um die eigene Produktivität zu erhöhen. Implementieren lässt sich diese Strategie wie folgt:

1. Zieldefinition: Zunächst geht es darum, ein Ziel festzulegen. Da der Monk Mode ein Zustand höchster Konzentration ist, richtet sich der gesamte Fokus auf dieses eine Ziel. Multitasking oder die Abarbeitung unterschiedlicher Zielsetzungen zur gleichen Zeit gilt es dabei zu vermeiden. Es empfiehlt sich daher, die Vorhaben gemäß ihrer Priorität einzukalkulieren.

2. Fortschrittstracking: Sinnvoll ist es zudem, eine Möglichkeit zu schaffen, mit der sich der Fortschritt tracken lässt. Eine einfache Google-Tabelle oder ein Blatt Papier reichen vollkommen aus. Die Visualisierung des Erreichten hilft Körper und Geist dabei, sich auf das Vorankommen zu konzentrieren.

3. Monk Mode: Basierend auf dem gewählten Ziel beginnt der Monk Modus gemäß den vordefinierten Zeiträumen. Das können beispielsweise mehrere Stunden am Tag oder das Wochenende sein. Während dieser Zeiten geht es darum, sich selbst zu disziplinieren und sich ganz der bevorstehenden Aufgabe zu widmen. Übliche Gewohnheiten, einschließlich verschwenderischer Unterhaltung, finden während der Monk-Mode-Phase nicht statt.

Kritik zum Monk Mode

Der Monk Mode verspricht zahlreiche Vorteile, allen voran eine gesteigerte mentale Klarheit sowie eine höhere Produktivität. Es gibt dennoch kritische Stimmen, bezüglich dieser Vorgehensweise.

Zu den häufigsten Kritikpunkten gehört die mögliche Isolation. Der Monk Mode kann sehr einsam sein, sollte er sich über mehrere Wochen hinweg erstrecken. Während dieser Zeit finden nur wenige Aktivitäten statt, die keinen Mehrwert für das vorab festgelegte Ziel bieten. Das macht es vergleichsweise schwierig, diesen Modus im alltäglichen Familienleben aufrechtzuerhalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass es Personengruppen gibt, für die der Monk Mode nicht geeignet ist. Stattdessen ist es notwendig, den Zeitrahmen an das eigene Leben anzupassen.

Was bedeutet „Eat the Rich“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Ruf, die Reichen zu essen, ertönte vor über 200 Jahren erstmals in Frankreich.

Herkunft von „Eat the rich“

„Eat the rich“ (Iss die Reichen) ist ein radikaler und plakativer politischer Slogan, der seit dem späten 18. Jahrhundert symbolisch mit Antikapitalismus, Klassenkampf und Militanz in Verbindung gebracht wird.

Als Urheber des prägnanten und einprägsamen Aufrufs gilt gemeinhin der berühmte politische Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712-1778). Seine Warnung, derzufolge „das Volk die Reichen essen werde, wenn es sonst nichts mehr zu essen habe“, wurde erstmals während der Französischen Revolution vom einflussreichen Führer und Politiker der Pariser Kommune Pierre-Gaspard Chaumette (1763-1794) zitiert.

Dessen Rede während der blutigen Periode der Schreckensherrschaft („Grande Terreur“) zwischen Juni 1793 und Juli 1794 am 14. Oktober 1793 in Paris war eine scharfe Kritik am Adel, wurde aber später in Frankreich als Reaktion auf die vermeintlichen Misserfolge der Revolution, welche angeblich die Armut im Lande aufrecht erhielten, populär. Wann genau Rousseau selbst diesen Slogan geäußert hat, ist nicht überliefert. Angesichts der zeitlosen Eingängigkeit hat das aufrührerische Motto jedoch bis heute überlebt und diente außer als politische Parole auch schon mehrfach als Titel für Bücher, Rocksongs und Spielfilme.

Eine Revolution mag zunächst viele Freiheiten bringen, macht aber nicht sofort satt

1793 waren die Straßen von Paris in Aufruhr. Wenige Jahre zuvor hatten Arbeiter und Bürger, die über Armut, Hunger und Entrechtung wütend waren, die berüchtigte Festung Bastille gestürmt und gesprengt und die Monarchie erfolgreich gestürzt, was ganz Europa erschütterte.

Es war eine gefährliche, schwierige und unsichere Übergangszeit mit vielen Aufständen, grausamem Blutvergießen und ungebremster revolutionärer Hoffnung. Eine gerechtere Regierungsform entstand langsam und zaghaft, doch auch nach Jahren der revolutionären Ordnung war das Volk unruhig und verzweifelt: Die Erklärung der neuen Menschen- und Bürgerrechte war zwar von der Nationalversammlung verabschiedet und der König selbst durch die Guillotine hingerichtet worden, aber es gab immer noch nicht genug zu essen für alle.

Auch wenn das den Massen verhasste absolutistische „Ancien Régime“ endlich verschwunden war, konnte das Volk weder Rechte noch Freiheit essen und es fehlte an fast allem. Bürger beschwerten sich erbittert darüber, dass gewissenlose Spekulanten verschimmeltes Brot, gepanschten Wein und ungenießbares Fleisch an die Armen verkauften und ihre besten Waren für die Reichen aufhoben.

In Zeiten großer Unzufriedenheit werden oft Erinnerungen an alte Kämpfe geweckt

Zu tatsächlichem Kannibalismus an den Reichen und Besitzenden ist es damals trotz der äußerst aufgeheizten Stimmung in Frankreich schließlich doch nicht gekommen.

Vielmehr verloren die radikalsten Jakobiner und „Sansculotten“ samt deren bekanntesten Vertretern Maximilien de Robespierre, Georges Couthon sowie Louis Antoine de Saint-Just im sog. „Comité de salut public“ (Wohlfahrtsausschuss) schon bald die Macht und fielen nach dem Thermidoraufstand Ende Juli 1794 selbst der von ihnen geschätzten Guillotine zum Opfer.

Doch auch 200 Jahre später hallt das Rousseau zugeschriebene Bonmot „Mangeons les riches“ besonders in der englischen Version „Eat the rich“ noch immer laut vernehmbar sowohl in Frankreich und Europa als auch rund um den Globus nach.

Vor allem nachdem die euphorische Aufbruchstimmung der späten 1960er-Jahre in der westlichen Jugend bis Mitte der 1970er-Jahre fast vollständig verschwunden war und Optimismus nach und nach durch Desillusion ersetzt wurde, radikalisierten sich manche Zeitgenossen und besannen sich im Zuge dessen auf die historische Forderung nach der Verspeisung der Reichen.

Im August 1975 übernahm etwa eine sich als „Eat the Rich Gang“ bezeichnende Gruppe rund um den französischen Philosophen Jean Baudrillard die Herausgeberschaft über die US-amerikanische antiautoritäre Zeitschrift „Fifth Estate (FE)“ und beeinflusste diese stark im anarchistischen Sinn.

Der englische Heavy Metal und ein Spielfilm haben „Eat the Rich“ zurückgebracht

Seither und bis heute ist der Ruf „Eat the Rich“ immer wieder im politischen und kulturellen Zusammenhang aufgetaucht. 1978 veröffentlichte die nur kurzlebige (1977-1979) britische Rockband „The British Lions“ einen dergestalt betitelten Song auf ihrem ersten wie auch einzigen gleichnamigen Album, wobei die seinerzeit wirtschaftliche problematische Lage in Großbritannien maßgeblich Anteil an dessen Entstehung gehabt haben dürfte.

1983 tat es ihnen die Schweizer Formation „Krokus“ gleich und benannte den zweiten Song auf deren Album „Headhunter“ ebenfalls nach dem revolutionären Slogan. Im selben Jahr publizierte die englische N.W.O.B.H.M.-Band „Tysondog“ ihre erste Single „Eat the Rich“, die auf dem Album „Crimes of Insanity“ von 1986 erneut erschien. 1987 war es dann die ebenfalls aus England stammende Band „Motörhead“ um deren charismatischen Gründer, Bassisten und Sänger Ian „Lemmy“ Fraser Kilmister (1945-2015), die den Titelsong für den Spielfilm „Eat the Rich“ von Peter Richardson schrieben.

In der grotesken schwarzen Komödie spielten neben Kilmister als unheimlicher Waffenhändler „Spider“ auch weitere bekannte Musiker wie Paul McCartney (ex Beatles), Shane MacGowan (The Pogues), Bill Wyman (Rolling Stones), Hugh Cornwell (Stranglers) und Wendy O. Williams (Plasmatics) mit.

Natürlich gefiel es den Reichen absolut nicht, dass ihresgleichen als Dinner dienten

Trotz der diesbezüglich hochkarätigen Besetzung rief der Film bei Kritikern nur gemischte Reaktionen hervor, vor allem bemängelt wurden eine billig wirkende Ausstattung und der zu langsame Spannungsbogen. Bei eingefleischten Fans sowie manchen Filmexperten genießt der Streifen aber bis heute Kultstatus:

Während konservative Stimmen die heftige Darstellung von tatsächlichem Kannibalismus an den typischen reichen „Yuppies“ der Ära im edlen Restaurant „Bastards“ bemängelten, lobten progressivere Beobachter gerade die überzeichnete Story aus den Zutaten Mord, Musik und Menschenfleisch als angemessene und berechtigte Satire auf die neoliberalen und spätkapitalistischen Zustände unter der als „Iron Lady“ bekannten und in der Arbeiterklasse gefürchteten britischen Premierministerin Margaret Thatcher (1925-2013). Laut Eigenaussage vom besagten Film inspiriert wurde der US-amerikanische Autor und Schriftsteller Patrick Jake O’Rourke (1947-2022) für den Titel seines 1998 erschienenen Buches „Eat the Rich: A Treatise on Economics“, in dem er auf recht humoristische Weise Wirtschaftswissenschaften erklärt, letztlich jedoch ein Loblied auf den Kapitalismus singt.

Eat the Rich: Heute ist der Slogan weltweit bekannt und erlebt vielerorts eine Art Renaissance

Abschließend sowie zusammenfassend kann konstatiert werden, dass der griffige Slogan „Eat the Rich“ international Eingang gleichermaßen in die Protest- wie auch Populärkultur gefunden hat und immer wieder aufs Neue von seinen Anhängern und Apologeten mehr oder weniger ernst gemeint zitiert wird.

Während manche französische Journalisten sogar vermuten, dass es sich nach Claude Lévi-Strauss (1908-2009) beim klassenspezifisch proklamierten Kannibalismus in Wahrheit um eine anthropologisch versteckte Huldigung derer, die man isst, handelt, wird die radikale Forderung anderenorts weitaus bissiger und aggressiver geäußert. Generell wird der Ausdruck im 21. Jahrhundert als Reaktion auf die zunehmende Vermögensungleichheit und Ernährungsunsicherheit verwendet.

In den USA bauten Demonstranten 2020 eine Guillotine vor dem Haus von Amazon-Chef Jeff Bezos auf, 2021 nahm die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez an einer Gala teil und trug ein Kleid mit einer Abwandlung des Satzes „Tax the Rich“ und in Südafrika wurde der Satz „Eat the Rich“ als Wahlkampfslogan für die Kommunalwahlen im selben Jahr verwendet. Der Satz hat sich in den wichtigsten sozialen Netzwerken im Internet verbreitet, so auch seit den 2010er-Jahren auf TikTok, wo Nutzer in Videos die Reichen kritisierten. Die Verwendung des Slogans hat nach den COVID-19-Sperren („Lockdowns“) im Jahr 2020 deutlich zugenommen.

Was sind Brüllmücken? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Brüllmücke (lat. Nematocera bruelliensis) lebt als amphibische Mückenart vorrangig in den Kalksteinhöhlen im Umfeld des Bösen Meeres in der Schweiz und ernährt sich bevorzugt in lappländischen Bananenplantagen. Allzu oft wird die Art mit der Müllmücke verwechselt.

Relativ leicht zu erkennen ist die Brüllmücke an ihrem Paarungsschrei sowie an ihrem eigenwilligen Schnurrbart. Sowohl zur Nahrungssuche als auch zur Eiablage verlässt die Mücke das Böse Meer und begibt sich flugs auf andere Kontinente wie Gran Canaria, Kuba, Bornholm, aber nicht selten auch auf die Lofoten.

Biologische Systematik der Brüllmücke

Die Brüllmücke gehört der Klasse der Insekten an, wo sie in die Ordnung der Zweiflügler gehört. Hierin ist sie der Unterordnung der Breitmaulzweiflügler zuzuordnen. Dringt man noch tiefer in die Systematik ein, findet man die Brüllmücke in der Familie der Stimmbändigen wieder, wo sie dem Tribus der Gliederfüßer angehört. Ihre Gattung sind die Brüller und ihr Verbreitungsraum das Schweizer Böse Meer. Als nächster Verwandter wird von vielen Wissenschaftlern das mitteleuropäische Brüllschwein favorisiert, was aber in der Fachwelt durchaus umstritten ist.

Eigenschaften und Lebensart der Brüllmücken

Zu den ganz typischen Verhaltensweisen der Brüllmücke gehört das unbemerkte nächtliche Anschleichen an kleine Mädchen oder größere Jungen, um diesen durch ohrenbetäubendes Anbrüllen einen extremen Schrecken einzujagen. Nicht selten kommt es dadurch zu Ohnmachtsanfällen.

Trächtige Brüllmücken sind extrem durstig. Durch wissenschaftliche Studien konnte belegt werden, dass die Insekten ein ganzes ausgewachsenes Pferd blutleer saugen können, nachdem sie Hasen und Murmeltiere bereits entleert haben, obwohl die Brüllmücke nur ein Promille des Körpergewichts eines paarungswilligen australischen Wombats hat. Inzwischen haben Biologen der ehrwürdigen Universität Oxford mehrere Mutationen der landläufigen Brüllmücke entdeckt. Die neuen Arten treten zumeist in Scharen auf und äußern sich durch ihr charakteristisches Rülpsen.

Faktencheck: Brüllmücken

Die Brüllmücke kann ihre Größe und ihr Volumen je nach äußeren Bedingungen anpassen und verändern. Ein ausschlaggebender Faktor ist dabei die Menge des von ihr bevorzugten kohlensäurehaltigen Getränks. Die spezielle Mutation mit Namen Dönertier kommt seit circa fünf Jahren vermehrt im Ruhrgebiet vor. Sie kann in Abhängigkeit vom Nahrungs- und vor allem Getränkeangebot ihr Volumen sogar bis zum Faktor 100.000 vergrößern.

In solchen extremen Fällen kommt es allerdings immer wieder zum Aufplatzen des Geschöpfes, wobei vor allem die Ventilfunktionen der Körperöffnungen am Kopf und am Ende des Rumpfes dem Innendruck nicht mehr standhalten können. Diese Situation stellt eine hohe Belastung für die Tiere dar, die sich offensichtlich dabei nicht gut fühlen. Sie erweisen sich während dieser Phasen meistens recht ungehalten oder gar böse, könnte man fast interpretieren.

Hochgradig empörte beziehungsweise aufgespulte Brüllmücken hören sich in etwa so an, als würde man Knisterpapier zerdrücken. Menschen und andere Wirtstiere, die von Nematocera bruelliensis befallen sind, neigen dazu, die Blutsauger achtlos oder zum Teil auch angeekelt zu zertreten, was dann von einem beißenden Gestank begleitet ist. Einige neuere Studien sind daher der Frage nachgegangen, ob möglicherweise eine Artverwandtschaft zum ordinären Stinktier besteht. Die Ergebnisse darüber stehen aber noch aus.

Einfache populärwissenschaftliche Erklärung

Leider gibt es viel zu viele Menschen, die mit richtiger Wissenschaft nicht viel anfangen können. Sie reduzieren die Definition der Brüllmücke gern auf so einfache, unausgegorene Aussagen wie zum Beispiel diese:

Wenn man blähende Nahrungsmittel wie Zwiebeln, Bohnen oder Knoblauch gegessen hat, entweichen dem After öfter mal Winde, die im Volksmund als Pfurze aufgrund von Blähungen bezeichnet werden und zuweilen mit trompetenartigen Geräuschen verbunden sind. Manche Leute erweitern den Begriff der Brüllmücke auch noch auf das etwas lautere Rülpsen.

Was bedeutet „Force Majeure“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Force Majeure“ bedeutet auf deutsch „höhere Gewalt“.

Was bedeutet „Force Majeure“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im deutschen Recht gibt es den Begriff der „höheren Gewalt“. Mit dieser Bezeichnung meint man schadensverursachende und ungewöhnliche Ereignisse, welche eine Vertragspartei an der Vertragserfüllung hindern. Dabei hat die Vertragspartei keine Schuld an ihrer Unfähigkeit, den Vertrag zu erfüllen. Übrigens ist der Begriff nicht gesetzlich definiert, obwohl er regelmäßig von der Rechtssprechung eingesetzt wird.

Die „Force Majeure“ ist im deutschen Recht nicht zu finden. Der Begriff ist aber in Verträgen, die unter deutschem Recht stehen, oft zu sehen. Hier soll er den Fall von höhere Gewalt beschreiben. Im Common Law bedeutet „Force Majeure“ ein Ereignis, das nicht vorhersehbar ist. Dieses behindert oder verhindert die Leistungserbringung der Parteien und liegt außerhalb deren Kontrolle.

„Force Majeure“ im deutschen Recht

„Höhere Gewalt“: Dieser Begriff ist im deutschen Gesetz nicht definiert. Das Bürgerliche Gesetzbuch verwendet den Begriff der höheren Gewalt im Rahmen der Regelungen, die die Kündigung eines Reisevertrags, betreffen.

Außerdem kommt er im Recht der Verjährung und der Gastwirtshaftung vor. Unter höherer Gewalt versteht der Bundesgerichtshof ein Ereignis, das von außen kommt, keinen persönlichen oder betrieblichen Zusammenhang aufweist und auch durch äußerste Sorgfalt nicht abwendbar ist. Darunter fallen nach Rechtssprechung Terroranschläge, Krieg, ein Reaktorunfall oder massive Unruhen, die gewalttätig sind.

Der Epidemie-Ausbruch wie die SARS-COV-2-Pandemie kann nach diesen Grundsätzen als höhere Gewalt bezeichnet werden. Wenn ein Vertrag keine Regelung bezüglich Fällen der höheren Gewalt enthält, dann gelten im deutschen Recht weiterhin die gesetzlichen Bestimmungen über Störung der Geschäftsgrundlage und Unmöglichkeit der Leistung. Das bedeutet, dass eine Vertragspartei sich auf Unmöglichkeit berufen kann, wenn etwa ein Lieferant zum vereinbarten Zeitpunkt nicht liefern kann, weil der Fall der höheren Gewalt eingetreten ist. Demnach wird der Lieferant von seiner Pflicht, Leistung zu erbringen, befreit.

Impossibility und Frustration of purpose im Common Law

Die Grundsätze der „impossibility“ und „frustration of purpose“ regeln im Common Law System die Folgen und Voraussetzungen einer Leistungsverweigerung, die durch unvorhersehbare Ereignisse entstanden ist. Hierfür muss ein Ereignis, das nicht vorhersehbar war oder mindestens den Zweck eines Vertrags vereitelt, bestehen. In beiden Fällen ist die Beendigung des Vertrags die Folge.

UN-Kaufrecht: Höhere Gewalt

Nach Artikel 79 des CISG kann die Haftung des Lieferanten bei internationalen Warenkaufverträgen entfallen. Grundsätzlich kann das CISG dann angewendet werden, wenn dessen Anwendbarkeit von den Parteien des internationalen Liefervertrags nicht ausdrücklich verneint wurde (Artikel 1, 6 CISG). Eine Partei muss nach Artikel 79 Absatz 1 CISG nicht für eine Nichterfüllung ihrer Pflichten einstehen, wenn sie beweisen kann, dass ein Hinderungsgrund vorliegt, der nicht in ihrem Einflussbereich liegt. Außerdem muss die Parei vorweisen, dass sie dieses Hindernis bei Vertragsschluss weder verhindern noch kennen konnte. Als solche Hinderungsgründe gelten hier auch Fälle der höheren Gewalt.

Klauseln in Projekt- und Lieferverträgen: Force Majeure

Force-Majeure-Klauseln werden im internationalen Wirtschaftsverkehr in internationalen Projektverträgen und Lieferverträgen vereinbart. Diese haben die Aufgabe, dass eine Leistungspflicht im Falle eines unabwendbaren und unvorhersehbaren Ereignisses nicht zwingend erfüllt werden müssen. Deshalb wird eine Anpassung oder Auflösung des Vertrags oder das Recht, die Leistung zu verweigern, angesehen, wenn der Fall der höheren Gewalt eintritt.

Übrigens wird in internationalen Standardwerkverträgen der FIDCS die Begriffe „Force Majeure“ und „höhere Gewalt“ nicht verwendet. Man spricht dagegen von „ungewöhnlichen Ereignissen oder Umständen“. In Unternehmenskaufverträgen werden Force-Majeure-Klauseln oftmals in Form von Matrial Adverse Change Klauseln vereinbart. Diese Klauseln stammen aus dem angloamerikanischen Rechtskreis und sind dort stark verbreitet. Sie ermöglichen dem Kaufe im Falle, dass eine wesentlich nachteilige Veränderung sein Recht, sich vom Kaufvertrag, der noch nicht vollzogen, aber bereits unterzeichnet ist, zu lösen oder Garantieansprüche geltend zu machen.

Was ist ein Marmeladenglasmoment? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Marmeladenglasmoment wurde von Cornelia Funke geprägt. Die deutsche Kinderbuchautorin Cornelia Funke erlangte mit ihren fantastischen Romanen internationale Bekanntheit. Mittlerweile wurden über 20 Millionen Büchern in 37 Sprachen verkauft.

Zu ihren bekanntesten Bücherserien zählen „Die Gespensterjäger“, „Drachenreiter“, die „Tintenwelttrilogie“, „Reckless“ und „Die Wilden Hühner“. Das Wort Marmeladenglasmoment stammt aus der 5-teiligen Serie „Die Wilden Hühner“, die sie zwischen 1998 und 2003 verfasste.

In dieser Serie hat sie die Idee, dass es schön wäre, wenn man eine gute Erinnerung einfach in ein Marmeladenglas stecken könnte. Dann wäre es möglich, in schlechten Zeiten einfach den Deckel aufzudrehen und an dem Glas zu schnuppern. Dann kommt die gute Erinnerung zurück.

Marmeladenglasmomente: Schöne Momente festhalten

Spricht eine Person also von einem Marmeladenglasmoment, meint sie einen Moment, der so schön ist, dass sie ihn am liebsten für immer festhalten und einfangen möchte. Dies sind Momente, die besonders zu Herzen gehen und die positive Erinnerungen hervorrufen. Dies können auch einfache Erlebnisse wie ein Herbstspaziergang, eine Tasse Kakao, der Besuch einer Freundin oder eine liebevolle Umarmung sein.

Einfache Momente können oft besonders süß und wertvoll sein. Augenblicke, die man nicht mehr loslassen möchte und die sich tief ins Gedächtnis einprägen. Wie schön wäre es, diese Momente in ein Marmeladenglas einzuschließen und später daran zu riechen, wenn man mal einen schlechten Tag oder schlechte Laune hat.

Diese Idee von einem Glas voller positiver Erinnerungen ist eine schöne Vorstellung. Es ist immer da, wenn es gebraucht wird. Jeder Tag ist geeignet, um mit dieser Sammlung der positiven Momente und Erlebnisse zu beginnen.

In einem Marmeladenglas können Notizzettel, Gedichte, Briefe, Tickets, Eintrittskarten, Steine oder Blätter von besonderen Orten aufgehoben werden. All diese Dinge finden in einem Marmeladenglas Platz und können ausgepackt werden, wenn die Tage grau, öde und trist erscheinen.

Projekt Marmeladenglasmomente

Für das Projekt Marmeladenglasmomente muss man sich nur etwas Zeit nehmen, um in den Erinnerungen zu schwelgen und sie zu zelebrieren. Es macht viel Freude, die vergangenen Monate und Jahre zurückzuverfolgen und nach echten Glücksmomenten zu suchen. In jedem Leben gibt es viele schöne Momente, die leider viel zu schnell in Vergessenheit geraten sind.

Aber genau diese Momente sind die Höhepunkte im Leben und sollten stets erinnert werden. Dieses Projekt kann also wirklich dabei helfen, eine positivere Lebenseinstellung zu entwickeln. Als Alternativen sind auch Dankbarkeitsgläser oder Reiseerinnerungsgläser denkbar. Hauptsache, die guten Erinnerungen werden festgehalten. Das Projekt ist zudem sehr kostengünstig, da nur wenige Materialien nötig sind.

Materialien für das Projekt Marmeladenglasmomente

notwenige Materialien Marmelandenglasmomente:

  • leere Marmeladengläser
  • Stift oder Buntstifte
  • Zettel für Notizen
  • Gegenstände, Briefe oder Tickets, die an ein besonderes Erlebnis erinnern

Um das Marmeladenglas zu füllen, muss man sich nur in Ruhe hinsetzen und gezielt nach positiven Erlebnissen und Erfahrungen der vergangenen Jahre und Monate suchen. Die meisten Menschen werden überrascht sein, wie viele positive Momente da zusammenkommen.

Bedauerlicherweise ist es ein Fakt, dass Menschen sich negative Erlebnisse besser einprägen als positive Erfahrungen. Das Aufschreiben oder Aufmalen der positiven Ereignisse hilft dabei, die Sicht auf das eigene Leben zu verbessern und so insgesamt mehr Lebensfreude und Dankbarkeit zu spüren.

Jede positive Notiz, jeder Gegenstand und jedes Foto werden zu einem positiven Mahnmal und erinnern an die Schönheit des Lebens. Zudem wird die Aufmerksamkeit für einfache, aber schöne Momente sensibilisiert. Ein Spaziergang im Schnee kann wundervoll sein.

Auch als Jahresrückblick eignet sich das Projekt. Im Jahresrückblick erinnert man sich an die Marmeladenglasmomente des vergangenen Jahres, die den Alltag versüßt haben. Welche Momente lassen dich nicht mehr los? Und welche Erinnerungen willst du behalten?

Diese Übung wirkt sich sehr positiv aus, daher sind auch Monatsrückblicke stets eine gute Idee. Man kann die Gläser auch mit einer Gruppe zusammen füllen. Vielleicht entsteht so auch ein festes Ritual und alle Glücksmomente können festgehalten und besser erinnert werden.

Am Ende des nächsten Monats oder am Ende des nächsten Jahres kann man sich an den festgehaltenen positiven Momenten erfreuen. Was waren die echten Marmeladenglasmomente? Was hat den Alltag positiv beeinflusst? Was will man für immer in Erinnerung behalten?

Diese Fragen sind ein wichtiger Teil der Reflexion. Eine tiefe Reflexion hilft dabei, Dinge klarer zu erkennen und positive Verhaltensmuster zu stärken und negative Muster zu durchbrechen. Aus psychologischer Sicht ist das Projekt Marmeladenglasmoment für Menschen aller Altersklassen daher sehr empfehlenswert.

Marmeladenglasmomente von Kerstin Ott

Marmeladenglasmomente ist auch den Titel eines Songs der deutschen Sängerin und Liedtexterin Kerstin Ott. Kerstin Ott wurde am 17. Januar 1882 in West-Berlin geboren und wurde vor allem durch ihren Song „Die immer lacht“ bekannt. Im Jahr 2016 stieg das Lied in den deutschen und österreichischen Charts auf die vorderen Plätze. Auch in der Schweiz wurde das Lied sehr beliebt.

In dem Lied beschreibt Kerstin Ott viele besondere kleine Momente, die sie positiv stimmen. Sie berichtet von einem Erlebnis an einem See, als ihre Füße den Sand berühren und sie ein Fremder anlächelt, von einer Küchenparty mit Freunden, einem Lagerfeuer mit dem Hund, einen Sonnenaufgang und einer Portion Pommes. Genau diese kleinen, schönen Momente sind echte Marmeladenglasmomente, die jeder Mensch erlebt hat.

Was bedeutet „Fediverse“? Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die sozialen Medien sind zentralisiert. Der Zugang zu großen Datenmengen ist zwar eine große Hilfe für Unternehmen, die ihre Produkte verbessern wollen, aber die Zentralisierung hat ihren Preis. Zentralisierte Dienste sind ein Angriffsziel für Hacker. Anfang Oktober 2021 kam es z.B. auf Amazons Streaming-Plattform Twitch zu einer großen Datenpanne, die es Hackern ermöglichte, eine große Menge an sensiblen Daten zu veröffentlichen.

Zentralisierte Anwendungen erleichtern es den Unternehmen auch, ihre Macht auszuüben. Ein großer Teil der heutigen Webkultur verlässt sich auf Unternehmen wie Meta und Google, um alle Ihre Inhalte zu speichern. Diese Tech-Giganten sind auf nutzergenerierte Inhalte angewiesen, um Gewinne zu erzielen, und nutzen oft die Privatsphäre der Nutzer aus, um ihre Gewinne weiter zu steigern.

Fediverse hofft, das Problem der zentralisierten sozialen Medien zu lösen. Föderierte Social-Media-Plattformen ermöglichen es den Nutzern, Inhalte ins Netz zu stellen, ohne dabei auf große Unternehmen angewiesen zu sein. Mit Fediverse kann man endlich sein eigenes Facebook erstellen.

Was ist das Fediverse? Bedeutung, Definition, Erklärung

Fediverse bezieht sich auf ein Netzwerk von miteinander verbundenen Servern, die für Web-Publishing und File-Hosting verwendet werden. Diese Server kommunizieren untereinander über einen offenen Standard. Fediverse-Anwendungen werden in der Regel als die bessere Alternative zu zentralisierten Anwendungen wie Twitter, Facebook oder YouTube dargestellt.

Die Microblogging-Plattform Mastodon beispielsweise verfügt über ähnliche Funktionen wie Twitter, funktioniert aber ganz anders als diese. Während Twitter sich auf einen zentralen, vom Unternehmen betriebenen Server stützt, besteht Mastodon aus mehreren über die ganze Welt verteilten Servern.

Jeder Server kann seine eigenen Regeln und Kontoprivilegien haben. Da die Zahl der Anwendungen auf fediverse von Jahr zu Jahr wächst, können Websites wie fediverse.party und fediverse.space den Nutzern helfen, die verschiedenen Plattformen zu erkunden.

Um zu verstehen, was Fediverse tut, muss man zunächst die Bedeutung des Namens aufschlüsseln. Fediverse steht für föderiertes Universum und konzentriert sich, wie der Name schon sagt, auf das Konzept der Föderation.

Wie funktioniert Fediverse?

Jeder Fediverse-Server hat seine eigenen Regeln, Konten und Gemeinschaften. Inwiefern unterscheidet sich dies von der aktuellen Landschaft von TikTok, Twitter und Instagram?

Wenn ein Benutzer ein Twitter-Konto hat, kann er nur anderen Twitter-Konten folgen. Aber wenn man ein Konto bei Fediverse hat, kann man jedem anderen Konto in jeder anderen App folgen. Man kann zum Beispiel ein Konto auf mastodon.social haben und Konten auf anderen Instanzen wie hackers.town folgen, ohne dort ein Konto erstellen zu müssen.

Wie ist das möglich? Jede Fediverse-Plattform verwendet ein als ActivityPub bekanntes Protokoll, um miteinander zu kommunizieren. Ähnlich wie E-Mail auf dem SMTP-Protokoll basiert, um Nachrichten an verschiedene Server zu senden und von ihnen zu empfangen, stützt sich Fediverse auf ActivityPub, um Nutzern verschiedener Plattformen die Interaktion miteinander zu ermöglichen.

Was ist ActivityPub?

ActivityPub umfasst eine große Anzahl von Aktionen, darunter die Veröffentlichung von Inhalten, Folgeanfragen, Nachrichten und vieles mehr. Ein ActivityPub-Objekt liegt im JSON-Format vor und enthält mehrere Felder.

Jedes ActivityPub-Objekt muss einen Typ und eine ID haben. Die id ist eine eindeutige URL, in der alle Metadaten der Nachricht gespeichert sind. Benutzer können eine GET-Anfrage an die eindeutige URL stellen, um alle mit diesem Objekt verbundenen Daten abzurufen.

ActivityPub definiert auch verschiedene Akteursobjekte wie Person, Gruppe, Organisation, Anwendung und Dienst. Jeder Akteur benötigt außerdem zwei Eigenschaften: einen Posteingang und einen Postausgang.

Warum sollten soziale Medien dezentralisiert werden?

Privatsphäre und Eigentum:

Die Dezentralisierung ermöglicht es den Nutzern, wirklich Eigentümer ihrer Daten zu sein. Einheitliche Plattformen ermöglichen es den Nutzern, alle ihre Daten herunterzuladen oder zu löschen. Standardmäßig verkaufen diese Plattformen niemals personenbezogene Daten an Werbeplattformen oder Data-Mining-Initiativen.

Datenschutz:

Fediverse-Anwendungen sind theoretisch auch sicherer. Anstatt dass ein Nutzer seine Daten einer zentralisierten Social-Media-Plattform wie Facebook anvertraut, vertraut er seine Daten einer verschlüsselten Open-Source-Instanz an. United Social Networks setzt auf Public-Key-Kryptographie für die Kontosicherheit.

Freie Rede:

Jede Instanz auf Plattformen wie Mastodon hat ihre eigenen Moderationsregeln. Nutzer, die ein offenes Ventil für ihre Gedanken finden wollen, können wählen, welchen Instanzen sie beitreten möchten.

Software-Beispiele von Fediverse

Mastodon: Mastodon ist die bisher beliebteste App auf Fediverse. Die App ist eine Open-Source-Microblogging-Plattform, die aus einer großen Anzahl von Mastodon-Knoten besteht. Sie wurde 2016 erstmals veröffentlicht und hat inzwischen über 3 Millionen Nutzer. Die Popularität von Mastodon hat weiter zugenommen, als die Spannungen wegen der Übernahme von Twitter durch den Tesla-Gründer Elon Musk Anfang April dieses Jahres zunahmen.

PeerTube: PeerTube ist eine dezentralisierte Open-Source-Video-Plattform, die von ActivityPub unterstützt wird. Jede Instanz von PeerTube verfügt über eine Website-Schnittstelle, auf der die Nutzer Videos durchsuchen und ansehen können. Die Videos werden mit der WebTorrent-Technologie ausgeführt. Jeder Server hostet seinen eigenen Torrent-Tracker und teilt die Last des Video-Hostings zwischen dem Server selbst und den Clients. Jeder PeerTube-Server kann sich mit anderen Servern zusammenschließen, damit die Nutzer das gleiche Video ansehen können. Dies könnte es PeerTube ermöglichen, Millionen von Videos zu hosten, ohne die Infrastruktur zu benötigen, die ein milliardenschweres Unternehmen wie Google verwendet.

Owncast: Owncast ist ein selbst gehosteter Live-Video- und Web-Chat-Server, der als Alternative zu Live-Streaming-Plattformen wie Twitch genutzt werden kann.

Fazit

Das Misstrauen gegenüber Technologiemonopolen nimmt in der Gesellschaft weiter zu. Plattformen wie Facebook und YouTube nutzen weiterhin proprietäre Algorithmen und Data-Mining-Techniken, um ihre Nutzer auszunutzen. Diese Plattformen haben auch an Attraktivität für Nutzer verloren, die es vorziehen, Inhalte ohne Angst vor Verbot oder Zensur zu veröffentlichen.

Obwohl Fediverse seit fast einem Jahrzehnt existiert, bleibt abzuwarten, ob die breite Öffentlichkeit genügend Anreiz hat, dorthin zu ziehen.

Was ist Phrogging? Bedeutung, Definition, Erklärung


Phrogging (ausgesprochen „frogging“) bezeichnet die Praktik einer Person, heimlich in einem fremden Haus zu wohnen. Der Begriff ist metaphorisch angelehnt an das Verhalten von Fröschen, die von einem Ort zum anderen springen. Dementsprechend sind „Phrogs“ Personen, die von Haus zu Haus springen. Ein sogenannter Phrog versteckt sich in einem Haus. Das kann im Keller, auf dem Dachboden oder in anderen Bereichen des Hauses sein. Häufig bemerken Menschen ihre unerwünschten Mitbewohner lange Zeit nicht. Bei Phrogs handelt es sich meist um Obdachlose oder psychisch kranke Menschen.

Phrogging – Urban Legend oder Realität?

Auf den ersten Blick klingt Phrogging nach einer gruseligen Geschichte. Es ist die Art von Legende, die sich Menschen am Lagerfeuer erzählen. Bedauerlicherweise ist Phrogging keine Urban Legend. Es handelt sich um ein reales Phänomen. Weltweit werden immer mehr Fälle bekannt.

Phrogging: Hider in my House – eine erschreckende Dokumentation

Die True-Crime-Serie präsentiert wahre Fälle von Phrogging. Es kommen Menschen zu Wort, die fremde Bewohner in ihrem Zuhause entdeckt haben. Zu Beginn des Projekts hielt die Produzentin Jessica Everleth es für schwierig, Opfer dieses Verbrechens zu finden. Diese Annahme erwies sich als Trugschluss. Zahlreiche Menschen meldeten sich und berichteten über ihren unerwünschten Eindringling. Jessica Everleth erhielt ungefähr 200 Berichte.

Die Krimi-Dokumentation besteht aus zehn Episoden. Jede Folge zeigt zwei Phrogging-Fälle. Die Berichte sind zum Teil beängstigend und gehen unter die Haut. „Phrogging: Hider in my House“ porträtiert eindrucksvoll, dass es sich bei Phrogging um ein reales Phänomen handelt.

Bekannte Fälle von Phrogging

Im Jahr 2008 entdeckte ein Japaner eine obdachlose Frau im oberen Regal seines Kleiderschranks. Die Frau hatte sich dort eingerichtet und lebte offenkundig seit einiger Zeit dort. Aufgefallen war sie durch die Überwachungskameras im Haus. Der Japaner entdeckte die Frau auf den Aufnahmen, als sie nachts Essen aus seinem Kühlschrank nahm.

Ein weiterer Phrogging-Fall wurde im Januar 2021 bekannt. Der Vorfall ereignete sich in Queensland, Australien. Betroffen war eine junge Mutter von drei Kindern. Monica Green bemerkte seltsame Dinge in ihrem Haus. Dazu zählten plötzlich eingeschaltete Geräte, Essen auf dem Herd oder angebissene Nuggets. Die Polizei fand einen offenen Schacht, durch den Fremde in das Haus gelangten konnten.

Auch Prominente blieben nicht verschont. Im Jahr 2012 bemerkte der Sänger George Michael seltsame Geräusche in seinem Londoner Luxushaus. Als George Michael den Fußboden im Wohnzimmer öffnete, erschrak er. Unter den Dielen lebte eine Frau. Michael rief die Polizei. Wie sich herausstellte, residierte die psychisch kranke Frau seit 4 Tagen unter dem Fußboden.

Ebenfalls im Jahre 2012 hörte eine Frau aus South Carolina polternde Geräusche vom Dachboden. Eines Abends fielen Nägel aus der Zimmerdecke. Schnell stellte sich heraus, dass ihr Ex-Freund auf dem Dachboden lebte. Sie hatten sich vor 12 Jahren getrennt. Der Mann war kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden.

Phrogging – Abgrenzung zum Stalking

Stalker stellen willentlich und wiederholt Personen nach. Sie sammeln Informationen, beobachten das Opfer und sind in einigen Fällen zudringlich. Beim Phrogging steht meist keine Person, sondern ein Objekt im Vordergrund. Die Motive dahinter divergieren. Während Obdachlose oft verzweifelt ein Zuhause suchen, kann das Phrogging auch mit psychischen Erkrankungen oder Stalking zusammenhängen.

Schutz vor Phrogging

Wer fremde Mitbewohner vermeiden will, sollte seine Immobilie bestmöglich schützen. Empfehlenswert ist die Kombination aus Überwachungskameras, Bewegungsmeldern und einer Alarmanlage. Ferner sollten Eigentümer ihr Haus regelmäßig überprüfen. Das schließt besonders Keller, Dachböden, Garagen und Nebengebäude mit ein. Bei Schlüsselverlust ist es ratsam, die Schlösser auszutauschen.

Was ist die WOOP-Methode? Wie funktioniert sie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei WOOP handelt es sich um eine mentale Strategie, die Menschen dabei unterstützt, ihre Ziele zu erreichen. Die Methode ist wissenschaftlich fundiert und kann zudem dabei helfen, Wünsche zu ermitteln und Gewohnheiten zu verändern.

Die Bezeichnung WOOP ist ein Akronym, das vier Begriffe kombiniert. Jeder Buchstabe steht für einen bestimmten Schritt innerhalb der Methode.

1. W = Wunsch (Wish)
2. O = Ergebnis (Outcome)
3. O = Hindernis (Obstacle)
4. P = Plan (Plan)

Die wichtigste Besonderheit der WOOP Methode ist, dass sie sich potenzielle Hindernisse zunutze macht. Das bedeutet, Herausforderungen sind lediglich ein Schritt auf dem Weg, anstatt das Erreichen des Ziels zu verhindern.

Hintergrund der WOOP Methode

Die WOOP Methode basiert auf mehr als 20 Jahren Forschung. Entwickelt wurde sie von Gabriele Oettingen, einer Professorin für Psychologie. Sie lehrt an der Universität Hamburg und der New York University. Neben den Prinzipien der WOOP Methodik befasst sich Gabriele Oettingen zudem mit den Themen Selbstregulation und Zukunftsdenken.

Ziele der WOOP Methode

Das grundsätzliche Ziel der WOOP Methode ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu verwirklichen. Gleichzeitig soll sie dadurch Stress reduzieren, ein besseres Problemlösungsverhalten fördern und das Arbeitsverhalten verbessern.

– Die Methode soll dabei helfen, gesünder mit sich selbst umzugehen. Dazu gehört die Ernährung ebenso wie die Integration von Sport in den Alltag.
– WOOP unterstützt dabei, das zwischenmenschliche Verhalten zu stärken. Es fördert die Toleranz und soziale Verantwortung, aber auch den besseren Umgang mit den Mitmenschen.
– Besonders häufig kommt WOOP zum Einsatz, um die eigene Leistung zu verbessern. Die Methode verbessert das Zeitmanagement, verhilft zu besseren Noten und stärkt die Zuverlässigkeit.

Bestandteile der WOOP Methode

Die WOOP Methode ist ein wissenschaftlich fundiertes Prinzip und hilft dabei, Ziele zu definieren und diese umzusetzen. Deshalb basiert die Methodik auf verschiedenen Schritten, die der Reihe nach durchlaufen werden. Jeder Schritt stellt einen in sich geschlossene Einheit dar. Das macht die Methode einfach zu erlernen und umzusetzen. Folgende Schritte umfasst die WOOP Methode:

1. Ziel oder Wunsch definieren
2. Ergebnis visualisieren
3. Potenzielle Hindernisse definieren
4. Konkrete Schritte planen

Jeder Schritt lässt sich innerhalb kurzer Zeit abschließen. Abhängig vom Grad der Fertigkeiten in der Selbstreflexion kann die benötigte Dauer jedoch variieren. Menschen, die ihren Alltag regelmäßig reflektieren, fällt es leichter, die WOOP Methode schnell und gezielt umzusetzen.

Schritt 1: Ziele definieren

Die WOOP Methode beginnt damit, den Wunsch zu definieren. Die Fokussierung auf das angestrebte Ziel sollte so gewählt sein, dass ein Anreiz zur Realisierung besteht. Deshalb ist es sinnvoll, zunächst den Wunsch auszuwählen, der den größten Reiz ausübt. Wie auch bei anderen Methoden zur Zielverwirklichung gilt es zu Beginn, die Rahmenbedingungen festzulegen:

– Welches Ziel soll erreicht werden?
– Welcher zeitliche Rahmen ist denkbar?
– Weshalb ist es notwendig, den Wunsch zu verwirklichen?
– Welche Motivation steckt hinter dem Ziel?

Anhand der Antworten auf diese Fragen lässt sich als Abschluss von Schritt 1 ein Ziel formulieren. Wichtig ist, dass die Zielformulierung umsetzbar und realistisch ist. Eine weitere Möglichkeit für die Zieldefinition ist es, das SMART-Prinzip mit der WOOP Methode zu kombinieren. Dieses Prinzip unterstützt ebenfalls dabei, realistische und umsetzbare Ziele zu definieren.

Schritt 2: Ergebnis visualisieren

Das Visualisieren von Ergebnissen hilft dabei, die positive Auswirkung des Ziels wahrzunehmen. Dieser Schritt basiert auf positivem Denken und geht davon aus, dass es möglich ist, das angedachte Ziel zu erreichen. Deshalb konzentrieren sich die Anwender der WOOP Methode auf sämtliche Bilder rund um das gewünschte Ereignis. Wichtige Fragen für diesen Schritt sind:

– Wie fühlt es sich an, sobald das Ziel erreicht ist?
– Hat die Zielerreichung positive Auswirkungen auf das eigene Leben?
– Profitieren Dritte ebenfalls von der Wunscherfüllung?
– Welche Auswirkungen machen sich im Alltag bemerkbar, sobald das Ergebnis eintritt?
– Wie verändert sich die Selbstwahrnehmung anschließend?
– Welche Realisierungsschritte erscheinen bei der Visualisierung?

Die aus diesen Fragen gewonnenen Erkenntnisse stellen die Motivation für die folgenden Schritte dar. Deshalb hat es sich bewährt, ein Zielerreichungsjournal anzulegen. In ihm lassen sich sämtliche Visualisierungen notieren. Allerdings handelt es sich dabei nicht nur um eine Sammlung an positiven Gedanken, sondern um eine Maßnahme, die bei der Wunscherfüllung helfen soll.

Schritt 3: Potenzielle Hindernisse identifizieren

Die Definition von Zielen findet zunächst losgelöst von potenziellen Hindernissen statt. Während reines positives Denken diese Problematiken ausblenden mag, sind sie ein wichtiger Bestandteil der WOOP Methode. Grund dafür, dass sich dieser Schritt auf die Hindernisse konzentriert ist, dass sich kaum ein Ziel ohne Probleme erreichen lässt. Menschen, die sich bereits im Vorfeld damit auseinandersetzen, können sich vorab einen Plan zurechtlegen, anstatt aufzugeben.

Dieser Schritt konzentriert sich deshalb darauf, echte Probleme wie auch negative Gedanken und Empfindungen aufzuspüren. Eventuelle Zweifel sind dabei ebenso wichtig wie das Erkennen von konkreten Situationen, die den individuellen Zielen gefährlich werden könnten. Durch eine geübte Selbstreflexion lassen sich zudem bestehende Verhaltensweisen und Denkmuster frühzeitig erkennen, noch bevor sie die Realisierung verhindern können.

Schritt 4: Konkrete Schritte planen

Der letzte Schritt der WOOP Methode besteht darin, einen konkreten Plan zu erstellen, um das Ziel in der Realität umzusetzen. Dieser Vorgehensplan sollte auf den Erkenntnissen aus den vorherigen Schritten basieren. In diesem Stadium geht es darum, die Realisierungsschritte festzuhalten und sie anschließend umzusetzen.

Wichtige Fragen für die Erstellung eines konkreten Plans sind:

1. Worin besteht der erste Schritt in der Umsetzung?
2. Wie sehen die darauffolgenden Maßnahmen aus?
3. Welche Belohnungen sind für welche Zwischenschritte vorgesehen?
4. Welche Kontrollmöglichkeiten bestehen, um den Fortschritt in Richtung Erfolg
zu prüfen?

WOOP Methode im Einsatz

Die WOOP Methode eignet sich für unterschiedliche Einsatzbereiche, da sie sich an individuelle Gegebenheiten anpassen lässt. Deshalb ist sie vielseitig verwendbar und kann dabei unterstützten, wünsche zu erfüllen beziehungsweise solche zu erkennen.

– Die Methode basiert auf positiven Zukunftsgedanken und lenkt dadurch das Handeln in die gewünschte Richtung.
– Das positive Bild von der Zukunft kann Menschen dabei unterstützen, potenzielle Hindernisse zu überwinden.
– Mit WOOP lassen sich Prioritäten setzen, die Ziele klarer umreißen und die Wünsche intensivieren.
– Die Methodik kann ebenfalls dabei helfen, zu große Wünsche loszulassen. Das ist beispielsweise dann notwendig, wenn zu viele große Hindernisse vorliegen.

Voraussetzungen für den Einsatz von WOOP

Die WOOP Methode ist eine einfach umzusetzende mentale Strategie, die sich ohne größere Probleme erlernen lässt. Gleichzeitig benötigt sie nur wenig Zeit, weshalb sie sich hervorragend in den Alltag integrieren lässt. Dabei fördert sie die Selbstmotivation und Selbstreflexion, was sich positiv auf die individuelle Lebensführung auswirken kann.

Deshalb eignet sich die WOOP Methode grundsätzlich für jeden Menschen, der eine Veränderung erzielen möchte. Dazu gehört es, Herausforderungen zu überwinden oder neue Ziele zu definieren. Allerdings müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, um die Methodik anwenden zu können.

1. Es ist notwendig, sich bei der WOOP Methode an die konkrete Reihenfolge der Schritte zu halten. Diese stellen sicher, dass eine mögliche Demotivation aufgrund potenzieller Hindernisse ausbleibt.
2. Wie bei jeder Methodik erfordert WOOP ein wenig Übung. Es ist ratsam, die Technik mit unterschiedlichen Wünschen oder Zielen zu trainieren. Durch regelmäßiges Üben gelingt es leichter, sich an den Vorgang zu gewöhnen.
3. Das Ziel muss in einem vertretbaren Zeitrahmen erreichbar sein. Anstatt lediglich das Ziel zu berücksichtigen, entscheidet zusätzlich der Zeithorizont darüber, ob ein Vorhaben realistisch ist. Da insbesondere große Ziele einen längeren Zeitraum voraussetzen, sollte sich das Ziel idealerweise in mehrere Meilensteine unterteilen lassen, um realistisch zu bleiben.
4. Der Wunsch selbst muss ebenfalls realistisch sein. Das bedeutet, Wünsche, Träume und Ziele, die mit der WOOP Methode gefördert werden, müssen machbar sein. Beispielsweise ist es nicht möglich, in hohem Alter zum Astronauten umzuschulen oder innerhalb von wenigen Tagen immens an Gewicht zu verlieren.

Kritik an der WOOP Methode

WOOP begeistert durch seine einfache Umsetzung. Es soll lediglich fünf bis zehn Minuten dauern, einen WOOP zu definieren. Das ist einer der Gründe dafür, weshalb sich die Methodik in der Motivationspsychologie großer Beliebtheit erfreut. Dennoch kommt es regelmäßig zu Kritik an der Methode zur Zielerfüllung. Diese betrifft insbesondere den Teil des positiven Denkens.

Der Grund für die kritischen Stimmen ist eine Studie aus dem Jahr 1991. Diese zeigte, dass positive Erfolgsfantasien den Erfolg hinauszögern können. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher im Rahmen einer Studie mit Übergewichtigen, die mit verbesserter Erfolgsfantasie weniger abnahmen. Tatsächlich hat sich herausgestellt, dass positive Fantasien insbesondere bei sehr hohen oder herausfordernden Zielen kontraproduktiv sein können. Es wird vermutet, dass diese Tatsache in der Entspannung begründet ist. Eine lebhafte Fantasie kann dazu führen, dass sich Menschen mit ihren Träumen zufriedengeben, wenn sich die Realität nicht schnell genug anpassen lässt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Starrheit der Methode. WOOP funktioniert nur dann, wenn sich Menschen exakt an die vorgegebene Reihenfolge der vier Schritte halten. Eine Variation kann dazu führen, dass es zur Demotivation kommt, bevor die Zielumsetzung beginnen kann. Zudem handelt es sich bei der WOOP Methode keinesfalls um die Umsetzung des Vorhabens. Stattdessen ist ein gewisses Maß an Konsequenz erforderlich, die individuellen Ziele zu erreichen.

Was sind Low Performer / Minderleister? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Low-Performer oder Underachiever ist jemand, der dauerhaft unter seiner körperlichen und/oder geistigen Leistungsfähigkeit bleibt. Das Gegenteil ist der Leistungsträger oder „High Performer“.

Definition: Low-Performer

Wichtige Leistungsbereiche für Underperformance sind Schulleistung, Arbeitsleistung oder sportliche Leistungen. Die tatsächliche Leistung wird an den Maßstäben von gleichaltrigen Personen (Peers) und der erwarteten Leistung gemessen. So sind diejenigen High Performer, die dauerhaft überdurchschnittlich sind und diejenigen, die dauerhaft unter dem Durchschnitt liegen, werden als Low-Performer bezeichnet. Leistungsmaßstäbe können Erwartungen, Anforderungen oder Zielvereinbarungen sein.

Underachiever in der Schule

Der Begriff Lowperforming oder Underachieving wird am häufigsten für Studenten verwendet. Leistungsschwache sind diejenigen, die in ihrer Schullaufbahn deutlich unter ihrem intellektuellen Potenzial lagen oder trotz scheinbar sehr hoher Intelligenz keine überdurchschnittlichen oder sogar unterdurchschnittlichen Leistungen erbracht haben. Diese Schüler bleiben weit hinter dem zurück, was ihre Veranlagung zulässt.

Ursachen: Low Performer

Die Gründe für eine schlechte Leistung können nicht eindeutig identifiziert werden. Bei der Hochbegabung etwa können sie in seltenen Fällen auf eine einzige Ursache zurückzuführen sein. Motivationslosigkeit durch familiäres Desinteresse am schulischen Fortschritt des Kindes, problematische Erziehung, mangelndes Leistungsinteresse, überzogene Erwartungen und Persönlichkeitsmerkmale wie Angst, Vermeidung von Anstrengung sind mögliche Auslöser. Was die Anreizstrukturen anbelangt, so sind Low-Performer tendenziell unterdurchschnittlich leistungsmotiviert und auf pädagogische Unterstützung angewiesen.

Ein Grund für schlechte Leistung können die überhöhten Leistungsanforderungen sein, die für viele Hochbegabte charakteristisch sind. Dementsprechend haben Underperformer Schwierigkeiten, ihre hohen Leistungserwartungen mit ihren wahren Fähigkeiten in Einklang zu bringen. Ebenso können auch Unruhe und Nervosität, die kaum von ADHS zu unterscheiden sind, zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen. Bei manchen Hochbegabten und Menschen mit ADHS können sowohl Offenheit für Reize als auch hohe Sensibilität für die Sinne die Aufmerksamkeit negativ beeinflussen.

Ein negatives Selbstkonzept kann auch ein Grund für geringe Motivation sein. Dies kann durch einschränkende, regulierende, abwertende oder ausgrenzende Einstellungen des Elternteils, aber auch durch ein negatives Selbstverständnis der Eltern verursacht sein. Die Verwendung des Begriffs „Underperformer“ führt zu einer nicht hilfreichen Stigmatisierung, hauptsächlich um alle Verantwortlichen (Gesellschaft, Bildungseinrichtungen, Eltern) zu entlasten.

Low-Performer unter den Genies

Über Hochbegabte und Underachiever wurden zahlreiche Erkenntnisse gewonnen. In einigen wissenschaftlichen Artikeln sind bis zu 50 Prozent der Underperformer hochbegabt. Unter den untersuchten Hochbegabten waren 15 Prozent der Schüler leistungsschwach.

Low-Performer bei der Arbeit

Ein Low-Performer im Arbeitsumfeld ist ein Mitarbeiter, der seine individuellen Fähigkeiten nicht voll ausschöpft und damit unter der Durchschnittsleistung vergleichbarer Mitarbeiter bleibt. Quantitative und/oder qualitative Minderleistungen von weniger als der Hälfte der durchschnittlichen Normalleistung implizieren schleichende Leistungsdefizite und rechtfertigen eine verhaltensbedingte Kündigung. Als nicht vertragsgemäße Werkleistungen gelten die Nichterfüllung, die Schlechterfüllung oder die Verletzung vertraglicher Nebenpflichten.

Verstöße liegen vor, wenn der Mitarbeiter nicht am Arbeitsplatz, nur vor Ort oder nur privat tätig ist. Da eine Nacharbeit aufgrund von Dauerschuldverhältnissen nicht möglich ist, erhält er nach dem Grundsatz „keine Arbeit ohne Entgelt“ keinen Lohn. Schwieriger sind die Minderleistungssituationen, in denen die Arbeit erledigt wird, aber eine nachteilige Abweichung von der geschuldeten Qualität oder Quantität aufweist. Lohnkürzungen sind hier nicht möglich. Der Inhalt der Arbeit hängt von der subjektiven Leistung des einzelnen Arbeitnehmers ab. Der Arbeitnehmer muss so weit wie möglich das tun, was er tun soll. Die Erfüllung von Verpflichtungen nicht starr, aber dynamisch und an der Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters orientiert.

Die Gründe für Low-Performance bei der Arbeit

Schlechtes Verhalten ist eine Leistungsstörung, die auf mangelnden Willen und mangelnde Leistungsbereitschaft zurückzuführen ist. Eine individuelle Minderleistung liegt vor, wenn der erforderliche Leistungswille vorhanden ist, diese aber aufgrund von Umständen, die man nicht zu vertreten hat (Krankheit), nicht geltend gemacht werden können. Auch muss zwischen Leistungsdefiziten und Kompetenzdefiziten unterschieden werden.

Underperforming steht für absichtliche Minderleistung, weil der Mitarbeiter seine Arbeitsfähigkeit behindert und schlechte Leistungen erbringt. Mangelnde Eignung bedeutet das Fehlen der erforderlichen Qualifikation oder aus altersbedingten, krankheitsbedingten oder körperlichen/geistigen Gründen.

Die Rechtsfolgen

Es drohen Kürzungen oder Streichungen von Sonderzahlungen, Gehaltskürzungen, strafrechtliche Versetzungen oder Kündigungen. Schlechte Leistungen sind ein berufliches Hindernis, das zur Kündigung führen kann. Die Rechtsprechung zur Low-Performer-Kündigung entsprach damals der vorherrschenden Auffassung.

Erbringt ein Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum eine deutlich unterdurchschnittliche Arbeitsleistung, kann dies unter Umständen eine verhaltensbedingte oder personenbezogene Kündigung im Sinne des § 1 Abs. 2 KSchG rechtfertigen. Dies gilt insbesondere dann, wenn seine Arbeit nicht so gut ist, wie er eigentlich leisten kann.

Low-Performer im Sport

Vor allem im Leistungssport können schlechte Leistungen eine Rolle spielen. Die Qualifikation ist hier eine wichtige Hürde, schlechte Leistungen können zur Nichtteilnahme oder zum Ausscheiden führen. Ein wichtiger Indikator für schlechte Leistungen im Sport ist der Abstieg oder die Disqualifikation zum Zeitpunkt des Abstiegs. Im Profisport gelten Sportler als Arbeitnehmer, hier gilt also das Arbeitsrecht. Sportverweigerung ist eine Form von Minderleistung, die auf bestimmte Absichten des Sportlers zurückzuführen ist.

Low-Performance im Börsenhandel

Im Börsenjargon wird die Performance in Underperformer, Performer und Outperformer eingeteilt, je nachdem, ob sich der Markt für ein Wertpapier oder einen anderen Basiswert dauerhaft unter, marktkonform oder über einer Benchmark entwickelt. Low-Performer sind zum Beispiel Aktien, die kurz- bis mittelfristig hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind oder den allgemeinen Aktienmarkttrend hinter sich gelassen haben.

Was ist ökologische Amnesie (Generationsamnesie, Umweltamnesie)? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ökologische Amnesie (Generationsamnesie, Umweltamnesie) einfach erklärt:

Als „ökologische Amnesie“ wird der Umstand bezeichnet, dass man die Natur, die man in seiner Kindheit erlebt hat, als Norm empfindet. Mit dieser Norm wird die Natur, die man im späteren Leben erlebt, verglichen. Jedoch ist dies eine zu kurzfristige und eingeschränkte Beobachtung für eine gute Aussage über den Zustand der Natur.

Wer z.B. in seiner Kindheit viel Großstadtsmog und „blaue Wolken“ aus Autos erlebt hat, wird sagen, dass es der Natur heute besser geht. Denn der Großstadtsmog ist an den meisten Orten weg und verbleites Benzin ist verboten. Doch zu meinen, dass es der Natur deswegen besser geht, ist ein Fehlschluss. Und dieser Fehlschluss wird Umweltamnesie, Generationsamnesie oder Ökologische Amnesie genannt.

Ein anderes Beispiel: Menschen, die noch nie einen wilden Fluß gesehen haben, werden meinen, dass es den geraden Flüssen, die sie kennen, gut geht und dass diese normal sind. Jedoch sind begradigte Flüsse eben nicht die Norm. Sie sind künstlich und von Menschen gemacht.

Weiter:

Der Verlust des Gedächtnisses, vorübergehend oder dauerhaft, ist als Amnesie bekannt. Tritt dieser Umstand in Kombination mit der anthropisierten Natur und Umwelt auf, nennt sie sich ökologische Amnesie. Alternative Bezeichnungen sind die Generationenamnesie und Umweltamnesie. Das Konzept stammt aus der Naturschutzbiologie. Sie ist gekennzeichnet durch künstliche Naturerlebnisse anstatt realer Erfahrungen in der Natur. Das führt zu einer Vergessenheit, die sich von einer Generation auf die nächste weiter verstärkt.

Technologischer Fortschritt als Ursprung der Generationsamnesie

Die generationsbedingte Umweltamnesie ist gekennzeichnet durch den Einfluss der Hochtechnologie in der heutigen Zeit. Die Moderne ist von dem technischen Fortschritt geprägt. Das beeinflusst den menschlichen Umgang mit der Natur und die Wahrnehmung selbiger. Die ursprüngliche Umgebung dient generell als Vorbild für die weiterentwickelte Technologie des digitalen Zeitalters. Was das bei dem Menschen, speziell der neuen Generation, bewirkt, konnten Wissenschaftler inzwischen genauer erforschen.

Ökologische Amnesie – Auswirkungen der realen Natur auf die Psyche

Die originale Umwelt, einen echten Sonnenuntergang sehen oder lebende Haustiere versorgen, sorgt für eine Reduktion von Stress. Der Mensch beruhigt sich durch wahrhafte Naturerlebnisse. Dadurch hat die natürliche Umgebung einen signifikanten Effekt auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Homo sapiens.

Dagegen steht der neuzeitliche Fortschritt mit einer Künstlichen Intelligenz und nachgebildeten Natürlichkeit hinter einem Display. Wer mit Hightech aufwächst, erfährt eher einen Abbau von Stress und eine beruhigende Wirkung durch die nachgeahmte Umwelt als jene Personen, die die reale Tier- und Pflanzenwelt kennen. Das bewirkt letztlich einen immensen Unterschied zwischen den Generationen – und hat eine sogenannte generationsbedingte Umweltamnesie zur Folge.

Abgestumpfte Generation – Auswirkungen der nachgebildeten Umwelt

Die technologisierte Flora und Fauna spielt insbesondere bei Kindern eine immense Rolle. Die neue Generation wächst mit Robotern und der Künstlichen Intelligenz auf. Das geht zugleich mit einer abnehmenden echten Naturerfahrung einher. Da die technologische Natur lediglich ein Abbild der Realität ist, bewirkt dies eine veränderte Wahrnehmung der Umwelt.

Ein Beispiel für diese Veränderung ist der Einsatz von Roboterhunden. Kinder betrachten die künstlichen Tiere längst als wirkliche Lebewesen. Sie interagieren zunehmend intuitiv miteinander – denn die KI macht es möglich. Auf die Art geraten ursprüngliche Geschöpfe, reale Haustiere und deren Interaktion immer mehr in Vergessenheit. Damit ist der Grundstein der ökologischen Amnesie gelegt: Die jüngere Generation stumpft ab – und das hat Konsequenzen für das echte Umwelterleben.

Folgen für die Natur durch generationsbedingte Amnesien

Tierhaltung ist ein Lebensbereich, der durch die Technologie unweigerlich verändert wird. Daneben spielen Flussbegradigungen oder die Verschmutzung der Luft bedeutsame Rollen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die künstliche Natur die Wahrnehmung derart modifiziert, dass die reale Naturerfahrung zunehmend in Vergessenheit gerät.

Der moderne Mensch hält sich vermehrt in der virtuellen Realität hinter einem Bildschirm auf als in der echten Tier- und Pflanzenwelt. Das verstärkt die gefühlsmäßige Distanz zur Umwelt. Ein Beispiel ist der begradigte Flusslauf. Bei einer Flussbegradigung wird der ursprüngliche Lauf des Fließgewässers begrenzt und in geordnete Bahnen gelenkt. Das hat Auswirkungen auf die Flora und Fauna des Flusses. Die gesteigerte Unempfindlichkeit gegenüber der realen Ökosysteme aufgrund der Bevorzugung von künstlicher Naturreiche erhöht den Raubbau.

Die Menschheit verliert demnach ihre Empathie gegenüber Tieren und Natur, weil die originale Unberührtheit der Welt zunehmend in Vergessenheit gerät. Auf die Art empören sich immer weniger Personen über den voranschreitenden Raubbau in der Umwelt. Das zieht unweigerlich ein rasches Fortschreiten dieser Entwicklung nach sich, sodass letztlich die Generationsamnesie oder Umweltamnesie zum Tragen kommt. Der Mensch vergisst von einer Generation zur nachfolgenden immer mehr von der originalen Umwelt. Dadurch befeuert er den technologischen Fortschritt, der nichts weiter als ein künstliches Abbild der echten Natur darstellt.

Zusammenfassung – ökologische Amnesie durch Fortschritt

Greift der Mensch verändernd auf die Ökosysteme ein, erfolgt eine Anthroposierung selbiger. Das Vorgehen reduziert die biologische Vielfalt des Planeten und die originale Flora und Fauna verliert zunehmend ihre Ursprünglichkeit. Zugleich verstärkt sich der technologische Fortschritt zusammen mit künstlichen Naturerfahrungen. Dadurch stumpft die neue Generation ab. Sie büßt ihre Feinfühligkeit gegenüber dem Verlust der Natürlichkeit in der Umwelt ein.

Mit jedem weiteren Geburtsjahrgang wird auf diesen Zustand des Raubbaus aufgebaut. Die neue Generation vergisst zunehmend mehr von der ursprünglichen Natur. Denn der Fortschritt orientiert sich vor allem an der gegenwärtigen, anthropisierten Landschaft. Das führt schlussendlich zur ökologischen Amnesie oder generationsbedingten Umweltamnesie.

Was bedeutet „multipolare Weltordnung“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Multipolare Weltordnung“ ist in der Politologie gebräuchlich und grenzt sich einerseits von der unipolaren Weltordnung und andererseits von der bipolaren Weltordnung ab.
Kennzeichnend für die multipolare Weltordnung sind Interessengegensätze zwischen verschiedenen Großmächten.

Was bedeutet „multipolare Weltordnung“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff „multipolare Weltordnung“ definiert ein geopolitisches Konzept, das sich auf die Situation bezieht, in der die Macht von mehreren Polen ausgeübt. Bei diesen Polen handelt es sich in der neueren Zeit in der Regel um Nuklearmächte. Durch zeitgenössische wirtschaftliche und politische Veränderungen kann die multipolare Weltordnung als aktueller Typ des internationalen Systems betrachtet werden, im Gegensatz zur bipolaren Welt des Kalten Krieges.

Die bipolare Weltordnung war gekennzeichnet durch den Gegensatz zwischen „dem Westen“ und dessen Militärbündnis NATO und dem sogenannten „Ostblock“, der seine militärische Stärke im Warschauer Pakt vereinigt hatte.

Um als ein Pol zu gelten, ist in der Regel nicht nur eine ökonomische Dominanz notwendig, sondern auch das Potenzial, Interessen notfalls mit militärischen Mitteln durchsetzen zu können. Dabei qualifizieren nicht allein militärische Stärke und ökonomische Kennziffern zu einem Pol, sondern die Möglichkeit, Einfluss auf andere Staaten und Bündnisse auszuüben. Diese Möglichkeit ergibt sich jedoch prinzipiell erst aus den zwei genannten Aspekten. Als ein weiterer Aspekt wird bisweilen die Möglichkeit zur kulturellen Beeinflussung anderer Staaten genannt.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1991 war die geopolitische Situation grundsätzlich als unipolare Weltordnung unter der Vorherrschaft der USA zu bezeichnen. Wenngleich auch die Russische Föderation und die Volksrepublik China über ein Arsenal an Kernwaffen verfügten, waren die USA dennoch die weltweit vorherrschende Macht, die ihre Interessen nahezu uneingeschränkt durchsetzen konnten.

In den folgenden Jahrzehnten bis heute kam es zu weiteren geopolitischen Entwicklungen, die als „Multipolarisierung“ bezeichnet werden. Die Multipolarisierung beschreibt die Verschiebung der Machtverhältnisse in der Welt. Aufstrebende Schwellenländer wie China, Brasilien, Indien und auch wieder Russland nehmen eine immer bedeutendere Rolle in der Weltwirtschaft ein und beeinflussen so das Gleichgewicht der Mächte in bedeutsamer Weise. Zuletzt gewinnt auch militärische gegenüber wirtschaftlicher Stärke immer mehr an Bedeutung.

Ein Erklärungsmodell, das die Transformation des internationalen Systems erklärt, bietet die politikwissenschaftliche Denkschule des Neo-Realismus.
Spricht man von einer unipolaren Weltordnung, so liegt folgendes Szenario vor: Ein Staat verfügt über Fähigkeiten, sogenannte „capabilities“, die ihn deutlich allen anderen Nationen überlegen machen. Dieser Staat wird als Hegemon bezeichnet. Diese Fähigkeit können vor allem in militärischer und/oder wirtschaftlicher Hinsicht liegen und ermöglichen dem jeweiligen Staat, im Sinne seiner Sicherheitsinteressen nahezu uneingeschränkt zu agieren.

Das internationale System ist jedoch gemäß der neo-realistischen Denkschule durch Anarchie gekennzeichnet – also dadurch, dass kein Staat sicher sein kann, auf durchsetzungsstarke, internationale Institutionen mit Gewaltmonopol vertrauen zu können. Dies ergibt sich daraus, dass keine effektiven supranationalen Instanzen existieren, welche einem potenziellen Aggressor Einhalt gebieten könnten. Als Folge dieser von Anarchie geprägten Ausgangslage müssen alle anderen Länder gezwungenermaßen egoistisch agieren und ihre eigenen Sicherheitsinteressen durch Bündnisbildung absichern, um das Überleben des eigenen Staates zu garantieren.

Multipolare Weltordnung: Akteure

Über die Zeit wird das zentrale systemimmanente Problem des unipolaren Systems ersichtlich: Der Hegemon schafft durch seine Rolle ein Machtungleichgewicht, welches andere Mächte, die bislang nicht im Bündnissystem des Hegemons verflochten sind, auszugleichen versuchen (Balance-of-Power-Politik).

Daraus entstehen neue Bündnisse zwischen Staaten, die allein zwar nicht den Hegemon herausfordern können, im Rahmen der neuen Allianzen jedoch ernst zu nehmende Gegner des bisher dominierenden Pols sind. Neben der Bildung neuer Allianzen (external balancing) gibt es auch die Möglichkeit zum sogenannten „internal balancing“, bei dem Staaten versuchen, durch innere Reformen und Strukturveränderungen den Rückstand zum Hegemon aufzuholen.

Die unipolare Weltordnung zwingt jene Staaten, die das Ungleichgewicht ausbalancieren wollen, diesen Vorsprung nicht nur aufzuholen, sondern führt zwangsläufig dazu, dass die Stärke des Hegemons noch überboten werden muss, da nur aus dieser Position der Stärke und Überlegenheit Sicherheit gewonnen werden kann.

Gemäß der neo-realistischen Denkschule der Politologie bieten bipolare Systeme die größte Sicherheit vor schwerwiegenden militärischen Konfrontationen. Die multipolare Weltordnung wird aufgrund der verschiedenen Interessen der Pole, die zudem in aller Regel über großes militärisches Potenzial verfügen, als die unsicherste internationale Ordnung bezeichnet, mit der das größte Risiko schwerer militärischer Auseinandersetzungen einhergeht.

Eine multipolare Weltordnung besteht nicht erstmals im 21. Jahrhundert mit den großen Akteuren USA, Russland und China, sondern war bereits in früheren Jahrhunderten eine oftmals dominierende geopolitische Ordnung, damals unter der Beteiligung der europäischen Großmächte mit den entsprechenden Konkurrenzen und Interessengegensätzen (vgl. Pentarchie).

Warum ist der Tod ein Tabuthema? Erklärung


Der Tod begegnet uns überall. In der Geschichte, Literatur und im Film. Im Alltag trifft der moderne Mensch die Jugend, die mit dem Ende des Lebens nicht in Verbindung stehen sollte.

Historisch gesehen erhob das alte Ägypten das Sterben zu einem staatstragenden Thema, dem der Bau der Pyramiden sowie die Königsgräber zu verdanken sind.

Warum ist der Tod ein Tabuthema? Erklärung

Heute jedoch wird das Problem stigmatisiert. Keiner möchte davon hören und sich damit beschäftigen. Doch wieso ist das so? Der Mensch kann als eines der wenigen Lebewesen auf dem Planeten sein Ende absehen.

Innerhalb eines Intervalls von bis zu durchschnittlich siebzig Jahren verstirbt jeder im Rahmen des biologischen Alterungsprozesses.
Um diesen unausweichlichen Gedanken möglichst entgegenzuwirken, konzentrieren sich die Menschen auf ihre Arbeiten, interessante Hobbys und feiern Feste. Einige nutzen Alkohol, um die negativen Impulse auszublenden, die auch den Tod betreffen können. Teilweise abstrahiert man das biologische Ende, um seine schrecklichen Auswirkungen auf das Leben nicht in seiner ganzen Kraft auf sich wirken zu lassen.

Als der Mensch sein unausweichliches biologisches Ende bewußt wahrnahm, suchte er nach einem Ausweg. Dieser bestand darin, für alle Naturphänomene Götter zu erschaffen. Diese trugen die Verantwortungen, da es noch keine wissenschaftlichen Methoden gab, um zu physikalischen und chemischen Erkenntnissen zu gelangen. Wer im Sinne der Götter handelte, den erwartete – wie in einigen heute praktizierten Religionen – ein Leben nach dem Sterben der menschlichen Hülle. Um den Willen der Gottheiten zu erreichen, boten die Menschen Opfergaben dar.

Wie wird der Tod vom modernen Menschen betrachtet?

Das Leben ist heute auf die Jugend, den Erfolg und die Lebensqualität ausgerichtet. Jeder möchte stets beruflich und privat erfolgreich sein. Dazu gehört Sport und Wellness. Selbst mit fünfzig Jahren möchte ein Mensch wie dreißig wirken. Sonst droht der Verlust der Lebensqualität. Außerdem finden Arbeitslose ab einem bestimmten Alter keine Arbeit mehr. Sie sind nicht scheinbar mehr auf dem neuesten Stand und nicht lernfähig genug. Da hat die Frage nach dem Tod keinen Platz. Er wird ausgeblendet.

Der Tod kommt als Thema höchstens in der Literatur und im Film vor. Die Serie Supernatural bietet dem Zuschauer beispielsweise eine Vielzahl von Reinkarnationen an. Die Hauptdarsteller und andere beliebte oder weniger angesehene Figuren sterben. Doch nach einigen Folgen werden sie auf unterschiedliche Art und Weise dann ins Leben zurückgerufen. Beliebtes Motiv ist hier ein Engel in Menschengestalt, der mit seiner magischen Kraft Krankheiten und den Tod besiegen kann. Spannungsgeladen und versöhnlicher kann eine Serie kaum sein, um den Zuschauer von den Auswirkungen des Todes unterhaltsam abzulenken.

Der Tod und die Pflege

Pflegekräfte und einige Verwandte, wie Ehegatten, Kinder oder Neffen, widmen sich der Pflege von Menschen, im die Sterben liegen. Sie nehmen ihre Tätigkeiten bis zum Tod des Anvertrauten wahr. Dabei führen sie verschiedene emotional anstrengende Arbeiten durch, die vom Waschen bewegungsunfähiger Menschen bis zur Reinigung der Betten reichen.
Nach dem Tod des Verwandten bemühen sie sich wieder um eine Beschäftigung, die ihrem vorherigen Beruf entspricht. Da der Tod für die meisten Unternehmen kein Thema zu sein scheint, wird die emotional anspruchsvolle Tätigkeit bei der Bewerbung nicht berücksichtigt. Scheinbar besteht an dieser Stelle der Eindruck, es würde sich um eine Art von Freizeitbeschäftigung handeln.

Dabei ist es jeweils eine aufopfernde Tätigkeit, die für den Pflegenden eine massive emotionale Belastung bedeutet. Ab dem Zeitpunkt der ersten wahrnehmbaren Einschränkungen wird die Pflegerin oder der Pfleger an vierundzwanzig Stunden pro Tag gefordert. Das gilt für die Vergabe von Medikamenten, pflegende Arbeiten wie das Waschen, Anziehen und Begleiten des Schwerkranken. Dazu kommen der ganztägliche Bereitschaftsdienst, die Zubereitung des Essens sowie die Reinigung von Gegenständen wie beispielsweise dem Toilettenwagen oder Rollstuhl.

Im letzten Abschnitt – wenige Stunden vor dem Tod – kommt es zu einem Todesrasseln. Oft sagt man auch, dass der Pflegende erst den Raum verlassen muss, damit der Kranke den letzten Schritt in den Tod vollziehen kann.

All diese Erfahrungen möchten sich die meisten Menschen sowohl gedanklich als auch praktisch ersparen, obwohl die Vorfahren in früheren Epochen mit diesen Problemen stets aktiv umgingen. Für sie war der Tod ein Teil ihres Lebens, da es kaum Medikationen und Operationen nach heutigen Maßstäben gab.

Führt ein helles Licht in eine andere Form des Daseins?

Patienten, die Nahtoderfahrungen machten, sprachen in der Literatur von einem hellen Licht, das ihnen erschienen sei. Ist es der Weg zu Gott? Die moderne Wissenschaft hat das Phänomen untersucht und eine passende Antwort aus den Erfahrungen abgeleitet.

Stirbt ein Mensch, dann erlischt seine Hirnaktivität. Das Gehirn besteht jedoch auch aus Neuronen, die in Abschnitten ohne Hirnaktivität weiterleben. Hierbei spielt die elektrische Energie des Körpers eine wichtige Rolle. Während die Ionen in den Zellen in Abhängigkeit von Alter und Durchblutung jeweils den negativen und dann positiven Zustand annehmen, kommt es während des Sterbeprozesses zu einer unverhältnismäßig starken Aufladung. Mit dieser werden die körpereigenen Membranpumpen nicht mehr fertig.

Im Ergebnis kommt es im Rahmen der Depolarisierung der Ionen zu einer Depolarisierungswelle. Diese führt zu einer Entladung aller negativ aufgeladenen Nervenzellen. Die Entladung selbst führt so zu einem freigesetzten Überschuß an Energie, die von den Sterbenden als lichtführender Tunnel wahrgenommen wird. Während dieses Prozesses werden die Neuronen durch das im Übermaß erzeugte Kalzium getötet.

Kann eine religiöse Einstellung die Tabuisierung des Todes kompensieren?

Auch wenn die Gesellschaft und somit jeder in ihr das absolute Ende des Lebens meistens ausblendet, so bleibt der Tod trotzdem greifbar. Jeder Interessierte hat jedoch die Chance seiner unbewußten Angst auszuweichen, in dem er sich einer religiösen Vorstellung zuwendet.

Das gilt auf jeden Fall, wenn ein Mensch durch unterschiedliche negative Erfahrungen und eventuell psychische Erkrankungen den freiwilligen Weg aus dem Leben wählen möchte. Abhängig von der betrachteten Religion würde der Suizid als Todsünde zum Verlust der Reinkarnation führen. Ohne sie ist aber eine Neugeburt der Seele nicht möglich, wenn der Betreffende freiwillig und ohne Grund aus dem Leben scheidet.

Die Anhänger des Christentums verbinden mit dem Tod deshalb die Hoffnung, dass Jesus Christus für alle am Kreuz gestorben ist. Dann erfolgte die Auferstehung, die auch für alle Christen nach dem Tod vorgesehen ist. Wer sich an die Vorgaben Gottes hält, dessen Seele wird später im Himmel erwartet. Massive Verstöße gegen die Worte Gottes sprechen hingegen für das Fegefeuer sowie die Hölle. Aus diesen kann die Seele des Verstorbenen jeweils nach dem jüngsten Gericht wieder in den Himmel gelangen.

Im Judentum geht es in erster Linie um die Verbindung zwischen Leben und Gott. Grundsätzlich geht es im Hier und Jetzt um die Unversehrtheit des Lebens. Selbstmord oder die Sterbehilfe sind im Judentum deshalb ausgeschlossen. Es gibt an dieser Stelle zwei Ansatzpunkte. Der eine geht von der Unsterblichkeit der Seele aus, der andere konzentriert sich auf die Wiederauferstehung des Messias, der ursprünglich Jude war.

Die Gläubigen im Islam glauben an verschiedene Versionen. Eine davon besteht darin, dass der Verstorbene – sofern er nach den Lehren des Koran lebte – später an der Seite Gottes sitzen wird. Wer jedoch ein schlechtes Leben führt, auf den wartet die Hölle. Allerdings gewährt Gott jedem eine Amnestie, der seine Untaten vor dem Tor zum Paradies ernsthaft bereut. Innerhalb des erwähnten Paradises können sich Muslime und auch die Anhänger anderer Religionen wiedersehen.

Für jeweils eine besondere Art der Versöhnung zwischen Leben und Tod stehen der Buddhismus und der Hinduismus. Bei ihnen folgen Leben und folgende Tod einem wiederkehrenden Rhythmus. Somit gibt es hier keine Grenzen, auf die sich der Mensch vorbereiten müsste. Grundsätzlich kommt die Seele nach dem irdischen Ende zur Ruhe. Danach folgt die Wiedergeburt.

In diesem Zusammenhang gibt es noch eine Besonderheit. Sie betrifft das Karma, das der Betreffende oder seine Seele auf den einzelnen Abschnitten sammelt. Das Karma ist keine starre spirituelle Menge. Stattdessen sammelt man in jedem Lebensabschnitt einen Anteil, der in seiner Gesamtheit im folgenden Leben zur Verfügung steht. Dieses Karma ist jedoch nicht umsonst, sondern wird von positiven und negativen Handlungen des Menschen beeinflusst. Letztlich gibt es in diesen Religionen die Vorstellung der Erleuchtung. Als Belohnung winkt beispielsweise dem Gläubigen nach zahlreichen Wiederbelebungen das Nirwana, wo er seine Erlösung findet.

Fazit: Warum ist der Tod ein Tabuthema?

Der Mensch kann sein späteres Ende bewusst wahrnehmen. Deshalb erschuf er sich Götter. Heute gibt es hingegen Religionen, die diese tröstenden Funktionen übernehmen, da fast niemand mit dem unausweichlichen Tod bewusst leben möchte.

Heute ist die Jugend wichtig. Jeder möchte aktiv, sportlich und erfolgreich sein. Das setzt einen Egoismus voraus, für den der Tod ausgeklammert werden muss.

Gleichzeitig werden die aufopfernden Tätigkeiten der pflegenden Berufe immer wichtiger, da die dort arbeitenden Menschen stets mit dem Ende des irdischen Lebens konfrontiert werden.

Was bedeutet Klima-Kleber / Klimakleber? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Klima-Kleber“ bzw. „Klimakleber“ ist die in den Medien verwendete Bezeichnung für Klima-Aktivisten, die sich auf Straßen oder in öffentlichen Gebäuden festkleben, um damit für bessere Klimapolitik zu demonstrieren und vor der Klimakatastrophe zu warnen. Unter anderem sind auch Aktivisten der „Letzten Generation“ an solchen Aktionen beteiligt.

Was bedeutet Klima-Kleber / Klimakleber? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Ausdruck „Klima-Kleber“ bzw. „Klimakleber“ ist eine wertende Bezeichnung für Klima-Aktivisten. Beim Ausdruck „Klimakleber“ wird die Diskrepanz zwischen Absicht und Methoden der Klima-Aktivisten deutlich. Denn die Klima-Aktivisten haben gute Absichten, aber ihre Methoden sorgen für Unbehagen und starke negative Reaktionen der Betroffenen. Es stellt sich also die Frage, was wiegt mehr oder worauf sollte mehr der Fokus gelegt werden, die Absichten der Aktivisten oder ihre Methoden? In den Medien schaffen es die Klima-Aktivisten damit alle mal.

Der Ausdruck „Klima-Kleber“ bzw. „Klimakleber“ kann auch reduzierend verstanden werden. Denn der Kontext der Klima-Aktivisten wird reduziert (oder gar nicht beachtet) und nur ihre Methodik wird in den Vordergrund gestellt. Dies ist der Sache damit gar nicht zuträglich, hat aber zu verschiedenen Medienberichten angeregt, unter anderem auch dieser hier.

Es muss natürlich angemerkt werden, dass viel vor den „Klima-Klebern“ passierte. Es wurde geredet, es gab Diskussionen und Austausch.

Wer ist die Letzte Generation?

Die „Letzte Generation“ ist ein Zusammenschluss von Klimaaktivisten, die mit Hilfe gewaltfreier Aktionen auf die existentielle Klimakrise aufmerksam machen und die handelnden Personen/Politiker auffordern, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Sie bezeichnen sich selbst als die „Letzte Generation“, die den Kollaps unserer Gesellschaft noch aufhalten kann. Dabei erhalten sie den Großteil ihrer Kosten für Aufwand, Training und Weiterbildung aus dem Climate Emergency Fund.

Ausgehend von dem Hungerstreik einer Gruppe junger Aktivisten im August 2021 im Berliner Regierungsviertel, machte die Gruppe zunehmend auf sich aufmerksam. Damit forderte sie vergangenes Jahr vor der Bundestagswahl ein öffentliches Gespräch über den Klimanotstand mit den Kanzlerkandidaten. Das folgende Gespräch mit Olaf Scholz schien jedoch nicht den nötigen Effekt zu haben, sodass die Aktionen seither stets drastischer wurden.

„Essen retten- Leben retten“ ist eine weitere Aktion der „Letzten Generation“. Dabei machen die Aktivisten darauf aufmerksam, dass jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden, die eigentlich noch genießbar wären. Der Appell richtete sich an die Bundesregierung mit der Forderung, ein „Essen-Retten-Gesetz“ ins Leben zu rufen, in dem es ausdrücklich verboten ist, dass Supermärkte Lebensmittel entsorgen, sondern weiter verteilen müssen. Dies steht auch in unmittelbarem Zusammenhang mit der durch die Klimakrise zu erwartende Nahrungsmittelknappheit und entsprechende Hungerkatastrophen.
Gewaltfreier Widerstand, wie Hungerstreik oder Straßenblockaden, bei denen sie sich immer wieder in der Umgebung von Berlin auf der meistbefahrenen Autobahn A 100 festklebten, machen seither auf sie aufmerksam.

„Klima-Kleber“ werden sie daher genannt und sie sehen diese Form des zivilen Widerstandes als die beste Möglichkeit an, bei „dem zerstörerischen Kurs die notwendige Umkehr zu bewirken.“ Dabei nehmen sie hohe Bußgelder, Strafen und sogar Gefängnis in Kauf. Gleichzeitig verpflichten sie sich dem Prinzip der Gewaltfreiheit, das sie sich als obersten Wert ihres Handelns auferlegt haben.

Wie reagiert die Bevölkerung?

In großen Teilen der Bevölkerung stoßen die Aktionen der „Letzten Generation“, die mitunter als „Klimaextremisten“ bezeichnet werden auf Unverständnis und Ablehnung. Dabei gibt es Stimmen, die den „Klima-Klebern“ sogar eine Nähe zu terroristischen Vereinigungen wie der RAF nachsagen und harte Strafen für sie fordern. Besonders viele Autofahrer empfinden die Straßenblockaden als Nötigung und manch einer verliert in Anbetracht der daraus resultierenden chaotischen Verkehrsverhältnisse seine Fassung. Besondere Schlagzeilen rief der Fall einer verunglückten Radfahrerin in Berlin hervor, die in Folge ihres Unfalls nun verstorben ist. Konnten die Rettungskräfte durch die Straßenblockade der „Klima-Kleber“ nicht rechtzeitig bei ihr sein? Diese Frage muss abschließend noch geklärt werden und sorgt für reichlich Zündstoff.

Auf ihrer Website letztegeneration.de betonen die Aktivisten in einer Pressemitteilung, dass sie stets gesprächsbereit sind und weiterhin die Bundesregierung zu einem erneuten Gespräch am 10.11. in Berlin einladen. Forderungen sind u.a. 100km/h auf der Autobahn und ein 9€-Ticket im Nahverkehr.

Was bedeutet „Mogilisazija“? Übersetzung, Bedeutung, Definition, Erklärung


Mogilisazija ist ein russisches Wort und ein Homonym. Das Wort leitet sich von der Wurzel „mogila“ ab, was „Grab“ bedeutet. Nicht erst seit dem Angriffskrieg Putins auf die Ukraine wird in Russland der Begriff neben seiner Bedeutung „Grab“ auch als Begriff für „Mobilmachung“ verwendet. Dabei wird der Begriffs мобилизация („Mobilmachung“) durch den Begriff Могилисазия („Mogilisazija“) ersetzt.

Mogilisazija als russischer Begriff für „Mobilisierung“

In den letzten Jahren hat der Begriff „Mobilisierung“ in Russland eine neue Bedeutung erlangt. Die Russen haben eine lange Geschichte der Mobilmachung für den Krieg.

In der Vergangenheit wurde dieser Prozess vermehrt als „Mogilisazija“ bezeichnet. Mit diesem Begriff drücken die Russen aus, dass sie aufgrund der Beteiligung des Landes an verschiedenen militärischen Konflikten zu der Überzeugung gelangt sind, dass sie nichts weiter als Kanonenfutter sind, das dazu bestimmt ist, für einen Krieg geopfert zu werden.

Infolgedessen ist der Begriff „Mobilmachung“ zu einem Homonym für „Grab“ geworden und symbolisiert die Art und Weise, in der viele Russen ihren Platz in der Welt sehen. Auch wenn dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung verständlich ist, darf man nicht vergessen, dass Russland immer noch eine mächtige Nation mit einer reichen Geschichte und Kultur ist.

Mogilisazija als Hinrichtungsmethode der UdSSR

Mogilisazija wurde im zaristischen Russland häufig als Hinrichtungsmethode eingesetzt und war auch in der stalinistischen Ära eine beliebte Foltermethode. Das Opfer wurde in eine tiefe Grube gelegt und dann mit Erde oder Sand bedeckt. Mogilisazija konnte sich manchmal über Tage hinziehen, und das Opfer erstickte langsam zu Tode.

In einigen Fällen wurde Mogilisazija als Massenexekutionsmethode eingesetzt, bei der Hunderte von Menschen auf einmal lebendig begraben wurden. Viele verschiedene Persönlichkeiten wurden durch Mogilisazija hingerichtet, darunter Oppositionsführer, Intellektuelle und alle, die als Bedrohung für das Regime angesehen wurden. Die Sowjetunion bemühte sich sehr, diese Morde zu vertuschen, aber die wenigen Überlebenden, denen die Flucht gelang, berichteten von Massengräbern und Hinrichtungen im Schnellverfahren.

Mogilisazija als Massenhinrichtungsmethode

Mogilisazija steht ebenso für eine Massenhinrichtungsmethode, bei der die Opfer lebendig begraben werden. Diese grausame Praxis wurde im Laufe der Geschichte in mehreren Ländern angewandt, darunter China, Japan und Korea. In China wurde Mogilisazija häufig als Strafe für politische Dissidenten eingesetzt. Die Japaner nutzten diese Hinrichtungsmethode, um Koreaner zu töten, die während der japanischen Invasionen in Korea im 16. und 17. Jahrhundert gefangen genommen wurden. Mogilisazija wurde auch von der koreanischen Regierung eingesetzt, um Kriminelle und politische Gegner hinzurichten. Die Opfer wurden lebendig in Massengräbern begraben, oft zusammen mit ihren Familien. Diese barbarische Praxis versetzte jeden, der Zeuge davon wurde, in Schrecken und schockiert die Menschen auch heute noch.

Mogilisazija als Begriff für „Exhumierung und Umbettung menschlicher Überreste“

Im zaristischen Russland stand der Begriff Mogilisazija in erster Linie nicht für die Hinrichtungsmethode, sondern für die Exhumierung und Umbettung menschlicher Überreste. Die Praxis wurde von der Sowjetunion erstmals 1948 verboten. Das Verbot wurde jedoch nicht konsequent durchgesetzt, und die Praxis wurde fortgesetzt. Im Jahr 1955 wurde die Mogilisazija schließlich durch einen Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR verboten. Darin hieß es, dass Mogilisazija „mit den humanen Grundsätzen der sozialistischen Gesellschaft unvereinbar“ sei und dass diejenigen, die diese Praxis ausübten, „streng bestraft“ würden.

Sie legte auch fest, dass Mogilisazija nur zu medizinischen oder wissenschaftlichen Zwecken durchgeführt werden durfte und dass alle exhumierten Überreste ordnungsgemäß mit religiösen Zeremonien wieder bestattet werden mussten. Während Mogilisazija früher von der sowjetischen Regierung geduldet (und sogar gefördert) wurde, begann die weit verbreitete Praxis in den 1950er Jahren in Ungnade zu fallen, als das Regime versuchte, sein Image in der internationalen Gemeinschaft zu verbessern. Die Instruktion Nr. 1 setzte der Mogilisazija in der Sowjetunion schließlich ein Ende.

In einigen Teilen der Welt wird Mogilisazija als ritueller Brauch immer noch gelegentlich angewandt, und erst 2013 wurde sie im afrikanischen Land Simbabwe wieder dokumentiert. Dort hat der Begriff Mogilisazija jedoch ebenfalls nichts mit Hinrichtungen zu tun.

Vielmehr geht es dabei um die rituelle Exhumierung und Wiederbestattung menschlicher Überreste, die oft mit großer Sorgfalt und Ehrfurcht durchgeführt wird. Es wird angenommen, dass dieser Brauch aus dem Glauben heraus entstanden ist, dass die Lebenden und die Toten miteinander verbunden sind und dass die Exhumierung und Wiederbestattung der Toten den Lebenden Glück bringen kann. In den letzten Jahren wurde Mogilisazija von internationalen Organisationen unter die Lupe genommen, da es oft als Verstoß gegen die Menschenrechte angesehen wird. Viele Praktizierende sind jedoch der Meinung, dass diese Praxis ein wichtiger Teil ihrer Kultur und Tradition ist und respektiert werden sollte.

Mogilisazija als eine Bestattungsart

Eine weitere Bedeutung bekommt der Begriff Mogilisazija durch eine Bestattungsart, bei der ein Massengrab ausgehoben wird. Diese Art der Bestattung wird in der Regel in Kriegs- oder Katastrophenzeiten angewandt, wenn eine große Anzahl von Leichen schnell beseitigt werden muss. In den letzten Jahren wurde Mogilisazija auch in einigen Teilen Afrikas eingesetzt, etwa dort, wo aufgrund des Ausbruchs von Krankheiten viele Menschen in kürzester Zeit starben.

Mogilisazija als Begriff für „Grabnivellierung“

In Serbien steht Mogilisazija auch für den Begriff „Grabnivellierung“. Es ist dort eine Praxis, die gelegentlich in einer Reihe von Ländern angewandt wird, um ebenen Boden für Bauprojekte oder andere Zwecke zu schaffen. Im Allgemeinen werden dabei menschliche Überreste aus Gräbern exhumiert und an einem neuen Ort wieder beigesetzt. Obwohl Mogilisazija für die lokalen Gemeinschaften störend sein kann und Familien, deren Angehörige in den betroffenen Gräbern begraben sind, in Bedrängnis bringt, wird es manchmal als notwendiger Schritt angesehen, um Fortschritte bei wichtigen Entwicklungsprojekten zu ermöglichen. Zu den Ländern, in denen Mogilisazija gelegentlich angewendet wurde, gehören auch Estland, Lettland, Litauen und Polen.

Warum ist das Jahr 1917 ein Epochenjahr? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Jahr 1917 wurde als ein Epochenjahr bezeichnet, weil gleich mehrere größere historische Ereignisse passiert sind, die den anschließenden Lauf der Geschichte stark verändert haben. Epochenjahre zeichnen sich dadurch aus, dass die Ereignisse darin einen beständigen Einfluss auf die folgenden Jahre und Jahrzehnte haben. Im Fall von Jahr 1917 war es vor allem der Ausbruch der Revolution in Russland und der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg, die zu den wichtigsten Ereignissen gehörten. Nicht nur, dass das für die kommenden Jahre einen starken Einfluss auf Europa und die USA hatte – es war auch das erste Mal, dass sich mit Russland und den USA die Weltmächte für die folgenden Jahre etablierten.

Die historische Signifikanz des Jahres 1917

Während die Welt mitten im Ersten Weltkrieg steckte, waren überall Überlegungen vorhanden, wie man diese Probleme lösen könnte. Gleichzeitig befanden sich diverse Länder in einem unruhigen Wandel. Die Monarchien fanden langsam zu einem Ende – wie es beispielsweise in Frankreich der Fall gewesen war – und die Menschen sahen langsame, welche Vorteile die Republiken und die demokratischen Prozesse für sie bedeuten konnten.

Im Jahr 1917 tobte der erste Weltkrieg an allen Fronten und quasi alle europäischen Länder waren an ihrer Belastungsgrenze angekommen. In Deutschland wurde die Kriegsmüdigkeit zu einem Problem, während in Russland die Februarrevolution ihren eigenen Takt aufnahm. Darauf folgend endete das System der Monarchie in diesem Land, was in Russland für die nächsten Jahrzehnte für immer wiederkehrende Unruhen und schließlich den Bolschewismus sorgte. Die daraus folgenden Entwicklungen hatten dann wiederum einen Einfluss auf die Entstehung des Zweiten Weltkrieg und es mündete im dauerhaften Konflikt zwischen den beiden Weltmächten Russland bzw. der Sowjetunion und den USA auf der anderen Seite der Welt.

Der zweite große Faktor in diesem Jahr war der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg. Ausgelöst durch ein abgefangenes Telegramm der deutschen Kriegsminister an Mexiko, wonach man ein Bündnis mit Mexiko schmieden wollte, sofern diese ihrerseits einen Angriff auf die USA starten, wurden die Kriegsbemühungen der USA verschärft. Schließlich folgte 1917 der endgültige Eintritt in den Weltkrieg. Bis dahin hatten sich die USA weitestgehend neutral verhalten – zwar hatten sie die Entente-Staaten rund um Großbritannien und Frankreich mit verschiedenen logistischen Dingen versorgt, sich selbst aber eher isoliert und so gehofft, dass man nicht in den Krieg in Europa hineingezogen wird.

Mit dem Eintritt der USA kam wieder Bewegung in den Krieg, der zu diesem Zeitpunkt an allen Fronten verhärtet war. Tatsächlich war beispielsweise das Russland der Zaren kurz davor einen Frieden zu vereinbaren. Dies veränderte sich mit dem Eintritt der USA, die nun der Entente zur Seite stand und damit den Kriegsverlauf so schnell veränderte, dass es schon knapp ein Jahr später zum Frieden kam.

Die Folgen der Entwicklungen aus dem Jahr 1917

Die sich daraus ergebenden Folgen haben Europa und die Welt für mehr als 100 Jahre beschäftigt. Nicht nur, dass der nun aufgezwungene Frieden von Versailles direkt in den Zweiten Weltkrieg führte, auch die Rivalität zwischen den USA und dem neuen bolschewistischen Russland formte zwei Weltmächte. Erstmals galt beispielsweise Großbritannien nicht mehr als die bestimmende Macht in Europa – stattdessen war es nun Russland, das seinen Einfluss geltend machen konnte. Durch die Veränderungen in den USA und Russland kam es in den folgenden 100 Jahren zu einer Blockbildung in Europa und der Welt, zum Kalten Krieg und schließlich zur Festlegung der Verhältnisse.

Was bedeutet „Hire und fire“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Hire and Fire“ ist ein gängiges Modell auf dem Arbeitsmarkt. Menschen erhalten dabei sehr kurzfristig eine Anstellung und ebenso schnell wieder eine Kündigung.

Was bedeutet „Hire und fire“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Heutzutage kommt es sehr selten vor, dass Menschen ein Leben lang bei nur einem Arbeitgeber bleiben. Nachdem Beschäftigte ihre Entlassung erhalten haben, bekommen sie oft wenige Monate später von ihrem ehemaligen Brötchengeber ein neues Stellenangebot. Die betroffenen einstigen Mitarbeiter melden sich nach ihrer Entlassung beim Amt und haben kurz darauf schon wieder ihre alte Stelle zurück.

Es handelt sich bei Betroffenen nicht etwa ausschließlich um Mitarbeiter in der Landwirtschaft oder Saisonarbeiter. Auch im Verkauf, in der Versicherungs- und Finanzbranche, ja sogar im Schuldienst, ist dies gängige Praxis.

Wer die Kosten trägt

Arbeitgeber wälzen ihre Verantwortung ab, lagern Kosten für ihr Personal aus und sind nicht bereit, unternehmerische Risiken zu tragen. Sie nehmen in Kauf, dass der Steuerzahler die hohen Kosten für die vorübergehend Arbeitslosen tragen muss.Diese belasten das Solidarsystem mit Millionenbeträgen, auch wenn sie dann ggf. bereits nach zwei Monaten wieder eine Anstellung haben.

„Hire and fire“-Methode mit Ursprung in den Vereinigten Staaten

Die Hire-and-Fire-Methode bedeutet auch, dass Firmen in Zeiten von Mehrarbeit zusätzliches Personal anheuern. Sobald die Geschäfte wieder weniger gut laufen, verlieren diese Menschen ihre Stelle wieder. In den Vereinigten Staaten entlassen Unternehmen Angestellte immer dann, wenn sich die Wirtschaft in einer Schieflage befindet. Nicht selten schnellen die Zahlen der Arbeitssuchenden dann in die Höhe. Hierzulande tendiert man weniger zu Entlassungen in schlechten Zeiten. Vielmehr passen Arbeitgeber die Arbeitszeiten an. Mit Einführung der Kurzarbeit bleiben Arbeitsplätze erhalten.

Umgang mit Hire-and-Fire-Methode hierzulande

Dass sich Arbeitgeber in Deutschland öfter gegen die Hire-and-Fire-Methode entscheiden, hat seine Gründe. Sie hat nicht nur negative Konsquenzen für betroffene einzelne Mitarbeiter. Auf lange Sicht birgt sie auch für die Existenz eines ganzen Unternehmens Gefahren. Mitarbeitern mit dem Ziel der Kostenreduzierung zu kündigen, wirkt sich negativ auf das Klima innerhalb der Firma aus und damit auf die erfolgreiche Bilanz des Unternehmens. Den mit Entlassungen verbundenen Werteverlust eines Unternehmens halten sich vorausdenkende Verantwortliche stets vor Augen.

Wichtige und richtige Entscheidungen reifen oft über Jahre oder Jahrzehnte. Schnelle Veränderungen in der Personalpolitik ebenso wie im Management bringen eine Firma in gefährliche Fahrwasser. Gelingt es Führungskräften hingegen, das Vertrauen ihrer Angestellten zu gewinnen und diese an das Unternehmen zu binden,profitieren alle gleichermaßen. Arbeitnehmer zeigen dann in extremen Situationen eher Verständnis, Empathie und Kompromissbereitschaft. Dann sind sie in der Hoffnung, einen aktiven Beitrag zum Erhalt ihres Arbeitsplatzes zu leisten,auch vorübergehend zu Opfern bereit.

Nachhaltigkeit effektiv nutzen

Das Thema Nachhaltigkeit ist nicht nur im Kontext des Umweltschutzes von hoher Bedeutung. Auch beim Umgang mit dem Personal ist es äußerst relevant. Kluge PR-Verantwortliche denken weit voraus, verwerten Arbeitsressourcen wieder, setzten Mitarbeiter an anderer Stelle ein und bieten ihnen Fortbildungen an. Werteorientierte Personalpolitik impliziert Fairness und das Ziehen an einem Strang auf Arbeitnehmer-und Arbeitgeberseite. Denken und handeln Verantwortliche im Bereich HR strategisch, so planen sie effektiv und setzen ihre Vorstellungen konsequent um.

Fazit

Das Recruiten von Mitarbeitern, deren Einarbeitung in und Bindung an das Unternehmen ist in dieser Zeit wichtiger denn je. Bleiben Mitarbeiter langfristig im Unternehmen, so sind die Ressourcen tatsächlich wertschöpfend genutzt. Das gelingt, wenn Menschlichkeit nicht nur ein Wort bleibt, sondern im Berufsalltag gelebt wird. Eine gute Führungskraft hat ein Gespür für das Arbeitsklima und greift regulierend ein, bevor negative Tendenzen eskalieren. Unzufriedenen Mitarbeitenden bietet sie eine Fortbildung bzw. intern neue Aufgaben an. Diese Perspektiven sind langfristig gesehen gegenüber der Hire-and-Fire-Methode bestimmt die bessere Wahl.

Was bedeutet „Fire-and-Forget“? (Militär) Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit der Bezeichnung „Fire-and-Forget“ werden im militärischen Kontext gelenkte Waffensysteme beschrieben, die nach dem Abfeuern selbstständig ihr Ziel erfassen und verfolgen, ohne dass weitere Aktionen des Bedieners notwendig wären. Der Begriff kann sich auf gelenkte Luft-Boden-, Luft-Luft-, und Boden-Luft-Raketen beziehen.

Das Gegenstück zu Waffen mit „Fire-and-Forget“-Eigenschaften sind Raketen, die nach dem Abschießen durch externe Einwirkung zum Ziel gelenkt werden. Darunter fallen etwa Raketen, die eine Lasermarkieren des Zieles benötigen.

„Fire-and-Forget“ (Militär) – Herkunft

Die Bezeichnung „Fire-and-Forget“ verbreitete sich erst lange, nachdem die damit beschriebenen Waffentypen entwickelt wurden. Seit den 1980er-Jahren beschrieb das US-Militär mit „Fire-and-Forget“ die Waffen mit den zuvor beschriebenen Eigenschaften. Der Begriff setzte sich zunächst im englischsprachigen Raum und dann in den anderen NATO-Staaten durch, heute hat er sich in der militärischen Fachsprache etabliert.

„Fire-and-Forget“ (Militär) – Geschichte

Erste Entwicklungsversuche für „Fire-and-Forget“-Waffen gab es vor und im Zweiten Weltkrieg. Es wurden zwar einfache Lenkwaffen entwickelt, diese bedurften jedoch einer ständigen Steuerung und waren somit keine „Fire-and-Forget“-Systeme.

Das amerikanische Militär entwickelte in den 1950er-Jahren die erste wärmesuchende Rakete für den Luftkampf zwischen Flugzeugen. Dies war die erste wahre „Fire-and-Forget“-Waffe. Auch das britische Militär führte bald einen ähnlichen Waffentyp ein. Die ersten Kampfeinsätze für „Fire-and-Forget“-Waffen gab es im Vietnamkrieg – mit großem Erfolg.

Die wohl größte Bedeutung für das Kampfgeschehen in fast allen folgenden Konflikten sollten tragbare „Fire-and-Forget“-Waffen zur Luft- und Panzerabwehr erlangen. Diese ermöglichen mobilen Infanterieeinheiten die Bekämpfung von eigentlich überlegenen Zielen. Diese Waffen haben einen erheblichen Einfluss für die Risikobewertung von Piloten und Panzerkommandeuren auf dem Gefechtsfeld.

Ein bekanntes Beispiel für „Fire-and-Forget“-Waffen und ihren großen Einfluss ist der Einsatz von Stinger-Flugabwehrraketen durch afghanische Widerstandskämpfer zur Abwehr der sowjetischen Invasion in den 1980er-Jahren. Diese, damals fortschrittlichen Waffensysteme, wurden den Afghanen durch die USA bereitgestellt und führten zu besonders hohen Verlustzahlen der sowjetischen Luftstreitkräfte. Besonders Helikopter sind für diese Typen der „Fire-and-Forget“-Waffen anfällig, aber auch Kampfflugzeuge zur Luftnahunterstützung.

Auch bei der Verteidigung ukrainischer Streitkräfte gegen die russische Invasion im Jahr 2022 spielten infanteriegestützte „Fire-and-Forget“-Waffen eine große Rolle. Darunter sind besonders Stinger-Luftabwehrraketen und Javelin-Panzerabwehrraketen zu erwähnen. Diese Waffentypen erlaubten es leichten, mobilen Infanterieeinheiten immer wieder nadelstichartige Angriffe auf feindliche Einheiten durchzuführen.

2003 wurde ein DHL-Transportflugzeug in Bagdad mit einer „Fire-and-Forget“-Rakete sowjetischer Bauart beschossen. Bei den Tätern handelte es sich um irakische Terroristen. Das Flugzeug konnte trotz schwerster Schäden erfolgreich notlanden. Seitdem werden immer wieder Befürchtungen geäußert, dass „Fire-and-Forget“-Waffen für Terrorattacken gegen die zivile Luftfahrt eingesetzt werden könnten.

„Fire-and-Forget“ (Militär) – weitere Waffentypen

Neben typischen wärmesuchenden Raketen, die die Motorenwärme ihres Zieles anvisieren, gibt es auch GPS-gesteuerte und radargesteuerte „Fire-and-Forget“-Waffensysteme. Diese Steuerungsarten sind besonders bei ballistischen Raketen oder Marschflugkörpern anzutreffen.

Abwehr von „Fire-and-Forget“-Waffen

Je nach Steuerungsart bestehen verschiedene Arten des Schutzes gegen „Fire-and-Forget“-Waffentypen.

Gegen Marschflugkörper und ballistische Raketen, die in der Regel GPS-gesteuerte oder radargesteuerte „Fire-and-Forget“-Waffensysteme sind, können Luftabwehrsysteme eingesetzt werden. Diese verwenden meist wärmesuchende „Fire-and-Forget“-Raketen, die die Hitze des Raketenantriebs erkennen.

Gegen wärmesuchende „Fire-and-Forget“-Raketen wurden sogenannte IR-Flares oder Täuschkörper entwickelt. Dies sind kleine, glühende Kügelchen, die ein Ziel einer wärmesuchenden „Fire-and-Forget“-Rakete aussenden kann. Die heißen Täuschkörper verwirren die Sensorik der Rakete und verhindern einen Treffer.

Panzer weisen Reaktivpanzerung auf, die zwar nicht Treffer verhindert, aber vor schwereren Schäden durch die eintreffende Rakete schützen kann. Dieser Schutz ist nicht gegen „Fire-and-Forget“-Waffen spezifisch.
Moderne Abwehrsysteme verwenden Mikrowellen oder elektromagnetische Felder, um die Navigation von „Fire-and-Forget“-Waffen zu stören.

Was bedeutet „Entwicklungsrückstand“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Von einem Entwicklungsrückstand ist die Rede, wenn bei Kindern eine Verzögerung der geistigen, körperlichen und seelischen Entwicklung auftritt.

Was bedeutet „Entwicklungsrückstand“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Grundsätzlich folgt die Entwicklung des Kindes einem allgemeingültigen Schema und ist logisch aufgebaut. Ein Kind lernt zuerst Krabbeln und dann Laufen. Eine umgekehrte Entwicklung ist ausgeschlossen. Jedes Kind hat in den unterschiedlichen Entwicklungsbereichen sein eigenes Tempo. Der Entwicklungsstand von Kindern gleichen Alters divergiert leicht. Das ist vollkommen normal. Allerdings existiert eine allgemeine Richtlinie, welche Entwicklungsziele Kinder in einem gewissen Alter erreicht haben sollten. Hierfür ermittelt der Untersuchende den Intelligenzquotienten (IQ) und den emotionalen Quotienten (EQ) des Kindes. Weichen Kinder stark von dieser Norm ab, bezeichnen Mediziner dies als Entwicklungsrückstand oder Entwicklungsretadierung.

Diese Bereiche können von einem Entwicklungsrückstand betroffen sein

  • fein- und grobmotorische Entwicklung (Bewegungsabläufe)
  • kognitive Entwicklung (Erfassen von Zusammenhängen und allgemeines Denkvermögen)
  • emotionale Entwicklung (Umgang mit Emotionen)
  • soziale Entwicklung (Umgang mit anderen Menschen)
  • Sprachentwicklung (Sprachverständnis und aktive Sprache)
  • schulische Entwicklung (Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben)

Ursachen für einen Entwicklungsrückstand

Für eine Entwicklungsretadierung können unterschiedliche Ursachen verantwortlich sein. Häufig vertreten sind Schädigungen des Gehirns während der Schwangerschaft, der Geburt oder im frühen Kindesalter. Auch neurologische Erkrankungen (angeboren oder erworben) können die Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen oder verzögern. Ursächlich hierfür sind meist Hirnhautentzündungen, Stoffwechselerkrankungen, Schädel-Hirn-Verletzungen oder ein Sauerstoffmangel während der Geburt.

Neben den körperlichen Aspekten können auch psychologische Gründe eine essenzielle Rolle spielen. Insbesondere dann, wenn das Kind traumatische Erlebnisse zu verarbeiten hat. Nicht selten verursacht ein solches Trauma eine Entwicklungsverzögerung. Ferner kann eine Deprivation die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Die Deprivation bezeichnet fehlende Liebe, Aufmerksamkeit und Nestwärme. Das Kind wird von den Eltern vernachlässigt, was einen niedrigen emotionalen Quotienten zur Folge haben kann.

Entwicklungsretadierung – Diagnose

Der modernen Medizin stehen inzwischen zahlreiche Scores und Testinstrumente zur Verfügung, mit denen sich der Entwicklungsstand des Kindes feststellen lässt. Die Resultate in den verschiedenen Bereichen (siehe Abschnitt „Diese Bereiche können von einem Entwicklungsrückstand betroffen sein“) werden mit den Normwerten für das jeweilige Alter verglichen. Hinzu kommt die klinische Einschätzung eines Experten auf dem Gebiet der Kindesentwicklung. Hierbei kann es sich um einen Kinderarzt, Neurologen, Psychologen oder Ergo-Therapeuten handeln.

In einigen Fällen sind weitere medizinische Untersuchungen notwendig. Bei Verdacht auf neurologischen Ursachen erfolgen meist eine Elektroenzephalografie (EEG) und/oder eine Magnetresonanztomografie (MRT). Um erbliche bedingte Ursachen auszuschließen, ist eine humangenetische/zytogenetische Untersuchung das Mittel der Wahl. Eine metabolische Abklärung kommt zum Einsatz, wenn der Verdacht auf eine Stoffwechselerkrankung besteht.

Therapiemöglichkeiten bei einem Entwicklungsrückstand

Therapeutische und medizinische Maßnahmen richten sich nach der Ursache für den Entwicklungsrückstand. Kinder mit Sprachstörungen erhalten eine logopädische Behandlung. Mithilfe einer Ergotherapie lassen sich motorische Defizite ausgleichen. Zu den weiteren Therapiemöglichkeiten zählen die Physiotherapie, die Psychotherapie, eine heilpädagogische Früherziehung sowie Therapien für Kinder mit Hör- oder Sehschwächen. Bei neurologischen Erkrankungen oder Stoffwechselkrankheiten kommt in den meisten Fällen eine medikamentöse Behandlung infrage.

Entwicklungsrückstand im Jugendstrafrecht

Eine Entwicklungsverzögerung schützt nicht vor Strafe. Allerdings ergibt sich eine Besonderheit, die Einfluss auf das Urteil haben kann. War der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt zwischen 18 und 21 Jahren alt, wird er trotzdem nach Jugendstrafrecht verurteilt, wenn ein diagnostizierter Entwicklungsrückstand vorliegt.

Darf die Polizei mich durchsuchen? Erklärung, Rechtslage


Durchsuchungen werden durch Polizeibeamte durchgeführt. Um die Rechtmäßigkeit der Durchsuchung einer Person zu beurteilen, kommt es zunächst darauf an, festzustellen, welche Rechtsgrundlage für die Durchsuchungsmaßnahme überhaupt einschlägig ist.

Dies kann im Einzelfall nicht leicht zu beurteilen sein, da die Polizei des Bundes oder der Länder entweder im Rahmen der Verfolgung von Straftaten (repressiv) oder zur Gefahrenabwehr (präventiv) tätig werden kann.
Geht es um die Verfolgung von Straftaten, ergeben sich die Ermächtigungsgrundlagen aus der Strafprozessordnung (StPO). Handelt die Polizei hingegen zur Gefahrenabwehr, sind die entsprechenden Regelungen in den Polizeigesetzen einschlägig.

Nicht selten handelt die Polizei sowohl zur Gefahrenabwehr als auch zur Strafverfolgung. In diesem Fall ist für die Bestimmung der Rechtsgrundlage (StPO oder Polizeigesetze) der Schwerpunkt der Maßnahme entscheidend.

Durchsuchungen nach der Strafprozessordnung

Wird die Polizei zur Strafverfolgung (repressiv) tätig, kommt die StPO zur Anwendung. Abzugrenzen ist hier die körperliche Untersuchung gemäß § 81a StPO von der Durchsuchung gemäß §§ 102 ff. StPO.

Eine Untersuchung liegt vor, wenn im Körper der Person nach Gegenständen gesucht wird.

Wird hingegen in der Wohnung oder am Körper der Person nach Gegenständen gesucht, handelt es sich um eine Durchsuchung gemäß § 102 StPO. Dabei ist zu beachten, dass auch die Suche in natürlichen Körperöffnungen noch „am“ Körper stattfindet und somit eine Durchsuchung zu bejahen ist.

Rechtsgrundlage § 81a StPO

Den Ermächtigungsgrundlagen nach der StPO ist gemein, dass man zunächst Beschuldigter in einem Strafverfahren sein muss. Dies gilt somit auch für die Untersuchung nach § 81a StPO.

Beschuldigter wird man durch einen sogenannten Inkulpationsakt der handelnden Behörde (Polizei- oder Staatsanwaltschaft), der zum Ausdruck bringt, dass gegen den Betroffenen ein Ermittlungsverfahren in Gang gesetzt wird. Dies kann beispielsweise die Anlegung einer entsprechenden Akte sein.

Hierfür muss ein sogenannter Anfangsverdacht gegen den Beschuldigten bestehen. Das bedeutet, dass aufgrund tatsächlicher Anhaltspunkte (Zeugen, Hinweise, Spuren) der Verdacht besteht, dass der Betroffene Täter oder Beteiligter einer Straftat ist.

Weitere Voraussetzung des § 81a StPO ist, dass durch die Untersuchung die Aussicht zur Feststellung von Tatsachen besteht, die für das Verfahren von Bedeutung sind.

Die Untersuchung muss durch einen Arzt durchgeführt werden und -außer bei Gefahr im Verzug- richterlich angeordnet sein. Außerdem darf kein Nachteil für die Gesundheit des Beschuldigten zu befürchten sein und die Maßnahme muss verhältnismäßig sein.

Typischer Fall einer körperlichen Untersuchung ist beispielsweise eine Blutprobe, um den Blutalkoholgehalt des Beschuldigten zu bestimmen, wenn dieser einer Verkehrsstraftat verdächtig ist.

Gefahr im Verzug -und damit das Entfallen das Erfordernisses einer richterlichen Anordnung- kann hier zum Beispiel dann gegeben sein, wenn der richterliche Bereitschaftsdienst an Wochenenden wegen Überlastung nicht erreichbar ist.

Rechtsgrundlage § 102 StPO

Auch die strafprozessuale Zwangsmaßnahme der Durchsuchung gemäß § 102 StPO richtet sich gegen den Verdächtigen als Täter oder Teilnehmer einer Straftat. Wie im Rahmen der Untersuchung ist also auch hier ein auf Tatsachen gestützter Anfangsverdacht gegen die betreffende Person erforderlich.

Bei dem Beschuldigten bzw. Verdächtigen darf eine Durchsuchung zum Zwecke seiner Ergreifung oder zur Sicherstellung von Beweismitteln durchgeführt werden.

Duchsuchungsobjekte können die Wohnung, die Person des Beschuldigten selbst oder ihm gehörende Sachen sein.

Zu beachten ist hierbei, dass es bei dem Merkmal „gehörend“ nicht auf das Eigentum des Beschuldigten ankommt, sondern auf den Gewahrsam, wobei Mitgewahrsam ausreicht.

Gewahrsam bedeutet eine tatsächliche Herrschaft über Sachen, die sozial respektiert wird, also der „Sphäre“ der betreffenden Person zugeordnet wird. Das ist zum Beispiel in Fällen der Miete, Leihe, aber beispielsweise auch dann der Fall, wenn eine gefundene Sache von der betreffenden Person lediglich aufbewahrt wird.

Wie bei der Untersuchung ist auch bei der Durchsuchung die richterliche Anordnung der Maßnahme erforderlich, die nur bei Gefahr im Verzug entfällt.

Durchsuchung Wohnung

Bei der Durchsuchung von Wohnungen sind noch einige zusätzliche Anforderungen zu beachten:

Wenn die Durchsuchung nicht in Anwesenheit eines Richters oder Staatsanwaltes stattfindet, so ist, wenn möglich, ein Gemeindebeamter oder zwei Mitglieder aus der Gemeinde hinzuzuziehen, in der der die Durchsuchung stattfindet (§ 105 Absatz 2 StPO).

Wohnungen dürfen zur Nachtzeit (21 bis 6 Uhr) nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen (z.B Verfolgung auf frischer Tat oder Gefahr im Verzug) durchsucht werden. Weitere Fälle sind in § 104 Absatz 1 Nr. 3 und 4 geregelt.

Neben der Durchsuchung beim Beschuldigten ist gemäß § 103 StPO auch eine Durchsuchung bei anderen Personen unter eingeschränkten Voraussetzungen zulässig.

Aus Sicht des Beschuldigten ist sowohl im Rahmen der obig dargestellten Untersuchung als auch bei der Durchsuchung zu beachten, dass bei Verstößen gegen das Erfordernis der richterlichen Anordnung ein sogenanntes Beweisverwertungsverbot eingreifen kann. Das bedeutet, dass die durch die Untersuchung oder die Durchsuchung erlangten Beweismittel nicht vor Gericht zu Lasten des Beschuldigten bzw. Angeklagten verwertet werden dürfen.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Richtervorbehalt bewusst oder willkürlich durch die Polizeibeamten missachtet wurde.

Ein solches Beweisverwertungsverbot kann sich insbesondere auch dann ergeben, wenn durch eine mangelhafte gerichtsinterne Organisation (also nicht nur einer vorübergehenden,zufälligen Überlastung) der richterliche Bereitschaftsdienst nicht rechtzeitig erreichbar war und deshalb fehlerhaft „Gefahr im Verzug“ angenommen wurde.

Durchsuchungen nach dem Polizeirecht

Im Bereich der Gefahrenabwehr (Polizeirecht) bestehen neben dem Bundespolizeigesetz in den einzelnen Bundesländern abweichende Regelungen zu Durchsuchungen, da Polizeirecht Sache der Bundesländer ist.

Im Wesentlichen enthalten die Regelungen jedoch eine gemeinsame Grundstruktur, die im Folgenden skizziert werden soll:

Es bestehen Regelungen, die unterscheiden zwischen der Durchsuchung von Personen, Sachen und Wohnungen.
Bei der Durchsuchung von Personen enthalten die Gesetze meist enumerativ geregelte Tatbestände, bei denen eine Durchsuchung zulässig ist:

Die Person führt Sachen mit sich, die nach anderen Regelungen sichergestellt werden dürfen. Eine Sicherstellung ist dabei zumeist bei Vorliegen bestimmter Gefahrengrade (konkrete, gegenwärtige, drohende Gefahr) für die öffentliche Sicherheit zulässig

Die Person befindet sich in einer hilflosen Lage oder einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand (beispielsweise schwer alkoholisierte oder suizidgefährdete Personen)

Die Person hält sich an bestimmten „gefährlichen Orten“ auf, die zumeist dadurch definiert sind, dass sich an diesen Orten erfahrungsgemäß Straftäter verabreden, der Prostitution nachgegangen wird oder an dem sich Personen ohne Aufenthaltserlaubnis treffen.
Auch im Grenzgebiet sowie auf gewissen Durchgangsstraßen sind solche verdachtsunabhängigen Durchsuchungen nach den meisten Polizeigesetzen möglich.

Bei Wohnungsdurchsuchungen gelten mit Rücksicht auf das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung verschärfte Voraussetzungen im Hinblick auf die Gefahrengrade und die betroffenen Rechtsgüter.
Auch hier gilt wie in der StPO der Richtervorbehalt und das grundsätzliche Verbot, die Durchsuchung zur Nachtzeit durchzuführen.

Was ist Sekundärprävention? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Prävention umfasst sämtliche Aktivitäten und Maßnahmen, mit denen sich Krankheiten oder gesundheitliche Schädigungen vermeiden lassen sollen. Alternativ können sie das Risiko einer Erkrankung vermindern sowie den Ausbruch verzögern.

Diese präventiven Maßnahmen lassen sich in drei Kategorien einordnen: primär, sekundär und tertiär. Innerhalb dieser Zuordnungen werden die Aktivitäten wiederum in einzelne Bereiche untergliedert, beispielsweise die Verhaltensprävention und die Verhältnisprävention.

Die sekundäre Prävention konzentriert sich auf die Früherkennung von Krankheiten. Ziel dabei ist es, Erkrankungen möglichst frühzeitig zu erkennen, um effektive Therapiemaßnahmen einleiten zu können. Eine rechtzeitige Behandlung der Krankheit hilft im Idealfall dabei, diese zu heilen. Deshalb wendet sich die Sekundärprävention in erster Linie an Menschen der Risikogruppe, aber ohne diagnostizierte Erkrankung. Der Grund dafür ist, dass Krankheiten vorliegen können, ohne dass sich gesundheitliche Auswirkungen manifestieren. Zu diesem Zeitpunkt ist es ohne die entsprechende Sekundärprävention also nicht möglich, die Erkrankung wahrzunehmen.

Ein weiterer Bestandteil der sekundären Prävention ist die gezielte Behandlung. Sie soll dank der früh erfolgten Diagnostik das Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Damit richtet sie sich an Personen, die selbst zu ihrer Gesundung beitragen möchten.

Geschichtliche Einordnung der Sekundärprävention

Die Krankheitsprävention beginnt idealerweise vor dem Ausbruch einer Krankheit. Deshalb ist sie losgelöst von der Kuration einer Erkrankung oder den verschiedenen Therapiemaßnahmen zu betrachten. Die Arten der Prävention wurden deshalb bereits 1964 in einzelne Kategorien untergliedert. Geprägt wurden die Stadien der Primärprävention, Sekundärprävention und Tertiärprävention von Gerald Caplan. Erst im Jahre 1986 ergänzte Marc Jamoulle dieses Konzept um die Quartärprävention.

Abgrenzung der sekundären Prävention

Obwohl die Sekundärprävention wie auch andere Kategorien der Prävention auf den Erhalt der Gesundheit abzielt, besteht eine klare Differenzierung zu den übrigen Bereichen der gesundheitlichen Fürsorge. Dazu gehört insbesondere die Abgrenzung zum Begriff der Gesundheitsförderung. Dieser Fokus auf die Förderung der Gesundheit stammt aus dem Jahr 1986 und geht auf Ottawa-Charta der WHO zurück.

Der Unterschied hierbei besteht in der Ausrichtung der einzelnen Maßnahmen. Während die Prävention Risikofaktoren verringern und vermeiden soll, soll die Gesundheitsförderung die gesundheitlichen Lebensbedingungen stärken. Damit zielt sie darauf ab, die Schutzfaktoren in unterschiedlichen Lebensbereichen zu stabilisieren, um Erkrankungen zu reduzieren. Dazu gehören beispielsweise die bildungsmäßigen, hygienischen, kulturellen, ökonomischen und sozialen Aspekte, die das Bewusstsein für eine gesunde Lebensführung betreffen.

Prävention: Die Prävention wie auch die Sekundärprävention zielt darauf ab, dass Erkrankungen frühzeitig erkannt, behoben oder von vorneherein vermieden werden. Der Fokus der Prävention liegt deshalb auf der Frage: Was macht einen Menschen krank?

Gesundheitsförderung: Die Förderung der Gesundheit betrachtet keine speziellen Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen können. Stattdessen fokussiert sie sich auf Maßnahmen in unterschiedlichen Lebensbereichen, um die allgemeine Gesundheit zu fördern. Der Fokus der Gesundheitsförderung liegt auf der Frage: Was hält eine Person gesund?

Obwohl die beiden Herangehensweisen ein gemeinsames Ziel verfolgen, ist eine klare Differenzierung erforderlich. Abhängig von der jeweiligen Vorsorgeform lässt sich ein individuelles Rahmenkonzept für die persönliche Gesundheit erstellen, wobei dynamische Wechselwirkungen berücksichtigt werden können.

Welche Maßnahmen gehören zur sekundären Prävention?

Die Sekundärprävention erfolgt verstärkt, aber nicht einzig für Menschen, bei denen Risikofaktoren vorliegen. Typische Bestandteile dieser Maßnahmen sind die Screening- und Vorsorgeuntersuchungen. Diese Methoden helfen den Ärzten dabei, symptomlose Erkrankungen bei scheinbar gesunden Personen aufzudecken.

Unabhängig von vorliegenden Risikofaktoren nehmen augenscheinlich gesunde und beschwerdefreie Menschen an der Sekundärprävention teil. Zu den bekanntesten Maßnahmen gehört unter anderem der Check-up 35. Diese Gesundheitsuntersuchung soll Risiken für Nieren-, Kreislauf- oder Zuckererkrankungen feststellen.

Basierend auf den Ergebnissen dieser Untersuchungen lässt sich eine individuelle Gesundheitsrisiko-Analyse erstellen. Diese gibt Aufschluss über die individuellen Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung. Basierend auf der gesundheitlichen Situation lassen sich beispielsweise Stress-Coping, Sportmedizin, Mikronährstoffmedizin oder Ernährungsmedizin in den Alltag integrieren. Folgende Methoden bilden die Grundlage für die Präventionsmethodik:

Verstärkung der Motivation, gesundheitsschädliches Verhalten zu reduzieren. Dazu gehört ein hohes Maß an Gesundheitskompetenz. Dieses zu fördern und zu stärken ist eine der wichtigsten Maßnahmen für die Präventionsmedizin.

Sanktionsmaßnahmen des Gesetzgebers helfen dabei, präventives Verhalten durchzusetzen. Diese Vorschriften erhöhen die Motivation, das gesundheitsschädliche Verhalten zu reduzieren und schränken die individuellen Möglichkeiten ein.

Ökonomische Anreiz- und Bestrafungssysteme finden sich ebenfalls im gesundheitlichen Bereich mit Blick auf die Präventionsmedizin. Solche Systeme beeinflussen das gesundheitliche Verhalten positiv. Beispielsweise kann das Stempelverfahren für regelmäßige Kontrollbesuche mit einer finanziellen Erleichterung im Falle der Erkrankung kombiniert werden. Dieser Umstand schafft den Anreiz, die eigene Gesundheit stärker im Auge zu behalten.

Ausgangspunkte der Sekundärprävention

Die Sekundärprävention unterstützt Mediziner dabei, Erkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren. In diesem Stadium ist die Krankheit bereits vorhanden, Gesundheitsstörungen liegen hingegen noch nicht vor. Durch die frühzeitige Erkenntnis ist es möglich, die Gesundheit des Patienten wiederherzustellen. Zu den wichtigsten Maßnahmen im Bereich der Sekundärprävention gehören deshalb die Vorsorgeuntersuchung und das Screening. Diese werden von Krankenkassen und Ärzten gefördert, wobei Risikofaktoren wie das Alter oder die physische Konstitution beeinflussen, welche Präventionsmaßnahmen erforderlich sein können. Folgende Bereiche gehören deshalb zur zweiten Kategorie der Krankheitsprävention:

  • Screenings in den Bereichen Brust- oder Darmkrebs
  • Vorsorgeuntersuchungen für Säuglinge und Kleinkinder
  • Programme für Jugendliche, um Abhängigkeit oder Sucht zu verhindern
  • Vorsorgeuntersuchungen gemäß der medizinischen Familiengeschichte
  • Impfungen, um gefährlichen Krankheiten vorzubeugen

In diesem Zusammenhang kommen bei der Sekundärprävention als Krankheitsprävention zwei unterschiedliche Strategien zum Einsatz: zielgruppenspezifische Ansätze und die flächendeckende Minimierung von Risiken.

Wie unterscheidet sich die Sekundärprävention von der Primär- und Tertiärprävention?

Die individuellen Risikofaktoren eines Menschen zu analysieren ist ein wichtiger Bestandteil der Präventionsmedizin. Durch die Ergebnisse der Analyse ist es anschließend möglich, ein gesundheitskonformes Verhalten zu fördern. Deshalb unterscheidet die Medizin zwischen unterschiedlichen Stadien der Prävention:

Primärprävention: Diese Präventionsmaßnahmen ziehen auf die Vorbeugung von Krankheiten und den Erhalt der Gesundheit ab. Sie sind unabhängig von bestehenden Krankheiten, egal ob entdeckt oder unentdeckt. Von solchen Aktivitäten profitieren alle gesunden Menschen. Klassische Maßnahmen können individuelle Risikoanalysen sein, aber auch die Schwangerenvorsorge, die Unfallverhütung und Impfungen.

Sekundärprävention: Während die Primärprävention jeden Menschen betrifft, soll die sekundäre Prävention Erkrankungen im frühestmöglichen Stadium erkennen. Ziel dabei ist die Verhinderung der Progredienz der Erkrankung. Dadurch lässt sich sicherstellen, dass sich bestehende Krankheiten nicht verschlimmern oder sich chronisch manifestieren. Dieser Bereich der Präventionsmedizin richtet sich insbesondere an Patienten, die zu ihrer eigenen Gesundheit und Gesundung beitragen möchten.

Tertiärprävention: Die Tertiärprävention soll Komplikationen bei bereits manifestierten Erkrankungen verhindern. Idealerweise lässt sich mit den richtigen Maßnahmen zudem die Progredienz verhindern. In diesem Stadium ist die Erkrankung vorhanden und deutlich ausgeprägter, weshalb sich die Patienten meist in Behandlung befinden. Anders als im Rahmen der Sekundärprävention haben Patienten zu diesem Zeitpunkt bereits mit Gesundheitsbeeinträchtigungen und Auswirkungen der Erkrankung zu kämpfen.

Welche Risikofaktoren betrachtet die Sekundärprävention?

Die Sekundärprävention berücksichtigt eine Vielzahl an Risiken, die sich auf potenzielle Erkrankungen sowie den Krankheitsverlauf auswirken können. Im Allgemeinen versucht die Krankheitsprävention diese Faktoren auf ein Minimum zu reduzieren. Dadurch ist es im Idealfall möglich, Krankheiten rechtzeitig zu besiegen und die Gesundheit wiederherzustellen. Dabei unterteilen Mediziner die Risiken in verschiedene Kategorien:

– Nicht beeinflussbar: Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren gehören sämtliche Faktoren, auf die der Mensch keinen Einfluss hat. Dazu gehören beispielsweise das Alter, das Geschlecht, die Rasse und die Familienanamnese. Auch genetische Faktoren zählen zu den nicht beeinflussbaren Risiken, die sich auf die notwendigen Maßnahmen zur Sekundärprävention auswirken können.

Teilweise behandelbar: Manche Risikofaktoren lassen sich medizinisch behandeln, wodurch sie im Idealfall gänzlich aus der Liste der individuellen Risiken verschwinden. Diese Kategorie der Gesundheitsgefährdung erfordert deshalb entsprechende medizinische Kenntnisse. In diese Kategorie fallen beispielsweise bakterielle Infektionen, Tumorerkrankungen, Migräne, Herzerkrankungen oder Diabetes mellitus. Zusätzlich kann die Einnahme bestimmter Medikamente das Risiko einer Erkrankung erhöhen.

Lebensgewohnheiten: Ein wichtiger Bestandteil der Sekundärprävention ist es, die individuellen Lebensgewohnheiten differenziert zu betrachten. Schließlich können sich die alltäglichen Gewohnheiten ebenfalls auf den Gesundheitszustand auswirken. Deshalb fällt ein hoher Alkoholkonsum, Rauchen, Adipositas, die Form der Ernährung sowie eine geringe körperliche Aktivität in diesen Bereich.

Für eine erfolgreiche Sekundärprävention ist es wichtig, sämtliche Risikofaktoren zu berücksichtigen. Diese ergeben ein klares Bild potenzieller Gesundheitsgefährdungen. Gleichzeitig zielt die Krankheitsprävention darauf ab, die einzelnen Kategorien bestmöglich zu fördern. Aus diesem Grund ist es beispielsweise notwendig, nicht alleine auf Medikamente zu vertrauen, sondern aktive Maßnahmen zu ergreifen. Andernfalls bleibt das Risiko auch nach der Genesung erhalten und kann dazu führen, dass sich die Erkrankung kurze Zeit später erneut manifestiert.

Wie wichtig ist ärztliche Unterstützung bei der Sekundärprävention?

Menschen, die ihre Gesundheit fördern und festigen möchten, haben die Möglichkeit, ihre Lebensgewohnheiten anzupassen, um die Risikofaktoren für Erkrankungen zu minimieren. Für diesen Schritt ist keine medizinische Begleitung erforderlich. Klassische Beispiele, die sich ohne Arztbesuch umsetzen lassen, sind: Die Umstellung der Ernährung einschließlich einer guten Nährstoffversorgung des Körpers, ein höheres Maß an körperlicher Ertüchtigung oder der Verzicht auf Zigaretten oder ein Übermaß an Alkohol.

Gleichzeitig leistet die ärztliche Unterstützung einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der persönlichen Sekundärprävention. Insbesondere die Umstellung des individuellen Lebensstils stellt regelmäßig eine Herausforderung dar, obwohl sie sich grundsätzlich in Eigenregie durchführen lässt. Mediziner bieten an dieser Stelle die benötigte Unterstützung, entweder in Form von Ratschlägen oder durch die medikamentöse Einstellung und regelmäßige Nachsorge.

Was ist Herrschaftswissen? Bedeutung, Definition, Erklärung


Herrschaftswissen besteht aus Informationen, die Personen nur auf einer bestimmten Stufe der Macht erlangen. Sie können und werden diese Informationen nutzen, um ihre Macht in der Organisation, der sie vorstehen, zu festigen. Ein Kennzeichen von Herrschaftswissen ist seine begrenzte Verfügbarkeit. Menschen, die sich nicht in der betreffenden Führungsposition befinden, erlangen dieses Wissen normalerweise nicht. Die Herrschenden müssen dementsprechend genau bedenken, mit wem sie die sensiblen Informationen teilen.

Woher kommt das Herrschaftswissen?

Menschen in Führungspositionen erhalten Informationen aus verschiedenen Quellen und können sie zu einem größeren Bild zusammenfügen. Viele Informationen werden nur ihnen anvertraut, weil sie sehr sensibel und weder für die Öffentlichkeit noch für Mitglieder ihrer Organisation auf unteren Ebenen bestimmt sind. Nur die verantwortliche Führungspersönlichkeit kann und soll entscheiden, wie sie mit diesen Informationen umgeht.

Beispiele für Herrschaftswissen

Zunächst ist wichtig zu wissen, dass der allgemeine Begriff des Herrschaftswissens auf jede führende Position anzuwenden ist, auch wenn es nur um eine vergleichsweise kleine Organisation geht. Dementsprechend ließen sich unter anderem diese Beispiele nennen:

  • Ein Abteilungsleiter verfügt über das Herrschaftswissen, welcher Kollege gekündigt werden soll und welche Kollegin demnächst aufsteigen könnte. Mit diesem Wissen verteilt er die Arbeitsaufträge so, dass die bevorzugte Kollegin mehr, der Kündigungskandidat weniger gefördert wird. Dabei geht es auch um die Weitergabe von Informationen.
  • Der Präsident einer Atommacht verfügt über das Herrschaftswissen der Atomcodes.
  • Die Chefin einer NGO verfügt über das Herrschaftswissen, woher die Finanzierung ihrer Organisation exakt stammt und welche Aktionen damit demnächst möglich sind, deren Details bislang noch nicht in die Öffentlichkeit gelangen dürfen.
  • Zwei Firmenchefs verhandeln miteinander über einen wichtigen Deal. Nur sie kennen dessen Details genau. Der Deal wird die Stellung ihrer jeweiligen Unternehmen am Markt und vielleicht auch an der Börse beeinflussen. Daher müssen sie ihr Herrschaftswissen bis zum Abschluss und oft auch darüber hinaus für sich behalten.

Herrschaftswissen und Geheimpolitik

Mit Herrschaftswissen ist Geheimpolitik möglich, umgekehrt funktioniert Geheimpolitik nur mit Herrschaftswissen. Das geht sogar aus dem Begriff der Arkanpolitik (= Geheimpolitik) hervor, der sich vom lateinischen Arcana Imperii für „Geheimniss der Herrschenden“ ableitet. Diese Politik findet unter Ausschluss niederer Ränge und selbstverständlich der Öffentlichkeit statt.

Für Geheimpolitik kann es gute, sogar moralische Gründe geben, dennoch ist sie in Demokratien verpönt, wenngleich nicht auszuschließen. Der regierende Souverän kann damit immerhin seine Macht festigen. Ein Beispiel für Geheimpolitik in einem demokratischen Staat lieferte der österreichische Bundeskanzler a.D. Sebastian Kurz, der sich insgeheim geschönte Meinungsumfragen erkaufte und gegen den die Wiener Staatsanwalt ab 2021 aus diesen und weiteren Gründen Korruptionsermittlungen einleitete. Vermutungen zu Geheimpolitik gibt es viele, doch in den meisten Fällen bleiben es Vermutungen, weil diese Politik schließlich geheim praktiziert wird.

Geheimpolitik ist sogar ein staatsrechtlicher Begriff der beginnenden Neuzeit, es gab sie aber immer. Erwähnt wird sie unter anderem vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus (58 – 120), Niccolò Machiavelli (1469 – 1527) griff sie in seiner ratio status auf. Aus der Geheimpolitik resultieren Geheimverträge, so die Zusatzprotolle zum Molotow-Ribbentrop-Pakt (Nichtangriffspakt von 1939 zwischen Nazideutschland und der Sowjetunion mit dem Zusatz, wie Polen zwischen den beiden Mächten aufzuteilen sei), der Globke-Plan von Konrad Adenauer, mit dem dieser 1958 durch seinen Staatssekretär Hans Globke Möglichkeiten der deutschen Wiedervereinigung skizzieren ließ, oder auch die geheimen Reichssachen der NSDAP, welche Pläne zur Vernichtung der Juden, Sinti, Roma und Anstaltspatienten enthielten.

Der italienische Rechtsphilosoph Norberto Bobbio (1909 – 2004) war der Auffassung, dass eine verselbständigte Bürokratie das Herrschaftswissen und die Geheimpolitik fördert. Eine ähnliche These verarbeitete Franz Kafka in seinem Roman „Das Schloss“ von 1922. Nach Bobbio wächst in einer verselbstständigten Bürokratie der Wirkungsraum der „arcana imperii“ ganz einfach deshalb, weil sich die im bürokratischen Dschungel verborgenen Informationen der Transparenz und damit der öffentlichen Wahrnehmung entziehen.

Niemand außer den Herrschenden hat die Ressourcen, sie zusammenzuführen und zu deuten. Damit bleiben sie oft selbst ohne vorsätzliche Geheimhaltung dennoch geheim. Wo jemand den Versuch der Aufdeckung unternimmt, interessiert sich die Öffentlichkeit vielfach nicht für die bürokratisch aufgeblasenen und verworrenen Informationen. Hierzu lieferte der deutsche Fernsehmoderator Jan Böhmermann (ZDF Magazin Royal) im Oktober 2022 ein eindrucksvolles Beispiel: Er ließ von Informanten möglicherweise aus dem Hessischen Verfassungsschutz die als geheim eingestuften NSU-Akten besorgen und veröffentlichen. Wer sie sich durchliest, gibt alsbald auf, zumal sie dem Laien kaum spektakuläre Informationen bieten. Sie enthalten aber echtes Herrschaftswissen.

Herrschaftswissen in demokratischen Gesellschaften

Die Frage, ob es in demokratischen Gesellschaften Herrschaftswissen und Geheimpolitik gibt, ist umstritten. Die Beispiel der Korruptionsaffäre um Sebastian Kurz und der NSU-Akten scheinen zu belegen, dass Demokratien mit diesen Phänomen leben müssen. Es existiert auch die Auffassung, dass diese in Diktaturen viel stärker verbreitet sind und es in Demokration höchstens Versuche des Staates gibt, die Demokratie zu unterhöhlen, dass die Demokratie aber am Ende trotz einzelner Auswüchse siegt. Diesen Optimismus teilen auch nüchterne Beobachter nicht immer. Als bedenklich gilt beispielsweise der Umgang mehrerer Staaten (USA, Schweden, Großbritannien, Ecuador) mit dem Wikileaks-Gründer Julian Assange, der mit seiner Plattform Herrschaftswissen aufgedeckt und sich damit mächtige Feinde gemacht hatte. Ihm droht in den USA eine Haftstrafe von bis zu 175 Jahren.

Philosophischer Ansatz von Max Scheler zum Herrschaftswissen

Der deutsche Philosophie Max Scheler (1874 – 1928) ordnete Herrschaftswissen in eine von drei höchsten Wissensformen ein. Die anderen beiden sind nach seiner Meinung das Bildung- und das Heils- bzw. Erlösungswissen. Scheler konnotiert allerdings Herrschaft auch mit der Beherrschung der inneren menschlichen Natur, wie sie in Asien gut entwickelt ist. Die Dominanz einer nach außen gerichteten Herrschaft unter Verwendung von Herrschaftswissen bezeichnet Scheler als europäisches Kulturdefizit. Seiner Auffassung nach soll zwischen beiden Formen des Herrschaftswissens ein Ausgleich stattfinden.

Herrschaftswissen in der Wissenschaft

Die Wissenschaftsforschung bezeichnet dasjenige Wissen, das aus einer „Herrschaftswissenschaft“ stammt, als Herrschaftswissen. Herrschaftswissenschaften stabilisieren den politischen und gesellschaftlichen Status quo. Dazu zählen unter anderem die Rechts- und die Wirtschaftswissenschaften. Oppositionswissenschaften wie die Soziologie generieren im Gegensatz dazu Wissen, das die Gesellschaft und den Staat destabilisieren kann.

Die Pädagogik betrachtet das sogenannte „Verfügungswissen“ als Herrschaftswissen. Es vermittelt Kausalitäten und Methoden, womit es im Gegensatz zum Orientierungswissen steht, das moralischen Werte vermittelt. Die Soziologie bezeichnet Herrschaftswissen als Elitewissen mit hohem Missbrauchspotenzial.

Kiew, Kyiv oder Kyjiw? Name der ukrainischen Hauptstadt


Das ukrainische Alphabet ist eine Variante des kyrillischen. Kyrillisch ist eine Buchstabenschrift, die vor allem in ost- und südslawischen Sprachen in Europa und in Asien verwendet wird. Dazu zählen in Europa etwa Belarussisch, Bulgarisch, Serbisch, Russisch oder Ukrainisch, in Asien Kasachisch, Tschetschenisch, Uigurisch oder Mongolisch.

Damit die ukrainischen Städtenamen auch von Menschen ausgesprochen werden können, die aus anderen, beispielsweise westeuropäischen Sprachgebieten stammen, braucht es eine Umschrift. Dazu werden die kyrillischen in lateinische Buchstaben umgeschrieben. Aus der ukrainisch-kyrillischen Schreibweise ergibt sich also eine spezifische Umschrift. Insofern gibt es aus ukrainischer Sicht nur eine einzige internationale Schreibweise für ihre Hauptstadt, sie lautet Kyiv.

Kyiv Not Kiev

Bis zur Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 wurde international für die Hauptstadt der Ukraine die englische Schreibweise Kiev verwendet. Sie beruhte ebenso wie die noch heute in Deutschland verwendete Schreibweise Kiew auf dem russischen kyrillischen Alphabet. Es handelt sich bei der englischen sowie deutschen Schreibweise um die Transkription des Hauptstadtnamens aus der russischen in die lateinische Schrift. Erst seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 findet sich auch in der deutschen Medienlandschaft die aus dem Ukrainischen transkribierte Schreibweise Kyiw (englisch: Kyiv).

2018 gab es eine Online-Kampagne des Außenministeriums der Ukraine: KyivNotKiev. Mit ihr sollte die Umbenennung des Hauptstadtnamens vorangetrieben werden. „Kyiv“ (deutsch: „Kyiw“) beruht auf der ukrainischen Schreibweise und wird deswegen forciert. „Kiev“ (deutsch: Kiew) hingegen beruht auf der russischen kyrillischen Schrift und wird von der Ukraine nicht mehr akzeptiert. Die internationalen, englischsprachigen Medien verwenden seither den ukrainischen Namen Kyiv.

„Kiew“ ist die russische Schreibweise

Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 wurde die Ukraine unabhängig und ihre Souveränität wurde international anerkannt. Von großer Bedeutung war in diesem Zusammenhang nicht nur die klare Grenzziehung im geografischen Sinn, sondern auch in der Sprache. Aus Sicht der Ukrainer symbolisiert Kiew bzw. Kiev eine pro-russische Haltung.

Die Stadt wurde im fünften Jahrhundert gegründet und heißt in der ukrainischen Sprache Kyjiw. Sie war die Hauptstadt des altslawischen Staats „Kiewer Rus“, aus dem später das russische Reich hervorging. Aus diesem Grund wird Kyiw in den russischen Geschichtsbüchern als die „Mutter aller russischen Städte“ angesehen – und die Ukraine von Russland nicht als souveräner Staat anerkannt.

Die Ukraine wurde jahrhundertelang russifiziert und Russisch war die dominierende Sprache. Ukrainisch als Sprache überlebte nur in der Westukraine, wurde aber mit der Unabhängigkeit zur Staatssprache erklärt. Ukrainisch und Russisch unterscheiden sich in etwa so wie Niederländisch und Deutsch. Viele Ukrainer sprechen russisch und müssen ukrainisch erst noch lernen. Seit der Unabhängigkeit 1991 durchläuft die Ukraine einen „Ukrainisierungsprozess“, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

Namen der Hauptstadt der Ukraine

Kyjiw (Transkription aus dem Ukrainischen im deutschsprachigen Raum)
Kyiw (Transliteration aus dem Ukrainischen im deutschsprachigen Raum)
Kyjiv (Transkription aus dem Ukrainischen im englischsprachigen Raum)
Kyiv (Transliteration aus dem Ukrainischen im englischsprachigen Raum)
Kiew (Transkription aus dem Russischen im deutschsprachigen Raum)
Kiev (Transkription aus dem Russischen im englischsprachigen Raum)

Wie und weshalb entstand das kyrillische Alphabet?

Um das Jahr 863 herum entwarf der byzantinische Mönch Kyrill von Saloniki das sogenannte glagolitische Alphabet, basierend auf den griechischen, kaukasischen und semitischen Schriftsystemen. Die neue Schrift wurden später nach Kyrill benannt. Ihre „Erfindung“ war notwendig, um die slawische Sprache abbilden zu können. Hintergrund dieser Maßnahme war der Wunsch nach einer eigenständigen, unabhängigen Schrift, die die Eigenständigkeit der slawischen Völker widerspiegelte.

Schrift und Sprache haben identitätsstiftende und limitische, also abgrenzende Funktionen. Es ging bei der Entwicklung des neuen Alphabets um kulturelle Eigenständigkeit, um Selbstidentifikation und um das Recht auf Selbstbestimmung. All dies trifft auch heute noch zu, wenn es um Schrift, Sprache und Bezeichnungen geht, weshalb die Umschrift des Namens der Hauptstadt für das ukrainische Volk von außerordentlicher Bedeutung ist.

Transliteration oder Transkription

Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Arten, fremde Schriftzeichen in eine lateinische Umschrift zu bringen, entweder über die Transliteration oder über die Transkription. Beide Formen des Umschreibens bzw. Übertragens einer fremden Sprache in die einheimische, haben Vor- und Nachteile.

Transliteration

Eine Transliteration bildet die ursprüngliche Schreibweise buchstabengetreu ab. Jeder ukrainisch-kyrillische Buchstabe wird als lateinischer Buchstabe eins zu eins wiedergegeben. Bei der Transliteration geht es darum, den zu übersetzenden Text so präzise wie möglich wiederzugeben. Würde die lateinische Umschrift eines solchen Textes umgekehrt wieder zurück ins Kyrillische umgeschrieben werden, könnte der Originaltext sehr exakt rekonstruiert werden.

Der Nachteil einer Transliteration liegt darin, dass das umgeschriebene Wort vermutlich nicht richtig ausgesprochen werden kann. Bestimmte Konsonantenfolgen müssen durch Vokale ergänzt werden, damit sie für Nicht-Muttersprachler aussprechbar werden. Ein Deutscher verwendet dann aber vermutlich andere Vokale als beispielsweise ein Italiener oder Franzose. Die Aussprache ist dann jeweils unterschiedlich und entspricht eher nicht der Aussprache eines Ukrainers.

Transkription

Anders verhält es sich bei einer Transkription. Hierbei geht es um die Aussprache. Der ursprüngliche, ukrainische Text wird so transkribiert und mit lateinischen Buchstaben abgebildet, dass er beim Aussprechen etwa so klingt wie in der Originalsprache. Akustisch wahrgenommenes Ukrainisch wird mittels des lateinischen Schriftsystems so „aufgezeichnet“, dass es in der jeweiligen Landessprache aussprechbar wird.

Das hat zur Folge, dass ein Wort, das aus dem ukrainischen kyrillischen Alphabet ins Deutsche transkribiert wurde, anders geschrieben wird, wie wenn es beispielsweise ins Französische oder Italienische übertragen wurde. Sprechen Deutsche, Franzosen und Italiener aber das Wort in ihrer jeweiligen Muttersprache aus, klingt es bei allen in etwa so, wie es ein Ukrainer aussprechen würde. Die Folge ist allerdings, dass ein transkribierter Text, der zurück in die Ursprungssprache umgeschrieben werden würde, nicht mehr lesbar wäre. Die lateinischen Buchstaben würden keine sinnvollen kyrillischen Wörter ergeben.

Die internationale Normierung der Umschrift

Die Transliteration wird in wissenschaftlichen Zusammenhängen bevorzugt. Hier geht es um Exaktheit und eventuelle Rekonstruierbarkeit. Der Leserschaft bzw. den Experten oder interessierten Laien wird zugetraut, fremdartige Bezeichnungen verwenden, verstehen und einordnen zu können. Die Transliteration der kyrillischen durch lateinische Zeichen wurde 1962 genormt (die internationale Norm ist ISO R9 und die davon abgeleitete deutsche Norm ist DIN1460). Sie ordnet einem kyrillischen einen oder zwei lateinische Buchstaben zu.

Transkribiert hingegen wird vor allem in den Medien. Die Texte sollen lesbar sein. Hier geht es darum, die Leserschaft bzw. die Allgemeinheit nicht zu überfordern und ihr fremde Namen und Bezeichnungen so nahe zu bringen, dass sie sie aussprechen und verstehen können.

Die ukrainische Normierung der Umschrift

Das offizielle Transliterationssystem der Ukraine ist das „National 1996“. Es wird von der Ukraine selbst verwendet, wenn es um internationale Außenbeziehungen geht, beispielsweise bei den Vereinten Nationen. Der Standard National 1996 zur Umschrift betrifft vor allem die geografischen Namen, die noch lange nach dem Zerfall der Sowjetunion und trotz der daraus folgenden Souveränität der Ukraine international nur mit ihren russischen Ortsnamen verwendet wurden.

Was bedeutet „unipolare Weltordnung“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Eine unipolare Weltordnung wird von einem Staat bzw. einer Ordnungsmacht dominiert. Letztere könnte auch ein Staatenbund sein.

Was bedeutet „unipolare Weltordnung“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Kritiker bemängeln an diesem Begriff, dass er eher ein Konstrukt sei, weil es in Wahrheit noch nie einen Staat gab, der ernsthaft die ganze Welt dominieren konnte. Befürworter dieses Modells verweisen auf die Dominanz der USA seit 1990 und die vorherige multipolare Weltordnung, in der sich der West- und der Ostblock gegenüberstanden.

Auch die gegenwärtigen Spannungen zwischen den USA und China etwa seit 2020 werden als Vorstufe zu einer neuen bipolaren Weltordnung interpretiert. Die politische Forschung warnt vor einer unipolaren Weltordnung, weil diese zu starken internationalen Spannungen führt. Stattdessen sollte es immer mehrere Machtblöcke geben, also idealerweise eine multipolare Weltordnung. Aber auch eine bipolare Weltordnung würde demnach für mehr Stabilität als eine unipolare Welt sorgen.

Wann gab es jemals eine unipolare Weltordnung?

Wenn es sie wirklich jemals gab und wenn Europa und Vorderasien als Welt im heutigen Sinne betrachtet würden, könnte man die Zeit des Römisches Reiches zwischen 200 v. Chr. bis 480 n. Chr. als unipolare Weltordnung betrachten. Nach heutigem Verständnis stimmt das aber nicht, denn es gab damals gleichzeitig mit China im Osten und den Inka- und Aztekenreichen auf dem südamerikanischen Kontinent andere starke Mächte. Sie hatten nur nichts miteinander zu tun.

Ab etwa 1990 hatten dann mit der endgültigen Auflösung des Ostblock die USA ihren unipolaren Moment. Die kommunistische Bürokratie in Moskau hatte unter Michael Gorbatschow bewusst die Sowjetunion aufgelöst. Im Januar 1991 führten die USA ihren ersten Interventionskrieg am Persischen Golf, bei dem sie über 500.000 Soldaten einsetzten. Zum Vergleich: Am Krieg im Irak ab 2003 nahmen nur rund 250.000 US-Soldaten teil. Fortan galten die USA als entscheidende internationale Ordnungsmacht auch bei den Balkankriegen der 1990er Jahre und bei vielen anderen regionalen Konflikten.

Der Westen verließ sich auf die amerikanischen Verbündeten unter sträflicher Vernachlässigung der eigenen Verteidigungsbereitschaft, andere Staaten wie China fürchteten sie, islamistische Terroristen bekämpften sie. Kritiker aus dem linken Spektrum interpretieren die Hinwendung der USA zum Unilateralismus als Reaktion auf den eigenen wirtschaftlichen Niedergang seit den 1970er Jahren, denn die europäischen Volkswirtschaften und Japan hatten inzwischen die USA in mehrfacher Hinsicht überholt. Die These ist gar nicht so weit hergeholt, denn am Persischen Golf ging es sehr stark um die Interessen von US-amerikanischen Ölkonzernen: Der Irak gehört zu den wichtigsten Ölförderregionen der Welt. Relativ unverhohlen drohte der US-Präsident Präsident George W. Bush damals auch westlichen Staaten mit einer Vorherrschaft der USA auf dem Energiesektor. Er sprach von „Überzeugungskraft … und harmonischeren Handelsbeziehungen“ infolge der US-Interventionen im Irak.

Das Ende der unipolaren Weltordnung

Schon in den späten 2010er Jahren räumten mehrere US-Außenpolitiker ein, dass sich die unipolare Weltordnung unter Führung der USA ihrem Ende zuneige. Publizisten folgten dieser Auffassung gern. So merkte der rechtsgerichtete Millionär und CNN-Kommentator Fareed Zakaria im Jahr 2018 an, dass die USA schon seit den 1920er Jahren gern zur führenden Weltmacht aufgestiegen wären, doch erst ab 1990er hierfür eine ernsthafte Chance gehabt hätten.

Leider sei ihr unipolarer Moment aber zeitgeschichtlich nur kurz ausgefallen. Die wachsende Konkurrenz durch Russland und China werde die Welt wieder wahlweise in eine bi- oder multipolare Ordnung zurückführen. Als Ursache für den Rückgang der US-amerikanischen Dominanz machte er die stagnierende Produktivität in den USA, die dortige schlechte Arbeitsmoral und steigende Ansprüche gegenüber dem Sozialstaat aus.

Um die Kosten dieser Entwicklungen zu tragen, fahre der Staat leider seine Verteidigungsausgaben zurück. Damit könne er nicht mehr als unipolare Ordnungsmacht auftreten. Zu diesem Zeitpunkt waren das Debakel der USA und ihrer westlichen Verbündeten 2021 in Afghanistan und erst recht der Ukraine-Krieg ab 2022 noch längst nicht absehbar. Nach Meinung einiger Beobachter markieren die beiden letztgenannten Ereignisse das endgültige Ende der jüngsten unipolaren Weltordnung unter Führung der USA.

Frühere und künftige Weltordnungen

Eine relativ gut funktionierende multipolare Weltordnung gab es nach dem Westfälischen Frieden von 1648. Sie hielt bis bis 1945, dann bildeten sich der Ost- und der Westblock. Es entstand die bis 1990 andauernde bipolare Weltordnung. Zwar gab es auch zwischen 1648 bis 1945 viele Kriege, mit denen die Staaten einen Machtausgleich anstrebten, doch sie blieben regional begrenzt und uferten nicht aus. Daneben gab es auch relativ lange friedliche Perioden. Hierfür wurden Regeln und Prinzipien ausgehandelt, so etwa auf dem Wiener Kongress 1814/15, an welche sich die Staaten sehr lange hielten.

Der Begründer des Neorealismus Kenneth Waltz glaubt, dass eine bipolare Weltordnung für den längsten Frieden sorgt, wenn sich in ihr zwei besonders mächtige Staaten gegenüberstehen. Ein Grund dafür soll sein, dass diese Weltordnung besonders übersichtlich ist und daher eher selten überraschende Entwicklungen eintreten. Der Kalte Krieg habe das immerhin empirisch bewiesen, so Waltz.

Ein multipolares System könne zu als komplex empfundenen Bedrohungen führen. Das unipolare System wiederum müssten alle Staaten mit Ausnahme des Hegemons als bedrohlich empfinden. Es gibt an dieser Auffassung auch Kritik, so etwa von William C. Wohlforth, welcher derselben Denkschule angehört. Die meisten neorealistischen Beobachter, darunter unter anderem John J. Mearsheimer, glauben an eine multipolare Weltordnung spätestens ab 2030 bis 2040. Hauptakteure könnten die USA, China, die EU mit eigenem militärischen Potenzial und möglicherweise Japan sein. Doch auch ein Staat wie Brasilien oder Staatenallianzen in Südamerika, Afrika und Asien könnten verstärkt in die Weltpolitik drängen.

Was ist die lying flat / Tang Ping Bewegung? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Tang Ping Bewegung (躺平, auch nach der chinesischen Übersetzung lying flat genannt) ist gleichzeitig eine soziale Protestbewegung und ein neuer Lifestyle in China. Sie wurde zuerst im April 2021 beobachtet. Ihre Anhänger lehnen den typischen chinesischen Überlastungsdruck im Berufsleben ab und entscheiden sich stattdessen für ein minimalistisches, aber entspannteres Leben. Sich flach hinlegen ist eine Metapher für diese Haltung.

Was ist die lying flat / Tang Ping Bewegung? Bedeutung, Definition, Erklärung

In China praktizieren etliche Unternehmen ein 996-Stunden-Arbeitssystem (996-工作制), das von den Beschäftigten wie ein Rattenrennen mit immer weniger Ergebnis empfunden wird, das es in der Tat auch ist. Die Mitarbeitenden arbeiten rund 14 Wochen lang an sechs Tagen pro Woche zwischen 09:00 und 21:00 Uhr, mithin regulär 72 Stunden pro Woche, was abzüglich einiger Pausen zu 996 Arbeitsstunden während dieser Phase führt.

Vor allem chinesische Internetfirmen praktizieren dieses System, das auch in China selbst auf scharfe Kritik stößt und nicht durch das chinesische Arbeitsrecht gedeckt ist. Schon 2019 startete auf GitHub ein Protest dagegen, wenig später anerkannte eine offizielle chinesische Studie die Existenz dieses Systems und bezeichnete es als exzessive Arbeitskultur.

Allerdings gibt es in China wie auch in anderen asiatischen Staaten eine lange Tradition, die Beschäftigten mit endlosen Überstunden zu überlasten. Dies führt zu körperlichen und psychischen Beschwerden. Schon im Jahr 2013 stellte die staatliche chinesische Publikation People’s Daily fest, dass in der chinesischen IT-Branche 98,8 % aller Beschäftigten über gesundheitliche Probleme infolge beruflicher Überlastung klagen.

Es kommt zu zahlreichen Todesfällen infolge von Suizid und Unfällen. Dabei fußt die moderne Sklaverei in China sogar auf der konfuzianischen Kultur des Gehorsams. Das chinesische Arbeitsrecht sieht jedoch eine durchschnittliche 44-Stunden-Woche vor, wobei Überstunden selbstverständlich wie überall auf der Welt erlaubt sind. Sie sind aber auf drei Stunden täglich limitiert, und dies auch nur bei besonderen Anforderungen des Unternehmens. Das Monatslimit liegt bei 36 Stunden.

Beim 996-System sind es in der betreffenden Phase rund 120 Stunden pro Monat mehr. Die Überstunden werden wie in anderen Staaten höher vergütet (in China: mit mindestens 150 % des regulären Lohnes), doch darauf legen die überforderten Beschäftigten immer seltener Wert. Sie wünschen sich stattdessen mehr Freizeit.

Wie wird Tang Ping / lying flat praktiziert?

Die Anhänger von Tang Ping gehen nicht in einen Park und legen sich auf den Boden, jedenfalls sind entsprechende Beobachtungen nicht bekannt. Sie nehmen stattdessen eine gleichgültigere Haltung zum Leben an und dabei auch erhebliche Verluste in Kauf. Auf dem chinesischen Arbeitsmarkt gibt es noch nicht so viele lukrative Jobs, dass Mitarbeitende einfach zu einer anderen Firma mit besseren Arbeitsbedingungen wechseln können. Sie finden sich dann häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen wieder.

Tang Ping ist aber auch ein Lifestyle, der ganz allgemein die chinesische Gesellschaft erfasst hat und von einigen Beobachtern als eine Art verspätete Hippie-Bewegung betrachtet wird. Im Grunde würde sie sogar in die Zeit passen: Die westliche Hippie-Bewegung fand während des Wirtschaftsbooms ab den 1960er Jahren statt. Einen ähnlichen Boom erlebt gerade China, nur mit einem halben Jahrhundert Verspätung.

Bedeutung von Tang Ping / lying flat

Nach Auffassung des Schriftstellers Liao Zenghu ist Tang Ping eine Widerstandsbewegung mit latentem politischem Anstrich, nach Auffassung der New York Times gehört es zu einer sich neu bildenden chinesischen Gegenkultur. Die US-amerikanischen Autoren ziehen noch ganz andere, sehr moderne Parallelen: Sie vergleichen Tang Ping mit der Great Resignation in Nordamerika, also einer Kündigungswelle vonseiten der Beschäftigten, die ebenfalls über Arbeitsüberlastung klagen. In diesem Sinne wäre das chinesische Pendant relativ unpolitisch zu deuten und nur ein Zeichen der global überhitzten Arbeitswelt, auch wenn die nordamerikanischen nicht mit den chinesischen Verhältnissen zu vergleichen sind.

Aus Japan wurden Suizide wegen Arbeitsüberlastung schon in den frühen 2000er Jahren gemeldet. Tang Ping steht international aber mehr im Fokus. Das National Language-Resources Monitoring and Research-Center des chinesischen Bildungsministeriums hat zu dem Phänomen Untersuchungen angestellt und das Wort Tang Ping im Jahr 2021 unter den zehn beliebtesten Memes im chinesischen Internet gelistet. Die chinesische Suchmaschine Sogou führt das Wort sogar auf Platz 1 der trendigsten Memes im Jahr 2021.

Abgrenzung zu verwandten Bewegungen

Der Vergleich mit der US-amerikanischen Hippie-Bewegung ist unzulänglich, denn im Gegensatz zu den Hippies fallen Anhänger von Tang Ping in der Öffentlichkeit kaum auf und geben auch keine esoterischen Statements ab. Sie reduzieren nur ihr Arbeitspensum und sind dann gezwungen, minimalistisch zu leben. Ein weiterer Vergleich könnte mit den japanischen Hikikomori angestellt werden. Diese isolieren sich sozial für mindestens sechs Monate und manchmal über Jahre (aus ähnlichen Gründen wie die Chinesen), doch die chinesischen Überstundenverweigerer ziehen sich sozial nicht zurück. Sie reduzieren nur drastisch ihre beruflichen und damit auch finanziellen Ambitionen.

Trotz abgesenkter Lebensziele arbeiten sie aber überwiegend weiter für ihren eigenen Lebensunterhalt. Ihre Prämisse lautet fortan, ihre eigenen Bedürfnisse über ein etwas besseres Einkommen zu stellen. Die Bewegung Tang Ping hat offenkundig im Jahr 2022 das silent cessation (in etwa: stilles Aufhören) in den USA inspiriert. (Siehe: Quiet Quitting) Damit reagieren US-Arbeitnehmer*innen auf einen zu hohen Arbeitsdruck, indem sie nur noch die nötigsten Arbeiten erledigen und keinerlei Eigeninitiative mehr ergreifen. Sie bleiben aber in der Firma. In Deutschland ist dieses Verhalten schon länger als innere Kündigung oder Dienst nach Vorschrift bekannt.

In China gibt es noch eine weitere mit Tang Ping verwandte Bewegung namens Bai Lan (摆烂), das so viel wie „lass es verrotten“ bedeutet. Damit ist gemeint, dass die Protagonisten die Verschlechterung einer Situation aktiv annehmen und keinerlei Versuche unternehmen, den negativen Trend umzukehren.

Wann ist Tang Ping entstanden?

Obwohl darüber erst im Frühjahr 2021 berichtet wurde, soll die Bewegung bemerkenswerterweise etwa Anfang 2020 kurz nach dem Ausbruch der Coronapandemie entstanden sein. Möglicherweise verschärften zu diesem Zeitpunkt chinesische Firmen auf ihre Mitarbeitenden, die pandemiebedingt ins Homeoffice gezwungen wurden, den Arbeitsdruck, weil sie im Büro nicht mehr zu überwachen waren.

Der erste Publizist, der sich im Netz zu Tang Ping äußerte, soll der 26-jährige Programmierer Luo Huazhong gewesen sein, der dazu im Onlineforum Baidu Tieba etwa geschrieben hatte. Er hatte seinen Job gekündigt, war dann mit dem Fahrrad zunächst 2.100 km nach Tibet und danach in seine Heimat gefahren und schlägt sich jetzt mit Gelegenheitsjobs für rund 60 US-Dollar monatlich durch.

Programmierer verdienen in China rund 1.000 Dollar monatlich, bei den beschriebenen Überstunden auch deutlich mehr. Luo Huazhong liest in seiner Freizeit philosophische Schriften und hat seine Ernährung auf zwei Mahlzeiten pro Tag reduziert. Er wohnt in einem winzigen Zimmer bei Verwandten. Wahrscheinlich deshalb vergleicht er sich gern mit Diogenes in seiner Tonne.

Warum hassen Babys anziehen? Wie geht Anziehen ohne Geschrei? Erklärung


Oft ist es gar nicht so einfach, ein Baby zum Spazierengehen zu bewegen, da es sich nur ungern anziehen lässt. Das Neugeborene ist gestresst, weil es ihm zu lange dauert und beginnt zu weinen.

Hier einige Tipps, wie man dem Baby die Kleidung absolut stressfrei anziehen kann.

Babykleidung ohne Geschrei anziehen

Besonders an kalten Tagen brauchen die Kleinen warme Kleidung wie Mütze, Handschuhe und Schneeanzug. Da den Babys das Anziehen meist zu lange dauert und sie das Prozedere als reine Tortur empfinden, wird das den Eltern zu viel und der Spaziergang fällt ins Wasser.

Ist die Babykleidung jedoch praktisch und kennt man die richtigen Griffe, hat das Baby gleich weniger Stress und es wird für beide angenehmer.

Wesentliches in Kürze:

  • Beim Anziehen des Babys sollte man sich Zeit lassen. Eine beruhigende Stimme und sanfte Berührungen wirken wahre Wunder.
  • Ist die Babykleidung praktisch, wird Stress automatisch vorgebeugt. Strampler und Bodys wären perfekt, da man diese nicht über das Köpfchen streifen muss.
  • Für das Ankleide-Ritual sollte der ideale Zeitpunkt gewählt werden. Ist das Kind hungrig oder müde, wird es kaum geduldig sein.

Stets die Ruhe bewahren

Es ist nicht unmöglich, den Eltern und dem Baby das Anziehen angenehmer zu gestalten. Eltern denken häufig, das Baby in Eile anziehen zu müssen.

Doch hierbei geht es nicht darum, einfach einen Zweck zu erfüllen. Viel mehr können Eltern dem Nachwuchs dabei Liebe, Geborgenheit und Feinfühligkeit vermitteln.

Geht man feinfühlig auf die Bedürfnisse des Nachwuchses ein und bewahrt Ruhe, reagiert das Kind gleich viel empfänglicher.

So funktioniert ein stressfreier Wechsel der Babykleidung

1. Mit dem Nachwuchs sprechen

Babys sind selbstverständlich noch nicht in der Lage zu verstehen, was Papa oder Mama ihnen sagen möchte. Doch redet man ihnen gut zu, in dem man das Anziehen beispielsweise beschreibt, haben die Worte trotzdem einen beruhigenden Effekt. Die Babys spüren die Feinfühligkeit der Eltern.

2. Das Baby nicht zu oft Umziehen

Ganz oft ist es gar nicht unbedingt nötig, das Kind umzuziehen. Hat die Kleidung zum Beispiel nur einen kleinen Fleck, kann man den Kleidungswechsel auch mal ausfallen lassen. Wird das Baby schlafen gelegt, muss man es auch nicht zwangsläufig umziehen, sondern kann ruhigen Gewissens bis zum nächsten Tag warten.

3. Den passenden Zeitpunkt abpassen

Hat das Kind noch nicht gegessen und geschlafen, wird es sich wahrscheinlich nicht ganz stressfrei anziehen lassen. Wurde das Baby jedoch gestillt und hat ein wenig geruht, wird auch das An- oder Umziehen viel entspannter ausfallen.

So zieht man dem Baby die Kleidung richtig an

Pullover und Mütze:

Von Zeit zu Zeit schreien Babys auch, wenn man ihnen eine Mütze oder einen Pullover anziehen möchte. Viele Eltern bemerken nicht, dass der Kopf des Babys dabei nach hinten gedrückt wird, wenn man die Kleidung vom Gesicht über den Kopf anzieht. Das könnte dem Nachwuchs Schmerzen bereiten, da in der Halswirbelsäule Druck entsteht.

Dies gelingt um einiges besser, wenn der Kopf des Babys von dem Elternteil mit zwei Händen angehoben und der Pullover unter den Kopf gelegt wird. Danach legt man den Kopf in den Ausschnitt. Jetzt kann man den Pullover über das Hinterköpfchen, die Stirn und dann über das Gesicht anziehen.

Das Gleiche gilt auch für die Mütze. Einfach hinten beginnen und anschließend über das Köpfchen schieben.

Hosenbeine und Ärmel

Schon weniger problematisch lassen sich Strumpfhosen und Hosen über die Beine und Ärmel über die Arme ziehen. Dafür werden die Kleidungsstücke im Vorfeld gerafft. Anschließend greift man mit der Hand in die Rolle, umfasst den Fuß oder die Hand des Babys und rollt die Kleidung auf dem Bein oder dem Arm des Babys ab.

Bodys

Es zählt zu den leichteren Aufgaben, dem Baby einen Wickel-Body anzuziehen. Dafür wird der Ärmel hochgekrempelt und zügig über das Ärmchen des Babys gestreift. Dann zieht man den Oberkörper des Kindes hoch in Sitzstellung, während der Rücken mit der Hand gestützt wird. Die andere Hand legt gleichzeitig das Rückenteil des Bodys um den Körper. Auf die gleiche Weise wird auch der andere Ärmel angezogen.

Dem Baby eine Pause gönnen

Wenn es ans Anziehen geht, kann es passieren, dass das gerade noch glückliche Baby plötzlich Stress aufbaut und beginnt zu schreien. Dabei will es sich nicht durchsetzen, sondern ist einfach noch nicht in der Lage, die Gefühle selbst zu regulieren. Das Baby möchte in solch einem Moment getröstet werden.

Wichtig ist, dass Eltern nicht ignorieren, wenn das Kind traurig ist und weint. So kann man beispielsweise eine kleine Pause einlegen und die Zeit nutzen, um das Baby wieder zu beruhigen.

Was ist das Egalitätsprinzip? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Gleichheitsprinzip ist Bestandteil einer Debatte rund um die Fairness und Gleichheit innerhalb einer Gesellschaft. Dabei zählt das Prinzip zu den drei wesentlichen Eckpfeilern in der Thematik. Es besagt im Kern, dass es für Menschen auf materieller Ebene keine Ungleichheit geben soll.

Was ist das Egalitätsprinzip? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Egalitätsprinzip ist ein Element der sogenannten Verteilungspolitik einer demokratischen Gesellschaft. Dabei besagt das Prinzip vordergründig, dass Güter und Einkommenswerte gerecht und im gleichen Maße zu verteilen sind, um den Wohlstand aller zu steigern. Dies ist ebenfalls unter der Bezeichnung »bedarfsorientierte Gleichheitsauffassung« bekannt.

Demzufolge sind die Abweichungen beim Einkommen nicht länger an die eigene Leistung gekoppelt. Stattdessen sind unterschiedliche Vermögenswerte, wie sie beispielsweise durch ein Erbe zustandekommen, in gleichem Umfang umzuverteilen. Die Grundlage dafür stellt das sogenannte Bedarfsprinzip dar.

1. Leitlinie: Verteilungspolitik – die gerechte Verteilung von Einkommen?

Das zugrundeliegende Ziel der Verteilungspolitik besteht darin, Ungerechtigkeiten zu reduzieren. Dafür kommt das Gleichheitsprinzip, wie das Egalitätsprinzip ebenfalls genannt wird, zum Tragen. Es meint, dass alle Bürger gleichermaßen Ansprüche auf bestehende Ressourcen geltend machen können – denn sie haben das Recht dazu. Gleichzeitig besagt das Prinzip, die Berufsbilder zu beachten. Zwar ist Geichheit beim Einkommen das vorherrschende Ziel. Jedoch soll die individuelle Leistung innerhalb einer Gesellschaft ebenfalls Beachtung finden.

Das Erreichen des Existenzminimums ist dementsprechend ein grundlegendes Ziel des Gleichheitsprinzips. Ergänzend dazu zählt das Bedarfsprinzip zu den drei wesentlichen Leitbildern der Verteilungspolitik.

2. Leitlinie: Bedarfsprinzip – eine Ergänzung zum Egalitätsprinzip

Das Bedarfsprinzip korrigiert in erster Linie die Marktverteilung. Dementsprechend besteht die Sozialgesetzgebung überwiegend aus diesem Grundprinzip. Es besagt, dass ein Einkommen (beispielsweise Hartz IV im deutschen Raum) prinzipiell anhand der jeweiligen Bedürftigkeit zu bemessen ist.

Das bedeutet, ärmere Menschen erhalten demzufolge mehr Unterstützung als wohlhabendere Personengruppen. Das Prinzip ist daher vorrangig in der Existenzsicherung im Einsatz. Neben dem Egalitätsprinzip und Bedarfsprinzip ergänzt das sogenannte Leistungsprinzip als dritte Leitlinie die Verteilungspolitik.

3. Leitlinie: Leistungsprinzip – die wesentliche Grundlage in Deutschland

Während es beim Egalitätsprinzip vorwiegend um die Gleichheit beim Verteilen von Vermögen, Einkommen und Gütern geht, ist in Deutschland verstärkt das Leistungsprinzip aktiv. Es besagt im Grundsatz, dass das Einkommen auf Grundlage der Individualleistung zu ermitteln und vergeben ist. In der Praxis bedeutet dies: Wer viel arbeitet oder in gehobenen Positionen mit großer Verantwortung tätig ist, erhält dementsprechend ein höheres Entgelt als jemand, der einer qualitativ oder quantitativ minderwertigen Arbeit nachgeht.

Nachteile des Egalitätsprinzips

Der Egalitarismus widmet sich generell der Gleichheit anhand eines Bedarfs. Das heißt, schlimmstenfalls zieht das Konzept eine radikale Feindlichkeit gegenüber Leistung nach sich. Im praktischen Alltag einer modernen Gesellschaft ist das kaum realisierbar. Für das Einhalten des Gleichheitsprinzips bestünde die Voraussetzung, dass alle Menschen denselben Bedarf hätten. Da dies ein komplexes Umverteilen von Einkommen zur Folge hätte, lässt sich das Egalitätsprinzip in der Realität eher nicht umsetzen.

Zudem besteht die Problematik in der Umschichtung. Diejenigen, die über ein höheres Einkommen oder Vermögen verfügen, müssten angemessene Steuern zahlen. Das würde das Gesamteinkommen der Gesellschaft entsprechend dem Bedarf umverteilen – völlig im Sinne des Gleichheitsprinzips. Dieses Vorgehen würden die Steuerbelasteten aber kaum freiwillig erdulden. Dementsprechend nähme die Suche nach Schlupflöchern zu, um den Steuern auszuweichen.

Daneben sinkt der Anreiz für das Erzielen eines eigenen Einkommens durch Arbeit oder Leistung mit einer solchen Verteilungspolitik. Nicht zuletzt würde das Egalitätsprinzip die Preissituation negativ, was sich mit hoher Wahrscheinlichkeit gleichfalls auf produzierende Elemente auswirken würde.

Zusammenfassung: Egalitätsprinzip – zu welchem Preis?

Das sogenannte Gleichheitsprinzip ist Teil der Verteilungspolitik in einer demokratischen Gesellschaft. Es ist eines der drei Leitlinien, die für mehr Gerechtigkeit sorgen sollen:

1. Egalitätsprinzip (oder Gleichheitsprinzip)
2. Bedarfsprinzip
3. Leistungsprinzip

In Deutschland findet vordergründig die dritte Leitlinie Anwendung. Das bemessene Einkommen wird anhand von quantitativen und qualitativen Leistungen verteilt. Das bedeutet im Wesentlichen: Wer viel arbeitet und leistet, erhält unter dem Strich mehr Gehalt. Obwohl das Egalitätsprinzip den Anspruch von Gleichheit verfolgt, um den Wohlstand der Gesellschaft gesamtheitlich zu stärken, ist es in der modernen Welt kaum vollständig umsetzbar.

Die negativen Seiten von absoluter Gleichheit beim Einkommen, Vermögen und der Güterverteilung, überwiegen in der modernen Zeit. Denn es hätte unweigerlich ungünstige Effekte auf Preise und Produktionen. Gleichzeitig würden die Wohlhabenderen nach Möglichkeiten suchen, den nötigen Steuern für die Umverteilung zu entgehen.

Was ist das Subsidiaritätsprinzip? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit und der Subsidiarität bestimmen die Anwendung der Zuständigkeit der Europäischen Union. In den Fällen, die nicht in die exklusive Zuständigkeit der EU gehören, zielt das Subsidiaritätsprinzip darauf ab, die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit der Mitgliedstaaten zu schützen, und legitimiert ein Eingreifen der Union, wenn die mit einer Maßnahme verfolgten Ziele auf Ebene der Mitgliedstaaten nicht ausreichend erreicht werden können und „daher wegen des Umfangs oder der Wirkungen der geplanten Maßnahme“ besser auf Unionsebene zu erreichen sind. Die Aufnahme dieses Grundsatzes in die Gründungsverträge zielt also darauf ab, die Ausübung der Befugnisse so bürgernah wie möglich zu gestalten.

Was ist das Subsidiaritätsprinzip? Bedeutung, Definition, Erklärung

Sinn und Zweck des Prinzips der Subsidiarität besteht im Allgemeinen darin, einer übergeordneten Instanz gegenüber einer ihr hierarchisch untergeordneten Instanz und insbesondere einer örtlichen Instanz gegenüber einer Zentralinstanz eine gewisse Unabhängigkeit zu garantieren. Es handelt sich um die genaue Verteilung der Verantwortlichkeiten zwischen den einzelnen Regierungsebenen, ein Grundprinzip, das dem institutionellen Konzept von Staaten mit einer föderalen Struktur innewohnt.

Das Prinzip der Subsidiarität dient als Maßstab für die Kontrolle der Wahrnehmung der nicht exklusiven Zuständigkeit der Union in der EU. Ein Eingreifen der Union ist ausgeschlossen, wenn ein Problem von den einzelnen Mitgliedern der Union selbst auf zentraler, regionaler oder lokaler Basis wirksam in Angriff genommen werden kann. Die Ausübung der Unionskompetenz ist nur dann legitim, wenn die Mitgliedstaaten die Ziele der vorgesehenen Maßnahme nicht ausreichend erreichen können.

Ein Tätigwerden der Unionsorgane nach dem Subsidiaritätsprinzip im Sinne von Artikel 5 Absatz 3 EUV setzt voraus, dass drei Bedingungen erfüllt sind:
a) Die Maßnahme darf nicht in die exklusive Zuständigkeit der Union fallen (nicht exklusive Zuständigkeit);
b) die Ziele der geplanten Maßnahme auf Ebene der Mitgliedstaaten nicht ausreichend erreicht werden können (Erforderlichkeit);
c) die Maßnahme kann wegen ihrer Wirkungen und ihres Umfangs besser durch ein Tätigwerden der Union erreicht werden (zusätzlicher Nutzen);

Grenzen der Zuständigkeit der Union

Das Prinzip der Subsidiarität gilt in Bereichen, die in die nicht ausschließliche, zwischen den Mitgliedstaaten und der Union geteilte Zuständigkeit fallen. Mit dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon wurden die Grenzen der der Union übertragenen Zuständigkeiten präzisiert. Im Ersten Teil des Vertrags über die Funktionsweise der Europäischen Union (2007 unterzeichnet und 2009 in Kraft getreten) werden drei Kategorien von Zuständigkeiten der Union definiert (ausschließliche, geteilte und ergänzende Zuständigkeiten) und die für die drei Zuständigkeitskategorien geltenden Bereiche aufgeführt.

Adressaten des Prinzips der Subsidiarität

Das Prinzips der Subsidiarität gilt für alle Organe der Europäischen Union und ist im Rahmen der Gesetzgebungsverfahren von besonderer praktischer Bedeutung. Der Vertrag von Lissabon hat die Aufgaben der einzelstaatlichen Parlamente und des Gerichtshofs der Europäischen Union bei der Kontrolle der Beachtung des Subsidiaritätsprinzips gestärkt. Durch die ausdrückliche Erwähnung der subnationalen Dimension des Subsidiaritätsprinzips hat der Vertrag von Lissabon auch die Funktion des Europäischen Komitees der Regionen gestärkt und den Regionalparlamenten, die über Gesetzgebungsbefugnisse verfügen, die Möglichkeit gegeben, sich nach dem Ermessen der nationalen Parlamente an dem Frühwarnmechanismus zu beteiligen.

Überwachung durch die einzelstaatlichen Parlamente

Im Sinne von Artikel 5 Absatz 3 Unterabsatz 2 und Artikel 12 Buchstabe b EUV stellen die nationalen Parlamente die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips nach dem in Protokoll Nr. 2 festgelegten Verfahren sicher. Im Rahmen dieses Mechanismus (Frühwarnsystem) hat jedes nationale Parlament bzw. jede Kammer eines nationalen Parlaments acht Wochen ab dem Zeitpunkt der Weitergabe des Entwurfs eines Gesetzgebungsakts Zeit, den Vorsitzenden des Rates, des Europäischen Parlaments und der Kommission eine begründete Stellungnahme zu übermitteln, in der sie darlegen, warum der betreffende Vorschlag ihrer Ansicht nach nicht mit dem Prinzip der Subsidiarität vereinbar ist.

Wird in der mit einer Begründung versehenen Stellungnahme die Meinung von mindestens einem Drittel der den nationalen Parlamenten zugewiesenen Stimmen zum Ausdruck gebracht, muss der Vorschlag erneut geprüft werden („gelbe Karte“). Die Institution, die den Entwurf eines Rechtsakts vorlegt, kann beschließen, ihn beizubehalten, zu ändern oder zurückzuziehen, und diese Entscheidung begründen. Bei den Texten über die polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen ist diese Obergrenze niedriger.

Wird regulären Legislativverfahrens die Vereinbarkeit eines Gesetzgebungsvorschlags mit dem Subsidiaritätsprinzip mit mindestens der einfachen Mehrheit der auf die nationalen Parlamente entfallenden Stimmen in Frage gestellt und beschließt die Kommission, ihren Vorschlag aufrechtzuerhalten, wird die Angelegenheit an den Gesetzgeber (Parlament und Rat) verwiesen, der in erster Lesung entscheidet. Ist der Gesetzgeber der Auffassung, dass der Gesetzgebungsvorschlag nicht mit dem Prinzip der Subsidiarität vereinbar ist, kann er ihn mit einer Mehrheit von 55 % der Ratsmitglieder oder mit der Mehrheit der im Europäischen Parlament abgegebenen Stimmen ablehnen („orangefarbene Karte“).

Bisher wurde dreimal das Verfahren der gelben Karte eingeleitet, während das Verfahren der orangefarbenen Karte noch nie angewendet wurde. Im Mai 2012 wurde einem Vorschlag für eine Verordnung der Kommission über die Wahrnehmung des Rechts auf Kollektivmaßnahmen im Zusammenhang mit der Niederlassungsfreiheit und dem freien Dienstleistungsverkehr („Monti II“) die erste „gelbe Karte“ gezeigt.

Insgesamt 12 der 40 nationalen Parlamente bzw. deren Kammern waren der Ansicht, dass der Inhalt des Vorschlags nicht mit dem Grundsatz der Subsidiarität vereinbar ist. Schließlich zog die Kommission ihren Vorschlag zurück, da sie der Ansicht war, dass keine Verletzung des Subsidiaritätsprinzips vorlag. Im Monat Oktober 2013 zeigten 14 nationale Parlamente in 11 EU-Mitgliedstaaten dem Verordnungsvorschlag zur Einrichtung einer Europäischen Staatsanwaltschaft eine zweite „gelbe Karte“.

Nach Prüfung der begründeten Stellungnahmen der einzelstaatlichen Parlamente beschloss die Kommission, den Vorschlag beizubehalten, da er mit dem Subsidiaritätsprinzip im Einklang steht. Eine dritte „gelbe Karte“ schließlich zeigten 14 Kammern aus 11 Mitgliedstaaten im Mai 2016 gegen den Vorschlag zur Überarbeitung der Entsenderichtlinie. Auch hier führte die Kommission ausführliche Argumente an, um ihren Vorschlag aufrechtzuerhalten, und vertrat die Auffassung, dass er nicht gegen das Subsidiaritätsprinzip verstoße, da die Frage der entsandten Arbeitnehmer per definitionem grenzüberschreitend sei.

Die Konferenz der Europaausschüsse der europäischen Parlamente ist eine nützliche Plattform für die nationalen Parlamente zum Austausch von Informationen über die Subsidiaritätskontrolle. Darüber hinaus erleichtert das Netzwerk für Subsidiaritätskontrolle (SMN), das der Europäische Ausschuss der Regionen unterhält, den Informationsaustausch zwischen regionalen und lokalen Behörden und den EU-Institutionen.

Zu den Mitgliedern des ICC gehören regionale Regierungen und Parlamente mit Gesetzgebungsbefugnissen, lokale und regionale Behörden ohne Gesetzgebungsbefugnisse und Verbände lokaler Behörden in der EU. Das Netzwerk für Subsidiaritätskontrolle steht auch den einzelstaatlichen Delegationen des Europäischen Ausschusses für Regionalpolitik und den Kammern der einzelnen Parlamente offen.

Was bedeutet der Titel „Queen Consort“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Queen Consort (dt. Königsgemahlin) ist der allgemein gültige Titel der Ehefrau des britischen Königs, die in die Familie eingeheiratet hat. Durch den Tod von Königin Elisabeth II. wurde Camilla, Ehefrau von Charles, bis dato Prinz of Wales, Queen Consort. Königin Elisabeth die II. hatte noch vor ihrem Tod geregelt, dass die Ehefrau ihres Sohnes diesen Titel erhielt. Am 6. Februar 2022, kurz vor ihrer Krönung, erklärte Elisabeth II., dass es ihr aufrichtiger Wunsch sei, das Camilla Queen Consort würde.

Anders als die Queen Regnant, wie es die 2022 verstorbene Queen Elisabeth II. war, ist Camilla kein britisches Staatsoberhaupt. Mit dem Titel sind keine staatspolitischen Rechte und Machtbefugnisse verbunden. Der Titel bezeichnet lediglich die Position an der Seite des regierenden Monarchen. Trotzdem darf Camilla auch den Ehrentitel Königin tragen, da sie die gleiche soziale Stellung wie ihr Mann Charles innehat. Zuletzt trug die Mutter der Monarchin, Queen Mum, den Titel Queen Consort. Sie wurde 102 Jahre alt (1900-2002). Bevor Camilla diesem Titel erwarb, war sie Herzogin von Cornwall.

Camilla und Charles – eine schwierige Liebesgeschichte

Prinz Charles und Camilla Parker Bowls heirateten im Jahr 2005. Für beide war es die zweite Ehe. Zwar ist es üblich, die Ehefrau eines Königs zur Königin zu krönen, doch die Frage um Camillas Titel war viele Jahre lang nicht eindeutig geklärt. Der Hauptgrund hierfür lag in den skandalumwitterten Umständen, in denen die Beziehung zwischen Charles und Camilla entstand und weitergeführt wurde. Charles hatte die die standesgemäße Diana mehr oder weniger unter Druck geheiratet. Später war bekannt geworden, dass er schon lange bevor die beiden die Ehe eingingen, ein Verhältnis mit Camilla führte.

Nach dem Prinzessin Diana, die extrem beliebte erste Ehefrau von Charles, bei einem Autounfall ums Leben kam, war die Trauer nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit riesengroß. Nicht zuletzt aufgrund der belasteten Geschichte trug Camilla nach der Eheschließung mit Charles auch nicht den Titel Prinzessin of Wales, der ihr eigentlich zugestanden hätte. Es schien ein ungeschriebenes Gesetz, dass dieser Titel mit Diana verbunden bleiben musste. Auch in anderen Punkten zeigte Camilla umsichtiges Handeln, was im Laufe der Jahre dazu führte, dass ihre Beliebtheit beim Volk stetig wuchs.

Der erstgeborene Sohn von Charles und Diana, Prinz William, führt, seitdem sein Vater König geworden ist, den Titel Prinz of Wales. Das ist der traditionelle Titel des Thronfolgers. Seine Ehefrau Katherine, genannt Kate, ist nun Prinzessin von Wales und nimmt bei den Windsors eine herausragende Stellung ein. Sie setzt das Erbe von Diana auf positivste Weise fort.

Camilla – ein bemerkenswerter Imagewandel

Als Ehebrecherin war Camilla bei den meisten Briten nicht nur unbeliebt, sie wurde vielfach richtig gehasst. Man betitelte sie mit wenig schmeichelhaften Ausdrücken wie „Pferd“, „Rottweiler“ oder „royale Schlaftablette“. Jahrelang musste sie zahlreiche Schmähungen hinnehmen.

Camilla erduldete die Ablehnung scheinbar ohne zu leiden. Sie zeigte sich Charles gegenüber weiterhin loyal und nahm ihre Pflichten in der Öffentlichkeit bescheiden und korrekt wahr. Durch dieses kluge Verhalten wurde sie mit den Jahren von der britischen Bevölkerung akzeptiert, wenn auch nicht geliebt. Die konnte sich nun auch damit abfinden, dass Camilla mit dem Übergang des Königstitels auf Charles nun selbst den Titel Queen Consort erhalten hat. Das Camilla und Charles als Ehepaar heute auch in der Öffentlichkeit geschätzt werden, kann man fast schon ein Wunder nennen. In den ersten Jahren nach Dianas Tod, die die ganze Welt beinahe wie eine Göttin verehrt hatte, wäre das undenkbar gewesen.

Warum ist der Fliegenpilz ein Glückssymbol? Erklärung


Von August bis November ist der Fliegenpilz, Amanita muscaria, auch als Fliegenschwamm bezeichnet, in Nadel- und Laubwäldern zu finden. Vor allem in der Nähe von Birken, Tannen und Fichten ist der giftige Pilz anzutreffen. Den Pilz mit dem kugeligen, manchmal halbkugeligen Hut mit orangem oder rotem Schimmer, den weißen Velumsresten und dem weißen, faserigen Stiel erkennen bereits Kinder, und zwar deshalb, weil der Pilz in zahlreichen Märchen, Liedern und Sagen eine wichtige Rolle spielt. Obwohl der Fliegenpilz hochgiftig ist, gilt er als Glückssymbol und wird nicht nur in der Silvesternacht verschenkt.

Warum ist der Fliegenpilz ein Glückssymbol? Erklärung

Eine genaue wissenschaftliche Überlieferung, warum ein giftiger Pilz Glück bringt, gibt es nicht. Es gibt jedoch mehrere Theorien, warum der Fliegenpilz glücklich macht. Die Volksmedizin war immer mit dem Glauben und dem Aberglauben unzertrennlich verbunden. Unter vorchristlichen Völkern war die Meinung, dass die Krankheit ein Produkt dämonischer Einflüsse ist, weitverbreitet. Deshalb waren auch die überlieferten Heilmethoden immer eine mehr oder weniger sinnvolle und gelungene Mischung aus Magie, Zauberritual und wirkungsvoller Medizin.

Die Wirkung von Heilkräutern ist unumstritten. Doch geht es um Giftpilze und den Einfluss der Sterne und des Mondes, um fragwürdige Rituale und Heilsprüche, gehen die Meinungen weit auseinander. Dennoch war und ist der Fliegenpilz ein wichtiges Instrument in der Naturheilkunde.

Der Fliegenpilz in der Naturheilkunde

Von germanischen Kämpfern und Schamanen wurden die Inhaltsstoffe des Fliegenpilzes als Droge verwendet. Nicht die Gefahr dominierte bei den Kriegern, sondern Glück, Mut, Siegeswille und manchmal sogar die Liebe standen nach dem Konsum der Droge im Mittelpunkt. Schamanen begaben sich mithilfe des berauschenden Pilzes auf eine andere geistige Ebene, erweiterten ihren Horizont und erlebten, genauso wie die germanischen Kämpfer, befriedigende, glückliche Momente. Höchstwahrscheinlich war das die Geburtsstunde des Fliegenpilzes als Glücksbringer.

Der Fliegenpilz wird heute noch in der Naturheilkunde verwendet. Bei Magenkoliken, Stimmungsschwankungen und leichten depressiven Verstimmungen kann das Naturheilmittel Linderung bringen. Die Verwendung des Pilzes als Droge ist gefährlich. Die Inhaltsstoffe schwanken enorm und sind deshalb unberechenbar. Das im Fliegenpilz enthaltene Muscimol verursacht Benommen- sowie Verwirrtheit, Erregungszustände treten auf und es kann zu schweren Vergiftungserscheinungen kommen, die durchaus letal enden können.

Wie der Glückspilz zu seinem Namen kam

Der Fliegenpilz wurde früher zur Bekämpfung von Fliegen verwendet. Fliegen wurden im Mittelalter mit Wahnsinn und Geisteskrankheit assoziiert. Zahlreiche Mythen rund um die Fliegen entstanden und schnell wurden die Insekten mit den auf Besen fliegenden Hexen in Verbindung gebracht. Das erklärt auch, warum damals in jeder Hexensalbe Teile des Fliegenpilzes enthalten sein mussten. Der Aberglaube ging sogar so weit, dass an den Deckeln der Särge von jenen Frauen, die als Hexe verbrannt wurden, Hufeisen montiert wurden. Hexen reiten, so behaupteten zumindest die Menschen im Mittelalter, nur deshalb auf Besen, weil sie sich vor Pferden fürchten und schon beim Anblick eines Hufeisens fliehen. Das ist höchstwahrscheinlich der Grund, warum das Hufeisen ebenfalls Glück bringt.

Insektizide und innovative Fliegenfallen gab es nicht. Die Menschen gaben Stücke des Pilzes in eine Schale mit süßer Milch. Die Fliegen wurden durch den süßlichen Geruch angelockt, naschten von der vergifteten Milch und wurden bewusstlos. Zum Töten der Fliegen reichte die Konzentration des Fliegenpilzgiftes nicht und die Insekten konnten nach einiger Zeit wieder fliegen. Mit ein Grund, warum auch die Menschen den Fliegenpilz konsumierten. Für einige Zeit waren sie berauscht und glücklich.

Das Glückssymbol Fliegenpilz heute

Heute gilt der Fliegenpilz, der 2022 zum Pilz des Jahres gewählt wurde, noch immer als Glückssymbol. Mit Kämpfen, Schamanen oder Hexen hat der glücksbringende Pilz nur mehr wenig gemeinsam. Der Fliegenpilz ist ein perfekter Wegweiser. Entdecken Pilzsammler den rot-weißen Pilz, finden sie in unmittelbarer Nähe garantiert Steinpilze. Was den Namen Glückspilz durchaus rechtfertigt.

Warum ist der Vatikan ein Staat? Erklärung, Geschichte


Es waren gleich drei Verträge nötig, um den Vatikan in den Rang eines souveränen Staates zu erheben. Es ist der kleinste der Welt. Die Voraussetzung dazu wurden am 11. Februar des Jahres 1929 geschaffen, als die sogenannten Lateranverträge zwischen Italien und dem Heiligen Stuhl nach langen Verhandlungen unterschriftsreif waren. Dabei handelte es sich neben dem Staatsvertrag um ein Abkommen, das die finanzielle Basis des Staates schuf.

Eine wichtige Funktion hatte zudem das Konkordat, das seither die Beziehungen zwischen dem Staat Italien und der katholischen Kirche regelt. Denn der Kirchenstaat mit seiner Wahlmonarchie befindet sich auf einem römischen Hügel am rechten Ufer des Tiber und damit komplett auf italienischem Boden.

Vatikan: Lateranverträge lösten mittelalterliche Strukturen ab

„Stato della Cittá del Vaticano“ – so lautet die offizielle Bezeichnung des souveränen Staates der Vatikanstadt. Er genießt seit nunmehr fast hundert Jahren die Privilegien der Exterritorialität und ist befreit von jeglicher Besteuerung durch die Finanzbehörden Italiens. Die Lateranverträge garantieren dem Vatikan und damit dem Heiligen Stuhl des Papstes die völlige Souveränität und lösten die aus dem Mittelalter stammenden Strukturen des Kirchenstaates ab. Der von den Kardinälen gewählte Papst ist das jeweilige Staatsoberhaupt des Vatikans. Allerdings bezieht sich das Territorium nicht allein auf das Gelände des Petersdoms, denn außerhalb dieses Stadtstaates besitzt der Vatikan noch dreizehn weitere Gebäude innerhalb der Stadt Rom. Unter anderem die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo. Auch diesen zumeist historischen Palästen räumte die italienische Regierung extraterritoriale Rechte ein.

135 Rekruten der Schweizer Garde schützen den Papst

Seit dem zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt wird auf dem „Mons vaticanus“, dem Hügel des Vatikans, im Petersdom das Grab des heiligen Petrus verehrt. Es wird Kaiser Konstantin zugeschrieben, dass zwischen 306 und 337 nach Christi Geburt über dem Grab eine Basilika errichtet wurde. Sehr viel später nahm das historische Gotteshaus durch Michelangelo di Buonarotti und einigen weiteren begabten Architekten dieser Zeit die heutige Gestalt des Petersdoms an.

Bis zum 8. Jahrhundert nach Christi Geburt haben Historiker die Existenz des Papsttums nachweisen können. Seit dem Jahr 1506 schützt die sogenannte „Schweizer Garde“ das jeweilige Oberhaupt des Vatikan-Staates. Sie gilt als das älteste noch immer existierende Militärkorps der Welt und besteht seit 2018 aus 135 Rekruten, die mehrheitlich aus dem Schweizer Kanton Wallis stammen. Die Hellebardiere und Vizekorporäle dienen in der Regel 26 Monate und verlieren nach ihrem Ausscheiden die vatikanische Staatsangehörigkeit.

Eine päpstliche Tageszeitung in vielen Sprachen

Der souveräne Staat des Vatikans verfügt über eine eigene Sendeanlage namens Santa Maria di Galeria und betreibt Radio Vatikan. Er besitzt auch eine eigene Staatsflagge in den Farben gelb-weiß und gold-silber sowie ein eigenes Wappen mit zwei gekreuzten Schlüsseln, der päpstlichen Krone und der Mitra. Einen besonderen Ruf genießt die päpstliche Universität Gregoriana.

Die Tageszeitung L’Osservatore Romano, der „Römische Beobachter“, erscheint seit 1861, wird in zahlreichen Sprachen gedruckt und gilt als offizielles Sprachrohr des Papstes. Eine im Vatikan ansässige Post gibt eigene Briefmarken heraus und der Euro erhält eine vatikanische Prägung und ist bei Sammlern sehr beliebt. Papst Johannes Paul II. verabschiedete im November des Jahres 2000 ein verändertes Grundgesetz des Vatikans. Der Kirchenstaat begeht auch einen Nationalfeiertag – es ist der Tag der Amtseinführung des jeweiligen Papstes. Neben den Mitgliedern der Schweizer Garde leben vor allem die Kurienkardinäle ununterbrochen innerhalb der Mauern des Vatikans. Insgesamt haben weniger als sechshundert Menschen regelmäßig ihren Wohnsitz im Stadtstaat.

Diplomatischer Dienst seit dem 15. Jahrhundert

Der Heilige Stuhl unterhält zu mehr als 170 Staaten diplomatische Beziehungen und kommt damit seinem Anspruch, ein souveräner Staat zu sein, nach. Die Apostolischen Nuntien verstehen sich als Botschafter und Repräsentanten des Staatoberhaupts.

Der diplomatische Dienst des Papstes reicht zurück bis ins 15. Jahrhundert und gilt als die längste ununterbrochene Tradition der Welt. Der Vatikan ist unter anderem Mitglied der Atombehörde in Wien, zudem bei der Welthandelskonferenz vertreten und darüber hinaus Beobachter zahlreicher internationaler Organisationen. Durch Delegationen lässt sich der Papst auch bei der UNO-Kommission für Menschenrechte in Genf vertreten. Präsident des Stadtstaates ist der jeweilige Verwaltungsdirektor des Vatikans, der vom Papst ernannt wird. Die Römische Kurie folgt dem kanonischen Recht und handelt im Auftrag des Heiligen Vaters.

Was ist die Spätmoderne? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Konzept der „Spätmoderne“ wurde als Reaktion auf die Postmoderne vor allem durch die Arbeiten von Anthony Giddens und Ulrich Beck populär. Sie setzten Ideen ein, die die gegenwärtige Epoche mit Begriffen wie „späte“, „reflexive“, „entwickelte“, „zweite“, „reflexive“, „hohe“ („höhere“) oder „globale“ Moderne, „Risikogesellschaft“ und „reflexive Moderne“ charakterisierten. Sie versuchen, viele der Fragen zu den Besonderheiten der Gegenwart zu beantworten, mit denen auch die Postmoderne konfrontiert ist, wie z. B. die zunehmende Unsicherheit und Kontingenz, die Schwächung der binären Oppositionen, die Fragmentierung des sozialen Lebens, und nehmen sogar eine Reihe postmoderner Argumente auf und integrieren sie in ihre theoretischen Modelle. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie die These, die Welt befinde sich in einer postmodernen Situation, zurückweisen und bekräftigen, dass es sich um eine bestimmte Periode der Moderne handelt, die mit der Globalisierung, der Rekonstruktion der Tradition und dem Phänomen der Individuation verbunden ist. Dieser Zeitraum wird durch die Entwicklung der elektronischen Medien und der Kommunikationstechnologien ermöglicht, die wiederum die Mobilität des Kapitals, die Globalisierung und die sich daraus ergebenden Veränderungen in der Politik, den grundlegenden Institutionen, dem menschlichen Verhalten und anderen Lebensbereichen unterstützen.

Was ist die Spätmoderne? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Analyse der Spätmoderne kann sich auf verschiedene Merkmale beziehen. Zu beachten ist die charakteristische Zeittransformation. Die Art und Weise, wie die Zeit in der traditionellen Gesellschaft fließt und wahrgenommen wird, unterscheidet sich von der der frühen Moderne, vor allem seit dem siebzehnten Jahrhundert. Ihre soziale Funktionsweise ist derzeit einem radikalen Wandel unterworfen, der mit den Besonderheiten der marktwirtschaftlichen Situation infolge der dritten industriellen Revolution und der Globalisierung zusammenhängt.

Transformationen der Gegenwart und der Zukunft

Die Gegenwart verändert sich, und sie beginnt sich schneller zu verändern als je zuvor in der Geschichte. Ereignisse und Informationen entstehen und veralten immer schneller, und was neu ist, wird schnell durch etwas Neues ersetzt, das mehr Wert und Bedeutung beansprucht. Es gibt mehrere Voraussetzungen, die zu einer radikalen Beschleunigung der Zeit und zur raschen Veralterung alles Neuen auf Kosten dessen, was danach kommt, führen.

Erstens wird die zentrale Logik der Funktionsweise des Kapitalismus zur Innovation und zur Geschwindigkeit, mit der man etwas Neues und Anderes anbieten und verkaufen kann. Der frühere Vorteil der Wirtschaftsakteure bestand in der Produktion von mehr gleichen Gütern, d. h. in der Größenordnung der Produktion, während der heutige Vorteil in der Geschwindigkeit und der Innovation liegt. Wer sich beeilt, gewinnt, wer sich bremst, verliert. So entsteht der Kult des schnellen Umsatzes, des beschleunigten Wandels von allem. Der Gewinner ist derjenige, der etwas Neues und Anderes anbieten kann, das einen Vorteil gegenüber dem bereits Bekannten und Vertrauten hat.

Wenn man die Anwendung eines berühmten Satzes von Peter Drucker über die Wettbewerbsbeziehungen zwischen Unternehmen ausdehnt, kann man sagen, dass früher „die Großen die Kleinen gefressen haben, jetzt fressen die Schnellen die Langsamen“. Überall wird Geschwindigkeit zum Schlüssel, und die bisherigen Grenzen zwischen Alter, Arbeit und Freizeit, Arbeit und Freizeit verschwimmen. Die Geschwindigkeit, mit der etwas erledigt wird, wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. In einem immer härteren globalisierten Wettbewerb gewinnt derjenige, der den anderen übertrifft, der etwas vor ihm tut, was er nicht tut. Das Neue an sich wird geschätzt, und die Logik des globalen Marktes legt die Neophilie als eine alltägliche und gemeinsame Leidenschaft nahe.

Zweitens verändern die globalisierten Finanzmärkte, auf denen mehr als eine Billion Dollar rund um die Uhr bewegt werden und Millionen von Anlegern, Kleinanlegern, Aktienbesitzern, Händlern und Maklern ständig das Geschehen beobachten, weil eine kleine Verzögerung zu riesigen Verlusten führen kann, den bisherigen stündlichen Rhythmus des Funktionierens der verschiedenen Prozesse. Auch wenn in einer Region technisch gesehen der Arbeitstag vorbei ist und die Börse schließt, ist sie anderswo in Betrieb und große Geldmengen hängen von ihr ab. Das globalisierte Finanzsystem führt zu einer Situation, in der Schnelligkeit und Timing, die Fähigkeit, schnell zu reagieren, zu antizipieren, dass etwas passieren wird, enorme Gewinne oder Verluste bringen.

Mehr als je zuvor in der Geschichte wird Zeit zu Geld, und Beschleunigung bedeutet mehr Geld – sei es durch die Beschleunigung der Fortbewegung von Verkehrsmitteln, Innovationen, die Verarbeitung von Informationen, die Geschwindigkeit von Computern usw. Die Zeit ist nicht mehr lang und langwierig, sie schrumpft immer mehr, was zu einem ständigen Gefühl führt, man könnte etwas verpassen, nicht schaffen, zurückbleiben. Millionen von Menschen stehen unter dem Druck, in einem beschleunigten Tempo zurückzufallen.

Drittens intensiviert die Globalisierung die Verflechtung zwischen den verschiedenen Teilen des Planeten und führt zu einem „Verschwinden der Distanz“, einer „Verdichtung des Raums“, einem „Ende der Geographie“ und einer „Deterritorialisierung“. Es wird möglich, ein lokales Ereignis schnell in ein globales Ereignis und seine Auswirkungen auf alle anderen zu verwandeln. So werden die kausalen Abhängigkeiten lokaler Ereignisse, die früher in Echtzeit ebenfalls mehr oder weniger lokal und in ihrer Stärke und Geschwindigkeit begrenzt waren, nun global, und im Prinzip kann eine große Anzahl lokaler Ereignisse in jedem Moment die Richtung unseres Lebens ändern. Dadurch entsteht das Gefühl einer gigantischen Beschleunigung aller Prozesse und einer sehr schnellen Bewegung der Zeit.

Viertens „schrumpft“ die Zeit durch die globalen Medien, die es ermöglichen, über alles in „Echtzeit“ informiert zu sein und alle Informationen und Ereignisse rasch zu veralten. Wenn der traditionelle Mensch im Zeitalter der mündlichen Kommunikation informationell in den Ereignissen seiner Mikrogruppe verschlossen ist, und das sind relativ wenige, was eine Wahrnehmung des langsamen und stetigen Vergehens der Zeit schafft, dann kann heute in seinem Leben informationell täglich eine riesige Lawine von Informationen über alles, was auf dem Planeten geschieht, niedergehen.

Im zwanzigsten Jahrhundert erzwingt die Tageszeitung einen 24-Stunden-Rhythmus für diese Informationen. Man kann sich über neue Dinge aus der Morgenzeitung informieren. In den letzten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts wurde diese Funktion in vielerlei Hinsicht von der zentralen Nachrichtensendung des nationalen Fernsehens oder der verschiedenen Fernsehsender übernommen, die in der Regel abends um 7, 8 oder 9 Uhr ausgestrahlt wird.

Die neuen digitalen Medien, die mit dem Aufkommen des Satellitenfernsehens, des Internets und des Mobilfunks entstanden sind, führen dazu, dass der frühere Abstand zwischen dem Zeitpunkt, an dem ein Ereignis eintritt, und dem nächsten Zeitpunkt, an dem die Menschen darüber informiert werden, immer geringer wird. Alles, was fast in Echtzeit geschieht, gelangt in den öffentlichen Raum. Außerdem wird erwartet, dass die Ereignisse, sobald sie eingetreten sind, interpretiert werden, dass darauf reagiert wird, dass sie einen Sinn ergeben und dass darüber entschieden wird. Dadurch ändern sich die Erwartungen an die Politiker grundlegend. Von ihnen wird verlangt, dass sie sofort reagieren und alles bewerten.

Jegliches Abwarten, Sammeln von Informationen, Nachdenken, Verzögern ist in der Regel zu ihrem Nachteil, weil jemand anderes ihnen zuvorgekommen ist und ihnen seine Interpretation der Ereignisse aufgezwungen hat. In ähnlicher Weise wird die traditionelle akademische Sozialwissenschaft, die sich mit anhaltenden, langfristigen Trends, „Mustern“ und „tiefgreifenden Veränderungen“ befasst, allmählich von neu entstehenden Denkfabriken an den Rand gedrängt, die darauf ausgerichtet sind, das Geschehen in der realen Welt zu interpretieren und zu analysieren und entsprechende politische Maßnahmen vorzuschlagen.

Eine neue Generation von Analysten für Politik, Wirtschaft und öffentliche Meinung blüht auf, die Interpretationen und Einstellungen zu den Geschehnissen unmittelbar nach deren Eintreten festlegen und so zu Machthabern eines einschlägigen Diskurses werden, der die Wahrnehmung der Bürger und Politiker, ihre Handlungen und ihr Verhalten bestimmt.

Warum gehört Königsberg Russland? Erklärung, Geschichte


Die ehemalige Stadt Königsberg und das umliegende Gebiet bilden heute als Folge der Ereignisse des Zweiten Weltkrieges einen Teil Russlands. 1283 von den Rittern des Deutschen Ordens gegründet, war die Stadt ab 1340 Mitglied der Hanse und ab 1457 Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Als Bestandteil des Herzogtums Preußen entwickelte sich Königsberg zum Verwaltungssitz und geistiger Mittelpunkt und war bis 1945 Hauptstadt der preußischen Provinz Ostpreußen. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges eroberte die Rote Armee Königsberg im April 1945.

Warum gehört Königsberg Russland? Erklärung, Geschichte

Bereits im Jahr 1943 trafen sich der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt, der sowjetische Staatschef Joseph Stalin und der englische Premierminister Winston Churchill während der Konferenz von Teheran, um über die Neuordnung Deutschlands nach Ende des Krieges zu beraten. Dort einigten sich die Alliierten, dass der zukünftige Frieden unter anderem durch eine Verkleinerung des deutschen Staatsgebietes zu sichern sei. Konkret bedeutete dies, dass der nördliche Teil Ostpreußens mit Königsberg künftig zum Gebiet der Sowjet-Union gehören sollte.

Die russischen Ansprüche auf den Nordteil Ostpreußens wurden im Sommer 1945 auf der Konferenz von Potsdam anerkannt. Durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung sollte künftige Konflikte mit deutschen Minderheiten vermieden werden. Formal steht das Gebiet um Königsberg zunächst unter sowjetischer Verwaltung, da eine abschließende Festlegung der Grenzen einem zukünftigen Friedensvertrag vorbehalten blieb.

Kaliningrad nach Ende des Zweiten Weltkrieges

Auf Initiative Stalins erfolgte – mit Ausnahme des Memellandes – keine Angliederung des Gebietes an das besetzte Litauen. Vielmehr wurde der nördliche Teil Ostpreußens am 07.04.1946 offiziell Teil der russischen Sowjet-Union. Dies führte dazu, dass Kaliningrad nach dem Zerfall des Staatenbundes im Jahr 1991 ein Bestandteil Russlands blieb.

Seit 04.07.1946 trägt Königsberg den Namen Kaliningrad. Der Name erinnert an den verstorbenen sowjetischen Politiker Michail Iwanowitsch Kalinin. Bis 1948 wurde die überlebende deutsche Zivilbevölkerung in die sowjetische Besatzungszone abgeschoben. Das gesamte nördliche Ostpreußen, nun ein militärisches Sperrgebiet, erhielt die Bezeichnung Oblast Kaliningrad und es erfolgte eine neue Besiedlung durch ehemalige Bewohner der Sowjet-Union.

Steht der nördliche Teil Ostpreußens völkerrechtlich weiterhin unter sowjetischer Verwaltung, so regelt der Moskauer Vertrag vom 12.08.1970 den Verzicht von Ansprüchen seitens der Bundesrepublik Deutschland. Diese Aufgabe von Gebietsansprüchen wurde nach der Deutschen Wiedervereinigung im Rahmen des Zwei-plus-vier-Vertrages am 12.09.1990 nochmals bestätigt.

Bedeutung von Kaliningrad für Russland

Schon der russische Zar Peter der Große (1672-1725) erkannte die wirtschaftliche und militärische Bedeutung eines Zugangs zur Ostsee für sein Land. Mit Kaliningrad erhielt die Sowjet-Union Zugriff auf einen ganzjährig eisfreien Hafen an der Ostsee. Seit 1945 befindet sich hier der Sitz der baltischen Flotte.

Für Russland besaß Kaliningrad schon während des Kalten Krieges aufgrund seiner geografischen Lage eine besondere militärische Bedeutung. Darüber hinaus handelt es sich um einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Seit der Auflösung der Sowjet-Union im Jahr 1990 ist der Oblast Kaliningrad ein Teil Russlands – allerdings durch die neu entstandenen Staaten Litauen, Lettland und Weißrussland territorial getrennt.

Als militärischer Stützpunkt innerhalb des Nato-Gebietes besitzt Kaliningrad für Russland besondere Bedeutung. Infolge der Unabhängigkeit der baltischen Staaten befindet sich hier der einzige ganzjährig eisfreie Hafen an der Ostsee. Seit der Osterweiterung der Nato ist eine Verstärkung der militärischen Kräfte zu beobachten, die unter anderem atomwaffenfähige Raketen und ein eigenes Raketen-Abwehrsystem umfassen.

Was ist ein Bauernopfer? Wortherkunft, Bedeutung, Definition, Erklärung


Bauernopfer ist doppeldeutiger Begriff. Er bezeichnet erstens eine Taktik im Schachspiel, und zweitens das Opfern entbehrlicher Personen oder Personengruppen aus Gründen der Politik oder der eigenen Sicherheit. Dabei erwuchs die zweite Deutung direkt aus der des Schachbegriffs.

Was ist ein Bauernopfer? Wortherkunft, Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Schachspiel blickt zurück auf eine tausend Jahre lange Evolution, in der die Regeln des Spiels nicht immer gleich waren. Zwar existieren die heute bekannten Figuren König, Dame, Turm, Läufer, Springer und Bauer schon lange, aber war die Bewegungsfreiheit der meisten in vergangenen Jahrhunderten noch deutlich eingeschränkt. So konnten Läufer zwar ebenfalls diagonal und Türme auf geraden Linien ziehen, sowie die Dame beides, aber nur jeweils um ein Feld pro Zug. Später erst hat man diesen Figuren die maximale Reichweite über das gesamte Schachbrett hinweg erlaubt, was sie viel mächtiger gemacht hat. Nur die Bauern können nach wie vor nur ein Feld nach vorne ziehen. (Außer von der Startposition aus, wo auch zwei Felder nach vorne erlaubt ist.)

Der Bauer ist die zahlreichste Figur auf dem Schachbrett, beide Seiten haben zum Start jeweils acht davon. Das und die Tatsache ihrer eingeschränkten Reichweite machen die Bauern zu den entbehrlichsten Spielfiguren auf dem Brett. Zu Anfang einer Schachpartie ist es nicht unüblich, wenn ein Bauer im Zentrum den Bauern des anderen Spielers schlägt, nur um dann bei dessen Gegenzug selbst von einer weiteren gegnerischen Figur geschlagen zu werden, wobei das aber der Spieler, der zuerst geschlagen hat, mit hoher Wahrscheinlichkeit vorausgeahnt hat. So was nennt man Bauerntausch, und oft macht es das Zentrum freier für stärkere Figuren.

Das Bauernopfer hingegen ist ein Risiko, das ein Spieler eingeht, der sich einen anderen Vorteil erhofft als das bloße Abtauschen von gleichwertigen Figuren erhofft. In der Regel ist dieser Vorteil taktischer Natur. Man opfert seinen Bauern, und lockt dadurch vielleicht eine mächtigere Figur des Gegners in die Falle. Oder sie macht so den Weg frei für eine andere Figur. Oder man rettet selbst eine Figur, die wichtiger ist. Auf jeden Fall sollte man sich vor einem Bauernopfer gut überlegen, was man dafür bekommt.

Frühe Großmeister des Schachsports wie Alexander Aljechin zeichneten sich dadurch aus, dass sie ihren Fokus ausschließlich auf das Mattsetzen des gegnerischen Königs richteten und dafür ihre eigenen Figuren kalkuliert opferten, um dieses Ziel zu erreichen. So konnte es passieren, dass seine Gegner am Ende zwar mehr Figuren auf dem Brett hatten, weil sie in ihrer Gier einen Bauern nach den anderen geschlagen haben, dann aber doch aufgeben mussten, weil ihr eigener König, oftmals verkeilt zwischen manchen der eigenen Figuren, in die Enge getrieben wurde. Am Ende zählt doch nur der König. Durch solche Partien wurde die moderne Ära des Schachs eingeleitet, in der es nicht mehr darum geht, die Gegnerseite so gut es geht zu dezimieren, sondern durch intensives Taktieren und gewagtes Stellungsspiel das Matt zu erzwingen.

Bauernopfer in der Umgangssprache

Dass der Begriff Bauernopfer, wie er im Alltag verwendet wird, aus dem Schach kommt, ist offensichtlich. In beiden Fällen versucht sich ein Akteur zu retten oder einen Vorteil zu erreichen, indem er etwas, auf das er verzichten kann, opfert. Im Spiel ist das die kleine, meist hölzerne Figur des Bauern. Im Alltag ist das eine Person von geringerer Wichtigkeit.

Alltägliche Bauernopfer finden sich oft dort, wo Machtstrukturen mit deutlichen Hierarchien angesiedelt sind. Beispiele hierfür sind Regierungen, Parteien, Konzerne, Verbände, Sportclubs und andere Organisationen.

Bekannte Beispiele für Bauernopfer sind Trainerwechsel im Fußball. Spielt eine Mannschaft deutlich schlechter, als man es von ihr gewohnt ist, findet man den Schuldigen meistens auf der Trainerbank. Häufen sich die sportlichen Schwierigkeiten der Mannschaft, wird irgendwann dem Trainer gekündigt, weil es einfacher ist, mit ihm nur eine Person auszutauschen, anstatt die komplette A-Mannschaft neu zu besetzen, die aus rund zwanzig meist hochbezahlten Spielern besteht.

Häufig sichtbare Bauernopfer gibt es auch in der Politik. Scheitern Regierungsprojekte, ist Außenstehenden oft der Grund dafür nicht klar. Aber häufiger verliert ein Minister seine Stelle, als dass ein Präsident oder Kanzler seinen Platz räumen muss. Denn als Vorstand der Regierung hat der Präsident die Macht dazu, andere in seinen Augen untragbare Mitarbeiter zu entlassen, während umgekehrt die Entfernung eines Präsidenten innerhalb einer Legislaturperiode in vielen Ländern nur mittels eines langwierigen Amtsenthebungsverfahrens möglich ist.

Eine Frage der Machtverhältnisse

Abschließend kann über alltägliche Bauernopfer festgestellt werden, dass sie die Strukturen der Macht in der modernen Gesellschaft widerspiegeln. Denn über die meisten sogenannten Bauernopfer gibt es keine Berichte in den Medien. Einfache Arbeiter und Angestellte arbeiten in direktem Kontakt mit dem Gegenstand ihrer Arbeit (so arbeiten z.B. Bauarbeiter am Gerüst direkt mit ihren eigenen Händen), während ihre Vorgesetzten denselben Arbeitsgegenstand zumeist geistig angehen (Bauingenieure besichtigen und überwachen vor allem an den Baustellen), bis zu den Vorständen, deren Verbundenheit mit dem Arbeitsgegenstand nur noch auf abstrakter Ebene passiert (der Vorstand der Baufirma mag die Baustelle noch nicht mal persönlich besuchen).

Fehler können auf jeder Ebene der Hierarchie passieren. Aber je direkter und konkreter jemand mit dem Inhalt der Arbeit zu tun hat, desto leichter fällt es, diesem jemand auch die Schadensursache nachzuweisen. Hinzu kommt, dass Manager und Vorstände über mehr Rechtsmittel zur eigenen Absicherung verfügen. Am Ende ist es für einen Konzern weniger schädlich, einem Arbeitnehmer zu kündigen, als einem Vorstandsmitglied. Bauern sind ersetzbar.

Was ist “Friendly Fire” (Eigenbeschuss)? Ursachen, Bedeutung, Definition, Erklärung


Im Krieg werden mitunter auch Verbündete aus unterschiedlichen Gründen getötet

Was ist “Friendly Fire” (Eigenbeschuss)? Ursachen, Bedeutung, Definition, Erklärung

Obwohl es bei der detaillierten Klassifizierung international graduelle Unterschiede gibt, bezeichnet der Ausdruck „Friendly Fire“ in der militärischen Terminologie einen Angriff von kriegführenden/neutralen Truppen auf befreundete Truppen, die versuchen, feindliche Ziele anzugreifen. Beispiele hierfür sind die falsche Identifizierung des Ziels als feindlich, Kreuzfeuer während eines Angriffs auf den Feind sowie Fehler oder Ungenauigkeit bei der Entfernungsmessung.

Versehentliches Feuer, das nicht dem Angriff auf feindliche Ziele dient, und absichtliches Schießen auf die eigenen Truppen aus disziplinarischen Gründen werden hingegen von den meisten Militärs nicht als „Friendly Fire“ bezeichnet. In diesem Sinne ist „Friendly Fire“ auch nicht zu verwechseln mit „Fragging“, d. h. der absichtlichen oder versuchten Tötung von Soldaten durch Kameraden, die auf derselben Seite dienen. Auch die unbeabsichtigte Schädigung ziviler oder neutraler Ziele, die gelegentlich als Kollateralschaden bezeichnet wird, fällt nicht darunter. Ausbildungsunfälle und unblutige Zwischenfälle gelten ebenso wenig als „Friendly Fire“. Die deutsche Übersetzung lautet in der Regel Eigenbeschuss.

Friendly Fire: Historie, Geschichte

Zwar stammen die ältesten historisch überlieferten Beispiele und Fälle von „Friendly Fire“ bereits aus der griechischen Antike und auch in den englischen Rosenkriegen (1455-1485) sowie im US-amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) gab es folgenreiche Zwischenfälle, welche versehentlich zu Verletzungen und hohen Verlusten bei den Fußtruppen und/oder zum Tod ranghoher Militärs führten. Die erstmalige Verwendung des Begriffs im offiziellen Zusammenhang datiert jedoch aus dem Ersten Weltkrieg, wenn Granaten und Geschosse den anvisierten Feind verfehlten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Phänomen und Problem aufgrund der vergleichsweise effizienteren Waffentechnik noch ausgeprägter. Als einer der ersten Militärhistoriker schrieb der US-amerikanische Offizier sowie Kriegsberichterstatter Samuel Lyman Atwood „SLA“ Marshall (1900-1977) in seinem 1947 in der Fachzeitschrift „The Infantry Journal“ veröffentlichten Beitrag „Men Against Fire: The Problem of Battle Command“ über Gründe, Begleitumstände und mögliche Gegenmaßnahmen.

Mittlerweile herrscht wissenschaftlich weitgehend dahingehend Konsens, dass moderne Waffen wie Gewehre, Artillerie und Flugzeuge die Zahl der Verluste durch „Friendly Fire“ im 20. und 21. Jahrhundert drastisch erhöht haben. Im klassischen Nahkampf waren Verwechslungen selten, aber im industrialisierten Krieg sind solche Todesfälle häufiger geworden.

„Friendly Fire“ und Eigenbeschuss wurden und werden gerne auch totgeschwiegen

Die vergleichsweise erst spät erfolgte professionelle Beschäftigung mit „Friendly Fire“ ist vor allem auch dem Umstand geschuldet, dass in der Kriegsführung Todesfälle durch den Feind häufig gewürdigt, während solche durch befreundete Streitkräfte eher als schändlich angesehen werden. Da Öffentlichkeitsarbeit und Moral in der modernen Kriegsführung von großer Bedeutung sind, neigen Militärs dazu, Vorfälle mit Beschuss durch eigene Truppen eher nicht zu melden, speziell dann, wenn sie sowohl für die Untersuchungen als auch für die Presseerklärungen zuständig sind.

Zur Erklärung und Einstufung dessen klassifizierte der US-amerikanische Bestsellerautor Jon Krakauer in seinem 2009 erschienenen Buch „Where Men Win Glory“, dass „Friendly Fire“ als Brudermord ein zwar unerwünschter, aber letztlich auch tendenziell unvermeidlicher Aspekt moderner Kriegsführung sei. Ebenso fast zwangsläufig sei das Streben militärischer Befehlshaber, derartige Tragödien komplett unter den Teppich zu kehren oder die Wahrheit zu verfälschen, um deren Darstellung in den Medien zu kontrollieren und öffentliche Unterstützung für aktuelle Kriege zu stärken.

Auch in Zeiten ausgeklügelter Digitaltechnik kann „Kriegsnebel“ verheerend sein

Die Gründe für „Friendly Fire“ sind laut Fachliteratur in erster Linie sowohl strategischer als auch taktischer und letzten Endes systemimmanenter Natur, d.h. sie können oft durch die in sämtlichen Kriegen häufigen chaotischen und unübersichtlichen Situationen ausgelöst oder begünstigt werden.

Zur Umschreibung dessen hat sich der geflügelte Ausdruck Nebel des Krieges bzw. Kriegsnebel oder englisch „Fog of War“ etabliert, welcher der generellen räumlichen wie zeitlichen Unsicherheit und Verwirrung im Krieg Rechnung trägt. Falsche oder unzureichende Informationen über feindliche Stellungen und Truppenstärken, Wetter- und Bodenbedingungen sowie Geografie und Infrastruktur können neben verschiedenen Fehlentscheidungen auch unbeabsichtigten Eigenbeschuss verursachen. Da Kriegsnebel aber häufig zur Entschuldigung von Leichtsinnigkeit, Inkompetenz, schlechter Planung und unzureichender Aufklärung herangezogen wurde, sind zeitgenössische Militärs meist sehr darauf erpicht, derartige Fehler durch umfassende Nutzung modernster Informations- und Kommunikationstechnologien zu minimieren.

Insofern waren auch sog. Stellungsfehler als Grund für „Friendly Fire“ im Ersten und Zweiten Weltkrieg, als die Truppen vorrangig im Nahkampf kämpften und die Zielgenauigkeit der Waffen noch ungenauer war, häufiger als heutzutage. Nach wie vor von Belang sind hingegen sog.

Identifizierungsfehler, durch die befreundete Truppen fälschlicherweise in dem Glauben angegriffen werden, sie seien der Feind. Einige diesbezügliche Schlagzeilen machten die falschen Einschätzungen der US-Army bei Kampfhandlungen im Verlauf der beiden Golfkriege 1991 und 2003 im Irak sowie in Afghanistan 2004.

Je komplexer die konkrete Kampfsituation, desto wahrscheinlicher „Friendly Fire“

Es gibt eine Reihe von weiteren Situationen, die das Risiko von Beschuss durch eigene Truppen begünstigen oder verstärken können. Schwieriges Terrain sowie schlechte Sicht sind wichtige Faktoren. Soldaten, die auf unbekanntem Terrain kämpfen, können leichter die Orientierung verlieren als auf bekanntem Terrain.

Die Richtung, aus der das feindliche Feuer kommt, ist womöglich schwer zu erkennen, und schlechtes Wetter und Kampfstress können Verwirrung verstärken, wenn es zu Schusswechseln kommt. Genaue Navigation und Feuerdisziplin sind daher unerlässlich. In riskanten Situationen müssen die Anführer sicherstellen, dass Einheiten genau über Standorte befreundeter Einheiten informiert sind, und sie müssen unmissverständliche Befehle erteilen, aber auch korrekt auf die Antworten der Soldaten reagieren, die in der Lage sind, ihr eigenes Urteilsvermögen einzusetzen. Falsche Kommunikation kann tödlich sein. Funkgeräte, Feldtelefone und Signalsysteme können zur Lösung des Problems beitragen, aber wenn diese Systeme zur Koordinierung mehrerer Truppen wie Bodentruppen und Flugzeuge verwendet werden, kann ihr Ausfall das Risiko von Beschuss durch eigene Truppen drastisch erhöhen.

Wenn verbündete Truppen im Einsatz sind, sind solche Situationen noch komplexer, vor allem wenn bei sehr mobilen Gefechten und Gefechten, an denen Truppen aus vielen Nationen beteiligt sind, Sprachbarrieren zu überwinden sind.

Heutzutage werden Taktik, Technik und Training gegen „Friendly Fire“ eingesetzt

In manchen Analysen werden materielle Effekte von „Friendly Fire“ damit abgetan, dass die Zahl der Opfer von Eigenbeschuss in der Regel zu gering ist, um den Ausgang einer Schlacht zu beeinflussen. Die Auswirkungen von Beschuss durch eigene Truppen sind jedoch psychologischer Art. Soldaten rechnen damit, vom Feind angegriffen zu werden, aber von den eigenen Truppen getroffen zu werden, hat enorm negative Auswirkungen auf die Moral.

Die Truppen zweifeln an der Kompetenz ihrer Führung, und die Häufigkeit des Beschusses lässt die Kommandeure im Feld vorsichtiger werden. Die militärische Führung versucht, diese Effekte zu verringern, indem sie die Ursachen für den Beschuss durch eigene Truppen ermittelt und eine Wiederholung des Vorfalls durch Ausbildung, Taktik und Technologie verhindert. Hierfür wird bei nahezu allen Streitkräften inzwischen großer Wert auf entsprechend simuliertes Training bei Manövern und auf Schießplätzen gelegt. Konkret müssen Soldaten lernen, bei Nacht und schlechtem Wetter bestens getarnte eigene Panzer von denen des Feindes zu unterscheiden.

Zu technologischen Neuerungen gegen „Friendly Fire“ gehören auch Navigationsgeräte mit Satellitensignalen, welche Bodentruppen die genaue Position gegnerischer sowie eigener Truppen mitteilen. Infrarotlicht und Thermobänder, die ohne Nachtsichtgeräte unsichtbar sind, sind ebenfalls wichtige Erkennungsmerkmale für befreundete Einheiten bei Nacht.

Was ist ein Lippenbekenntnis? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als Lippenbekenntnis wird eine Zusage beschrieben, die praktisch wertlos ist. Der Grund dafür liegt entweder darin, dass der Inhalt der Zusage vorab nicht ernst genommen und daher nicht eingehalten wird, oder er so vage und unzureichend formuliert wird, dass alle anderen Personen, an die das Bekenntnis gerichtet sind, keinerlei konkrete Ergebnisse erwarten dürfen. Der Begriff Lippenbekenntnis ist daher so zu verstehen, dass nur die Lippen bzw. der Mund der zusagenden Person das Bekenntnis verlautbaren, aber die Gedanken dahinter tun es nicht.

Lippenbekenntnisse haben vor allem eine Funktion als rhetorisches Stilmittel bei Verhandlungen, in denen eine bestimmte Person oder Partei situationsbedingt gezwungen ist, sich zu etwas zu bekennen, weil andererseits der Verlust der Glaubwürdigkeit droht. Mithilfe einer ungenauen Zusage behält die entsprechende Partei ihren Platz am Verhandlungstisch, da sie bei den anderen Parteien eine zumindest schwache Hoffnung auf Mitarbeit weckt. Andererseits schützt man sich mit einer vagen Ausdrucksweise davor, später nicht auf bestimmte Eckpunkte der Vereinbarung festgenagelt zu werden, denen man sonst deutlich zugestimmt hätte. Das Aussprechen von Lippenbekenntnissen kann sehr unangenehm für die betreffende Person sein, da sie oft auch im Interesse ihrer Vorgesetzten, Firma, Partei, Wählerschaft oder Glaubensgemeinschaft handelt und dieses wahren muss. Das zwingt sie vor allem bei Verhandlungen mit sehr kontroversen Meinungen, so wenig wie möglich auf die Gegenseite einzugehen, wenn sie nicht gleichzeitig ihr Klientel verraten will.

Was ist ein Lippenbekenntnis? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wohl mit Abstand am häufigsten findet man Lippenbekenntnisse in der Politik vor. Gerade auch in einem demokratischen Rechtsstaat ist der Erfolg von der Kunst abhängig, Kompromisse zwischen Verhandlungspartnern zu finden. Häufig betreten zwei Parteien einen Verhandlungsraum mit sehr gegensätzlichen Positionen, einigen sich aber im Laufe der Gespräche auf beiderseitige Abschwächung der eigenen Forderungen, bis man einen gemeinsamen Nenner gefunden hat. Schwierig wird es dann, wenn eine Seite von der anderen eine Zusage verlangt und von dieser Forderung nicht absehen will. Dann kann die andere Seite ein Lippenbekenntnis aussprechen, sodass niemand die Verhandlungen mit leeren Händen verlässt.

Ebenfalls politischer Natur sind Lippenbekenntnisse gegenüber der Wählerschaft. Man verfolgt mit seiner Partei eine klare Agenda, aber ihre Umsetzung gestaltet sich oft kompliziert. Da ist es besser, sich über die konkreten Schritte zur Erfüllung der Wahlversprechen auszuschweigen, um nicht später daran erinnert zu werden. Hoffnung spielt hier eine wichtige Rolle, da ein Lippenbekenntnis oft leicht erkannt wird, es aber den Angesprochenen zumindest eine theoretische Möglichkeit auf weitere konkrete Schritte einräumt.

Lippenbekenntnisse können auch bloße Floskeln sein, mit der eine Verhandlungspartei auf die denkbar höflichste Art ihre Ablehnung aller Vorschläge oder Forderungen der Gegenseite zum Ausdruck bringen will. Sind die Verhandlungen festgefahren oder gescheitert, ist eine Zusage ohne konkrete Ankündigungen meist ein guter Weg, die Verhandlungspartner nicht vor den Kopf zu stoßen, ihnen aber zu verstehen zu geben, dass der eingeschlagene Weg zu keinem für alle Seiten befriedigendem Ergebnis führen kann.

Beispiele für Lippenbekenntnisse

Viele Opferverbände kritisieren die mutmaßliche Verzögerungstaktik der katholischen Kirche in Deutschland und anderswo bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle, auch wenn die Vertreter der Kirche selbst eine „schonungslose Aufarbeitung“ angekündigt haben. Die Betroffenen hingegen klagen über geschwärzte Berichte, ausgebliebene Rücktritte oder schleppende Ermittlungen. Insofern kann man von einem Lippenbekenntnis sprechen.

Ein weiteres Beispiel für ein Thema mit vielen Lippenbekenntnissen seitens der Politik ist der Klimawandel. Politiker quer durch alle Lager sehen sich einerseits mit dem Fakt der Erderwärmung inklusive aller damit einhergehenden Probleme konfrontiert, andererseits müssen viele von ihnen Rücksicht auf Interessenverbände aus Industrie und Wirtschaft nehmen, wie auch auf die Sorgen ihrer Wählerinnen und Wähler, die sich durch eine allzu klimafreundliche Politik möglicherweise mit teuren Energieumlagen konfrontiert sehen.

Je weniger konkrete Angaben eine Zusage erhält, desto wahrscheinlicher handelt es sich um ein Lippenbekenntnis. Gerade beim Thema Klimawandel ist das gut zu beobachten, wenn keine Zahlen ausgesprochen werden, z.B. dass „man sich auf die Reduzierung von Treibhausgasen einigt“ oder „sich über Maßnahmen beraten wird“. Besser ist es dagegen, konkrete und statistisch verwertbare Punkte anzusprechen, z.B. durch Aussagen wie „eine Senkung der Ausstoßes der Treibhausgase auf 50% des Wertes von 1990“, oder „Klimaneutralität bis 2030“. Natürlich müssen diese Zusagen eingehalten werden. Oder, im Falle einer Nichteinhaltung, sollte ein guter Grund für das Scheitern der zugesagten Punkte vorliegen.

Gerade politisch interessierte Menschen sollten besser in der Lage sein, Lippenbekenntnisse zu erkennen. Das hilft ihnen, die eigenen Erwartungshaltungen anzupassen. Man braucht aber jene, die Lippenbekenntnisse häufiger aussprechen, nicht pauschal moralisch verurteilen. Oft genug bleibt ihnen keine andere Wahl.

Was ist ein Backup Partner? Erklärung, Bedeutung, Definition


Nicht allen ist die Bezeichnung Backup Partner für einen Freund oder eine Freundin in seiner Bedeutung bereits bekannt. Wenn man jedoch an das englische Wort back-up denkt, das auch im Bereich der Speichermedien benutzt wird, wird schnell klar worum es sich bei einem Backup Partner handeln muss. Wenn es um das Speichern von Daten geht, dann legt man sich mit einem Backup eine Sicherheitskopie seiner Daten an. Einfach für den Fall, dass der Hauptspeicher ausfällt. Dann kann man bequem auf das backup zurückgreifen und muss nicht alle Daten mühsam neu sammeln. Im Bereich der Liebe ist ein Backup Partner also ganz ähnlich zu verstehen. Es geht dabei um eine Art Freund oder Freundin für die Reserve, auf den, oder die, man dann zurückgreifen kann, wenn es mit dem erwünschten Partner oder dem langjährigen Partner aus irgendeinem Grund doch nicht geklappt hat.

Was ist ein Backup Partner? Erklärung, Bedeutung, Definition

In gewissem Sinne schon, denn in aller Regel greifen Menschen auf ihren Backup Partner immer dann zurück, wenn sie sich nach einer gescheiterten Liebe entweder trösten möchten, oder einen Push für ihr Selbstbewusstsein brauchen, weil sie von ihrem Partner oder ihrer Partnerin gerade verlassen wurden. Und das kratzt natürlich häufig am Selbstbewusstsein. Wenn dann ein Backup Partner bereit steht, mit dem man einige schöne Stunden verbringen kann, ohne, dass es dabei zu ernst werden muss, empfinden das viele Personen als angenehm. Manche haben sogar langjährige Backup Partner, auf deren Gesellschaft sie immer dann zurück kommen, wenn es mit ihren ernsthaften Partnern und Partnerinnen zum Bruch gekommen ist.

Gibt es noch andere Rollen für Backup Partner?

Backup Partner können aus der Rolle des Backups unter Umständen auch einmal herauskommen, wenn beide Seiten sich darauf einigen. Scherzhaft sagen zum Beispiel gute Freunde oft, dass sie, wenn sie etwa bis zu ihrem 40. Geburtstag niemanden gefunden haben der, oder die, tatsächlich zu ihnen passt, miteinander eine Beziehung eingehen wollen. Und einige tun das dann auch tatsächlich. In diesem Sinne kann ein Backup Partner also auch eine Person sein, die nicht die Person für die tiefe romantische Liebe ist, mit der man sich aber wirklich gut versteht. Und bevor man am Ende im Leben alleine bleibt ziehen Menschen es manchmal vor dann lieber eine Beziehung mit ihrem Backup Partner einzugehen.

Ein Backup Partner kann sich sowohl als rein sexueller Partner, als auch als guter Freund oder gute Freundin wiederfinden. Welche Rolle dem Backup Partner genau zugedacht wird entscheiden die beiden Beteiligten selbst. Manchmal fehlt Menschen, die keinen festen Partner haben ein sexuelles Abenteuer von Zeit zu Zeit. Allerdings ist es oft mühsam sich bei Bedarf punktuell Sexualpartner suchen zu müssen. Dann ist es praktisch hierfür einen Backup Partner zu haben, der zu besagtem Zwecke quasi auf Stand-by steht. Ist man nach einer gescheiterten Beziehung in der Trauerphase, dann fehlt anderen wiederum vor allem die emotionale Nähe, wie man sie in einer Beziehung erlebt. Und auch diese Lücke können Backup Partner füllen indem man einfach viel Zeit miteinander verbringt und sich dabei emotional nahe ist.

Als Backup Partner eignet sich zunächst einmal grundsätzlich jede Person, die man mag und die das für eine Partnerschaft bevorzugte Geschlecht hat. In der Realität sind Backup Partner jedoch häufig Menschen, die man sehr gut kennt. Nicht selten sind Ex-Partner, mit denen es aus irgendeinem Grund doch nicht zu einer langen Beziehung kam, Backup Partner. Viele kehren in den oben genannten Bedarfsfällen immer wieder zu ihren Ex-Liebhabern zurück. Oft handelt es sich bei Backup Partnern auch um Freunde aus der Kindheit oder der Schule sowie dem Studium. Mit ihnen war man niemals wirklich zusammen, man ist sich jedoch vertraut und gut befreundet und weiß genau was man voneinander erwarten kann.

Warum sind Backup Partner nur das Backup und nicht die große Liebe?

Meistens haben Backup Partner eine Reihe an Eigenschaften und Vorzügen, die sich Menschen für ihre persönliche große Liebe wünschen. Aber irgendetwas fehlt am Ende dann doch. Manchmal ist ein Backup Partner zu unstet und nicht für eine feste Beziehung zu haben. In anderen Fällen wiederum sind die Wünsche und Träume, die man für seine Zukunft hat zu unterschiedlich. Zum Beispiel können hier Differenzen bei der Frage zu einem etwaigen Kinderwunsch eine Rolle spielen. Manchmal hat es mit den Backup Partnern in einem ersten Anlauf auch auf Grund äußerer Umstände nicht geklappt.

Vielleicht war das Backup emotional zu diesem Zeitpunkt nicht voll verfügbar oder ist für den Job in eine andere Stadt umgezogen, während man selbst vor Ort blieb. Und schließlich kommt man gegenseitig aus der Rolle des Backups nicht mehr heraus, weil der Punkt, an dem man sich ernsthaft ineinander hätte verlieben können einfach irgendwann überschritten wurde.

Warum hat der Herz-König ein Schwert im Kopf? Erklärung


Der Herzkönig ist eine der bekanntesten Spielkarten in einem Deck. Aber warum steckt ihm ein Schwert aus dem Kopf?

Warum hat der Herz-König ein Schwert im Kopf? Erklärung

Es gibt einige Theorien darüber, warum der König der Herzen ein Schwert im Kopf hat. Eine Theorie besagt, dass es ein Symbol der Gerechtigkeit ist. Der König hält die Waffe, die seine Macht und Autorität repräsentiert, und er benutzt sie, um sein Volk zu schützen.

Eine andere Theorie besagt, dass das Schwert an die Gefahren einer Machtposition erinnert. Egal wie stark oder kompetent man ist, es besteht immer die Möglichkeit, dass etwas schiefgeht. Der König trägt die Last der Verantwortung auf seinen Schultern, und das Schwert erinnert ihn (und uns) daran, dass wir alle mit unseren Entscheidungen vorsichtig sein müssen.

Wer oder was ist der Herz-König?

Wer oder was ist der König der Herzen?

Der Herzkönig ist eine Figur in vielen Spielkartendecks. Er wird oft als Narr oder Narr dargestellt, und seine Rolle im Deck besteht normalerweise darin, Comic-Erleichterung hinzuzufügen. Der König der Herzen hat jedoch mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht.

Trotz seines albernen Aussehens ist der König der Herzen eigentlich ein Symbol für Stärke und Macht. Er repräsentiert die Qualitäten von Mitgefühl, Freundlichkeit und Liebe. In vielen Decks wird er mit einem Herz in der Hand gezeigt, was seine Fähigkeit bedeutet, Liebe zu geben und zu empfangen.

Der Herzkönig ist eine wichtige Figur in Tarot-Lesungen und kann je nach Kontext eine Reihe verschiedener Dinge darstellen. Er kann Neuanfänge, emotionale Heilung oder sogar wahre Liebe darstellen.

In welchem Spielkartendeck gibt es den Herz-König?

Der Herzkönig erscheint in einem Kartenspiel, das Kreuz, Karo, Herz und Pik enthält. In jeder Farbe gibt es 13 Karten: ein Ass, zwei bis zehn, ein Bube, eine Dame und ein König. Der Herzkönig ist einer der vier Könige in einem Standard-Spielkartenspiel.

Der König der Herzen wird oft als „Selbstmordkönig“ bezeichnet, weil er sich mit seinem Schwert in den Kopf zu stechen scheint. Einige glauben, dass dies auf einen Druckfehler des ursprünglichen Designs zurückzuführen ist, während andere glauben, dass dies beabsichtigt war. Unabhängig vom Grund ist der Herzkönig eine der bekanntesten Figuren in einem Kartenspiel.

Welche Funktion hat der Herz-König im bekannten Spieldeck?

Beim Kartenspiel ist der Herzkönig eine der vier Königskarten. Dazu gehören der König, die Dame, der Bube und das Ass. Der Herzkönig gilt als die wichtigste Karte im Deck. Er wird oft als „Anführer“ oder „Chef“ bezeichnet. Die anderen Lizenzkarten sind ebenfalls wichtig, aber der König der Herzen wird normalerweise als der mächtigste im Kartendeck angesehen.

Der König der Herzen hat ein paar verschiedene Rollen im Spiel. Eine seiner Hauptaufgaben ist es, als Joker zu fungieren. Dies bedeutet, dass er verwendet werden kann, um jede andere Karte im Deck darzustellen. Dies kann hilfreich sein, wenn man versucht, eine Hand zu vervollständigen oder ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Herzkönig wird auch oft als Trumpfkarte verwendet. Das bedeutet, dass er anstelle einer anderen Karte gespielt werden kann, auch wenn es technisch nicht erlaubt ist.

Was ist ein Brownout? Erklärung, Bedeutung, Definition


Ein Brownout ist ein anhaltender Niederspannungszustand in einem elektrischen Stromnetz. Die Bundesnetzagenturen bezeichnen Brownouts häufig als „Gebietsabschaltungen“. Spannungsabfälle können wiederum zu Stromausfällen und Abschaltungen führen. Das Prinzip von Brownouts besteht darin, dass durch die Verringerung der Spannung in einem Gebiet die Abdeckung dieses Gebiets erhöht werden kann. Dies geschieht, indem einige Teile des Stromnetzes abgeschaltet werden, um andere am Netz zu halten. Stromausfälle dauern in der Regel vier Stunden oder weniger, können aber gelegentlich auch länger andauern.

Brownout bei Angebot und Nachfrage

Ein Brownout ist ein Stromausfall, der auftritt, wenn die Nachfrage nach Strom das Angebot übersteigt. Das kann passieren, wenn das Stromnetz überlastet ist oder wenn es ein Problem mit dem Kraftwerk gibt. Stromausfälle können gezielt sein, d. h. nur bestimmte Gebiete sind betroffen, oder sie können weit verbreitet sein.

Unkontrollierter Spannungsabfall beim Brownout

Ein Brownout ist ein unkontrollierter Spannungsabfall, der mehrere Minuten dauern kann. Brownouts werden durch ein überlastetes Stromnetz oder eine Störung in der Stromversorgung verursacht. Bei Spannungsabfällen kann es in Unternehmen und Haushalten zu Stromausfällen kommen.

Im Falle eines Stromausfalls können Geräte flackern oder weniger Strom verbrauchen. Stromausfälle können bei einem Spannungsabfall in einer elektrischen Stromversorgung auftreten.

Siehe: Unterschied: Blackout – Stromausfall

Wie oft kommen Brownouts vor?

Stromausfälle kommen häufiger vor, als man denkt. Sie treten auf, wenn die vom Kraftwerk gelieferte Spannung abfällt. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, z. B. eine instabile Verbindung oder eine zu große Nachfrage seitens der Verbraucher. Stromausfälle dauern in der Regel nicht lange, aber sie können lästig sein und zu Störungen führen.

Wie hoch ist die Gefahr eines Brownouts?

Im kommenden Winter besteht die Gefahr von Stromausfällen, da es zu unkontrollierbaren Lastabschaltungen kommen kann. Das Stromnetz ist nicht in der Lage, die zusätzliche Nachfrage von Gasheizungen und anderen Geräten, die Strom verbrauchen, zu bewältigen. Dies kann zu Stromausfällen führen, d. h. zu Zeiträumen, in denen die Leistung gering ist. Die Bundesnetzagentur arbeitet an der Verbesserung des Stromnetzes, aber es ist immer noch anfällig für Stromausfälle in Zeiten hoher Nachfrage.

Gibt es im Strom eine Abschaltreihenfolge?

Ja, es gibt eine Abschaltreihenfolge im Strom. Die Abschaltreihenfolge ist wie folgt: Stromversorger, Übertragungsnetzbetreiber, Netzbetreiber, Bundesnetzagentur. Diese werden nacheinander abgeschaltet und der ihnen zur Verfügung stehende Stromverbrauch wird reduziert. Diese Abschaltung zielt darauf ab, die Stromzufuhr für das Prinzip zu reduzieren, und es ist unwahrscheinlich, dass andere Verbraucher davon betroffen sind.

Wie wahrscheinlich sind Lastabschaltungen im Strom?

Lastabschaltungen sind im Falle einer Unterbrechung der Stromversorgung eine sehr reale Möglichkeit. Nach Angaben der Bundesnetzagentur „müssen die Netzbetreiber die Wahrscheinlichkeit von Lastabschaltungen so gering wie möglich halten“. Denn Lastabschaltungen können einen Engpass im Stromnetz verursachen, der zu Stromausfällen führen kann.

Im kommenden Winter werden die Lastabschaltungen aufgrund der gestiegenen Stromnachfrage wahrscheinlich zunehmen. Dies liegt daran, dass in den Wintermonaten weniger Stromerzeugungskapazität zur Verfügung steht. Die Kraftwerke gehen in dieser Zeit in der Regel wegen Wartungsarbeiten oder aus anderen Gründen vom Netz. Infolgedessen ist der Strommarkt angespannter und die Preise sind höher.

Trotz der erhöhten Wahrscheinlichkeit von Lastabschaltungen im Winter sind die Netzbetreiber in der Regel in der Lage, diese unter Kontrolle zu halten und großflächige Ausfälle zu verhindern. Das liegt daran, dass sie über Notfallpläne verfügen und den Strom notfalls umleiten können. Darüber hinaus können sie andere Maßnahmen wie Lastabwürfe einsetzen, um die Nachfrage im Netz zu verringern.

Wie oft kommen Stromausfälle in Deutschland vor?

In Deutschland kommt es relativ häufig zu Stromausfällen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur gab es allein im Jahr 2018 rund 1.200 Stromausfälle. Das liegt daran, dass die Stromnetze in Deutschland nicht immer auf der Höhe der Zeit sind. Meistens dauern die Ausfälle nur ein oder zwei Minuten, es gab aber auch schon welche, die viel länger dauerten.

Was ist der Sekundärer Sektor? Berufe, Wirtschaft, Erklärung, Bedeutung, Definition


Der sekundäre Sektor ist ein wirtschaftlicher Sektor, der sich mit der Verarbeitung von Rohstoffen und der Herstellung von Endprodukten befasst. Dieser Sektor ist für die Wirtschaft eines Landes von entscheidender Bedeutung, da er einen großen Anteil an der Gesamtwirtschaftsleistung ausmacht. In Deutschland macht der sekundäre Sektor etwa 25 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung aus.

Die Sektoren einer Volkswirtschaft

Eine Volkswirtschaft kann in fünf Sektoren unterteilt werden, welche sich mit der Produktion und dem Austausch von Produkten und Dienstleistungen beschäftigen. Mit dieser Definition von Wirtschaftssektoren werden die Erwerbstätigen eines Landes in Kategorien zugeordnet. Jeder dieser Sektoren hat eine andere Bedeutung für die Volkswirtschaft.

Primärer Sektor: Der Primärsektor umfasst die Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bergbau und somit die Urproduktion. Er ist der älteste und ursprünglichste aller Volkswirtschaftssektoren. Der Primärsektor befasst sich mit der Gewinnung natürlicher Ressourcen wie Bodenschätze, Holz und landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Sekundärer Sektor: Der Sekundärsektor bezieht sich auf die Verarbeitung von Rohstoffen, die im Primärsektor gewonnen werden. Er umfasst die Herstellung von Gütern wie Autos, Bekleidung und Elektronik. In den entwickelten Ländern ist der Anteil des Sekundärsektors an der Wirtschaft oft höher als der des Primärsektors, da er mehr Wertschöpfung generiert.

Tertiärer Sektor: Der Tertiärsektor ist der Dienstleistungssektor und umfasst alle Aktivitäten, die keine produktiven Tätigkeiten sind. Dazu gehören Handel, Transport, Finanzdienstleistungen, Unterhaltung und Tourismus. In den entwickelten Ländern ist der Tertiärsektor oft der größte Volkswirtschaftssektor, da er einen großen Teil der Arbeitskräfte beschäftigt und ebenso einen großen Teil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht.

Quartärer Sektor: Dieser Sektor bezieht sich auf die Forschung und Entwicklung sowie auf das Wissensmanagement. Er umfasst Aktivitäten wie Bildung, Technologieentwicklung und medizinische Forschung. In den meisten Ländern ist der quartäre Sektor relativ klein, aber seine Bedeutung für die Volkswirtschaft ist groß, da er Innovationen und technischen Fortschritt vorantreibt.

Quintärer Sektor: Der quintäre Sektor bezieht sich auf die anderen Bereiche der Volkswirtschaft, die nicht direkt mit dem Produktionsprozess verbunden sind. Dazu gehören Umwelt-, Kultur- und Sozialpolitik sowie Verteidigung und Sicherheit. Ebenso zählen das Gesundheitswesen und die Entsorgungswirtschaft zu diesem Wirtschaftssektor.

Die Bedeutung des sekundären Sektors in der Wirtschaft

Der sekundäre Sektor der Wirtschaft ist der Bereich, in dem Waren hergestellt werden. In diesem Sektor sind die Unternehmen tätig, die Rohstoffe verarbeiten und produzieren.

Der sekundäre Sektor umfasst folgende Bereiche:

  • produzierendes Gewerbe
  • Energiegewinnung
  • Wasserwirtschaft
  • Aufbereitung von Bergbauprodukten
  • Verarbeitendes Gewerbe
  • Handwerk
  • Baugewerbe

Der sekundäre Sektor hat in den letzten Jahrzehnten einen enormen Wandel durchgemacht. Dies ist vorrangig auf die fortschreitende Technologisierung zurückzuführen. Immer mehr Arbeiten werden von Maschinen übernommen, sodass immer weniger Arbeitskräfte in diesem Bereich tätig sind. Auch die Globalisierung hat ihren Teil dazu beigetragen, dass immer mehr Produkte im Ausland hergestellt werden. Dies hat zur Folge, dass immer weniger Menschen in Deutschland in diesem Bereich arbeiten.

Trotzdem ist der sekundäre Sektor nach wie vor ein wichtiger Teil der deutschen Wirtschaft. Er trägt zur Wertschöpfung bei und sichert so Arbeitsplätze. Zudem ist er auch für die Innovationen in der Wirtschaft verantwortlich. Neue Technologien und Produkte kommen meist aus dem sekundären Sektor und finden ihren Weg in den tertiären Sektor oder in andere Bereiche der Wirtschaft.

In welchen Berufen arbeiten Arbeitnehmer im sekundären Sektor?

Der Sekundärsektor (auch bekannt als industrieller Sektor) ist ein Wirtschaftsbereich, der sich auf die Verarbeitung von Rohstoffen konzentriert, die im Primärsektor gewonnen wurden.

Im sekundären Wirtschaftssektor arbeiten vor allem Erwerbstätige in der Fertigung und in der Bauwirtschaft. Somit befinden sich die meisten Arbeitsplätze im sekundären Sektor in der Industrie, gefolgt vom Baugewerbe. In der Industrie gibt es viele verschiedene Arten von Jobs, von denen einige hoch qualifiziert und andere weniger qualifiziert sind.

Die hoch qualifizierten Jobs im sekundären Sektor sind in der Regel in der Fertigung oder im Forschungs- und Entwicklungsbereich zu finden, während die weniger qualifizierten Jobs eher in den Bereichen Montage und Verpackung anzutreffen sind. Im Baugewerbe arbeiten die meisten Arbeiter als Maurer, Dachdecker, Zimmerleute oder Schreiner.

Der industrielle Sektor umfasst gewerbliche sowie handwerkliche Berufe. Ebenso zählen die Berufe aus dem energiewirtschaftlichen Bereich sowie die Versorgungsberufe dazu. Wer in der Metallindustrie oder im Maschinenbau tätig sind, gehört genauso dem industriellen Sektor an wie ein Maurer oder Schreiner.

Metallarbeiter verarbeiten beispielsweise Rohstoffe, welche im primären Sektor (etwa dem Bergbau) erschlossen werden. Schreiner verarbeiten und bearbeiten insbesondere das Holz, welches im primären Sektor, der Forstwirtschaft, gewonnen wird.

Zu den typischen Berufen im sekundären Sektor gehören unter anderem:

  • Industriemeister
  • Facharbeiter
  • Bauarbeiter
  • Maurer
  • Produktionsmechaniker
  • Ingenieure
  • Chemiker
  • Mechaniker
  • Monteure
  • Tischler
  • Schreiner

Der sekundäre Wirtschaftssektor in Deutschland im Wandel

In den letzten zwei Jahrhunderten hat in den Wirtschaftssektoren Deutschlands, aber auch in vielen anderen Ländern der Welt, ein bedeutender Wandel stattgefunden. Die Gesellschaft wurde früher vom Agrarsektor dominiert. Der technischen Fortschritt im Laufe der Industrialisierung lockte jedoch immer mehr gewerbliche Arbeiter in die Städte.

Doch auch in dieser Zeit entwickelte sich die Gesellschaft weiter: Maschinen wurden produktiver und es gab einen steigenden Bedarf an Konsumangeboten und Freizeitangeboten. Zudem gewannen neue Dienstleistungen, die durch das Internet entstanden sind, immer mehr an Bedeutung. So kam es schrittweise zur Tertiärisierung der Wirtschaft und inzwischen macht der tertiäre Sektor in vielen Ländern der Welt den größten Anteil der Beschäftigten aus.

Anteil der Beschäftigten im sekundären Sektor seit Jahren gesunken

Der sekundäre Sektor hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. 1970 waren noch 46,5 Prozent der Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe tätig. Dieser Anteil ist bis 1995 kontinuierlich auf 31,9 Prozent gesunken. 2019 war nur noch knapp jeder vierte Erwerbstätige (24,1 Prozent) im sekundären Sektor tätig.

Der Anteil des sekundären Sektors, insbesondere des produzierenden Gewerbes, hat seit Jahren bundesweit ständig abgenommen und liegt heute bei rund 25 Prozent. In Deutschland gibt es jedoch deutlich sektorale Strukturunterschiede. Nach der deutschen Einigung wurden insbesondere die neuen Bundesländer durch eine starke Deindustrialisierung gekennzeichnet. Inzwischen erreicht der sekundäre Wirtschaftssektor nur noch in einzelnen ostdeutschen Industrieregionen einen Anteil oberhalb 30 Prozent. Südthüringen hat dabei mit knapp 37 Prozent den höchsten Anteil.

In einigen Regionen im Bereich Schwarzwald und Ostwürttemberg finden sich weiterhin Werte von knapp über 40 Prozent. Diese Regionen zeichnen sich durch traditionelle gewerbliche Spezialisierungen aus, beispielsweise im Fahrzeugbau oder in der Textilindustrie. Ebenso in der Leder-, Feinmechanik-, Glas- und Keramikindustrie gibt es dort solche klassischen Produzenten, die sich mit ihren Spezialprodukten behaupten.

In Deutschland sind Stadtregionen kaum noch wichtige Standorte für die Industrie. Folglich macht das produzierende Gewerbe in den großen Ballungsgebieten wie Berlin, Hamburg, dem Ruhrgebiet oder dem Rhein-Main-Gebiet nur noch einen geringen Anteil von teilweise deutlich unter 20 Prozent aus. Diese Regionen haben sich inzwischen zu bedeutsamen Dienstleistungszentren für das gesamte Gebiet entwickelt.

Was ist ein „Angel Shot“? Erklärung, Bedeutung, Definition


Der Angel Shot Code ist eine Reihe von Signalen, die Bar- und Restaurantpersonal verwenden kann, um Frauen in Not zu helfen. Der Code ist einfach: Wenn eine Frau beim Barkeeper einen „Angel Shot“ bestellt, bestellt sie in Wirklichkeit ein Getränk, das ihr hilft, einer schlimmen Situation zu entkommen.

Das geschulte Personal bringt die Frau dann auf die Toilette, wo sie sich umdrehen und die Tür verriegeln kann, um zu signalisieren, dass sie in Not ist. Die Kellnerin bringt der Frau dann ein Getränk und bleibt bei ihr, bis sie bereit ist zu gehen. Das Personal wird auch ein Taxi für die Frau rufen, wenn sie eines braucht. In einigen Fällen wurde sogar schon die Polizei gerufen, um Frauen in Not zu helfen.

Was passiert nach der Bestellung eines Angel Shot an der Bar?

Nachdem Sie einen Angel Shot bestellt haben, wird der Barkeeper Sie fragen, ob Sie sicher sind, dass Sie einen wollen. Das liegt daran, dass diese Shots ein Geheimcode sind und nur im Notfall bestellt bzw. benutzt werden sollten. Wenn Sie dies bejahen, wird der Barkeeper den Shot zubereiten und ihn Ihnen dann aushändigen und dafür sorgen, dass Sie Hilfe erhalten.

Kritik am ‚Angel Shot‘

Der „Engelsschuss“ wird insofern kritisiert, als er als Mittel zur Sexualisierung von Missbrauch angesehen werden kann. Es kann als ein Weg gesehen werden, ein sehr ernstes Problem zu verharmlosen, und einige Menschen halten dies für unangemessen.

Diese Initiativen haben zwar erfolgreich dazu beigetragen, die Belästigung einzudämmen, wurden aber auch dafür kritisiert, dass sie die eigentliche Ursache des Problems nicht angehen: eine Kultur, die sexuelle Belästigung und Übergriffe toleriert.

Andere Initiativen zum diskreten Schutz

Es gibt auch andere diskrete Schutzinitiativen, wie die Kampagnen „Angela“ oder „Ask for Angela“. Dabei handelt es sich um fiktive Kampagnen, die von einem Mitarbeiter gestartet werden, der sich als hilfsbedürftig erweist. Sie werden durch ein Plakat in der Bar oder in der Umgebung aufgerufen, das die Leute auffordert, sich an sie zu wenden, wenn sie Hilfe brauchen.

Von „Drink Cap“ bis „Angel Shot“: Viele Initiativen in Krems

Von „Drink Cap“ bis „Angel Shot“: Viele Initiativen in Krems
In dem Bemühen, sexuelle Belästigung und Übergriffe zu reduzieren, hat die Stadt Krems, Österreich, mehrere Initiativen eingeführt, darunter die „Trinkkappe“ und den „Angel Shot“. Der „drink cap“ begrenzt die Menge an Alkohol, die auf einmal gekauft werden kann, und der „angel shot“ ist ein Getränk, das von einer Frau bestellt werden kann, die sich auf einer Party belästigt fühlt.

Ein Drink, mit dem man Hilfe holt

Wenn Sie sich in einer Bar in einer unangenehmen oder gefährlichen Situation befinden, können Sie einen „Angel Shot“ bestellen, um dem Personal zu signalisieren, dass Sie Hilfe brauchen. Sagen Sie dem Barkeeper oder Angestellten einfach, dass Sie einen „Angel Shot“ bestellen möchten, und er wird wissen, was zu tun ist. Das Getränk ist in der Regel ein lokales Bier oder ein alkoholfreies Getränk, das Sie umsonst bekommen. Sobald Sie das Getränk haben, lautet das Codewort „Angel“. Dadurch weiß das geschulte Sicherheitspersonal oder der Barkeeper, dass Sie um Hilfe bitten, und sie können Ihnen helfen.

In Amstetten hilft „Luisa“ bei Belästigung

In Amstetten ist „Luisa“ ein lokales Projekt ähnlich wie „Angel Shots“, das bei Mobbing hilft. „Luisa“ ist die Abkürzung für „Lokale Ordnung für die Sicherheit von Mitarbeitern in ähnlichen Situationen“. Das Projekt wurde 2013 als Reaktion auf mehrere Fälle von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ins Leben gerufen. „Luisa“ bietet eine sichere und vertrauliche Möglichkeit für Mitarbeiter, Vorfälle von Belästigung zu melden. Geschulte Mitarbeiter nehmen an dem Projekt teil und stehen denjenigen, die belästigt wurden, mit Rat und Tat zur Seite.

Initiativen für sorgenfreies Feiern

Initiativen zum unbeschwerten Feiern gibt es an Hochschulen zuhauf. Es gibt Initiativen, wie die Munster Anti-Violence Partnership in Indiana und das Luisa Vorarlberg Institut in Österreich. Diese Organisationen setzen sich für die Sicherheit und die Verhinderung von Gewalt auf College-Partys und anderen Veranstaltungen ein.

Awareness Groups drehen Runden in Clubs

Sensibilisierungsgruppen machen in Clubs die Runde, um das Bewusstsein für sexuelle Belästigung zu schärfen und lokalen Unternehmen zu helfen, ein sichereres Umfeld zu schaffen. Die Initiative soll dazu beitragen, dass sich Clubbesucher wohler fühlen, wenn sie sexuelle Belästigung melden, wenn sie ihnen beim Ausgehen passiert. Bislang war die Resonanz positiv, und viele Menschen schätzen die Bemühungen, ihre örtlichen Clubs sicherer zu machen.

Was sind U-Boot-Eltern? Erklärung, Bedeutung, Definition


Während überfürsorgliche Eltern für sämtliche Pädagogen oft eine wahre Herausforderung darstellen können, da sie immer präsent sind, handelt es sich bei den sogenannten U-Boot-Eltern um das komplette Gegenteil. Dieser Eltern-Typ lässt sich in allen schulischen Einrichtungen so gut wie nie gesehen. U-Boot-Eltern sind für Lehrer/Erzieher nicht erreichbar und ignorieren jeden Elternabend. Selbst bei schulischen Freizeitaktivitäten oder Veranstaltungen glänzen sie meistens durch Abwesenheit.

Was sind U-Boot-Eltern? Erklärung, Bedeutung, Definition

Mit diesem Desinteresse kann Kindern deutlich mehr Schaden zugefügt werden als durch das Verhalten überfürsorglicher Eltern (Helikopter-Eltern). Denn U-Boot-Eltern tauchen meistens erst dann auf, wenn die Noten ihrer Kinder stetig schlechter werden und eventuell die Versetzung auf dem Spiel steht. Normalerweise äußern U-Boot-Eltern in dieser Situation auch noch eine heftige Kritik gegenüber der Schule und den Lehrern.

Die jeweilige Schule sowie die Lehrkräfte sind für U-Boot-Eltern stets die Verantwortlichen und Verursacher für Probleme. Einige Eltern dieser Art sind fest davon überzeugt, dass ausschließlich Pädagogen und Schulsystem für die schulische Erziehung ihrer Kinder zuständig sind.

Extremes Desinteresse verschärft schulische Probleme der Kinder

U-Boot-Eltern, die sich für die schulische Ausbildung ihrer Kinder und deren Fortschritte nicht interessieren, können ihrem Nachwuchs dadurch erheblichen Schaden zufügen. Kinder geraten durch dieses ungewöhnliche Verhalten ihrer Eltern gleichermaßen daheim und in ihrer Schule unter enormen Druck.

Die betroffenen Kinder fühlen sich hilflos, denn die Unterstützung ihrer Eltern wird ihnen komplett verweigert. Abfallende Leistungen sind daher meistens kein Unverständnis, sondern einfach eine Art Hilferuf. Sie möchten von ihren Eltern unterstützt und vor allem gesehen werden. Diese Situation sollte unbedingt vermieden werden.

Was für ein Eltern-Typ sind U-Boot-Eltern? Erklärung

Die Bezeichnung U-Boot-Eltern entstammt durchaus nicht der psychologischen Fachsprache. Dieser Begriff und andere spezielle Bezeichnungen für Eltern-Typen ergaben sich aus Alltags-psychologischer Betrachtung und mittels journalistischer Diskurse. U-Boot-Eltern werden hauptsächlich in Verbindung mit Schullehrern und schulischen Einrichtungen erwähnt.

Vertreter des Lehrkörpers und Schulrechtsexperten interpretieren diesen Eltern-Typ so:

  • es finden keine Eltern / Lehrer Gespräche statt
  • U-Boot-Eltern erscheinen über eine längere Zeit überhaupt nicht in der Schule
  • dieser Eltern-Typ nimmt die schulische Entwicklung der Kinder erst sehr spät oder fast gar nicht wahr.

Erst schulische Probleme wie eine Versetzungsgefährdung oder ähnliche schwerwiegende Ereignisse sehen U-Boot-Eltern als Anlass, um sich bei den Lehrern oder der Schulleitung zu melden. Ab diesem Moment kann es sogar vorkommen, dass sonst desinteressierte Eltern direkt mit einem Anwalt drohen. Letztendlich sind es jedoch die Kinder, die unter diesem Verhalten leiden.

U-Boot-Eltern häufen sich heutzutage an allen Schulen

Laut Schulrechtsexperten nehmen derartige Klageschriften seit einigen Jahren deutlich zu. Dieser Eltern-Typ ist also heutzutage keineswegs ein Einzelfall.

Typisches Verhalten der U-Boot-Eltern ist beispielsweise auch:

  • Mit Lehrenden wird nicht kooperiert, es findet dagegen ein regelrechter Kampf zwischen Eltern und Pädagogen statt.
  • Sie sind also stetig konfrontativ, anstatt kooperativ.
  • Offizielle Elternabende sowie Einladungen zu Elterngesprächen werden kaum besucht beziehungsweise wahrgenommen.
  • Probleme werden nur unregelmäßig mit Schulmitarbeitenden in einem persönlichen Gespräch erörtert.
  • Erste Anzeichen, dass Kinder unter schulischen Problemen leiden, werden nicht ernst genommen.
  • Erst wenn beispielsweise ein Schulverweis angekündigt wird oder durch schlechte Leistungen die Versetzung infrage steht, melden sich U-Boot-Eltern.
  • Manche dieses Eltern-Typs sind sogar dann nicht in der Lage oder auch nicht willens sich mit den Lehrenden auszutauschen. Es wird eventuell gleich ein Widerspruch, ein Anwaltsschreiben oder sogar eine Klage eingereicht.

Fehlende Unterstützung führt zu mehr Druck

Auch wenn manche Eltern derart drastisch reagieren, wollen sie für ihr Kind in der Regel das Beste. Allerdings sorgt das überzogene Desinteresse eher dafür, dass es für die betroffenen Kinder stetig schlimmer wird.

Lehrer wie auch Eltern haben Pflichten und Rechte. Wenn beide Seiten genau darüber informiert sind und respektvoll miteinander umgehen, lässt sich für die Kinder das bestmögliche Bildungsergebnis erzielen. Glauben Eltern jedoch, dass ihnen durchweg Rechte zustehen, Pflichten jedoch nicht, kann die Verbindung Eltern / Schule nicht funktionieren.

U-Boot-Eltern: Meinungen von Schulrechtsexperten

Laut Schulrechtsexperten sind überfürsorgliche Eltern (Helikopter-Eltern) oft sehr anstrengend, da sie andauernd vor dem Lehrerzimmer warten und detailliert informiert werden möchten. Doch dieser Eltern-Typ interessiert sich wenigstens für die schulischen Leistungen ihrer Kinder.

U-Boot-Eltern agieren dagegen meistens völlig anders. Hier herrscht die Meinung, dass immer die Schule und deren Pädagogen für bestmögliche schulische Leistungen zu sorgen haben. Daher wird nicht bei beginnenden Problemen ein klärendes Gespräch gesucht. Auf dieser Basis ist eine erfolgreiche Interaktion zwischen Lehrenden und Eltern kaum möglich.

Warum sind Affen in Indien heilig? Erklärung


In Indien gelten die Affen als heilige Tiere. Nach einer alten Legende stahl Hanuman (ein Affe) eine köstliche Mangofrucht aus dem Garten eines sagenhaften Riesen und chenkte sie den Menschen. Der Affe wurde eingefangen und sollte bei lebendigem Leib verbrannt werden, schaffte er aber, die Flammen zu löschen und überlebte. Während er das Feuer löschte, verbrannte er sich Gesicht und Hände, die schwarz wurden. Diese Legende veranlasste die Inder, den Affen in die Reihe der heiligen Tiere und sogar der lebenden Götter zu stellen.

Zu Ehren der Affen wurden ganze Tempel gebaut, in denen sie angebetet und verehrt werden. Einheimische und Landwirte ertragen geduldig das Unheil, das diese agilen Tiere in Plantagen und Gärten anrichten. Es ist untersagt, Affen zu fangen, und die Einheimischen öffnen ihre Häuser für sie und bauen ihre geliebten Früchte in ihren Gärten an.

Warum sind Affen in Indien heilig? Erklärung

Nach dem Ramayana hilft Hanuman, ein Affensohn und Gott des Windes, dem Gott Rama, seine Feinde zu bekämpfen und seine Frau Sita zurückzuholen, die vom bösen König von Lanka, Ravana, entführt worden war. Hanuman fliegt mit Leichtigkeit über die Meeresstraße, welche Indien von Ceylon trennt, entdeckt die dort versteckte Sita und bringt sie zu Rama zurück. Für seinen treuen Dienst beschenkt Rama Hanuman mit Gaben und belohnt ihn mit ewiger Jugend.

Einer anderen Legende zufolge sollen die Affen dem Gott Vishnu geholfen haben. Die Bevölkerung des Landes wurde von einem grausamen Riesen unterdrückt, aber Vishnu bekämpfte ihn. Doch Vishnu konnte den Feind nicht besiegen, also rief er die Affen zu Hilfe und bewältigte den Riesen. Aus diesem Grund sind Affen in Indien heilige Tiere.

Auch die in den heiligen Tempeln lebenden Affen sind privilegiert. Viele Touristen möchten die Affen füttern sich mit ihnen fotografieren lassen. Die Tiere sind so sehr an die Fütterung gewöhnt, dass sie den Menschen demonstrativ um Futter bitten, und sollten sie nicht bekommen, was sie wollen, dann werden sie zunehmend aggressiv und beißen vielleicht sogar.

Die Affen sind so frech geworden, dass sie in Wohnungen einbrechen, Hab und Gut und Lebensmittel zerstören und manchmal sogar Kleintiere rauben. In einem Jahr verzehren sie so viele Lebensmittel, dass sie 10 % der Landesbevölkerung ernähren können – ungefähr 50 Millionen Menschen.

In Indien leben über 40 Millionen Affen. Dabei handelt es sich meist um Rhesusaffen.

Sie sind kleine Affen mit einem schlanken Körper und einem Schwanz, der den gesamten Körper überragt. Eine Quaste befindet sich am Ende des Schwanzes. Der Affe hat ein gelb-weißes Fell und eine schwarze Kapuze im Gesicht. Und genau wegen dieser schwarzen Kapuze gilt der Affe bei den Indianern als heilig. Das Gewicht dieser Tiere liegt zwischen 2,5 und 8 kg. Ihr Gesicht und ihre Ohren sind unbehaart. Sie fressen Blätter, reife Früchte und Insekten und sind nicht zimperlich, wenn es um den Anbau von Getreide, Reis, Erdnüssen, Kaffeebohnen und Kokosnüssen geht. Eine Makakenfamilie kann aus 3 bis 80 Individuen zusammengesetzt sein. Die Beziehungshierarchie beruht auf der mütterlichen Linie. In der Herde dominieren die Weibchen, die bis zum hohen Alter in der Herde verbleiben. Wenn die Männchen die Geschlechtsreife erreichen, müssen sie die Herde verlassen. Im Alter von 3-4 Jahren erreichen die Affen die Geschlechtsreife, und die Trächtigkeit dauert bei den Weibchen etwa 180 Tage. Normalerweise werden ein, nur selten zwei Jungtiere geboren, welche bis zu 1,5-2 Jahre lang bei der Mutter bleiben.

Affen in Indien

Heilige Affen sehen sehr niedlich aus, schöne Tiere, extrem agil und lustig. Aber weil die Inder es als Sünde ansehen, ihnen zu verbieten, was sie wollen, sind diese Affen sehr verwöhnt und frech. Sie fügen den Menschen dort viel Schaden zu. Dies ist besonders unangenehm für Europäer, die in Indien leben. Sie sind gezwungen, die Affen die Gärten verwüsten zu lassen, und wagen es nicht einmal, ihren Unfug im Haus selbst zu beenden.

So geschah es einmal, dass ein Europäer in einem Anfall von Wut einen solchen lästigen Affen tötete: Die Inder waren so wütend auf den Europäer, dass sie ihn zu Tode steinigten. Ein anderer Ausländer tat das Gegenteil. Es gelang ihm, seinen Garten gut vor den Affen zu schützen, aber eine Herde von ihnen ließ sich in seinem Garten nieder. Die Affen trieben ständig ihr Unwesen und waren unerträglich geworden. Sie stahlen Obst, stiegen durch Fenster in Räume ein, nahmen sich, was ihnen gefiel, und zerstörten und verschmutzten alles, was sie berührten.

Die Inder beobachteten den Fremden ständig, damit er nicht ihre heiligen Tiere verletzte. Aber der Fremde war gerissen. Er goss etwas Brechweinstein in einen Topf mit Honig und stellte den Topf in den Garten. Mehrere junge Affen tauchten auf, aßen den Honig und beschmierten sich mit ihm. Die alten heiligen Affen bemerkten sofort, dass ihre Kinder mit Honig getränkt waren, und begannen, sie gierig zu lecken. Bald begannen sie alle zu erbrechen. Der Europäer wiederholte seinen Scherz mehrmals. Schließlich erkannten die Affen, dass sie unter seinem Garten litten, und haben ihn seitdem nicht mehr angeschaut.

Was ist Selbstlosigkeit? Erklärung, Bedeutung, Definition


Selbstlosigkeit ist eine Denkweise, die sich auf andere Menschen, nicht auf das eigene Selbst richtet, mithin also in psychologischer Hinsicht das Gegenteil von Narzissmus und Egoismus.

Was ist Selbstlosigkeit? Erklärung, Bedeutung, Definition

Aus diesem Denken folgt als Handlung die Uneigennützigkeit. Der aus dem Lateinischen abgeleitete Begriff für Selbstlosigkeit ist Altruismus (von lateinisch alter = andere). Den Begriff der Selbstlosigkeit schuf der französische Mathematiker und Philosoph Auguste Comte (1798 – 1857). Er postulierte ausdrücklich, das Selbstlosigkeit ein bewusstes Denken voraussetze und Uneigennützigkeit ein absichtliches Verhalten sein muss, das das selbstlos handelnde Individuum mehr Aufwand zugunsten eines anderen Menschen oder Wesens kostet, als es ihm an Nutzen einbringt. Daraus folgt unter anderem, dass echte Selbstlosigkeit stillschweigend stattfindet: Wer nämlich dafür bewundert werden will und deshalb mit seinen guten Taten hausiert, hofft auf hohe Anerkennung, die ihm möglicherweise mehr einbringt, als die Uneigennützigkeit an Aufwand verursacht hat.

Wer handelt selbstlos?

Es gibt sehr viele Menschen, die stillschweigend selbstlos handeln. Nach der genannten Definition sind sie schlecht zu ermitteln, weil ihre Uneigennützigkeit im Verborgenen stattfindet. Doch altruistische Verhaltensweisen sind unter anderem in den Religionen tief verwurzelt, gehören offenbar zu den Grundbedürfnissen von Menschen und wurden immer wieder auch bei Tieren nachgewiesen. Daher besteht unter Forschern eine Diskussion darüber, ob Selbstlosigkeit wirklich bewusst und willentlich existieren muss oder nicht doch angeboren ist. Einig sind sich alle Betrachter des Phänomens darüber, dass die Art einer selbstlosen Handlung und ihr direkter Effekt unerheblich für die Würdigung der Selbstlosigkeit sind. Es zählt allein, dass die Handlung

  • Aufwand verursacht,
  • jemandem hilft und
  • dem Helfenden praktisch nichts einbringt oder sehr viel weniger, als ihn sein Aufwand gekostet hat. Ein Dankeschön der bedachten Person muss genügen. Manchmal gibt es (so bei anonymen Spenden) nicht einmal das.

Selbstlos Handelnde spenden sehr oft anonym. Wenn die Empfänger unpolitische und gemeinnütziger Vereine sind, dürfen sie solche Spenden auch in großer Höhe annehmen. Parteien sind hingegen verpflichtet, bei Spenden über 500 Euro den Spender auf Nachfrage zu benennen. Andere Menschen engagieren sich in Vereinen und Hilfsorganisationen. Die Mediziner der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ absolvieren ihre Einsätze während ihrer Urlaubszeit und wenden nicht selten zusätzlich eigene finanzielle Mittel beispielsweise für die Reise an den Einsatzort auf.

Moralische und normative Selbstlosigkeit

Moralische Altruisten handeln aus Prinzip selbstlos. Sie haben einen moralischen Kompass, der ihnen sagt, wann sie helfen und dabei ihre eigenen Interessen zurückstellen müssen. Dabei geht es um unmittelbare materielle, um seelische und oft um praktische Hilfe. Vielfach soll das selbstlose Handeln eine bestehende Ungerechtigkeit beseitigen, weshalb auch der Einsatz für ungerecht behandelte Menschen zum uneigennützigen Handeln gehört. Die Gerechtigkeit haben die meisten Menschen als soziale Norm verinnerlicht.

Die normativen Altruisten handeln zwar auch nach genannter Definition selbstlos, doch sie folgen einer gesellschaftlichen und oft auch einer gesetzlichen Norm. Für Letzteres ist die Pflicht zur ersten Hilfe bei einem Verkehrsunfall bzw. medizinischen Notfall das gängigste Beispiel. Die Ersthelfer müssen selbstlos handeln, ob sie es wollen oder nicht, weil sie sich sonst strafbar machen. Gesellschaftliche Normen, wegen derer wir uns zur selbstlosen Hilfe verpflichtet fühlen, betreffen beispielsweise das Anbieten eines Sitzplatzes im öffentlichen Verkehrsmittel durch jüngere zugunsten älterer Personen oder noch mehr das Hinauftragen der schweren Einkäufe für die Seniorin aus dem obersten Stockwerk, der wir gerade im Flur begegnen. Wenn diese Art von normativer Selbstlosigkeit über die gängige Erwartung hinausgeht, weil beispielsweise die junge helfende Nachbarin nun anbietet, in Zukunft häufig bei den Einkäufen zu helfen, wird aus der normativen Selbstlosigkeit ein außerordentlicher Altruismus, den die Psychologie als supererogatorisches Handeln bezeichnet. Der Begriff stammt aus der Theologie und wurde vom barmherzigen Samariter abgeleitet.

Selbstlosigkeit: Altruismus und Sympathie

Sehr viele Menschen verhalten sich automatisch selbstloser, wenn ihnen die hilfsbedürftige Person sympathisch ist. Damit verknüpft ist Empathie, also ein Einfühlen in das Gegenüber. Auf diesen Effekt setzen zum Beispiel Hilfsorganisationen, die mit Bildern von offensichtlich sehr hilfsbedürftigen, aber gleichzeitig hübschen und sympathischen afrikanischen Kindern um Spenden werben. Daran ist nichts verkehrt, wenn es hilft. Doch echte Selbstlosigkeit sollte auch ohne diesen Sympathiebonus funktionieren. Reine Empathie, die sich in einen anderen Menschen hineinversetzt, auch wenn er gerade nicht so sympathisch erscheint (weil er zum Beispiel als Obdachloser verwahrlost ist), funktioniert immer und führt nach Möglichkeit zu uneigennützigem Handeln.

Rationale Selbstlosigkeit

Immer wieder wird hinterfragt, ob es wirklich echte Selbstlosigkeit gibt oder ob die Helfenden nicht doch einen Gewinn aus ihren Handlungen ziehen. Dies darf durchaus vermutet werden, denn selbst wenn sie vollkommen stillschweigend und anonym handeln, verschafft ihnen doch ihr Altruismus ganz persönlich ein gutes Gefühl. Dieses kann viel wert sein und in einigen Fällen sogar der Kompensation persönlicher Versäumnisse oder gar handfester Schuld dienen. Wenn dem so ist, wäre zu hinterfragen,

  • a) wie der Wert dieses guten Gefühls objektiv zu bemessen ist und
  • b) wie die Helfenden subjektiv selbst diesen Wert einschätzen.

Beides sind sehr rationale Überlegungen, die sich sogar teilweise in nackten Zahlen ausdrücken lassen. Sollte beispielsweise eine Person das Gefühl haben, in ihrem Job überbezahlt zu sein (etwa als Makler, der für einen vergleichsweise geringen Aufwand und fast ohne Know-how beträchtliche Summen verdient), könnte diese Person exakt so viel selbstlos spenden, wie sie glaubt zu viel zu verdienen. Damit wäre der Punkt b) beantwortet.

Der Punkt a) könnte nur durch jemanden geklärt werden, der angemessene Einkünfte objektiv berechnen kann. Aus solchen Überlegungen leitet sich die These vom rationalen Altruismus ab. Sie postuliert, dass durch selbstloses Handeln in der Gesellschaft ein Ausgleich für systemische Ungerechtigkeit geschaffen wird. Dieser Ausgleich, auch wenn er selbstlos und mithin anonym stattfindet, ist ein wichtiger Kit für das Zusammenleben. Es ist nämlich müßig, dem Makler per Gesetz seinen Gewinn beschneiden zu wollen. Solche Versuche gibt es immer wieder, doch sie führen zu Marktverwerfungen.

Wenn aber dieser Makler altruistisch handelt, nivelliert er einen Teil der herrschenden Ungerechtigkeit und Not, macht die Gesellschaft damit friedvoller und sicherer und profitiert letzten Endes selbst von einem funktionierenden Gemeinwesen, in welchem sich auch etwas makeln lässt. Dies dürfte ihm selbst klar sein. Daher ist seine Selbstlosigkeit durchaus rational begründbar. Schlecht ist das nicht, doch es hinterlässt ein weiteres Mal die Frage, ob es wirklich Selbstlosigkeit ganz ohne Eigennutz gibt.

Was sind dritte Orte? Erklärung, Bedeutung, Definition


Als dritte Orte bezeichnet man in der Soziologie Orte der Gemeinschaft und des informellen Zusammentreffens als ausgleichendes Element in Bezug auf Wohnen und Arbeiten. Das Konzept der drittem Orte wurde vom US-amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg eingeführt. In der ursprünglichen Definition finden sich dritte Orte im Stadtgefüge, in der Begriffserweiterung können auch virtuelle Orte als dritte Orte aufgegriffen werden. Heute wird das Konzept hauptsächlich zur Revitalisierung ländlicher Regionen genutzt.

Dritte Orte nach Ray Oldenburg: Eigenschaften, Erklärung

In seinem 1999 veröffentlichten Buch „The Great Good Place: Cafes, Coffee Shops, Bookstores, Bars, Hair Salons, and Other Hangouts at the Heart of a Community“ begründete Ray Oldenburg die Notwendigkeit der dritten Orte in Großstädten. Dabei differenzierte er erste Orte, also Orte der Familie und folglich des Wohnens und zweite Orte, also Orte des Arbeitslebens und Berufsumfelds. Dritte Orte sollten sich für soziale Interaktion eignen und darüber hinaus einen Ausgleich zum ersten und zweiten Ort schaffen. Zweck dieser Orte ist es also, soziale Beziehungen aufzubauen, seine Freizeit zu genießen, sich auszutauschen und mit seiner direkten Nachbarschaft in Kontakt zu treten.

Ausgangspunkt von Oldenburgs Konzeptentwicklung war die Analyse amerikanischer Großstädte. In ihnen stellte er im Vergleich zu europäischen Städten einen Mangel an informellen Orten im öffentlichen Raum fest. Für Oldenburg reichte das durch die Industrialisierung katalysierte Wachstum an Wohnsiedlungen und Arbeitsstätten nicht aus, um einen Stadtgefüge ausgeglichen zu gestalten. Er lobte die Art der Zusammenkunft in deutschen Biergärten, britischen Pub oder Wiener Kaffeehäusern. Denn diese Räume unterscheiden sich in ihrer sozialen Interaktion von ersten und zweiten Orten und fördern das informelle Gespräch.

Oldenburg weist dritten Orten acht spezifische Charakteristika zu, um deren Authentizität zu gewährleisten und sie in ihrer Unterscheidung zu ersten und zweiten Orten herauszuheben:

Auf neutralem Boden: Damit ist gemeint, dass jeder Mensch kommen und gehen kann wie es ihm beliebt. Die Beziehung von Gastgeber und Gast ist nicht vorhanden, alle fühlen sich gleich wohl und können eine Vielzahl von Freunden gleichzeitig treffen.

Dritte Orte ebnen aus: Hier ist soziale Ausgeglichenheit gemeint. Dritte Orte sollten inklusiv, der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich und an keine formalen Kriterien und Mitgliedschaften gebunden sein. Dadurch treten soziale Unterschiede nicht in ihrer Prägnanz auf.

Konversation ist die Hauptaktivität: Der neutrale Boden und die soziale Nivellierung bieten die beste Grundlage, um Konversationen in Gang zu bringen. Angeregte und interessierte Diskussionen sind die Hauptqualität des dritten Ortes, sie bereiten Freude und erlauben die Offenheit für neue Denkanstöße.

Erreichbarkeit und Wohlbefinden: Dritte Orte sollten am Tag und am Abend gut zu erreichen sein. Optimal ist es, dort unabhängig von der Uhrzeit Bekannte zu treffen. Das Gemeinschaftsleben wird gefördert und die Einzelperson fühlt sich wohler, wenn ein zugesicherter Ort ohne Einsamkeit und Langeweile vorzufinden ist.

Stammgäste: Die Stammgäste sind ein wichtiger Faktor dritter Orte, da sie dem Raum erst beleben sowie einen wahrnehmbaren Charakter zuweisen. Sind Stammgäste anwesend, wird das Gefühl von Vertrautheit und regelmäßiger Interaktion gefördert.

Low Profile: In ihrer Gestaltung sind dritte Orte unscheinbar. Sie sind schlicht und werden nicht beworben. Dies bietet einen angenehmen Kontrast zu einem Umfeld der Massenwerbung, in der die äußere Erscheinung stets über der Substanz steht.

Eine spielerische Stimmung: Freude und Akzeptanz stehen hier über Ängstlichkeit und Entfremdung. Ernste Gespräche werden vermieden um eine freundliche Stimmung und erholsame Gelassenheit aufrecht zu erhalten.

Ein zweites Zuhause: Die angenehme Umgebung ist für viele wie ein zweites Zuhause. Regelmäßige Begegnungen führen zu Freundschaften. Der dritte Ort, den man teilt, wird zum gemeinsamen Treffpunkt, an dem man sich gerne austauscht.

Konkrete dritte Orte in der Stadt

Viele Orte in der Stadt decken die von Oldenburg vorgeschlagenen Charakteristiken ab. Allgemein zählen dazu Orte, die der Gemeinschaft offen stehen, der Öffentlichkeit zugänglich sind und Aktivitäten anbieten, die die Arbeitsstätte und der Wohnort nicht abdecken. Wie der Titel des Buches es bereits vorausnimmt, zählen dazu Cafés, Bars und Kneipen sowie Räume für Dienstleistungen wie beispielsweise Buchläden, Friseure oder Waschsalons. Auch Büchereien zählen zu dritten Orten, da sie ohne an materiellen Konsum gebunden zu sein Raum für Vorträge, Diskussionen und informellen Treffen bieten. Alle diese Orte fördern das gemeinschaftliche Leben sowie einen sozialen und kulturellen Austausch. Fehlen diese Orte, so sind Menschen laut Oldenburg unzufriedener und gestresster.

Erweiterung des Begriffs: Virtuelle dritte Orte

In einer fortschreitend digitalisierten Welt hat das Internet einen neuen Stellenwert erreicht. Ein großer Teil der Kommunikation hat sich in das Virtuelle verlagert. Verfügt man über geeignete technische Geräte, stehen einem auch zahlreiche virtuelle Treffpunkte offen. Diese können sich innerhalb von Videospielen oder sozialen Netzwerken befinden oder sich als eigenständige Diskussionsplattform etablieren. Viele Menschen fühlen sich in der virtuellen Begegnung wohl. Obwohl im Virtuellen durchaus eine soziale Nivellierung stattfinden kann und Diskussionen angeregt werden, können diese dritten Orte nicht mit realen dritten Orten gleichgesetzt werden. Abgesehen von der physischen Präsenz und dem Ausbleiben einer Interaktion durch Gestik und Mimik, sind hier Konversationsfelder und spontane Begegnungen eingeschränkter.

Kritik am Konzept von erstem, zweiten und dritten Ort

Obwohl Oldenburgs Ansatz einen Ausgleich zu Arbeiten und Wohnen zu schaffen nachvollziehbar und förderlich ist, lassen sich allgemein doch einige Kritikpunkte aufführen.

Erstens sind heutzutage erste, zweite und dritte Orte nicht mehr klar zu separieren. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden Konzepte für Wohnen, Arbeiten und Freizeit grundlegend überdacht. Vor allem in Großstädten sind gemischte Quartiere oder gar einzelne Gebäudekomplexe anzufinden, die alle Bereiche des Lebens in unmittelbarer Umgebung abdecken können. In einigen Büros sind bereits Sport- und Freizeitangebote integriert, auch das Arbeiten von zu Hause hat sich dauerhaft etabliert.

Zudem haben sich viele Menschen durch die Möglichkeiten des Internets hybride Arbeitsformen angeeignet. Ein gutes Beispiel dafür ist das Arbeiten im Café. Dieser dritte Ort stellt in diesem Fall keine Abwechslung zur Arbeit dar. Dadurch, dass Arbeitnehmer*innen nicht mehr an einen spezifischen Ort gebunden sind, ist die Aneignung eines dritten Ortes für die Arbeit möglich geworden.

Fraglich ist im Weiteren, ob dritte Orte wirklich allen frei zugänglich sind. Denn immerhin beschreibt Oldenburgs abgesehen von der Bibliothek stets Orte des Konsums. Menschen können sich an solchen Orten nicht aufhalten ohne etwas zu konsumieren, sprich etwas zu kaufen. Das kann für Menschen mit geringerem Einkommen problematisch werden. Mit einer finanziellen Barriere können dritte Orte folglich exkludierend wirken. Auch Bars und Pubs stellen eine Einschränkung dar. Diese Räume sind für einige Altersgruppen nicht zugänglich.

Abschließend sollte der Begriff in Anbetracht aktualisierter stadtplanerischer Definitionen betrachtet werden. Nach heutigem Verständnis handelt es bei den von Oldenburg beschriebenen Orten nicht um neutrale Orte. Vielmehr sind es halböffentliche Räume. Das heißt, der Ort ist zwar öffentlich zugänglich, untersteht aber immer noch einer privatrechtlichen Kontrolle. Es ist den verantwortlichen Personen also möglich, Regeln festzusetzen und Teile der Gesellschaft aus diesem Raum auszuschließen.

Gebrauch des Konzepts zur Revitalisierung ländlicher Gemeinden

Trotz der teils zu aktualisierenden Definition des dritten Ortes wird das Konzept weiterhin genutzt. Die Überlegungen des dritten Ortes eignen sich, Kultur und Miteinander in ländlichen Regionen zu fördern.

Durch mehrere Urbanisierungswellen ist in ländlichen Regionen mit kleinen Städten und Dörfern die Nutzungsdurchmischung des Stadtkerns stark zurückgegangen. Ohne ein ausreichendes Freizeitangebot geht die Lebensqualität der Bewohner*innen deutlich zurück.

Viele Stadtgemeinden, Kultureinrichtungen oder Bürgerinitiativen fördern Projekte mit dem Konzept des dritten Ortes. Bestehende Einrichtungen, Freiräume oder Leerstand werden partizipatorisch und kreativ gestaltet und bieten bereits in den Anfangsphasen der Planung eine Plattform der Initiative und des Austauschs. So werden Stadtteile gemeinschaftlich revitalisiert und fördern die sozialen und kulturellen Interaktionen der gesamten Gemeinde.

Dritte Orte und ihre Bedeutung

Insgesamt sind dritte Orte für ein funktionierendes soziales Stadtgefüge von Bedeutung. Obwohl Oldenburgs Konzept nach heutigem Wissenstand aktualisiert und erweitert werden sollte, bietet das Konzept Anreize für ein ausgeglichenes Miteinander in der Gemeinde, Stadt oder Nachbarschaft.
Auch für die Einzelperson haben dritte Orte eine große Bedeutung. Die Freizeit flexibel und vielschichtig zu gestalten wird mit dritten Orten möglich. Ein sozialer Umgang mit Freunden oder neuen Begegnungen ist ein angenehmer Ausgleich zum Berufs- und Familienleben. Als Teil der Gemeinschaft kann man so das Stadtbild prägen und den kulturellen Austausch fördern. Tatsächlich ist die Varianz an dritten Orten groß. So kann sich jeder Mensch aussuchen, zwischen welchen Orten in der Stadt er sich gerne bewegt, welche Atmosphäre er mag und welche Begegnungen ihm zusagen. Ohne an den Druck gebunden sein, produktiv sein zu müssen, sind dritte Orte wichtig um nicht mit alltäglichen Umständen überfordert zu sein.

Anmerkung – Der Großteil des Informationen ist entnommen aus: Oldenburg, Ray: The Great Good Place: Cafes, Coffee Shops, Bookstores, Bars, Hair Salons, and Other Hangouts at the Heart of a Community (New York 1999, ISBN 1-56924-681-5.

Warum hat Jeffrey Dahmer keine Todesstrafe bekommen? Erklärung


Die US-Bundesstaaten Ohio und Wisconsin, in denen Jeffrey Dahmer verurteilt wurde, hatten zum Zeitpunkt seiner Verurteilung die Todesstrafe abgeschafft bzw. ihre Anwendung war vorübergehend ausgesetzt. So erfolgte nur eine Verurteilung zu einer langjährigen Gefängnisstrafe, obwohl die Verbrechen von Jeffrey Dahmer große mediale Aufmerksamkeit und öffentliche Empörung nach sich zogen.

Jeffrey Dahmer – Verbrechen und Vorgeschichte

Jeffrey Dahmer war ein US-amerikanischer Serienmörder, Sexualstraftäter und Kannibale, der zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren in den US-Bundesstaaten Ohio und Wisconsin aktiv war. Dahmer ermordete männliche Jugendliche und junge Männer, die er in Bars oder innerhalb der örtlichen Schwulenszene traf. Er lockte seine Opfer in seine Wohnung, wo er sie überwältigte und erwürgte, um danach sexuelle Handlungen an ihren Leichen durchzuführen. Jeffrey Dahmer dokumentierte seine Verbrechen selbst. In einigen Fällen konsumierte er nach den Morden Leichenteile.
Die Mordserie wurde zufällig aufgeklärt, da Dahmer gegenüber seinen Nachbarn Verdacht erregte. Eine Hausdurchsuchung der Polizei führte zu seiner Verhaftung. Im Rahmen der darauffolgenden Verhöre gestand Jeffrey Dahmer 17 Morde und schilderte alle Details seiner Verbrechen. Einer der Morde wurde in Ohio begangen, alle weiteren Taten in Milwaukee, Wisconsin. Aufgrund der Bestimmungen im US-Rechtssystem wurden in beiden Bundesstaaten Prozesse geführt.

Jeffrey Dahmer – Verurteilung in Ohio

Dahmers erster Mord ereignete sich in Bath im US-Bundesstaat Ohio. Der Mord wurde erst 1991 zusammen mit Dahmers folgenden Verbrechen aufgeklärt. Jeffrey Dahmer wurde in Ohio von einem Geschworenengericht für schuldig befunden und wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Gerichtsprozess war mit einer Dauer von unter einer Stunde außergewöhnlich kurz, was auf die eindeutige Beweislage zurückzuführen ist.

In Ohio gab es zum Zeitpunkt des Mordes im Jahr 1978 offiziell die wieder Todesstrafe. Jedoch musste die Situation nach der Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976 erst in langwierigen Gerichtsverfahren geklärt werden, sodass die Todesstrafe 1978 weiter ausgesetzt wurde. Zum Zeitpunkt der Verurteilung Dahmers im Jahr 1992 wurde die Todesstrafe in Ohio wieder ausgeführt. Für Dahmers Prozess war jedoch die Situation zum Zeitpunkt der Tat, also 1978, ausschlaggebend.

Jeffrey Dahmer – Verurteilungen in Wisconsin

Alle weiteren Morde Dahmers geschahen zwischen 1987 und 1991 in Wisconsin. Von den 16 Morden, die Dahmer in Wisconsin gestand, wurde er nur für 15 Morde angeklagt. In einem Fall sah die Staatsanwaltschaft die Beweislage als unzureichend für eine Verurteilung an. Im Prozess selbst spielte die psychische Verfassung Dahmers eine große Rolle, da er mit mehreren psychiatrischen Störungen diagnostiziert wurde. Trotzdem galt er als zurechnungsfähig und wurde in allen 15 angeklagten Mordfällen für schuldig befunden. Das Strafmaß betrug 15 aufeinanderfolgenden lebenslange Freiheitsstrafen.

Die Todesstrafe wurde in Wisconsin bereits im 19. Jahrhundert abgeschafft. Eine Verurteilung zum Tode war somit keine Option. Der Fall von Jeffrey Dahmer eröffnete jedoch eine Debatte über die Wiedereinführung der Todesstrafe in Wisconsin, da die Verbrechen großes Entsetzen auslösten. Trotzdem blieb der Bundesstaat bei der Entscheidung, die Todesstrafe nicht zu erlauben.

Keine Todesstrafe für Jeffrey Dahmer – Reaktionen

Die öffentliche Empörung darüber, dass Jeffrey Dahmer nicht die Todesstrafe erhielt, war groß. Der Fall erhielt aufgrund seiner Grausamkeit besonders großes Interesse der Medien. Selbst Dahmer selbst sagte aus, dass er sich die Todesstrafe gewünscht und sie verdient hätte. Die Rechtslage in den beiden relevanten Bundesstaaten Wisconsin und Ohio war zum Zeitpunkt der Gerichtsverfahren jedoch klar. In der Summe hätten Jeffrey Dahmers Haftstrafen etwa 900 Jahre ergeben, ohne die Möglichkeit auf Bewährung oder frühzeitige Entlassung. Trotzdem sahen viele Menschen ihren Sinn für Gerechtigkeit oder Vergeltung durch die Urteile nicht befriedigt.

Warum hat Jeffrey Dahmer getötet? Erklärung


Der Serienmörder Jeffrey Dahmer gehört zu den schlimmsten aber auch beeindruckendsten Serientätern, die die USA in den vergangenen 50 Jahren erlebt haben. Nicht zuletzt eine Netflix-Serie hat seinen Fall wieder in das Bewusstsein vieler Menschen gebracht, die mit seinen Taten, Morden, seinem Urteil und dem Ableben nicht vertraut waren. Der Fokus richtet sich auch heute noch auf die Frage für seine Taten. Neben den reinen Entführungen, Vergewaltigungen und Morden ging es bis hin zum Kannibalismus. Viele seiner Opfer hat er auf die eine oder andere Weise verspeist. Bei den Gründen ging es ihm nach eigener Aussage vor allem um die Einsamkeit und den Wunsch mit seinen Opfern in Verbindung zu stehen.

Dahmer tötete, konservierte und aß einige seiner Opfer

Zwischen 1978 und 1991 hat Dahmer mindestens 16 Morde begangen. Ob das die tatsächliche Zahl ist oder es Opfer gibt, die nicht gefunden und ihm zugerechnet werden konnten, ist heute immer noch umstritten. Die Täter waren dabei ausschließlich Männer, von denen einige noch nicht die Volljährigkeit erreicht hatten. Viele seiner Opfer traf er in der Schwulenszene von Milwaukee und Ohio im Allgemeinen. Sein typischer Modus Operandi war es dabei, die Opfer zu sich in die Wohnung zu locken, sie im Anschluss mit Drogen gefügig zu machen und sie anschließend zu töten. Nicht in allen Fällen ist es dabei auch noch zu Geschlechtsverkehr gekommen.

Nach seiner Festnahme begann nicht nur die Untersuchung seiner Taten selbst, sondern darüber hinaus auch die Suche nach einem Motiv. Hier stehen sowohl Dahmers eigene Aussagen zur Verfügung als auch die psychiatrischen Gutachten, die im Laufe des Verfahrens über ihn angefertigt worden sind. Laut eigener Aussage, die teilweise später auch von den Gutachtern bestätigt wurde, litt Dahmer vor allem unter Einsamkeit. Er kam aus einem zerrütteten Elternhaus, die Mutter hatte ihn in seiner Jugend verlassen und der Vater zeigte selten ernsthaftes Interesse an seinem Sohn. Schon früh war er daher auf der Suche nach einer Gruppe, deren Teil er werden konnte und nach Freunden generell.

Dahmer, der selbst homosexuell war, hatte eine überwiegende Zahl an farbigen Opfern ausgewählt. Trotzdem betonte er später, dass es ihm weder um die Sexualität der Männer, noch um ihre Hautfarbe gegangen sein, sondern er sie sich vorrangig aufgrund ihrer Attraktivität ausgewählt habe. Darüber hinaus konnte im Laufe des Verfahrens festgestellt werden, dass er offenbar bei einigen Opfern versucht hat Formen der Lobotomie vorzunehmen, um sich selbst einen Zombie-Freund zu erschaffen, der ihn nicht verlassen würde. Das passte auch zu den Aussagen, warum er Teile von einigen Opfern verspeist hat – auch hier betonte er, dass er verhindern wollte, dass die Männer ihn wieder verließen und er sie so bei sich tragen konnte.

Jeffrey Dahmer: Psychiatrisches Gutachten und Beurteilung der Tatmotive vor Gericht

Die psychiatrischen Gutachten befassten sich vor allem mit der von Dahmer angesprochenen Einsamkeit. Nach seinen eigenen Aussagen hat er, nachdem ein Sexualpartner seine Wohnung wieder verlassen hat, stets ein Gefühl von Leere und Einsamkeit gespürt. Das versuchte er zum einen dadurch zu verhindern, dass er seine Opfer betäubte und zum anderen damit, dass er später Experimente durchführte, um sie möglicherweise als willenlose Sklaven bei sich behalten zu können. Nach eigenen Angaben war er bei den meisten Morden betrunken, weil er ansonsten nicht in der Lage gewesen wäre, die entsprechenden Taten durchzuführen. Darüber hinaus agierte er aber gezielt und methodisch: Die meisten seiner Opfer waren alleine unterwegs, wurden vorher ausgesucht und die Morde passierten am Wochenende, damit er ausreichend Zeit hatte, eventuelle Spuren zu entfernen.

Seine Faszination darin, einige Teile der Leichen aufzubewahren, entnahm er einigen Filmen und wollte sich aus den Köpfen selbst einen Altar bauen. Bis zum Ende betonte Dahmer allerdings, dass die Morde stets nur ein Mittel gewesen sein sollen, die Menschen bei sich zu behalten und sich nicht mehr einsam zu führen. Das wurde später auch als das wichtigste Motiv von den Psychologen in ihrer Beurteilung von Dahmers Motiven festgehalten.

Was ist die Umschlag-Methode? Erklärung


Im Zusammenhang mit Finanztipps und Haushaltstipps taucht immer wieder der Begriff Umschlag-Methode auf. Sie beschreibt die Aufteilung des eigenen Monatsbudgets in mehrere Bereiche und soll das Haushalten erleichtern, für mehr finanziellen Überblick sorgen und Sparpotenzial bergen.

So funktioniert die Umschlag-Methode

Für die Umschlagmethode wird am Anfang des Monats das vorhandene Geld abzüglich der durch Abbuchung oder Überweisung zu tätigenden Ausgaben vom Bankkonto abgehoben. Gleichzeitig legt man Ausgabenkategorien fest, welche in diesem Monat anfallen. Monatlich wiederkehrend können das zum Beispiel ein Budget für Lebensmittel und Getränke, für Mobilität, Unterhaltung, Freizeit, Hygiene und Kosmetik, Kleidung und Sparen sein. Hinzu können einmalige Kategorien wie zum Beispiel Weihnachtsgeschenke im Monat Dezember oder Urlaubsgeld im Sommer kommen. Danach wird das Gesamtbudget auf die verschiedenen Kostenpunkte aufgeteilt. Wichtig ist, dass der tatsächliche Bedarf realistisch eingeschätzt wird.

Stehen im Monat beispielsweise 1.000 Euro zur Verfügung und man benötigt für Lebensmittel etwa 300 Euro, steckt man 300 Euro des Gesamtbudgets in den Umschlag für Lebensmittel und Getränke. Wenn sich die zu erwartenden Kosten für das Tanken oder Fahrtkarten für den Nahverkehr auf 100 Euro belaufen, dann wird der Umschlag für Mobilität mit 100 Euro befüllt. Dieses Prinzip wendet man für alle vorhandenen Umschläge an, bis das Monatsbudget vollständig aufgeteilt ist.

Danach ist es wichtig, dass zum Beispiel der Lebensmitteleinkauf ausschließlich mit dem Geld aus dem Umschlag für Lebensmittel bezahlt wird und Tankgeld nur aus dem Umschlag der Kategorie Tanken entnommen wird. Auf diese Weise sieht man jederzeit, wie viel Geld für Essensausgaben noch vorhanden ist. Zu Beginn eines Monats sollte man daher eher sparsam haushalten. Bleibt am Ende des Monats ein Restbetrag in einigen Umschlägen, kann dieser gespart, für eine besondere Ausgabe genutzt oder in den nächsten Monat übertragen werden.

Das steckt hinter der Umschlag-Methode

Eine wichtige Grundannahme dieser Art der Finanzverwaltung ist, dass man Bargeld weniger leichtfertig ausgibt, als man Zahlungen mit EC-Karte, per Onlineüberweisung oder durch anderen Zahlungsarten tätigt. Bei der Barzahlung sieht man, wie das Geld im Umschlag weniger wird. So bekommt man die Tragweite jedes Einkaufs deutlich vor Augen geführt und haushaltet effektiver.

Aus psychologischer Sicht wird zudem angenommen, dass die Aufteilung eines großen Monatsbudgets in verschiedene kleinere Verwendungszwecke für einen besseren Überblick sorgt. Kleinere Beträge für einen monatlichen Kostenpunkt lassen sich besser planen als das deutlich höhere Gesamtbudget.

Woher stammt die Umschlag-Methode?

Verbreitet ist das Aufteilen des monatlichen Budgets nach Verwendungszweck in verschiedene Umschläge vor allem im amerikanischen Raum. Zu ihrer heutigen Popularität gelangte die Umschlag-Methode durch Dave Ramsey. Der Geschäftsmann beschrieb sie in seinen Büchern und machte sie dadurch weit über die USA hinaus bekannt.

Was kann an der Umschlag-Methode kritisch bewertet werden?

Ein häufiger Kritikpunkt an dieser Methode der Budgetverwaltung ist die mangelnde Flexibilität. Bereits zu Beginn des Monats legt man sein Budget für verschiedene Posten fest und kalkuliert dabei das gesamte vorhandene Geld ein. Kommt es im Laufe des Monats zu einer unerwarteten Ausgabe wie beispielsweise durch den Defekt eines benötigten Geräts oder zu einer nicht aufschiebbaren Reparatur am Auto, ist dafür möglicherweise kein Geld mehr vorhanden. Dem kann man jedoch entgegenwirken, indem man einen weiteren Umschlag für unerwartete Ausgaben oder Notfälle einführt. Alternativ dazu könnte man nicht das gesamte verfügbare Geld in die verschiedenen Umschläge verteilen, sondern eine Notreserve auf dem Bankkonto belassen.

Fazit: Umschlag-Methode für den besseren Finanzüberblick

Menschen, die zu impulsiven Käufen neigen oder keinen Überblick über ihre Finanzen haben, können mit der Umschlag-Methode für mehr finanziellen Durchblick sorgen und ihr Einkaufsverhalten positiv verändern. Wird bei der Umschlag-Methode jedoch auf ein finanzielles Polster oder eine Notreserve verzichtet, kann sich das bei ungeplanten Ausgaben zum Problem entwickeln.

Was ist das „Pretty Privilege“? Erklärung, Bedeutung, Definition


„Pretty Privilege“, bedeutet auf deutsch so viel wie „Schönheitsprivileg“. Es bezeichnet die Tatsache, dass Menschen, die als schön wahrgenommen werden, viele Vorteile im Leben haben. Der Begriff wird verwendet, um auf sachgrundlose Ungleichbehandlung und Diskriminierung von weniger attraktiven Menschen aufmerksam zu machen. Es soll ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür geschaffen werden, Vorurteile und unbewusste Einflüsse zu reflektieren.

Was ist das „Pretty Privilege“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Jeder Mensch unterliegt einem sogenannten Bias. Das ist die wissenschaftliche Bezeichnung für unbewusste Wahrnehmungsverschiebungen. Diese greifen auch beim Pretty Privilege.

Studien belegen, dass vermeintlich attraktiveren Menschen mehr Verantwortung gegeben wird und mehr Vertrauen ausgesprochen wird. Der sogenannte „Halo-Effekt“ bezeichnet dabei die Erkenntnis, dass Menschen, die als attraktiv wahrgenommen werden, positivere Eigenschaften zugeschrieben werden, zum Beispiel, dass sie intelligenter oder hilfsbereiter seien.

Einzelne Studien haben gezeigt, dass attraktive Männer bis zu 13% mehr verdienen als weniger attraktive Kollegen, obwohl wissenschaftlich bewiesen ist, dass schönere Menschen im Durchschnitt keine bessere Leistung erbringen.

Pretty Privilege in der Filmwelt

Anhand von Filmen lässt sich das Pretty Privelege sehr gut nachvollziehen. Nicht nur werden für Filme explizit regelmäßig als schön empfundene Schauspieler ausgewählt. Sowohl in Filmen für Erwachsene, für Teenager aber auch schon in Zeichentrickfilmen für Kinder sind die Guten und Helden regelmäßig schöne Menschen, Böse und Schurken weichen häufig von der Normschönheit ab. Dies spiegelt zum einen die Wahrnehmung der Gesellschaft, verstärkt durch die Reproduktion dieses Bild auch noch zusätzlich.

Pretty Privilege und Social Media

Gerade im Bereich der Sozialen Medien spielt das Pretty Privilege eine große Rolle. Attraktive Influencer haben häufig eine größere Reichweite und können somit höhere Werbeeinnahmen erzielen. Große Teile der Influencer verdienen ihr Geld mit Videos und Tipps zur Schönheit und dem Verkauf von Produkten, die der Schönheit dienlich sein sollen. Auch die Foto- und Videofilter basieren auf dem Wunsch, schön auszusehen, um dadurch Privilegien zu erhalten.

Viele Dating Apps zielen primär auf die Bewertung des Aussehens ab, so dass schöne Menschen es leichter haben, Partner zu finden. Die erfolgreichsten Dating Apps lassen die Nutzer binnen Sekunden allein anhand eines Fotos entscheiden, ob sie mehr über einen anderen Menschen wissen wollen oder nicht.

Die Kehrseite des Pretty Privilege

Als schön wahrgenommen zu werden, bringt jedoch nicht nur Vorteile. Schönen Frauen wird im Gegensatz zu schönen Männern weniger Intelligenz und Kompetenz zugetraut. Zudem besteht die Annahme, dass schöne Menschen es leichter im Leben haben und sie weniger Leid erfahren, so dass ihnen häufig weniger Mitleid zu Teil wird und ihnen weniger geholfen wird.

Durch das Pretty Privilege werden auch weitere Diskriminierungsformen verstärkt. Denn durch die bisherigen Prägungen, werden vor allem weiße Menschen als schön wahrgenommen, was Rassismus fördert. Zudem gelten Frauen als attraktiv, wenn sie einen schlanken Körper haben. Da vor allem von Frauen erwartet wird, gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen, führt die Erwartung des Pretty Privilege dazu, dass Frauen mehr Geld für Schönheitsprodukte ausgeben und sich gesundheitsgefährdenden Schönheitsoperationen unterziehen. Mittlerweile entsteht dadurch auch ein Markt für Männer, auf dem Produkte für volles Haar oder Muskelwachstum verkauft werden.

Das Pretty Privilege greift auch bei Verbrechern. Sie fallen schon bei den polizeilichen Ermittlungen weniger auf, da man schönen Menschen seltener böse Handlungen zutraut. Ihnen wird eher geglaubt, sie erhalten häufig mildere Urteile oder werden eher freigesprochen. Vor allem auch attraktive (Serien-)Mörder haben in Amerika Unterstützer, die sich für geringere Strafen einsetzen, wie beispielsweise der Fall von Ted Bundy zeigt.

Was ist eine „schmutzige Bombe“? Erklärung, Bedeutung, Definition


Der Begriff der schmutzigen Bombe wird regelmäßig im Zuge von Berichten über Terrorismus oder Kriege eingesetzt. Dabei handelt es sich nicht um eine konventionelle Waffe, beispielsweise eine Bombe oder Rakete, sondern einen Sprengsatz, der mit radioaktivem Material versetzt wurde. Das Ziel ist nicht nur einen möglichst großen Detonationsschaden zu erreichen, sondern durch den Einsatz des spaltbaren Materials eine Verseuchung der unmittelbaren Region zu verursachen. Alles in allem simuliert die schmutzige Bombe das, was eine Atombombe normalerweise erreichen würde – allerdings in einer kleineren Form und in der Regel eben nicht von staatlichen Akteuren eingesetzt.

Was ist eine „schmutzige Bombe“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Generell wird der Begriff der schmutzigen Bombe in Abgrenzung zu herkömmlichen Kernwaffen genutzt. Bei einer normalen Kernwaffe wird eine radioaktive Reaktion vorausgesetzt – das ist etwa bei der klassischen Atombombe der Fall. Dazu kommt, dass die meisten Atombomben entweder tatsächlich in Form einer abgeworfenen Bombe oder einem Sprengsatz auf einer Rakete zu finden sind. Eine schmutzige Bombe kann hingegen selbst in einem Koffer platziert werden. Entscheidend ist hierbei, dass es zu einer konventionellen Explosion kommt und das radioaktive Material dem Sprengsatz nur beigemischt ist. Das Ziel ist dabei nicht nur der initiale Schaden, der durch die Explosion entsteht, sondern darüber hinaus eine nachhaltige bis hin zur dauerhaften Verseuchung der Umgebung. Das kann natürlich im schlimmsten Fall weitere Nebenwirkungen auf die potentiellen Opfer im Radius einer schmutzigen Bombe haben.

Das theoretische Szenario für den Einsatz einer schmutzigen Bombe sieht unterschiedliche Ziele vor. Generell dürfte es das Ziel der meisten Täter sein, das radioaktive Material in der Bombe möglichst weit zu streuen und auf diese Weise eine möglichst starke Kontamination der Gegend zu erreichen. Je nach Größe der Bombe könnte also eine größere Explosion verzichtet werden, um dafür eine stärkere Streuwirkung zu erreichen. Entsprechend wurde in den meisten Szenarien vor allem der Einsatz in einer stark frequentierten Gegend mit vielen Menschen, beispielsweise Flughäfen, Bahnhöfen oder Stadien, erwartet.

Gesetzliche Regularien rund um den Bau und Einsatz schmutziger Bomben

Der Bau einer schmutzigen Bombe ist natürlich verboten. Sämtliche Versuche eine solche Bombe zu bauen würden in Deutschland unter das Kriegswaffenrecht fallen. Darüber hinaus kann schon der Versuch der Beschaffung des radioaktiven Materials zu einer Straftat werden, da viele der entsprechenden Stoffe mit entsprechenden Regularien versehen sind und nicht einfach so beschafft werden können.

Auch international gibt es verschiedene Gesetzgebungen, die sich mit dem Bau, Besitz, Einsatz oder auch nur der Entwicklung einer solchen Waffe beschäftigen. Neben dem Atomwaffensperrvertrag, der für staatliche Spieler interessant ist, gibt es eine allgemeine Ächtung solcher Bomben. Es sind auch keine Fälle bekannt, in denen staatliche Akteure eine solche Waffe in einem Krieg eingesetzt haben.

Szenarien und Bedrohungen durch deine mögliche schmutzige Bombe in der Realität

Der mögliche Einsatz einer schmutzigen Bombe ist bisher vor allem ein theoretisches Szenario, da ein Einsatz, zumindest in der Öffentlichkeit bekannt, noch nicht vorgekommen ist. In der Regel wird im Zuge von Terrorismus nicht-staatlicher Akteure auf die Gefahr hingewiesen. Sie wird auch häufig als Bedrohungssituation in Videospielen und Filmen verwendet. Tatsächlich ist nicht bekannt, ob es jemals einer terroristischen Gruppe gelungen ist, die entsprechende Bombe zu bauen. Das rein theoretische Potential ist aber vorhanden.

Es gibt einen funktionierenden Schwarzmarkt für radioaktive Stoffe. Allerdings ist das nötige Wissen, um eine solche Bombe zu bauen, selbst unter Experten eher gering. Die größte Gefahr geht, nach der Ansicht von Experten, von ehemaligen Beständen radioaktiver Abfälle aus der früheren Sowjetunion aus. Im Laufe der Zeit und im Zuge des Zusammenbruchs der UDSSR sollen mehrere Tonnen radioaktiver Stoffe verschwunden sein und ihr Aufenthaltsort ist heute nicht mehr bekannt. Es gibt also durchaus die theoretische Möglichkeit, dass sich eine terroristische Vereinigung das entsprechende Material für eine solche Bombe besorgen kann. Besonders rund um größere Veranstaltungen wird daher immer wieder von der theoretischen Gefahr gewarnt.

Darüber hinaus soll es jedoch Tests von Israel gegeben haben, um die tatsächliche Wirksamkeit einer solchen Bombe zu testen. In mehreren Verfahren wurde ermittelt, dass es zwar in der unmittelbaren Umgebung der Detonation zu einer Kontamination kommen kann – tatsächlich scheint es aber schon in wenigen Metern Abstand kaum noch zu einer Gefahr zu kommen. Die radioaktiven Stoffe verflüchtigen sich zu schnell und stellen daher keine tatsächliche Bedrohung dar. Sie schätzen die tatsächliche Bedrohung also eher als eine der psychologischen Natur ein und weniger einer realen Bedrohung, die über normalen Terrorismus hinausgeht.

Theoretisch kann eine schmutzig Bombe auch in Verbindung mit biologischen oder chemischen Kampfstoffen genutzt werden. Allgemein hat sich in der Öffentlichkeit aber eine enge Verbindung mit radioaktiven Material durchgesetzt und wird beinahe ausschließlich damit in Verbindung gebracht.

Was ist Carspotting? Erklärung, Bedeutung, Definition


Beim Carspotting geht es vorwiegend darum, den Anblick von Autos zu genießen, ihn durchs Fotografieren festzuhalten oder anderweitig zu konsumieren. Viele Autoliebhaber sind von Natur aus bereits eingefleischte Carspotter, selbst dann, wenn sie selbst nicht einmal etwas davon wissen.

Was ist Carspotting? Erklärung, Bedeutung, Definition

Möchten wir beispielsweise in der Zukunft ein bestimmtes Auto erwerben und dieses fährt an einem vorbei, so schauen wir es uns selbstverständlich gerne an. Immerhin wollen wir genau dieses Automodell selbst irgendwann fahren und eignen uns instinktiv bereits im Vorfeld gerne visuelle und akustische Eindrücke an.

Das Carspotting wird von Personen jeden Alters und auch herkunftsunabhängig (weltweit) betrieben. Während es einigen lediglich Vergnügen bereitet, sich neben einen fremden (geparkten) Ferrari zu stellen, um ein Selfie zu machen, verdienen andere sogar ihr Geld damit.

Auf Instagram oder Twitter tummeln sich immerhin Millionen von Menschen, die sich als professionelle Carspotter etwas dazuverdienen. Hier werden nahezu täglich vom jeweiligen Influencer Bilder von verschiedenen Autos ins Netz gestellt. Vor allem wer zum Beispiel als Autohändler oder aber in einer Werkstatt arbeitet, trifft in der Regel auf viele verschiedene Autovariationen.

Wie auch bei den Birdspottern (bzw. Birdwatchern) der Fall, werden in der Carspotting-Szene vor allem auch exotische Exemplare gerne bestaunt. Getunte Wagen auf Messen sind für viele Autofans ein wahrer Genuss. Dabei werden auf derartigen Veranstaltungen hin und wieder auch Autos verkauft, gekauft oder aber anderweitig gehandelt.

Eine andere Form von Carspotting ist das Carspotting als Gebrauchtwagenhändler. Dieser schaut sich immerhin ebenso gerne Autos an und entdeckt dabei eventuell auch noch gleichzeitig den ein oder anderen Rohdiamant für seine Sammlung. Da vor allem Händler sich exzellent mit dem Wert und der Beschaffenheit von Autos auskennen, können sie als gute Carspotter tagtäglich echte Schätze für nur wenig Geld an Land ziehen.

Ein jeder langfristig erfolgreicher Gebrauchtwagenhändler wird sich im Laufe seines Tuns einen guten Ruf aufbauen und ganz ohne Tricks oder dem Verschweigen von Defekten (an den angebotenen Wagen) viele Kunden generieren können. Ist dieser auch noch ein guter Carspotter, wird er seinen Umsatz selbstverständlich multiplizieren können, da hier Hobby und Beruf aufeinandertreffen.

Carspotting macht Spaß

Beim Carspotting geht es also jedem um etwas anderes: Die einen wollen Profit aus ihrer Liebe zu Autos schlagen, andere wollen dieses Hobby dazu nutzen, um zum Beispiel mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten und wiederum andere sehen es als interessanten Zeitvertreib.

Mittlerweile hat sich die Social Media Welt auch die Carspotting-Szene unter den Nagel gerissen. Wer etwa das seltenste Auto postet, erhält in der Regel mehr Likes. Logisch, bei den vielen Plagiaten, die wir immer wieder auf den Social Media Seiten vor die Linse bekommen. Aus diesem Grund reisen vermehrt nun auch deutsche Influencer ins Ausland, um ihre Follower mit schönen Bildern eines ausländischen Wagens zu beeindrucken.

Auch auf YouTube finden sich viele Carspotter, die sich teilweise den ganzen Tag an den Straßenrand stellen und die Kamera laufen lassen. Hierbei werden hin und wieder seltene Wagen erwischt, über die sich der Ersteller der Carspotting-Videos manchmal näher äußert. Die Begeisterung steht den meisten Carspottern ins Gesicht geschrieben, wenn sie etwa von ihrem Lieblingsauto berichten, dass sie gespottet haben.

Was ist ein Material Girl? Erklärung, Bedeutung, Definition


Der englische Begriff Material Girl ist spätestens seit dem gleichnamigen Madonna-Hit aus dem Jahr 1984 einem internationalen Publikum ein Begriff. Er beschreibt eine weibliche Person, bzw. einen klischeehaften Frauentypus, der äußerst materialistisch denkt. Ihr Wertekompass ist bestimmt von oberflächlichen Kriterien wie makelloses Aussehen und Auftreten, materieller Reichtum und das daraus resultierende gesellschaftliche Ansehen. Wie Madonnas berühmter Song unterstreicht, weitet sich dieser Anspruch meist auch auf die Partnerwahl aus: Der Partner sollte wohlhabend und einflussreich sein. Das Material Girl ist damit ein urkapitalistischer Typus.

Je nach Perspektive werden einem Material Girl jedoch nicht nur negative Eigenschaften zugeschrieben, auch wenn sich die klassische Kritik auf ihre Reduzierung des Lebens aufs Materielle fokussiert. Eine als Material Girl beschriebene Person hat klare Ziele und strebt auch über materiellen Reichtum nach Unabhängigkeit. Die dünne Grenze zwischen Selbstbewusstsein und Egoismus kann beim Material Girl in beide Richtungen ausschlagen. Der Wunsch nach Materiellem ist zudem meist mit dem Wunsch nach höchster Qualität verbunden. Das hohe Anspruchsdenken, welches das Material Girl an andere anlegt, legt sie typischerweise auch an sich selbst an. Unterstrichen muss zugleich werden, dass es sich hierbei um ein reines Klischee handelt, das in der Realität meist nur in abgewandelter oder reduzierter oder nuancierter Form existiert.

Ein männliches Äqivalent zum Begriff Material Girl gibt es auf diese Weise nicht – was Raum für Kritik lässt. Trotz teils sexistischer Konnotation in diesem Kontext, stammt die Popularisierung des Begriffs von einer der erfolgreichsten weiblichen Popsängerinnen: Madonna. Madonna selbst war sich der provokanten Art des Wortes beim Schreiben des Songs nach eigenen Worten bewusst – und nutzte es in ironischer Form.

Was ist ein Material Girl? Erklärung, Bedeutung, Definition

Der Begriff Material Girl spielt auf den sogenannten Materialismus an. Gesellschaftlich und ökonomisch lässt sich der Materialismus mit dem Konsumismus gleichsetzen: Die eigene Lebensqualität wird an Konsumgütern gemessen – und an Wohlstand. Edle Kleidung, neueste Technik, Top-Auto oder gefülltes Bankkonto – das materialistische Bedürfnis kann sich auf verschiedene Weise darstellen.

An diesem von einigen als blinden Konsum wahrgenommenen Verhalten gibt es historisch einige Kritik. So fördert es nicht nur die von vielen als problematisch gesehenen Ungleichheiten des Kapitalismus, würde jeder dem Vorbild des Material Girl folgen, wären die sogenannte Überflussgesellschaft und die Wegwerfgesellschaft das unangfochtene Modell für die Zukunft. Auch zwischenmenschlich entstehen mit solch einer Lebensphilosophie Probleme: Das Gegenüber wird aus der materialistischen Perspektive rein auf seine monetären und ökonomischen Leistungen reduziert. Das oberste Kriterium bei der Partnerwahl ist dann nicht zwischenmenschliche Sympathie und Wärme, sondern Leistung und Erfolg.

Das Gegenteil eines solchen materialistischen Lebens wäre eine Art asketische Enthaltung, ein Minimalismus, der von Konsumverweigerung lebt. Ein Material Girl hat klare Prinzipien, denen sie folgt. Böse Zungen könnten in ihr ein Symptom einer Ellenbogengesellschaft sehen, bei dem sich ein Sozialdarwinismus durchsetzt: Die Welt gehört den Reichen und Erfolgreichen. Wie auch immer man den Archetypus des Material Girls interpretiert, die materialistisch-kapitalistischen Grundzüge sind nicht zu verkennen.

Madonnas Hit „Material Girl“ erklärt: Erklärung, Bedeutung

Unser Bild vom Material Girl ist durch Madonnas Song nachhaltig geprägt. Die berühmte Popsängerin feierte ihre ersten Hits in den 80er-Jahren. Die Queen of Pop brachte 1984 ihr zweites Album „Like a Virgin“ auf den Markt. Der Tonträger hatte fünf Singleauskoppelungen – darunter „Like a Virgin“ (1984) und ein Jahr später „Material Girl“. Letzterer Song schaffte es in eine ganze Auswahl internationaler Charts und wird noch heute regelmäßig im Radio gespielt. 2022 brachten Madonna und Rapper Saucy Santana einen Rap-Pop-Remix des Songs unter dem Titel Material Gworrllllllll! Heraus.

Thematisch dreht sich viel in Madonnas Song um romantische Themen. Doch das Material Girl, so Madonna, will einen Partner mit „hard cash“. Zählbares, Materielles, Reichtum – das Motiv zieht sich durch den Hit aus den 80ern. Dabei kommt zwischen den Zeilen auch durch, dass das Material Girl zu jeder Zeit genau weiß, was sie will. Begründet wird diese Lebenseinstellung damit, dass wir nunmal in einer materiellen Welt leben.

Madonna wollte damit – glaubt man entsprechenden Interviews – ihren Ehrgeiz und ihr Karrierestreben in ihren frühen Durchbruchjahren in Songform gießen. Später unterstrich Madonna jedoch den ironischen Ton des Songs, der ähnlich wie „Like a Virgin“ mit provokativen Elementen spielte. Doch Madonna selbst wurde den Spitznamen Material Girl vorerst nicht mehr los, auch weil das Marketing sich auf den Song stürzte. Madonna entwickelte daher einen zwiespältiges Verhältnis zu dem Song, auch, weil viele ihn fehlinterpretierten und die von ihr gewollte Ironie übersahen. Doch der Archteypus des Material Girl gewann auch dank Madonnas Song an Popularität.

Der Einfluss des Songs macht auch in der Gegenwart nicht halt. Im Jahr 2022 tauchte der sogenannte Material-Girl-Trend bei TikTok auf. Meist untermalt von Songs von Saucy Santana oder Madonna präsentierten sich so in Videoform Mitglieder der Plattform, um ihr teils opulentes Konsumverhalten vorzuzeigen. In vielen Videos ist jedoch auch ein ironischer Ton wahrzunehmen.

Überblick – Was ist ein Material Girl?

Die Single Material Girl brachte der Queen of Pop Madonna Mitte der 80er großen Ruhm – und machte auf einen kapitalistischen Archetypus aufmerksam: Frauen, bei denen Konsum und Reichtum im Mittelpunkt stehen. Madonna selbst beabsichtigte den Song als ironischen Kommentar, doch die Interpretation verselbstständigte sich. Heute wird ein Material Girl häufig als ein klassischer kapitalistischer Typus wahrgenommen, der als bestes Beispiel für die Ellenbogengesellschaft gilt. Zugleich zeichnet sich das Material Girl durch Durchsetzungsstärke und Selbstbewusstsein aus. Doch handelt es sich hier um ein Klischee und Archetypus, der in der komplexen Realität meist nicht so banal autfritt.

Baby Fakten: lustige, witzige und interessante

Fakt Nr. 1: Woher kommt das Wort Baby?

Im deutschen ist der korrekte Begriff „Säugling“. Dieser bezeichnet einen Menschen von der Geburt bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres. Das Wort „Baby“ stammt aus dem Englischen und wurde erst ab ca. 1840 im deutschen Sprachgebrauch benutzt. Da es eingedeutscht ist, ist die richtige Pluralform übrigens „Babys“ und nicht wie es im englischen korrekt wäre „babies“. Im Englischen ist das Wort „baby“ auch eher eine Koseform und nicht der standardmäßig verwendete Ausdruck für einen Säugling. Korrekt wäre „infant“.

Fakt Nr. 2: Viele Babys haben nach der Geburt blaue Augen

Weltweit sind blaue Augen relativ selten. Weniger als 8 Prozent der Weltbevölkerung haben blaue oder graue Augen. Bei Babys sind diese Augenfarben unmittelbar nach der Geburt jedoch viel häufiger. Aber: die Augenfarbe bleibt nicht, sondern verändert sich im Laufe der ersten Monate.

Dies lässt sich biologisch erklären: Die oberste Schicht der Iris produziert unmittelbar nach der Geburt noch nicht so viel Melanin. Dieses ist für die Dunkelfärbung verantwortlich. Erst nach und nach wird durch das Licht, das auf die Iris fällt, die Melaninproduktion angeregt. Diese sorgt für eine stärkere Pigmentierung und damit Dunkelfärbung der Augen. Weiße Babys haben oft blaue oder hellgraue Augen nach der Geburt, aber auch bei schwarzen und asiatischen Babys kann man das Nachdunkeln der Augenfarbe beobachten. Diese haben bei der Geburt eher graue oder hellbraune Augen, die innerhalb der ersten Monate dunkelbraun werden.

Fakt Nr. 3: Schon Babys können Zeichensprache lernen

Die meisten Babys beginnen im Alter von fünf bis sechs Monaten damit, erste Silben zu sprechen, die es aneinanderreiht, wie „da-da“ oder auch das erste „ma-ma“. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um Experimente mit der Stimme. Erst gegen Ende des ersten Lebensjahres ist das Baby in der Lage ganze Wörter zu sprechen, wie „Mama“ oder „Papa“ und damit wirklich das gesagte zu meinen.

Babys können allerdings schon viel früher mit ihren Händen kommunizieren und eine vereinfachte Gebärdensprache lernen. Bereits mit ungefähr acht Monaten können sie mit ihren Händen einfache Gesten nachmachen und sich dadurch ausdrücken. Es gibt mittlerweile zahlreiche Literatur zum Thema Babygebärden. Diese einfachen Handzeichen sind von der Gebärdensprache der Gehörlosen abgeleitet. Das öffnen und schließen einer senkrechten Faust beispielsweise bedeutet „Milch“, die geschlossenen Finger zum Mund führen „Essen“. Spielend kann man Babys diese Zeichen beibringen und somit die Kommunikation erleichtern.

Fakt Nr. 4: Babys sind Traglinge

Lange Zeit war der Kinderwagen das vorherrschende Bild bei der Beförderung von Babys. Immer mehr kommen jedoch Babytragen und Tragetücher in Mode. Babys sind von Natur aus dafür konzipiert getragen zu werden. Durch die Nähe zur tragenden Person fühlen sie sich besonders wohl und sind entspannter. Die richtige Anhock-Spreiz-Haltung in der Trage beugt zudem Hüftschäden vor. Auch entstehen seltener Kopfverformungen von zu langem liegen. Zudem wird die Körperspannung angeregt.

Auch die Fettverteilung bei Babys weist darauf hin, dass sie mit dem Bauch zur Bezugsperson hin getragen werden sollen. Im Gegensatz zu Erwachsenen haben Babys sogenanntes „braunes Fett“ vor allem im Rückenbereich. Dieses besondere Fett schützt vor Kälte, da Babys noch nicht selbstständig Wärme durch Muskelzittern erzeugen können. Da sich dieses Fett hauptsächlich am Rücken befindet, geht man davon aus, das Babys am Bauch evolutionsbiologisch durch die tragende Person gewärmt wurden.

Fakt Nr. 5: Babys brauchen keine Windeln

In unserer Kultur ist es ganz selbstverständlich, dass Babys Windeln tragen. Aber bereits unmittelbar nach der Geburt können Babys schon bevorstehende Ausscheidungen anzeigen, so dass es auch möglich ist, Babys windelfrei groß werden zu lassen. Weltweit nutzen Eltern diese Signale, um Babys auch ohne Windeln sauber zu halten. Das Baby wird nach dem Erkennen der Signale kurz abgehalten, so dass es sich erleichtern kann.

Dazu ist jedoch viel Achtsamkeit der Bezugsperson erforderlich, sowie große Nähe zum Baby. Denn die Signale sind oft subtil. Das geht von einem kurzen Grunzer, über ein Quieken bis hin zu einem angespannten Gesichtsausdruck, Erröten, Unruhe oder ein Ausschlagen von Armen oder Beinen. Die Art der Signale und deren Intensität sind von Baby zu Baby unterschiedlich und auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Reagieren die Bezugspersonen anfangs nicht auf die Signale, verschwinden diese auch mit der Zeit. In unserer oft lauten und hektischen Kultur können die Signale häufig auch übersehen werden, vor allem auch, wenn Babys nicht nah bei der Bezugsperson sind.

Fakt Nr. 6: Windelverbrauch bei gewickelten Babys

Gewöhnt man Babys jedoch an eine Windel und nutzt Wegwerfwindeln, so verbraucht ein Baby im Schnitt bis zum Sauber werden ca. 7.500 Windeln. Zum Glück gibt es mittlerweile auch nachhaltige, effiziente Stoffwindeln, die einfach ausgewaschen werden können, wodurch erheblich Müll reduziert werden kann.

Fakt Nr. 7: Babys brauchen keinen Brei

Einen strikten Beikostplan einzuhalten, der mit verschiedenen Breien bestückt ist, die nach und nach systematisch eingeführt werden, ist hierzulande immer noch üblich. Aber es geht auch ohne. Hauptnahrungsmittel sollte für Babys im ersten Lebensjahr ohnehin Milch sein. Daneben wird das Baby nach und nach an andere Nahrungsmittel herangeführt. Beim sogenannten „Baby led weaning“ gibt man dem Baby neben der Milch weiches Fingerfood, das es selbst erkunden und auch ohne Zähne schon zerkleinern kann.

Fakt Nr. 8: Babys haben mehr Knochen als Erwachsene

Die Knochen von Babys haben noch nicht die Form, die sie später mal haben werden. Sie wachsen erst im Laufe der Zeit zusammen. So haben Babys ca. 350 Knochen mehr, als Erwachsene. Babys haben übrigens auch noch keine Kniescheibe. Der Knorpel entwickelt sich erst später zur eigentlichen Kniescheibe.

Fakt Nr. 9: Erstaunliches Wachstum

Das Wachstum von Babys im ersten Lebensjahr ist außergewöhnlich. Nie wieder zeigt der Mensch ein so schnelles Wachstum, wie in den ersten 12 Monaten. In dieser Zeit wachsen Sie nämlich um mehr als 50 %. Würden sie dieses Wachstum beibehalten, so wären sie mit 5 Jahren ganze 5 Meter groß. Auch das Gewicht nimmt rasant zu. In den ersten 6 Monaten verdoppeln Babys in der Regel ihr Gewicht und bis zum ersten Geburtstag ist es drei Mal so hoch wie bei der Geburt.

Aber auch das Gehirn wächst rasant. Zwischen dem ersten und dem sechsten Monat ist die Phase der rasantesten Gehirnentwicklung des ganzen Lebens eines Menschen. Pro Sekunde werden bis zu 700 neue Nervenverbindungen gebildet. Bis zum zweiten Geburtstag verdreifacht sich die Gehirnmasse und hat ca. 75% der späteren Größe erreicht.

Fakt Nr. 10: Interessantes über Frühgeborene

Wenn Babys vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, spricht man von einer Frühgeburt. Statistisch lebensfähig sind Babys bereits aber der 23. bis 25. Schwangerschaftswoche. Ob die frühe Geburt Auswirkungen auf die Entwicklung des Babys hat, hängt von diversen Faktoren ab. Durch den Fortschritt der Medizin können heute viele Nachteile abgemildert werden. Ungefähr 70% der extrem früh geborenen Babys entwickeln sich ganz normal.

Albert Einstein, Picasso, Isaac Newton, Mark Twain, Napoleon, Stevie Wonder und Winston Churchill wurden alle zu früh geboren und legten steile Karrieren hin.

Das leichteste überlebende Baby wog nur 251 Gramm.

Was sind Engelszahlen? Erklärung, Bedeutung, Definition


Engelszahlen sind magische Botschaften aus der unsichtbaren Welt. Entweder ein verstorbener Verwandter möchte uns etwas mitteilen oder aber eine andere Kraft versucht uns eine Nachricht zu überbringen. Da der Kontakt zur spirituellen Welt und umgekehrt nicht ganz so einfach ist, muss hier besonders raffiniert vorgegangen werden.

Viele glauben daher, dass uns Engel mithilfe von Zahlen und Symbolen kontaktieren, um uns etwas Bestimmtes mitzuteilen oder uns auf etwas in unserem Leben hinzuweisen.

Sieht man nun im Alltag wiederholt eine bestimmte Zahlenfolge, so könnte dies eine dieser mystischen Nachrichten aus einer anderen Dimension sein. Im nachfolgenden Text werden die Botschaften (der Engel an uns) hinter den Zahlen 111 bis 999 erläutert. Diese werden nicht ausgeschrieben, um die Lesbarkeit zu verbessern.

111: Engelszahl, Bedeutung, Erklärung

Die Nummer 1 steht für den Anfang, Unabhängigkeit, Individualität, Erfolg, Führungskraft, Originalität und einer Menge anderer Begriffe. Sehen wir diese Zahl mehrmals in Folge, bildet sich oftmals die Konstellation 111.

Hinter den Zahlen 111 steht vor allem die Manifestation einer Sache. Immerhin ist die Nummer 1 ein Symbol für das Neue und die Neuerschaffung von allem. Die 1 deutet auf neue Projekte hin und dem Ehrgeiz, welcher dazu benötigt wird, diese anzugehen.

Wer den ganzen Tag lang oder sogar länger die Zahlen 111 sieht, sollte sein aktuelles Denkmuster hinterfragen. Die Engel möchten uns in diesem Fall darauf hinweisen, die Gedanken auf Positives zu lenken und sich nicht mit Sorgen zu quälen.

Wer diese Zahlen öfters sieht, erhält in mindestens einer darauffolgenden Nacht kosmische Energien zugewiesen, welche bei Nutzung ein Tor zu mehr Ambition öffnen können.

Die warnende Nachricht bei der Nummer 111 lautet vor allem, dass man den negativen Energien (in Form von negativem Denken) keine Chance geben darf. Ansonsten läuft man Gefahr, dass sich diese verwirklichen.

222: Engelszahl, Bedeutung, Erklärung

Die Zahl 2 steht vor allem für Frieden, Zusammenhalt, Diplomatie, Spiritualität, Kooperation, Intuition, Harmonie und hat zudem noch viele weitere Assoziationen.

Bei der Nummer 222 geht es vor allem um die Balance, welche sich zwischen zwei Individuen einspielt. Ist man zum Beispiel gerade in Begriff, mit seinem Partner zusammenzuziehen, so könnte die ständig auftauchende Zahl 222 auf eben diesen Umstand hinweisen.

Diese Entscheidung sollte in einem solchen Fall eventuell abgewogen werden. Selbstverständlich muss eine Engelszahl nicht immer eine Warnung vor einem Fehler sein. Da die Zahl 222 für den Zusammenhalt und die Zweisamkeit steht, könnte sie auch einfach nur ein Glückwunsch von der anderen Seite versinnbildlichen.

Viele glauben auch, dass die 2 für Vertrauen und Courage steht. Demnach könnte die Partnerschaft, in der man sich befindet oder demnächst befinden wird, auf eine Vertrauensprobe gestellt werden. Hat man etwa momentan eine Affäre oder betrügt den Lebenspartner auf eine andere Weise und sieht die Zahl 222 überall aufleuchten, könnte dies darauf hindeuten, dass man eventuell damit aufhören sollte.

333: Engelszahl, Bedeutung, Erklärung

Die 3 steht für Assistenz, Kommunikation, Vorstellungskraft, Abenteuer, Inspiration, Humor, Wachstum, Rhythmus, Kunst, Überraschungen, Enthusiasmus und Einsatz.

Bei der Nummer 333 lautet die Nachricht eventuell, dass die drei wichtigsten Essenzen nicht in Einklang miteinander leben. Dabei handelt es sich um Körper, Geist und Seele. Man müsste also überprüfen, ob man sein schlechtes Gewissen nicht doch noch bereinigen möchte und auch nachträglich noch das Richtige tun sollte.

Weiterhin bedeutet die immer wieder auftauchende Nummer 333 außerdem, dass die Manifestation, die man zu einem früheren Zeitpunkt durch Denken, Sprechen oder Zeichnen ins Leben gerufen hat, nun in vollem Gange ist. Demnach kann man sich schon sehr bald auf eine gelungene Balance seines finanziellen, emotionalen, physischen und spirituellen Seins einstellen.

444: Engelszahl, Bedeutung, Erklärung

Die Zahlenfolge 444 steht vor allem für harte Arbeit, Produktivität, Traditionen, Ordnung, Ehrlichkeit, Weisheit, Management, Einigkeit, Verantwortung, Service, Organisation und eine Menge anderer Dinge.

Vor allem Sicherheit und ein gutes Fundament bedeutet die andauernd auftauchende Engelszahl 444. Da die 4 Elemente Feuer, Wasser, Erde und Wind in die 4 verschiedenen Himmelsrichtungen Norden, Osten, Süden und Westen zeigen, entsteht ein gegenseitiges Nehmen und Geben.

Überprüfen Sie daher am besten ihr Schuldenkonto: Wem schuldet man noch Geld? Belastet es einen selbst etwa unterbewusst? Wer schuldet einem selbst noch Geld? Ganz egal wie die genaue Sachlage auch ist, so sollte man sich im finanziellen Spektrum dieser Engelszahl vor allem darum bemühen, diese Sache schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen und sich darum zu kümmern.

555: Engelszahl, Bedeutung, Erklärung

555 steht vorwiegend für Telepathie, Wandel, Freiheit, Fantasie, Energie, Gnade, Magnetismus, Erregung, Ressourcen, Wahlen, Motivation und viele andere Sachen.

Die 555 ist außerdem ein klares Symbol für das Prinzip von Gruppenzugehörigkeit, Leidenschaft und den Fortschritt. Wem diese Zahlenfolge andauernd ins Auge fällt, sollte sich eventuell darüber Gedanken machen, ob er seine aktuellen Lebensumstände nicht ändern möchte.

Damit kann eine Menge gemeint sein. In den meisten Fällen sollten Single-Haushalte gesäubert werden, da sich eine neue Beziehung anbahnt oder aber, man stellt unterbewusst seine derzeitige Liebesbeziehung infrage.

Weiterhin ist die 555 stets als positives Symbol zu sehen, denn sie leitet einen Wechsel im Leben ein, welcher dieses verbessern wird. Das könnte sogar einen neuen Arbeitsplatz oder aber eine neue Liebesbeziehung bedeuten. Zwar sind Überstunden nervenaufreibend und nicht jeder macht sie gerne, jedoch könnten sie auch den lang ersehnten Sprung auf der Karriereleiter bedeuten.

666: Engelszahl, Bedeutung, Erklärung

Die Nummer 666 steht vor allem für Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Heilung, Liebe, Empathie, Selbstlosigkeit, Schönheit, Pflanzenliebe, Familie, Sympathie und viele weitere Begriffe.

Je nach Glaubensmuster fügt sich bei der 666 ein größeres Bild zusammen. Vor allem taucht diese Zahl vermehrt in magischen Büchern auf, aber auch in religiösen. Da die Zahl 6 unter anderem auch vorwiegend für das Nähren, die Stabilität innerhalb der Familie, Materialismus und Planetenkonstellationen steht, ist die Bedeutung dieser ständig auftauchenden Zahlenfolge weitreichend, jedoch äußerst wichtig.

Meist ist es ein klares Warnsignal für etwas, das vermeintlich mit der Familie zu tun hat. Schmiedet man gegen jemanden Pläne oder ist man selbst derjenige, der seine Gedanken und Handlungen gegenüber seinen Liebsten überdenken sollte?

777: Engelszahl, Bedeutung, Erklärung

Die Zahl 777 wird mit den folgenden Begriffen in Verbindung gebracht: Glück, Inneres Ich, Geburt, Einsamkeit, Bestimmung, Psyche, Mystik, Weisheit, Analyse, Wiedergeburt und vielen weiteren.

Die 7 steht vor allem auch für die weisen Entscheidungen, die man im Leben trifft und die uns zum Glück führen. Die 7 Chakras sind ebenso ein gutes Indiz dafür, dass diese Zahl vor allem mit dem komplexen Zusammenspiel unserer Umwelt und uns selbst zu tun hat.

Wem andauernd die Zahlenfolge 777 begegnet, sollte eventuell über seine spirituelle Konnektivität nachdenken. Engel geben uns nämlich nicht nur durch Zahlenfolgen Hinweise, sondern mit allen möglichen Mitteln. Verschüttet man zum Beispiel den Kaffee, sollte man den Fleck bei einem auffälligen Muster näher untersuchen.

Wenn wir die Zahlen 777 immer wieder sehen, will man uns sozusagen zum kreativen Denken anregen, welches weitaus komplexere Züge annimmt, als das systematisch angelernte.

888: Engelszahl, Bedeutung, Erklärung

Die Zahlenfolge 888 steht mehrheitlich für Stärke, Fähigkeiten, Business, Provision, Weisheit, Realität, Disziplin, Selbstvertrauen, Effizient und einer Menge weiterer Eigenschaften.

Tauchen die Zahlen 888 andauernd auf, bedeutet es in erster Linie Macht. Da die 8 außerdem für Unendlichkeit steht, repräsentiert sie die Wiedergeburt, welche jemandem sozusagen seelische Unsterblichkeit verleiht. Hat man in letzter Zeit wirklich alles richtig gemacht und für seine Sünden bezahlt, könnte die Zahl 8 in einem bereits guten Lebenslauf für eine Belohnung sorgen.

Die 888 ist eine Nachricht, welche sich mit folgender Metapher erklären lässt: Was du säst, das erntest du auch. Wer sich also bisher von seiner schlechteren Seite gezeigt hat, sollte bei der stets auftauchenden Zahl 888 damit rechnen, dass er alsbald die Belohnung dafür bekommen könnte, wenn das Verhalten sich nicht ändert.

999: Engelszahl, Bedeutung, Erklärung

Die 9 symbolisiert die folgenden Bedeutungen: Diskretion, Schutz, Loyalität, Integration, scharfes Sehen, die drei Welten, Perfektion, Schauspielerei, Freiheit, Intelligenz und viele weitere.

Wer regelmäßig die Zahlenfolge 999 beobachten kann, sollte sich darüber im Klaren werden, ob er eine gewisse Sache nicht endlich zum Abschluss bringen sollte. Wenn jemand zum Beispiel mehrere Projekte begonnen hat, sollte er sich nun überlegen, ob es nicht mehr Sinn ergibt, sich auf ein einzelnes zu fokussieren. Ist dieses abgeschlossen, macht man mit dem nächsten weiter.

Weiterhin deutet die Zahl 9 darauf hin, dass wir uns selbst besser kennenlernen sollten und auf diese Weise unsere gegebenen Fähigkeiten herausfinden. Jeder hat eine bestimmte Gabe, die jedoch durch Fleiß und Disziplin ans Tageslicht geführt werden muss. Ein guter Läufer findet immerhin erst dann heraus, dass er einer ist, wenn er regelmäßig und viel läuft.

Schlusswort: Was sind Engelszahlen?

Bei allen Zahlenfolgen sollte man sich als Faustregel merken, dass es sich meist um ein positives Zeichen handelt. Alleine schon, dass man auf die Zeichen achtet, die einem von der anderen Seite der Welt vermittelt werden, ist ein riesiger Glücksfall. Während Derartige noch im Mittelalter als erwiesene Tatsache gegolten hat, ist im Laufe des 19. Jahrhunderts komplett in der Lächerlichkeit gerutscht.

Da sich die Menschheit im Laufe der wenigen letzten paar Jahre aufgrund des schnelleren Informationsastausches via Internet rasend schnell weiterentwickelt hat, interessieren sich immer mehr auch für die noch bisher unbekannten Glaubensrichtungen und Annahmen. Wer schon alles kennt, sollte sich deifinitiv auch noch mit Engelszahlen und der spirituellen sowie geistigen Welt auseinandersetzen.

Im Idealfall betrachtet man eine Zahl in allen Facetten: Eine 5 sieht zum Beispiel aus, wie ein Haken. Diese simple Bedeutung könnte bereits die ständig wiederkehrende 555 im Traum oder im Alltag begleiten, die sozusagen wie ein Haken in unserem Unterbewusstsein verankert ist.

Was ist Vorglühen? Erklärung, Vorteile, Nachteile


Der Begriff Vorglühen beschreibt das Einstimmen auf eine Party in privatem Rahmen durch den gemeinsamen Konsum von Alkohol. Dabei kann es sich sowohl um die Einstimmung auf eine öffentliche als auch auf eine private Party handeln. Üblicherweise finden sich zum Vorglühen Freunde zusammen, die anschließend gemeinsam die eigentliche Party besuchen wollen.

Wie funktioniert Vorglühen? Erklärung

Zum so genannten Vorglühen trifft man sich mit anderen Partybesuchern im Vorfeld der eigentlichen Feier. Ein solches Treffen kann zuhause, im öffentlichen Raum oder einem gastronomischen Betrieb stattfinden. Meistens setzt man sich jedoch zuhause bei einer der teilnehmenden Personen zusammen. Dabei wird in der Regel Alkohol verzehrt, um in Partystimmung zu kommen. Ziel hierbei ist es, dass die Partybesucher bereits angetrunken an der eigentlichen Eventlocation eintreffen und auf diese Weise Kosten sparen. Das Einstimmen auf eine anstehende Feier kann durch das Abspielen von Musik oder Partyspiele noch unterstützt werden.

Woher kommt Vorglühen?

Entstanden ist das Vorglühen bei jungen Menschen, die durch den Verzehr von Alkohol in den eigenen vier Wänden Geld sparen und vorfeiern wollten. Dazu wird im Vorfeld Alkohol für das Vorglühen eingekauft. Üblicherweise findet ein Vorglühen in Gesellschaft anderer Partybesucher statt und wird nicht alleine in den eigenen vier Wänden praktiziert. Inzwischen gehört es für viele Menschen zu den klassischen Ritualen einer Partynacht.

Was sind die Vorteile des Vorglühens?

In Clubs, Diskotheken und anderen Eventlocations ist Alkohol in der Regel deutlich teurer als im Lebensmitteleinzelhandel. Daher spart man beim Vorglühen Geld und kommt bereits mit einem gewissen Alkoholpegel zu einer Party. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Vorglühen in kleinem Rahmen die Lust auf einer Feier anheizen und für ausgelassene Partylaune sorgen kann. Gerade an den Wochenenden öffnen Clubs häufig erst zu später Stunde. Wer nicht so lange auf den Partybeginn warten möchte, der trifft sich zum Vorfeiern und verlängert auf diese Weise die Partynacht.

Kritikpunkte am Vorglühen

Ein mögliches Risiko beim Vorglühen ist, dass hierbei teilweise bereits so viel Alkohol konsumiert wird, dass ein späteres Weiterziehen zur eigentlichen Feier nicht mehr möglich ist. Stark alkoholisiert wird man zudem in manche Clubs mit Zugangskontrollen nicht mehr hereingelassen. Außerdem kann es beim Vorglühen in einer privaten Wohnung so gemütlich werden, dass man sich später nicht mehr motivieren kann und die eigentliche Party ausfallen lässt.

Ein weiterer Kritikpunkt am bei jungen Menschen beliebten Vorglühen ist das damit verbundene Risiko der Anreise zur Hauptparty. Mit einem gewissen Alkoholpegel steigen das Unfall- und Verletzungsrisiko. Die Teilnahme am Straßenverkehr als Fußgänger oder Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel kann bei zu starkem Alkoholkonsum während des Vorglühens zur Gefahr für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer werden. Kritik äußert sich auch bezüglich des teilweise sorglosen Umgangs mit Alkohol.

Fazit: Vorglühen als beliebte Pre-Party mit gewissen Risiken

Das Vorglühen ist eine beliebte Form des gemeinsamen Einstimmens auf einer Feier oder ein ähnliches Event, zu dem man sich üblicherweise mit Freunden zusammenfindet. Während die Feierlaune dadurch angefeuert wird, stellt die schon vor der Party stattfindende Alkoholisierung auch ein gewisses Risiko dar.

Warum hat Polen keinen Euro? Erklärung


Neun der Länder innerhalb der Europäischen Union haben den Euro als gemeinschaftliche Währung noch nicht eingeführt. Eine der wichtigsten Volkswirtschaften, die sich bisher gegen die Gemeinschaftswährung entschieden hat, ist Polen. Zwar hat das Land bei seinem Beitritt zur EU im Jahr 2004 ebenfalls zugestimmt, den Euro einzuführen, ein genauer Zeitraum wurde dabei allerdings nicht definiert. Das gilt auch für verschiedene andere Länder, besonders in Osteuropa, die ebenfalls mit der Osterweiterung beigetreten sind und bisher den Euro noch nicht eingeführt haben. Die Gründe dafür beschränken sich allerdings nicht alleine auf die mangelnde Beliebtheit der Währung.

Vereinbarung zur Einführung des Euro in EU-Ländern

Wer heute der Europäischen Union beitreten möchte, muss eine Vielzahl von Vereinbarungen erfüllen und Standards erreichen, bevor die Mitgliedschaft von den anderen Ländern abgesegnet wird. Das gilt vor allem dem Schutz des gemeinsamen Wirtschaftsraums und der gemeinschaftlichen Werte, die sich die EU gegeben hat. Eine der wichtigsten Vereinbarungen für den Beitritt ist die Willenserklärung, dass der Gemeinschaftswährung Euro in einem überschaubaren Zeitraum beigetreten wird. Genau hier ist aber auch das Problem zu finden, das dazu geführt hat, dass bisher nur die wenigsten Länder, die der EU in den letzten Jahren beigetreten sind, auch den Euro eingeführt haben.

Zwar müssen die Staaten, die der EU beitreten, eine Absichtserklärung unterschreiben – diese legt aber keinen genauen Zeitrahmen fest. Letztlich ist es den Ländern selbst überlassen, an welchem Punkt sie das Beitrittsverfahren für den Euro starten. Dieses ist noch einmal mit gesonderten wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden und wird von manchen Staaten für die eigene Wirtschaft als ein Problem angesehen. Als eines der Länder, die nun kurz vor der Einführung stehen, gilt beispielsweise Kroatien, die diesen Prozess seit beinahe 10 Jahren begleiten. In Polen ist hingegen nicht damit zu rechnen, dass es bald zu einer Einführung kommt.

Die Gründe für die verschleppte Euro-Einführung in Polen

Unter den Polen gibt es eine geteilte Meinung darüber, ob ihr Land den Euro einführen sollte oder nicht. Während junge Menschen klar für eine Einführung sind und das vor allem mit der Stabilität des Euro im Vergleich mit dem Zloty und der Idee der europäischen Integration verbinden, sind viele Unternehmen gegen die Einführung. Auch die Regierung blockt bisher die Versuche, das Beitrittsverfahren abzuschließen. Das liegt mitunter daran, dass man bei einer Einführung einen nicht unerheblichen Teil der Kontrolle über die eigene Währung abgeben müsste. Bisher kann in Polen der Zloty abgewertet werden, um beispielsweise die Inflation abzufedern oder dafür zu sorgen, dass der Außenhandel für die Polen einfacher wird. Das wäre nach einem Beitritt in den Euro nicht mehr einfach so möglich, da solche Entscheidungen dann von allen Mitgliedsländern getroffen werden müssen, die mitunter andere Interessen als die polnische Wirtschaft haben.

Dazu kommt die Sorge vor einer Verteuerung der Produkte in Polen. Die Einführung des Euros war in vielen Ländern in der Tat mit einer kurzzeitig verstärkten Inflation verbunden und auch die allgemeinen Preise haben sich erhöht. Allerdings hat der polnische Zloty in den letzten Jahren selbst deutlich an Stabilität eingebüßt und schon bevor die Inflation in ganz Europa zugeschlagen hat, war diese in Polen mitunter bei bis zu 10 Prozent. Es ist also davon auszugehen, dass sich Polen in den nächsten Jahren wieder mit der Frage beschäftigen wird, ob die Sicherheit der europäischen Währung nicht auch im eigenen Interesse ist. Dazu kommt, dass es vor allem die Unternehmen und Einwohner in den Grenzgebieten sind, die sich einen Wechsel auf den Euro wünschen würden. Dieser Prozess wird aber in jedem Fall noch einige Jahre dauernd und es ist daher nicht damit zu rechnen, dass Polen den Euro vollständig in den nächsten zehn Jahren einführen könnte – selbst wenn man sich dazu entscheiden sollte.

Was ist das „Kleine Welt Phänomen“? Erklärung, Bedeutung, Definition


Das „Kleine Welt Phänomen“ bezieht sich im Prinzip auf das Denkmuster, man könne über nur wenige Wege einige seiner Idole oder auch Geschäftspartner kontaktieren. Vor allem die sozialen Medien haben es uns ermöglicht, auch etwa Stars wie Brad Pitt einfach mal eben eine Nachricht zu schicken.

Was ist das „Kleine Welt Phänomen“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Da es sich bei Prominenten zwar scheinbar um Menschen mit wenig Zeit für solche Dinge handelt, heißt es keineswegs, dass jeder Star gleich ist. Einige lesen all ihre Fanpost selbst und seien es auch Nachrichten in ihrem Instagram-Posteingang.

Auf diese Weise können wir also nicht nur unsere geliebten Menschen der Medien kontaktieren, sondern auch einen vermeintlichen Geschäftspartner. In der modernen Welt hat sich das Kleine Welt Phänomen also bereits ganz gut einschleichen können.

Jeder kennt also irgendwann jeden, da Facebook und andere Aktivitäten im Internet überprüft und auf verschiedene Weisen nachgewiesen werden können. Hierbei spielt vor allem Big Data eine große Rolle.

Wer hat das „Kleine Welt Phänomen“ erfunden? Geschichte

Der Psychologe Stanley Milgram hat in den 1960ern das Kleine Welt Phänomen ins Leben gerufen. Die nachfolgenden Begriffe stehen im Zusammenhang mit der Recherche des Wissenschaftlers:

  • Kleine Welt Experiment
  • Kleine Welt Paradigm
  • Kleine Welt Phänomen

Nebenher hat er auch noch das „Six Degrees of Separation“ herausgebracht.

Laut seiner Theorie, sind alle Menschen über wenige andere bereits miteinander bekannt. Richtige Zahlen oder Statistiken hat der Forscher jedoch vorerst nicht genannt.

Der Schriftsteller namens Karinthy Fridyes (der aus Ungarn stammt), welcher im Jahr 1929 darüber berichtete, war der Meinung, dass über bereits fünf verschiedene Kontakte jeder andere Mensch auf diesem Planeten erreicht werden könnte. Milgram hingegen war wenig später der festen Überzeugung, dass es auch sechs sein dürfen.

Superspreader: Eine neue Form Influencer

Heutzutage gibt es immer mehr Menschen auf der Welt, welche in einem ganz besonderen Sinne mit dem Kleine Welt Phänomen in Berührung kommen. Diese nennt man Superspreader, da sie regelmäßig mit einer Menge verschiedener Menschen in Kontakt treten. Diese Menschen schreiben also nicht nur mit vielen anderen, sondern treffen sich mit ihnen auch im echten Leben. Interessanterweise übertragen sich dadurch nicht nur Nachrichten oder anderweitige Informationen sehr schnell, sondern auch Krankheiten.

2016 hat Facebook ein Experiment ins Leben berufen, welches das Kleine Welt Phänomen überprüfen sollte. Das überraschende Ergebnis hat sogar die Welt unserer Wissenschaftler erschüttert: Es würden laut Facebook Berechnung bereits drei oder vier Personen in den Sozialen Medien ausreichen, um zum Beispiel Kontakt zu Stefan Raab aufzubauen.

Der auffällig positive Trend lässt darauf schließen, dass wir im Laufe der Zeit immer weniger andere Kontakte brauchen werden, um mit deren Hilfe eine bestimmte Person zu kontaktieren. Social Media rückt alle Menschen also noch näher zusammen, sodass die Chance bestünde, dass sich irgendwann in ferner Zukunft tatsächlich alle Menschen auf der Welt via Messenger kennen.

Die psychologischen Aspekte dürften die Sache abschließend zusammenfassen: Viele Menschen haben einen besonderen Drang entwickelt dazuzugehören und stellen diesen Wunsch vor allen anderen in ihrem Leben. Sehen und gesehen werden ist vor allem in diesen Zeiten nämlich gefragter denn je, denn immerhin ist die Kamera im Smartphone für die sozialen Medien stets bereit und jeder Moment kann mit jedem auf der ganzen Welt sofort geteilt werden.

Alles in allem ist das Kleine Welt Phänomen also recht faszinierend und vor allem treffend, wenn die Fakten und Studien, die es bisher dazu gibt, ebenso berücksichtigt werden.

Was bedeutet „Ist Luisa da?“ Erklärung


In bestimmten Clubs und Bars kann man sich bei sexueller Belästigung mit der Codefrage „Ist Luisa hier?“ an das Personal wenden, um in Sicherheit gebracht zu werden.

„Ist Luisa hier?“ – Bedeutung, Erklärung

Mit dieser Frage können sich Gäste eines Clubs oder einer Bar an das Personal wenden, wenn sie sexuell angegriffen oder belästigt wurden. Auch bei übergriffigen Dates oder einem allgemeinen Gefühl der Unsicherheit kann sie zum Einsatz kommen. Obwohl das Projekt speziell für Frauen und Mädchen gestartet wurde, ist dieses nicht geschlechtsspezifisch und jeder kann sich in der Not der Frage bedienen. Das Personal eskortiert einen dann an einen sicheren Ort, von dem aus Polizei, Familie oder Taxi gerufen werden kann. Je nach Bedarf wird auch die belästigende Person dem Club verwiesen.

„Ist Luisa hier?“ – Entstehung

Ende 2016 startete der Frauen-Notruf von Münster die Kampagne „Luisa ist hier!“ als Teil des Projekts „Sicher feiern“. Seitdem hat sich die Aktion auch in anderen deutschen Bundesländern sowie in mehreren Städten der Schweiz und in Innsbruck und Salzburg in Österreich verbreitet. Graz und Amstetten folgten mit eigenständigen Projekten.

Der Vorgänger dieser Kampagne stammt aus England. „Ask for Angela“ hieß das Projekt aus Lincolnshire, welches ebenfalls im Jahr 2016 anlief. Der Name „Angela“ wurde in Erinnerung an Angela Crompton gewählt, welche 2012 von ihrem Ehemann wegen eines Streits über eine Hausrenovierung umgebracht wurde. Die Bedeutung „Botschafterin Gottes“ oder „Engel“ war eine zusätzliche Inspiration für die Wahl.

Für den deutschsprachigen Raum änderte der Frauen-Notruf Münster den Namen um. Gewählt wurde „Luisa“ einerseits aufgrund der Namensbedeutung „die Kämpferin“, andererseits aber auch, weil das Wort einen Kopfton enthält und daher ebenfalls bei lauter Umgebung gut verständlich ist.

„Ist Luisa hier?“ – Welche Clubs machen mit?

Verbreitet ist die Kampagne vor allem in Deutschland, aber auch in Zürich, Winterthur, Basel, Aarau, Luzern, Innsbruck und Salzburg. Die Betriebe, welche an dem Projekt teilnehmen, geben dies durch gut sichtbare Plakate im Eingangsbereich und auf den Toiletten zu verstehen. An diesen Orten wurde das Personal geschult, um in prekären Situationen richtig zu reagieren und Soforthilfe anbieten zu können.

„Ist Luisa hier?“ – Zweckerfüllung

Bisher scheint noch niemand die Codefrage in der Praxis angewandt zu haben. Möglich ist aber auch, dass sich An- und Übergriffe bereits durch die Signalisierung reduzieren. Zumindest lenkt das Projekt mehr Aufmerksamkeit auf das Problem der sexuellen Gewalt an Frauen und sensibilisiert die Menschen für das Thema.

Allgemein wurde das Projekt bisher als sehr positiv empfunden und viele Menschen würden sich solche Angebote breiter gestreut und auch in anderen Bereichen wünschen.

„Ist Luisa hier?“ – Das Projekt in Belgien und den USA

Auch in Amerika fand die Kampagne Anklang. In dortigen Bars kann man nach einem „Angel Shot“ fragen und diesen je nach Bedarf „neat“ (Escort zum Auto), „on the rocks“ (Taxibestellung) oder „with a lime“ (Anruf bei der Polizei) bestellen.

2021 schloss sich auch Belgien an. Wie im Vereinigten Königreich kann auch hier nach Angela gefragt werden. Nachdem eine Reihe von Vergewaltigungen und sexuellen Belästigungen von Club-Personal gemeldet wurde, erhielt die Kampagne große Aufmerksamkeit und zahlreiche Bars wollten die Ask-Angela-Plakate aushängen. Um zu garantieren, dass Fragende die benötigte Hilfe erhalten, müssen teilnehmende Bars hier sogar einen Vertrag unterzeichnen und auch auf Festivals soll die Kampagne Verwendung gefunden haben. Die Poster gibt es in Belgien zudem auf Französisch, Englisch und Niederländisch.

Was ist die Malthusianische Falle? Erklärung, Bedeutung, Definition


Thomas Robert Malthus (1766-1834) war ein englischer Wirtschaftswissenschaftler, dessen Name mit einer einflussreichen Theorie verbunden ist. Er argumentierte, dass die Bevölkerung exponentiell zunimmt, wenn es keine Ressourcenbeschränkungen gibt. Der Verdopplungszeitraum beträgt 25 Jahre. Im gleichen Zeitraum steigen die Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts in arithmetischer Progression. Daraus ergibt sich ein schwerwiegender Widerspruch: Die Zahl der Menschen wächst viel schneller als die Mittel, um sie zu ernähren. Die Lösung liegt nach Malthus in der Begrenzung der Geburtenrate. Geschieht dies nicht, reduzieren Kriege, Krankheiten und Naturkatastrophen die Bevölkerung.

Was ist die Malthusianische Falle? Erklärung, Bedeutung, Definition

Die Implikationen dieser Theorie sind paradox und pessimistisch. Geht man davon aus, dass Malthus Recht hat, dann ist jede Verbesserung des Lebensstandards – technische oder organisatorische Innovationen, wissenschaftliche Entdeckungen, gute Ernten oder einfach nur aufeinanderfolgende friedliche Jahre – gefährlich. Sie führt zu einem starken Anstieg der Bevölkerung. Es wird ein Punkt erreicht, an dem die verfügbaren Mittel für den Lebensunterhalt nicht mehr ausreichen, und dann folgen Kriege, Katastrophen und/oder Krankheiten, was zur natürlichen Beseitigung des „Überschusses“ führt. Die Malthusianische Theorie macht jede Hilfe für die Armen und Bedürftigen sinnlos. Die Logik ist folgende: Wenn man ihnen hilft, bekommen die Armen mehr Kinder, und diese Kinder überleben. Die wachsende Bevölkerung kann sich nicht selbst ernähren, und die bekannten Bremsen des Bevölkerungswachstums kommen…

Die Welt in der Malthusianischen Falle

Die Theorie von Malthus erklärt relativ gut die historische Entwicklung von der Entstehung der sesshaften Landwirtschaft bis zum Jahr 1800. Dann wurde jede technische Verbesserung oder jeder andere Umstand, der das Leben erträglicher machte, durch die von Malthus vorhergesagten Faktoren – Krankheiten, Kriege und Naturkatastrophen – konterkariert. Die wohl bekannteste Manifestation der so genannten Malthusianischen Falle ist die europäische Geschichte vom 11. bis zum 14. Ab dem 11. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung Europas infolge technischer Verbesserungen in der Landwirtschaft und in anderen Bereichen, neue Länder wurden erschlossen, Städte und Handel entwickelten sich, und so weiter.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts stieß die mittelalterliche Wirtschaft Europas jedoch an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, die Bevölkerung zu ernähren. In den Jahren 1315-1317 wurden große Teile des Alten Kontinents von einer Hungersnot heimgesucht, die Tausende von Menschenleben forderte. Erst danach folgte die Pest von 1347-1352, die mindestens ein Drittel der Europäer tötete.

Die Wirkung eines solchen Mechanismus scheint universell zu sein. Sie stoppt die „übermäßige“ Zunahme der Zahl der Menschen. Die verfügbaren Belege zeigen, dass über die Jahrtausende hinweg kein signifikanter Unterschied, geschweige denn eine Tendenz zur Verbesserung, bei den grundlegenden Indikatoren für den Lebensstandard der Menschen festgestellt werden kann, sei es im alten Ägypten der Pharaonen oder in England am Vorabend der industriellen Revolution. Die durchschnittliche Körpergröße der Männer in Europa in den ersten 1800 Jahren nach Christus, gemessen an den bei archäologischen Ausgrabungen entdeckten Skeletten, zeigt keine sichtbaren Veränderungen. Und es ist allgemein bekannt, dass ein steigender Lebensstandard die Menschen größer macht. Der gleiche Mangel an Verbesserung wird durch die bekannten Daten über die Kalorienzufuhr in verschiedenen Gesellschaften vor dem Jahr 1800 gezeigt.

Selbst in wohlhabenden Gesellschaften vor dem Jahr 1800 standen die Chancen, dass ein Kind bei der Geburt seinen 30. Geburtstag erlebte, 50:50. Krankheiten sind ein ständiger Begleiter der menschlichen Entwicklung, und ihre Sterblichkeitsrate ist erschreckend hoch. Nachdem die Pest Mitte des 14. Jahrhunderts in Europa Fuß gefasst hatte, verschwand sie im Westen erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Regelmäßig wüteten Epidemien in einzelnen Teilen des Kontinents.

In den Jahren 1665-1666 war die letzte aufgezeichnete Pestepidemie in London. Die Zahl der Opfer lag zwischen 70 und 80.000, bei einer Bevölkerung von etwa einer halben Million. In den Jahren 1629-1630 wurde Norditalien von einer schweren Pestepidemie heimgesucht, an der etwa 30-35 % der Bevölkerung der Region, d. h. etwa 2 Millionen Menschen, starben. Die Krankheit verlief bei 60 bis 90 % der Infizierten tödlich. In diesem Sinne hatte der englische Philosoph Thomas Hobbes Recht, als er im 17. Jahrhundert, wenn auch in einem anderen Zusammenhang, schrieb, das Leben sei „einsam, arm, gemein, brutal und kurz“.

Flucht aus der Malthusianischen Falle

Nach dem Jahr 1800 kam der Wandel. So wuchs die Erdbevölkerung von etwa einer Milliarde Menschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf heute über sieben Milliarden. Noch unerwarteter, wenn man das malthusianische Modell zugrunde legt, ist die Tatsache, dass sich alle wichtigen messbaren Indikatoren des Lebensstandards gleichzeitig verbessert haben. Es ist wichtig klarzustellen, dass der Wandel nicht einheitlich und nahtlos ist. Er vollzieht sich nicht innerhalb von ein oder zwei Jahren, und manchmal gibt es gravierende Abweichungen von den allgemeinen Trends – Krankheiten verschwinden nicht, Kriege werden tödlicher, auch die Effektivität terroristischer politischer Regime nimmt zu. Betrachtet man jedoch die letzten 200-250 Jahre, so wird deutlich, dass positive Veränderungen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß und zu unterschiedlichen Zeiten, alle betreffen.

Warum ist das so?

Die Antwort ist nicht einfach. Ein Grund kann sicherlich nicht genannt werden. Zu den am häufigsten genannten gehören: die Kapitalakkumulation, die Arbeitsteilung, der internationale Handel und die Ausdehnung der Märkte, die Ausbeutung der Arbeitnehmer und der unterentwickelten Länder durch die stärker entwickelten und militärisch mächtigen Länder, die Entdeckungen der industriellen Revolution, die Institutionen, die das Wirtschaftswachstum fördern, wie die Sicherheit des Privateigentums und die Rechtsstaatlichkeit, die politischen Freiheiten, die Nichteinmischung des Staates in die Wirtschaft oder – paradoxerweise – die staatliche Intervention zur Förderung der Wirtschaft, usw. Einige der genannten Gründe sind auf die radikalen Veränderungen der letzten 200 Jahre zurückzuführen, andere sind eher immanent. Keiner von ihnen ist grundlegend.

Der Ausweg aus der Malthusianischen Falle ist das Ergebnis von mindestens zwei grundlegenden Ideen oder vielmehr Gruppen von Ideen. An erster Stelle stehen die bürgerlichen Vorstellungen von Gleichheit, nicht aber die heute populäre Vorstellung von Einkommensgleichheit. Es ist die von Philosophen wie John Locke, David Hume, Adam Smith und anderen entwickelte Idee der Gleichheit vor dem Gesetz, der gleichen Würde für jeden Bürger, des Rechts eines jeden, ein Ziel zu haben, das er frei verfolgen kann. Dazu gehört die liberale Vorstellung, dass es positiv ist, von Handel und Produktion zu profitieren, dass Profit keine Sünde ist, und auch die allmähliche Abschaffung der militaristischen und hierarchischen Werte der Jahrhunderte vor dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Das zweite sind die Konzepte der so genannten wissenschaftlichen Revolution. Dazu gehört die Auffassung, dass die „Agenda“ der Naturwissenschaften auf praktische Ziele und insbesondere auf die Verbesserung des materiellen Wohlstands des Staates, des Einzelnen, der Nation, der Welt usw. ausgerichtet sein sollte. Ein weiteres Element der wissenschaftlichen Revolution ist der Glaube an den Fortschritt, daran, dass Fortschritt möglich und wünschenswert ist. Das bedeutet oft, dass die Leistungen der Vorfahren geleugnet oder korrigiert werden. Der Zweifel an Autoritäten, der freie Austausch von Ideen, der Wettbewerb zwischen einzelnen Wissenschaftlern und der Wunsch, etwas Neues zu erreichen, ist eine spezifische Voraussetzung für wissenschaftlichen Fortschritt. In der Wissenschaft nach dem 17. Jahrhundert gibt es keine einzige Autorität, die Wahrheiten durchsetzt, Andersdenkende werden nicht getötet, Ideen werden geprüft.

Warum ist der Tiger in Indien heilig? Erklärung


Zu einigen Tieren haben die Menschen in Indien ein besonders inniges Verhältnis und erheben sie sogar in den Rang von Heiligen. Zu ihnen zählt der Königstiger, der in der hinduistischen Glaubenswelt das Reittier der Göttin Durga war. Sie wird im Land als Göttin der Vollkommenheit verehrt und präsentiert sich auf unzähligen Bildnissen als stolze Reiterin auf dem Rücken eines mächtigen Tigers.

Warum ist der Tiger in Indien heilig? Erklärung

Für die gläubigen Menschen in Indien verbindet sich mit der Göttin Durga der Inbegriff von Schönheit, Anmut und Kraft. Gemeinsam mit dem Tiger wird sie seit jeher mit sechs, acht oder auch zehn Armen dargestellt, und der Mythos der von den Göttern geschaffenen Frau reicht zurück bis ins 5. Jahrhundert nach Christi Geburt. Erstmals wurde ihre Existenz in der sogenannten Devi Mahatmya-Schrift ausführlich beschrieben. Häufig zeigt sich Durga mit dem Waffen-Arsenal des Shiva – also mit Dreizack, Schwert und Bogen. In der Darstellung als Schwester des Vishnu trägt die Durga aber auch Diskus, Keule und Muschelhorn. Der Tiger ist nach der Überzeugung zahlloser Inder vor allem deshalb heilig, weil ihm die Ehre zuteilwurde, einer Göttlichkeit zu dienen, die sich den Kampf gegen die Dämonen der Welt zur Aufgabe machte. Außerdem ist diese Raubkatze in Indien das Symbol für Fruchtbarkeit und Macht.

Indien und der Tiger: Ein heiliges Tier und eine bedrohte Existenz

In einigen historischen Darstellungen ist aber nicht der Tiger das Reittier der Göttin Durga, sondern ein Löwe. Auf anderen Bildern sitzt sie auch einem Thron aus Lotos. Doch immer verbinden die gläubigen Hindus mit der Durga die göttliche Mutter, die stets bereit ist, zu helfen, wenn die Menschen in ihrem sehr oft schwierigen Alltag um Trost bitten. Bei einem Fest über neun Tage und neun Nächte im September oder Oktober steht die Durga mit dem Tiger im Mittelpunkt eines Festes. Trotz seines heiligen Status wurde der Königstiger auf dem indischen Subkontinent intensiv bejagt und befindet sich heute auf der Liste der bedrohten Kreaturen. Mittlerweile sind in Indien Programme gestartet worden, die den Tiger vor dem drohenden Aussterben retten sollen. Vor hundert Jahren durchstreiften noch rund 40.000 Königstiger die Dschungel in Asien. Heute schätzen Experten den Bestand nur noch auf rund dreitausend.

Tiger: Unbezwingbar und die Verkörperung von Kraft

In den meisten Darstellungen sind die Göttin Durga und ihr Reittier, der Tiger, mit Unmengen von Blattgold umgeben. Die Reiterin trägt dabei fast immer einen leuchtenden Sari aus Seide. Die Muttergöttin steht in der hinduistischen Mythologie für die Überwindung von Hindernissen und für spirituelle Entwicklungen. In ihr sehen die meisten Inder eine kriegerische Göttin, die sich in ihrem Alltag von einem Königstiger bewachen lässt. Über einen langen Zeitraum der Geschichte wurde Durga als Verkörperung der Urkraft verehrt und als eine Gottheit, die nicht nur das Leben schenkt, sondern die auch das Leben nimmt. In der altindischen Fassung der Sprache des Sanskrit wird „Durga“ mit „unbezwingbar“ übersetzt. Ihre Unantastbarkeit leitet sich unter anderem von der Anwesenheit ihres Begleiters, des Tigers, ab. Sie wurde über Jahrhunderte in diversen und unterschiedlichen Schriften der indischen Literatur gewürdigt und beschrieben. Dank der Göttin Durga wurde der Königstiger zum Nationaltier des großen Landes. In seiner angestammten Heimat ist die Raubkatze allerdings nur noch in den Nationalparks anzutreffen.

Was ist eine „Konzertierte Aktion“? Erklärung, Bedeutung, Definition


Eine Aktion ist eine gemeinschaftlich geplante und durchgeführte Maßnahme oder Unternehmung. Eine „Konzertierte Aktion“ geht über eine gemeinschaftliche Planung hinaus. „Konzertiert“ steht für ein aufeinander abgestimmtes Handeln. Der Unterschied besteht darin, dass hinter einer Aktion eine bestimmte Gruppe von Menschen steht, die aufgrund gemeinsamer Interessen oder Ziele miteinander verbunden sind. Nimmt sich eine solche Gemeinschaft vor, eine gemeinsame Aktion zu starten, gibt es wenige zu überwindende Gegensätze. Anders verhält es sich bei Aktionen, zu denen sich verschiedene, vielleicht sogar von Grund auf gegensätzliche Arten von Gruppen zusammenschließen. Dann ist eine Konzertierung einer Aktion notwendig.

Eine konzertierte Aktion meint ein eng abgestimmtes Handeln der teilnehmenden Gruppierungen. Die teilnehmenden Partner können auch entgegengesetzte Interessen haben und dennoch einen wichtigen Beitrag zu einer konzertierten Aktion leisen. Es braucht dazu aber zumeist einen „Dirigenten“, der die Interessen bündelt, der dafür sorgt, dass die abgestimmten Vorgaben von allen eingehalten werden und der letztendlich das gemeinsam artikulierte Ziel im Auge behält.

Wortherkunft „konzertiert“

„Konzertiert“ ist ein Adverb und bedeutet „aufeinander abgestimmt“. Es bezieht sich nicht auf ein Konzert oder ein musikalisches Konzertieren. Die Begriffe haben aber eine gemeinsame Herkunft und sind sich insofern in ihrer Bedeutung ähnlich. Ein Adverb ist ein sogenanntes Umstandswort. Diese Wortart hat die Funktion, Umstände genauer zu beschreiben, beispielsweise von Tätigkeiten, Ereignissen oder von Personen. Konkret geht das Adverb „konzertiert“ auf das französische Wort „concerté“ zurück (das wie ein Adverb verwendete 2. Partizip von „se concerter“, zu Deutsch: „sich verabreden“). Eine konzertierte Aktion ist also eine verabredete und unter den beteiligten Partnern abgestimmte Handlung.

Ursprünglich gehen all diese Wörter auf das lateinische „concertare“ zurück, was ins Deutsche übersetzt argumentieren, diskutieren, aber auch kämpfen, streiten oder wetteifern bedeutet. Das italienische Verb „concertare“ weist aber ebenso wie das französische „concerter“ eine Bedeutungsnuance auf und lautet übersetzt „abstimmen“ oder auch „verabreden“. Im Frühbarock des ausgehenden 16. Jahrhunderts gab es in der Musik den „konzertierenden Stil“ (italienisch: „Stile Concertato“), der den Zusammenklang gegensätzlicher Instrumentengruppen und Stimmen beinhaltet. Im Gegensatz dazu geht es im spätbarocken Concerto-Stil um das Zusammenspiel ähnlicher Gruppen von Instrumenten oder Stimmen. Ob gegensätzlich oder ähnlich, es geht immer um die Feinabstimmung.

Was bedeutet „Konzert“?

Die deutsche Bezeichnung „Konzert“ leitet sich vom italienischen „Concerto“ ab. Bei einem Konzert geht es um das Miteinander der verschiedenen Musiker in einem Ensemble. Das „konzertante Musizieren“ benötigt aber immer ein „Gegenüber“. Das bedeutet, dass entweder ein einziger Solist oder bis zu vier Solisten einem Orchester musizierend gegenüberstehen. Es geht in einem Konzert also nicht nur um ein Miteinander, sondern auch um ein Gegeneinander beim Hervortun. Dennoch gibt es das übergreifende gemeinsame Ziel eines gelungenen Konzertes, dem sich alle unterordnen.

Die Solisten und das Ensemble bringen ihr wetteiferndes Spiel in Übereinstimmung. Alle haben ein großes Interesse daran, ihre Fähigkeiten zu beweisen, doch nur vereint und in gegenseitiger Übereinkunft gelingt ein perfektes Konzert. Damit dies möglich wird, wird ein Dirigent benötigt. Eine Art außenstehende dritte Partei, die den Überblick behält, Orientierung gibt und alles zusammenführt. „Konzertiert“ meint genau dies: Eine koordinierte, abgestimmte Kraftanstrengung.

Der Unterschied zwischen konzertiert und orchestriert

Im EDV-Bereich ist häufig die Rede von „Orchestrierung“. Ein Orchester ist ein groß besetztes Instrumental-Ensemble. „Orchestrieren“ wiederum meint eigentlich das Instrumentieren, also die Ausarbeitung einer Komposition für ein Orchester. Heutzutage wird dieser Begriff aber auch in der Informationstechnologie verwendet. Wenn einzelne Komponenten (wie Instrumente eines Musikorchesters) zu einem komplexen System zusammengeführt werden, werden sie „orchestriert“. Eine Orchestrierung ist dann gegeben, wenn Einzelvorgänge so miteinander kombiniert werden, dass komplexe Aufgaben in Form eines einzigen Geschäftsprozesses effizienter bewältigen werden können. Es geht hierbei also nicht um eine Abstimmung durch Ausrichtungsanpassung und Kompromissbereitschaft, sondern um ein Kombinieren dessen, was da ist.

Die Bedeutungen von „konzertiert“ und „orchestriert“ sind also völlig unterschiedlich. Die beiden Begriffe können nicht synonym verwendet werden. Dennoch ist immer wieder von „orchestrierten Kampagnen“ zu lesen, beispielsweise im Zusammenhang mit den Frauen-Protesten im Iran im September 2022. Wenn überhaupt, handelte es sich dabei um konzertierte Kampagnen, bei denen sich unterschiedliche Interessensgruppen für ein gemeinsames Ziel bzw. gegen einen gemeinsamen Feind zusammengetan haben.

Aktuelle Beispiele von „Konzertierten Aktionen“

Wenn in der Wirtschaft oder in der Politik von einer Konzertierten Aktion die Rede ist, ist damit ein abgestimmtes Handeln zwischen verschiedenen Gruppierungen gemeint. Dabei eint das gemeinsame Ziel die verschiedenen Gruppierungen auch dann, wenn entgegengesetzte Interessen vorhanden sind. Dafür gibt es verschiedene aktuelle Beispiele:

„Konzertierte Aktion Gemeinsam gegen die hohen Preise“. Hierbei geht es um die Gas- und Strompreisbremse. Zusammen mit der Bundesregierung wollen Gewerkschaften und Arbeitgeber gegen die hohen Preise vorgehen. Signalisiert werden Zusammenhalt und Sozialpartnerschaft.

„Konzertierte Aktion Pflege“: Hier arbeiten das Bundesministerium für Gesundheit, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter anderem zusammen mit den Bundesländern, den Pflegeberufsausbildungsverbänden und Pflegeberufsverbänden, den Verbänden der Krankenhäuser und der Pflegeeinrichtungen, den Pflege- und Krankenkassen, der Berufsgenossenschaft, der Bundesagentur für Arbeit und auch mit den Kirchen. Ziel: eine höhere Entlohnung der Pflegekräfte und bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in der Pflege.

„Konzertierte Aktion für das Klima“: Im September 2019 beschäftigten sich weltweit etwa 170 Magazine, Zeitungen und Nachrichtenagenturen eine Woche lang intensiv mit der Klima-Berichterstattung. Ziel war es, vor dem Weltklimagipfel der Vereinten Nationen das öffentliche Interesse für das Thema zu wecken.

Zusammenfassung: Was ist eine konzertierte Aktion?

Wenn unterschiedliche Gruppierungen mit unterschiedlichen, eventuell auch gegensätzlichen Interessen an einem Strang ziehen, um ein gemeinsames, konkret definiertes Ziel zu erreichen, dann ist die Umsetzung dieser Zusammenarbeit eine konzertierte Aktion. Jede einzelne Gruppierung könnte eine eigene Aktion planen. Alle infrage kommenden Gruppierungen zu einer einzigen großen Aktion zusammenzuführen, ist in gewisser Weise ein Kunststück. Eine solche Aktion erfordert von allen Beteiligten die Bereitschaft zu Kompromissen. Wird das gemeinsam formulierte Ziel erreicht, wird die Kritik daran eher klein ausfallen. Zumindest dann, wenn bei dieser konzertierten Aktion alle entscheidenden Gruppierungen berücksichtigt wurden. Kritik wäre dann Selbstkritik, die angesichts der Bedeutung und Größenordnung einer konzertierten Aktion einer Selbstvernichtung gleichkommen könnte.

Was bedeutet der Titel „King Consort“? Erklärung, Bedeutung, Definition


Die Vergabe von königlichen Titeln ist im britischen Königreich eine Wissenschaft für sich. Während beispielsweise relativ klar ist, welche Titel ein Souverän – also ein König oder eine Königin – erhält und auch, welche Titel an die unmittelbaren Kinder vergeben werden, sieht es für den Ehepartner des Königs oder der Königin in der Regel ein wenig anders aus. Zuletzt war das beispielsweise im Fall von Prinz Philip, dem Duke of Edinburgh, dem früheren Ehemann von Königin Elizabeth zu bemerken. In der Bezeichnung dieser Ehepartner hat sich schon vor einige Zeit der „Consort“ eingebürgert. Ein offizieller Titel ist das aber bis heute nicht.

Was bedeutet der Titel „King Consort“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Alles in allem geht die Frage, wie man den Ehepartner eines regierenden Monarchen senden soll, bis in das 16. Jahrhundert zurück. Bis heute ist es in Monarchien zumindest offen, wie ein Ehepartner genannt werden sollte, der nicht offiziell gekrönt wurde. Hier findet sich auch der entscheidende Unterschied. Während es im Mittelalter noch üblich war, dass die Ehepartnerin eines Königs auch automatisch die Königin wurde, wurde dies spätestens mit der Besteigung der ersten Königinnen aus eigenem Recht komplizierter. Für die Ehepartner mussten nun eigene Titel gefunden werden, die in einer Welt, in der meist Männer regierten, eigentlich nicht vorhanden waren.

Einer breiteren Masse wurden die Begriffe Queens Consort und Kings Consort bekannt, als es darum ging, welchen Titel Prinz Philip als Gemahl der Königin von England, Elizabeth, tragen sollte. Offiziell mochte er ein Herzog sein, aber es war zu keinem Zeitpunkt vorgesehen, dass er selbst zu einem König gekrönt wurde. Entsprechend ging es hier formell um die richtige Ansprache und um den Titel, den Philip in der Öffentlichkeit bekommen sollte.

Entscheidend sind hier auch die unterschiedlichen Veränderungen, die beispielsweise im Vereinigten Königreich in Hinblick auf die Bedeutung der Monarchen gemacht wurden. Der regierende Monarch oder die regierende Monarchin sind zwar formell immer noch die Oberhäupter des Landes, ihren Ehepartnern oder Kindern sind allerdings nur untergeordnete Rollen in der Verfassung zugeschrieben. Die Krönung eines Ehepartners steht daher in der Regel außer Frage, was besonders in der internen Hierarchie der herrschenden Familie bereits in der Vergangenheit für Konflikte sorgte.

Der Titel des King Consort ist darüber hinaus nur zwei Mal in der Geschichte wirklich genutzt worden. In beiden Fällen versuchten sich die Ehegemahlen der britischen Königinnen einen entscheidenden Vorteil mit dem Titel zu erkämpfen und sich in der Hierarchie des Staates mit jenem Titel der Königin weitestgehend gleichzustellen. In jüngerer Zeit wurde allerdings von staatlicher Seite entschieden, dass diese Form der Anmaßung nicht mehr passieren durfte.

Der prominenteste Fall dürfte Albert, der Ehemann von Königin und Kaiserin Victoria gewesen sein. Er wurde zum Prince Consort ernannt – anstatt des Titels des King Consort. Das sollte auf der einen Seite verdeutlichen, dass er der offizielle Mann und Begleiter der Königin war, aber ihr im Rang nun einmal nicht gleich stand. Genau darum geht es nämlich heute in der Differenzierung der Titel. Der Titel König oder Königin steht laut Verfassung alleine dem regierenden Monarchen oder der regierenden Monarchin zu. Die Titel Prinz oder Prinzessin hingegen sind in Hinblick auf die männliche Rolle eine deutliche Abstufung. Ein Prinz steht unter der Königin – daher wird der Titel King Consort im heutigen Vereinigten Königreich nicht mehr genutzt.

Einsatz des King Consort außerhalb von Großbritannien

Der Titel King Consort wurde nicht nur in Großbritannien genutzt, sondern auch noch in verschiedenen anderen Staaten. Dazu gehörten etwa Monaco, China, Japan, Burma oder auch Spanien. Inzwischen lässt sich der Titel King Consort in keiner der bestehenden Monarchien finden. Stattdessen wird wieder über den Einsatz des Titels Queens Consort geschafft. Auch hier geht es vor allem um die hierarchischen Regelungen, die in den Verfassungen festgeschrieben sind. Ob so ein Titel vergeben werden darf oder ob er angewendet werden könnte, ist in der heutigen Zeit in der Regel den Parlamenten der Monarchien überlassen. Alles in allem ist der Titel des King Consort aber niemals populär geworden und hat daher in der Geschichte Europas und der Monarchien auch niemals eine breitere Anwendung gefunden.

Was bedeutet „Reformstau“? Erklärung, Bedeutung, Definition


Ein Reformstau entsteht, wenn wichtige Reformen zwar erkannt, aber nicht eingeleitet werden. Das Wort kommt aus dem politischen Alltag, doch auch in Firmen oder anderen Organisationen kann es einen Reformstau geben. Auf Staatsebene geht es um politische und/oder strukturelle Reformen, ansonsten oft um strukturelle oder technische Reformen. Sollte eine Firma die Digitalisierung nicht einführen, obwohl sie in der eigenen Branche längst üblich ist, so gäbe es in dieser Firma auch einen Reformstau.

Woher kommt das Wort Reformstau? Erklärung, Bedeutung

Es ist ein politisches Buzzword (Schlagwort) aus den frühen 1990er Jahren, das in Deutschland durch die Massenmedien so oft zitiert wurde, dass man es im Jahr 1997 zum Wort des Jahres kürte. Andere Länder kennen den Begriff natürlich auch. Im Englischen gibt gleich drei Worte dafür, nämlich reform deadlock (Reformblockade), reform gridlock (Reforminfarkt) und reform tie-up (etwa: stockende Reformen). Allerdings wird das Wort nicht in jedem Land gleichermaßen stark bemüht, weil der Reformstau auf politischer Ebene sehr stark vom politischen System abhängt.

In Deutschland hat die Opposition in der Regierung die Möglichkeit, über den Bundesrat jedes Gesetz zu blockieren, wenn sie dort die Mehrheit stellt oder ein Bundesland auf die eigene Seite bringen kann, dessen Regierungsvertreter zwar zu einer im Bund regierenden Partei gehört, aber andere, landesspezifische Interessen vertritt. Die Regierungen und Helmut Kohl (CDU) und Gerhard Schröder (SPD) hatten oft mit diesem Problem zu kämpfen. Der Politikwissenschaftler Gerd Andreas Strohmeier stellte fest, dass die Umsetzbarkeit von als dringend erachteten Reformen maßgeblich von den Rahmenbedingungen des Staates abhängt, die dessen Verfassung setzt. In Deutschland wirken diese laut Strohmeier überwiegend reformhemmend. Er behauptet sogar, dass es in keinem anderen Land der Welt so viele Möglichkeiten der Verhinderung über etliche Instanzen gebe. Als einzige Ausnahme nennt er die Schweizer Konkordanzdemokratie. Diese Aussage ist überspitzt. Darüber hinaus gibt es eine Konkordanzdemokratie, die besonders effektiv Reformen ausbremsen kann, nicht nur in der Schweiz.

Reformstau durch Konkordanzdemokratie

Der Begriff der Konkordanzdemokratie kommt aus dem Lateinischen (concordantia = Übereinstimmung). In solchen Systemen sollen möglichst viele Akteure gemeinsam den politischen Prozess gestalten und über Reformen zunächst einen Konsens erzielen. Das können Parteien und Verbände, gesellschaftliche Gruppen und auch Minderheiten sein. Naturgemäß ist es es umso schwieriger, einen Konsens zu finden, je mehr Akteure mit unterschiedlichen Positionen einzubeziehen sind. Der dadurch entstehende Reformstau lässt sich aber durch bestimmte Mechanismen wie die Schweizer Basisdemokratie überwinden. Dabei entscheidet eine Mehrheit der Bürger*innen über wichtige Vorhaben, was schnell und effizient funktionieren kann. Daher kann eine Konkordanzdemokratie zu einem Reformstau führen, aber das hängt auch von anderen Regeln des politischen Systems ab. In Europa sind Staaten mit konkordanzdemokratischen Verfassungen:

  • Luxemburg
  • Schweiz
  • Niederlande
  • Belgien

Das österreichische System weist durch das Proporzsystem der Länder und die verfassungsrechtlich garantierte Sozialpartnerschaft konkordanzdemokratische Züge auf. In Deutschland herrscht eine Mischform zwischen Konkurrenz- und Konkordanzdemokratie. In einer Konkurrenzdemokratie treten Parteien in einen Wettbewerb ein.

Wo gibt es weniger Reformstau?

Trotz der vielen Begriffe aus dem Englischen für das Wort Reformstau gibt es in Großbritannien seltener solche Blockaden. Die politischen Rahmenbedingungen des britischen Systems fördern eher Reformen. Es regiert eine faktische Mehrheit, die nach einem Regierungswechsel sofort wichtige Grundentscheidungen herbeiführen kann. Die Bürger*innen haben weniger Einspruchsmöglichkeiten, die Opposition ist durch die Art der Mehrheitsbildung schwächer und hat nicht eine so weitreichende Blockademöglichkeit wie in Deutschland mit der Entscheidungsmacht des Bundesrates. Solche Systeme gibt es auch in anderen Staaten der Welt. In autoritären Staaten kann eine Reform auch einfach angeordnet werden. Das hören Menschen aus demokratisch geführten Staaten nicht gern. Es ist auch nicht grundsätzlich empfehlenswert, weil auf diese Weise auch krasse Fehlentscheidungen möglich und schlecht revidierbar sind. Der Diskurs mit Meinungsbildung, wie er in Demokratien üblich ist, hat sich noch immer als nachhaltig erwiesen, auch wenn er gelegentlich zu einem Reformstau führen kann.

Theorie zum Entstehen eines Reformstaus

Das Vetospielertheorem glaubt, dass Vetospieler (mächtige Akteure) für Reformen oder einen Reformstau entscheidend sind. Deren Zahl, politische Position und Kohäsion unterscheidet sich in einzelnen Staaten. Diese Faktoren beeinflussen ihr politisches Gewicht. Das Theorem stammt vom Politologen George Tsebelis. Dieser postuliert grundsätzlich: Eine Reform gelingt umso schneller,

  • je mächtiger die Vetospieler sind,
  • je mehr ihre Positionen übereinstimmen,
  • je kleiner ihre Kohäsion (Zusammenhalt) ist,
  • je größer ihre ideologische Differenz zur vorherigen Regierung ausfällt und
  • je länger die Vetospieler eine gemeinsame Regierung bilden.

Der Wirtschaftsprofessor Günther G. Schulze glaubt, dass Reformstaus entstehen, weil viele politische Systeme Reformen nicht belohnen. Da Politiker auch nach ihrer ersten Amtszeit nochmals gewählt werden wollen, richten sie ihre Politik nach vorherrschenden Mehrheitsmeinungen aus, die selten wirklich reformfreudig sind, auch wenn der Reformstau allerorten beklagt wird. Der Gewinn einer Reform entsteht oft erst in ferner Zukunft und ist außerdem ungewiss, während anfängliche Schwierigkeiten von Reformen meistens gleich bekannt sind. Politiker gehen daher nur selten systemrelevante Reformen wirklich entschlossen an, so Prof. Schulze.

Reformstau in Deutschland 2022

Im Mai 2022 veröffentlichte die Unternehmensberatung Deloitte eine Studie, die deutlich vor Wachstums- und Wohlstandsverlust in Deutschland durch einen Reformstau warnt. Zwar war schon zu jenem Zeitpunkt die Regierung mit handfesten Krisen (Ukraine-Krieg, Energie- und Klimakrise) mehr als beschäftigt, jedoch müssten grundsätzliche Reformprojekte dennoch unbedingt vorangetrieben werden, so die Autoren. Der deutsche Wohlstand stehe sonst auf der Kippe. Sie konstatierten, dass trotz Automatisierung und sonstigen technischen Fortschritts die deutsche Volkswirtschaft zwischen 2010 und 2020 nur noch halb so schnell gewachsen sei wie in der vorangegangenen Dekade. Prekär sei ein solcher Zustand vor allem angesichts der alternden Gesellschaft in Deutschland mit ihrer sinkenden Erwerbsbevölkerung. Die wichtigsten Reformen müssten auf dem Arbeitsmarkt angeschoben werden. Drei Punkte seien dabei zentral:

  • Erhöhung der Erwerbsquote von Frauen
  • Vorantreiben der Digitalisierung
  • Förderung von mehr Firmengründungen

Wenn dies gelinge, könne Deutschland bis 2030 ein jährliches Wirtschaftswachstum von 3,4 % erwarten. Das BIP pro Kopf könne sich um 8.600 Euro steigern, es betrüge dann 51.600 Euro. Der Arbeitsmarkt sei deshalb so wichtig, weil auch die Automatisierung den Fachkräftemangel nicht kompensieren könne. Um den Reformstau aufzulösen, seien aber Entscheidungen auf höchster politischer Ebene gefragt.

Warum sind Sie der Richtige für diesen Job? Was man antworten sollte!


Die Frage „Warum sind Sie der Richtige …?“ kann in jeder Phase des Vorstellungsgesprächs gestellt werden. Bewerber müssen also jederzeit damit rechnen. Aber höchstwahrscheinlich stellt der Personalchef diese Frage eher gegen Ende der Unterhaltung – sozusagen als Fazit. Dann hatte der Bewerber doch zumindest die Chance, die Umgebung, die teilnehmenden Personen, die Atmosphäre des Gesprächs auf sich wirken zu lassen. Aber die Art der Beantwortung dieser (doch wohl entscheidenden) Frage hängt auch weitgehend von dem Job ab, um den es geht! Schauen wir uns die Möglichkeiten genauer an: Die Antwort könnte sich vor allem auf die Praxis im gewünschten Arbeitsverhältnis, auf die Theorie oder auch auf persönliche Eigenschaften des Bewerbers beziehen – eventuell sogar auf das Alter des Bewerbers.

Eine praxisbezogene Antwort

Ein Vorstellungsgespräch für einen Job, der vor allem praktisches Handeln fordert – und weniger Schreibtischtätigkeit -, sollte auch die Praxis in den Fokus rücken. Als Beispiel seien ein Automechaniker und eine Köchin gewählt. Auf die Frage des Personalchefs an den Automechaniker „Warum sind Sie der Richtige …?“ sollte der Bewerber nicht auf seine Zeugnisse zu sprechen kommen, auch nicht auf seinen Charakter, sondern auf seine praktischen Fähigkeiten, etwa so: „Ich hab‘ in meiner früheren Firma in der Werkstatt auch die schwierigsten Probleme lösen können. Mehr als einmal hab‘ ich einen schrottreifen Wagen wieder zum Fahren gebracht. Der Meister war immer sehr zufrieden. Nur leider hat er jetzt seine Werkstatt geschlossen …“ Und die Köchin wird mit einer Aussage der folgenden Art Punkte machen können: „Ich hab‘ viel Erfahrung. In dem Hotel, wo ich bisher gearbeitet habe, war ich auf italienische und spanische Gerichte spezialisiert. Ich liebe internationale Rezepte. Wenn Sie wollen, koche ich auch Chinesisch für Sie!“

Eine theoriebezogene Antwort

Eine (angehende) Rechtsanwältin oder ein Bewerber um eine Assistenzarzt-Stelle sollten vor allem auf ihre fundierte Ausbildung, ihr Studium, ihren guten Studienabschluss zu sprechen kommen. Wenn Theorie gefragt ist (und das gilt nicht nur in akademischen Berufen!), muss mit Theorie gepunktet werden. Die Rechtsanwältin könnte auf die Frage „Warum sind Sie die Richtige …?“ antworten: „Ich habe in Tübingen, in Freiburg und in London Jura studiert, und meine Abschlüsse sind hervorragend – wie Sie an meinen Zeugnissen sehen können. Aber das Wichtigste ist mir: Ich möchte mich für das Recht einsetzen!“ Der Assisstenzarzt in spe sollte antworten: „Schauen Sie sich meine Zeugnisse an! Mein Abiturzeugnis, meine Doktorarbeit. Und auch die Zeugnisse, die ich für meine diversen Praktika erhalten habe. Sie können daran erkennen, dass ich zielstrebig und erfolgreich war. Und ich werde es auch weiterhin sein, wenn ich von Ihnen die Chance bekomme, Ihren Patienten zu dienen!“

Eine personenbezogene Antwort

In manchen Berufen ist außer guten theoretischen Kenntnissen viel Empathie – Mitgefühl mit Menschen – gefragt. Wenn es um eine Bewerbung beispielsweise als Sozialarbeiterin oder als Grundschullehrer geht, so dürfen sich die Antworten auf die Frage „Warum sind Sie der Richtige …“ ruhig auf das Mitmenschliche beziehen. Die Sozialarbeiterin könnte antworten: „Weil es mein Ziel ist, benachteiligten Menschen zu helfen, damit sie Chancen bekommen, die sie ohne mich nicht hätten. Weil ich eine Begabung dafür habe, zu erkennen, welche Probleme Menschen haben, weil ich gut im Problemlösen bin.“ Und der Grundschullehrer: „Weil ich völlig begeistert davon bin, kleinen Leuten die wichtigsten Dinge beizubringen – Lesen, Schreiben, Spielen …“

Und das Alter des Bewerbers muss kein Tabu sein!

Jeder Bewerber jeden Alters kann mit seinem Alter punkten. Keine falsche Scham! Den Teilnehmern des Bewerbungsgesprächs ist das Alter des Bewerbers aus den Unterlagen sowieso bekannt. Warum also nicht in die Offensive gehen und das eigene Alter ins Feld führen? Nehmen wir drei Sekretärinnen, eine Zwanzigjährige, eine Vierzigjährige und eine Sechzigjährige.

Wie könnten die drei in ihrem jeweiligen Bewerbungsgespräch ihr Alter zum Argument machen, wenn die Frage „Warum sind Sie die Richtige …?“ gestellt wird? Die Zwanzigjährige antwortet etwa so: „Weil ich ganz jung bin und meine Ausbildung eben erst abgeschlossen habe. Ich bin auf dem neuesten Stand des Wissens, was z.B. Social Media, Textverarbeitung oder Home Office angeht. Und Sie können damit rechnen, dass ich – fit und aktiv wie ich bin – noch viele Jahre für Ihre Firma da sein kann.“

Die Vierzigjährige will nach der Elternzeit wieder einen Weg ins Berufsleben finden und sagt: „Ich habe gerade die Elternzeit beendet. Ich habe Nerven wie Drahtseile, mich haut so leicht nichts um. Ich komme mit jedem Chaos im Büro und am Computer zurecht! Und meine Ausbildung liegt noch gar nicht so lang zurück. Ich finde mich immer zurecht.

Während meiner Elternzeit hab‘ ich mich auch weitergebildet!“ Und die Sechzigjährige? Sie könnte sagen: „Weil ich jede Menge Lebens- und Berufserfahrung habe! Ich habe die Modernisierung der Büros von Anfang an miterlebt. Als ich vor vierzig Jahren meine Ausbildung gemacht habe, haben wir noch auf elektrischen Schreibmaschinen getippt. Und dann gab’s die ersten Computer. Und heute haben wir das Internet. Ich habe alles von Anfang an erlebt – und gelernt. Mir macht keiner was vor!“

Und schließlich: Auf das Bauchgefühl achten!

Der Bewerber sollte während des Gesprächs auf sein Gefühl achten: „Was will der Personaler eigentlich von mir hören? Worauf legt er Wert? Was passt als Antwort am besten?“ Wer sich daran hält, wird die richtige Antwort finden!

Warum ist der Central Park in New York (NY) so berühmt? Erklärung


Der im Jahr 1859 angelegte Central Park ist ein Stadtpark im New Yorker Bezirk Manhattan. Nach 14 Jahren Bauzeit wurde er 1873 fertiggestellt und galt zunächst als Promenade für die reichen Anwohner. Seine besondere Bedeutung kam dem Park 1963 zu, als er vom US-Innenministerium den Status „National Historic Landmark“ verliehen bekam.

Der Central Park fügt sich von der 59. bis zur 110. Straße auf 4,07 km Länge sowie auf 860 m Breite von der 5th bis zur 8th Avenue ins Stadtbild der Metropole ein und ist somit zentraler Bestandteil der New Yorker Städteplanung. Mit seinen 341 ha und somit ca. 6 % der New Yorker Gesamtfläche einnehmend, zählt der Central Park zu einem der größten Stadtparks weltweit.

Central Park (New York): Ein geschichtlicher Abriss

Andrew Jack Downing, zu seiner Zeit einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten, hatte die ursprüngliche Idee, der Nachfrage der Bevölkerung nach einem Naherholungsgebiet nachzukommen, da es im New York der 1840er Jahre an Unterhaltungsangeboten und Freizeiteinrichtungen mangelte. Seine Idee war, der Stadt einen öffentlich zugänglichen Park zum Spazieren, Rudern, Reiten, Baseball-, Golf- und Cricketspielen zu erschaffen. Zudem sollte es Spielplätze für Kinder geben.

Ursprünglich sollte der Central Park 280 ha groß sein und war zur damaligen Zeit bereits einer der weltweit größten Stadtparks geplant. Im Laufe der jahrelangen Bauarbeiten, waren bis zu 3.600 Arbeiter pro Tag auf der Baustelle beschäftigt und bewegten Millionen Ziegelsteine, hunderte Kubikmeter Sand, Zement, Kies, und Mutterboden. Durch diese Arbeiten entstanden nach und nach Wege, Hügel, Brücken, Teiche, Wiesen und Erholungsplätze mit Aussicht. Gärtner pflanzten zudem 270.000 Bäume und Sträucher.

Noch vor Abschluss der Bauarbeiten wurde der Park für die Öffentlichkeit geöffnet. Um die Ruhe nicht zu stören und den vor allem reichen Geldgebern und Besuchern die Attraktivität des Parks zu erhalten, verbot die Stadt große Massenpicknicks und Militärparaden.

Central Park: Der Park im Wandel

Über die Zeit wandelte sich der Park durch vermeintliche Verbesserungsvorschläge und Erweiterungen mehrmals, was nicht nur positive Reaktionen bei der Bevölkerung hervorrief. Um das Wahrzeichen New Yorks weltweit interessant zu machen und neue Besucher anzulocken, plante man Mitte des 20. Jahrhunderts den Bau neuer Attraktionen, wie einem Opernhaus, einem Museum, diversen Sportanlagen und einem Hippodrom. Aufgrund der Industrialisierung und die Erfolgsgeschichte des Automobils, gehörten Autos, Straßen und Ampelanlagen inzwischen zum Bild des Central Parks.

Der bürgerliche Protest verhinderte eine ausufernde Expansion und man entschied, den Park naturbelassen zu halten. Um ein verändertes Bild und neue Ausblicke zu schaffen, wurden Bäume und Sträucher beschnitten. Zudem kümmerte sich ein Ordnungsdienst um Müll, illegale Verkäufer und Obdachlose.

Das Beinahe-Aus des Central Parks

Nachdem zur Zeit der Wirtschaftskrise immer mehr Arbeits- und Obdachlose kleine Hütten bauten und der Central Park als Erholungsort an Attraktivität verlor, sorgte der wirtschaftliche Aufschwung und die steigende Popularität New Yorks als Kapitalismuszentrum für eine Wiederbelebung der Stadt. Da der zunehmende Wohlstand auf der anderen Seite die Armut verstärkte, stieg die Zahl der Raubüberfälle dramatisch an und Prostitution, Gewalt und Drogenkonsum prägte nunmehr das Alltagsbild des Parks. Der Central Park verkam mehr und mehr und dem Betreten nach Einbruch der Dunkelheit wurde abgeraten.

Die wirtschaftliche Krise in den 1970ern traf NYC besonders hart. Infolgedessen wurde am Erhalt und der Pflege des Parks gespart und er verkam zusehends. Daher plante die Stadtverwaltung, die „Grüne Lunge“, wie der Central Park genannt wird, zu schließen. Mit Gründung der ‚Central Park Conservancy‘ im Jahr 1980, ging die Pflege der Parkanlage nun in eine private Initiative über, die sich überwiegend durch Spenden großer Firmen und Banken finanzierte. Da sich zusätzlich Künstler wie Simon & Garfunkel für den Erhalt einsetzten und Benefizkonzerte mit bis zu 500.000 Besuchern im Park veranstalteten, konnte durch gezieltes Einsetzen der Spendengelder alter Glanz zurückgebracht werden.

Heute kümmern sich die Conservancy-Mitglieder um den Erhalt des Parks, indem sie innerhalb von 24 Stunden Graffiti entfernen, die Pflanzenwelt sowie Bänke, Spielplätze, Brücken und Baseballfelder pflegen und hunderttausende Pflanzungen jährlich durchführen.

Was macht den Central Park so besonders? Warum ist er so berühmt? Erklärung

Allein die Ästhetik des Gesamtbildes gibt dem Central Park ein besonderes Gepräge. Kaum von den Hauptverkehrsstraßen in den Park eingedrungen, verliert die größte Stadt an der amerikanischen Ostküste an Lärm und Hektik, so dicht in die Flora und absorbiert jeglichen Lärm. Durch die Baumwipfel hindurch sind die bis in den Himmel reichenden Hochhäuser zu sehen. Dieser Ausblick macht das Erholungsgebiet für Einheimische so attraktiv und zieht jährlich mehr als 25 Millionen Besucher, darunter auch viele Touristen, an.

Naturfreunde haben die Möglichkeit, die 275 Vogelarten zu beobachten oder auf den insgesamt 93,5 Kilometer langen Wegen spazieren zu gehen. Ein besonderes Highlight ist der 1864 gegründete und durch die Wildlife Conservation Society verwaltete Zoo inmitten des Central Parks. In den ersten Jahren als Menagerie betrieben, beherbergt das 1934 offiziell in Central Park Zoo umbenannte Gelände Gehege mit Seelöwen, Grizzlybären und Affen. Das Regenwald- sowie das Pinguinhaus kamen mit den Jahren hinzu. Der Zoo betreibt zudem Nachzucht gefährdeter Tierarten wie Pandas oder Schneeleoparden. Für Kinder gibt es einen Streichelzoo.

Aufgrund der immensen Größe bietet der Park vielen Besuchern gleichzeitig Platz und wirkt selten überfüllt. Kulturelle Highlights sind Konzerte, Ausstellungen und Theateraufführungen, die einen zusätzlichen Publikumsmagneten darstellen. An den Flanken entlang der 5th und 8th Avenue bieten unzählige Karikaturisten, Zeichner, Maler und andere Künstler, die den Besuchern ihre Werke anbieten. Auch ist dem Cineasten der Central Park aus unzähligen Filmszenen bekannt.

Für Sportbegeisterte bietet der Park ganzjährig unzählige Angebote. Auf vielen Baseball- und Tennis-Plätzen finden den ganzen Tag über Spiele und Turniere statt. Im Winter kann auf dem zugefrorenen Wollman Rink eisgelaufen werden, wohingegen der Sommer zum Schwimmen und Bootfahren einlädt. Die gut ausgebaute Infrastruktur bietet sich ideal zum Radfahren und Reiten an.

Fazit:

Ursprünglich als Erholungs- und Freizeitanlage gedacht, ist der Central Park mit seinen unzähligen Wiesen, kleinen Wäldern, den liebevoll inszenierten Brücken, wunderschönen Wasserfällen und plätschernden Bächen mehr als nur ein Stadtpark und lädt die Besucher zum Entdecken versteckter Juwelen ein. Sheep Meadow ist mit 61.000 Quadratmetern reiner Rasenfläche Herzstück der Entspannungsidee der Parkgründer. Die Grünfläche gilt als reine Ruhezone ohne Veranstaltungen und ist ausschließlich dem Sonnen, Ausruhen und gemütlichem Picknicken gewidmet.

Was bedeutet „Kriegstreiber“? Erklärung, Bedeutung, Definition


Im Lateinischen steht „Bellum“ für Krieg. So hießt auch das Werk Caesars, das sich mit dem Krieg in Gallien befasst. Gleichzeitig bezieht sich Bellizismus, Kriegstreiberei oder Verherrlichung auf die damit verbundenen unmenschlichen Taten.

Was bedeutet „Kriegstreiber“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Im Rahmen des I. und II. Weltkrieges spielte in einigen Ländern, die auch von Nationalsozialisten und Faschisten regiert wurden, diese Kriegsverherrlichung und Kriegstreiberei eine wesentliche Rolle.
Die Bevölkerung wurde unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen und heroischer Heldensagen auf den späteren Kriegseinsatz vorbereitet. Da es noch kein Internet und somit keinen Zugriff auf aktuelle Informationen gab, ließen sich viele Menschen, die die Realität noch nicht einschätzen konnten, von den demagogischen Gedanken der Machthaber stark beeinflussen.

Sie entwickelten ohne praktische Erfahrungen und historisch belegte Informationen ein übersteigertes Interesse für kriegerische Handlungen, die auch als Kriegsverherrlichung bezeichnet werden. Zu diesen Fakten gehörte ein heroisches Bild vom Heldentod auf dem Schlachtfeld und das exakte Feindbild, das die gegnerische Nation als schwach und bösartig klassifizierte.

Im I. Weltkrieg ereignete sich an der Westfront an Weihnachten eine kurzfristige Verbrüderung zwischen Deutschen und Franzosen. Diese fand an einem kleinen Frontabschnitt statt. Im Anschluss wurden alle Beteiligten für ihr Verhalten von den jeweiligen Vorgesetzten bestraft. Sie hatten das gegenseitige Feindbild unterlaufen und somit die Fortsetzung des Krieges in den Augen ihre Machthaber gefährdet. Die Geschichte wurde teilweise in dem Film „Merry Christmas“ mit Benno Fürmann aufgegriffen.

Sind Kriegstreiber ein Phänomen der Neuzeit oder waren sie schon in der Antike bekannt?

Kriegstreiber gibt es heute in verschiedenen Formen. Meistens geht es um Rohstoffe, die sich auf dem Weltmarkt zu hohen Preisen verkaufen lassen. Dazu kommt der Machthunger in einer bestimmten Region der Erde und geostrategische Ziele. Mit ihnen lassen sich einzelne und auch kombinierte Absichten verfolgen.

Schon in der Antike war die Kriegstreiberei bekannt. Karthago an der afrikanischen Küste war ein Machtblock, der militärische und wirtschaftliche Ziele rund um das damalige Mittelmeer vorantrieb. Rom wurde im Laufe der Zeit sein Gegner. Deshalb führte es verschiedene Intrigen durch und sorgte mit zahlreichen Provokationen dafür, dass es zum Krieg zwischen den beiden Gegnern kam. Auch Hannibals ( karthagischer Feldherr um 211 v. Chr. ) Versuch, Rom auf dem Landweg als Konkurrenten auszuschalten mißlang, da die römischen Strategen ihre Legionen einsetzten und massives Misstrauen den einzelnen Wirtschaftsblöcken säten. Diese Techniken setzt der Staat auf dem afrikanischen Festland zwar auch ein, jedoch nicht effektiv genug.

Aus der historischen Neuzeit gibt es noch ein gutes Beispiel, die Emser Depesche. Der preußische König war in Bad Ems zur Kur. Hier wurde er vom französischen Botschafter zu einer wichtigen Frage angesprochen, die die damalige spanische Erbfolge betraf. Die gestellte Frage sandte die deutsche Botschaft an den preußischen Reichskanzler Bismarck. In seiner Bekanntmachung an die internationale Presse stellte er den Vorgang so dar, dass sich Frankreich extrem provoziert fühlen musste. Paris erklärte daraufhin Preußen den Krieg, den es jedoch 1871 verlor. Als Folge leistete Frankreich hohe Reparationszahlungen an den Gegner und beschleunigte somit den Aufstieg Preußens zu einer Weltmacht.

Welche Vorteile bieten sich einem Kriegstreiber?

Kriegstreiber sichern sich durch ihre Intrigen und Bündnisse finanzielle, geopolitische und militärische Vorteile. Im Mittelpunkt stehen immer Geld, Macht und der Ausbau der persönlichen Möglichkeiten. Dabei nehmen sie keine Rücksicht auf andere Menschen, deren Vorstellungen und Probleme.

Teilweise ist der Kriegstreiber auch an der Schwächung und Abschaffung sozialer Systeme interessiert. Auf diese Weise entsteht Chaos, Unsicherheit und Aggressivität. Diese nutzt er aus, um seine Möglichkeiten auszubauen.
Hierzu verwendet er psychologische Taktiken, die ihn als den guten Menschen mit edlen Zielen darstellen sollen. Niemand würde einem Menschen oder einer Gruppe glauben und ihr folgen, wenn er dort negative oder schädliche Einstellungen vermutet.

Welche Strategien wendet ein Kriegstreiber an?

Jeder Kriegstreiber geht geschickt vor. Er kann sich als Beschützer platzieren, um vermeidliche Freunde gegeneinander auszuspielen. Auf diese Weise erzeugt er ein Freund-Feindbild, das so aber nicht existieren muss.

Am Anfang steht für den Kriegstreiber die Analyse des Umfeldes. Er sucht sich Mitstreiter und inszeniert eine Situation, in der er sein Feindbild mit seinen Freunden teilt. Im Grunde geht er wie ein Mobber vor, der sich einen Menschen als Ziel sucht und ihn mit verschiedenen Mitteln diskreditiert.

Als Instrumente wählt er Beleidigungen, die seine eigenen Verbündeten nicht als solche sehen können. Wehrt sich der Angegriffene, bezeichnet sich der Angreifer selbst als Opfer. Er fordert nun die anderen – zum Teil Unbeteiligte – zur Verteidigung seiner Interessen auf. So wird das Opfer zum Täter und muss sich eventuell auch noch rechtfertigen.

In der globalen Welt sind Kriegstreiber stets Staaten, die aus dem sich ergebenen und wütenden Krieg finanzielle, wirtschaftliche und politische Vorteile ziehen. Ein Krieg verschlingt neben den Menschenleben große Ressourcen an Waffen, Munition und andere logistische Mittel. Diese müssen beschafft und in das Krisengebiet verbracht werden. Die damit verbundenen Kosten, die die zu Friedenszeiten bei weitem übertreffen, zahlt einer der Kriegsparteien. Diese ist vor dem Krieg schon mit dem Kriegstreiber verbündet, lässt sich aber durch verschiedene hinterhältige Manöver in die Auseinandersetzung einbeziehen.

Kriegstreiber verhindern auch die sich anbahnenden Friedensverhandlungen, da diese ihren machtpolitischen Motiven entgegenstehen.

Zur Kriegstreiberei können auch Gesetze gehören, die zur Diskriminierung und zum Ausschluss eines anderen Landes vom internationalen Handel führen. Das betreffende Land kann dann auf dem gemeinsam von vielen Staaten frequentierten Markt die von ihm benötigten Waren weder einkaufen noch anbieten. Diese Vorgehensweise führt in einigen Fällen dazu, das der ausgeschlossene Staat zu militärischen Schritten greift. Im Vorfeld würde der Kriegstreiber, der den Ausschluss zu verantworten hat, durch gezielte Provokationen eine internationale Krise heraufbeschwören. Eine solche führt dann zum Krieg, wobei der herausgeforderte Staat als Übeltäter an den Pranger gestellt wird.

Welche Instrumente setzt der Kriegstreiber ein?

Kriegstreiber können natürliche und juristische Personen sein. Es kann sich um Einzelpersonen oder Gruppen handeln, die Entscheidungen durch Gerüchte, Provokationen oder Lügen hervorrufen. Die Betreffenden besitzen eventuell auch die Macht, die gewünschte Strategie selbst in die Tat umzusetzen.

Ein gutes Beispiel für eine Gegenwehr stellt der Zweite Weltkrieg dar, in dem die Allliierten alle militärischen Mittel einsetzten, um die Nazi-Kriegstreiber auszuschalten.

Wer sich als Kriegstreiber betätigen will, benötigt heute eine hohe Medienkompetenz. Außerdem sind einflussreiche Partner und ein optimal organisierter Geheimdienst sehr wichtig. Über die Medien werden gefälschte oder abgewandelte Informationen verbreitet.

Diese Daten sind die einzigen, die die betreffenden Bürger glauben sollen. Alle Abweichungen von diesen Vorgaben– die der Wahrheit nahekommen – werden als Verschwörungstheorien verunglimpft. Gleichzeitig bezeichnen die Akteure alle Menschen mit nicht konformen Ansichten als Querdenker und ordnen sie einem politischen Lager zu, dass gesellschaftlich als sehr negativ wahrgenommen wird.

Was ist „Quiet Quitting“? Erklärung, Bedeutung, Definition


Quiet Quitting ist eine Anwendung von Work-to-Rule, bei der Mitarbeiter innerhalb definierter Arbeitszeiten arbeiten und nur innerhalb dieser Zeiten arbeitsbezogenen Aktivitäten nachgehen. Trotz des Namens ist die Philosophie des Quiet Quitting nicht damit verbunden, einen Job sofort zu kündigen, sondern genau das zu tun, was der Job erfordert.

Was ist „Quiet Quitting“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Der Begriff „stilles Kündigen“ hat je nach Quelle unterschiedliche Bedeutungsnuancen. Während einzelne Mitwirkende vielleicht in Begriffen von ansonsten „engagierten Arbeitnehmern denken, die vernünftige Grenzen setzen“, könnten ihre Arbeitgeber sie stattdessen als „Faulenzer, die vorsätzlich unterdurchschnittliche Leistungen erbringen“ sehen.

Eine andere Sichtweise unterscheidet „Stilles Kündigen“ von „Arbeit nach Vorschrift“ und postuliert, dass das primäre Ziel des Quiet Quitting nicht darin besteht, den Arbeitsplatz zu stören, sondern eher ein berufliches Burnout zu vermeiden und der eigenen psychischen Gesundheit und dem persönlichen Wohlbefinden mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Anzeichen für eine stille Kündigung können verschiedene Formen annehmen, je nachdem, aus welchen Gründen der Mitarbeiter seine Arbeit zurückziehen möchte. Wenn ein Mitarbeiter wirklich unzufrieden ist, können die Anzeichen viel deutlicher sein als bei jemandem mit dem einfachen Ziel, eine bessere Work-Life-Balance zu erreichen.

Einige Anzeichen für Quiet Quitting sind die folgenden:

  • nicht an Sitzungen teilnehmen
  • zu spät kommen oder früh gehen
  • Verringerung der Produktivität
  • weniger Beitrag zu Teamprojekten
  • keine Teilnahme an Planungen oder Sitzungen
  • Mangel an Leidenschaft oder Enthusiasmus

Der beste Weg, um eine Demotivation zu verhindern, besteht darin, die Mitarbeitererfahrung zu verbessern. Unternehmer sollten mit Mitarbeitern sprechen, ihr Feedback erhalten und besprechen, was getan werden kann, damit sie sich wertgeschätzt fühlen. Es kann so einfach sein wie regelmäßige Worte der Ermutigung.

Als Nächstes muss sichergestellt werden, dass die Arbeitsbelastung realistisch ist und dass es angemessene Grenzen gibt, um eine Work-Life-Balance aufrechtzuerhalten. Es ist wichtig, sich bei den Mitarbeitern zu erkundigen, um sicherzustellen, dass diese Grenzen klar sind, und um eine offene und ehrliche Beziehung aufzubauen.

Unternehmer müssen ihren Mitarbeitern helfen, mit Stress umzugehen, und dafür sorgen, dass die psychische Gesundheit oberste Priorität hat. Unternehmen sollten Mitarbeiter ermutigen, sich durch digitales Wellnessbewusstsein oder regelmäßige Check-ins, um ihr Wohlbefinden zu kümmern. Unternehmen müssen Arbeitsgrenzen setzen und diese Grenzen respektieren, um eine positive Arbeitskultur zu schaffen. Unternehmer sollten mit dem Mitarbeiter über Karrierewege sprechen und Wege finden, wie sie ihm mit klaren, umsetzbaren Aufgaben helfen können, seine endgültigen Ziele zu erreichen.

Es wird keine Änderung am Quiet Quitting geben, wenn Unternehmen den Mitarbeitern nicht helfen, sich wertgeschätzt zu fühlen und lernen, mit realistischen Erwartungen umzugehen.

Was ist Quiet Firing? Bedeutung, Definition, Erklärung

Genau wie das stille Kündigen ist das stille Entlassen etwas, das seit Jahren praktiziert wird und die andere Seite der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung anspricht. Stille Entlassung bezieht sich auf Manager, die einen Job miserabel machen oder einen Mitarbeiter schlecht behandeln. Auf diese Weise kündigt die Person, anstatt gefeuert zu werden. Beispiele dafür, wie ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer während eines Quiet Firing behandeln kann, sind:

  • keine Erhöhungen oder kleine Erhöhungen
  • begrenzte Freizeit
  • Zunahme der Arbeitsbelastung, aber keine Gehaltserhöhung
  • Forderung nach Dienst nach Feierabend
  • reduzierte Stunden
  • Mikromanagement
  • den Mitarbeiter nicht einzubeziehen
  • Versäumnis, sich mit dem Mitarbeiter zu treffen
  • Mangel an Respekt
  • Niedriglohn.

Siehe: Was ist „Quiet Firing“?

Der Manager möchte möglicherweise auch einen Mitarbeiter loswerden, der ihm nicht gefällt, also kann er dem Mitarbeiter die schlimmsten Aufgaben geben und alles kritisieren, was er tut, einschließlich der Überreaktion auf kleinere Fehler.

Stille Entlassungen können eine Reaktion darauf sein, dass man einen Mitarbeiter aufgrund der Gesetzmäßigkeiten und möglicher Klagen wegen Diskriminierung nicht entlassen möchte. Die Entlassung erfordert eine Dokumentation vor der Kündigung, daher wählen einige Manager diesen Ansatz, um die Person alleine gehen zu lassen.

Was ist die Clean Girl Ästhetik? Erklärung, Bedeutung, Definition


„Weniger ist mehr.“ So lautet die Devise der sogenannten Clean Girl Ästhetik – einem Beauty-Trend, der im Moment auf den Plattformen zahlreicher sozialer Netzwerke kursiert. Die Clean Girl Ästhetik kann definiert werden als ein Make-up- und Fashion-Look, der von den Darstellerinnen sehr minimalistisch, einfach und neutral gehalten wird. Er stellt somit das absolute Gegenteil von herausstechendem und extravagantem Aussehen dar. Die natürliche Schönheit soll so wieder ins Rampenlicht gerückt und hervorgehoben werden. Bekannte Vorreiterinnen und Vertreterinnen des Clean Girl Looks sind zum Beispiel Hailey Bieber, Zendaya und Bella Hadid.

Wie sehen Clean Girls aus? Make-up

Die Clean Girl Ästhetik zeigt einen Lifestyle, bei dem es vor allem darum geht, so aus zu sehen, als hätte man kaum Make-up im Gesicht. Die Haut soll belebt, frisch und gepflegt erscheinen. Um diesem Ziel gerecht zu werden, haben Clean Girls eine bestimme Make-up-Routine: Um die Haut ebenmäßig wirken zu lassen und eventuell vorhandene Unreinheiten ab zu decken, wird höchstens eine leichte Foundation im Kombination mit etwas Concealer verwendet.

Für den gewissen Glanz wird das Gesicht nur leicht konturiert und ein dezenter Blush und Highlighter aufgetragen. Bei der Verwendung von Make-up wird sich insgesamt sehr zurückgehalten und nur das Notwendigste getan. Um die Erscheinung des Gesichts abzurunden, werden die Augenbrauen nicht mit Augenbrauenstift ausgefüllt und nachgezogen, sondern lediglich mit Augenbrauen-Gel nach oben gekämmt. Dies hat den Effekt, dass das komplette Gesicht einen natürlichen Lift bekommt. Für die Wimpern wird etwas Wimperntusche benutzt, was die Augen betonen soll. Optional wird am Ende noch ein leichtes Lipgloss aufgetragen, um den Lippen einen glänzenden und geschmeidigen Look zu verleihen.

Wie sehen Clean Girls aus? Haare

Auch die Haare werden bei der Clean Girl Ästhetik charakteristisch frisiert. Ein oft verwendeter Look ist der sogenannte Sleek Look, bei dem die Haare im Mittelscheitel mit Hilfe eines Gels streng nach hinten gekämmt und dann im Dutt oder Pferdeschwanz getragen werden. Generell kann man sehen, dass Clean Girls ihre Haare immer zusammengebunden tragen – sei es geflochten in einem Zopf, klassisch im Pferdeschwanz oder Dutt oder auch mit einer großen Haarklammer nach hinten oder oben gesteckt. Alle diese Frisuren sollen den Fokus auf das Gesicht lenken und dieses betonen.

Wie sehen Clean Girls aus? Outfit

Der minimalistische, einfache Look lässt sich auch im Outfit eines Clean Girls erkennen. So tragen diese häufig einfarbige Kleidung, wie zum Beispiel ganz einfach ein weißes T-Shirt und eine Biker Shorts in neutralen Farben. Außerdem wird von Clean Girls gerne Schmuck angelegt, der entweder gold oder silber, aber immer elegant ist.

Was ist die Clean Girl Ästhetik? Fazit

Die Clean Girl Ästhetik ist ein derzeit sehr angesagter Trend auf vielen Social Media Plattformen. Clean Girls haben ein charakteristisches Aussehen, welches vor allem durch einen No-Make-up-Look hervorgebracht wird. Es soll der Anschein erweckt werden, so gut wie keinen (oder zumindest sehr wenig) Aufwand gehabt zu haben, diesen Look herzustellen. Das dezent geschminkte Gesicht sowie die minimalistisch gehaltenen Haare und das Outfit sollen die natürliche Schönheit wieder zum Vorschein bringen, weshalb sehr sparsam mit den verwendeten Produkten und Accessoires umgegangen wird.

Warum ist das Kleeblatt ein Glückssymbol? Erklärung


Ein vierblättriges Kleeblatt in der Natur zu finden, ist extrem selten. Nur eines von 1.000 hat vier Blätter. Schon allein deshalb bedeutet ein solches Kleeblatt großes Glück. Seine Bedeutung als Glücksbringer geht aber auf viele Jahrhunderte alte Überlieferungen zurück. Im Christentum symbolisieren die vier Blätter alle Himmelsrichtungen, stehen außerdem für Gesundheit, Liebe, Reichtum und Ruhm.

Warum ist das Kleeblatt ein Glückssymbol? Erklärung

Mit dem Glücksklee ist aber auch viel Aberglaube verbunden. Bis heute wird er immer wieder mit Heirat in Verbindung gebracht. Legt man sich Glücksklee unters Kopfkissen, soll er angenehme Träume bescheren. Legt man in ins Schulbuch, sollen sich die Noten verbessern. So ist es nicht verwunderlich, dass wir uns wirklich freuen, wenn wir tatsächlich ein vierblättriges Kleeblatt auf der Wiese finden. Die seltenen Exemplare zu sammeln, kann sich zu einer echten Leidenschaft entwickeln. So besitzt angeblich ein Mann aus Alaska die größte bekannte Sammlung von vierblättrigem Klee – er kommt auf die stattliche Anzahl von 100.000 Stück. Diese stammen allerdings nicht aus Alaska, denn dort wächst diese Pflanze gar nicht. Er hat sie auf Reisen gesammelt.

Kleeblatt: Die vier Blätter sind eine Mutation

Rein biologisch bzw. botanisch betrachtet ist das vierblättrige Kleeblatt eine Mutation, die nur beim weiß blühenden Klee vorkommt. Auch 5-, 7- und 8-blättrige Kleeblätter wurden schon gefunden. Das Kleeblatt mit den meisten jemals gefundenen Blättern hatte ganze 18. Heute gibt es viele vierblättrige Züchtungen, die aus kommerziellen Gründen als Mitbringsel zu Neujahr oder zum Geburtstag vermarktet werden. Diese Züchtungen stammen in der Regel vom Sauerklee ab, einer mexikanischen Unterart. Sie sind zwar dem echten Klee sehr ähnlich, haben aber botanisch betrachtet nichts mit ihm zu tun. So spricht man ihnen auch nicht unbedingt dessen positive Eigenschaften zu. Doch bekommt man einen solchen Glücksbringer zum Neujahrstag geschenkt, wird man sich vermutlich auch darüber freuen.

Glückssymbol: Das Kleeblatt ist voller Symbolkraft

Das dreiblättrige Kleeblatt steht in der christlichen Mythologie für die Dreifaltigkeit. Das vierblättrige Kleeblatt dagegen symbolisiert die vier Evangelisten und das Kreuz. Es vielfach hat sich auch der Glaube gehalten, dass Eva ein vierblättriges Kleeblatt aus dem Paradies mitgenommen habe. Damit verkörpert dieses Kleeblatt für einige Christen auch heute noch einen Teil des Paradieses. Mystische Deutungen über Klee gibt es aber schon viel länger; sie reichen in die Zeit vor Christi Geburt zurück. Die Kelten glaubten, mit Klee bösen Zauber fernhalten zu können und daran, dass er ihnen magische Kräfte verleiht. Unter den Kelten waren es lediglich die Druiden, die mit Kleeblättern und anderen Pflanzen hantieren durften. Sie bereiteten daraus magische Getränke, Tinkturen und Salben. Zu dieser Zeit sprach man vielen Pflanzen magische Kräfte zu, wobei festzuhalten ist, dass die meisten von ihnen bis heute medizinisch wirksam sind und daher in der Naturheilkunde verwendet werden. Reisenden im Mittelalter gab man gerne vierblättrigen Klee mit auf den Weg, denn er sollte vor Ungemach schützen. Damit er nicht verloren ging, nähte man ihn sogar in die Kleidung ein. Es hält sich aber auch der Aberglaube, dass vierblättriger Klee nur dann Glück bringen kann, wenn man ihn selbst und rein zufällig gefunden hat.

Klee – ein Nationalsymbol der Iren

In Irland gilt der dreiblättrige Klee das Nationalsymbol und auch auf der Landesfahne vertreten. Tatsächlich ist das offizielle Nationalsymbol aber nicht der Klee, sondern die Harfe. Der Sage nach benutze der christliche Missionar Patrick dreiblättrigen Klee, um dem keltischen König Laoghaire die heilige Dreifaltigkeit zu erklären. Ein Blatt symbolisiert den Vater, eines den Sohn und eines den Heiligen Geist. Die Verbindung zwischen Patrick und dem dreiblättrigen Klee war schnell hergestellt und sollte fortan gelten. Am 17. März feiert man in Irland und überall dort, wo sich irische Auswanderer niedergelassen haben, den St. Patrick‘s Day. Am Gedenktag für den irischen Bischof aus dem 5. Jahrhundert wird das ganze Haus mit Klee geschmückt. Und selbstverständlich wird auch in irische Brautsträuße Klee eingebunden.

Warum ist der Ganges heilig? Erklärung


Der Ganges ist der heilige Fluss Indiens und gilt als einer der größten Flüsse Südasiens. Sein Becken umfasst eine Fläche von 1 Million Quadratmetern und ist 2.700 Kilometer lang. Damit ist der Ganges einer der längsten Flüsse der Welt. Er entstand durch den Zusammenfluss zweier Flüsse am Hang des Himalaya und verläuft durch zwei Länder, Indien und Bangladesch.
Das Ganges-Tal selbst ist das am dichtesten besiedelte Tal des gesamten Planeten. Und der Ganges spielt nicht nur in der Geschichte Indiens, sondern auch im modernen Leben des Landes eine sehr wichtige Rolle. Der fruchtbare Boden wird seit Jahrtausenden kultiviert.

Warum ist der Ganges heilig? Erklärung

Hier befinden sich das bekannte Mausoleum Taj Mahal in der Stadt Agra und die berühmten Mangrovenwälder. Dort wurde ein Nationalpark eingerichtet, der den Lebensraum der bengalischen Tiger darstellt. Seit dem Altertum gilt der Ganges als heiliger Strom für alle Hindus.

Es gibt viele Legenden und alte Schriften über diesen Fluss, die sich auf den Ganges als den himmlischen Fluss beziehen, der durch dieses Land fließt und der Kommunikation zwischen den benachbarten Welten dient.
Ganges ist die Personifizierung von Ganga, der indischen Göttin der Mutterschaft. Der Name dieses Flusses wird sowohl in den alten indischen Veden als auch in den späteren literarischen Quellen des alten Indiens – dem Ramayana, dem Mahabharata und den Puranas – gesungen.

Regelmäßig pilgern die Menschen in Indien zum Ganges, führen rituelle Waschungen an den Ufern des heiligen Flusses durch und halten Einäscherungszeremonien ab, bei denen die Asche der Verstorbenen im Flussstrom aufgelöst wird. In der Zeit der frühen vedischen Zivilisation bis zum Beginn des ersten Jahrtausends v. Chr. hatte der Ganges keine so große spirituelle Bedeutung.

Die wichtigsten Flüsse des Rigveda waren zu dieser Zeit der Saraswati und der Indus. Aber die so genannten späteren Veden begannen, dem Kult der Göttin Ganga und dem mit ihr verbundenen Fluss Ganges mehr und mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Im Laufe der Geschichte wurde die indo-gangetische Ebene zur Wiege zahlreicher Zivilisationen, die einander immer wieder ablösten. An den Ufern des Ganges befanden sich zu verschiedenen Zeiten die Hauptstädte der Reiche Harshi und Maurya. Von den Städten Delhi und Agra an den Ufern des Jamna, des Hauptzuflusses des Ganges, aus regierten die Moguln Indien.

Als die Muslime hierher kamen und ihre Herrschaft errichteten, breitete sich ihre Macht über die gesamte Länge des Ganges aus. Die moderne Geschichte des Flusses ist mit der britischen Herrschaft in Indien verbunden.

Nach und nach breitete sich der britische Einfluss im gesamten Ganges-Tal aus und erreichte Delhi im frühen 19. Jahrhundert. Im Jahr 1848 wurde die Ostindien-Kompanie in Britisch-Indien umgewandelt, das seinen Einfluss auf den gesamten Ganges und das Hauptbecken ausdehnte. Dieser Einfluss wurde bis 1947 aufrechterhalten, als Indien seine volle Unabhängigkeit erlangte.

Die Teilung Britisch-Indiens hatte zur Folge, dass ein Teil des Ganges-Deltas in das Gebiet des benachbarten Pakistan fiel. Der Unabhängigkeitskrieg in den bengalischen Gebieten Pakistans im Jahr 1971 führte zur Gründung des unabhängigen Staates Bangladesch.

Waschungen im heiligen Wasser des Ganges

Ein alter Mythos erzählt, dass der Ganges, der die Ufer des Paradieses wusch, auf die Erde hinabstieg, um den Menschen zu helfen, ihre Sünden abzuwaschen. Aber seine Wasser waren so stark, dass der Ganges die Welt zerstören konnte, indem er vom Himmel herabstürzte. Um die Menschheit zu retten, hielt der Gott Shiva seinen eigenen Kopf unter einen eisigen Strom. Der Ganges verhedderte sich in Shivas Haaren und teilte sich in sieben getrennte Ströme, dank derer die Menschen nun ihre Waschungen im Wasser des heiligen Flusses vornehmen können.

Diese Waschungen sind nicht nur ein heiliges Ritual, sondern auch eine tägliche Handlung. Dies ist nur in der Nähe der Stadt Haridwar möglich, wo das Wasser des Ganges nicht so kalt und die Strömung zwar schnell, aber nicht so gefährlich ist.

In Haridwar mündet das Tal in den Ganges, und dort befindet sich auch das Hauptghat – das Ziel der Pilgerfahrt und der Hauptort für rituelle Waschungen.

Die tägliche Puja ist ein Abendritual in Haridwar, das dem Ganges gewidmet ist. Während dieser Zeit gehen die Menschen zum Fluss hinunter und opfern dem Fluss Brot und Milch, wobei sie heilige Lieder singen. Das Finale der Puja ist besonders schön: Hunderte von brennenden, mit Blumen geschmückten Laternen werden ins Wasser gelassen.

Wo liegt der Ganges und wie kann man ihn besuchen?

Der Ganges entspringt im Großen Himalaya auf einer Höhe von 4.100 Metern in einer kleinen Grotte am Fuße eines Gletschers namens Gangotri. Hier fließen seine beiden Bestandteile, der Bhagirathi und der Alaknanda, zusammen. Dann mündet der Ganges, hundert Kilometer von seiner Quelle entfernt, in das indogangesische Tiefland. Anschließend fließt er in den Golf von Bengalen. An den Ufern des Ganges liegen die großen Städte Indiens, die auch Pilgerzentren sind. Diese sind Haridwar, Varanasi, Allahabad und Rishikesh.

Auf jeder Indienreise kann man den Ganges sehen. Indien ist jedoch eher für Individualreisen geeignet. Die meisten Touristen besuchen den Urlaubsstaat Goa. Wenn man den Wunsch hat, den Ganges zu besuchen, dann lohnt es sich, in eine der Städte zu fahren, die Pilger aufnehmen. Meistens fahren alle nach Varanasi, der ältesten Stadt am Ufer des Ganges.

Natürlich sind die Europäer schockiert darüber, dass die Menschen im Wasser des heiligen Flusses baden und sich sogar waschen. Es gibt Zeremonien zur Begrüßung des Flusses und Beerdigungen, bei denen die Asche in demselben heiligen Wasser aufgelöst wird. Aber für einen Hindu ist eine solche Gemeinschaft mit dem großen Fluss und gleichzeitig dem größten Heiligtum ein verständlicher und harmonischer Akt.

Was ist Fortschrittsoptimismus? Erklärung, Bedeutung, Definition


Fortschrittsoptimismus ist eine Haltung, die an eine stetige Weiterentwicklung der Gesellschaft hin zum Besseren glaubt. Sie wird allgemein mit dem westlichen Wirtschaftsmodell seit der Mitte des 20. Jahrhunderts assoziiert, doch es gab sie auch schon in der Aufklärung im 18. Jahrhundert.

Bisweilen trieb der Fortschrittsoptimismus in jüngerer Zeit bemerkenswerte Blüten. So rief der US-amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama im Jahr 1989 sogar zunächst in einem Essay und dann in einem viel zitierten Buch „Das Ende der Geschichte“ aus, weil er glaubte, mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa habe sich der bedrohliche Ost-West-Konflikt in Wohlgefallen aufgelöst. Nun würden alle Staaten der Welt dem westlich-liberalen Politik- und Wirtschaftsmodell nacheifern, friedlich miteinander Handel treiben und bestenfalls noch sportlich, technisch oder künstlerisch miteinander konkurrieren, aber jedenfalls nie wieder Krieg gegeneinander führen. Dies war Fortschrittsoptimismus in Reinkultur.

Was ist Fortschrittsoptimismus? Erklärung, Bedeutung, Definition

Zwar wurde Fukuyama schon damals schnell widerlegt, denn es gab nach wie vor Armut, Kriminalität, Umweltprobleme, den Jugoslawien-Krieg und internationalen Terrorismus, doch die größte Desillusionierung der vergangenen Jahrzehnte löste zweifellos der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine aus. Der Soziologe Andreas Reckwitz bezeichnet ihn jüngst als eine Erschütterung der Grundannahmen von westlich-­liberalen Geschichtsphilosophen. Der damit verbundene Fortschrittsoptimismus sei praktisch eingedampft worden, geschichtsphilosophische Hoffnungen von westlichen Gesellschaften seien nunmehr endgültig als Wunschdenken entlarvt worden.

Die weltgesellschaftliche Entwicklung führe eben nicht zu immer mehr gesellschaftlichem Fortschritt, sondern bewege sich vielmehr nach Machtstrukturen und einer Konfliktlogik, nach welcher nur der Stärkere gewinnen könne. Dies sei eine Konstante der Weltgeschichte. Auch auf den Fortschrittsoptimismus seit der Aufklärung geht Reckwitz ein. Diese habe die Menschheitsgeschichte als eine „Entfaltung der Vernunft“ verstehen wollen. Ungeachtet der nachfolgenden Kriege – darunter der beiden verheerenden Weltkriege im 20. Jahrhundert – hätten die Sozialwissenschaften vor rund 30 Jahren aus diesem Gedanken der Aufklärung heraus die Vorstellung entwickelt, die Welt werde sich zwangläufig nach dem Modell der westlichen Staaten entwickeln. Zu dieser Welt sollte natürlich auch Russland gehören.

Die Anhänger der Modernisierungstheorie glaubten, das Land sei prädestiniert für eine sogenannte nachholende Modernisierung. Es werde sich künftig stärker dem Westen annähern. Diese Illusion, die zum Fortschrittsoptimismus gehört, sei nun mit dem Angriffskrieg Russlands gegen Ukraine endgültig zerstoben, so der Forscher.

Fortschrittsoptimismus: Rückkehr zum Realismus

Dass der Fortschrittsoptimismus kaum eine belastbare Grundlage hat, konnten westliche Gesellschaften im Grunde schon länger beobachten. Die USA und ihre Verbündeten scheiterten in den vergangenen Jahrzehnten kläglich daran, ihr Gesellschaftsmodell in die soziokulturellen Kontexte des Nahen und Mittleren Ostens zu exportieren, wie ganz drastisch die Beispiele Afghanistan und Irak zeigen.

Auch anderswo in der Welt hält man nichts vom westlichen Leben: China lässt zwar den Kapitalismus erblühen, hat aber politisch im letzten Jahrzehnt eine scharfe antiliberale Kehrtwendung vollzogen. Da das Reich der Mitte gleichzeitig wirtschaftlich und militärisch weiter aufholt, bringt es sich inzwischen als Systemalternative zum westlichen Gesellschaftsmodell in Stellung, die sogar in westlichen Staaten zumindest heimliche Bewunderer hat:

Die Kombination aus kapitalistisch brummender Wirtschaft und starkem Staat, der sich auch noch in Teilen auf die konfuzianische Tradition beruft, könnte unter Umständen handfesten Krisen besser gewachsen sein als ein allzu liberaler Westen, denken manche Kritiker der Vielparteiendemokratie. China widerlegt den Fortschrittsoptimismus westlicher Prägung unter Umständen sogar noch eindrucksvoller als Russland mit seiner Barbarei, denn der riesige chinesische Staat geht bislang unbeirrt seinen Weg, ohne sich auf fruchtlose Konflikte einzulassen. Dies müssen die Realisten unter den westlichen Politikern anerkennen. Damit ist der Fortschrittsoptimismus seit 1990 im Prinzip passé.

Was folgt auf den Fortschrittsoptimismus?

Weltpolitisch könnten die kommenden Jahrzehnte eine Entglobalisierung und eine verstärkte Orien­tie­rung an innerer wie äußerer Sicherheit einläuten. Diese dürfte von einer ideologischen Polarisierung zwischen den Gewinnern und Verlierern der Modernisierung seit dem 20. Jahrhundert begleitet werden.

Einige Staaten, denen westliche Liberalisierungsversuche nichts gebracht haben, weil ihre Bevölkerung sie ohnehin mehrheitlich ablehnt, werden sich vermutlich noch stärker als bisher auf ihre nationale Verwurzelung zurückziehen und diese der vorgeblichen Entwurzelung des Liberalismus mit seiner Dekadenz entgegenstellen. Solche Entwicklungen sind in vielen islamischen Ländern jetzt schon zu beobachten.

Möglicherweise betrachten Historiker schon in 50 oder spätestens 100 Jahren das heutige westliche Lebensmodell als ein sehr spezielles historisches Phänomen, das niemals eine Ewigkeitsgeltung hatte. Es bezog seine Stärke allein aus der Konfrontation mit dem Ostblock im Kalten Krieg. Diese Stärke zwischen 1946 und 1990 führte zu einer starken inneren Homogenität der westlichen Wertegemeinschaft, die immerhin gemeinschaftlich von einem Feind mit Nuklearwaffen bedroht wurde. Gleichzeitig schuf diese Gemeinschaft einen bemerkenswerten Wohlstand, wie es ihn in der Geschichte noch nie gab. Beides zusammen erzeugte das sichere Gefühl, man sei auf der Siegerseite der Geschichte, was wohl auch den vorherrschenden Fortschrittsoptimusmus rechtfertigte. Doch die kommende Desillusionierung ist unvermeidlich.

Fortschrittsoptimismus: Ausblick

Der hier zitierte Soziologe Andreas Reckwitz ist längst nicht der einzige Wissenschaftler, der die Verhältnisse so nüchtern wie geschildert betrachtet und daher auch vor jedem Fortschrittsoptimismus warnt. Inhaltlich schließen sich unter anderem der Politikwissenschaftler Herfried Münkler, der Historiker David Engels und der frühere Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio an. Sie verweisen beispielsweise darauf, dass der in der Aufklärung entstandene Fortschrittsoptimismus schon immer eine Einzelströmung war, welcher das Geschichtsbild von traditionellen europäischen Weltanschauungen gegenüberstand. Diese verstehen die Geschichte als zyklische Abfolge von Auf- und Abstiegen einzelner Zivilisationen. Dass die Geschichte irgendwann und irgendwie glücklich endet, wie es der Fortschrittsoptimismus annimmt, ist im Grunde überhaupt keine vorherrschende Meinung.

Das Christentum etwa glaubt an eine abschließende Katastrophe, die das Ende eines gegenwärtigen Weltzeitalters einläutet. Unter anderem schlug der Katholik und Philosoph Josef Pieper (1904 – 1997) vor, sich auf eine Endzeitkatastrophe einzustellen. Er verwies darauf, dass dieser christliche Ansatz deutlich realistischer sei als naiver Fortschrittsoptimismus der Moderne. Gründe für so eine Annahme gibt es in der Tat, allein die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts lassen eigentlich keinen Fortschrittsoptimismus zu. Wenn der 3. Weltkrieg mit Nuklearwaffen geführt wird, träte unweigerlich eine Endzeitkatastrophe ein.

Fazit: Fortschrittsoptimismus

Fortschrittsoptimismus ist nichts als guter Glaube, den sich Gesellschaften auch nur ohne wirklich große Krisen leisten können. Er hatte seine Zeit in vergleichsweise friedlichen Perioden, wie es die Aufklärung und die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts waren. In der modernen Zeit führt er aber zur gefährlichen Illusion, uns könne schon nichts weiter passieren.

Was sind „Sunday Scaries“? Erklärung, Bedeutung, Definition


Der Begriff kommt aus dem Englischen. Sunday heißt Sonntag. Und Scaries ist der englische Ausdruck für Ängste. „Sunday Scaries“ bezeichnet also ein Stimmungstief, das ausschließlich sonntags auftritt.

Im deutschsprachigen Raum wird das Phänomen häufig „Sonntagsangst“, „Sonntagsneurose“ oder auch „Sonntagsdepression“ genannt.

Gründe für die Sunday Scaries (Sonntagsangst)

Nicht der Sonntag selbst ist Auslöser für das Stimmungstief an diesem Tag, sondern die auf ihn folgende Arbeitswoche. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Überforderung im Job kann Sonntagsangst genauso auslösen wie Schwierigkeiten mit den Kollegen oder dem Chef. Auch Unterforderung und das Gefühl, unter der Woche etwas Sinnloses zu tun, können regelmäßig den Sonntag verderben.

Das Phänomen tritt jedoch nicht nur bei zwischenmenschlichen oder fachlichen Problemen im Arbeitsleben auf.

Ein scheinbar perfekter Job kann schnell zu Sonntagsangst führen, wenn er ständige Erreichbarkeit fordert und so das mentale Abschalten von der Arbeit verhindert.

Aber auch zu hohe Ansprüche an sich selbst und damit verbundene Selbstzweifel im Hinblick auf die berufliche Leistung können die sonntägliche Erholung verderben.

Symptome der Sonntagsangst (Sunday Scaries)

Ein freier Tag ist für Beschäftigte ein Grund zur Freude. Von der Sonntagsangst Betroffene können jedoch nur das halbe Wochenende genießen. Denn bei ihnen stellen sich bereits entweder beim sonntäglichen Erwachen oder im Laufe des Tages verschiedene Symptome ein.

Personen mit Sonntagsangst kämpfen an diesem Tag mit Stimmungsschwankungen. Sie fühlen sich angespannt, erschöpft und nervös. Die Gedanken kreisen um anstehende geschäftliche Verpflichtungen. Den Fokus auf positive Unternehmungen zu legen und dabei Freude und Erholung zu finden, ist nicht möglich. Treffen mit Freunden oder Ausflüge lenken von den Gedanken an den Arbeitsalltag gar nicht oder nur kurzfristig ab. Dazu können körperliche Symptome wie Herzrasen, Magendarm-Probleme, Verspannungen und auch Schlafstörungen kommen.

Wird die Sonntagsangst zum Dauerzustand, dann kann sie sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirken und beispielsweise Bluthochdruck hervorrufen.

Umgang mit gelegentlicher Sonntagsangst (Sunday Scaries)

Bei vielen Menschen kommt das Phänomen hin und wieder vor. Sonntagsangst tritt beispielsweise nach einem Jobwechsel oder während einer beruflich besonders belastenden Situation häufig auf. Die wichtigste mentale Hilfe lautet dann: Gelassenheit! Es ist sinnvoll, sich bewusst zu machen, dass anstrengende Phasen zum normalen Leben dazugehören und auch wieder vorbeigehen werden.

Sonntagsangst kann während solcher Zeiten mit positiven Tätigkeiten am Wochenende aktiv begegnet werden. Dabei sollte der Fokus nicht nur auf dem Samstag liegen. Gerade für den Sonntag gilt es dann, Unternehmungen zu planen, die schon Tage zuvor Vorfreude hervorrufen.

Eine weitere wirksame Maßnahme gegen die Sonntagsangst ist eine entsprechende Strukturierung der Arbeitswoche. Auch wenn es noch so verlockend ist, sollte Unangenehmes keinesfalls auf Montag verschoben, sondern noch vor dem Wochenende erledigt werden. So wird die neue Woche ohne negative Altlasten begonnen.

In Zeiten hohen Arbeitsaufkommens oder während der ersten Zeit an einer neuen Stelle hilft das Führen von Listen. Anstehende Arbeiten erhalten dadurch Struktur. Zudem ist die Gefahr des Vergessens gebannt. Beides nimmt dem Montag den Schrecken und lässt so den Erholungswert des Wochenendes steigen.

Um den Beginn der neuen Arbeitswoche möglichst positiv zu gestalten, kann zudem ein freudiges Event bewusst auf den Montagabend gelegt werden. Es muss kein teures Abendessen sein. Auch Kleinigkeiten wie ein entspannendes Bad, ein Spieleabend mit Freunden oder ein abendlicher Bummel bereiten Freude.

Umgang mit ständiger Sonntagsangst (Sunday Scaries)

Verhindern Angst und Nervosität regelmäßig die sonntägliche Erholung und treten darüber hinaus belastende körperliche Symptome auf, dann sollte ehrliche Ursachenforschung betrieben werden. Die entscheidende Frage hierbei lautet: Wie müsste die kommende Woche aussehen, damit ich den Sonntag genießen kann?

Abhängig von der Antwort wird das Problem angegangen.

Bei ständiger Arbeitsüberlastung oder chronischen Spannungen im Team ist ein klärendes Gespräch mit dem Vorgesetzten angeraten. Führt dies nicht zum gewünschten Erfolg, ist manchmal eine berufliche Neuorientierung auf lange Sicht die beste Lösung.

Ständige Erreichbarkeit lässt sich durch festgesetzte Off-Zeiten durchbrechen. Damit diese nicht für Ärger sorgen, werden sie zuvor klar kommuniziert.

Entspannungs- und Angstbewältigungsstrategien können erlernt und regelmäßig angewandt werden.

Sport sorgt nicht nur am Wochenende, sondern auch unter der Woche für Stressabbau.

Verlängert sich die Phase der Niedergeschlagenheit oder nimmt sie dauerhaft an Intensität zu, sollte zur Prävention von Burnout oder einer Depression ärztlicher Rat gesucht werden.

Was sind Daily Hassles? Erklärung, Bedeutung, Definition


Der Begriff Daily Hassles entstammt aus dem Englischen und heißt übersetzt so viel wie tägliche Ärgernisse oder tägliche Probleme. Die Bezeichnung Daily Hassles wird vor allem in der Psychologie verwendet und steht dort für kleine, alltägliche Situationen, welche den persönlichen Stresslevel steigern können. Im deutschen Sprachgebrauch wird als Synonym auch häufig der Begriff „Mikrostressoren“ verwendet.

Was sind Daily Hassles? Erklärung, Bedeutung, Definition

Solche Situationen werden unter Daily Hassles zusammengefasst:
Tag für Tag werden wir in unserem Leben mit allerlei Situationen konfrontiert. Diese können erfreulich, ärgerlich oder auch neutral ausfallen. Sämtliche Dinge, welche im Alltag anfallen können und das Potenzial besitzen, den Stresslevel zu erhöhen, werden als Daily Hassle bezeichnet. Dazu kann z.B. gehören:

  • Der Autoschlüssel ist in der Früh nicht auffindbar, wenn ohnehin der Zeitdruck hoch ist, um pünktlich zur Arbeit zu gelangen
  • Die Nachbarn feiern eine laute Party, genau an jenem Tag, wo erholsamer Schlaf besonders wichtig wäre
  • Auf dem Weg zur Arbeit ist Stau
  • Pakete werden nicht ordnungsgemäß zugestellt

Doch auch im beruflichen Alltag können Daily Hassles, bzw. Mikrostressoren auftreten:

  • Der Drucker muss mit Papier befüllt werden
  • Das Telefon läutet ununterbrochen und stets werden nur unwichtige Kleinigkeiten besprochen
  • Die Temperatur im Büro entspricht nicht den eigenen Wünschen

Meist handelt es sich bei Daily Hassles also um Kleinigkeiten, welche für sich gesehen keine bis nur wenig Auswirkungen auf die eigene Psyche haben können. Treten solche Situationen jedoch gehäuft auf, werden diese als sehr lästig wahrgenommen. Häufig wird anderen Personen absichtliches Verhalten unterstellt oder unerquickliche Zusammenhänge angenommen („Ausgerechnet heute, wo ich ohnehin schon zu spät bin, springt das Auto nicht an.“)

In aller Regel sind Daily Hassles zwar – wie der Name bereits andeutet – ärgerlich, bringen aber nur wenig tatsächliche negative Auswirkungen mit sich. Allerdings können auch ernstzunehmende negative Situationen in das Spektrum von Daily Hassles fallen. So gilt beispielsweise Mobbing in der Schule oder in der Arbeit als ein typisches Beispiel von Daily Hassles. Auch die Angst vor Finanz- oder Jobsicherheit, der Ärger mit Behörden oder verschiedene Beziehungsprobleme können diesbezüglich erwähnt werden.

So geht man am besten mit Daily Hassles um: Tipps

Die perfekte Antwort auf Daily Hassles ist, auch die alltäglichen kleinen Erfolge entsprechend zu würdigen. Dies ist jedoch leichter gesagt als umgesetzt. Denn während negative Kleinigkeiten psychologisch betrachtet sehr leicht als stark negativ wahrgenommen werden können, werden positive Kleinigkeiten überraschend leicht ignoriert. Dementsprechend kann ein erster Rat zum Ausgleich von Daily Hassles wie folgt lauten: Genieße die kleinen (positiven) Dinge im Leben. Mach dir bewusst, was du Tag für Tag leistest und Positives erlebst.

Da dies alleine häufig sehr schwierig umzusetzen ist, kann es lohnend sein, sich mit Freunden und Familienmitglieder über seinen Tag auszutauschen. Auf diese Weise werden negative wie positive Dinge aus neutraler Perspektive erneut betrachtet und damit realistischer wahrgenommen. Gleichzeitig kann diese Zeit mit Freunden große Zufriedenheit und Glücksgefühle verursachen, was zusätzlich zur Stressbewältigung beiträgt.

Ergänzend können sämtliche Situationen, welche stressreduzierend wirken, als Ausgleich zu Daily Hassles empfohlen werden. Dazu zählt das bewusste Ausleben von Hobbies ebenso wie ausgleichende körperliche Betätigung oder das aktive Erleben von Begegnungen. Dennoch ist zu erwähnen, dass nicht alle täglichen Ärgernisse alleine und ohne professionelle Hilfe bewältigt werden können. In einzelnen Situationen ist es zwingend nötig, diese Probleme anzusprechen um eine positiveres Umfeld zu schaffen. Auch professionelle Hilfe in Form einer Therapie kann in einigen Fällen hilfreich sein und sollte keinesfalls etwas sein, wofür man sich schämen muss.

Warum ist der Fisch ein christliches Symbol? Erklärung


In den ersten Jahrhunderten nach der Gründung der christlichen Religion, also ungefähr bis zum 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, wurden die Christen in vielen Regionen verfolgt. Die Verwendung von Symbolen geht auf die Zeit der Verfolgung zurück. Mit Symbolen – und eines der prominentesten Symbole war der Fisch – konnten die Anhänger der neuen Religion sich einander zu erkennen geben, ohne dass Außenstehende (oder Verfolger!) es bemerkten.

Verfolgung in den ersten Jahren des Christentums

Ein ganz frühes Beispiel eines Christenverfolgers kommt schon in der Bibel vor: Paulus. Er hieß ursprünglich Saulus. Saulus war ein fanatischer Gegner der Christen. Er reiste, wie das biblische Buch „Apostelgeschichte“ berichtet, von Jerusalem nach Damaskus, um die dort lebenden Christen zu verfolgen. Auf dem Weg erschien ihm ein Licht, und er hörte eine Stimme vom Himmel: „Saul, warum verfolgst du mich?“ Saul fragte: „Wer bist du?“ Die Antwort lautete: „Ich bin Jesus, den du verfolgst.“ Saul reiste nach Damaskus, aber nicht mehr, um die Christen zu verfolgen, sondern um mit ihnen Kontakt aufzunehmen, sich taufen zu lassen. (Apostelgeschichte, Kapitel 9). Saulus – oder Paulus, wie er nach seiner Bekehrung genannt wurde -, ging als einer der eifrigsten Missionare in die Geschichte des Christentums ein. Er starb auch selbst den Märtyrertod in Rom. Die römischen Kaiser waren ja besonders eifrige Verfolger des Christentums. Das Kolosseum in Rom ist eine Stätte, die die Erinnerung daran aufrecht erhält. In der Arena des Kolosseums wurden Christen getötet. Aber die neue Religion ließ sich nicht aufhalten.

Wichtige Symbole: Kreuz, Hahn und Fisch

Das wichtigste Symbol des Christentums ist zweifellos das Kreuz. Es erinnert an den Kreuzestod Jesu an Karfreitag. Deshalb ist es schon immer ein wichtiges Symbol und schmückt viele Kirchtürme. Kreuze werden auch gern als Schmuckstücke getragen. Auch der Hahn ist auf vielen Kirchturmspitzen zu finden. Er ist als Symbol nicht ganz so bekannt wie das Kreuz, gehört aber auch zur Passionsgeschichte Jesu.

Jesus hatte Petrus gesagt: „Bevor der Hahn zwei Mal kräht, wirst du mich drei Mal verleugnen.“ Am Abend vor Karfreitag, als Jesus schon verhaftet worden war, blieb Petrus im Hof des Gebäudes, in dem Jesus verhört wurde. Die Leute im Hof (Mägde, Soldaten) sagten zu Petrus: „Du warst auch bei den Leuten von Jesus!“ Petrus stritt das insgesamt drei Mal ab. Danach krähte der Hahn, und Petrus wurde an die Voraussage von Jesus erinnert. (Vgl. Evangelium nach Markus, Kapitel 14.) Der Hahn ist also ein Symbol dafür, dass die Christen ihren Glauben bekennen sollen. Und dann wäre da noch der Fisch!

Was bedeutet der Fisch im Christentum? Erklärung

Das Fisch-Symbol hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache: Auf Griechisch heißt „Fisch“ „Ichthys“. Die Christen haben das Wort „Ichthys“ in seine griechischen Buchstaben zerlegt. „I“, „Ch“, „Th“, „Y“ und „S“ sind wiederum Anfangsbuchstaben der folgenden Wörter:

„I“: Anfangsbuchstabe des griechischen Wortes „Iesus“ – also „Jesus“
„Ch“: Anfangsbuchstabe des griechischen Wortes „Christos“ – also „Christus“
„Th“: Anfangsbuchstabe des Wortes „Theou“ (auf Griechisch der Genetiv des Wortes „Theos“ = Gott – also „Gottes“
„Y“: Anfangsbuchstabe des griechischen Wortes „Yios“ („Sohn“) – also „Sohn“
„S“: Anfangsbuchstabe des Wortes „Soter“ („Retter“) – also „Retter“.

Damit ergibt sich insgesamt „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter“.

Diese Wörter beinhalten im Grunde die gesamte christliche Religion. Denn das Christentum bekennt nicht nur Gott als Schöpfer – was andere Religionen ja auch tun -, sondern es besteht in dem Glauben an Jesus Christus als Gottes Sohn und als Retter. Das ist das „Alleinstellungsmerkmal“ des Christentums.

Was macht eine Religion zur Weltreligion? Warum ist das Judentum eine Weltreligion? Erklärung


Der Begriff „Weltreligion“ besitzt leider keine eindeutige Definition. Dementsprechend können sich Listen der Weltreligion zum Teil stark unterscheiden, je nachdem welche Regeln zur Einteilung als Weltreligion herangezogen wurden. Dies führt dazu, dass die Religionswissenschaft den Begriff Weltreligion bestmöglich vermeidet um diesen Definitionsproblemen zu entgehen.

Mögliche Merkmale: Weltreligion

Meist werden zur Einstufung als Weltreligion einerseits die Anzahl der Anhänger, andererseits die überregionale Verbreitung und zu guter Letzt der universale Anspruch der Religion herangezogen. In einigen Fällen wird zusätzlich auch das Alter der Religion genannt, sodass sogenannte neue religiöse Bewegungen (Religionen, welche im 20 und 21 Jh. entstanden sind) nicht als Weltreligion geführt werden können.

Folgende Religionen werden üblicherweise als Weltreligion geführt:

In der Mehrheit der Listen zu Weltreligionen werden nur fünf Religionen als Weltreligion geführt. Dies sind das Christentum, der Islam, der Hinduismus, der Buddhismus und das Judentum. Nicht als Weltreligion gelistet werden Shinto, Daoismus, Voodoo oder Sikhismus, obwohl diese Religionen zum Teil mehr Anhänger als beispielsweise das Judentum besitzen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Judentum im Gegensatz zu den genannten Religionen über universelles Selbstverständnis verfügt.

Der Unterschied zwischen Weltreligion und Universalreligion:

Als Universalregion wird eine Religion bezeichnet, welcher jeder Mensch ohne besondere Voraussetzungen beitreten könnte. Zusätzlich folgen die Inhalte einer Universalreligion einem Kanon und sind üblicherweise in Form einer Heiligen Schrift in Buchform festgehalten. Dieser Definition zufolge gehören zur das Christentum, der Islam und der Buddhismus zu der Gruppe der Universalreligionen.

Der Unterschied zwischen Weltreligion und Volksreligion:

Eine Volksreligion ist üblicherweise stets stark an ein bestimmtes Volk und die dazugehörige kulturelle Vorstellung gebunden. In den meisten Fällen sind Volksreligionen ident zu ethnischen Religionen, auch wenn beispielsweise Daosimus, Shintoismus, aber auch Hinduismus und das Judentum als Volksrelgionen, jedoch nicht als ethnische Religion geführt werden.

Die Forschungsgeschichte des Begriffes „Weltreligion“

Im Jahr 1915 hat der Soziologe Max Weber in einem Werk fünf bis sechs Weltrelgionen genannt. Als „echte“ Weltreligion hat er neben dem hinduistischen, buddhistischen, islamischen, christlichen und konfuzianischen Glauben das Judentum genannt, weil dieses maßgeblich zur Entwicklung von Christentum und Islam beigetragen hat und zum Verständnis dieser beiden Religionen zwingend nötig ist.

1938 hat der Religionswissenschaftler Gustav Mensching den bereits erwähnten unterschied zwischen Volksreligion und Weltreligion hervorgehoben. Für ihn existieren nur fünf Weltreligionen, das Judentum fand bei ihm keine Berücksichtigung.

In einem weiteren Schritt wurde von Helmuth von Glasenapp 1963 die Bedeutung der Anhängeranzahl hervorgehoben. Er sieht mit Christentum, Islam, Buddhisums, Hinduismus und dem chinesischen Universismus fünf Weltreligionen, da diese zusammen 90 Prozent der gläubigen Menschheit abdecken.

2022 und 2005 wurden von Gerhard Wehr und Manfred Hutter jeweils sieben Weltreligionen angeführt. Dabei sieht Wehr als entscheidendes Kriterium, dass Weltreligionen im Gegensatz zu Naturreligionen eine Trennung zwischen Gott und der Welt kennen. Dementsprechend gehören Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus für ihn zu den Weltreligionen. Für Hutter hingegen wird anstelle des Konfuzianismus die Religion Bahai als Weltreligion geführt. Er begründet dies durch eine Kombination der Anhängerzahl mit einem vorherrschenden universellen Geltungsanspruch.

Doch egal, welche Kriterien zur Einordnung als Weltreligion herangezogen werden, in einem Punkt sind sich moderne Religionswissenschaftler einig. Der Begriff Weltreligion sollte nicht im wissenschaftlichen Kontext verwendet werden, ist jedoch als ein weitgehend verständlicher Begriff des allgemeinen Sprachgebrauchs unersetzbar.

Welche ist die lauteste Band der Welt? Liste


Die lautesten Bands der Welt sind:

Platz 10 bis 7: Erdbeben-Warnung dank Rock-Konzert!

In den seltensten Fällen wird der Schallpegel eines Konzerts bewusst gemessen. Dies geschieht meist nur, wenn entweder die Behörden informiert werden, da ein Konzert zu laut ausfällt oder eine Band mit ihrer enormen Lautstärke Werbung betreiben möchte. Doch in einigen Situationen haben Live-Auftritte dafür gesorgt, dass Anwohner ein Erdbeben vermutet hatten.

Dies war beispielsweise bei einem Konzert der Foo Fighters 2011 in Auckland / Neuseeland der Fall. Die Band rund um den ehemaligen Nirvana Schlagzeuger Dave Grohl war zu Gast im Western Springs Stadion. Die nahe gelegene Erdbeben-Messtation Herne Bay / Eden Park meldete im Anschluss eine unbekannte vulkanische Aktivität, welche jedoch in weiterer Folge auf das Konzert der US-Rocker zurückgeführt werden konnte.

Auch AC/DC hatten in Neuseeland einen Stopp auf ihrer Tour im Jahr 2015. Sie spielten live in Wellington. Die australischen Urgesteine des Hardrocks müssen an dieser Stelle nicht näher vorgestellt werden. Mit ihrem Konzert brachten sie nicht nur die Halle zum Beben. Im näheren Umfeld glaubten unzählige Anwohner an ein Erdbeben. Zahlreiche Alarmanlagen von Autos wurden ausgelöst. Angeblich war die Druckwelle des Konzerts noch in einer Entfernung von sechs Kilometern zu hören und zu spüren. Dabei erreichte die Lautstärke „nur“ 103 dB, ein Wert über den die Bands auf den vorderen Plätzen unserer Liste nur lächeln können.

Auch die irischen Legenden von U2 rund um Mastermind Bono lieben es, bei ihren Konzerten die Lautstärkenregler nach oben zu drehen. Die bereits 1976 gegründete Band war 2017 und 2019 auf der sogenannten „The Joshua Tree Tour“. Im Rahmen dieser Konzerte kam es wiederholt zu aufgeregten Anrufen bei Erdbeben-Messtationen im näheren Umfeld zu den jeweiligen Konzert-locations. Leider wurde keine exakte Lautstärke gemessen, sodass U2 gemeinsam mit AC/DC und den Foo-Fighters die Plätze 10 bis 7 belegen.

Platz 6: Deep Purple (lauteste Band der Welt)

Bereits in den 1970er Jahren machte eine Rockband mit ihren unmenschlich lauten Konzerten Geschichte. Deep Purple war 1975 im Rainbow Theater in London zu Gast und hatte ihre neuen Marschall-Verstärker mit einer unglaublichen Leistung von 10.000 Watt mit im Gepäck. Ihre Hits wie „Smoke on the Water“, „Black Night“ oder „Child in Time“ wurden in einer zu der damaligen Zeit unerreichten Lautstärke von 117 dB gespielt. Als Resultat mussten drei Zuschauer medizinisch versorgt werden, da sie aufgrund der hohen Lautstärke ihr Bewusstsein verloren hatten. Deep Purple hingegen wurde an diesem Abend zur lautesten Popband der Welt.

Platz 5: The Who (lauteste Band der Welt)

Lange sollte der Rekord von Deep Purple nicht halten. Bereits ein Jahr später, 1976, traten The Who ebenfalls in London auf. Ca. 30 Meter von der Bühne entfernt wurde die Lautstärke von 126 dB gemessen. Auf Ohrenschutz wurde zu diesen Zeiten selbstverständlich verzichtet, also ist es kein Wunder, dass The Who Sänger und Gitarrist Pete Townshend über starke Höhrbehinderungen klagt. Heutzutage sieht er sich und seine Bandkollegen rückwirkend als sehr naiv und setzt sich mit seiner Stiftung „Hearing Education and Awareness For Rockers“ dafür ein, dass heutige Generationen an Musikern besser über die Gefahren und Auswirkungen von hoher Lautstärke aufgeklärt werden.

Platz 4: Metallica und Led Zeppelin (lauteste Band der Welt)

Auf Platz vier landen zwei absolute Giganten der Heavy Metal Geschichte. Led Zeppelin gelten als Mitbegründer des harten Genres. Metallica sind absolute Urgesteine und haben ebenso Generationen an nachfolgenden Musikern geprägt. Bei Lautstärken-Messungen während ihrer Konzerte wurde jeweils ein Wert von 130 dB gemessen. Damit galten zunächst Led Zeppelin, später Metallica zumindest für eine kurze Zeit als lauteste Band der Welt. Interessant ist jedoch, dass die Messung bei dem Konzert von Led Zeppelin von einer Vereinigung zu Sprach-Hör-Problemen in Auftrag gegeben wurde, um die negativen Auswirkungen von Rock-Musik zu belegen. Metallica hingegen hat die Lautstärke selbst messen lassen, um diesen Wert zur positiven Eigenwerbung zu benutzen. So stark hat sich also die Wahrnehmung von Lautstärke im Laufe der Zeit gewandelt.

Platz 3: Motörhead (lauteste Band der Welt)

Lemmy Kilmister, Sänger und Mastermind von Motörhead, hat dank seines extremen Lebensstils längst Kultstatus erreicht. Kein Wunder also, dass sie auch gerne mit hoher Lautstärke provozierten. 1984 musste ein Konzert abgebrochen werden, als bei 130 dB der Putz von der Decke bröselte. In späteren Jahren hat Motörhead noch einmal nachgelegt und sogar 131 dB erreicht und konnten sich im Kampf um den Titel der lautesten Band der Welt zwischenzeitlich vor Metallica auf Platz Eins positionieren. Leider verstarb Lemmy Kilmister 2015 viel zu früh, sodass Motörhead auch keine neuen Rekorde mehr aufstellen wird. In Anbetracht der Gesundheit unserer Ohren jedoch, müssen wir froh sein, dass dieser Wettstreit inzwischen wohl ein Ende gefunden und einen eindeutigen Sieger gefunden hat.

Platz 2: Kiss (lauteste Band der Welt)

Bevor wir zur lautesten Band der Welt kommen, wenden wir uns einer Band zu, welche allseits bekannt ist, unglaublich laute Konzerte gespielt hat, jedoch nie aktiv in den Wettstreit um die lauteste Band der Band eingegriffen hat: Kiss! Die Rocker mit ihren charakteristischen Masken und extravaganten Outfits waren schon immer für jegliche Art der Provokation zu haben. Im Jahr 2009 hatten sie offensichtlich den Wunsch, so laut zu spielen wie noch nie. Während des Konzertes in Ottawa wurde es immer lauter und lauter – bis schließlich die Behörden alarmiert wurden. Eine Messung ergab unglaubliche 136 dB und Kiss wurde dazu genötigt, während des noch laufenden Konzertes ihre Lautstärke zu reduzieren.

Platz 1: Manowar (lauteste Band der Welt)

Auf Platz Eins liegen unumstritten die Kings of Metal: Manowar. Die Jungs rund um Mastermind Joey DeMaio geben sich nicht mit einem zweiten Platz zufrieden. Sie sind in ihrer übersteigerten Selbstdarstellung die besten, die lautesten, die einzigen wahren Helden des Heavy Metals. Bereits 1984 versuchten sie, den Lautstärkerekord zu brechen. In Hannover bauten sie zehn Tonnen Verstärker gemeinsam mit einer sechs Meter hohen Wand aus Lautsprechern auf. Das Ergebnis lautete: 129,5 dB. Anhand der genaueren Messtechnik wurde Manowar noch vor Led Zeppelin als lauteste Band der Welt geführt, doch Metallica und Motörhead rangen ihnen diesen Titel in den darauffolgenden Jahren ab. Doch es wäre nicht Manowar, wenn sie eine solche Niederlage auf sich sitzen gelassen hätten. Im Jahr 2008 haben sie einen neuen Rekordversuch gestartet und mit der erreichten Lautstärke von abartigen 139 dB einen Rekord geliefert, welcher wohl kaum so bald überboten werden wird. Dementsprechend ist der Auszug aus ihrem Song „Kings of Metal“ mehr als nur zutreffend: Other Bands play – Manowar kills!

Was ist die Schuldenspirale? Erklärung, Bedeutung, Definition


Für Geld, das man anderen schuldet, muss man Zinsen zahlen. Wenn man nicht ausreichend Mittel zur Verfügung hat, um die gesamten Zinsen zu begleichen, kann es vorkommen, dass man einen weiteren Kredit aufnimmt, um den alten Kredit zu bezahlen.

Viele Menschen sind in eine Schuldenkrise geraten. Sie können nicht die Schulden auf ihrer Kreditkarte begleichen, also nehmen sie einen neuen Kredit auf. Dies bedeutet jedoch, dass sie mehr Zinsen zahlen müssen und ihre Schuld insgesamt größer wird. In manchen Fällen versuchen Menschen, die Gläubiger anzurufen und eine Vereinbarung über die Rückzahlung der Schulden zu treffen. Dies ist jedoch oft erfolglos und führt dazu, dass die Person noch tiefer in die Schuldenfalle gerät.

Einige Experten glauben, dass es für viele Menschen keinen Ausweg aus der Schuldenfalle gibt. Oft ist es sinnvoll, sich an eine professionelle Organisation zu wenden oder persönlich mit dem Gläubiger in Kontakt zu treten, um die Schulden in einer Weise zu reduzieren, dass man sie auch bezahlen kann, ohne dafür Zinsen zahlen zu müssen.

Wie kommt es zu einer Schuldenspirale? Erklärung

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Menschen in eine Schuldenspirale geraten können. Unvorhergesehene Ausgaben können zum Beispiel durch einen Autounfall oder plötzliche Kosten für Krankenhausbehandlung entstehen. Es kann sein, dass sie Schwierigkeiten haben, regelmäßig Einkommen zu bekommen, weil sie in einer Zeitarbeitsfirma arbeiten oder weil sie körperlich angegriffen sind. Manche Menschen geraten auch in eine Schuldenspirale, weil sie Spielschulden haben. Sie können unter anderem Geld verloren haben, das sie eigentlich für die Miete oder andere wichtige Rechnungen hätten bezahlen sollen. Oder sie haben vielleicht versucht, mit dem Geld von anderen Leuten zu spielen und es verloren.
Wenn man in eine Schuldenspirale gerät, ist es oft schwer, wieder herauszukommen. Die Zinsen machen es immer schwieriger, die Schulden zurückzuzahlen, und eines Tages kann man den Überblick verlieren und weiß nicht mehr, wie viel Geld man überhaupt noch schuldet. In diesem Fall ist es oft hilfreich, sich an eine Schuldnerberatungsstelle oder einen Anwalt zu wenden, um Hilfe bei der Rückzahlung der Schulden zu bekommen.

Wie vermeide ich eine Schuldenspirale?

Es gibt einige Möglichkeiten, eine Schuldenspirale zu vermeiden. Wichtig ist es, sorgfältig mit Krediten und Kreditkarten umzugehen. Wenn Sie Kreditkarten haben, sollten Sie nur so viel ausgeben, wie Sie sich leisten können, und versuchen, den Betrag jeden Monat vollständig abzuzahlen. Bei Krediten sollten Sie sich nicht mehr finanzieren, als Sie tatsächlich benötigen, und die Zahlungen sollten pünktlich erfolgen.

Es ist auch wichtig, regelmäßig Geld zu sparen. Wenn Sie etwas Geld übrig haben, sollten Sie es in einem Sparkonto oder in Anleihen anlegen. Dadurch haben Sie Geld zur Verfügung, falls Sie es plötzlich brauchen, und müssen nicht auf ein Darlehn zurückgreifen.

Wenn Sie bereits in einer Schuldenspirale sind, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und einen kühlen Kopf zu bewahren. Versuchen Sie nicht, Ihre Schulden auf einmal zurückzuzahlen, da dies schwierig sein kann und Sie möglicherweise noch mehr in die Schuldenspirale geraten. Sprechen Sie stattdessen mit Ihrer Bank oder Ihrem Kreditgeber und versuchen Sie herauszufinden, ob es eine Möglichkeit gibt, die Zahlungen zu reduzieren oder zu strecken. Wenn alles andere fehlschlägt, können Sie auch versuchen, einen Teil Ihrer Schulden durch eine Insolvenz abzuwenden.

Es gibt einige Dinge, die Sie tun können, um eine Schuldenspirale zu vermeiden:

-Verwenden Sie nur Kreditkarten für Notfälle oder unerwartete Ausgaben. Wenn Sie Kreditkarten für alltägliche Ausgaben verwenden, können sich die Schulden schnell ansammeln.

-Versuchen Sie, so viel wie möglich in bar zu bezahlen. Wenn Sie in bar bezahlen, haben Sie eine bessere Kontrolle über Ihre Ausgaben und können leichter überprüfen, wie viel Geld Sie ausgeben.

-Machen Sie regelmäßige Zahlungen auf Ihre Kreditkarten und andere Schulden. Je schneller Sie Ihre Schulden tilgen, desto geringer sind die Zinsen, die Sie zahlen müssen.

-Halten Sie einen Überblick über Ihre Schulden. Wenn Sie wissen, wie viel Geld Sie schulden, können Sie leichter einen Plan erstellen, um diese Schulden abzubezahlen.

-Wenden Sie sich an eine Schuldnerberatungsstelle oder einen Anwalt, wenn Sie Hilfe bei der Rückzahlung Ihrer Schulden benötigen. Diese Berater können Ihnen helfen, Ihre Schulden in den Griff zu bekommen und einen Plan zu erstellen, um diese abzubezahlen.

Was tun, wenn ich bereits in einer Schuldenspirale stecke?

Wenn Sie sich bereits in einer Schuldenspirale befinden, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und die Situation nicht zu verschärfen. Versuchen Sie nicht, Ihre Schulden auf einmal zurückzuzahlen, da dies aufwendig sein kann und Sie möglicherweise noch mehr in die Schuldenspirale geraten. Sprechen Sie stattdessen mit Ihrer Bank oder Ihrem Kreditgeber und versuchen Sie herauszufinden, ob es eine Möglichkeit gibt, die Zahlungen zu reduzieren oder zu strecken. Wenn alles andere fehlschlägt, können Sie auch versuchen, einen Teil Ihrer Schulden durch eine Insolvenz abzuwenden.

Welche Auswirkungen hat die Schuldenspirale auf das Leben?

Wenn Sie in einer Schuldenspirale gefangen sind, kann dies unmittelbare Auswirkungen auf Ihr Leben haben. Ihre regelmäßigen Zahlungen an die Kreditoren können Ihre finanzielle Situation belasten und Ihnen weniger Geld für andere Ausgaben zur Verfügung stellen. Dies kann zu einem Teufelskreis führen, in dem Sie immer mehr Kredite aufnehmen müssen, um die Zinszahlungen für Ihre bestehenden Kredite zu leisten. Es ist wichtig, die Schuldenspirale so schnell wie möglich zu beenden, bevor sie ihr Leben vollständig ruiniert. Wenn Sie mit Ihren Schulden nicht mehr klarkommen, gibt es verschiedene Hilfsangebote.

Welche Pflichten haben Schuldner?

Zunächst sollten Sie sich mit Ihrer Bank oder Kreditgeber in Verbindung setzen und nach Möglichkeiten der Datenveränderung oder -reduktion fragen. Es gibt auch verschiedene staatliche und gemeinnützige Organisationen, die kostenlose oder subventionierte Schuldnerberatung anbieten. Informieren Sie sich über diese Möglichkeiten, damit Sie herausfinden können, welche am besten für Sie geeignet sind. In Deutschland haben Schuldner einige Pflichten, die sie unbedingt einhalten müssen. Zunächst einmal sind sie dazu verpflichtet, ihre Schulden zu bezahlen. Sie müssen auch ihre Kreditgeber über jede Änderung in ihrer finanziellen Situation informieren, damit diese die Konditionen ihres Kredits anpassen können. Schuldner haben auch die Pflicht, mit ihren Kreditgebern zu kooperieren. Dies bedeutet, dass sie ihnen alle relevanten Informationen über ihre finanzielle Situation zur Verfügung stellen müssen. Wenn sich die finanzielle Situation des Schuldners verschlechtert, sollte er seinen Kreditgebern dies umgehend mitteilen, damit diese rechtzeitig handeln können. Schließlich haben Schuldner auch die Pflicht, ihren Kreditgebern zu helfen, ihr Geld zurückzubekommen. Dies bedeutet, dass sie bei der Suche nach einem neuen Kreditnehmer behilflich sein sollten und auch bereit sein sollten, den Kredit vorzeitig zurückzuzahlen, falls dies erforderlich sein sollte.

1. Schuldner in Deutschland haben einige Pflichten, die sie erfüllen müssen. Zunächst müssen sie ihren Gläubigern jederzeit die Wahrheit über ihre finanzielle Situation sagen. Auch wenn es schwerfällt, ist es wichtig, dass Schuldner offen und ehrlich über ihre finanzielle Lage sprechen.

2. Der Schuldner hat eine Verpflichtung, seinen Gläubiger so schnell wie möglich über finanzielle Schwierigkeiten zu informieren. Je früher Schuldner ihre Gläubiger informieren, desto eher können diese Maßnahmen ergreifen, um eine weitere Verschlechterung der Situation zu verhindern.

3. Schuldner sind verpflichtet, mit ihren Gläubigern zu kooperieren und alle verfügbaren Informationen bereitzustellen. Dies beinhaltet auch die Bereitstellung von Unterlagen und Informationen, die für die Beurteilung der Situation relevant sind.

4. Der Schuldner hat die Pflicht, alle zahlungspflichtigen Beträge pünktlich zu begleichen. Wenn Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können, sollten sie dies ihren Gläubigern so bald wie möglich mitteilen. Nur so können Schuldner vermeiden, dass ihre Situation noch weiter verschlechtert wird.

5. Falls Sie Fragen oder Bedenken bezüglich Ihrer finanziellen Situation haben, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Bankberater oder einem anderen Experten sprechen.

Tipps zur Schuldenreduktion

Selbst wenn Sie sich bereits in einer Schuldenspirale befinden, ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Versuchen Sie nicht, Ihre Schulden auf einmal abzuzahlen, – das kann schwierig sein und Sie könnten noch tiefer in die Schuldenspirale geraten. Sprechen Sie stattdessen mit Ihrer Bank oder Ihrem Kreditgeber: Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, die Zahlungen zu reduzieren oder zu strecken. Wenn alles andere scheitert, könnte eine Insolvenz helfen.

Was ist der Bellizismus? Erklärung, Bedeutung, Definition


Der Bellizismus befürwortet den Krieg und zieht ihn anderen Mitteln der Konfliktlösung vor. Er steht im direkten Gegensatz zum Pazifismus, der den Krieg grundsätzlich ablehnt. Die beiden Worte Pazifismus und Bellizismus sind Antonyme, bezeichnen also zwei direkt entgegengesetzte Haltungen. Pragmatische Politiker und Konfliktforscher lehnen beide Haltungen als übersteigert ab. Nach ihrer Auffassung sollten Staaten weder glauben, mit Krieg ihre Konflikte am effizientesten lösen zu können (Bellizismus), noch sollten sie anstreben, den Krieg um jeden Preis vermeiden zu müssen (Pazifismus).

Was bedeutet „Bellizismus“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung, Definition

Das Wort leitet sich vom lateinischen bellum für Krieg, von bellicosus = den Krieg betreffend und von bellicus = zum Krieg gehörig ab. Es tauchte ab den 1910er Jahren zunächst im Französischen als bellicisme auf. Die deutsche Übersetzung als Kriegsverherrlichung ist nicht ganz korrekt. Bellizisten verwenden zwar seit 1914, also dem Ausbruch des 1. Weltkrieges, die Kriegsverherrlichung als propagandistisches Mittel, um die Massen für ihre Kriegsführung zu mobilisieren, doch auf verantwortlichen Positionen als Politiker oder auch Militärs sind ihnen die prekären Folgen des Krieges auch für das eigene Volk durchaus bewusst. Allerdings rechnen sie sich noch mehr Vorzüge durch eine Kriegsführung aus, so die Eroberung fremder Staatsgebiete mitsamt der dortigen Ressourcen.

Kriegspropaganda funktioniert auch über 100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg nicht mehr so recht. Während sich damals noch junge Männer in Europa mit anfänglicher Begeisterung freiwillig zum Militär meldeten, fliehen bekanntlich im Jahr 2022 russische Männer vor der drohenden Einberufung, seit der russische Präsident Putin eine Teilmobilisierung ausrufen ließ. Bellizismus ist daher nicht propagandistisch, sondern relativ pragmatisch konnotiert. Bellizisten ziehen einfach den Krieg mühseligen, aber friedlichen Verhandlungen vor. Sie befürworten ihn allerdings dogmatisch. Es steht für sie außer Frage, dass eine Kriegsführung berechtigt ist. Die einzige Frage für sie ist, ob sie sich lohnt. In diesem Sinne wäre die Haltung des russischen Präsidenten Putin, die zum Angriffskrieg gegen die Ukraine geführt hat, dem Bellizismus zuzuordnen. Ein vielleicht noch besseres Beispiel für pragmatischen Bellizismus lieferte im Oktober 2022 der chinesische Staatspräsident Xi Jinping, der auf den Nationalen Volkskongress (ab 16.10.2022) klarstellte, dass man die Wiedervereinigung mit Taiwan anstrebe, und zwar nötigenfalls auch mit militärischen Mitteln.

Ursachen des Bellizismus

Bellizismus wird zwar naturgemäß auch von Militärs vertreten, doch seine eigentliche Ursache ist ein Kriegsenthusiasmus der Zivilgesellschaft. Für Teile europäischer Gesellschaften ist dies für die Jahre ab 1910 gut dokumentiert: Ernst Jünger beschrieb in seinem Buch „Stahlgewitter“ (erschienen 1920) seine eigenen Erfahrungen als Soldat im 1. Weltkrieg und verherrlichte diese als „reinigendes Bad im Stahlgewitter“.

Allerdings wäre Jünger nicht durch diesen Roman berühmt geworden, wenn er simplifiziert hätte. Vielmehr schildert er durchaus drastisch die Brutalität des Krieges, was dazu führte, dass manche Rezipienten den Roman sogar als Antikriegsbuch lasen. Dieses ist er jedoch – im Gegensatz zu „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque (erschienen 1922) – ausdrücklich nicht. Remarque, der ein Deutscher war und wegen seiner Solidarität mit den Franzosen seinen Namen von Merker zu Remarque umdrehte, lehnte den Krieg ausdrücklich ab. Eine Schlüsselszene seines Romans ist die Begegnung eines deutschen und französischen Soldaten in einem Bombentrichter: Die beiden Soldaten bekämpfen sich zunächst mit Messern. Als der Franzose unterliegt und stirbt, nimmt ihm der Deutsche (möglicherweise Remarque selbst, der als Soldat wie Ernst Jünger ebenfalls an der Front war) die Papiere ab, stellt den Namen, das Alter und den Beruf seines Gegners fest, erkennt ihn nun als Menschen und versteht die ganze Absurdität des Krieges.

Dieses Buch gilt als eine Bibel des Pazifismus, während „Stahlgewitter“ praktisch die Bibel des Bellizismus ist. Nun galt Bellizismus nach dem 2. Weltkrieg in großen Teilen der westlichen Gesellschaften als obsolet. Unter dem Eindruck des überwundenen Krieges und der nachfolgenden Aufrüstung der Ost- und Westmächte mit beginnendem Kalten Krieg bildete sich vielmehr eine sehr starke pazifistische Bewegung. Teilweise galt es fast als gesellschaftlicher Konsens, dass der Krieg um jeden Preis zu vermeiden sei. Dieser (nur scheinbare) Konsens schaffte es sogar bis in die Militärdoktrinen der Atommächte: Diese sehen nämlich vor, dass es zwar eine glaubhafte Abschreckung mit Atomwaffen geben müsse, dass aber dennoch ein Atomkrieg „unführbar“ sei, weil er die Menschheit auslöschen könnte. Auf diese Position zieht sich heute bisweilen sogar die russische Führung (wenig glaubhaft) zurück, wenn der Einsatz taktischer Nuklearwaffen in der Ukraine diskutiert wird. Doch in Wahrheit war bei allem medienwirksam inszenierten Pazifismus seit den 1950er Jahren der Bellizismus niemals verschwunden. Seine Anhänger schwiegen nur.

Bellizismus ist in Zivilgesellschaften verwurzelt, wie an modernen propagandistischen Aussagen im russischen TV abzulesen ist. Wie vor über 100 Jahren verherrlichen einige Protagonisten, die selbst nie im Krieg waren, diesen als Sinn- und Erziehungslehre. Das bedeutet: Bellizismus gehört wie Pazifismus zu den unausrottbaren Spielarten menschlichen Denkens. Es ist daher zu vermuten, dass es auch in westlichen Gesellschaften im Jahr 2022 Bellizisten gibt, die sich einen Erstschlag gegen Russland wünschen. Sie schweigen nur (bislang noch).

Bellizismus und Militarismus: Erklärung

Unter Militärs gibt es natürlich Bellizisten, doch sie dominieren keinesfalls das Denken in den Führungsebenen der Armeen. Vielmehr lehnte schon seit dem späten 18. Jahrhundert beispielsweise das preußische Offizierkorps die Idee eines Krieges als vermeintliches „Reinigungsbad des Volkskörpers“ mehrheitlich ab.

Seither, über alle bislang geführten Kriege hinweg und bis zur Gegenwart finden sich unter Offizieren und Soldaten die nüchternsten Betrachter tatsächlicher kriegerischer Handlungen. Sie wissen, dass im Kriegsfall zuerst ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht. Der Militarismus ist daher nicht mit dem Bellizismus gleichzusetzen. Militaristen verfolgen nur aus eigenen (auch ökonomisch determinierten) Interessen die Aufwertung des Militärs, wobei sie gern die Drohkulisse eines vermeintlichen oder tatsächlichen Feindes nutzen. Dennoch haben auch ihre Argumente in Teilen ihre Berechtigung. Wenn deutsche Militärs in den vergangenen Jahren vor einem Kaputtsparen der Bundeswehr gewarnt hatten, lagen sie nicht falsch, wie inzwischen die Gesellschaft erkennt.

Der Bellizismus der Zivilgesellschaft wiederum war schon seit dem frühen 19. Jahrhundert eine gegenaufklärerische Reaktion. Sie wurde von Intellektuellen angeführt, die sich gegen die Illusion von ewigem Frieden wehrten. Der deutsche Nationalökonom Max Weber (1864 – 1920) stellte dazu fest, dass der Krieg als realisierte Gewaltandrohung in der modernen politischen Gemeinschaft Pathos, Hingabe, bedingungslose Opfergemeinschaft und Gemeinschaftsgefühle auslöst, die zu einer quasi-religiösen Verbundenheit führen. Sigmund Freud (1856 – 1939) bestätigte diese Auffassung in seinem Essay „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ von 1921, in welchem er unter dem Eindruck des soeben beendeten 1. Weltkrieges feststellte, welch verbindendes Element für die Massen eine gemeinschaftliche aggressive Idee ist.

Freud stellte übrigens in diesem Kontext fest, dass in der heroisierten Masse die Intelligenz des Einzelnen sinkt – ein Phänomen, das nach wie vor auf gewalttätig ausartenden Demonstrationen oder auch in Fußballstadien zu beobachten ist.

Fazit: Was ist der Bellizismus?

Der Bellizismus lebt und dürfte sich gerade zu einer neuen Blüte entwickeln. Da er geistig nicht einfach zu überwinden ist, lässt dies für die kommenden Jahrzehnte nichts Gutes erwarten.

Was ist die Wohlstandsillusion? Erklärung, Bedeutung, Definition


Als Wohlstandsillusion wird das falsche Versprechen in entwickelten Gesellschaften bezeichnet, dass der Wohlstand beständig wächst und es deshalb Kinder stets zu etwas mehr Wohlstand bringen als ihre Eltern. Selbst wenn sie nur in etwa die berufliche Position der Eltern erreichen, werden sie damit mehr verdienen bzw. sich mehr Wohlstand leisten können als die Vorgängergeneration, so das Versprechen. Dies hat aber in Wahrheit in den letzten 100 Jahren immer nur phasenweise gestimmt.

In den USA warnten Soziologen schon in den späten 1980er Jahren davor, dass der „American Dream“ sich nicht ewig fortsetzen muss. Im deutschsprachigen Raum deutet sich seit den 2000er Jahren an, dass die Kinder es nicht mehr „einmal besser haben werden“ als ihre Eltern. Dies galt allenfalls bis in die frühen 1990er Jahre.

Was ist eine Wohlstandsillusion? Erklärung, Bedeutung, Definition

Den Begriff einer Wohlstandsillusion prägte maßgeblich die Journalistin und Autorin Julia Friedrichs mit ihrem 2021 erschienenen Buch „Working Class: Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können“. Sie griff damit ein brisantes Thema auf, das die Medien, die Politik und somit auch die breite Öffentlichkeit schon länger bewegte: Mangelnder Wohlstand ist heutzutage keinesfalls ein Problem von Arbeitslosen. Es gibt vielmehr sehr viele Menschen, die bei harter Arbeit sehr wenig verdienen.

Die Publikation von Julia Friedrichs ist ein Sachbuch. Sie interviewte Politiker, Ökonomen und vor allem diejenigen, die es betrifft: Angehörige der hart arbeitenden, wenig verdienenden Schichten von der Reinigungskraft über Callcenter-Agents, den Handwerker und den völlig unterbezahlten Freiberufler mit 80-Stunden-Woche bis hin zu Teilzeitkräften im Büro. Sie alle kämpfen tagtäglich um ein bisschen Wohlstand, häufiger um die Grundexistenz und manchmal auch gegen den Absturz. Es ist die Generation ab den Jahrgängen 1968 bis 1970, die den Babyboomern folgte und als erste Generation nach den späten 1940er Jahren ihre Eltern wirtschaftlich nicht mehr übertreffen kann. Das erscheint umso erstaunlicher bzw. prekärer, weil die Wirtschaft seit 2010 praktisch ununterbrochen wuchs. Dennoch besitzen die Jahrgänge zwischen 1970 und 2000 kaum Kapital bzw. Vermögen wie abbezahlte Immobilien.

Neue Working Class

Julia Friedrichs hat nicht nur den Begriff der Wohlstandsillusion, sondern auch den der neuen Working Class geprägt. Damit meint sie genau diejenigen, die es bei harter Arbeit zu nichts bringen. Nach ihren Recherchen zeichnete die Autorin ein bitteres Bild: Die Hälfte dieser Menschen fürchtet sich vor Altersarmut. Schlimm ist daran, dass diese Befürchtungen vollkommen berechtigt sind. O-Ton Friedrichs: „Sie strampeln tagtäglich, doch sie kommen niemals auf einen grünen Zweig.“ Der neuen Working Class rechnet Friedrichs rund 50 % der Berufstätigen in Deutschland zu. Dieser Anteil dürfte seit Mitte 2022 durch die explodierende Inflation noch steigen. Julia Friedrichs warnt vor den unausweichlichen fatalen Folgen für unsere Gesellschaft. Sie macht sich auch Gedanken darüber, was die Situation in den Betroffenen auslöst. Sie müssen nämlich unweigerlich erkennen, dass der von Kindesbeinen an versprochene Wohlstand eine Illusion bleiben muss. Diese Erkenntnis vergleicht die Autorin mit einem Menschen, der eine abwärts fahrende Rolltreppe hinaufsteigen möchte: Er kommt bei aller Mühe einfach nicht oben an. Auch das Bild vom stockenden Fahrstuhl bemüht sie, der nicht weiter aufwärts fährt. Ähnliche Metaphern sind auch von Ökonomen aus dem angloamerikanischen Raum bekannt. Sie heißen dort unter anderem „running to stand still“ und „broken elevator“.

Bestätigung durch Studien

Von der OECD und der Bertelsmann-Stiftung stammt eine im Dezember 2021 veröffentlichte Studie, welche die Lage der Mittelschicht beschreibt. Sie bestätigt das von Julia Friedrichs gezeichnete Bild. Für die genannten Generation gilt das Aufstiegsversprechen in Staaten mit sozialer Marktwirtschaft nicht mehr. In Deutschland beispielsweise ist die Mittelschicht inzwischen kleiner als vor 30 Jahren. Sie begann ab 1995 zu schrumpfen. Bis zur Gegenwart stagniert seither das verfügbare Einkommen, seit dem Ausbruch der Inflation ab Mitte 2022 sinkt es effektiv. Dies beeinträchtigt fühlbar den Lebensstandard fast aller Haushalte. Dem stehen die Leistungsfähigkeit der Jüngeren, der unverkennbare Boom der Wirtschaft, der Fachkräftemangel und die Investitionen in die Bildung gegenüber. All diese Faktoren müssten eigentlich genügen, um das Wohlstandsversprechen einzulösen. Es bleibt indes eine Illusion. Harte Fakten zum Thema kommen von Wirtschaftswissenschaftlern. Sie können belegen, dass nur noch höchstens 50 % aller Berufstätigen der Jahrgänge ab 1980 das Einkommen ihrer Eltern erreichen oder gar übertreffen. Erstaunlich, aber wahr: Gleichzeitig wuchs das Volkseinkommen in Deutschland seit 1980 um 53 %.

Wohlstandsillusion: Ursachen für die prekäre Lage

Die Hauptursache für Deutschland machen Ökonomen in den Reformen der Schröder-Regierung zwischen 1998 und 2005 aus. Die sogenannte Agenda 2010 mit ihren Hartz-IV-Reformen senkte zwar drastisch die Arbeitslosigkeit und förderte kräftig die Wirtschaft, doch sie führte auch dazu, dass Menschen immer häufiger in prekäre Arbeitsverhältnisse abwanderten. In anderen Staaten gab es ähnliche Entwicklungen, in Großbritannien schon unter der Thatcher-Regierung zwischen 1979 und 1990. Wenn aber Menschen erst einmal prekär arbeiten, also wahlweise zwischen mehreren Mini-Jobs pendeln oder in einem Beruf – auch als Selbstständige – für sehr wenig Geld sehr viel arbeiten, haben sie keine Ressourcen mehr, um sich nach einer besser bezahlten Beschäftigung umzusehen bzw. sich für diese zu qualifizieren. Die Arbeitgeber wissen das und praktizieren Ausbeutung bzw. setzen auf die Selbstausbeutung der Beschäftigten.

Woher kommt die Wohlstandsillusion?

Wie jede Illusion ist sie zu schön, um sie einfach abzulegen. Hinzu kommt, dass das Versprechen der Eltern an ihre Kinder, dass diese in noch größerem Wohlstand als sie selbst leben würden, bis Anfang der 1980er Jahre einigermaßen zu halten war. Es hatte sich mithin über drei Jahrzehnte als verlässlich erwiesen. Es gab auch keine äußeren Ereignisse wie einen Krieg oder eine wirklich verheerende Wirtschaftskrise, die dem entgegengestanden hätten. Bis heute (2022) wird die Illusion sogar nach wie vor von der Elterngeneration genährt, die vielfach nicht sehen will, wie schwer es die Nachkommen haben. Diese Eltern der Babyboomergeneration sind inzwischen 70 bis 80 Jahre alt. Für sie galt: Wer fleißig ist, bringt es zu etwas. Wer das nicht schafft, ist selbst schuld. Ihren Kindern fällt es schwer, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Dies desillusioniert die Kinder noch mehr.

Wohlstandsillusion: Gibt es einen Ausweg?

Das Versprechen, dass der Wohlstand für alle wie seit den 1950er Jahren stetig wächst, ist aus Sicht des Jahres 2022 unhaltbar. Der beste Ansatz dürfte sein, die Wohlstandsillusion konsequent abzulegen und sich den Tatsachen zu stellen. Doch jüngere Berufstätige sollten strikt darauf achten, sich nicht grenzenlos ausbeuten zu lassen. Arbeitgeber müssen lernen, dass Dumpinglöhne den Fachkräftemangel garantiert nicht beheben.

Was ist CBDC? Vorteile, Nachteile, Erklärung


CBDC steht für „Central Bank Digital Currency“. Es handelt sich um eine Kryptowährung der Zentralbanken. Diese wollen das rein digitale Bezahlen damit in die breite Öffentlichkeit tragen und gleichzeitig für die Stabilität einer solchen Kryptowährung sorgen, die prinzipiell dieselbe wie die des (konventionellen) FIAT-Geldes sein soll. Entsprechende Projekte laufen weltweit schon mindestens seit 2015.

Was ist CBDC? Erklärung, Ziele

Das elektronische Geld liegt auf Konten der Zentralbanken und soll einem größeren Personenkreis zur Verfügung stehen. Wenn CBDC vollkommen ausgebaut ist, könnten praktisch alle geschäftsfähigen Bürger*innen und alle Unternehmen bei der Zentralbank ein CBDC-Konto führen. Die Währung hätte alle Eigenschaften von Kryptowährungen und ließe sich selbstverständlich auch mit Mobile Apps und anonymen Guthabenkarten verwenden. Sie wäre für Sparanlagen geeignet, wenn sie die Stabilität des heutigen FIAT-Geldes (Euro, Dollar etc.) erreicht.

Bei den derzeitigen Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. ist das keineswegs der Fall, sie unterliegen enormen Wertschwankungen. Sie heißen Stablecoins und kommen aus der Privatwirtschaft, während das digitale Zentralbankgeld ausschließlich von Zentralbanken geschaffen werden soll. Es könnte dann wie das heutige Bargeld umlaufen. Die Berechtigung zu Emission hätte stets nur eine Zentralbank. Der Umlauf käme in Gang, indem Privathaushalte, Geschäftsbanken und Unternehmen das per Geldschöpfung erzeugte Buchgeld von Geschäftsbanken in digitales Zentralbankgeld tauschen. Die Geschäftsbanken müssten hierfür einen Teil ihrer Geldreserven in digitales Zentralbankgeld tauschen, das eine andere Form der Geldreserve neben dem Bargeld wäre. Nachfolgend könnte das digitale Zentralbankgeld im Zahlungsverkehr benutzt werden.

Organisation der CBDC-Konten

Die naheliegendste Möglichkeit der Organisation von CBDC-Konten wäre die Einrichtung einer Blockchain oder alternativ eines Directed Acyclic Graph bei der Zentralbank. Diese beiden Systeme sind sicher, die heutigen Kryptowährungen existieren damit. Doch es ist auch die Organisation als herkömmliche Datenbank denkbar. Die Kunden würden den Unterschied nicht bemerken: Sie hätten den digitalen Zugriff auf ihr Zentralbankkonto in ähnlicher Weise, wie sie heute schon auf ihr Konto bei einer traditionellen Geschäftsbank per Onlinebanking oder Kreditkarte zugreifen. Wenn sich CBDC durchsetzt, dürfte der Umgang mit dem digitalen Geld zunehmend per App organisiert werden, was aber nichts mit der digitalen Gelderzeugung und -verwaltung zu tun hat: Auch auf konventionelle FIAT-Konten können Menschen schon per App zugreifen, wenn sie es wünschen.

Welche Vorteile bietet CBDC?

  • Digitales Zentralbankgeld ist durch die Blockchain oder den DAG sicherer als FIAT-Geld.
  • Es unterliegt der zentralen Geldpolitik, was es im Gegensatz zu den Stablecoins als gesetzliches Zahlungsmittel geeignet macht.
  • Der Umgang damit entspricht dem digitalen Zeitalter. Bargeld gilt in vielen Ländern (beispielsweise in Skandinavien) längst als obsolet.
  • Mit CBDC würde der Bargeldverbrauch wahrscheinlich wirklich schrumpfen.
  • Der Währungsumlauf wäre damit effizienter zu kontrollieren, weil jede Geldbewegung in Echtzeit nachzuvollziehen ist.
  • CBDC würde die Vorherrschaft von Stablecoins beim Kryptogeld beenden und zur Währungsstabilität der Kryptowährungen beitragen. Damit könnten auch private Unternehmen mit hoher Finanzkraft wie Facebook mit der eigenen Kryptowährung Libra nicht mehr den Markt dominieren.
  • Die Abläufe sind wie bei jeder Kryptowährung schnell und effizient.

Nachteile: CBDC

Der Umgang mit der Technologie dürfte rein vom Handling her nur zögernd von alle Verbrauchern angenommen werden. Bisher nutzen auch nur sehr wenige Menschen Apps für Bezahlvorgänge.

  • Der Verwaltungsaufwand für die Konten könnte für die Zentralbanken sehr hoch werden. Immerhin benötigen die Kunden auch Support sowie Kredit- und Anlageberatung. Bislang übernehmen diese Rolle die lokalen Geschäftsbanken mit ihren vielen Beschäftigten.
  • Es dürfte in der Bevölkerung noch lange Zeit Vorbehalte gegen rein digitales Geld geben.

Zwei unterschiedliche Arten von CBDC

CBDC wird in zwei prinzipielle Arten unterschieden:

Wholesale CBDC: Dieses CBDC gibt die entsprechende Zentralbank ausschließlich an Geschäftsbanken und weitere Verwalter großer Vermögen als NBFI (Nichtbank-Finanzinstitution, beispielsweise Versicherung oder Rentenfonds) aus.

Retail CBDC: Das CBDC liegt bei der Zentralbank auf Kundenkonten vor. Die Kunden (Unternehmen, Privathaushalte, öffentliche Einrichtungen) können direkt darauf zugreifen.

Rein strukturell (unabhängig von der Technik der Geldgenerierung) würde Wholesale CBDC dem gegenwärtigen Bankensystem entsprechen. Die aktuelle Diskussion dreht sich aber überwiegend um Retail CBDC, das auch strukturell eine Innovation wäre. Es würde unter anderem das Gegenparteienrisiko der Insolvenz einer Geschäftsbank ausschalten und damit zum Beispiel die gegenwärtige Einlagensicherung überflüssig machen. Grenzüberschreitende Zahlungen würden deutlich billiger und liefen auch schneller ab, wenn das Geld nicht mehr den Umweg über eine Geschäftsbank nehmen müsste.

Fragen der Ausgestaltung von CBDC

Zentralbanken sehr vieler Staaten forschen zu CBDC. Allerdings sind die betreffenden Bemühungen in den digitalisierten Volkswirtschaften am weitesten fortgeschritten, in denen die informelle Wirtschaft ohnehin sehr ausgeprägt ist. Den Schritt zum vollkommen bargeldlosen System untersuchen die Zentralbanken mit Stand 2022 noch nicht. Sie wollen Bargeld lediglich digital ergänzen. Hierzu konzipieren sie auf unterschiedliche Weise ein hybrides System, in welchem CBDC eine bargeldähnliche Direktforderung gegenüber der Zentralbank darstellt. Die kundenbezogenen Aktivitäten wickelt jedoch der Privatsektor ab.

Ein wichtiger Punkt bei der Ausgestaltung des CBDC ist die Einführung von Zinsen auf Kredite und Guthaben. Dieser Punkt ist keinesfalls selbstverständlich, denn wenn CBDC praktisch ein digitaler Bargeldersatz sein soll, dürfte es nicht verzinst werden: Auch Bargeld läuft zinsfrei um. Wenn es Zinsen auf das CBDC gibt, stellt sich die Frage nach ihrer Höhe. Sie könnten beispielsweise dem Einlagesatz bei den Zentralbanken entsprechen, doch vielleicht müsste auch für CBDC ein neuer Leitzinssatz definiert werden. In jedem Fall entfiele das Zinsgeschäft der Geschäftsbanken, die Geld von der Zentralbank günstiger bekommen und es als Kredit teurer verleihen. Doch es wäre zu hinterfragen, mit welchen Zinsen Sparer rechnen könnten. Denkbar wäre, dass die Zentralbank CBCD zu einem gewissen Zinssatz für die Sparer anlegt und zu einem etwas höheren Zinssatz verleiht. Damit würde sie wie eine riesige Geschäftsbank fungieren.

Eine zweite wichtige Frage ist die nach der Möglichkeit, CBDC auf den Kundenkonten zu erzeugen. Dies müsste der Zentralbank vorbehalten sein. Sie könnte damit eine Art Helikoptergeld bzw. Quantitative Easing für normale Kontoinhaber vergeben. Die dritte wichtige Frage ist die der Verrechnung von CBDC mit FIAT-Geld, solange Letzteres noch existiert. Eine Variante lautet, dass CBDC in FIAT-Geld 1:1 konvertierbar ist, was im Sinne der Währungsstabilität zu begrüßen wäre. Doch es könnte sich auch ein Wechselkurs bilden. Die dritte Möglichkeit wäre die Einführung einer Höchstgrenze für die 1:1-Konvertierung. Dies liefe auf ein völlig neues Geldsystem hinaus. Auch die Frage der anonymen Zahlungen stellt sich, wie sie heute mit Bargeld völlig unproblematisch möglich sind. Da CBCD komplett digital verwaltet wird, könnte für anonyme Zahlungen eine Höchstgrenze festgelegt werden, was Geldwäsche im großen Stil erschweren oder ganz unterbinden würde. Wenn die Zentralbank auf den bei ihr geführten CBDC-Konten Geldwäsche feststellen würde, könnte sie diese direkt sanktionieren.

Verbreitung: CBDC

Auf den Bahamas wurde schon der Sand Dollar, in Kambodscha der Bakong als CBDC-Geld vollständig eingeführt. In anderen Staaten gab oder gibt es Pilotprojekte oder sehr fortgeschrittene Untersuchungen zur Thematik. Hier ein Überblick (Stand: November 2022):

  • Bahamas: Sand Dollar, vollständig eingeführt seit 2020
  • Kambodscha: Bakong, vollständig eingeführt seit 2021
  • Ostkaribische Währungsunion: DCash, Pilotprojekt seit 2021
  • China: e-CNY, Pilotprojekt seit 2020
  • Uruguay: e-Peso, Pilotprojekt von 2017 bis 2018
  • Kanada: Jasper, nur als Wholesale CBDC für Interbankenzahlungen seit 2021
  • Südafrikanische Republik: Khokhag, nur als Wholesale CBDC für Interbankenzahlungen seit 2020
  • Schweden: e-Krona, Pilotprojekt seit 2020
  • Ukraine: E-Hrywnja, Pilotprojekt seit 2018

Eine Umfrage stellte im Jahr 2021 fest, dass 80 % aller Zentralbanken der Welt an CBDCs arbeiten und 40 % schon Proof-of-Concept-Tests durchführen. Der e-Euro wird durch die EZB noch bis 2023 geprüft. Schon Mitte 2021 stellte sie fest, dass es hierfür keine technischen Hindernisse gibt. Gegenwärtig untersucht sie noch die Auswirkungen auf die Märkte, Händler und Bürger sowie die nötigen Voraussetzungen für die Gesetzgebung. Schon seit 2020 laufen mehrere Projekte der EIB (Europäische Investitionsbank), welche die Ausgabe, Übertragung und Kontrolle von CBDC, Smart Contracts und Wertpapier-Token testen. In Thailand wurde noch kein CBDC eingeführt, jedoch hat die Zentralbank dessen mögliche Auswirkungen sehr umfangreich untersucht und hierzu im April 2021 einen Bericht veröffentlicht.

Mögliche Finanzstabilität durch CBDC

Zentralbanken interessiert vorrangig die Frage, ob im Krisenfall CBDC die Stabilität des Finanzsystems eher stärkt oder schwächt. Zu erwarten wäre, dass im Krisenfall Geldmarktakteure (Unternehmen, Privatleute, öffentliche Hand) ihre FIAT-Bankeinlage und Bargeld in großem Stil in CBDC umschichten, weil diese Anlageform garantierte Sicherheit durch die Zentralbank verspricht. Dies könnte zu einem Liquiditätsrisiko für Geschäftsbanken und möglicherweise sogar zu Währungsturbulenzen führen, muss es aber nicht. Darauf weist die BoE (Bank of England) hin. Die dortigen Experten sind der Auffassung, dass es lediglich einer konkreten Ausgestaltung des Wechsels von FIAT-Geld in CBDC bedarf, um die genannten Risiken zu minimieren.

Auch der EZB-Experte Ulrich Bindseil weist darauf hin, dass es diesen Effekt der Umschichtung zu sicheren Banken bereits gibt. Daher würde digitales Zentralbankgeld keine prinzipiell neue Situation schaffen. Vor allem bei einer unbegrenzten 1:1-Konvertierung von FIAT-Geld zu CBDC gäbe es überhaupt kein Risiko der Instabilität an den Finanzmärkten, da sich an der umlaufenden Geldmenge durch die Umschichtungen gar nichts ändern würde.

Fazit: Was ist CBDC?

Die weltweite Einführung von CBDC könnte noch mindestens zehn Jahre oder länger dauern. Sie scheint aber angesichts der digitalen Durchdringung aller Wirtschafts- und Finanzkreisläufe unausweichlich.

Warum ist der deutsche Pass so mächtig? Erklärung


Die Agentur Henley & Partner ermittelt jährlich die mächtigsten Reisepässe der Welt. Beim Visa-Free-Score wird berücksichtigt, ob man ohne Visa einreisen kann, ein Visa On Arrival ausgestellt bekommt oder unkompliziert online ein Visum beantragen kann, welches nicht von der Regierung genehmigt werden muss. Somit können Länder natürlich die gleiche Anzahl an visafreien Ländern besitzen und sich einen Platz im Ranking teilen. Eine zweite Rangliste, die auf der Seite der Agentur Henley & Partner zu finden ist, berücksichtigt beim Ranking zusätzlich den Human Development Index (HDI), welcher den Lebensstandard der Bevölkerung im Land widerspiegelt. Ein höherer HDI führt zu einem besseren Platz im Ranking.

Die mächtigsten und schwächsten Reisepässe auf der Welt

Auf Platz eins im Henley Passport Index liegt Japan mit 193 visafreien Ländern, gefolgt von Singapur und Südkorea mit 192 visafreien Ländern. Deutschland belegt gemeinsam mit Spanien Platz drei mit 190 visafreien Ländern. Auf Platz vier folgen Finnland, Italien und Luxemburg und auf dem fünften Platz liegen Österreich, Dänemark und die Niederlande. Überhaupt sind viele europäische Länder sehr weit oben im Ranking vertreten.

Den letzten Platz im Ranking belegt hingegen Afghanistan, denn mit diesem Pass können gerade einmal 27 Länder visafrei bereist werden. Gefolgt wird das Land vom Irak, Syrien, Pakistan und dem Jemen. Was hierbei auffällt ist, dass diese Länder im Global Peace Index genauso auf den hinteren Rängen zu finden sind, wie im Passport Index.

Die Global Passport Power Bank auf der Website Passport Index
Die Website Passport Index wird von der Beratungsfirma Arton Capital betrieben. Diese analysieren regelmäßig die Visabestimmungen. Ihre Informationen beziehen sie dabei von den offiziellen Regierungsseiten und eigenen Recherchen bei glaubwürdigen Quellen. Hierbei gilt als visafrei, wenn man entweder ohne Visa in ein Land einreisen kann, bei Ankunft ein Visum ausgestellt bekommt oder online ein nicht genehmigungspflichtiges Visum unkompliziert beantragt. In diesem Ranking steht nicht wie erwartet Japan oder Singapur auf Platz eins, sondern die Vereinigten Arabischen Emirate mit 177 visafreien Ländern. Aber auch in diesem Ranking befindet sich Deutschland in der Spitzengruppe. Den zweiten Platz mit 173 visafreien Ländern teilt sich Deutschland mit Finnland, Schweden, Luxemburg, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südkorea und Italien.

Die Unterschiede zwischen dem Henley Passport Index und der Global Passport Power Bank

Der Unterschied liegt darin, welche Territorien als Staaten gelten, und wie viele Länder und Territorien überhaupt berücksichtigt wurden. In das Ergebnis der Global Passport Power Bank flossen 199 Einreisebestimmungen von Ländern und Territorien ein. Im Henley Passport Index wurden hingegen 199 verschiedene Reisepässe mit 227 Reisezielen abgeglichen.

Länder für die deutsche Staatsbürger ein Visum vorab beantragen müssen
Laut den Angaben der Website Passport Index sind es aktuell 25 Länder, für die deutsche Staatsbürger ein Visum vorab beantragen müssen. Zu diesen Ländern zählen neben vielen Ländern in Zentralafrika, unter anderem auch China, Russland und Myanmar.

Zudem ist es möglich, dass man trotz visumfreier Einreise ein Visum benötigt. Vor jeder Reise sollte man sich auf der Seite des Auswärtigen Amtes über die aktuell geltenden Einreisebeschränkungen des Landes informieren. Es gibt zum Beispiel Länder, die eine visafreie Einreise lediglich für 14 Tage erlauben. Für Aufenthalte, die über diesen Zeitraum hinaus gehen, muss vorab ein Visum beantragt werden. Beziehungsweise ist es unter Umständen möglich, im Reiseland die Aufenthaltsdauer bei einer Behörde verlängern zu lassen. Neben der Dauer kommt es auch auf die Art der Einreise an. Beabsichtigt man im Land zu arbeiten oder zu studieren, muss sehr wahrscheinlich ein spezielles Visum für diesen Aufenthalt beantragt werden.

Gründe für den starken deutschen Reisepass

Deutschland pflegt in der Welt sehr gute politische Beziehungen. Zudem spielt der hohe Lebensstandard eine weitere Rolle, weshalb der deutsche Reisepass weltweit ein hohes Ansehen besitzt. Innerhalb Europas wurden zudem durch das Schengen Abkommen die Grenzkontrollen nahezu abgeschafft und Europäer können frei durch den Kontinent reisen.

Der deutsche Reisepass: Beantragung und Kosten

Der Antragsteller muss die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Zudem benötigt man ein biometrisches Foto und den Personalausweis beziehungsweise bisherigen Reisepass. Bei der Antragstellung werden die Fingerabdrücke genommen und es muss eine Unterschrift geleistet werden.

Der Reisepass kostet für Personen ab 24 Jahren 60 Euro (10 Jahre gültig) und unter 24 Jahren (6 Jahre gültig) 37,50 Euro. Ein Kinderreisepass ist 12 Monate gültig und kostet 13 Euro. Wer sofort einen Reisepass benötigt, kann sich einen vorläufigen Reisepass ausstellen lassen, welcher 26 Euro kostet und eine Gültigkeit von 12 Monaten besitzt. Ein Reisepass mit 48 Seiten kostet 28 Euro zusätzlich. Besonders teuer ist der Reisepass im Express-Bestellverfahren. Dieser kostet die doppelte Grundgebühr zuzüglich 32 Euro.

Der Reisepass kann im Bürgeramt am Hauptwohnsitz beantragt werden. Es ist auch möglichen einen Reisepass in einem anderen Ort in Deutschland zu beantragen, dafür müssen aber triftige Gründe vorliegen. Zudem können Zusatzgebühren auf den Antragsteller hinzukommen. Personen, die sich gerade im Ausland befinden und einen Reisepass benötigen, wenden sich an die zuständige deutsche Vertretung im Ausland. Hier ist es möglich, einen Reisepass zu beantragen, was aber zusätzliche Gebühren verursacht.

Was sind Autoposer? Ist das verboten? Erklärung, Psychologie, Bedeutung


Autoposer sind Menschen, die mit leistungsstarken und partiell unzulässig getunten Fahrzeugen am Straßenverkehr teilnehmen. Sie fallen durch prahlerisches Verhalten auf. Autoposer sind besonders lautstark unterwegs und fahren wiederholt bestimmte Routen ohne konkrete Destination ab. Der erzeugte Lärm stellt für Anwohner eine Belästigung dar. Nicht selten geraten Autoposer in das Visier der Polizei. Bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung drohen den Posern empfindliche Bußgelder, Punkte im Fahreignungsregister und sogar Strafanzeigen.

Was bedeutet „Autoposer“? Bedeutung, Herkunft, Definition, Erklärung

Das Wort „Poser“ leitet sich von dem englischen Begriff „to pose“ ab und bedeutet übersetzt „sich geben als“. Poser ist eine abwertende Bezeichnung für Personen, die mit zur Schau gestelltem Verhalten oder mit extremen Merkmalen bewusst auffallen wollen. Der Ursprung des Begriffs Autoposer geht auf einen Winterthurer Polizisten zurück, der protzende Fahrer mit lauten Fahrzeugen so betitelte. Anschließend verbreitete sich der Begriff in Zürich und schließlich auch über die Grenzen hinaus.

Diese Probleme verursachen Autoposer:

Neben der enormen Lärmbelästigung stören Autoposer häufig den Verkehrsfluss und tragen zur Bildung von Staus bei. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen verursacht mehr Abgase und belastet somit die Umwelt. Die Polizei errichtet vielerorts spezielle Verkehrskontrollen, um Autoposer zu entlarven. Hierbei achten sie auf besonders laute Fahrzeuge und nicht erlaubte Umbauten. Bei bestimmten Verstößen drohen dem Autoposer empfindliche Strafen.

Strafen / Sanktionen für Autoposer: Ist Autoposing strafbar?

Der Gesetzgeber definiert in der Straßenverkehrsordnung (StVO) Regeln und Vorschriften für die Teilnahme am Straßenverkehr. Die Vorschriften aus § 1 StVO reglementieren, dass jegliche Belästigung der anderen Verkehrsteilnehmer zu vermeiden ist. Illegales Tuning führt dazu, dass die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erlischt. In einigen schweren Fällen kann das Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen und stillgelegt werden.

Der Bußgeldkatalog sieht folgende Sanktionen für Autoposer vor:

  • Das Verursachen unnötigen Lärms wird mit einem Bußgeld von 80 Euro geahndet
  • Ebenfalls 80 Euro sind fällig, wenn Autoposer mit ihrem Fahrzeug vermeidbare Abgasbelästigung verursacht haben
  • Die Belästigung anderer durch unnützes Hin- und Herfahren kostet den Autoposer 100 Euro
  • Bei Inbetriebnahme des Fahrzeugs nach erloschener Betriebserlaubnis werden 50 Euro fällig
  • Bei Gefährdung der Verkehrssicherheit nach nicht erlaubter Inbetriebnahme zahlt der Beschuldigte 90 Euro und erhält einen Punkt im Fahreignungsregister
  • Bei Beeinträchtigung der Umwelt nach nicht erlaubter Inbetriebnahme sind 90 Euro Bußgeld fällig

Strafrechtliche Konsequenzen

In Einzelfällen kann das Verhalten von Autoposern strafrechtlich relevant sein. Häufig zur Strafanzeige gebrachte Vergehen sind:

  • Drogen oder Alkohol am Steuer
  • Geschwindigkeitsübertretungen
  • Illegale Autorennen

Nehmen Autoposer nach erloschener Betriebserlaubnis trotzdem mit dem Fahrzeug am Straßenverkehr teil, begehen sie eine Straftat. Ohne geltende Betriebserlaubnis ist die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht gültig. Wer ein Fahrzeug ohne Betriebserlaubnis bewegt, begeht einen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Hierbei handelt es sich um eine Straftat. Diese wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren sanktioniert. Additiv droht dem Beschuldigten der Entzug seiner Fahrerlaubnis sowie zwei bis drei Punkte im Fahreignungsregister.

Autoposer – allgemeines Fazit

Autoposer sind Personen, die mithilfe ihres Fahrzeugs auffallen wollen. Häufig verstoßen sie aufgrund von Lärm- und Umweltbelastung gegen die Straßenverkehrsordnung. Zusätzlich beeinträchtigen sie andere Verkehrsteilnehmer. Die Polizei geht inzwischen entschlossen gegen Autoposer vor. Bei nicht erlaubten Tuning erlischt die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug. Wer trotzdem mit dem Fahrzeug am Straßenverkehr teilnimmt, muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren rechnen.

Was ist ein Systemrivale? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Systemrivale“ wird vorrangig im politischen Kontext benutzt: Demnach sind Staaten Rivalen zum eigenen System, wenn sie um die gleichen Ressourcen, Märkte und Einflussbereiche mit einem annähernd gleichen Potenzial konkurrieren. Diese Rivalität führt zu Spannungen, die sogar zu kriegerischen Auseinandersetzungen führen können, aber nicht müssen. Ein gutes Beispiel liefert aus Sicht der EU und der USA der Systemrivale China. Auch in anderen Zusammenhängen gibt es systemische Rivalitäten, wenn sich etwa zwei Kandidaten mit fast identischen Voraussetzungen um denselben Job oder zwei Firmen um denselben Auftrag bewerben.

Der Systemrivale China

Am Beispiel von China lässt sich am ehesten veranschaulichen, wie eine systemische Rivalität beschaffen ist. Die Europäische Union bzw. ihre Kommission betrachtet seit einigen Jahren das Reich der Mitte als Systemrivalen. Die EU-Außenminister unterstützen einhellig diesen Gedanken. Diese Position vertritt die EU spätestens seit 2010. Sie hat sich noch mehr verfestigt, seit China ab 2013 den Ausbau der neuen Seidenstraße vorantrieb und seit 2022 mit aggressiver Rhetorik darauf verweist, dass es keine Alternative zur Wiedereingliederung von Taiwan gibt, die man nötigenfalls auch militärisch durchsetzen werde.

Gleichzeitig bleibt China ein wichtiger Verhandlungs- und Wirtschaftspartner der EU. Deutsche Autokonzerne erwirtschaften teilweise bis zu 30 % ihres Gesamtumsatzes auf dem chinesischen Markt. Auch als Lieferant von Vorprodukten bleibt China unverzichtbar. Das ist das typische an Rivalen: Sie verfügen über Fähigkeiten, die sich durchaus nutzen lassen. Sie konkurrieren aber auch wirtschaftlich um Märkte und eine technologische Führungsposition. Im Falle von China kommt noch hinzu, dass Peking alternative Modelle der Governance fördert. Hohe chinesische Beamte, die schon häufiger auch bei EU-Ratstagungen zu Gast waren, bestätigen den Ansatz prinzipiell. So räumte vor einigen Jahren der chinesische Außenminister Wang Yi auf einer dieser Tagungen ein, dass sein Land und die EU in einem „gewissen Wettbewerb zueinander“ stünden. Er betonte gleichzeitig die gegenseitigen Vorteile einer engen Kooperation vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet.

Besorgnis in der EU

Hochrangige EU-Diplomaten und -Beamte waren schon vor Jahren besorgt über eine mögliche Zusammenarbeit von chinesischen Unternehmen mit den Pekinger Geheimdiensten. Dabei steht besonders der Telekommunikationsriese Huawei im Fokus, der in den USA inzwischen strengsten Restriktionen unterliegt. Wang hatte vor einiger Zeit die Europäer dazu aufgerufen, nicht dem US-Vorbild zu folgen. Huawei solle weiter Zugang zu europäischen Märkten erhalten. Der chinesische Außenminister bezeichnete die Anschuldigungen gegen das Unternehmen als unbegründet und politisch motiviert. Doch die Verdachtsmomente gegen Huawei haben seither eher noch zugenommen. Eine Verweigerung der hiesigen Märkte oder zumindest bestimmter Teilmärkte (wie etwa dem LTE-Ausbau) wäre auch aus wirtschaftlicher Sicht zu begründen, denn europäische und amerikanische Unternehmen haben es ihrerseits auf dem chinesischen Markt ebenfalls sehr schwer. Sie unterliegen einerseits Zugangsbeschränkungen und müssen andererseits einen erzwungenen Technologietransfer hinnehmen.

Verhandlungen über die systemische Rivalität

Typischerweise lässt sich mit einem Systemrivalen durchaus verhandeln, solange die Fronten nicht verhärtet sind. Es geht um Rivalität, mithin um Konkurrenz, die bekanntlich das Geschäft belebt, aber nicht unbedingt um Feindschaft. In den vergangenen Jahren hatten Vertreter der EU und Chinas immer wieder betont, dass sie positiv und freundlich miteinander diskutieren und strittige Punkte herausarbeiten wollten, um diese dann in Verhandlungen zu bereinigen. Die beiderseitigen Beziehungen sollten demnach fair, respektvoll, ausgewogen und gegenseitig vorteilhaft bleiben. Allerdings lösen sich die Intentionen solcher Statements spätestens seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges und der nachfolgenden engeren Bindung zwischen China und Russland allmählich in Luft auf. Es droht eine Verschärfung der Rivalität bis hin zur offenen Feindschaft.

Schon in den letzten Jahren hatte die EU ihre Haltung gegenüber China verschärft. So wurden Handelsschutzinstrumente durch die europäische Seite verstärkt, um den chinesischen Staatssubventionen entgegenzuwirken. Auf Drittmärkten etwa in Afrika und Asien, wo chinesische und europäische Unternehmen direkt miteinander konkurrieren, will die EU-Kommission die Beschaffungsinstrumente so gestalten, dass EU-Firmen durch gemeinsame Einkäufe einen höhere Verhandlungsmacht erzielen. Diese Intention hat sich seit dem Ausbruch der Energiekrise im Jahr 2022 noch deutlich verstärkt. Ein Beispiel ist der angestrebte EU-Gaspreisdeckel. Ob sich die Europäer damit durchsetzen, bleibt indes abzuwarten: Der Systemrivale China könnte auf dem Weltmarkt einfach höhere Preise für das Gas anbieten und damit die einheimische Wirtschaft stärken, während europäische Unternehmen mangels Gas schlimmstenfalls die Produktion drosseln müssen.

Wer hat bei der systemischen Rivalität die Nase vorn?

Auch wenn es Europäer nicht gern wahrnehmen wollen: Es sieht derzeit so aus, als ob China durchaus das Rennen machen könnte. Schon seit Jahren liegt das Handelsdefizit gegenüber China bei über 20 Milliarden Euro, derweil Peking die eigene Wirtschaft gegen ausländische Investoren vielfach abschirmt. Zwar kommen aus China immer wieder Versprechungen, dass sich das ändern soll, doch diese sind mangels nachfolgenden Taten unglaubwürdig. Die Europäer trifft das hart, hielten sie doch über Jahrzehnte ihr eigenes Wirtschaftssystem für deutlich überlegen. Die Chinesen räumen ein, dass sie zu ökonomischen Fragen teilweise ganz andere Ansichten vertreten, die den ohnehin unvermeidlichen Wettbewerb noch verschärfen könnten. Auf den Punkt gebracht: Protektionismus ist aus chinesischer Sicht völlig normal, während die Europäer ihn am liebsten ganz abschaffen würden und die USA ihn bedarfsweise (so unter Donald Trump) einsetzen. Der moralische Zeigefinger nutzt nur den Europäern nicht viel. Protektionisten können durchaus wirtschaftliche Vorteile erlangen. Bei China sieht es aktuell so aus.

Rivalität und Kooperation

Zu einer gesunden, nicht feindseligen Rivalität gehört in Teilen immer auch Kooperation. So sind sich die EU und China bei umweltpolitischen Themen weitgehend einig, in der Geopolitik gibt es viele positive Anknüpfungspunkte. China will genau wie die EU ein iranisches Atomabkommen, will den Klimawandel bekämpfen, fördert stark die Elektromobilität, strebt eine nachhaltige Entwicklung an und unterstützt auch heute noch (2022) prinzipiell eine multilaterale, regelbasierte Weltordnung. Die WHO wollen China und die EU gemeinsam reformieren. Die außenpolitische Haltung gegenüber Staaten wie Nordkorea, Venzuela und Afghanistan ist nahezu deckungsgleich. Auch wenn China der wichtigste Handelspartner Nordkoreas ist, befürwortet es keineswegs dessen militärische Muskelspiele. Am Fall von Putins Russland könnten sich nun allerdings die Geister scheiden. Chinesische und russische Truppen führten im September 2022 das gemeinsame Militärmanöver Wostok 2022 durch, was westliche Militärs und Diplomaten mit großer Sorge betrachteten. Schon werden Befürchtungen laut, dass aus einer gesunden systemischen Rivalität doch eine Feindschaft werden könnte.

Was bedeutet „schockverliebt“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Schockverliebt“ bedeutet, dass zwei Menschen sich auf den ersten Blick sofort in einander verliebt haben. „Schockverliebt“ kann aber auch so verstanden, dass jemand sich in etwas verliebt hat.

Was bedeutet „schockverliebt“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Ausdruck „Schockverliebt“ ist synonym mit „Liebe auf den ersten Blick“.

Der Ausdruck „Schockverliebt“ ist ein Kofferwort aus den Worten „Schock“ und „verliebt“. Ein Schock ist eine plötzliche Veränderung des körperlichen Zustands. Im Kontext der Medizin wird ein „Schock“ als lebensbedrohlicher Zustand beschrieben. In der Alltagssprache spricht man von einem Schock, wenn etwas plötzlich und unerwartet geschah und überraschte.

Das Wort „Schockverliebt“ kann also so verstanden werden, dass zwei Menschen sich plötzlich und erwartet verlieben. Außerdem kann „schockverliebt“ so verstanden werden, dass man oder jemand sich plötzlich und unerwartet in etwas verliebt hat. (Z.B. in ein neues Buch, ein Lied, etc.)

„Schockverliebt“ ist aber auch ein Oxymoron. Das bedeutet, dass die beiden Worte sich eigentlich widersprechen. Denn wer unter „Schock“ steht oder geschockt wurde hat alles andere als Verliebtheitsgefühle.

Der Duden kennt das Wort „schockverliebt“ auch und erklärt, dass der Ausdruck gebraucht wird um emotional zu verstärken.

Schockverliebt: Eric Philippi

Der Ausdruck „schockverliebt“ wurde das gleichnamige Lied vom deutschen Schlagersänger Eric Philippi in Deutschland populärer gemacht. Der Ausdruck existiert schon seit wenigen Jahrzehnten in der deutschen Sprache.

Im Lied „Schockverliebt“ singt Eric Philippi über den Zustand des Schockverliebt-Seins. Er singt darüber, dass man den anderen nicht aus dem Kopf kriegt, dass man sich ganz viel Zeit allein mit der anderen Person wünscht und dass es schon nach dem ersten Blick um einen geschehen ist.

Das Debütalbum von Eric Philippi heißt „Schockverliebt“. Es erschien im September 2021. Eine Single aus dem Album trägt den gleichen Namen „Schockverliebt“. Das Album „Schockverliebt“ war drei Wochen in der Top 100 der Deutschen Albumcharts. Der höchste Platz des Albums war der 13. Platz.

Im Oktober 2022 hatte Eric Philippi mit seiner Single „Schockverliebt“ einen Auftritt in der Sat.1-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“.

Mit „Schockverliebt“ trat Eric Philippi unter anderem bei „Die Schlager des Sommers 2022“ und „Die große Schlagerstrandparty 2022“ auf.

Wer ist Eric Philippi?

Eric Philippi wurde am 2. Januar 1997 in Saarbrücken, Saarland, geboren. Er ist nicht nur Schlagersänger, sondern auch Trompeter und als Produzent aktiv. In seiner Jugend war Eric Philippi unter anderem Mitglied des „Jugendjazzorchesters Saar“.

Eric Philippi begann erst eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker unterbrach diese aber um seine musikalische Karriere zu verfolgen. 2015 gewann er den Nachwuchs-Wettbewerb (Newcomer) von Radio Salü.

Weitere Bedeutung zu Schockverliebt

In einer Werbung von Chocomel im Herbst 2022 wurde der Ausdruck „chocverliebt“ verwendet. „Chocverliebt“ ist sowohl angelehnt an „Schockverliebt“ als auch den Produktnamen „Chocomel“.

Allgemein kann der Ausdruck „Chocverliebt“ so verstanden werden, dass man in Schokolade oder Schokoladenmilch verliebt ist oder diese liebt.

Was ist der „Sober October“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Beim „Sober October“ geht es darum im ganzen Monat Oktober keinen Alkohol zu trinken.

Was ist der „Sober October“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das englische Wort „sober“ bedeutet auf deutsch „nüchtern“. Übersetzt auf deutsch bedeutet „Sober October“ also „Nüchterner Oktober“.

Regeln für den „Sober October“:

Es gibt nur eine Regel:

1. Trink keinen Alkohol im Oktober.

Trinke kein Bier, verzichte auf Wein. Verzichte auf Mixgetränke. Verzichte auf Schnaps. Bleib trocken!

Geh trotzdem auf Partys und zu Freunden. Bleibe hart, wenn dir Alkohol angeboten wird. Lerne „Nein“ zu sagen.

Warum sollte man beim „Sober October“ mitmachen? Gründe

Alkoholkonsum kann problematisch werden, ohne das man es merkt. Eine Pause von wenigen Wochen – ähnlich wie das Fasten – kann die eigene Wahrnehmung des Trinkverhaltens ändern. Die Zeit des „Sober October“ sollte daher dafür genutzt werden, dass eigene Wohlbefinden und die eigenen Gewohnheiten zu reflektieren.

Der größte Vorteil beim „Sober October“ ist, dass man am Tag nach einer Party keinen Kater hat und nicht ausnüchtern muss. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass man keinen Filmriss (Blackout) hatte.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der eigene Körper vom Krafttraining uneingeschränkt profitieren kann, da Wachstumsphasen nicht durch Alkohol unterbrochen werden.

Wer am „Sober October“ teilnimmt, lernt „Nein“ zu sagen. Denn man wird ziemlich viele Angebote ablehnen müssen.

Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, hinterfragt, warum er oder sie überhaupt Alkohol braucht: Dient er der Entspannung, zum Aufdrehen oder zum Locker werden? Falls ja, sollte sofort die nächste Frage gestellt werden: Warum schaffe ich das nicht ohne Flasche? Was hemmt mich?

Ein weiterer Grund für die Teilnahme am Sober October ist, dass man Geld spart. Man gibt nämlich kein Geld mehr für alkoholische Getränke aus.

Auf Alkohol zu verzichten, verbessert die Ernährung. Alkohol ist nicht besonders Nährstoffreich und was man im angetrunkenen Zustand so zu sich nimmt, ist es meistens auch nicht. (Es ist meistens schön fettig.)

Letztlich ist Nüchternheit auch Self-Care.

Sober October: Nüchtern im Club

Wer nüchtern feiern wird, wird seine Freunde und die Anwesendenen im Club anders wahrnehmen.

Anmerkung der Redaktion: Der Autor war einmal nüchtern im Club. Was man nüchtern für Gerüche wahrnimmt, ist nicht schön. Die Leute stanken schlimm nach Schweiß. Gespräche mit Betrunkenen machen wenig oder viel Spaß. Entweder die Leute sind lustig und benehmen sich wie Kinder oder sie sind schon so zu, dass sie einen Kontrollverlust erleiden oder aggressiv werden.

Gesundheitliche Gründe für den Sober October:

Wer auf Alkohol verzichtet, nimmt seinen Körper anders und besser wahr. Die meisten kennen es nämlich, dass es manchmal gar nicht so leicht ist angetrunken zu entscheiden, dass man jetzt mit dem Trinken aufhört. In Folge trinkt man eher zu viel.

Alkohol macht dick! Alkohol enthält viele Kalorien und regelmäßiger Konsum zeigt sich dann entsprechend am Gewicht. Bei Männer gibt es hier den berühmtem Bierbauch.

Verzichtest du (einige Wochen) auf Alkohol, so wird sich deine Haut verbessern. Sie wird gesünder aussehen. Dein Immunsystem wird stärker. Denn Alkohol dehydriert den Körper.

Der Verzicht auf Alkohol kann die psychische / geistige Gesundheit steigern. Jemand kann emotional stabiler werden. Auch das Gedächtnis kann besser werden.

Der Schlaf wird durch Alkohol gestört und ist weniger erholsam. Wer nüchtern zu Bett geht, wird wesentlich erholter aufwachen.

Ferner gilt, dass zu viele Menschen an einer Alkoholvergiftung sterben oder Alkoholiker werden. Dies zu verhindern, sollte Ziel der Gesellschaft sein.

Unterm Strich gilt: Jeden Tag an den man keinen Alkohol trinkt, ist ein guter Tag für die Gesundheit.

Siehe auch:

Ursprung von Sober October

Die Idee und das Vorhaben des „Sober October“ geht auf eine australische Initiative und Spendensammlung zurück. Diese hatte das Ziel, dass die Teilnehmer einen Monat keinen Alkohol trinken. Teilnehmer der Initiative sollen Geld sammeln und es der „Life Education Australia“ spenden.

Mittlerweile gibt es die Initiative auch in Groß-Britannien. Dort heißt sie „Go Sober for October“.

Verbreitung: Sober October

2022 nimmt der bekannte YouTuber Ron Bielecki am Sober October teil. Dies ist auffällig, da er eigentlich in den Jahren 2021 und 2022 für seine Exzesse bekannt wurde. In einem am 28. September 2022 veröffentlichten Video teilte Ron Bielecki mit, dass er meine, dass er es mit seiner Feierei übertrieben hat und er die Liebe am Sport verloren habe.

Was bedeutet Postfaschismus / postfaschistisch? Bedeutung, Definition, Erklärung


Hinweis: Der Ausdruck „Postfaschismus“ und sein Adjektiv „postfaschistisch“ sind keine klar definierten Ausdrücke. Sie werden in der Wissenschaft spärlich und in der medialen Berichterstattung verwendet.

Dieser Beitrag versucht daher nur die Begriffe zu beschreiben, ohne sie exakt zu definieren. Ferner ist dieser Beitrag nur ein Versuch der Begriffsklärung.

Was bedeutet Postfaschismus / postfaschistisch? Bedeutung, Definition, Erklärung

In den deutschen Medien wurde nach der Parlamentswahl in Italien im September 2022 und dem Sieg von Giorgia Meloni und ihrer Partei Fratelli d’Italia wiederholt davon gesprochen, dass Giorgia Meloni und ihre Partei postfaschistisch seien. Doch was bedeutet das überhaupt?

Was ist nun Postfaschismus?

Als „Postfaschismus“ oder „postfaschistisch“ werden politische Strömungen bezeichnet, die aus dem historischen Faschismus hervorgegangen sind und ihre Wurzeln im Faschismus sehen, aber die freiheitlich-demokratische Grundordnung (FDGO) achten und nicht umstürzen wollen. Es sind quasi „Demokratische Faschisten“.

Anders ausgedrückt: Der Ausdruck „postfaschistisch“ kann so verstanden werden, dass faschistische Ideen an die aktuelle Zeit angepasst werden / wurden. „Postfaschismus“ bedeutet also das der historische Faschismus mit modernem Recht verbunden wurde.

Postfaschistische Parteien wenden zum Teil Praktiken aus dem historischen Faschismus an. Dies sind: Inszenierung von Großveranstaltungen, Konstruktion von Sündenböcken und Feinden, Denunziation und Abwertung der Regierenden, autoritärer Umgang mit der Demokratie, Antiliberalität und Antikapitalismus.

Postfaschistische Parteien haben folgende Ansätze: Sie wollen traditionelle Werte verteidigen und sehen ihre „nationale Identität“ bedroht. Sie erheben Ansprüche auf ihre nationale Souveränität und positionieren sich gegen die Globalisierung. Postfaschistische Parteien suchen Sündenböcke und finde diese bei Einwanderern, Flüchtlingen und Muslimen.

Postfaschistische Parteien positionieren sich heute bei den Konservativen.

Anmerkung: In Italien gab es nach 1945 keinen harten Bruch mit dem Faschismus wie in Deutschland. Schon 1948 machte die italienische Partei „Movimento Sociale Italiano“ (dt. italienische Sozialbewegung) den Ausdruck „Faschismus“ mit ihrem Slogan „Nicht leugnen, nicht wiederherstellen“ wieder Salonfähig. In Schlußfolgerung wird in Italien mit dem Ausdruck „Faschismus“ anders umgegangen als in Deutschland.

Was bedeutet „Postfaschismus“ / „postfaschistisch“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Redaktion versucht den Begriff „Postfaschismus“ analog zum Begriff „Postkommunismus“ zu erklären:

Vom Begriff her bedeutet „Postfaschismus“: „Nach dem Faschismus“ – analog wie postoperativ, also „nach einer OP auftretend“.

Postfaschismus nimmt einen zeitlichen Bezug auf das Ende des Faschismus in Europa. (1945)

Postfaschismus nimmt einen räumlichen Bezug auf Länder in denen es faschistische Regierungen gab. (Allen voran: Deutschland und Italien)

Postfaschismus kann auf Personen oder Organisationen bezogen werden. So werden Parteien, die Nachfolgeorganisationen von ehemaligen faschistischen Parteien sind als „postfaschistisch“ bezeichnet.

Weitere Bedeutung von „Postfaschismus“:

Im Deutschland der Nachkriegszeit wurde von Nazis, die ihre Karrieren in der Demokratie fortsetzten von „Postfaschismus“ gesprochen.

Flexibilität zahlt sich aus


Die Anforderungen in den unterschiedlichen Branchen steigen kontinuierlich an. Neben einer perfekten Qualifikation sollten Angestellte gute Kenntnisse in Fremdsprachen vorweisen können. Nach wie vor ist die englische Sprache der unangefochtene Favorit, wenn mit Ansprechpartnern im Ausland korrespondiert wird. Deshalb fordern Firmen von ihren Beschäftigten gute bis perfekte Englischkenntnisse.

Dennoch haben einige Erwachsene Schwierigkeiten, eine Redewendung zu verstehen. Im Internet gibt es leicht verständliche Hilfe, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Damit je nach Situation die unterschiedlichsten Anglizismen richtig eingesetzt werden, sollte man mehr über die Herkunft wissen. Eine ausführliche Beschreibung zur Bedeutung von Begriffen und Abkürzungen erspart den Tritt ins Fettnäpfchen. Geschichtliche Hintergründe und eine Erklärung zur richtigen Verwendung der Vokabeln geben Frauen und Männern die nötige Sicherheit bei zwischenmenschlichen Kontakten.

Sprachen haben einen individuellen Klang

Mittlerweile haben immer mehr Beschäftigte einen Migrationshintergrund. Zwar belegen die meisten Einwanderer nach ihrer Ankunft in Deutschland einen Sprachkurs, dennoch kann eine mangelnde Routine zu Verständigungsschwierigkeiten führen. Etliche Sprachen aus anderen Kulturen haben eine andere Anzahl an Buchstaben oder die Zahlen haben eine veränderte Schreibweise. Und viele Ausdrücke werden mit einer besonderen Betonung ausgesprochen.

Manchmal hapert es nur an einzelnen Wörtern, um einen eigentlich harmlosen Satz falsch zu verstehen. Schlimmstenfalls kann es zu Fehlern bei Arbeitsabläufen oder zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Die arabische oder russische Sprache sind gute Beispiele dafür, dass es sich lohnt, wertvolle Informationen zum Redestil oder zur Bedeutung einzelner Begriffe nachlesen zu können.

Den Schock verdauen und sofort reagieren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Firma müssen oft Überstunden ableisten oder regelmäßige Schulungen absolvieren. Zu den Angeboten gehören oftmals Sprachkurse, um das aktuelle Wissen zu erweitern. Erfüllt man alle Anforderungen des Chefs, vernachlässigen die Betroffenen oftmals ihr Privatleben.

Umso ärgerlicher ist es, wenn man trotz des engagierten Arbeitseinsatzes die Kündigung erhält. Eine Auflösung des Arbeitsvertrages kann verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen ist ein eklatanter Fehler bei der Aufgabenerfüllung der Anlass dafür, dass sich der Vorgesetzte zu diesem Schritt entschließt. Betriebliche Veränderungen können ebenfalls zu einer Kündigung führen. Eine fristlose Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses darf ausgesprochen werden, wenn sich ein Angestellter ruppig verhält oder Kolleginnen belästigt.

Egal, aus welchen Gründen man das gefürchtete Schreiben erhält, jetzt sollte man schnellstmöglich handeln. Am besten wendet man sich an Experten, denen man alle Unterlagen ohne große Umwege zur Verfügung stellen kann. Die Anwälte prüfen alle wichtigen Details. Vielleicht wurde versäumt, eine bestimmte Form einzuhalten oder ein gesetzlich vorgeschriebener Kündigungsschutz wurde missachtet. Ferner raten die Fachleute, keinesfalls Schriftstücke zu unterschreiben, die vom Arbeitgeber vorgelegt werden. Unter Umständen können sich diese ungünstig auf eventuelle Ansprüche auswirken.

Vorteile durch eine umfassende Fortbildung

Selbst in Bereichen, in denen zeitweise ein erhöhter Personalmangel herrscht, versuchen skrupellose Vorgesetzte, unliebsame Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Kündigung loszuwerden. Zu den Fachkräften, die immer wieder händeringend gesucht werden, zählt gut ausgebildetes Pflegepersonal.

Um alle Stellen besetzen zu können, gibt es für ausländische Interessierte in einigen Bundesländern die Möglichkeit, mithilfe einer Sprachprüfung einen qualifizierten Arbeitsplatz annehmen zu dürfen. Vor Aushändigung des Zertifikats dürfen die Menschen zwar bereits in den Altenheimen oder Krankenhäusern arbeiten, allerdings sind sie lediglich dazu befugt, einfache Aufgaben zu übernehmen.

Lotto: Bedeutung, Varianten, Wissenswertes zum beliebten Glücksspiel


Lotto ist ein Begriff, der sich vom französischen „Lot“ (Anteil, Los oder auch Glücksspiel) ableitet. Es handelt sich dabei entsprechend um ein Glücksspiel, genauer: um eine Lotterie, bei der Spieler einen finanziellen Einsatz leisten, um auf bestimmte Zahlen aus einem begrenzten Pool zu wetten. Werden die ausgewählten Zahlen bei der an einem festgelegten Termin stattfindenden Auslosung gezogen, wird ein Gewinn ausgeschüttet.

Abhängig von der jeweiligen Lottovariante gibt es meist Geldgewinne; es sind aber bei einigen Spielen auch Sachgewinne wie Autos, Elektrogeräte oder gar Häuser möglich. Die Höhe der Gewinne variiert teils deutlich und kann je nach Variante und Gewinnklasse zwischen wenigen Euro und mehreren Millionen betragen. In ihren Grundzügen ähneln sich alle Lottospiele; die genauen Bedingungen wie zum Beispiel die Zahlenmenge, die Anzahl der persönlichen Gewinnzahlen und die Gewinnhöhe unterscheiden sich aber teils deutlich voneinander.

Experten unterscheiden aktive und passive Lotterien

Unabhängig von den mittlerweile vielen verschiedenen Varianten des Lottospiels gibt es zwei unterschiedliche Konzepte des beliebten Glücksspiels. Bei aktiven Lotterien sucht sich der Mitspieler, wie der Name bereits andeutet, seine individuellen Gewinnzahlen aktiv aus. Die passiven Varianten dagegen teilen die Gewinnzahlen automatisch und willkürlich zu: Der Spieler hat keinen Einfluss darauf, mit welchen Zahlen er bei der nächsten Ziehung dabei ist. Ein Beispiel für eine aktive Lotterie ist das in Deutschland beliebte und seit verbreitete 6aus49. Eine passive Lotterie dagegen ist etwa die spanische Weihnachtslotterie El Gordo. Für welche Art der Lotterie sich Glücksspielfreunde entscheiden, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Während manche Spieler ein eigenes System oder feste Glückszahlen haben und diese unbedingt verwenden möchten, ist es anderen egal, mit welchen Zahlen sie dabei sind. Auf die Gewinnchancen nimmt das aktive oder passive Lotto keinen Einfluss. Es bleibt also eine reine Geschmackssache. Manche Lottofreunde spielen auch abwechselnd beide Varianten.

Die Geschichte des Lottospiels geht auf das 16. Jahrhundert zurück

Lottospiele gibt es in ihren Grundzügen bereits seit längerer Zeit. Mit hoher Wahrscheinlichkeit existierte die erste Lotterie in Italien, und zwar im Genua des 16. Jahrhunderts. Hier wurden die Ratsherren ausgelost: Aus insgesamt 90 Kandidaten sollten fünf in diese wichtige Position berufen werden. Die 90 Namen wurden hierzu auf Zettel geschrieben und anonym gezogen. Was anfänglich rein praktische Gründe hatte, entwickelte sich rasch zu einer Art Spiel, denn immer mehr Beteiligte hatten Freude daran, auf den Ausgang der Ziehungen zu wetten. Mit der Zeit wurden die Namen der potenziellen Ratsherren durch Zahlen ersetzt. Dadurch entstand eine neue Flexibilität, denn die Spiele konnten jederzeit stattfinden.

In den darauffolgenden Jahren verbreitete sich das Lottospiel immer weiter durch mehrere europäische Länder, so zum Beispiel durch Großbritannien, Holland und auch bis nach Deutschland, wo die ersten großen Lottoziehungen im Hamburg des 17. Jahrhunderts stattfanden. Es war ebenfalls in Hamburg, wo 1955 die erste Ziehung der klassischen deutschen Lottovariante 6aus49 erfolgte. Nach und nach zogen andere Bundesländer nach, und seitdem werden traditionell zweimal wöchentlich die Gewinnzahlen für dieses Spiel gezogen.

6aus49: An dieser Lottovariante kommt kein deutscher Lottofan vorbei

Jeden Mittwoch- und Samstagabend werden in Deutschland die Gewinnzahlen der Lottovariante 6aus49 gezogen. Die Ziehung wird jeweils live im deutschen Fernsehen übertragen. Der Name der Spielvariante deutet bereits an, wie sie gespielt wird: Aus den Zahlen zwischen 0 und 49 werden von jedem Spieler aktiv sechs Zahlen ausgewählt und auf dem Lottoschein markiert. Darüber hinaus gibt es die Superzahl, bei der es sich um die letzte Ziffer des Spielscheins handelt. Sowohl in der Annahmestelle vor Ort als auch online bei zertifizierten Lottoanbietern können Lottoscheine erworben werden. Die Kosten pro Gewinnkästchen variieren von Bundesland zu Bundesland, denn für die genauen Spielbedingungen sind die Länder selbst zuständig. Es gibt beim 6aus49 mehrere Gewinnklassen, die sich durch unterschiedliche Gewinnchancen auszeichnen. Die Gewinnwahrscheinlichkeit in der ersten Gewinnklasse liegt bei 1 : 139.838.160. Höhe der Gewinne variiert von Ziehung zu Ziehung. Wer sechs Richtige tippt, kann sich oftmals über Gewinne im siebenstelligen Bereich freuen.

Internationale Lottovarianten mit hohen Gewinnen sind zunehmend populär

In der Vergangenheit war es nicht weit verbreitet, dass Lottofreunde aus der Bundesrepublik auch an internationalen Lotterien teilnehmen konnten. Das digitale Zeitalter macht es aber zu zunehmend einfacher, Lose für Lottovarianten aus anderen Ländern zu erwerben und so auch hier um teils sehr hohe Gewinne mitzuspielen. Eine Variante in diesem Zusammenhang ist der Eurojackpot, den es seit 2012 gibt und an dem 18 europäische Länder teilnehmen. Hier wetten Mitspieler auf fünf Zahlen zwischen 1 und 50 sowie auf zwei Zahlen zwischen 1 und 12. Diese Kombination ergibt zusammen den Tipp pro Ziehung. Gezogen werden die Gewinnzahlen jeweils dienstags und freitags in Helsinki. Besonders attraktiv am Eurojackpot sind die hohen Summen, die hier ausgeschüttet werden: Wer sich den Hauptgewinn sichert, kann sich über Summen in Höhe von durchschnittlich 90.000.00 Euro freuen.

Auch beim Eurojackpot erfolgt die Teilnahme über lokale Annahmestellen oder über entsprechende Plattformen im Internet. Auch die spanische Weihnachtslotterie El Gordo, zu Deutsch: der Dicke, erfreut sich bei vielen Lottofans aus der Bundesrepublik großer Beliebtheit. Jedes Jahr am 22. Dezember findet unter großem Aufwand die Ziehung statt, die für viele Spanier ein Highlight der Vorweihnachtszeit darstellt. Fast das ganze Land nimmt an der Lotterie teil, die mit Gewinnen in Höhe von 2,4 Milliarden aufwartet.

Lotto online spielen: Nur volljährige Lottofans dürfen mitmachen

Heutzutage spielen viele Lottofreunde im Internet bei gleich mehreren Varianten des beliebten Glücksspiels mit. Online gestaltet sich dies komfortabel und flexibel, denn das Tippen auf die jeweiligen Gewinnzahlen kann rund um die Uhr von nahezu jedem Ort aus stattfinden. Natürlich gilt aber auch im Internet das Glücksspielgesetz. Nur volljährige Personen dürfen an den angebotenen Lotterien teilnehmen. Gibt eine minderjährige Person sich für volljährig aus, um online Lotto zu spielen, ist dies nicht legal, und eventuell erzielte Gewinne werden nicht ausgezahlt, wenn das wahre Alter des Spielers bekannt wird. Die Nutzung ausschließlich legaler und lizenzierter Anbieter sollte im eigenen Interesse Standard sein, um sich rechtlich auf der sicheren Seite zu bewegen und Betrugsmaschen schwarzer Schafe auszuschließen. Auch beim Lottospielen besteht darüber hinaus die Gefahr einer Spielsucht, wenn exzessiv gespielt und dabei hohe finanzielle Verluste in Kauf genommen werden. Lottofans sollten daher verantwortungsvoll und in Maßen tippen.

Was ist ein Macher? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als Macher wird eine Person bezeichnet, die Dinge anpackt und macht, anstatt nur darüber zu reden, zu sinieren und zu spekulieren.

Was ist ein Macher? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Wort „Macher“ hat in der deutschen Sprache eine positive Konnotation. Ein „Macher“ ist etwas gutes. Der Macher tut, statt sich in Ideen und Worte zu verstricken und zu verrennen. Jedoch gibt es den Macher nur, weil es als Gegenstück die Theoretiker und Planer gibt.

Der Macher ist aktiv, während die Überleger passiv sind. Während die Nachdenklichen sich noch hinterfragen (und overthinken), hat der Macher schon gehandelt.

Wer Dinge selber macht, statt andere zu beauftragen, ist ein Macher. Wer Dinge anpackt, statt lange zu planen, ist auch ein Macher. Ein Macher will Ergebnisse und diese macht er sich selbst.

Der Macher erzeugt Ergebnisse und er muss die Verantwortung für seinen Tatendrang übernehmen. Der Macher ist kein Aufschieber. Der Macher geht ins Fitnessstudio. Er überlegt nicht, ob er geht.

„Macher“ zu sein, kann aber auch gefährlich werden oder problematisch sein. Denn anstatt Situationen abzuschätzen, vielleicht einen besseren Lösungsweg zu suchen,  macht der Macher halt einfach los. Das muss nicht immer die klügste Entscheidung sein. Im schlimmsten Fall fällt der Macher auf eine Fälschung oder Betrug rein, weil er eben nicht abwartet und hinterfragt, sondern einfach handelt.

Macher: Fazit

Was ist ein Macher?

  • Ein Macher hat Mut.
  • Ein Macher zögert nicht. Er hat Tatendrang.
  • Ein Macher sieht Chancen und hat eine gute Chancenwahrnehmung.
  • Ein Macher gewinnt nicht immer. Das ist ok.
  • Ein Macher macht und lernt. Aus seinen Erfahrungen zieht er Rückschlüsse, um besser zu werden.
  • Ein erfahrener Macher kann Risiken abschätzen und weiß, wann zu handeln ist.
  • Ein Macher verliert sich nicht in Selbstzweifel und Zögern.
  • Ein Macher verliert sich nicht in Worten, sondern er weiß, dass Taten wichtiger sind.
  • Ein Macher quatscht nicht. Er macht.

Weitere Bedeutung von Macher

In der deutschen Sprache gibt es verschiedene umgangssprachliche Berufsbezeichnungen mit „-macher“ am Ende. Zum Beispiel: Fernsehmacher, Filmemacher, Videomacher, Radiomacher und weitere. (Kommentar der Redaktion: interessant, dass so viele Medien „gemacht“ werden)

Kaffee wird auch als „Muntermacher“ bezeichnet.

Das Wort „Macher“ leitet sich vom Verb „machen“ ab. Wenn jemand etwas „macht“, so erstellt er oder sie etwas her, fertig etwas an oder brignt etwas zu stande. Beim Machen wird es verursacht und bewirkt.

„Machen“ ist ein eher unspezifisches Tätigkeitsverb. Man kann „Essen machen“ oder „Essen kochen“. Man kann „etwas machen“ oder „etwas herstellen“.

„Der Macher“ ist ein Schauspiel von Honoré de Balzac.

„Die Macher“ ist ein österreichisches Wirtschaftsmagazin.

Macher als Jugendwort: Jugendsprache, Bedeutung, Definition, Erklärung

„Macher“ war Teil der Wahl zum Langenscheidt-Jugendwort-des-Jahres 2022. „Macher“ belegte beim Voting 2022 den dritten Platz. Jugendwort des Jahres 2022 wurde „Smash„. Den zweiten Platz belegte „bodenlos„.

Synonyme für Macher in der Jugendsprache sind  🅿️ (Pushing P) und Ehrenmann

In der Jugendsprache Anfang der 2020er Jahre ist „Macher“ ein Ausdruck für jemanden, der sich etwas traut und der etwas ausprobiert. Dies kann z.B. sein, sich selbstständig zu machen, investieren lernen, aber auch Grenzen überschreiten um dies zu Filmen und in den sozialen Medien zu veröffentlichen.

Als „Macher“ wird aber auch jemand bezeichnet, der Erfolg bei Frauen hat. Dieser Mann ist quasi keiner der lange überlebt oder zögert, sondern er spricht sie halt einfach an.

In den deutschen Social-Media-Szene ist unter anderem der Streamer EliasN97 für die Prägung des Ausdrucks „Macher“ bekannt.

Was sind Offliner? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als Offliner werden Menschen bezeichnet, die bewusst das Internet und seine Angebote nicht nutzen. Sie haben sich bewusst dagegen entschieden das Internet und seine Möglichkeiten zu nutzen. Sie verzichten damit auf Vorteile und Chancen, setzten sich aber auch nicht Gefahren und Risiken des Internets aus.

Was sind Offliner? Bedeutung, Definition, Erklärung

Es gibt generell zwei Arten von Offlinern:

Menschen, die noch nie online waren und gar nicht wissen, was ihnen fehlt (In der Regel sind dies ältere Menschen.)

Menschen, die das Internet schon genutzt haben und sich bewusst dagegen entscheiden es weiter zu benutzen

Übrigens: Laut Initiative D21 waren (2018) 10 Millionen Deutsche offline. Dies sind 16 Prozent der Gesamtbevölkerung. Laut dem Statistischen Bundesamt waren im Jahr 2021 6 Prozent aller Deutschen zwischen 16 und 74 Jahren noch nie online. Dies sind rund 3,8 Millionen Menschen.

Motive und Gründe, dass Internet nicht nutzen:

Die Motive und Gründe sind unter anderem:

  • Die Nutzung von Computern und Internet erscheint zu kompliziert.
  • Der Nutzen vom Internet ist nicht ersichtlich.
  • Fernsehen, Radio und Zeitungen werden als ausreichend empfunden. Zur Kommunikation reichen Telefon und SMS.
  • Freunde, Kinder oder Bekannte erledigen im Internet, was zu erledigen ist.
  • Datenschutzbedenken
  • Weitere Gründe sind: Angst vor dem Internet, Angst vor Überwachung (oder dem Gefühl der Überwachung), zu teuer, kein oder schlechtes Internet vor Ort verfügbar

Folgen für Offliner: Offliner werden von gewissen Dienstleistungen und Orten der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie profitieren nicht von Online-Bestellungen, haben keinen digitalen Impfausweis und können z.B. keine Shopping-Apps benutzen. Offliner können z.B. schwer Termine beim Bürgeramt machen, wenn die Terminvergabe nur online erfolgt. Offliner können online keine Informationen recherchieren und z.B. nicht von Wissenssammlungen wie BedeutungOnline.de profitierne. Offliner sind vom Online-Banking ausgeschlossen. Sie schicken keine (Familien-)Fotos per Messenger-Diensten hin und her.

Vorteile für Offliner: Das Internet kann eine riesige Ablenkung sein. Man kann sich in den sozialen Medien verlieren. Offlinern passiert dies nicht.

Weitere Bedeutung von Offliner:

„Offliner: Die Gegenkultur der Digitalisierung“ ist ein Buch von Joël Luc Cachelin.

Die Möglichkeiten sind unendlich


Menschen haben viele Beweggründe, sich eine Beschäftigung zu suchen, die sie erfüllt. Schließlich haben sie das Gefühl, im Alltag nur zu funktionieren. Für eigene Interessen bleibt in der Regel nur wenig Zeit. Selbst Erwachsene im fortgeschrittenen Alter versuchen, mit einem neuen Hobby das Wochenende sinnvoll zu nutzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man mit einer Sportart beginnt, ein Musikinstrument lernt oder sich bei einer Plattform im Internet anmeldet. Begehrt sind Anbieter, die eine große Auswahl an Lotterien bereithalten.

Ambitionierte Personen bauen eine Seite im Internet auf, die sie regelmäßig aktualisieren. Wer andere an seinen Interessen teilhaben lässt, erklärt beispielsweise seltene oder ungewöhnliche Begriffe auf einer Webseite. Schließlich haben viele Frauen und Männer schon oft ein bestimmtes Wort gehört, kennen aber nicht die genaue Bedeutung. Meistens sind dies Bezeichnungen, die momentan in der Jugendsprache zu finden sind oder regionale Dialekte. Bestandteil der Beiträge sind die Herkunft oder die Geschichte von Stichwörtern. Zu den Themenbereichen zählen ferner die Kategorien „Fremdsprachen“, „Medizin“ oder verschiedene Kulturbereiche. Beiträge aus dem Bereich Glücksspiel sind ebenfalls auf der Seite zu finden.

Schließlich gehört Lotto bereits seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Im Laufe der Zeit wurde der Ablauf geändert und an den jeweiligen Zeitgeist angepasst. Schon seit jeher wurde das Glücksspiel dazu genutzt, den Einsatz zu vervielfachen, um das Einkommen zu steigern. Trotzdem wurde es in der Vergangenheit von etlichen Herrschern sogar gänzlich verboten. Die Faszination hat sich durchgesetzt und Lotterien wurden wieder erlaubt. Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche Einschränkungen, die für Sicherheit sorgen sollen.

Im Berufsleben alle gesetzten Ziele erreichen

Das regelmäßige Tippen kann eine Möglichkeit sein, um mit zusätzlichen Geldbeträgen die Haushaltskasse aufzustocken. Dennoch sollte man sich ein berufliches Standbein aufbauen, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Viele gründen ein eigenes Business, um sich einen Traum zu verwirklichen. Vielleicht haben sie eine herausragende Geschäftsidee oder möchten schon in jungen Jahren den Ruhestand antreten. Wer besonders erfolgreich sein möchte, hat sich das persönliche Ziel gesetzt, endlich Millionär zu werden.

Deshalb sollten Neuunternehmer einige Dinge beherzigen, bevor sie richtig durchstarten. Dazu gehören eine ordentliche Portion Selbstbeherrschung sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung auf beruflicher Ebene. Ferner sollte der Job Spaß machen, denn die Bearbeitung ungeliebter Aufgaben kann eher dazu führen, dass der Erfolg auf der Strecke bleibt. Häufig wird ein bedeutender Punkt vernachlässigt, der für eine vorbildliche Geschäftsführung relevant ist. Eine gute Vernetzung mit den richtigen Personen kann maßgeblich für die Verwirklichung eigener Interessen sein.

Hobbys nicht vernachlässigen

Tätigkeiten, die sich nach Feierabend zur Routine entwickelt haben, sollten trotz des stressigen Berufsalltags beibehalten werden. Dazu gehört für einige Gründer das Tippen bei online Anbietern. Auch hier sind sie an feste Termine gebunden. Schließlich muss der Schein rechtzeitig abgegeben werden, um an der nächsten Ziehung teilzunehmen. Das Ausfüllen bei virtuellen Plattformen hat enorme Vorteile für die Kunden. Jederzeit kann man seine persönlichen Zahlen ankreuzen oder mit einem Quicktipp das Glück dem Zufall überlassen. Besitzt man bereits einen Account, müssen sich die User einfach mit dem Benutzernamen und einem sicheren Passwort anmelden und können sofort das gewünschte Los in ihren Warenkorb legen. Ansonsten können sich Neukunden mit wenigen Klicks registrieren.

Manche Lottoarten sind ausschließlich in Deutschland vertreten. Ein Klassiker ist hierbei die Ziehung „6aus49“. Verlosungen, die europaweit angeboten werden, haben in den angeschlossenen Ländern eine große Fangemeinde. Besonders reizvoll ist die Teilnahme an besonderen Lotterien. Der Eurojackpot hat sich von einer zunächst eher belächelten Lotterie zu einer namhaften Verlosung entwickelt, bei der sich ein stattlicher Jackpot ansammeln kann.

In Spanien ist El Gordo einem landesweiten Glücksrausch gleichzusetzen. Registrierte Kunden können sich bei Anbietern im World Wide Web ein Los kaufen, dessen Anteil sie selbst bestimmen können. Wer möchte, kann mit engen Freunden eine Tippgemeinschaft bilden, um die Gewinnchance zu erhöhen und mehrere Lose zu kaufen. Doch hier sollte zwischen den Mitspielern großes Vertrauen herrschen. Nach Bekanntgabe der Gewinnzahlen werden die Quoten zeitnah in den jeweiligen Kategorien veröffentlicht.

Kurze Pausen können mit unterhaltsamen Slots oder Rubbellosen ausgefüllt werden. Beliebt sind mittlerweile Sportwetten. Weltweit finden täglich interessante Wettbewerbe statt, bei denen man auf den Sieger tippen kann. Dazu zählen Autorennen, Fußballspiele oder ein populärer Wassersport. Denn erfolgreiche Menschen legen großen Wert darauf, sich selbst zu belohnen.

Wichtige Punkte schriftlich festhalten

Neben wiederkehrenden Aufträgen gehört die Gewinnung von Neukunden zu den wichtigsten Zeiten eines Start-ups. In dem Dokument werden alle Vereinbarungen schriftlich festgehalten. Schließlich möchte man mit dem ausgewählten Partner auf Augenhöhe sein. Auch in anderen Branchen müssen Verträge abgeschlossen werden. Im Glücksspielbereich wurde zwischen den Bundesländern ein Glücksspielstaatsvertrag ausgehandelt. Denn bekanntlich sind in Deutschland die einzelnen Bundesländer für Lotto und weitere Spielarten verantwortlich. Die einzelnen Punkte betreffen vor allem Lottogesellschaften, aber auch Automaten oder Casinos. Diese Vereinbarung gibt es bereits seit einigen Jahren, die Details wurden in der Zwischenzeit mehrmals aktualisiert.

Alle Richtlinien sollen für mehr Transparenz sorgen und dazu beitragen, die Spielsucht einzudämmen oder den Jugendschutz sicherstellen. Verordnungen, die die Sicherheit von Heranwachsenden gewährleisten, werden bereits im Jugendschutzgesetz geregelt, denn an Glücksspielen dürfen ausschließlich erwachsene Personen teilnehmen.

Aber auch für erwachsene Personen wurden Schutzmaßnahmen entwickelt. Unterschiedliche Sperrsysteme können bei online Casinos aktiviert werden, um einen übermäßigen Konsum zu verhindern. Zudem gibt es den sogenannten Notfallbutton, der in kritischen Situationen ausgelöst werden kann. Häufig wird dieser aktiviert, wenn man sich überlastet fühlt. Die Sperre wird bereits nach 24 Stunden aufgehoben. Ein weiterer Schwerpunkt, der die Verbraucher betrifft, ist die Neuregelung, die den gleichzeitigen Besuch mehrerer virtuellen Spielhallen verbietet.

Ausnahmen bestimmen die Regel

Bei der Festlegung des Glücksspielstaatsvertrags spielt Schleswig-Holstein eine besondere Rolle, denn die Politiker entschieden sich für einen Sonderweg.

Der Landtag des nördlichen Bundeslandes beschloss in der Vergangenheit zahlreiche Neuerungen und Reformen. So dürfen beispielsweise keine neuen Spielhallen in den Städten eröffnet werden, wenn sich in der Nähe eine Schuldnerberatung befindet. Eine Mindestentfernung zu Schulen oder Kindergärten muss ebenfalls berücksichtigt werden.

Doch Lotterien und andere Glücksspiele haben nicht nur Nachteile oder Gefahren. Mit einem Teil der Einnahmen werden soziale Einrichtungen oder Sportvereine gefördert. Außerdem sorgt jede Ziehung für ein angenehmes Kribbeln im Bauch. Hat man Fortuna auf seiner Seite und den Jackpot geknackt, gehören finanzielle Sorgen der Vergangenheit an.