Was ist der Verkehrswert einer Immobilie? Erklärung, Definition, Bedeutung


Marktwert, Verkehrswert und Wertermittlungsprozesse sind auf dem Immobilienmarkt sehr geläufige Begriffe und sollten für alle Menschen von Bedeutung sein, die entweder ein Haus kaufen oder verkaufen möchten.

Der Immobilienmarkt kennt seit Jahren nur einen Weg bei der Wertentwicklung vieler Häuser, Eigentumswohnungen und Grundstücken – nach oben!

So spielt der Verkehrswert von Immobilien eine entscheidende Rolle, um sowohl als Käufer, als auch Verkäufer einen guten Deal zu machen.
Wir erklären Ihnen im Folgenden, worum es sich beim Verkehrswert einer Immobilie handelt. So erhalten Sie hier alle Informationen zum Verkehrswert und deren Wertermittlungsverfahren.

Worin unterscheiden sich Verkehrswert und Marktwert einer Immobilie?

Viele Menschen auf dem Immobilienmarkt sind irritiert, wenn vom Marktwert oder Verkehrswert die Rede ist. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen diesen beiden Begriffen?

Im Grund ist der Verkehrswert und der Marktwert von der Definition gleichzusetzen. Demnach können beide Begriffe synonym gebraucht werden. Nicht umsonst wurde im Jahr 2004 der Begriff ‚Marktwert‘ in der Definition des gesetzlich definierten Verkehrswert nach § 194 des Baugesetzbuchs eingefasst. So heißt es jetzt:

Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstands der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre.

Was definiert der Verkehrswert?

Die offizielle und rechtliche Definition des Verkehrswerts richtet sich nach dem zitierten Paragrafen 194 aus dem Baugesetzbuch. Dabei wird der Verkehrswert durch verschiedene Merkmale bestimmt:

  • Objekt: Der Marktwert oder Verkehrswert sind immer mit einem Grundstück oder einer Immobilie verbunden.
  • Ergebnis: Durch ein Gutachten wird der Wert eines Grundstücks oder einer Immobilie ermittelt.
  • Variabler Wert: Der Verkehrswert ist kein fixer Wert und kann sich je nach Umständen innerhalb weniger Tage deutlich verändern.
  • Neutralität: Der Marktwert wird ohne Verbindung zum Besitzer oder potenziellen Käufer berechnet.

Wie lässt sich der Verkehrswert von Immobilien ermitteln?

Um den Wert eines Grundstücks oder einer Immobilie zu bestimmen, gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Sowohl durch einen Sachverständigen mit Marktkenntnissen, als auch einen Immobilienmakler gelingt es den Wert einer Immobilie sehr genau zu taxieren. Ebenso gelingt es heutzutage auch im Internet den Verkehrswert anhand verschiedener Daten berechnen zu können. So gibt auch ein seriöser Verkehrswertrechner im Internet Aufschluss darüber, was eine Immobilie oder ein Grundstück aktuell Wert ist. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto genauer lässt sich auch der Verkehrswert berechnen.

Welche Faktoren spielen bei der Wertermittlung eine Rolle?

Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die den Marktwert einer Immobilie oder eines Grundstücks maßgeblich mitbestimmen. Die Lage und das Umfeld einer Immobilie sind wesentliche Faktoren, die bei der Wertermittlung zu berücksichtigen. Aber auch die Marktsituation spielt eine große Rolle. Wenn eine große Nachfrage auf dem Immobilienmarkt herrscht, steigt automatisch auch der Marktwert. Die Grundfläche, das Alter und der Zustand der Immobilie bilden das Fundament bei der Marktwertberechnung. Altbauten mit hohen Decken oder Flachdach sind demnach wichtige Faktoren bei der Marktwertberechnung. Aber auch die Ausstattung der Immobilie sowie rechtliche Rahmenbedingungen wie beispielsweise ein Denkmalschutz ist unbedingt zu berücksichtigen.

Für wen ist eine Verkehrswertermittlung wichtig?

Sowohl für Käufer, als auch für Verkäufer ist der Marktwert einer Immobilie von entscheidender Bedeutung bei einem Geschäft auf dem Immobilienmarkt. Viele Hausbesitzer sehen heutzutage nicht nur in Kryptowährungen gute Geldanlagen, sondern vor allem auch in Immobilien. Um ein Haus demnach mit Gewinn weiterverkaufen zu können, ist eine exakte Wertermittlung unabdingbar. Schließlich möchten Verkäufer ein Haus nicht unter Wert verkaufen und Käufer nicht mehr zahlen, als es die Wertermittlung ergeben hat. So ist die Ermittlung des Verkehrswerts meistens der erste Schritt, wenn die Kauf- oder Verkaufsabsichten ernster werden.

Was ist das Queen-Bee-Syndrom? Erklärung, Definition, Bedeutung


Das Bienenköniginnen-Phänomen ist eine Reaktion auf die negativen Stereotypen und die Diskriminierung von Frauen, die sich selbst als solche bezeichnen, einschließlich gleichgeschlechtlicher Frauen, Transgender-Frauen und anderer Frauen, die sich als weiblich darstellen, während ihrer akademischen und beruflichen Arbeit.

Bienenköniginnen sind Frauen in Führungspositionen, die sich selbst als aggressiver, risikofreudiger und wettbewerbsorientierter beschreiben als ihre weiblichen Kollegen, die keine Führungspositionen innehaben. Dabei entfernen sie sich sowohl physiologisch als auch psychologisch von den anderen, ihnen unterstellten, Frauen.

Entstehungsgründe für das Queen-Bee-Phänomen

Untersuchungen zeigen, dass Frauen untereinander feindseliger sind als zu ihren Männern. Sie sind ehrgeiziger, ihre eigene Karriere voranzutreiben, als die Karriere ihrer weiblichen Kollegen und Untergebenen zu fördern. Es gibt mehrere Gründe dafür, dass Frauen sich in Bienenköniginnen verwandeln. Sie wollen, dass junge Frauen kämpfen und leiden, weil sie selbst gekämpft und gelitten haben, um eine höhere Position zu erreichen. Es fehlt ihnen an Einfühlungsvermögen und Sympathie für das eigene Geschlecht. Sie erweisen sich als hart und ihr Führungsstil wird autokratisch. Dafür kann es psychologische Gründe geben, ihren Persönlichkeitstyp und das Umfeld, in dem sie aufgewachsen sind. Manchmal verhalten sie sich eher wie Männer und distanzieren sich von anderen Frauen, wodurch sie die gläserne Decke verstärken. Einige Frauen verwandeln sich in Bienenköniginnen, um mit dem Malestream mitzuschwimmen und ihre Karriere zu beschleunigen.

Typische Merkmale einer Queen-Bee

Frauen in Führungspositionen werden oft unter Druck gesetzt, alle Frauen zu repräsentieren. Stattdessen neigen Bienenköniginnen zu einer konservativen Politik und wollen sich nicht öffentlich mit dem Feminismus identifizieren. Solche autoritären Frauen ziehen es vor, ihre männlichen Qualitäten zu zeigen und ihre weiblichen in den Schatten zu stellen. Dies liegt daran, dass weibliche Eigenschaften mit zu viel Sensibilität oder Emotionen in Verbindung gebracht werden, die als unprofessionell oder unbezahlbar gelten. Um sich mit ihren männlichen Kollegen zu verbünden, werden Bienenköniginnen versuchen, sich an solche kulturellen Stigmata zu halten und sich anderen Frauen, die Erfolg haben wollen, entgegenzustellen.

Einflüsse aus der Popkultur für das Queen-Bee Phänomen

Es ist üblich, dass Mädchen im jugendlichen Alter Gruppen bilden, die sich auf ein gemeinsames Merkmal wie Attraktivität oder Beliebtheit stützen. Diese Gruppen wecken wahrscheinlich das Gefühl, von anderen erwünscht zu sein, vor allem in größeren Bevölkerungsgruppen. Auf dieser Grundlage haben uns die Mainstream-Medien mehr als genug Bienenköniginnen präsentiert, in der Regel in High-School-Umgebungen.

Charaktere in Unterhaltungsfilmen der Popkultur wie Mean Girls und High School Musical bieten Standardversionen der Bienenkönigin, also des gemeinen, beliebten Mädchens. In fiktionalen Darstellungen von Bienenköniginnen werden schöne Mädchen mit hohem sozialem Status dargestellt, z. B. Cheerleader oder Ballköniginnen. Diese Mädchen agieren in Cliquen, deren Mitglieder die Bienenkönigin verehren und manchmal vielleicht sogar imitieren.

Im Gegensatz zu realen Bienenköniginnen weisen fiktionale Darstellungen keine besonders männlichen Merkmale auf. Vielmehr sind sie fade und hypersexualisiert, um den männlichen Blicken zu gefallen. Meistens sind diese Mädchen die Antagonisten der Geschichte, weil sie ihre Dominanz behaupten und gleichzeitig ihre Weiblichkeit bewahren. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Charakterisierung der weiblichen Protagonistinnen darauf, „nicht wie andere Mädchen“ zu sein; das impliziert, dass das weibliche Geschlecht minderwertig ist, aber da es „anders“ ist, ist es besser als andere Mädchen. Diese Charaktere gegeneinander auszuspielen, entspricht auch der Theorie vom „guten gegen den bösen“ Mädchentyp. Dies mag zwar den Weg zu Kassenschlagern ebnen, aber die Stereotypen, die diesen Figuren zugeschrieben werden, tragen nur dazu bei, die verinnerlichte Frauenfeindlichkeit im Publikum zu verstärken.

Folgen des Queen-Bee-Syndroms

Das Bienenköniginnen-Syndrom ist zu einem festen Bestandteil der Frauenfeindlichkeit in der Gesellschaft geworden und hat nachhaltige Auswirkungen. Der gesellschaftliche Glaube an die Minderwertigkeit der Frau zwingt Frauen dazu, den Wert von Frauen zugunsten von Männern zu minimieren. Infolgedessen verinnerlichen Frauen diese frauenfeindlichen Überzeugungen und wenden sie auf andere Frauen und auch auf sich selbst an. Die Implikationen, die sich hinter diesen Überzeugungen verbergen, haben jedoch eine Reihe negativer Konsequenzen für die Frauen.

Die Forschung zeigt, dass die Verinnerlichung von Frauenfeindlichkeit ein Bewältigungsmechanismus ist, um mit der Erfahrung umzugehen, benachteiligt zu werden. Verinnerlichter Sexismus zwingt Frauen dazu, sich an Gefühle von Scham, Verwirrung, Machtlosigkeit und Minderwertigkeit zu gewöhnen. Eine Studie zeigt, dass die verinnerlichte Frauenfeindlichkeit als Moderator des Zusammenhangs zwischen sexistischen Ereignissen und der psychischen Belastung von Frauen wirkt. Die passive Akzeptanz traditioneller Geschlechterrollen ist für Symptome im Zusammenhang mit Angstzuständen und Depressionen sowie Essstörungen verantwortlich.

Das Bienenköniginnen-Syndrom verstärkt auch die Angst vor der Weiblichkeit, während der Wert der Männer erhöht und aufrechterhalten wird. Um den Status quo aufrechtzuerhalten, neigen Frauen eher dazu, sich selbst und andere Frauen abzuwerten, herabzuwürdigen und zu objektivieren. Infolgedessen sind sie anfälliger für psychische Erkrankungen und andere Gesundheitsstörungen.

Das Queen-Bee Phänomen in der heutigen Zeit

Es muss spekuliert werden, ob das Bienenköniginnen-Syndrom im heutigen gesellschaftspolitischen Klima noch genauso aktiv ist. Es ist zu bezweifeln, dass dies heute noch dasselbe Problem ist, mit dem Frauen im Vergleich zu den Diskussionen vor 50 Jahren konfrontiert sind. Verschiedenen Studien zufolge sind Frauen in Führungspositionen nicht unbedingt wettbewerbsfähiger oder aggressiver gegenüber anderen Frauen als gegenüber ihren männlichen Gegenspielern. Tatsächlich überwinden mehr weibliche Führungskräfte geschlechtsspezifische Barrieren und leiten ihre Untergebenen an, es ihnen gleich zu tun.

Die Existenz der Bienenkönigin wird dadurch jedoch nicht beseitigt. Einige Frauen werden sich aufgrund der „impliziten Quoten“ für weibliche Führungskräfte wahrscheinlich nicht für andere Frauen einsetzen. Eine Studie hat gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine andere Frau in die gleiche Position aufsteigt, um 50 % sinkt, sobald eine Frau eine höhere Position in einem Unternehmen erreicht hat. Das Wissen, dass sie um dieselbe Position konkurrieren könnten, kann zu einem verstärkten Wettbewerb zwischen Frauen untereinander führen.

Gegen den Queen-Bee-Effekt arbeiten

Frauen, die geschlechtsspezifische Diskriminierung erfahren haben, sich aber stärker mit ihrem Geschlecht identifizieren, reagieren auf solche Vorurteile nicht, indem sie versuchen, sich von anderen Frauen zu distanzieren. Stattdessen ergab eine Studie, dass Polizistinnen, die sich in hohem Maße als Frauen identifizierten, auf geschlechtsspezifische Diskriminierung mit einem verstärkten Wunsch reagierten, mehr Möglichkeiten für andere Frauen zu schaffen.

Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass Frauen sich tatsächlich gegenseitig unterstützen. Wenn Frauen mit einem höheren Prozentsatz von Frauen zusammenarbeiten, sind sie weniger von geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Belästigung betroffen. Wenn Frauen weibliche Vorgesetzte haben, berichten sie, dass sie mehr familiäre und organisatorische Unterstützung erhalten als wenn sie männliche Vorgesetzte haben. Und ein Großteil der Studien zeigt, dass das geschlechtsspezifische Lohngefälle geringer ist, wenn mehr Frauen in Führungspositionen sind.

Weitere Bedeutung von Bienenkönigin

Der Ausdruck „Bienenkönigin“ wird auch als Beleidigung gegen übergewichtige Frauen verwendet.

Was ist Pillenmüdigkeit? Was bedeutet pillenmüde? Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit dem Begriff Pillenmüdigkeit wird keine Müdigkeit im herkömmlichen Sinne beschrieben und es sind ausschließlich Frauen, die pillenmüde sind. Mit der Pille, um die es sich hier dreht, ist die Anti-Baby-Pille gemeint. Das heißt, dass pillenmüde Frauen es ablehnen die Anti-Baby-Pille zu nehmen.

Was war vor der Pillenmüdigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Vor der Pillenmüdigkeit gab es eine Zeit, in der fast alle Frauen im gebärfähigen Alter mit der Pille verhütet haben, sobald sie sexuell aktiv waren. Seit dem Jahr 1961 ist die Pille in Deutschland auf dem Markt. Die Einführung der Pille galt damals als Revolution des weiblichen Sexuallebens. Denn von nun an war es den Frauen möglich selbst zu steuern, ob sie gerne schwanger werden möchten oder nicht. Zuvor war diese Entscheidung jeweils nur halbselbständig möglich und basierte auf einer Absprache zwischen den Frauen und ihren jeweiligen Sexualpartnern. Denn immer musste der Mann etwas zur Verhütung beitragen. Mit Einführung der Pille konnte die Frau, durch die in der Pille enthaltenen Hormone, ihre eigene Fruchtbarkeit unterdrücken.

Wer genau sind die pillenmüden Frauen?

Von Pillenmüdigkeit sind in erster Linie Frauen betroffen, die über lange Jahre hinweg die Pille genommen haben. Natürlich gibt es auch Frauen, die immer anders verhütet haben, als die Pille zu nehmen. Und auch sie können pillenmüde sein, wenn sie die Pille grundsätzlich ablehnen. Da sie jedoch nie die Nachteile der Anti-Baby-Pille, im Rahmen einer Einnahme, am eigenen Leib erfahren haben, wird der Ausdruck Pillenmüdigkeit vor allem den Frauen zugeschrieben, die müde davon geworden sind die Pille einzunehmen und auf deren Anwendung in Zukunft verzichten möchten.

Warum werden Frauen pillenmüde?

Die meisten Frauen werden pillenmüde weil die Pille nicht nur ein effektives Verhütungsmittel ist. Die regelmäßige Einnahme der Pille hat manchmal auch Nachteile. Um den Eisprung der Frau zu verhindern, was letztlich dazu führt, dass die Frau auch bei Geschlechtsverkehr nicht schwanger werden kann, werden Hormone benötigt. Diese sind in einer hohen Dosierung in der Pille enthalten. Sobald jedoch der menschliche Organismus mit von außen zugeführten Hormonen konfrontiert wird, gerät er in irgendeiner Form ins Ungleichgewicht. Neben der erwünschten Unfruchtbarkeit, die so lange fortbesteht, wie die Pille eingenommen wird, verursachen diese Hormone unter Umständen Nebenwirkungen. Unter diesen Nebenwirkungen leiden nicht alle Frauen. Allerdings ist vor Einnahme der Pille nicht absehbar, ob eine Frau zu denjenigen Frauen gehören wird, die Nebenwirkungen haben. Deshalb bedeutet Verhütung mit der Pille immer auch, dass man sich einem gewissen Risiko aussetzt. Je älter Frauen werden, und je länger sie bereits mit der Pille verhütet haben, desto mehr reift in vielen von ihnen der Wunsch sich nicht mehr dauerhaft dem Risiko von Nebenwirkungen aussetzen zu müssen. Manche Frauen sind auch derart stark von Begleiterscheinungen der Pille betroffen, dass sie aus diesem Grund pillenmüde werden. Sie wünschen sich schlicht ihr normales Leben zurück, das sie vor der Einnahme der Pille hatten.

Welche Nebenwirkungen kann die Pille haben?

Viele Begleiterscheinungen treten lediglich in den ersten drei Monaten der Pilleneinnahme auf. Der Grund für die zeitlich begrenzten Nebenwirkungen ist, dass sich der weibliche Körper zunächst an die ungewohnten Hormone gewöhnen muss, die durch die Pille aufgenommen werden. Dadurch kann es zu häufiger Übelkeit und einem Spannen in der Brust kommen. Auch Zwischenblutungen sind möglich. Häufig leiden Frauen unter Kopfschmerzen und extremen Stimmungsschwankungen, wenn sie mit der Einnahme der Pille beginnen. In Ausnahmefällen kann es zu Thrombosen und Embolien kommen. Diese Risiken sind während der kompletten Dauer der Pilleneinnahme vorhanden.

Wenn Raucherinnen pillenmüde sind

Frauen, die rauchen sind besonders häufig pillenmüde. Das hat einen einfachen Grund. Das Rauchen erhöht das Risiko von Gefäßerkrankungen. Damit sind unter anderem Embolien und Thrombosen gemeint, aber auch noch weitere Erkrankungen dieser Art. Nimmt eine Frau, die raucht darüber hinaus auch noch die Pille, steigt ihr Risiko noch weiter an, da die Hormone in der Pille die Gefahr einer Gefäßerkrankung steigern. Diese liegt dann ungefähr 20 Mal bis 85 Mal höher als bei Frauen, die nicht rauchen und nicht die Pille nehmen.

Was störte pillenmüde Frauen noch an der Einnahme der Pille?

Viele pillenmüde Frauen, die die Pille letztlich abgesetzt haben, geben an, dass sie pillenmüde wurden, weil diese Form der Verhütung für sie selbst mit viel Aufwand verbunden war. Einerseits verstehen viele junge Frauen nicht mehr warm sie alleine die Verantwortung für die Verhütung tragen sollen. Sie möchten, dass auch der Mann seinen Teil zur Verhütung beiträgt. Andere pillenmüde Frauen hatten zwar kein Problem damit die alleinige Verhütungsverantwortung zu tragen, geben jedoch an, dass sie öfter vergessen hatten die Pille einzunehmen. Die Pille muss immer zu einem bestimmten Zeitpunkt und regelmäßig geschluckt werden, sonst wirkt sie nicht. Somit empfanden es pillenmüde Frauen häufig als sehr großen Aufwand an die Einnahmezeiten zu denken.

Was bedeutet SSBBW? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff SSBBW stammt aus dem amerikanischen Sprachgebrauch. Die Abkürzung steht für „Super Sized Big Beautiful Woman“ und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter zusammen. Frei übersetzt steht es für „Sehr große schöne Frau“. Während Frauen mit leichtem bis mittlerem Übergewicht als BBW bezeichnet werden, meint SSBBW Frauen mit extrem starker Fettleibigkeit.

Was bedeutet SSBBW? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Fat-Acceptanz Bewegung in den USA engagiert sich gegen die Diskriminierung von übergewichtigen Menschen. Die Bewegung prägte erstmals den Begriff „BBW“ für „Big Beautiful Woman“. Das Kürzel und der Begriff finden Verwendung in Datingprofilen als Hinweis für kräftig gebaute Frauen mit leichtem Übergewicht oder auch nur starken weiblichen Körperbau. In der bildenden Kunst und in der Mode ist der Begriff ebenfalls öfter als eingrenzender Hinweis zu finden.

„Super sized Big Beautiful Woman“ sind im Gegensatz zu „Big Beautiful Woman“ Frauen, die nicht nur dick, sondern extrem übergewichtig sind. Die Grenzen sind nicht klar definiert, aber in der Regel ist ein Körpergewicht ab 150 kg gemeint. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat der Begriff einen romantischen Bezug und meint eine Frau, die stark fettleibig ist und als romantisch anziehend empfunden wird. Diese romantische Neigung kann ein Fetisch sein, muss es aber nicht. In der Erwachsenenfilmindustire hat die Fettpräferenz einen großen Stellenwert, was auch als Hinweis gewertet wird, dass viele Menschen mit dieser Neigung ihre Vorlieben nicht öffentlich ausleben.

Deutsche Gruppen und Vereine, die sich für die Akzeptanz und Stärkung des Selbstbewusstseins übergewichtiger Menschen einsetzen, nutzen die Begriffe „BBW“ und „SSBBW“ mittlerweile nicht mehr.

Verwandte Begriffe: SSBBW, SSBHM

Der Begriff Rubensfrau oder Rubensfigur hat eine ähnliche Bedeutung, allerdings in der Regel ohne geschlechtliche Konnotation. Der Barockmaler Peter Paul Rubens malte üppige Frauen mit starken weiblichen Rundungen, die dem Schönheitsideal der damaligen Frau entsprachen.

Männer mit starker Fettleibigkeit werden als SSBHM, „super sized big handsome man“ bezeichnet.

Was ist Greenwashing? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Greenwashing bezeichnet den Versuch von Unternehmen oder Organisationen, sich ein umweltfreundliches, CO2-neutrales und klimagerechtes Image zu verpassen.

Was ist Greenwashing? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Fall des Greenwashings wird dieses Image jedoch nicht durch nachhaltige grüne Strategien untermauert, sondern bloß als solche nach außen kommuniziert. Greenwashing ist also der Versuch, sich umweltfreundlicher darzustellen, als man ist.

Der englische Begriff „Greenwashing“ setzt sich aus den Wörtern „green“ (grün) und „to wash“ (waschen) zusammen: sich grünwaschen. Im Deutschen gibt es den äquivalenten Begriff der Grünfärberei. Greenwashing ist damit das Gegenteil von eigentlichem ökologischem Handeln. Es ist ein als ökologisches Bewusstsein getarntes Nichthandeln oder gar eine unter einem grünen Deckmantel vorangetriebene Naturausbeutung.

Greenwashing als Marketing und PR

Der Naturschutz ist in den letzten Dekaden sichtbar in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Das liegt auch an den Konsequenzen des Klimawandels, die zusehends im Alltag der Menschen spürbar sind. Von Naturkatastrophen über Ausbeutung bis Rohstoffknappheit haben sich in den letzten Jahrzehnten Phänomene hervorgetan, die den Raubbau an der Natur verdeutlichen. Im Rahmen der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen von 2015 wurde beispielsweise das 1,5-Grad-Ziel festgelegt: der Versuch der teilnehmenden Staaten, die Erderwärmung zu bremsen. 2018 formte sich die Jugendbewegung Fridays for Future, die aus dem schwedischen SKOLSTREJK FÖR KLIMATET entstand und mit entsprechenden Demonstrationen für Druck von der Straße sorgte. Unter diesen Eindrücken hat unter anderem das Europäische Parlament 2019 den Klimanotstand ausgerufen.

Diese Entwicklungen unterstreichen: Für Mensch und Gesellschaft ist der Klimaschutz eines der wichtigsten Themen der Gegenwart geworden. Eine nachhaltige, klimafreundliche und umweltschützende Politik gehört zu den Kernfragen des modernen Zusammenlebens. Im Rahmen dieser Entwicklungen ist auch das Handeln von Unternehmen in den Fokus gerückt. Für ein Unternehmen kann es – ob dieser öffentlichen Einstellung zum Klimaschutz und zur Umweltfreundlichkeit – wichtig sein, sich als nachhaltig und umweltbewusst zu präsentieren. Der bewusste Konsument möchte Produkte kaufen, die dem Planeten nicht nachhaltig schaden.

Einige namhafte Unternehmen versuchen, diese Ausbeutung zu reduzieren – vom bewussteren Umgang mit Stoffen wie Plastik oder Palmöl bis zur Bemühung um klimaneutrale Produktion. Doch dieses Phänomen ist bei weitem nicht flächendeckend. Und es gibt Unternehmen, deren Betätigungsfeld darauf ausgerichtet ist, den Abbau elementarer Rohstoffe der Erde fortzuführen und nicht nachhaltig produzierte Waren anzubieten. Solche Unternehmen findet man zuweilen im Energiesektor, im Transport, im Bergbau und in der Rohstoffverarbeitung. Da erfolgreiche Unternehmen aber vor allem von ihrem Image leben und mit guten Produkten werben möchten, taucht das Phänomen des Greenwashings auf. Es wird für die Öffentlichkeit eine Nachhaltigkeit präsentiert, die bei genauem Hinschauen nicht umgesetzt wird. Das Produkt oder das Unternehmen soll so nützlicher oder attraktiver erscheinen, als es wirklich ist.

Nachhaltigkeit vs. Greenwashing – Die Unterschiede

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass es beim Thema Umweltschutz nicht nur um Klimawandel geht, sondern auch um den Kampf gegen die Verschmutzung des Planeten sowie die Ausbeute natürlicher Rohstoffe. Umweltfreundliche Unternehmenspolitik sowie das kontrastierende Greenwashing beziehen sich also auf den ganzen Komplex der ökologischen Nachhaltigkeit. Doch wie unterscheidet sich ein nachhaltiges Unternehmen von jenem, das Greenwashing betreibt?

Auf den ersten Blick kann es für einen Durchschnittsbürger schwer sein, Greenwashing und Nachhaltigkeit zu unterscheiden. Etiketten und Werbeslogans suggerieren gerne, dass sich ein Unternehmen nachhaltig verhält. Doch: Handelt es sich um genuinen Umweltschutz oder um das Interesse eines Unternehmens, ein grünes Image zu pflegen? Greenwashing unterscheidet sich von nachhaltigem Handeln dadurch, dass es sich dabei primär um eine Marketingstrategie handelt, während eigentliche Nachhaltigkeit oft einen Wandel der Unternehmenskultur hin zu umweltfreundlicher Produktion bedeutet. Ein Unternehmen, das offensiv mit nachhaltigen Produkten und einem grünen Image wirbt, kann deutlich umweltschädlicher sein, als ein Unternehmen, das sich weniger offensiv als grün darstellt. Denn entscheidend ist nicht das Image, sondern die Nachhaltigkeit im Unternehmen selbst.

Greenwashing ist prinzipiell ein Marketingkonzept. Die eigentliche Nachhaltigkeit findet ihren Niederschlag in ökologischen Produktionsprozessen, der umweltbewussten infrastrukturellen Organisation und den nachhaltigen Energiefragen eines Unternehmens. Besonders offensiv präsentierte Etiketten oder an den umweltbewussten Kunden gerichtete Werbeslogans sind also nicht gleichbedeutend mit nachhaltiger Unternehmenspolitik.

Methoden des Greenwashings

Die Methoden des Greenwashings wurden von Unternehmen über die Jahre verfeinert. Eine populäre Möglichkeit ist beispielsweise, grün erscheinende Etiketten und Siegel zu verwenden, die Nachhaltigkeit suggerieren. Ein Beispiel sind Etiketten, die einen ökologischen Anbau des Produktes bewerben. Doch neben den offiziellen seriösen Bio-Siegeln gibt es auch Etiketten, Siegel und Produktnamen, welche nur bedingt Nachhaltigkeit bedeuten.

Auch haben sich besonders perfide Taktiken des Produktvergleichs verbreitet. Beispielsweise kann es sein, dass ein Unternehmen zu seinem Benefit ein nur bedingt umweltfreundliches Produkt mit einem noch schädlicheren Produkt vergleicht, um dessen Eigenschaften ökologisch positiv darstehen zu lassen. Auch gibt es Methoden von Herstellern, um nachhaltige Inhaltsstoffe eines Produktes hervorzuheben, während schädlichere Inhaltsstoffe desselben Produktes nur im Kleingedruckten zu erkennen sind. Alternativ kann ein Unternehmen auch sein Image durch ein tatsächlich nachhaltig hergestelltes Produkt aufpolieren, das die umweltschädlicheren Produkte des Sortiments taktisch überstrahlt. Das Unternehmen verpasst sich und seinem Produkt also ein gewisses Image, das nicht der kompletten Realität entspricht.

Ein Klassiker ist nicht zuletzt der irreführende Werbeslogan, der sich an eine umweltbewusste Zielgruppe richtet. Gerne wird Nachhaltigkeit impliziert, ohne inhaltlich darzulegen, worin diese besteht. Schwammige oder nicht-definierte Aussagen können alternativ in ein weiteres Extrem abdriften: klaren Unwahrheiten und Falschaussagen. Auch sie sind ein Teil des Marketingspektrums beim Greenwashing.

Greenscamming – Eine Sonderform

Ähnlich des Greenwashings, häufig auch als Teil des Phänomens angesehen, ist das Greenscamming. Über diese PR-Methode geben Unternehmen sich selbst oder Produkten Namen, die Nachhaltigkeit oder grüne Unternehmenspolitik implizieren. Diese Methodik ist nicht selten bei Unternehmen verbreitet, die eigentlich das Gegenteil tun: Der Umwelt zu schaden.

Um sich selbst ein besseres Image zu verpassen, wird beim Greenscamming das Unternehmens- bzw. Produktlabel so entwickelt, dass es eine nachhaltige Unternehmenspolitik suggeriert. Derlei Verhaltensweisen sind nicht ohne biologisches Vorbild: Diese Täuschung erinnert an das Mimikry in der Natur, um im Gegenüber einen Eindruck zu erwecken, der allerdings wenig mit der Realität zu tun hat.

Die schädlichen Resultate des Greenwashings

Das Fatale an Greenwashing sind die umweltschädlichen Implikationen. Auch deshalb wird die Methode in der Öffentlichkeit mittlerweile kritisch gesehen. Schließlich wird dem Kunden eine Nachhaltigkeit suggeriert, die in der Realität gar nicht existiert. Das führt zu sichtbaren negativen Konsequenzen. Wird ein Produkt besonders offensiv mit Nachhaltigkeit beworben, zieht es speziell Kunden an, die ein Interesse an einem umweltfreundlichen Konsum haben. Befindet sich der Kunde im Glauben, ein nachhaltiges Produkt gekauft zu haben, das in Wirklichkeit der Umwelt allerdings gar nicht zuträglich ist, wurde eine gute Intention in eine schädliche Konsequenz verwandelt. Es wurde das Gegenteil dessen bewirkt, was der Kunde mit dem Kauf eigentlich erreichen wollte. Dieser bittere Beigeschmack kann zum Zynismus beim Kunden führen.

Mit dem täuschenden Greenwashing kann beispielsweise die Umweltzerstörung und der Klimawandel nicht effektiv bekämpft werden, wenn vermeintlich umweltfreundliche Produkte eigentlich umweltschädlich sind. Es handelt sich um eine Form der Täuschung, die per Greenwashing in verschiedensten Abstufungen auftritt.

Zu den fatalen Folgen des Greenwashings gehören die Signale an die tatsächlich nachhaltige Konkurrenz: Es reicht, sich ein grünes Image zu verpassen – es muss nicht nachhaltig gehandelt werden. Aufwändige Unternehmensreformen für eine nachhaltige Produktion – die teils kostspielig und infrastrukturell herausfordernd sind – werden so in den Hintergrund gedrängt von Unternehmen, die kein ökologisches Interesse haben – und bloß offensives grünes Marketing betreiben. Unter den Konsumenten kann in Folge gar eine Indifferenz entwickeln: Wenn überall Nachhaltigkeit oder grüne Produkte beworben werden, dann zerfließen die Unterschiede. Das eigentlich nachhaltige Unternehmen wird dank offensiven Marketings so mit einem Umweltsünder gleichgestellt.

Greenwashing: Regulierungsversuche des Phänomens

Aus den obengenannten Gründen ist das Greenwashing mittlerweile zu einem Thema der Politik geworden. Mittlerweile haben einflussreiche Staaten regulatorische Maßnahmen ergriffen. Formen des Greenwashings gelten heute als Täuschung oder irreführende Werbung (Stichwort: False Advertising).

Beispielsweise gibt es in den USA Guidelines und Gesetzgebungen, die verbieten, Produkte als besonders ökologisch hervorzuheben, wenn deren ökologischer Benefit marginal ist. Auch die EU hat in den letzten Jahren einen stärkeren Fokus auf die Bekämpfung von Greenwashing gelegt. In Norwegen dürfen Autohersteller in der Regel nicht mit Begriffen wie umweltfreundlich oder grün werben – dafür sorgen die strengen Werberichtlinien des Landes.

Doch Greenwashing tritt heute in verschiedensten Facetten auf. Zuweilen geht es um Grauzonen, die von einigen Unternehmen gekonnt genutzt werden. Dem Verbraucher fällt es daher häufig schwer, ein genuin umweltfreundliches Produkt von einem mit aggressiven Greenwashing beworbenen eigentlich aber schädlichen Produkt zu unterscheiden. Beim Greenwashing geht es daher auch um Fragen des modernen Verbraucherschutzes.

Überblick: Zusammenfassung des Greenwashings

Greenwashing ist eine Marketingstrategie, die Unternehmen und Produkte als besonders nachhaltig darstellt. Doch statt wirklich ökologisch sind mit Greenwashing beworbene Produkte häufig eben nicht nachhaltig. Es gibt verschiedene Facetten des Greenwashings – vom verwandten Greenscamming über Etikettenschwindel bis zu irreführenden Werbeslogans. Da Greenwashing negative Implikationen für die Umwelt hat – das scheinbar umweltfreundliche Produkt ist eben nicht umweltfreundlich – hat die Politik international in den letzten Jahren zu regulierenden Maßnahmen gegriffen. Denn Greenwashing und Umweltfreundlichkeit sind häufig das genaue Gegenteil.

Was bedeutet Schnitzelpanik? Bedeutung, Definition, Erklärung


Hat jemand „Schnitzelpanik, so hat diese Person Angst nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Der Ausdruck „Schnitzelpanik“ hat seine Wurzeln in Österreich und geht darauf zurück, dass jemand bei einem erneuten Lockdown kein Schnitzel mehr im Restaurant essen kann.

Mit dem Begriff Schnitzelpanik hat sich eine neue Begrifflichkeit ihren Weg in die Öffentlichkeit gebahnt, welche im Vorfeld so nicht bekannt war. Aufgekommen ist der Begriff Schnitzelpanik im Zusammenhang mit den Corona Regelungen, die nun in Österreich ihre Anwendung finden werden.

Was bedeutet Schnitzelpanik? Bedeutung, Definition, Erklärung

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass es sich um die Befürchtung von Österreicherinnen und Österreichern handelt, nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Zu diesem gesellschaftlichen Leben gehört zweifelsohne auch der Besuch in einem der vielen Restaurants, die das Land so zu bieten hat. Da unter anderem das Wiener Schnitzel als Nationalspeise Österreichs gilt, trifft der Begriff der Schnitzelpanik den gesellschaftlichen Ausschluss durch die 2G Regel besonders gut. Nicht mehr dabei sein zu können und im Kreise der Freunde oder Familie im Restaurant, in der Bar oder auf einer Veranstaltung zu sitzen, das treibt die Menschen in die Enge und führt dazu, dass sie sich mit einer manchmal gar panischen Reaktion konfrontiert fühlen.

Österreich schaltet in den 2G Modus: Die Schnitzelpanik greift um sich

Man könnte meinen, die Schnitzelpanik ist von Entscheidungsträgern in Österreich ganz bewusst hervorgerufen worden. Schließlich geht es sicherlich auch darum, die Menschen von der Impfung gegen Corona zu überzeugen, die bisher noch nicht den Schritt gemacht haben. Da es keine faktische Impfplicht gibt, sind es Mittel und Wege um die Menschen dennoch von der Notwendigkeit der Impfung zu überzeugen. Ob die Schnitzelpanik am Ende zu mehr Impfungen oder Protesten in der Bevölkerung Österreichs führen wird, muss zunächst abgewartet werden. Ohne Zweifel handelt es sich jedoch um den Ausschluss aus einem gesellschaftlichen Feld, welches den Menschen viel bedeutet und ein Stück Lebensqualität gibt. Wenn nun ein immer noch beträchtlicher Teil der Menschen des Landes nicht mehr an diesem Bereich teilnehmen kann, dann reicht die Schnitzelpanik auch in weitere Bevölkerungsteile, die indirekt betroffen sind.

Was bedeutet „Let’s go Brandon“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Let’s go Bandon!“ ist ein konservativer politischer Schlachtruf, der von Trump-Fans, Republikanern und Biden-Gegner verwendet wird. Wer den Ruf „Let’s go Bandon“ verwendet, zeigt damit seine Zugehörigkeit zu den Republikanern, Trump und Biden-Gegnern.

Er ertönt in den großen Football-Stadien der USA, der NBA, dem Motorsport und auf öffentlichen Plätzen: „Let’s go Brandon!“ Der viral gegangene Schlachtruf ist in den Vereinigten Staaten von Amerika derzeit in aller Munde. Seine Entstehung ist eine skurrile Mischung aus Zufall und Spontanität – und hat sich mittlerweile zum handfesten Politikum gemausert.

„Let’s go Brandon“: Ursprung, Herkunft

Im Grunde geht es um einen lapidaren Anfeuerungsruf des Rennfahrers Brandon Brown, welcher nach einem seiner NASCAR-Wettkämpfe Anfang Oktober der Reporterin Kelli Stavast ein Interview gibt. Von den Rängen sind laute „F_ck Joe Biden“-Rufe zu hören, was die Reporterin veranlässt, bewusst oder unbewusst, daraus ein ‚Let’s go Brandon!‘ zu konstruieren. Das Interview ging schnell viral und die hohen Wellen, die es schlug, sollten sich in der Folge zu einem wahren sportpolitischen Tsunami entwickeln. Bis heute hallen die Rufe nach – und ein vorläufiges Ende scheint nicht in Sicht.

Pünktlich mit dem Start der College-Football-Saison 2021 Anfang September waren es „F_ck Joe Biden“-Chöre, welche lauthals auf den stimmungsvollen Tribünen der Stadien skandiert wurden. Die Anti-Biden-Schmähgesänge sind gewissermaßen als Vorstufe zu den „Let’s go Brandon!-Rufen“ zu verstehen. Der laut aktueller Umfragen in den USA immer unbeliebtere Präsident Biden bekommt den Unmut vieler Amerikaner auf diese Weise zu spüren.

Was bedeutet „Let’s go Brandon“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ex-Präsident Donald Trump zeigt sich erheitert über den neuen Ohrwurm „Let’s go Bandon!“ und auch die direktere Version, in Form von „F_ck Joe Biden“, die mehr oder weniger als Synonym dazu interpretiert werden darf, kommt beim ihm gut an. Vor allem Trumps Anhängerschaft ist es, die bereitwillig jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen weiß, um ein politisches Signal in Richtung Biden zu senden.

In den USA gilt der Schlachtruf mittlerweile als „Code“ für eine politische Zugehörigkeit. Im konkreten Fall bezieht sich der Anti-Biden-Ruf auf zumeist den Republikanern zugewandten Personen, die sich damit einen verbalen Schlagabtausch mit den aus ihrer Sicht verhassten Demokraten liefern. Letzteren gehört auch Präsident Joe Biden an. Es handelt sich bei „Let’s go Brandon!“ also um weitaus mehr als nur einen Schlachtruf. Politische Grabenkämpfe zweier verfeindeter Parteien und alte Wunden – aus Sicht vieler Trump-Anhänger ist Joe Biden nur dank einer gestohlenen Wahl an die Macht gekommen – reißen auf.

Die Tatsache, dass ein Schlachtruf eine solche Dimension auch auf politischer Ebene auslöst, verdeutlicht, dass die USA ein tief gespaltenes Land sind und lässt die Emotionen auf beiden Seiten überaus hochkochen. Große Menschenmassen wie das Publikum eines Baseball-Spiels oder Protestmärsche eignen sich hervorragend zur Verbreitung von Sprechchören wie diesen. Die Art der Kommunikation ist schnell, direkt und vor allem nachwirkend aufgrund der zahlreichen Verbreitungsmöglichkeiten. Das sprachwissenschaftliche Prinzip von Sender und Empfänger kommt anhand dieses Beispiels perfekt zum Tragen.

Instrumentalisierung des Sports

Die Tatsache, dass der Sport von der Politik für eigene Zwecke instrumentalisiert und medienwirksam vermarktet wird, ist im 21. Jahrhundert zur Normalität geworden. Die Sprechchöre aus den Stadien dienen den politischen Funktionären als gefundenes Fressen, um ihre Agenda für Wahlkampfzwecke genüsslich auszuschlachten. So beendete Floridas Abgeordneter Bill Posey eine seiner Reden im Repräsentantenhaus mit den Worten „Let’s go Brandon!“. Auch weitere politische Entscheidungsträger, wie der Texaner Ted Cruz, ließen es sich nicht nehmen, mit stolzer Miene ein Plakat von Brandon Brown in die Luft zu recken. Damit ist der Wahlkampf ums Weiße Haus bereits früh ausgerufen. Joe Biden war erst im November 2020 zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die politische Stimmung in Land angespannt, vielerorts gar vergiftet. Es schien, als könne ein Funke einen Flächenbrand auslösen. ‚Let’s go Brandon!‘ kam für die in großen Teilen republikanischen Sympathisanten der Sprechchöre mehr als willkommen. Die Ablehnung Bidens und seiner Demokraten gegenüber manifestiert sich in diesen drei Worten.

Soziale Medien als Multiplikator und Anheizer

In Zeiten von Social Media bleibt ein Schlachtruf wie dieser nicht in den Stadien, sondern schwappt unaufhaltsam wie eine Welle über das ganze Land – Facebook, Twitter, Instagram und Co. sei Dank. Aufgrund der immensen Dynamik des Songs hat er es mittlerweile bis in die US-Musikbranche geschafft, genauer gesagt in die iTunes-Charts. Aufgrund der medialen Berichterstattung bleiben die Sprechchöre aktuell. Die sozialen Medien wirken in diesem Fall wie ein Brandbeschleuniger. Von einer zunehmenden Radikalisierung unter Trumps Anhängerschaft muss ausgegangen werden. Die Stimmung in den USA droht abermals zu kippen – unfreiwillig ausgelöst durch ein vermeintlich harmloses Interview eines Rennfahrers namens Brandon.

Was bedeutet „Kurzstrecken Uschi“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Politikerin Ursula von der Leyen erhielt den Spottnamen „Kurzstrecken Uschi“ als im November 2021 bekannt wurde, dass sie am 21. Juni 2021 für eine Strecke von 47 Kilometern ihren Privatjet nutzte, um von Wien nach Bratislava zukommen.

Der Flug dauerte 19 Minuten und verursachte 1.130 Kilogramm CO2. (Die gleiche Strecke hätte mit dem Auto rund eine Stunde gedauert.) Sie nutzte den Jet in ihrer Funktion als Präsidentin der Europäischen Kommission.

Kurz nach dem Bekanntwerden trendete auf Twitter der Hashtag: #KurzstreckenUschi

Siehe: Politiker-Spottnamen

Kurzstrecken Uschi: Kritik, Bedeutung, Erklärung

Ursula von der Leyen wurde für das Nutzen des Privatjets für die Strecke von 47 Kilometern stark kritisiert, da dies Klimaschutzambitionen und Klimaschutzziele konterkariert. Sie wurde dafür kritisiert, dass sie zwar mehr Klimaschutz einfordert, aber selbst keine Vorbildrolle bzw. Vorbildfunktion mit ihrem Verhalten einnimmt oder etwaiges Verhalten vorlebt. (Dies nennt man „Doppelmoral“ und Scheinheiligkeit.)

Die Kritik kam aus den eigenen Reihen, aber auch von anderen. Der Generalsekretär des Europäischen Steuerzahlerbundes, Michael Jäger, äußerte sich, dass der Flug dreifach teuer sei. Dieser Flug kostet Steuergeld, Zeit zum Flughafen und Glaubwürdigkeit. Michael Jäger äußerte sich weiterhin, dass der Flug eine „ökologische Sünde“ sei.

Ein Sprecher erklärte, dass verschiedene Verkehrsoptionen geprüft wurden und es keine andere logistische Alternative zum Flug gegeben habe. Der Sprecher erklärte, dass ein Folgetermin und Bedenken wegen dem Coronavirus zu der Entscheidung für den Privatjet führten. Ursula von der Leyen hatte nämlich am gleichen Tag einen Abendtermin in Riga. (Der Termin in Bratislava war also ein Zwischenstopp.) Weiterhin war nicht klar, wie sich das Coronavirus auf Linienflüge oder den Zugverkehr auswirkte.

In den sozialen Medien reagierte viele Nutzer mit Häme. Unter dem Hashtag #KurzstreckenUschi teilten sie ihre Gedanken mit. Grundtenor war: Während von den Bürgern der EU Einschränkungen (wegen dem Klima) gefordert und erwartet werden, scheint dies für Politiker nicht zu gelten. Während Politiker auf Steuerkosten Reisen und CO2-Ausstoß verursachen, müssen Bürger sich bei steigenden Benzinpreisen einschränken und auf ihre gewohnte Freiheit verzichten.

Insbesondere wurde Ursula von der Leyen im Sinne von Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ kritisiert: Wasser predigen und Wein trinken. Solche Scheinheiligkeit führt zum Verlust der Glaubwürdigkeit und führt im schlimmsten Fall dazu, dass ehrliche Klimaschutzforderungen nicht mehr ernst genommen werden.

Was ist der Striketober? Gründe, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Häufung der Arbeitsniederlegungen im Oktober 2021 hat Journalisten dazu veranlasst, diesen Monat als „Striketober“ zu bezeichnen.

Zehntausende von US-Beschäftigten streiken entweder oder stehen kurz davor.

Was ist der Striketober? Gründe, Bedeutung, Definition, Erklärung

Überall in den Vereinigten Staaten streiken Zehntausende von organisierten Arbeitnehmern in einem der sichtbarsten industriellen Aufstände seit Jahrzehnten.

Während des gesamten Oktobers waren die Arbeitsniederlegungen so weit verbreitet, dass einige Experten den Monat „Striketober“ nannten, eine bunte Abkürzung für Dutzende von Streiks, die sogar einen eigenen Hashtag hat.

Seit Beginn des Monats:

  • 1.400 Kellogg’s-Fabrikarbeiter haben in vier Bundesstaaten die Arbeit niedergelegt
  • 10.000 Beschäftigte der John Deere-Fabrik haben zum ersten Mal seit 35 Jahren die Arbeit niedergelegt
  • die Gewerkschaft, die 60.000 Film- und Fernsehschaffende vertritt, hat einen Streik, der in Hollywood ein Chaos hätte auslösen können, nur knapp abgewendet.

Gründe und Ursachen: Striketober

Die Forderungen der Arbeitnehmer sind in den verschiedenen Branchen und an den verschiedenen Arbeitsplätzen unterschiedlich.

Zunehmend prekäre Arbeitsplätze und stagnierende Löhne sowie der Stress einer Pandemie, die in den USA fast 750.000 Todesopfer gefordert hat, führen jedoch zu einem dringenden Drängen auf Veränderungen.

„In den letzten Jahren – und insbesondere in den letzten beiden Jahren im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie – haben die US-Arbeitnehmer das Gefühl, dass sie für selbstverständlich gehalten werden und lange Stunden unter immer schlechteren Bedingungen arbeiten“, so Dr. Kate Bronfenbrenner, Arbeitswissenschaftlerin an der Cornell University.

„Sie fragen sich: ‚Wofür?‘ Was haben sie davon gehabt und ‚War es das wert?'“

Striketober und die Pandemie

Die weitreichende Bewegung, die den Oktober überdauern soll, wurde bereits mit den Occupy-Wall-Street-Protesten nach der globalen Finanzkrise 2008 verglichen.

Auf einer Online-Streikkarte, die von einer nationalen Koalition von Gewerkschaften betrieben wird, sind derzeit zahlreiche Aktivitäten verzeichnet – und das sind nur die offiziellen Arbeitskampfmaßnahmen.

Andere Formen des spontanen Protests, die über WhatsApp, TikTok, Instagram und andere Kanäle stattfinden, sind in der Liste nicht berücksichtigt.

„Die Menschen kämpfen immer noch darum, über die Runden zu kommen“, sagte Dr. Bronfenbrenner.

„Sie haben Probleme, ihre Krankenversicherung zu bezahlen. Sie können kein Geld für die Kinderbetreuung aufbringen. Es gibt keinen bezahlten Urlaub.

Die erste groß angelegte Aktion von Striketober fand beim Müslihersteller Kellogg’s statt.

Am 5. Oktober beschlossen die Beschäftigten von Fabriken in mehreren Bundesstaaten, gegen ein umstrittenes, zweistufiges Lohnsystem zu streiken.

Nach Ansicht der Streikenden würde dieses System den derzeitigen und künftigen Beschäftigten Leistungen entziehen.

„Ich denke, dass die Arbeitnehmer in diesem Moment einen neuen Einfluss verspüren, insbesondere nach der Pandemie, in der sie als unverzichtbar und nicht als entbehrlich angesehen wurden“, sagte Corrina Christensen, eine Sprecherin der Gewerkschaft, die die Arbeitnehmer vertritt.

„Sie haben die Entscheidung getroffen, sich nicht länger mit weniger zufriedenzugeben.

Mehrere demokratische Politiker haben ihre Unterstützung für den Streik bekundet, darunter der progressive Senator Bernie Sanders.

In einer Erklärung sagte ein Sprecher von Kellogg’s, das Unternehmen sei bereit, mit den Beschäftigten zu verhandeln, und ermutigte sie, zur Arbeit zurückzukehren.

„Wir schätzen alle unsere Mitarbeiter und erkennen ihre Bemühungen an, insbesondere während dieser globalen Pandemie“, so der Sprecher.

Striketober: Prioritäten

Nicht nur Senator Sanders und seine progressiven Kollegen haben sich hinter die Gewerkschaften gestellt.

Präsident Joe Biden verspricht, einer der gewerkschaftsfreundlichsten Präsidenten der Geschichte zu werden.

Er hat wiederholt gesagt, dass die Gewerkschaften „die Mittelklasse aufgebaut haben“, und sogar eine spezielle Arbeitsgruppe zur Förderung ihrer Mitgliedschaft ins Leben gerufen.

Einer Umfrage vom September zufolge befürworten 68 Prozent der Amerikaner die Gewerkschaften, was den höchsten Wert seit 1965 darstellt.

Trotz des wiedererwachten Interesses an der Gewerkschaftsbewegung hat sich Amerika monatelang über einen offensichtlichen Arbeitskräftemangel und ein schleppendes Wirtschaftswachstum aufgeregt.

„Ich glaube, wir vergessen, dass wir es mit einer Pandemie zu tun haben“, sagte Christopher R. Martin, Autor und Journalismusprofessor an der University of Northern Iowa.

„Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum die Menschen nicht wieder arbeiten gehen.

Dazu gehören laut Martin gefährliche Arbeitsplätze, ein verspätetes Trauma aus den letzten 18 Monaten, ein anhaltender Mangel an Kinderbetreuungsmöglichkeiten und die einfachste Erklärung von allen: Einige derjenigen, die es können, arbeiten lieber von zu Hause aus.

Allein im August kündigten 4,3 Millionen von rund 160 Millionen amerikanischen Arbeitnehmern ihren Job, so das US Bureau of Labor Statistics.

Die sogenannte „Große Resignation“ könnte durchaus auf eine tiefgreifende Veränderung in der nationalen Psyche hindeuten, die über die Möglichkeiten eines angespannten Arbeitsmarktes hinausgeht. (siehe: Was ist Antiwork?)

„Streiks waren schon immer die einfachste Art der Berichterstattung, weil es sehr, sehr klar ist, was passiert“, sagte Martin.

„Es gibt zwei Seiten und einen Konflikt, also ist es eine wirklich gute Geschichte. Aber ich denke, es gibt auch jenseits von Streiks wirklich gute Geschichten zu erzählen.

Was ist Freebooting? Bedeutung, Definition, Erklärung


Freebooting ist eine digitale Art der Urheberrechtsverletzung bei der Inhalte, in der Regel in Form von Videos, aus dem Internet heruntergeladen und anschließend selbst verwertet werden. Dabei kennzeichnet diejenige Person, die ein Video erst herunter- und dann selbst wieder ins Internet hochgeladen hat nicht, dass es sich nicht um ein selbst erstelltes Video handelt. Auch die Person, die das Video ursprünglich gedreht hat wird nicht genannt und auch nicht gefragt, ob ihr Video benutzt werden darf.

Wo kommt Freebooting am häufigsten vor?

Am häufigsten wird Freebooting auf Plattformen der sozialen Medien betrieben. Das sind zum Beispiel Facebook, Instagram oder auch YouTube.

Woher kommt der Begriff Freebooting?

Der Begriff Freebooting ist eine Zusammensetzung zweier englischer Begriffe. free bedeutet soviel wie frei, gratis oder umsonst. Mit booting beschreibt man in der englischen Sprache den Vorgang, wenn ein Webinhalt ins Internet hochgeladen wird.

Warum Freebooting falsch ist

Freebooting ist vor allem für die Personen, die selbst Internet-Videos erstellen ein Problem. Denn unter Umständen verdient die Person, die ein Video unerlaubt zweitverwertet Geld damit, das am Ende eigentlich demjenigen, der das Video geschaffen hat zustehen würde. So ist es in der Vergangenheit häufig geschehen, wenn etwa Zeitschriftenverlage oder Fernsehsender Augenzeugen-Videos zu bestimmten Ereignissen wie Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder auch Sportereignissen ungefragt für ihre eigenen Nachrichtenseiten auf Instagram, YouTube oder Twitter benutzt haben. Umso schwerer wiegt deren Vergehen, wenn Videos von Urhebern benutzt wurden, die selbst im Kleinen journalistisch tätig sind und etwa als freie Journalisten arbeiten. Denn schließlich leben sie letztendlich von der Erstellung tagesaktueller Inhalte für das Internet oder für Print-Medien.

Außerdem kommt es natürlich vor, dass der Ersteller eines Videos mit dem Erscheinen seiner Inhalte unter dem Label eines bestimmten Mediums nicht einverstanden ist. Beispielsweise kann dies geschehen wenn ein Verlag sich eines Videos bemächtigt und der Ersteller mit den grundsätzlichen Linien, die dieses Verlagshaus vertritt, in keiner Weise übereinstimmt.

Was kann ein Urheber eines Videos selbst gegen Freebooting unternehmen?

Zunächst einmal ist es häufig gar nicht so leicht hinter Freebooting zu kommen. Denn die meisten illegal zweitverwerteten Videos haben viel zu geringe Klickzahlen, als dass jeder Urheber automatisch bemerken müsste, dass sein Video an falscher Stelle hochgeladen wurde. Meist kommen diese Machenschaften erst dann ans Licht, wenn ein Video, was die Klickzahlen anbetrifft, richtig durch die Decke schießt. Dann ist es für den Urheber zunächst ratsam diejenige Person direkt anzusprechen, die das Video unerlaubt hochgeladen hat. Dies kann über den entsprechenden Social Media Account, auf dem das Video nun erschienen ist, geschehen.

Man sollte sich als Urheber des Videos zu erkennen geben und darum bitten es umgehend zu löschen, oder nachträglich die Quelle auszuweisen. Passiert danach nichts, kann man eine urheberrechtliche Abmahnung setzen.

Was passiert nach einer Abmahnung?

Die Folge einer solchen Abmahnung können etwa die Einforderung von Schadensersatz für das Vertreiben nicht autorisierter Inhalte, oder die Offenlegung der Einnahmen, die eventuell mit dem Video erzielt wurden, sein. Lohnenswert ist es nun auch sich mit den Betreibern der Social Media Plattform, auf der das eigene Video unerlaubt erschien, auseinanderzusetzen und auf den Missbrauch hinzuweisen. Die Betreiber von Social Media Plattformen können nämlich ihrerseits Inhalte sperren. Ist man als Urheber eines Videos mit dem Fortgang der Sache insgesamt unzufrieden, kann ein Anwalt eingeschaltet werden, der die Interessen des Urhebers gegenüber der Social Media Plattform sowie gegenüber dem Zweitverwerter vertritt.

Warum betreiben manche Menschen Freebooting?

Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe. Manchen Menschen ist es schlicht nicht bewusst, dass sie mit Freebooting eine Straftat begehen. Sie glauben, dass alle Inhalte des Internets für jeden Menschen zur freien Verfügungen stehen würden. Auch der Begriff Freebooting ist solchen Personen in der Regel komplett unbekannt. Andere Freebooter betreiben Freebooting mit System. Sie haben klare Ziele, die mit dem Freebooting verfolgt werden sollen.

Meist geht es darum sich entweder Arbeit zu sparen, indem nicht alle veröffentlichten Videos selbst erstellt werden müssen, oder darum Aufmerksamkeit zu generieren. Diese kann sich in erhöhten Klick- oder Abonnentenzahlen des eigenen Social Media Accounts niederschlagen. Manche Freebooter wollen so Geld verdienen. Andere haben eher mit einer psychischen Beeinträchtigung zu kämpfen und tun alles, um im Internet beachtet zu werden.

Haben Social Media Plattformen bislang etwas gegen Freebooting unternommen?

Ja, das haben sie. In den Nutzungsbedingungen wird von den Betreibern in aller Regel darauf hingewiesen, dass Freebooting verboten ist. Trotzdem hat kein Betreiber die personellen Kapazitäten, um jeden Upload so genau zu prüfen, dass Freebooting dadurch unmöglich werden würde. Die Dunkelziffer ist also nach wie vor hoch.

Was sind Porch Pirates? Bedeutung, Definition, Erklärung


Menschen, die heimlich ein Paket von der Tür eines Nachbarhauses stehlen, werden auch als Porch Pirates bezeichnet. Es kann sich hierbei um ein Paket oder Päckchen handeln. Der Diebstahl einer Paketsendung ist aber nicht nur direkt vor der Haustür möglich. Da der Vertriebskanal häufig sehr lang ist, kann ein Diebstahl überall auftreten und ist somit schlecht nachvollziehbar.

Was sind Porch Pirates? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff Porch Pirates stammt aus dem Englischen. Ein Paketdiebstahl kommt in Deutschland fast täglich vor. Wird ein Paket angeliefert und der Empfänger ist nicht zu Hause, haben Paketboten die Möglichkeit, das Paket vor der Haus- oder Wohnungstür abzulegen. Die wenigsten Häuser haben neben einem Briefkasten auch einen gesicherten Ablageort für Pakete. Demensprechend liegen die Pakete häufig über einen längeren Zeitpunkt unbeobachtet vor der Tür. Für Diebe ist es die beste Gelegenheit, einen Diebstahl zu begehen.

Wie kann man sich vor Porch Pirates schützen?

Bereits bei der Bestellung einer Ware kann festgelegt werden, wo das Paket angeliefert wird. Sollte man berufstätig sein, ist es sinnvoll das Paket an eine Abholstation zu liefern oder den Nachbarn um die Annahme des Paketes zu bitten. Einige Paketdienstleister legen beim Nichtantreffen des Empfängers das Paket nicht einfach vor die Haustür. Sie geben es an der nächsten Poststation ab, von da man es sich abholen kann. Der Empfänger enthält in diesem Fall eine schriftliche Benachrichtigung, die in den Postkasten eingeworfen wird. Als Abschreckung vor Dieben kann die Haustür aber auch mit einem Alarmsystem inklusive Videokamera ausgestattet werden. Bereits der bloße Anblick von Kameras schreckt viele Diebe im Vorfeld ab.

Folgen von Piraterie

Immer mehr Menschen bestellen ihre Waren online. Somit sind viele Pakete unterwegs. Porch Pirates schlagen entweder zufällig zu, da sie ein abgelegtes Paket vor einer Haustür entdecken oder sie legen sich gezielt auf die Lauer. In beiden Fällen nehmen sie entweder das ganze Paket an sich oder stehlen nur einen Teil des Inhalts. Es kann aber auch vorkommen, dass ein Paket direkt aus dem Laderaum eines LKWs entwendet wird. Wenn ein Lieferant Pakete austeilt, schließt er ebenfalls nicht immer gleich den Laderaum. Das macht es Dieben auf Parkplätzen oder an der Straße leicht, in den Laderaum zu greifen und ein Paket oder Päckchen zu entwenden.

Nachteil von langen Vertriebswegen

Im Falle einer organisierten Kriminalität kann es passieren, dass komplette Palettenladungen oder komplette LKW-Ladungen verschwinden. Ein Diebstahl kann vom Frachtführer, Empfänger oder Versender erfolgen. Bei der Porch Piraterie kann es sich um Einzelpersonen oder organisierte Banden handeln. Um sich vor Diebstählen zu schützen, sind Tracking-Systeme, Überwachungssysteme sowie eine umfassende Unternehmenssicherung gut geeignet. Sie können einen Diebstahl verhindern. In der Vergangenheit ist es zu Paketdiebstahlen gekommen, in dem die Ware entnommen und durch ein Gewicht ersetzt wurde. Nach dem Verschließen des Paketes kann es problemlos durch den Rest des Verteilungssystems laufen. Das hat zur Folge, dass die Paketverfolgung fortgesetzt wird, aber die Ware verschwunden ist.

Diebstähle von zugestellten Päckchen und Paketen

Die Bezeichnung Porch Piraten bezeichnet eine Situation, in der Personen Pakete vor der Haustür oder einer Veranda stehlen, bevor der Empfänger es abholen kann. Viele Fälle werden nicht bei der Polizei angezeigt. Das liegt unter anderem daran, dass viele Online Shops bei einem Diebstahl für den Schaden aufkommen oder die Ware erneut auf den Weg schicken. Die sogenannte Vorbaupiraterie kommt in Deutschland im Vergleich zur USA wesentlich seltener vor. Da die Piraterie in den USA drastisch zugenommen hat, wird seit 2019 eine höhere Strafe verhängt.

Was bedeutet „Baby abhalten“? Was ist die Windelfreie Erziehung? Bedeutung, Definition, Erklärung


Windelfreie Erziehung ist ein Konzept beziehungsweise eine Idee, die auf dem Gedanken basiert, dass Babys schon ab der Geburt in der Lage sind, ihre Ausscheidungen zu kontrollieren und dies kommunizieren. Es geht nicht prinzipiell darum, dem Baby nie eine Windel anzuziehen, sondern um die Kommunikation zwischen Eltern und Kind, damit der Zeitpunkt der Ausscheidung erkannt und das Baby sein „Geschäft“ über einen Topf, Toilette oder Waschbecken erledigen kann. Dies wird auch als „Abhalten“ eines Babys bezeichnet.

Was ist die Windelfreie Erziehung? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Gedanke, dem Baby keine Windel anzuziehen und es einfach „machen“ zu lassen, ist in der heutigen Zeit im europäischen Raum auf den ersten Blick ungewöhnlich. Es ist jedoch eine Tatsache, dass schon vor vielen tausenden von Jahren Eltern ihren Babys keine Windeln angezogen haben, da es damals schlichtweg noch keine gab. Allmählich begannen einige Urvölker Windeln zu erfinden, so gibt es beispielsweise Berichte von wasserdichten Windeln aus Leder oder Fellen, die als Saugeinlage mit Moos oder weicher Baumrinde gefüllt wurden.

Auch heute gibt es noch in einigen afrikanischen Ländern und indischen Regionen Stämme, die ihren Nachwuchs bereits mit wenigen Wochen bis Monaten abhalten, das heißt, kontrolliert ausscheiden lassen. Es ist dort gängige Praxis, die Kleinen bei Ankündigung durch bestimmte Signale über ein Loch in der Erde zu halten und sie dorthin ausscheiden zu lassen.

Vom hygienischen Gesichtspunkt aus gesehen ist dies äußerst wichtig, da in urzeitlicher Vergangenheit und auch später der Geruch von Kot und Urin der Babys und Kinder ihren Aufenthaltsort preisgegeben und somit wilde gefährliche Tiere angelockt hätte. Es ist also durchaus verständlich, dass diese Praktik des „Abhaltens“ eines Babys Teil eines normalen Alltags war und keine Außerordentlichkeit.

Baby Abhalten: Kontrolle, Signale und Zeiten

Lange Zeit war man der Auffassung, dass Neugeborene noch nicht in der Lage sind, die Entleerung der Blase und des Darmes zu kontrollieren und selbst zu steuern. Dies ist zwar noch immer gängige Meinung, wurde aber bereits vor Längerem widerlegt. Bereits ab der Geburt signalisieren Babys mit Lauten, Gesichtsausdrücken oder Verhaltensweisen, dass sie ausscheiden (werden).

Frischgebackene Eltern sind aber häufig zunächst überwältigt von der neuen Gesamtsituation im Alltag und oft werden sich vor der Geburt auch einfach keine Gedanken über das „Windelthema“ gemacht. Mit der Gewöhnung aneinander und sich einstellender Routine können Signale entdeckt werden, die das Baby macht, wenn es ausscheidet.

Häufig wird das Baby unruhig, weint und schreit, wenn es Urin ablässt. Bei „großen Geschäften“ ziehen Babys häufig die Beine an, drücken mit hochrotem Kopf und pupsen vermehrt. Diese Signale sind jedoch von Kind zu Kind unterschiedlich und können stark voneinander abweichen. Eltern können durch Beobachtung und viel Nähe schnell die Signale ihres eigenen Kindes erkennen, wenn es ausscheidet.

Der Zeitpunkt ist ebenso individuell, viele Babys entleeren sich jedoch nach dem Aufwachen oder kurz nach oder während des Stillens oder der Fläschchengabe. Auch hier gilt es, durch viel Zeit miteinander und aufmerksames Beobachten die üblichen Zeiten zu erkennen, wann das Baby mal „muss“.

Windelfrei mit Windel

Der Begriff Windelfrei ist insofern teilweise irreführend, dass es zu 99% nicht der Tatsachen entspricht, dass gar keine Windel getragen wird. Die meisten windelfreien Babys tragen sehr wohl Windeln, oft jedoch nur Abhaltewindeln. Das sind spezielle Stoffwindeln, die sich besonders schnell und mit einer Hand öffnen lassen. Aber auch Stoffwindeln und Wegwerfwindeln findet man bei „windelfreien Babys“.

Es geht bei der windelfreien Erziehung in erster Linie auch darum, dass das Baby oder das Kind sich und seinen Körper, seine Signale kennenlernt und weiß, wann es auf Toilette muss. Es ist also kein starrer Begriff bzw. Definition und lässt viel Raum für eigene Varianten von „windelfrei“.

Was bedeutet „Baby abhalten“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Dem Begriff „Abhalten“ können im Grunde zwei Bedeutungen in der windelfreien Erziehung zugesprochen werden. Zum einen bezeichnet es die Aktion des Halten eines Babys oder eines Kindes über einem Topf oder ein anderes Gefäß zwecks Entleerung des Darmes oder der Blase. Zum anderen kann man darunter verstehen, dass man versucht, das Baby davon abzuhalten, in die Windel bzw., wenn es ohne Windel ist, in die Hose zu machen.

Beim Abhalten gilt es hauptsächlich zu beachten, dass das Baby in einer bequemen Position gehalten wird, sowohl für das Baby als auch für den, der es hält. Es gibt unzählig viele Positionen, von denen man durch Ausprobieren die beste für sich finden muss. Dem Baby wird durch Konditionierung ein Signallaut für das Wasserlassen oder Kot ausscheiden beigebracht, bei dem es dann weiß, dass es jetzt ausscheiden darf. Dies ist praktisch, damit das „Geschäft“ auch dort landet, wo es hinsoll.

Auch gilt zu beachten, dass Neugeborene anders gehalten werden müssen als ältere Säuglinge oder Kleinkinder. Neugeborene müssen nämlich besonders stark gestützt werden, da ihr Körpertonus noch sehr schwach ausgebildet ist. Ältere Säuglinge, die schon den Kopf selbst aufrecht halten können, bedürfen wiederum anderer Stützen beim Abhalten.

Vor- und Nachteile der windelfreien Erziehung/des Abhaltens

Da in europäischen Breitengraden der Bezug zur „Windelfreiheit“ in der Vergangenheit verloren gegangen ist, liegt der Gedanke nahe, dass es hauptsächlich Nachteile einer windelfreien Erziehung bzw. des Abhaltens gibt.

Der Nachteil, der am schnellsten in den Sinn kommt ist tatsächlich der, dass es durch das Weglassen der Windel viele Sauereien gibt. Dies stimmt auch zum Teil, da es eine Zeitlang dauert, bis die Kommunikation über die Ausscheidungen des Babys so aufeinander abgestimmt ist, dass immer der richtige Zeitpunkt zum Abhalten erwischt wird. Und um dies zu schaffen, benötigt es sehr viel Zeit, besonders am Anfang der windelfreien Zeit.

Ebenso können Vorurteile von Außenstehenden schnell dazu führen, das Vorhaben der windelfreien Erziehung schnell auf Eis zu legen, da es für die meisten Menschen unverständlich ist, warum man sich im Zeitalter von Wegwerfwindeln und Zeitnot mit so etwas „urtümlichen“ und langwierigem wie dem Abhalten bzw. Windelfreiheit beschäftigen möchte.

Die Idee der windelfreien Erziehung hat aber auf der anderen Seite auch Vorteile. Durch das intensive Beschäftigen mit dem eigenen Körper und dessen (Verdauungs-)Prozessen lernen Babys und Kinder, die auch nur ab und zu windelfrei sind und abgehalten werden, bewiesenermaßen viel schneller allein auf Toilette zu gehen bzw. trocken zu werden. Und sind sie erst einmal trocken, spart man die Zeit des Wickelns hier wieder ein.

Auch wenn windelfreie Kinder teilweise Windeln tragen, beispielsweise nachts oder bei langen Autofahrten, sind es häufig Stoffwindeln oder spezielle Abhaltewindeln, welche wiederum gewaschen werden und keinen Müll produzieren. Dieser wird auch verhindert und gespart, wenn das Baby dann früh trocken wird. Somit ist das Abhalten bzw. die windelfreie Erziehung auch eine gute Tat für die Umwelt und das Portemonnaie.

Manche Eltern praktizieren Windelfrei auch nur in „Teilzeit“. Sie lassen das Baby zuhause in vertrauter Umgebung und bei angenehm warmen Temperaturen windelfrei herumlaufen (wobei immer auf reichlich saugfähige Unterlagen geachtet werden muss) und ziehen ihm außer Haus Windeln an. Oder das Baby bekommt nur nachts Windeln an, denn ein weiterer Nachteil beim Abhalten ist neben dem, dass es oft körperlich anstrengend ist, das Baby so lange zu halten bis etwas kommt, auch der, dass bei konsequentem Abhalten dies auch nachts ansteht. Das kann dann schnell die ganze Familie auf die Beine bringen und stört die Nachtruhe. Hier gibt es aber praktische Helfer, wie zum Beispiel spezielle Töpfe, die man auch nachts neben dem Bett stehen haben kann und das Abhalten direkt vor Ort, ohne Verlassen des Raumes, ermöglichen.

Der Zeitfaktor bei der windelfreien Erziehung darf aber nicht nur als Nachteil gezählt werden, was das Lernen und die Gewöhnung daran angeht. Durch das Abhalten wird auch sehr viel Zeit gespart, denn wenn man beispielsweise Töpfe benutzt, ist man damit mobil und kann während des Stillens oder der Fläschchengabe abhalten. Oder man nimmt außer Haus den nächsten Busch.

Was sind Rasenmäher-Eltern? Bedeutung, Definition, Erklärung


Rasenmäher-Eltern sind Eltern, die ihr Kind mit einem Verhalten, das einem Rasenmäher gleicht, maximal schützen möchten. Das bedeutet, dass Rasenmäher-Eltern sich selbst wie ein Rasenmäher benehmen, wenn ihr Kind vor Problemen oder Herausforderungen steht. Rasenmäher-Eltern mähen diese Probleme und Herausforderungen sinnbildlich gesprochen weg. Das Kind muss sich deshalb nicht selbst damit auseinandersetzen. Die Rasenmäher-Eltern greifen nämlich immer bereits dann ein, bevor das Kind überhaupt dazu kommt durch Probleme und Herausforderungen in eine gewisse Unruhe gebracht zu werden.

Was sind Rasenmäher-Eltern? Bedeutung, Definition, Erklärung

Rasenmäher-Eltern beseitigen all das, was ihren Kindern Mühe bereiten könnte. Und das tun sie mit Nachdruck. Wie bei einem Rasenmäher bleibt nach ihrem Eingreifen kein Hälmchen der Mühe oder der Herausforderungen mehr stehen. Ihr Antrieb ist übertriebene Liebe und Fürsorge, die sie ihren Kindern gegenüber verspüren. Kinder sollen sich nicht selbst abplagen müssen. Die Rasenmäher-Eltern haben alles, was dem Kind eine gewisse Frustration oder Arbeit bereiten könnte, bereits vorsorglich erledigt und weggeräumt. Damit beginnen Rasenmäher-Eltern bereits bei sehr kleinen Kindern. Kommt es zum Beispiel auf dem Kinderspielplatz zum Streit zwischen dem eigenen Kind und anderen Kleinkindern, greifen Rasenmäher-Eltern ein und lösen das Problem für ihren Nachwuchs. Zum Beispiel nehmen sie dann ihr Kind vom Spielplatz und belehren das fremde Kind, weil es ihrer Ansicht nach gemein zum eigenen Sprössling gewesen ist.

Wo greifen Rasenmäher-Eltern noch ein?

Ein ganz klassisches Beispiel für den Einsatz von Rasenmäher-Eltern ist das Erledigen der Hausaufgaben für ihre Kinder. Sobald Rasenmäher-Eltern bemerken, dass ihr Kind keine Lust auf eine Aufgabe, oder kein Talent dafür hat, und sich ein wenig durchbeißen müsste, erledigen sie die Hausaufgaben, um ihr Kind vor einem frustrierenden Erlebnis zu schützen.

Wird die Hausaufgabe in der Schule bewertet, übernehmen Rasenmäher-Eltern sie noch lieber selbst, denn sehr wahrscheinlich erntet das Kind eine bessere Note für von den Eltern erledigte Hausaufgaben, als wenn es sie selbst gemacht hätte. Ziel der Rasenmäher-Eltern ist es, dass ihr Nachwuchs ein positives Erlebnis hat. Außerdem greifen Rasenmäher-Eltern gerne in sämtliche Konfliktsituationen ein, in die ihre Kinder geraten. Dabei ist es egal, ob es sich um Konflikte mit anderen Kindern, deren Eltern, Lehrern oder Nachbarn handelt. Rasenmäher-Eltern klären alles selbst.

Was genau lässt Eltern zu Rasenmäher-Eltern werden?

Zum einen wollen Rasenmäher-Eltern ihren Kindern den besten denkbaren Start ins Leben geben. Zum anderen empfinden sie ein übergroßes Beschützerbedürfnis, das sie über ihre Kinder ausbreiten möchten. Gute Noten zum Beispiel befördern einen guten Karrierestart. Deshalb ist es für Rasenmäher-Eltern ganz natürlich sich dafür einzusetzen, dass der Nachwuchs immer die bestmögliche Note erhält. Neben selbst angefertigten Hausaufgaben erreichen sie dies oftmals auch durch überaus intensive Diskussionen mit den Lehrern ihrer Kinder, sollten die Schulnoten nicht wie erwartet ausgefallen sein. Dass sie ihr Kind durch ihren Erziehungsstil übermäßig in Watte packen sehen Rasenmäher-Eltern dabei nicht. Sie glauben, dass ein Kind umso glücklicher aufwächst, je weniger Probleme es hat, mit denen es sich selbst befassen muss. Dafür räumen sie die Probleme ihrer Kinder radikal weg.

Welche Folgen hat dieser Erziehungsstil für die Kinder?

Kinder, die Rasenmäher-Eltern haben, finden es während ihrer Kindheit vielleicht sogar sehr gut, dass sie sich um viele Dinge nicht selbst kümmern müssen. Als Erwachsene sehen viele von ihnen die Sache allerdings anders.

Schließlich wurde während der Kindheit nie geübt, wie man mit Konflikten umgehen kann. Kinder von Rasenmäher-Eltern wissen als Erwachsene oftmals schlicht nicht, wie sie Konflikte angehen und lösen können. Auch sind viele nicht dazu in der Lage ihren Alltag selbständig zu organisieren. Denn auch das wird von Rasenmäher-Eltern gerne komplett übernommen. Auch können Kinder, die mit Rasenmäher-Eltern aufgewachsen sind, häufig keine eigenen Entscheidungen treffen. Dies hat den Grund, dass sie niemals welche treffen mussten, da die Eltern diese Aufgabe stets vollständig übernommen haben. Oft haben Personen, die Rasenmäher-Eltern haben, auch ein verringertes Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Dadurch, dass immer alles für sie erledigt worden ist, setzt sich in ihnen das Bild fest, dass sie jemanden benötigen, um ihre Dinge zu organisieren.

Sie glauben von Haus aus nicht selbständig dazu in der Lage zu sein schwere Aufgaben zu lösen und sich selbst zu organisieren. Denn wären sie es, dann hätten die Eltern ja nicht ständig eingreifen müssen.

Diese Probleme können in der Schule auftreten

Obwohl Rasenmäher-Eltern ihre Kinder vor Problemen schützen möchten, erreichen sie durch ihr Verhalten häufig das genaue Gegenteil. Dadurch, dass ihre Kinder nie lernen selbst einen Konflikt zu lösen, bekommen sie nicht selten Probleme mit ihren Mitschülern. Kinder von Rasenmäher-Eltern reagieren auf Konflikte mit anderen häufig überemotional, weil sie nicht sofort ihren Willen bekommen, was sie ja von zu Hause gewohnt sind. Damit ecken sie bei Mitschülern, und auch bei ihren Lehrern, an.

Viele dieser Kinder haben deshalb Probleme damit Freundschaften zu Gleichaltrigen aufzubauen. Den anderen Kindern ist der Umgang mit Kindern von Rasenmäher-Eltern oft einfach zu anstrengend. Auch bekommen diese Kinder vielfach Probleme im Unterricht, da schwere Hausaufgaben zu oft von den Eltern erledigt wurden. Ihnen fehlt damit der eigene Lernerfolg, gegebenenfalls beherrschen sie den nötigen Stoff deshalb außerdem nicht.

Was Rasenmäher-Eltern im schulischen Bereich besser machen können

Zunächst einmal müssen Rasenmäher-Eltern einsehen, dass sie Rasenmäher-Eltern sind und ihrem Kind keinen Gefallen mit ihrem Verhalten tun. Für die Entwicklung von Kindern ist es wichtig Fehler zu machen und diese auch machen zu dürfen. Allerdings wird Kindern von Rasenmäher-Eltern leicht vermittelt, dass keine Fehler gemacht werden sollen – vorher greifen die Eltern ein. Besser, statt die Hausaufgaben der Kinder zu erledigen ist es also, sie bei der Lösung der Aufgaben zu unterstützen. Dies sollte ausschließlich durch Hilfestellungen passieren, durch die das Kind selbst auf die Lösung kommt. Und gelingt es einmal nicht eine Aufgabe zu bewältigen, sollten Eltern den Kindern das Gefühl geben, dass dies auch kein Weltuntergang ist und das Kind von den Eltern dennoch geliebt wird.

Das können Rasenmäher-Eltern sonst noch tun, um ihre Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen

Wer sich selbst als Rasenmäher-Elternteil erkannt hat, sollte das eigene Verhalten immer wieder genau hinterfragen. Wann ist es tatsächlich nötig in einen Konflikt des eigenen Kindes einzugreifen, und wann nicht? Kinder sollten immer ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen. Vor allem im Umgang mit Gleichaltrigen und mit Respektspersonen wie Lehrern oder Trainern im Sportverein. Eltern sollten sich bei Konflikten also nicht selbst zum Schiedsrichter ernennen. Außerdem sollte das Kind angehalten werden auch einmal eigene Entscheidungen zu treffen. Selbstverständlich immer dem Alter und dem Entwicklungsstadium des Kindes angepasst. Eltern sollten sich mit den Jahren immer mehr auf die Rolle der Ratgeber reduzieren, als selbst zu entscheiden. Dabei ist es wichtig dem Kind das Gefühl zu vermitteln, dass man ihm und seinen Entscheidungen vertraut. Rasenmäher-Eltern werden zudem häufig von ihren eigenen Ängsten bestimmt. Oftmals sind sie es, die eigentlich übermäßige Angst davor haben zu scheitern oder Fehler zu machen. Ist dieses Gefühl sehr ausgeprägt, kann es helfen einen Psychotherapeuten aufzusuchen und sich mit ihm hierzu auszutauschen.

Was ist ein Talking point? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Talking point“ stammt aus der englischen Sprache und kann diesbezüglich ein wichtiger Bestandteil von teils strittigen Diskussionen sein. Dabei kann es sich um vollkommen unterschiedliche Diskussionsformen und Anlässe handeln.

Was ist ein Talking point? Bedeutung, Definition, Erklärung

Doch, wie genau lässt sich der sogenannte Talking point definieren? Hierbei geht es zunächst um einen festen Standpunkt oder ein stichhaltiges Argument, dass von einem Gesprächsteilnehmer eingenommen werden kann. Konkreter geht es um die Unterstützung eine strittigen Themas oder einer strittigen These.

Beispiel Legalisierung weicher Drogen oder Abtreibungen

Die Legalisierung weicher Drogen, sowie die Diskussion um Abtreibungen gehören wohl zu den besonders strittigen Themen in Gesellschaften. Dies schließt ganz ausdrücklich auch westlich orientierte Gesellschaften mit ein.

Kommt es bei derartigen Themen zu einer hitzigen Diskussion, kann man mittels Talking point eine ganz bestimmte Seite bevorzugen und die daraus resultierenden Meinungen und Thesen auf Wunsch unterstützen.

Unterschiedliche Herangehensweisen möglich

Wenn vom sogenannten Talking point die Rede ist, kann die jeweilige Herangehensweise, also die Art wie man jeweils argumentiert durchaus sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Eine denkbare Möglichkeit ist es sich auf eine bestimmte Seite zu schlagen oder einen ganz bestimmten Standpunkt für sich festzulegen und diesen dann sehr vehement in einer Diskussion zu verteidigen.

Eine weitere Möglichkeit besteht außerdem darin, sich an der Meinung eines anderen Gesprächsteilnehmers zu orientieren, anzunehmen und die jeweils geäußerten Argumente zu unterstützen oder diesen beizupflichten.

Der Talking point spielt in der Politik eine wichtige Rolle

Von besonderer Relevanz ist der sogenannte Talking point vor allem hinsichtlich vieler politischer Diskussionsrunden. Hier müssen einzelne Politiker ganz bestimmte Thesen und Argumente mittels Talking point stützen und auch gegenüber anderen Gesprächsteilnehmern verteidigen.

Auch in einem solchen Fall kann es unterschiedliche Herangehensweisen und abweichende Formen der Diskussion geben. Politiker sind jedoch in vielen Fällen nicht einfach unabhängig und gehören einer bestimmten Partei an. In diesem Zusammenhang ist es also ganz normal, wenn sich die jeweiligen Politiker auf die Positionen ihrer Parteien stützen und dies dann auch mittels Talking point klar und eindeutig zum Ausdruck bringen.

Woran erkannt man glückliche Kinder? Erklärung


Woran sind eigentlich glückliche Kinder zu erkennen? Was auf den ersten Blick vollkommen simpel und plausibel klingt, lässt sich gar nicht so einfach auf eine Formel bringen. Es handelt sich hierbei nun auch einmal um etwas, dass man nicht eindeutig festlegen kann. Zudem spielen auch die ganz persönlichen Ansichten von Menschen dabei eine ganz wichtige Rolle. Auch, wenn es nicht ganz einfach ist, eine allgemeine Definition zu finden, lassen sich eine Reihe von Parametern festlegen, die auf glückliche Kinder schließen lassen.

Glückliche Kinder sind selbstbewusst

Kinder, die eine glückliche Kindheit verleben und durch ihre Eltern Liebe und Anerkennung erfahren, erkennt man mitunter schon auf den ersten Blick, denn sie zeigen sich vor allem selbstbewusst. Sie sagen, was sie möchten und treten dabei besonders sicher und tapfer auf. Dies heißt jedoch nicht, dass diese Kinder frech oder übermütig werden müssen. Ganz im Gegenteil, denn glückliche Kinder sind zumeist deutlich ausgeglichener und zufriedener und haben daher keine Veranlassung sich ungezogen zu benehmen oder gegen den Strom zu schwimmen.

Ein weit verbreiteter Optimismus

Ob ein Kind glücklich zu sein scheint, lässt sich auch an der Denkweise erkennen. Glückliche Kinder gehen in aller Regel mit einem großen Optimismus an sämtliche Aufgaben heran. Ganz gleich, ob es sich um eine Klassenarbeit oder um einen Wettkampf im Sport handelt, ein glückliches Kind stellt sich der jeweiligen Herausforderung, und zwar ohne dabei zu verzweifeln.

Dieser Optimismus kann sich jedoch auch im Bereich der Freizeit sichtbar machen. So gibt es einige Kinder, die sich auf jeden Urlaub freuen. Das Ziel ist dabei weniger relevant. Hauptsache es geht in den Urlaub. Ähnliches gilt auch für Geburtstage. Ein glückliches Kind geht stets mit Optimismus an den Geburtstag heran und freut sich auf alle Dinge, die damit verbunden sein können.

Glückliche Kinder sind oft ehrgeiziger

Da glückliche Kinder, wie bereits beschrieben, in aller Regel auch wesentlich fröhlicher und optimistischer sind, haben diese dann oft auch deutlich viel mehr Ehrgeiz. Hier sind wiederum der Sport, jedoch auch die Schule zu nennen. Eine gute Note in der Schule oder ein Erfolg im Sport wird hier von den Eltern oft lobend honoriert. Dies ist wohl auch für viele Kinder der Grund sich dann mehr anzustrengen. Lob und Anerkennung geben selbstverständlich eine ganze Menge Kraft.

Im umgekehrten Fall lässt sich häufiger beobachten, dass unglückliche Kinder weniger ehrgeiziger sind, da die entsprechende Anerkennung fehlt. Man hat dann einfach nicht die Motivation und weiß nicht so recht, warum man sich überhaupt abkämpfen soll.

Dankbarkeit und Vergebung

Auch Werte, wie Dankbarkeit und Vergebung sind Indizien dafür, dass man es mit glücklichen Kindern zu tun hat. Diese Kinder haben den Wert bestimmter Dinge schätzen gelernt und sind dann auch in der Lage Dank zu zeigen.

Ähnlich verhält es sich auch in Bezug auf die Vergebung. Kinder, die glücklich sind, können leichter vergeben als Kinder, die unglücklich sind. Hier hängt sicher auch viel mit der Stresstoleranz zusammen. Unglückliche Kinder sind besonders häufig gestresst, da sie Frust erleben und Frust macht eben nun einmal auch unglücklich. Für Vergebung scheint es dann keinen Raum zu geben.

Psychologen sind sich weitestgehend uneinig

Wie bereits im Einstieg sehr ausführlich beschrieben ist es sehr schwierig eine wirklich gute Definition für dieses Phänomen zu finden. Ebenso uneins sind sich oft auch Psychologen bezüglich der Festlegung von geeigneten Parametern.

Wann sind Kinder nun wirklich glücklich? Einige Psychologen sprechen hier von 4, andere sogar von bis zu 7 ganz wesentlichen Faktoren, die erfüllt sein müssen, damit ein Kind auch tatsächlich glücklich und zufrieden sein kann. Einige Parameter wiederholen sich dabei jedoch immer wieder. So zeigt sich vor allem, dass Kinder, die ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben, Liebe und Anerkennung erfahren und darüber hinaus auch Erfolge in der Schule oder in einem Sportverein haben, viel eher zu glücklichen Kindern werden. Dies kann sich dann auch auf Dauer verfestigen.

Eltern können selbst eine ganze Menge tun

Es lässt sich anhand der Ausführungen ebenfalls ablesen, dass glückliche Kinder nicht einfach vom Himmel gefallen kommen. Es liegt oft auch ganz einfach in den Händen der Eltern, ob Sie glückliche Kinder haben, oder diese in Kummer und Frust verfallen.

Liebe, Lob und Anerkennung sind hierbei besonders herausragende Parameter. Kinder müssen für Erfolge belohnt und gelobt werden. Ist dies nicht der Fall werden Kinder schnell nachgeben und zudem dabei überaus traurig und unglücklich werden.

Letztlich kommt es auch immer auf ein vernünftiges Mittelmaß zwischen Strenge, Regeln, Lob und Belohnung an. Die richtige Balance zu finden, ist mitunter für die Eltern gar nicht leicht.

Wer hat die Schule erfunden? Geschichte der Schule


Historisch lässt sich die Geschichte der Schule bis in das Altertum und die Antike zurückverfolgen. Das Konzept eines Lehrmeisters bzw. einer Lehrmeisterin oder von Mentoren, die nachfolgende Generationen ausbilden, ist zeitlos. Doch ein organisiertes Schulsystem taucht laut heutigen Erkenntnissen bei den Sumerern und im Alten Ägypten zuerst auf.

Der Ursprung der Schule

Ein genauer Moment, an dem die Schule erfunden wurde, lässt sich nicht identifizieren. Allerdings vermutet man bereits bei den Sumerern ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. frühe Varianten der Schule. Die mesopotamische Kultur, die im heutigen Irak ansiedelte, hinterließ der Archäologie Wortlisten und Niederschriften, die auf systematisches Lernen hinweisen. So gibt es klar identifizierbare Schultexte aus dem 3. Jahrtausend v. Chr., in Tafelhäusern (so die Frühform der Schule) lernten die Kinder sumerische Keilschrift und Rechnen. Die damaligen Lehrer wurden „Vater des Tafelhauses“ genannt. Dabei sind auch lehrende Schriften wie die „Fabel vom klugen Wolf und den neun dummen Wölfen“ aus den historischen Keilschriften der Tafelhäuser überliefert.

Ähnlich entwickelte sich die Schule im Alten Ägypten. Denn auch in jener Epoche war es wichtig und notwendig, die Schrift an neue Generationen weiterzugeben. Die ägyptischen Hieroglyphen sollten demnach in einer Art Schule erlernt werden. Dabei wurden auf Tonscherben Schreibübungen vollzogen. Die altägyptische Schule war jedoch noch keiner breiten Schicht zugänglich: Sie diente vor allem den Kindern wohlhabender Ägypter. Wer schreiben konnte, konnte im Alten Ägypten – aber auch bei den Sumerern – einen gehobenen Beruf wie Arzt oder Schreiber erlernen.

Auf der Grundlage der sumerischen und ägyptischen Schulbildung konnte sich die Schule des antiken Griechenlands weiterentwickeln. Zwar gab es selbst hier noch kein allgemeines Schulsystem, was auch an den vielen verschiedenen Stadtstaaten lag, oder eine Schulpflicht – dennoch wurde systematisch unterrichtet. Es gab private Schulen, die speziell der männlichen Oberschicht zur Verfügung standen. Dies war vor allem im historischen Athen der Fall. In Sparta herrschte eine Sonderform der Bildung und Ausbildung – sie hatte einen militaristischen Fokus und setzte auf harte Erziehungsmethoden, die auf Entbehrungen fußten. Erst zur Zeit des Hellenismus im 3. Jahrhundert v. Chr. öffnete sich das Schulsystem nicht nur Schülern, sondern auch Schülerinnen verschiedenster Schichten. Dabei spielten das Allgemeinwissen wie auch das Lernen des Alphabets eine wichtige Rolle. Frühformen der systematischen Schulbildung also entstanden aus der Notwendigkeit, das jeweilige Alphabet zu Verbreiten.

Schulwesen: Entwicklungen nach der Antike

Einen weiteren Schritt zur Strukturierung des Lernens machte man im antiken Rom. Dabei wurde zu Beginn, ähnlich wie in Griechenland, auf private Lernformen gesetzt. Ein öffentliches Schulsystem gab es vorerst nicht. Stattdessen nahmen sich Eltern und Privatlehrer der Verbreitung des Wissens an. Dabei ließ sich das alte Rom ab 300 v. Chr. sehr von der griechischen Lehre beeinflussen. So wurden nicht selten griechische Sklaven zur Lehre eingesetzt: Es wurden die griechische Sprache, Literatur sowie mathemathische Inhalte gelehrt. In der Römischen Kaiserzeit schließlich entwickelte sich ein öffentliches Schulsystem, dessen Inhalte an öffentlichen Orten wie dem Forum weitergegeben wurden.

Als die Antike in das Mittelalter überging, etwa im 5. Jahrhundert n. Chr., entwickelten sich kirchlich getragene Klosterschulen, die dank ihrer Bibliotheken auf ein ausgeprägtes Wissen zurückgreifen konnten. Sie dienten der Ausbildung von Mönchen und Nonnen. Im 6. Jahrhundert verbreitete der Gelehrte Cassiodor einen ersten Lehrplan, der das Ziel hatte, die Lehre zu vereinheitlichen. Die Institutiones von Cassiodor gelten als Grundlage für ein vereinheitlichtes Studiensystem, auf der ein neues Schulsystem aufbauen konnte. Dabei baute die Lehre des Mittelalters noch deutlich auf den Erkenntnissen der Antike auf: Ob die Lehransätze eines Cicero oder die inhaltlichen Lehren eines Aristoteles.

Aus diesen einflussreichen Klosterschulen entwickelte sich mehr und mehr ein ganzes Bildungssystem, dessen Einflüsse bis heute zu spüren sind. So entstanden vom 12. bis zum 14. Jahrhundert die ersten einflussreichen Universitäten. Öffentlich zugänglich wurden die Schulen des Mittelalters ab dem 13. Jahrhundert. Als ein historischer Quantensprung galt die Einführung einer allgemeinen Schulpflicht, die zum ersten Mal im Jahr 1592 im calvinistischen Pfalz-Zweibrücken unter Johann I. etabliert wurde. Dabei galt diese Schulpflicht sowohl für Schüler als auch für Schülerinnen.

Das moderne Schulsystem

Im 19. Jahrhundert machte man sich innerhalb des deutschsprachigen Raums für eine umfassende Reformiergung des Bildungssystems stark. Einen riesigen Einfluss auf die deutschsprachige Schulbildung wirkte vor diesem Hintergrund der Gelehrte Wilhelm von Humboldt aus. Zwischen 1809 und 1810 machte er sich als umfassender Bildungsreformer einen Namen. Dabei haben seine Reformen bis heute großen Einfluss: das dreistufige Bildungssystem wurde etabliert. Die Elementarschule emanzipierte sich von dem Konzept, bloß für das einfache Volk zu sein. Stattdessen bildete sie das Fundament des neuen Schulsystems, das nun auch Mittelschulen und Gymnasien anbot.

Viele der Schulen wurden verstaatlicht, den Reformen ist außerdem die nun breitflächige allgemeine Schulpflicht zu verdanken. Dies sorgte dafür, dass vom Beginn des 19. Jahrhunderts, als der Großteil der Kinder noch keine öffentliche Schule besuchte, bis Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 60 Prozent der Kinder am öffentlichen Schulsystem partizipierten. Die systematische Schulbildung wurde in der Gesellschaft nachhaltig verankert. Das humboldtsche Bildungsideal setzte dabei auf eine ganzheitliche Ausbildung – und eine gezielte Förderung des Allgemeinwissens. Noch heute sind die Grundpfeiler der humboldtschen Reformen im deutschen Schulsystem zu erkennen.

In Ergänzung zum neuen öffentlichen Bildungssystem entwickelten sich nach und nach auch Spezialformen der Schulbildung. Weiter wurden Privatschulen kultiviert, deren Wurzeln im Privatunterricht liegen, der sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt. Zu den Sonderformen der modernen Schule gehört außerdem die Waldorfschule, die im Stil der Waldorfpädagogik auf Rudolf Steiners antroposophischen Lehren basiert. Auch Montessori- und Pestalozzischule können eine eigene Form der Pädagogik vorweisen. Seit dem Altertum hat die Schule eine lange Entwicklung durchgemacht. Die Schule, die wir heute kennen, hat sich dabei schrittweise aus den antiken Frühformen bis über die mittelalterliche Bildung hin zu dem humboldtschen Bildungsideal entwickelt.

Zusammenfassung: Wer hat die Schule erfunden?

Der Ursprung der Schule wird im 4. Jahrtausend v. Chr. im altertümlichen Sumerien vermutet. Ein umfassendes öffentliches Schulsystem konnte sich allerdings erst in der Spätantike und im frühen Mittelalter entwickeln. Dabei waren die christlichen Klosterschulen ein wichtiger Grundstein. Die allgemeine Schulpflicht und die humboldtschen Reformen sorgten in Deutschland für ein systematisch aufgebautes Bildungssystem, das die Grundlage für die moderne Schule bildet.

Warum erzieht man Kinder? Bedeutung, Antwort, Erklärung


Die Kindererziehung folgt historischen Vorbildern, deren Ursprung sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt. Sicherlich gab es auch schon frühere Erziehungsansätze, sie sind nur wenig bis nicht überliefert.

Antike Kindererziehung

Dass Kinder heutzutage Tyrannen seien, die ihren Eltern widersprechen, ihre Lehrer ärgern und sich bei Tisch nicht benehmen könnten, beklagte Sokrates vor knapp 2.500 Jahren. Damals setzten Überlegungen zur Erziehung ein, die in Teilen heute noch eine latente Basis für die Pädagogik bilden. Die griechische Philosophen – neben Sokrates auch Platon und Aristoteles – wollten Kinder nicht nur erzogen, sondern vor allem umfassend gebildet sehen, was ein Grundstein für die öffentliche Bildung und Erziehung war. Von diesen griechischen Idealen ließen sich auch die antiken Römer beeinflussen.

Erziehung im Mittelalter und in der Renaissance

Spätestens ab dem Mittelalter vor mehr als 1.000 Jahren oblag die Erziehung in Europa größtenteils der christlichen Kirche. Dom- und Klosterschulen nahmen Zöglinge auf, züchtigten sie angemessen und brachten ihnen neben strengster Disziplin auch Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Geometrie, Arithmetik, Musik und Astronomie bei. Zentral war freilich die christliche Glaubenslehre. Anfangs war die Bildung dem Klerus vorbehalten, doch schon im 12. Jahrhundert initiierte die Kirche verstärkt Universitätsgründungen. Die Klöster blieben weiterhin Bildungszentren. Die Erziehung jener Zeit zielte auf absoluten Gehorsam, den die späteren Bürger-, Handwerker- und Winkelschulen 1:1 übernahmen.

Erziehung in der Aufklärung

Ab dem 17. Jahrhundert schwand allmählich der Einfluss der Kirche auf die Erziehung, die Aufklärung übernahm und entwickelte ein humanistisches Menschenbild. Dieses verneinte zwar nicht den Gehorsam gegenüber Eltern und Lehrern, doch es gestand den Zöglingen eigene Gedanken zu, denn schließlich wollte man ihre Kreativität fördern. Der englische Philosoph und Aufklärer John Locke (1632 – 1704) äußerte den Gedanken, dass Menschen bei ihrer Geburt ein leeres Blatt seien, das durch die Erziehung beschrieben werden müsse. Im 18. Jahrhundert begannen Pädagogen wie Pestalozzi (1746 – 1827), die Kindheit als eigenen Lebensabschnitt zu betrachten.

Kindererziehung: Wilhelminisches Zeitalter

Ende des 19. Jahrhundert hieß es, dass sich die Liebe zum Kind in Zucht ausdrücke. Die patriarchalische Gesellschaft trat im Prinzip einen Schritt hinter die Aufklärung zurück und setzte wieder vermehrt auf strengste Erziehung zum Gehorsam. Das lag zweifellos auch an der Industrialisierung, die von der gesamten Gesellschaft deutlich mehr Disziplin verlangte. Der Rohrstock wurde zum gängigen Erziehungsinstrument an den Schulen. Dieser Stil hielt sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Heinrich Mann beschrieb 1914 in seinem Roman „Der Untertan“ sehr genau, welche Menschen aus so einer Erziehung hervorgingen.

Reformpädagogik ab dem späten 19. Jahrhundert

Schon im späten 19. Jahrhundert setzte die Reformpädagogik, die sich auf frühe Vorbilder wie Pestalozzi stützte, einen Kontrapunkt zur strengen wilhelminischen Erziehung. Sie förderte die gewaltfreie und kreative Erziehung. Wichtige Protagonist*innen waren Maria Montessori und Alexander Sutherland Neill (Summerhill-Schulen). Die Bewegung hielt sich in Deutschland bis kurz nach 1933, dann wanderten ihre Vertreter*innen aus oder erhielten Berufsverbot.

Erziehung im Nationalsozialismus

Unter den Nationalsozialisten setzte sich der strenge wilhelminische Erziehungsgeist fort, immerhin sollten die Kinder auf den Kriegsdienst vorbereitet und „hart wie Kruppstahl“ werden. Es wurde bedingungsloser Gehorsam gefordert.

Nachkriegszeit

Die harten Erziehungskonzepte aus der Kaiser-Wilhelm-Zeit und der NS-Ära ließen sich weder in Ost- noch in Westdeutschland schnell abschütteln. Sie wirken in Teilen bis ins 21. Jahrhundert fort. Gleichzeitig kehrten die Reformpädagogen nach Westdeutschland zurück, zudem entwickelte sich ab den 1960er-Jahren als absolute Gegenbewegung zur strengen Erziehung der letzten 100 Jahre das antiautoritäre Konzept, das heute aber als gescheitert gilt. Die Prügelstrafe wurde erst allmählich abgeschafft (im Osten eher als im Westen), auch die gewaltfreie Erziehung im Elternhaus wurde erst sehr spät gesetzlich verankert.

Warum erziehen wir heute unsere Kinder mit ganz bestimmten Konzepten?

Alle Erziehungskonzepte der Neuzeit (ab dem 21. Jahrhundert) setzen auf früheren Ansätzen auf. Aus der Antike haben wir die grundsätzliche Notwendigkeit von Bildung und Erziehung übernommen, aus der Aufklärung und der Reformpädagogik die Förderung von Kreativität in einer gewaltfreien Umgebung, aus der strengen kirchlichen, wilhelminischen, nationalsozialistischen und stalinistischen Erziehung die Forderung des absoluten Gehorsams, aus den antiautoritären und antipädagogischen Konzepten der 1960er- bis 1980er-Jahre das moderne Konzept der Unerzogen-Bewegung.

In den Schulen und Vereinen wird das Konzept einer gewaltfreien und demokratischen Erziehung zu mündigen Menschen propagiert, allerdings in einzelnen Schulen auf unterschiedliche Weise. In den Familien herrscht teilweise nach wie vor Gewalt, und zwar bewusst ausgeübte Gewalt zum Zweck der „Erziehung“, welche die betreffenden Gewalttäter für legitim halten. Allerdings ist damit die Grenze zur strafbaren Handlung sehr schnell überschritten. Wir dürfen daher konstatieren, dass wir unsere Kinder aufgrund historischer Vorbilder erziehen und aktuell um angemessene Konzepte ringen. Diese gelten mit Stand der 2020er-Jahre als vorläufig. Einig ist sich die Gesellschaft überwiegend über die folgenden Prämissen:

  • Erziehung soll gewaltfrei erfolgen. Auch die Gewalttäter in den Familien wissen, dass sie eine Minderheitenposition vertreten und sich unter Umständen strafbar machen.
  • Kinder benötigen Bildung (antikes Ideal).
  • Kinder sollen ihre Kreativität entfalten können (Ideale der Aufklärung und der Reformpädagogik).

Ob Kinder durch Erziehung „geführt“ und „geformt“ werden sollen, ist in der Gesellschaft umstritten. Die Vertreter*innen er Unerzogen-Bewegung lehnen dies beispielsweise ab, sie halten es für manipulativ. Inwieweit Kinder Grenzen erfahren müssen, wird permanent diskutiert.

Es gibt auch Verfechter*innen eines harten, wenngleich gewaltfreien Erziehungsstils, die im Prinzip auf christlicher, wilhelminischer, nationalsozialistischer und stalinistischer Tradition aufsetzen. Diese Personen glauben, dass Kinder a) Gehorsam begreifen müssen, weil er in bestimmten Organisationen erforderlich ist (beim Militär, bei der Polizei, aber auch in Industrieunternehmen, wo nicht jede Sicherheitsanweisung hinterfragt werden kann) und dass Kinder b) durch eine gewisse „gesunde Härte“ in der Erziehung die nötige Resilienz erlangen, um auch mit schwierigsten Lebensumständen zurechtzukommen. Dieser Punkt darf hinterfragt werden.

Es gibt Fälle von Erwachsenen, die keinesfalls autoritär, sondern eher sehr laissez-faire erzogen wurden und sich dennoch nötigenfalls in eine Befehlskette einfügen und nötigenfalls auch einer schwierigen Situation (Katastrophe, Bedrohungslage, prekäre wirtschaftliche Situation) behaupten können. Allerdings suchen diese Personen solche Situationen nicht unbedingt. Sie bewerben sich zum Beispiel nicht bei der Polizei oder beim Militär und auch nicht bei einem großen Industrieunternehmen mit quasi-militärischer Struktur (Kraftwerke etc.).

Falls sie in eine Bedrohungssituation gelangen, suchen sie eher Hilfe bei anderen Menschen und erhalten sie häufig eher durch ihre bessere Sozialkompetenz gegenüber den hart erzogenen, resilienten Einzelkämpfern, die glauben, jedes Problem allein lösen zu müssen. Das bedeutet wiederum: Der Erziehungsstil zur Härte ist nur selten nützlich und überwiegend, also in einer bedrohungsarmen Gesellschaft, eher kontraproduktiv.

Fazit: Ziel der Erziehung

Die Ausgangsfrage lautete ja, warum wir unsere Kinder erziehen. Es darf konstatiert werden, dass wir sie im Rahmen der Gesetze nach eigenen Duktus erziehen, also nach dem, was wir selbst für richtig halten. Der Polizist erzieht seinen Sohn möglicherweise etwas strenger, weil er weiß, dass das Leben noch deutlich größere Härten bereithalten kann. Der Künstler lässt seinem Kind eher freien Lauf. Doch ob das den beiden Kindern nützt, hängt von ihren späteren Lebenswegen und -entscheidungen ab.

Was ist der „Non Bathing“-Trend? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der „Non Bathing“-Trend lehnt übermäßiges Baden, Duschen und sogar Waschen ab. Der Abschied von Duschgel und Shampoo soll die Haut und die Umwelt gleichermaßen entlasten. Hautärzte stimmen dem prinzipiell zu: Der Körper muss keinesfalls wie das Auto in der Waschanlage eingeseift werden. Während der Coronapandamie hat sich der „Non Bathing“-Trend verstärkt, denn Menschen im Homeoffice beachten viel weniger, ob sie mehr oder weniger gut riechen. Dabei stellten sie fest, dass sich der Körpergeruch nach einer gewissen Zeit ohne tägliche Dusche von allein einreguliert.

Was ist der „Non Bathing“-Trend? Bedeutung, Definition, Erklärung

Er wirkt wie der letzte Schrei seit Ende 2020, doch in Wahrheit ist er nicht neu, sondern uralt: Nie in der Menschheitsgeschichte hat sich der Mensch so oft gewaschen wie seit dem späten 20. Jahrhundert. Daran hat die Kosmetikindustrie keinen unerheblichen Anteil, die schließlich ihre Produkte unters Volk bringen muss. Schon seit einigen Jahren wehrten sich immer mehr Menschen zuerst heimlich und schließlich sogar offen dagegen.

Der Hintergrund ist eigentlich leicht verständlich: Wer sich noch täglich duscht oder badet, möge einmal danach den eigenen Hautgeruch genau beobachten. Diese Personen werden feststellen, dass nach der Körperpflege dieser zunehmen kann, was wir anschließend mit viel Deo übertünchen.

Dass es ohne allzu viel Körperpflege besser funktioniert, müssen wir aber zuerst ausprobieren. Das funktioniert am besten in einem Frühjahrs- oder Frühherbsturlaub mit relativ ausgewogenen klimatischen Verhältnissen (Außen- und Innentemperaturen meistens um 22 °C): Wer sich jetzt mäßig bewegt, dabei so gut wie nicht schwitzt und sich dementsprechend so gut wie nicht duscht oder badet, sondern bestenfalls die schmutzigen Füße, die Achselhöhlen und den Intimbereich wäscht, wird feststellen, dass der eigene Körpergeruch nach rund zwei Wochen praktisch nicht mehr wahrnehmbar ist. Das betrifft jedenfalls haut- und kreislaufgesunde Menschen.

Siehe auch: Was ist „cleansing reduction“?

Woher kommt der „Non Bathing“-Trend? Herkunft, Ursprung

Öffentliche Vorreiter waren US-Stars, deren Bekenntnis zur reduzierten Körperpflege alsbald wissenschaftliche Unterstützung fand. Der US-amerikanische Arzt James Hamblin hat ein Buch mit dem Titel „Natürlich waschen!“ geschrieben, das es inzwischen auch auf Deutsch gibt. Er hat den Trend selbst getestet und weiß gut zu begründen, warum zu viel Wasser und Duschbad unserer Haut mehr schaden als nutzen. Mit seinen Auffassungen traf er einen Nerv während der Coronakrise, in der viele von uns weniger geduscht und gebadet haben. Es gab einfach viel weniger Anlässe, um sich zu stylen: Viele von uns sahen die Kolleg*innen im Büro nur noch höchstens wöchentlich, manchmal noch seltener. Auch ins Restaurant, Theater oder zum Indoor-Sport durften wir nicht mehr.

Die Hersteller von Shampoo und Duschgels bemerkten das nach eigenen Angaben sehr deutlich an Umsatzrückgängen. Im Herbst 2021 hat sich der Markt leicht erholt, befindet sich aber noch nicht auf dem Niveau vor der Pandemie. Da inzwischen kaum noch Lockdowns gelten, machen Experten eine neue Ursache dafür aus: Der „Non Bathing“-Trend konnte sich seit 2020 in der Gesellschaft fest etablieren. Das oben angesprochene Experiment mit der eigenen ungeduschten Haut, das sonst nur im Urlaub möglich gewesen wäre, führten nun wahrscheinlich Millionen von Menschen unbekümmert durch. Und siehe da: So viel Duschen und Baden ist wirklich nicht nötig! Die Hollywood-Stars wussten es schon früher. Bekannt haben sich inzwischen dazu:

  • Julia Roberts
  • Brad Pitt (schon vor Jahren)
  • Jennifer Aniston
  • Kristen Bell
  • Charlize Theron
  • Jake Gyllenhaal
  • Mila Kunis
  • Ashton Kutcher

In Interviews gaben diese Schauspieler*innen überwiegend zu, sich höchstens einmal pro Woche zu duschen, wobei es ihnen vorrangig um den Umweltschutz gehe. Wenn sie ins Detail gingen, merkten einige von ihnen an, wo sie sich genau waschen: an den Achseln, den Füßen, der Brust und im Intimbereich. Hierfür genüge ein Stück Seife. Natürlich gibt es wie bei jedem Trend auch Gegenstimmen. Dwayne Johnson (bekannt als „The Rock“) duscht nach eigenem Bekenntnis sogar gerne mehrmals täglich. Auch sonst ist er der Körperpflege und Kosmetik nicht abhold, unter anderem schwört er auf Gesichtspeeling.

Welchen Einfluss hat die Kosmetikindustrie auf unsere Körperpflege?

Er dürfte enorm sein. Allein in Deutschland geben die Menschen pro Jahr mehr als 15 Milliarden Euro für Körperpflegeprodukte aus. Das steht im Hamblin-Bestseller des Münchner Verlages Kunstmann „Clean: The New-Science of Skin“. In diesem Buch ist nachzulesen, dass es für den Nutzen von Hautpflegeprodukten kaum eindeutige wissenschaftliche Belege gebe, weil die komplette Forschung dazu von der Kosmetikindustrie gesponsort wird. Daher gibt es so wenig Einigkeit darüber, was denn unserer Haut nutzt und was ihr schadet.

Der Autor Hamblin sagte dem Magazin der Süddeutschen Zeitung dazu, dass nach seinen Recherchen Seife und die darauf aufbauende Industrie seit dem 19. Jahrhundert durchaus die öffentliche Gesundheit verbessert habe. Nur sei das Angebot im 20. Jahrhundert aus dem Ruder gelaufen. Diejenigen Wissenschaftler, mit denen er sprechen konnte, die aber nicht namentlich genannt werden wollten, äußerten einhellig, dass Seife zum Hände- und Füßewaschen grundsätzlich nützlich, aber schon für den Intimbereich und die Achselhöhlen eher eine Empfehlung sei. Das exzessive Einseifen unter der Dusche in den Werbefilmen der Kosmetikindustrie sei überflüssige und eigentlich sogar schädliche Propaganda zum Zweck der Verkaufsförderung.

Häufig haben solche Werbespots einen sehr erotischen Touch, weil das so ein Sujet hergibt. Dieser Versuchung können die Anbieter von Shampoos natürlich nicht widerstehen: Eine unter der Dusche gefilmte, sich einseifende Frau (aber auch ein Mann) können mit einem gut gemachten Spot den Umsatz in der Tat kräftig ankurbeln. Hamblin kritisiert, dass diese Werbung nicht nur den Verbrauch von Pflegeprodukten, sondern auch den von Wasser erhöht. Beides belastet die Umwelt: die Produkte übrigens nicht nur im Abwasser, sondern auch dadurch, dass ihre Inhaltsstoffe mehrmals rund um den halben Globus transportiert und nicht zuletzt in Plastikflaschen abgefüllt werden.

Was passiert durch „Non Bathing“?

In den ersten Tagen des Dusch- und Badeverzichts riechen wir leicht stärker, aber nur an heißen Tagen oder bei starker körperlicher Aktivität. Alsbald jedoch stellen die Haut und die Haare ein neues Gleichgewicht her, was Hautärzte bestätigen. Vor allem langes und heißes Duschen oder Baden strapazieren die Haut und können ihren natürlichen Säureschutzmantel stärker beinträchtigen, als uns lieb ist.

Menschen mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis spüren das besonders. Unsere Hautdrüsen produzieren Öle für den Schutz, die durch exzessives Baden oder Duschen in stärkstem Maße entfernt werden. Danach cremen sich viele Menschen ein, um einen künstlichen Hautschutz zu schaffen. Das ist überflüssig und funktioniert in jedem Fall schlechter als der natürliche Hautschutz. Nur verlernt die Haut dessen Produktion, wenn sie täglich geduscht oder gebadet und danach eingecremt wird.

Sollten wir diese erlernte, eigentlich unnatürliche Hautpflege wieder aufgeben, stellt sich auf der Haut wieder der natürliche Schutzfilm aus Eiweiß, Fett, Schweiß und Talg her, in welchem sich Bakterien ansiedeln, die für unser Hautgleichgewicht wichtig sind. Sie fressen gefährliche Keime, die von außen kommen. Das Fett und der Talg schützen die oberste Hautschicht vor Austrocknung und ebenfalls vor Krankheitserregern. Außerdem halten sie zusammen mit dem Schweiß die Haut geschmeidig. Wenn wir diese Schicht ständig abwaschen, trocknet die Haut aus und wird anfällig gegen Krankheiten. Das kann zu Juckreiz, Kontaktallergien und Ekzemen führen. Daher fühlen sich Menschen, die länger nicht baden oder duschen, im wahrsten Sinne des Wortes wohl in ihrer Haut.

Die Umstellung auf „Non Bathing“ dauert allerdings eine Weile, was von der individuellen Physiologie und auch den lebenslänglichen früheren Gewohnheiten abhängt. Daher empfehlen Hautärzte als Übergang zum „Non Bathing“ zunächst selteneres und nicht zu heißes Duschen (maximal 36 °C, alle zwei bis drei Tage), kurzes Duschen (maximal fünf Minuten), seltene Bäder (höchstens alle zwei Wochen) und milde Flüssigseife mit einem natürlichen pH-Wert von 5,5, der dem der Haut entspricht. Antiseptische Reinigungsmittel sind schädlich, sie töten die Bakterien auf der Haut.

Auch Hautpeelings gelten als äußerst kontraproduktiv, weil sie die natürliche Schutzschicht der Haut entfernen. Nach dem Duschen sollte die Haut nicht stark mit einem Frottiertuch abgerubbelt werden, weil dies ebenfalls wie ein Peeling wirkt und die Haut austrocknet. Ein sanftes Abtupfen mit einem gut saugenden Handtuch ist zu bevorzugen. Wer es sich zeitlich leisten kann, lässt sich überwiegend von der Luft trocknen. Wenn wir die Umstellung schaffen, leben wir deutlich hautgesünder – und riechen nicht mehr, sondern weniger als vorher.

Was ist die Unerzogen Bewegung / unerzogen Erziehung? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Unerzogen-Bewegung lehnt eine Erziehung von Kindern im klassischen Sinne mit Verboten und Geboten ab. Eltern und Pädagog*innen sollen sich vielmehr als Ratgeber und Partner der Kinder begreifen. Im Kern geht es darum, das Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern, das allein aus dem Altersunterschied resultiert, aufzuheben. Von der antiautoritäten Erziehung der 1970er- bis 1970er-Jahre will sich die Unerzogenen-Bewegung abgrenzen.

Antiautoritär, antipädagogisch, unerzogen: Alter Wein in neuen Schläuchen?

Auf den ersten Blick erscheint es so, auch wenn wir bei wohlmeinender Betrachtung in der Entwicklung seit den 1960er-Jahren ein Ringen um einen optimaleren pädagogischen und innerfamiliären Ansatz feststellen können. Eine kurze Retrospektive:

  • Die antiautoritäre Erziehung bzw. vielmehr Nicht-Erziehung der 1960er-Jahre erlaubte den Kindern grundsätzlich alles, was je nach Temperament der kleinen Racker zu mehr oder minder großem Chaos führen konnte. Die Kinder rannten tatsächlich manchmal nackt und ungewaschen durch die Wohnung und bemalten wild die Wände. Dieser Stil führte zur Verwahrlosung.
  • In den 1970er-Jahren folgte das Konzept der sogenannten Antipädagogik. Einen gleichnamigen Ratgeber stellte Ekkehard von Braunmühl 1975 vor. Er grenzte sich von der wilden Verwahrlosung der antiautoritären Erziehung ab, doch er hinterfragte und widerlegte praktisch alle pädagogischen Glaubensgrundsätze. Dennoch darf diese Bewegung als Vorläufer der gegenwärtigen Unerzogen-Bewegung gelten.
  • Die Unerzogen-Bewegung etablierte sich allmählich im neuen Jahrtausend und ist auch mit den neuen Medien assoziiert. Die Kinder nehmen demnach so viele Informationen digital auf, dass elterliche Anweisungen allzu oft ins Leere laufen. Daher erscheinen frühere Erziehungsansätze als obsolet (überholt).

Der grundsätzliche Ansatz der Unerzogen-Bewegung lehnt namensgemäß Erziehung ab. Damit werden konkrete Erziehungsmaßnahmen benannt, so etwa Vorschriften, Strafen oder Boni für besonders gutes Verhalten. Stattdessen möchten die Protagonist*innen der Unerzogen-Bewegung zwischen Erwachsenen und Kindern ein gleichberechtigtes Verhältnis herstellen.

Grundannahmen der Unerzogen-Bewegung

  • #1 Erziehung inkludiert eine Formungsabsicht gegenüber den Kindern und Jugendlichen. Das ist unnatürlich, weil zu diesem Zweck die erwachsene, erziehende Person Macht über den Zögling ausübt, die dadurch legitimiert wird, dass es der Erziehende vermeintlich besser weiß. Diese Hierarchie ist per se schädlich, denn der Erziehende weiß es durchaus nicht immer besser.
  • #2 Erziehung ist manipulativ. Weil Kinder dadurch geformt werden sollen, wenden die Erziehenden viele Methoden der klassischen Manipulation an, die auch aus diktatorischen Regimen bekannt sind. Dazu gehören neben Verboten und Gewalt auch Desinformationen. Auf diese Weise erzogene Kinder könnten anfällig für politisch extreme Richtungen werden.
  • #3 Die Kinder lernen durch die Erziehung nichts – außer die Regeln, auf denen ihre Erziehung basiert. Dies sind selten allgemeingültige Regeln. Überwiegend folgen sie spezifischen Normen im jeweiligen Elternhaus oder auch im pädagogischen Umfeld ihrer jeweiligen Schule. Zwar gibt es einheitliche Regeln, doch der Auslegungsspielraum ist groß. Vor allem im häuslichen Umfeld legen die Eltern sehr spezifisch die Regeln fest.
  • #4 Die klassische Erziehung entstand in einem sozioökonomischen Kontext, den es so heute nicht mehr gibt. Kinder von Bauern- oder Handwerkerfamilien früherer Jahrhunderte mussten durchaus spezifische Regeln lernen, wenn sie im engen sozioökonomischen Raum ihrer Zeit überleben wollten, was überwiegend inkludierte, dass sie im elterlichen Betrieb mitarbeiteten und diesen später übernahmen oder sich als Nicht-Erstgeborene einen ähnlichen Beruf suchten. Ihren Stand überwanden sie selten bis nie. Daher machte die Erziehung in exakt diesem Kontext durchaus Sinn. Heute hemmt sie die vertikale ökonomische Mobilität, sprich den Aufstieg nach oben.

Siehe auch:

Brauchen Kinder Grenzen oder nicht?

Die Anhänger*innen der Unerzogen-Bewegung sagen: Nein, sie brauchen sie nicht. Damit liegen sie konzeptionell sehr dicht bei der antiautoritären Erziehung. Da ihnen jedoch im 21. Jahrhundert bewusst ist, dass dieses Konzept heute als gescheitert gilt, differenzieren sie in aggressive und defensive Grenzen. Letztere schützen denjenigen, der sie zieht, was wahlweise der Erwachsene oder das Kind sein kann. Die/derjenige spricht: „Ich möchte jetzt diese Aktivität nicht mehr unternehmen, weil ich müde bin.“ Eine defensive Grenze betrachtet das Gegenüber als gleichberechtigt und zieht dennoch eine nötige Grenze. Die aggressive Grenze hingegen weist das Gegenüber in seine Schranke, was nur mit einem Machtgefälle möglich ist. (Siehe: Adultismus)

Der Erwachsene spricht: „Diese Aktivität unternehmen wir jetzt nicht!“ Falls das Kind diese doch ausüben, sich beispielsweise auf den nahegelegenen Spielplatz begeben möchte, hindert es der Erwachsene mit körperlichem Eingriff daran. Hierzu muss er keine Gewalt ausüben. Es genügt, das Kind festzuhalten oder im Zimmer einzuschließen. Der Unterschied zwischen beiden Grenzziehungen ist enorm, denn die aggressive Grenze lässt sich blitzschnell und damit für den Moment sehr effizient ziehen, während die defensive Grenze viel Geduld und Überzeugungskraft, mithin sehr viele Ressourcen erfordert. Dennoch werden Kinder, die überzeugt und nicht mit Gewalt zu etwas gezwungen werden, im späteren Leben deutlich eher zu kompetenten Erwachsenen, die verstehen, dass es für alles (auch für Grenzen) Argumente gibt und dass Kompromisse die Regel und nicht die Ausnahme sind.

Diejenigen Kinder hingegen, die aggressive Grenzen erfahren haben, werden später ebenso vorgehen, weil sie genau dies gelernt haben. Achtung: Sie können dabei sehr effiziente und erfolgreiche Manager sein. Allein weil sie ihre innerfamiliären Ressourcen so effizient organisieren, indem sie ihren Kindern blitzschnell aggressive Grenzen setzen, haben sie mehr Zeit für ihren Job und ihre Gedanken, die ständig um die Karriere kreisen. Die Anhänger*innen der Unerzogen-Bewegung kennen häufig solche Manager*innen (mehr Männer als Frauen) aus ihrem beruflichen Umfeld, verabscheuen sie zutiefst, bedauern ihre Familien und erkennen gleichzeitig das Drama, das diese vermeintlich autoritär erzogenen Personen vermeintlich erlitten haben. Oft stimmt dieser Gedanke, manchmal aber auch nicht: Es gibt auch unter aggressiven Managern blanke Egoisten, die eigentlich aus einem liebevollen Elternhaus stammen. Das sind allerdings eher Ausnahmen.

Benötigen Kinder Verbote zu ihrem Schutz?

Viele Eltern geben dem Kleinkind, das auf die Straße rennt, einen Klaps auf den Po und schreien es an: „Willst du überfahren werden?“ So ähnlich gehen Rattenmütter vor, die mit ihrem Nachwuchs eine gefährliche Stelle passieren: Sie beißen unwillige Zöglinge, die nicht schnell genug folgen. In beiden Fällen hat die Mutter dem Kinde zunächst das Leben gerettet. Auch ein Lerneffekt ist in beiden Fällen nicht zu bestreiten. Die Anhänger*innen der Unerzogen-Bewegung nehmen das Kind, sobald es demnächst die Straße allein überqueren könnte, an die Hand und üben das Schauen nach links und rechts, das Einschätzen des Verkehrs und danach das zügige Überqueren der Straße. Das dauert wenige Tage bis Wochen, danach schaut das Kind brav in alle Richtungen, bevor es die Straße überquert. Diese Methode ist effizienter, weil das Kind schon in kürzester Zeit irgendwann allein die Straße überqueren muss. Das mit Gewalt von der Straße weggehaltene Kind beobachtet möglicherweise aus Protest gegen diese elterliche Gewalt die Straße nur ungenügend und wird überfahren.

Wertevermittlung

Die Wertevermittlung ist ein großer kognitiv-emotionaler Komplex. Kinder erlernen Werte am ehesten durch Vorleben, durch Eintrichtern hingegen wenig bis nicht. Gerade weil der Komplex so umfassend ist, werden die Kinder, denen Werte eher eingebläut als vorgelebt und erklärt wurden, im Teenageralter umfangreiche kognitiv-emotionale Konstrukte entwickeln, welche den aggressiv vorgeschriebenen Werten antipodisch entgegenstehen. Der Teenager, der eine schlimme Strafe wegen seines ersten unerlaubten Alkoholkonsums einstecken musste, wird etwa ab dem 18. bis 20. Lebensjahr ein umfassendes geistiges Gerüst entwickeln, das den Drogenkonsum legitimiert, weil ihn vermeintlich nur dieser richtig kreativ macht. Er kann nach langen beruflichen und privaten Katastrophen und einem erfolgreichen Entzug nach dem 35. bis 40. Lebensjahr nochmals Jahre bis Jahrzehnte benötigen, um dieses Konstrukt wieder aufzugeben. Es ist deutlich effizienter und menschlicher, dem jungen Menschen behutsam und schon vor seinem ersten richtigen Besäufnis die Folgen von Alkohol aufzuzeigen. In diesem Fall erweist sich die Unerzogen-Bewegung als überaus hilfreich.

Wer hat Fußball erfunden? Geschichte des Fußballs


Die traditionsreiche Sportart Fußball hat eine lange Geschichte vorzuweisen, die sich bis in die Antike zurückverfolgen lässt. Häufig wird das heutige England als Ursprung des modernen Fußballs angesehen. Die Einflüsse auf die Sportart jedoch reichen in vielfältige Epochen der Menschheitsgeschichte zurück.

Wer hat Fußball erfunden? Geschichte des Fußballs

Der moderne Fußball entwickelte sich aus frühen Ballsportarten, dabei gab es schon im antiken China und im mesoamerikanischen Raum Ballsportarten, die als frühe Inspiration fungieren. Bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. existierte im historischen China eine Ballsportart namens Cuju. Die Sportart wurde so populär, das sie sich gar als eine Art Nationalsport entwickelte, der bis in das 6. Jahrhundert n. Chr. verbreitet war. Zum Einsatz kamen bereits Lederbälle, was Vergleiche zum modernen Fußball nicht komplett absurd werden lässt.

Bevor Kolumbus Amerika entdeckte, wurde gleichfalls in Mesoamerika das Ballspiel kultiviert. Dabei scheint das dortige Ballspiel anders als die chinesische Variante weniger sportlicher als ritueller Wurzel gewesen zu sein. Viel über das historische Ballspiel aus dem mittelamerikanischen Raum wurde nicht überliefert – allerdings kam hier kein Ball aus Leder, sondern aus natürlichem Kautschuk zum Einsatz.

Noch bevor sich der moderne Fußball im heutigen Großbritannien entwickelte, erfreuten sich verschiedenste Ballspielvarianten auf dem europäischen Kontinent steigender Beliebtheit. Bereits im spätmittelalterlichen Italien – um das 15. Jahrhundert – soll in der Region Florenz der Calcio storico gespielt worden sein. Dabei wurde das traditionsreiche Spiel mit den besten Roben im Anschluss an den sonntäglichen Kirchenbesuch zelebriert. Das Calcio storico gilt als raue Frühform des Fußballs, dabei lassen sich auch Elemente des modernen Rugby entdecken. Es ist demnach davon auszugehen, dass der moderne Fußball nicht im luftleeren Raum am Reißbrett entstanden ist, sondern dass er sich organisch aus historischen Ballsportarten entwickelt hat, deren Traditionen sich teils bis in die Antike zurückverfolgen lassen.

Die Wurzeln des modernen Fußballs

Der britische Einfluss auf den modernen Fußball hatte ebenfalls einen mittelalterlichen Ursprung. Seit dem 12. Jahrhundert findet im britischen Ashbourne das Shrovetide-Fußballspiel statt. Jedes Jahr am Faschingsdienstag wie am Aschermittwoch wird noch heute die Tradition gepflegt. Dabei gilt die Frühform des Fußballspiels als eine reduktionistische und kaum reglementierte Version: So wird zwischen 14 und 22 Uhr um einen Korkball gespielt, dabei gibt es kein eng umgrenztes Spielfeld. Der Shrovetide-Fußball ist ein extrem raues Fußballspiel, das mit einer unbegrenzten Anzahl von Spielern funktioniert. Zwei historische Steinpyramiden formen die Tore. Vom einflussreichen Shrovetide-Fußball ist es noch ein langer Schritt zum modernen Association-Football.

Hier kommen die traditionsreichen britischen Universitäten ins Spiel. Bereits im 19. Jahrhundert gab es verschiedene Fußballspiele in England, die nicht unähnlich des Shrovetide-Fußballs zwischen rivalisierenden Orten stattfanden. Von hier gelangten die britischen Frühformen des Fußballspiels an Universitäten und Privatschulen wie Cambridge, dem Eton College, der Westminster School, dem Cheltenham College und vergleichbaren Bildungseinrichtungen. Das Fußballspiel bildete eine körperliche Abwechslung zum harten Studienalltag. Doch damit die verschiedenen Universitäten und Colleges miteinander konkurrieren konnten, war ein einheitliches Regelwerk vonnöten.

Konsequenz waren die sogenannten Cambridge-Regeln, die 1848 ihre Premiere feierten. Entwickelt durch ein Komitee an der gleichnamigen Universität, ähneln sie den Grundregeln des modernen Fußballs. Sie sind der erste konzertierte Versuch, ein einheitliches Regelwerk für die populäre Sportart zu schaffen. Dabei wurden elf Paragraphen festgelegt, von denen so einige bahnbrechend waren: Der Anstoß des Balls in der Mitte des Spielfelds, die Etablierung des Toraus, das Verbot von rabiaten Mitteln sowie die Vereinheitlichung der Torregeln. Und die simpelste und wichtigste aller Regeln: Wer die meisten Tore schießt, gewinnt. Die so etablierten Cambridge-Regeln sind der Grundstein für den modernen Fußball.

Die Internationalisierung und Modernisierung der Sportart

Mit den dank der Universität Cambridge etablierten neuen Regeln konnte sich der Fußball auf ein neues Level entwickeln. Konkurrierende Orte und Universitäten durften sich so endlich auf ein einheitliches Regelwerk berufen. Etwa neun Jahre nach den Cambridge-Regeln wurde in der Stadt Sheffield der Sheffield Code entwickelt. Ihm sind das Konzept des Freistoßes und des Eckstoßes zu verdanken. 1863 wurde in England der nächste Schritt vollzogen: Die Football Association (FA) wurde gegründet. Der erste offizielle Fußballverband der Welt ebnete den Weg für den organisierten modernen Fußball. Unter diesem neuen Verband konnten die Fußballregeln weiter verfeinert und die Eckpunkte des Spiels fortschreitend definiert werden. So wurde die Ballgröße noch 1872 vereinheitlicht. Zwei Jahre darauf wurde als regelnde Person auf dem Feld der Fußballschiedsrichter eingeführt.

Auf das internationale Parkett drängte der Fußball 1904 dank der Gründung der FIFA (Fédération Internationale de Football Association) in Paris. Bereits zuvor hatten sich zahlreiche nationale Verbände gegründet. In der Schweiz, Dänemark und Belgien fanden frühe Entwicklungen außerhalb Englands statt. Deutschland folgte 1874 mit der Einführung des Fußballs durch den Lehrer Konrad Koch. Das erste deutsche Fußballspiel fand im gleichen Jahr in Braunschweig statt. Konsequenz der Etablierung der Sportart in Deutschland war die Gründung des Deutschen Fußballbundes (DFB) im Jahr 1900. Die Deutsche Fußballmeisterschaft debütierte in den Jahren 1902/1903. Vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts machte der Fußball riesige Entwicklungsschritte. Die Etablierung der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1930 war ein neuer Höhepunkt dieser Entwicklungen.

Seitdem hat sich der Fußball auch taktisch enorm weiterentwickelt. Vom klassischen Liberospiel bis zum Total Football von Johan Cruyff konnte sich der Fußball mehrmals neu erfinden. Dabei gibt es heute zahlreiche Wettbewerbe wie UEFA Champions League, UEFA Europa League oder die Europameisterschaft, die den sportlichen Konkurrenzkampf auf verschiedenen Ebenen regeln. In den 70er-Jahren wurde außerdem der Frauenfußball in Deutschland etabliert, der 1991 in der ersten Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen mündete. Innerhalb von anderthalb Jahrhunderten ist der Fußball vom simplen Ballspiel in der englischen Provinz zu einem internationalen Massenphänomen herangewachsen.

Überblick – Die Ursprünge des Fußballs

Wichtige Entwicklungen des Fußballs fanden in England statt: Vom Shrovetide-Fußballspiel bis zu den Cambridge-Regeln und dem Sheffield Code. Doch schon zuvor gab es Varianten des Fußballspiels im historischen China, Mittelamerika und Italien. Seit Jahrtausenden waren ähnliche Ballspielarten bekannt. Der moderne Fußball hat sich zwar vor allem in den letzten anderthalb Jahrhunderten entwickelt. Erfunden hat den Fußball jedoch keine einzelne Person oder Nation. Vielmehr ist er einer organischen historischen Entwicklung zu verdanken, die sich allerdings in England erheblich beschleunigte.

Was bedeutet ein Kuss auf die Stirn? Erklärung, Bedeutung


Ein Kuss, welcher vom Partner auf die Stirn gedrückt wird, bedeutet nichts anderes, als eine besondere und tiefe Zuneigung.

Was bedeutet ein Kuss auf die Stirn? Erklärung, Bedeutung

Doch auch von anderen Menschen können solche Küsse gegeben werden. Er bezieht sich demnach nicht auf Sexualität und sexuelle Vorstellungen, sondern auf ein tiefes Gefühl der Verbundenheit.

Die Person, die einen Kuss auf die Stirn gibt, drückt Dankbarkeit aus. Eine emotionale Dankbarkeit, dass es die andere Person gibt.

Mit diesem Kuss kann aber auch gesagt werden „ich passe auf dich auf“. Eine Person mit großem Beschützerinstinkt gibt diesen Kuss denjenigen, denen sie zeigen will, dass sie auf sie aufpasst und für einen da ist.

Kuss auf die Stirn in der Partnerschaft

Oft kommt es in besonders emotionalen und intimen Momenten in einer Partnerschaft zu einem Kuss auf die Stirn.

In Momenten tiefer Verbundenheit soll dieser Kuss die emotionale Nähe ausdrücken. Ein Kuss auf die Lippen wird schnell mit sexuellen Gedanken assoziiert, weswegen er manchmal nicht der richtige für diesen Moment ist.
Dabei kommt es durch die typische Rollenverteilung oft dazu, dass der Mann seiner Frau durch diesen Kuss auf die Stirn mitteilen möchte, dass er sie beschützen will.

Liebe ist mehr als Sexualität. Deswegen ist es wichtig, in einer Partnerschaft auch körperliche Gesten für den anderen Teil der Beziehung zu haben. Dieser Kuss auf die Stirn wird auch in einer Partnerschaft oft als Versprechen gesehen, ein Versprechen, immer für die andere Person da zu sein, sie zu beschützen und innig zu lieben.

Wenn allerdings dieser Kuss zum Standard wird und verliebte Küsse auf den Mund ersetzen soll, ist es ein Warnzeichen. Es kann sein, dass die Anziehung und das Verliebtsein vorbei sind. Zwar ist es immer noch von Bedeutung, dass dieser Mensch wichtig ist, jedoch läuft die Partnerschaft Gefahr, die Art von Liebe zu verlieren, die in einer Beziehung von Bedeutung ist. In diesem Fall kann es darauf hindeuten, dass eine tief verbundene Freundschaft eher das Richtige ist, anstelle von Sexualität.

Kuss auf die Stirn innerhalb der Familie

Auch innerhalb der Familie hat diese Geste eine große Bedeutung.
Meistens ist es der Vater, welcher seiner Tochter oder seinem Sohn einen Kuss auf die Stirn gibt. Hier ist die Botschaft eindeutig: Er möchte seine Kinder beschützen. Hierbei ist der Kuss von großer Bedeutung, denn Kinder spüren die Botschaft und entwickeln so ein inniges und vertrauensvolles Verhältnis zu ihren Eltern. Ob Vater oder Mutter, wer seinem Kind einen Kuss auf die Stirn gibt, sagt ihm dabei nicht nur, es beschützen zu wollen. Er drückt auch die Liebe der Eltern aus und sagt, dass sie immer für ihr Kind da sein wollen.

Bei einer Verabschiedung gibt der Vater oder die Mutter den Schutz mit diesem Kuss mit und mahnt das Kind, auf sich aufzupassen. Zum Beispiel, wenn es spielen geht oder länger auf andere Art ohne Aufsicht er Eltern ist.

Als Abschied

Gerade, wenn eine Person lange verreist oder sogar der Abschied am Totenbett, kommt es von den Angehörigen häufig zu einem Kuss auf die Stirn. In diesem Moment gibt es keine Worte, die man sagen könnte und die den Gefühlen gerecht werden. Mit diesem einzigen Kuss auf die Stirn aber können ganze Sätze wie: „Ich schätze dich“, „Du bist etwas Besonderes für mich“, „Ich beschütze dich“, „Ich bin dir dankbar“ oder sogar „Ich werde immer mit dir sein” ausgedrückt werden. Er begleitet die Person auf die lange Reise und gibt den eigenen Schutz und die guten Gedanken an sie mit.

Als Zeichen der Unterstützung

In stressigen Situationen oder vor Herausforderungen wird mit diesem Kuss Kraft vermittelt. In diesen Momenten wird damit ausgesagt “Du schaffst das“, oder “Ich weiß, dass du das kannst“. Er ist ein Zeichen der Unterstützung, welches jedes Wort überflüssig macht. Der Mensch, welcher den Kuss gibt, möchte dem anderen zur Seite stehen und ihm zeigen, dass auf ihn Verlass ist. Dieser Kuss gibt Mut und Motivation, jede Herausforderung zu meistern. Dabei wird immer der Gedanke im Hinterkopf sein „Da ist jemand, dem ich wichtig bin und der alles gibt, um mich zu unterstützen“.

Fazit: Was bedeutet ein Kuss auf die Stirn? Erklärung, Bedeutung

Auf jeden Fall lässt sich festhalten, dass ein Kuss auf die Stirn nur an Menschen vergeben wird, die der Person von tiefster Bedeutung sind. Ob Liebespaar, Kinder oder Eltern im hohen Alter: All dies sind Menschen, die man liebt und schützen möchte.

Der Beschützerinstinkt spielt bei allen Arten von Beziehungen eine wichtige Rolle und wird durch diesen Kuss zum Ausdruck gebracht.
Jede Person, die einen Kuss auf die Stirn bekommt, kann sich glücklich schätzen, denn sie hat es geschafft, tiefe Verbundenheit zu jemandem aufzubauen.

Was ist eine gute Fehlerkultur? Bedeutung, Definition, Erklärung


Eine gute Fehlerkultur gesteht ein, dass Fehler passieren. Sie operiert nicht mit Schuldzuweisungen, sondern mit einem konstruktiven Fehlermanagement. Dieses ermittelt die Ursachen von Fehlern und ergreift Maßnahmen, um sie künftig zu vermeiden. Die Fehleranalyse führt zur Weiterentwicklung von Kompetenzen, Prozessen und Regeln.

Was ist eine gute Fehlerkultur? Bedeutung, Definition, Erklärung

Eine gute Fehlerkultur integriert in Unternehmens- bzw. Organisationsprozesse eine Fehlerakzeptanz. Hierfür gibt es in der Industrie längst bewährte Methoden wie beispielsweise Six Sigma (6σ).

Dabei lässt ein Hersteller zu, dass Fehler mit einer statistischen Häufigkeit von 0,00034 % auftreten, was bedeutet, dass 99,99966 % aller Produkte fehlerfrei sind. Es geht auch noch fehlerärmer: Bei 7σ sind 99,9999981 % der Produkte fehlerfrei. Abgesehen vom enormen Anspruch an diese Fehlerarmut bedeutet dies vor allem, dass Fehler prinzipiell zugestanden werden. Eine fehlerlose Produktion kann es nicht geben. Erfahrene Führungskräfte wissen das. Es ist ihnen auch bewusst, dass sie selbst nicht gegen Fehler immun sind. Daher streben sie Fehlerlosigkeit gar nicht erst an, weil diese a) mathematisch unmöglich erscheint (die Fehlerarmut nähert sich bestenfalls dem Grenzwert 0 an, erreicht ihn aber nicht = mathematische Grenzwertbetrachtung) und b) der Aufwand für die Fehlervermeidung in einem vernünftigen Verhältnis zum Gewinn stehen muss. Diese Betrachtung einer installierten Fehlerkultur bezieht sich nun auf industrielle Produktionsprozesse. Sie bedeutet beispielsweise, dass ein Hersteller eine Million Glühbirnen produziert, von denen höchstens 3,4 Stück fehlerhaft sind (6σ). Doch wie betrachtet eine vernünftige Fehlerkultur die alltäglichen kleinen Fehler von Mitarbeitenden im Büro und anderswo?

Lässt sich Sanktionsfreiheit garantieren?

Bei den weichen Prozessen der Mitarbeiterführung, deren Ergebnisse nicht wie eine industrielle Produktion messbar sind, gilt es, den Mitarbeitenden ihre natürliche Angst vor Sanktionen bzw. Gesichtsverlust zu nehmen. Wo diese Angst vor dem „Fehlermachen“ vorherrscht, werden Fehler konsequent vertuscht. Im angloamerikanischen Sprachraum hat sich hierfür der Slangausdruck C.Y.A. für „cover your ass“ eingebürgert, was wir frei mit „Hauptsache es merkt niemand“ übersetzen dürfen. Das ist eine äußerst prekäre Haltung, denn spät entdeckte Fehler können fatale Folgen nach sich ziehen. Die Schadensregulierung kann dann teuer und schmerzhaft werden. Aus betriebswirtschaftlicher Perspektive sollten Fehler sofort offengelegt werden. Dies geschieht allerdings nur, wenn es sanktionsfrei möglich ist. Über diesen Punkt wird in den Betrieben durchaus kontrovers diskutiert. Wenn jedermann jeden eigenen Fehler sanktionsfrei zugeben darf, könnte das schließlich auch einer gewissen Lässigkeit bis Fahrlässigkeit Vorschub leisten. Daher ist es nicht ganz so einfach, wie es sich auf den ersten Blick zu erschließen scheint. Praktiker wissen, dass sie durchaus nicht jeden Fehler durchgehen lassen können. Daher ist zu empfehlen, innerhalb der Fehlerkultur tolerable, nicht tolerable und mehr oder weniger tolerable Fehler zu definieren. Hierfür drei Beispiele:

  • #1: Tolerable Fehler treten zum Beispiel im Rahmen von neuen Projekten auf, die mit einer Lernkurve verbunden sind. Alle Beteiligten waren sehr bemüht, ihr Bestes zu geben, doch sie konnten nicht alle Umstände und Entwicklungen vorhersehen. Die daraus resultierenden Fehler sind verzeihlich.
  • #2: Mehr oder weniger tolerable Fehler entstehen zum Beispiel unter Stress, für den der Mitarbeiter momentan gar nichts konnte, weil ihm zu viele Aufgaben aufgebürdet wurden. Es könnte sich allerdings auch um privaten Stress handeln. Dennoch ist ihm weder schlechter Wille noch Fahrlässigkeit zu unterstellen. Sein Vorgesetzter muss a) die Aufgaben gerechter verteilen oder die durch eine Arbeitsüberlastung entstehenden Fehler auf die eigene Kappe nehmen und darf b) darauf bestehen, dass der Mitarbeiter sein Privatleben so weit organisiert, dass es ihn nicht unnötig unter Stress setzt.
  • #3: Nicht tolerable Fehler entstehen, weil der oder die Beschäftigte betrunken und/oder zu spät zum Dienst erscheint. Hier gehört es zur guten Fehlerkultur, die Person abzumahnen und beim nächsten Mal zu feuern. Die anderen Mitarbeiter beobachten den Vorgang.

Die #1 tolerablen Fehler sollten Mitarbeitende uneingeschränkt sofort zugeben können, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Dies ist für eine gute Fehlerkultur essenziell. Wir fokussieren für die Diskussion darum zunächst auf diese Fehler.

Fehlerkultur: Wie sind Fehler zu betrachten?

Die #1 tolerablen Fehler sind Wachstumschancen. Es ist Unfug, den „Schuldigen“ an den Pranger zu stellen. Vielmehr sollten Vorgesetzte gemeinsam mit dem Team nach den Ursachen suchen. Damit lernen alle Beteiligten aus dem Fehler. Dieses offene und sanktionsfreie Prinzip müssen die Führungskräfte überzeugend vorleben. Den Fehler nicht mit Sanktionen zu belegen heißt allerdings nicht, ihn unter den Teppich zu kehren. Er muss benannt werden, was vielen Mitarbeitenden und auch Vorgesetzten nicht leicht fällt. In dieser Hinsicht muss die positive Fehlerkultur konsequent umgesetzt werden, damit alle Beteiligten lernen, dass sie einen #1 tolerablen Fehler sofort und sanktionsfrei zugeben können. Dieser Lernprozess dauert eine Weile. Sollte das Team einen neuen Vorgesetzten erhalten, der erst so eine Fehlerkultur einführen möchte, muss er sich darauf einstellen, dass seine Beschäftigten erst im Verlauf von vielleicht einem Jahr lernen (je nach Häufigkeit solcher Fehler), dass er diese von vornherein kommunizierte Fehlerkultur wirklich ernst meint.

Dasselbe gilt für neue Kolleg*innen, die erst lernen müssen, wie dieses Team mit Fehlern umgeht. Während dieses Lernprozesses müssen nun der Vorgesetzte und sein Team gemeinsam eine Feedbackkultur installieren. Idealerweise meldet jeder und jede Beschäftigte eigene Fehler sofort selbst, doch das gelingt nicht immer, weil sie manchmal erst von einer anderen Kollegin in der Spätschicht entdeckt werden. Diese muss den Fehler melden, um Schaden zu vermeiden. Der Kollege, der ihn gemacht hat, könnte dies als „Verpetzen“ empfinden, was der/die Vorgesetzte sofort kommunikativ ausräumen muss. Wir sehen an der Betrachtung solcher Vorgänge, dass es eine Weile dauern kann, eine gute Fehlerkultur zu etablieren. Wenn dies gelungen ist und die Beschäftigten feststellen, dass Fehler ausschließlich konstruktiv verarbeitet werden, liefern sie das betreffende Feedback künftig viel schneller. Sie erleben fortan eine wertschätzende und gleichzeitig transparente Kultur der Kommunikation.

Führt ein sanktionsfreier Umgang mit #1 tolerablen Fehler wirklich nicht zur Lässigkeit?

Nein. Fahrlässigkeit schließen wir ohnehin aus, aber auch ein Laissez-faire-Umgang mit solchen Fehlern ist eher sehr unwahrscheinlich. Kompetente Vorgesetzte wissen das, weil sie auf die Eigenmotivation ihrer Beschäftigten vertrauen. Wenn diese gut ins Team und ihre Aufgaben gut zu ihnen passen, möchten sie keine Fehler machen. Sie möchten mit ihren Kolleg*innen an einem Strang ziehen und abends mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, einen tollen Job gemacht zu haben. Achtung: Das funktioniert nicht überall! In Branchen, in denen die Beschäftigten monotone und/oder frustrierende Tätigkeiten fehlerarm ausführen müssen, kann diese Eigenmotivation fehlen. In solchen Branchen gibt es aber nur wenige #1 tolerable Fehler, weil die neuen, spannenden Projekte mit unerwarteten Anforderungen gar nicht durchgeführt werden.

Wie sind Fehler zu kommunizieren?

Dies ist ein weiterer essenzieller Punkt der guten Fehlerkultur. Diese beschränkt sich bei der Kommunikation von Fehlern auf die Fakten und benennt sie sachlich. Sie vermeidet Anschuldigungen und Vorwürfe, kritisiert bestenfalls ein Verhalten, aber nicht die Person, und vermeidet vor allem strikt jede Küchenpsychologie. Letztere kommt von schwachen Vorgesetzten oder auch Kolleg*innen, die in irgendwelchen vermeintlichen Traumata, psychischen Verwerfungen und momentanem privaten Stress des betreffenden Kollegen herumkramen, um den Fehler zu begründen. Das hat niemand gern, es ist auch nicht zielführend. Es ist zwar möglich, bei #2 mehr oder weniger tolerablen Fehlern den Fakt anzusprechen, dass der Kollege vielleicht privat aktuell zu sehr belastet ist, doch daran darf sich höchstens die Erwartung anschließen, dass er diese Probleme nun entweder aus der Welt schafft oder wenigstens nicht mit in den Betrieb bringt. Jedes Wort darüber hinaus artet in Klatsch und Tratsch aus. Kein Kollege wünscht eine küchenpsychologische Therapie durch seine Vorgesetzte.

Was sind Curling-Eltern? Bedeutung, Definition, Erklärung


Umgangssprachlich bekannt unter dem Begriff „Helikopter-Eltern“, handelt es sich bei Curling-Eltern um eine gesteigerte Version. Dies sind Eltern, welche ständig und permanent in der Nähe ihres Kindes sind, um es vor jeglichem Schaden zu beschützen. Anders als Helikopter-Eltern schweben sie jedoch nicht nur wachend über den Kindern. Die Steigerung davon bildet Eltern, welche auch drastische Eingriffe in das Leben der Kinder einnehmen. Sie kontrollieren es in seiner Freizeit, überwachen es, wenn es spielt und lernt und verfolgen jeden Schritt, den es tut.

Was sind Curling-Eltern? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was die Ursache solch einer Entwicklung der Eltern ist, ist nicht klar zu bestimmen. Allerdings ist auffällig, dass es sich hier um ein gesamtgesellschaftliches Phänomen handelt, welches sich immer mehr ausweitet.

Immer häufiger werden in einer strukturierten und leistungsorientierten Welt wie unserer, die Kinder ebenfalls als „Projekte“ gesehen. Zwar hängt emotionale Bindung an ihnen, dabei bleiben sie jedoch etwas, das möglichst gut gelingen soll und dem es möglichst gut gehen soll.

Dabei spielt auch die eigene Unsicherheit der Eltern eine entscheidende Rolle. Da in der heutigen Welt Eltern oft mit der Erziehung ihrer Kinder alleine sind, weil die Familie rundherum fehlt, haben sie keine Unterstützung und ebenso keine Vorbilder, nach denen sie sich richten können. Aus dieser Unsicherheit resultiert die Angst, etwas falsch zu machen und der Aufgabe, auf ein Menschenleben Acht zu geben, nicht gerecht werden zu können.

Curling-Eltern projizieren außerdem meist ihre eigenen Ängste auf den Nachwuchs. Aufgenommene Schreckensnachrichten von schlimmen Unfällen oder Entführungen veranlassen sie dazu, ihre Kinder nicht mehr aus den Augen zu lassen, um sie durchgehend beschützen zu können.
Sie wollen ihre Kinder vor der Welt und dem Leben beschützen und abschirmen.

Sie haben weder Vertrauen in das Leben, noch in ihr Kind oder Pädagogen. Deshalb möchten Curling-Eltern alles unter ihrer Kontrolle wissen.

Curling-Eltern: Einfluss auf das Kind / Kinder

Die Kinder werden von der Realität des Lebens nicht unterrichtet. Durch das ständige Eingreifen der Eltern, lernen sie nicht, ihre Konflikte selbst zu regeln und für sich einzustehen. Dadurch werden die Kinder zu unselbstständigen und unsicheren Persönlichkeiten erzogen. Während sie zu Hause und in der Nähe der Eltern durch deren Schutz einen starken Charakter und starkes Selbstbewusstsein zeigen können, ist dies in anderen Situationen nicht mehr der Fall. Sobald die Eltern als Sicherheit fehlen, verhalten sich die Kinder unsicher und tun sich schwer in sozialen Gefügen. Sie haben nicht gelernt, für sich selbst einzustehen und Rückgrat zu zeigen.
Curling-Eltern beschützen ihre Kinder dabei aber nicht nur vor Niederlagen und Gefahr. Ebenso werden die Kinder keine Erfolgserlebnisse haben, solange die Eltern in der Nähe sind.

Einer Studie von Nicole B. Perry an der University of Minnesota zufolge, haben Kinder, welche unter diesen Bedingungen aufwachsen, zunehmend Probleme, ihre eigenen Impulse zu kontrollieren. Hinzu kommt die mangelnde Erfahrung von Misserfolgen. Diese braucht ein Kind jedoch, um daran zu wachsen und Verantwortungsgefühl, Selbstständigkeit und ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Fazit: Was sind Curling-Eltern?

Durch das hohe Engagement der Eltern entsteht oft eine innige und gute Eltern-Kind-Beziehung. Das kommt daher, dass das Kind vermittelt bekommt, dass die Eltern immer da sind und auf es achten. Die hohe Zeitinvestition unterstützt die gute Bindung, da Eltern und Kind viel Zeit miteinander verbringen. Auch, dass dem Kind jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wird, macht es auf die Eltern gut zu sprechen und erspart Streitigkeiten.

Nichtsdestotrotz hinterlässt dieses Verhalten seitens der Eltern bleibende Schäden. Wie bereits erwähnt, lernen die Kinder nicht, für sich selbst einzustehen und Verantwortung zu übernehmen. Genauso leidet ihre Anpassungsfähigkeit und die Erfahrung an Misserfolgen.

Da alles von den Eltern übernommen wird, entwickelt sich eine schwache und unselbstständige Persönlichkeit.

In diesem Fall sollten sich Eltern Unterstützung suchen, an der sie sich orientieren können und lernen, welches Maß an Aufsicht dem Kind guttut. So werden sie nicht alleine gelassen und können vielleicht sogar ihre Ängste überwinden. Dann kann sich das Kind frei entfalten und seine eigenen Fähigkeiten und Stärken entdecken.

Was bedeutet „mehrgewichtig“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Mehrgewichtig“ wurde ursprünglich als Euphemismus (Beschönigung) für übergewichtig erdacht, doch inzwischen dient der Begriff als Argumentationsgrundlage dafür, dass Menschen zu ihrem Gewicht stehen sollten. Übergewicht, so die Anhänger dieser Bezeichnung, gilt zwar als gesundheitlicher Risikofaktor, doch das darf hinterfragt werden. Die Stigmatisierung als zu dicke Person könne Stress erzeugen, der mindestens ebenso gefährlich ist. Daher bezeichnen sie sich lieber als mehrgewichtig.

Wie gefährlich ist Übergewicht wirklich?

Die Meinung, dass Übergewicht zu kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes führt, ist eine Mehrheitsmeinung. Als Ausweg werden ein diätetischer Lebenstil und Sport empfohlen. Das predigen Laien, doch die Ärzteschaft schließt sich nahezu ausnahmslos an. Allerdings darf nach Auffassung der Minderheit, die Mehrgewicht für nicht so gefährlich hält, schon die Definition des sogenannten Übergewichts hinterfragt werden. Dieser liegt der BMI (Body-Mass-Index) zugrunde, der willkürlich aufgestellt wurde und daher wenig aussagekräftig sein soll. Gegner der Stigmatisierung von Übergewicht behaupten, dass er keine Datenbasis für ein erhöhtes Sterberisiko durch Übergewicht liefert. Dieses sei lediglich bei extrem dicken Personen nachweisbar. Betreffende Studien gibt es in der Tat.

Sie können belegen, dass bis zu 30 % der laut BMI adipösen Personen nicht einmal häufiger krank werden als die Durchschnittsbevölkerung. Hierzu ist anzumerken, dass Studien keine allgemeingültigen Wahrheiten repräsentieren. Was sie aussagen, hängt vom Studiendesign ab. Doch nehmen wir einmal zur Kenntnis, dass es solche Studienergebnisse gibt.

Aus diesen schlussfolgern nun die Gegner des Diätenterrors, als die sie sich empfinden, dass Übergewicht keinesfalls in dem Umfang Krankheiten verursacht, wie es die Gesellschaft und auch die Ärzteschaft behaupten. Die Studien, die solche Gefahren belegen, stellen nach ihrer Auffassung lediglich Korrelationen, aber nicht unbedingt Kausalitäten her. Es mag zwar sein, dass übergewichtige Menschen häufiger erkranken, doch dies müsse keinesfalls allein von ihrem hohen Gewicht herrühren. Daher lehnt diese Gruppe die stigmatisierende Bezeichnung „übergewichtig“ ab und bevorzugt stattdessen „mehrgewichtig“.

Einige gesundheitliche Fakten zu „mehrgewichtig“

Diejenigen, die für mehr- statt übergewichtig plädieren, führen als Fakt an, dass die einzige wirkliche Erkrankung durch Mehrgewicht die Arthrose sei, für die es allerdings noch mehr Risikofaktoren geben soll. Diabetes soll zwar mit Übergewicht stark assoziiert sein, denn ~80 % aller Diabetiker*innen sind über- bzw. mehrgewichtig. Doch auch 15 % der normalgewichtigen Bevölkerung leiden unter Diabetes Typ 2. Daher kann wohl das hohe Gewicht nicht die einzige Ursache für die Erkrankung sein.

Die Argumentatoren behaupten nun, dass es keine Studien gebe, die den signifikanten Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes beweisen. Diese Behauptung darf allerdings bezweifelt werden. Andererseits gibt es nachgewiesene genetische Ursachen für Diabetes. Übergewicht scheint dennoch ein unzweifelhafter Risikofaktor zu sein.

Doch es lässt sich auch anders argumentieren: Möglicherweise verursacht dieselbe genetische Disposition gleichzeitig Mehrgewicht und Diabetes. Das würde wiederum bedeuten, dass es den Betroffenen nicht viel nutzt, wenn sie ihr Gewicht senken: Sie würden damit zwar schlanker, unterlägen aber immer noch demselben Risiko, an Diabetes zu erkranken. Diese Behauptung darf angezweifelt werden. Dennoch soll es Studien geben, die ganz andere Risikofaktoren für Diabetes aufzeigen, nämlich unter anderem Armut und soziale Ausgrenzung. Das wiederum ist ein Argument für die Vertreter*innen der Mehr- statt Übergewichtigkeit: Sie leiten aus diesem Fakt ab, dass die Ausgrenzung von Übergewichtigen und ihr Body Shaming eigentlich das Diabetesrisiko erhöht. Daraus folgern sie, dass die Mehrgewichtigen doch vielmehr zu ihrem Gewicht stehen sollten. Ähnlich argumentieren die Anhänger*innen in Bezug auf weitere Erkrankungen wie Bluthochdruck.

Risikofaktor Stress

Da Übergewichtige diskriminiert werden, stehen sie unter erheblichem Stress. Nun lässt sich unzweifelhaft belegen, dass dieser ein hohes Krankheitsrisiko darstellt. Er kann unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darüber hinaus aber auch Depressionen und Suchterkrankungen auslösen. Das könnte unter Umständen das höhere Krankheitsrisiko von übergewichtigen Personen erklären. Daher lautet nun die Argumentation: Lasst uns von Mehr- statt von Übergewicht sprechen. Lasst uns als Mehrgewichtige zu unserem Körper stehen. Damit leben wir gesünder. Diese Argumentation erklärt die Anwendung der Begrifflichkeit „Mehrgewicht“.

Was bedeutet Diskurshoheit / Deutungshoheit? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Begriffe Diskurshoheit oder Deutungshoheit beschreiben die Autorität (Hoheit) einer bestimmten Person, Gruppe oder Institution, einen Diskurs zu definieren oder zu beherrschen. Diese Autorität ist dabei aber nicht unbedingt natürlich gegeben. Im Gegenteil, jeder Mensch und jede Institution kann theoretisch für sich beanspruchen, die absolute Wahrheit im Diskurs über ein beliebiges Thema zu besetzen.

Was bedeutet Diskurshoheit / Deutungshoheit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Unterschied zur Deutungshoheit beschreibt die Diskurshoheit zunächst die Dominanz eines Akteurs in einem Diskurs, also einer Auseinandersetzung oder einer Debatte. Dabei geht es oft darum, bestimmte Begriffe in einer Debatte zu verankern, eigene Punkte zu setzen und den Diskurs so im eigenen Sinne zu prägen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass mit der Diskurshoheit nicht notwendigerweise die moralische Richtigkeit einhergeht. Wer also die Macht über eine Debatte hat, muss nicht notwendigerweise die besten oder plausibelsten Argumente vorbringen. Wer den Diskurs beherrscht, lässt sich außerdem nicht objektiv feststellen, sondern muss subjektiv betrachtet werden, weil jeder Diskussionsteilnehmer dies anders bewertet.
Dennoch kann sich eine wahrgenommene Diskurshoheit darin äußern, dass Menschen die Meinung, die eben im Diskurs am prominentesten vertreten ist, automatisch für richtig halten.

Dies sollte allerdings kritisch hinterfragt werden. Besonders deshalb, weil gerade autoritäre Regime oder moralisch fragwürdige Akteure die Taktik der Diskurshoheit verwenden, um ihre Ansicht in der breiten Mehrheit durchzusetzen.

Generell ist festzuhalten, dass in jeder Diskussion alle Teilnehmer durch ihre Argumentation das Ziel verfolgen, die Diskurshoheit zu erlangen, den Diskurs also in ihrem Sinne zu prägen. Deshalb können Diskurshoheiten je nach den Meinungen der Beteiligten auch wechseln, wenn eine andere Seite zum Beispiel überzeugendere Argumente vorbringt. Die Diskurshoheit ist auch nicht an ein bestimmtes Thema gekoppelt, sondern bewegt sich eher auf der Meta-Ebene. Sie beschreibt also die Machtverhältnisse in einer Debatte.

Beispiel für die Diskurshoheit

Beispielsweise kann man annehmen, dass in der Diskussion über eine Impfpflicht Impfgegner die Diskurshoheit zu erlangen versuchen, in dem sie in Debatten über das Thema bestimmte Argumente immer wieder wiederholen (sogenannte „Talking points“) und so dafür sorgen, dass Menschen bei der Konfrontation mit dem Thema sofort an diese denken. Diese Vorgehensweise bezeichnet man als „Framing“ (deutsch: „Rahmung“) einer Diskussion. Beim Beispiel Impfpflicht wären solche Talking points beispielsweise die Verbindung von Impfzwang mit autoritären Regimen oder der Hinweis auf mögliche, unentdeckte Nebenwirkungen von Impfstoffen.

Bedeutung der Deutungshoheit

Im Unterschied zur Diskurshoheit geht es bei der Deutungshoheit um die Macht eines Akteurs oder einer Institution, in einem Diskurs bestimmte Begriffe zu definieren oder auszulegen.

In einer Debatte sind die zu debattierenden Begriffe und ihre Bedeutung zentral, weil eine Diskussion nur dann funktioniert, wenn sich die Teilnehmer auf ein gemeinsames Begriffsverständnis einigen können. Versteht jeder Mensch unter einem Begriff etwas ganz anderes, so ist es schwierig bis unmöglich, sich über den Begriff auszutauschen. In diesem Fall muss erst geklärt werden, was die Teilnehmer unter den Begriffen verstehen. Demjenigen, der die Begriffe definiert, kommt besondere Macht zu, weil er durch seine Begriffsdeutung die Diskussion von Anfang an in eine bestimmte Richtung lenken kann. Volkstümlich sagt man deshalb auch „Wer definiert, der regiert“. Damit ist gemeint, dass der Akteur, der es schafft, dass alle Beteiligten einen Begriff in seinem Sinne verwenden, auch den größten Einfluss auf die Debatte hat.

Es ist ebenso wie bei der Diskurshoheit auch bei der Deutungshoheit nicht eindeutig, wer zu ihr berechtigt ist. Große Lexika wie zum Beispiel der Duden definieren eine Vielzahl an Begriffen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob diese Definitionen deshalb richtig sind, weil sie im Duden stehen. Dann hätte der Duden die Deutungshoheit über den Begriff. Diese wäre allerdings nicht unbedingt legitimiert, sondern praktisch willkürlich. Es könnte allerdings auch sein, dass die Definition eines Begriffs im Duden steht, weil sie sich aus dem Diskurs herausgebildet hat, sie also richtig ist. Die Deutungshoheit über einen Begriff zu besitzen, bedeutet also nicht unbedingt, ihn richtig zu deuten, sondern nur, dass die von dem Akteur gewählte Deutung allgemein anerkannt wird.

In der Regel werden Begriffe von allgemein anerkannten Autoritäten definiert, die dann die Deutungshoheit über diese haben. Das können zum Beispiel Gesetze sein, aber auch Bücher, Lexika oder Filme. In einer Debatte versuchen aber auch verschiedene Akteure, die Deutungshoheit zu erlangen.

Deutungshoheit in der Wissenschaft

In der Wissenschaft hat die Deutungshoheit eine besonders wichtige Rolle. In einem wissenschaftlichen Diskurs ist es besonders wichtig, die Bedeutung verschiedener Begriffe zunächst zu klären, weil sich nur so eine fachliche Debatte entfalten kann. Deshalb wird oft zunächst darüber diskutiert, in welchem Sinne ein Begriff zu verstehen ist. Meist kommen verschiedene Ansätze zu Wort. Derjenige der sich mit seinem Begriffsverständnis durchsetzt, bekommt dadurch eine besondere Stellung, weil er den Diskurs erst möglich macht. So setzt er ihn in einen bestimmten Rahmen, den er durch seine Deutung des Begriffs oder Themas bestimmt.

Beispiel für die Deutungshoheit

So versuchen beispielsweise verschiedene Religionen, im Diskurs über die Debatte „Wer ist Gott“ ihre Vorstellungen von Gott als die richtigen und einzig wahren darzustellen. So wollen sie erreichen, dass ihre Definition von „Gott“ als allgemein verbindlich anerkannt wird, um so die eigene Position in der Debatte zu stärken.

Es ist also festzuhalten, dass sowohl die Diskurshoheit als auch die Deutungshoheit in gesellschaftlichen Debatten eine wichtige Rolle spielen, weil sie die Machtverteilung in dieser beschreiben. Menschen mit einer hohen Diskurs- oder Deutungshoheit verfügen in diesem über eine große Macht, weil sie die Debatte in ihrem Sinne lenken können.

Was ist Antiwork? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Antiwork“ ist eine Bewegung und populäre Online-Community auf Reddit in der sich Menschen über ihre Jobs, die schlechte Behandlung, Ausbeutung und eine schlechte Arbeitskultur austauschen, sowie Forderung nach sinnvollen Anstellungen und sinnvoller Arbeit stellen.

Antiwork stammt aus der englischsprachigen Welt und bezieht sich zunächst auf eine ablehnende Haltung gegenüber der Arbeit. Hier werden vor allem die ethischen Gegebenheiten kritisiert und ein klares Umdenken gefordert. Der Mensch und nicht der Profit soll beim sogenannten Antiwork im Vordergrund stehen.

Was ist Antiwork? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der Reddit-Community „Antiwork“ treffen sich Menschen, die sich nach sinnvoller Arbeit und Wertschätzung sehnen. Sie wollen nicht ausgenutzt, überwacht oder schlecht behandelt werden.

Wer glaubt, dass sich bei „Antiwork“ Arbeitsverweigerer, Müßiggänger, Faulpelze und Menschen, die keine Lust auf Arbeit haben, treffen, irrt größtenteils. Nur ein kleiner Teil will faulenzen. Die Mehrheit wünscht sich, dass ihr Arbeitslohn nicht nur für das Überleben, sondern auch für das Leben reicht. Sie wünschen sich Wertschätzung und eine besser Arbeitskultur. Sie wünschen sich mehr Freizeit, Zeit für die Familie und Quality Time.

Antiwork ist eine Art der inneren Einstellung, die mit einer Ablehnung der klassischen Erwerbsarbeit im Einklang steht. Man möchte, wenn überhaupt, nur einer Arbeit nachgehen, um sich selbst verwirklichen zu können. Dabei soll jedoch nicht die Motivation eines persönlichen Gewinns im Vordergrund stehen. Viel eher würde eine solche Person von der Hand in den Mund leben, um mehr individuelle Freiheiten ausleben zu können.

Menschen, die sich mit dem Gedanken von Antiwork eng verbunden fühlen plädieren nicht selten auch für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Gründe hierfür liegen praktisch auch auf der Hand, denn der Broterwerb soll gesichert sein und dabei allerdings nicht in erster Linie das Produkt einer täglichen oftmals sehr anstrengenden Arbeit sein.

Antiwork: Ziel und Schwerpunkt

Antiwork hat das Ziel, dass man nicht für die Arbeit lebt, sondern dass man arbeitet, um zu leben. Es geht also darum, dass die Arbeit nicht an erster Stelle im Leben stehen soll, sondern an zweiter oder dritter Stelle. Dafür können die Familie, Freizeit oder Hobbys an erster Stelle gestellt werden.

Auch wenn „Antiwork“ das explizite Ziel hat „unemployment for all, not just the rich!“ (dt. „Arbeitslosigkeit für alle, nicht nur die Reichen“), so sprechen die Beiträge im Subreddit r/Antiwork eine andere Sprache. Sie thematisieren schlechte Arbeitsumgebungen, übergriffige Chefs und schlechte Bezahlung. Daher hat Antiwork das Ziel, dass über die heutige Arbeitskultur geredet wird und Probleme angesprochen werden.

Die Bewegung „Antiwork“ hat als Schwerpunkt die Schieflage zwischen den Interessen der Arbeiter und Angestellten und den Interessen der Manager, Unternehmer und Aktionären. Laut Antiwork herrscht hier eine Schieflage, wobei die Interessen der Manager, Unternehmer und Aktionäre höher gewichtet werden als die Interessen der Arbeiter und Angestellten. Dies führt dazu, dass Arbeiter und Angestellte schlecht behandelt werden, sich überarbeiten und schlecht bezahlt sind. Ihre Bedürfnisse werden missachtet.

Antiwork ist eine Gegenreaktion auf übergriffige, skupelose, toxische und tyrannische Chefs und Vorgesetzte.

Antiwork ist auch eine Gegenreaktion auf die in vielen Jobs vorherrschende Perspektivlosigkeit. Es gibt nämlich Jobs, da kann man so hart arbeiten wie man will, man wird nicht mehr verdienen, aufsteigen, reich werden und es wird einem nicht besser gehen. Also, wozu anstrengen?

Spricht man von Antiwork bzw. von Personen, die sich selbst mit dem Begriff Antiwork in Verbindung bringen, geht es oft um einzelne Personen oder zumindest kleinere Gruppen von Personen, die jedoch nicht fest organisiert sind. Aus diesem Grund hat man als Teil einer mehr oder weniger losen Antiwork Organisation kaum Gestaltungsmacht, sondern fühlt sich einfach nur gedanklich mit ganz bestimmten Normen und Werten verbunden.

Anti-Work: Anti-Job oder Anti-Labor?

Anti-Work unterscheidet zwischen „Anti-Job“ und „Anti-Labor“. Anti-Work ist Anti-Job, aber hier sind sinnloses Jobs gemeint. Jobs, die automatisiert werden könnten und die monoton sind. Anti-Work ist nicht Anti-Labor. („Labor“ bedeutet auf deutsch „Arbeit“.) Jedoch gibt es sinnvolle und sinnlose Arbeit. Anti-Work wünscht sich einfach mehr sinnvolle Arbeit.

Inhalte von r/Antiwork

In der Reddit-Community r/Antiwork veröffentlichen die Teilnehmer Beiträge über die Situation der Arbeit in ihrem Land. (Meistens ist dies die USA, da viele r/Antiwork-Teilnehmer aus den USA kommen.)

Diese Beiträge beinhalten Themen wie:

  • Arbeitsumgebungen in denen Mitarbeitern verboten wird über ihr Gehalt zu sprechen
  • Die Situation, dass immer mehr Rentner arbeiten müssen
  • Schlechte und/oder überzogene Behandlung durch den Vorgesetzten
  • Schlechte Jobperspektive
  • Sinnlose Jobs
  • Übergriffige Chefs
  • Überwachung
  • zu wenig Freizeit / Überarbeitung

Great Resignation / Great Quit und Antiwork

Im Zuge der Kündigungswelle in den USA im Herbst 2021 ist die Reddit-Community „Antiwork“ sehr populär geworden. (Diese Kündigungswelle wird „Great Resignation“ genannt.) Im Oktober 2021 war „Antiwork“ die am schnellsten wachsende Community auf Reddit.

In der Reddit-Community r/Antiwork veröffentlichten Teilnehmer wiederholt Beiträge wie sie sich gegen überzogene Forderungen ihrer Vorgesetzten wehrten und für sich einstanden. Viele Gespräche endeten damit, dass gekündig wurde. Die Teilnehmer veröffentlichten die Beiträge ihrer Text-Kommunikationen mit ihrem Vorgesetzten in dem Subreddit.

Die Veröffentlichung dieser Geschichten ist nicht nur Augenöffnend, sondern auch schockierend. Denn es gibt Chefs und Vorgesetzte, die keinerlei Grenzen kennen, skrupelos sind und ihr Angestellten wie Sklaven behandeln. (Daher wird hier auch teils von „Lohnsklaven“ gesprochen.)

Antiwork: Keine Gewerkschaften

Anders als die zahlreichen Gewerkschaften, die durchaus einen sehr großen Einfluss auf den Arbeitsprozess nehmen können, kämpft man im Bereich Antiwork mehr oder weniger auf einem verlorenen Posten. Die Ursache sollte jedem einleuchten, denn nur an Antiwork zu denken und dabei keine wirklichen Handlungen zu tätigen und auch keine wirklichen Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, darf als wenig erfolgreich angenommen werden.

In der Realität zeigt sich immer häufiger auch, dass sich Menschen, die einem derartigen Gedankengut verfallen sind sehr oft selbst auch als ein armes Opfer betrachten. Man fühlt sich ausgenutzt und ständig in der Position des Schwächeren.

Natürlich ist man als Arbeitnehmer zunächst seinem Arbeitgeber unterlegen und muss sich den jeweiligen Weisungen fügen. Sich deswegen jedoch immer nur als benachteiligtes Opfer zu fühlen, darf durchaus als überaus kritisch betrachtet werden.

Gewerkschaften sind fest organisiert und versuchen mit den Arbeitgebern Kompromisse zu finden, die dazu führen, dass sich beide Seiten gerecht behandelt fühlen. Genau an diesem Punkt liegt jedoch das Problem bei Antiwork. Es geht hier leider nicht um Kompromisse, sondern viel mehr darum sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und viele Dinge einfach abzulehnen.

Antiwork und Anarchismus

Vollständig unorganisiert ist der Bereich Antiwork jedoch nicht. Besonders in anarchistischen Kreisen findet dieses Gedankengut einen besonders hohen Zuspruch. Ein sehr berühmter Vertreter, der das Prinzip Antiwork befürwortet ist der Postanarchsit Bob Black, dieser appellierte 1985 an sämtliche auf der Welt lebenden Proletarier sich nicht der Erwerbsarbeit zu unterwerfen und viel lieber zu entspannen.

Black kritisierte in diesem Zusammenhang auch immer häufiger eine Gesellschaft, die sich nach seiner Meinung immer stärker auf den Konsum ausrichte. Die eigentliche Arbeit, die Menschen Erfüllung und Zufriedenheit geben soll, spielt dabei seiner Ansicht keine wesentliche Rolle mehr.

Black stellte in diesem Zusammenhang auch immer wieder teils abstruse Forderungen und Vergleiche auf. So forderte er Arbeitsplätze in regelrechte Spielplätze umzugestalten, die frei von Fremdbestimmung sein sollten. Außerdem verglich er auch Gefängnisse mit modernen Arbeitsplätzen. Black ging es vor allem auch darum vom Leistungsgedanken abzuweichen, da dieser seiner Meinung nach in einer Diktatur münden könnte. Black gelang es vor allem um 1985 in der anarchistischen Szene eine Reihe von Befürwortern und Anhängern zu gewinnen. Außerhalb dieser Szene kamen seine Ideen jedoch kaum zur Geltung und verpufften somit schnell.

Antiwork: Kritik

Antiwork ist durchaus sehr kritisch zu betrachten. Grundsätzlich positiv hervorzuheben ist hier die Rolle des Arbeiters und des Arbeitnehmers, der durch diesen Leitgedanken im besonderen Maße aufgewertet werden soll.

Die völlige Abkehr vom Leistungsgedanken dürfte in einer funktionierenden Gesellschaft jedoch durchaus zu erheblichen Problemen führen. Antiwork könnte zu einer verstärkten Verantwortungslosigkeit und außerdem auch zu Engpässen führen. Möchte niemand mehr effektiv arbeiten, würde dies auch bedeuten, dass es keine Krankenschwester und auch keinen Arzt mehr gäbe. Antiwork birgt somit auch große Gefahren. Was auf den ersten Blick als fair und sozial gerecht wirkt, kann sich in der Realität als sehr großes Desaster entpuppen.

Was ist Adultismus? Bedeutung, Definition, Erklärung


Wenn es gesellschaftlich um das Thema der Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen durch Erwachsene und ihren Erwachsenenstatus geht, so wird dies Adultismus genannt. Es ist ein wichtiges aber noch nicht so häufig diskutiertes Phänomen.

Was ist Adultismus? Bedeutung, Definition, Erklärung

Es geht beim Adultismus besonders um die Erziehung und darum wie die erziehenden Personen mit ihrem eigenen Adultismus umgehen. Um in diesem Zusammenhang aber überhaupt zu treffsicheren Analysen zu kommen, muss zunächst überhaupt ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wann Kinder oder Jugendliche durch Erwachsene diskriminiert werden. Wer also als eine erziehende Person eigene Diskriminierungserfahrungen im Sinne des Adultismus erkennt und aufspürt, kann daraus die entsprechenden Konsequenzen für sein Handeln auch ableiten.

Der Begriff Adultismus ist eine Wortschöpfung aus dem englischen Begriff adult sowie der Endung -ismus. „Adult“ bezeichnet in der englischen Sprache eine erwachsene Person.

Adultismus ist immer noch tief in der Gesellschaft verankert

Am besten kann die gesellschaftspolitische Relevanz von Adultismus erklärt werden durch Vergleich mit ähnlichen Begriffen wie beispielsweise Sexismus oder Rassismus. Die Begrifflichkeiten verweisen auf eine Machtstruktur, im Falle des Adultismus mit einer ungleichen Verteilung der Macht zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Dahinter steckt die Annahme, dass Erwachsene sich Kindern und Heranwachsenden grundsätzlich in allen Belangen überlegen fühlen. Alleine aufgrund ihres Alters gehen Erwachsene also in der Regel stets davon aus, in den verschiedenen Themenfeldern kompetenter und auch intelligenter zu sein. Dies allein würde im Sinne des Adultismus zwar noch kein ernsthaftes Problem darstellen, doch dieses Überlegenheitsgefühl führt regelmäßig dazu, dass Erwachsene sich dazu veranlasst sehen, sich über die Meinungen, Ansichten und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen hinwegsetzen zu können.

Durch Adultismus werden Kinder in ihren Entfaltungsmöglichkeiten behindert

Es ist genau dieses Ungleichgewicht, welches die Begrifflichkeit des Adultismus beschreibt, und dass insbesondere in Fragen der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Durch allerlei gesellschaftliche Traditionen, aber auch kirchliche Machtstrukturen, soziale Institutionen oder Gesetze kann diese Diskriminierungsstruktur im Sinne des Adultismus gefestigt, ausgebaut und aufrechterhalten werden. Tiefenpsychologisch betrachtet können Kinder, wenn sie vermehrt adultistischem Verhalten durch Erwachsene, seien es Eltern, andere Erziehungsberechtigte oder Lehrer, ausgesetzt sind, massiv in ihrer Entwicklung und ihren Entfaltungsmöglichkeiten behindert werden.

Wer erkennt, selbst adultistisch zu handeln, kann sein Verhalten neu ausrichten

In der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft mit dem staatlich kontrollierten und beaufsichtigten Schul- und Erziehungssystemen gibt es also kaum Menschen, die von jeglicher Form eines Adultismus nicht betroffen sind. Um es noch einmal zu betonen besagt der Begriff Adultismus, dass sich Erwachsene ganz selbstverständlich gegenüber Kindern und Jugendlichen als höherwertig betrachten und rechtfertigen dies damit, dass Kinder grundsätzlich unwissender, schwächer und eben auch kleiner seien. Der Adultismus ist also insbesondere im Alltag der Kindererziehung nicht nur Zuhause sondern auch in sämtlichen Schulformen von besonderer Relevanz. Wer diese Zusammenhänge erkennt, kann jedoch auch als erwachsene Person sein traditionelles Bild von Kindern und Erwachsenen derart hinterfragen, indem er sich mit gängigen Vorurteilen auseinandersetzt und seine Handlungsweise neu definiert.

Adultistische Verhaltensweisen frühzeitig erkennen und Gegenstrategien entwickeln

Zur Überwindung des Adultismus müsste sich jedoch gesamtgesellschaftlich in der Form einiges verändern, das traditionelle Bild von Kindern und Jugendlichen nicht nur zu hinterfragen, sondern auch die gesellschaftlichen Normen und Werte ganz neu zu definieren. Erst dann könnten auch in einem zweiten und ebenso wichtigen Schritt die Erziehungsmethoden entsprechend angepasst werden. Idealerweise könnten dann sämtliche Fachkräfte, die auch nur im Entferntesten mit der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu tun haben, adultistische Verhaltensweisen nicht nur erkennen und benennen, sondern unmittelbar auch konstruktiv verändern. Um entsprechende Handlungsalternativen gegen adultistische Handlungs- und Verhaltensweisen zu entwickeln, stehen bereits heute verschiedene pädagogische Strategien zur Verfügung.

Was ist das Herzschlag-Gesetz? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als sogenanntes „Herzschlag-Gesetz“ wird das seit dem 1. September 2021 geltende Abtreibungsgesetz in Texas bezeichnet. Es ist mit einer „Kopfgeldklausel“ verbunden, die eine Belohnung von bis zu 10.000 Dollar Personen verspricht, wenn unerlaubte Abtreibungen gemeldet werden.

Im Kern verbietet das Gesetz eine Abtreibung, sobald der Herzschlag des Fötus hörbar ist. Das ist etwa ab der 6. Schwangerschaftswoche der Fall, womit es das strengste Abtreibungsgesetz nicht nur in den USA, sondern weltweit ist. Zum Vergleich: In Deutschland und den meisten Staaten der Welt sind Schwangerschaftsabbrüche bis zur 12. Schwangerschaftswoche bzw. bei einer Berechnung nach der letzten Menstruation sogar etwa bis zur 14. Schwangerschaftswoche erlaubt.

Kritik am Herzschlag-Gesetz

Kritiker monieren vor allem den Fakt, dass die meisten Frauen zum Zeitpunkt der 6. Schwangerschaftswoche noch nichts von ihrer Schwangerschaft wissen. Es gibt noch weitere Kritikpunkte. Zu diesen gehören die Kopfgeldklausel und fehlende Ausnahmen im Gesetz bei Vergewaltigung und Inzest. Die demokratische US-Regierung unterstützt die Kritiker. Dementsprechend gab es im Herbst 2021 andauerndes juristisches Hickhack um das Gesetz.

Juristische Maßnahmen gegen und für das Herzschlag-Gesetz

Kurz vor dem Inkrafttreten des Gesetzes am 01.09.21 hatte es eine untere Gerichtsinstanz zunächst blockiert, doch ein Berufungsgericht hob dieses Urteil auf. Danach landete der Fall beim Supreme Court, dem obersten Gericht der USA. Für dessen Entscheidungen in der Sache gibt es Vorlagen, so das Verfahren „Roe gegen Wade“, das im Jahr 1973 zu einem Grundsatzurteil geführt hatte. Der Supreme Court hatte damals entschieden, dass ein staatliches Gesetz gegen Abtreibungen gegen die US-Verfassung verstößt. In der Folge waren in fast allen US-Bundesstaaten Schwangerschaftsabbrüche mit nur wenigen Einschränkungen erlaubt.

Allerdings galt „Roe gegen Wade“ seither zu den in der Gesellschaft am heftigsten umstrittenen Entscheidungen der obersten US-Gerichtsinstanz. Das ist nicht verwunderlich: Überall in der Welt wird um diese Thematik gestritten. Der Supreme Court der 1970er-Jahre war unter der Leitung seines Vorsitzenden Warren E. Burger mehrheitlich liberal besetzt. Diese liberale Richtermehrheit gibt es im Supreme Court heute nicht mehr, denn nach den Ernennungen durch den letzten Präsidenten Donald Trump werden sechs von neun Richter*innen dem konservativen Lager zugerechnet. Die Ernennung für den Supreme Court gilt auf Lebenszeit. In den USA droht daher ein Rückschritt auf diesem juristischen Gebiet.

Die „Washington Post“ analysierte im Herbst 2021, dass Abtreibungen in 65 Ländern fast durchweg bis zur SSW 12 legal sind und in Ausnahmefällen (bei gesundheitlichen Indikationen) auch danach erlaubt werden. Die US-Bundesstaaten haben zwar leicht abweichende Gesetze, doch bislang galten diese als überwiegend sehr liberal. Nachdem Texas nun mit seinem Herzschlag-Gesetz in die Gegenrichtung vorpreschte, denken die republikanischen Regierungen von Ohia, Florida und weiteren Bundesstaaten ähnliche Gesetze an. Das wäre global bemerkenswert: Von 53 Staaten, in denen es seit 1994 bedeutende Änderungen im Abtreibungsrecht gab, wurden die Gesetze lediglich in Polen, Nicaragua und El Salvador strenger. Nachdem nun das Gesetz im Oktober 2021 beim Supreme Court gelandet war, rüttelte dieser zunächst (und erwartungsgemäß) nicht daran. Er setzte allerdings eine Anhörung für den 1. November 2021 an. Was danach entschieden wird, können wir mit derzeitigem Stand vom 26.10.21 noch nicht wissen.

Position der Biden-Regierung

Die demokratische US-Regierung unter Joe Biden hat beim Supreme Court beantragt, das Herzschlag-Gesetz auszusetzen. Diesen Antrag lehnten die obersten Bundesrichter ab. Die liberale Bundesrichterin Sonia Sotomayor positionierte sich allerdings in einer von der Mehrheit ihrer Kolleg*innen abweichenden Meinung gegen diese Entscheidung. Sie forderte, den betroffenen Frauen zu helfen und äußerte gleichzeitig die Befürchtung, dass für einige von ihnen die Hilfe zu spät kommen könnte. Dennoch begrüßte sie die für den 01.11.21 angesetzte Anhörung. Die US-Regierung unter Joe Biden war schon vor ihrem Antrag beim Supreme Court noch einen Schritt weiter gegangen: Sie hatte den Bundesstaat Texas verklagt, war aber vor einem texanischen Gericht unterlegen. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU hatte daraufhin vom Supreme Court gefordert, das Gesetz wenigstens bis zu einer Anhörung der Beteiligten zu blockieren. Dies war nicht geschehen. Nach jüngsten Meldungen liegen beim Supreme Court mit Stand Ende Oktober 2021 noch weitere Fälle zum Abtreibungsrecht. Daher dürfte er möglicherweise noch vor Jahresende 2021 richtungsweisende Entscheidungen fällen.

Was ist ein Koreaboo? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Koreaboo ist besessen, und zwar von der koreanischen Kultur und dem Land Korea selbst. Koreaboos sind dabei allerdings nicht nur schlichte Fans, die sich einfach sehr für Korea interessieren. Sie glauben fest daran, dass in Korea und an der koreanischen Kultur alles besser ist, als anderswo. Und dabei sind Koreaboos gar keine Koreaner, sondern Angehörige anderer Nationalitäten. In der Regel stammen Koreaboos aus westlichen Staaten. Dass ein Koreaboo Korea bereits besucht haben muss, um ein solcher zu werden, ist nicht nötig. Häufig entwickeln sich Menschen zu Koreaboos, die das Land Korea noch nie betreten haben.

Woher kommt der Begriff Koreaboo? Ursprung, Geschichte

Der Begriff Koreaboo stammt vermutlich aus Online-Foren. Wann genau der Ausdruck Koreaboo zum ersten Mal verwendet wurde ist nicht ganz klar. Zuvor gab es jedoch sicher bereits die Bezeichnung Weeboo, die extreme Fans der japanischen Kultur, sowie des Landes Japan, beschreibt. Somit ist zu vermuten, dass das Wort Koreaboo an das Wort Weeaboo angepasst wurde, um das gleiche Phänomen, das bereits in Japan bekannt war, für Korea zu beschreiben. Seit 2014 existiert eine Website namens koreaboo.com. Seitdem ist Koreaboo als feststehende Bezeichnung für sehr extreme Korea-Fans bekannt und wird hierfür auch immer häufiger verwendet.

Was charakterisiert einen Koreaboo?

Ein Koreaboo liebt nicht nur alles was mit Korea zusammenhängt, sondern möchte am liebsten selbst ein Koreaner sein. Das äußert sich so, dass Koreaboos aus dem Ausland zum Beispiel die koreanische Sprache erlernen, auch wenn niemand in ihrer Umgebung diese beherrscht. Außerdem verwenden sie gerne koreanische Begriffe in ihrem Alltag und achten auch hierbei nicht darauf, ob diese, außer von ihnen, von jemandem verstanden werden. Es ist ihnen schlichtweg egal, ob andere ihre koreanischen Aussagen verstehen können. Weiterhin schwärmen Koreaboos für koranische Künstler aller Art, etwa für Sänger oder Schauspieler.

Koreaboos möchten sich der koreanischen Nation auch äußerlich annähern, indem sie sich gerne kleiden wie Koreaner, gerne die aktuell in Korea populären Haarschnitte tragen und ihre Gesichtszüge in koreanischer Art und Weise anzupassen versuchen. Einigen Koreaboos genügt es dabei nicht einmal mehr sich das Gesicht zu schminken, um selbst wie ein Koreaner oder eine Koreanerin auszusehen. Viele lassen sogar Schönheitsoperationen durchführen, um sich als westliche Person asiatische Gesichtszüge operieren zu lassen.

Was halten die Koreaner selbst von Koreaboos?

Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass Koreaner es schätzen würden, dass ihre Kultur und ihr Land von Ausländern als Ideal wahrgenommen werden. In der Realität ist es jedoch so, dass die meisten Koreaner keinerlei Verständnis für Koreaboos haben. Koreaboos sind ihnen einfach zu extrem. Hinzu kommt, dass viele Koreaboos tatsächlich noch niemals in Korea gewesen sind und aus der Sicht der Koreaner damit eher eine Vorstellung von Korea lieben, als Korea selbst. Hinzu kommt, dass diese Vorstellung von Korea nicht der koreanischen Realität entspricht. Auf Grund dessen fühlen sich viele Koreaner von Koreaboos genervt bis belästigt. Sie verwenden den Begriff Koreaboo deshalb in einer abwertenden Art und Weise.

Was Koreaner an Koreaboos außerdem kritisieren

Koreanern missfällt an Koreaboos überdies, dass sie völlig unreflektiert sind. Das bedeutet, dass Koreaboos alles, was mit Korea zusammenhängt, unhinterfragt hochjubeln und lieben, einfach nur, weil es koreanisch ist. Koreaner glauben, wie alle anderen Menschen auch, dass es in ihrem Land gute und schlechte Dinge gibt, und lehnen deshalb diese Glorifizierung ab.

Weiterhin fühlen sich Koreaboos von Aussagen, die Korea in ein schlechtes Licht rücken, in jedem Fall persönlich angegriffen und beginnen Korea sofort zu verteidigen. Koreaner können häufig nicht nachvollziehen, wie eine ausländische Person, die gegebenenfalls noch nie in Korea gewesen ist, dazu kommt ihr Land zu verteidigen. Zudem fragen sich Koreaner woher Koreaboos die treffenden Argumente für diese Verteidigung nehmen möchten. Sie halten deren Aussagen für nicht mit eigenen Erfahrungen unterlegt und fühlen sich deshalb dadurch gegebenenfalls sogar beleidigt. Dies ist dann genau der gegenteilige Effekt dessen, was Koreaboos durch ihre Verteidigung Koreas eigentlich hatten erreichen wollen.

Weitere Merkmale von Koreaboos

Die meisten Koreaboos sind sehr junge Menschen. Dies überrascht nicht, bedenkt man wie unhinterfragt sie ihren Fan-Kult leben. Koreaboos wirken nach außen häufig hochnäsig und arrogant. Sie tun so, als hätten sie tiefe Kenntnisse über ein Land und dessen Menschen, und teilen dies ihrer Umwelt auch so mit. Im Grunde wissen die meisten Koreaboos jedoch sehr wenig über Korea und das alltägliche Leben dort. Viele Koreaboos wissen darüber hinaus nicht, wann es an der Zeit ist ihre Korea-Schwärmerei gegenüber anderen zu beenden. Dies macht sie für ihre westlichen Mitmenschen unter Umständen sehr anstrengend. Deshalb, weil diese mit Korea und einer Idealisierung dieses Landes einfach nichts anfangen können.

Ist es gefährlich ein Koreaboo zu sein?

Ein Koreaboo zu sein kann durchaus Gefahren mit sich bringen. Durch das so einseitige wie fanatische Interesse an der koreanischen Kultur können Koreaboos zu sozialen Außenseitern werden. Oftmals versteht deren Umwelt den extremen Fan-Kult nicht. Koreaboos wiederum verstehen nicht, dass ihr Verhalten als extrem wahrgenommen wird. Dies führt oftmals zu Konflikten mit Freunden und im Elternhaus. Auf Grund des Fan-Extremismus von Koreaboos wenden sich nicht selten Freunde von ihnen ab, weil es nicht mehr möglich ist mit ihnen andere Themen, als alles rund um Korea zu besprechen. Im Endeffekt halten Koreaboos häufig nur noch Kontakte zu anderen Koreaboos. Gibt es in ihrer direkten Umgebung keine, dann verlagern sie ihr Sozialleben oft ins Internet und in Koreaboo-Foren in denen sie sich mit anderen Koreaboos austauschen können.

Darüber hinaus leben Koreaboos in einer Art Fantasiewelt. Wenn sie dann zum ersten Mal tatsächlich Korea besuchen, sind viele Koreaboos über die Maßen enttäuscht. Sie hatten erwartet in ihre Fantasiewelt zu reisen. Satt dessen erleben sie ein Land, das genau wie alle anderen Länder dieser Erde auch seine Vorzüge, aber auch seine Nachteile und unangenehmen Alltagserscheinungen hat. Da Koreaboos oft sehr jung sind, haben sie vorab noch nicht gelernt mit derartigen Enttäuschen und Frustrationen umzugehen. Deshalb kann das Erkennen der koreanischen Realität für Koreaboos ein nahezu traumatisches Erlebnis sein, das sogar eine Depression auslösen kann.

Was denken Koreaboos über Koreaner?

Koreaboos glauben, dass alle Koreaner ihr Land genauso sehr lieben wie Koreaboos. Dies ist allerdings nicht der Fall. Koreaner lieben ihr Land in einer normalen Art und Weise und sehen auch die Schattenseiten ihrer Gesellschaft. Das unterscheidet sie von Koreaboos. Weiterhin glauben Koreaboos, dass alle Koreaner ihren eigenen koreanischen Idolen aus Musik und Fernsehen ähneln. Auch das entspricht nicht der Realität. Auch glauben Koreaboos, dass alle Koreaner die koreanischen Idole aus Musik und Film lieben. Einige Koreaner werden dies sicher tun, andere allerdings interessieren sich mehr für westliche Künstler oder vielleicht auch gar nicht für Musik und Film. Da ein Großteil der populären koreanischen Unterhaltungsindustrie auf koreanische Fernseh-Dramen ausgelegt ist denken Koreaboos außerdem, dass der koreanische Alltag genau so aussieht, wie in diesen Fernseh-Dramen dargestellt. Auch das ist nicht richtig.

Was bedeutet „Road Diet“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Road Diet, also die „Straßendiät“, ist die Reduzierung der Räume auf den Straßen für Kraftfahrzeuge zugunsten von Radfahrern und Fußgängern. Dabei werden Fahr- und Parkspuren für Autos zugunsten von Bürgersteigen und Radwegen verringert. Zudem erfolgt eine Priorisierung von Busspuren und der Ausbau des Straßenbahnnetzes.

Den Trend der „Road Diet“ gibt es schon länger, doch forciert und begrifflich kommuniziert wurde er – ausgehend von den USA – erst nach 2010 und noch stärker nach dem Beginn der Coronapandemie 2020. Während der Krise gewann die Entwicklung hin zu Road Diet stark an Dynamik. Die Kommunen wollen damit Verkehrsräume in Möglichkeitsräume für die individuelle Mobilität verwandeln.

Was ist die „Road Diet“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Eine typische „Road Diet“-Technik reduziert die Zahl der Fahrspuren auf der Straße. Der frei werdende Platz gehört dann Radfahrern und Fußgängern, kann aber auch der Verkehrsfluss der Autos durch eine Fahrspurverbreiterung verbessern, um Stopp and Go zu reduzieren. Gleichzeitig müssen für die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer zusätzliche Maßnahmen umgesetzt werden. Als Minimum gilt die sehr deutliche Kennzeichnung der Rad- und Fußgängerspuren, besser sind mechanische Hürden. Folgende Möglichkeiten der Platzausnutzung gibt es:

  • zusätzliche Radwege
  • zusätzliche Fußgängerwege
  • zusätzliche Busspur
  • Einbau von Straßenbahnschienen
  • Anlegen vor Grünstreifen
  • Verbreiterung der noch verbleibenden Fahrspuren
  • Hinzufügen von mittleren Abbiegespuren
  • Hinzufügen einer Mittelspur für das Wenden
  • Umwandlung einer Randspur in eine Pannenspur

Bei richtiger Gestaltung erfordert Road Diet keine Umleitung des Verkehrs auf andere Straßen. Dazu müssen Stadtplaner überlegt vorgehen. Road Diet bietet sich grundsätzlich dort an, wo Straßen an sich eine übermäßige Kapazität bieten. Das ist in vielen deutschen Städten der Fall, die nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges ab den 1950er-Jahren zu „Autostädten“ mit breiten Straßen ausgebaut wurden. Noch viel mehr Platz bieten US-Städte, weshalb der Trend zu Road Diet auch von den USA ausging. Es gibt allerdings auch die Intention, mit Road Diet den Autoverkehr in den Innenstädten so unkomfortabel zu machen, dass die Verkehrsteilnehmer freiwillig auf das Rad oder öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Dahinter stecken vorrangig Überlegungen zur Abgasreduzierung in den Innenstädten.

Wo funktioniert Road Diet?

Nach Berechnungen von kommunalen US-Behörden funktioniert Road Diet sehr gut auf Straßenabschnitten mit einer Frequentierung bis zu 19.000 Fahrzeugen pro Tag. Bis zu einem Volumen von 23.000 Autos täglich können sie noch erfolgreich sein, doch schon ab ~19.000 – 20.000 Fahrzeugen sind umfangreichere bauliche Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören beispielsweise der Austausch von Ampelanlagen durch Kreisverkehre und auch die Verkehrsberuhigung auf Parallelstraßen, damit die Fahrer nicht von der Hauptstraße auf die Parallelstraßen ausweichen.

Teilmaßnahme Lane Diet

Die „Fahrspurdiät“ ist eine Teilmaßnahme der Road Diet, bei der die Breite von Fahrspuren verringert wird, um den Verkehrsfluss zu beruhigen und gleichzeitig Platz zum Beispiel für einen Rad- und Fußgängerweg zu schaffen. Die Verengung erfolgt auf mindestens 3,0 m für die Fahrspur und auf 2,7 bis 3,0 m für die Linksabbiegespur. Allerdings gilt die Maßnahme auf einer vierspurigen Straße mit je zwei Fahrbahnen in jede Richtung und Doppelgelb in der Mitte als nicht ungefährlich, weil die Fahrzeuge in Gegenrichtung auf der jeweiligen „Überholspur“ nur noch wenig Platz haben. Zudem kann der verzögerte Verkehrsfluss zu mehr Abgasen führen. Daher ist die Lane Diet nur dort angebracht, wo vormals sehr breite Straßen an sich wenig befahren werden.

Folgen der Road Diet für das Unfallgeschehen

Laut einer Untersuchung der Federal Highway Administration (US-Verkehrsministerium) verringert die Road Diet die Gesamtunfallhäufigkeit um 19 bis 43 %. Besonders stark sinkt die Unfallhäufigkeit in kleineren Stadtbezirken. Das Verkehrsaufkommen reduziert sich durch eine Road Diet in der Regel nicht, dennoch entsteht dieser positive Effekt.

Eignung von Straßen für die Road Diet

Es eignen sich nicht alle mehrspurigen Straßen für eine Road Diet. In einigen Fällen entstehen zusätzliche Staus. Wie schon weiter oben angeführt besteht diese Gefahr ab einem Verkehrsaufkommen von rund 20.000 Fahrzeugen pro Tag.

Es gibt stellenweise auch Bedenken wegen der öffentlichen Sicherheit. Die Durchfahrt von Fahrzeugen der Polizei, der Feuerwehr und der Rettungsdienste kann erschwert werden. In den USA, wo häufiger Stadtbezirke wegen eines großen Waldbrandes evakuiert werden müssen, kann sich die Evakuierung deutlich verlangsamen. Dieser Effekt trat in der kalifornischen Stadt Paradise im Jahr 2018 auf. Ein verheerender Großbrand forderte damals 88 Todesopfer, wofür einige Behördenvertreter auch die zu langsame Evakuierung aufgrund beengter Straßenverhältnisse verantwortlich machten.

Es gab vier Evakuierungsrouten aus Paradise, doch drei von ihnen waren schmale, zweispurige Bergstraßen. Nur der Skyway Boulevard konnte effektiv ein höheres Verkehrsaufkommen bewältigen. Er war jedoch durch Maßnahmen der Road Diet verengt worden. Dabei hatte eine Grand Jury nach einem ähnlichen Waldbrand im Jahr 2008 empfohlen, den Skyway als einzigen effektiven Rettungsweg zu verbreitern. Die kommunalen Behörden gingen jedoch den umgekehrten Weg. Ab 2012 verengten sie die Straße durch Laternen, Radwege und weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen. Beim Feuer 2018 wurde der Stau auf dem Skyway Boulevard für einige Autoinsassen zur tödlichen Falle.

Umsetzungsbeispiele für die Road Diet in einzelnen Ländern

In München gab es Ende 2020 über 80 Fahrradstraßen, womit die bayerische Landeshauptstadt das deutschlandweite Ranking anführt. Die Stadtverwaltung hat in diesen Fällen die gesamte Fahrbahn als Radweg freigegeben.

Es dürfen dort auch Autos fahren, wenn es ein Zusatzschild („Kraftfahrzeuge frei“) erlaubt, doch die Radfahrenden haben Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. Sie bestimmen damit auch die Geschwindigkeit auf der Straße. Die Höchstgeschwindigkeit ist ohnehin auf 30 km/h limitiert.

Im österreichischen Linz kämpfen die liberalen Neos für eine Road Diet, um die Lebensqualität in der Innenstadt zu verbessern. In diesem Fall setzen sie auf eine Lane Diet für die Dinghoferstraße, die auf einem kürzeren Abschnitt (von der Mozartstraße bis zur Harrachstraße) relativ breit ist. Der Gehweg soll verbreitert werden, auch an Baumbepflanzungen und zusätzliche Parkplätze für Besucher eines anliegenden Ärztezentrums denken die Initiatoren. London hat die Road Diet während der Coronapandemie forciert. Vor allem Radwege wurden neu geschaffen. So wurde aus einer dreispurigen Fahrbahn auf der Park Lane eine einspurige Straße für Autos, während die zweite Spur nun dem Bus und die dritte den Radfahrern gehört.

In den USA gibt es die meisten nach einer Road Diet entstandenen Straßen in San Francisco. Die Stadtverwaltung begann damit schon in den 1970er-Jahren. Die Valencia Street gilt als nationales Vorbild für die erfolgreiche Umsetzung des Modells.

Was ist Cross-Industry Innovation? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Cross-Industry-Innovation beschreibt eine Innovation, welche von einer anderen Branche als der eigenen übernommen wird.

Dabei muss es sich nicht gezwungenermaßen um eine Übernahme eines fertigen Produkts handeln. Es können beispielsweise auch Geschäftsmodelle, -prozesse, Verfahren oder Patente aus anderen Industrien übernommen werden, um als Cross-Industry-Innovation zu gelten.

Was ist Cross-Industry Innovation? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bekannte Beispiele sind die Übernahme der Fließbandfertigung durch Henry Ford oder die Innovation eines zusammenklappbaren Kinderwagens, welche ihre Grundidee in den einfahrbaren Rädern von Flugzeugen während eines Fluges hat. Bereits lange Zeit bevor Henry Ford die permanente Fließbandfertigung in seiner Automobilproduktion nutze, wurde dieses Verfahren in der Nahrungsmittelindustrie sowie in Schlachthöfen verwendet. Dabei wurden die geschlachteten Tiere von einem zum nächsten Arbeiter transportiert, welcher den nächsten Verarbeitungsschritt durchführen konnte. Ford erkannte das Potenzial dieser fachfremden Innovation und legte das Verfahren auf die Automobilproduktion seines Unternehmens um. Da diese Innovation ihren Ursprung in einer anderen Branche hatte, spricht man von Cross-Industry-Innovation.

Arten von Cross-Industry-Innovation

Bei Cross-Industry-Innovationen werden grundsätzlich zwischen zwei Arten unterschieden. Beim Outside-in-Prozess werden bestehende Lösungen aus anderen Industrien in das eigene Unternehmen implementiert. Dabei kann es sich auch um Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Prozessen handeln. Ein Grund für einen Outside-in-Prozess kann beispielsweise sein, dass das Unternehmen selbst nicht in der Lage ist, das Know-how für die Lösung des Problems zu entwickeln bzw. das Unternehmen das Potenzial erkannt hat und sich so das Know-how aus einer anderen Branche zunutze macht.

Beim Inside-out-Prozess wird das vorhandene Wissen der fachfremden Branche genutzt, um das eigene Produktportfolio des Unternehmens zu erweitern. Dabei spricht man von einer sogenannten Diversifikationsstrategie. Das bedeutet, dass man seinen aktuellen Umfang der angebotenen Produkte und Dienstleistungen erweitert bzw. verändert.

Diese Erweiterung kann sowohl in die Breite (d. h. Ausdehnung des aktuellen Portfolios) als auch in die Tiefe (d. h. Ausdehnung der Verarbeitungsstufen) erfolgen. Zudem können dadurch auch komplett neue Dienstleistungen oder Produkte angeboten sowie komplett neue Märkte erschlossen werden.

Entstehung von Innovation

Innovation wird als wirtschaftliche Umsetzung von neuen Ideen und Erfindungen verstanden. Dabei muss die Innovation keinesfalls von Grund auf neu entwickelt werden (z. B. durch zuvor erfolgte Grundlagenforschung), sondern kann auch der Kombination von bereits vorhandenem Wissen basieren. Dies umfasst sehr großes Einsparungspotenzial, sowohl in puncto Zeit, als auch in puncto Kosten. Dieser Vorteil kann später in einen Wettbewerbsvorteil umgewandelt werden.

Es gibt sehr viele Methoden und Ansätze zur Generierung von Ideen bzw. Innovationen. Neben den klassischen und allgemeinen Ansätzen wie Brainstorming, Mind Mapping oder Design Thinking, gibt es weitere Methoden, welche eine umfassendere und konkretere Hilfestellung bieten.

Als Beispiel kann die sogenannte TRIZ-Methode genannt werden. TRIZ ist ein russisches Akronym, welches im Deutschen als „Theorie des erfinderischen Problemlösens“ bezeichnet werden kann. Die Methode verfolgt den Ansatz, dass ein spezielles Problem mithilfe von bestimmten Prinzipien und einer sogenannten Widerspruchstabelle abstrahiert und in diesem geschaffenen abstrakten Raum eine Lösung gefunden werden soll. Durch die anschließende Konkretisierung der Lösung kann diese auf das ursprüngliche Problem angewandt werden.

Die beschriebene Methodik basiert auf der Annahme, dass eine Vielzahl von Erfindungen ihre Lösung in einer kleinen Anzahl an allgemeinen Lösungsprinzipien haben. Somit tangiert diese Methodik dem Vorgehen einer Cross-Industry-Innovation, bei welcher die Lösung auch in einer fachfremden Branche gesucht wird.

Welche anderen Transferinnovationen gibt es neben der Cross-Industry-Innovation noch?

Neben der Cross-Industry-Innovation bestehen noch einige weitere Innovationsformen, welche die Grenzen der Wissenschafts- und/oder Industriezweige überschreiten. Beispielsweise findet bei einer Cross-Science-Innovation der Wissenstransfer zwischen zwei unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen statt.

Bei Science-Industry-Innovationen werden Ideen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft umgelegt. Diese Form der Transferinnovation findet man in der Praxis sehr häufig, da die Wissenschaft aufgrund ihrer Grundlagenforschung oftmals das Fundament für eine spätere Nutzung im Rahmen einer wirtschaftlichen Innovation legt. Als Beispiele hierfür können etwa das Audioformat MP3 oder die Suchmaschine Google genannt werden, welche ihren Ursprung im universitären Umfeld hatten. Eine besondere Form Science-Industry-Innovationen stellen jene dar, welche ihren Ursprung in den Phänomenen in der Natur haben. Dabei spricht man dann von Bionik. Diese Wissenschaftsdisziplin macht sich Besonderheiten und Auffälligkeiten der Natur zunutze und überträgt sie auf die Technik. Beispielsweise wird die Form von Flugzeugen bei der Konstruktion jener von Vögeln nachempfunden.

Industry-Science-Innovation beschreibt den Innovationstransfer in entgegengesetzter Richtung zur Science-Industry-Innovation. Hierbei wird das Wissen aus dem praktischen Umfeld in den Bereich der Wissenschaft transferiert. Diese Form der Transferinnovation kommt eher selten vor, da sie aufgrund der Geheimhaltung des Wissens in Unternehmen nicht umsetzbar ist. Als Beispiel kann jedoch die wissenschaftliche Betrachtung des Toyota-Produktionssystem (TPS) genannt werden, eine Konzeption zur Optimierung von Produktionsprozessen, welche vom Automobilhersteller Toyota entwickelt wurde.

Multi-Cross-Industry-Innovation ist eine Unterform von Cross-Industry-Innovation und bildet jenen Teil ab, in welchem mindestens drei Wissensgebiete bzw. Unternehmensbranchen beteiligt sind. Ziel dabei ist es, dass dadurch neue Geschäftsfelder erschlossen werden sollen und durch Impulse aus fachfremden Gebieten die eigene Kreativität und Innovationsfähigkeit gesteigert wird. Die bestehende Interdisziplinarität kann dabei in zwei Formen genutzt werden. Durch Know-how-Transfer wird Wissen aus einer Branche in eine andere übertragen, welche sich dieses dann zunutze machen kann. Bei der zweiten Form – der Kooperation – besteht anfangs noch keine Lösung bzw. ist wenig oder kein Wissen innerhalb der Branchen vorhanden, wodurch die Beteiligten gemeinsam eine Lösung erarbeiten und so neues Wissen schaffen, indem sie potenzielle Synergien zwischen den Branchen aufdecken und nutzen.

Weitere Beispiele für Cross-Industry-Innovation

Weitere Beispiele neben der Übernahme der Fließbandfertigung zur Henry Ford oder das Konzept der einklappbaren Flugzeugräder stellt etwa die Verwendung von Joysticks in Automobilen dar, welche ihren Ursprung in der Videospielindustrie in Form Spielcontrollern hatte. Das Förderband in Sushirestaurants wurde dem Gepäckband an Flughäfen nachempfunden. Eierkartons finden aktuell immer mehr Anwendungsfälle zum Schutz von Produkten.

Doch nicht nur Beispiele für Produkte können genannt werden, auch Dienstleistungen und Geschäftsmodelle sind Ergebnis von Cross-Industry-Innovation. Das temporäre Entleihen und regelmäßige Warten von beispielsweise Werkzeugen hat ihren Ursprung in der Automobilindustrie, wo das Leasen eines Fahrzeugs sowie regelmäßige Werkstattbesuche zur Überprüfung gewöhnlich sind. Auch das Geschäftsmodell der privaten Vermietung von Gegenständen ist Ergebnis einer Cross-Industry-Innovation und hat ihren Ursprung in der Vermietung von Wohnungen bzw. Zimmern, wie es beispielsweise mit Airbnb möglich ist.

Was bedeutet Transracial? Was ist eine Transracial Identity? Bedeutung, Definition, Erklärung


Transracial lässt sich mit „transrassisch“ übersetzen. Wer eine Transracial Identity annimmt, ordnet sich selbst einer anderen Rasse zu als derjenigen, aus der er/sie nach anerkannten Abstammungsregeln in Wahrheit stammt. Dahinter stecken oft politische Motive.

Was bedeutet Transracial? Was ist eine Transracial Identity? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die feministische, mit philosophischen Themen befasste Zeitschrift Hypatia veröffentlichte im April 2017 eine wissenschaftliche Arbeit, welche die Anerkennung der Transracial Identity forderte, wenn eine Person sich diese gegeben hat. Die Autorinnen zogen eine Parallele zu Transgenderpersönlichkeiten, denen man ebenfalls das selbst gewählte Geschlecht zugestehen solle. Diese Veröffentlichung wurde sehr kontrovers aufgenommen. Das Thema war aber schon vorher bekannt.

Unter anderem hatte es der Soziologieprofessor Rogers Brubaker 2016 in seiner Publikation „Trans: Gender & Race – Age of Unsettled-Identities“ aufgegriffen. Er argumentierte, dass die betreffenden Personen sich real dem anderen Geschlecht oder einer anderen Rasse zugehörig fühlen, wenngleich das Phänomen in der Gesellschaft überwiegend als anstößig empfunden werde. Prof. Brubaker zitierte auch viele Beispiele aus der Geschichte, um zu belegen, dass es beide Phänomene schon immer gab.

Allerdings wurde der Begriff „transracial“ im Verlauf des 20. Jahrhunderts zunächst in einem anderen Kontext verwendet, nämlich für Eltern, die ein Kind adoptierten, das einer anderen Rasse entstammte. Es gibt in den USA eine gemeinnützige transrassische Adoptionsgemeinschaft, die solche Adoptionen unterstützt. Deren Mitglieder kritisierten die sich wandelnde Begriffsbedeutung der Transracial Identity für Menschen, die sich einer anderen Rasse zugehörig fühlen. Der Direktor der Gesellschaft Kevin H. Vollmers sprach von einer Begriffsaneignung, die für die Betroffenen solcher Adoptionen ein „Schlag ins Gesicht“ sei.

Im Juni 2015 positionierten sich rund 25 transrassische Adoptierte, ihre Adoptiveltern und Akademiker in einem offenen Brief zu diesem Thema. Sie nannten die neue Verwendung von „Transracial Identity“ ahistorisch, irreführend und gefährlich. Der Autor Braden Hill, der selbst zu den australischen Aborigines gehört und an der Edith Cowan University unterrichtet, merkte zum Thema an, dass es zwischen Transgenderpersönlichkeiten und der Transracial Identity große Unterschiede gebe.

Beispiele für die Transracial Identity

  • Rachel Dolezal, leitetende Persönlichkeit der Farbigenorganisation NAACP, identifizierte sich als afroamerikanische Frau, obgleich ihre beiden Eltern weiß sind. Ihr wurde geglaubt, denn sonst hätte sie die Position in der NAACP nicht bekommen. Diesem Fall widmen wir noch einen eigenen Abschnitt, weil er großes Medieninteresse erzeugte.
  • Der Brite Grey Owl identifizierte sich als Indigener und widmete sich dem Naturschutz. Er war Weißer, was seine Frau posthum offenbarte.
  • Die Mitglieder des Moorish Science-Temple of America erklären eine symbolische marokkanische Nationalität, ohne diese ethnische Zugehörigkeit nachzuweisen.
  • Korla Pandit ist ein afroamerikanischer Musiker, bezeichnet sich aber als Inder und gibt als Geburtsort Neu-Delhi an.
  • Die Weiße Martina Big identifiziert sich als Afroamerikanerin und ließ sich von einem Arzt mit Bräunungsspritzen die Haut und das Haar verdunkeln.
  • Die Weiße Ja Du bezeichnet sich als Filipina und hat eine Community für Personen mit Transracial Identity geschaffen.
  • Die Weiße Jessica A. Krug, lange Zeit Geschichtsprofessorin an der George Washington University, gab sich als Afroamerikanerin aus. Nachdem in den Medien ihre wirkliche Abstammung kommuniziert wurde, trat sie von ihrer Professur zurück und gab gleichzeitig ihre Transracial Identity auf.
  • Die Afroamerikanerin Treasure trat als Teenagerin im Fernsehen auf und gab vor, weiß zu sein. Ihre Schwester widerlegte diese Aussage.
  • Der weiße britische Influencer Oli London identifiziert sich als Koreaner und gleichzeitig als nichtbinäre Person, wobei er sein Äußeres mit Schönheitsoperationen verändert. Seine Auftritte stoßen in Social Networks immer wieder auf starke Kritik.

Der Fall Rachel Dolezal

Dolezal wurde 2015 als Weiße „geouted“. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie den Vorsitz der NAACP inne. 2017 veröffentlichte sie eine Autobiografie, in der sie auf ihrer Transracial Identity beharrt. Ihre Motive sind (wie bei vielen anderen Personen mit Transracial Identity) politischer Natur. Sie möchte mit ihrem Schritt People of Colour unterstützen, weil nach ihrer Auffassung die US-Regierung offenen Rassismus betreibt. Allerdings werfen ihr Kritiker*innen vor, dass sie selbst das Konstrukt der Rasse nicht richtig verstanden hat.

Anthropologisch ist es längst umstritten, wenn nicht widerlegt, denn Menschenrassen im eigentlichen biologischen Sinne gibt es wohl gar nicht. Daher ist die Zuordnung von Bevölkerungsgruppen zu einer Rasse immer ein politisches Statement, das im Grunde der Unterdrückung dient, wie die Geschichten der Sklaverei und der Judenverfolgung im Dritten Reich beweisen.

In den USA gab es daher auch schon immer Racial Passing, nämlich den Wechsel der Rasse (so weit dies optisch möglich war) von Afroamerikanern zu vermeintlichen Weißen, um der Rassendiskriminierung und bis 1865 in den Südstaaten sogar der Sklaverei zu entgehen. Der umgekehrte Weg, den Dolezal und viele andere Weiße (siehe Beispiele) gingen, soll nun ein Statement in die Gegenrichtung sein, das aber nach Auffassung der Kritiker*innen seine Wirkung verfehlt, weil es höchstens mit Erstaunen, manchmal mit Spott und teilweise mit Verärgerung aufgenommen wird – wenn nämlich, wie im Fall Dolezal, die Transracial Identity erst die Voraussetzung dafür schuf, dass sie ihren einflussreichen Posten in der NAACP erlangen konnte. In dieser Organisation sind nur People of Colour in Führungspositionen tätig. So weit die Stimme der Kritiker.

Man kann auch die umgekehrte Auffassung vertreten, dass die Transracial Identity von Weißen eine Quasi-Buße für Jahrhunderte des Rassismus darstellt. Darüber hinaus möchten viele Weiße die Rechte von People of colour vertreten und dafür einstehen, wozu die Transracial Identity nützlich sein könnte. So einfach ist das aber nicht.

In Südafrika etwa verwendete die Antiapartheid-Bewegung ab den 1980er-Jahren „black“ als politischen Kampfbegriff, der jedoch weißen Mitstreitern verwehrt blieb. Es fehle ihnen die alltägliche Erfahrung, so ihre farbigen Kampfgenossen, was Rassismus wirklich bedeutet – im Alltag, in der Schule, an Universitäten, im Job, auf der Parkbank, im Bus und beim Einkauf. Möglicherweise ist das heutige Annehmen einer Transracial Identity auch eine Reaktion auf diese Art von Ausgrenzung. Als eigenmächtige Umklassifizierung wird sie dennoch oft nicht als Akt der Kritik am Rassismus, sondern als unrechtmäßige Aneignung der historischen Erfahrung von wirklichen People of colour verstanden. Diese Erfahrung musste jedenfalls Dolezal machen, als man feststellte, dass sie eine Bürgerrechtsorganisation von People of colour leitet, und das als eigentliche Weiße.

Fazit: Was bedeutet „Transracial“?

So lange der Begriff der „Rasse“ als Unterscheidungsmerkmal bemüht wird, dürfte es Rassendiskriminierung geben. Eine Gegenreaktion kann immer das Annehmen einer Transracial Identity sein.

Was ist die „Dritte Haut“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit der „dritten Haut“ ist unsere Wohnung gemeint. Der Ausdruck soll auf den Architekten und Künstler Friedensreich Hundertwasser zurückgehen, der ihn wohl schon in den 1960er-Jahren prägte und damit eine Theorie von „drei Häuten“ schuf, die uns umgeben: unsere menschliche Haut, unsere Kleidung und unsere Wohnung.

Mit allen drei Häuten sollen wir demnach sehr achtsam umgehen. Ein im Juni 2021 ausgestrahlter „Tatort“ trug den Begriff im Titel und thematisierte damit die teilweise sehr komplizierte Wohnsitution in manchen Metropolen (in diesem Fall in Berlin), die im Krimi sogar zu einem Mord führt.

Was ist die „Dritte Haut“? Wohnung, Bedeutung, Definition, Erklärung

In unseren „Häuten“ wollen wir uns grundsätzlich wohlfühlen, was schließlich ein sprichwörtlicher Begriff ist. Daher sollen uns die zweite und dritte Haut genauso so natürlich umgeben wie unsere erste Haut. Es lässt sich darauf das Recht auf ein Wohnen ableiten, das vollkommen unserer Natur entspricht. Nicht umsonst kommt der Gedanke von einem Visionär wie Friedensreich Hundertwasser (1928 – 2000), dem es zeit seines Lebens darum ging, den Menschen in Einklang mit der ihn umgebenden Natur zu bringen. Er glaubte an eine höhere Ordnung und daran, dass wir deren Gesetzen folgen sollten.

Manchen Menschen scheint die Metapher der zweiten und dritten Haut für Kleidung und Wohnung etwas weit hergeholt, denn unsere natürliche Haut ist ein sehr komplexes System, mit dem Kleider und Räume eigentlich nicht mithalten können. Doch wenn wir uns deren Bedeutung für unser Wohlbefinden anschauen, ist an dem Vergleich schon etwas dran.

Psychologen bestätigen den enormen Einfluss unserer Wohnumgebung auf unser inneres Gleichgewicht. An sämtlichen Orten, an denen sich Menschen nicht wohlfühlen, empfinden sie alsbald innere Spannungen und schlechte Stimmung. Sollte so ein Ort unsere eigene Wohnung sein, stört dies dauerhaft unser Befinden. Das Zuhause ist dann kein Rückzugsort mehr, an dem wir Kraft tanken, sondern vielmehr ein Energieräuber.

Die Seele in der dritten Haut

Bekanntlich verrät unsere Einrichtung viel über uns, doch es gilt auch umgekehrt, dass sie unsere Psyche beeinflusst. Immerhin ist das eigene Heim der vertrauteste, gefühlt sicherste und auch einzige von uns vollständig selbst gestaltete Raum, über den wir verfügen. Hier dürfen wir uns völlig unserem eigenen Ich hingeben. Unsere Seele füllt diesen Raum mit Geschichte. Innenarchitekten behaupten, dass wir selbst die Wohnung sind. Achtsamkeit bei der Einrichtung ist daher oberstes Gebot. Manche Menschen kaufen sich sehr teure Möbel und fühlen sich dennoch extrem unwohl, ohne sich dies erklären zu können. Nicht jedermann spürt von vornherein, welcher Möbelstil wirklich zum eigenen Befinden passt. Andere Menschen verfügen über die nötige Intuition und folgen weder den Trends in Wohnkatalogen noch den Werbeversprechen für die Masse. Sie entscheiden sich für einen vollkommen eigenen Stil, der ihnen Geborgenheit verschafft und ihre Seele streichelt.

Optimales und suboptimales Wohnen

Wer sich ein offenes Haus am Meer, eine lichtdurchflutete Altbauwohnung mit Rückzugsnischen oder ein verwunschenes, romantisches Holzhaus mit wildem Garten leisten kann, hat sicherlich Glück mit seiner dritten Haut.

Doch den meisten von uns ist dieses Glück nicht beschieden. Wir müssen uns mit unserer Wohnsituation oft mühselig arrangieren, leben beengt, mit schlechten Lichtverhältnissen und lauten Nachbarn und müssen dementsprechend auf unsere Seele aufpassen. Enge etwa stresst sehr, weil sie unserem individuellen Bedürfnis nach Freiheit nicht gerecht wird. Es geht aber auch umgekehrt: Manche Menschen werden im neuen Architektenhaus regelrecht krank, weil dessen überdimensionierte Fenster ihr inneres Alarmsystem permanent in Bereitschaft versetzen. Inzwischen kennt die Wohnpsychologie solche Effekte. Sie sind nur leider manchmal nicht vorherzusehen. Vielleicht war das Architektenhaus ein lang gehegter Wunschtraum, bis sich einige Monate nach dem Einzug herausstellt, dass es sich als dritte Haut so gar nicht eignet. Es gibt dann die beiden Möglichkeiten, die Fenster mit Vorhängen und Jalousien abzudichten oder wieder auszuziehen.

Was sagt die eigene Gestaltung unserer Wohnumgebung über unser Befinden aus?

Wenn es nach den Psychologen geht: sehr viel. Wer etwa seine Innenräume rot gestaltet, kann dies als äußerst vitalisierend empfinden. Es gibt aber auch die Ansicht, dass diese Farbe ein Alarmzeichen für einen innerlich aufgewühlten Zustand ist. Daher ist die psychologische Ableitung des Gemütszustandes von der Einrichtung ein wenig umstritten. Einig sind sich die Experten nur darin, dass unsere Einrichtung durch einen gewissen seelischen Grundzustand determiniert wird.

Wir wechseln sie nicht allzu oft, sondern entscheiden uns meistens sehr lange oder sogar überhaupt für einen bestimmten Stil. Für manche Menschen schaffen Möbel aus Naturmaterialien die größte Gemütlichkeit, für andere sind es gelbe Wände, viele Einrichter wählen auch die weiße Wand als Basis, die sie dann beliebig gestalten können. Natürlich unterliegen solche Einrichtungsbasics auch Trends, denn bekanntlich würde wohl heute niemand mehr gemusterte Tapeten wie in den 1960er-Jahren wählen. Daher liefern die beste Auskunft über die Seele wohl die Farben und die generelle Helligkeit der Einrichtung, gefolgt von der Art des Materials. Wohnpsychologen sind sich darüber einig, dass wir mit unserer Einrichtung Seelenarbeit leisten und damit auch innere Klarheit schaffen.

Sie empfehlen unter anderem, kleine Wohnungen grundsätzlich hell zu gestalten. Sehr große und auch noch volle Zimmer wiederum gewinnen Ruhe und Raum, wenn sie den Blick beim Betreten auf eine beruhigende Situation lenken. Das könnten ein Lesesessel oder die Couch sein, aber nicht das Bücherregal. Eine Couch sollte nicht gegenüber der Schrankwand stehen, sondern zum Fenster ausgerichtet werden. Gemischte Farben verursachen Unruhe, weshalb stets Nuancen aus einer einzigen Farbfamilie zu empfehlen sind. Wenn einem Raum Tageslicht fehlt, schafft die indirekte Beleuchtung am ehesten eine schöne Stimmung. Mit der Gestaltung von Räumlichkeiten befasst sich unter anderem das Fēng Shuǐ (風水), dessen grundsätzliches Ziel darin besteht, den Menschen mit dem ihm umgebenden Raum zu harmonisieren.

Die „dritte Haut“ im Tatort vom 6. Juni 2021

In dieser Tatortfolge geht es darum, dass im Zuge einer Zwangsräumung zum Zwecke der Luxussanierung von Berliner Wohnungen ein Immobilienbesitzer ermordet wird, wobei der Verdacht auf ehemalige Mieter fällt. Während der Ermittlungen stellen die Kriminalbeamten fest, dass der Immobilienhai seine Position gegenüber Mietinteressentinnen gnadenlos ausgenutzt und diese unter anderem zum Sex genötigt hat, wenn sie einen (vormals noch preiswerteren) Mietvertrag bekommen wollten. Das wirft zwar ein schlechtes Licht auf den Makler, führt aber nicht zum Mörder. Dieser ist ein Busfahrer, der samt Familie aus seiner dritten Haut – der vormals preiswerten Wohnung – gedrängt wird. Dieser Tatort erhielt wegen seines Realismus teilweise sehr positive Kritiken.

Was ist Icing? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Icing bezeichnet drei verschiedene Phänomene aus ganz unterschiedlichen Bereichen:

  • eine Regel im Icehockey
  • eine Technik der Dekoration von Kuchen mit Zuckerguß
  • ein Verhalten beim Dating

Icing als Regel im Icehockey

Ein Icing oder auch No-Touch-Icing bzw. Automatic Icing ist im Icehockey ein an sich unerlaubter Spielzug. Es gelten jedoch einige Ausnahmen, unter denen das Icing nicht geahndet wird.

Definition „Icing“

Nach IIHF-Regel 460 liegt ein Icing vor, wenn ein Spieler den Puck aus der eigenen Spielhälfte einschließlich der Mittellinie über die verlängerte Torlinie schießt, schlägt oder ablenkt. Entscheidend für das Icing ist dabei die Position des Pucks, nicht die des Spielers. Diese Form des Weitschusses stellt eine unerlaubte Form der Befreiung der Verteidiger dar und ist im Deutschen auch als „Unerlaubter Befreiungsschuss“, „Unerlaubter Befreiungsschlag“ oder „Unerlaubter Weitschuss“ bekannt. Das Spiel wird vom Linienrichter abgepfiffen, sobald der Puck die Torlinie überschreitet. Das Spiel wird mit einem Bully im Verteidigungsdrittel des für das Icing verantwortlichen Teams fortgesetzt, die betreffende Mannschaft unterliegt einem Wechselverbot.

Ausnahmen

Eine derartige Ahndung des Icing entfällt unter folgenden Bedingungen:

  • Mit dem Weitschuss wird ein Tor erzielt.
  • Die verantwortliche Mannschaft befindet sich in Unterzahl.
  • Der Puck berührt vor Überschreiten der verlängerten Torlinie einen gegnerischen Spieler oder den gegnerischen Torwart an Körper, Schlittschuhen oder Stock.
  • Ein gegnerischer Spieler mit Ausnahme des Torwarts hätte nach Ermessen des Linienrichters den Puck vor Überschreiten der verlängerten Torlinie spielen können.
  • Das Icing erfolgt direkt vom Bully aus.

Dass der Torwart während des Icings seinen Torraum verlässt oder sich außerhalb des Torraums befindet und auf den Puck zubewegt, gilt seit der Saison 2006/2007 nicht mehr als Ausnahme, die das Icing aufhebt.

Touch-Icing und Hybrid-Icing

In Abweichung von den internationalen Regeln kommt es beim Touch-Icing nur dann zum Abpfiff des Spiels, wenn ein Spieler der verteidigenden Mannschaft den Puck berührt. Ist ein Spieler der angreifenden Mannschaft zuerst am Puck, geht das Spiel weiter. Ziel der Regel ist ein schnellerer Spielablauf. Allerdings wurden in der Folge eine Häufung schwerer Verletzungen beobachtet, so dass die Regel überwiegend abgeschafft wurde. An ihre Stelle tritt oft das sogenannte Hybrid-Icing, bei dem der Linienrichter entscheidet, ob ein Spieler der verteidigenden oder der angreifenden Mannschaft zuerst am Puck sein könnte, ausgehend von der Distanz zum Puck, wenn die Spieler sich auf Höhe der Bully-Punkte befinden. Um das Verletzungsrisiko zu mindern unterliegen in Icing-Situationen darüber hinaus auch Bodychecks verschärften Regeln.

Icing als Kuchenverzierung

Beim Backen bezeichnet Icing sowohl Technik als auch Ergebnis der Dekoration insbesondere von Torten und Cupcakes mit Zuckerguss.

Definition

Icing ist eine Zuckerglasur und die damit hergestellte Dekoration. Die Mischung wird mit Spritztüten aufgetragen. Während der Arbeit weich und formbar, härtet sie zu einem glatten Überzug aus, der die Form hält. Diese Art der Spritzglasur eignet sich dadurch besonders für filigrane und detaillierte Dekorationen, was sie in der Verzierung von Torten und Cupcakes beliebt macht.

Zwei Grundrezepte: Icing mit und ohne Eiweiß

Icing besteht im Wesentlichen aus Puderzucker und einer Flüssigkeit, mit der dieser zu einer zähen Masse verarbeitet wird. Dafür eignen sich sowohl Wasser als auch Milch oder Zitronensaft. Besonders formstabil wird die Glasur mit Eiweiß. Man kann die Herstellung von Icing auf zwei Grundrezepte reduzieren:

Royal Icing: Eiweißspritzglasur

  • 1 Eiweiß
  • 100 g Puderzucker
  • 2 EL Zitronensaft

Das Eiweiß steif schlagen, nach und nach Puderzucker und Zitronensaft zugeben. Rühren, bis eine dicke und glänzende Konsistenz erreicht ist.

Einfacher Zuckerguss

  • 250 g Puderzucker
  • 3-6 EL Wasser, Milch oder Zitronensaft

Flüssigkeit nach und nach in den Puderzucker einrühren, bis eine dicke, glänzende Konsistenz erreicht ist.

Übrigens: Auch eine Kokos-, Marmeladen- oder Schokoglasur lässt sich spritzen und härtet aus. Auch sie zählen damit zu den Icings.

Icing, Topping, Frosting

Icing, Topping und Frosting bezeichnen alle drei eine Dekorationsform für Backwaren. Doch während Icing eine Spritzglasur auf Zuckerbasis ist, bezeichnet Frosting jede Form von Creme auf Basis von Milchfetten wie Butter, Schlagsahne oder Frischkäse. Frosting wird mit einem Spatel als glatte Oberfläche und Grundfläche für weitere Dekorationen aufgetragen oder als Verzierung ebenso wie Icing gespritzt. Sowohl Icing als auch Frosting können mit Lebensmittelfarbe in bunte Hingucker verwandelt werden. Topping ist der Oberbegriff für jede Dekorationsform, die auf den eigentlichen Kuchen (englisch: on top) kommt und umfasst als Begriff sowohl Icing als auch Frosting.

Icing im Dating: Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Dating meint Icing eine hinhaltende Taktik, die sich in inkonsistentem Verhalten zwischen Ermutigung und Abweisung äußert.

Definition

Entsprechend der englischen Wortbedeutung ice = Eis meint Icing im Dating, dass die andere Person regelrecht „auf Eis gelegt“ wird. Das Interesse am anderen wird zwar geäußert. Zu einer echten Beziehung kommt es aktuell aber nicht. Stattdessen wird das Interesse des potentiellen Partners mit Hinweisen auf eine künftige oder künftig mögliche Beziehung wach gehalten, bis sich die unentschlossene Seite endgültig dafür oder dagegen entscheidet oder die so auf Eis gelegte Person die quasi Beziehung beendet.

Anzeichen für Icing (Dating)

Das Icing ist für Betroffene verwirrend, denn die Signale des (potentiellen) Partners sind widersprüchlich. Je nach Motiv und Begleitumständen muss aber kein Icing dahinter stecken. Dass man auf Eis gelegt wird, ist an folgenden Anzeichen erkennbar:

  • Der Partner verschwindet eine Weile von der Bildfläche, um sich nach einiger Zeit ohne Erklärung zu melden.
  • Der Partner bekennt sich weder mit Worten noch Taten zu der Beziehung.
  • Dates werden häufig in letzter Minute abgesagt.
  • Der auf Eis gelegte Partner fühlt sich erleichtert und in der Beziehung bestätigt, wenn der andere sich nach längerer Pause wieder meldet.
  • Der Partner ist online, reagiert aber mit großer Verzögerung auf Nachrichten.

Abstand und Schweigen in Verbindung mit einer fehlenden Erklärung sprechen dafür, dass der für das Icing verantwortliche Partner keine Verantwortung für die Beziehung anerkennt. Die Verbindung geht nicht über das Bekunden eines romantischen Interesses hinaus, es gibt weder ein klares Nein oder klares Ja zu einer Beziehung. In der Folge kann derjenige in seinem Verhalten nichts falsch machen: Meldet er sich, ist dies durch die beziehungsnahe Situation gerechtfertigt, meldet oder erklärt er sich nicht, ist das kein Verstoß gegen die Regeln einer nicht bestehenden Beziehung.

Gründe: Darum legen Menschen den Partner auf Eis

Je nach Ausgangssituation mag es viele Gründe für ein widersprüchliches Verhalten geben. So können die äußeren Gegebenheiten oder andere Umstände für einen oder beide Partner gegen eine Beziehung sprechen, die gleichzeitig gewünscht wird. Es ist aber auch möglich, dass der Partner mit den widersprüchlichen Verhaltensweisen sich nicht sicher ist, ob wirklich etwas aus einer Beziehung werden könnte und aus Angst davor, den anderen zu verletzen oder selbst verletzt zu werden, sich nicht festlegen will oder kann. Dann gibt es Menschen mit genereller Bindungsangst. Ebenso wie solche, die ganz berechnend abwarten, ob sich nicht noch eine bessere Gelegenheit ergibt. Im schlimmsten Fall genießt es der potentielle Partner, den anderen hinzuhalten und zieht Bestätigung daraus, wenn der im Ungewissen Gehaltene dennoch nicht den Schlussstrich zieht.

Vom Icing zur Beziehung: Gibt es Hoffnung?

Ob es Hoffnung auf eine glückliche Beziehung am Ende des Icing gibt, hängt von den Gründen für dieses Verhalten ab. Es mag sein, dass sich die Umstände ändern und Ängste überwunden werden. Dann kann der ursprünglich unentschlossene Partner der Beziehung eine Chance geben. Weniger schön ist es natürlich, wenn die Entscheidung durch den Wegfall einer als besser wahrgenommenen Gelegenheit herbeigeführt wird. Die zweite Wahl zu sein ist selten eine gute Basis für eine gemeinsame Zukunft. Am schlimmsten für die vom Icing Betroffenen sind wohl die Fälle, in denen der Verantwortliche Freude aus der Verunsicherung und Hilflosigkeit des Partners zieht. In diesen Fällen ist es unwahrscheinlich und wenig wünschenswert, dass sich eine Beziehung entwickelt.

Handlungsspielraum: Das können Betroffene tun

Eine gute Einschätzung der Lage und Aussichten gibt ein ehrliches Gespräch. Spricht der Betroffene offen an, wie er das Verhalten des Partners wahrnimmt und welche Gefühle es beim ihm auslöst, sollte der Verantwortliche zumindest bereit sein, seine Gründe darzulegen und sein Bedauern über die Konsequenzen seines Verhaltens auszudrücken. Fehlt dieser Beweis für den grundlegenden Respekt dem Partner gegenüber, sollte der Betroffene die Situation zum eigenen Wohle beenden.

Was sonst noch schief läuft: Benching, Ghosting, Stashing, Breadcrumbing

Benching ist ein anderes Wort für Icing. Der Partner wird auf Eis gelegt bzw. auf der Ersatzbank gehalten. Beim Ghosting verschwindet ein Partner ohne Ankündigung und Erklärung aus dem Leben des anderen, es erfolgt kein Kontakt mehr. Beim Stashing findet zwar eine Beziehung statt, diese wird jedoch vor dem Umfeld des einen Partners verborgen. Das Breadcrumbing hingegen ist eine Sonderform des Icing, nämlich die, bei der dem Betroffenen absichtlich genug „Brotkrumen“ hingeworfen werden, um Hoffnung auf eine Beziehung zu machen, für die der andere keinerlei Absicht hegt.

Phänomene wie das Icing gab es unter anderem Namen schon von jeher in zwischenmenschlichen Beziehungen. Seit dem Siegeszug von Social Media ist es jedoch sehr viel einfacher geworden, unverbindlichen Kontakt zu halten.

Was ist gewaltfreie Erziehung? Bedeutung, Definition, Erklärung


Wer über gewaltfreie Erziehung nachdenkt, meint schnell zu wissen, was das bedeutet. Doch wer zweimal hinguckt, fragt sich schnell: Wo fängt Gewalt an und wo hört sie auf?

Denn Gewalt ist nicht gleich Gewalt. Es gibt offensichtliche Gewalt wie physische Gewalt wie z.B. ein Klaps auf den Po oder ein Schlag. Es gibt aber auch psychische Gewalt. Diese ist weniger offensichtlich, zeigt sich aber z.B., wenn man schlecht über das eigene Kind redet oder sich über es lustig macht.

Um die Frage nach der gewaltfreien Erziehung zu beantworten, ist es sinnvoll, erst einmal einen Blick auf die Bedeutung des Wortes „Erziehung“ zu werfen.

Was versteht man unter Erziehung?

Erziehung ist eine Form der Sozialisierung in von Kindern in unserem System. Dabei werden Werte und Glaubenssätze vermittelt, die die Basis für das spätere Leben darstellen. Außerdem bedeutet Erziehung, gewisse Verhaltensweisen und Dinge zu vermitteln, die etwa im Umgang mit anderen Menschen von Bedeutung sind.

Kann man „nicht“ erziehen“?

Erziehung findet in der Kindheit statt. Im Umgang mit den ersten Sozialisationsphasen und Menschen erziehen die Großeltern, die Eltern oder andere im näheren Umfeld die Kinder. Auch Tagesmütter und Kita-Mitarbeiterin haben einen Einfluss auf die Erziehung.

Doch werden wirklich alle Kinder erzogen? Nicht zwangsläufig!

Immerhin leben wir in einer Leistungsgesellschaft. Eltern gehen kurz nach der Geburt der Kinder wieder arbeiten. Sie bringen ihre Kinder in eine Tagesstätte und hoffen dort auf die gute Erziehung der Tagesmütter. Leider sind diese oft überfordert und können aufgrund großer Gruppen nicht auf alle Kinder eingehen, so dass Erziehung durchaus untergehen kann, wenn sie weder zuhause noch in der Betreuung stattfindet. Die Folge sind verzweifelte Eltern, die ihre Kinder im Stress und wegen des zunehmenden Frusts auch mal anschreien.

Gehören Anschreien und der Klapser auf den Po bereits zu Gewalt?

Experten und Pädagogen sind sich an dieser Stelle einig. Anschreien oder ein Klaps auf den Po sind Ausdruck von Gewalt. Für viele Eltern ist der Klaps auf den Po leider noch Bestandteil der Erziehung. Auch ein lauter Ton und ein Schimpfen sind an der Tagesordnung. Es sollte das Ziel aller sein, Kinder gewaltfrei zu erziehen und das bedeutet auch auf diese und andere Ausrutscher vollständig zu verzichten!

Wie sieht also gewaltfreie Erziehung aus?

In Deutschland ist die gewaltfreie Erziehung im Grundgesetz verankert. Um genau zu sein, finden wir im §1631 BGB den die rechtliche Bestimmung, dass Kinder Anrecht auf eine gewaltfreie Erziehung haben. Der Gesetzgeber definiert die gewaltfreie Erziehung dabei als:

  • Keine körperlichen Bestrafungen
  • Keine seelischen Verletzungen
  • Keine entwürdigenden Maßnahmen

Leider ist dies für viele Eltern auch im 21. Jahrhundert noch Auslegungssache. Besonders bildungsschwache und wenig integrierte Familien halten sich weniger an die Gebote der gewaltfreien Erziehung und nutzen weiterhin den Ausrutscher der Hand als Erziehungsmaßnahme.
Dabei bestätigen Mitarbeiter der Jugendämter, dass zum Schutze der Kinder jede kleinste Aggression gegenüber einem Kind zu unterlassen ist!

Siehe auch: Was sind Kinderrechte?

Körperliche Gewalt versus verbale / psychische Gewalt

Der Begriff Gewalt wird von vielen mit körperlicher Gewalt verstanden. Doch zur Gewalt zählt auch die verbale Gewalt. Während die körperliche Gewalt vor allem die Ohrfeige, den Tritt, das Schubsen oder Rütteln eines Kindes beschreiben, geht es bei der verbalen Gewalt um das Gesagte und wie etwas gesagt wird. Auch das Anschreien und Beschimpfen eines Kindes sind Maßnahmen der Gewalt und sind nach dem BGB verboten!

Nutzen Eltern in der Ansprache Schimpfwörter, die die Kinder erniedrigen oder seelische Folgen haben können, kann bereits das Jugendamt eingeschaltet werden, da das Kind in diesem und einem wiederkehrenden Fall unbedingt vor der verbalen Gewalt der Eltern zu schützen ist!
Gleiches gilt für Tonlage, Lautstärke und Wortwahl.

Ein Beispiel, dass die verbale oder psychische Gewalt verständlich macht. Man würde nie zu einem Erwachsenen sagen, „na haste dir wieder eingekackt“. Diese Aussage verletzt die Würde und setzt die Person herab. Aber zu einem Baby würde der Satz schon eher gesagt werden.

Was ist psychische Gewalt? Beispiele, Liste

Folgende Taten zählen zur psychischen Gewalt:

(Diese Liste ist inspiriert durch das Buch „Frei und verbogen“ von Susanne Mierau.)

  • Abhängig machen
  • Abhärtung
  • Ablehnung
  • Absprechen der eigenen Rechte
  • Absprechen der eigenen Wahrnehmung
  • Abwertung
  • Ängstigung / Angst machen
  • Beschämung, Entwürdigung, Erniedrigung
  • Beschimpfungen
  • Bevorzugung und Vernachlässigung
  • Diskriminierung und diskriminierendes Denken (Ageismus, Ableismus, Adultismus, Rassismus,…)
  • Drohung / bedrohen
  • Einschüchterung
  • Isolation
  • Liebesentzug
  • Machtdemonstrationen (Siehe: Adultismus)
  • Schutzverweigerung
  • Überwachung
  • Unter Druck setzen
  • Vergleiche mit anderen
  • Vermittlung von Schuldgefühlen
  • vorenthaltene Zuwendung / emotionale Abwendung
  • wiederholte Überforderung oder Unterforderung

Kinder haben Schutz- und Geborgensheitsbedürfnisse. Durch psychische Gewalt werden diese Bedürfnisse missachtet. Das Kind erlebt psychische Gewalt als Bedrohung, was zu Stressreaktionen und Vertrauensverlust führt. Schlimmer noch: psychische Gewalt kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Das schwerwiegende ist, dass das Kind eigentlich Schutz bei den Eltern sucht, wenn es sich bedroht fühlt, aber wenn diese Bedrohung von den Eltern ausgeht, ist es ihnen ausgeliefert.

Was ist gewaltfreie Erziehung dann?

Gewaltfreie Erziehung stellt eine Erziehung auf Augenhöhe dar. Der Fokus liegt dabei auf dem Umgang und der Kommunikation. Um gewaltfrei erziehen zu können, sollten Eltern sich auf die Kinder einlassen und das Gespräch mit diesen suchen.

Kinder wissen nicht, was richtig und was falsch ist. Oft wollen sie sich ausprobieren oder adaptieren das Verhalten von anderen Kindern. Anstatt mit den Kindern zu schimpfen, ist es wichtig und richtig, sie aufzuklären. Zur Aufklärung gehören ein gegenseitiges Verständnis und die Vermittlung von Werten. Doch die Aufnahme dieser Werte ist für Kinder ein Lernprozess, der sich langsam etabliert. Oft müssen Lerneinheiten auch wiederholt werden.

Hat ein Kind sich anders als von den Eltern erwartet oder erhofft verhalten, sollten die Eltern das Gespräch suchen. Dieses sollte zeitnah, bestenfalls unmittelbar nach dem Vorfall oder der Situation stattfinden. Die Eltern sollten dabei nicht wertend sein. Auch Sätze, wie „Das geht so nicht.“ sind nicht Ziel einer gewaltfreien Erziehung. Viel wichtiger ist es, den Sachverhalt zu erklären und das Kind zu fragen, warum es in dem Moment so gehandelt hat. Was hat es dabei gedacht? Warum hat das Kind etwas gesagt? Und wieso war es vielleicht aggressiv?

Nachdem das Kind ausgesprochen hat, können die Eltern dem Kind die Möglichkeit geben zu reflektieren. Oft reicht schon die Frage danach, ob das Kind so behandelt werden möchte. Oder wie das Kind sich in diese Situation durch ein anderes Kind gefühlt hätte? Das schafft den Aufbau von Empathie.
Nachdem das Kind sensibilisiert ist, können Eltern und Kinder gemeinsam nach einem Idealverhalten oder einem Wunschverhalten suchen und dieses für die Zukunft definieren.

Strafen sind unnütz und dienen eher dem Trotz als der Erziehung

Strafen sind wenig hilfreich. Sie machen Angst und helfen nicht, das Kind zu einer inneren Überzeugung und Verständnis zu bringen.

Sinnvoller ist eine Vereinbarung zu schließen, was geschieht, wenn man sich nicht an das Abkommen handelt. So kann nach dem Gespräch und dem gegenseitigen Verständnis vereinbart werden, warum das Verhalten nicht gut ist und wie man es vermeiden kann. Dies beinhaltet auch das gemeinsame Festlegen einer Verstoß-Maßnahme. Der Vorschlag sollte vom Kind ausgehen. Dies kann beispielsweise sein, den Tisch abzuräumen, wenn das Kind erneut so reagiert oder handelt.

Damit dieses Verhalten nicht wieder vorkommt, sollte alles schriftlich festgehalten werden und in ein Tagebuch, wie wir miteinander umgehen möchten notiert werden. So können Eltern in Zukunft die Seite aufschlagen und mit dem Kind drüber reden. Das hilft mehr als die Ohrfeige und der Klaps auf den Hintern, die in keinem Fall angewendet werden sollten.
Das bezieht sich auch schon auf Kleinkinder und Babys. Eltern sollten sie nicht anschreien oder schütteln. Schon das Schütteln ist eine gefährliche Form der Gewalt. Viel besser ist es, dem Baby ruhig zu erklären, was man denkt und warum man was tut. Es versteht vielleicht noch nicht alles, aber es fühlt die Empathie durch die ruhige und besonnene Stimme. Das gibt Kindern Sicherheit und motiviert, die Eltern als Vorbilder zu sehen und ihr Verhalten entsprechend anzupassen.

Was ist Knolling? Bedeutung, Definition, Erklärung


Beim Knolling geht es um die rechtwinklige Anordnung mehrerer Gegenstände auf einer vorgegebenen Oberfläche.

Knolling ist ein noch nicht vollständig etablierter Begriff, der jedoch noch zunehmend an Bedeutung gewinnen könnte.

Was ist Knolling? Bedeutung, Definition, Erklärung

Beim sogenannten Knolling handelt es sich jedoch, anders als vielleicht häufig vermutet, nicht um ein Modewort und auch nicht um einen bestimmten Begriff, der in den letzten Jahren herausgebildet wurde.

Es war das Jahr 1987, als ein Hausmeister einer Möbelwerkstatt (Andrew Kromelow)diesen Begriff herausbildete und versuchte publik zu machen. Zu dieser Zeit wurde im Hause Knoll gerade eine neue Möbelserie entwickelt. Die damit in Verbindung stehenden Entwürfe wurden von Florence Knoll entwickelt. Die Möbel dieser Serie zeichneten sich durch eine immens starke Rechtwinkligkeit aus. Eben dieser Aspekt brachte den Hausmeister Kromelow zu einer überaus sinnvollen Idee. Er beschloss fortan alle seine Werkzeuge in einem rechten Winkel anzuordnen. Dies verschaffte ihm eine hervorragende Ordnung und Übersichtlichkeit, die ihm die Arbeit stets erleichterte.

Bedeutung von „Knolling“

Streng genommen erreichte der Begriff im Jahre 1987 noch keine besonders große Bedeutung. Den Schöpfern dieses Wortes gelang es zwar eine gewisse Aufmerksamkeit zu erzielen, jedoch schien dies im weiteren Verlauf schnell wieder zu verfliegen.

Das Jahr 2010 hingegen war ein weiterer sehr wichtiger Meilenstein im Rahmen dieser Entwicklung. Hier ist vor allem der Name Tom Sachs im besonderen Maße hervorzuheben. Sachs war seiner Zeit ein sehr erfolgreicher Künstler aus New York. Dieser ist, wie es der Zufall wollte, ein Verwandter der Familie Knoll. Besonders mit dem Beginn des Jahres 2010 begann dieser das Knolling auch auf Ausstellungen und in seinem Atelier einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Sachs studierte zunächst Architektur und war zudem für etwa 2 Jahre in der Möbelwerkstatt der Familie Knoll tätig, wo er auch mit dem Hausmeister Kromelow in Berührung kam. Er ließ sich von diesem in besonderer Weise mit Blick auf das sogenannte Knolling inspiririeren. Somit muss man wiederum auch das Jahr 1990 erwähnen, dass ebenfalls ein bedeutendes Jahr mit Blick auf das Knolling war, denn hier eröffnete Sachs sein erstes Atelier und hatte den Prozess des Knolling bereits in seine Arbeiten integriert und dabei auch zutiefst verinnerlicht.

Knolling kann auch heute viel bewirken

Auch, wenn nicht jeder den Begriff Knolling kennt, kann er durch die rechtwinklige Anordnung von Gegenständen sehr viel erreichen. So kann man sich im eigenen Haushalt oder in der eigenen Werkstatt einen deutlich besseren Überblick verschaffen und hat alle wichtigen Dinge stets parat.

Besonders sehr penible Menschen, die auch einen gesteigerten Wunsch nach Ordnung verspüren, können hier überaus sinnvoll profitieren. Knolling ist nicht nur sehr übersichtlich, sondern vereinfacht Prozesse und sorgt dafür, dass alle wichtigen Dinge möglichst schnell gefunden werden.

Knolling und Ästhetik

Auch in den Bereichen Kunst, Architektur und Bauwesen kann das sogenannte Knolling hervorragende ästhetische Akzente setzen. Alles sieht hier viel schöner aus und ist im besonderen Maße praktisch. Natürlich liegt dies auch immer ein Stück weit im Auge des Betrachters, jedoch kann Knolling sich im positiven Sinne von anderen Techniken absetzen. Es wird vor allem sehr spannend bleiben, wie stark sich diese Vorgehensweise in Zukunft noch durchsetzen wird.

Was bedeutet „Slice of Life“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Slice of Life wird im Deutschen wortwörtlich mit „Stück aus dem Leben“ übersetzt. Dabei handelt es sich um ein neues Social-Media-Format, das insbesondere von jungen Menschen verwendet wird. Das Slice of Life-Format findet in der östlichen Kultur oft Erwähnung im Zusammenhang mit Animes. In der neuen Medienkultur der Jugendlichen ist das Format allerdings nicht mehr zwangsläufig mit Animes verbunden und wird in der westlichen Jugendkultur neuerdings differenziert und mit eigenen Akzenten verarbeitet. Dazu kommen unterschiedliche Hilfsmittel beim Erstellen der Slice of Life-Formate zum Einsatz, die ein bislang völlig neues Medienformat entwickelt haben, das in unseren Alltag Einzug hält.

Was bedeutet „Slice of Life“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Slice of Life Format ist schon lange aus der Kunst- und Entertainment-Szene bekannt. Dabei wird – bezogen auf unsere derzeitige Medienlandschaft – eine ursprüngliche, zumeist alltägliche Situation in einer Fotostory zusammengefügt. Es kann sich jedoch auch um Kurzvideos handeln, die im Alltag erstellt und zur Schau gestellt werden.

Die Medienschnipsel sind also mehr als nur Fotos und lassen zu, dass der Betrachter an dem gezeigten Ausschnitt aus dem Leben eines anderen teilnimmt.

Wesentliches Merkmal für das Genre ist der in den Medienschnipseln fehlende dramatische Höhepunkt. Auch eine Entwicklung der Handlung in den Kurzvideos oder den zusammengestellten Fotosequenzen bleibt in der Regel aus bzw. ist nicht wesentliches Kriterium eines Slice of Life-Formates. Stattdessen wird eine allzu alltägliche Szene gezeigt, die beispielsweise eine oft auch inhaltsleere Momentaufnahme aus der Schule, dem Arbeitsalltag oder der liebsten Freizeitbeschäftigung zeigt.

Woher stammt das Genre Slice of Life?

Die Bezeichnung „Slice of Life“ geht auf den Autoren Jean Julien zurück, der in den mittleren 1990er Jahren an der Beseitigung der „tranche de vie“ beteiligt war. Es handelte sich bei den Slice of Life-Umsetzungen zu dieser Zeit primär um eine kunstvolle Umsetzung in der Theaterszene, in der insbesondere natürliche Szenen des echten Lebens präsentiert und szenisch elaboriert worden sind.

Seither sprechen Regisseure auch von zum Beispiel „Slice of Life-Szenen“ und nutzen den Begriff als attributives Adjektiv. Geprägt von der Theaterszenen fand das Slice of Life-Genre zur gleichen Zeit auch in der modernen Literatur Verwendung und verzeichnet in vielen Werken einen bis heute nachhaltigen Erfolg. Die Szenen in der Literatur bilden das literarisch ab, was zuvor im Theater inszeniert wurde: Herkömmliche alltagsorientierte Szenen, Gespräche und Momentaufnahmen, die keinen dramaturgischen Höhepunkt im Handlungsstrang erwarten lassen.

Welche Rolle spielt das Slice of Life im Kontext der Animes?

Im Bereich der Animes ist das Slice of Life bereits seit den frühen 1980er Jahren sehr beliebt. In den Anime-Darstellungen, die sich dem Slice of Life Genre bedienen, werden insbesondere von der jungen Generation Szenen und Begegnungen künstlerisch verarbeitet und neu dargestellt.

Dabei fällt auf, dass die Alltagsszenen sehr häufig satirisch, kritisch oder ironisch präsentiert werden. Humor aber auch Gesellschaftskritik sind also nicht weit voneinander entfernt und fester Bestandteil der Slice of Life-Jugendkultur. Daran hat sich bis heute nicht viel verändert. In den westlichen Ländern sind Animes jedoch bisweilen nicht stark verbreitet. Das Anliegen und das Format des Slide of Life hat sich jedoch auch dort durchgesetzt: Zu finden ist das Format insbesondere im täglichen Messaging, in Form von Memes oder in den sozialen Medien in Form von Status-Mitteilungen.

Beispiele für Slice of Life aus dem Alltag

Die Slice of Life-Formate werden heute insbesondere in den sozialen Medien geteilt. Sie werden aber auch in Memes verarbeitet und verfolgen dabei gemäß der ursprünglichen Intention stets den Zweck einer ironischen Inszenierung einer alltäglichen, unspektakulären Situation.

Besonders in den neuen Kommunikationsformaten der modernen Smartphone-Messenger und der sozialen Netzwerken und Medien findet das Slice of Life-Format heute beinah tägliche Anwendung: So werden beispielsweise Alltagsszenen in den Statusinformationen, in denen die Nutzer der sozialen Netzwerke und Messenger-Angebote aktuelle Aktivitäten teilen können, aufgenommen und verarbeitet.

Die Darstellungen werden häufig künstlerisch aufgearbeitet. Als Hilfsmittel dienen dazu Filteroptionen der Bild- und Videobearbeitungsprogramme und Emojis und Sticker, die dem kleinen Werk eine persönliche Note geben sollen. Slice of Life-Darstellungen der modernen Zeit dienen daher vermehrt auch der Selbstdarstellung des Protagonisten und sollen bei dem Betrachter eine bestimmte Reaktion oder ein bestimmtes Gefühl auslösen.

Was ist Threat Intelligence? Bedeutung, Definition, Erklärung


Threat Intelligence oder auch der Threat Intelligence Service ist für die Lieferung von aktuellen Informationen in Bezug auf die Bedrohungslage in Form von Cyberangriffen oder andere Gefahren auf die IT bzw. Netzwerke. Um die Bedrohungslage zu analysieren werden die Informationen durch den Service aufbereitet, aus unterschiedlichen Quellen zusammengestellt und dem Unternehmen bzw. dem Auftraggeber zur Verfügung gestellt.

Welche Arten von Threat Intelligence sind existent?

Threat Intelligence kann von allgemeinen, nicht-technischen Informationen bis hin zu technischen Details über bestimmte Angriffe reichen. Folgend werden die möglichen Arten von Threat Intelligence:

Die strategische Threat Intelligence: Strategische Threat Intelligence sind allgemeine Informationen, welche die etwaigen Bedrohungen in einen Kontext stellen. Die Informationen, welche den jeweiligen Unternehmen nachgewiesen werden können, sind nicht technisch. Ein mögliches Beispiel diese Art von Threat Intelligence ist bspw. eine Risiko-Analyse, welche die Entscheidung für ein Business hinsichtlich der Gefahr für Cyberangriffe untersucht und detailliert wiedergibt.

Die taktische Threat Intelligence: Bei der taktischen Threat Intelligence sind Details in Bezug auf die Ausführung und Abwehr von potenziellen Bedrohungen enthalten. Darin integriert sind unter anderem Angriffsvektoren, Infrastrukturen oder Tools, welche durch die Angreifer genutzt werden. Ergänzend dazu werden die Unternehmensarten und Technologien berücksichtigt, auf die Angriff gerichtet sine könnten sowie die dahingehend möglichen Strategien zur Vermeidung dieser Gefahren. Mit den vielfältigen Informationen können potenzielle Gefahren für Unternehmen in Bezug auf die Angriffswahrscheinlichkeit verschiedener Bedrohungen abgeleitet werden. Bei der taktischen Threat Intelligence können Expertinnen und Experten der Cyber-Sicherheit auf Basis taktischer Informationen fundierte Entscheidungen treffen können, um eine bestmögliche Sicherheitskontrolle und Verteidigungsstrategie implementieren zu können.

Die operative Threat Intelligence: Bei dieser Form werden Informationen in Verbindung mit einem aktiven Bedrohungsmanagement durch die eigenen IT-Abteilungen genutzt, damit Maßnahmen gegen einen bestimmten Angriff genutzt werden können. Dabei geht es um konkrete Informationen, welche für das Angriffsszenario genutzt werden konnten, um die Angriffsabsicht, die Angriffsart sowie den Zeitpunkt zu fixieren. Bestenfalls können diese Informationen umgehend von den Angreifern erfasst werden, um die Beschaffung zu erschweren.

Die technische Threat Intelligence: Bei dieser Art geht es um die Lieferung von konkreten Beweisen, dass derzeit ein Angriff stattfindet bzw. Indicators of Compromise (IoCs) vorliegen. Dabei handelt es sich bspw. um außergewöhnliche Netzaktivitäten, besondere Dateien, Eintragungen in Logfiles oder ungewohnte gestartete Prozesse, welche auf eine Kompromittierung eines Computersystems oder Netzwerks hindeuten.
Es gibt Tools für Threat Intelligence, welche mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz diese Indikatoren untersucht. Dabei können bspw. Inhalte aus Phishing-Kampagnen, IP-Adressen von C2-Infrastrukturen bzw. Artefakte mit bekannten Mustern von Malware in den Mailadresse analysiert werden.

Die Umsetzungsmöglichkeiten von Threat Intelligence:

Realisierungsmöglichkeiten eines Threat Intelligence Service

Die Realisierung von Threat Intelligence Service kann sich stark unterscheiden und variieren. Bei einfachen Systemen werden aus verschiedenen Quellen Data-Feeds gesammelt. Diese Informationen wurden mit Hilfe von Positiv- oder Negativ-Listen bereinigt und individuell auf das Unternehmen bezogen. Alternative Systeme können ergänzend dazu über aktive und konkret laufende Bedrohungslagen zu informieren. In dieser Konstellation können die akuten Bedrohungen bspw. durch individuelle Meldungen in Form von Warnungen oder als proaktiver Alarm angezeigt werden.

Je nach der Leistungsfähigkeit der Threat Intelligence Services können die Informationen so aggregiert und korreliert werden, dass die gesammelten Informationen direkt an die entsprechenden Firewalls weitergegeben werden können und somit die Gefahr potenzieller Angriffe deutlich reduziert werden können. Mit Hilfe dieser Informationen kann die Firewall aus den gelieferten Informationen automatische Filter automatisch setzen und vorher fixierten Traffic eigenständig blockieren. Der Service von Threat Intelligence kann auf Basis eines Cloud-Dienstes bzw. in Form einer On-Premise-Lösung realisiert werden. Die meisten Anbieter bieten die Dienstleistungen als Abonnement mit zeitlichen Befristungen und fixierten Funktionsumfängen an.

Was sind die Vorteile von Threat Intelligence?

Durch die Nutzung von Tools für Threat Intelligence können Bedrohungen durch Cyberangriffe frühzeitig erkannt und präventiv abgesichert werden. Damit sind Unternehmen in der Lage, die stetig wachsenden Bedrohungen und Angriffsrisiken besser verstanden und frühzeitig erkannt werden. Durch die Nutzung von Threat Intelligence können Angriffe abgemildert werden, welche gegenwärtig stattfinden. Dabei gibt es verschiedene Optionen. Eine Möglichkeit ist die eigenständige Erfassung der Daten durch die firmeneigene IT-Abteilung innerhalb des jeweiligen Unternehmens. Alternativ kann ein Threat Intelligence-Service in Anspruch genommen werden. In dieser Konstellation werden Informationen gesammelt. Dabei können verschiedene Sicherheitspraktiken empfohlen werden und je nach Bedarf und Expertise angeboten werden. Dabei können bspw. Software-Defined Networking (SDN) eingesetzt werden, sodass mit Hilfe moderner Threat Intelligence Optionen die Netzwerke neu konfiguriert werden, um sich gegen diverse Optionen von Cyberangriffen zu verteidigen.

Welche konkreten Threat Intelligence-Tools sind am Markt existent?

Parallel zu kostenpflichtigen Tools im Bereich der Threat Intelligence gibt es auch kostenfreie Optionen im Bereich von Open Source-Tools angeboten. Bei der Erfassung von Informationen in Bezug auf Threat Intelligence gibt es verschiedene mögliche Herangehensweisen:

Der Malware-Disassembler: Mit diesen Tools wird durch Reverse-Engineering versucht, weitere Informationen über die Funktionalitäten von Malware in Erfahrung zu bringen. Dabei werden Sicherheitsingenieure bei relevanten Entscheidungen in Bezug auf die Abwehr von ähnlichen Angriffen in der Zukunft unterstützt.

Die Sicherheitsinformations- sowie Ereignismanagement(SIEM)-Tools: Mit den sogenannten SIEM-Tools erfolgt die Überwachung des Netzwerkes durch Teams mit dem Fokus auf die Sicherheit in Realzeit. Dabei erfolgt die Erfassung der relevanten Informationen über ungewöhnliche Verhaltensmuster sowie verdächtigen Datenverkehr.

Die weiteren Analysetools für den Verkehr im Netzwerk: Die analytischen Tools für den Traffic im Netzwerk sorgen für die Erfassung von Informationen im Bereich der Netzwerke. Ergänzend dazu werden die Aktivitäten des Netzwerkes aufgezeichnet. Mit diesen Informationen konnten Versuche von nicht gerechtfertigten Angriffen erleichtert werden.

Threat Intelligence-Communitys und Sammlungen von Ressourcen: Als wertvolle Informationsquelle in Bezug auf Bedrohungen liefern frei zugängliche Internetseiten, auf welche Indicators of Compromise bzw. generierte Daten über Bedrohungen gesammelt werden, vielfältige wichtige und relevante Informationen. Diese Communitys sind für die Unterstützung von kollaborativen Forschungen bekannt und bieten ergänzend dazu Hinweise für umsetzbare Verhinderungsmethoden oder Bekämpfungsmöglichkeiten von Bedrohungen.

Warum ist Gentrifizierung schlecht? Erklärung


Gerade Menschen, die vom Land kommen, haben den Begriff „Gentrifizierung“ zwar schon hier und da mal gehört – allerdings oft ohne überhaupt zu wissen, was damit genau gemeint ist. Dafür wissen Stadtmenschen häufig nur zu gut, worum es sich dabei handelt. Gentrifizierung ist im Grunde genommen nichts anderes, als die umfangreiche Aufwertung eines Stadtteils (meist in Großstädten). Dabei werden in einem bestimmten Viertel unter anderem zahlreiche Wohnungen saniert, neue Wohnungen gebaut, und moderne Geschäfte eröffnet.

Den meisten Menschen mag ein derartiger Veränderungsprozess durchaus positiv erscheinen, allerdings sind mit Gentrifizierung bei weitem nicht nur positive Entwicklungen verbunden. So vorteilhaft die Aufwertung eines Stadtviertels auch erscheinen mag – sie bringt für viele Menschen meist auch erhebliche Nachteile mit sich. Welche Nachteile dies sind, sowie weitere Informationen zur Gentrifizierung lassen sich in diesem Artikel finden.

Der Ursprung von Gentrifizierung

Der Begriff „Gentrifizierung“ kommt ursprünglich aus den 60er Jahren. Beobachtet wurde damals dieses Phänomen in London von „Ruth Glass“ – einer Soziologin aus Großbritannien. Sie hatte festgestellt, dass im Londoner Viertel „Islington“ ein spürbarer Wandel unter der ansässigen Einwohnerschaft erkennbar wird. Immer mehr Menschen aus Bevölkerungsgruppen, die finanziell vergleichsweise stark aufgestellt sind, zogen in dieses Viertel. Dies führte wiederum dazu, dass die besserverdienenden neuen Anwohner die alteingesessenen Anwohner in Islington aus ihren Wohnungen verdrängten.

Die Soziologin vergleicht dieses Phänomen mit einer ähnlichen Verdrängung aus dem 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit verließen immer mehr Menschen des niederen Adels (englisch: „gentry“) die ländlichen Gegenden, um sich in der Stadt anzusiedeln. Dies führte dazu, dass die armen Menschen, die bereits zuvor in der Stadt lebten, immer mehr aus der Stadt vertrieben wurden. Dieser Vorgang wurde von Ruth Glass in Anlehnung an den englischen Begriff für den niederen Adel als „gentrification“ bezeichnet.

Von diesem Zeitpunkt an wird unter Gentrifizierung der strukturelle Wandel von innerstädtischen Vierteln beschrieben. Und dieser strukturelle Wandel geschieht einzig und allein aufgrund der Verdrängung ärmerer Menschen aus entsprechenden Vierteln. Die armen Leute wurden hauptsächlich deshalb verdrängt, weil sie sich durch die plötzliche Aufwertung ihrer Wohngegend das Leben dort nicht länger leisten konnten – besonders durch deutlich erhöhte Mietpreise.

Wie Gentrifizierung entsteht

Preiswerter Wohnraum für junge Leute

Die meisten Einwohner einer größeren Stadt wohnen zur Miete. Wenn nun also Eigentümer von Wohnungen oder Häuser ihren angebotenen Wohnraum nicht modernisieren oder sanieren möchten (oder können), führt dies häufig dazu, dass Mieter solch einen rückständigen Wohnraum verlassen, um in attraktivere Wohnungen zu ziehen. Diese Erscheinung wird von vielen alteingesessenen Anwohnern auch nicht unbedingt als negativ empfunden, da die Miete vergleichsweise gering bleibt, und die Umgebung durch ausbleibende Veränderungen schön vertraut bleibt. Doch früher oder später führt dieses Phänomen dazu, dass sich der Zustand der Gebäude im Viertel immer mehr verschlechtert. Das ist besonders häufig in Großstädten zu beobachten, deren Zentrum im Weltkrieg viel durch Zerstörungen gelitten hat. Derartige Gegenden sind vor allem für jüngere wohnungssuchende Menschen interessant, die finanziell noch nicht so gut aufgestellt sind.

Von Studenten werden Wohngemeinschaften gegründet, und von Künstlern werden Ateliers eingerichtet. Diese Neuankömmlinge werden von Forschern häufig als „Pioniere“ bezeichnet. Ein günstiger Wohnraum, der junge Menschen anlockt, ist damit die erste Stufe der Gentrifizierung.

Das Viertel wird als Wohnraum attraktiv

Das Engagement dieser Pioniere führt dazu, dass sich die allgemeine Wohnsituation in dem Viertel spürbar verbessert, sodass das Image des Viertels ebenso besser wird. Aus Läden, die zuvor noch leer standen, werden plötzlich Cafés, Kneipen und Clubs. Dies hat wiederum zur Folge, dass immer mehr Menschen in das Stadtviertel kommen – auch die, welche keine Freunde oder Verwandten der ansässigen kreativen Anwohner sind. Das öffentliche Bild des Stadtteils, welches zuvor noch meist als negativ wahrgenommen wurde, verbessert sich daher immer mehr.

Wohlhabende Menschen werden angelockt

Die nun herrschende Aufbruchstimmung im Viertel, sowie das verbesserte Image sorgen dafür, dass auch deutlich zahlungskräftigere Menschen von dem Stadtteil angezogen werden. Im Zuge der Gentrifizierung werden solche Menschen auch als „Gentrifier“ bezeichnet. Und je mehr dieser wohlhabenderen Leute in dieses Viertel ziehen, desto höher werden die Ansprüche, die an die Eigentümer und Investoren der Wohnhäuser gestellt werden. Dadurch kaufen Investoren dort immer mehr Wohngebäude, und beginnen mit aufwendigen Sanierungen. Und dadurch, dass die Wohnungen im Viertel immer mehr aufgewertet werden, werden auch immer mehr zahlungskräftige Interessenten angelockt.

Verdrängung durch hohe Mietpreise

Sobald diese ersten Schritte der Gentrifizierung eingetreten sind, ist sie oft nicht mehr aufzuhalten. Es wird immer mehr renoviert, saniert, und modernisiert. Immer mehr Menschen aus höheren gesellschaftlichen Schichten ziehen in das Viertel. Durch die umfangreiche Aufwertung ändert sich das Leben und Wohnen dort grundlegend. Dies hat jedoch auch ein verändertes Warenangebot zur Folge.

Durch die immer größere Kaufkraft der Bevölkerung etablieren sich auch immer mehr hochpreisige Läden und Restaurants in dem Gebiet. Nachdem sich die Gebäude und die Umgebung einem spürbaren Wandel unterzogen haben, findet ein ebenso deutlicher Wandel in der Bevölkerung statt. Zahlreiche alteingesessene Anwohner können sich sowohl ihre Miete, als auch das Leben im Viertel generell nicht länger leisten, sodass sie notwendigerweise aus dem Stadtteil wegziehen müssen. Das ehemals unterentwickelte Viertel wurde durch Gentrifizierung zu einer sehr angesagten Gegend, in der die Anwohner nun zum Großteil aus wohlhabenden Menschen bestehen.

Nachteile der Gentrifizierung

So vorteilhaft die Folgen der Gentrifizierung für viele Menschen auch sein mögen, gibt es im Zuge dieses Phänomens auch eine ganze Reihe von Verlierern. Allen voran natürlich die alteingesessene Bevölkerung des betroffenen Viertels, welche sich das Wohnen in ihrer Heimat nicht mehr leisten kann. Gentrifizierung findet daher in der Regel auf Kosten von einkommensschwachen Bevölkerungsschichten statt. Viele Betroffene müssen durch gestiegene Mietpreise ihr Zuhause verlassen und woanders hinziehen. Sie müssen ihre gewohnte und vertraute Umgebung hinter sich lassen. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass ein solcher Wandel in der Bevölkerung auch Konflikte nach sich zieht.

Häufig haben die Verlierer der Gentrifizierung schwer an den Folgen dieses Phänomens zu leiden. Nicht wenige Betroffene rutschen deshalb sogar in die Obdachlosigkeit ab. Gentrifizierung fördert daher sehr stark die soziale Ungleichheit, sodass viel Diversität (gerade in Ballungsgebieten) verloren geht. Darüber hinaus führt dieses Phänomen auch immer mehr dazu, dass es immer schwerer für den Staat wird, bezahlbaren Wohnraum zu bauen – gerade für die Verlierer der Gentrifizierung.

Was ist eine konstruktive / destruktive Diskussion? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Frage, was eine konstruktive und was eine destruktive Diskussion ist, lässt sich theoretisch sehr schnell beantworten. „Konstruktiv“ bedeutet so viel wie aufbauend oder fördernd und „destruktiv“ bedeutet genau das Gegenteil, zerstörend und zersetzend. Eine konstruktive Diskussion betont inhaltlich also ihre positiven Elemente, eine destruktive Diskussion hingegen überbetont die negativen.

Um diese Sachverhalte besser verstehen zu können, muss jedes einzelne Wort genau angeschaut werden: konstruktiv, destruktiv und Diskussion. Zunächst also geht es einmal darum herauszuarbeiten, was im Allgemeinen unter einer Diskussion zu verstehen ist.

Was ist eine Diskussion? Erklärung, Definition

Das Wort „Diskussion“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Untersuchung“ oder „Prüfung“. Das lateinische Wort lautet „discussio“, das Verb „discutere“. Etwas zu diskutieren, meint eigentlich, etwas besprechend zu untersuchen oder zu erörtern.

Eine Diskussion ist ein Dialog, ein Gespräch zwischen mindestens zwei Personen. Diese Diskutanten untersuchen ein Thema, zu dem sie sich zusammengefunden haben, indem sie darüber diskutieren. Oftmals erfolgt auf eine Rede hin eine Gegenrede. Jede Seite trägt in einer Diskussion ihre Argumente vor. Im Prinzip ist eine Diskussion eine Möglichkeit zum Austausch von Meinungen.

Wann es zu einer Diskussion kommen kann, hat unterschiedliche Gründe. Beispielsweise dann,

  • wenn es unterschiedliche Meinungen gibt
  • wenn Lösungen gesucht werden und dazu verschiedene Meinungen gehört werden sollen
  • wenn Entscheidungen getroffen werden müssen

In welcher Form Diskussionen stattfinden, ist verschieden und kommt auf den Rahmen an:

  • Verbal, bei persönlichen Angelegenheiten oder auch bei öffentlichen Diskussionsveranstaltungen, im privaten oder öffentlichen Raum. Im privaten Bereich ist eine mündlich geführte Diskussion üblich. So ist ein schneller Schlagabtausch möglich. Zwischen Rede und Gegenrede gibt es keine zeitlichen Lücken
  • Schriftlich, in Form von Kommentaren im Internet oder von Leserbriefen an eine Zeitung. Im privaten Bereich ist dies zwar möglich, aber eher unüblich. Die Schriftform verlangt häufig Zeit und Geduld. Im Internet kann ein schriftlicher Schlagabtausch allerdings überaus rasant erfolgen

Der Stil, wie eine Diskussion geführt wird, kann sehr unterschiedlich sein. Es kommt sehr auf das Verhältnis der Diskutanten untereinander an:

  • mit gegenseitigem Respekt
  • mit Toleranz andersgelagerter Argumente gegenüber
  • mit konstruktiven oder destruktiven Beiträgen

Der Zweck einer Diskussion

Eine Diskussion verfolgt normalerweise einen bestimmten Zweck. Beispielsweise geht es darum, jemand anderen von seiner eigenen Meinung zu überzeugen. Eine solche Diskussion kann schnell zu einem reinen Schlagabtausch werden, in dem es nicht mehr um die Sache geht, sondern darum, am Ende als „Sieger“ aus der Diskussion hervorzugehen. Oftmals entspricht in einem solchen Fall die Selbsteinschätzung nicht unbedingt der Fremdeinschätzung. Ein vermeintlicher Sieger verlässt häufig den Boden der Streitkultur. Ein solches Verhalten ist etwas, was von den übrigen Beteiligten häufig übelgenommen wird. Es ist besonders oft in der Politik bzw. bei politischen Debatten zu beobachten.

Der eigentliche Zweck einer Diskussion ist, einen Erkenntnisgewinn zu erzielen. Dies geschieht, indem jeder Diskutant seine Argumente unbehelligt vorbringen kann. Entweder erkennen die Beteiligten, dass die verschiedenen Argumente am Ende zur Lösung eines Problems beitragen oder sie erkennen, dass die verschiedenen Meinungen entweder zu einem Kompromiss führen oder in einem Dissens enden. Letztendlich wird jeder Beteiligte am Ende einer Diskussion um einiges klüger sein.

Kompromiss oder Dissens

Eine Diskussion, die in einem Kompromiss endet, ist das Ergebnis, wenn bei unterschiedlichen Ansichten auf ein Beharren auf die eigenen Argumente verzichtet und aufeinander zugegangen wird. Das kann sich so lange hinziehen, bis alle Diskutanten sich auf eine Linie geeinigt und eben einen Kompromiss erarbeitet haben.

Anders ist es, wenn eine Diskussion im Dissens endet. Die jeweils anderen Argumente werden bestenfalls respektiert, aber nicht akzeptiert. Es kommt zu echten Meinungsverschiedenheiten und zu keiner klaren Lösung. Dissens ist das Gegenteil von Konsens, bei dem es zu einer übereinstimmenden Meinung und einer von den Diskutanten akzeptierten Lösung kommt.

Wenn eine Diskussion im Dissens endet, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie überflüssig gewesen war. Zu erkennen, welche Meinungen und Argumente für oder gegen den Diskussionsgegenstand angeführt werden, trägt sehr zu einem Erkenntnisgewinn bei. Möglicherweise ergeben sich auf lange Sicht doch Lösungen, die kurzfristig nicht absehbar waren.

Konstruktivität und Destruktivität

Das Adjektiv „konstruktiv“ stammt vom lateinischen „construere“ ab und bedeutet so viel wie zusammenbauen, aufbauen oder auch in die Höhe bauen. Das Adjektiv „destruktiv“ ist das Gegenteil von „konstruktiv“. Auch „destruktiv“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet zerstören oder auch niederreißen.

Konstruktivität ist eine positive, aufbauende Geisteshaltung oder Handlungsweise. Destruktivität hingegen ist negativ, zerstörerisch und feindselig kritisierend. Während Konstruktivität immer nach einer Lösung sucht, trägt Destruktivität nichts zu einer solchen bei. Destruktivität beinhaltet keine Verbesserungsvorschläge und ist auch nicht daran interessiert, etwas Positives zu einer Sache beizutragen. Kritik dient lediglich der Vernichtung. Destruktivität ist reiner Selbstzweck.

Was ist eine konstruktive Diskussion?

Konstruktive Diskussionen verlaufen innerhalb bestimmter Regeln, die auf Fairness, Höflichkeit, Respekt und Toleranz basieren, einer so genannten Streitkultur. Auf dieser Grundlage finden konstruktive Diskussionen immer eine Lösung. Auf die eine oder andere Weise gelingt es den Diskutanten, aus dem Austausch unterschiedlicher Argumente etwas Positives zu ziehen:

  • Eine Lösung für ein konkretes Problem, beispielsweise eines technischen Fehlers, dessen Ursache unklar ist
  • Einen Kompromiss, weil eine einzige Lösung das Problem nicht ausreichend umfasst, beispielsweise bei einer ethischen Frage, für die es nicht nur eine Antwort geben kann
  • Einen Dissens, weil die Meinungen nicht zusammengehen, beispielsweise bei einem moralischen Problem, das aber aufgrund der konstruktiven Herangehensweise beim Diskutieren dennoch eingegrenzt werden kann
  • Eine konstruktive Diskussion ist für alle Beteiligten bereichernd. Das Diskutieren dient einem Zweck und ist letztendlich ergebnisorientiert

Was ist eine destruktive Diskussion?

Destruktive Diskussionen sind reiner Selbstzweck, denn sie dienen niemanden. Sie sind zerstörerisch und tragen nichts Positives zu einer Sache bei:

  • Es wird keine Lösung für ein Problem oder einen Fehler gesucht, sondern das Gegenteil ist der Fall: Das Problem oder der Fehler wird übertrieben ausgewalzt
  • Kompromisse sind nicht möglich, weil kein Interesse an einer Lösung besteht, schließlich geht es ums Kritisieren und nicht ums Verbessern
  • Eine destruktive Diskussion endet zwangsläufig in einem Dissens, ohne dass die Diskutanten daraus etwas Positives ziehen können. Denn einer destruktiven Argumentation geht es ums Vernichten. Erkenntnisse, die eventuell positiv verwertet werden können, sind unbeabsichtigte Zufallsprodukte und beziehen sich zumeist auf den Kritiker und nicht auf die Sache, um die es eigentlich geht

Tipps für eine gute und konstruktive Diskussion

Eine Diskussion ist dann konstruktiv, wenn sie neue Informationen, Perspektiven und Erkenntnisse liefert. Damit dies gut funktioniert, sollten verschiedene Punkte bei einer Diskussion beachtet werden:

  • Respekt vor dem Gegenüber: ausreden lassen
  • Sachliche Kritik: keine Polemik, keine Pauschalisierungen, keine Lügen
  • Fakten nennen: keine persönlichen Meinungen ohne Begründungen
  • Zuhören und nachfragen, falls es Unklarheiten gibt
  • Ruhig bleiben und bei Bedarf deeskalieren
  • Gemeinsame Standpunkte klären und konzentriert zum Kern der Diskussion vorstoßen
  • Perspektivwechsel: sich in das Gegenüber hineinversetzen

Wer diskutieren möchte, weil er sich dadurch etwas Positives verspricht, beispielsweise mehr Wissen oder die Lösung eines komplexen Problems, der wird von vornherein und völlig automatisch eine konstruktive Diskussion anstoßen. Destruktivität mit ihrer Negativität, Arroganz, Intoleranz, Lust auf Zerstörung und Vernichtung wäre komplett kontraproduktiv, würde nichts beitragen und im schlimmsten Fall sogar demoralisieren.

Kann man auch ohne Freunde glücklich sein / leben? Erklärung, Psychologie


In der Regel haben etwa zwei Drittel der Deutschen einen besten Freund oder eine beste Freundin. Dies entspricht 66 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung. Orte des Kennenlernens sind überwiegend der Arbeitsplatz, die Schule, die Ausbildung sowie in der Freizeit (Verein, Dorfjugend etc.). Die Zahlen besagen aber auch, dass jeder fünfte Deutsche somit keinen besten Freund oder beste Freundin hat. Die Frage ist nun, welche Gruppe glücklicher und zufriedener lebt oder ob aus diesem Zustand überhaupt keine Vor- oder Nachteile zu ziehen sind. Ist es eine reine Einstellungssache, die eigene Art zu überleben oder brauchen wir mindestens einen Menschen an unserer Seite, damit wir auf Dauer keine seelischen Schäden entwickeln?

Definition: Was sind „Freunde“?

Was ist ein Freund, eine Freundin eigentlich? Der Duden erklärt dieses Wort eher sachlich: „männliche Person, die einer anderen in Freundschaft verbunden ist, ihr nahesteht. Ein guter Freund von mir. – männliche Person, mit der eine Frau oder ein Mann befreundet ist {und mit der sie oder er zusammenlebt]. Sucht man nach Synonymen, so finden sich Wörter wie Kamerad, Vertrauter, Gefährte, Kumpan, Liebhaber oder Intimfreund. Daraus lässt sich grob gesagt ableiten, dass ein Freund jemand ist, der es gut mit einem meint. Den man in sein Leben lässt, ihm private Dinge anvertraut und gemeinsame Unternehmungen erleben. Freunde haben sich gern, sie vertrauen einander und verbringen gern die Zeit mit dem anderen.

Unterscheidung „Freund“

Nach der Definition stellt sich die Frage, wann wir einen Menschen beziehungsweise in welcher Situation wir ihn als Freund betiteln. Einige Menschen gehen sehr leichtfertig und locker damit um. Sie bezeichnen Bekanntschaften schnell als Freunde oder Follower in den sozialen Medien ebenfalls, ob die Person einem persönlich bekannt ist oder nicht macht keinen Unterschied. Wieder andere tun sich sehr schwer mit dem Titel Freund und brauchen viele Wochen, gar Monate, um jemandem zu vertrauen. Auch ist ein Freund, eine Freundin, nicht gleich ein Freund. Wir unterscheiden zwischen gutem Freund, sehr gutem Freund, bestem Freund und „er oder sie ist ein Freund von mir“.

Wert innerhalb einer Freundschaft

Viele Freundespaare setzen Maßstäbe, Prioritäten innerhalb einer Freundschaft – und die fallen sehr unterschiedlich aus. Die einen bevorzugen Freunde mit den gleichen politischen oder religiösen Einstellungen, andere mögen Menschen, die die gleichen Hobbys haben und wieder anderen ist es völlig egal, ob die Freunde einen ähnlichen Charakter, die gleichen Hobbys oder Einstellungen haben. Letztendlich ist es eine persönliche Einstellung und die Art, wie man lebt, die eine Freundschaft definiert.

Sind Freunde wichtig?

Kommen wir zur Kernfrage, ob wir Freunde brauchen, um ein erfülltes Leben haben zu können. Psychologen sind sich einig: Ja, jeder Mensch braucht mindestens einen Freund*in, um sich sicher und zufrieden fühlen zu können. Besonders in Krisenzeiten sind sie unerlässlich, sei es bei persönlichen oder gesellschaftlichen Krisen (Trennung, Verlust des Arbeitsplatzes oder einer weltweiten Pandemie). Sie geben uns Halt, verstehen uns, hören uns zu und können Ratschläge geben, uns trösten oder ablenken. Für viele Menschen, die beispielsweise keine Familie haben, werden Freunde zu einer wichtigen Ersatzfamilie. Sie fühlen sich wohl inmitten ihrer Freunde und sie alle wachsen innerhalb kurzer oder längerer Zeit fest zusammen. Dieses Gefühl vermittelt Sicherheit, das Gefühl nicht allein zu sein und dass es Menschen gibt, die uns verstehen und komplett hinter uns stehen.

Der „richtige“ Zeitpunkt für Freundschaften

Natürlich können wir in jeder Lebensphase Freundschaften schließen. Nicht nur im Kindergarten und der Schule, obwohl viele dieser früh geschlossenen Freundschaften oft bis ins hohe Alter halten und während der ganzen Zeit reifen. Wir kommen immer wieder in bestimmte Situationen, in denen wir Freundschaften schließen, ganz bewusst (ich suche eine Freundschaft durch ein Inserat) oder ungeplant (man begegnet sich beispielsweise im Supermarkt und freundet sich durch ein erstes Gespräch an). Ob auf der Arbeit, im Verein, durch andere Freunde und Bekannte oder gar im Altenheim, überall ist es uns möglich, Freundschaften zu schließen. Wobei Psychologen und Therapeuten sich einig sind: Im Lauf des Lebens wird es stetig schwieriger, einen guten Freund oder eine gute Freundin zu finden.

Gesteigerte Ansprüche

Zum einen liegt es daran, dass wir selbst andere Maßstäbe im Leben setzen. Das hängt unter anderem von unseren Erfahrungen mit anderen Menschen ab, was wir für Erwartungen an einen Freund, eine Freundin haben. Wir wissen, wie wir uns einen Freund, eine Freundin vorstellen, wie er oder sie nicht sein soll oder wie lange es dauert, bis wir Vertrauen fassen. Zum anderen werden im Alter die sozialen Kontakte immer weniger. Das bedeutet, dass wir selbst aktiv werden müssen, um Freunde zu finden. Im Alter fallen die Arbeitskollegen weg, möglicherweise können wir aus gesundheitlichen Gründen dem Vereinssport nicht mehr nachgehen oder aus finanziellen Gründen nicht mehr am kulturellen Leben teilnehmen (Kino- oder Theaterbesuche, Museumsbesuche etc.) Daher ist es wichtig, Kontakt zu Seniorengruppen aufzunehmen, eventuell Selbsthilfegruppen zu kontaktieren, sozialen Vereinen beizutreten oder auch Bekanntschaften innerhalb einer Kirchengemeinschaft zu suchen.

Freundschaft und Gesundheit

Sämtliche Experten versichern, dass Freundschaft die eigene Gesundheit verbessern können. Sie wirken sich in jeder Form positiv auf uns aus. Menschen, die mindestens einen guten Freund, eine gute Freundin haben, mit denen sie sich regelmäßig treffen, haben eine höhere Lebenserwartung als Menschen ohne feste Freundschaften. Tatsächlich war die Lebenserwartung gering niedriger, wenn jemand regelmäßig von nahen Verwandten oder dem Partner*in umgeben sind. Verantwortlich für den positiven Effekt auf unsere Gesundheit durch Freunde ist ein Hormon namens Oxytocin. Dieses bildet unser Körper, sobald wir in der Nähe eines guten Freundes sind, weil wir uns geborgen fühlen. In Situationen von Geborgenheit und Vertrautheit zwischen Freunden wird dieses Hormon verstärkt produziert. Die Folge: Angst, Anspannung, Nervosität und Stress reduzieren sich, wir entspannen uns und können vom Alltag oder den Sorgen loslassen. Zusätzlich hemmt Oxytocin das Hormon Cortisol, das Stress und Anspannungen hervorruft. So bleiben wir die ganze Zeit, die wir mit guten Freunden verbringen, kontrolliert entspannt und fühlen uns wohl.

Diese positiven Nebeneffekte freuen unseren Körper, da wir so die Möglichkeit haben, dauerhaft den Stresspegel zu reduzieren. Das wiederum senkt das Risiko, an Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken.

Freunde sind wichtig für die „Reife“

Wer Freundschaften pflegt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass sie genau wie Beziehungen zu einem festen Partner gepflegt werden müssen. Dies gilt ganz besonders für langjährige Freundschaften, die öfter im Laufe eines Lebens verschiedenen Herausforderungen unterstellt sind. So zum Beispiel kann es berufsbedingt oder aus familiären Gründen einen oder mehrere Umzüge geben, einen Jobwechsel oder weniger Zeit, weil einer von beiden eine Familie gründet. Wenn man seinen besten Freund oder die beste Freundin länger nicht sehen kann, ist es sehr wichtig, dennoch in Kontakt zu bleiben.

Die richtige Pflege

Psychologen und Therapeuten raten Freunden für eine lange, vertrauensvolle und innige Freundschaft, dass sie sich mindestens drei Stunden in der Woche für den oder die andere Zeit nehmen sollten. Das muss nicht unbedingt ein persönliches Treffen sein. Sollte es an Zeit mangeln, helfen auch zwei, bis drei Telefonate in der Woche und einmal ein Treffen von mindestens einer halben Stunde, in der man sich nur auf die Freundschaft konzentriert. Wenn mehr Zeit zur Verfügung steht, dann können die drei Stunden auf einen Tag oder zwei Tage verteilt werden. So zum Beispiel kann man einem Abend gemeinsam essen oder ins Kino gehen. Am besten sind Erinnerungen, die beiden Parteien positiv im Gedächtnis bleiben. Das sind unter anderem lange Spaziergänge, Ausflüge oder Wochenendtrips. Ein Kaffeekränzchen mitten in der Woche schafft natürlich auch gute Laune und vermittelt ein Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Fazit: Kann man auch ohne Freunde glücklich sein / leben?

Natürlich gibt es Menschen, die ohne Freunde leben, einige davon bewusst. Die Gründe sind unterschiedlich. Einige haben durch viele Arbeit keine Zeit für Freunde, andere möchten sich hundertprozent ihrer Familie widmen und wieder andere sind zu schüchtern, um andere Menschen kennenzulernen. Fakt ist jedoch, dass Menschen, die Freundschaften pflegen, über ihre Probleme reden können, ihre Sorgen und Freude teilen können und wissen, dass sie nicht alleine sind. Der positive Einfluss von Freundschaften auf Leib und Seele sollte Ansporn sein, sich zumindest einen guten Freund, eine gute Freundin zu suchen. Denn gemeinsam macht alles mehr Spaß.

Was ist Baby Led Weaning? Bedeutung, Definition, Erklärung


Baby Led Weaning ist eine neuartige Bezeichnung aus der englischen Sprache und bezieht sich auf die Entwöhnung eines Babys von der Muttermilch. Es ist somit auch die Übergangsphase zur Beikost. Allerdings ist so noch nicht alles abschließend definiert.

Was ist Baby Led Weaning? Bedeutung, Definition, Erklärung

Autoritäre Erziehungsstile setzten früher auch bei der Ernährung auf sehr wenig Toleranz. Zunächst sollte ohne Widerrede das gegessen werden, was auf den Tisch kommt. Dies schien aus damaliger Sicht vollkommen plausibel. Rückblickend muss man jedoch leider sagen, dass eben genau dies vollkommen kontraproduktiv war.

Kinder wurden dabei schwerer an die ganz normale Kost gewöhnt und aßen zudem bevorzugt Brei. Ein guter Brei war das absolute Mittel der Wahl. Ganz gleich, ob herzhafter Brei oder ein süßer Grießbrei. Mit diesem Nahrungsmittel schien man immer richtigzuliegen.

Die Bedürfnisse von Babys und Kleinkindern werden stets berücksichtigt

Früher wurde nicht nur einseitig auf eine Breikost gesetzt, sondern auch die Menge des Essens willkürlich festgelegt. Alles auf dem Teller musste aufgegessen werden. Dies schloss auch Essen ein, welches vom Baby oder Kleinkind nicht geschätzt wurde. In einigen Fällen wurde Essen sogar zwangsweise verabreicht, um eine ausreichende Nahrungszufuhr mit den als geeignet geltenden Lebensmitteln zu sichern.

Baby Led Weaning geht hier vollkommen anders vor und setzt somit natürlich auch vollständig andere Akzente, die für kleine Kinder in jedem Fall wesentlich angenehmer und verträglicher sind. Eltern weichen hier ganz bewusst von der allgemein gültigen Empfehlung zu einer von Brei dominierten Beikost ab. Das einzige Motto lautet hier: Beikost nach Bedarf. Es soll demnach keine strengen Essenspläne geben, die Kinder zu einer bestimmten Anzahl von Mahlzeiten oder bestimmten Speisen zwingt. Viel mehr dürfen sich Kinder hier selbst ausprobieren.

Methode Baby Led Weaning: Viel Geduld wird gebraucht

Eltern, die von der Methode Baby Led Weaning überzeugt sind und diese ausprobieren möchten, sollten in jedem Fall geduldig sein und ihrem Kind gegenüber auch tolerant sein. Die perfekte Ernährung stellt sich hier nicht einfach von heute auf Morgen ein. Es benötigt teils unzähliger Tests bis man die richtige Balance gefunden hat.

Auf den ersten Blick scheint es sich bei der Methode Baby Led Weaning um ein sehr dezentes und langsames Vorgehen zu handeln. Ganz so ist es letztlich jedoch dann doch nicht. Viel mehr geht es hierbei darum, eine wichtige Phase in der Ernährung eines kleinen Kindes zu überspringen. Hierbei geht es im besonderen Maße um die Phase der Breikost. Brei soll hier entweder gar nicht, oder wenn überhaupt nur in sehr geringen Mengen verabreicht werden.

Es darf auch knackiges Gemüse sein

Kommen die ersten Zähne, sind Kleinkinder auch in der Lage feste Nahrungsmittel mit den Zähnen zu zerkleinern. Dieser Aspekt soll im Rahmen von Baby Led Weaning ebenfalls besondere Berücksichtigung finden.

Die Zahngesundheit kann somit ebenfalls gefördert werden. Vor allem werden die kleinen Kinder jedoch schneller an eine normale Kost gewöhnt, die auch im späteren Erwachsenenalter von besonderer Relevanz ist.

Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil

Baby Led Weaning ist allerdings auch nicht darauf ausgelegt einfach nur irgendetwas an kleine Kinder zu verfüttern. Viel mehr sollen gesunde Dinge auf den Tisch kommen.

In diesem Zusammenhang sind frisches Obst und Gemüse sehr wichtig. So können Kinder lernen sich an einen bestimmten Geschmack zu gewöhnen und greifen dann später in der Tendenz auch weniger häufig zur Schokolade oder zu einem Burger.

Absprachen mit der Kita treffen

Das Prinzip Baby Led Weaning ist in Kindergärten und Kinderkrippen ein weniger häufig angewendetes Modell.und wurde daher in der Vergangenheit selten erprobt. Brei ist vor allem für die besonders kleinen Kinder hier immer wieder das Mittel der Wahl.

Möchte man, dass seine Kinder nicht an dieser Kost beteiligt werden, sollte man dies unbedingt mit der zuständigen Kita besprechen. Andernfalls kann es sonst zu einem unnötigen Ärger kommen.

Baby Led Weaning könnte ein echter Trend mit sehr viel Potenzial sein

Bisher ist Baby Led Weaning vor allem in Deutschland eher ein Randphänomen. Allerdings handeln viele Eltern bereits nach einem vergleichbaren Muster, ohne jedoch davon zu wissen. Zudem muss auch berücksichtigt werden, dass der Begriff noch nicht im ausreichenden Maße etabliert ist. Dies könnte sich in Zukunft jedoch ändern.

Baby Led Weaning lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise realisieren. Hierbei können konventionelle, ebenso jedoch auch Produkte aus dem Bereich Bio zur Anwendung kommen. Auch vegane und vegetarische Ernährungsweisen können erprobt werden. Jede Methode hat dabei ihre Berechtigung. Interessant kann es außerdem sein, unterschiedliche Ernährungsweisen miteinander zu kombinieren.

Was ist Pinkwashing? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Pinkwashing wird in Bezug auf Unternehmen verwendet. Es geht beim Pinkwashing darum, dass sich eine Firma öffentlich als Unterstützer der LGBTIQ-Bewegung zu erkennen gibt. Unternehmen bieten diese Unterstützung jedoch in aller Regel nicht, weil sie die LGBTIQ-Bewegung tatsächlich als wirklich unterstützenswert einschätzen. Vielmehr folgen sie damit einem Trend, der zum Ziel hat eben diese Firma als moralisch gut erscheinen zu lassen.

Woraus entwickelte sich Pinkwashing?

Ein ähnliches Phänomen wie Pinkwashing ist Greenwashing, bei dem sich große Konzerne für Umweltfreundlichkeit stark machen. Dies tun sie ebenfalls deshalb, weil dies in der heutigen Zeit zum guten Ton gehört, und weniger aus tatsächlicher Überzeugung. Pinkwashing ist ein Ausdruck, der kritisch verwendet wird. Da die betreffenden Konzerne die Solidarisierung mit der LGBTIQ Community nicht richtig ernst nehmen, wird diese vordergründige Unterstützung, besonders in Kreisen der LGBTIQ-Bewegung selbst, auch nicht anerkannt.

Woher kommt der Begriff Pinkwashing?

Die Begriffe Pinkwashing und Greenwashing haben den gleichen Ursprung. Diese jeweiligen Wortneuschöpfungen gehen auf das englische Wort whitewashing zurück, das ins Deutsche übersetzt Schönfärberei heißt.

Daran kann Pinkwashing erkannt werden

Pinkwashing ist relativ einfach daran zu erkennen, dass Firmen, die es betreiben, oftmals nur zu bestimmten Gelegenheiten als besonders LGBTIQ-freundlich wirken. So führen diese Unternehmen zum Beispiel gerne Werbekampagnen zur Zeit des Christopher Street Days durch. Der Christopher Street Day ist eine in vielen Städten, rund um den ganzen Erdball, jährlich stattfindende Straßenparade. Hier treffen sich Mitglieder der LGBTIQ Community um auf sich und ihre Anliegen aufmerksam zu machen. In den letzten Jahren ist es für ortsansässige Unternehmen, oder auch für global agierende Konzerne, immer beliebter geworden den Christopher Street Day in irgendeiner Form zu vermarkten.

Wie läuft die Vermarktung ab?

Viele Firmen vermarkten den Christopher Street Day indem sie auf der Firmen-Website darüber zu informieren und dazu einzuladen. Häufig nehmen sie auch mit ihren Angestellten, egal ob diese selbst der LGBTIQ Community angehören oder nicht, an der Parade teil, schmücken sich mit Symbolen der LGBTIQ Community und möchten so Solidarität demonstrieren. Ist dieses Engagement jedoch nur auf dieses eine Ereignis im Jahresablauf beschränkt liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei der LGBTIQ-Unterstützung der Firma nicht um ein wahres Anliegen aus Überzeugung, sondern um werbewirksames Pinkwashing handelt. Somit sind die Belange von Homo-, Bi- und Trans-Menschen nur für die Aufwertung des eigenen Rufes relevant.

Wie können global agierende Konzerne zu Pinkwashern werden?

Pinkwashing funktioniert für global agierende Konzerne deshalb sehr gut, weil die einzelnen Paraden zum Christopher Street Day in sehr vielen Städten in einem gewissen Zeitraum stattfinden, und zwar auf der ganzen Welt. Dieser Zeitraum ist der sogenannte Pride Month. Globale Unternehmen müssen ihre Werbestrategien zeitlich also nicht einzeln den lokalen Gegebenheiten anpassen, sondern nutzen dafür einfach den Pride Month. Dies ist für sie praktisch, da die Treffermenge immens hoch ist. Eine übliche Praxis der Unternehmen ist es während des Pride Months die Regenbogenfahne vor allen Niederlassungen zu hissen. Außerdem prangt die Regenbogenfahne währenddessen oft auf allen veröffentlichten Werbemitteln. Die Regenbogenfahne ist das Symbol, das die LGBTIQ Community für sich selbst verwendet.

Warum ist Pinkwashing ein Problem?

Was eigentlich positiv für die LGBTIQ Community sein könnte, bekommt durch den häufig nicht allzu ernst gemeinten Hintergrund eine unangenehme Note. Mitglieder der LGBTIQ Community fühlen sich durch Pinkwashing nicht selten noch ausgegrenzter, als sie es oftmals ohnehin schon tun. Denn auch im 21. Jahrhundert sind Schwule, Lesben, Bi- oder Trans-Menschen immer noch nicht in allen Ländern und allen Bevölkerungskreisen anerkannt. Werden die Mitglieder der Community nun auch noch dazu missbraucht, dass sich Konzerne auf ihre Kosten als mitfühlend, weltoffen und tolerant darstellen, ohne eine wirklich Form der Unterstützung anzubieten, wirkt das verletzend. Wichtiger wäre es für die LGBTIQ Community wenn Konzerne ihnen wirklich den Rücken stärken würden indem sie zum Beispiel deutlich machen, dass alle Menschen, egal welcher geschlechtlicher Orientierung sie angehören, gleichwertig sind. Dies hätte, gerade bei global operierenden Unternehmen Symbolcharakter und könnte einen Wandel in der Gesellschaft wirklich anschieben.

So lassen sich Pinkwashing und echte Unterstützung der LGBTIQ Community voneinander trennen

Allerdings muss beim Thema Pinkwashing genau hingesehen werden. Schließlich gibt es auch Unternehmen, die ihre Unterstützung für die LGBTIQ Community nicht nur punktuell sondern dauerhaft setzen und wirklich etwas Positives damit bewirken möchten. Am ehesten lässt sich der Unterschied erkennen, wenn man nach tatsächlichen Aktionen der Unternehmen sucht. Eine wichtige Frage ist dabei immer wie besagte Unternehmen in ihren eigenen Kreisen mit Angehörigen der LGBTIQ Community umgehen.

Ist es etwa ein Tabu sich in der Firma als gleichgeschlechtlich zu outen? Oder ist es völlig normal zur Firmenfeier seinen gleichgeschlechtlichen Partner mitzubringen? Und wie geht das Unternehmen damit um, wenn zum Beispiel trans oder gleichgeschlechtlichen Mitarbeiter von anderen Mitarbeitern oder Vorgesetzten diskriminiert werden? Geht die Geschäftsleitung dann aktiv gegen diese Diskriminierung vor? Und, was noch wichtiger ist: Kommuniziert sie dies auch intern sowie extern, damit sich alle anderen Mitarbeiter, die der LGBTIQ Community angehören gesehen und unterstützt fühlen? Ein weiterer Indikator für echtes Engagement ist der genau hinzusehen, was mit Einnahmen von Unternehmen geschieht, die mit LGBTIQ Werbekampagnen Profite erwirtschaften. Echtes Interesse die Sache zu unterstützen kann dadurch demonstriert werden, dass derartige Profite für LGBTIQ-Projekte gespendet werden, statt sie im Unternehmen zu belassen.

Was ist die „Great Resignation“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als Great Resignation oder Big Quit wird der bis zum Herbst 2021 anhaltende Trend bezeichnet, dass Arbeitnehmer*innen infolge der COVID-19-Pandemie ihren Arbeitsplatz kündigen. Dieser Trend begann im Frühjahr 2021 in den USA und hat inzwischen auch Europa erreicht. Den Begriff „Great Resignation“ prägte vermutlich Prof. Anthony Klotz, der an der Texas A&M University Management unterrichtet.

Hintergrund der Great Resignation

Zwischen Dezember 2000 und März 2020 kündigten in den USA nie mehr als 2,4 % der Beschäftigten freiwillig ihren Arbeitsplatz. Diese Quote stieg ab dem Frühjahr auf knapp 3,0 %, was für die USA außergewöhnlich hoch ist. In Europa lagen die Zahlen teilweise – so in Deutschland – sogar doppelt so hoch. Dieser Trend ist insofern ungewöhnlich, als dass hohe Kündigungsquoten normalerweise nur in Zeiten eines starken wirtschaftlichen Aufschwungs beobachtet werden, wenn die Arbeitnehmer*innen darauf vertrauen können, in einem anderen Unternehmen einen höher bezahlten Job zu bekommen. Das funktioniert nur, wenn die Wirtschaft sehr stabil läuft und die Beschäftigungsquote an sich sehr hoch ist, was aber ab dem Frühjahr 2020 nicht der Fall war.

Corona schickte die Weltwirtschaft zunächst in eine Rezession, es stieg punktuell auch leicht die Arbeitslosigkeit. In solchen Zeiten nehmen die Kündigungsquoten vonseiten der Beschäftigten normalerweise ab, gleichzeitig sinken die Einstellungsquoten. Hierfür gibt es Belege: Während der Zeit der Großen Rezession ab den 1930er-Jahren sank die Kündigungsrate der Beschäftigten in den USA von vormals 2,0 % auf 1,3 %. Gleichzeitig sank die Einstellungsrate von 3,7 % auf 2,8 %. Da die COVID-19-Pandemie eine kleine Rezession auslöste, folgten die Quoten zunächst diesem Muster. Im März 2020 entließen die US-Unternehmen 13 Millionen Arbeitnehmer*innen, im April 2020 waren es 9,3 Millionen, was Kündigungsquoten vonseiten der Unternehmen von 8,6 % bzw. 7,2 % entsprach. Die Kündigungsquote vonseiten der Arbeitnehmer*innen hingegen fiel mit 1,6 % auf ein Siebenjahrestief.

Die Kündigungen von beiden Seiten (Unternehmen und Arbeitnehmer*innen) betrafen größtenteils Frauen im Dienstleistungsbereich und in der Kinderbetreuung, wo aufgrund der Pandemie nicht mehr wie gewohnt gearbeitet werden konnte. Mit dem Fortschreiten der Pandemie jedoch gaben vermehrt Arbeiternehmer*innen aller möglichen Branchen ohne ersichtlichen wirtschaftlichen Grund ihre Jobs auf, was einerseits einen höheren Arbeitskräftemangel und andererseits eine steigende Arbeitslosigkeit verursachte.

Siehe: Was ist Antiwork?

Great Resignation: Welche Ursachen werden vermutet?

Vermutlich führte die COVID-19-Pandemie bei Berufstätigen zum Überdenken ihrer Karriereziele und Arbeitsbedingungen. Die Arbeitsumstände änderten sich. So stellten Beschäftigte im Homeoffice fest, dass die übliche Bindung an den Kolleg*innenkreis im Büro nicht unbedingt den Mehrwert schafft, der vormals als so wichtig gegolten hatte.

Im Gegenteil: Homeoffice bedeutet auch mehr Freiheit und Flexibilität, was die Beschäftigten dazu motivierte, nach Jobs mit permanenten Homeoffice-Angeboten Ausschau zu halten. Eine Studie in den USA vom August 2021 legt jedenfalls diesen Schluss nahe. Jüngere Arbeitnehmer*innen erhoffen sich davon eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Dies ist aber nur ein Motiv, das lediglich Beschäftigte in Büros betrifft. Die stärkste Kündigungswelle hatten allerdings Hotels und Restaurants zu verkraften.

Hier vermutet man, dass die Hilfszahlungen der US-Regierung für Arbeitnehmer*innen, die nicht mehr beschäftigt werden konnten, diese dazu motivierten, mit der finanziellen Absicherung im Rücken nach besser bezahlten Jobs Ausschau zu halten, weil diese Branchen traditionell relativ schlecht zahlen. Die US-Regierung reduzierte allmählich diese Hilfszahlungen wieder. Dennoch entstanden nicht in nennenswertem Umfang in anderen Branchen neue Arbeitsplätze. Die meisten Kündigungen gingen von den Generationen Y und Z aus (Millenials und Post-Millenials, also sehr junge Arbeitnehmer*innen). Diese sind häufig in schlecht bezahlten Dienstleistungsjobs beschäftigt. Mehr als 50 % der Generation Z wollen demnach in den USA im laufenden Jahr 2021 einen neuen Job suchen.

Great Resignation in Zahlen

  • Im April 2021 kündigten 4,0 Millionen Arbeitnehmer*innen in den USA ihren Jobs.
  • Im Juni 2021 waren es 3,9 Millionen US-Beschäftigte.
  • Die meisten Kündigungen gibt es im Süden der USA mit einer Quote von 2,9 %, im mittleren Westen sind es 2,8 %, im Westen 2,6 % und im Nordosten 2,0 %.
  • Der Microsoft Work-Trend-Index 2021 geht von über 40 % der weltweiten Arbeitnehmerschaft aus, die noch im Jahr 2021 ihren Job kündigen wollen.
  • Eine Umfrage von PricewaterhouseCoopers von Anfang August 2021 ermittelte sogar bei 65 % aller Arbeitnehmer*innen eine Kündigungsabsicht im laufenden Jahr.
  • 88 % der Führungskräfte großer Unternehmen meldeten in ihrer Firma eine überdurchschnittlich hohe Fluktuation der Belegschaft.
  • Im Oktober 2021 meldete das US-Bureau of Labor Statistics eine Kündigungsquote von Arbeitnehmer*innen in der Gastronomie von 6,8 %.
  • In Deutschland liegt die Kündigungsquote vonseiten der Arbeitnehmer*innen mit 6,0 % auf einem europäischen und vermutlich weltweiten Höchststand.
  • Die Quoten in anderen europäischen Ländern liegen ebenfalls teilweise über denen in den USA: Großbritannien 4,7 %, Niederlande 2,9 %, Frankreich 2,3 %, Belgien 1,9 %.

Wie können die Unternehmen gegensteuern?

Die Unternehmen werden gezwungen sein, die Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten deutlich zu überdenken. Dies betrifft die Bezahlung und die Arbeitskultur gleichermaßen. Weite Bereiche des Arbeitslebens sind durch Leistungsdruck, überflüssige Meetings, schikanöse Anweisungen und Ineffizienz gekennzeichnet. Eine höhere Bezahlung kann die Unzufriedenheit mit solchen Umständen nur teilweise ausgleichen. Wenn jedoch auch noch schlecht bezahlt wird, denken die Arbeitnehmer*innen an Flucht, sobald sie die Gelegenheit dazu haben. Diese bot sich, als die Regierungen der westlichen Staaten ihrer Wirtschaft finanziell unter die Arme griff, weil diese pandemiebedingt ihre Arbeitskräfte freistellen oder ins Homeoffice schicken musste. Dies sollte den verantwortlichen Unternehmenslenkern zu denken geben.

Was ist „woke Capitalism“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Woke Capitalism, also der aufgeweckte oder aufgeklärte Kapitalismus, ist eine Bewegung, die zwischen wirklicher Progression und „Pinkwashing“, wie ein Vorwurf der LGBTQ Bewegung lautet, anzusiedeln ist.

Was ist „woke Capitalism“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Welt, in der wir leben, unterliegt einem drastischen Wandel in allen gesellschaftlichen Bereichen. Diese Veränderungen werden zusätzlich angeheizt durch die Windeseile, mit der sich Nachrichten in den sozialen Medien verbreiten. Unternehmen müssen auf den gesellschaftlichen Wandel reagieren, wenn sie auch weiterhin Umsätze machen wollen.

Unternehmen müssen mit der Zeit gehen und auf Trends reagieren. Das ist ein bestimmendes Merkmal für den Erfolg. Wer das nicht schafft, wird von anderen Anbietern überholt. Die politischen und sozialen Themen der Zeit lauten:

  • Klimawandel
  • Gendergerechtigkeit
  • Anti Bias/Diskriminierung
  • Diversität
  • Inklusion

Unternehmen, die den woke capitalism leben und umsetzen, geben sich zeitgemäß und progressiv und wollen die Maßstäbe der Zeit in ihrem Unternehmen umsetzen.

Beispiele für Woke Capitalism

Die Beispiele für die Umsetzung der Ideen sind überall zu finden. Auf Netflix wird die Serie „Bridgerton“ gehyped, eine Pseudo-Historien-Serie, die einen farbigen Duke als Hauptfigur in einem an das viktorianische England erinnernden Setting eingesetzt hat. Neben dem Duke gibt es etliche farbige Schauspieler*innen in der Serie, die in historischen Kostümen ein ganz neues Bild darstellen. Anderes Beispiel: In einer modernen Märchenadaption in der Serie „Once“ werden zwischen den Märchenfiguren gleichgeschlechtliche Liebesgeschichten angesiedelt. Der Hintergrund? Das Unternehmen Netflix setzt Diversität in Szene und stellt sich damit sehr zeitgemäß auf. Andere Anbieter ziehen nach.

Der woke capitalism ist nahezu in jeder Branche festzustellen, von angesagten Online Modehändlern, die zunehmend molligere Models einsetzen bis hin zur Fußball-Europameisterschaf, bei der die Sponsoren, die Werbebanden in Regenbogenfarben einfärben ließen und genau dies eine mittlere politische Krise zwischen Staaten auslöste, denn die UEFA in Russland und Aserbaidschan ließ die Regenbogenfahnen verbieten, da Homosexuelle in diesen Ländern stark diskriminiert werden. Beim woke capitalism geht es also vordergründig nicht mehr nur darum, Profit zu erzielen, sondern zunehmend den Eindruck zu erwecken, auf der politisch korrekten Seite zu stehen.

Die Wichtigkeit der Zielgruppe des woke capitalism

Im Fokus des Interesses steht die Zielgruppe, die jung, aufgeklärt, anspruchsvoll, werteorientiert und sozial engagiert ist. Menschen wie Greta Thunberg, die fast noch im Kindesalter, eine weltweite Bewegung unter Jugendlichen zum Thema Klimaschutz initiiert, zeigen, dass gerade junge Menschen gehört und wahrgenommen werden wollen. Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd brachte die Bewegung „Black Lives Matter“ weltweit in das Bewusstsein, in fast jedem westlichen Land gab es unmittelbar danach Proteste und Demonstrationen gegen Rassismus. Die „schwarze Community“ kam weltweit in das Bewusstsein.

Wenn es ein Unternehmen schafft, glaubwürdig den Zeitgeist zu repräsentieren, dann fühlt sich vor allem die Zielgruppe, die junge Generation auch von den Produkten angesprochen. Untersuchungen haben ergeben, dass junge Käufer*innen bereit sind wesentlich mehr zu zahlen für ein Produkt, wenn sie Vertrauen in das Wertesystem des Unternehmens haben. In den USA wurde zum Beispiel genau beobachtet, wie sich die einzelnen Unternehmen zu der Black Lives Matter Bewegung positioniert haben – die Kaufentscheidungen wurden dementsprechend beeinflusst. Junge Käufer*innen haben so das Gefühl, mit ihrer Kaufentscheidung ganz aktiv etwas gegen die Missstände der Gegenwart tun zu können und selber globale Probleme positiv beeinflussen zu können.

Neben dem Einfluss der Konsument*innen spielt die Haltung einer neu herangewachsenen Generation von Mitarbeiter*innen, die sich gesellschaftlich positionieren wollen, eine große Rolle bei den Themen rund um den woke capitalism. Ob es nun die Bestrebungen zur Nachhaltigkeit, einem ganz zentralen Thema unserer Zeit oder um den Umwelt- und Klimaschutz geht, oder um die schon erwähnten Diversity Themen, überall herrscht der Konsens, dass ein „Weiter so“ als nicht mehr zielführend angesehen wird. Das Gegenstück zu der Woke-Bewegung ist der sogenannte „alte weiße Mann“, ein Sinnbild für reaktionär und ultrakonservativ eingestellte, hauptsächlich weiße Menschen, die Angst vor einer jeglichen gesellschaftlichen Veränderung haben, und die Angst um ihren Status haben. Politisch mag diese Gruppe von Menschen einen gewissen Einfluss haben, aus der Zielgruppe der Unternehmen fallen sie in der Regel aber heraus. Um die Glaubwürdigkeit der Unternehmen zu unterstreichen, reichen allerdings Lippenbekenntnisse alleine nicht aus. Die Unternehmen müssen zeigen können, wie sie ihre Ziele zu Nachhaltigkeit und Diversität konkret umsetzen. Die Faustregel lautet: „Tue Gutes und rede darüber“.

ies beugt vor allem der Erklärungsnot vor, wenn Unternehmen dabei entlarvt werden, dass ihr Engagement vor allem in einer guten Marketingstrategie sichtbar wird, jedoch nicht in dem viel wichtigeren konsequenten Umsetzen der Ziele.

Maßnahmen zur Umsetzung der Woke-Ziele in Unternehmen

Der Übergang von einem Profitorientierten zu einem Woke-Unternehmen muss natürlich gestaltet werden. So werden die Mitarbeitenden in spezielle Anti-Bias, Anti-Diskriminierungstrainings und in Kommunikationstrainings geschickt, die die genderneutrale Sprache vermitteln. Das Ziel ist es, ein wesentlich breiteres Bewusstsein für die Themen der Zeit zu erreichen und zwar bei jedem einzelnen. Somit haben sich auch die Fortbildungen in den Firmen gewandelt. Wo früher im Fokus des Interesses stand, dass man nicht verklagt werden kann, weil man sich politisch inkorrekt ausdrückte, steht heute das Ziel, dass die Themen nicht nur in den Köpfen ankommen, sondern auch gelebt und bewusst umgesetzt werden. Die Fortbildungen werden von eigens ausgebildeten Unternehmens-Coaches und Beratern angeboten, die sich den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Diversity“ verschrieben haben. Interessant ist es in diesem Zusammenhang, dass sich eine ganz neue Beratungsindustrie basierend auf diesem Bedarf gegründet hat, die daran arbeitet, das Bewusstsein in den Unternehmen positiv zu verändern und Empathie für Gruppen zu entwickeln, die weniger privilegiert sind.

Die Umsetzung der Ziele des Woke-Capitalism ruft nicht nur Begeisterung hervor und hat weitreichende politische Konsequenzen. Konservative Unternehmen und Menschen fühlen sich von der politischen Agenda unter Druck gesetzt und wollen nichts verändern. So wundert es nicht, dass unter der Präsidentschaft von Donald Trump per Erlass Diversity Trainings für Beschäftigte des Bundes gestoppt wurden. Die Begründung war einfach: Steuergelder sollten hierfür nicht mehr verschwendet werden. Und unter Joe Biden wurde genau dieser Erlass wieder aufgehoben und die Trainings können wieder stattfinden. Dies zeigt, dass Unternehmen es nicht leicht haben, ihr Maß an „Wokeness“ zu definieren und umzusetzen, denn die Initiativen haben oft auch politische Konsequenzen und sind dann weit mehr als lediglich trendige Marketing-Massnahmen. Aber eben nicht nur – es gibt auch Unternehmen, die ihre Wokeness sichtbar mit dem Wunsch nach Profit verbinden, wobei dies schnell von Aktivist*innen durchschaut wird.

Darf man vor der Polizei wegrennen? Folgen, Strafe, Erklärung


Das Weglaufen vor der Polizei ist nicht strafbewehrt. Es ist zwar nicht ausdrücklich erlaubt, womit es sich etwa von der Flucht von Kriegsgefangenen unterscheidet, welche nach der Haager Landkriegsordnung ausdrücklich erlaubt ist und daher von der gegnerischen Partei auch nach ihrem Scheitern nicht bestraft werden darf. Doch eine Strafe für die bloße Flucht vor der Polizei sieht die deutsche Rechtsprechung nicht vor.

Sobald es aber zum Widerstand gegen Polizei- oder Vollstreckungsbeamte kommt, greift der § 113 StGB (Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte), der unter Umständen empfindliche Strafen vorsieht. Die Grenze zwischen Flucht und Widerstand kann fließend sein.

§ 113 StGB: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte

Der § 113 StGB betrachtet als Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte die Gewaltanwendung oder die Drohung mit einer Gewaltanwendung gegen Vollstreckungsbeamte und Soldaten der Bundeswehr, die ihre Pflicht erfüllen wollen. Zu dieser Pflicht gehört demnach die Vollstreckung von

  • Rechtsverordnungen und Gesetzen,
  • Urteilen,
  • Verfügungen und
  • Gerichtsbeschlüssen.

Wer demnach Widerstand gegen eine Ausweiskontrolle durch einen Polizeibeamten leistet, die nach Recht und Gesetz erlaubt ist, macht sich strafbar nach § 113 StGB. Es genügt, den Zugriff des Polizeibeamten nach einer Tasche, in welcher dieser den Ausweis vermutet, abzuwehren. Das Strafmaß nach § 113 StGB reicht von einer Geldstrafe bis zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe, wobei die Schwere des Falles entscheidend ist. Besonders schwere Fälle sind der Widerstand mit gleichzeitigem Waffenbesitz (auch ohne Einsatz der Waffe), der gemeinschaftliche Widerstand und der Widerstand unter erheblicher Gewaltanwendung mit gesundheitlichen oder gar lebensgefährlichen Folgen für den Beamten. Für die Anwendung des § 113 StGB muss die Diensthandlung des Beamten rechtmäßig gewesen sein.

Vor Polizei wegrennen erlaubt? Schmaler Grat zwischen Flucht und Widerstand

Die Grenze zwischen einer nicht strafbewehrten Flucht und dem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ist fließend und wird sehr leicht überschritten. Am Ende ist es auch eine Auslegungsfrage, ob ein Flüchtender seine Flucht mit einer Gewaltandrohung verbunden hat, die nach § 113 StGB schon als Widerstand gewertet wird. Hierfür bedarf es keines physischen Kontakts zwischen dem Flüchtenden und dem Beamten. Es kann genügen, dass der Flüchtende beispielsweise mit einem scharfen Gegenstand bewaffnet auf eine Gruppe von Beamten zurennt, um deren Ausweichen zu erzwingen. Solche Fälle sind bei Demonstrationen an der Tagesordnung. Wie das Gericht am Ende über den Vorgang befindet, zeigt ein Prozess, der Anfang 2015 in Göttingen geführt wurde.

Vor Polizei weglaufen: Göttinger Fall aus 2015

Im Jahr 2015 entschied ein Göttinger Gericht, dass das Weglaufen vor Polizeibeamten ausdrücklich nicht strafbar ist. In diesem Fall war ein Demonstrationsteilnehmer zum Zweck der Flucht sogar auf eine Polizeikette mit gesenktem Kopf zugerannt. Er überrannte laut erster Aussage der beteiligten Beamten dabei Polizisten, die sich ihm in den Weg stellten, und brachte zwei von ihnen zu Fall, bevor er festgehalten werden konnte. Die Staatsanwaltschaft konstruierte daraus den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte nach § 113 StGB, der Demonstration zog aber gegen den Strafbefehl (Geldstrafe von 450 Euro) vor Gericht.

Das Festhalten des Flüchtenden war durch die BFE der Polizei erfolgt (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit). Diese hatte zuvor Hunde und Pfefferspray eingesetzt, was den Fluchtversuch erklärte. Die Beamten hatte den Flüchtenden per Anruf aufgefordert, stehenzubleiben, so hieß es jedenfalls in ihrer ersten Aussage. Da es bei der Demonstration im Vorfeld zu Straftaten gekommen war, gab es gute Gründe zur Feststellung der Identität von Demonstranten nach § 163b der Strafprozessordnung.

Allerdings konnte im Prozess nicht eindeutig geklärt werden, ob der betreffende Flüchtende wirklich persönlich die Aufforderung zum Stehenbleiben wahrnehmen konnte. Nicht einmal sein Umrennen von Polizisten, bei dem einer der Beamten sogar leicht verletzt wurde, war eindeutig zu beweisen. Nur dass er geflohen sei, gab der vormalige Demonstrant unumwunden zu. Wegen dieser schlechten Beweislage wurde er am Ende freigesprochen. Der Richter stellte noch fest, dass das Winden in einem Polizeigriff allein nicht als Gewalt durch die festgehaltene Person zu werten sei und damit auch keinen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte nach § 113 StGB darstelle.

Was ist der Verstetigungseffekt? Was ist Verstetigungspolitik? Bedeutung, Definition, Erklärung


Eine Bedeutungsanalyse des Begriffes des Verstetigungseffekts empfiehlt zunächst einen Blick auf das Verb verstetigen. Verstetigen ist ein Begriff, der sich zwischen den ethymologischen Bedeutungen von „bestätigen“ und „verfestigen“ einreiht. Wortkunden und synonymische Nachschlagewerke weisen auf die bedeutungsgleiche Verwendung von „etablieren“ hin, obgleich die Verwendung des Verbs etablieren im alltags- und bildungssprachlichen Kontext zumeist in anderen Zusammenhängen nachgewiesen wird.

Verstetigungseffekt: Was genau bedeutet „verstetigen“?

Der Verstetigungseffekt ist ein zunächst neutral beschriebenes Phänomen, das weder positiv noch negativ konnotiert ist. Verstetigen bezeichnet dabei den Vorgang, dass sich eine Verhaltensweise, ein Vorgehen oder ein Zustand, auch politisch, durch die kontinuierliche und dauerhafte Präsenz verfestigt und von zum Beispiel der Gesellschaft nach einer bestimmten Zeit als legitimiert und normal befunden wird. Diese Dauerhaftigkeit wird im Wort „verstetigen“ durch den Wortbestandteil „stetig“ zum Ausdruck gebracht.

Der Verstetigungseffekt beschreibt die Etablierung eines neuen und an die Umstände angepassten Normalzustands

Ist nun von Verstetigungseffekt die Rede, wird konkret der Effekt beschrieben, dass Neuheiten, politische Maßnahmen und Entwicklungen, die angestoßen werden, schnell Einzug in unser Leben halten und im Alltag zu einem festen, akzeptierten Bestandteil der uns umgebenden Welt werden.

Dabei spielt in vielen Fällen das Kriterium eine Rolle, ob sich die beobachte und neu eingeführte Veränderung auch tatsächlich etabliert, also „bestätigt“ und somit als praktikabel erweist.

Verstetigungseffekt und Gewöhnungseffekt werden oft synonym verwenden

Die Bezeichnungen des Verstetigungseffekts und des Gewöhnungseffektes werden oft im gleichen Zusammenhang verwendet. Tatsächlich ist eine Verstetigung eines neuen Sachverhaltes oder eines neuen Umstandes immer auch mit einer Gewöhnung an die neuen Umstände verbunden.

Nicht von der Hand zu weisen ist daher, dass Verstetigungs- und Gewöhnungseffekt oft ineinandergreifen und gemeinsam einhergehen. Dies muss allerdings nicht immer zwangsläufig der Fall sein: Der Verstetigungseffekt findet auch dann Gebrauch, wenn sich unliebsame Umstände langfristig etablieren und sich im Habitus der Menschen manifestieren, wenngleich eine Gewöhnung auch nur wider Willen und somit nie in Gänze eintritt.

Diese ausdifferenzierte Unterscheidung in der Verwendungsweise der Begriffe erklärt den Umstand, dass der Verstetigungseffekt häufig negativ konnotiert ist. Dies liegt primär daran, dass der Begriff der Verstetigung auch für diejenigen Veränderungen verwendet wird, die uns unlieb sind und nur widerwillig mit einer Gewöhnung verbunden sind.

Beispiele für den Verstetigungseffekt im Alltag

Der Verstetigungseffekt wurde in den zurückliegenden politischen Diskussionen häufig im Zusammenhang mit den Coronamaßnahmen erwähnt. Viele Maßnahmen, die einst zur Eindämmung der Pandemie angekündigt worden sind, wurden von einigen Menschen anfangs nur unter Demonstration ihres Unverständnisses akzeptiert. Dazu gehörte beispielsweise verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Auch die Abstandsregeln waren im Alltag für viele Menschen in der ersten Zeit gewöhnungsbedürftig und nur allmählich etablierten sich die neuen Richtlinien und Maßnahmen im alltäglichen Habitus der Menschen, obwohl sich zu diesem Zeitpunkt wohl niemand wirklich an die neuen Verhaltensweisen gewöhnen wollte.

Das dauerhafte Erfordernis zur Einhaltung und Beibehaltung der beschlossenen Maßnahmen führte schließlich zu einem Verstetigungseffekt, der implizit auch mit einer Gewöhnung einherging. Zu beobachten war dies beispielsweise in Schulen, wo Kinder und Jugendliche die Mindestabstände instinktiv weiter einhielten, obwohl dies durch die bereits gelockerten Maßnahmen in vielen schulischen Situationen wie etwa im schulischen Sportunterricht gar nicht mehr notwendig war.

Auch unter den Erwachsenen war ein Verstetigungseffekt zu beobachten Das klassische Geben der Hand als kulturell etabliertes, traditionelles Begrüßungsritual hat sich gewandelt: Beobachtet wird heute vermehrt ein kurzer Faust-Kontakt, der das Geben der Hand abgelöst hat.

Was ist in diesem Zusammenhang unter Verstetigungspolitik zu verstehen?

Ist von Verstetigungspolitik die Rede, wird von einem Reguierungsstil gesprochen, der sich an der Schaffung von Regeln orientiert. Die stetigen, allgemeingültigen Regeln sollen zum einen für verlässliche, antizipierbare Entwicklungen sorgen und zum anderen Stabilität gewährleisten. In diesem Zusammenhang dürfen die Begriffe der Verstetigungspolitik und der Stabilisierungspolitik aber nicht verwechselt und gleichbedeutend verwendet werden.

Verstetigende Maßnahmen in der Politik kamen in der Vergangenheit insbesondere im Zusammenhang mit Regelungen in der Finanzpolitik zum Tragen. So zum Beispiel der verstetigte Geldwachstumsstandard, der in der Vergangenheit eine „stetige“ Geldwachstumsrate politisch etabliert hat.

Verstetigung ist aber auch ein alltäglich auftretender und kontinuierlich stattfindender Prozess. Beispielhaft veranschaulichen kann dies die Veränderung unseres Lebenswandels durch die Digitalisierung. Dabei fällt vor allem auf, dass sich besonders diejenigen Veränderungen etablierten und gewissermaßen verfestigen, an die wir uns durch eine Vereinfachung unseres Alltag und eine Verbesserung unseres Lebensstandards besonders gern und schnell gewöhnen. So hat zum Beispiel die WhatsApp- oder Messenger-Nachricht längst den klassischen Telefonanruf oder den kurzen Besuch abgelöst und ist zu einer neuen Kommunikationsform geworden, die uns den Alltag in vielerlei Hinsicht erleichtert.

Fazit: Verstetigungseffekt

Der Verstetigungseffekt wird häufig mit einer Gewöhnung in Verbindung gebracht und somit mit der Bezeichnung des Gewöhnungseffekts synonymisch verwendet. De facto ist eine Verstetigung eines Zustandes aber nicht zwangsläufig mit einer liebsamen Gewöhnung verbunden, sondern kann auch für die Etablierung von Zuständen verwendet werden, die der Gesellschaft beispielsweise durch politische Maßnahmen auferlegt werden. Gleichwohl ist auch dann von Verstetigung die Rede, wenn sich ein Zustand oder ein Prozess insofern verstetigt, als er für gut befunden und als praktikabel bewertet wird.

Was ist das Vanlife? Vorteile, Nachteile, Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Vanlife ist ein Urlaub der ganz besonderen Art und spielt sich in einem Wohnwagen, Campingwagen oder Van ab. Vanlife ist ein noch recht unscharfer Sammelbegriff für besondere Urlaubserlebnisse. Zunehmend etabliert sich dieser Begriff jedoch in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft.

Was ist das Vanlife? Vorteile, Nachteile, Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist der besondere Reiz, der sich aus dem Vanlife ergibt? Vanlife zu genießen, heißt immer auch ganz konkret, dass man das Leben in vollen Zügen genießen kann. Es ist eben einfach nicht der klassische Urlaub, wo man sich jeden Morgen an den Frühstückstisch im Hotel setzt und alles geregelt ist. Vanlife zu leben, bedeutet somit ganz eindeutig auch überaus flexibel zu leben.

Urlaub und alltägliches Leben sind im Rahmen von Vanlife nicht in immer streng voneinander abzugrenzen. Einige Menschen möchten wirklich nur ein paar schöne Wochen unterwegs genießen, wiederum andere Menschen versuchen das Vanlife als Lebensmodell zu propagieren. Letzteres eignet sich natürlich nicht für jeden Beruf und schon gar nicht für Berufe, die an einen festen Ort gebunden sind.

Ist man als Künstler oder Musiker beschäftigt, eignet sich das Vanlife jedoch ganz besonders gut, denn so kann man ohne Probleme von Ort zu Ort pendeln. So kann zum Beispiel eine Band nach einem erfolgreichen Konzert den Abend gemeinsam im Van oder Campingwagen ausklingen lassen.

Vanlife: Vorbereitungen

Ganz gleich, ob man das sogenannte Vanlife nur als eine Art vorübergehen Urlaub nutzen möchte, oder am Ende viele Jahre seines Lebens auf diese Weise verbringt, Planung ist immer gut und vor allem auch notwendig.

So sollte man sich beispielsweise im Vorfeld über alle gewünschten Routen informieren. Gibt es auf der Strecke Einschränkungen durch Baustellen oder gar Sperrungen? Ist letzteres der Fall, sollte man sich bereits im Vorfeld der geplanten Fahrt auf die Suche nach brauchbaren Alternativen machen.

Auch das Thema Maut sollte zudem bei Fahrten ins Ausland nicht vergessen werden. Eine Reihe von Ländern erhebt eine Maut für alle Fahrzeuge, die sich insbesondere auf Autobahnen bewegen. Ist dies der Fall, sollte man unbedingt ein entsprechendes zusätzliches Budget einkalkulieren. Möchte man keine zusätzlichen Ausgaben tätigen, hilft die Umfahrung der kostenpflichtigen Routen. Auch in einem solchen Fall sollte man jedoch bereits im Vorfeld sehr gründlich an die Planung gehen. Fährt man auf kostenpflichtigen Routen und wird ohne eine vorgeschriebene Plakette für die zu entrichtende Maut erwischt, kann die durchaus sehr teuer werden.

Vanlife: Ziele setzen

Das Vanlife kann man vollkommen frei und ungeplant ausleben. Allerdings kann es vor allem auch bei begrenzter Zeit sehr nützlich sein im Vorfeld klare Ziele zu setzen. Sehenswerte Orte und schöne Landschaften könnten ein sehr wichtiger Teil einer solchen Route sein.

Hier zeigt sich sofort ein weiter sehr relevanter Vorteil, denn mittels Vanlife schafft man es tendenziell innerhalb kürzester Zeit eine Reihe unterschiedlicher Orte zu besuchen. Dies ist dann gerade für Menschen, die das Abenteuer lieben ein sehr großer Gewinn.

Regeln in Bezug auf Stellplätze sind zu beachten

Ganz gleich, ob man nun tatsächlich mit einem Van, oder eher mit einem Wohnmobil oder Campingwagen unterwegs ist, Regeln in Bezug auf Stellplätze müssen stets beachtet werden. Dies betrifft sowohl den städtischen Bereich, als auch Orte außerhalb der großen Städte.

Nicht überall ist hier das Parken oder gar übernachten erlaubt. Gerade in den großen Urlaubsregionen stehen jedoch eine ganze Reihe von Campingplätzen zur Verfügung, die sich zu sehr guten Konditionen nutzen lassen.

Vanlife: Das richtige Fahrzeug finden

Doch, wie wählt man eigentlich das korrekte Fahrzeug aus, wenn es um Vanlife geht. Hierfür gibt es natürlich keine festen Regeln. Wesentliche Aspekte mit Blick auf die Auswahl sollten jedoch die Sicherheit und der Komfort sein. Möchte man halb Europa bereisen, ist es nicht gerade sinnvoll ein Fahrzeug zu wählen, dass schon sehr viele Kilometer auf der Uhr hat und sich unter Umständen bereits durch zahlreiche Mängel auszeichnet. Pannen und Unannehmlichkeiten lassen sich vor allem dann vermeiden, wenn man ein ausreichend technisch sicheres Fahrzeug besitzt und entsprechend nutzt.

Ist man viele Wochen, oder sogar über viele Monate unterwegs, sollte das Fahrzeug auch über genügend Komfort verfügen. Hierbei geht es zum Beispiel um genügend Sitzmöglichkeiten. Manch ein Wohnmobil ist hier beinah so gut ausgestattet, wie ein Bungalow. Weiterhin möchte man auf seinen Fahrten auch in angenehmer Art und Weise übernachten können. Hierfür braucht es somit gute Betten im Fahrzeug.

Weiterhin sollte das Fahrzeug im besten Fall auch über eine eigene Toilette und technische Einrichtungen, wie zum Beispiel einen Kühlschrank verfügen. Letzteres ist insbesondere für die Lagerung von Lebensmitteln sehr wichtig.

Vanlife: Versicherungen

Wer das Vanlife tatsächlich ohne größere Sorgen genießen möchte, muss sich in jedem Fall auch um wichtige Versicherungen kümmern. Hier ist in erster Linie eine Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug gesetzlich vorgeschrieben. Möchte man noch bessere Leistungen erhalten, empfiehlt es sich allerdings eine Teilkaskoversicherung oder Kaskoversicherung abzuschließen.

Eine Rechtsschutzversicherung und eine Unfallversicherung kann für Urlaube dieser Art ebenfalls von besonderer Relevanz sein. Gerade dann, wenn man das Vanlife mit sportlichen Aktivitäten verbinden möchte, kann die Unfallversicherung vor eventuell größeren finanziellen Problemen schützen.

Für bestimmte Personengruppen besonders geeignet

Vanlife eignet sich für alle Menschen, die das Abenteuer lieben und jeden Tag Abwechslung brauchen. Man ist ständig an anderen Orten und kann sich von neuen Eindrücken inspirieren lassen. Positiv hervorzuheben ist beim Vanlife unter anderem auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wie zeige ich Toleranz? Erklärung


Toleranz ist mehr als nur einfach eine simple Floskel, sondern viel mehr alltägliche Realität, die gelebt werden muss, damit die Gesellschaft nicht gespalten wird oder gar mehr oder weniger zerbricht. Toleranz ist den Menschen jedoch nicht in jedem Fall in die Wiege gelegt worden, sondern muss mehr oder minder Tag für Tag aufs Neue gelernt werden. Ist man nicht bereit über den eigenen Tellerrand zu blicken und den Horizont zu erweitern, ist man besonders schnell anfällig für intolerante Verhaltensweisen.

Wie zeige ich Toleranz? Erklärung

Wer Toleranz zeigen möchte, sollte zunächst die eigenen Denkmuster evaluieren. Bevor man auf andere Menschen zugehen will oder sich zumindest ein Urteil über diese erlaubt, sollte man in jedem Fall zuerst seine eigenen Gedanken konkret ordnen und somit auf den Prüfstand stellen.

Menschen neigen nicht selten dazu, bestimmte Teile der Gesellschaft in ganz bestimmte Schubladen zu stecken. Man glaubt dabei stets recht zu behalten und möchte sich im Grunde auch selbst vor bestimmten Dingen schützen. Man beginnt nun bestimmte Menschen oder Teile der Gesellschaft effektiv zu meiden oder schlecht über diese zu reden, obwohl dies in jedem Fall absolut unangemessen ist.

Wer sich jedoch erst einmal die Mühe macht seine eigenen Vorurteile über Bord zu werfen, kann durchaus lockerer auf bestimmte Menschen zugehen. Dies kann dann mitunter auch in einem echten Erfolgserlebnis münden, da man selbst überrascht und mehr oder weniger auch erfreut ist.

Toleranz zeigen am Arbeitsplatz

Gerade im beruflichen Umfeld ist es ganz besonders relevant Toleranz zu zeigen. Gegenüber Kollegen anderer Herkunft oder Kollegen mit einer ganz speziellen sexuellen Ausrichtung, die mehr oder weniger nicht der Norm entspricht, ist es im erhöhten Maße sinnvoll Toleranz zu zeigen. Dies verbessert zunächst das gemeinschaftliche Klima und führt über kurz oder lang auch zu deutlich besseren Ergebnissen bei der Arbeit.

Ist das Gegenteil der Fall und zeigt man sich gegenüber anderen Kollegen verstärkt intolerant, so kann dies durchaus auch als Mobbing aufgefasst werden. Mobbing ist ein weit verbreitetes Problem in vielen Betrieben. Mobbing ist allerdings alles andere als eine Bagatelle. Wer offensiv mobbt und dies auch so tut, dass man ihm dies nachweisen kann, muss mit Konsequenzen rechnen.

Konsequenzen können sich dabei im arbeitsrechtlichen Bereich ergeben. Wer Mobbing gegenüber anderen Personen ausübt, kann durchaus gekündigt werden. Je nach Ausmaß des Mobbings können im schlimmsten Fall jedoch auch strafrechtliche Konsequenzen drohen, denn wie bereits angedeutet ist Mobbing keine Kleinigkeit, sondern ein echtes Vergehen, dass anderen Menschen erheblichen Schaden zufügen kann.

Toleranz zeigen im ganz normalen Alltag

Man sitzt in der Bahn und möchte nach einem anstrengenden Arbeitstag einfach nur noch seine Ruhe haben, doch plötzlich schreit ein Kleinkind durch den ganzen Wagen der S-Bahn. In einem anderen Fall beansprucht eine ältere Dame mit all ihrem Gepäck einen zusätzlichen Sitzplatz. In beiden Fällen könnte man nun natürlich an die Decke gehen und sich so richtig aufregen. Besser wäre es hier jedoch Toleranz gegenüber seinen Mitmenschen zu zeigen. Dies sorgt in der Konsequenz nicht nur bei anderen Menschen, sondern vor allem auch bei einem selbst für deutlich mehr Wohlbefinden.

Toleranz zeigen in der eigenen Familie

Toleranz sollte bereits in der eigenen Familie beginnen. Prinzipiell kann jeder Mensch in die Situation kommen, wo er selbst Toleranz zeigen muss.

Man stelle sich eine Tochter vor, die sich gegenüber ihrem Vater als lesbisch outet. Der Vater ist jedoch Vorsteher in einer Kirche. Es könnte nun für ihn sehr schwer werden Toleranz zu zeigen. Es ist dennoch in jedem Fall möglich. Kann sich dieser nicht zu einem toleranten Verhalten durchringen würde dies sicher zu einem Ende des Kontaktes oder zumindest zu einem Ende des vielleicht bislang sehr guten Verhältnisses führen.

Intoleranz kann schnell in Hass übergehen

Stellt sich nun jedoch natürlich auch die Frage, warum es so überaus wichtig sein kann tolerantes Verhalten an den Tag zu legen. Eigentlich lässt sich diese Frage ganz einfach beantworten, denn intolerante Denkweisen können sich schnell zu Hass entwickeln. Wer sich mit einer anderen Person nicht abfinden kann, wird diese beginnen zu verachten. Diese Form der Verachtung kann dann im schlimmsten Fall sogar in Tätlichkeiten münden.

Die Entwicklung manifestiert sich bereits in der Kindheit

Ob ein Mensch Toleranz zeigen kann oder nicht, liegt oft auch an der erlebten Kindheit. Zeigen sich Eltern stets intolerant, oder äußern sogar offen Vorurteile gegenüber ganz bestimmten Gruppen in der Gesellschaft, kann dies schnell auf die Kinder abfärben.

Im späteren Leben werden die Kinder dann diese Denkmuster weiter beibehalten und im schlimmsten Fall dann auch wiederum auf ihre Kinder übertragen. Diesem Teufelskreis langfristig zu entkommen ist sehr schwer und erfordert eine ganze Menge Mut und auch Disziplin.

Was ist der Bandwagon-Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Bandwagon-Effekt beschreibt das Phänomen, dass sich Menschen an den Erfahrungen und den Einschätzungen anderer Personen orientieren. Evolutionär lässt sich der Bandwagon-Effekt mit der Schwarmintelligenz in Verbindung bringen: Das, worauf viele Menschen vertrauen, kann – so die Erfahrung des unentschlossenen Individuums – nicht falsch oder schlecht sein.

Was ist der Bandwagon-Effekt? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Bandwagon-Effekt beschreibt auf einer zweiten Definitionsebene des Weiteren die Verhaltensänderung von Personen, indem letztere das für gut befundene Verhalten oder zum Beispiel Einstellungen anderer Menschen adaptieren und den eigenen Habitus überdenken und anpassen. Auch das Kaufverhalten und die Kaufmotivation von Personen lässt sich mit Hilfe des Bandwagon-Effekts steuern und beeinflussen.

Der Bandwagon-Effekt ist daher heute für die Wirtschaft und Marketinganalysten ein zunehmend wichtiger Faktor, um z.B. das Kaufverhalten von Personen zu antizipieren und eigene Marketingstrategien entsprechend anzupassen. Dabei ist das vorrangige Ziel, den individuellen Umsatz zu erhöhen.

Der Begriff des Bandwagon-Effekts geht auf die Mitte des 19.Jahrhunderts zurück

Die Bezeichnung des Bandwagon-Effekts wurde durch den einstigen U.S.-Bürger Dan Rice geprägt. Dan Rice unterstützte den Präsidentschaftskandidaten Z. Taylor. Dazu zog Rice durch die Lande und forderte seine Mitbürger auf, ihm auf seinem Wagen im Rahmen seiner unterstützenden Initiative zu begleiten.

Der sogenannte Bandwagon-Effekt ließ nicht lange auf sich warten: Je größer die Anzahl der Mitreisenden wurde, desto einfacher gelang es Dan Rice, weitere Unterstützer anzuwerben. Die weiteren, neu hinzu gewonnenen Personen schlossen sich Dan Rice schnell an. Das Ganze geschah einzig aus dem Grund, weil dies ja auch schon zahlreiche Personen vor ihnen getan hatten. Die neu hinzugewonnenen Menschen schlossen sich Rice also an, ohne den Sinn und Zweck der Unterstützung überhaupt weiter zu hinterfragen. Neben der Bezeichnung des Bandwagon-Effekts kursiert deshalb auch der Begriff des Mitläufer-Effekts.

Bandwagon-Effekt im deutschen Sprachgebrauch

Der Bandwagon-Effekt ist auch im Deutschen unter der gleichnamigen Bezeichnung bekannt. In wissenschaftlichen Evaluationen wird allerdings häufig die verständlichere Bezeichnung des Mitläufer-Effekts gewählt.

Der Bandwagon-Effekt und die oben referierte Geschichte, die hinter der Prägung seiner Bezeichnung stehen, haben im Deutschen die Entstehung eines Sprichwortes beeinflusst: Der Spruch „auf den Zug aufspringen“ wird synonymisch für die Redensart „sich anschließen“ verwendet und vermehrt dann genutzt, wenn sich weitere Menschen einer bereits bestehenden Gruppe anschließen, die ein konkretes Vorhaben oder Ziel verfolgen.

Das Potential von sozialer Bewährtheit

Der Psychologe Cialdini erkannte und beschrieb das Potenzial der soziales Bewährtheit zur Steigerung der Kaufmotivation. Er erkannte, dass die Bewährtheit eines Produktes in der Gesellschaft in höherem Maße zu einem Anstieg der Verkaufszahlen führen kann als Geld per se. Das bedeutet konkret, dass Personen sogar bereit sind, für ein Produkt mehr zu bezahlen, wenn es von einer großen Anzahl von Menschen bereits gekauft wurde und für gut befunden wird.

Der Bandwagon-Effekt im Alltag

Der Bandwagon-Effekt begegnet uns auch im heutigen Alltag regelmäßig. Ein klassisches Beispiel ist das Aufkommen des Apple- und iPhone-Hypes. Auch bei Menschen, die in der Anfangsphase des Apple-Erfolgs wohl kaum eine Vorstellung davon hatten, was das neue Smartphone des kalifornischen Technikkonzerns zu leisten vermag und wozu dies genutzt werden kann, führte die schlagartige Nachfrage schon in einer frühen Phase der Apple-Geschichte zu einem regelrechten Hype rund um das iPhone.

Jeder, der es sich irgendwie leisten konnte, wählte das iPhone als neues Smartphone, da es ja als eines der meistverkauften mobilen Geräte galt und über zahlreiche positive Bewertungen und Rezensionen verfügte.

Bis heute wird die Bewährtheit des bekannten Smartphones und somit in gewisser Weise der Bandwagon-Effekt als Hauptgrund dafür gesehen, dass die Nachfrage noch immer nicht stagniert, obgleich es sicherlich zahlreiche günstigere Produkte der Konkurrenz gibt, die in puncto Funktionen und Leistung durchaus mit Apple konkurrieren können.

Der Bandwagon-Effekt im modernen Marketing

Der Bandwagon-Effekt wird auch von Marktforschern analysiert und für Verkaufsprozesse nutzbar gemacht. Soziale Impulse sollen beispielsweise dazu führen, dass Produkte als besonders bewährt eingeschätzt und somit für gut befunden und vorrangig gekauft werden.

Vor allem für das Online-Marketing hat der Bandwagon-Effekt eine wichtige Funktion und Bedeutung: Werden Produkte von zahlreichen Kunden auf renommierten Bewertungsportalen für gut befunden und als empfehlenswert bewertet, steigt die Nachfrage.

Längst haben sich aus diesen Erkenntnissen auch unseriöse Geschäftsmodelle entwickelt. Bewertungen können in der heutigen Zeit gekauft und somit unrechtmäßig auf zweitem Wege erworben werden, ohne dass Kunden ein Produkt tatsächlich getestet und rezensiert haben.

Viele Dienstleister und Hersteller gehen außerdem dazu über, vermehrt ausführliche Erfolgsgeschichten von Kunden in allen Details zu veröffentlichen. Ziel ist die Schaffung eines größtmöglichen Vertrauens auf Basis einer verlässlichen Authentizität.

Ein weiteres Mittel, das sich die Erkenntnisse aus dem Bandwagon-Effekt im Bereich des Online-Marketings zunutze macht, ist die Anzeige von Echtzeitaktivitäten. Verwendung findet dieses Procedere insbesondere auf Reise- und Flugbuchungsportalen.

Die Echtzeitaktivitätsanzeige bewirkt dabei nicht nur die Generierung eines generellen Vertrauens, sondern löst zugleich auch sozialen Druck aus: Kunden befürchten, dass limitierte Angebote vorschnell ausverkauft bzw. ausgebucht sind und greifend entsprechen schneller, d.h. oft sogar unüberlegt zu.

Bekannte Gesichter in der Werbung verstärken den Bandwagon-Effekt

Jeder kennt die bekannten Gesichter von Prominenten aus Film und Fernsehen, die unterschiedliche Produkte testen und bewerben. Marktforscher haben längst erkannt, dass der Bandwagon-Effekt umso besser mit Hilfe von prominenten und vertrauenswürdigen Gesichert funktioniert. Trägt ein Fußballprofi einen bestimmten Sportschuh, kann es sich nur um ein Produkt handeln, das auch für die eigenen Zwecke genüge leistet.

Fazit: Bandwagon-Effekt hat viele Facetten

Der Bandwagon-Effekt oder auch der Mitläufer-Effekt hat viele Facetten und basiert auf einem schon lange Zeit bekannten Phänomen, das besonders für das Internetmarketing der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. Der Bandwagon-Effekt lässt sich mit diversen Mitteln verstärken, beispielsweise mit der Präsenz bekannter Gesichter und Personen. So hat der Bandwagon-Effekt das Potential, starke Kauf- oder Teilnahmemotivation auszulösen.

Was ist Delegitimierung? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Delegitimierung beschreibt allgemein formuliert Prozesse, die die Rechtmäßigkeit einer Sache in Frage stellen und Tatsachen bezweifeln. Die Legitimation einer Sache wird in diesem Prozess aufgehoben und nicht als rechtlich anerkannt. Meist taucht der Begriff im Kontext von Institutionen oder dem Staat auf und weist daher vor allem auf politischer Ebene eine besondere Relevanz auf.

Was bedeutet Legitimierung?

Bei der Betrachtung des Begriffs der Delegitimierung bedarf es zum besseren Verständnis des Begriffs den des Begriff „Legitimierung“, der das Gegenstück zur Delegitimierung darstellt, genaueren Betrachtungen zu unterziehen.

Unter dem Begriff der Legitimierung wird im Gegensatz zur Delegitimierung im Allgemeinen die Rechtfertigung und Begründung von bestehenden Ordnungen und Regeln bezeichnet. Im Kontext von Staatsprozessen versteht sich hierunter die Rechtfertigung des Staates auf der Ebene seiner Handlungsprozesse.

Was passiert bei der Delegitimierung? Wie ist der Begriff der Delegitimierung im Verlauf der Geschichte entstanden?

Im Prozess der Delegitimierung bilden sich häufig soziale Kategorien heraus, die von gesellschaftlichen Prozessen und Abläufen ausgeschlossen sind (Randgruppen, die sich mit einem bestimmten Thema beschäftigen).
In Jahr 1975 wurde der Begriff der Delegitimierung zu einem Modewort, das heißt es erfreute sich zunehmender Verwendung. Erstmal tauchte der Begriff auf, als der damalige US Botschafter Daniel Patrick Moynihan bei den Vereinten Nationen Israel als Opfer der Delegitimierung durch das internationale Gremium beschuldigte. Im Jahr 2011 Griff der damalige US Präsident Barack Obama den Begriff erneut in einer seiner Reden auf und brachte den Begriff damit wieder in den allgemeinen Sprachgebrauch und das Gedächtnis.

Aktuelle Beispiele für Delegitimierungsprozesse in der Neuzeit:

Das wohl aktuellste Beispiel für staatliche Delegitimierungsprozesse stellt die Querdenker Bewegung im Zuge des Verlaufs der Corona Pandemie dar. Anhänger dieser Bewegung lassen sich weder den bekannten Randgruppen Links- bzw. Rechtsextremismus noch dem Islamismus zuordnen und stellen daher eine bis dato neue Kategorie von Delegitimierungsprozessen im Rahmen der Soziologie der Gesellschaft dar. Zusammengefasst wird das Handeln dieser Gruppe der Delegitimierung unter dem Begriff „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“. Im Rahmen dieser Form von Delegitimierung wird die staatliche Informationsweitergabe über die Medien an das Volk in Frage gestellt.

Konkret: Die Existenz des Covid-Virus wird delegitimiert, also in Zweifel gebracht, wenngleich die Faktenlage (unzählige Todefälle und Infektionen seit Ausbruch des Virus erstmalig in China) diese Annahme deutlich widerlegen und mit Fakten unterfüttern.

Was sind die Ziele der Querdenker Bewegung im Zuge der staatlichen Delegitimierung?

Die Querdenker Bewegung lehnt sämtliche von der Politik zum Zwecke der Eindämmung der Pandemie getroffenen Maßnahmen ab. Sie fordert die Inhaftierung diverser namhafter Parteispitzen und versteht sich im Zuge von Demonstrationen als Freiheitsbewegung. Über die soziologische Zusammensetzung ist bisher aufgrund fehlender Untersuchungen noch sehr wenig bekannt. Bekannt hingegen ist jedoch, dass die Anhänger eben dieser Bewegung über nur sehr wenig Vertrauen in Politik, Institutionen und Gesellschaft verfügen. Sie unterstellen der Politik aufgrund der im Verlauf der Corona Krise getroffenen Maßnahmen den Verstoß gegen die Grundgesetz geregelten persönlichen Rechte des Menschen und fordern die sofortige Aufhebung sämtlicher getroffener Einschränkungen zur Wiederherstellung der alten Ordnung in der Gesellschaft, da sie sich von den Maßnahmen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt und von der Anwendung des Infektionsschutzgesetz (bei der Umsetzung der praktizierten Maßnahmen)in ihrer Freiheit beschnitten.

Was bedeutet „durchregieren“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter dem häufig verwendeten Synonym „durchregieren“ versteht man einen bestimmten Regierungsstil. Es handelt sich somit zunächst auch ganz eindeutig um einen Begriff aus der Politik.

Was bedeutet „durchregieren“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wenn vom sogenannten „durchregieren“ die Rede ist, geht es in erster Linie um die große Politik. Ganz besonders häufig wird hier vor allem auf den Regierungsstil einer Bundesregierung abgezielt. Besonders wichtige Schlüsselfigur in einem solchen Prozess ist vor allem der Bundeskanzler bzw. die Bundeskanzlerin.

Ein Kanzler bzw. eine Bundeskanzlerin verfügt stets über eine sogenannte Richtlinienkompetenz. Diese Richtlinienkompetenz befähigt letztlich auch zum „durchregieren“. Derartige Formen der Regierungsarbeit hängen allerdings immer auch ein ganzes Stück weit von den persönlichen Eigenschaften der jeweils agierenden Person oder auch Personen ab. Eine eher tolerante und den Menschen zugewandte Person wird weniger zu einem konsequenten „durchregieren“ neigen.

„Durchregieren“ als Arbeitsstil

Einen solchen Arbeitsstil muss sich nicht nur der Chef einer Regierung zu eigen machen. Auch einzelne Minister können durchaus zum „durchregieren“ tendieren. So könnte zum Beispiel ein Innenminister einen knallharten Kurs fahren und dabei keine Befindlichkeiten anderer Personen berücksichtigen. Ein Innenminister und auch jeder andere Minister ist jedoch von der Richtlinienkompetenz des Regierungschefs abhängig. Somit kann er nicht einfach mit starker Hand „durchregieren“, so wie es der Regierungschef bzw. die Regierungschefin tun könnte.

Es ergibt sich außerdem noch ein weiteres sehr herausragendes Problem. Ist ein Minister mit seinem Chef nicht auf Linie, ist für ihn die Gefahr ganz besonders groß, entlassen zu werden. Es zeigt sich, dass ein echtes „durchregieren“ in einer solchen Konstellation nur sehr eingeschränkt umsetzbar ist.

Woran man „durchregieren“ erkennt:

Doch welche Indizien und Handlungen lassen auf ein „durchregieren“ schließen? Hier sind insbesondere folgende Aspekte besonders bedeutsam:

  • andere Meinungen werden nicht oder nur sehr eingeschränkt beachtet
  • es lassen sich praktisch keine Kompromisse finden
  • vom eigenen Kurs wird auch bei Problemen und Veränderungen sehr häufig nicht abgewichen
  • Volksentscheide und Demonstrationen bleiben ebenfalls nahezu immer unberücksichtigt

Der Stil des „durchregierens“ kann somit durchaus auch als recht autoritär betrachtet werden. Zudem werden auch eigene Fehler oft nicht eingestanden. Kurskorrekturen sind ebenfalls nicht zu erwarten.

„durchregieren“ in einer Demokratie

Wird dieser Regierungsstil in einer Demokratie angewendet, muss man dies als eher abgeschwächt betrachten. Kanzler und Kanzlerinnen, sowie einzelne Mitglieder von Regierungen müssen sich stets an geltende Gesetzte halten und können unter Umständen auch von Gerichten ausgebremst und korrigiert werden. Das sogenannte „durchregieren“ kann in einem solchen System somit durchaus auch schneller als gedacht an seine Grenzen stoßen.

„durchregieren“ in einer Diktatur

In einer Diktatur geht „durchregieren“ im wahrsten Sinne des Wortes jedoch noch ein wenig anders. Eine Abschwächung ist hier in der Regel nicht zu erreichen.

Das Problem ist hier, dass eine Diktatur von einem Diktator angeführt wird. Dieser Diktator hat zumeist bereits kurz nach dem Regierungsantritt Presse, Medien und Gerichte gleichgeschaltet. Dies können dann oft nicht mehr über bestimmte für die Bevölkerung relevante Dinge berichten oder Gefahren abwehren.

Das „durchregieren“ in einer Diktatur ist geprägt von einem überaus autoritären Führungsstil. Außerdem kommt es hier ganz besonders häufig zur Verletzung von Menschenrechten. Die freie Meinungsäußerung ist eingeschränkt und auch die Möglichkeit einen gewünschten Beruf frei auszuüben oder zu verreisen kann sehr stark eingeschränkt sein.

Ein solches System lässt sich wie bereits angedeutet durch interne Maßnahmen zumeist nicht einschränken. Hier kann dann nur noch das demokratische Ausland eingreifen und für die notwendige Gerechtigkeit sorgen.

Fazit: Was ist „durchregieren“?

Ganz gleich, ob man das Synonym „durchregieren“ in Bezug auf eine Demokratie oder mit Blick auf eine Diktatur verwendet, es handelt sich tendenziell fast immer um einen eher negativen Begriff. Dies liegt vor allem an den egoistischen und autoritären Handlungen und Maßnahmen, die in einem solchen System ergriffen werden müssen.

Was bedeutet „Work Wife“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Work Wife ist eine Art beste Bürofreundin eines Mannes oder einer Frau, ohne dass die beiden miteinander verheiratet sind oder ein Verhältnis haben. Sie müssen außerhalb der Arbeit noch nicht einmal miteinander befreundet sein oder überhaupt in Kontakt stehen. Die beiden sind Kollegen, haben aber ein sehr vertrautes Verhältnis miteinander im Rahmen der Arbeit und halten zueinander, wie es ein gutes Ehepaar tun sollte.

Was ist eine „Work Wife“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wie stellt man sich eine gute Ehe vor? Die beiden Partner sind aufeinander geprägt, halten einander zuverlässig den Rücken frei und haben ein sichtbar inniges Verhältnis, das auch jeder Außenstehende auf den ersten Blick erkennt. Während in einer Ehe auch Zärtlichkeiten ausgetauscht werden, ist das bei einer Work Wife nicht unbedingt der Fall. Es kann, muss aber kein Liebesverhältnis daraus entstehen.

Zu einer Work Wife gehört entweder eine andere Work Wife oder ein Work Husband. Die beiden führen im Rahmen der Arbeit ein inniges Verhältnis miteinander und sind damit fast zwangsläufig immer Kollegen. Ausnahmen bestehen dann, wenn zwar beide für unterschiedliche Firmen arbeiten, aber beruflich fast jeden Tag zusammen sind, etwa durch die Arbeit im gleichen Projekt. Sie halten den jeweils anderen über die eigenen Probleme, Herausforderungen und Erfolge auf dem Laufenden und reden dabei auch gerne über ihr Privatleben. In den Mittagspausen oder auf Events sind die beiden immer zusammen anzutreffen, wobei sie andere nicht ausschließen, sondern auch gesellig sein können. So eng verbunden sie im Büro wirken – außerhalb der Arbeit muss es zur Work Wife keinerlei Verhältnis geben. Ist das Arbeitsverhältnis beendet, endet daher auch oft das Verhältnis zur Work Wife.

Wie kommen wir zu einer Work Wife?

Wir verbringen viel Zeit auf der Arbeit und lernen somit natürlich auch die Kollegen gut kennen. Sei es, weil während der Arbeit auch einmal über Privates geredet wird, oder weil wir im gleichen Projekt vor ähnlichen Sorgen stehen und die Vertrautheit eines Gesprächs auf Augenhöhe zu schätzen wissen. Je mehr wir reden, desto mehr Vertrautheit kann entstehen und somit fühlt man sich auf einmal einer Person verbunden, wenn auch nur im beruflichen Kontext – die Work Wife ist entstanden. Da wir sie in diesem Kontext kennen gelernt haben, bleibt das Verhältnis häufig im Büro, kann dort aber sehr vertraut werden.

Manche Work Husbands bleiben zu ihrer Work Wife körperlich komplett auf Abstand, schätzen aber das Verständnis und die berufliche Freundschaft, die sie ihnen entgegen bringt. Hier geht es um Gespräche über arbeitsrelevante Themen auf Augenhöhe, manchmal wird man sich auch über private Dinge einig sein. Manchmal kann man sich aber auch körperlich zur Work Wife hingezogen fühlen, was so weit gehen kann, dass ein Verhältnis entsteht. Der Grund für dieses Gefühl ist ebenfalls wieder die Vertrautheit, die durch gemeinsame Sorgen und Erfolge entsteht.

Kann eine Work Wife problematisch werden?

Es kann ganz harmlos und ohne Probleme verlaufen, eine Work Wife zu haben, wenn man das Verhältnis als Freundschaft betrachtet. Daraus kann sogar eine gute Freundschaft entstehen, die über das Verhältnis zueinander im Büro hinausgeht. Wichtig dafür ist aber, dass beide das wollen und dass keine anderen Gefühle aufkommen. Im Verhältnis zu anderen Kollegen bleibt die Work Wife nicht unbemerkt, was durchaus für Neugier sorgen kann. Deswegen sollte man darauf achten, auch zu den anderen Kollegen Kontakt zu suchen und sie nicht auszuschließen, sich nicht zu sehr nur auf die Work Wife zu konzentrieren. Zudem kann es helfen, klarzustellen, dass man sich lediglich gut versteht und auch nicht mehr dahinter steckt, wenn neugierige Fragen gestellt werden. Mit starken Gefühlen sollte man in diesem Verhältnis generell lieber behutsam umgehen.

Eine Work Wife vermittelt das schöne Gefühl, verstanden zu werden, sie hat immer ein offenes Ohr und hilft, stressige Phasen im Büro durchzustehen. Das muss jedoch nicht gleich bedeuten, dass sie ebenfalls Gefühle entwickelt, die über ein gutes kollegiales Verhältnis hinausgehen. Am besten hilft in so einem Fall offene, ehrliche Kommunikation, aber auch eine gute Portion Realismus, falls man feststellen muss, dass die Work Wife lediglich die Kollegialität im Büro geschätzt hat.

Was ist Queer-Baiting? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei Queer-Baiting handelt es sich um die Verwendung von Symbolen und Themen der LGBTIQ* Community in Werbung, Film und anderen Medien kommerzieller Popkultur mit der Absicht, Zielgruppen in diesem Bereich zu erschließen. Der Begriff Queer-Baiting wird insbesondere dann für diese Zielgruppen-Orientierung verwendet, wenn es sich um eine rein oberflächliche Annäherung an die Personengruppe im Marketing geht und ein tieferes Verständnis für oder Interesse an ihren Lebenswelten fehlt. Der mit der Bezeichnung als Queer-Baiting in diesem Sinne verbundene Vorwurf ist, sich lediglich aus kommerziellen Interessen der LGBTIQ* Community anzubiedern.

Was ist Queer-Baiting? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Film und anderen popkulturellen Darstellungsformen bezieht sich Queer-Baiting auch auf eine (dem Queer Coding verwandte) Art, durch Andeutungen den Anschein zu erwecken, queere Beziehungen oder Figuren, die der LGBTIQ* Community angehören, würden eine Rolle spielen. Es bleibt jedoch bei den Andeutungen und Symbolen und wird nie offen thematisiert.

Queer-Baiting und Pinkwashing

Queer-Baiting in Werbung und Marketing ist häufig verbunden mit Pinkwashing. Das bedeutet, dass sich eine Firma ein gutes Image verschafft, indem sie sich der LGBTIQ* Community annimmt und sich deren Werte auf die Fahnen schreibt. So nehmen etwa immer mehr Unternehmen an Aktionen wie dem Pride Month teil und schmücken sich in sozialen Medien mit den Regenbogen und anderen Symbolen der Bewegung.

Doch bei genauerer Betrachtung stellt sich häufig heraus, dass diese Aktionen ausschließlich dem Marketing und der Imagepflege dienen sollen, während etwa in der eigenen Unternehmenskultur nichts für schwule, lesbische, inter oder trans Mitarbeiter*innen getan wird oder in anderen Geschäftsbereichen Diskriminierungen oder andere den behaupteten Werten widersprechende Praktiken Gang und Gebe sind.

Pinkwashing bezieht sich in der Begrifflichkeit mehr auf den Aspekt, ein möglicherweise in anderen Bereichen beschädigtes Firmen- oder Markenimage aufzubessern, indem man durch Regenbogensymbolik das Unternehmen in einem besseren, bunteren oder pinkeren Licht erscheinen lässt. Im Queer-Baiting geht es dagegen mehr darum, die LGBTIQ* Community direkt in der Werbung anzusprechen und sie als Kundengruppe zu gewinnen, während das Unternehmen im eigenen Alltag der im Marketing dargestellten Progressivität nicht entspricht. Oft überschneiden sich diese beiden Aspekte und Queer-Baiting und Pinkwashing lassen sich nicht eindeutig auseinanderhalten.

Queer-Baiting und Queer Coding

Auch mit dem so genannten Queer Coding ist Queer-Baiting verwandt und wird manchmal fast synonym dazu verwendet, insbesondere bei der Diskussion über Filme. Allerdings hat Queer Coding einen anderen historischen Hintergrund und ist daher nicht ausschließlich negativ konnotiert. Beim Queer Coding werden ebenso wie beim Queer-Baiting queere Symbole (Codes) verwendet, ohne dass die Queerness letztlich explizit genannt und offen thematisiert wird.

Queer Coding war früher aufgrund restriktiver Moral häufig die einzige Möglichkeit, queere Themen und Figuren überhaupt in Filmen und anderen Künsten darzustellen. Während Schwule und Lesben beispielsweise die Codes entschlüsseln konnten, verstanden Zensurbehörden gar nicht, um was es eigentlich geht, und ließen die Werke unangetastet. Auch heute gibt es in vielen Ländern der Welt Gesetze und Kulturbehörden, die die Verbreitung offen queerer Darstellungen verbieten und verhindern. Daher werden die meisten Filmproduktionen, die zur internationalen Vermarktung vorbereitet werden, auf mögliche Verstöße gegen Gesetze und Moralvorstellungen in anderen Ländern und Märkten geprüft und gegebenenfalls angepasst. Insofern ist auch heute noch Queer Coding eine Möglichkeit, über implizite Andeutungen dennoch Queerness zu exportieren.

Allerdings wird auch mit dem Queer Coding der Vorwurf des Queer Baiting verbunden, das heißt in diesem Sinne die Kritik, man wolle zwar durch die implizite Thematisierung queerer Themen oder Darstellung scheinbar queerer Figuren die LGBTIQ* Community als Zielgruppe ansprechen, traue sich dann aber doch nicht, dies auch explizit zu tun und offen zum Inhalt des Filmes zu machen. Eine historische Kritik am Queer Coding bezieht sich hingegen auch auf den Aspekt, dass in der Vergangenheit auch bemerkenswert häufig negativ dargestellte Figuren queer kodiert waren – und somit Vorbehalte gegenüber der Queer Community durch Queer Coding subtil verstärkt wurden.

Queer-Baiting, Queer Coding und Pinkwashing bei Disney

Ein prominentes historisches Beispiel für Queer Coding ist der Disney-Film „Arielle, die Meerjungfrau“ von 1989, in dem die Seehexe Ursula optisch der damals bekannten Drag Queen Divine nachempfunden war. Auch in anderen Zeichentrick-Filmen von Disney aus dieser Zeit waren viele Bösewichte und zwielichtige Figuren mit queeren Merkmalen gestaltet. So sind etwa die Schurken Dschafar aus Aladdin (1992) und Scar aus dem König der Löwen (1994) auffällig effeminiert dargestellt.

Andererseits gibt es mit Timon und Pumba bereits im König der Löwen auch insgesamt positiv dargestellte Figuren, deren Beziehung und Ausgestaltung man im Sinne des Queer Coding als gleichgeschlechtliches Paar interpretieren könnte – insbesondere als sie Simba quasi als Pflegekind aufnehmen.

Disney-Filme stehen auch heute im Zentrum der Debatten um Queer-Baiting, da fast jede neue Produktion mit gewissen Anspielungen und Andeutungen angeteasert wird, es könne sich bei einer der Figuren um die erste offen schwule oder lesbische Disney-Figur handeln. Beispielsweise gilt der Song „Let it go“ (in der deutschen Version: „Lass jetzt los“), den die Eisprinzessin Elsa in Frozen (Die Eiskönigin – Völlig unverfroren) singt, als klassisches Outing interpretiert. Allerdings werden die Hoffnungen der Community auf eine offen queere Ikone aus dem Hause Disney wie oben beschrieben letztlich nie ganz erfüllt, damit die Filme auch weltweit vermarktet werden können. Elsa bleibt zwar – anders als frühere Disney-Prinzessinnen – ohne Prinz, aber eben auch ohne Partnerin. So bleibt es allgemein meist beim Queer Coding in einzelnen Szenen, ohne dass je ein explizites Outing erfolgt, was enttäuschte Fans als Queer-Baiting und Pinkwashing kritisieren.

Warum gibt es die 40 Stunden Woche? Wo kommt das Konzept her? Erklärung


Die 40 Stunden Woche ist im deutschsprachigen Raum und in den meisten anderen westlichen Ländern der Standard für die Wochenarbeitszeit von Angestellten. Sie entstand aus der historischen Notwendigkeit zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen und hat sich seitdem in den meisten Ländern der Welt durchgesetzt.

Während man zwar heute immer noch von der klassischen 40 Stunden Woche redet, ist dies längst nicht mehr in allen Branchen die Norm. Im Laufe der Geschichte wurde mit der Automatisierung von Prozessen und dem Blick auf bessere Arbeitsbedingungen stets die Arbeitszeit für Angestellte reduziert. Gerade in der heutigen Debatte ist eine Absenkung in den nächsten Jahren weiter denkbar.

Wie entstand das Konzept der 40 Stunden Woche? Ursprung, Geschichte

Ursprünglich ging es bei der Debatte um die Arbeitszeit von Arbeitern nicht um die Wochenarbeitszeit, sondern die Zeit, die jeden Tag mit der Arbeit verbracht wurde. Bereits im späten Mittelalter gab es einige Bestimmungen, wonach Arbeiter der Krone nur 8 Stunden am Tag mit Arbeit beschäftigt sein durften. Das hatte vor allem damit zu tun, dass die Arbeiter noch die Möglichkeit haben sollten, etwaige Feldarbeit auf ihren eigenen Höfen zu erledigen und somit ihre Abgaben leisten zu können.

Erst umfassende Gedanken über das Konzept machte man sich während der industriellen Revolution. Während 1825 in Deutschland noch rund 82 Stunden die Woche gearbeitet wurde, sank dies im Laufe der folgenden Jahre. Das hatte auch etwas damit zu tun, dass die Arbeit inzwischen eine körperliche Anstrengung mit sich brachte, in denn Erschöpfung oder sogar der Tod nicht mehr zu übersehen waren. Im Laufe des 19. Jahrhunderts waren es vor allem die industriellen Arbeiter in Großbritannien, die Forderungen nach einer Einschränkung der täglichen Arbeitszeit stellten. Tatsächlich gelang es erstmals eine 8 Stunden Grenze in einigen Branchen einzuführen – allerdings wurde zu diesem Zeitpunkt immer noch an mindestens sechs Tagen, manchmal auch sieben Tagen der Woche gearbeitet.

In Deutschland wurde 1918 und somit nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erstmals der 8 Stunden Tag gesetzlich festgeschrieben. Auch damals galt der Samstag jedoch weiterhin als Arbeitstag, weswegen die Arbeiter immer noch 48 Stunden in der Woche beschäftigt waren. Der Sonntag galt nur aufgrund des Besuches in der Kirche als ein Ruhetag – damals galt es immer noch als ein heiliger Tag, an dem nur in wenigen Betrieben gearbeitet werden durfte. Mit den Vorbereitungen auf den Zweiten Weltkrieg wurde die Arbeitszeit in den deutschen Betrieben und Fabriken wieder deutlich erhöht und schließlich war man wieder bei deutlich über 50 Stunden pro Woche. Dieser Zustand hielt bis zum Ende des Krieges an.

In den USA war man bereits weiter – unter dem Eindruck der Gewerkschaften für die Bahnarbeiter und die Stahlarbeiter wurde hier bereits 1917 das erste Mal ein Gesetz verabschiedet, das die Arbeiter in einigen Branchen mit der 40 Stunden Woche beschützte. In den 1930er Jahren und kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde dann landesweit die 40 Stunden Woche als ein Standard festgesetzt, wobei vergleichsweise viel Autonomie bei den Staaten und bei den Betrieben geblieben ist, was Ausnahmeregelungen von diesem Gesetz angeht.

Die 40 Stunden Woche in Deutschland ist noch jung

In Deutschland hat das Wirtschaftswunder nach der Depression nach dem Zweiten Weltkrieg erst einmal wieder für eine Steigerung der Arbeitszeit gesorgt. In den 1950er Jahren starteten die Gewerkschaften schließlich eine Kampagne: „Samstag gehört Vati mir!“. Die Verbesserung der Bedingungen für Leben und Arbeit standen wieder mehr im Fokus der Arbeiter und der Gewerkschaften und es entstand eine breite Debatte darüber, wie viel Menschen arbeiten müssen und dürfen. Dabei hielt sich der Gesetzgeber erst einmal zurück und legte in den Gesetzen jeweils nur maximale Arbeitszeiten für den Arbeitsschutz fest. Es waren vor allem die Gewerkschaften, die hier mit den Tarifverträgen für einen Standard sorgten.

Heute definiert der Gesetzgeber verschiedene maximale Arbeitszeiten und Ruhetage. Es sind aber immer noch die Tarifverträge und die Unternehmen selbst, die die maximale Wochenarbeitszeit festlegen. Die 40 Stunden Woche gilt dabei auch deswegen als Standard, weil sie beispielsweise für Angestellte im öffentlichen Dienst festgeschrieben ist. Die größte Errungenschaft für Arbeitnehmer ist dabei der Umstand, dass der Samstag heute universell als freier Tag gilt und Menschen, die trotzdem am Wochenende arbeiten müssen, dafür wenigstens einen Aufschlag erhalten oder an anderen Tagen ihre freie Zeit bekommen.

Derweil ist die Diskussion auch in den letzten Monaten wieder begonnen worden. Es geht jetzt um die Frage, ob die 40 Stunden Woche mit den Errungenschaften der Digitalisierung und den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt noch zeitgemäß ist. In Spanien gibt es bereits ein Pilotprojekt mit einer 4 Tage Woche, in der nur noch 32 Arbeitsstunden gearbeitet werden. Den Arbeitnehmern steht es frei, dafür auf Lohn zu verzichten und weniger zu arbeiten. Wie die Entwicklung in den nächsten Jahren weitergehen wird, bleibt mit Sicherheit offen. Die geschichtliche Entwicklung zeigt aber, dass wir im Laufe der Jahre immer weniger gearbeitet haben.

Was bedeutet Brainteaser? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der aus dem Englischen stammende Begriff Brainteaser kann mit Knobel- oder Denksportaufgabe übersetzt werden. Die wörtliche Übersetzung lautet Gehirnkitzler.

Was bedeutet Brainteaser? Bedeutung, Definition, Erklärung

Genutzt werden Brainteaser in Vorstellungsgesprächen oder in Assessment-Centern. Die potentiellen Arbeitgeber wollen die Bewerber mit Brainteasern testen. Dabei geht es darum, dass sie gerne erkennen möchten wie gut Menschen darin sind spontan und in einer Drucksituation, wie sie ein Vorstellungsgespräch aus natürlichen Gründen darstellt, Rätselfragen zu beantworten. Letztendlich geht es dabei um die Fähigkeit Probleme möglichst sicher, selbstbewusst und zügig zu lösen. Besonders beliebt sind Brainteaser bei großen Unternehmen, die international verschiedenste Niederlassungen haben.

Die unterschiedlichen Arten von Brainteasern

Fragen, die als Brainteaser gestellt werden, haben gegebenenfalls unterschiedliche Merkmale. Häufig sind Brainteaser Fragen nicht durch logisches Nachdenken zu beantworten. Ein Beispiel für eine solche Frage wäre: Wie schwer ist die Landmasse der Bundesrepublik Deutschland? Die Antwort darauf kann in einem Vorstellungsgespräch niemand wissen.

Dessen sind sich diejenigen, die die Frage stellen, bewusst. Die Fragesteller erwarten also nicht, dass ein Bewerber die Antwort präsentieren kann. Vielmehr geht es ihnen darum zu sehen, wie der Kandidat mit der Herausforderung, die ihm soeben gestellt wurde, umgeht. Zunächst wird beobachtet, wie der Bewerber grundsätzlich reagiert. Eine Antwort die durchscheinen lässt, dass der Bewerber diese Aufgabe gar nicht erst versuchen wird zu lösen, weil ihm klar ist, dass er sie nicht lösen kann, ist schlecht. Besser ist es sich trotzdem an der Antwort zu versuchen. Dabei sollte man ständig mitteilen, was man gerade denkt. So können Arbeitgeber sehen wie man an große Herausforderungen herangeht.

Weitere mögliche Brainteaser sind Logikaufgaben aus dem mathematischen Bereich. Dabei kann es um Zahlen, aber auch um räumliches Vorstellungsvermögen gehen. Hier wird einerseits Grundlagenwissen aus der Mathematik abgefragt, andererseits wollen die Arbeitgeber sehen wie Bewerber mit etwaigen Wissenslücken umgehen. Die Frage ist, ob sie mitteilen, dass sie nicht genau wissen, wie sie die Aufgabe lösen können, oder ob sie versuchen dies möglichst gut und unauffällig zu verbergen.

Auch Aufgabenstellungen aus dem kreativen Bereich bieten sich als Brainteaser an. Hiermit soll abgefragt werden, wie gut Bewerber über den eigenen Tellerrrand hinausblicken können. Oft haben diese Brainteaser überhaupt nichts mit dem Jobprofil zu tun, für das man sich beworben hat. Sie stammen aus gänzlich anderen Bereichen. Es soll getestet werden wie gut man sich auf Unbekanntes einlassen kann.

Alle Brainteaser Fragen haben übrigens eine Sache gemeinsam. Es gibt keine alleinige richtige Antwort. Bei Brainteasern ist vielmehr der Weg das Ziel. Es geht bei Brainteasern tatsächlich darum sich in einer Stresssituation zu behaupten.

Wie man sich richtig verhält, wenn Brainteaser Fragen gestellt werden

Bewerber wissen nicht immer, dass in einem Vorstellungsgespräch Brainteaser Fragen auf sie zukommen werden. Auch das ist von Arbeitgebern so gewollt. Wenn sie dies nicht ankündigen, ist der Überraschungseffekt höher, der Stress beim Bewerber steigt und Arbeitgeber glauben daran dann besser erkennen zu können, ob ein Kandidat für die ausgeschriebene Position geeignet ist oder nicht.

Regel Nummer eins beim Lösen von Brainteaser Aufgaben ist es deshalb ruhig zu bleiben. Wer bereits beim bloßen Stellen einer Brainteaser Frage Überforderung zeigt, scheidet aus dem Bewerbungsverfahren mit Sicherheit aus. Am besten wiederholt der Bewerber die Aufgabenstellung des Brainteasers noch einmal laut in eigenen Worten und fragt anschließend, ob er die Aufgabenstellung so richtig verstanden hat. Dies bietet sich an, weil Brainteaser auch als Fangfragen konstruiert sein können. Wer zu schnell agiert, lässt sich leicht aufs Glatteis führen. Als Faustregel gilt darüber hinaus: Fragen, die ganz offensichtlich eine sehr einfach Lösung haben, sind üblicherweise Fangfragen und die Antwort, die man als richtig eingeschätzt hat, ist sicher falsch. Wer Zweifel an konkreten Inhalten der Fragestellung hat, oder etwas nicht verstanden hat, sollte nachfragen.

Arbeitgeber legen Bewerbern dieses Verhalten nicht negativ aus, im Gegenteil. Eigene Gedanken für den Lösungsweg eines Brainteasers sollten immer in kleinen Schritten mitgeteilt werden. Außerdem sollte man immer begründen warum man den Brainteaser so gelöst hat, wie man es soeben beschrieben hat. Dies macht den eigenen Gedankengang für alle nachvollziehbar und Arbeitgeber sehen, dass man als Arbeitnehmer bemüht ist Entscheidungen und Lösungswege mit Wissen zu fundieren.

Was es sonst noch zu beachten gibt
Brainteaser werden unter anderem auch dazu eingesetzt, um zu sehen, ob Menschen genau zuhören und das Gehörte wirklich erfassen können. Brainteaser sind deshalb manchmal sehr komplex und beinhalten viele Einzelinformationen. Deshalb sollte man sich nicht scheuen ein Blatt Papier und einen Stift zu erbitten und nachzufragen, ob der Brainteaser nochmals wiederholt werden könnte, nachdem man das Papier und das Schreibgerät erhalten hat. Man kann diese Bitte elegant damit begründen, dass man bei der ersten Fragestellung bemerkt hätte wie umfangreich die Aufgabe ist. Deshalb möchte man sich gerne Notizen machen, um nichts zu vergessen.

Was bedeutet „Wine Mom“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Wine Mom“ ist ein Begriff, der vor allem in den USA geprägt wurde. Ganz konkret ist dieser Begriff im Internet entstanden. Was anfangs eher als scherzhafte Bemerkung angedacht war, wurde schnell zu einem verfestigten und zudem sehr beliebten Schlagwort. Als „Wine Mom“ trinkt man gerne Alkohol, um Ruhe und Entspannung zu finden. Dies bedeutet allerdings noch lange nicht, dass man seine Pflichten als Mutter vernachlässigt.

Was bedeutet „Wine Mom“? Bedeutung, Definition, Erklärung

In unserem täglichen Sprachgebrauch ist nur wenig von der sogenannten „Wine Mom“ zu hören. Bisher konnte sich diese Bezeichnung einfach noch nicht im ausreichenden Maße durchsetzen.

Mit Blick auf die Netzwelt zeigt sich jedoch ein deutlich anderes Bild. Hier ist vor allem in Blogs, Foren und auch sozialen Netzwerken immer häufiger von der „Wine Mom“ zu hören. Irgendwie klingt diese Bezeichnung einfach modern und anders. Aus genau diesem Grund ist es durchaus denkbar, dass sich die „Wine Mom“ weiter durchsetzen wird.

Immer häufiger kann man auch im alltäglichen Leben einer sogenannten „Wine Mom“ begegnen, da es immer mehr Frauen gibt, die sich einer solchen Leidenschaft hingeben.

Wine Mom als Trend

Als „Wine Mom“ agiert man oft nicht allein. Dieser Trend zeichnet sich auch durch eine gewisse Art der Gemeinschaft aus. Beliebt ist es zum Beispiel, wenn sich eine Gruppe junger Frauen bzw. junger Mütter zum Trinken verabredet und dabei gemütliche Abende gemeinsam verbringt. Dies schafft nicht nur Gemeinsamkeit und Vertrauen, sondern kann auch konkret dabei helfen, bestimmte Probleme des Alltags gemeinsam zu verarbeiten.

Übersetzt man die Bezeichnung „Wine Mom“ wörtlich, stellt man fest, dass es sich um eine Wein trinkende Mutter handeln muss. Dies klingt im ersten Moment natürlich vollkommen plausibel, ist es jedoch nicht, denn nicht selten trinken und genießen die betroffenen Frauen gemeinsam Sekt oder andere alkoholische Spezialitäten.

Ob man eine „Wine Mom“ ist oder werden kann, hat in erster Linie überhaupt nichts mit dem Alter zu tun. In der Tendenz zeigt sich jedoch, dass es sich hierbei eher um jüngere Frauen handelt, da sich bei reiferen Frauen die Interessen häufiger in komplett andere Bereiche verlagern.

Viele Trends und Neuerungen in der Gesellschaft benötigen oft eine gewisse Zeit, um auch wirklich ausreichend an Akzeptanz zu gewinnen. Genauso verhält es sich auch bei der „Wine Mom“. Mitunter wird diesen Frauen immer noch mit Verachtung begegnet oder sie werden sogar in den sozialen Netzwerken angefeindet.

Ob sich die „Wine Mom“ innerhalb der Gesellschaft, und zwar vor allem innerhalb der weiblichen Gesellschaft auf Dauer durchsetzen wird, bleibt dabei in jedem Fall abzuwarten.

Die „Wine Mom“ ist keine Alkoholikerin

Doch worum geht es nun eigentlich wirklich bei diesem modernen Trend? In jedem Fall ist eine „Wine Mom“ nicht darauf bedacht Alkohol-Exzesse zu erleben und möchte sich auch nicht ständig hemmungslos betrinken.

Es geht der „Wine Mom“ viel mehr noch darum, Gemütlichkeit und Gemeinsamkeit zu erleben. Um dieses Gefühl zu verstärken, können alkoholische Getränke, wie Sekt oder Wein helfen.

Als „Wine Mom“ behält man somit den Überblick bezüglich der eigenen Trinkgewohnheiten. Auch werden die eigenen Kinder nicht vernachlässigt. Prinzipiell gibt es gegen diesen Trend also auch nichts einzuwenden.

Was ist Transitmigration? Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit dem Begriff Transitmigration wird die Wanderung (Migration) von Migranten (manchmal auch als Transitmigranten bezeichnet) verstanden, die von einem Land durch ein anderes in das von ihnen gewünschte Zielland wandern. Synonym können die Begriffe Permigration oder Durchwanderung verwendet werden. Diese sind jedoch beide nicht mehr zeitgemäß.

Wenn die Wanderung (Migration) von einem EU-Staat durch einen anderen erfolgt, so bezeichnet man diese Migration als Sekundärmigration. Bei der Durchquerung anderer Nicht- EU-Staaten spricht von von sogenannten Transitstaaten. Transitstaaten sollen dem Aufenthalt des Migranten bei der Überreise in einen anderen Staat dienen. Der Aufenthalt in einem Transitstaat ist temporär.

Was ist Transitmigration? Bedeutung, Definition, Erklärung

Beispielhaft für Formen von Transitmigrationen sind die Überwanderungen von Südamerika (Honduras, El Salavador, Ecuador,…), die sich jährlich mit zirka 350 000 Menschen beziffern. Die Überwanderung erfolgt meist illegal, weswegen die Zahlen nur geschätzt werden können. Ein weiteres Beispiel für Transitmigration stellt die Überwanderung (Migration) von Nordafrika nach Europa dar. Hierbei setzen Afrikaner nach Südeuropa über und reisen von dort aus in die nördlicheren europäischen Staaten.

Die Transitmigration kann aber auch über Westafrika in Richtung der EU-Außengrenzen verlaufen und sich über das Mittelmeer fortsetzen. Auch hier endet die Migration häufig in Nordeuropa. Durch die Zunahme illegaler Einwanderungen aus Kriegsgebieten oder wirtschaftlich schlechter gestellten Ländern der Erde, werden mit dem Begriff der Transmigration heutzutage häufig auch illegale Einwanderungsprozesse verbunden.

Was ist ein Transitstaat?

Der Begriff Transitstaat bezeichnet ein Land, in dem neben Warenverkehr auch Durchreiseverkehr stattfindet. In den jeweiligen Ländern selbst verbleiben Waren und Personen dabei selten. Sie dienen also häufig nur als zwischenzeitliche Anlaufstelle, um bei der Durchreise im Zielland anzukommen. Häufig ist die Bezeichnung eines Landes mit dem Begriff „Transitstaat“ sehr negativ konnotiert, da unterstellt wird, dass die Einreise in das Land nur aus Gründen der Weiterreise in einen europäischen Staat erfolgt und anderweitig gar nicht stattgefunden hätte. Dies impliziert aus europäischer Perspektive zudem, dass ein Land nicht im Stande ist seine Grenzen ausreichend politisch zu sichern und einen derartigen Durchreisestrom zu unterbinden. Im Umkehrschluss führt dies häufig dazu, dass die Begründung für zunehmende illegale Einwanderungen auf die Nachbarstaaten der Europäischen Union geschoben werden (Unterstellung: Nicht ausreichende Grenzabsicherung).

Illegale Einwanderung: Wann wird eine Migration als illegal bezeichnet?

Der Begriff der illegalen Einwanderung beschreibt Prozesse, bei denen die Einwanderung in ein Land unter dem Verstoß gegen die im Zielland geltenden Gesetze erfolgt.

Die Möglichkeiten bei der Einreise als illegal zu gelten oder während des Aufenthalts illegalisiert zu werden sind vielfältig: Heimliche Einreise oder das Vorhandensein von ausweisenden Dokumenten, die Personendaten und vorherige Aufenthaltsstaaten preisgeben, Erhalt eines Visums durch das Tätigen falscher Personenangaben bei den jeweiligen Ausländerbehörden oder bereits vor Einreise in das Zielland, Annahme einer Arbeitsstelle ohne das Vorhandensein einer Arbeitsgenehmigung, Einreise mit gefälschten personalen Dokumenten oder reguläre Einreise bei zeitgleicher Überschreitung der in der Aufenthaltsgenehmigung datierten Aufenthaltsdauer. Häufig geraten illegale Einwanderer in diesem Kontext dadurch in Konflikt mit den jeweils im Land geltenden Gesetze. Die Kontrolle solcher illegaler Einwanderungsprozesse wird aufgrund zunehmender Komplexität in jedem einzelnen Fall immer schwieriger.

Migration – Was wird unter dem Begriff verstanden?

Der Begriff Migration fasst als eine Art Überbegriff jede Veränderung und Verlagerung des Wohnortes, die auf die Dauer angelegt ist zusammen. Erfolgt diese Wanderung (Migration) über Landesgrenzen hinaus wird sie zudem als internationale Migration bezeichnet. Unterschieden wird in diesem Kontext häufig zwischen Immigration und Emigration. Während Immigration den Aspekt der Einwanderung in ein anderes Land beschreibt, beschreibt der Begriff der Emigration die Abwanderung aus dem Heimatland.

Was ist das digitale Zeugnis? Bedeutung, Definition, Erklärung


Jeder kennt das klassische Zeugnis, das die Schülerinnen und Schüler am letzten Schultag vor den Ferien ausgehändigt bekommen. Das nun neu eingeführte digitale Zeugnis macht die sonst nur analog ausgehändigten Daten auch digital verfügbar. Dabei hat das digitale Zeugnis in puncto Fälschungssicherheit und Lesbarkeit einige Vorteile gegenüber der Papiervariante, sodass das digitale Zeugnis die bislang als Usus geltende Papierform schon bald vollständig ablösen könnte.

Digitale Zeugnis wird neuen Standards am Arbeits- und Ausbildungsmarkt gerecht

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt hat sich in den letzten Jahren stark verändert und auch digital weiterentwickelt. Nicht nur wenn es um die Bewerbung um einen offiziellen Job geht, sondern auch, wenn die Bewerbung für einen Ausbildungs-, Praktikums- oder Studienplatz an einer der renommierten Fachhochschulen oder Universitäten ansteht, werden die Bewerbungsunterlagen heute längst digital übermittelt.

Ziel ist eine Entlastung der Verwaltungsarbeit und eine Beschleunigung der Bewerbungsverfahren und der Platzvergabe an den Ausbildungs- und Bildungsstätten. Ein häufiges Problem: Die Zeugnisdokumente müssen von den Absolventen und Bewerbern eigenhändig digitalisiert werden.

Die eigenhändige Digitalisierung der Zeugnisdokumente lässt jedoch immer auch Schlupflöcher für mögliche Fälschungen und nicht zulässige Änderungen an den offiziellen Dokumenten. Überprüfbar sind derartige Änderungen bislang nicht oder nur mit sehr aufwändigen Mitteln. Zudem sind die selbst erstellten Fotos und Scans von den Dokumenten oft von geringer Qualität und nur schwer lesbar.

Hier schafft das neue digitale Zeugnis zuverlässige und schnelle Abhilfe: Der große Vorteil des neuen, offiziellen digitalen Zeugnisses liegt darin, dass die Dokumente nicht nur zentral und nach allgemein verbindlichen Standards digitalisiert werden, sondern durch eine separate Blockchain des Landes auch fälschungssicher und überprüfbar werden.

Vorteile des digitalen Zeugnisses

Die Einführung des offiziellen digitalen Zeugnisses bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Neben dem neu definierten Standard für die Fälschungssicherheit der Zeugnisdokumente unterliegt die Digitalisierung der Daten auch einem standardisierten Datenschutz: Das neue digital ausgegebene Zeugnis gilt als DSGVO-konform. Nachdem die sensiblen Daten verarbeitet worden sind, werden nicht die Daten selbst, sondern nur ein sogenannter Hash-Wert in der Blockchain gespeichert, mit dem alle offiziellen Angaben auf den digitalen Dokumenten fälschungssicher und nachprüfbar werden.

Bewerbungsprozesse auf Basis des digitalen Zeugnisses werden insofern effizienter, als alle digital erfassten Zeugnisse nach identischen Standards und nach einem vergleichbaren Aufbau für die Ausbildungsstätten und Hochschulen gut lesbar und auf Echtheit zu überprüfen sind.

Doch nicht nur für die Betriebe, Ausbildungsstätten und Hochschulen ist das digitale Zeugnis mit vielen Vorteilen verbunden: Auch die Bewerber und Absolventen selbst sparen Zeit und profitieren von einer Arbeitserleichterung: Mit der Einführung des digitalen Zeugnisses entfällt das Erstellen von zumeist kostenpflichtigen, beglaubigten Kopien. Außerdem ist kein lästiges Archivieren von Zeugnisakten mehr erforderlich und die Umwelt wird durch die papierlose digitale Alternative zum analogen Zeugnis nachhaltig geschont.

Wann wird das digitale Zeugnis verfügbar sein?

Die Grundlagen und Rahmenbedingungen für das digitale Zeugnis wurden bereits geschaffen. Derzeit gilt eine Übergangsfrist, die noch bis Ende 2022 gilt. Danach müssen alle Zeugnisdokumente verpflichtend auch digital zur Verfügung gestellt werden. Die Grundlage für das neue digitale Zeugnis bietet das bereits im Jahre 2017 in Kraft getretene OZG (Onlinezugangsgesetz), das als eine Maßnahme der Digitalisierung beschlossen worden ist.

In diesem verabschiedeten Gesetz werden alle Betriebe und Ausbildungsstätten in den Kommunen und Ländern verpflichtet, offizielle Verwaltungsleistungen und damit auch Zeugnisse und Ausbildungsdokumente auch in elektronischer, digitaler Form zur Verfügung zu stellen.

Wie wird das digitale Zeugnis übermittelt und abgerufen?

Das digitale Zeugnis umfasst die von den Ausbildungsstätten und Schulen digital erfassten Noten- und Bewertungsdaten. Diese werden offiziell von der Bundesdruckerei in Kombination mit einer Datei, die maschinenlesbar ist, nach geltenden Datenschutzrichtlinien verschlüsselt. Integriert ist außerdem eine digitale Signatur, die nach heutigen Standards als fälschungssicher gilt.

Bei der Erstellung des digitalen Zeugnisses werden Zugangscodes für den Download der Daten generiert, die in Kombination mit dem Zeugnis in Papierform ausgehändigt werden. Somit ist das digitale Zeugnis in einem ersten Schritt eine Ergänzung zur Papierform der Dokumente, die zunächst ebenfalls an die Auszubildenden und Schülerinnen und Schüler ausgehändigt wird. Die Entwicklungen lassen jedoch vermuten, dass die digitale Alternative das analoge Zeugnis schon bald vollständig ersetzen könnte.

Das digitale Zeugnis selbst wird in Form einer PDF-Datei zur Verfügung gestellt, die mit einer herkömmlichen Standardsoftware gespeichert und geöffnet werden kann. Auch die Weitergabe der digitalen Zeugnisse ist dank des etablierten Dateiformats demnach kein Problem.

Der PDF-Standard ermöglicht, dass die digitalen Dokumente nach eigenem Ermessen weitergegeben und lokal gespeichert werden können. Damit geht einher, dass die Empfängerinnen und Empfänger auch selbst verantwortlich für die Aufbewahrung und sichere Speicherung der digitalen Zeugnisdokumente sind. Ihnen obliegt die Hoheit über die Daten und jede Person entscheidet selbst, wem der Nachweis über z.B. den Bildungsabschluss vorgelegt wird.

Wie funktioniert die Echtheitsüberprüfung der digitalen Zeugnisse?

Obgleich es sich bei den digitalen Zeugnissen zukünftig um eine auf den ersten Blick schlichte und herkömmliche PDF-Datei handelt, können die Dokumente jederzeit auf Echtheit überprüft werden und gelten daher als fälschungssicher.

Die Bildungsportale der Länder stellen einen offiziellen Service bereit, über den die Zeugnisse in nur einem Schritt auf Echtheit überprüft werden können. Dazu werden die digitalen Zeugnisse per Drag-and-Drop auf einer SSL-verschlüsselten Portalseite hochgeladen und in Echtzeit geprüft, ohne dass ein weiterer händischer Bearbeitungsvorgang nötig wird.

Digitales Zeugnis: Kein Schulungsaufwand für Lehrpersonal

Die Befürchtung, alle Lehrkräfte benötigten mit der Einführung des digitalen Zeugnisses auch einen Crashkurs im IT-Wesen, wurde schon in einer frühen Phase ausgeräumt. Die Schulen geben die digitalen Zeugnisdaten in ihr bekanntes System ein, das ohnehin schon in der Schulverwaltung Verwendung findet.

Mit Hilfe einer Schnittstelle zur Bundesdruckerei werden die Daten schließlich zentral aus der Schulverwaltung an den Bund übertragen. Datenschutzkonform und digital signiert werden die Zeugnisse schließlich zurück an die Schulverwaltungen geschickt, die die Zeugnisse an die Schülerinnen und Schüler ausgeben.

Was ist Slacktivism? Bedeutung, Definition, Erklärung


In vielerlei Hinsicht ermöglicht uns die Globalisierung Dinge, die vor 100 Jahren noch unvorstellbar waren. Wir können Grenzen überwinden, indem wir einen Videoanruf tätigen, um eine Person Tausende von Kilometern entfernt von Angesicht zu Angesicht zu sehen, wir können mit Freunden und Familienmitgliedern in Kontakt treten, die wir seit Jahren nicht mehr gesehen haben, und wir können in weniger als einer Sekunde eine Nachricht senden, um so schnell wie möglich mit anderen Menschen zu kommunizieren. Und das alles dank der Tatsache, dass wir das ganze Jahr über jeden Tag online sind.

Was ist Slacktivism? Bedeutung, Definition, Erklärung

Aber in vielen Fällen ist dieses Gefühl der Hyperverbundenheit künstlich – wie verbunden können wir hinter einem Mobiltelefon oder Computer wirklich mit anderen sein? Viele Menschen nutzen diese Bildschirme als Schutzschild, um all ihre Meinungen zu äußern, ohne Angst zu haben, missverstanden zu werden. Auch eine direktere Konfrontation, die in einigen Fällen soziale Interaktionen ersetzt, bei denen eine körperlichere Position notwendig ist, wie z. B. im Aktivismus, ist über den Bildschirm in dieser Form nicht möglich.

In der Vergangenheit bedeutete Aktivismus, dass Menschen ihre Häuser verließen, marschierten, protestierten, sich zu Wort meldeten und physische Forderungen stellten, um sich Gehör zu verschaffen, wenn ihnen ein Anliegen wichtig war. In den sozialen Medien kann eine Person auf etwas klicken oder Inhalte über etwas teilen, das sie für wichtig hält, und dann zwei Sekunden später ihr Leben weiterführen und Facebook besuchen.

Woher kommt „Slacktivismus“?

„Slacktivism“ ist eine Wortneuschöpfung aus zwei englischen Wörtern: „slack“, was so viel wie „Faulpelz“ bedeutet, und „activism“, was mit „Aktivismus“ übersetzt werden kann. Das Wort wurde kreiert, um den Akt der Unterstützung für eine Sache in den sozialen Medien zu beschreiben, der jedoch in der Regel keine wirkliche Auswirkung hat, abgesehen davon, dass er dem Ego der Person, die sich beteiligt, zugute kommt. Die Handlung erfordert nur minimalen Aufwand, weshalb der erste Teil des Begriffs das Wort „Slacktivist“ enthält. Die besten Beispiele für Slacktivismus sind die Unterzeichnung von Online-Petitionen, der Beitritt zu einer von einer Organisation geschaffenen Gemeinschaft, ohne in irgendeiner Weise dazu beizutragen, das Teilen von Nachrichten über eine Sache in den sozialen Medien oder die Änderung des eigenen Avatars in einen, der eine bestimmte Idee unterstützt.

„Slacktivismus“ versus „Klicktivismus“

Neben dem „Slacktivismus“ gibt es auch noch den sogenannten „Klicktivismus„. Die Bezeichnung „Klickaktivismus“ wird fast immer verwendet, um Aktivisten zu beschreiben, die Proteste über soziale Medien organisieren wollen. Mit Klickaktivismus können Organisationen ihren Erfolg quantifizieren, indem sie sehen, wie viele Menschen auf eine Petition oder einen anderen Aufruf zum Handeln geklickt haben. Dies unterscheidet sich vom „Slacktivismus“, denn er ersetzt andere Mittel, die zuvor eingesetzt wurden (Telefonanrufe, Mundpropaganda, Flugblätter usw.), um Menschen dazu zu bringen, sich einer Sache anzuschließen, um einen Protest, wie auch immer er aussehen mag, zu einem physischen Protest zu machen. Obwohl der Klickaktivismus die sozialen Medien besser zu nutzen scheint, wurde er auch kritisiert, weil er zu sehr an Werbekampagnen erinnert, bei denen statistisch erfasst wird, wie viele Klicks es gegeben hat.

Wenn Slacktivismus ein Misserfolg ist

Der Fall Kony im Jahr 2012 ist das beste Beispiel für gescheiterten Slacktivismus. Als ein etwa 30-minütiges Video, das Joseph Kony zeigt (einen sehr gefährlichen Mann, der angeblich über 60 000 Kinder entführt und die Jungen zu Soldaten und die Mädchen zu Sexsklavinnen gemacht hat), viral ging und in weniger als sechs Tagen über 100 Millionen Mal angesehen wurde, waren sich viele Menschen der Situation bewusst, aber die einzige Maßnahme, die sie zu ergreifen schienen, bestand darin, das Video auf ihren Social-Media-Profilen zu teilen, nicht aber darin, freiwillig Zeit zu opfern oder Geld zu spenden. Ein bestürzendes Beispiel, wie Slacktivismus funktioniert.

Richtig eingesetzt, kann Slacktivismus ein Erfolg sein. Es gibt in der Tat Fälle, in denen der Slacktivismus erfolgreich war. Eine der jüngsten Aktionen war die #IceBucketChallenge, bei der gewöhnliche Menschen und Prominente auf der ganzen Welt Videos aufnahmen, in denen sie sich mit Eiswasser übergossen, um auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen. Obwohl viele die Kampagne für eine große Zeitverschwendung hielten, wurde der Aufruf zum Handeln richtig eingesetzt, denn die durchnässte Person sagte am Ende des Videos, wo man spenden kann. Die Ergebnisse waren hervorragend, denn am Ende wurden 100 Millionen Dollar für die Erforschung dieser Krankheit gesammelt.

Was bedeutet „Work Husband“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Woran ist eigentlich zu erkennen, dass man es mit einem sogenannten „Work Husband“ zu tun hat? Hierbei gibt es ganz bestimmte Anzeichen, die sehr charakteristisch sind. Zunächst sollte man sich jedoch ein wenig mehr mit diesem Begriff beschäftigen. Es geht hierbei vor allem um einen aktuellen Trend, der aus den USA stammt und zunehmend auch in Deutschland immer beliebter wird. Ein „Work Husband“ ist in diesem Zusammenhang eine Art Ehemann am Arbeitsplatz. Man darf sich hierbei jedoch nicht zu sehr auf das Wort Ehe fixieren, denn in dieser Konstellation ist die Liebe deutlich unterrepräsentiert und kommt in den meisten Fällen auch gar nicht erst zur Geltung.

Was bedeutet „Work Husband“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der „Work Husband“ ist anders als oft vermutet kein klassischer Liebespartner. Viel mehr handelt es sich um den besten Freund am Arbeitsplatz. Einem „Work Husband“ kann man auf ganzer Linie vertrauen. Man teilt gemeinsame Interessen und ist ständig darauf bedacht sich gegenseitig zu unterstützen. Außerdem arbeitet man in aller Regel auch auf ein gemeinsames Ziel hin und feiert somit im Ergebnis auch gemeinsame Erfolge. Es handelt sich daher nun einmal vollkommen eindeutig um eine sehr fruchtbare Beziehung, die oft als sehr angenehm empfunden wird.

Wer es mit einem „Work Husband“ zu tun hat, kann geschlechtlich orientiert sein wie er oder sie will. Letztlich ist dies vollkommen belanglos. Schließlich geht es eh nicht darum sich ineinander zu verlieben oder eine gemeinsame romantische Beziehung aufzubauen. Ein „Work Husband“ ist wohltuend, allerdings sollte hierbei nicht das Herz zu sehr klopfen. Für eine funktionierende Verbindung dieser Art ist es überaus wichtig, dass die Fronten klar sind.

Ohne den „Work Husband“ ist man nicht vollständig leistungsfähig

Was ist eigentlich, wenn der „Work Husband“ im Urlaub ist? Mitunter kann dieser auch aus gesundheitlichen Gründen ausfallen oder muss an einer Fortbildung teilnehmen. Ist man nun plötzlich ganz auf sich allein gestellt, mögen viele Dinge nicht mehr im ausreichenden Maße gelingen. Erst dann, wenn ein solcher Partner wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrt, kann man endlich wieder die volle Leistung bringen.

Ein Jobwechsel oder eine Kündigung würde niemals ohne Konsequenzen bleiben

Ein weiteres Indiz dafür, dass man einen „Work Husband“ an seiner Seite hat ist, dass man sich im Falle einer Kündigung oder eines Jobwechsels des „Work Husband“ ebenfalls dazu entschließen würde den bisherigen Arbeitsplatz zu verlassen. Dies ist sicher auch nicht besonders verwunderlich, denn fortan wäre man vollständig auf sich allein gestellt und könnte neben einer verminderten Leistung auch keine wirkliche Freude mehr bei der Arbeit entwickeln.

Work Husband: Der Kontakt bleibt oft auch noch im Rentenalter bestehen

Eine Beziehung dieser Art macht sich im aktiven Berufsleben zwar nahezu ausschließlich am Arbeitsplatz bemerkbar, jedoch kann im Rentenalter daraus durchaus eine sehr fruchtbare Freundschaft entstehen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass man alte Erinnerungen gern teilen möchte. Darüber hinaus hat man sich in den vielen gemeinsamen Jahren der erfolgreichen Arbeit sehr schätzen gelernt und kann nun nicht einfach von dieser fruchtbaren Beziehung lassen.

In einer solchen Verbindung werden jedoch nicht ausschließlich positive Erfahrungen miteinander geteilt. Kommt es zu Problemen im Büro, weil einige Kollegen gegen den Strom schwimmen oder es zu einem Einbruch des Umsatzes kommt, hält diese Verbindung weiterhin stand. Dies kann sich dann allerdings auch als zeitweise unharmonisch gestalten. Mit seinem „Work Husband“ ist man immer sehr eng verbunden. Genau aus diesem Grund wird man es sich dann auch eher trauen sehr deutlich die Meinung zu sagen oder Probleme ganz offen anzusprechen.

Work Husband: Ein noch recht neuer Trend mit sehr viel Potenzial

Dieser Trend ist in Deutschland noch recht neuartig und muss sich zunächst noch etablieren. Sicher gibt es ähnliche Beziehungen am Arbeitsplatz schon seit langer Zeit, jedoch wurden diese bisher nie so bezeichnet. Wie stark dieser Trend in den nächsten Jahren noch zunehmen wird, ist noch nicht seriös zu beurteilen. Allerdings wird gerade in Büros die alltägliche Zusammenarbeit immer lockerer. Ein solches Modell würde daher in vielen Bereicher sicher sehr gut passen und den Alltag dominieren.

Doch ist es denn nun eigentlich sinnvoll einen „Work Husband“ zu haben? Dies lässt sich keineswegs pauschal beurteilen und hängt ganz sicher auch von den ganz persönlichen Ansichten ab. Im Grunde können aus einer solchen Beziehung jedoch sehr positive Arbeitsergebnisse resultieren, die sich letztlich auch für den Umsatz als sehr förderlich erweisen können.

Was bedeutet Mehrheitsgesellschaft? Bedeutung, Definition, Erklärung


In jedem Land gibt es unterschiedliche Menschen. Sie unterscheiden sich durch ihr Aussehen, die Hautfarbe, Sprache und in einigen Fällen durch den jeweiligen kulturellen Hintergrund. Dieser kann darin bestehen, dass Menschen beispielsweise aus einem anderen Land mit anderen Traditionen und Einflüssen einwandern. Sie passen sich im Rahmen ihre Möglichkeiten oder Vorstellungen an die neuen Bedingungen an, ohne die eigenen landesspezifischen Kriterien aufzugeben.

Was bedeutet Mehrheitsgesellschaft? Bedeutung, Definition, Erklärung

Dabei kann es zwischen den einzelnen Gruppen signifikante Unterschiede geben. Ist innerhalb dieser Gesellschaft ein Teil besonders stark vertreten, kann er das Land in seiner Entwicklung dominieren. Dieser Anteil prägt die gesamte Entwicklung des betreffenden Landes von der Schule bis zur Besetzung von wichtigen Positionen in der Wirtschaft und der Politik.
Seine Bedeutung für das Gemeinwesen ist so stark ausgeprägt, dass man hier von einer Mehrheitsgesellschaft sprechen kann. Innerhalb vieler Staaten der Erde kommt der Begriff vor allem bei der Integration von Einwanderern vor, die aus ethnisch anders geprägten Nationen dazu stoßen und somit eine proportionale Minderheit darstellen. Diese kann sich nicht immer auf die Unterstützung der herrschenden Klasse des betreffenden Landes stützen, die in Wahlen auf die Stimmen der Mehrheit der Gesellschaft angewiesen ist.

Wie unterscheidet sich der Multikulturalismus von der Mehrheitsgesellschaft?

Der Multikulturalismus konzentriert sich auf die Stärken und Vorteile, die die in einem Land vertretenen Kulturen dem betreffenden Staat bieten können. Die Vertreter dieser Gruppe stehen für eine effektive, schnelle und offene Integration der Zuwanderer, ohne dass diese ihre Herkunft und die Vorteile ihrer früheren Heimat verschleiern oder unterdrücken müssen. Durch die Assimilierung entstehen für den einzelnen, der beispielsweise zur Mehrheitsgesellschaft gehört, einige wesentliche Vorteile. Zum Einen können die Zuwanderer neue Sprachen, Sitten und Gebräuche einführen, die das Leben bereichern. Viele kennen beispielsweise türkische Gerichte und Spezialitäten, die aus dem täglichen Leben nicht mehr weg zu denken sind.

Außerdem gründen Zuwanderer Firmen, die sich auf dem Markt behaupten und so zur Beschäftigung beitragen. Auf diese Weise haben viele Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft schon Arbeitsplätze erhalten und ihre Existenz absichern können.

Welche Nachteile sind mit einer Mehrheitsgesellschaft verbunden?

Wo Mehrheitsgesellschaften etabliert und verstetigt werden, bildet sich gleichzeitig ein Muster. Dieses Muster bevorzugt in erster Linie Menschen, die als Inländer empfunden werden. Sie sprechen die gleiche Sprache, sehen ähnlich aus und passen sich der jeweiligen heimischen Kultur an. Gruppe der sogenannten Inländer kann aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten mit unterschiedlichen Ausprägungen bestehen. Grundsätzlich können sich die Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft bei Bedarf effektiv von anderen ethnischen Gruppen, die zugewandert sind, abgrenzen.

Daraus kann Rassismus abgeleitet werden, der vor allem in einer Dominanzkultur viele Ziele findet. Menschen, die eine andere Hautfarbe, eine abweichende Sprache und einen alternativen Verhaltenscodex haben, werden von den Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft eventuell abwertend behandelt und mit stereotypen Vorurteilen versehen.

Gibt es innerhalb eines Landes separierte Mehrheitsgesellschaften?

Innerhalb eines Landes leben die hier geborenen Bürger, Zugewanderte und Gäste. Unter den hier geborenen Menschen kann es jedoch ebenfalls zu Mehrheitsgesellschaften kommen. Diese entstehen beispielsweise dann, wenn eine bestimmte Gruppe ihre Arbeitsplätze verliert und über das Arbeitslosengeld im Laufe der Zeit jeweils den Status von Langzeitarbeitslosen erhält. Dieser wird oft mit Hartzer abgekürzt. Er umfasst eine Gruppe von Menschen, denen die Mitglieder der bessergestellten Schichten mit zahllosen Vorurteilen begegnen. Dazu gehört die Vorwürfe der Faulheit und die fehlende Bereitschaft, für sich selbst sorgen zu wollen.

Ein gutes Beispiel findet man in Großstädten. Während die finanziell abgesicherten Kreise im Sommer in Straßencafés sitzen oder finanziell aufwendigen Hobbys nachgehen, verbringen die vom Staat abhängigen Bewohner ihren Alltag vor dem Fernseher. So kommt mancher, der die Probleme des Einzelnen nicht kennt, auf die Idee, dass die Besucher des Cafés und die finanziell Benachteiligten keine intellektuellen oder emotionalen Schnittpunkte haben, um fruchtbare Gespräche führen zu können.

Welche Gefahren sind mit der Mehrheitsgesellschaft verbunden?

Wenn im Laufe der Zeit Menschen aus anderen Kulturkreisen ins Land kommen, fühlen sie sich oft auch wegen ihrer religiösen Vorstellungen diskriminiert. Dazu kommen schlechte Bildungs- und Aufstiegschancen. Das führt zur Abkapselung. Wer sich in eine bestimmte Richtung gedrängt sieht, die ihm nur mit Vorurteilen begegnet, findet in den eigenen Reihen oft den notwendigen Trost. Diese schüren aber auch den Hass auf die Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft, die den eigenen Leuten die notwendigen und verdienten Chancen vorbehält.

Das Ergebnis kann in einer Radikalisierung liegen, mit der sich die Zuwanderer an der Mehrheitsgesellschaft rächen wollen. Aus diesem Grund sollte der Staat stets für eine Integrationspolitik eintreten, die allen Menschen innerhalb des Landes gleiche und faire Möglichkeiten in der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik einräumt. sofern der Einzelne über die benötigten geistigen, körperlichen oder sozialen Fähigkeiten verfügt.
Welche gedanklichen Ansätze sprechen für eine Umkehr?

Ersten sollten sich alle Verantwortlichen und Beteiligen fragen, wie sie die Gesellschaft fairer und gerechter gestalten können. Gleichzeitig müssen die Vorurteile gegenüber den Bewohnern von sozial benachteiligten Vorstädten aufgehoben werden. Hier hilft ein offener und vorurteilsfreier Dialog.

Was ist ein Deadname? Was ist Deadnaming? Bedeutung, Definition, Erklärung


Deadnaming ist die Verwendung von sogenannten toten Namen, den Deadnames. Der Deadname ist ein früherer Vorname der betreffenden Person, den diese nicht mehr verwendet. Die Namensänderung führen in der Regel nichtbinäre Menschen und Transgenderpersonen durch, um eine Geschlechtsänderung anzuzeigen.

Woher kommt Deadnaming?

Das Deadnaming bedeutet, die betreffende Person mit ihrem „toten Namen“ anzusprechen oder über sie mit dieser Namensbezeichnung zu sprechen. Dies geschieht manchmal unabsichtlich, weil der Sprecher über die Namensänderung noch nicht informiert ist oder sich aus Versehen verspricht, doch es gibt auch absichtliches Deadnaming aus einer transfeindlichen Absicht heraus. Solche Sprecher anerkennen den Namenswechsel nicht, was bedeutet, dass sie das neue Geschlecht der betreffenden Person und die Tatsache von Geschlechtsumwandlungen überhaupt nicht anerkennen. Für die binäre Person bzw. die Transgenderperson ist dies sehr belastend. Selbst ein unabsichtliches Deadnaming wirkt verletzend. Der Namenswechsel erfolgte schließlich nicht umsonst.

Geschlechtsidentifikation über den Vornamen

Unser Vorname, den wir unmittelbar nach der Geburt erhalten, definiert fortan unser Geschlecht und ist praktisch unser wichtigstes persönliches Merkmal. Es lässt sich durchaus der Standpunkt vertreten, dass nichts so sehr unsere Persönlichkeit prägt wie die Zuordnung zu einem Geschlecht. Die gesamte Erziehung, die zugedachte Rolle in der Gesellschaft und folglich alle privaten, aber auch viele berufliche Lebensentscheidungen basieren auf unserem Geschlecht. So gibt es

  • deutlich mehr männliche als weibliche Führungskräfte in Großunternehmen,
  • mehr männliche als weibliche Abgeordnete,
  • mehr männliche als weibliche Soldaten,
  • so gut wie keine männlichen Harfenisten,
  • nur sehr wenige männliche Erzieher in KiTas und
  • mehr weibliches als männliches Pflegepersonal.

Dies sind nur einige Beispiele für unsere Geschlechterrolle im Berufsleben. Der wichtigste Punkt dürfte wohl sein, dass Männer die Erfahrung von Müttern niemals machen können und ihnen damit die wahrscheinlich wichtigste menschliche Erfahrung verwehrt bleibt. Wenn nun unser Geschlecht und die ihm zugedachte Rolle so unglaublich bedeutsam ist, erschließt sich a priori auch allen sich eindeutig als Frau oder Mann empfindenden Menschen, dass binäre Personen und Transgender mit ihrer Geschlechterrolle ganz unglaublich hadern und die Anzeige eines gewechselten Geschlechts durch den Vornamen für sie enorm wichtig ist. Von ihrem Umfeld darf man erwarten, dass es dies akzeptiert und Deadnaming daher strikt vermeidet. Man bedenke auch die wahrhaft krasse Bezeichnung als „toter“ Name: Die betreffende Person hat den früheren Namen für tot erklärt und beerdigt. Das ist schon ein sehr starker Schritt. Es verweist darauf, wie wichtig für sie die neue Geschlechtsidentität ist.

Deadnaming im sprachlichen Kontext

Die betreffenden Personen wünschen die ausschließliche Verwendung ihres neuen Vornamens, und zwar auch dann, wenn es um ihre Vergangenheit geht, in der sie den früheren Namen (nun der Deadname) noch trugen. Der sprachliche Kontext ist für sie maßgebend, um in die neue Geschlechtsidentität hineinzufinden. Sie verwenden den neuen Vornamen auch als Mittel des Outings gegenüber Menschen, die über ihre Geschlechtsumwandlung noch nicht informiert waren. Es genügt die Nennung ihres neuen Vornamens, um die gesamte Geschichte zu erzählen. Für Menschen, die auf diese Weise davon erfahren, ist Sensibilität das oberste Gebot. Sie sollten keine weiteren Fragen stellen, sondern die Tatsache einfach stillschweigend zur Kenntnis nehmen und natürlich fortan Deadnaming (auch unabsichtliches) strikt vermeiden.

Mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Deadnaming

Im Journal of-Adolescent Health wurde 2018 eine Studie über jugendliche Transgenderpersonen veröffentlicht. Dabei stellte sich heraus, dass der neue, von ihnen selbst ausgesuchte Name, der zum von ihnen empfundenen Geschlecht passt, ihre psychische Gesundheit sehr deutlich verbessert. Depressive Symptome und die Risiken für Suizidalität gingen signifikant zurück. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Deadnaming die psychische Gesundheit dieser Menschen sehr stark beeinträchtigt.

Seit wann ist Deadnaming begrifflich bekannt?

Das Phänomen ist mit Stand 2021 im deutschen Sprachraum noch relativ unbekannt. Das liegt daran, dass die es Medien nur sehr selten aufgreifen, nämlich dann, wenn eine prominente Person ihre Transgenderidentität bekannt gibt. Das ist selten. Ansonsten beschäftigen sich die meisten Menschen mit dem Thema kaum.

Eine breitere Öffentlichkeit erfuhr von dem Phänomen durch Caitlyn Marie Jenner, heute eine Frau, geboren aber als Junge und später als Sportler sehr erfolgreich (1976 Goldmedaillengewinner im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen). Im Jahr 2015 kurz nach der Geschlechtsumwandlung von Jenner verwendeten viele Medien mehr oder weniger unabsichtlich noch ihren Deadname, was starke Kritik auslöste.

Im Jahr 2020 trat in den Medien Deadnaming beim kanadischen Schauspieler Elliot Page auf, heute ein Mann, geboren aber als Mädchen. Die Medien wurden dafür heftig kritisiert. Seit einiger Zeit gibt es Ratgeber von LGBT-Verbänden, die darauf verweisen, dass es a) Deadnaming gibt und dass es b) strikt zu vermeiden ist.

Ein Style-Guide der Trans Journalists Association betont, dass es absolut keine Gründe gibt, einen Deadname zu erwähnen. Journalisten sollten diese Information auch nicht erfragen. Dies betrifft auch Nachrufe. So einen Fall gab es 2020 nach dem Tod von Aimee Stephens, einer US-amerikanischen Transgenderaktivistin. Einige Zeitungen hatten im Nachruf den Deadname genannt und entschuldigen sich später dafür, darunter die Associated Press und die New York Times. Dem steht gegenüber, dass die Öffentlichkeit durchaus am Fakt an sich interessiert ist und unter anderem Wikipedia die früheren Vornamen, mithin die Deadnames, von Transgenderpersönlichkeiten nennt.

Wir haben sie in diesem Artikel trotz einschlägiger Kenntnis bewusst weggelassen. In den USA kommt es nach Morden an Transgenderpersonen immer wieder vor, dass die Polizei in ihrem Bericht den Deadname nennt. Die dementsprechenden Fallzahlen sind sehr hoch: Deadnaming kommt demnach in 87 % aller betreffenden Mordfälle vor. Auch in Medienberichten zu Gewalt gegen Transgenderpersonen wird zumindest in den USA in knapp 70 % aller Fälle der Deadname zumindest zusätzlich erwähnt.

Reaktionen von Onlinemedien und Unternehmen

Twitter führte im Oktober 2018 das Verbot von Deadnaming ein. Betroffene merkten allerdings 2019 an, dass dieses Verbot unterlaufen werde und Twitter darauf zu schwach reagiere. Die Internet-Movie-Database änderte 2019 ihre Regeln: Seither dürfen aufgeführte Transgenderpersonen ihren Deadname aus der Plattform entfernen lassen. Vorausgegangen waren Vorwürfen durch Schauspieler, die Transgenderpersonen sind. Die Kaffeehauskette Starbucks machte 2020 in einem Werbespot auf Deadnaming aufmerksam und erhielt dafür den Diversity in Advertising-Award. In Großbritannien führte Deadnaming schon zu juristischen Verwarnungen. In Deutschland gab es eine Anzeige gegen den Grünenpolitiker Boris Palmer wegen Deadnamings gegen die Transfrau Maike Pfuderer (ebenfalls Bündnis 90/Grüne), doch die Staatsanwaltschaft Tübingen stellte Palmers Unschuld fest, obgleich Deadnaming im deutschen „Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen“ verboten ist. Palmer ist (Stand Herbst 2021) der Oberbürgermeister von Tübingen.

Was sind Promaden? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei Promaden handelt es sich um Reisende, welche bewusst den neuen Globalismus und kosmopolitische Weltansichten leben. Das Wort „Promaden“ ist eine Verkürzung von „progressive Nomaden“.

Grundsätzlich geht es bei dem Begriff „Promaden“ um die Sinnhaftigkeit des Reisens aufgrund verschiedener Lebensumstände. Dazu zählen bspw. auch Reisen welche proaktiv sind. In gewissem Maße sind dabei auch Flüchtende zu inkludieren. Diese reisen teilweise aufgrund nationalistischen Gedankenguts oder autokratischer Gegebenheiten aus dem Heimatland aus. Der Leitgedanke dieser Bewegung ist die grundsätzliche Sinnhaftigkeit von Reisen und immer in Verbindung mit einer Erweiterung der Persönlichkeit steht.

Was sind Promaden? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff Promaden setzt sich aus den Wörtern „progressiv“ und „Nomaden“ zusammen. Der Begriff „progressiv“ kann mit „fortschrittlich“ bzw. „zunehmend“ übersetzt werden. Bei Nomaden handelt es sich um Menschen, welche aus wirtschaftlichen Gründen keine sesshafte Lebensweise führen. Der Begriff wird auch oftmals mit historischen Entwicklungen in Verbindung gebracht. Zumeist folgen die Wanderbewegungen von Nomaden sich wiederholenden Mustern, welche insbesondere vor dem Hintergrund von schwankenden klimatischen Bedingungen notwendig sind.

In der Kombination wird durch die „Progressivität“ der Nomaden eine abweichende Assoziation verbreitet. Da es aufgrund vieler unterschiedlicher Entwicklungen Notwendigkeiten bzw. den Bedarf für das permanente Reisen gibt, ist ein „Nomadentum“ nicht ausschließlich aufgrund klimatischer Bedingungen relevant.

Was sind Gründe für progressives Nomadentum?

Bei der stetigen Weiterreise ohne einen dauerhaften, kontinuierlichen festen Wohnsitz kann es sich bspw. um das gezielte Erlernen von neuen Kulturen und Gewohnheiten handeln. Viele Menschen reisen dauerhaft und arbeiten immer dort, wo sie sich gerade aufhalten.

Ein Bsp. für progressive Nomaden sind bspw. auch die digitalen Nomaden. Aufgrund der Möglichkeit das eigene Business über die Laptop von überall aus zu regeln, arbeiten viele Selbstständige nicht kontinuierlich an einem Ort. Bei diesem Lebensgefühl wird in Co-Working-Spaces gearbeitet oder eine dauerhafte Reise rund um den Globus mit der Tätigkeit im eigenen Business zu verbinden. Vorteilhaft sind dabei je nach Konstellation auch steuerliche Vorteile, sodass es bewusst zu der Weiterreise kommt. Nach bestimmten Fristen sind die Steuern in den Ländern zu zahlen, während der Selbstständige für einen gewissen Zeitraum als Gast gilt, und nicht zwangsläufig verpflichtet ist, Steuern zu zahlen.

Mit diesen Möglichkeiten wird den Arbeitskräften eine deutliche höhere Flexibilität in Bezug auf die Arbeitstätigkeit sowie die Arbeitszeiten ermöglicht.

Auch saisonale Arbeitskräfte können als progressive Nomaden bezeichnet werden. Die Personen reisen in wiederkehrenden Mustern für die Tätigkeit an einen bestimmten Ort. Anschließend geht es häufig zurück in den Heimatstaat um je nach Saison wieder an anderen Orten zu arbeiten. Mit diesen Tätigkeiten kommt es zum Erweiterung des Wissens, welches dann auch in dem Heimatland weitergegeben werden kann. Damit ist die Sinnhaftigkeit von stetigem Reisen gewährleistet und bietet für alle Beteiligten viele Vorteile.

Auch auf Basis bestimmter Gegebenheiten in den einzelnen Ländern, gibt es immer mehr Personen, welche sich nicht mit den existenten Rahmenbedingungen abgeben möchten. Aufgrund der zunehmenden Globalisierung sind die Möglichkeiten in andere Länder zu reisen und sinnhafte Erfahrungen zu sammeln, deutlich größer geworden. Dahingehend gibt es auch aufgrund der länderübergreifenden Arbeits- und Reisemöglichkeiten immer mehr proaktive Nomaden.

Fazit: Was sind Promaden? Bedeutung, Definition, Erklärung

Promaden haben wenig mit den klassischen Nomaden, welche aufgrund klimatischer Verhältnisse umziehen und weiterreisen mussten, zu tun. Die Entwicklung führt dazu, dass das dauerhafte Reisen zur Erweiterung der Persönlichkeit, aufgrund einer positiven Entwicklung des eigenen Business oder generell der aufgrund bestimmter wirtschaftlicher Gegebenheiten sinnvoll ist.

Die Wortneuschöpfung „Promade“ zählt zu den Trendwörtern des Jahres 2021 und wird auch in Zukunft einen deutlich höheren Anteil einnehmen.

Was ist eine Metaplanwand? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter dem Begriff Metaplanwand (im englischsprachigen Raum auch häufig als „Pin Board“ bezeichnet) wird gemeinhin eine Tafel verstanden, auf der im Rahmen von Präsentation Informationen bereitgestellt werden können. Sie stellt das Pendant zur Flipchart dar und wird häufig im Kontext von Vorträgen verwendet.

Die Metaplanwand ist zumeist eine bewegliche Wand, die auf das Anpinnen von Informationskarten ausgerichtet ist und sich durch ihre handliche Gestaltung auf einem tragbaren und ausziehbaren Gestell leicht transportieren und durch die angebrachten Rollen leicht verschieben lässt. An der Metaplanwand können mit Hilfe von Pinnnadeln Kärtchen befestigt werden, auf denen Informationen zu bestimmten Themen festgehalten und bereit gestellt werden können.

Was ist eine Metaplanwand? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bei der Nutzung der Metaplanwand stechen vor allem zwei Funktionen besonders ins Auge: Einerseits ist sie durch ihre Platzierung auf Rollen und ihr leichtes Gewicht beweglich und daher überall einsetzbar. Andererseits ist es durch das verwendete Material (meist Filzauflage als Pinnfläche)in der Lage Informationen unter zur Hilfenahme von Pinnnadeln auf ihr zu befestigen. Sofern nötig können die angebrachten Informationen immer wieder auf der Fläche verschoben werden und müssen nicht (wie bei der Beschriftung anderer Alternativen) nochmal neu angebracht werden.
Neben der Möglichkeit Informationen anzupinnen, kann die Metaplanwand durch das Anbringen eines speziellen Papiers einfach zu einem beschreibbaren Instrument umgewandelt werden. Häufig gehört zu jeder Metaplanwand ein Koffer (in Fachkreisen als Methodenkoffer oder Moderationskoffer bezeichnet), der über diverse Inhalte zur Unterstützung der Gestaltung von Vorträgen und Präsentationen verfügt.

Was beinhaltet ein Methoden- oder Moderationskoffer? Wozu dient die Metaplanwand?

Im Moderationskoffer finden sich diverse Utensilien, die dem Moderator einer jeden Präsentation während seines Vortrags dabei unterstützen sollen, mit seinen Zuhörern in Kommunikation zu treten und seine Präsentation mit den Ideen der Zuhörer zu bereichern und unterstützen. Inhaltlich finden sich im Koffer daher Karten in diversen Farben und unterschiedlichen Formen, die mit handschriftlichen Texten zu einem bestimmten Thema versehen und im Anschluss an die Metaplanwand angepinnt werden können. Des Weiteren findet man spezielle Kartons, die für Überschriften verwendet werden können. Daneben ist ein Methodenkoffer zumeist mit Pinnnadeln, Nadelkissen, Filzschreibern, Scheren und Klebestreifen bestückt. Die im Koffer vorhandenen Utensilien sollen den Vortrag lebendiger machen und die Darstellung des Moderators unterstützen. Die Aktivierung gruppendynamischer Prozesse kann damit unterstrichen und befördert werden.

Über die Entstehung der Metaplanwand: Wann sind Metaplanwände entstanden?

Metaplanwände wurden bereits während dem zweiten Weltkrieg in der amerikanischen Navy erstmalig entwickelt. In dieser Zeit fand die Verwendung aber hauptsächlich in Japan statt. Viele japanische Firmen haben sich dieses Instruments im Rahmen von Präsentationen bedient, um ihre Ideen besser präsentieren zu können. Im Jahr 1970 hat die Firma Metaplan dann eine Methode zur Moderation von Gruppen entwickelt – besser bekannt als die Metaplan-Methode. Da die Methode sich über die Jahre weit verbreitet hat, hat sich der Begriff der Metaplanwand über die Jahre hinweg bei der Verwendung von Pinnwänden durchgesetzt und ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.

Was besagt die Metaplanmethode?

Der Begriff der Metaplanmethode setzt sich aus zwei griechischen Wortbestandteilen zusammen: Die Vorsilbe „meta“ und das in nahezu allen Sprachen verständliche Wort „plan“. Diese Methode steht in Anlehnung an die Begrifflichkeiten daher für eine Methode, die in ihrem Ergebnis völlig offen einen partizipativen Planungsprozess beabsichtigt, bei dem die Teilnehmer in die Ergebnisentwicklung eingebunden werden sollen.

Unter der Metaplanmethode wird daher eine Gesprächs- und Diskussionstechnik verstanden, bei der die Teilnehmer zu einer bestimmten Problematik Beiträge sammeln, in dem sie die vom Moderator im Vorfeld ausgehändigten Moderationskarten mit ihren Ideen versehen. Der Moderator hat hierbei die Rolle die Interaktion der Teilnehmer im Gleichgewicht zu halten und organisatorische Abläufe zu überwachen. Im Wesentlichen findet die Metaplanmethode häufig Anwendung, wenn es im Rahmen von Präsentationen oder Vorträgen um die Bearbeitung von Problemstellungen oder das Sammeln von Ideen und Beiträgen zu einer im Vorfeld ausgewählten Problematik geht. Die Technik stärkt die Selbstverantwortlichkeit der Teilnehmer und unterstützt gruppendynamische Prozesse positiv.

Was ist demokratische / partnerschaftliche Erziehung? Bedeutung, Definition, Erklärung


Demokratischer Erziehungsstil wird auch partnerschaftlicher Erziehungsstil genannt. Beide Begriffe bezeichnen eine besondere Art der Erziehung, die auf Gleichberechtigung beruht. Wer eine demokratische Erziehung durchführt setzt auf Gleichberechtigung zwischen Eltern und Kindern. Im Gegensatz zu anderen Erziehungsstilen sind hier nicht die Eltern diejenige, die Entscheidungen hinsichtlich der Erziehung der Kinder alleine treffen und dafür sorgen, dass die Erziehung nach ihrem Muster stattfindet.

Beim demokratischen oder partnerschaftlichen Erziehungsstil tauschen sich die Eltern mit den Kindern aus und fällen mit ihnen gemeinsam alle Entscheidungen. Ziel des demokratischen Erziehungsstils ist es, dass die Kinder das selbstständige Denken trainieren und außerdem ein Gefühl dafür entwickeln, dass eigen Entscheidungen zu treffen, und nach ihnen zu handeln, jeweils Konsequenzen haben kann, die vorab nicht ersichtlich sind, jedoch getragen werden müssen. Sie lernen damit letztlich Verantwortung für ihre Entscheidungen und ihr Handeln zu übernehmen.

Warum überhaupt ein demokratischer oder partnerschaftlicher Erziehungsstil?

Eltern, die diese Art des Erziehens bevorzugen lehnen sich damit gegen althergebrachte autoritär geprägte Erziehungsstile auf. Manchmal haben sie als Kinder und Jugendliche selbst einen Erziehungsstil genossen, der in autoritärer Form die Bevormundung von Kindern beinhaltete. Manche Kinder und Jugendliche leiden unter derartigen Erziehungsstilen, besonders wenn sie sehr stark von Bevormundung und Regeln bestimmt waren. Wenn sie später selbst Eltern sind wollen sie es häufig besser machen und wählen deshalb einen demokratischen Erziehungsstil für ihren eigenen Nachwuchs.

Darüber wollen Eltern, die dieses Erziehungsmodell befürworten, ihre Kinder zu selbständigen Persönlichkeiten erziehen. Denn die Kehrseite einer autoritären Erziehung ist oft, dass Kinder, die stets nur vorgegebene Regeln zu befolgen hatten, als Erwachsene Schwierigkeiten damit haben eigene Entscheidungen zu treffen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie nie gelernt haben Vor- und Nachteile einer eigenen Handlung gegeneinander abzuwägen. Weil alle Schritte vorgegeben waren, mussten sie keine Entscheidungen treffen. Wer jedoch einen partnerschaftlichen Erziehungsstil anwendet, möchte seinen Kindern diese Fähigkeit mitgeben und unterstützt sie bei der Entscheidungsfindung, statt alle Regeln vorzugeben.

Wie funktioniert demokratische oder partnerschaftliche Erziehung?

Wer nun glaubt innerhalb eines demokratisch geprägten Erziehungsmodells gäbe es überhaupt keine Regeln täuscht sich. Es gibt auch hier einen aus Regeln gebildeten Rahmen für die Erziehung. Kinder dürfen nicht zu jeder Zeit ausschließlich das machen, was ihnen gefällt.

Demokratische Erziehung zielt mehr darauf ab, dass Kinder lernen sich innerhalb eines geschützten Rahmens frei zu entwickeln. Das funktioniert so, dass Eltern darum bemüht sind ihren Kindern möglichst verständlich alle Rahmenbedingungen und Regeln ihres Erziehungsmodells zu erklären.

Sie glauben daran, dass Kinder mit einer schlüssigen Erklärung dazu in der Lage sind zu verstehen weshalb sie dieses oder jenes nicht tun sollten. Dabei benutzen sie so wenige Rahmenbedingungen und Regeln wie möglich. Die Anzahl von Regeln ändert sich zudem mit dem Alter der Kinder. Sehr kleine Kinder benötigen einen festeren Rahmen, und mehr Regeln, als größere Kinder und Teenager. Das ist mit dem allgemeinen Entwicklungsstand von Kindern zu begründen. Je älter Kinder werden, desto einfacher wird es für sie ihre eigenen Wünsche und Ansichten mitzuteilen. Damit übernehmen sie innerhalb eines partnerschaftlichen Erziehungsmodell immer mehr die Richtung.

Merkmale eines partnerschaftlichen oder demokratischen Erziehungsstils im Detail

Sehr prägend für den partnerschaftlichen Erziehungsstil ist die Tatsache, dass das Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern hier von einem hohen Grad an Offenheit beeinflusst ist. Beide Seiten nehmen die Beziehung zueinander zudem in der Regel als liebevoll, einander zugeneigt und wertschätzend wahr. Kinder fühlen sich in ihren Entscheidungen dennoch nicht alleine gelassen, auch, wenn sie ein großes Mitbestimmungsrecht haben.

Da der Austausch beim demokratischen Erziehungsstil einen höheren Stellenwert einnimmt als bei anderen Erziehungsstilen, geht es nicht nur darum eine Sache zu befürworten oder abzulehnen. Es geht stets auch darum mögliche Alternativen zu diskutieren. Kinder lernen so die Dinge von allen Seiten genau zu betrachten und auch Lösungen in Erwägung zu ziehen, die ihnen auf den ersten Blick nicht in den Sinn gekommen wären. So wird die Fähigkeit trainiert die Ratschläge anderer zu durchdenken, zu bewerten und anzunehmen, wenn sie als positiv und hilfreich eingeschätzt werden. Eltern geben also eher Vorschläge und teilen dem Kind ihre eigenen Überlegungen mit. Die Eltern denken, auf Grund ihres erweiterten Erfahrungshorizonts, immer einen Schritt weiter als die Kinder und zeigen mögliche Konsequenzen verschiedener Handlungen auf.

So zeigen sie Fürsorge für ihre Kinder und bewahren sie gegebenenfalls davor ungünstige Entscheidungen zu treffen. Kinder dürfen zudem auch die Regeln, die den Rahmen des Erziehungsstils bilden, hinterfragen und gemeinsam mit den Eltern diskutieren. Unter Umständen wird der Rahmen anschließend neu gesteckt, weil beide Seiten eine Übereinkunft diesbezüglich getroffen haben. Dabei wird keine der beiden Parteien als der anderen überlegen angesehen. Eltern und Kinder nehmen eine gleich starke Position ein, und das Argument von Elternteil und Kind zählt jeweils gleich viel. Wird Kritik geübt, dann sollte sie jeweils in einer konstruktiven und wertschätzenden Art und Weise angebracht werden, egal von welcher Seite sie kommt.

Vorteile des partnerschaftlichen oder demokratischen Erziehungsstils

Der wertschätzende Austausch untereinander gibt den Kindern ein großes Selbstvertrauen. Sie fühlen sich von ihren Eltern ernst genommen und geliebt. Dies ist die Grundlage dafür, dass Kinder keine Angst davor haben müssen ihre Meinung zu äußern. So fällt es ihnen auch leichter dies anderen Erwachsenen gegenüber, als den Eltern, zu tun. Kinder, die partnerschaftlich erzogen werden, kommunizieren somit oft angstfreier mit Lehrern als andere Kinder.

Weiterhin wird das Denk- und Abwägungsvermögen der Kinder trainiert, was sich positiv auf ihre schulischen Leistungen auswirken kann. Durch die mit den Eltern trainierte partnerschaftliche Form der Kommunikation werden außerdem die Ausdrucksfähigkeit und der Wortschatz der Kinder erhöht. Auch sind diese Kinder häufig kritikfähiger. Sie können mit an ihnen geübter Kritik gut umgehen, weil sie es im Elternhaus gelernt haben. Andere Kinder lernen dies oftmals bis ins Erwachsenenalter nicht und haben dann Schwierigkeiten bei beruflichen Kritikgesprächen. Kinder, die demokratisch erzogen werden, schätzen die Meinungen anderer Menschen häufig anders ein, als andere Kinder. Sie nehmen sie ernst und sie nehmen auch die Wünsche und Gefühle anderer Personen ernst. Zudem lernen sie wie man Kompromisse mit anderen Menschen eingeht.

Nachteile des partnerschaftlichen oder demokratischen Erziehungsstils

Der demokratische Erziehungsstil ist mit mehr Aufwand für die Eltern verbunden, als andere Erziehungsstile. Davon, dass oft Dinge diskutiert und erklärt werden müssen, wird viel Zeit beansprucht. Wer also etwa im Job stark eingebunden ist, muss sich dafür Zeit und Freiräume schaffen, was zu Stress führen kann. Auch müssen Eltern, die sich für diesen Erziehungsstil entscheiden, sehr geduldig sein. Schließlich ist nicht zu erwarten, dass Kinder Erklärungen immer sofort annehmen und begreifen. Auch demokratisch erzogene Kinder haben Trotzphasen und durchlaufen die Pubertät, wie alle anderen Kinder und Jugendlichen auch. Diskussionen über die Erziehung können dann sehr anstrengend für die Eltern werden.

Außerdem lernen Kinder auch, wie man auf Zeit spielen kann. So lange diskutiert wird, ist keine endgültige Entscheidung in Erziehungsfragen getroffen worden. Es besteht die Gefahr, dass sich demokratisch erzogene Kinder das zum Konzept im Umgang mit den Eltern machen und Entscheidungsfindungen, und damit Regeln, so boykottieren. Es liegt dann an den Eltern einen Ausweg zu finden und Diskussionen und konstruktiven Austausch wieder zu ermöglichen. Und schließlich kann, wer zu Hause alles ausdiskutiert, außerhalb des geschützten Rahmens der Familie anecken. Lehrer oder Arbeitskollege sind eventuell anders erzogen worden und kennen diesen Hang dazu alles ausdiskutieren zu wollen deshalb nicht. Es kommt vor, dass diese Personen das Verhalten demokratisch erzogener Personen als respektlos, anmaßend oder auch einfach als überaus nervig wahrnehmen.

Was bedeutet „ergebnisoffen“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Was versteht man unter dem weit verbreiteten Begriff „ergebnisoffen“? Zunächst wird dieser Begriff immer dann verwendet, wenn man vollkommen unvoreingenommen an eine bestimmte Sache herangehen will. Man trifft keine Vorentscheidung und keine Vorfestlegung, sondern wägt erst am Ende eines Prozesses seine Entscheidung sinnvoll ab.

Ergebnisoffen: Ein Beispiel aus der Politik

Das Synonym „ergebnisoffen“ wird ganz besonders häufig im Bereich der Politik, und zwar insbesondere nach Wahlen verwendet. Demokratische Parteien sind fast immer dazu aufgerufen eine Koalition zu bilden, da in den seltensten Fällen eine einzige Partei die absolute Mehrheit erhält.

Nicht immer werden jedoch vor einer Wahl Festlegungen in Bezug auf spätere Koalitionspartner getroffen. Dies hat dann wiederum zur Konsequenz, dass sich unterschiedliche Parteien zusammenfinden müssen, um dann „ergebnisoffen“ zu prüfen, ob sich genügend Schnittmengen für eine gemeinsame Koalition ergeben.

Ergebnisoffen: Bedeutung in zwischenmenschlichen Beziehungen

Auch aus zwischenmenschlicher Sicht kann man sich durchaus „ergebnisoffen“ zeigen. Nicht immer ist es die Liebe auf den ersten Blick und nicht immer ist man sich auch wirklich sicher, ob sich eine neue Bekanntschaft auch wirklich als beste Freundschaft des Lebens herausstellt.

In beiden genannten Fällen kann es sich daher durchaus mehr als lohnen „ergebnisoffen“ zu agieren. So überfordert man nicht sich selbst und vor allem auch nicht andere Menschen, die in einen solchen Prozess fest involviert sind.

Der Begriff „ergebnisoffen“ kann sowohl schriftlich als auch mündlich zur Anwendung kommen. Vollkommen gleich, ob in einer SMS, in einem Brief, in einem sozialen Netzwerk oder gar im persönlichen Gespräch, mit diesem Begriff ist schnell alles gesagt, was zum Ausdruck gebracht werden soll. Vorteilhaft ist hier vor allem auch, dass dieser Begriff eigentlich nicht falsch verstanden werden kann und man so eigentlich auch nie in irgendein Fettnäpfchen tritt.

Ergebnisoffen: Eine vorteilhafte Denkweise

Wer stets „ergebnisoffen“ an viele Dinge im Leben herangeht, wird sicher sehr viel Freude haben. Diese Denkweise kann zudem in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen von Vorteil sein.

Man stelle sich eine Person vor, die in einer Großstadt lebt und einen Umzug plant. Durch den enormen Zuzug von Menschen aus anderen Städten kommt es zu einem extremen Engpass auf dem Wohnungsmarkt. Nun könnte sich die betreffende Person, die gerade einen Umzug geplant hat jeden Tag den Kopf über dieses Problem zerbrechen. Negative Gedanken, die von Depressionen begleitet sind könnten die unangenehme Folge sein. Mit einer „ergebnisoffenen“ Herangehensweise ließe sich diese Situation allerdings um ein Vielfaches besser meistern. Es zeigt somit auch schnell, dass man mit dieser Herangehensweise nicht unbedingt enttäuscht wird.

In einem anderen Fall versucht man mit über 50 neue berufliche Wege zu gehen, weil man sich noch einmal grundlegend verbessern möchte. Auch hier könnten Misserfolge durchaus ganz besonders deprimierend sein. Geht man „ergebnisoffen“ an die ganze Sache heran, kann man sich deutlich besser entspannen und zudem hat man am Ende auch tendenziell mehr Erfolg, wenn man sich nicht zu stark unter Druck setzt.

Der Begriff „ergebnisoffen“ ist ohne Gefahren anwendbar

Das Wort „ergebnisoffen“ ist nicht in jedem Fall ein ganz besonders positiver Begriff, allerdings ist dieses Wort etabliert und anerkannt. Das man mit der Verwendung dieses Begriffs einen Fehler macht, ist demnach eigentlich komplett ausgeschlossen.

Was ist Lateral Violence? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter Lateral Violence bezeichnen Psychologen und Soziologen das Verhalten, dass sich Menschen, die gesellschaftlich benachteiligt und einer Unterdrückung ausgesetzt sind, selbst gegeneinander wenden. Bis heute wird in unterschiedlichen Studien und sozialpsychologischen Forschungsvorhaben in Erfahrung gebracht, wie sich Lateral Violence im gesellschaftlichen Alltag explizit äußert und welche Gründe diesem Verhalten zuzuschreiben sind.

Was ist Lateral Violence? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Phänomen der Lateral Violence beschreibt, dass Menschen, die als gesellschaftlich diskriminiert gelten und unterdrückt werden, die unterdrückenden Verhaltensweisen und die erfahrene Diskriminierung in ihren eigenen Verhaltensweisen reproduzieren.

Zu diesen negativen Verhaltensweisen zählen beispielsweise Rassismus, Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung sowie Sexismus. Auch Mobbing als alltägliches Verhalten in Schulen und Bildungseinrichtungen wird immer wieder als reproduziertes, diskriminierendes Verhalten im Rahmen des Lateral Violence beschrieben.

Bei der Lateral Violence geht es um die eigene Aufwertung durch die Diskriminierung anderer Menschen, zumeist im unmittelbaren Umkreis.

Die von den betroffenen Personen praktizierte Lateral Violence führt zu einer Selbstaufwertung der eigenen Person oder des eigenen Personenkreises, indem die der Lateral Violence ausgesetzten Personen die ihnen selbst widerfahrenen Vorurteile und diskriminierenden Verhaltensweise auf andere Personen übertragen.

Dabei werden die negativen Verhaltensweisen auf solche Personen übertragen, die qua causa unter den identischen Diskriminierungen und Einschränkungen leiden wie die eigene Person, die die Lateral Violence zur Aufwertung der eigenen Persönlichkeit praktiziert. Die Verankerung der diskriminierenden Muster und Verhaltensweisen geschehen dabei in der Regel unterbewusst.

Wie sieht Lateral Violence im Alltag aus?

Für das Phänomen der Lateral Violence gibt es zahlreiche Beispiele aus dem Alltag. Lateral Violence kann beispielsweise von homosexuellen Männern gegen andere homosexuell orientierte Männer gerichtet werden, die ihre Weiblichkeit bewusst zur Schau stellen.

Lateral Violence wurde außerdem im Rahmen der Flüchtlingskrise im Jahre 2015 in zahlreichen Personenkreisen beobachtet. So richteten beispielsweise vermehrt Personen, die ebenfalls einen Migrationshintergrund aufweisen, aber schon länger in der deutschen Gesellschaft integriert waren, ihren Hass und Vorurteile in der Hochphase der Migrationskrise gegen die nun neu Asylsuchenden.

Auslöser war wohl die Sorge vor einer weiteren Benachteiligung des eigenen Personenkreises durch den Zuzug neuer Migranten, die potenziell im Direktvergleich zur eigenen Bevölkerungsgruppe bevorteilt werden könnten.

Lateral Violence wird außerdem im Zusammenhang mit Sexismus beobachtet. Besonders Frauen, die sexistischen Vorurteilen ausgesetzt sind, neigen dazu, ähnliche Vorurteile auf Geschlechtsgenossinnen zu übertragen, die sexuell aktiver als sie selbst bzw. beruflich erfolgreicher und selbstbewusster sind. Laterial Violence wird in diesem Fall durch eine bewusste Abwertung der Frauen sichtbar.

Lateral Violence ist auch im Bereich des Mobbings in der Schule sichtbar: Schülerinnen und Schüler, die offensichtlich von einer ihnen stärker und einflussreicher erscheinenden Schülergruppe gemobbt werden, übernehmen die Verhaltensweisen und betreiben selbst Mobbing gegen andere benachteiligte Schüler. Der Aufmerksamkeitsfokus wird somit von der eigenen Person abgelenkt und das eigene Ansehen bzw. der eigene Status im Klassenverband durch einen Perspektivwechsel gestärkt.

Was möchten Menschen mit Lateral Violence bewirken?

Hinter dem Phänomen der Lateral Violence, die primär ein unbewusst praktiziertes Verhalten von selbst Benachteiligten ist, steht die allgemeine Vorstellung und das Wissen um die Auswirkung eines gesellschaftlichen Anpassungsprozesses auf die soziologische Anerkennung von eigenen Persönlichkeitsmerkmalen.

Das bedeutet: Menschen, die der Lateral Violence ausgesetzt sind, erfahren sehr früh, dass die Anpassung an einen offenbar gesellschaftlich akzeptierten und geltenden Normalitätskonsenz zu langfristigen Vorteilen und zu einer Aufwertung des eigenen sozialen Status führen kann.

Werden somit abwertende Einstellungen und Muster aus dem Verhalten des gesellschaftlichen Umfeldes übernommen und eigens praktiziert, geschieht implizit eine Besserstellung der eigenen Person und des eigenen Status durch die Abwertung anderer.

Beobachtbar ist dies besonders in stark geschlechterhomogenen Berufsumfeldern: Immer wieder haben Soziologen und Psychologen beobachtet, dass Frauen in männlich geprägten Berufsumfeldern andere Frauen im Beisein der männlichen Kollegen abwerten.

Dieses Verhalten führt zum einen zu einer Stärkung der eigenen sozialen Stellung im Berufsumfeld, indem den männlichen Kollegen solidarisches Verhalten entgegengebracht wird, das wiederum mit einer Anerkennung der eigenen Person verbunden ist.

Zum anderen werten sich die betroffenen Frauen im Beisein der männlichen Kollegen im direkten Vergleich zu weiteren weiblichen Kollegen auf und stellen sich als besser dar. Letztlich bleibt aber allen Betroffenen dabei zunächst verborgen, dass derartiges Verhalten zur Verankerung der negativen Verhaltensmuster und bereits etablierten Vorurteile beiträgt und soziale Ungleichheiten verstärkt. Gewissermaßen wirken Personen, die Lateral Violence betreiben, also gewissermaßen an ihrer eigenen Unterdrückung mit.

Wo liegen die Ursachen für Lateral Violence?

Die Ursachen für Lateral Violence sind vielschichtig und bisweilen noch nicht in ihrer Gänze erforscht. Fest steht: Erste Verhaltensweisen, die der Lateral Violence zuzuschreiben sind, sind bereits aus der postkolonialen Epoche bekannt. Auch hier ging es bereits um Unterdrückung, die primär von den Kolonisierenden ausging. Die Kolonisierten lernten schnell, dass eine Adaptierung des Verhaltens der Besatzer zu einer Aufwertung des eigenen Status führte.

Somit liegen die Gründe für Lateral Violence stets in den materiellen Umständen und den geltenden Vorstellungen einer gesellschaftlich akzeptierten Normalität. Auslöser sind Ungleichheitsverhältnisse, die in der Realität und den öffentlichen Berichterstattungen aber oft verzerrt dargestellt werden.

Was ist Grooming? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei Grooming handelt es sich in erster Linie um sogenanntes Cyber-Grooming, wobei eine gezielte Kontaktaufnahme von Erwachsenen mit der Absicht Missbrauch gegenüber Minderjährigen zu begehen gemeint ist. Dabei wird durch den Erwachsenen das Vertrauen in Stufen erschlichen. Der Begriff selbst kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Anbahnung“. In der Fachsprache wird dabei auch von „Pädokriminalität“ gesprochen. Bei einem auch als „Groomer“ bezeichneten Erwachsenen, handelt es sich um eine Person, welche seine Opfer in eine gewisse körperliche sowie seelische Abhängigkeit versetzt.

Alternativ wird der Begriff „Grooming“ weiterhin in Bezug auf die Körperpflege des Mannes genutzt. Dabei wird der Begriff simpel als „sich pflegen“ übersetzt. Im Kern geht es um die Pflege von Kopf bis Fuß.

In diesem Artikel geht es in den folgenden Abschnitten zunächst um die Erläuterung des Begriffes als gezielte Kontaktaufnahme zur Missbrauchsabsicht.

Wie ist Grooming zu erkennen?

Grooming kann in unterschiedlichen Formen realisiert werden. Im Regelfall beginnt Grooming durch Small Talk über unrelevante Themen wie die Probleme in der Schule oder Hobbies. In der Folge konkretisieren sich die Inhalte und es werden Geheimnisse miteinander ausgetauscht, wodurch die erste Form der Abhängigkeit entsteht. Weiterführend kann es auch dazu kommen, dass durch den Erwachsenen Geschenke an den bzw. die Minderjährige gemacht werden. Häufig wird das Vertrauen auch durch Komplimente erlangt. Üblicherweise werden den Opfern dann Vorwürfe gemacht, bspw. dass andere Personen bevorzugt werden bzw. sich das Opfer nicht schnell genug meldet und damit in eine gewisse Isolation kommt. Die dann folgende seelische Abhängigkeit mündet kann in einer körperlichen Abhängigkeit münden.

Wie ist der konkrete Ablauf von Grooming üblicherweise im Cyber-Bereich?

Im Internet kommt es nach den ersten vertrauensbildenden Maßnahmen durch Komplimente und verständnisvollem Agieren oftmals zum Versand von Fotos. Dabei werden zu Beginn im Regelfall harmlose Fotos gefordert und übermittelt, welche mit Komplimenten umrahmt werden. Nach den Rückmeldungen, bspw. wie hübsch das Opfer sei, werden weitere und immer intimere Fotos gefordert. Dabei versenden die erwachsenen Groomer häufig auch von sich selbst Fotos mit erotischem Fokus bzw. werden Kommentare mit erotischer Anspielung gemacht. Teilweise werden diese Fotos dann in Foren mit kinderpornografischen Inhalten geteilt. Kommt es in der Folge zur Verunsicherung der Opfer und der Kontakt soll gelöst werden, drohen die Groomer oft, die Fotos weiter im Netz zu verteilen. Ebenfalls wird das seelische Vertrauen ausgenutzt, indem kommuniziert wird, dass dies doch von den Opfern gewünscht war.

Alternativ gibt es weiterhin Formen des Grooming, in denen sich die Täter als Agenten der Modelbranche oder Talentscouts ausgeben. Dabei folgt das Versprechen, dass die Kinder bzw. Jugendlichen berühmt werden, wenn Sie auf die Wünsche der Täter eingehen. Diese Personen treten teilweise gezielt in Chats von Spielen oder anderen Portalen im Gaming-Bereich, unter Umständen auch als professionelle Gamer, auf. Auch in dieser Form geht es um das Vertrauen der Opfer. Dabei wird den Kindern versprochen, dass mit Hilfe des Groomers mehr Erfolg, bspw. bei Online-Spielen, verholfen werden kann.

Ergänzend dazu werden teilweise auch Belohnungen für den Versand von intimen Fotos versprochen. Dabei geht es zum Beispiel um Geld, Gutscheine oder auch weitere Gewinne in Bezug auf die jeweiligen Computerspiele.

Wie ist die aktuelle Rechtslage in Deutschland in Bezug auf Grooming?

Bis zu dem Erreichen des Schutzalters sind geschlechtliche Handlungen grundsätzliche verboten. Das Schutzalter gilt in Deutschland bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres. Geschlechtliche Handlungen bis zu diesem Lebensjahr gelten in der Bundesrepublik generell als geschlechtlicher Missbrauch von Kindern und kommen zur strafrechtlichen Verfolgung. Die Altersfixierung des Schutzalters weicht zwischen den einzelnen Ländern ab und gilt als Altersgrenze, ab welcher geschlechtliche Handlungen strafbar sind.

In Bezug auf die Betrachtung, inwiefern Grooming strafrechtlich zu berücksichtigen ist, sind mehrere Aspekte zu betrachten. Neben der konkreten Position des handelnden Erwachsenen spielt unter anderem auch eine entscheidende Rolle, inwiefern es sich ggf. um eine gleichgeschlechtliche Handlungen dreht. In Bezug auf die Position des Erwachsenen geht es bspw. darum, ob es sich um ein Familienmitglied oder eine Lehrperson handelt. In dieser Konstellation handelt es sich dann um geschlechtlichen Missbrauch Schutzbefohlener.

Grooming als Pflege des Mannes:

In Bezug auf die Definition des Begriffes im Pflege- und Reinlichkeitsbereich des Mannes handelt es sich um die umfassende Pflege des männlichen Körpers. Bei Grooming-Produkten wird dabei von alle Beauty-Hilfsmitteln gesprochen, welche die Attraktivität, den Geruch oder den Pflegegrad optimieren. Neben Duschgels, Lotions geht es bspw. auch um den Rasierschaum, Parfums oder die Gesichtscreme. Mit der ganzheitlichen Pflege sind auch Produkte für die Pflege der Ohren, der Nasenhaare oder für die Fußzehen gemeint. Dieser Trend sorgt in der Beauty- und Kosmetikindustrie für höhere Umsätze, da auch der Mann auf ein deutlich größeres Produktsortiment zurückgreifen kann und in vielen Fällen auch möchte.

Was bedeutet „Klima-Prekariat“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Klima-Prekariat wurde von Michael Vassiliadis, dem Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) geprägt. Im Juni 2021 warnte Vassiliadis im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vor den Folgen des neuen Klimaschutzgesetzes, das die Bundesregierung auf den Weg bringen möchte. Es geht dabei um die Kosten des Klimaschutzes und wie diese auf die Gesellschaft umgelegt werden und wer dafür aufkommen soll.

Um zu verstehen, was genau „Klima-Prekariat“ bedeutet, muss zunächst der Begriff Prekariat erklärt werden. „Prekariat“ ist ein noch recht junger soziologischer Begriff. Er setzt sich aus „Proletariat“ und „prekär“ zusammen. Beide Wörter sind von ursprünglich lateinischer Herkunft. Dies geschieht weiter unten.

Was bedeutet „Klima-Prekariat“? Erklärung, Definition, Bedeutung

Der Gewerkschaftsboss Michael Vassiliadis befürchtet, dass steigende CO2-Preise gerade die Schwächsten der Gesellschaft am härtesten treffen werden. Im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (im Juni 2021) wird er wie folgt zitiert: „Wird Klimaschutz nicht sehr schnell und sehr konkret sozial gerecht ausgestaltet, schafft er ein neues Klima-Prekariat.“ Vassiliadis spricht aus, was viele befürchten: Dass die Kosten der Bekämpfung des Klimawandels vor allem die Menschen treffen wird, die gerade eben noch auf der sicheren Seite der Gesellschaft und sowieso schon am sozialen Abgrund stehen. Es drohe eine soziale Schieflage, so Vassiliadis.

Der Begriff Prekariat wurde von Vassiliadis allerdings nicht korrekt gewählt. Viel eher drückt der Begriff Proletariat das aus, was eigentlich gemeint ist: Der soziale Absturz und Verbleib in der Unterschicht aufgrund finanzieller Belastungen, die nicht mehr zu bewältigen sind. Denn die Rede ist hier nicht von einer ständigen Unsicherheit, die auf die Menschen zukommen könnte, sondern von einer konkreten sozialen Schieflage aufgrund der Kosten für Maßnahmen gegen den Klimawandel. Richtiger wäre in diesem Zusammenhang also die Bezeichnung „Klima-Proletariat“.

Was bedeutet „Proletariat“?

Der Begriff Proletariat stammt vom lateinischen „proles“ ab. Das Proletariat des antiken Rom war eine gesellschaftliche Schicht von Lohnabhängigen. Ehemalige Kleinbauern, die zwar frei, aber land- und mittellos in die Hauptstadt zogen und da ihren einzigen Besitz, ihr Stimmrecht, für Nahrungsmittel an die reiche Oberschicht verkauften.

Der Begriff Proletariat taucht wieder Ende des 18. Jahrhundert auf, als Begleiterscheinung der Industriellen Revolution in England, später auch auf dem europäischen Festland. Spätestens nach der Französischen Revolution (1789-1799) stand „Proletariat“ konkret für den damals so genannten Vierten Stand. In Frankreich gab es eine gesellschaftliche Drei-Stände-Ordnung. Dem Ersten Stand gehörten die Geistlichen an, auch der niedere Klerus. Der Zweite Stand umfasste den Adel, auch den verarmten Landadel. Die freien Bauern und freien Bürger machten den Dritten Stand aus.

Der Vierte Stand bezeichnete eine verelendete Unterschicht, die keinem der drei Stände zuzuordnen war. Diese Menschen wurden als Gefahr für die Stabilität der gesellschaftlichen Ordnung angesehen. Ab 1830 wurde diese Unterschicht in Frankreich als Proletariat bezeichnet und die Menschen als Proletarier. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff aber in erster Linie auf die neu entstandene Industriearbeiterschicht angewandt. Gemäß Karl Marx (1818-1883) sind Proletarier Menschen, die nichts weiter als ihre Arbeitskraft besitzen und die sie verkaufen müssen, um ihren Lebensunterhalt erzielen zu können.

Was bedeutet „prekär“?

„Prekär“ ist ein Adjektiv. Adjektive sind Eigenschaftswörter und beschreiben, wie etwas ist. Prekär kommt aus dem Lateinischen. Es stammt von „precari“ ab und bedeutet „flehentlich bitten“. Das Wort gelangte über das französische „précaire“ während der napoleonischen Zeit (1792-1815) ins Deutsche, so wie viele andere Wörter auch.

Prekär bedeutet unsicher, widerruflich oder auch unbeständig. Es wird auch im Sinne von heikel, problematisch oder schwierig verwendet. Eine prekäre Lebenslage beschreibt also keine Armut und auch kein niedriges Einkommen, sondern bedrohlich unsichere und instabile Lebensverhältnisse, die sich jederzeit verschlechtern können.

Was bedeutet „Prekariat“?

„Prekariat“ ist ein relativ neues Wort. Es stand 2009 das erste Mal im Rechtschreibduden. Doch der Begriff taucht schon früher in der Fachliteratur auf. 2006 etwa beschreibt die Friedrich-Ebert-Stiftung das Prekariat. Prekarier, das sind die einzelnen Personen des Prekariats, werden hier als Modernisierungsverlierer bezeichnet.

Prekariat ist ein soziologischer Begriff und steht „für eine soziale Gruppierung, die durch Unsicherheit im Hinblick auf die Art der Erwerbstätigkeit ihrer Mitglieder gekennzeichnet ist“ (Quelle: Wikipedia). In „Prekariat“ steckt „prekär“ für den unsicheren Aspekt und „Proletariat“ dafür, dass die Personen dieser Gruppe ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Auch für zu wenig Geld, um den drohenden sozialen Abstieg aufzuhalten. Prekarier sind aber keine politische Gruppe, sondern eine anonymisierte Masse von Individuen, denen es an allem mangelt, was ein sicheres gesellschaftliches Zugehörigkeitsgefühl ausmacht – Sicherheit, Ansehen, Konsumgüter und stabile Beziehungen.

Was sind Kinderrechte? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als Kinderrechte sind seit 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Diese wurde von den meisten Ländern ratifiziert. Es ist daher davon auszugehen, dass sie universell gelten. Sie betreffen die speziellen Rechte der Kinder und Jugendlichen.

Wie kam es zur Formulierung von Kinderrechten?

Die betreffende UN-Konvention wurde ab dem Ende des Zweiten Weltkrieges über Jahrzehnte ausgehandelt. Für die Menschenrechte verfasste die UN schon 1948 eine „Allgemeine Erklärung“, doch dass es spezielle Kinderrechte gibt, musste erst festgestellt und allgemein akzeptiert werden. Begleitet wurde die UN-Kinderrechtskonvention vom Haager Minderjährigenschutzabkommen. 1959 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine „Erklärung der Rechte der Kinder“, jedoch bleib diese erst einmal ohne Folgen. Nachdem die UN-Kinderrechtskonvention 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen einstimmig verabschiedet wurde, begannen Staaten diese in ihr nationales Recht zuübernehmen. 195 Staaten ratifizierten Kinderrechtskonvention. In Deutschland wurde sie 1992 in nationales Recht übernommen. Seit dem gilt sie und die betreffenden Positionen werden unter anderem in diesen Gesetzen aufgeführt:

  • SGB VIII (Sozialgesetzbuch)
  • JGG (Jugendgerichtsgesetz)
  • Familienrechtabschnitt des BGB
  • Landesschulgesetze
  • KErzG (Gesetz über religiöse Kindererziehung)

Grundlegende Kinderrechte sind beispielsweise das Recht auf Bildung, der Schutz vor Ausbeutung und Gewalt und das Diskriminierungsverbot, das bedeutet, dass Kinderrechte universell gelten. Auch die besondere Würdigung des Alters von Kindern und Jugendlichen bei einer Straffälligkeit gehört zu den Kinderrechten.

Umfang der UN-Kinderrechtskonvention

Die UN-Kinderrechtskonvention (kurz UN-KRK) definiert Kinder als Menschen bis zum 17. Lebensjahr. Kinderrechte gelten universell. Sie werden in der UN-KRK in 54 Kinderrechtsartikeln und in Zusatzprotokollen formuliert. Diese Zusatzprotokolle betreffen:

  • Involvierung von Kindern in bewaffnete Konflikte
  • Verkauf von Kindern
  • sexuelle Ausbeutung
  • Individualbeschwerdeverfahren

In vielen Punkten ähnelt die UN-KRK den Grundrechtskatalogen in westlichen Staaten, indem sie beispielsweise Kindern dieselbe Meinungs-, Informations- und Religionsfreiheit wie Erwachsenen zugesteht. Zentral sind für die UN-KRK vier Grundprinzipien, welche die Artikel 2, 3, 6 und 12 formulieren:

  • Artikel 2 Diskriminierungsverbot: Kinderrechte gelten für alle Kinder ohne Ausnahme. Der Staat muss sie vor Diskriminierung schützen.
  • Artikel 3 Vorrang des Kindeswohls: In Gesetzen und bei Verwaltungsmaßnahmen ist das Kindeswohl vorrangig zu beachten.
  • Artikel 6 Leben und Entwicklung: Jedes Kind hat ein Recht auf Überleben, ein würdiges Leben und Entwicklung.
  • Artikel 12 Anhörung: Kinder müssen zu den sie betreffenden Angelegenheiten angehört werden. Ihre Meinung ist zu berücksichtigen.

Die weiteren Kinderrechte lassen sich in Schutz-, Beteiligungs- und Förderrechte unterscheiden. Schutzrechte betreffen die Identität von Kindern, ihre Privatsphäre, ihren Schutz vor der Trennung von ihren Eltern gegen ihren Willen, wobei das kindliche Wohlbefinden abzuwägen ist, den Schutz vor Gewalt, vor Schädigung durch die Medien, vor wirtschaftlicher Ausbeutung, Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und Suchtstoffen und vor Entführung. Weitere Schutzrechte betreffen Minderheiten und Kinderflüchtlinge, den Schutz bei einem bewaffneten Konflikt sowie in Strafverfahren.

Ein wichtiges Schutzrecht ist das Verbot einer lebenslangen Freiheitsstrafe für Kinder und Jugendliche. Förderrechte betreffen die Entwicklung und generell das Leben der Kinder, die Familienzusammenführung, die Versammlungsfreiheit von Kindern, ihr Recht auf Kontakt zu beiden Eltern, auf die Förderung bei einer Behinderung, ihre Gesundheitsvorsorge, ihren angemessenen Lebensstandard, ihre Bildung und kulturelle Entfaltung, ihre Freizeit und das Spiel, ihren Zugang zu Medien und die Integration geschädigter Kinder. Die formulierten Beteiligungsrechte gestehen Kindern die freie Meinungsäußerung und die Informationsbeschaffung sowie -weitergabe zu. Auch gewähren sie ihnen das Recht auf den Zugang zu kindgerechten Medien.

Zusammengefasst: Wichtige Kinderrechte sind:

  • Recht auf gewaltfreie Erziehung
  • Recht auf Schutz vor wirtschaftlicher und geschlechtlicher Ausbeutung
  • Recht auf Schutz in Krieg und auf der Flucht
  • Recht auf Betreuung bei Behinderung
  • Recht auf eine Familie, elterlicher Fürsorge und ein sicheres Zuhause
  • Recht auf Gleichheit
  • Recht auf Gesundheit
  • Recht auf Bildung
  • Recht auf Spiel, Erholung und Freizeit
  • Recht auf eine eigene Meinung

Warum musste die UN-KRK die Kinderrechte explizit formulieren?

Das lässt sich aus der Geschichte des Status von Kindern erklären. Diese galten über Jahrtausende als Besitz ihrer Eltern. Das schränkte ihre nötigen Entwicklungsfreiräume drastisch ein. Es war nicht vorgesehen, dass sie sich schon in ihrer Kindheit zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln. Ihre Eltern bestimmten ihre Schule und auch die Ausbildung für einen bestimmten Beruf, was als notwendig galt, weil in breiten Bevölkerungsschichten die Kinder den elterlichen Betrieb fortführen mussten. Im familiären Binnenverhältnis hatten sie sich bedingungslos dem Familienoberhaupt unterzuordnen. Im antiken römischen Recht, welches unser BGB in Teilen bis heute fortschreibt, hatte der Familienvater (pater familias) das uneingeschränkte ius vitae et necis inne, also das Recht der Entscheidung über Leben und Tod des eigenen Neugeborenen. Die Formulierung eigener Kinderrechte durch die UN-KRK muss daher als juristische Revolution gelten. Allerdings gab es über die letzten Jahrhunderte eine Entwicklung hin zu diesem Punkt. Schon in der Aufklärung, also etwa ab dem 18. bis frühen 19. Jahrhundert, begann man die Kindheit als einen eigenständigen und sehr wichtigen Lebensabschnitt zu verstehen, der in der Moderne sogar als grundsätzlich prägend gilt.

Schon die Protagonisten der französischen Revolution formulierten in ihren Bürgerrechten im Jahr 1789, dass Menschen an Rechten gleich und frei geboren werden und auch bleiben, was als ein erster Schritt hin zu Kinderrechten gelten darf. Sie nannten dabei zwar explizit die gesamte Lebensspanne, allerdings formulierten sie noch nicht separat die Kinderrechte. Auf dieser Basis folgten aber weitere Überlegungen. 1833 verboten die Briten die Kinderarbeit unter neun Jahren (aber nur in Fabriken), 1896 verboten die Deutschen grobe Misshandlungen von Kindern durch ihre Eltern, Lehrer und Heimerzieher. 1899 institutionalisierten die USA Jugendgerichte. Während des gesamten 19. Jahrhunderts kristallisierte sich sukzessive heraus, dass Kinder eigene Rechte benötigen. Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich eine Kinderrechtsbewegung, eine Protagonistin war die schwedische Reformpädagogin Ellen Key. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gründete die britische Grundschullehrerin Eglantyne Jebb die Organisation Save the Children, der Krieg hatte viele Waisen und sonstiges Kinderelend erzeugt. Ihre Children’s Charter stellte sie 1923 dem Völkerbund – Vorläufer der UNO – zu, der sie 1924 verabschiedete (sogenannte Genfer Erklärung).

Ein wichtiger polnischer Vertreter der Kinderrechte war in den 1920er-Jahren der Kinderarzt Janusz Korczak, der eine „Magna Charta Libertatis“ für Kinderrechte verfasste. Nachdem die UNO nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges dem 1946 aufgelösten Völkerbund folgte, setzten sich deren Mitglieder für Kinderrechte ein. Die Organisation UNICEF wurde als Kinderhilfswerk der UN 1946 gegründet, um diejenigen Kinder zu unterstützen, die unter den Folgen des Zweiten Weltkrieges litten. Es entwickelte sich in der Staatengemeinschaft ein zunehmendes Bewusstsein dafür, dass Kinderrechte explizit formuliert und verankert werden müssen. Dennoch dauerte es nochmals bis 1989, ehe die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet wurde.

Institutionalisierung der Kinderrechte

Die Kinderrechte wurden sukzessive in die Gesetze der Staaten aufgenommen. Der gesetzgeberische Prozess schreitet fort. Die DDR verbot ab 1949 die Prügelstrafe in Schulen, die Bundesrepublik folgte erst in den 1970er-Jahren mit einem adäquaten Verbot. Das Züchtigungsrecht durch die Eltern blieb viel länger erhalten, in Deutschland wurde es erst 2000 abgeschafft, in Österreich stufenweise schon ab 1975 bis 1989, in Liechtenstein 1993. In der Schweiz existiert es mit Stand 2021 noch. Es ist nach Artikel 14 des Schweizer StGB eine „gesetzlich erlaubte Handlung“, wenn keine Tätlichkeit vorliegt, was in unserem Rechtsverständnis mit einer vorsätzlichen Misshandlung gleichzusetzen wäre. Da Staaten nur sehr langsam ihre Gesetze ändern, bemühen sich schon lange etliche Organisationen um die Institutionalisierung von Kinderrechten. Zu nennen wären unter anderem:

  • UNICEF
  • Unterorganisationen der UNESCO
  • terre des hommes
  • Save the Children
  • Kindernothilfe e. V.
  • Deutscher Kinderschutzbund
  • Kinderhilfswerk Dritte Welt
  • AKIK
  • Children for a better World
  • Child Rights Advocacy Foundation
  • Deutsches Kinderhilfswerk
  • Festival for Children’s Rights
  • Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
  • Kinderrechte Afrika
  • Defence for Children International
  • Kinderschutzzentren
  • ECPAT
  • Krätzä
  • Plan International
  • Jugend Eine Welt
  • Right to Play
  • Kinderrechteforum
  • Österreichische Kinderfreunde
  • Manthoc

Wichtig für die Institutionalisierung der Kinderrechte sind die Standpunkte dieser Organisationen. So kommuniziert die UNICEF sehr offensiv, dass es kein internationaler Konflikt je rechtfertigen kann, die Bedürfnisse von Kindern zu unterdrücken oder gar Kinder an Leib und Leben zu gefährden. Die genannten Organisationen waren und sind Vorreiter eines mühseligen Weges der Staaten, die Kinderrechte juristisch so zu manifestieren, dass sie einklagbar sind. Das belegt auch der lange Weg bis zur Verabschiedung der UN-KRK im Jahr 1989. So wurde zwar die Genfer Erklärung des Völkerbundes von 1924 im Jahr 1959 durch die UNO in eine sehr ähnliche Erklärung überführt, die aber rechtsunverbindlich blieb. Das sozialistische Polen schlug dann 1979 vor, diese Erklärung rechtsverbindlich auszugestalten. Von diesem Zeitpunkt an dauerte es nochmals zehn Jahre bis zur Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention. Andererseits ist anzumerken, dass die rein juristische Formulierung von Kinderrechten die Kinder nicht automatisch schützt. So generierten sich etwa die sozialistischen Staaten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchaus als Vorreiter bei der juristischen Formulierung von Kinderrechten, doch innerfamiliäre Gewalt war in diesen Staaten mindestens ebenso, wenn nicht mehr verbreitet als in westlichen Ländern. Sie wurde auch strafrechtlich so gut wie nicht verfolgt sowie gesellschaftlich praktisch nicht thematisiert.

Umso größeres Gewicht hat die Arbeit von Kinderhilfsorganisationen. Allerdings ist es für die Gewaltvermeidung in westlichen Familien extrem wichtig, dass Kinder durch ihr enges, aber außerfamiliäres Umfeld (Schule, Verein etc.) beobachtet und geschützt werden. Sie wissen gar nicht, dass innerfamiliäre Gewalt unnormal und sogar strafbar ist, wenn sie davon betroffen sind. Dasselbe betrifft sexuellen Missbrauch. Noch schwieriger ist für Kinder und meistens auch ihre Eltern der Aspekt der Vernachlässigung zu verstehen. Darauf geht aber die UN-KRK ausdrücklich ein. Kinder haben auch ein Recht auf angemessene Fürsorge.

Kinderrechte vs. Kinderwohlfahrt

Die Kinderwohlfahrt gibt es schon lange, doch Kinderrechte unterscheiden sich davon. Sie gestehen den Kindern juristisch einklagbare Rechte zu, während die sehr gut gemeinte (und oft nötige) Kinderwohlfahrt Allmosen verteilt. Bei den Erwachsenen muss das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass Kinderrechte im Gesetzbuch stehen und zu verteidigen sind.

Was ist Co Sleeping? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Co Sleeping“ wird die Praxis bezeichnet, dass Eltern und Babys im gleichen Bett schlafen. Diese führt aber auch zu Meinungsverschiedenheiten: Die einen raten davon ab, die anderen empfehlen es. Co-Sleeping ja oder Co-Sleeping nein?

Selbst Wissenschaftler finden bei dieser Frage keinen Konsens. Diejenigen, die dafür sind, dass Babys im gleichen Bett wie ihre Eltern schlafen, weisen darauf hin, dass diese Praxis das Stillen fördert, die Schlafqualität des Kindes verbessert und die emotionale Bindung zwischen Eltern und Baby stärkt. Aus diesem Grund gilt das gemeinsame Schlafen als einer der Schlüsselfaktoren für eine bindungsorientierte Elternschaft. Kritiker dieser Praxis betonen jedoch, dass sie die Wahrscheinlichkeit des plötzlichen Kindstods um das bis zu Fünffache erhöht, selbst wenn keine anderen Risikofaktoren vorliegen.

Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass Babys unter sechs Monaten am sichersten in ihrem Bettchen auf dem Rücken in der Nähe des elterlichen Bettes schlafen, da diese Praxis das Risiko des plötzlichen Kindstods um mehr als 50 % reduziert.

Was ist Co Sleeping? Bedeutung, Definition, Erklärung

Da Co-Sleeping jedoch die Aufrechterhaltung des Stillens begünstigt und dieses wiederum eine schützende Wirkung gegen den plötzlichen Kindstod ist, spricht per se auch nichts gegen diese Praxis. Sie beschränkt sich darauf, unter bestimmten Umständen davon abzuraten: bei Säuglingen unter drei Monaten, bei Frühgeburten oder niedrigem Geburtsgewicht, bei Eltern, die Tabak, Alkohol oder Drogen konsumieren, in Situationen großer Müdigkeit (z. B. unmittelbar nach der Geburt), auf weichen oder ungeeigneten Untergründen (Sessel, Sofas usw.) oder in Betten, die mit anderen Personen geteilt werden.

Aufgrund all dieser Aspekte weisen die Experten darauf hin, dass die Entscheidung über das Co-Sleeping den Eltern überlassen werden sollte, wenn sie über alle Informationen verfügen. Wenn man sich für das Co-Sleeping entscheidet, stellt sich jedoch eine andere Frage: Wie lange sollte es praktiziert werden? Auch in dieser Frage gibt es keinen allgemeinen Konsens. Im Jahr 2011 sorgte der Südafrikaner Nils Bergman, Kinderarzt an der Universität Kapstadt, Südafrika, für Schlagzeilen, als er empfahl, dass Kinder bis zum Alter von drei Jahren im selben Bett mit ihrer Mutter schlafen sollten. Sie stützte ihre Behauptungen auf eine Studie, in der sie das Schlafverhalten von 16 Kindern analysierte. Er stellte fest, dass die Schlafzyklen bei Säuglingen, die getrennt von ihren Müttern schliefen, häufiger unterbrochen wurden.

Bergmans Vorschlag war „moderat“ im Vergleich zu dem der britischen Psychologin Margot Sunderland, die ihn einige Jahre zuvor formuliert hatte. In ihrem 2006 erschienenen Buch The Science of Parenting (Die Wissenschaft der Elternschaft) rät die Direktorin für Bildung und Ausbildung am Centre for Children’s Mental Health in London, dass Kinder bis zum Alter von 5 Jahren bei ihren Eltern schlafen sollten. Diese Empfehlung stützt sich auf ein Jahrzehnt der Forschung über die Auswirkungen von Interaktionen zwischen Kindern und Erwachsenen auf das Gehirn von Kleinkindern und auf insgesamt 800 wissenschaftliche Studien.

Ausstieg aus dem Co-Sleeping: Immer eine Familienentscheidung

Abgesehen von diesen spezifischen Meinungen sind sich die meisten Experten darüber einig, dass es keinen bestimmten oder perfekten Zeitpunkt gibt, der für alle Fälle angegeben werden kann. Sie hängt nicht vom Alter des Kindes oder von anderen spezifischen Ereignissen wie dem Ende des Stillens oder dem nächtlichen Aufwachen ab, sondern von der Summe der Faktoren in jeder einzelnen Situation. Das Kind sollte erst dann mit dem alleine Schlafen beginnen, wenn es dazu bereit ist, so die Meinung führender Kinder-Psychologen. Schlaf sei ein evolutionärer Prozess, bei dem physiologische, emotionale, soziale und kulturelle Faktoren eine Rolle spielen. All diese Aspekte müssen bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Beispielsweise macht es die Fähigkeit, sich sprachlich zu verständigen und auszudrücken es dem Kind leichter, alleine zu schlafen.

In gewisser Weise ist das Ende des Co-Sleepings mit dem Ende des Stillens des Kindes vergleichbar. Es ist möglich, das Co-Sleeping auf „natürliche“ Weise zu beenden, wenn das Kind selbst den Wunsch äußert, in seinem eigenen Zimmer zu schlafen, und wenn es auf seine Weise zum Ausdruck bringt, dass es nicht mehr gestillt werden möchte. Und es ist auch möglich, das Co-Sleeping auf „respektvolle“ Weise zu beenden, wenn die Mutter, der Vater oder beide Partner es für das Kind oder für sich selbst für notwendig halten. So wie die Entscheidung für das gemeinsame Schlafen eine Familienentscheidung sein muss, sollte auch die Änderung der Situation eine Familienentscheidung sein. Daher ist es unbedingt notwendig, die Wünsche aller Schlafenden zu respektieren.

Was ist Fehlerfreundlichkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung


Fehler können passieren. Ein Mensch übernimmt eine Aufgabe, die er sich selbst stellt oder die ihm übertragen wird. Ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend oder bringt es sogar massive Nachteile mit sich, hat diese Tatsache Einfluss auf das Leben des Betreffenden. Von dieser Betrachtung sind jedoch alle Handlungen ausgeschlossen, die gegen geltende Gesetze und Verordnungen verstoßen und straf- sowie ordnungsrechtliche Maßnahmen nach sich ziehen.

Was ist Fehlerfreundlichkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Seit einigen Jahren gibt es den Begriff der Fehlerfreundlichkeit, der von einem bedeutenden Wissenschaftler geprägt worden sein soll. Mit ihm wurde die Diskussion der Fehleroffenheit angestoßen.

Den Begriff übernahm man auch für die Bereiche Technik, Wirtschaft und Mathematik. Mit ihm sollen Fehler als etwas Positives aufgenommen werden, um auf dieser Basis neue Ansätze zu finden. Auf diese Weise kann sich der Betreffende konstruktiv mit unvorhersehbaren Abweichungen beschäftigen. Gleichzeitig steht der Begriff Fehlerfreundlichkeit für die Akzeptanz der Risikobereitschaft. Der Wissenschaftler kann so seine risikofreundlichen Entscheidungen mit gutem Gewissen treffen, da sich die daraus ergebenen negative Abweichungen zumindest teilweise zu positiven Impulsen umformen lassen. Statt der Entlassung wird ihm eine weitere Chance eingeräumt, mit der er das gewünschte Ziel noch erreichen kann. Eine Fehlerfreundlichkeit sollte sich meistens auf menschliches Handeln beziehen.

Grundsätzlich könnte man sagen, dass die allgemeine Fehlerfreundlichkeit aus bis zu drei Bestandteilen bestehen könnte. Hierzu gehören die Vielfalt an Alternativen, die überwindbaren Barrieren und die gewünschte Redunanz. Wer sich auf diese Kombination einlassen kann, die auch von übergeordneten Stellen akzeptiert wird, kann jeweils aus den gemachten Fehlern Rückschlüsse auf weitere Prozesse ziehen. So wird der nächste Schritt eventuell zu einem gewünschten Ergebnis führen oder beitragen.

Dieses Modell lässt sich sehr gut im schlanken und agilen Management umsetzen, wo niedrige Hierarchie den schnellen und gezielten Meinungsaustausch sowie die Entscheidungsfindung begünstigen.

Fehlerunfreundlichkeit: Das Problem mit dem Vermeidungsmodus!

Haben Menschen einen Fehler gemacht, dann belastet sie diese Tatsache. In den Augen anderer ist ihre Leistung unterhalb der Norm geblieben und stellt gleichzeitig oft einen persönlichen Makel dar.

Wird in ihrem Umfeld das System der Null-Toleranz betrieben, neigen die meisten zu einer Vermeidungsstrategie. Dazu wechseln sie jeweils in den Vermeidungsmodus. Diese Haltungsweise ist anstrengend. Sie reduziert die Reaktionszeit und kostet viel emotionale Energie.

Der Mitarbeiter verspannt sich. Blut, mit dem das Gehirn gut arbeiten kann, fließt in die Muskeln ab. Hier regt es den Fluchtgedanken an, der eine konstruktive und schnelle Arbeitsweise verhindert oder reduziert.

Wie wirkt sich die Fehlerfreundlichkeit im Unternehmen aus?

Jeder Fehler, der im Unternehmen während der Arbeit passiert, kann sich auf die Karriere oder auf die eingenommene Position auswirken. Aus diesem Grund sollte sich der Chef fehlerfreundlich verhalten, um die Mitarbeiter zu ermutigen. Dieser blockiert, wenn der Vorgesetzte ihn bei jedem kleinen Problem scharf kritisiert und so eine Existenzangst weckt oder sogar fördert.

Mitarbeiter, die nicht bei jedem Problem um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, arbeiten gerne und wenden sich an ihren Vorgesetzten, um zu den von ihnen erzeugten Schwierigkeiten zu stehen.

Werden sie von ihrem Arbeitgeber jedoch stets kritisiert, werden sie ihre Problemstellungen verschweigen oder sogar ihren Kollegen zu schieben, um finanzielle und berufliche Einschränkungen abzuwenden.

Somit führt Fehlerfreundlichkeit zu Steigerung des Vertrauens auf den einzelnen Hierarchieebenen.

Der Verantwortliche könnte beispielsweise einen Fehler seines Mitarbeiters mit den Worten kommentieren: „Das ist hier jedem schon passiert“ oder „daran müssen wir noch ein Wenig arbeiten, aber es wird schon.“

Vorbildliche Vorgesetzte ermutigen außerdem ihre Mitarbeiter, auch unter einander nicht jeden Fehler scharf zu kritisieren.

Er könnte sagen: „Ich stehe hinter Ihnen, auch wenn das Ergebnis mir nicht so gut gefällt.“

Was ist ein High Need Baby? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein High Need Baby braucht überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit seiner Bezugspersonen, meistens der Eltern. Es möchte nicht von seinen Eltern getrennt sein, lässt sich schwer ablegen, braucht viel Körperkontakt und Anleitung durch die Eltern und fordert die Aufmerksamkeit nachdrücklich ein. Geprägt wurde der Begriff vom US-amerikanischen Arzt Dr. William Sears, der High Need Babys anhand seiner eigenen Erfahrungen mit Babys und Kindern beschrieben hat und gleichzeitig Schöpfer des „Attachment Parenting“ ist, also der bedürfnisorientierten Baby- und Kindererziehung.+

Was macht ein High Need Baby aus? Eigenschaften

Ein High Need Baby braucht von allem etwas mehr. Die Eltern empfinden es deswegen als anstrengend und hinterfragen mit der Zeit, ob sie alles richtig machen oder die Unzufriedenheit ihres Babys an ihnen liegt. Typische Verhaltensweisen und Probleme mit einem High Need Baby sind:

  • Sie schlafen schlecht und lassen sich nicht von den Eltern ablegen, sondern wollen immer in ihrer Nähe sein. Schlafen, während sie getragen werden, ist ein typisches Bild in betroffenen Familien. Viele solcher Babys brauchen ganz bestimmte Bedingungen, damit sie überhaupt schlafen können, beispielsweise können sie nur beim Spaziergang im Kinderwagen einschlafen. Insgesamt schläft das Baby schlecht und wirkt beinahe hyperaktiv.
  • High Need Babys suchen sich oft eine oder wenige Bezugspersonen aus und akzeptieren nur diese, bei anderen schreien sie und sind unzufrieden – das kann sogar den Vater des Kindes treffen.
  • Sie trinken und essen schlecht, es kommt zu Problemen beim Stillen oder sie leiden häufig unter Bauchschmerzen und Koliken.
  • Trotzdem haben solche Babys viel Hunger und wollen oft gestillt werden, ohne dabei aber unbedingt Nahrung aufzunehmen. Es geht vielmehr um die Nähe.
  • Sie schreien, obwohl sie gefüttert und gewickelt wurden, sind aber dennoch unzufrieden.
  • Sie brauchen länger, um sich an Neues zu gewöhnen, beispielsweise an die erste Breinahrung.
  • Alternativen wie der Schnuller werden schlecht akzeptiert, wenn sie damit verbunden sind, dass es weniger Nähe zu ihrer Bezugsperson gibt.
  • Ihre Bedürfnisse sind für die Eltern schwer oder gar nicht zu erkennen und sie wirken permanent unzufrieden
  • Die Bedürfnisse des Babys müssen sofort gestillt werden, sonst quittiert es das mit lautem Schreien. Viele High Need Babys sind gleichzeitig Schreibabys.
  • Was dem Baby heute gefallen hat, muss ihm morgen nicht mehr zusagen. Die Bedürfnisse eines High Need Babys sind unvorhersehbar.
  • Reize wie Geräusche, starkes Sonnenlicht, neue Menschen oder gestresste Eltern tun einem solchen Baby gar nicht gut. Sie sind sehr empfindlich und reagieren schnell auf diese Reizüberflutung.

Wie kann mit einem High Need Baby umgegangen werden?

Der Begriff „High Need Baby“ kommt in der Forschung nicht vor. Es ist allerdings bekannt, dass manche Babys ausgeprägtere Bedürfnisse haben als andere. Für die Eltern ist das jedoch kaum eine Erleichterung, da sich alle diese Bedürfnisse auf sie richten und ihre eigenen gar nicht mehr bedient werden können. Häufig ist die Mutter die einzige akzeptierte Bezugsperson für das Baby, selbst der Vater kann abgelehnt werden und kann somit kaum wirklich helfen. Wichtig ist, zunächst ärztlich abzuklären, ob es medizinische Ursachen für die Unzufriedenheit des Babys gibt. Schreien ist in dieser Lebensphase das einzige Kommunikationsmittel. Es steht somit für alles: Schmerz, Hunger, den Wunsch nach Nähe oder einfach vorübergehende Unzufriedenheit, die gar keinen Grund haben muss. Das Baby verhält sich nicht so, um die Eltern zu ärgern, sondern weil es diese starken Bedürfnisse wirklich hat. Nichtsdestotrotz müssen Eltern eines solchen Babys auf sich selbst achten, da die Betreuung mit all ihren Anforderungen sie im schlimmsten Fall sogar krank machen kann. Hilfe können folgende Anlaufstellen bieten:

  • Schreiambulanz, auch in akuten Notfällen oder bei extremer Erschöpfung und Hilflosigkeit
  • Telefonseelsorge
  • Krisendienst des Wohnortes, der meist rund um die Uhr erreichbar ist
  • Kinderarzt
  • Hebamme
  • Hausarzt
  • Gynäkologe der Mutter

Wie entwickelt sich ein High Need Baby?

Die Eltern eines High Need Babys stellen sich eine wichtige Frage: Wann wird das endlich besser? Viele solcher Babys werden sehr bedürfnisgesteuerte Kleinkinder. Ein High Need Baby ist ein Baby, welches seine eigenen Bedürfnisse sehr genau wahrnimmt und diese sofort erfüllt bekommen möchte. Das wird auch beim Kleinkind noch so sein, mit dem Unterschied, dass es mobiler ist. Das Phänomen wird sich nun beispielsweise darin äußern, dass ein Kleinkind ungehemmt und ohne viel Überlegung auf Dinge zugeht, die es erkunden möchte. Dieses Verhalten wirkt auf den ersten Blick unvorsichtig, hat aber den Hintergrund, dass das Kleinkind nur das Bedürfnis erkennt, den interessanten Gegenstand zu erkunden. Wird es daran gehindert, reagiert es ähnlich wie ein High Need Baby mit Frust und den für Kleinkinder typischen Wutanfällen. Allerdings kommt jedes Kind irgendwann in das Alter, in dem es dazu in der Lage ist, seine Bedürfnisse zu regulieren und auch die Bedürfnisse anderer Menschen zu erkennen. High Need Babys werden somit keinesfalls automatisch zu problematischen Kindern, Jugendlichen oder gar Erwachsenen, sondern ihnen steht eine ganz normale Entwicklung bevor.

Wichtig ist, dass die Eltern ihrem Kind vermitteln, wie es mit Bedürfnissen umgehen soll und dass nicht jedes eigene Bedürfnis immer sofort erfüllt werden kann. Auch sollte einem solchen Kind gezielt vermittelt werden, dass andere Menschen ebenfalls Bedürfnisse haben und dass diese gleichwertig sind, sobald es in einem Alter ist, in dem ist das verstehen kann. Ein Baby kann das natürlich noch nicht, sondern muss seine Bedürfnisse erfüllt bekommen.

Was sind aggressive Mimosen? Bedeutung, Definition, Erklärung


Eine aggressive Mimose ist eine Person, die selbst schnell beleidigt ist und Kritik schlecht annehmen kann, deswegen aber nicht davor zurückschreckt, selbst harte Kritik auszuteilen. Sie kritisiert dabei auf eine Art, die eine Reaktion wie ihre eigene verständlich machen würde würde: aggressiv, teils beleidigend und wertend, ohne Verständnis oder Empathie für die kritisierte Person. Aggressiven Mimosen geht es darum, ihre Meinung offen aussprechen zu dürfen, auch wenn diese niemandem hilft, aber selbst möchten sie keinen Gegenwind dafür bekommen und reagieren schwer beleidigt, wenn es passiert.

Welches Verhalten ist typisch für aggressive Mimosen?

Eine aggressive Mimose kennzeichnet sich dadurch, dass sie sehr schnell selbst mit Kritik dabei ist, diese im Gegenzug aber überhaupt nicht akzeptiert. Dabei kommen bestimmte Verhaltensweisen zum Vorschein, die bei vielen aggressiven Mimosen ähnlich sind. Diese Verhaltensweisen haben ihnen auch den Namen „Schnellbeleidigte Schnellbeleidiger“ eingebracht. Diese sind unter anderem:

  • Aggressive Mimosen haben zu allem eine Meinung, diese muss aber nicht unbedingt qualifiziert sein
  • Sie kritisieren hart, ohne Empathie und vor allem ungefragt. Aggressive Mimosen muss niemand auffordern, sich an einer Diskussion zu beteiligen. Das tun sie von ganz alleine, weil sie es gerne tun.
  • Ihre Kritik ist nicht konstruktiv, sondern beruht auf einem vorschnellen Urteil oder einer festgefahrenen Meinung, von der sich die aggressive Mimose auch nicht argumentativ abbringen lassen möchte
  • Beleidigungen passieren der aggressiven Mimose schnell. Sobald sie merkt, dass sie Gegenwind bekommt oder Unrecht hat, fallen schon die ersten Beleidigungen.
  • Die Mimose nimmt zu ihrem eigenen Schutz gerne eine Position ein, die gesellschaftlich als unterlegen betrachtet wird. Beispielsweise identifiziert sie sich als Teil einer (vermeintlichen) Randerscheinung oder benachteiligten Gruppe der Gesellschaft. Darauf beruht ihre Annahme, ihre Meinung wiege schwerer als die andere und man müsste diese Meinung wichtiger nehmen als die anderer Gesprächsteilnehmer.
  • Sie erwartet von anderen Gesprächsteilnehmern eine Sonderbehandlung und bemerkt schnell jede kleinste Verfehlung im Sinne von falschem Ton, unfairer Argumentation oder festgefahrenen Meinungen der Gegenseite.
  • Einsicht oder Selbstreflektion sucht man bei aggressiven Mimosen vergeblich. Sie bemerken gar nicht, wie sie selbst mit anderen umgehen – und dass das der Grund sein könnte, wieso überhaupt so mit ihnen geredet wird.
  • Totschlagargumente, Whataboutism und derartige Techniken sind ein Lieblingswerkzeug der aggressiven Mimosen. Wenn sie nicht mehr weiter wissen, bringen Sie ein Argument, gegen das die Gegenseite nichts sagen kann.
  • Passiv-aggressives Verhalten tritt ebenfalls häufig bei aggressiven Mimosen auf.

Was treibt aggressive Mimosen an?

Die aggressive Mimose versteht sich blendend mit dem Social Justice Warrior. Warum? Weil beide sich hinter einer noblen Absicht verstecken – und wer gegen diese ist, muss pauschal ein schlechter Mensch sein, vor dem man grundlegende Regeln des Anstandes nicht mehr anzuwenden braucht. Schnellbeleidiger sind so überzeugt von den eigenen Ansichten, dass sie es nicht nachvollziehen können, wenn jemand anderes eine eigene, abweichende Meinung hat und diese auch vertritt. Sie fühlen sich persönlich und emotional angegriffen, wenn jemand ihnen widerspricht. Es kommt dabei nicht auf den Ton an, sondern lediglich auf die Tatsache, dass ihnen überhaupt widersprochen wird. Denn wer ihre Ansichten hinterfragt, anderer Meinung ist oder eine differenzierte, rationale Betrachtung ins Spiel bringt, ist für diese starken Überzeugungen eine Gefahr.

Eine aggressive Mimose hat sich argumentativ bisher nicht mit ihrem Standpunkt auseinandergesetzt. Sie hat ihn angenommen, weil viele andere Menschen das auch tun, weil diese die Mimose dann akzeptieren werden, weil es sich für sie gut und richtig anfühlt. Rational durchdacht ist ihre Ansicht nicht. Viele warten sogar darauf, missverstanden zu werden, sie suchen regelrecht nach einem Grund für aggressive Hypersensibilität. Sie haben gemerkt, dass sie in rationalen Argumentationen unterlegen sind, weshalb sie mehr oder weniger bewusst schon auf Angriff schalten, bevor überhaupt jemand etwas gegen sie gesagt hat.

Warum aggressive Mimosen gefährlich sind

Aggressive Mimosen tragen ihre verletzten Gefühle so sichtbar in jedes Gespräch, dass die Stimmung zwangsläufig ins Aggressive kippen muss. Ob diese verletzten Gefühle nur ihre sind oder wirklich die der Betroffenen? Oft sind es nur die Mimosen, die sich empören. Sie müssen dabei nicht einmal direkt von der Thematik betroffen sein, über die sie sich echauffieren – sie tun es, weil sie es für richtig so halten. Ein gewisser Missionierer-Geist steckt sicherlich auch dahinter. Keine Frage, ein solches Verhalten ist nicht lösungsorientiert und nervig, aber was macht es so gefährlich? Der Grund liegt in den Themen, die besonders stark von aggressiven Mimosen aufgegriffen werden (ohne behaupten zu wollen, dass sie nicht jedes andere Thema ebenfalls gerne heranziehen):

  • Veganismus
  • Klimawandel und Klimaschutz
  • Nachhaltigkeit
  • Rassismus
  • Gender-Fragen
  • Gleichberechtigung
  • Kindererziehung und Bildung

Aggressive Mimosen nehmen sich gesellschaftlich sehr wichtige und zentrale Themen vor, bilden sich eine oft nicht qualifizierte Meinung und vertreten diese mit einer beleidigenden Vehemenz, die bei anderen auf Ablehnung stößt. Es geht bei der Ablehnung nicht um das Thema selbst, sondern um die Art, wie Schnellbeleidiger ihre Punkte vermitteln. Wären die meisten Menschen unter normalen Umständen durchaus offen dafür, sich beispielsweise über ihre Verantwortung für den Klimawandel Gedanken zu machen, so lehnen sie die Argumentationsweise eines Schnellbeleidigten natürlich ab. Diese empfinden sie als übergriffig, bevormundend, urteilend, unqualifiziert und unangemessen emotional. Dadurch passiert der Trugschluss, dass das Thema an sich ablehnenswert ist. So, wie eine aggressive Mimose nicht dazu in der Lage ist, ihr eigenes Verhalten und die Konsequenzen daraus zu überdenken, so sind andere Teilnehmer aus diesen Diskussionen nicht mehr fähig, das wichtige Thema vom Argumentationsstil ihrer Vertreter zu trennen.

Was ist Bushcraft? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Natur sinnvoll zu nutzen, kann auch heute eine Frage von Leben oder Tod sein

Was ist Bushcraft? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der aus den englischen Wörtern „bush“ (Busch, Hinterland, Wildnis) und „craft“ (Fertigkeit, Handwerk, Können) zusammengesetzte Ausdruck „Bushcraft“ bezeichnet die Anwendung und Ausübung von Fähigkeiten sowie Erwerb und Entwicklung von Verständnis und Wissen, um sich über einen längeren Zeitraum in einer natürlichen Umgebung aufzuhalten und dort sicher und unbeschadet zu überleben. Die hierfür notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse beziehen sich vor allem auf die wichtigsten physiologischen Grundbedürfnisse des Menschen wie Nahrungssuche durch Fallenstellen, Fährtenlesen, Fischen und Jagen, Beschaffung, Aufbereitung und Reinigung von Trinkwasser sowie der Bau von temporären Unterkünften und Techniken zum Entzünden von Feuer.

Ebenso hilfreich und nützlich sind fundierte Kenntnisse in den Bereichen Knoten, Tauwerk und Zwirnen, Holzschnitzen sowie Medizin/Gesundheit und Navigation anhand der Gestirne. Als bekannteste Werkzeuge für Bushcraft gelten Äxte sowie Messer, die bei vielen der oben genannten Aktivitäten genutzt werden können.

Bushcraft: wichtige Skills und Fähigkeiten

  • Holz sammeln, besorgen, bearbeiten, hacken, verarbeiten und schnitzen
  • Feuerholz finden und identifizieren
  • Feuer machen (z.B. Feather Stick)
  • Nahrung sammeln
  • Feuerstelle / Kochstelle bauen (Pot Hanger)
  • Nahrung / Essen zubereiten / kochen
  • Wasser kochen mit Steinen
  • Nahrung haltbar machen / Nahrung aufbewahren (Verderben der Nahrung verlangsamen)
  • Unterkunft / Zelt bauen
  • Schlafstätte herrichten / bauen
  • sich warm halten / warm bleiben (besonders wichtig im Winter)
  • Schutz vor wilden Tieren
  • Steinbearbeitung / Feuersteinbearbeitung
  • Messer schärfen
  • Seile aus Pflanzenfasern herstellen –> Knotentechniken
  • Tiere jagen mit Fallen / Fallen bauen
  • Pech herstellen (Birke)
  • Birkensaft zapfen

Im historischen Australien wurden Europäer von gefährlicher Wildnis empfangen

Seinen eigentlichen geografischen und etymologischen Ursprung hat der Begriff Bushcraft im australischen Buschland („outback“), wo die europäischen Einwanderer und Siedler in der Pionierzeit im 18. und 19. Jahrhundert schnell lernen mussten, mit der vielerorts meist recht gefährlichen Fauna und Flora zurechtzukommen.

In lebensfeindlichen Regionen wie der nach ihrem charakteristischen roten Sand benannten und gut eine Million km² großen Halbwüste „Red Centre“ im heutigen Bundesterritorium „Northern Territory“, den ebenso heißen wie wasserarmen Wüsten in West- und Südaustralien sowie noch immer nur dünn besiedelten Gebieten wie der Nullarbor-Ebene, der Gebirgskette MacDonnell Ranges und den Great Western Woodlands war man damals ohne Wissen über Überlebenstechniken in kürzester Zeit dem sicheren Tod geweiht.

In der Tat kamen bei den ersten Expeditionen europäischer Entdecker durch das Zentrum des sog. „Fünften Kontinents“ zwischen den 1840er- und 1870er-Jahren mehrere Teilnehmer vorrangig durch Durst und Hunger sowie aufgrund der ungewohnten Umgebung nicht adäquaten Ausrüstung ums Leben.

Was der „Wilde Westen“ einst für die USA, war das „Outback“ früher für Australien

Um das Überleben der Menschen im Outback, der 1869 erstmals in einer Druckschrift als Ausdruck für Buschland oder Wildnis verwendet wurde, hat sich in Australien seither eine eigenständige Mythologie entwickelt: Die Geschichten von Aborigines, Bushrangern und den Gefahren durch Naturgewalten sowie wilde Tiere sind tief in der australischen Folklore verankert.

Je nach Lage im Land sowie Art der Überlieferung wurde und wird das Outback umgangssprachlich auch als „Back of beyond“ (Rückseite des Jenseits), Ort hinter dem „Black Stump“ (schwarzer Stumpf) und „Top End“ (Oberes Ende) bezeichnet. Deutlich wird der große Respekt vor dem Outback sowie dessen immense Bedeutung für Historie und Selbstverständnis Australiens auch an der ebenfalls noch geläufigen Bezeichnung „Never-Never-Land“, die erstmals 1884 in einer Reisebeschreibung über North Queensland sowie 1891 auch in dem Gedicht „Where the Dead Men Lie“ (Wo die toten Männer liegen) des australischen Dichters Barcroft Boake (1866-1892) auftauchte.

Auch im damaligen Südafrika spielte das Überleben im Busch eine wichtige Rolle

Der Ausdruck Bushcraft wird in seiner heutigen Bedeutung jedoch nicht nur in Australien, sondern auch in Südafrika schon mindestens seit Beginn des 19. Jahrhunderts verwendet. Busch in diesem Sinne ist wahrscheinlich eine direkte Übernahme des niederländischen Wortes „bosch“ bzw. „bos“, das in den damaligen niederländischen Kolonien ursprünglich für ausgedehnte Waldgebiete und mit natürlichen Gehölzen bewachsenes Land verwendet wurde. Von diesen Gegenden breitete sich der Begriff dann sukzessive auf die britischen Kolonien aus, wo der Gebrauch sich dort auf nicht gerodete oder bewirtschaftete Gebiete in noch natürlichem Zustand ausdehnte und später als Begriff für das Land im Gegensatz zur Stadt oft Verwendung fand.

Im südlichen Afrika leitet sich der Begriff „Buschmann“ von „boschjesman“ ab, den die Niederländer auf die im Busch lebenden Eingeborenen sowie Ureinwohner anwendeten. In Nordamerika, wo ebenfalls eine beträchtliche Kolonisierung durch die Niederlande stattfand, gibt es noch heute das Wort „bushwacker“ für Förster und Waldhüter, welches eng mit dem niederländischen Ausdruck „bosch-wachter/boswachter“ verwandt ist.

„Bushcraft“ hat sich als stolzes nationales Erbe bis heute in Australien erhalten

Im gesamten 19. sowie frühen 20. Jahrhundert wurde der Begriff Bushcraft in zahlreichen Büchern zeitgenössischer Autoren und Autorinnen als Ausdruck für die damit verbundenen Fähigkeiten genutzt und gepriesen. U. a. Francis Galton (1854), Ernest Favenc (1888), Miles Franklin (1901), A. G. Hales (1901) sowie Jeannie Gunn (1908) und Ernest Scott (1914) beschrieben Bushcraft als erstrebenswertes und unverzichtbares Wissen, um in der zu dieser Zeit noch weitgehend ungezähmten und unberechenbaren Natur Australiens sowie Südafrikas zu überleben.

Obwohl der Ausbau der Infrastruktur sowie Schienen- und Straßenverbindungen nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sowohl dem australischen Outback als auch dem südafrikanischen Buschland viel von seinem einstigen Schrecken nahm, blieb doch der Begriff Bushcraft fest im kollektiven Bewusstsein der Gesellschaften verhaftet. In Australien gelangte etwa der im Jahr 1946 geborene Major und Kriegsveteran Leslie James Hiddins als „The Bush Tucker Man“ durch die gleichnamige Fernsehserie zwischen 1988 und 2006 zu einiger Berühmtheit.

Ein Armeemajor würdigte mit seiner Arbeit das umfassende Wissen der Aborigines

Hiddins, der als Soldat zwischen 1966 und 1968 Einsätze in Vietnam absolvierte und 1980 mit einem Stipendium des Verteidigungsministeriums das Überleben in Nordaustralien erforschte, ist der Hauptautor des 1987 erschienenen militärischen Überlebenshandbuchs der australischen Armee. Nach seiner Pensionierung 1989 diente er bis 2001 weiterhin in der Reserve und arbeitet seither eng mit indigenen Gemeinschaften im Norden Australiens zusammen.

Im Rahmen dieser Tätigkeit lernte Hiddins von den Aborigines die sog. Busch- oder auch Kakadu-Pflaume (Terminalia ferdinandiana) kennen, deren Früchte die höchste bekannte Vitamin-C-Konzentration aller natürlichen Substanzen der Erde aufweisen. Auch seinen Künstlernamen „Bush Tucker“ verdankt der mehrfach für große Verdienste um den Erhalt und die Weitergabe von uraltem Wissen der Aborigines ausgezeichnete TV-Star den Eingeborenen.

Als „Bush Tucker“ oder „Bush Food“ (Buschessen) wird in „Down Under“ die Nutzung exklusiv einheimischer Fauna und Flora bezeichnet, die sowohl für die traditionelle Küche der Aborigines als auch diejenige der ersten britischen Siedler in der Pionierzeit typisch war bzw. ist.

Die Rückkehr vergessener Lebensmittel hat die neue australische Küche bereichert

Die australischen Ureinwohner ernähren sich schon seit ca. 60.000 Jahren von ca. 5.000 Arten tierischer und pflanzlicher Lebensmittel, für die sie diverse geschickte traditionelle Verarbeitungs- und Kochmethoden entwickelt haben, um diese genießbar zu machen. Zu diesen zählen speziell das Garen und Grillen über offenem Feuer, das langsame Kochen in Gefäßen aus Baumrinde und das Wässern von Gemüse und Samen.

Bush Tucker war damals zwar eine willkommene Nahrungsquelle für die britischen Siedler und ergänzte oft deren mageren Rationen. Viele der Kolonisten, die mit der Nahrung des neuen Landes nicht vertraut waren, hielten Bush Food jedoch für minderwertig und zogen im Allgemeinen vertraute Nahrungsmittel aus ihrer Heimat vor. Mit Ausnahme der Macadamianuss, die in Australien schon in den 1880er-Jahren in geringem Umfang kommerziell angebaut wurde, dauerte es noch bis in die 1970er-Jahre, dass einheimische Nahrungsmittel langsam wieder entdeckt und kommerziell produziert wurden. Leslie James Hiddins hat mit seinen populären Fernsehsendungen also auch dafür gesorgt, dass Kängurufleisch heute wegen seines Nährwerts sehr geschätzt wird und sich auch andere Zutaten der Aborigines wie Aal, Krebs, Emu und Krokodil sowie tasmanischer Pfeffer, Buschtomaten und Quandong-Pflaumen in der modernen australischen Küche des 21. Jahrhunderts finden lassen.

Vor allem Tipps für das Überleben in Wäldern interessieren und begeistern die Leser

Auch anderenorts haben verschiedene Autoren, die sich in ihren Büchern, Ratgebern und TV-Sendungen vornehmlich mit dem Aufenthalt und Überleben in der Natur beschäftigen, den Begriff Bushcraft bekannt gemacht. Anders als in Australien werden jedoch in Europa und Nordamerika stattdessen auch häufig die ebenfalls englischen Ausdrücke „Survival“ (Überleben), „Wilderness Skills“ (Wildniswissen) der „Woodcraft“ (Waldwissen) verwendet. In Großbritannien genießt besonders der Autor, Ausbilder, Geschäftsmann, Holzfäller und TV-Moderator Paul Mears durch seine Fernsehauftritte zu den Themen Bushcraft sowie Überlebenstechniken einige Bekanntheit.

In Kanada stand der aus einst Polen stammende Autor, Ausbilder und Naturforscher Mors Kochanski (1940-2019) seit den frühen 1970er-Jahren als Verfasser des Bestsellers „Northern Bushcraft“ mit zahlreichen Überlebenstipps für die dichten Wälder des Landes im Mittelpunkt des diesbezüglichen Interesses. Noch in Kanada beruflich tätig ist der Autor, Überlebens-Experte, Filmemacher und Kameramann sowie Produzent, Regisseur und Moderator Les Stroud, der zwischen 2005 und 2016 mit seiner Fernsehserie „Survivorman“ landesweit bekannt wurde.

Ein eifriger Hamburger Konditor brachte vielen Bundesbürgern Bushcraft bei

In den USA genießen die TV-Moderatoren von Survival-Serien und Überlebenslehrer Cody Lundin sowie David Michael Canterbury, die beide bei „Dual Survival“ auf dem „Discovery Channel“ mitwirkten und jeweils mehrere Bücher über „Bushcraft“ verfassten, viel Ansehen als einschlägige Experten. In ihren Sendungen präsentierten sie zusammen verschiedene Überlebenstechniken wie das Ausbrennen von Schnittwunden mit Feuer und Schießpulver und empfahlen den Zuschauern nützliche Geräte sowie Gegenstände für Aufenthalte in der Wildnis.

In Deutschland sowie im deutschsprachigen Raum gebührt dem Aktivisten für Menschenrechte und Survival-Experten Rüdiger „Sir Vival“ Nehberg (1935-2020) auch noch postum der Titel des zweifellos hierzulande bekanntesten Befürworters und Förderers von Bushcraft. Nehberg reiste bereits als junger Mann zu Fuß und/oder mit dem Fahrrad in gefährliche Weltgegenden, marschierte 1981 ohne jeglichen Proviant durch Deutschland und machte sich mit riskanten Atlantiküberfahrten mit Bambusfloß, Tretboot und Trimaran weltweit einen Namen.

Er engagierte sich auch unermüdlich gegen die barbarische Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung in der islamischen Welt und für den Erhalt des Volks der Yanomami in Südamerika. Diesem selbstlosen, aber stets selbstbewussten Pionier ist es letztlich zu verdanken, dass Bushcraft, Survivaltraining und Überlebenskunst auch in Deutschland an Beachtung gewonnen haben sowie heutzutage in der Erlebnispädagogik und Mitarbeiterschulung sowie beim „Team Buidling“ intensiv eingesetzt werden.

Was sind CO2-Äquivalente? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter CO2-Äquivalenten versteht man eine Maßeinheit, die die Klimawirkung unterschiedlicher Treibhausgase vereinheitlicht angibt.

Da nicht jedes Treibhausgas (Lachgas, Methan, Kohlendioxid, …) die gleiche Wirkung auf den Treibhauseffekt hat und mit gleicher Intensität den Klimawandel beeinflusst, hat eine Expertenkommission das sogenannte „Globale Erwärmungspotenzial“(englisch „Global warming potencial“ (GWP)) definiert. Der Index setzt das jeweilige Treibhausgas in seiner Wirkung in das Verhältnis zu der Wirkung die Kohlenstoffdioxid auf die Erwärmung der Erde in einem bestimmten Zeitraum (meist hundert Jahre) hat.

Es erfolgt daher ein Vergleich zwischen den Emission von Kohlenstoffdioxid im Verhältnis zum jeweiligen Treibhausgas. Auf diese Weise können Treibhausgasemissionen in CO2-Äquivalente umgerechnet und zusammen gefasst werden. Das Ergebnis wird in der Einheit CO2e angegeben.

Was bedeutet CO2e? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Abkürzung CO2e ist eine Maßeinheit, die zum Ziel hat die Effekte von Treibhausgasen auf den Klimawandel und das Klima der Erde vergleichbar zu machen. Da unterschiedliche Treibhausgase einen unterschiedlichen Einfluss auf den Klimawandel nehmen, unterschiedlich lange in der Atmosphäre verweilen und unterschiedlich stark auf den Treibhauseffekt wirken, ist es zum Zweck der Möglichkeit eines Vergleiches dieser Wirkung für die Wissenschaft notwendig eine Vereinheitlichung dieser Treibhausgase unter einer Maßeinheit umzusetzen.

Wie wirkt Kohlenstoffdioxid auf die Erderwärmung? Was ist der Treibhauseffekt?

Von den vom Menschen produzierten Treibhausgasen hat Kohlenstoffdioxid den schädlichsten Effekt auf die Erderwärmung. Schuld daran ist der Treibhauseffekt: Auf der Erde wird das Sonnenlicht zum Teil in Wärmestrahlung umgewandelt. Treibhausgase halten selbiges im Anschluss auf der Erde, wodurch diese so erwärmt wird, dass ein Leben überhaupt erst möglich wird. Bei Ausbleiben dieses Effektes würde auf der Erde eine Temperatur von minus achtzehn Grad Celsius herrschen. Leben gäbe es auf der Erde dann nicht. Problematisch wird die Anwesenheit von Treibhausgasen dann, wenn sie stark zunehmen. Die Zunahme der Treibhausgase auf der Erde sorgt dafür, dass sich selbige immer weiter erwärmt. Diese Entwicklung wird dann unter dem Begriff des Klimawandels (zunehmende Erwärmung der Erdoberfläche und damit verbundene eintretende Veränderung in der Natur durch das durch die Erwärmung veränderte Klima) gehandelt.

Welche Gase wirken stärker auf den Treibhauseffekt als Kohlendioxid?
Neben Kohlenstoffdioxid (CO2) wirken vor allem auch Methangas (CH4) und Lachgas (N2O) auf den Treibhauseffekt und tragen daher maßgeblich zur Erwärmung der Erde bei. Diese entstehen vor allem im Bereich der Landwirtschaft: Bei der Viehzucht, dem Reisanbau, bei Verbrennungsprozessen und bei der Rodung des Regenwaldes fallen die Treibhausgase hier in erheblichen Mengen an. Problematisch ist auch, dass Methangas und Lachgas in ihrer Wirkung einen intensiveren Einfluss auf die Fortschreitung des Treibhauseffektes nehmen als Kohlenstoffdioxid: Das heißt bei gleicher Menge des jeweiligen Gases ist die Wirkung deutlich stärker und somit auch schädlicher für die Umwelt und Erderwärmung.

Wie sich der Ausstoß von Treibhausgasen in den letzten Jahren verändert hat:

Die wichtigste Ursache für die Erhöhung der CO2-Emissionen liegt begründet in der zunehmenden Umsetzung von Energie. In den letzten Jahren (zirka seit den 1990er Jahren) hat sich insgesamt betrachtet verringert. Hierzu haben sicherlich auch die Entwicklungen in verschiedenen industriellen Sparten (zum Beispiel in der Autoindustrie) aber auch in Bereichen der Energiegewinnung (zunehmend Rückgriff auf alternative Energiegewinnungsformen) beigetragen. So konnten im Bereich der Industrie die CO2-Emissionen seit 1990 um 39,9 Prozent und im Bereich der Landwirtschaft um 21 Prozent verringert werden. Durch die Erhöhung der CO2-Emissionen im Bereich der Abfallwirtschaft um 76,1 Prozent kann allerdings nur ein gesamter Rückgang des Ausstoß von Kohlenstoffdioxid um 1,2 Prozent verzeichnet werden.

Die CO2-Äquivalenz von anderen Treibhausgasen sowie der Einfluss anderer Emissionen auf die Veränderung des Klimas
Neben Kohlenstoffdioxid gibt es weitere in der Atmosphäre befindliche Gase, die den Treibhauseffekt in unterschiedlicher Weise Einfluss auf die Erderwärmung nehmen. Viele dieser Gase sind zwar in viel geringerer Konzentration als Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre vorhanden, haben aber, bei gleichem mengenmäßigem Vorkommen, aufgrund ihres Potenzials eine viel stärkere Wirkung auf den Treibhauseffekt und die damit verbundene Erwärmung der Erde.

Methangas beispielsweise findet sich hauptsächlich in der Landwirtschaft im Kontext von Viehzucht, dem Anbau von Reis oder der Rodung des Regenwaldes. Im Vergleich zu Kohlenstoffdioxid liegt der Co2e – Wert bei einundzwanzig, das heißt bei gleicher Menge und im gleichen Zeitraum befördert Methangas den Treibhauseffekt einundzwanzig mal mehr als Kohlenstoffdioxid in gleicher Konzentration. Lachgas verhält sich hierbei ähnlich. Es entsteht durch die Überdüngung der Böden im Kontext der Landwirtschaft und verfügt über ein globales Erderwärmungspotenzial von dreihundertundzehn. Es ist also verglichen mit Kohlenstoffdioxid dreihundertzehnmal schädlicher für die Erdatmosphäre.

Neben den in der Atmosphäre vorhandenen Gasen spielen aber auch andere Emissionen eine Rolle wenn es um den Treibhauseffekt geht. Hier ist insbesondere Ruß beispielhaft zu nennen. Ruß entsteht vornehmlich durch Verbrennungsprozesse (zum Beispiel Abgase von Diesel – PKW oder als Entstehungsprodukt bei der Brandrodung von Wäldern) und trägt damit bei der Ablagerung in der Atmosphäre maßgeblich zur Erderwärmung bei.

Was ist die Slow Flower Bewegung? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Slow Flower Bewegung ist ein Trend, der aus den USA nach Deutschland gekommen ist. Aktivisten der Slow Flower Bewegung setzen sich dafür ein, dass Schnittblumen nicht mehr über weite Strecken importiert werden sollten. Ihrer Meinung nach ist es viel ökologischer Schnittblumen vor Ort zu züchten und zu verkaufen.

Der Begriff Slow Flower Bewegung ist von der Slow Food Bewegung entlehnt worden. Die Bezeichnung Slow Flower Bewegung tauchte im Jahr 2014 zum ersten Mal auf. Sie geht auf ein Buch mit dem Titel Slow Flowers zurück, das in diesem Jahr erstveröffentlicht wurde. Die Autorin dieses Titels ist Debra Prinzing. In ihrem Buch werden die Grundlagen der Slow Flower Bewegung im Detail beschrieben.

Was ist die Slow Flower Bewegung? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Slow Flower Bewegung vereint überraschend viele Vorteile unter dem Dach der Bewegung. Wenn der Transport von Schnittblumen von einem Teil der Erde in den anderen wegfällt, wird eine Menge Kerosin eingespart. Dies kommt der Umwelt zugute. Außerdem wird die ortsansässige Wirtschaft durch die Slow Flower Bewegung unterstützt.

Wenn Gärtner aus der Umgebung vermehrt auch Schnittblumen züchten, und direkt vertreiben, ergibt sich dadurch ein Zusatzeinkommen für sie. Durch den Direktanbau von Slow Flowers wird darüber hinaus gewährleistet, dass Schnittblumen jeweils nur während ihrer natürlichen Blütezeit gezogen und verkauft werden. Das ist eine der Grundlagen dafür, dass die Blumen mit so wenig Einsatz chemischer Mittel wie nur möglich angebaut werden können.

Die Auswahl an Sorten wird damit natürlich saisonal eingeschränkt. Doch die Kehrseite vom Sonnenblumenkauf im Dezember ist eben die, dass das Gewächs durch den dann notwendigen weiten Transport, ein wahrer Umweltsünder wird. Denn hierzulande gedeiht eine Sonnenblume im Winter einfach nicht, weshalb sie in jedem Fall importiert werden müsste. Den Preis für diesen Transportweg bezahlt am Ende außerdem der Verbraucher. Das bedeutet, dass Blumen, die in Deutschland aktuell keine Saison haben zwar im Angebot sind, aber einen sehr hohen Verkaufspreis haben.

Wer regional angebaute Slow Flowers kauft zahlt automatisch immer einen deutlich niedrigeren Preis, da Blumen, die Saison haben, jeweils in großen Mengen vorhanden sind. Durch den langen Transport importierter Schnittblumen wird übrigens auch die Haltbarkeit der Blumen reduziert. Wenn sie in Deutschland ankommen, sind sie bereits nicht mehr ganz frisch. Doch alleine mit der Ankunft sind die Blumen noch lange nicht beim Endverbraucher. Bis importierte Schnittblumen tatsächlich auf dem Küchentisch stehen, vergeht noch eine ganze Weile, die sie zwischen Großhandel und Blumenladen zubringen.

Um die Haltbarkeit dieser Schnittblumen zu erhöhen, wird das Blumenwasser deshalb häufig mit Chemikalien versetzt, was die Umwelt noch mehr schädigt. Die Slow Flower Bewegung beruhigt darüber hinaus das Gewissen verantwortungsbewusster Verbraucher, die Wert darauf legen in einem möglichst nachhaltigen Sinne zu konsumieren. Und auch die Arbeitsbedingung der Menschen, die in Billiglohnländern Schnittblumen für den europäischen Markt ziehen und ernten, sind weder immer nachvollziehbar, noch stets angemessen.

Eine weitere Variante der Slow Flower Bewegung

Die Idee der Slow Flower Bewegung verfolgt jedoch nicht nur den kommerziellen Anbau von Schnittblumen. Sie setzt sich auch dafür ein, dass Schnittblumen, nach Möglichkeit, selbst herangezogen werden. Wer also einen eigenen Garten besitzt, sollte diesen, nach dem Dafürhalten der Slow Flower Bewegung, auch dazu nutzen, um dort Blumen anzupflanzen. Dies ist mit Sicherheit die ökologisch verträglichste Variante, um sich mit einem Blumenstrauß auszustatten. Wer selbst gärtnert kann außerdem die Entscheidung treffen komplett auf Dünger oder Pestizide zu verzichten. Hobby-Gärtner wissen immer wie ihr Gartengewächs zur Blüte kam.

Was bedeutet Schwarze Null? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die sogenannte Schwarze Null ist mehr oder weniger ein rein politischer Begriff. Schwarz steht dabei für liquide. Es geht ferner darum keine Schulden aufzunehmen und somit stets für einen soliden Haushalt zu sorgen.

Was bedeutet Schwarze Null? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wenn der Begriff Schwarze Null fällt, hat dies in erster Linie vor allem mit den Finanzen des Bundes zu tun. Der Bundeshaushalt soll stets ausgeglichen sein. Man stelle sich vor, es sind 500 Milliarden für den Zeitraum von 12 Monaten im Topf des Bundeshaushaltes vorhanden. In diesem Fall dürften dann auch nur maximal 500 Milliarden in diesen 12 Monaten ausgegeben werden.

Eine Verschärfung der Schuldenbremse

Vielen Bürgern ist auch der Begriff der sogenannten Schuldenbremse geläufig. Bei der Schuldenbremse dürfen im Gegensatz zur schwarzen Null jedoch noch Schulden in einem gewissen Umfang gemacht werden. Diese sind jedoch gedeckelt bzw. gebremst.

Der Sinn einer schwarzen Null

Doch warum wird seitens der Politik so akribisch auf die Einhaltung einer schwarzen Null gesetzt? Hierfür gibt es durchaus eine Reihe von plausiblen Begründungen. In erster Linie hat die schwarze Null vor allem mit Blick auf die Europäische Union eine Art Vorbildfunktion. Staaten, die solide haushalten werden auch auf lange Sicht keine Finanzhilfen aus der EU benötigen.

Würde man die schwarze Null jedoch einfach Jahr für Jahr umgehen, könnten andere Staaten diesem Prinzip folgen und ihre Haushalte ebenfalls sehr stark überstrapazieren. Wird dieses Prinzip auf lange Sicht fortgesetzt, könnten sämtliche Staaten auf Dauer in die Schuldenfalle tappen.

Das wohl wichtigste Ziel einer schwarzen Null ist insbesondere die Vermeidung einer Inflation. Wirtschaftswissenschaftler und führende Persönlichkeiten aus dem Bereich der Wirtschaft verweisen immer wieder auf diesen Aspekt. Steigen die Ausgaben des Staates und übersteigen diese die Einnahmen, so hat dies eine Inflation, im schlimmsten Falle sogar eine Hyperinflation zur Folge. Letztere beschreibt eine enorme Teuerungsrate, die mit einer Entwertung des Geldes verbunden ist. Tritt ein solcher Fall ein, könnte die arbeitende Bevölkerung mit dem verdienten Geld kaum noch etwas anfangen. Man arbeitet, erhält seinen Lohn und müsste dann ähnlich, wie im Jahre 1923 sein Geld nach Beendigung eines Dienstes ausgeben, da es zumeist am nächsten Tag keinen Wert mehr hat.

Unterschiedliche Ansichten in Bezug auf die Schwarze Null

Die schwarze Null ist wie bereits eingangs erläutert mehr oder minder ein rein politischer Begriff. Nicht alle politischen Akteure halten die schwarze Null jedoch für unbedingt sinnvoll oder wüschen sich diese bevorzugt in einer abgeschwächten Form. Hier kann es nicht nur zwischen den Parteien, sondern sogar auch innerhalb von Parteien zu Meinungsverschiedenheiten kommen.

Möglichkeiten wie man die schwarze Null einhalten kann

Hat man sich die schwarze Null als ein unbedingtes Ziel gesetzt, so ist es gar nicht unbedingt einfach diese auch tatsächlich beizubehalten.

Auf Bundesebene braucht es Investitionen, um zum Beispiel in den Verkehr, die Bildung oder in die Pflege zu investieren. Stellt sich somit stets die Frage nach der Finanzierung. Hat man nur ein begrenztes Budget zur Verfügung, muss fast immer irgendwo eingespart werden.

Doch über welchen Weg lässt sich nun am besten eine Einsparung erreichen. Auch an diesem besonders wichtigen Punkt scheiden sich die Geister. Zunächst kann man Leistungen in einem bestimmten Bereich streichen. So könnte es dann sein, dass bestimmte Gruppen in der Bevölkerung weniger Geld erhalten. Hier wären zum Beispiel Kürzungen der Renten oder Streichungen von ganz bestimmten Sozialleistungen denkbar. Dies kann jedoch zu sozialen Härten und auch Missständen führen. Aus diesem Grund sind Einsparungen in einem solchen Bereich eher selten zu beobachten. Dies hat sich jedoch im Verlauf der Jahre sehr deutlich verändert, denn es gab Zeiten, wo insbesondere Kürzungen im sozialen Bereich durchaus an der Tagesordnung waren.

Eine weitere durchaus sehr populäre Möglichkeit, um die schwarze Null einzuhalten, ergibt sich aus der Streichung von Subventionen. Es gibt Subventionen in vielen Bereichen, die tatsächlich einer regelmäßigen Überprüfung bedürfen. So gibt es große Konzerne in der Industrie, die durchaus genügend Einnahmen erzielen und daher auf jegliche Subventionen verzichten können.

Möchte man weder Leistungen kürzen, noch Subventionen streichen, ergibt sich noch eine weitere sehr trickreiche Option. Hierbei müssen Steuern erhöht werden. Steuererhöhungen mögen im ersten Moment sehr konsequent und plausibel wirken, und zwar gerade dann, wenn hier hohe Einkommen sehr stark belastet werden. Man muss hier jedoch sehr differenziert vorgehen. Erhöht man die Steuern von hohen Einkommen im unternehmerischen Bereich, kann dies auch geringere Investitionen und eine schwächelnde Produktivität zur Folge haben. Dies wäre letztlich sehr kontraproduktiv. Im besonderen Maße leiden Familienunternehmen unter Steuererhöhungen dieser Art.

Nicht immer ist die schwarze Null auch wirklich sinnvoll

Hält man sich fest an die schwarze Null, hat dies zumeist sehr positive Aspekte zur Folge. Es gibt allerdings auch einige Maßnahmen, wo eine strenge Einhaltung der schwarzen Null diverse Probleme zusätzlich verschärfen kann. Gerade in wirtschaftlich schwachen Zeiten oder während einer Staatskrise sind Investitionen teils unverzichtbar. Man macht dann hier unter Umständen Schulden und kann dann langfristig profitieren, weil zum Beispiel durch eine Absenkung der Arbeitslosigkeit deutlich mehr Steuereinnahmen erzielt werden können.

Ob eine schwarze Null sinnvoll ist oder nicht, hängt somit immer vom konkreten Einzelfall und vor allem auch von der wirtschaftlichen Situation ab. Die spezifische Sachlage sollte daher unbedingt regelmäßig neu beurteilt werden.

Was ist ein legislativer Fußabdruck? Bedeutung, Definition, Erklärung


Mit dem legislativen Fußabdruck soll die Arbeit politischer Abgeordneter transparent gemacht werden. Deshalb versteht man unter der Begrifflichkeit die Auflistung der Lobbyisten, Interessenvertreter, Anwälte und aller an der Gesetzgebung Beteiligten Gruppen, (die nicht der Bundesregierung, dem Bundesrat oder Bundestag angehören), mit denen der an der Gesetzesfindung beteiligte Abgeordnete in dieser Zeit in Kontakt stand und an der Etablierung des Gesetzesentwurf gearbeitet hat.

Warum ist ein legislativer Fußabdruck in der Politik sinnvoll und wichtig?

Durch die Anwendung des legislativen Fußabdrucks in der Politik, werden Handlungen von Politikern transparent gemacht. Das heißt, bei jedem Gesetzesentwurf muss der jeweilige Abgeordnete in Form einer Liste aufführen, wo seine Ideen, Vorschläge und Entwürfe herkommen und von welchem Parlamentsmitglied sie in den Gesetzesentwurf übernommen wurden. Interessenkonflikte sollen durch die Offenlegung dieses Prozesses verhindert werden. Des Weiteren ermöglicht dieser Vorgang die Nachvollziehbarkeit von politischen Entscheidungsfindungsprozessen unter höchstmöglicher Transparenz auch auf der Ebene der Bürger einer Gesellschaft. Unter dem Aspekt der Nachvollziehbarkeit stellt dies einen unabdingbaren Bestandteil einer Demokratie dar, denn ohne den Einsatz eines legislativen Fußabdrucks bleiben Inhalte in der Politik für den Bürger und die Bürgerinnen nicht nachvollziehbar.

Die bisher vorhandenen Richtlinien hinsichtlich des bereits praktizierten Lobbyregisters haben in der Vergangenheit häufig ungleiche Behandlung unterschiedlicher Interessengruppen durch die Schaffung von Ausnahmen hervorgerufen. Als Effekt hat sich daraus eher die Vernebelung von den gestalteten Gesetzesprozessen, als höhere Transparenz eingestellt. Daher fordern Kritiker im Rahmen politischer Prozesse eine geordnete Kontrollinstanz, die diese Prozesse im regelmäßigen Turnus überwacht, um auf dieser Ebene für die gesamten Regierungsprozesse für mehr Klarheit und Durchblick zu sorgen.

Findet der legislative Fußabdruck bereits Anwendung in der deutschen Politik (im Vergleich zu anderen Ländern)?

Vergleicht man die deutsche Politik auf der Ebene von Regelungen in Bezug auf das Thema Lobbyismus und legislativer Fußabdruck auf internationaler Ebene, so stellt sich heraus, das Deutschland über die schwächsten Regelungen und Gesetze auf dieser Basis verfügt. Lediglich das im Jahr 1972 eingeführte Lobbyregister existiert in diesem Bereich und findet bedingt Anwendung. Das Lobbyregister funktioniert ebenso wie der legislative Fußabdruck, basiert jedoch auf freiwilliger Basis. Daher wird mit dem Lobbyregister auch keine größtmögliche Transparenz für den Bürger und Beteiligte geboten.

Bei einem Vergleich von Deutschland, mit anderen Ländern der Welt, stellt sich heraus das lediglich Estland und Slowenien bisher über einen gesetzlich verankerten legislativen Fußabdruck verfügen. Weitere europäische Staaten, wie beispielsweise Frankreich, Finnland, Ungarn oder Dänemark und weitere, verfügen, ebenso wie Deutschland, nur über Instrumentarien (ohne fest geregelte gesetzliche Vorgaben), die der Transparenz im Verlauf der Findung von Gesetzesentwürfen dienlich sein sollen. In wie weit diese tatsächlich Transparenz schaffen, ist jedoch, ebenso wie bei deutschem Vorgehen, unklar.

Warum ist die Etablierung eines gesetzlich verankerten legislativen Fußabdrucks in Deutschland problematisch?

Aus den rechtlichen Grundlagen des Datenschutzes der deutschen Gesetzgebung ist die Veröffentlichung einer legislativen Fußspur im Vorblatt von Gesetzesentwürfen von Kritikern als problematisch bewertet worden. Die Bestimmung über die persönlichen Daten obliegt im Rahmen des Datenschutz dem Einzelnen und darf daher nicht gesetzlich verankert oder vorherbestimmt werden (was im Falle der Verpflichtung mit der Einführung des legislativen Fußabdrucks im deutschen Rechtssystem der Fall wäre). Gerade bei der Verschriftlichung von umfassenden Datensätzen (wie es im Falle des legislativen Fußabdruck gehandhabt würde) steht die Etablierung des legislativen Fußabdrucks im Konflikt mit dem Datenschutzgesetz.

Was ist Qualfleisch? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als Qualfleisch wird jenes im Handel angebotene Fleisch von Tieren bezeichnet, das unter Missachtung der geltenden Tierschutzverordnungen in sogenannter Qualzucht hergestellt wird.

Hierbei wird das Tierwohl der für die Fleischherstellung gezüchteten Tiere nur in geringem Maße beachtet. Das Augenmerk liegt eher auf die Ergiebigkeit der Produktion und möglichst geringe Herstellungskosten.

Was bedeutet Qualzucht?

Unter Qualzucht wird die Aufzucht von Tieren, die der Fleischgewinnung dienen bezeichnet, die den Tierschutzstandards nicht oder nur in geringem Umfang gerecht werden. Hier werden Tiere unter Haltungsbedingungen aufgezogen, die dem Ziel dienen, diese Tiere möglichst schnell schlachten zu können. Hierunter leidet dann die Gewährleistung einer dem Tierwohl dienlichen Unterbringung, Fütterung und auch Schlachtung der einzelnen Tiere.

Im April 2019 startete die einheitliche Kennzeichnung des im Handel zu erwerbenden Fleisches, die die Haltungsform der Fleisch liefernden Tiere in vier verschiedene Gruppen einordnet. So lässt sich vom Verbraucher schon im Vorfeld genau erkennen, inwieweit das Tierwohl bei der Tierhaltung berücksichtigt wurde, aus der das Produkt stammt.

Welches sind die vier Haltungsformen?

  • Haltungsform 1: Stallhaltung
  • Haltungsform 2: Stallhaltung Plus
  • Haltungsform 3: Außenklima
  • Haltungsform 4: Premium

Die einzelnen Haltungsformen am Beispiel Schwein (Stand: August 2021):

Haltungsform 1:

  • Platzangebot von mindestens 0,75 m² pro Tier
  • reine Stallhaltung ohne Zugang nach Draußen
  • Mindestens bewegliche Kette mit beispielsweise einem Holzstück zur Beschäftigung

Haltungsform 2:

  • Platzangebot von mindestens 0,825 m² pro Tier
  • reine Stallhaltung ohne Zugang nach Draußen
  • organisches Beschäftigungsmaterial aus natürlichen Materialien zur Beschäftigung

Haltungsform 3:

  • Platzangebot von mindestens 1,05 m² pro Tier
  • Stallhaltung mit Außenklimareizen, Offenfrontstall
  • organisches Beschäftigungsmaterial aus natürlichen Materialien zur Beschäftigung, zusätzlich Stroheinstreu
  • Futter frei von Gentechnik

Haltungsform 4:

  • Platzangebot von mindestens 1,5 m² pro Tier
    Stallhaltung mit ständigem Zugang zu Auslauf, Freilandhaltung
    organisches Beschäftigungsmaterial aus natürlichen Materialien zur Beschäftigung, zusätzlich Stroheinstreu oder vergleichbare Substrate
  • Futter in Bioqualität

Auswirkungen der Haltungsform auf das einzelne Tier:

Ein ausgewachsenes Schwein kann eine Rumpflänge von bis zu knappen 2 Metern und ein Körpergewicht von 275 Kilogramm erreichen. Schlachtschweine aus der Zucht werden vor ihrer Geschlechtsreife in einem Alter von 6 Monaten und einem ungefähren Gewicht von 125 Kilogramm geschlachtet.

Schweine besitzen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und leben in dauerhaften Mutterfamiliengruppen zusammen, die durch vorher festgelegte Rangordnungen geregelt sind. Eber sind absolute Einzelgänger, die sich nur während der Paarungszeit in der Rotte aufhalten.

Schweine haben einen ähnlichen Schlaf-Wach-Rhythmus wie Menschen und sind somit tagaktiv und ruhen während er Nacht und in den Mittagsstunden. Dabei bevorzugen sie das dichte beieinander Liegen mit direktem Körperkontakt. Bei übermäßiger Hitze liegen sie dann lieber allein in gestreckter Seitenlage.

Eigenen Exkrementen wird von Schweinen mit einer starken Abneigung begegnet, weshalb sie Kot und Harn nur außerhalb der eigenen Reviergrenzen absetzen.

Schweine zählen zu den Allesfressern, wobei sie 70 % ihres Tages mit der intensiven Futtersuche verbringen.

Schweine haben einen hohen Bewegungsdrang, sind unglaublich neugierig und spielen zudem gerne.

Zur Körperpflege suhlen sie sich gerne im Schlamm, der die Haut auch vor Sonnenstrahlen schützt, da Schweine zu schnellem Sonnenbrand neigen.

Fazit: Was ist Qualfleisch?

Kennt man die charakteristischen Bedürfnisse und Verhaltensweisen eines Schweines und setzt sie in das Verhältnis der einzelnen Haltungsformen der Schweinezucht und – Mast, dann lässt sich schnell erkennen, in welcher Stufe das Tierwohl am besten umgesetzt wird.

Die letztliche Entscheidung darüber, welches Fleisch aus welcher Haltungsform konsumiert wird, obliegt jedem Verbraucher selbst.

Was ist ein „Cyber-Katastrophenfall“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Cyber-Katastrophenfall ist ein nach einem Cyberangriff (Hackerangriff) ausgelöster Katastrophenfall. Dieser Begriff hat im staatlichen Katastrophenschutz die Bedeutung, dass die Behörden juristisch nach der Ausrufung des Katastrophenfalls dazu ermächtigt werden, Alarm- und Sicherheitsmaßnahmen in Gang zu setzen. Es treten Pflichten, Rechte und Einsatzpläne in Kraft. Die zuständige Regierung warnt die Bevölkerung, leitet Hilfsmaßnahmen ein und kann Hilfsgelder aktivieren.

Abläufe nach Ausrufung eines Katastrophenfalles

In Deutschland ruft der Hauptverwaltungsbeamte der betroffenen Region den Katastrophenfall aus. Dies ist der Oberbürgermeister oder Landrat. Nach der Ausrufung gehen sowohl die Einsatzleitung als auch die Kostentragungspflicht auf seine Behörde über. Er kann nach den Ermächtigungen seines Landeskatastrophenschutzgesetzes agieren.

Ausgenommen von dieser administrativen Kette ist die Feuerwehr, die selbstständig einen Ausnahmezustand erklären kann, um kurzfristig zusätzliche Einsatzkräfte aktivieren zu können. Die Entscheidung, einen Katastrophenfall auszurufen, hat erhebliche finanzielle Folgen, weil die danach eingeleiteten Maßnahmen einen erheblichen Finanzbedarf verursachen. Dementsprechend ist diese Entscheidung juristisch gut abzuwägen. Ein voreiliges Ausrufen kann zu unvertretbaren Kosten führen, die dann eine Versicherung oder ein zuständiger staatlicher Fonds nicht übernehmen würden. Ein verspätetes oder unterlassenes Ausrufen kann den Schaden erheblich vergrößern und Menschenleben kosten, wie bei der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 geschehen. Hierfür muss sich ein Landrat juristisch verantworten.

Konsequenzen durch den Cyber-Katastrophenfall

Da Infrastrukturen heute digital vernetzt sind, kann ein Hackerangriff auf diese Strukturen eine Katastrophe auslösen, so etwa den Zusammenbruch der Wasser- und Energieversorgung, der Kommunikationsstrukturen oder des Gesundheitswesens. Wenn das geschieht, ist der Cyber-Katastrophenfall auszurufen. Hacker greifen mit erpresserischer Absicht und seltener mit terroristischen Motiven solche Strukturen an. In der Regel schleusen sie einen Verschlüsselungstrojaner ein, der den Zugriff auf die Systeme sperrt. Dann fordern sie eine hohe Summe, nach deren Zahlung sie die Daten wieder freigeben.

Ausrufung des Cyber-Katastrophenfalls im Landkreis Bitterfeld-Anhalt am 9. Juli 2021

Am 9. Juli 2021 rief der Landkreis Bitterfeld-Anhalt den Cyber-Katastrophenfall nach einem Hackerangriff aus. Es war der erste Fall dieser Art in Deutschland. Der Angriff hatte relativ viele Computer des Landratsamtes lahmgelegt, den Rest schalteten die Mitarbeiter*innen ab und trennten sie vom Netz, um den Schaden zu begrenzen. Damit wurde die Verwaltung so gut wie handlungsunfähig.

Der Landkreis hat rund 160.000 Bewohner, die anschließend erhebliche Einschränkungen hinnehmen mussten. Es konnten weder Elterngelder ausgezahlt noch Autos zugelassen oder Bauanträge sachgerecht bearbeitet werden, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Hacker hatten Ransomware auf die Rechner gespielt, die Daten verschlüsselt und Lösegeld verlangt. Solche Angriffe hat es auch früher schon auf deutsche Behörden und auf Unternehmen sowieso gegeben.

Den Cyber-Katastrophenfall rief der Landkreis aus, weil nichts mehr funktionierte. Es bestand also beispielsweise die Gefahr, dass bei einer Naturkatastrophe wegen des Nichtfunktionierens der Alarm- und Kommunikationssysteme erheblicher Personen- und Sachschaden entsteht. Durch die Ausrufung des Cyber-Katastrophenfalls konnte der betroffene Landkreis unter anderem die Hilfe der Bundeswehr anfordern. Der Landkreis benötigte danach rund acht Wochen, um seine IT-Infrastruktur wieder aufzubauen. Dabei halfen IT-Experten der Bundeswehr aus dem Kommando Cyber- und Informationsraum. Sie formatierten Festplatten, stellten den Umfang des Schadens fest und bereiteten die Rekonstruktion von Daten durch eine private Fachfirma vor.

Die Hacker hatten, da das Landratsamt der Erpressung nicht nachgab, im Darknet Telefonnummern, Privatadressen und Bankdaten von 92 Personen veröffentlicht, darunter 40 Kreistagsmitglieder. BSI-Experten überwachten nach dem Cyberangriff permanent das Darknet, um weitere Veröffentlichungen feststellen zu können. Auch diese Hilfe wurde durch die Ausrufung des Cyber-Katastrophenfalls möglich. Die Betroffenen wurden über die Veröffentlichung ihrer Daten informiert.

Prognose zu Cyber-Katastrophenfällen

Die Gefahren durch Hackerangriffe sind gut bekannt, die Schäden gut dokumentiert: Im Jahr 2020 lagen sie für die deutsche Wirtschaft bei 223 Milliarden Euro. Dieser Schaden setzt sich aus tatsächlich gezahlten Lösegeldern und wirtschaftlichen Ausfällen zusammen. Er dürfte in Wahrheit deutlich höher liegen, weil viele Unternehmen stillschweigend zahlen und die Behörden nicht einschalten.

Zu den Angriffen auf öffentliche Verwaltungen gibt es bisher keine offiziell publizierten Daten. Es ist nur bekannt, dass es solche Angriffe weltweit gibt und dass in Deutschland Bitterfeld-Anhalt der erste Landkreis war, den den Cyber-Katastrophenfall ausrufen musste, weil er sich selbstständig nicht mehr helfen konnte. Eine vorsichtige Prognose des BKA geht im Herbst 2021 davon aus, dass es künftig pro Jahr zwischen zwei und fünf solcher Fälle in Deutschland geben könnte. Dieser Umfang ließe sich aber laut Experten des BKA eindämmen, wenn die Verwaltungen ihre IT aufrüsten würden. So setzte das Landratsamt Bitterfeld-Anhalt veraltete Hard- und Software ein, die den Angriff deutlich erleichterte.

Vorbeugung gegen Hackerangriffe und Verhalten im Schadensfall

Es gibt sehr viele Maßnahmen, mit denen sich einem Hackerangriff vorbeugen lässt:

  • Einsatz moderner IT inklusive Antiviren- und Antispamprogrammen sowie leistungsfähiger Firewalls
  • permanente Backups für die Datenrecovery im Schadensfall
  • Schulung der Beschäftigten, Einweisung auch gegen Social Engineering
  • enger Kontakt zu externen IT-Experten, die im Notfall sofort helfen können

Permanente Backups sind heute in der Cloud möglich. Natürlich ist hierfür eine leistungsfähige und DSGVO-konforme Cloud (mithin eines EU-Anbieters) erforderlich. Schon wenn die Daten auf diese Weise im Sekundentakt gesichert werden, haben Hacker praktisch keine Chance mehr, eine Verwaltung oder ein Unternehmen durch Verschlüsselung der eigenen Daten zu erpressen. Diese liegen in der Cloud mit jeweils letztem Stand vor. Der größten Schaden besteht dann darin, die verschlüsselte Hardware neu zu formatieren (wie auch in Bitterfeld-Anhalt geschehen). Allerdings hilft das Backup nicht gegen Datendiebstahl und die erpresserische Nutzung dieser Daten. Hiergegen muss eine IT-Landschaft mit sehr leistungsfähigen Abwehrmaßnahmen geschützt werden. Als ein großer Schwachpunkt gelten die Beschäftigten. Sie öffnen gedankenlos Anhänge von Mails, in denen Trojaner versteckt sind, auch lassen sie sich per Social Engineering ihre Passwörter abschwatzen. Dagegen hilft wirklich nur Schulung. Wenn es nun doch zu einem erfolgreichen Angriff mit anschließender Erpressung kommt, raten BKA-Experten, dieser nicht nachzugeben. Es ist keinesfalls sicher, dass die Erpresser nach der Lösegeldzahlung die Daten wieder freigeben oder gar gestohlene Daten löschen. Letztere können noch jahrelang im Darknet verhökert werden, das lässt sich kaum kontrollieren. Das permanente Backup gilt daher als Nonplusultra der Erpresserabwehr. Wenn eine IT durch Ransomware komplett ausfällt, entsteht in der Tat eine Cyber-Katastrophe. Mit dem Wissen jedoch, dass die Daten jederzeit zu rekonstruieren sind, können sich die Verantwortlichen entspannt zurücklehnen und den Erpresser abblitzen lassen.

Warum ist Afghanistan in der westlichen Welt so wichtig? Erklärung


Afghanistan (paschtunisch افغانستان) liegt inmitten von Iran, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Pakistan und China. Drei Viertel des Staatsgebietes sind schwer zugängliche Gebirgsregionen. Diese geostrategische Lage ist für mehrere Mächte in der Region wie den Iran, Pakistan und China sehr interessant. Zugleich ist das Land instabil und rückständig, was nach außen destruktiv wirkt.

Aus Afghanistan kommen 90 % des weltweit konsumierten Opiums und 80 % des Heroins, auch das meisten Haschisch stammt aus dem Land am Hindukusch. Gleichzeitig ist es ein idealer Rückzugsort für Terroristen, die sich aus dem Drogenhandel finanzieren können, in der unzugänglichen Region schwer zu fassen sind und in den Taliban Brüder im Geiste finden. Daher kann der Westen Afghanistan nicht links liegenlassen. Die Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA gingen von al-Qaida-Terroristen aus, die von Afghanistan aus operiert hatten.

Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in Afghanistan

Afghanistan war seit 1933 eine konstitutionelle Monarchie mit dem fortschrittlichen König Zahir Schah an der Spitze, der eine demokratische Wende mit Wahlen, Parlament, Frauenwahlrecht und Pressefreiheit einleitete. Diese Politik war in der Bevölkerung nicht unumstritten. Unter den Parteien gab es auch einen kommunistischen Ableger, dessen Führer Mohammed Daoud Khan 1973 mit Rückendeckung der Sowjetunion das Königshaus stürzte und eine Republik ausrufen ließ.

Ab 1978 dominierten die Kommunisten nach einem weiteren Umsturz die Regierung und setzten vollends auf sowjetische Unterstützung, wogegen militärischer Widerstand aufflammte. Diesen unterstützten die USA und Pakistan. Es entstand einer jener Stellvertreterkriege, in denen sich in den 1950er- bis 1980er-Jahren die Supermächte USA und Sowjetunion in vielen Teilen der Welt gegenübergestanden hatten, bis schließlich 1979 sowjetische Truppen in Afghanistan einmarschierten. Sie führten dort einen zehnjährigen Krieg gegen die Mudschahedin (prinzipielle Vorläufer der heutigen Taliban), die ihrerseits von den USA, Pakistan und Saudi-Arabien unterstützt wurden.

1989 zogen die sowjetischen Truppen ab und hinterließen eine sowjetisch gestützte Regierung, die sich bis 1992 hielt. Dann nahmen die Mudschahedin das Land komplett ein, besetzten Kabul, folterten und ermordeten den prosowjetischen Präsidenten Mohammed Nadschibullāh und hängten seine Leiche öffentlich auf. Daran beteiligt waren Kämpfer, die sich zu diesem Zeitpunkt schon Taliban nannten.

Es entstand 1992 ein Islamischer Staat Afghanistan, der alsbald in Machtbereiche konkurrierender Mudschahedin zerfiel und in dem nichts anderes gedieh als Drogenanbau und -handel sowie Terrorunterstützung. Wichtig zu wissen: Terrorunterstützung hat einen finanziellen Aspekt. Terroristen wie al-Qaida werden von Staaten und/oder großen Konzernen finanziert, die den Terror zugunsten eigener Interessen fördern. So vermutet man vom Staat Katar, dass er Terrororganisationen finanziell und logistisch unterstützt. Osama Bin Laden entstammte einer sehr vermögenden saudischen Unternehmerfamilie. Ein Staat, der Terroristen Unterschlupf gewährt, profitiert ebenfalls von solchen Geldern. Der Staat muss freilich die Terrorziele auch ideologisch vertreten können, was in Afghanistan der Fall war und ist.

Ab 1992 spielten die fundamentalislamischen Talibanmilizen eine wichtige Rolle. Sie setzten ab diesem Zeitpunkt ihre radikale Islaminterpretation durch, die zu brutalen Bestrafungen nach den Gesetzen der Scharia führte. In diesem Land fanden die Terroristen von al-Qaida Unterschlupf, die in den Taliban Verbündete gefunden und offenkundig von hier aus unter ihrem Führer Osama Bin Laden die Terroranschläge des 11. September 2001 geplant hatten. Die USA forderten von den Taliban die Auslieferung Bin Ladens, welche diese verweigerten. Daraufhin marschierten die USA gemeinsam mit einem Militärbündnis, zu dem anfangs Großbritannien, Deutschland und auch Truppen der afghanischen Nordallianz (Tabilangegner) gehörten, ins Land ein. Sie stürzten die Talibanregierung und setzten eine neue, westlich orientierte Regierung ein, doch der militärische Konflikt schwelte weiter. So begann der 20-jährige Krieg mit UNO-Mandat. In seinem Verlauf wurde das Militärbündnis erheblich ausgeweitet. Insgesamt waren diese Staaten beteiligt:

  • afghanische Regierungstruppen
  • USA
  • Großbritannien
  • Deutschland
  • Österreich
  • Italien
  • Spanien
  • Kanada
  • Dänemark
  • Niederlande
  • Australien
  • Georgien
  • Frankreich
  • Polen
  • Türkei

Das gemeinsame Interesse dieser Staaten und der Weltgemeinschaft, die immerhin die Mission per UNO-Mandat abgesegnet hatte, war die Rückführung Afghanistans in ein fortschrittliches Staatswesen, das es ja ab Mitte der 1930er-Jahre bis Anfang der 1970er-Jahre gewesen war. Daher wurde die 20-jährige Besetzung des Landes durch westliche Truppen von erheblichen Anstrengungen der Demokratisierung, Bildung, Wirtschaftshilfe und Schulung der einheimischen Sicherheitskräfte begleitet. Diese Mission gilt seit dem relativ chaotischen Abzug der westlichen Truppen im Sommer 2021 – nach der Rückeroberung des Landes durch die Taliban – als gescheitert.

Interessensphären in Afghanistan: Warum es so wichtig ist

Durch seine geografische Lage ist Afghanistan militärisch und handelstechnisch bedeutsam. Gleichzeitig besitzt das Land sehr bedeutende Rohstoffvorkommen, zu denen unter anderem Gold, Kupfer und Eisenerz gehören und deren Wert US-Geologen im Sommer 2021 auf drei Billionen US-Dollar schätzten. Deren Ausbeutung verlangt allerdings ein stabiles Staatswesen, damit sich westliche oder auch asiatische (vorrangig chinesische) bzw. russische Firmen mit entsprechenden Investitionen und Know-how engagieren.

In den Jahren seit der westlichen Invasion ab 2001 wurden wegen der prekären Sicherheitslage praktisch keine Rohstoffe abgebaut, Afghanistan lebt finanziell fast ausschließlich vom Drogenhandel. Auch die Taliban finanzieren sich durch Steuern auf den Drogenanbau und -handel. Dass dieser überhaupt in dieser Größenordnung möglich ist, verlangt ein Staatswesen, das diesen Wirtschaftszweig unterstützt oder zumindest absolut toleriert.

Von 2001 bis 2021 versuchten die westlich gestützten afghanischen Regierungen, die Heroin-, Opium- und Marihuanaproduktion wenigstens etwas einzudämmen, doch das gelang nur, weil massive westliche Wirtschaftshilfen ins Land flossen, die bis zu zwei Drittel des Staatshaushalts ausmachten. Da diese seit der Machtübernahme der Taliban nicht mehr fließen und gleichzeitig afghanische Vermögen im Ausland eingefroren wurden, wird die afghanische Drogenproduktion vermutlich auf neue Rekordhöhen ansteigen, während die wertvollen Bodenschätze wegen der nun noch schlechteren Sicherheitslage in der Erde bleiben.

China, Russland, die Türkei, Pakistan und weitere regionale Mächte haben zwar ein Auge darauf geworfen, doch mit Stand Herbst 2021 engagieren sich auch diese Länder nicht in Afghanistan, obgleich sie zu den Taliban durchaus entspannte Beziehungen unterhalten. Der russische Botschafter Schirnow blieb während der Evakuierungsaktion im August 2021 seelenruhig in seiner Residenz in Kabul und erklärte westlichen Journalisten, er mache sich keine Sorgen um seine Sicherheit und die seiner Mitarbeiter*innen.

Die chinesische Führung bot den Taliban schon im September 2021 an, beim Wiederaufbau und der Errichtung einer robusten Infrastruktur zu helfen. Im Gegenzug hoffen die Chinesen auf die afghanische Rohstoffexploration, außerdem liegt das Land im Einzugsbereich ihrer neuen Seidenstraße. Mit Stand Oktober 2021 ist allerdings nicht zu vernehmen, dass die Chinesen oder andere der genannten nicht-westlichen Mächte solche Pläne forcieren. Sie warten offenkundig ab, wie sich die neue Talibanherrschaft entwickelt, wobei sie wie die gesamte übrige Welt nichts Gutes entdecken.

Die Taliban schränken inzwischen wieder massiv die Frauenrechte ein, führen harte Schariabestrafungen durch und haben eine erzkonservative, ausschließlich männliche Regierungsmannschaft installiert. Es ist daher vorläufig nicht zu erwarten, dass in diesem Land ein Blumentopf zu gewinnen ist, durch wen auch immer. Das ist schon in den Jahren 2001 bis 2021 nicht gelungen, nun dürfte es aussichtslos sein. Möglicherweise erkennen das auch die Chinesen, denen die fundamentalislamische Ideologie so fremd wie den westlichen Staaten ist. Sie bekämpfen im eigenen Land die islamischen Uiguren.

Afghanistan: Ökonomie der jüngsten Zeit

Durch den anhaltenden Bürgerkrieg und die politische Dauerkrise steckte Afghanistan schon seit 2014 in einer Wirtschaftskrise, die sich ab 2020 durch Corona und Dürre sowie 2021 durch den Zusammenbruch westlich gestützter Wirtschaftszweige nach der Machtübernahme durch die Taliban drastisch verschärfte.

Im Herbst 2021 hungern im Land geschätzte 18,4 Millionen Menschen mit steigender Tendenz, das ist fast die Hälfte der Bevölkerung. Mit Stand Oktober 2021 bahnt sich in Afghanistan eine der größten humanitären Katastrophen im globalen Maßstab an, die jene in afrikanischen Failed States übertreffen dürfte. Gleichzeitig wurde den Taliban durch die westlichen Staaten der Geldhahn zugedreht.

Die afghanische Zentralbank hatte geschätzte 80 – 90 % des Staatsvermögens auf ausländischen Bankkonten deponiert. An dieses Geld kommen die Taliban mit Stand Oktober 2021 nicht. Gleichzeitig hat die Weltgemeinschaft Anfang Oktober 2021 ein milliardenschweres humanitäres Hilfsprogramm für die notleidende Bevölkerung aufgelegt, doch dessen Verwendung wird kontrolliert: Damit kaufen Hilfsorganisationen Lebensmittel und schaffen sie ins Land. Das gegenwärtige Ziel des Westens besteht darin, die humanitäre Katastrophe abzuwenden, jedoch die Taliban finanziell auszutrocknen, um ihre Regierung nahezu handlungsunfähig zu machen.

Wie kann die Talibanregierung jetzt (2021) agieren?

Die neue Talibanregierung hat prinzipiell drei Optionen:

  • #1 Sie kann sich den Vorstellungen westlicher Staaten in Teilen anpassen, eine gemäßigtere islamische Herrschaft errichten und damit auf internationale Anerkennung, die Freigabe des afghanischen Staatsvermögens und westliche Wirtschaftshilfen hoffen. Diese Option gilt aus zwei Gründen als unrelastisch: 1. widerspricht sie vollkommen dem Selbstverständnis der Taliban, 2. sind westliche Truppen nicht überhastet aus dem Land abgezogen, damit anschließend ihre Staaten den ehemaligen Kriegsgegner unterstützen. Dafür müssten sich die Taliban sehr verbiegen, was auszuschließen ist.
  • #2 Die Taliban können auf die Hilfe der Chinesen, Russen und Pakistanis hoffen, die sich aus dem Krieg der letzten 20 Jahre herausgehalten haben. Das ist nicht auszuschließen, wenn auch gegenwärtig nicht erkennbar.
  • #3 Die Taliban können ihre alte Strategie fortführen, sich durch Drogenhandel und als Unterschlupf für Terroristen zu finanzieren. Vermutlich erhalten sie von Terroristen, die das Land als Stützpunkt nutzen, viel Geld. Osama Bin Laden und al-Qaida dürften sich jedenfalls in den 1990er-Jahren in Afghanistan eingekauft haben.

Diese Aussichten sind für den Westen recht trübe.

Warum stiegen die Energiepreise im Herbst 2021? Erklärung


Für den gegenwärtig rasanten Anstieg der Energiepreise sind eine ganze Reihe von Ursachen verantwortlich. Ein ganz wesentlicher Faktor ist, dass die weltweite wirtschaftliche Erholung zu einer erhöhten Nachfrage nach Energie führt, die durch das gegenwärtige Angebot jedoch bei weitem nicht gedeckt werden kann. Es ist jedoch zum Teil umstritten, was im Einzelnen die Gründe für das knappe Angebot sind. Während manche Ursachen des knappen Angebotes nachvollziehbar sind, gibt es im Übrigen teils nicht belegte Spekulationen.

Energiepreise 2021: Das Wetter beeinflusst die Energieproduktion

Das Angebot an Energie wird zum einen durch lokale Ereignisse beeinträchtigt. So sorgt ein verregneter Sommer in dem einen Teil der Welt für eine geringere Produktion erneuerbarer Energie aus Sonnenkollektoren. In anderen Ländern dagegen gibt es Dürren, die wiederum Auswirkungen auf die Menge des durch Wasserkraft produzierten Stroms haben – dies ist etwa in Brasilien der Fall gewesen.

Höhere Preise in Asien

Die Knappheit wurde zusätzlich dadurch angeheizt, dass zwar der Bedarf im Zuge der wirtschaftlichen Erholung stetig stieg, aber die Energielieferungen wie etwa bei verflüssigtem Gas nicht nach Europa gingen, sondern aufgrund der dort erzielbaren höheren Preise nach Asien.

Leere Speicher und hohe Wartungskosten

Da zusätzlich nach einem strengen Winter in weiten Teilen der Welt die eingelagerten Reserven stark angegriffen sind, sorgt dies zusammen mit der geringeren Produktion für eine Angebotsverknappung, die direkt auf die Energiepreise durchschlägt.

Neben den nicht gefüllten Gasspeichern tragen auch die Instandhaltung und Wartung der Infrastruktur als weitere Kostenfaktoren zu den steigenden Preisen bei.

Energiewende als Preistreiber

Zusätzlich zu diesen marktnahen Effekten wirkt sich auch aus, dass die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe eingeführt wurde und sich in den Energiepreisen niederschlägt. Sinn der Abgabe ist es, Unternehmen und Verbraucher für die Klimaschädlichkeit fossiler Brennstoffe zu sensibilisieren. So soll ein Umstieg auf klimafreundlichere Technologien oder zumindest eine Verringerung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe angestoßen werden. Der CO2-Preis pro ausgestoßene Tonne Kohlendioxid liegt bei im Jahr 2021 bei 25 Euro und wird sich bis 2025 auf 55 Euro je Tonne erhöhen. Im Jahr 2026 soll sich die Abgabe zwischen 55 Euro und höchstens 65 Euro bewegen. Diese zusätzliche Abgabe an die öffentliche Hand hat dafür gesorgt, dass die auf dem Energiepreis lastenden Steuern und Abgaben um rund ein Viertel gestiegen sind und auch in den nächsten Jahren steigen werden.

Russland als Verursacher vermutet

Gestritten wird über den Anteil politischer Einflussnahme an der Preisentwicklung. Kritiker werfen etwa Russland eine künstliche Verknappung der Gaslieferungen vor, um den Druck zu erhöhen, die neue Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 schneller in Betrieb zu nehmen. Die neue Gas-Pipeline ist zwar fertiggestellt, für die Inbetriebnahme fehlen derzeit aber noch die nötigen Genehmigungen.

Belege für die vermutete künstliche Verknappung gibt es allerdings nicht, und auch die russische Seite widerspricht dieser Darstellung vehement. Russland seinerseits verweist auf einen erhöhten Inlands-Bedarf, der größere Liefermengen erschweren würde.

Auch der Zusammenschluss erdölexportierender Länder Opec steht in der Kritik. Zwar wurde beschlossen, die Ölfördermengen um 400.000 Barrel täglich zu erhöhen, die Opec ist damit jedoch weit hinter den Hoffnungen zurückgeblieben. So verbleibt die Ölfördermenge auf einem Niveau, das zu gering ist, um für eine Entspannung auf dem Markt zu sorgen und damit den Preisdruck zu verringern.

Was ist Babyfrust / Elternfrust? Bedeutung, Definition, Erklärung


Babyfrust oder auch Elternfrust ist das Gefühl einer massiven und permanenten Überforderung nach der Geburt des Babys bei beiden Eltern. Frust löst dieser Stress aus, weil er vermeintlich nicht öffentlich kommuniziert werden darf. Die jungen Eltern glauben, dass sie sich niemandem anvertrauen können. In vielen Fällen gestehen sie sich ihren Frust nicht einmal gegenseitig ein, weil sie sich dann wie sehr schlimme Rabeneltern vorkämen. Eigentlich sollten sie doch den ganzen Tag glücklich über ihr Baby sein. Dies ist das eigentliche Problem am Babyfrust: Es gibt kein Ventil für ihn.

Wer ist von Babyfrust betroffen?

Dieses Gefühl kann jede junge Familie treffen, doch manchmal sind Frauen deutlich stärker belastet. Bei ihnen kommt es unmittelbar nach der Geburt zu einem plötzlichen, manchmal sehr starken Hormonabfall, der den sogenannten Babyblues auslöst. Die Mütter sind dann für einige Tage bis wenige Wochen seelisch labil, weinen grundlos und sind sehr inaktiv. Hinzu kommt nun die neue Anforderung, sich permanent (auch nachts) um das Neugeborene kümmern zu müssen. Unter diesen Umständen kann der Babyfrust besonders stark ausfallen.

Grundsätzliche Ursachen für Babyfrust

Die grundsätzliche Ursache für Babyfrust ist die massive Umstellung der Tagesabläufe, verbunden mit der großen Emotion, die das eigene Kind auslöst. Dieses bestimmt zusätzlich ab sofort den Alltag, sodass den Eltern die Zügel aus der Hand genommen werden. Die Abläufe sind dabei sehr stereotyp und monoton. Sie verlangen Disziplin und höchste Aufmerksamkeit, sind aber intellektuell anspruchslos. Dadurch entstehen Über- und Unterforderung gleichzeitig, was sehr schnell zum Babyfrust führen kann. Die Eltern wünschen sich ihre alten Aufgaben zurück. Die Mütter, die fast immer in der ersten Zeit wegen des Stillens daheim bleiben, sind besonders betroffen. Doch der Elternfrust greift auch auf den noch berufstätigen Vater über.

Welche Haltung sollten die Eltern einnehmen?

Eltern müssen wissen, dass dieses Phänomen fast jede Familie zumindest zeitweise betrifft. Es gibt also nicht den geringsten Grund, sich wegen des Babyfrusts zu schämen. Dennoch müssen die Anforderungen zwingend bewältigt werden. Eine lösungsorientierte Haltung ist dringend zu empfehlen. Der Tagesablauf muss neu gedacht werden, die beiden Partner müssen sich gegenseitig unterstützen. Zudem ist ein kritischer Blick auf die gesellschaftliche Anerkennung für junge Eltern erlaubt. Deren Belastungen werden größtenteils ausgeblendet. Die Monotonie einer Art von Pflegeberuf, der höchste Aufmerksamkeit erfordert, würdigt kaum jemand angemessen. Die gute Nachricht ist, dass mit einer vernünftigen Zeiteinteilung diese Anforderungen durchaus zu bewältigen sind und außerdem diese Phase unweigerlich endet, weil das Kind wächst, wacher wird, alsbald seine ersten Worte plappert und somit wiederum für Glücksmomente sorgt. Natürlich schickt es seine Eltern damit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, weil es im nächsten Moment wieder herzzerreißend weint und schreit, ohne dass hierfür eine Ursache erkennbar wäre.

Babyfrust und Regretting Motherhood

Babyfrust kann zum sogenannten Regretting Motherhood führen. Dieses bedeutet, dass es die Mutter allein oder sogar beide Eltern bereuen, dass Baby bekommen zu haben. Die israelische Forscherin Orna Donath hat sich damit befasst und herausgefunden, dass vor allem einige Mütter auch nach dem Babyalter ihre Mutterschaft bereuen. Sie geben aber übereinstimmend an, ihre Kinder zu lieben. Nur würden sie diese nicht noch einmal bekommen, wenn sie die Wahl hätten. Diese Gefühlslage gilt als nicht ganz unbedenklich, weil sie zumindest mit einer emotionalen Vernachlässigung der Kinder auch in späteren Lebensjahren einhergehen kann. Die Ursache hierfür scheint ein traumatisierender Babyfrust im ersten Lebensjahr des Kindes zu sein, so Donath. Die Wissenschaftlerin empfiehlt, Mütter davor zu bewahren. Dies gelinge allein durch die Achtsamkeit des Partners, falls er überhaupt vor Ort ist, sowie aller Großeltern des Kindes, die im Fall der Fälle bei massivster Überforderung auch mal sehr flexibel einspringen sollten.

Mittel gegen Babyfrust

Es gibt mehrere Methoden, um gegen den Babyfrust anzugehen:

  • akkurate Tagesorganisation
  • Austausch mit anderen Müttern
  • Hilfe des Partners und der Angehörigen organisieren
  • bewusst Freiräume schaffen, in denen die Mutter einen halben bis ganzen Tag nur für sich hat
  • Tagebuch führen
  • Hintergründe evaluieren (gesellschaftlicher Status wie oben beschrieben, aber auch Fakten zum Verhalten eines Babys und seiner Gesundheit)

Der Austausch mit anderen Müttern und auch dem eigenen Partner gilt als essenziell. Babyfrust entsteht vorrangig wegen des schlechten Gewissens der Mutter oder beider Eltern. Dieses verschwindet mit dem Bewusstsein, dass sehr viele Mütter und Eltern betroffen sind. Als ein Glücksfall gilt es, wenn eine gute Freundin oder Nachbarin fast zeitgleich entbunden hat und sich die beiden Mütter bei der gemeinsamen Betreuung beider Babys abwechseln können, sodass immer eine von ihnen einmal einen halben Tag frei hat. Einmal pro Woche kann genügen.

Alltag mit Babyfrust

Der Alltag kann so aussehen, dass die junge Mutter nach der aufregenden Zeit der Schwangerschaft und Geburt nun im anstrengenden Tagesablauf mit dem Baby feststeckt, während der Ehemann arbeiten geht. Für ihn ist das ebenfalls anstrengend: Täglich vollbringt er nun den Spagat zwischen seinem Berufsalltag und der Situation daheim. Er wird beruflich nach wie vor vollständig gefordert, doch wenn er nach Hause kommt, wartet dort eine quirlige und oft sehr gestresste Familie auf ihn. Er kann nun nicht mehr wie früher die Jogginghose anziehen, ein Bier öffnen und den Fernseher anschalten, sondern muss den Schalter zum liebenden Vater umlegen. Das verlangt Aufmerksamkeit.

Möglicherweise sitzt die geliebte Ehefrau und Mama mit dem Baby auf der Couch und hat es seit den Morgenstunden nicht geschafft, sich etwas Vernünftiges anzuziehen. Nicht einmal geduscht hat sie, von der Zubereitung eines Abendessens ganz abgesehen. Stattdessen gibt sie ihrem Gatten gereizte Anweisungen. Sie schickt ihn zum Einkaufen, was er umgehend erledigt. Dabei stolpert er im Flur über den Staubsauger und Windeln, weil die Frau beides nicht weggeräumt hat. Nun ist er selbst frustriert und gestresst, weil er sich ungerecht behandelt fühlt. Immerhin hat er den ganzen Tag hart gearbeitet. Konnte sich seine Frau wirklich die Zeit nicht ein bisschen einteilen? Diese sitzt derweil auf der Couch und wagt es nicht, sich zur rühren, weil eben das Baby nach einem Tag voller Tränen eingeschlafen ist. Sie beneidet ihren Mann, der sich wenigstens tagsüber ins Büro verabschieden kann. Zum Babyfrust kommt das gegenseitige Unverständnis.

Die Romantik spielt zwischen den beiden schon länger keine Rolle mehr. Dieses Paar sollte sich zuerst miteinander unterhalten und die praktischen Abläufe klären, dann sollte es sich Hilfe von außen holen.

Was ist Zirkuläre Migration? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei der zirkulären Migration handelt es sich um einen Begriff, welcher die mehrfachen Bewegungen der Migration zwischen mindestens zwei Staaten meint. Dabei geht es im Regelfall um die Wanderungen zwischen dem Herkunftsland und mindestens einem Zielland.

Was ist Zirkuläre Migration? Bedeutung, Definition, Erklärung

Es gibt keine einheitliche Definition, in wie vielen Fällen es zu einer Anpassung des Lebensmittelpunktes kommen muss, um von zirkulärer Migration zu sprechen. Im Regelfall handelt es sich um zirkuläre Migration, wenn ein Angehöriger eines Drittstaates in das Land zugewandert, fortgezogen und erneut eingereist ist.

Zirkuläre Migration kann aufgrund von Differenzierungen innerhalb der Arbeitswelt, demografischen Veränderungen, neuen Mobilitätsmustern oder sich wandelnden Ausbildungs- und Arbeitsmärkten in der globalisierten Wirtschaft entstehen bzw. hervorgerufen werden.
In den Industrienationen soll mit Hilfe der zirkulären Migration die internationale Migration unter Kontrolle gehalten werden.

Was bewirkt zirkuläre Migration?

Durch die zirkuläre Migration könnte bspw. der Arbeitskräftemangel reduziert bzw. behoben werden. Dies geschieht aktuell bereits in bestimmen saisonalen Bereichen. So kommen Erntehelfer aus einigen Ländern während der Saison gezielt nach Europa bzw. Deutschland, um in dieser Zeit Geld zu verdienen. Anschließend reisen viele Erntehelferinnen und -helfer wieder zurück in die Heimatländer um in der nächsten Saison wieder in das bereits besuchte Land einzureisen.

In einigen Ländern werden gezielt politische Programme aufgelegt, um temporäre Hochphasen in der Arbeitsauslastung bestimmter Segmente durch Migranten zu unterstützen. Andere Förderprogramme sollen für einen gezielten Austausch von Wissen über Ländergrenzen hinweg sorgen, um eine Chancen- und Bildungsannäherung zwischen den einzelnen Ländern zu ermöglichen.

Weiterhin tragen einige Staaten mit angepassten Aufenthaltserlaubnissen zur zirkulären Migration bei. In dieser Konstellation sollen die Migrantinnen und Migranten durch regelmäßige längere Aufenthalte in die Heimatländer zurückreisen können, ohne den Aufenthaltsstatus im Drittland zu verlieren. Mit diesem Programm soll der Wissenstransfer gefördert werden.

Aus Sicht der Ökonomie kann mit Hilfe von zirkulärer Migration die Nachfrage nach Arbeitsplätzen gezielt bedient und unterstützt werden.

Welche Folgen hat die zirkuläre Migration?

Mit der zirkulären Migration kann in den aufnehmenden Ländern der Mangel an Arbeitskräften temporär überbrückt werden. Somit kann das Wachstum der Wirtschaft gezielt stimuliert werden. In vielen Staaten wird somit von hoch qualifizierten Arbeitskräften profitiert. Klassische Einwandererländer sind bspw. Kanada oder Australien. Für die Entsendeländer gibt es ebenfalls positive Effekte. Aufgrund von im Regelfall steigenden Überweisungen aus dem Ausland als Rücklagen für die Familie oder die Migranten selbst, kann auch im Entsendeland eine wirtschaftliche Entwicklung erfolgen. Mit den aus dem Ausland übertragenden finanziellen Mitteln können die Wirtschaft in dem Herkunftsland gefördert, Strukturen verbessert und Entwicklungen angekurbelt werden. Zudem profitieren die Arbeitskräfte üblicherweise von den Erfahrungen und neu gewonnen Kenntnissen aus dem Ausland, was zu einer Stärkung des inländischen Arbeitsmarktes beitragen kann.

Welche Nachteile bzw. ungeklärten Aspekte sind zu berücksichtigen?

Im Rahmen der zirkulären Migration gibt es keine grundsätzlichen Konzepte, welche die Integration betrachten. Ohne eine übergeordnete Integrationsstrategie sind die temporären Arbeitskräfte teilweise Rassismus und Ausgrenzung ausgesetzt. Weiterhin stehen im Regelfall die wirtschaftlichen Überlegungen im Mittelpunkt der zirkulären Migration. Um der sinkenden Bevölkerung, insbesondere in Europa, dauerhaft entgegenwirken zu können, ist eine ganzheitliche Betrachtung für eine konsequente Migrationspolitik wichtig. Dabei sollten auch soziale Aspekte stärker berücksichtigt werden.

Was ist Bezness? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Bezness“ eine Verknüpfung des deutschen Wortes „Beziehung“ mit dem englischen „Business“. Es handelt sich um eine vorgetäuschte Liebesbeziehung mit rein finanziellem Interesse. Der Begriff hat sich infolge häufiger Fälle von deutschen bzw. deutschsprachigen Frauen etwa ab 50 entwickelt, die in Nordafrika und der Türkei an die Liebesschwüre einheimischer junger Männer glauben, mit diesen eine Urlaubs- und schließlich eine vermeintlich langfristige Beziehung eingehen und ihnen schließlich in beträchtlichen Größenordnungen Geld überweisen. Männliche Touristen sind allerdings ebenso betroffen, nur lernen sie die vermeintlichen Partnerinnen eher in Asien und Südamerika kennen. In Asien ist Thailand ein Hotspot für Bezness.

Wie funktioniert Bezness? Bedeutung, Definition, Erklärung

Am häufigsten sind alleinreisende europäische Frauen und Männer in etwas fortgeschrittenerem Alter betroffen, jedoch kommen für die Täter*innen prinzipiell alle Altersgruppen infrage. Die Opfer lernen in einem außereuropäischen Land meistens auf einer Urlaubsreise eine einheimische Person kennen, die keinesfalls am Strand herumlungert und dort die Opfer ausspäht, sondern meistens zum Servicepersonal gehört (Kellner, Barkeeper, Rezeptionisten), aber auch Strandverkäufer oder ein Angehöriger anderer Berufsgruppen sein kann. Dies ist wichtig zu wissen, weil in den Medien das Klischee verbreitet wird, dass die Täter*innen Tagediebe sind, auf die man doch nicht hereinfallen sollte. Nein, es sind durchaus beschäftigte, oft fleißige und intelligente, gepflegte Personen, die per Bezness an viel Geld und/oder einen europäischen Pass kommen wollen. Wenn sie zum Servicepersonal gehören, möchten die Opfer ihnen eigentlich vertrauen können. Diesen Bonus nutzen die Täter aus. Bezness läuft in Phasen ab:

  • #1 Der Beznesser – wir verwenden nachfolgend das Szenario eines männlichen Beznessers gegenüber einer europäischen Frau – verwickelt die Dame häufiger in Gespräche, wirft ihr bedeutsame Blicke zu und stellt einen behutsamen Körperkontakt mit scheinbar zufälligen Berührungen her.
  • #2 Der nächste Schritt ist das Überreichen einer Rose oder eines kleinen Briefchens mit einem Liebesgeständnis.
  • #3 Wenn die Frau diese Aufmerksamkeit annimmt, folgt die Einladung zu einem Strandspaziergang oder in die Diskothek.
  • #4 Der Beznesser bleibt geduldig und behutsam, bis sich die Frau auf einvernehmlichen Sex einlässt. Nun kochen die Urlaubsgefühle hoch.
  • #5 Wenn die Frau nach Hause muss, inszeniert der Beznesser einen schmerzlichen und tränenreichen Abschied. Dieser ist mit einer tragischen Geschichte von Problemen des Beznessers verbunden, die Mitleid erweckt.
  • #6 Daheim erreichen die Frau sehnsuchtsvolle Nachrichten des Beznessers, die immer wieder von langen Pausen (Tage bis Wochen) unterbrochen werden, welche die kultivierte westliche Frau verzweifeln lassen.
  • #7 Schließlich fragt der Beznesser, ob man sich nicht wiedersehen könnte. Die zermürbte Frau reist erneut in das betreffende Land, lernt meistens die (vermeintliche) Familie des Täters kennen, die scheinbar in großer Not lebt, und beginnt ab diesem Punkt mit ihrer finanziellen Unterstützung, die zunehmend eingefordert wird.

Die Summen liegen regelmäßig bei mehreren Tausend Euro. Die Frau zahlt, so lange sie dazu in der Lage ist bzw. bis ihr Freunde und die eigene Familie abraten. Manchmal reist sie auch unangemeldet noch einmal in den Urlaubsort und „erwischt“ dort ihren Beznesser, der soeben die nächste Dame um den Finger wickelt. Dann platzt die Illusion. Es gibt mehrere Szenarien, mit denen die prekäre Beziehung endet, doch manche Frauen zahlen und leiden jahrelang.

Regionen mit verstärktem Bezness

Frauen werden meistens Opfer in diesen Staaten:

  • Ägypten
  • Tunesien
  • Kenia
  • Türkei (besonders türkische Riveria)

Männer werden hier von Beznesserinnen umgarnt:

  • Thailand
  • Brasilien
  • Dominikanische Republik
  • Kuba

Sind nur alleinstehende Tourist*innen betroffen?

Nein. Sie sind zwar die bevorzugten Opfer, vor allem dann, wenn sie vollkommen allein reisen. Doch die Täter schrecken auch nicht vor gebundenen Personen zurück. Daher ist Bezness eine große Gefahr für Ehepaare, die in einer Krisensituation in den Urlaub fahren. An der türkischen Riviera sprechen die dortigen Gigolos unverblümt Ehefrauen an, wenn sie vermuten dürfen, dass das Ehepaar gerade nicht sehr glücklich miteinander ist. Für sie ist ein europäischer Mann ohnehin grundsätzlich ein Weichei, das kaum Respekt verdient. Daher werden Frauen sogar in der Gegenwart ihres Partners angesprochen. Mit dieser Situation ist nur schwer umzugehen. Sollte das Ehepaar über die Methode informiert sein, wird es sich gemeinsam widersetzen, was in diesem Fall ein höfliches, aber bestimmtes Abgrenzen vom Beznesser erfordert. Dieser wird seine Bemühungen wegen offenkundiger Ineffizienz alsbald einstellen. Das Ehepaar muss sich aber einig sein und einen etwaigen internen Streit begraben können.

Gedankenwelt der Beznesser

Beznesser verachten Europäer und legitimieren damit ihre Skrupellosigkeit. Europäische Männer sind für sie Weicheier, europäische Frauen nicht ehrbar. Darüber hinaus halten sie die Mitteleuropäer grundsätzlich für reich, woran so viel stimmt, als dass unsere Einkommen in der Tat beträchtlich über ihren liegen – jedenfalls bei denjenigen von uns, die sich eine Reise in eines der betreffenden Länder leisten. Hinzu kommen erhebliche kulturelle Unterschiede. Der recht freizügigen Umgang von Europäer*innen mit Erotik, Sexualität und generell der Kontaktaufnahme mit fremden Menschen wirkt auf Beznesser*innen wie eine Einladung, diese Schwachstelle auszunutzen, was in den beschriebenen Fällen auch gelingt. Nicht zuletzt aber appellieren sie an den bei uns tief verwurzelten Altruismus, den auch nur wir uns leisten können: Wir möchten gern helfen und sind ebenso mitleidig wie spendenfreudig, was in solchen Ländern auf größte Gegenliebe stößt.

Haben die Opfer Chancen, ihr Geld zurückzubekommen?

In der Regel nicht, wenn es sich um echte Geldgeschenke handelte. Manchmal wird aber auch eine geschäftliche Beteiligung bzw. der Haus- und Grundstückskauf im betreffenden Land zwecks „gemeinsamer Zukunft“ vorgegaukelt, wofür das Opfer etwas anzahlen soll und dafür auch eine Quittung erhält. In solchen Fällen könnte es gelingen, wenigstens einen Teil des Geldes zurückzuholen, wenn auch nur unter erheblichem Aufwand, der ebenfalls Geld kostet. Es handelt sich dann schon um hohe fünf- bis sechsstellige Summen. Es besteht allerdings die reale Gefahr, dass das Geld verschwunden ist.

Schutz vor Bezness

Wer sich im Urlaub auf eine sexuelle Beziehung mit einem Einheimischen einlässt, sollte diese Gefahr kennen. Liebesschwüren ist grundsätzlich nicht zu vertrauen. Bei der ersten Bitte um Geld müssen die Alarmglocken angehen. Es genügt im Grunde gesunder Menschenverstand, um auf Bezness nicht hereinzufallen.

Warum ist Stillen so wichtig? Bedeutung, Erklärung


Stillen ist das beste und einfachste für Mutter und Baby. Muttermilch ist in unnachahmlicher Weise und in zahlreichen erst heute entdeckten Feinheiten den Bedürfnissen des Babys angepasst. Muttermilch ist die ideale Nahrung, entsprechend dem Reifezustand der kindlichen Verdauungsorgane, seinem Stoffwechselsystem, seinen Nahrungsbedürfnissen und die Muttermilch ist für das Wachstum des Körpers bestens geeignet.

Warum ist Stillen so wichtig? Bedeutung, Erklärung

Das Stillen wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Mutter aus. Der Stillakt regt die Kontraktion der Uterusmuskulatur an. Durch das kindliche Saugen löst das Baby Hormonreaktionen im Körper der Frau aus, die die Rückbildung des Uterus beschleunigen.

Das Hormon Oxytocin beschleunigt jedoch nicht nur die natürliche Zurückbildung der Gebärmutter, sondern sorgt und bewirkt, dass alle überflüssigen Gewebe- und Blutreste vollständig ausgestoßen werden.

Medizinische Statistiken haben außerdem ergeben, dass stillende Frauen seltener an Brustkrebs erkranken. Die genauen Hintergründe sind zwar noch nicht restlos erforscht, erwiesen ist jedoch, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der ursprünglichen Brustfunktion und ihrer Anwendung und der Krebserkrankung gibt.

Mit der Abstoßung der Nachgeburt fällt die hemmende Wirkung ihrer Hormone auf jenes Hypophysenhormon weg, das die Milchdrüsen der Frau zur Milchbildung anregt. Die Muttermilch sammelt sich in den ausführenden Gängen und Hohlräumen unter den Brustwarzen. Die Menge der produzierten Milch wird sowohl vom Bedarf des Babys als auch der psychischen Einstellung der Mutter bestimmt.

Stillen ist gut für den Säugling

Die Muttermilch ist die idealste Babynahrung. Neben den für den Säugling in seiner ersten Lebensphase notwendigen Vitaminen und Nährstoffen enthält die Muttermilch Antikörper zum Schutz vor Infektionskrankheiten.

Wissenschaftler haben eindeutig festgestellt, dass bei voll gestillten Kindern viel seltener Allergien wie Heuschnupfen, Asthma und Hautausschläge auftreten.

Die Verdauungsorgane des Säuglings nehmen die in der Muttermilch enthaltenen Nähr- und Wirkstoffe aus der Muttermilch annähernd ohne Verluste auf. Wo das Angebot an lebenswichtigen Stoffen, zum Beispiel von Eisen, in der Muttermilch knapp ist, hilft der Körper mit Resorptionsverstärkern nach, die es bei Flaschennahrung nicht gibt.

Die Zusammensetzung der Muttermilch

Die Zusammensetzung der Muttermilch ist ideal auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt. Insbesondere auf die Funktionsreife der Organe. Es sind beim Stillen weder Mangelerscheinungen noch Überangebote an Stoffen möglich.

Das Molkeeiweiß ist gut verdaulich, Milchzucker sorgt für einen gesunden Darm und eine funktionierende Verdauung. Das in der Muttermilch enthaltene hochwertige Fett beeinflusst positiv die Gehirnentwicklung des Säuglings.

Das Muttermilchfett

Das Muttermilchfett setzt sich aus 150 verschiedenen Bestandteilen zusammen. Neben dem Immunglobulin A in der Vormilch der Mutter gibt es noch einen weiteren nicht zu ersetzenden Stoff in der Muttermilch, nämlich ein Ferment, das für die problemlose Fettverdauung sorgt. Außerdem ist in der Muttermilch ein Eiweißfaktor, das Laktoferrin, enthalten, das Eisen an sich zieht und bindet und dadurch eventuell vorhandene Coli-Bakterien, die sich im Darm des Babys befinden, das für die Bakterien lebensnotwendige Eisen entzieht. Gestillte Säuglinge erkranken deshalb viel seltener an Darminfektionen als Flaschenkinder.

Nicht zu vergessen, Muttermilch ist immer keimfrei, richtig temperiert und in den meisten Fällen auch immer verfügbar.

Die Milchabgabe

Drei Sinnesreize lösen die Milchabgabe aus. Das sind das Sehen und das Hören des weinenden Säuglings und die Tastreize beim Saugen. Darüber hinaus ist höchstwahrscheinlich auch das vegetative Nervensystem an der Regelung der Milchabgabe beteiligt.

Stillen fördert die Mutter-Kind- Beziehung

Das Stillen hat aber noch eine weitere Dimension, nämlich als sinnliches Erlebnis. Durch das Stillen wird ein enger Kontakt zwischen Mutter und Baby geschaffen. Stillen ist ein wesentlicher Faktor für die Bindung zwischen Mutter und Baby. Durch das Stillen werden nicht nur die Grundbedürfnisse des Kindes, die Nahrungsaufnahme und das Saugen, sondern auch der enge Kontakt zur Mutter befriedigt.

Der Körperkontakt zu einer vertrauten Person ist für das Baby von größter Bedeutung. Die enge Berührung mit der Brust ist der erste soziale Kontakt des Kindes. Dieser Kontakt ist von grundlegender Bedeutung für die emotionale Entwicklung des Säuglings.

Von der Einstellung der Mutter und der Art ihrer Zuwendung zum Säugling wird wesentlich mitbestimmt, inwieweit das Kind später selbst in der Lage sein wird, anderen Menschen Vertrauen und Liebe entgegenzubringen.

Der psychologische Aspekt, den der intensive Hautkontakt zwischen Mutter und Kind hat, sollte nicht unterschätzt werden. Er fördert nicht nur die körperliche, geistige sowie seelische Entwicklung des Säuglings, er gibt auch der stillenden Mutter ein positives Verantwortungsgefühl, bringt ihr Befriedigung und Selbstbestätigung.

Warum ist Tibet so wichtig für China? Erklärung

Welche Bedeutung hat Tibet für / in Asien?

Im Laufe der letzten Jahrtausende entstand auf dem Hochplateau im Himalaya ein bewohnbares Gebiet, Tibet. Es verlangt den Bewohnern durch harte Arbeit ein entbehrungsreiches Leben ab. Der ehemals souveräne Staat liegt auf einer Anhöhe, die sich ungefähr 4.500 Meter oberhalb der Meeresoberfläche befindet. Tibet grenzt als Dach der Welt an die Länder China, Indien, Birma, Nepal und Bhutan. Noch vor einigen Jahrhunderten wurde das Leben von einer Mönchskaste bestimmt, an die die Bauern Abgaben entrichten mussten. Um sie an das Land zu binden, führte man die Leibeigenschaft ein. Das Staatsoberhaupt war der Dai Lama.

Das Plateau bietet stets einen sehr guten Ausgangspunkt für militärische und wirtschaftliche Aktivitäten. So erhob China schon im Mittelalter einen ernsthaften Anspruch auf dieses Gebiet und eroberte es mehrfach. Ab 1644 gehörte Tibet beispielsweise zum chinesischen Kaiserreich. Diese Einflussnahme dauerte bis zur chinesischen Revolution von 1911, die dem Hochland wieder seine Unabhängigkeit bescherte. Die Selbstbestimmung endet 1950, als die Truppen der neuen kommunistischen Volksrepublik Tibet in Besitz nahmen. Mit der Okkupation wurde der Bergstaat ein Bestandteil und zugleich eine Verwaltungseinheit des kommunistisch geprägten Mutterstaates. Allerdings gewährte China dem Land ab 1965 eine eigene Autonomie, die jedoch stark von Peking geprägt ist und sich unterschiedlich stark widerspiegelt.

Kulturelle chinesische Prägung

Da Tibet in erster Linie von Tibetern bewohnt und bewirtschaftet wurde, blieb der anfängliche Einfluss Chinas gering. Das änderte sich durch die von China provozierte Flucht des Dai Lamas 1959 nach Indien, dem Wegzug von national gesinnten Tibetern und der Verstaatlichung der tibetischen Kirche. Den Titel Dai Lama als Ausdruck der geistigen und wirtschaftlichen Führung gibt es schon seit 1578. Er wurde durch einen mongolischen Führer verliehen und ist Ausdruck des tibetischen Buddhismus. In Indien etablierte sich nach der Flucht eine Exilregierung, die durch ihren geistigen Führer, den Dai Lama, geleitet wird.

Um das Land in den chinesischen Nationalstaat einzugliedern, förderte Peking ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts die Einwanderung von Chinesen, die offiziell zur Han-Nationalität zählen. Auf diese Weise drängt China die veraltete Kultur von Tibet langsam zurück, um das Land an neue Standards anzupassen.

Welche Form der Wirtschaftsförderung gibt es für Tibet unter Chinas Vorherrschaft

Tibetische Medizin im Dienst Chinas

Auch die traditionelle tibetische Medizin sowie die Pharmalogie werden zunehmend sowohl in China als auch in allen kooperierenden Staaten genutzt. Tibetische Medizin hat mittlerweile – auch durch den maßgeblichen Einfluss Chinas – einen festen Platz in der medizinischen Versorgung gefunden. Mittlerweile beherrscht China den Markt auf diesem Sektor mit geschätzten über 90 Prozent. Die Erzeugnisse werden nicht nur in Asien, sondern auch in Europa und Amerika geschätzt und in die Behandlungen nach Bedarf eingebaut. Die Präparate bestehen teilweise aus bis zu 100 Zutaten. Die sich diesen Zweig widmende Pharmaindustrie trägt zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Steigerung des Bruttosozialproduktes Chinas bei. Jedes dieser Rezepte kann individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Außerdem ist die Beschaffung und Anwendung nicht teuer.

Handwerk und Industrie im Zusammenhang mit dem Ausbau der Infrastruktur

China hat auch ein besonderes Interesse am Ausbau des regionalen Handwerks sowie der Stärkung des Bergbaus. Die hier geförderten Bodenschätze setzt China zunehmend ein, um die Wettbewerbsvorteile ihres Landes gegenüber der EU und anderen Konkurrenten zu koordinieren.

Ohne einen vernünftigen Straßenbau sowie die gezielte Versorgung mit Treibstoffen wäre auch der Handel und die Industrie in Tibet nicht ausbaufähig. Gleichzeitig widmet sich die Zentralregierung in Peking der gezielten Modernisierung der historischen Städte. Der Umbau muss jedoch auch dem Bevölkerungswachstum und der Förderung der Beschäftigung dienen, die sich sowohl auf Tibet als auch China bezieht. Wo historische Stadtviertel zeitgemäßen Wohnvierteln und Infrastrukturen weichen müssen, finden die Menschen eine den aktuellen Bedürfnissen angepassten Lebensraum. In diesem gibt es neben Arbeitsplätzen auch alle Annehmlichkeiten, die die Bevölkerung für einen angemessenen Lebensstandard benötigt.

Damit die tibetische Bevölkerung einen Beitrag zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modernisierungen leisten kann, entsendet China erfahrene und gut ausgebildete Fachkräfte nach Tibet. Ingenieure und Facharbeiter leisten jeweils einen wichtigen Beitrag, um im gesamten Gebiet hochwertige Ergebnisse zu garantieren.

Zu den weiteren Vorteilen, die Tibet durch China genießt, gehört die privatwirtschaftliche Landwirtschaft. Machen Bauern das Land urbar, wird ihnen ein unbegrenztes und auch vererbbares Nutzungsrecht vergeben. Diese Regelungen hat die Regierung in Peking auch für Eigentumswohnungen und Häuser eingeführt, soweit sie sich im rechtlichen Einzugsbereich Tibets befinden. Vergleichbare Rechte gibt es teilweise nicht einmal in China.

China setzt sich zunehmend für die Förderung von Wirtschaftsprojekten in Tibet ein. Dazu gehören beispielsweise die gezielte Energieversorgung und das Verkehrswesen. Auch die Kommunikation sowie der Tourismus liegen dem großen Land am Herzen. Gleichzeitig konzentriert sich China auf verschiedene Schlüsselbereiche wie die Wasserversorgung.

Tibet: Wasser- und Energieversorgung

Wesentlich ist auch die Versorgung mit Grundwasser, das seine Quellen vornehmlich im Himalaya hat. Der Ausbau und die Stabilisierung der Fördereinrichtungen werden durch die Zentralregierung in Peking im Sinne des gesamten Landes fokussiert. Es gibt in Tibet fünf größere Flüsse, über die mehr als eine Milliarde Menschen in den angrenzenden Ländern mit frischem Wasser versorgt werden. Hier gibt es einen Wasserspeicher, der sich nur mit denen des Nord- und Südpols vergleichen lässt.

Um die wasserwirtschaftlichen Ziele erfolgsorientiert im Sinne des gesamten chinesischen Landes zu realisieren, setzt die Regierung auf in- und ausländische Investoren. Mit ihrer Hilfe werden Staudämme in Tibet errichtet, über die die Energiegewinnung im Rahmen von Kraftwerken und Staudämmen umgesetzt werden soll. Dass hängt mit den hohen Kraftreserven zusammen, die mit dem Wasser aus den Gebirgen direkt zu den Kraftwerken gelangt. Auf diese Weise soll ein großer Teil des Strombedarfs der chinesischen Industrie heute und in der Zukunft gedeckt werden.

Ein der wichtigsten Flüsse, mit denen China in Tibet Energie erzeugt, ist der Gelbe Fluss. Es handelt sich um den größten Strom Chinas, der im tibetischen Hochplateau entspringt.

Tibet und der Tourismus

Zu den wichtigen Punkten, mit denen Peking die Infrastruktur Tibets ausbaut, gehört beispielsweise die Förderung des Tourismus.
Die einsamen Gebiete Tibets sind – vor allem in der tibetischen Hochebene – wunderbare Reiseziele. Das hat auch China erkannt und die Orte und Verbindungsstrecken mit zahlreichen finanziellen Mitteln ausgebaut und gefördert. Auf diese Weise können zahlende Reisende sich an den reizvollen Landschaften erfreuen und gegebenenfalls ihren sportlichen Zielen nachgehen. Genauso interessant ist der Besuch der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Sie liegt zentral im Himalaya-Gebirge und steht stets auf der Agenda Pekings. Da die Touristen auch die noch bestehenden Klosteranlagen besichtigen möchten, werden diese im Rahmen von Förderprogrammen restauriert und entsprechend freigegeben.

Für den Tourismus baut China sogar Straßensysteme aus. Diese sind erforderlich, da beispielsweise der Flughafen Lhasa-Gonggar ungefähr fünfzig Kilometer von der nächsten Stadt entfernt liegt und mit Fahrzeugen nur schwer erreichbar wäre. Außerdem konnte die jeweilige Fahrtzeit zwischen den einzelnen Zielen erheblich reduziert werden.

Der Erfolg gibt China Recht, da sich auf diese Weise eine hohe Wachstumsrate realisieren lässt. So kamen in den letzten Jahren mehrere Millionen Besucher in die Region, die so zu einer zweistelligen Wachstumsrate beim Gesamtbruttoinlandsprodukt beiträgt. Die eine wichtige technische Errungenschaft, die Tibet von China erhielt, ist die Eisenbahnverbindung. Mit ihr wuchs die Wirtschaft der Region innerhalb von wenigen Jahrzehnten. Um die Reisenden während ihrer Fahrten mit der Bahn komfortabel zu bedienen, werden die Waggons mithilfe spezieller Techniken an die Bedingungen im Hochland angepasst.

Ein weiteres und den Tourismus förderndes Projekt ist die Tibet Airlines. Sie ist seit 2010 ein Tochterunternehmen der bekannten Air China. Außerdem kam es zur Kooperation im Rahmen des Phoenix-Miles-Programmes, das sich speziell an Vielflieger wendet, die neben den Touristen als Kunden in Frage kommen.

China und Tibet bei der Klärung bilateraler Beziehungen

Für China, das zunehmend wirtschaftliche Verbindungen mit anderen Staaten eingegangen ist, steht es außer Frage, dass Tibet einen Teil der Volksrepublik darstellt. Erst als Staaten wie die Bundesrepublik diese Tatsache anerkannten, kam es zu Joint Ventures zwischen China und den betreffenden Staaten sowie den dort ansässigen Firmen. Aus diesem Grund bestätigte schon Kanzler H. Kohl, dass seiner Meinung nach Tibet ein Teil Chinas ist. Das gilt auch primär für die völkerrechtlichen Betrachtungen. So wurde Tibet nicht als eigenständiger Staat völkerrechtlich anerkannt. Die Bundesregierung darf keine Tätigkeiten auf ihrem Zuständigkeitsgebiet zulassen, die beispielsweise zur Förderung der Exilregierung Tibets beitragen.

Zu diesen Bereichen gehören außerdem die Partnerschaften zwischen der EU und der Asien-Pazifik-Region. Dieser gehören neben den Staaten der EU China, Japan, Südkorea und Australien an. Gleiches gilt für Indien, das von China durch Tibet getrennt wird. Die Kooperationen erhöhten außerdem in den letzten Jahrzehnten das Handelsvolumen der beteiligten Staaten um mehr als das Doppelte.

Die strategische Bedeutung Tibets für die Sicherheit Chinas

Tibet ist ein unzugängliches Gebiet. Wer China angreifen oder bedrohen möchte, kann diese Aktivitäten nur von einer der anderen zugänglicheren Grenzen ausführen. Im Rahmen dieser Betrachtungen darf sich die chinesische Regierung auf den strategischen Präsenz in Tibet konzentrieren und spart somit finanzielle Ressourcen ein, die in die Wirtschaft fließen. Die erforderlichen militärischen Maßnahmen lassen sich mit Hilfe der gebauten Straßen und Schienennetze in kurzer Zeit umsetzen. Problemen auf diesem Sektor begegnet China außerdem mit der zunehmenden Ansiedlung von Chinesen, die sich nicht der national orientierten tibetischen Exil-Regierung, sondern Peking verbunden fühlen.

Feiern Muslime Silvester? Erklärung


Diese Frage mag seltsam erscheinen, aber sie ist sehr häufig. Die Antwort ist, dass die meisten Muslime Silvester nicht feiern, weil sie sich nach dem islamischen Kalender und nicht nach dem gregorianischen Kalender richten. Es gibt jedoch einige Ausnahmen von dieser Regel, z. B. Länder mit einer großen muslimischen Bevölkerung, die den gregorianischen Kalender übernommen haben, oder Menschen, die zum Islam konvertiert sind und noch an den Traditionen teilhaben wollen, die sie vor ihrer Konversion gewohnt waren.

Feiern Muslime Silvester?

Jetzt, wo das neue Jahr vor der Tür steht, fragen sich viele Muslime, ob sie es feiern sollen oder nicht. Für gläubige Muslime ist dieser Feiertag mit einem Dilemma verbunden: ihn zu feiern kann als Verrat am Islam und an Allah angesehen werden. Andererseits könnte ein Verzicht auf die Feierlichkeiten zu einem Gefühl der Isolation und Entfremdung in der Gesellschaft führen. Aus diesen Gründen entscheiden sich einige gläubige Muslime dafür, jeden Kontakt mit Silvesterfeiern um jeden Preis zu vermeiden.

Muslime haben ihre eigenen Gebräuche und Feiertage wie, der Ramadan. Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders. Es ist ein Monat, in dem Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang fasten und sich des Essens, Trinkens und Geschlechtsverkehrs enthalten. Der Ramadan wird auch als spirituelle Reise betrachtet – es geht darum, persönliche Herausforderungen mit Geduld und Glauben zu überwinden.

Das Fastenbrechen markiert das Ende des Ramadan für dieses Jahr. Während dieses Festes sind die religiösen Regeln gelockert: Essen und Trinken können jederzeit bei Tageslicht stattfinden und nicht erst nach Sonnenuntergang, wie es an anderen Tagen üblich ist; viele Moscheen verlangen jedoch, dass die Gemeindemitglieder ihr eigenes Essen mitbringen, wenn sie drinnen essen.

Das Opferfest ist ein Tag, an dem von allen Familienmitgliedern erwartet wird, dass sie Geschenke machen. Manche Menschen haben vielleicht nicht genug Geld, um Geschenke zu kaufen, also werden sie stattdessen Lebensmittel verschenken. Dazu können Reis oder Gemüse gehören – oder sogar Tiere wie Ziegen und Kühe! Es ist auch üblich, dass Freunde und Familienmitglieder an diesem Tag Geschenke austauschen.

Siehe auch: Feiern Muslime Geburtstag?

Silvester und der Islam

Papst Sylvester I., auch bekannt als der Heilige Sylvester der Erste, war ein Papst, der in den Jahren 314 bis 335 n. Chr. in Rom amtierte. Er ist deshalb erwähnenswert, weil er am 31. Dezember eines jeden Jahres starb. Der Jahrestag seines Todes fällt auf den letzten Tag des Jahres, also den 31. Dezember 335 n. Chr.

Muslime und Silvester: ein Überblick über ihre Glaubensvorstellungen. Sicherlich verstehen Sie jetzt, dass das Feiern von Silvester nur schwer mit dem islamischen Glauben zu vereinbaren ist. Die Antwort auf die Frage „Feiern Muslime Silvester“ ist ein klares Nein. Ob sie es dürfen, ist hingegen eine Frage der Auslegung.

Muslime in Malaysia und Indonesien feiern das neue Jahr, aber nicht am 31. Dezember. Für Muslime, die ihren Glauben entsprechend der Zeit (und dem Land, in dem sie leben) praktizieren, sind Zusammenkünfte mit Familie und Freunden und geselliges Beisammensein die Norm. Der einzige Unterschied besteht darin, dass dieses Beisammensein von den Muslimen nicht als Silvesterfeier angesehen wird. Böller und Raketen werden von den Muslimen nicht abgefeuert, auch sinnloser Alkoholkonsum ist nach dem Glauben nicht erlaubt.

Wie feiern Muslime Silvester?

Der islamische Mondkalender ist ein religiöser Kalender, der auf den Zyklen des Mondes basiert. Das bedeutet, dass er keinen Bezug zum Sonnenzyklus der Erde hat und daher jedes Jahr an einem anderen Tag gefeiert wird. Das islamische Neujahrsfest zum Beispiel beginnt mit dem ersten Tag des Muharram im Hijri-Jahr und fällt jedes Jahr auf einen anderen Tag. Für die Muslime begann dieses neue Jahr, als Mohammed im Jahr 622 n. Chr. (1 AH) von Mekka nach Medina auswanderte.

Es ist eine Zeit der Liebe und der Vergebung. Es ist eine Zeit des Nachdenkens und der Reue. Aber es kann auch eine Zeit der Gewalt sein, wie uns die diesjährigen Feierlichkeiten gezeigt haben. In der muslimischen Welt beginnt das neue Jahr am 31. Dezember, aber für Schiiten und Aleviten ist dieses Datum der Beginn des Muharrem – ein Monat des Fastens und der Trauer, den sie im Gedenken an Imam Hussein verbringen, der vor 1.400 Jahren in Karbala getötet wurde, um selbst zu Märtyrern zu werden.

6 Gründe, warum Silvester Haram ist

Feuerwerksindustrie schadet Palästina: Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie mit dem Kauf von Feuerwerkskörpern gleichzeitig die amerikanische Waffenindustrie unterstützen. Die amerikanische Rüstungsindustrie wiederum finanziert und unterstützt Israel mit Waffen. Wenn Sie also zu Silvester eine Rakete kaufen, dann bezahlen Sie auch für eine Rakete gegen Palästina.

Opfertiere werden durch Böller erschreckt: Für viele Menschen im Westen ist das Silvesterfeuerwerk ein Symbol des Feierns. Aber für die Tiere in den Schlachthöfen gibt es keinen Grund, sich über ihren bevorstehenden Tod zu freuen, denn der Lärm der Feuerwerkskörper erschreckt sie und macht ihr Fleisch zäh und ungenießbar. Muslimische Halal-Schlachter setzen den Schafen daher vor Silvester Ohrenschützer auf, damit sie verschont bleiben, bis ihnen die Kehle durchgeschnitten wird.

Allahu Akbar”-Rufe verursachen Terrorgefahr: Der Ramadan rückt näher und viele Muslime freuen sich darauf, mit Freunden und Familie zu feiern. Es gibt jedoch einen Aspekt, der eine Herausforderung darstellen kann: Feuerwerkskörper. Im Islam ist es traditionell akzeptabel, an bestimmten Tagen des Jahres mit Feuerwerkskörpern zu feiern, aber es ist auch leicht möglich, dass Ihre Nachbarn oder die Strafverfolgungsbehörden Verdacht schöpfen, wenn Sie dies während des Ramadan tun. Um Terroristen, die um diese Zeit ihren nächsten Anschlag planen, die Sache zu erschweren, finden Sie hier einige Vorschläge, wie Sie den Ramadan genießen können, ohne Raketen abzufeuern!

Der Prophet hat damals auch kein Feuerwerk gekauft: Hat der Prophet Feuerwerkskörper gekauft? Egal, was man Ihnen erzählt hat, es gibt keine einzige authentische Überlieferung, dass der Prophet Mohammed jemals einen Feuerwerkskörper oder einen Knallkörper gekauft hat. Sein Neujahrsfest war also definitiv frei von Knallkörpern. Wenn Sie also der Sunna des Propheten folgen wollen, sollten Sie auch auf Feuerwerkskörper verzichten.

Raketen zur reinen Unterhaltung sind Verschwendung: Viele Menschen in der westlichen Welt denken, dass Muslime ihr Geld verschwenden, wenn sie Raketen kaufen. Das ist aber nicht wahr! Im Islam ist Verschwendung haram. Wenn man Raketen kauft, dann sollten sie wenigstens einem militärischen Zweck dienen.

Was ist die Generationenrente? Bedeutung, Definition, Erklärung


Im Rahmen des Wahlprogrammes der CDU und CSU zur Bundestagswahl 2021 wurde die Überlegung aufgenommen, eine Altersvorsorge durch Kapitaldeckung zu integrieren. Mit dieser sogenannten Generationenrente soll es zu einer grundsätzlichen Änderung der Rente in der Zukunft kommen. Das Grundkonzept beinhaltet den Ansatz, dass bereits seit der Geburt für jedes Kind eine bestimmte Summe durch den Staat angelegt wird. Mit dem angelegten Geld soll perspektivisch die Rente finanziell unterstützt werden.

Mit der Generationenrente soll das Problem der teilweise zu geringen Renten behoben werden, sodass das Rentendefizit im Alter verhindert wird. Auch vor dem Hintergrund der geringen Vorsorge vieler Deutscher, könnte laut Aussagen von Unions-Politikern mit der staatlichen Rentenvorsorge ab der Geburt ein Grundsatzproblem der Gesellschaft gelöst werden.

Was ist die Generationenrente? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bzgl. der Höhe der Vorsorge sind keine konkreten Beiträge in dem Wahlprogramm formuliert. In früheren Diskussionen ging es um 100 Euro pro Monat. Ab der Geburt soll der noch festzulegende Betrag in einen Pensionsfonds angelegt werden. Mit dieser Option sollen die künftigen Rentnerinnen und Rentner insbesondere vom Zinseszinseffekt profitieren.
Klar ist, dass die Einzahlung durch den Staat ausschließlich bis zu der Vollendung des 18. Lebensjahres erfolgen soll. Das innerhalb der 18. Jahre angesparte Geld soll erst mit dem Renteneintritt greifbar sein. Somit entsteht auch im Vergleich zu dem jeweiligen Zeitpunkt eine entsprechende Anpassung an die Kaufkraft.

Mit der Generationenrente soll zudem vor dem staatlichen Zugriff in der Zukunft auf die Vorsorgeleistungen geschützt werden. Weiterhin ist das Ziel, mit diesem Instrument langfristig gegen die Altersarmut vorzugehen.

Viele Fragen bleiben offen:

Der Vorschlag der Parteien ist innerhalb des Wahlprogrammes noch nicht konkretisiert wurden. Viele Fragen, bspw. ab wann diese Möglichkeit angeboten werden soll oder wer für die Verwaltung des Geldes verantwortlich ist, werden innerhalb des Papiers nicht thematisiert. Ebenso bleiben Fragen offen, was passiert, wenn Aktienkurse fallen und sich somit die Kurse der Fonds und damit auch die finanziellen Reserven reduzieren.

Die Nachteile der Generationenrente:

Laut Experten ist der geringe Zinseszinseffekt im Vergleich zu einer aktienbasierten Rente ein Nachteil. Andere Konzepte bezogen auf eine Rente, welche konkret mit Aktien subventioniert wird, würden demnach in deutlich höheren Renditen münden.

Als weiterer Nachteil werden die sehr hohen Kosten für den Staat benannt. Insofern alle Bürgerinnen und Bürger bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres eine monatliche Unterstützung von 100 Euro erhalten würden, müsste der Staat über 16 Milliarden Euro pro Jahr investieren.

Kritiker gehen davon aus, dass mit dieser Lösung das Niveau der Renten nicht stabilisiert werden kann, sondern zusätzlich Geld kostet. Ergänzend dazu würde die Belastung für die derzeit arbeitende Bevölkerung noch größer werden. Innerhalb der erwerbstätigen Gesellschaft müsste die Last für die Finanzierung der Generationenrente getragen werden.

Alternativen zur Generationenrente:

Neben der Aktienrente, welche bspw. von der FDP als Vorschlag kommuniziert wurde, gibt es bereits heute verschiedene Möglichkeiten die spätere Rente zu stabilisieren und auch privat vorzusorgen. Die Einzahlung des Kindergeldes bis zum Einstieg in das Berufsleben stellt für viele Expertinnen und Experten eine sinnvolle Option zur Altersvorsorge dar. Insofern es finanziell möglich ist, kann mit dem Kindergeld analog zu der Generationenrente vom Zinseszinseffekt profitiert werden und eine langfristige Anlageform gewählt werden.

Was ist Lookismus (Lookism)? Bedeutung, Definition, Erklärung


Lookismus, im angloamerikanischen Sprachraum Lookism, ist die Bewertung eines Menschen im beruflichen Kontext nach seinem Aussehen (look = Aussehen). Dabei sind zwei grundsätzliche Phänomene zu beobachten:

  • #1 Stereotypisierung nach dem Aussehen (wer gut aussieht, ist erfolgreich, aber auch umgekehrt, nämlich schöne Menschen strengen sich nicht an)
  • #2 Diskriminierung aufgrund des Aussehens

Wo ist Lookism anzutreffen?

Es gibt überall und schon immer Lookismus, doch thematisiert wird das Phänomen wird vorrangig in den USA oder Australien. In den USA und Australien gibt es sehr vereinzelt sogar Gesetze dagegen (siehe weiter unten). Dort wird häufiger die Definition zitiert, dass Lookism von der Annahme ausgehe, das Aussehen sei ein Indikator dafür, wie wertvoll eine Person sein könne. Zu diesem Zweck würden Verfechter dieser Position die gesellschaftliche Konstruktion von Attraktivitätsnormen heranziehen. Gleichzeitig würden sie Stereotype über Menschen, die solchen Normen entsprechen oder nicht entsprechen, verleugnen. Das würde bedeuten: Es gibt Verantwortliche zum Beispiel in Personalabteilungen, die besser aussehende Bewerber*innen zwar bewusst bevorzugen, wobei sie sich auf vermeintlich anerkannte Schönheitsideale stützen, dies aber nicht zugeben.

Worauf stützt sich Lookismus?

Es scheint Menschen mit gutem Aussehen zu geben, denen der Erfolg auf dem Arbeitsmarkt förmlich zufliegt. Gleichzeitig scheint unstrittig zu sein, dass manche Stellen etwa im Servicebereich gezielt mit attraktiven Personen besetzt werden.

Stewardessen beispielsweise scheinen durchweg gut auszusehen, ebenso Nachrichtensprecher*innen und in größeren Hotels auch Rezeptionist*innen. Der Tourismusbereich ist in dieser Hinsicht gut untersucht. Autoren mehrerer Studien gelangten zur Auffassung, es die Unternehmensstrategie gibt, die genannten Positionen gezielt mit attraktiven Mitarbeiter*innen zu besetzen. Diese vertreten das Unternehmen nach außen und vermitteln ein positives Image. Zudem steigt für die Kunden das Serviceerlebnis.

Neben dem Aussehen werden auch die Sprache von Bewerbern, ihre Körperhaltung, das gepflegte Erscheinungsbild und die Kleidung schon während des Einstellungsprozesses genau bewertet. Wichtig ist in diesem Kontext, dass für die genannten Berufe einschließlich der Arbeit von Nachrichtensprecher*innen keine besonders hohe Qualifikation erforderlich ist.

Wer jedoch einen Softwareingenieur einstellt, kann auf das Aussehen keine besonders große Rücksicht nehmen. Hier ist die fachliche Expertise entscheidend. Vor allem Akademikerinnen wissen das und spielen dementsprechend ihr gutes Aussehen oft herunter, weil sie dieses als Karrierenachteil empfinden.

Männliche Akademiker gehen nach einschlägigen Untersuchungen solchen Überlegungen deutlich seltener nach. Im akademischen Bereich ist teilweise sozusagen ein negativer Lookism verbreitet: Es wird vor allem attraktiven Frauen unterstellt, dass sie ihre Position eher ihrem Aussehen als ihrem Können verdanken. Dieses Vorurteil gibt es sogar gegenüber Männern. Es kann sich unter Umständen zum pauschalen Vorurteil auf den ersten Blick auswachsen, dass eine gutaussehende Person fachlich automatisch schlechter qualifiziert sein müsse, weil sie es in ihrem Leben von frühester Kindheit an niemals nötig hatte, sich sonderlich anzustrengen. Sie wurde auch so ausreichend geliebt und verhätschelt. Sehr erfahrene Manager*innen wissen wiederum, dass dies ein Vorurteil ist.

Es gibt durchaus sehr gutaussehende Menschen, die gleichzeitig sehr intelligent sind und sich außerdem sehr stark anstrengen – aus welchen Gründen auch immer. Diese können sagenhafte Karrieren hinlegen, was besonders bei Schauspielern und Politikern zu beobachten ist. Auch dies ist allerdings kein Selbstläufer. Dennoch belegen Studien zumindest, dass gutaussehende und vor allem große Männer bei vergleichbaren Leistungen etwas mehr verdienen können.

Bewertung von Lookism

In der Gesellschaft ist das Thema ein latenter Dauerbrenner, wird aber vom Gesetzgeber fast nirgendwo aufgegriffen, weil Lookismus juristisch nur schwer zu unterbinden ist. Eine Diskriminierung wegen der Hautfarbe, des Geschlechts oder eines Handicaps lässt sich viel leichter nachweisen. Dennoch gibt es Versuche, Lookism juristisch einzudämmen:

  • Im australische Bundesstaat Victoria verbietet der Equal Opportunity Act seit 1995 die Diskriminierung wegen des Aussehens.
  • Ähnliche Gesetze gibt es in den US-Städten Santa Cruz und Washington.

Es gibt weltweit Verfechter eines Lookismusverbots, die argumentieren, dass das Aussehen nichts mit der Leistung einer Person zu tun habe. In Deutschland herrscht schon länger die Empfehlung, in einem Bewerbungsanschreiben auf ein beigefügtes Bild zu verzichten, in den USA ist dies üblich. Zu Lookismusverboten kommt es dennoch höchst selten, wie die wenigen aufzufindenden Beispiele zeigen, weil Lookismus so schwer nachzuweisen ist. Es gibt noch weitere Gegenargumente. So ist unstrittig, dass Attraktivität sehr subjektiv empfunden wird. Also verweisen Gegner eines Lookismusverbots darauf, dass es in der Praxis schon schwer sein kann, das gesetzlich verankerte Diskriminierungsverbot von Rasse, Geschlecht und Behinderung durchzusetzen. Es ist einem Personalchef nur schwer nachzuweisen, dass diese Merkmale der Grund für die Ablehnung einer Bewerberin oder eines Bewerbers waren. Wenn es um das reine Aussehen geht, dürfte der Nachweis noch viel schwerer zu führen sein.

Schwierigkeiten durch die Attraktivitätsnorm

Lookismus ist deshalb so schwer zu unterbinden, weil Attraktivität so schwer zu definieren und normieren ist. Es gibt zwar das antike Schönheitsideal, dass sich sogar mit Maßen benennen lässt (bestimmte Relationen von Proportionen, Symmetrie etc.), doch in der Praxis bewerten wir Attraktivität individuell höchst unterschiedlich. Sie gilt daher als subjektiver Wert, der einem gesellschaftlichen und sozialen Wandel unterliegt. Attraktivitätsstereotype führen dazu, dass Menschen allgemein eine attraktive Person auf den ersten Blick und ohne Hintergrundwissen für erfolgreicher halten können. Sie schreiben ihr häufig auch mehr Kompetenz zu (allerdings nicht zwingend, weil es auch – siehe oben – die gegenteilige Auffassung gibt), jedoch glaubt die Allgemeinheit nicht, dass attraktive Menschen rechtschaffener sind oder altruistischer handeln.

Dass es eine objektive Attraktivität geben kann, zeigen Untersuchungen mit Säuglingen: Diese schenken attraktiven Gesichtern vielfach mehr Aufmerksamkeit. Erwachsene assoziieren attraktive Gesichter automatisch mit positiven Eigenschaften. Diese Effekte führen zum Versuch, Attraktivität zu normieren. Hierfür existiert das Fachgebiet der Attraktivitätsforschung.

Die Wissenschaftler erstellen experimentell attraktive Gesichter am Computer, indem sie Fotografien von echten Personen vermischen (sogenanntes Morphing), bis ein Durchschnittsgesicht entsteht. Diesen Versuch setzen sie fort, bis eine Mehrheit von Probanden bestimmte Durchschnittsgesichter als attraktiv beurteilt. Damit könnte eine Attraktivitätsnorm gefunden sein. Ob dies wirklich so ist oder ob einfach nur computergenerierte Bilder wegen der Reinheit der Darstellung (Wegretuschieren von Hautunreinheiten etc.) als attraktiv empfunden werden, ist gegenwärtig ein Diskussionsgegenstand dieses Fachgebiets. Die Forschung ist unter anderem für die Werbung wichtig, die nach attraktiven Models sucht und solche Bilder verwenden könnte, wenn sie einen möglichst großen Kundenkreis ansprechen will.

Fazit: Was ist Lookismus?

Lookismus existiert, ist aber praktisch nur sehr schwer zu unterbinden. Sinnvoller erscheint es, im sozialen Miteinander diesen Effekt einzukalkulieren.

In welchen Müll kommt Geschenkpapier? Erklärung


Bevor der Verpackungsmüll entsorgt wird, muss geprüft werden, ob das Geschenkpapier beschichtet, bedruckt oder zusätzliche Aufkleber beinhaltet, denn diese verhindern das richtige Trennen des Verpackungsmülls.

In welchen Müll kommt Geschenkpapier als reines Papier?

Geschenkpapier ohne Folie und mit bedruckten Mustern ist im Altpapiercontainer oder in der Altpapiertonne zu entsorgen. Diese Variante lässt sich leicht an den den entstehenden Papierfasern erkennen, die beim Zerreißen des Geschenkpapiers entstehen.

In welchen Müll kommt  Geschenkpapier mit Kunststoff-Beschichtung?

Wenn beim Zerreißen der Verpackung nicht nur Papierfaser, sondern auch eine Folie erkennbar ist, wird dieses Geschenkpapier im gelben Sack entsorgt. Auch Geschenkpapier mit einer glatten und glänzenden Beschichtung kommt wie abziehbare Folien in den gelben Sack.

In welchen Müll kommt Geschenkpapier mit Aluminium-, Lack- und Glitzer-Beschichtung?

Bei einer 30-prozentigen Fläche an Dekoration des Papiers sollte das Geschenkpapier im Restmüll entsorgt werden. Foliertes Geschenkpapier, das Kunststofflacke, Glitzer oder aufgeklebte Verzierungen beinhaltet, muss in den Restmüll, da Verpackungsmaterial wie solches nicht recycelt werden kann.

Umweltfreundliche Alternativen

Um das Recycling und die somit umweltschonende Wiederverwertung der Papiere zu gewährleisten, kann selbstgemachtes Geschenkpapier oder Verpackungsmaterial wie reines Papier oder Glas von Vorteil sein. Eine zusätzliche und nachhaltige Alternative ist Geschenkpapier mit einem Cradle to Cradle Certified (TM) Logo, denn durch den Verzicht auf Folien oder ähnliche Beschichtungen wird Kompostierbarkeit und Recycling garantiert.

Grundsätzliche Fakten zum Verpackungsmüll in Deutschland

Jeder Deutsche verursacht pro Jahr rund 226,5 Kilo Verpackungsmüll und nach dem Umweltbundesamt fand in 2017 ein maximaler Stand des Verpackungsabfalls mit 18,7 Millionen Tonnen statt, was bedeutet, dass Deutschland an der Spitze der Benutzung von Geschenkpapier, Geschenktüten, Verzierungen etc. steht. Die Ursache liegt an den steigenden Online-Angeboten sowie einem exponentiellem Konsum der Verbraucher. Aus diesem Grund steigt auch der mit einhergehende Verpackungsmüll, der das Recycling und somit die Umwelt belastet. Mit einem Anstieg von 20 bis 30 Prozent ist der Verbrauch von Verpackungsmaterial wie Geschenkpapier, Geschenktüten und Verzierungsmaterial wie Aufkleber, Glitzer, Schleifen etc. an Weihnachten besonders hoch.

Recycling und Papieraufbereitung des Verpackungsmülls

Um neue Papiererzeugnisse zu ermöglichen, werden Kunststoff-oder Aluminiumanteile von Papierfasern entfernt und Druckfarbenentfernung, auch Deinking genannt, betrieben, was ein kostenintensiver Ablauf ist, der Ressourcen wie Wasser und Energie benötigt. Ebenfalls findet in diesem Prozess das sogenannte Pulper statt, bei dem Faserbrei, entstehend aus aufgelöstem Papier in ihre Fasern, es möglich macht, aus ihm neue Papiere herzustellen. Nach sechs Durchgängen sind diese Papierfasern zu kurz und werden als Papierschlamm entsorgt, da dieser nicht mehr weiter verwertet werden kann. Je komplexer diese Verarbeitung sowie Aufbereitung der Geschenkpapiere, desto beschwerlicher ist die Papieraufbereitung. Bei foliertem Papier, das im gelben Sack recycelbar und somit wiederverwertbar ist, gibt es ein verschlechtertes Auflösen der Fasern, wodurch sie in die Reststoffe kommen und energetisch verwertet werden.

Was sind Kryptonit-Menschen? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Kryptonit-Mensch ist ein Mensch, von dem jemand über eine lange Zeit nicht loskommt. Für einen Kryptonit-Menschen kann man über Jahre Schwärmen und Gefühle haben. Dabei ist die Beziehung zu diesem Kryptonit-Menschen einseitig. Es kann sein, dass es sich bei dem Kryptonit-Menschen um einen lang verflossenen Beziehungspartner handelt. Wer einem Kryptonit-Menschen verfallen ist, der braucht diesen nicht einmal näher kennen. Es kann sein, dass zu dem Kryptonit-Menschen keinerlei persönlicher Kontakt besteht. Gedanken, Sehnsüchte und die Beschäftigung mit dem Kryptonit-Menschen halten trotzdem an. Für jemanden, die sich an einen Kryptonit-Menschen gebunden fühlen, bedeutet dies meist ein Gefühlschaos.

Was sind Kryptonit-Menschen? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die unerwiderte Liebe zu dem Kryptonit-Menschen kann trotz neuer Liebesbeziehungen bestehen bleiben. Sie scheint sich nicht durch einen realen Partner oder eine Partnerin ersetzen zu lassen. Auch aus diesem Grund hat ein Kryptonit-Mensch etwas Gefährliches: Wer einem Kryptonit-Menschen verfallen ist, der würde die aktuelle Partnerschaft für diesen vielleicht auch beenden. Meistens ist der Ausdruck Kryptonit-Mensch eher negativ besetzt. Oft wird vom Kryptonit-Menschen als ‚Wunde‘ gesprochen. Einen Kryptonit-Menschen zu haben, kann auch destruktive Züge tragen: Für Manche ist der Kryptonit-Mensch ein Mensch, der in der Vergangenheit Schaden angerichtet hat. Eine Beziehung mit ihm war mitunter von vielen Verletzungen geprägt.

Der Begriff Kryptonit-Mensch steht dabei ganz wirklich für eine Verletzbarkeit oder zumindest eine Schwäche. Er ist eine Art Metapher, die ihr Vorbild in der Comic-Kultur hat. Der DC-Superheld Superman ist unverletzbar. Sein einziger Schwachpunkt ist das Kryptonit. Es setzt eine Strahlung frei, die schlimmstenfalls zu Supermans Tod führen könnte. Die Zuneigung zu einem Kryptonit-Menschen kann dramatische Auswirkungen zeigen. Im wirklichen Leben muss sie es allerdings nicht zwangsläufig. Neben der destruktiven Fixation auf den Kryptonit-Menschen gibt es mildere Verläufe. Sehr viele Menschen haben einen großen Schwarm oder eine große Liebe, die sie lange nicht vergessen. Erst die übermäßige Beschäftigung mit dem Kryptonit-Menschen führt zu emotionalen Leiden.

Häufige Erwähnung des Kryptonit-Menschen im Internet

Bei dem Ausdruck ‚Kryptonit-Mensch‘ handelt es sich um keinen psychologischen Fachbegriff. Er wird hauptsächlich im Internet verwendet. Entsprechend existieren sehr viele Deutungen und Erklärungen dieses Phänomens. In vielen Onlineseitenartikeln findet eine Erläuterung vor psychologischem Hintergrund statt. Es gibt Experten, Coaches oder Therapeuten, die eine psychologische Theorie für den Kryptonit-Menschen heranziehen. Die Ansätze dafür sind dort wiederum unterschiedlich. Der Kryptonit-Mensch sei zum Beispiel eine Folge einer frühkindlich gestörten Bindung. Oder: Es handle sich beim Kryptonit-Menschen um eine Idealisierung und Projektion. Allen diesen Artikeln gemein ist meist ein Ratschlag. Zum Beispiel: Dem Kryptonit-Menschen muss man sich stellen und verstehen warum man ihn nicht loslassen kann.

Andere Ratschläge im Internet geben praktische Tipps dafür, einen Kryptonit-Menschen zu vergessen. Es finden sich auch vielzählige Erfahrungsberichte von Menschen, die einen Kryptonit-Menschen kennen. Ebenso wird das Thema Kryptonit-Mensch in Foren in sozialen Netzwerken thematisiert.

Kryptonit-Mensch – Definition: Wo der Begriff herkommt ist unklar

Der Begriff Kryptonit-Mensch ist zweifelsohne populär. Auch viele große Onlinezeitungen oder Medienonlineportale haben Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.

Dabei lässt sich schwer feststellen, wie der Begriff Kryptonit-Mensch entstanden ist. Es gibt keine Rückschlüsse darauf, wer den Ausdruck geprägt hat oder seit wie vielen Jahren er im Umlauf ist. Ein Magazinartikel erwähnt ihn bereits im Jahr 2015.

Was ist Doublespeak? Bedeutung, Definition, Erklärung


Doublespeak, im Deutschen „Doppelzüngigkeit“, ist eine Sprache mit doppeldeutigen Begriffen, die zum Zweck der Verschleierung eingesetzt werden. Ein bekannter Fall ist die Verwendung von Euphemismen (Beschönigungen) für eigentlich negative Vorgänge, beispielsweise die Begriffe „Servicing the Target“, womit eine Bombardierung gemeint ist, und „Downsizing“ für Entlassungen.

Welchen Zweck hat Doublespeak? Erklärung

Wenn Doublespeak euphemistisch daherkommt, was sehr häufig Fall ist, soll es die unangenehme bis brutale Wahrheit verschleiern. In anderen Fällen nutzt Doppelzüngigkeit Mehrdeutigkeiten der Sprache absichtlich aus oder kehrt sogar ihre Bedeutung um. Am häufigsten ist Doublespeak in der Politik bzw. in Organisationen mit einem politischen Umfeld (Unternehmen, große Vereine) anzutreffen.

Begriffsherkunft Doublespeak

Die einschlägigen Begriffe gibt es in allen Sprachen schon länger, doch im angloamerikanischen Sprachraum erreichte das Wort Doublespeak durch den Roman „1984“ von George Orwell eine größere Prominenz, obgleich Orwell es gar nicht verwendet. Bei ihm heißen die Begrifflichkeiten Newspeak und Doublethink (Neusprech und Doppeldenken), auch Doubletalk kommt vor. Kenner von Orwells Intentionen konnten seine Begrifflichkeiten, die er zugunsten eines düsteren Zukunftsszenarios verwendete, schnell mit Doublespeak assoziierten.

Der Roman „1984“ ist ein Science-Fiction-Roman, den Orwell 1946 unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges und des Einflusses von Faschismus und Stalinismus auf die großen Gesellschaften in Europa und Asien geschrieben hatte. Viele Ereignisse im Buch und das Handeln der Protagonisten lässt vor allem an den Stalinismus denken. In den Diktaturen des 20. Jahrhunderts war Doublespeak sozusagen überlebensnotwendig, doch es war auch ein Mittel der Unterdrückung.

Orwell griff das Thema in den späten 1940er-Jahren auch in Essays auf. Immer wieder stellte er fest, wie sehr politische Sprache die Realität verzerren und verschleiern kann. Damit gilt Orwells Beschreibung von politischer Sprache als wichtigste zeitgenössische Definition von Doublespeak. Andere Schriftsteller folgten seiner Auffassung, dass das politische Reden nur dazu diene, unhaltbare Zustände zu verteidigen, wozu es viele Euphemismen und trübe Unbestimmtheit verwende. Unaufrichtigkeit, so Orwell, habe inzwischen die klare Sprache fast gänzlich ersetzt. Sein Schriftstellerkollege Edward S. Herman beschreibt wesentliche Hauptmerkmale von Doublespeak in seinem Buch „Beyond Hypocrisy“:

  • wissentliche und unwissentliche Verbreitung von Lügen
  • die tiefe innere Überzeugung, mit Unwahrheiten stets besser dazustehen als mit der ungeschminkten Wahrheit
  • selektive Darstellung von Fakten
  • Kommunikation im Sinne einer ganz bestimmten Agenda
  • Ausblendung und Unterdrückung von Fakten, die nicht zu dieser Agenda passen

Funktionsweise von Doublespeak

Die beiden Wissenschaftler Noam Chomsky und Edward S. Herman belegen in ihrer Publikation „Manufacturing Consent: Political Economy of Mass Media“, wie sehr Doublespeak im Orwellschen Sinne zum wichtigsten Bestandteil einer manipulierten Sprache in den Massenmedien wurde. Voraussetzung dafür sei eine Dichotomisierung der Medienpropaganda gewesen, die also stets komplementäre Begriffe gegenüberstelle (Wesen der Dichotomie) und damit eine Doppelmoral kommuniziere, die inzwischen selbst in den Nachrichten tief verankert sei.

Als Beispiel nennen Chomsky und Herman unter anderem die Darstellung, dass Bedürftige die Sozialhilfe, mithin die Almosen des Staates, gern ausnutzen und sich damit verhätscheln lassen. In Deutschland gibt es hierfür den Begriff der sozialen Hängematte. Jedoch würden die Medien, so die beiden Wissenschaftler, praktisch nie in derselben Weise sinnlose staatliche Subventionen für die Industrie oder auch überbordende Militärausgaben anprangern, obgleich doch das Grundprinzip dasselbe sei: Der Staat verhätschele mit diesen Geldern Organisationen, die eigentlich leistungsfähig genug sein sollten, um ohne diese Hilfe zurechtzukommen.

Doublespeak in der Werbung

Werbetreibende nutzen Doublespeak, um kommerzielle Absichten zu verschleiern. Es herrscht bei Verbrauchern ein verbreitetes Unbehagen gegen Werbebotschaften, weshalb der Doublespeak von Werbetreibenden häufig als bloße Information daherkommt. Ein Beispiel ist die ausführliche Darstellung der Features von Geräten, die Begeisterung erzeugen sollen, wie eine nüchterne technische Beschreibung wirken, in Wahrheit aber die untergründige Botschaft enthalten: Kauf mich, ich bin so toll!

Der französische Sprachwissenschaftler Jacques Ellul erkennt darin die Intention, nicht in Wahrheit Informationen zu verbreiten und auch neue Meinungen durch kritische Auseinandersetzung zu schaffen, sondern möglichste Konformität beim Handeln der Verbraucher zu erreichen: Was so viele Features (Eigenschaften) hat, muss gut sein, das kaufe ich. Ellul belegt seine These mit der Arzneimittelwerbung. Er konnte nachweisen, dass zunehmender Doublespeak bei der Werbung für Aspirin (Darstellung der Wirkungsweise anstelle der vorherigen Darstellung der bloßen Vorteile) zu einem Nachfrage- und Produktionsanstieg für dieses Mittel von ~50 % zwischen 1960 und 1970 geführt hatte.

Parodien mithilfe von Doublespeak

In der Satire kann Doublespeak die Absichten von Politikern ironisch parodieren, wenn sich diese des Mittels der Verschleierung bedienen. Ein früher Schriftsteller, der dieses Mittel einsetzte, war Oscar Wilde. Auch die US-Fernsehserie „Yes Minister“ wandte dieses Mittel der Überhöhung an, das der Medienwissenschaftler Hugh Rank genauer untersuchte. Seiner Meinung nach haben die Satiriker recht genau nachgezeichnet, wie Politiker mithilfe von Doublespeak Diskussionen unterbinden und stattdessen kohärentes Denken forcieren. Sie verwenden dabei die Mittel der Assoziation und Wiederholung, welche die Satiriker so sehr überhöhen, dass der Doublespeak erkennbar wird. Auch das Herunterspielen sei bedeutsam: Immer wieder würden politische Redner Teilaspekte verharmlosen, so Rank. Dies stellten die ironischen Komödien sehr gut nach.

Doublespeak Award

Dieser Preis macht als ironische Hommage den besonders starken Doublespeak von öffentlichen Rednern deutlich. Herausgeber ist seit 1974 der NCTE (National Council of-Teachers of English). Den Preis erhalten Redner (vorrangig Politiker), deren Sprache der NCTE als

  • grob trügerisch,
  • euphemistisch,
  • ausweichend,
  • verwirrend und/oder
  • egozentrisch

identifiziert. Das US-Verteidigungsministerium bekam den Doublespeak Award 1991, 1993 und 2001. 1991 ging es um Euphemismen im Irak-Krieg, darunter Servicing the Target und auch Force Packages für Kampfflugzeuge. Politiker wurden mehrfach für Formulierungen wie „schwierige Arbeitsbeziehungen“ (Euphemismus für Streik) und „signifikanter Rückgang der Gesamtproduktion“ (für Rezession) mit dem Preis bedacht.

Der NCTE wurde 1971 im Zuge des Watergate-Skandals gegründet, der die Skepsis gegenüber den Aussagen von Politikern drastisch erhöht hatte. Die wichtigsten Anliegen des NCTE sind, einen unehrlichen Sprachgebrauch in der Werbung zu untersuchen und Kinder durch Schulung auf das Erkennen von Doublespeak vorzubereiten sowie den politischen Doublespeak zu identfizieren und seine Folgen für die öffentliche Ordnung darzustellen. Die Sensibilität für Doublespeak bzw. eine ehrliche Sprache soll damit steigen. Semantische Verzerrungen durch politische Kommentatoren, Amtsträger und Kandidaten für politische Ämter will der NCTE konsequent aufdecken.

Was ist die Bestpreisklausel? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Bestpreisklausel ist eine Klausel, die bei Vertragsabschluss mit einem Vertragspartner den Vertragspartner dazu verpflichtet anderen Wettbewerbern keine besseren Preise oder Konditionen anzubieten. Sie sind Bestandteil des Wettbewerbsrechts. Der Begriff geht auf die Meistbegünstigungsklausel (ebenfalls als eine vertragliche Vereinbarung zu verstehen) zurück, welche Vertragspartner dazu verpflichtet, dass Dritte angebotene Dienstleistungen nicht zu besseren Konditionen erhalten dürfen, als die im Vertrag berücksichtigten Vertragspartner.

Wie funktionieren Bestpreisklauseln? Erklärung

Aufgrund der Möglichkeit die verschiedene Dienstleistungen des Marktes bei unterschiedlichen Anbietern zum Beispiel im Internet auf eigens dafür vorgesehenen Vergleichsportalen miteinander zu vergleichen, geraten die Anbieter von Dienstleistungen zunehmend in einen wirtschaftlichen Druck, der vor allem in der zunehmenden Digitalisierung begründet liegt. Da es potentielle Kunden aufgrund der vorhandenen Vermittlungs- und Vergleichsportale leicht haben den für ihre Dienstleistung günstigsten Preis zu finden, gehen viele Unternehmen dazu über bei Vertragsabschluss mit ihren Vertragspartner die Bestpreisklausel anzuwenden. Damit räumen sie die Möglichkeit aus, dass zukünftige Kunden ihre Dienstleistung auf einem anderen Portal zu einem günstigeren Preis finden. Davon versprechen sich Unternehmen, einem Preisvergleich vorzubeugen und die Kunden dazu zu bewegen eine Kaufentscheidung zu Gunsten ihrer angebotenen Dienstleistung (aufgrund der auf dem Markt günstigsten) zu treffen.

Wo findet die Bestpreisklausel häufig Anwendung?

Durch die Preistransparenz von Dienstleistungen über den Internetvertrieb, sowie die Vergleichbarkeit von Leistungen unterschiedlicher Anbieter auf den dafür vorgesehenen Preisvergleichsportalen, kommen Bestkreisklauseln häufig im Kontext der Vermarktung von Dienstleistungen über den Internetvertrieb zum Einsatz.

Besonders häufig finden Bestpreisklauseln ihre Anwendung im Rahmen von Hotelbuchungen: Hotelanbieter stellen ihre verfügbaren Zimmer meist auf mehreren Buchungsportalen ein, um so ein möglichst breites Spektrum an potentiellen Kunden zu erreichen. Um das Abgreifen günstigerer Preise bei anderen Anbietern zu verhindern, nehmen die Buchungsplattformen häufig die Bestpreisklausel als Vertragsbestandteil in ihre Verträge mit den Hotelketten auf. Dies soll ein gewisses Preismonopol erzeugen und dafür sorgen, dass Kunden die eigenen Angebote buchen.

Warum ist der Einsatz von Bestpreisklauseln bedenklich?

Wirtschaftlich ist der Einsatz sogenannter Bestpreisklauseln bereits seit einigen Jahren in Verruf und wird als äußerst bedenklich bewertet. Dies liegt vor allem darin begründet, dass der Einsatz dieser Klauseln den Markt und das Wettbewerbsgeschehen negativ verändert: Der Wettbewerb der Dienstleister wird auf diese Weise verändert – und wenn man Fachmeinungen glaubt – sogar in seiner Ausgestaltung beschränkt.
Aus diesem Grund sind bereits einige EU-Länder wie Frankreich, Österreich, Belgien und Italien dazu übergegangen die Anwendung von Bestpreisklauseln per Regulierung (außerhalb des Kartellrechts) gesetzlich verboten. Neben der Tatsache, dass der Wettbewerb zwischen Dienstleistungsanbietern verfälscht wird, leidet auch der Verbraucher: Durch den ausbleibenden Wettbewerb der Anbieter untereinander werden die Chancen auf Schnäppchenangebote für den Endverbraucher zunehmend geringer.

Was ist der Unterschied zwischen weiten und engen Bestpreisklauseln?

Bei Bestpreisklauseln wird zwischen engen und weiten Bestpreisklauseln unterschieden. Bei den weiten Bestpreisklauseln wird der Vertragspartner vertraglich gezwungen den besten Preis nicht an Dritte weiter zu geben und auch nicht für seinen eigenen Vertrieb (im Fall der Vermietung von Hotelzimmern) zu unterbieten, sondern nur für die im Vertrag beteiligte Parteien (im Beispiel von Hotelbuchungen das Buchungsportal) zur Verfügung zu stellen.

Enge Bestpreisklauseln hingegen sehen vor, dass Anbieter (im obigen Beispiel das Hotel)ihre Dienstleistungen auf keiner anderen Plattform oder dem eigenen Onlinevertrieb günstiger bewerben dürfen, als zu dem mit dem Vertragspartner vereinbarten Bestpreis. Diese Klausel erlaubt, im Gegensatz zur weiten Bestpreisklausel, dem Dienstleister jedoch günstigere Preise anzubieten, unter der Bedingung, dass hierfür online keine Werbung betrieben wird. (Am Beispiel des Hotels wäre also ein telefonischer Vertrieb von Hotelzimmern zu einem günstigeren Preis als auf der Plattform möglich, ebenso das Angebot eines günstigeren Preises auf einem anderen Buchungsportal – jedoch unter der Voraussetzung, dass dies online nicht beworben wird.).

Was ist Skin Positivity? Bedeutung, Definition, Erklärung


Skin Positivity übersetzen wir im Deutschen am ehestem mit „sich in seiner Haut wohlfühlen“. Das nehmen die Anhänger*innen der Bewegung Skin Positivity durchaus wörtlich, denen es darum geht, die echte eigene Haut so zu akzeptieren, wie sie ist – auch mit ihren kleinen Unzulänglichkeiten.

Was ist Skin Positivity? Bedeutung, Definition, Erklärung

Skin Positivity sorgt mit ihrem neuen Ansatz auf sozialen Medien (bevorzugt Instagram) seit 2015 für sehr viel Aufmerksamkeit. Diese Bewegung verändert unsere Haltung zur Haut: Wir sollen sie lieben, wie sie halt ist, mit all ihren Poren, Pigmentflecken und Mitessern bis hin zur Akne. In einer Zeit, in der sich viele Menschen ihre Bilder auf Instagram & Co. mit Photoshop verschönern, scheint diese Haltung sehr wichtig zu sein.

Wie ist Skin Positivity entstanden?

Es ist quasi eine Gegenbewegung zum Versprechen der Kosmetikindustrie, dass jedermann (vor allem jede Frau) die eigene Haut mit Pflegeprodukten maklellos rein gestalten kann. Unterfüttert wird diese Behauptung mit Bildern von (fast ausschließlich) Frauen mit makellos reinem Teint. Die Bilder verbreiten die Botschaft, dass uns Anti-Aging-Cremes, straffende Behandlungen und ausufernde Pflegeroutinen das perfekte Hautbild verschaffen können. Das stimmt allerdings nicht ganz, wie kosmetikerfahrene Damen nur allzu gut wissen.

Im Jahr 2015 schließlich setzten erste Anhänger*innen von Skin Positivity mit mehreren Videos entsprechende Statements ab, die aussagten: Gehen wir doch ehrlicher mit unserer Haut und ihren Problemen um! Der Name Skin Positivity war rasch gefunden, er trendete unter dem Hashtag #skinpositivity. Vergleichbare Hashtags sind #acnepositivity und #freethepimple. Darunter posten täglich viele Tausend Menschen Make-up-freie Selfies, die vor allem fototechnisch nicht bearbeitet wurden. Vertreter*innen der Bewegung sind auch viele Prominente, darunter Justin Bieber, Kendall Jenner und Brie Larson.

Skin Positivity für ein Mehr an Akzeptanz, Realität und Selbstliebe

Die neue Bewegung soll die Selbstakzeptanz stärken, indem sie zu einem realistischeren Selbstbild führt. Natürlich bedeutet Skin Positivity aber nicht, dass eine echte Hautkrankheit wie Akne nun zum modischen Accessoire wird. Jedoch sollten sich niemand mehr dafür schämen. Immerhin ist von den übermäßig großen Mitessern zumindest in der Pubertät praktisch jeder Mensch betroffen. In späteren Lebensphasen können sie durch Umweltbelastungen ausbrechen, die der Haut zusetzen, aber auch die Ernährung und nicht zuletzt Stress spielen eine Rolle. Es gibt allerdings viele Selbstdarsteller in den sozialen Medien, die wegen der unschönen Pickel geradezu zwanghaft Make-up verwenden und sich hinter digitalen Filtern verstecken. Es ist prinzipiell nichts gegen eine Pflege der Haut zu sagen, doch sie sollte gesund erfolgen, was manchmal eine Beratung erfordert. Diesen Ansatz verfolgen inzwischen einige Start-ups wie beispielsweise formelskin.de: Sie bieten die Behandlung der Hautprobleme mit medizinischen Wirkstoffen an und beraten gleichzeitig die Kund*innen sehr persönlich, um realistische Ziele für das eigene Hautbild zu kommunizieren und vor allem die Liebe zur eigenen Haut zu wecken, so unzulänglich diese momentan auch erscheinen mag.

Was sagen Fachleute zu Skin Positivity?

Die britische Dermatologin Dr. Anjali sagte gegenüber dem Independent, dass Skin Positivity die Selbstsicherheit und Selbstliebe fördern, Stigma und Scham hingegen reduzieren solle, wenn Menschen von sichtbaren Hautproblemen wie Akne, Leberflecken oder Narben betroffen seien. Auch sei Skin Positivity mit der schon deutlich längeren Kampagne der Body Positivity verwandt, die schon vor über zwei Jahrzehnten entstand und vor allem das öffentlich verbreitete Bild von scheinbaren Modelmaßen anprangerte, das zur Magersucht bei jungen Frauen führte – im Extremfall mit tödlichem Ausgang. Auch Skin Positivity ist eine sehr mahnende und warnende Stimme, auch wenn Todesfälle durch Überschminken noch nicht bekannt wurden. Auf jeden Fall sollen die negativen Gefühle von Betroffenen und die gesellschaftlichen Vorurteile zum Thema unreine Haut verschwinden.

Skin Positivity und die Beauty-Industrie

Die Bewegung hat ihren Nischenstatus inzwischen verlassen und wirkt auf die Kosmetikindustrie ein. Große Marken wie Glossier, MAC und Augustinus Bader zeigen seit einiger Zeit Models mit unretuschiertem Hautbild, die manchmal auch ganz normale Hautprobleme wie Akne oder Hyperpigmentierung haben. Allerdings gehen die Konzerne mit dieser Art von Werbung durchaus dezent um: Sie überbetonen die teilweise negative Ästhetik keinesfalls, sondern zitieren sie höchstens als Referenz an den Trend zur Skin Positivity. Letzten Endes wollen wir alle in der Werbung immer noch schöne Models sehen, um ihnen nachzueifern. Wie jede Bewegung schwächt sich auch Skin Positivity etwas ab bzw. verlässt extreme Haltungen, wenn sie in den Mainstream übergeht.

Skin Positivity und Skin Neutrality

Skin Positivity hat einen weiteren Trend angestoßen, der aber einen leicht veränderten Fokus zeigt: Skin Neutrality will, dass wir unsere Haut nicht zu sehr beachten sollten. Sie gehört zu uns, sie braucht manchmal Pflege, das ist ok, aber weitere Gedanken verdient sie kaum, wenn sie nicht gerade extrem krank ist. Rechtfertigen brauchen wir uns schon gar nicht dafür. Dies ist eine Haltung, die eher Männer einnehmen und mit der Frauen leichte Probleme haben. Skin Neutrality behauptet aber, dass ihnen diese Probleme von der Beauty-Industrie eingeredet werden. Das darf man natürlich hinterfragen. Letzten Endes reagiert die Beauty-Industrie auch nur auf einen ursprünglichen Bedarf. Natürlich besteht immer die Gefahr, dass sie diesen Bedarf durch ihre Werbepropaganda (wie jede andere Industrie auch) künstlich verstärkt. Dagegen richtet sich Skin Neutrality naturgemäß vor allem. Wir sollen keine Sklavinnen der Schönheitsindustrie mehr sein.

Wie lässt sich Skin Positivity in den eigenen Alltag integrieren?

Es ist nicht unbedingt leicht, einem gewachsenen ästhetischen Schönheitsideal auszuweichen – vor allem dann nicht, wenn die eigene Haut beispielsweise durch den zeitweiligen Hormonüberschuss zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr wirklich nicht ganz makellos ist. Daher empfehlen Expert*innen kleine Schritte wie ein bis zwei Tage pro Woche ohne Make-up, einige Selfies auf Instagram ganz ohne Filter und gelegentlich Videocalls ohne vorherige Schminke. Mädchen und jungen Frauen hilft auch das Gespräch mit Freundinnen, die alle dieselben Probleme haben. Wichtig ist es, den Einfluss der sozialen Medien auf unser Selbstbild zu erkennen, der inzwischen prekärer als der der Werbeindustrie ausfallen kann. Es gilt daher, auch beim Anschauen von Bildern und Videos anderer (vermeintlich sehr schöner) Menschen immer daran zu denken, dass diese möglicherweise mit etlichen Tricks gearbeitet haben, um so unverschämt gut auszusehen. Sollte sich jemand durch die Reizüberflutung mit solchen Bildern sehr genervt fühlen, hilft die generelle Reduktion des Social-Media-Konsums auch durch Entfolgen und Blocken von Teilnehmer*innen. Andererseits lassen sich neue Freund*innen finden, die inzwischen selbst Skin Positivity praktizieren und eine eigene Community aufgebaut haben. Unter anderem wäre die Instagramseite @freethepimple ein Anlaufpunkt.

Was ist Skinimalismus? Bedeutung, Definition, Erklärung


In Anlehnung an die Kunstrichtung des Minimalismus versteht man unter dem Begriff des Skinimalismus eine Rückbesinnung auf die Formel „Weniger ist mehr!“ wenn es um die Behandlung der eigenen Haut mit Pflegeprodukten oder Kosmetika geht. Die Konzentration auf das Wesentliche steht dabei im Fokus. Ein Rückgriff auf Pflege oder Kosmetikprodukte soll nur in sehr begrenztem und für die Hautpflege sinnvollen Rahmen erfolgen. Die Auswahl der Pflegeprodukte soll dabei bewusst getroffen und an den eigenen Bedürfnissen ausgerichtet werden.

Wie ist der Begriff des Skinimalismus entstanden? Ursprung, Erklärung

Entwickelt hat sich der Begriff Skinimalismus auf der Social Media Plattform Pinterest Anfang des Jahres 2021. Die Plattform hat den Begriff zu Beginn des Jahres als Trend freigegeben. Zu verdanken war diese Entwicklung den vermehrten Suchanfragen zu den Themen „natürliches Make-up“ oder/und „strahlende Haut auf natürliche Weise“. Auch auf anderen Plattformen waren eben diese Steigerungen der Suchanfragen (zum Teil um 400 Prozent) zu vernehmen. Auf Instagram haben sich daraus Hashtags wie Skinimalism, Bodypositivity und Skinimalism durchgesetzt.

Worum geht es beim Skinimalismus?

Die Bewegung des Skinimalismus ruft dazu auf, die eigene Haut so zu präsentieren, wie sie tatsächlich ist. Die Optik soll nicht durch die Behandlung mit Pflege- oder Makeupprodukten verfälscht werden. Es geht dabei darum aufzuzeigen, dass echt Haut Makel und Unreinheiten aufweist und nicht perfekt ist: Also, ein Aufruf zu mehr Natürlichkeit in der Realtiät, und ein Aufruf zu mehr Selbstliebe. Hersteller von Pflegeprodukten und Kosmetika haben in ihrem Kampagnen und bei Social Media Plattformen häufig ein völlig verzerrtes Bild einer normalen Haut dargestellt. Fakt ist jedoch: Keine Haut ist perfekt, jede verfügt über Pickel, unregelmäßige Pigmentierungen oder Unreinheiten. Der Skinimalismus versteht sich hier als eine Art Gegenbewegung neben Aufklärungsarbeit dafür sorgen, das der Mensch so akzeptiert wie er ist und versteht, dass Natürlichkeit die wahre Schönheit ist.

Wie wird man zum Skinimalist?

Der Begriff des Skinimalismus setzt sich aus zwei Wortstämmen zusammen: Skin und Minimalismus. Gemeint ist damit die Rückbesinnung auf ein Minimum an Pflegeprodukten für die Haut, die diese tatsächlich benötigt. Die Pflegeroutinen sollen dabei so durchdacht sein, dass sie die Aspekte der Nachhaltigkeit und Clean Beauty (Pflegeprodukte von Herstellern, die ohne Tierversuche und vegan produzieren) berücksichtigen. Der Trend kommt aus Korea und vertritt die Grundidee Zeit, Geld und Mühe zu sparen und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Bei der Anwendung von Makeupprodukten ist es durchaus erwünscht, dass die ursprüngliche Haut mit ihren Unreinheiten erkennbar bleibt.

Bei der Entscheidung sich diesem Trend anzuschließen kann dabei beispielsweise wie folgt vorgegangen werden: Da die Haut nur drei Aspekte im Hinblick auf Pflege benötigt (reinigen, pflegen, schützen), sollte man seine eigenen Pflegeroutinen genau unter die Lupe nehmen und beleuchten, welche der verwendeten Produkte tatsächlich nötig und welche eher als Bonus zu sehen sind. In diesem Kontext könnte man sich bewusst vor Augen führen, dass es nicht zwangsläufig nötig ist bei Pflegeprodukten für Tag und Nacht Unterscheidungen zu treffen. In einem zweiten Schritt sollten die Pflegeprodukte unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und der Produktion untersucht werden. Hierbei können fragen wie „Wo wird das Produkt produziert?“, „Unter welchen Bedingungen wird produziert?“, „Welche Inhaltsstoffe enthalten meine Pflegeprodukte?“, oder „Erfolgt die Produktion ohne Versuche an Tieren?“ hilfreich sein. Da der Trend auch bei den Herstellern wieder mehr zur Rückbesinnung auf basale Kosmetikbestandteile geht, finden sich entsprechende Anbieter schnell.

Fazit: Was ist Skinimalismus? Bedeutung, Definition, Erklärung

Erste Studien haben bereits gezeigt, dass sich die Bewegung des Skinimalimus zunehmend ausbreitet und für ein wachsendes Publikum interessant ist. Die minimale Hautpflege und dezente Schminkroutinen erfreuen sich zunehmend mehr Beliebtheit. Neben Aspekten wie Nachhaltigkeit, sowie Clean Beauty Aufrufen scheinen plötzlich auch Themen wie die Reduktion von Verpackungsmüll und Plastikkonsum eine Rolle zu spielen.

Was ist Queer Coding? Bedeutung, Definition, Erklärung


Im Laufe der Film- und Fernsehgeschichte haben viele der Antagonisten in Animationsfilmen stereotype Eigenschaften und Klischees im Zusammenhang mit der LGBTQ-Bewegung gezeigt. Ist Ihnen das schon einmal aufgefallen? Doch worauf bezieht sich der Begriff „Queer Coding“?

Was ist Queer Coding? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wenn wir von „Queer Coding“ sprechen, beziehen wir uns auf eine Reihe von Merkmalen, Verhaltensweisen und Elementen, die dem Zuschauer suggerieren, dass eine fiktive Figur queer sein könnte, auch wenn ihre geschlechtliche Orientierung unklar bleibt und in der Geschichte nie als Konflikt angesprochen wird.

Diese Tendenz wird in der Regel anhand einer Reihe von Verhaltensweisen bestimmt, die mit klischeehaften Elementen der LGBTQ-Bewegung in Verbindung gebracht und antagonistischen Charakteren zugeschrieben werden, und zwar in Abhängigkeit von den Gegensätzen zwischen den Idealen des Normalen und Traditionellen und dem Transgressiven und Unbekannten.

Weibliche Zärtlichkeiten und melodramatisches Verhalten bei männlichen Figuren, wie beispielsweise bei Scar in „Der König der Löwen“ (1994), Jafar in „Aladdin“ (1992) und Hades in „Hercules“ (1997) und die Einbeziehung von Kostümen und Make-up, die auf die Drag Queen-Kultur anspielen, wie im Fall von Ursula aus „Arielle“, deren Ästhetik und Persönlichkeit auf der Drag-Ikone Divine basiert, sind nur einige der naheliegendsten Beispiele dafür, wie die Queer-Codierung als Folge dessen konzipiert wurde, was im Kino als „traditionell“ für die Konstruktion bestimmter Arten von Charakteren angesehen wurde.

Auch zahlreiche Beispiele abseits der Disney-Industrie sind bei Damien (Daniel Franzese) in Mean Girls (2004) oder Christian (Justin Walker) in Clueless (1995) zu finden; weiter „Der verliebte Handlanger“, bei dem ein sichtlich schwächerer, sogar verweichlichter Mann der Handlanger eines hypermaskulinen Charakters, in der Regel eines Bösewichts, ist und seine Eigenschaften dazu verwendet werden, die des anderen männlichen Charakters zu kontrastieren und hervorzuheben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Figur des Le Fou mit Gaston aus „Die Schöne und das Biest“, sowohl im Zeichentrickfilm (1991) als auch in der Realverfilmung (2017), oder Mr. Smithers mit Mr. Burns in Die Simpsons.

Wie konkret stellt sich Queer Coding dar?

Unabhängig davon, ob diese Merkmale absichtlich oder aus Versehen in den Film geschrieben wurden, ist es so, dass männliche Bösewichte oft in dünneren, schärferen, ungesunden Formen dargestellt werden, die oft mit sichtbarem Make-up betont und lächerlich gemacht werden, während weibliche Antagonisten oft eine korrumpierte und veränderte Version der Rolle der Frau in der Gesellschaft darstellen, in der der Film spielt.

Folgende Beispiele unterstreichen diese These: Maleficent in „Dornröschen“ (1959), Mutter Gothel in „Tangled“ (2010) und sogar Ursula in „Die kleine Meerjungfrau“ (1989), die als weibliche Figur das komplette Gegenteil der weiblichen, verletzlichen, unschuldigen und jungfräulichen Arielle darstellt.

Die Einstufung einer Figur als queer macht sie jedoch nicht unbedingt zu einem Teil der LGBTQ-Bewegung. Viele von ihnen sind offen cisgender und hetero. Doch die körperlichen und einstellungsbedingten Merkmale, unter denen sie erschaffen wurden, bringen sie aus stereotyper Sicht unbewusst mit den für das andere Geschlecht etablierten Eigenschaften in Verbindung. Somit also mit dem queeren Spektrum.

Die Definition von Queer Coding lautet: „Verwendung von Archetypen, Stereotypen, Merkmalen oder Verhaltensweisen, die typischerweise mit der LGBT+-Gemeinschaft assoziiert werden, für eine Figur, wobei impliziert wird, dass es sich um eine solche handelt, dies aber nie explizit gesagt wird“. Hierbei ist festzuhalten, dass, obwohl Queer Coding an sich neutral ist und bei der Darstellung der LGBT+-Gemeinschaft in den Medien von Vorteil sein kann, waren seine Verwendung im Laufe der Geschichte sowie die Archetypen und Stereotypen, zu denen es geführt hat, im Allgemeinen schädlich.

Was ist das Havanna Syndrom? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Havanna Syndrom bezeichnet eine Reihe von gesundheitlichen Beschwerden, die offiziell nicht als Krankheit gelten. Selbst Fachärzte sprechen vom Havanna Syndrom als eine mysteriöse Erscheinung, deren Ursache die Medizin bislang nicht auf den Grund kommen konnte. Die gesundheitlichen Beschwerden, die mit dem Havanna Syndrom in Verbindung gebracht werden, bestehen in erster Linie aus Kopfschmerzen und einer starken Form von Übelkeit. Beides tritt sehr plötzlich und in Kombination miteinander auf.

Woher die Bezeichnung des Havanna Syndroms kommt

Zum ersten Mal trat das Havanna Syndrom in der kubanischen Hauptstadt Havanna auf. Deshalb erhielt die beschriebene Art der gesundheitlichen Problematiken die Bezeichnung Havanna Syndrom. Betroffen vom Havanna Syndrom waren seinerzeit, im Jahre 2016, mehrere Diplomaten aus den USA, die in der amerikanischen Botschaft in Havanna arbeiteten. Später waren immer wieder Amerikaner, und auch Bürger anderer Nationalitäten, vom sogenannten Havanna Syndrom betroffen.

Es handelte sich dabei jeweils um Diplomaten oder deren Familienangehörigen. Wohnhaft waren diese Personen zum Zeitpunkt des Auftretens des Havanna Syndrom zunächst ausschließlich in Havanna. Betroffen waren unter anderem Bürger Kanadas, Russlands und Chinas. In späteren Zeiten wurden die Symptome des Havanna Syndroms auch bei Personen festgestellt, die sich in anderen Erdteilen aufhielten.

Die Symptome des Havanna Syndroms

Neben Kopfschmerzen und Übelkeit klagten die bislang vom Havanna Syndrom betroffenen Personen auch über Sehstörungen, Schwindel und Gedächtnislücken, bis hin zum Gedächtnisverlust. Bei einigen von ihnen traten zusätzlich Schlaflosigkeit und eine starke Antriebslosigkeit auf. In der Intensität waren die beschriebenen gesundheitlichen Probleme bei den betroffenen Einzelpersonen jeweils unterschiedlich, und werden von den konsultierten Ärzten als unspezifisch beschrieben. Gemeinsam haben die Gesundheitsprobleme jedoch, dass es sich um neurologische Einschränkungen handelt.

Personen, bei denen das Havanna Syndrom vermutet wurde, berichteten, dass sie vor dem Auftreten der Symptome laute Geräusche gehört hätten, die von allen als überaus unangenehm wahrgenommen wurden. Die Geräusche waren demnach nicht nur laut, sondern auch mit einer Art von Vibrationen verknüpft, deren Hintergrundgeräusche nur schwer aushaltbar gewesen sein sollen. Darüber hinaus klagten Menschen mit Havanna Syndrom auch über Kopf- und Ohrendruck. Beides ging jeweils mit den als belastend empfundenen Geräuschen und Vibrationen einher.

Was hinter dem Havanna Syndrom stecken könnte

Die Ursache des Havanna Syndroms gilt als so mysteriös wie umstritten. Bislang konnte keine treffende Analyse hinsichtlich möglicher Ursache für die Beschwerden, die durch das Havanna Syndrom hervorgerufen werden, getroffen werden. Dies gibt Anlass zu Spekulationen, denn medizinische Gründe für das Auftreten des Havanna Syndroms konnten von Ärzten nicht festgestellt werden.

Da das Havanna Syndrom zunächst nur bei Diplomaten aus den USA festgestellt wurde, sah die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika Anlass dazu anzunehmen, dass es sich womöglich nicht um ein gesundheitliches Problem, aber um einen gezielten Angriff auf die Diplomaten aus den USA handeln könnte. Die amerikanische Regierung vermutete einen Angriff im Rahmen einer verdeckten Operation, die durch einen gegnerischen Geheimdienst ausgeführt wurde, um das diplomatische Korps der USA dadurch zu schwächen und zu belasten.

Weiterhin nahmen die Amerikaner an, dass ihre Landsleute mit einer neuartigen Form von Mikrowellen-Waffen angegriffen wurden. Dies erklärten sie damit, dass diejenigen Personen, die vom Havanna Syndrom betroffen waren, alle von den gleichen Geräuschen, gepaart mit Vibrationen, berichtetet hatten. Die Theorie der USA hinsichtlich des Havanna Syndroms wird international jedoch stark angezweifelt. Einerseits spricht, laut Vertretern anderer Nationen, gegen die Theorie der Amerikaner, dass das Havanna Syndrom inzwischen in zahlreichen weiteren Ländern als Kuba aufgetreten ist.

Weiterhin wird argumentiert, dass das Havanna Syndrom in der Zwischenzeit selbst bei Personen auftrat, die sich zum Zeitpunkt des Auftretens im Weißen Haus in Washington befanden. Dies hinderte die US-Regierung unter Donald Trump allerdings nicht daran Kuba für das Havanna Syndrom verantwortlich zu machen. Laut Donald Trump sei es Aufgabe Kubas gewesen ausländische Diplomaten in Havanna vor jeglichen Angriffen zu schützen. Seiner Ansicht nach hätte der kubanische Staat dies nicht getan.

Im Juni 2021 schließlich trat das Havanna Syndrom in der österreichischen Hauptstadt Wien auf. Davon betroffen waren wiederum Angehörige der amerikanischen Botschaft. Im August 2021 zog das Havanna Syndrom noch weitere Kreise. Diesmal trat es in der amerikanischen Botschaft in der deutschen Hauptstadt Berlin auf. Mittlerweile sehen die Amerikaner nicht mehr Kuba als Angreifer. Hinter dem Havanna Syndrom vermuten sie nun Anschläge der Russen.