Was bedeutet Überbietungswettbewerb? Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei einem Überbietungswettbewerb bemühen sich zwei oder mehr Konkurrenten, durch immer bessere Angebote einen Vorteil zu erringen.

Überbietungswettbewerbe  sind bei Weitem nicht auf die Wirtschaft begrenzt. Gerade in der Demokratie gibt es häufig Zeichen von Überbietungswettbewerben bei politischen Entscheidungen. Politiker versuchen sich durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen oder Ankündigungen einen Vorteil für die nächste Wahl. Dabei werden negative Effekte kaum beachtet, was letztendlich auch für den Sieger den Nutzen des Wettbewerbs infrage stellen kann.

Was bedeutet Überbietungswettbewerb? Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Verb „überbieten“ kann positiv aber auch negativ besetzt sein. So kann es im Sport bedeuten, einen Rekord zu überbieten. Wenn jemand etwas besser kann als ein Konkurrent, überbietet er diesen. Außerdem können Angebote überboten werden. Dies passiert, bei Geboten zu öffentlichen Ausschreibungen oder bei Auktionen.

Eher negativ besetzt ist das Wort, wenn es im Zusammenhang einer Eskalation verwendet wird. Dies kann passieren, wenn Politik restriktive Entscheidungen trifft. Ein Beispiel wäre die Verschärfung von Sanktionen. Damit kann sich die Lage für eine bestimmte Personengruppe verschlechtern.

Das Wort „Überbietungswettbewerb“ findet man vor allem in der Wirtschaft und in der Politik. Es beschreibt eine Situation, bei der Wettbewerb oft über das Maß der Vernunft hinaus betrieben wird. Im Wettbewerb um den ersten Platz werden Angebote oder Lösungsverschläge unterbreitet, die vor allem den Konkurrenten ausstechen sollen. Die Auswirkungen werden oft nicht oder nur unzureichend beachtet. Dabei können die negativen Wirkungen den Anbieter selbst oder Unbeteiligte treffen.

Bedeutung: Überbietungswettbewerb in der Coronakrise

In der Coronakrise nutzten Politiker den Begriff häufig. Während der Lockerungen nach der ersten Pandemie-Welle mahnten Politiker immer wieder andere Kollegen vor einem Überbietungswettbewerb. Sehr häufig warnte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder davor. Ihm gingen die Lockerungen der Coronabeschränkungen in anderen Ländern zu schnell. Dabei kritisierte er besonders Nordrhein-Westfalen und damit den dortigen Ministerpräsidenten Armin Laschet, der sich Hoffnungen auf den CDU-Vorsitz macht. Politische Beobachter sahen darin Söders Versuch, sich in der Frage nach dem nächsten Bundeskanzlerkandidaten der Union zu profilieren. Söder begründete seine Kritik mit den verhältnismäßig hohen Infektionszahlen, die Nordrhein-Westfalen aufwies.

Einen Überbietungswettbewerb bei den Lockerungen warfen sich aber nicht nur Politiker vor. Auch Sozialverbände mahnten dazu maßzuhalten. So wurde Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow kritisiert, weil er Verbote komplett aufheben und stattdessen auf Empfehlungen setzen wollte. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste sah im Verzicht auf bindende Vorschriften eine Gefahr für besonders gefährdet Gruppen. Der Verband sah die Gefahr, dass diese Opfer politischen Kalküls werden.

Als im Herbst 2020 angesichts steigender Infektionszahlen wieder zusätzliche Beschränkungen eingeführt werden mussten, warnten verschiedene politische Lager vor einem „Überbeitungswettbewerb“. FDP-Stimmen fürchteten neuen Schaden für die Wirtschaft. Die AfD versuchte eine zunehmende Müdigkeit der Bevölkerung aufzugreifen, weiterhin die strengen Regeln zu befolgen. Selbst der SPD-Politiker und Epidemiologe Karl Lauterbach fand, dass die Landesregierungen mit Beherbergungsverboten über das Ziel hinausschossen. Diese Sicht teilten inzwischen einige Gerichte, die auch Sperrstunden wieder aufhoben.

Hier zeigt sich ein Problem eines Überbietungswettbewerbs. In der guten Absicht, die Sorgen der Bevölkerung des eigenen Landes ernstzunehmen und sie bestmöglich zu schützen, schossen einige Regierungen über das Ziel hinaus. Was in guter Absicht geschah, kann so schnell in einen Vertrauensverlust umschlagen, weil Grundrechtseingriffe willkürlich erscheinen. Weitere Überbietungswettbewerbe in der Politik sind im Wahlkampf zu beobachten, etwa wenn Parteien großzügige Sozialleistungen oder Steuersenkungen versprechen. Oft fallen diese dann mit Verweis auf die Haushaltszwänge kleiner aus, was der Glaubwürdigkeit in Politik und Demokratie schadet.

Überbietungswettbewerb: Der Einsatz des Begriffs zum Bremsen von Engagement

Ein Überbietungswettbewerb kann also recht schnell in ein unerwünschtes, negatives Ergebnis münden, weshalb der Begriff gern als Warnung genutzt wird. Dabei fällt auf, dass die Mahner oft jene sind, die selbst einen Nachteil aus den Plänen erwarten.

So kritisierte Harald Christ im Jahr 2019 die SPD für einen „Überbietungswettbewerb der Umverteilung“ und trat als SPD-Mittelstandsbeauftragter zurück. Arbeitgeberverbände warnen so vor allzu großen Versprechen in der Rentendebatte. Dies tat beispielsweise der damalige Präsident des Arbeitgeberverbandes, Dr. Dieter Hundt. Die Arbeitgeber fürchten höhere Sozialversicherungskosten.

In Wien überbot sich die Stadtregierung nach Ansicht der Autolobby bei „Verkehrsminiaturlösungen“, zu denen beispielsweise ein Schwimmbad auf einer Verkehrsinsel gehörte. Als die EU-Kommission ankündigte, das Klimaziel für 2030 zu verschärfen, mahnten CDU-Politiker mit Blick auf die Wirtschaft vor einem Überbietungswettbewerb.

Überbietungswettbewerb: Phänomen in der Wirtschaft

Die Wirtschaft verwendet das Phänomen gern auch mal selbst. Dies geschieht beispielsweise, wenn es darum geht, die Konkurrenz bei einem Auftrag auszuschalten. Leidtragende sind in diesem Fall nicht selten Arbeitnehmer oder Lieferanten.

Arbeitnehmer können aber auch profitieren. Auf dem Arbeitsmarkt kann es zu Überbietungswettbewerben von Unternehmen kommen, wenn Fachkräfte rar sind. Dann gilt es für die Unternehmen mit hohen Gehaltsangeboten, zusätzlichen Bonuszahlungen und Benefits den Preis für die Arbeit hochzutreiben. Auf der anderen Seite steht der Unterbietungswettbewerb, der einsetzt, wenn es auf dem Arbeitsmarkt ein Überangebot an Arbeitskräften gibt. Dann sind Arbeitnehmer bereit ihre Arbeit zu einem niedrigeren Lohn anzubieten. Sie unterbieten sich gegenseitig.

Ein eindrucksvolles Beispiel, wie das gegenseitige Überbieten Sozialgefüge und Wettbewerb zerstören kann, sieht man in Ostdeutschland. Hier verkauft die Treuhand-Nachfolgerin BVVG Ackerflächen ehemaliger ostdeutscher LPGs. Das Ausschreibungsverfahren sieht vor, dass das Höchstgebot den Zuschlag erhält. Die Bodenpreise im Osten sind entsprechend der Nachfrage deutlich gestiegen. Den Zuschlag erhalten meist große Agrarbetriebe aus dem Westen, während die einheimischen Bauern leer ausgehen, bemängeln Bauernvertreter. Bodenspekulanten, die auf weitere Steigerungen der Bodenpreise spekulieren, sorgen ebenfalls dafür, dass kleinere regionale Betriebe selten zum Zug kommen. Damit können dörfliche Strukturen zerstört werden.

Überbietungswettbewerb im Sport

Der Kampf um Rekorde ist nicht gemeint, aber auch der Sport zeigt, wie Überbietungswettbewerbe den eigentlichen Wettbewerb gefährden. Sehr deutlich wird dies im Fußball, wo inzwischen astronomische Gehälter für Superstars gezahlt werden. Doch wie erwirtschaften Clubs diese enormen Summen? Außerhalb Deutschlands verschuldeten sich Vereine früher und trieben so die Preise der Fußballstars immer höher. Inzwischen hat die UEFA diese Praxis mit einem Reglement zum Financial Fairplay beendet. Diese Notbremse war nötig, weil die beteiligten Clubs im Kampf um die Superstars ihr eigenes wirtschaftliches Überleben riskierten.

Vereine investieren noch heute oft in Spieler in der Hoffnung, dass diese ihnen einen sportlichen Erfolg in einem Wettbewerb garantieren. Tritt der Erfolg nicht ein und verletzt sich der Spieler vielleicht, kann dies existenzielle Auswirkungen auf den Club haben. In diesem Fall verleitet der Überbietungswettbewerb zu einem unverhältnismäßig hohen wirtschaftlichen Risiko.

Was ist Wohlstandsegoismus? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Wohlstandsegoismus drückt genau das aus, was er sagt: Es geht um Egoismus in Zeiten des Wohlstands.

Was bedeutet Wohlstandsegoismus? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff „Wohlstandsegoismus“ ist aus zwei Wörtern zusammengesetzt.

„Egoismus“ bedeutet bewusster Eigennutz und ein gewolltes Handeln ausschließlich im eigenen Interesse. Egoisten sind Menschen, die nach ihren eigenen Regeln und zu ihrem eigenen Vorteil handeln. Ohne Rücksicht auf Verluste. Die Bedürfnisse anderer sind ihnen gleichgültig. Ein Egoist räumt sich selbst immer mehr Freiheiten ein als er anderen zugesteht. Wenn ein Egoist meint, er handle richtig, hält er ein anderes Handeln deswegen für grundsätzlich falsch. „Wohlstand“ meint einen Zustand, in dem es den Menschen an nichts mangelt. Es geht ihnen gut bis sehr gut.

Wohlstandsegoismus kann es nur in wohlhabenden Gesellschaften oder Gesellschaftsteilen geben. Nur in einem Umfeld, in dem es sich gut leben lässt, kann sich ein solcher Egoismus entwickeln. Wohlstandsegoismus geschieht immer auf dem Rücken anderer. Denn Wohlstand ergibt sich nicht aus dem Nichts. Wohlstand wie wir ihn kennen bedeutet, dass irgendetwas anderes dafür geopfert wurde: die Natur, Tiere, gesundes Trinkwasser, unberührte Landschaften, die Gesundheit anderer Menschen oder die Arbeitskraft von rechtlosen Menschen. Wohlstand ist leider nicht für alle da. Aus Sicht der Wohlstandsegoisten, gebührt denen der Wohlstand, die ihn sich – aus ihrer Sicht mühsam – erarbeitet oder erkämpft haben. Dass diese Sichtweise verzerrt ist und nicht der Realität, sondern nur der eigenen Wahrnehmung entspricht, wird dabei ausgeblendet.

Siehe auch: Was ist Wohlstandstrotz?

Was sind Wohlstandsegoisten? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wohlstandsegoismus ist ein relativ modernes Phänomen. In Zeiten, in Regionen oder gesellschaftlichen Schichten, in denen Menschen aufeinander angewiesen sind, gibt es keinen Wohlstandsegoismus.

Wohlstandsegoismus ist ein anderes Wort für soziale Rücksichtslosigkeit. Egoismus kann niemals sozial sein. Egoistisches Verhalten widerspricht sozialem Verhalten grundlegend. Ein Egoist kann nicht gleichermaßen seine und die möglicherweise gegensätzlichen Interessen anderer durchsetzen wollen. Egoismus widerspricht einer Kompromissbereitschaft. Für einen Egoisten geht entweder das eine oder das andere, dazwischen gibt es nichts. Wohlstandsegoisten sind die Sorgen der anderen völlig egal. Es geht ihnen ausschließlich um ihr eigenes Wohl. Sie sind gleichgültig gegenüber den Bedürfnissen anders Denkender oder anders Betroffener.

Ein Wohlstandsegoist erklärt seine eigene Befindlichkeit für allgemeingültig. Das Ich ist die maßgebende Instanz eines Egoisten. Die Meinung oder das Wissen anderer sind für einen Egoisten völlig uninteressant. Aus dem Zustand des Wohlstands heraus, kann sich jeder Egoist mühelos gegen jede sozial relevante Maßnahme stellen. Solidarität ist für einen Egoisten völlig undenkbar. Ein solches Verhalten würde seinem Selbstverständnis widersprechen. Der Wohlstandsegoismus ist ein Ausdruck einer rücksichtslos gewordenen, Ich-bezogenen Gesellschaft.

Wohlstandsegoismus ist eine Totalverweigerung

Wohlstandsegoismus findet sich überall da, wo es um Veränderungen geht. Wo die Menschen aufgefordert werden, sich zu ändern oder Änderungen zu akzeptieren, rotten sich Wohlstandsegoisten zusammen und verweigern sich. Dahinter verbirgt sich ihre Angst, zukünftig auf ihnen vermeintlich zustehende Errungenschaften verzichten zu müssen. Dieses unsolidarische Verhalten hat aber sofort ein Ende, wenn der Egoist plötzlich selbst betroffen ist. Aus einer wohlgefälligen Position heraus sind geistige Scheuklappen wunderbare Hilfsmittel, sich für die Situation anderer blind zu machen. Beispiele, die Wohlstandsegoisten zu Verweigerern werden lassen:

  • Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie
  • Aufnahme von Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen
  • Konsum- und Billigfleischverzicht
  • Maßnahmen gegen den Klimawandel
  • Maßnahmen für den Tier- und Umweltschutz
  • Maßnahmen für eine Energiewende

Diese Verweigerung, die sich hinter dem Wohlstandsegoismus verbirgt, geht immer auf Kosten anderer. Denn aus einem Zustand des Überflusses heraus, lässt es sich sehr einfach verweigern. Wer beispielsweise mit einem Überfluss an guter Gesundheit auftrumpfen kann, hat kein Mitleid mit Menschen, denen dieses Glück nicht vergönnt ist. Beispiele für die Opfer des Wohlstandsegoismus:

  • Chronisch Kranke, Vorerkrankte, alte Menschen
  • Schwache Menschen
  • Verfolgte, Flüchtlinge aus Kriegs- oder Hungergebieten
  • Menschen und Tiere die unter unerträglichen Bedingungen leben, arbeiten und sterben müssen
  • Menschen und Tiere, deren Lebenswelt durch Naturkatastrophen vernichtet wird
  • Tier- und Pflanzenarten, die für immer ausgerottet werden
  • zukünftige Generationen

Beim Wohlstandsegoismus handelt es sich um einen sogenannten negativen Egoismus: selbstbezogenes Denken, das dem Allgemeinwohl abträglich ist und individuellen Schaden zufügt. Dahinter steckt natürlich auch die Angst, seinen Wohlstand verlieren zu können oder möglicherweise mit Fremden teilen zu müssen.

Der Wohlstandsegoismus ist ein mentales Bollwerk gegen Veränderungen

Wohlstandsegoisten finden sich immer in bestimmten gesellschaftlichen Teilbereichen. Immer da, wo es ihnen gut geht und sie Angst haben, dass sich das ändern könnte, kommen sie ans Tageslicht. Wohlstandsegoisten fürchten nichts mehr, als dass sich etwas Grundlegendes in ihrem Leben zum Schlechten oder Unbequemen ändern könnte.

Aus Sicht der Wohlstandsegoisten ist ihr Verhalten lediglich eine Reaktion auf Regulierungen und Verordnungen. Die eigentliche Rücksichtlosigkeit komme „von oben“ und bestehe in den Vorschriften, die beispielsweise die Freiheitsrechte des Einzelnen einschränke. Gegen diese Reglementierungen, die das Wohl aller im Blick haben, gehen die Wohlstandsegoisten vor.

Es lässt sich feststellen, dass sich das gesellschaftliche Verhalten in den letzten Jahren massiv verändert hat. Soziales und solidarisches Verhalten ist in großen Teilen der Gesellschaft auf dem Rückzug. Stattdessen macht sich eine rücksichtslose und eigennützige Ellbogengesellschaft breit. Dabei bleibt leider auch auch die Ethik und die Moral auf der Strecke.

Was ist Cocooning? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Cocooning“ wird die Tendenz bezeichnet, sich ins häusliche Privatleben zurückzuziehen und die Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit zu meiden.

Den Trend und Begriff „Cocooning“ gibt es seit den 1980er Jahren.

Das Wort „Cocooning“ bedeutet auf detusch „einspinnen“ oder „verpuppen“.

Wortherkunft: Woher kommt das Wort Cocooning?

Cocooning ist das Verpuppen von Insekten, deren Larven spinnen um sich einen Kokon. In diesem überleben sie geschützt, bis sie zum Imago herangewachsen sind.

Der Begriff des Cocoonings eignet sich daher als Metapher für die Abschirmung von Menschen gegen Einflüsse ihrer Umwelt. Er wurde zuerst durch die US-Trendforscherin Faith Popcorn nach 1980 verwendet, doch das betreffende Lebensgefühl hatte man schon vorher thematisiert. Man nannte es in den USA „Cosy home“.

Was ist Cocooning genau? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der deutsche Soziologe Holger Rust ernannte Mitte der 1990er-Jahre Cocooning zum erfolgreichsten Begriff der populären Publizistik. Als Ursache hierfür machte er die unübersichtliche und oft als bedrohlich empfundene Welt mit ihren modernen Krisen aus. Damit lag er prinzipiell richtig: Nach den Terroranschlägen vom 11.09.2001 und auch nach der Finanzkrise 2008/2009 verstärkte sich die Tendenz zum Cocooning. Seit 2020 nimmt Cocooning durch Corona stark zu. Die Wirtschaft und Handel reagieren darauf: Sie bieten viele Produkte an, die das Cocooning unterstützen.

Der Rückzug in das Private, in das was man kennt, in die Komfortzone und in das Vertraute, kann helfen mit einer immer komplexeren und komplizierter werdenen Welt fertig zu werden. Allerdings schützt Cocooning nicht vor der Auseinandersetzung mit der veränderten Welt und neuen Werten. Cocooning zögert das Auseinandersetzen heraus, weil es dafür sorgt, dass jemand Konflikte erstmal vermeidet.

Cocooning kann – ganz positiv – als Strategie zur Erholung betrachtet werden. Wer sich im Privaten erholt, kann sich nach dem Ende der Erholungszeit wieder mit der Welt beschäftigen. Hierbei geht es um den Ausgleich: Wenn die Welt da draußen komplex, kompliziert und schwierig ist, so ist es äußerst erholsam in das einfache, gewohnte und vertraute Heim sich zurückzuziehen.

Siehe auch: Was ist Cottagecore?

Ist Cocooning sinnvoll?

Offenbar schon. So ermittelte der Bayerische Rundfunk nach 2010 unter dem Stichwort Cocooning ein starkes Zurückziehen in die häusliche Umgebung und das Einigeln mitsamt Home-Service, der durch die Online-Wirtschaft unterstützt werde. Den betreffenden Personen sei die Welt draußen deutlich stressig, zu kompliziert und manchmal auch zu uninteressant geworden. Eine Alternative dazu sei der kleine, überschaubare Lebenskreis der eigenen Wohnung, der schützend wirke wie ein Kokon. Das Cocooning kanalisiere sogar mehrere Trendströmungen:

  • Die Menschen wollen immer seltener Neuland entdecken.
  • Sie engen bewusst ihren eigenen Verantwortungshorizont ein.
  • Gegenüber der Gesellschaft werden sie gleichgültiger.

Diese Phänomene wirken zwar von außen betrachtet negativ, für die sich einigelnden Menschen jedoch bringen sie eine große Entlastung. In Zeiten von Corona entlasten sie sogar die gesamte Gesellschaft, weil es durch Cocooning weniger Kontakte gibt. Daher ist das Einigeln – ein anderer Ausdruck für das Phänomen – durchaus sinnvoll. Diesen Begriff gibt es ja schon sehr lange, er bedeutet „sich zurückziehen“ und meint traditionell das Ausweichen gegenüber jeder Form von Konflikt oder Streit. Auch Igel rollen sich bei Gefahr ein und werden dann zum unangreifbaren Stachelball.

Cocooning in der Praxis

Im heimischen Kokon lässt es sich mit Duftkerzen, Mermaid Plaids und Schaumbädern durchaus sehr angenehm leben. Dabei geht es durchaus nicht darum, ein Dasein wie ein Einsiedler zu führen. Nur verlagert sich das soziale Leben in die Wohnung. Es ist nicht unbedingt nötig, sich mit Freunden in einer Bar zu treffen: Man kann sie einfach einladen und daheim einen Koch- oder Spieleabend veranstalten. Dieser Trend freut die Möbelhersteller und die Anbieter von Wohnaccessoires. Für einen Spieleabend ist schließlich eine Wohnlandschaft erforderlich, weshalb riesige Couchgarnituren, große Tische und kuschelige Sessel immer stärker nachgefragt werden.

Cocooning lässt sich natürlich auch mit kleinem Budget durchführen. Ein kuschelige Decke, Duftkerzen und das duftende Schaumbad können schon genügen. Wichtig ist allein die Gemütlichkeit, die sich durch einen minimalistischen Einrichtungsstil nicht erreichen lässt. Daher sind Kissen und Dekorationen sehr wichtig, Strick ist sehr angesagt. Auch Jumbo Knits (XXL-Wolldecken) lieben Menschen daheim sehr, auch wenn sie etwas teurer sind. Mit kleinem Budget greifen Frauen selbst zur Stricknadel und schaffen sich ihren heimischen Kokon.

Was ist ein Flickenteppich? Bedeutung, Definition, Erklärung


Flickenteppiche unterscheiden sich von wertvolleren Teppichen durch ihre billigere und inkonstante Form. Sie bestehen aus einer Vielzahl von Versatzstücken, die zusammengenäht wurden.

Was ist ein Flickenteppich? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Flickenteppich steht auch als Synonym, wenn man einen uneinheitlichen Zustand beschreibt. So gelten in den Ländern unterschiedliche rechtliche Regelungen. Diese können sich auf die Corona-Krise und den Datenschutz beziehen.

Außerdem kann es sich im übertragenen Sinn um einen solchen Teppich handeln, wenn es im Gesamtbild unterschiedliche Lücken gibt, die entweder bewusst oder unabsichtlich geduldet werden. In den meisten Fällen deuten sie auf Nachteile hin, die auszugleichen und nicht zu tolerieren sind. Hier von ist die Einführung der flächendeckenden E-Mobilität betroffen. Auch das lückenhafte Lernen für Prüfungen kann man als Flickenteppich bezeichnen. Man umschreibt auf diese Weise ferner die noch ausstehende Erkundung eines Landes oder Kontinents.

Die DSGVO beendete den Flickenteppich im europäischen Datenschutz
Jede natürliche Person hat das Recht auf den Schutz ihrer persönlichen Daten. Bis Mai 2018 galten in den Ländern der Europäischen Union jeweils unterschiedliche Gesetze und Verordnungen, die vereinheitlicht werden mussten. Diesen Normungen tragt die europäische Datenschutzgrundverordnung Rechnung, die bis zum Stichtag in das nationale Recht jedes EU-Staates integriert wurde. Die DSGVO wird dann durch das betreffende nationale Datenschutzgesetz flankiert.

Die neue Verordnung sieht bei Verstößen hohe Strafen vor, die europaweit einheitlich sind und von den betreffenden Staaten durchgesetzt werden können. Eine Beschwerde erfolgt entweder durch eine Behörde oder einen Beschwerdeführer. Die Entscheidungen werden bundes- und europaeinheitlich gefällt. Außerdem müssen Unternehmen heute unter bestimmten Voraussetzungen einen Datenschutzbeauftragten benennen.

Dabei kann es sich aus praktischen Erwägungen heraus um einen externen Berater handeln, der gleichzeitig mehrere Unternehmen oder Behörden betreut. Seine umfassenden Fachkenntnisse und Erfahrungen kommen so allen Auftraggebern zugute.

Der Flickenteppich in der Geschichte der U.S.A.

Auch aus der Geschichte sind Flickenteppiche hinreichend bekannt. Ein gutes Beispiel bieten die U.S.A.

Als Columbus und die ihm folgenden Entdecker auf den Inseln in der Karibik und auf dem nordamerikanischen Festland landeten, erkundeten sie nur die von ihnen errichteten Kolonien an der Ostküste. Die Spanier drangen zwar über Südamerika bis ins heutige New Mexiko und Kalifornien vor. Die dazwischenliegenden Gebiete bildeten jedoch einen Flickenteppich. Mit jeder erfolgreichen Expedition ins Landesinnere und der damit verbundenen Vermessung wurden weitere Abschnitte dieses Teppichs zu bekannten Territorien. Um 1700 waren so noch viele Gebiete im Landesinneren unbekannt. Gegen 1900 gab es auf der Landkarte der Vereinigten Staaten von Amerika keine unbekannten Stellen mehr.

Siehe auch: Was bedeutet „E Pluribus Unum“?

Beseitigung des Flickenteppichs bei Einführung neuer Technologien

Innovationen sind die Motoren einer florierenden Wirtschaft. Neue Techniken, die sich auch schonend auf die Umwelt auswirken könnten, betreffen beispielsweise den vermehrten Einsatz von E-Fahrzeugen. Viele Menschen überlegen sich diese Anschaffungen. Es gibt jedoch mehrere Haken. Herkömmliche Fahrzeuge können an allen Tankstellen weltweit mit Treibstoff versorgt werden. Das E-Auto wird hingegen mit elektrischem Strom betrieben, der aus einem internen Akku stammt. Um diesen Akku aufzuladen, muss der Halter eine Ladestation anfahren. Für eine Strecke von mehreren Hundert oder tausend Kilometern benötigt er jedoch mehrere Lademöglichkeiten, da der Akku sich im Laufe der Fahrt entleert. Außerdem reicht der geladene Strom nur für eine bestimmte und begrenzte Strecke.
Der Nutzer muss sich darauf verlassen können, dass er sein Fahrzeug flächendeckend aufladen kann. Da nicht jedes Gebiet mit einer ausreichenden Anzahl von Stationen ausgestattet wird, gibt es hier heute meistens noch einen Flickenteppich.

Wie Flickenteppiche Karriere be- und verhindern können?

Jeder Mensch lernt für sein Leben. Dazu besucht er die Schule, die Berufsschulen oder die Universität. Er kann auch während seiner praktischen Ausbildung und in der beruflichen Praxis diesen Lernprozess fortsetzen. Es gibt jedoch ein wesentliches Problem. Ein Sprichwort besagt: “Nichts ist gefährlicher als ein Halbwissen!“

Bei der Vermittlung und Aufnahme des Stoffes muss der Lernende alle wesentlichen Einzelheiten erfassen und abwägen. Gegebenenfalls greift er zeitnah auf Materialien und Quellen zurück, die sich im Rahmen des sich stetig erweiternden Informationsflusses schnell ändern können.

Eine Studentin oder ein Student besucht die Vorlesungen im Fachbereich Steuern. Der Professor oder Privatdozent vermittelt während der Veranstaltungen die grundliegenden Kenntnisse im Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuerrecht. Hierzu gibt er ausführliche Quellen bekannt, mit denen sich die Zuhörer während ihrer Vorbereitungen beschäftigen sollten. Sonst haben sie keine Chance, eine gute bis sehr gute Prüfung zu schreiben. Ohne diese Ergebnisse können sie auch keine adäquate Stelle nach ihrer Ausbildung wahrnehmen.

Der Student lässt es leider bei seinen Vorbereitungen auf einen Flickenteppich ankommen. Er lernt nur die Fakten, die sich mit der Einkommensteuer befassen und ignoriert einige vom Professor vorgeschlagene Quellen. Während der Prüfung werden jedoch auch Kenntnisse im Körperschafts- und Umsatzsteuerrecht benötigt, die der Student nicht kennt. Da der Kandidat die Verbindung zwischen den Aufgabenstellungen und den benötigten Rechtsquellen und Paragraphen nicht herstellen kann, erreicht er nicht die für eine gute Note erforderliche Punktzahl. Seine nur befriedigenden Leistungen schränken im Anschluss die Berufswahl und Verdienstmöglichkeiten ein.

Flickenteppiche erschweren einheitliche gesundheitspolitische Regelungen

Es erinnert an die Kleinstaatlichkeit, die in Deutschland im 19. Jahrhundert üblich war. Damals hatten beispielsweise Baden, Bayern und Preußen ihr eigenes Herrschaftssystem. Einen Staat wie die Bundesrepublik gab es noch nicht. Doch auch die Bundesrepublik besteht aus mehreren Bundesländern, die beispielsweise im Gesundheitswesen eigene Entscheidungen treffen können. Bei problematischen Entscheidungen haben die Ministerpräsidenten der Länder im Bundesrat das letzte Wort, sofern sie nicht an die Anweisungen der Bundeskanzlerin in Berlin gebunden sind.

Seit einem dreiviertel Jahr beherrscht der Corona-Virus fast alle Staaten der Erde. Jeder Staat von ihnen trifft geeignete Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus über die Landesgrenzen zu verhindern. Dazu zählen die Quarantäne, das Verbot von Versammlungen und die Maskenpflicht.

Während in einigen Bundesländern beispielsweise ganze Städte unter Quarantäne gestellt und Ausgangssperren verhängt werden, handhaben einige Länder diese Vorschriften in Abhängigkeit zu den Möglichkeiten härter oder lockerer. Diese unterschiedlichen Optionen deuten auf einen Fleckenteppich hin, bei dem jedes Bundesland im Rahmen seines Handlungsspielraumes andere gesundheitspolitische Entscheidungen trifft.

Weitere Bedeutung: Teppich, Flickenteppich

Der Teppich ist eine Textilie, die in erster Linie für die Bedeckung eines Bodens oder einer Wand eingesetzt wird. Im späten Mittelalter dienten sie zur Darstellung von geschichtlichen Abläufen. So fasst der Wandteppich von Bayeux die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer 1066 zusammen. Später dienten sie in erster Linie zur Schonung von Parkettböden oder Verschönerung von Innenräumen. Im Orient hängen sie hingegen auch oft an den Wänden, um das Ambiente des Wohnraumes zu betonen.

Was bedeutet genderfluid? Bedeutung, Definition, Erklärung


Genderfluid ist ein Begriff der zur Beschreibung der eigenen Geschlechtsidentität verwendet wird. Er ist Teil des Spektrums Non-Binary.

Was bedeutet genderfluid? Bedeutung, Definition, Erklärung

Unter der Bezeichnung Genderfluid („fließend“) versteht man einen fließenden Wechsel zwischen den Geschlechtsidentitäten. Der Wechsel kann dabei regelmäßig oder unregelmäßig stattfinden und von kurzer oder längerer Dauer sein. Bei manchen genderfluiden Personen erfolgt der Wechsel nach einigen Wochen, bei anderen nach Monaten oder Jahren. Auch ein situationsabhängiger Wechsel der Geschlechtsidentitäten ist möglich.

Ebenso kann die Geschlechtsidentität abhängig von einer anderen Person und deren Geschlecht verändert werden. Dabei beschränken sich die Geschlechtsidentitäten, zwischen denen gewechselt wird, nicht auf männlich und weiblich. Eine genderfluide Person kann zwischen allen denkbaren Geschlechtsidentitäten wechseln, wobei der Anteil an einer bestimmten Geschlechtsidentität ebenfalls verschieden sein kann. Die Ausprägungen der Genderfluidität können stark variieren und sind von Person zu Person unterschiedlich.

Ist Genderfluid und Genderqueer dasselbe? Erklärung, Unterschied, Bedeutung

Der Begriff Genderqueer lässt sich nicht eindeutig von dem Begriff Genderfluid abgrenzen, weil er teilweise in abweichenden Kontexten verwendet wird. Als Genderqueer bezeichnen sich Menschen, die sich nicht endgültig auf ein Geschlecht festlegen möchten und sich weder als Mann noch als Frau identifizieren. Dabei muss es sich jedoch nicht um genderfluide Personen handeln. Auch eine klare Abgrenzung zum Begriff non-binär ist nicht möglich.

Unterschied zu Genderflux

Genderflux ist eine Variation von Genderfluid, bei der die eigene Geschlechtsidentität sich mit der Zeit verändert. Sie wird in einem Spektrum von Agender und weiteren Geschlechtsidentitäten verwendet.

Genderflux-Personen bezeichnen sich oft als Non-Binary oder Trans. Der Begriff wird oft mit Genderfluid gleichgesetzt, kann jedoch eine abweichende Bedeutung haben. Genderflux-Personen wechseln ihre Geschlechtsidentität im Verlaufe des Lebens immer wieder. Der Zeitraum zwischen dem Wechsel der Geschlechter und die Intensität der Geschlechtswahrnehmung können dabei stark variieren. Ebenso gibt es keine Einschränkungen, zwischen welchen Geschlechtsidentitäten gewechselt wird.

Bedeutung: Trans-feminin und Trans-maskulin

Trans-femin (oder Demigirl) und Trans-maskulin (Demiboy) sind Geschlechtsbezeichnungen, die ausdrücken, dass eine Person zwar in eine bestimmte Richtung neigt, sich jedoch nicht vollständig diesem Geschlecht zugehörig fühlt. Personen, die sich als Trans feminin oder Trans maskulin bezeichnen, lassen ihr endgültiges Geschlecht offen und wählen etwa die Bezeichnung Genderfluid, um ihre eigene Geschlechtsidentität bzw. den Wechsel zwischen verschiedenen Geschlechtsidentitäten zu benennen.

Bedeutung: Was ist Postgender?

Als Postgender wird ein sozialpolitisches Konzept bezeichnet, welches die Abschaffung der staatlichen Geschlechtsbestimmungen zum Ziel hat. Als Grundlage dient der Ansatz, dass die Geschlechternormen, wie wir sie heute kennen, nicht auf Reproduktion oder Genetik beruhen, sondern aus patriarchalen Strukturen hervorgegangen sind. Ein Ziel der Postgender-Bewegung ist die Abschaffung des Zwangs zum geschlechtseindeutigen Vornamen.

Was heißt non-binary?

Als non-binary oder nichtbinäre Geschlechtsidentität, kurz auch nichtbinär oder nicht-binär, werden Menschen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität weder männlich noch weiblich ist. Eine alternative Bezeichnung ist der Begriff Genderqueer. Beide Bezeichnungen werden häufig als Überbegriff für diverse nicht-binäre Geschlechtsidentifikationen verwendet.

Non-Binary sind auch Personen, deren Geschlechtsidentität einem dritten Geschlecht entspricht („divers“) oder sich als Teil einer anderen Geschlechtsvorstellung wie X-gender oder Postgender sehen. Ebenso zählen Personen dazu, die ihre eigene Geschlechtsidentität nicht genau benennen und keiner traditionellen Geschlechterrolle entsprechen möchten. Non-Binary umfasst also ein weites Spektrum, wobei Genderfluid ein wesentlicher Begriff ist.

Was bedeutet „Kollateralnutzen“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter dem Begriff „Kollateralnutzen“ versteht man eine ungeplante mit positiven Nebeneffekten behaftete Handlung, welche meist auf etwas gänzlich anderes abzielt oder ursprünglich von negativer Natur ist.

Was bedeutet „Kollateralnutzen“? Bedeutung, Definition, Erklärung

In Zeiten in denen das Internet immer stärker ausgebaut wurde und nach und nach weiterverbreitet war, wurde das illegale Herunterladen von Filmen, Softwaren sowie Musik immer beliebter. Dies wurde durch die ersten angebotenen Flatrates noch verstärkt. Der damit verbundene Nutzungsdruck sorgte dafür, dass der Breitbandausbau rasant von statten ging. Folglich würde dies bedeuten, dass das illegale Downloaden von Filmen, Musik sowie Softwaren maßgeblich dazu beigetragen hat, dass wir heute die digitale Infrastruktur haben, die wir kennen.

Dies war jedoch zu keiner Zeit Absicht und nicht geplant. Als „Kollateralnutzen“ wird dieses Phänomen heute bezeichnet. So ruft der Mensch immer wieder durch Zufall positive Nebeneffekte durch sein Handeln hervor. Da es sich hierbei jedoch eher um einen Zufall handelt, war das nicht die erste Intention des Menschen. Oft kommt es vor, dass dem Tun des Menschen ursprünglich eine schädliche oder negative Absicht zu Grunde liegt.

Ein weiteres Beispiel für einen „Kollateralnutzen“ sind die Rodungen von Wäldern. Insbesondere die, welche im Mittelalter stattgefunden haben. Damals rodeten die Menschen die Wälder, damit neue Jagdgebiete für den Adel geschafft werden können. Dieses Vorgehen und dieses Verhalten war schädlicher Natur, denn die Rodung von Wäldern ist nicht besonders umweltfreundlich. Es handelt sich hierbei jedoch um einen „Kollateralnutzen“, denn aufgrund dieses Verhaltens können wir noch heute große Grünanlagen und Grünflächen in der Landschaft bestaunen. Dieser „Kollateralnutzen“ ist beispielsweise auch bei den Naturreservaten rund um Tschernobyl sowie in den demilitarisierten Gebieten zwischen Süd- und Nordkorea zu bestaunen.

Jedoch können nicht nur negative Absichten oder ein schädliches Verhalten, welches zu einem späteren Zeitpunkt etwas Positives zum Vorschein brachte, als „Kollateralnutzen“ bezeichnet werden. Als Gegenbeispiel haben wir das heute bekannte Potenzmittel „Viagra“, welches ursprünglich als Medikament für Herzerkrankungen entwickelt wurde.

Kollateralnutzen: Das Richtige wird oftmals aus den falschen Gründen getan

Ein weiteres aktuelles Beispiel für einen „Kollateralnutzen“ ist der Veganismus-Trend. Heute zu Tage entscheiden sich immer mehr Menschen für eine vegane Ernährung und einen veganen Lebensstil. Viele von ihnen haben sich jedoch im Vorfeld weder intensiv mit den politischen Gründen noch mit den ethnischen Gründen auseinandergesetzt. Oftmals steigen Menschen auf eine vegane Ernährungsweise aufgrund des Life-Styles, des Bedürfnisses sowie des Dranges nach einer kulinarischen Abwechslung oder aber aufgrund von gesundheitlichen Aspekten.

Wenn wir die Gründe, warum sich jemand vegan ernährt, mal außer Acht lassen, können wir trotzdem sagen, dass diese Menschen Tiere schützen. Oftmals ist das gar nicht ihre erste Intention, doch gerade deswegen haben wir auch hier einen „Kollateralnutzen“. So handelt es sich bei dem Wohl sowie dem Schutz der Tiere um einen „Kollateralnutzen“, welcher durch die sogenannten Life-Style-Veganern ausgelöst wird.

Erklärung und Bedeutung: Handelt es sich bei einem „Kollateralnutzen“ um ein Abfallprodukt des Menschen?

Die Begrifflichkeit des „Kollateralnutzens“ sorgt zusätzlich dafür, dass die Perspektive zurecht gerückt wird und man erkennt, dass die meist in höchsten Tönen gelobten vorangegangenen Errungenschaften der Menschheit oftmals nur zufällige Abfallprodukte waren. Häufig waren diese gar nicht gewollt oder erwünscht, doch ihre Entstehung wird schulterzuckend und kommentarlos akzeptiert.

Eine zusätzliche Interpretationsmöglichkeit des „Kollateralnutzens“ ist die des „Glück im Unglück“. Beispielsweise verläuft sich jemand und entdeckt aufgrund des Verlaufens neue Plätze, wie Restaurants, Cafés, kleine Boutiquen oder einen Park. Mit dem Phänomen des „Kollateralnutzens“ sind zudem Unbeabsichtigte Folgen, Spin-Offs sowie Serendipität verwandt.

Warum heißt die Mortadella „Mortadella“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Das Wort „mortadella“ kommt aus dem Lateinischen. Murtatum bedeutet „Wurst, die mit Myrtenbeeren gewürzt ist“. Der lateinische Name war Myrtatella oder Murtadum facirem. Es handelt sich dabei um eine italienische Wurstspezialität aus Bologna, Italien. Das Original besteht aus Schweine-Speckwürfel oder Schinkenstücken mit Pistazien. Heutzutage wird zum Würzen häufig schwarzer Pfeffer statt Myrtenbeeren verwendet. Diese Wurst wird als feiner Aufschnitt gereicht.

Diese italienische Delikatesse ist bereits den alten Römern in abgewandelter Form und mit Myrtenbeeren bekannt gewesen. Nachgewiesen ist allerdings die heute noch gebräuchliche Form aus der Spätrenaissance. Alle sind sich jedoch einig, dass ein Cristoforo di Messisbugo aus der Stadt Bologna in der Emilia Romagna als Erfinder der Mortadella gilt.

Herstellung: Wie wird die Mortadella hergestellt?

Fein geschnittenes Schweinefleisch wird mit Zucker, Pfeffer, Salz und groben, sehr fetten Speckwürfeln in Naturdärme gefüllt. Heutzutage werden auch Kunstdärme verwendet. Manchmal werden auch Pistazien und andere Gewürze zugegeben. Die großen Würste können bis zu 100 kg wiegen. Die Abfüllung erfolgt zylindrisch.
Die rohe Wurst wird dann in besonderen Heißluftöfen bei 90 Grad Celsius gegart. Die Brühdauer richtet sich nach der Füllmenge und kann mehrere Stunden betragen.

Das Original wird ausschließlich aus Schweinefleisch und Speck vom Schweinehals hergestellt. Das ist deshalb so wichtig, weil dieser spezielle Speck immer seine Konsistenz behält. Die ursprüngliche Mortadella verlässt sich auf die Würze des Spezialspecks sowie ein wenig Salz und Pfeffer (Myrtebeeren). Einige Sorgen werden mit Oliven, Pistazien oder Knoblauch verfeinert.

Mortadella: Wonach wird die Qualität bemessen?

Die Qualität der Mortadella richtet sich nach dem Geschmack, des Aromas und der Würze. Aber auch die Bezeichnung und die Herkunft spielen eine entscheidende Rolle. Die drei Qualitätsstufen sind normal, super und extra. Eine sehr gute Mortadella besitzt eine feste Konsistenz und einen zartrosa Farbton. Die Speckstücke sind gut erkennbar und gleichmäßig verteilt. Die Qualitätsbezeichnung IGP darf nur jene Mortadella tragen, die aus dem Piemont, der Lombardei, der Toskana, Venetien, Marken, Latium, dem Trentino oder der Emilia-Romagna kommt tragen. IGP bedeutet Indicazione geografica protetta (geschützte geografische Angabe). Die Erzeugung muss nach festgelegten Herstellungsprozessen erfolgen. Fehlt der Zusatz „di Bologna“ (aus Bologna), dürfen auch andere Fleischsorten hinzugefügt werden. Diese Wurst muss dann aber auch speziell gekennzeichnet sein. S steht für Schweinefleisch, SO für Schweine- und Lammfleisch und SB für Schweine- und Rindfleisch.

Italienische Mortadella: Erklärung, Beschreibung

In der EU wird der Name Mortadella di Bologna durch das IGB-Label geschützt. Auch in der EU dürfen nur Würste, die, wie oben beschrieben hergestellt und aus den genannten Regionen stammen, diese Bezeichnung und das dazugehörige Siegel tragen. Der Speckanteil muss dabei zu 15 Prozent sichtbar sein und der Schweinefleischanteil muss bei 100 Prozent liegen. Je nach Region Italiens werden andere Fleischsorten und Gewürze beigemengt. Auch diese speziellen regionalen Varianten sind sehr beliebt, dürfen aber nicht die erwähnte Bezeichnung tragen oder sich gar „Original Mortadella“ nennen. Eine Spezialität der besonderen Art ist die Mortadella aus Amatrice im Apennin. Sie wird zusätzlich noch geräuchert. Das verleiht der Mortadella zusätzlich spezielle Würze.

Deutsche Mortadella: Erklärung, Beschreibung

Generell wird in Deutschland ein Aufschnitt-Grundbrät verwendet, dem gehackte und geschälte Pistazien hinzugefügt werden. Die Abfüllung erfolgt in braune Kunstdärme (90/50). Gegart wird 90 Minuten lang. Diese Art wird Schinkenwurst, Pistazienwurst oder norddeutsche Mortadella genannt.

Für die süddeutsche Mortadella wird ein Brät mit gegarter Schweinezunge und fettem Speck verwendet. Der Anteil an Pistazien wird bei dieser Art stark reduziert.

Die Paprikamortadella fällt sofort wegen der bunten Färbung des Bräts auf. Die Färbung entsteht durch das Hinzufügen von Gemüsepaprika und Rotwein.

Die bunte Mortadella wird mit Kochschinken und vorgegarter Schweinezunge hergestellt.

Alle Sorten der deutschen Mortadella haben aber gemeinsam, dass sie nach dem Brühen geräuchert werden. Darüber hinaus ist der Durchmesser kleiner. In den letzten Jahren wird in Deutschland immer häufiger deutsche Mortadella aus Geflügelfleisch angeboten.

Fazit: Warum heißt die Mortadella „Mortadella“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Die Mortadella stammt aus Italien. Wer eine italienische Spezialität kosten möchte, sollte auch zum Original greifen. Sonst hat es mit der ursprünglichen Wurstspezialität nichts mehr zu tun. Myrtenbeeren schmecken ähnlich dem Pfeffer, aber trotzdem anders. Spezialitäten der jeweiligen Region sind ein Spiegel der jeweiligen Gegend und deren Produkte. Die Mortadella wird dünn aufgeschnitten und gilt als italienische Delikatesse und wird in Maßen zu speziellen Anlässen gereicht. Wer sich an die Tradition hält, muss sich auch keine Kalorien fürchten und kann trotzdem den vollen Geschmack genießen.

Was ist Hard Seltzer? Bedeutung, Definition, Erklärung

Hard Seltzer: Ein neues Trend-Getränk erobert Europa

Wasser mit Kohlensäure und Alkohol. Der neue Trend heißt „Hard Seltzer“ und kommt nach Deutschland. Per Definition bedeutet Hard Seltzer so viel wie sprudelndes Wasser, versetzt mit Alkohol und manchmal auch mit Fruchtgeschmack. Dabei wird der Alkohol aber nicht einfach mit dem Wasser gemischt. Viel mehr handelt es sich bei der Herstellung um ein gebrautes Getränk. Den Ursprung findet das Trend-Getränk in Amerika. Dabei wird meist Alkohol auf der Basis von Malz oder Zuckerrohr genutzt. Im Rest der Welt kommt eher neutraler, fermentierter Alkohol zum Einsatz.

Die Tatsache, dass der Alkoholgehalt meist bei rund 5 Volumenprozent liegt, macht das Getränk zu einem sehr leichten Getränk. Die Flüssigkeit erinnert ein wenig an die Market La Croix, welche im Jahr 2015 ebenfalls beginnend aus den USA einen regelrechten Trend auslöste. Dabei handelte es sich um Wasser aus der Dose mit leichten Geschmacksrichtungen. In Amerika erlebte das Getränk insbesondere deshalb einen so großen Erfolg, weil sich immer mehr Amerikaner von den süßen Limonaden abwenden und gesunde Getränke probieren möchten. Der nächste Schritt heißt jetzt: Zum Wasser und dem Geschmack kommt jetzt Alkohol.

Was ist Hard Seltzer? Bedeutung, Definition, Erklärung, Geschichte

Nachdem es bereits alkoholfreie Biersorten gibt, sollte es auch Alkohol mit Wasser geben, dachten sich die Gründer. Schon 1993 kam diese Idee mit der amerikanischen Biermarke Coors auf. Sie entwickelten das Getränk Zima: sprudelnder Alkohol aus der Dose. Damals war jedoch noch nicht der richtige Zeitpunkt für ein solches Getränk, auch wenn der Ansatz bereits da war. Seit 2008 gibt es das Getränk in Amerika nicht mehr, lediglich in Japan ist es auch heute noch erhältlich. Einige Jahre später startete dann die Erfolgsgeschichte von Hard Seltzer.

Der Beginn erfolgte 2013 mit der Marke SpikedSeltzer mit Sitz in Boston. Wie die Legende des Unternehmens besagt war es die Liebe der beiden Gründerehefrauen zu Mineralwasser, die die beiden Erfinder zu ihrem Getränk inspirierten. Am Anfang sorgte der Wasser-Alkohol noch für befremdliche Reaktionen im Einzelhandel, doch mit der Zeit legte sich die anfängliche Verwirrung. Nur drei Jahre später waren bereits über eine viertel Million Kisten des Getränks verkauft. Ein Jahr später übernahm SpikedSeltzer die Firma und nannte sie in Bon & Viv um. Im Jahr 2019 kam dann der Durchbruch. Der Umsatz mit dem Getränk steigerte sich allein in diesem Jahr um unglaubliche 200 Prozent. Die Unternehmer rechnen bis 2021 mit einem Umsatz von über 2,5 Milliarden US-Dollar.

Hard Seltzer: Mehr Nachfrage nach leichten Getränken

85 % der in Amerika verkauften Getränkedosen kommen aus Truly oder dem Hause White Claw, wobei Truly zu der Boston Beer Company zählt. Bereits im Jahr 2018 teilte Brewers Association mit, dass der Bierumsatz in Amerika bei lediglich 4 Prozent liegt, während alkoholarme und leichte Alternativen einen regelrechten Boom erleben.

Auf den ersten Blick gehört Hard Seltzer zu den „Ready to Drink“ – Produkten. Doch es gibt eben noch weitere Vorteile. Die Tatsache, dass das Getränk lediglich 100 Kalorien je Dose hat, kaum Kohlenhydrate enthält, wenig Alkohol beinhaltet und glutenfrei ist, macht es besonders bei jungen Menschen beliebt. Genau das erkannten auch die Hersteller in Amerika. In Zeiten, in denen alkoholfrei Bars wie Pilze aus dem Boden spriesen und sich immer mehr Menschen um die eigene Gesundheit und den Körper Gedanken machen, ist ein solches Produkt ein echter Erfolg und ein perfektes Getränk zur richtigen Zeit. Hard Seltzer zielt dabei nicht auf ein bestimmtes Geschlecht oder eine Zielgruppe ab, sondern stellt ein Lebensgefühl ins Zentrum. Außerdem stellen die Macher seinen Nutzen in den Vordergrund. Es kann sowohl auf den Ausflug mit dem Boot mitgenommen werden wie auch zum Picknick am Nachmittag oder dem Abendessen am Strand.

Sprudelwasser mit Alkohol: Steuerprobleme in Deutschland

Längst nicht nur auf dem amerikanischen Markt ist das Sprudelwasser mit Alkohol beliebt. Der Trend kommt auch in großen Schritten nach Deutschland. Erst kürzlich sorgte ein Bericht im Mirror für Aufmerksamkeit. Demnach gründete Coco-Cola die EH Canning Tochterfirma in Großbritannien, um etwa ein Hard Seltzer herauszubringen. In Deutschland halten sich die Big Player bisher zurück.

Die gesamte Branche gibt sich, was das Sprudelwasser mit Alkohol anbelangt, sehr zögerlich. Den kleineren Anbietern kommt das zugute. So kam etwa kürzlich Holy Hard Seltzer mit vier unterschiedlichen Sorten auf den Markt. Viele Experten sehen die steuerliche Situation und die Bierkultur in Deutschland für die wichtigsten Gründe, warum sich hinsichtlich des Trend-Getränks so schwergetan wird. Der Markt in England und Amerika sei deutlich dynamischer als der deutsche Markt.

Eine besondere Hürde, da sind sich Getränkeexperten einig, ist die Alkoholpopsteuer. Seit 2004 besteht sie und wurde damals von der Bundesregierung verhängt, nachdem insbesondere Alkoholpops mit ihrem süßen Geschmack viele Jugendliche an den Alkohol heranführten. Die Steuer gilt seitdem auf alle alkoholhaltige Süßgetränke, die sich verschlossen und bereits gemischt in einem Behältnis befinden und deren Gehalt an Alkohol zwischen 1,2 und 10 Prozent Volumen liegen. Ob diese Steuerregelung auch für Hard Seltzer greift, ist stark vom Herstellungsverfahren abhängog. Pauschal kann nicht die Behauptung getroffen werden, dass Hard Seltzer kein Alkoholpop ist. Unter der Oberfläche, so berichten es Kenner der Branche, brodelt es hinsichtlich des neuen Trend-Getränks in der Dose bereits gewaltig – auch und vielleicht gerade in Deutschland.

Was bedeutet „Geschwurbel“ / „schwurbeln“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Geschwurbel“ ist ein abwertender Begriff aus der Umgangssprache und entspricht in etwa dem Geschwafel, dem Geschwätz oder dem Gelaber, im Sinne von bedeutungslosem, konfusem Gerede. Von einem Geschwurbel ist immer dann die Rede, wenn ein Zuhörer oder Leser von einem Redner oder einem Schreiber mit wirren, unverständlichen oder inhaltsleeren Aussagen konfrontiert wird. Geschwurbel geht weit über die Redewendung „Lange Rede kurzer Sinn“ hinaus. Denn eine lange Rede muss noch lange kein Geschwurbel sein. Eine lange Rede ist dann Geschwurbel, wenn sie keinen Sinn ergibt. Schwurbeln meint ein verworrenes und logisch nicht nachvollziehbares Gerede oder Geschreibe.

Was bedeutet „Geschwurbel“ / „schwurbeln“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Leider sind die, die schwurbeln, immer davon überzeugt, wichtige und besonders inhaltsvolle Texte oder Reden von sich zu geben. Dieser Widerspruch ist fatal. Denn er lässt keine Mitte zu. Es gibt beim Schwurbeln kein ehrliches Zusammentreffen zwischen Schwurbler und Zuhörer oder Leser. Denn entweder erklärt der Zuhörer dem Schwurbler ehrlich, dass er nichts von dem Geschwurbel versteht oder der Zuhörer tut so, als würde er etwas verstehen, weil alles andere entweder peinlich für den Schwurbler oder peinlich für den Zuhörer ist. In beiden Fällen kann sich der Schwurbler allerdings selbstgefällig auf die Schulter klopfen. Denn er wird entweder davon überzeugt sein, dass er zu genial für den Zuhörer ist und der seine Aussagen deswegen nicht verstehen kann oder aber der Zuhörer gibt dem Schwurbler Recht, um nicht zugeben zu müssen, dass er nichts verstanden hat. Auch dann wird der Schwurbler das sichere und selbstgefällige Gefühl haben, der Genialere von beiden zu sein.

Woher kommt das Wort „Geschwurbel“? Wortherkunft, Bedeutung

Die Herkunft des Wortes „Geschwurbel“ lässt sich bis ins Mittelhochdeutsche zurückverfolgen. Dabei handelt es sich um eine Sprachstufe des Deutschen, die dem Hochmittelalter zwischen 1030 bis 1350 nach Christus zugeordnet werden kann. Mittelhochdeutsch wurde im ober- und mitteldeutschen Raum gesprochen, nicht aber im nieder- bzw. plattdeutschen. Das ist sicher der Grund dafür, weshalb „Geschwurbel“ und „schwurbeln“ als umgangssprachliche Begriffe nicht landesweit bekannt sind und in Niederdeutschland, also im heutigen Norddeutschland nicht vorkommen.

„Schwurbeln“ kommt vom mittelhochdeutschen Wort „swerben“, das schwindlig werden oder auch taumeln, sich wirbelnd bewegen, sich in verwirrter Menge bewegen oder sich im Kreis drehen bedeutet. Diese Wortherkunft erklärt, was es mit dem Geschwurbel auf sich hat. Wer schwurbelt, kann keine klaren Gedanken fassen. Er redet oder schreibt so verwirrend, dass ihm niemand folgen kann. Da es sich bei dem Wort „Geschwurbel“ um einen umgangssprachlichen Begriff handelt, dessen Herkunft Jahrhunderte zurück reicht, ist zu überlegen, warum er sich so lange im verbalen Gedächtnis der Menschen gehalten hat. Vermutlich liegt ihm eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung zugrunde.

Was steckt hinter dem „Geschwurbel“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Möglicherweise ist es einer dieser Begriffe, die es den einfachen, weniger gebildeten Menschen ermöglichten, ihre geistige Unfähigkeit, gelehrten Ideen zu folgen, sprachlich auf das Gegenüber zu projizieren. Über Jahrhunderte konnten einfache, ungebildete Menschen den Reden von Gelehrten und Kirchenleuten kaum folgen. Bis in die Neuzeit hinein war deren Sprache das Latein. Vielleicht haben diese Menschen von sich auf diese Redner geschlossen. Wenn sich in ihrem Kopf alles drehte und sie „nur noch Bahnhof“ verstanden, wie wir heute sagen würden, haben sie vielleicht ihre eigenen Schwäche auf das Gegenüber projiziert. Sie haben nicht ihre eigenen begrenzten geistigen Möglichkeiten erkannt, sondern stattdessen pauschal die Ideen der Gelehrten als Geschwurbel abgetan. Dies würde erklären, weshalb dieser Begriff noch heute eine ausschließlich abwertende Bedeutung hat.

Wer diesen Begriff heute verwendet, tut dies vielleicht aus demselben Grund. Entweder das Gesagte oder Geschriebene ist tatsächlich wirres Zeug. Oder aber der Zuhörer oder Leser ist geistig schlicht nicht in der Lage, dem Redner oder Schreiber zu folgen und tut ihm mit der Beschreibung seiner Arbeit als Geschwurbel Unrecht.

„Pseudos“, „Selbst-Ernannte“ und ihr Geschwurbel

Geschwurbel findet sich überall da, wo viel geredet und wenig gesagt wird. Das kann in allen gesellschaftlichen Bereichen der Fall sein. Sicher gibt es einige Bereiche, die dafür prädestiniert sind und Schwurbler geradezu anziehen. Das ist häufig in einem politischen, religiösen oder geisteswissenschaftlichen Umfeld der Fall. Normalerweise sind Schwurbler wenig erfolgreich. Denn Schwurbeln ist mehr als schlechter Stil.

Schwurbeln zeigt, dass der Redner oder Schreiber keine klaren Gedanken fassen kann. Ein solcher Mensch wird dann häufig auch als Pseudowissenschaftler, Verschwörungstheoretiker oder als religiöser Eiferer bezeichnet. Echte Fans lassen sich davon nicht abschrecken. Das war schon bei den mittelalterlichen Wanderpredigern so. Die Charismatischsten unter ihnen konnten ihre Zuhörer mitreißen, obwohl sie nicht einmal deren Sprache beherrschten.

„Lemprièr’s Wörterbuch“ und der sogenannte Übersetzerstreit

Ein Beispiel dafür, welche Folgen ein Schwurbeln im literarischen Bereich haben kann, war der sogenannte Übersetzerstreit im Jahr 1992. Es ging um die deutsche Übersetzung von Lawrence Norfolks „Lemprière’s Dictionary“. Das Buch „Lemprièr’s Wörterbuch“ erschien 1992 im Albrecht Knaus Verlag und war im Grunde unleserlich. Unzählige deutsche Leser waren damals der Meinung, dass es an ihrer geistigen Begrenztheit läge, weshalb sie der vermuteten Genialität des Autors nicht folgen konnten. Erst Ende des Jahres 1992 wurde allen Betroffenen klar, dass es sich bei dem Buch lediglich um eine völlig missglückte Übersetzung ins Deutsche handelte. Die vermeintliche Inhaltsschwere war nichts als eine geschwurbelte Inhaltsleere, aufgrund des falsch verstandenen Ausgangsmaterials durch den Übersetzer. Seine unsinnige Übersetzung ließ eine halbe Leserschaft an ihren geistigen Fähigkeiten zweifeln. Die andere Hälfte hingegen hielt das Buch für intellektuell anspruchsvoll. So ist das mit Geschwurbel.

Was ist der Utility Trend? Was ist Utility Style? Erklärung

Als „Utility Trend“ bzw. „Utility Style“ wird Mode bezeichnet, die auf Militär-Uniformen, Alltagskleidung und Gebrauchskleidung von Arbeitern basiert. Mode im Utility Style hat eine große Funktionalität.

Vor Jahren wurde Gebrauchskleidung für wirtschaftliche Zwecke eingeführt. Gebrauchskleidung wurde von Arbeitern als Teil ihrer Uniform getragen. Wenn Sie in den letzten Saisons der Mode gefolgt sind, wurde dieser vom Militär und von Arbeitern inspirierte Trend überall auf der Welt entdeckt. Jetzt wurden grundlegende Jacken, Westen, Hosen, Pullover, Hemden und Anzüge neu gestaltet, um die Funktionalität zu verbessern. Utility Wear ist leicht zu tragen und ein Trend, der sich 2020 lohnt.

Was ist der Utility Trend? Was ist Utility Style? Erklärung

Der Utility Trend nutzt Elemente aus den Uniformen der Handarbeit und interpretiert sie zu einem modernen Trend. Der größte Vorteil des Trends ist die Funktionalität. Das richtige Stück passt problemlos in Ihre Alltagskleidung. Egal, ob Sie überlegen, was Sie für eine Veranstaltung oder ein Festival anziehen möchten, dieser Trend hat Sie abgedeckt.

Von Arbeitskleidung inspirierte Kleidungsstücke werden ebengalls immer beliebter. Tauschen Sie Ihre einfachen T-Shirts und Jeans gegen moderne Gebrauchskleidung. Die erdige Farbpalette, die militärischen Untertöne und die Sanddünenfarben lösen knallige Farben auf dem Markt ab.

Kesselanzüge, Safarijacken, scharfe Kragen, lockere Silhouetten, Gürteltaschen und klobige Turnschuhe gehören zum Trend der Gebrauchskleidung. Die „It“ -Tasche von 2019 ist die Gürteltasche, die als Streetstyle-Trend der Popkultur-Ikonen begann. Die Gürteltasche aus den 80ern feiert dank Chanel, Louis Vuitton und anderen großen Modehäusern ein Designer-Comeback.

Warum hat der Utility-Trend / Utility-Style Zukunft? Erklärung, Bedeutung, Definition

Utility ist in diesem Frühjahr das große Schlagwort in der Herrenmode. Von kultigen japanischen Streetwear-Marken bis hin zu den Marktführern des italienischen Luxus treten alle auf. Die Stoffe werden leichter und widerstandsfähiger, die Anzahl und Größe der Taschen nimmt zu, und intelligente technische Details treten in den Vordergrund. Die Message hinter dem Utility Trend ist ganz klar: Es reicht nicht mehr aus, dass Ihre Kleidung nur noch gut aussieht. Sie müssen auch darauf achten, dass die Kleidung einen Nutzen hat.

Die Idee, dass Kleidung einen Zweck erfüllen sollte, der nicht nur gut aussieht, ist nicht neu. es geht der Mode selbst voraus. Seit unsere entfernten Vorfahren die isolierenden Eigenschaften von Wollmammuthaut entdeckt haben, haben wir uns mit Kleidung befasst, um auf die Herausforderungen unserer Umwelt zu reagieren. Sie sind im Wesentlichen funktionale Gegenstände. Welchen ästhetischen Wert sie auch haben, ist zweitrangig gegenüber der Verpflichtung, dass die Kleidungsstücke uns vor der Kälte schützen sollen. Das soll nicht heißen, dass wir auf die Ästhetik komplett verzichten müssen. Andererseits sollten wir Kleidung auch nicht als Mittel zur äußerlichen Selbstdarstellung betrachten. Für den Utility Trend muss die Form der Kleidung jedoch durch eine zugrunde liegende Funktion rationalisiert werden. Männer möchten gerne eine Stilwahl rechtfertigen können. Die funktionale Natur dieses Looks ist eine, die sie ihren Freunden sicher erklären können.

Funktion ist alles. So wie sich der Urmensch in Pelze gewickelt hat, um sich vor der Kälte zu schützen, so zieht der heutige „Utilitarist“ seine Kleidung an, um sich vor den Gefahren der Außenwelt zu schützen. In der Praxis bedeutet dies, eine Sichtweise auf den Stil anzunehmen, die von den spezifischen Anforderungen des modernen Stadtlebens geprägt ist. Beim Utility Trend werden Kleidungsstücke für andere Zwecke entwickelt, an die Bedürfnisse der Menschen angepasst und können vielseitig verwendet werden.

Mitbegründer dieser Bewegun ist ein gewisser Errolson Hugh, dessen Kultlabel Acronym eine Vision zeitgenössischer Streetwear präsentiert. Seine funktionalen Kleidungsstücke haben eine entscheidende Rolle dabei gespielt, diesen Look einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Fazit: Was ist der Utility Trend? Was ist Utility Style? Erklärung

Die Utility-Bewegung kann als subtile Weiterentwicklung des Outdoor-Trends angesehen werden, bei dem die wetterfesten Stoffe und die technische Konstruktion spezieller Outdoor-Ausrüstung in Kleidung verpackt wurden, die für eine in der Stadt lebende Kundschaft geeignet ist. Der Hauptunterschied? Während der Outdoor-Trend den Geist der Natur kanalisierte, ist dies ein Look, der in kaltem Beton und Stahl verwurzelt ist. Die Palette aus Schwarz, Olivgrün und Asphaltgrau ist so konzipiert, dass sie sich eher einfügt als auffällt.

Warum heißt Leberkäse „Leberkäse“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Leberkäse hat weder explizit etwas mit Leber noch (bis auf eine Ausnahme) etwas mit Käse zu tun. Etwas Leber kann aber enthalten sein, jedoch stammt von ihr nicht der Name. Es gibt übrigens in einigen Regionen (vor allem in Österreich) auch andere Bezeichnungen für diesen Laib aus Brühwurst in der der charakteristischen eckigen Pastetenform, so zum Beispiel Fleischkäse. Auch das hat nichts mit Käse und nur begrenzt etwas mit Fleisch und Leber zu tun. Darüber kennt man zumindest in Bayern auch Schweinskäs´ (nur mit Schweinefleisch, aber wiederum ohne Käse) und Kalbskäs´.

Warum heißt Leberkäse „Leberkäse“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Das Wort „Leberkäse“ wird aus dem Althochdeutschen abgeleitet, das etwa zwischen 730 bis 1060 gesprochen wurde. Es bedeutete „Reste im Kasten“ und verweist treffend auf die Herstellung von Leberkäse. Dabei standen die Worte

  • Leber für althochdeutsch laiba (= Rest) und
  • Käse für althochdeutsch = Kasten,

woraus sich die Bedeutung ableitet. Die Menschen im Mittelalter sammelten einfach alles zusammen, was sie noch an Fleisch- und Wurstvorräten vorfanden, und brühten daraus den bekannten Laib in Kastenform.

Wie wird Leberkäse heute zubereitet? Erklärung

Die Basis für den Fleischkäse ist dasjenige Brät, das auch für Fleischwurst eingesetzt wird. Es besteht aus Speck, magerem, sehnenarmem Schweinefleisch, fein geraspeltem Eis, manchmal etwas Rindfleisch, gelegentlich auch etwas Leber und Gewürzen. Nachdem die Zutaten fein gekuttert wurden, kommen als typische Gewürze (wichtig für den Geschmack)

  • Pfeffer,
  • Pökelsalz,
  • Macis,
  • Ingwer und
  • Koriander

hinzu. Gewerblich hergestellter Leberkäse enthält auch Farbstabilisatoren und Glutamat. Das Pökelsalz macht den Leberkäse an sich rot, doch erst die Farbstabilisatoren erhalten diese Rötung. Anschließend kommt die Masse in einen kastenförmigen Bräter und wird im Backofen gegart. Es gibt spezielle Leberkäsformen. Berühmt ist das Gericht vor allem in Bayern. Daher wird es dort und auch in anderen deutschen Regionen als „Bayerischer Leberkäs(e)“ vermarktet.

Ist in Leberkäse Leber enthalten? Erklärung, Bedeutung

Da man diese Art gebackene Brühwurst nun schon seit 1.000 Jahren „Leberkäse“ nennt, erwarten viele Menschen, dass wirklich Leber enthalten ist. Käse erwarten sie eigenartigerweise nicht. Im Laufe der letzten etwa 100 Jahre wurde daher in die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs die Vorschrift aufgenommen, dass Leberkäse außerhalb von Bayern zwingend Leber enthalten muss (in Bayern jedoch nicht unbedingt), es sei denn, der außerhalb von Bayern angebotene Leberkäse heißt „Bayerischer Leberkäse“. Dann kann er, muss aber nicht unbedingt mit etwas Leberanteil zubereitet werden. Wenn die Leber vorgeschrieben ist, gibt es wiederum keine speziellen Anweisungen für die Höhe des Leberanteils, außer bei Stuttgarter Leberkäse: Dieser muss mindestens 5 % Leber enthalten. Hierfür garen die Hersteller zuerst Speck und Schweineleber vor, anschließend kuttern sie diese Zutaten zusammen mit dem Brät.

Varianten von Leberkäse

In Deutschland verwendet man für die Herstellung von Leberkäse zumeist Standardrezepte. Beispiele wären hierfür der gebackene Fleischkäse mit blanchierten Speckwürfeln, der grobe Fleischkäse mit Jagdwurst im Grundbrät und als Zugabe Fleisch (zerkleinert, aber nicht gewolft), weißer Leberkäse mit Bratwurst als Grundbrät und ohne Pökelsalz, sodass der Leberkäse fast weiß bleibt, Schweinskäse mit einem Fettnetz, Stuttgarter Fleischkäse mit grob gewolftem Schweinebauch sowie einem Grundbrät aus Bratwurst, Stuttgarter Leberkäse mit mindestens 5 % Schweineleber sowie Fränkischer Leberkäse ebenfalls mit roher Schweineleber. In Österreich kennt man den Neuburger mit weniger Schweinefett, außerdem gibt es noch den Kalbskäse mit Gelbwurst und ohne Pökelsalz sowie den Kalbfleisch-, Putenfleisch- und Pferdeleberkäse. Es gibt sogar einen Käseleberkäse, der tatsächlich etwas Käse enthält (Emmentaler oder Bergkäse). Dort kommen auch Einlagen wie Champignons, Salami und Oliven hinein.

Typische Gerichte mit Leberkäse

Bayrischer Leberkäse wird gern mit Kartoffelsalat und Spiegelei serviert. Sehr oft erhält man auch auf Weihnachtsmärkten die Leberkäsesemmel, weil sich kalter Leberkäse ähnlich wie eine Lyoner schneiden lässt. Auf die Leberkäsesemmel (Brot funktioniert auch) kommt süßer oder mittelscharfer Senf. Diese Semmel ist eine beliebte Zwischenmahlzeit. Des Weiteren lässt sich Leberkäse in der Pfanne aufbraten. Er ist dann „abgebräunt“, dazu passen Rotkraut, Spiegelei und Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat. Darüber hinaus lässt sich Leberkäse panieren, als falsches Cordon bleu zubereiten und in einer Aluminiumbackformen aufbacken.

Warum heißt der VW Bus auch „Bulli“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Der VW Bulli heißt offiziell „VW Transporter“. Dann folgt das T mit einer Ziffer. Diese wiederum steht für den Typ oder das Nachfolgemodell. Mittlerweile gibt es den T3 bis T6. Ab 2021 kommt der T7 auf den Markt.

Wie kam der VW Bulli zu seinem Namen? Namensherkunft

Die Bezeichnung Bulli sollte eigentlich den Zusammenhang von Bus und Lieferwagen symbolisieren, wurde jedoch aus rechtlichen Gründen bis 2007 nicht offiziell verwendet. Das hängt mit der geschützten Bezeichnung Bulli zusammen, die sich die Kässbohrer Geländefahrzeug AG in den 50-er Jahren sichern ließ. Erst zum 60.- Geburtstag des VW Transporters durfte die Volkswagen AG den Namen erwerben. Die Übergabe fand bei der Jubiläumsfeier statt.

„Bulli“ setzt sich also aus den Worten „Bus“ und „Lieferwagen“ zusammen. Fans der VW Transporters T2 und T3 verwenden die Bezeichnung „Bulli“ gerne.

In seiner ersten Form wurde der VW Transporter von 1950 bis 1967 mit unterschiedlichen Modifikationen gebaut. Er verfügt jeweils über einen 1,1 bis 1,5 Liter Ottomotor. Die sich bis heute anschließenden Modellreihen T3 und T6 verfügen jedoch schon jeweils über die aktuellen Leistungsprofile.

VW Bus T (Bulli): Geschichte

In den 1930-er Jahren konzipierten die Techniker der Volkswagen GmbH den ersten VW Käfer. Sein Motor sollte später die Basis für den ersten VW Bulli T1 werden. Während des Krieges stellten die Verantwortlichen die Produktionen jedoch zugunsten militärischer Fahrzeuge um.

Nach Kriegsende konzentrierte sich Volkswagen in erster Linie auf die Herstellung des Käfers. Einen Markt für Nutzfahrzeuge, auf dem man den VW Transporter hätte verkaufen können, gab es nur bedingt. Noch waren die Lastkraftwagen, die den Krieg überstanden hatten oder den Alliierten abgekauft wurden, im Einsatz. Mit dem zunehmenden Wiederaufbau in Westdeutschland benötigten die Handwerker und der Handel aber zunehmend günstige Kleintransporter, die sich auch wirtschaftlich betreiben ließen.

Warum heißt der VW Bus auch „Bulli“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung, Geschichte

1947 war der Käfer noch der einzige Verkaufsschlager der Wolfsburger. Dabei setzte das Werk schon auf Exporte. Bei einer Besichtigung fiel dem niederländischen Exporteur Ben Pon die motorisierten Plattenwagen auf. Sie wurden benutzt, um Arbeitsmaterialien und Teile von einem Arbeitsplatz zum nächsten zu transportieren. Angetrieben wurden sie jeweils von einem Käfermotor. Auch das Chassis stammte vom Erfolgsmodell. Hinten saß der Fahrer. Vor ihm befand sich eine festmontierte Platte, auf der beispielsweise Bauteile oder Werkzeuge verlagert wurden. Ben Pons schloss daraus, dass sich der Käfer in modifizierter Form auch als Kleintransporter eignen würde. Er ging von einer Nutzlast von bis zu 750 Kilogramm aus. Als typische Abnehmer konnte er sich Handwerker, Händler und Bauern vorstellen. Das Fahrzeug war als Pritschenwagen oder Kombi denkbar. Es dürfte auch nicht sehr viel teurer werden als ein fast baugleicher Käfer. Sein Vorschlag wurde von der Geschäftsleitung, dem Vertrieb sowie der Entwicklungsabteilung der Volkswagen GmbH positiv aufgenommen.

1948 kreierte die Entwicklungsabteilung von VW den ersten VW Transporter, der auch als Bulli bekannt wurde. Der Kleintransporter erhielt die Kurzbezeichnung T2.

Da Volkswagen seinen Bulli nicht selbst mit allen möglichen Zusatzaufbauten versehen konnte, ging die Firma Partnerschaften ein oder vergab für diese Zwecke Lizenzen. Ein bekannter Kooperationspartner wurde die Westfalen Mobil GmbH oder kurz Westfalia, die noch heute wertbeständige VW Campingbusse ausstatten.

Die zunehmende Auslastung in Wolfsburg machte Auslagerung der VW Bulli Produktion notwendig. 1955 ging im Hannover ein neues Werk in Betrieb, dessen Mitarbeiter in Wolfsburg für ihre anspruchsvollen Aufgaben geschulten wurden. Bis zu 5.000 Kollegen bauten in der Spitzenzeit bis zu 200 Transporter pro Tag.

Wie wurde der VW Bulli konzipiert?

Der Bulli sollte ein Gewicht von bis zu 750 Kilo tragen können. Grundsätzlich wurde er als Nutzfahrzeug für den Handel sowie das Handwerk geplant. Kurz darauf kam der eigentlich für den amerikanischen Markt entwickelte VW Samba heraus, der sich primär an Familien und deren Reisebedürfnisse richtete.

Bei der Umsetzung konnten einige Komponenten des VW Käfers übernommen werden. Dazu zählten der Motor, das Getriebe sowie die Vorderachsen, die jedoch modifiziert werden mussten.

Der Rahmen sowie die Hinterachse des VW Käfers waren jedoch für die geplante Zuladung nicht robust genug. Deshalb wählten die Ingenieure ein neu konstruiertes Fahrgestell mit tragender Karosserie. Außerdem verwendete man die Leichtbauweise. Den vom VW Käfer stammenden luftgekühlten Boxermotor setzten die Ingenieure im Heck des Fahrzeuges ein. Seine Leistung wurde jeweils von einem 1,1 bis 1,5 Liter Boxermotor geleistet. Im Laufe der Jahre verbaute man jedoch immer leistungsfähigere Motoren, die den Bedürfnissen der Kunden und den gestellten Anforderungen entsprachen.

Der Handel und das Handwerk benötigten nach der Währungsunion einen VW Bulli, der sowohl die Mitarbeiter, ihre Werkzeuge als auch verschiedene Erzeugnisse transportieren konnte. Einige Fahrzeuge wurden mit bis zu acht zusätzlichen Sitzen ausgestattet. Dazu kamen zwei Türen, die sich nebeneinander befanden und gleichzeitig zu öffnen waren. Weitere Gegenstände konnten durch die Heckklappe eingeschoben werden. Der Platz wurde hier nur durch den Heckmotor eingeschränkt. Im Handwerk war die Pritschenversion beliebt. Ab 1958 kam die Doppelkabine dazu. In ihr fanden bis zu sechs Mitarbeiter Platz. Dafür musste sich der Unternehmer mit einer räumlich begrenzten Pritsche zufriedengeben.

Bei Handwerkern und Händlern war und ist der VW Bulli beliebt. Schon die erste Version konnte günstig erworben werden. Er kostete ungefähr das 20-fache eines durchschnittlichen Gehalts und ca. 150 Deutsche Mark mehr als ein vergleichbarer VW Käfer. Dazu kam der relativ niedrige Verbrauch.

Der VW Bulli Transporter erhält ein weltoffenes Design
Runde Formen sprechen Menschen besser an als eckige. Diese Wahrnehmung kommt auch der Aerodynamik zugute, da sich in den Rundungen kein Wind fangen kann. Auf diese Weise ist das Fahrzeug nicht nur schneller, sondern verbraucht auch weniger Treibstoff.

Der VW Transporter der ersten Baureihe, der den Namen Bulli als erstes verdient hätte, stach durch seine beiden vertrauenserweckenden großen Scheinwerfer hervor. Dazu kam das große VW-Logo und die Anbauten.

Wurde der Bulli als Familienauto erworben, wurde er zum motorisierten Angehörigen. So sahen und sehen es einige Menschen, die einen Bulli besaßen oder noch ihr eigen nennen. Dafür sorgte auch seine Frontpartie, die auf Menschen wie ein freundlich lächelndes Gesicht wirkt. Somit wurden dem Fahrzeug auch Charakterzüge zugesprochen, die sich teilweise mit denen seines Besitzers decken konnten.

Der VW Bulli für die Familie

In den frühen Fünfzigerjahren konnte man in Deutschland wieder an das Reisen denken. Nur das Fliegen war sehr teuer. Deshalb benötigte die Familie einen VW Bulli, in dem eine größere Gruppe Platz fand.
Vor allem in den U.S.A. wurde der VW Bulli Samba ab 1951 zum Verkaufsmagneten. Der Samba besaß bis zu acht Sitzplätze, mehrere Dachfenster und ein Schiebedach. Außerdem wurde er in zwei- oder dreifarbiger Lackierung angeboten. Erst als die amerikanischen Automobilhersteller die betreffenden Lücken in ihren Produktlinien mit eigenen höher motorisierten Fahrzeugen schlossen, musste sich der Konzern primär auf das europäische Geschäft mit dieser Variante konzentrieren. Mit dem Ende der Produktion des T1 lief auch der Samba 1967 aus. Bei den Nachfolgern sah VW jedoch ein vergleichbares Fahrzeug nicht mehr vor.

Warum tragen viele Rapper ein „Lil“ im Namen? Erklärung, Bedeutung


Lil Uzi Vert oder Lil Baby, aber auch DaBaby oder Juice WRLD: Viele Hip-Hop-Stars verwenden infantile, verniedlichende Pseudonyme, die sie scheinbar kleiner, vor allem aber jünger machen. Das „Lil“ im Namen dominiert dabei ganz eindeutig. Der Trend hat einen Hintergrund. Diesen erfährst du in diesem Beitrag.

Warum tragen viele Rapper ein „Lil“ im Namen? Erklärung, Bedeutung

Es ist hier niemand bei der Namenserfindung (die Namen sind durchweg Pseudonyme) auf der Tastatur ausgerutscht. Die derzeit erfolgreichsten US-Hip-Hopper heißen ganz bewusst so. Sie dominieren schon seit Anfang 2020 die Billboardcharts, denn in den USA entfielen acht der Top-Ten-Singles allein im Juli auf das Genre. Ähnlich sieht es in den Albumcharts aus.

Daher ist es durchaus interessant, nicht nur den Hip-Hop selbst, sondern auch die Geschichte und den Hintergrund seiner Namensfindung zu kennen. Grundsätzlich gilt: Ein Name muss in dieser Szene immer punktgenau zum Stil passen. Die Rapper legen sich daher grundsätzlich Künstlernamen zu, was inzwischen eine lange Tradition hat. Jeffrey Ogbar (University of Connecticut) hat lange dazu geforscht und gilt inzwischen als Hip-Hop-Experte. Er beschreibt die Entwicklung so: Ein Pionier des Genres war Grandmaster Flash. Er trat seit den 1970er-Jahren unter seinem Pseudonym auf. Seine Kollegen folgten ihm alsbald und erfanden ihre Pseudonyme nach eigenen Charakteristika. Ein Beispiel wäre Twista: Dieser Name (in etwa: „Wirbelwind“) passte zu seinem blitzschnellen Rap-Stil.

Die aktuellen Künstler gehen teilweise ebenfalls diesen weg. So hat Lil Uzi Vert die Uzi im Namen, weil er „wie ein Maschinengewehr“ rappt (Uzi ist eine israelische Maschinenpistole). Der Künstler gab dies in einem Interview mit dem Fachmagazin „Vibe“ preis. Doch das erklärt noch nicht das „Lil“ im Namen. Dieses steht nämlich für „Little“, also „klein“, und ist ein Slangausdruck der afroamerikanischen Szene. Der Hip-Hop, der grundsätzlich mit der Sprache und der daraus resultierenden Identität spielt, benutzt solche Begriffe nicht umsonst. Das bedeutet im Klartext: Mit „Lil“ grenzen sich kleine von großen Rappern ab. Jene aus ihrer Sicht großen Vertreter des Hip-Hops lassen sich gern als „OG“ kennzeichnen, was für „Original Gangster“ steht. In der Gangkultur ist dieser die Eminenz. Rapper dieser Sorte sind beispielsweise Dr. Dre, Ice-T und Snoop Dogg. Nun fragt es sich natürlich, warum sich jüngere Künstler mit „Lil“ bewusst kleiner machen. Dafür gibt es einen sehr guten Grund: Der Hierarchie der inzwischen älteren Gangsta-Rapper (kein Schreibfehler, sondern Slang) setzen sie ihre Jugend entgegen.

„Lil“ für aufstrebende Rapper

Das „Lil“ steht für junge, nachrückende, aufstrebende Künstler. Ein „OG“ fördert sie oft, manchmal verehren sie ihn auch einfach und folgen seiner Tradition. So bekennt sich der junge Lil Nas X zu seinem Idol Nas. Das „Lil“ in den Namen aufzunehmen hat inzwischen eine Tradition, die bis ins Jahr 2000 zurückreicht. Ab diesem Zeitpunkt wurde „Lil“ Wayne sehr bekannt. Die infantilen Namen wurden ab sofort gern und häufig genutzt. Neben „Lil“ ist auch „Baby“ relativ häufig anzutreffen. Das verwundert bei der Jugend der Rapper nicht. Inzwischen ist die Hip-Hop-Kultur fast ein halbes Jahrhundert alt, weshalb sich die Jungen inzwischen von den Älteren abgrenzen wollen. Das erreichen sie mit dieser Art der Namensfindung. Ihre Musik zeigt das ebenfalls. Aktuell gibt es eine Trap-Welle mit dunklem, basslastigen Sound und reduzierten Texten. Ein elementares Stilmittel ist die Stimmverzerrung per Autotune. Der politische Rap fristet hingegen bei den jüngeren Hip-Hoppern eher ein Schattendasein, was die älteren Kollegen unverblümt kritisieren. Gerade angesichts der Demonstrationen gegen rassistische Polizeigewalt in den USA würde man deutliche Statements von jungen Rappern erwarten, die aber lieber Drogen und Gewalt zu ihren Themen erheben. Ausnahmen gibt es natürlich. Der Rapper Lil Baby veröffentlichte im Sommer 2020 ein Video, dessen Song die Bewegung Black Lives Matter hervorhob. Bei YouTube hat dieser Song inzwischen über 60 Millionen Klicks.

Was bedeutet „Quarantine and chill“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Quarantine and chill“ ist eine Abwandlung des beliebten Spruchs „Netflix and chill“. „Quarantine and chill“ ist schlicht die Aufforderung die Quarantäne gemeinsam zu Hause in Ruhe zu überstehen.

Der Spruch „Quarantine and chill“ verbreitet sich seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 und nimmt scherzhaft auf Quarantäne-Regeln, Social Distancing und Hygiene-Formeln (AHA).

„Quarantine and chill“ wird mehrdeutig verwendet.

Was bedeutet „Quarantine and chill“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der aus der Not, während der Pandemie, geborene Begriff bedeutet, dass man sich während dem Aufhalten im Eigenheim entspannt.

Seit dem Ausbruch des Coronavirus waren zahlreiche Menschen in Quarantäne und mussten viel Zeit in den eigenen Wänden verbringen. Zudem herrschten vielerorts Ausgangssperren, Discotheken, Bars und Restaurants waren zugesperrt oder schloßen früh und auch große Events wurden abgesagt. In Regionen mit hohen Infektionsraten wurden die Menschen aufgefordert, ihre Freizeit im Eigenheim zu verbringen.

Die beste Lösung ist, die Zeit zu Hause zu genießen und diese Phase als Auszeit vom sonst so stressigen Alltag zu sehen. Das nicht ganz freiwillige Entkommen des sonst üblichen Freizeitstresses wird als „Quarantine and chill“ bezeichnet.

Dieser junge Begriff kann jedoch auch als eine Art Aufforderung verstanden werden, die Quarantäne zusammen zu überstehen und sich dabei nahezukommen.

„Quarantine and chill“: Bedeutung, Definition, Erklärung

Um Missverständnisse und peinliche Situationen zu vermeiden, erfährst du nachfolgend, wie die Bezeichnung „Quarantine and chill“ richtig angewendet wird.

Wenn zum Beispiel die beste Freundin schreibt, kannst du unverfänglich mit dem Modeausdruck „Quarantine and chill“ antworten. Im Normalfall verstehen Freunde diesen Ausdruck in dessen ursprünglicher Bedeutung.
Auch wenn man seinen Geschwistern mit „Quarantine and chill“ auf eine unverfängliche Frage antwortet, wird dieser Begriff nicht missverstanden.

Anders verhält es sich, wenn der Ausdruck „Quarantine and chill“ in Zusammenhang mit einem Flirt verwendet wird. Wer seiner Flamme mit „Quarantine and chill“ antwortet, muss damit rechnen, dass es zu einem Missverständnis kommt. Der Gesprächspartner könnte annehmen, dass es sich um eine Einladung zum gemeinsamen Relaxen mit Körperkontakt handelt.

Warum trifft man in Dating-Apps häufig auf „Quarantine and chill“?

Anmerkung der Redaktion: „Quarantine and chill“ ist ein widersprüchlicher Begriff. Denn mit Fremden sollte man sich gerade nicht in Quarantäne begeben. Mit Menschen mit denen man im gleichen Haushalt wohnt, ist die gemeinsame Quarantäne durchaus möglich.

In zahlreichen Dating-Apps wie beispielsweise Bumble und Tinder trifft man immer häufiger auf diesen Modeausdruck, der sich aus der Corona-Pandemie entwickelt hat. Mittlerweile ist dieser Begriff sogar in Profiltexten zu finden.

Da Singles nicht wie gewöhnlich ihre Abende bei Festen, Events, in Bars und Discos verbringen können, ist ihnen oftmals langweilig. Sie suchen einfach nur Ablenkung und ein wenig Abwechslung. Singles schreiben vermehrt fremde Personen an, da dies während der Corona-Pandemie eine der wenigen Möglichkeiten ist, die Abende nicht alleine zu verbringen.

Natürlich kann es sich bei „Quarantine and chill“ auch um eine Aufforderung zum Date handeln. Wer auf einer Dating-Plattform zu „Quarantine and chill“ eingeladen wird, kann sich auf entspannte Stunden mit Körperkontakt freuen.

„Quarantine and chill“ Produkte

Der Ausdruck „Quarantine and chill“ ist mittlerweile auch der Titel eines Ratgebers.

Zudem werden seit kurzer Zeit einige Artikel als „Quarantine and chill“ Produkte beworben. T-Shirts mit dem Slogan „Quarantine and chill“ liegen voll im Trend.

Ebenso hat sich dieser Begriff bei Wellness-Produkten durchgesetzt.
Es sind sogar „Quarantine and chill“ Teemischungen am Markt, mit welchen die Zeit im Eigenheim noch angenehmer und entspannter werden soll.

Warum haben Altbauten so hohe Decken? Erklärung

1. Ansehen und Prestige im gehobenen Wohnungsbau um 1900: Altbauten und hohe Decken

Zum nahenden Ende der Kaiserzeit gab es hierzulande, und andernorts unter ähnlichen Umständen, einen immer noch bestehenden Standesunterschied. Darum waren gerade die Mitglieder vermeintlich höherer Stände spätestens seit der Erstarkung des Bürgertums sehr darauf bedacht, den eigenen sozialen Status klar und deutlich zu repräsentieren.

Bei der Mode waren das aufwendige Garderoben für die Damen mit komplizierten Regeln zur Nutzung und Etikette. Je höher der soziale Stand, desto wichtiger und aus heutiger Sicht seltsamer muteten die tatsächlichen, also sichtbaren Beispiel dieser Machtdarstellung an.

Dabei war der soziale Rang mindestens genauso wichtig wie die finanzielle Stärke. Bis in die untersten Klassen überzeugte diese aufdringliche Zurschaustellung, denn Luxus und Wohlstand gelten seit jeher als erstrebenswert.

Das gilt dann natürlich auch für die Stadtwohnungen. Sie mussten nämlich nicht nur in bester Lage bestehen, sondern auch durch Aufbau und Nutzung einen klaren Unterschied darstellen zu den engen, dunklen, stickigen und überfüllten Mietskasernen der Arbeiter. Raum ist auch heute noch dort besonders teuer, wo die Lage günstig ist und die Nachfrage groß.

Im Gegensatz zu den vormals herrschaftlichen Wohnungen und Häusern bestach darum nicht die effektive und wirtschaftliche Funktionalität der Wohnräume. Großzügige Grundrisse, nicht zu kleine Fenster und vor allem ein hohes, lichtes Deckenmaß waren und sind drei wichtige Kriterien für attraktive Wohnräume in der Stadt.

Und dieser Effekt wird immer noch sehr geschätzt, denn Altbauten mit hohen Decken wirken geräumig, hell und stets elegant. Die Neigung dazu, Wände und Decken zu kalken oder anderweitig zu weißen, war ebenfalls eine damals neue und innovative Idee, die so ganz anders, aber vor allem hygienischer wirkte als der verspielte Biedermeier oder ein überladener Klassizismus.

2. Licht, Luft und Sonne für gesunde und menschengerechte Lebensbedingungen: Hohe Decken bei Altbauten

Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war für viele Menschen sehr schwierig, wenn sie nicht das Glück hatten, wohlgeboren zu sein oder zumindest inmitten einer gutbürgerlichen Gesellschaft. Für den größten Teil der Bevölkerung waren Armut und harte Arbeit miteinander untrennbar verbunden. Das galt für die Landbevölkerung ganz besonders, sodass hier eine starke Stadtflucht passierte.

Mit der Hoffnung auf eine besser bezahlte Tätigkeit und die infrastrukturellen Vorteile von Ballungsgebieten zogen viele arme Bauern, Mägde und Knechte in die Zentren, denn hier florierte die industrielle Produktion. Was diese Menschen fanden, waren jedoch unmenschliche Arbeits- und Lebensbedingungen, wie sie vorher nicht bekannt waren.

Vor allem die Wohnungssituation war verheerend, wovon noch heute Begriffe berüchtigt sind wie Mietskasernen und Schichtschläfer, die typisch waren für diese Zeit. Nach dem Ersten Weltkrieg und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kam allerdings keine Wende im Wohnungsmarkt, vielmehr wurde diese durch die Krise 1930 noch weiter verschärft.

Wissenschaftler, Gelehrte und Kritiker forderten darum die Umsetzung der Maxime nach Licht, Luft und Sonne. In den engen Mietskasernen waren vor allem die hygienischen Bedingungen katastrophal, sodass immer wieder flächendeckende Krankheiten ausbrachen. Das Prinzip von Wohnräumen, die lichtdurchflutet und frisch belüftet werden können galt somit als gesundes Ideal im damaligen Wohnungsbau.

Zuerst begann diese Idee sich im Bereich der Krankenhäuser und Sanatorien umzusetzen, wo viele Zeitgenossen aufgrund von Lungenleiden behandelt wurde. Hier wurden auch schwache Patienten selbst bei kaltem Wetter zum Sonnenbaden aufgerufen. Die Patientenräume waren entsprechend hoch und hell, was auch angenehm und befreiend auf die Patienten wirkte.

3. Feuer und Flamme – Die Versorgung von Altbauwohnungen mit Licht und Wärme

Wer es sich leisten konnte, eine große Wohnung mit hohen Decken in einer exklusiven städtischen Lage zu bewohnen, hatte meist keine größeren Probleme damit, den täglichen Bedarf zu finanzieren. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass besonders hochwertige Altbauten lediglich große und hohe Räume besaßen für die vornehme Gesellschaft. Das Hauspersonal und die Dienstboten mussten meist immer noch unter deutlich einfacheren und engeren Bedingungen zurechtkommen.

Der Vorteil niedriger Raume mit kompakten und effektiven Grundrissen besteht insbesondere in der Wartung und Instandhaltung, also in Bezug Heizung und Licht. Gerade ein behagliches Raumklima ist außerhalb der Sommermonate auch heute noch schwierig zu erreichen, wenngleich Altbauten dabei etwas behilflicher sind. Zwar besitzen diese Altbauten oft noch klassisches Mauerwerk, doch große Fenster lassen viel von der Außenatmosphäre in die Wohnung hinein.

Das bedeutet gerade im Winter einen hohen Aufwand, um diese Räume angemessen zu beheizen. Jedoch besteht neben diesen Nachteilen auch ein praktischer Vorteil darin, Räume mit hohen Decken zu nutzen. Tatsächlich wurden diese Gebäude ursprünglich vornehmlich mit Gas beheizt und beleuchtet. Üblich waren dafür Gasöfen mit offenen Flammen und Lichter, die nach dem Prinzip von Petroleumleuchten funktionierten.

Somit wirkte die hohe Decke nicht nur gestalterisch attraktiv und standesgemäß, sondern auch funktional zur Sicherheit der Bewohner. Das leichtere Gas konnte nämlich aufgrund dieser Gestaltung einfach zur Decke ziehen, ohne dass die Menschen im Raum in Gefahr gerieten. Ebenso verhindert dieser eigentlich einfache bauliche Trick, dass sich das brennbare Gas allzu bald so weit im Raum ansammelt, dass die Beleuchtung ein Brandrisiko sein könnte.

Was sind „Ghost Kitchen“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ghost Kitchens: Das steckt hinter dem Phänomen der Gastronomie

Die Corona-Pandemie macht auch vor Restaurants und Lieferdiensten keinen Halt. Durch das zunehmende Interesse für Food-Services verändert sich auch die Alltagsgastronomie. Der sogenannte Delivery-Markt ist ein stark umkämpfter Bereich. Die sogenannten Ghost Kitchens bieten dabei vor allem ein hohes Maß an Flexibilität. Viele Speisen können dank des Konzepts für geringe Kosten bei der Standortwahl angeboten werden.

Das Konzept der gästelosen Küchen: Was sind „Ghost Kitchen“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Geisterküchen waren bisher immer eine Randerscheinung, ein Nischenphänomen sozusagen. Die Herausforderungen, die mit der Corona-Situation verbunden sind, haben die „Ghost Kitchens“ über Nacht berühmt gemacht. Mittlerweile sind die Geisterküchen eine wichtige Grundlage für die Nahversorgung in vielen Städten. Wie der Name bereits vermuten lässt handelt es sich dabei um Küchen, in welchen ausschließlich gekocht und keine Gäste vor Ort bedient wird. Schon vor den Auswirkungen der Pandemie war eine Disruption der Alltagsgastronomie abzusehen, doch nun geht alles schneller als erwartet. Experten vergleichen die Entwicklung der Geisterküchen im Bezug auf die neuen Gastro-Delivery-Plattformen des neuen Netflix oder Spotify der Gastronomie-Szene. Dass nicht die Gäste vorbeifahren und sich das Essen holen, sondern dass bestimmte Boten Gerichte aus dem Restaurant holen und zustellen ist keine Neuerfindung.

eit vielen Jahren sind in den großen Städten Europas etwa Lieferanten auf dem Rad unterwegs und kümmern sich um das Ausliefern. In Amerika machen die Essensverkäufe per Lieferdienst einen höheren Umsatz aus, als es Restaurants tun. Wenn man vielen Experten der Branche glaubt, wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren deutlich verstärken. So werden die Einnahmen der Lieferungen außer Haus bis ins Jahr 2023 um das dreifache so schnell anwachsen. Auch die digitalen Bestellungen via Apps und Internet werden dabei die telefonischen klassischen Bestellungen deutlich überholen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben in Deutschland dazu geführt, dass dieses Model notgedrungen getestet werden musste. Diese Tatsache könnte dazu führen, dass sich auch in Deutschland der Trend der Geisterküchen schon bald zur gastronomischen Normalsituation entwickelt. So wird es in der gesamten Szene eine Veränderung geben und kein Gastronom sollte darauf hoffen, dass nach der Corona-Pandemie zu der gleichen alten Normalität zurückgekehrt wird.

Vorteile der Geisterküchen (Ghost Kitchen)

Zu einer disruptiven Entwicklung kann der Markt außer Haus deshalb werden, weil sich im ihm auch die Machtverhältnisse zwischen den Restaurants und dem Lieferdienst verändern. So sind die Lieferdienste nicht nur auf das reine Liefern beschränkt. Viel mehr entwickeln sie selbst Food-Plattforen, die dank der Kundendaten eigene neue Konzepte herausbringen. Bereits jetzt existieren beispielsweise reine virtuelle Restaurants, die einzig und allein als Marke vorhanden sind und deren Gerichte in Ghost Kitchens zubereitet werden. Wenn Geisterküchen einen wesentlichen Vorteil haben, dann die Tatsache, dass sie auf neue Bedingungen deutlich besser regieren können als klassische Unternehmen. Das betrifft Streetfood-Trucks genauso wie saisonale Events in großen Städten.

Aus guten Grund stellen sich Unternehmer die Frage, warum sie teures Personal anstellen sollten, teure Ausstattung kaufen, teure Miete zahlen sollten und in noble Gästeräume investieren sollten, wenn in der nahen Zukunft der Fokus ohnehin in einem Außer-Haus-Verkauf liegt. Gerade für Anbieter von Fast Food wie Burger, Pizza oder Bowls ist das einleuchtend, denn solche Speisen sind zum Verzehren in den eigenen vier Wänden tatsächlich geeignet als in einer lauten durchschnittlichen Lokalität. Der Verkauf außer Haus hat für die Nutzer noch weitere Vorteile. Eine Bezahlung und Bestellung dank Apps ist mit wenigen Klicks und ohne wirklichen Aufwand möglich. Wer in den eigenen vier Wänden auf das Essen wartet, empfindet die Zeit zudem nicht so lange, wie eine Stunde in einem Restaurant zu sitzen. Dank neuer Systeme hinsichtlich Lieferung und Verteilung sind die Lieferzeiten tatsächlich oft sogar kürzer als vor einigen Jahren noch.

Bedeutung Ghost Kitchen: Geisterküchen auch für das klassische Restaurant

Traditionelle Restaurants weiten die klassischen Betrieb vor Ort um ein eigenes Model, etwa in dem sie eine eigene Technologie für Bestellungen aufbauen. So sollte für ein erfolgreiches Besehen auch ein passendes virtuelles Modell durchgedacht werden. Dabei muss sich die Frage gestellt werden, ob der Ghost in den laufenden bestehenden Betriebsablauf integriert werden soll oder ob lieber ein eigenes neues Geschäft gegründet wird, damit der Konflikt zwischen virtuellem und stationärem Betrieb verhindert wird. Ein besonders junges Tool dafür ist ein sogenannter Multi-Tenant-Küchencenter. Die Basis ist eine Software, die gleichermaßen von verschiedenen Restaurants genutzt wird, und zwar ohne, dass die jeweils anderen die Daten einsehen können. Auf diesem Gebiet sind gerade in Amerika Cloud Kitchen und Kitchen United echte Marken. Ebenso bedeutsamer wird die Zubereitung von Speisen mit der Technologie von Robotern. In Japan oder den USA kommen künstliche Intelligenzen schon seit einigen Jahren zum Einsatz, wenn es darum geht, Burger oder Pizzen vollautomatisiert zubereitet werden. Das ist nicht nur modern, sondern auch kosten- und zeitsparend.

Ghost Kitchen: Empfehlungen von Gastro-Experten: Mutig neue Wege gehen

Wenn Betreiber diesen neuen Technologien offen gegenüberstehen, können sie das virtuelle Konzept gut in den eigenen Betrieb integrieren. Ein Restaurant hat im Gegensatz zu dem reinen virtuellen Betrieb einige bedeutende Vorteile. Über viele Jahre haben sie sich einen echten Kundenstamm aufgebaut, sind in der jeweiligen Stadt beliebt und bekannt.

In einem echten Restaurant vor Ort erleben die Gäste Atmosphäre, andere Menschen und gemütliche Momente. Genauso wird der Service der Bedingung geschätzt. Ein echtes Erlebnis für Kunden, welches dank des Geisterbausteins auf ein neues Level in Sachen Service gehoben werden kann. Der Gast hat dann die Wahl: Entweder er nimmt das Menü in der gewohnten Umgebung des Restaurants ein, inklusive Atmosphäre und Bedingung. Oder aber der Kunde lässt sich sein Essen nach Hause oder auf die Arbeit bringen. Die Entscheidung dabei liegt allein bei den Stammgästen. Experten empfehlen Restaurants dar, sich auf neue Techniken einzulassen und mutiger zu agieren und zu denken. Dies sollte nicht nach hinten verschoben werden, sondern besser bald, als in einigen Jahren passieren. Ansonsten kann es passieren, dass das Konzept der Ghost Kitchens irgendwann zu einem beängstigenden Phänomen werden und die klassischen Restaurants meilenweit abhängen. Wer sich nicht abhängen lassen möchte, so Gastro-Experten, sollte also zeitnah über ein zukunftsorientiertes Konzept nachdenken und sich zu einem mutigen Schritt entscheiden.

Was bedeutet „Regime Change“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der „Regime Change“ oder auf deutsch „Regimewechsel“ ist in vielen Ländern passiert. Unter einem Regime wird eine Regierung verstanden. Die Bezeichnung kommt aus der französischen Sprache und steht auch für ein Regelwerk. In der modernen Fassung wird das Regime jedoch weitestgehend negativ belegt. Man fasst darunter autoritäre Systeme und Diktaturen zusammen. Der Wechsel bezieht sich auf den Austausch. Hierbei werden Diktaturen oder autoritäre Systeme durch demokratische ersetzt. In einigen Fällen folgt jeweils auf eine Diktatur eine andere. Aus demokratischen Regierungsformen können jedoch auch Diktaturen entstehen.

Was bedeutet „Regime Change“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wie der Wechsel vonstattengeht, hängt von den inneren Kräften des betreffenden Landes und meistens auch von ausländischen Staaten ab.

Beim Regimewechsel wird eine existierende Regierung durch eine andere ersetzt. Im Zentrum stehen der Verwaltungsapparat, das Militär und einzelne bürokratische Bereiche.

Auf welche Weise der Wechsel erfolgt, ist von den inneren Machtverhältnissen und Verbündeten des betroffenen Staates oder seines Gegners abhängig. Es kommen sowohl friedliche als auch militärische Maßnahmen in Betracht. Finanzielle Interessen innerhalb des für den Regimewechsel vorgesehenen Staates können ebenfalls zu Veränderungen beitragen. Die Entscheidungsträger wissen in diesem Fall, dass das alte Regime nicht mehr zukunftsorientiert arbeiten kann. Sie erkennen gleichzeitig das Potential des übernehmenden Staates und stützen den damit verbundenen Wechsel.

Der militärisch organisierte Regime Change aufgrund einer politischen Problematik

In einigen Ländern kommt es aufgrund politischer und finanzieller Gegensätzlichkeiten zu einem Regime Change, der mit militärischen Operationen verbunden ist. Unter normalen Bedingungen wären die Gegner sogar Freunde. Die Differenzen lassen sich leider nur ohne Kampf nicht lösen.

1773 waren die nordamerikanischen Kolonisten stark verärgert. Sie mussten hohe Steuern auf bestimmte Produkte zahlen. Außerdem fühlten sie sich von der britischen Krone nicht entsprechend respektiert. So kam es zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der bis zur britischen Niederlage von Yorktown 1783 erbittert geführt wurde. Das Ergebnis waren die Vereinigten Staaten von Amerika, die das Regime der britischen Kolonialverwaltung ablösten. Aus einer parlamentarischen Monarchie wurde ein demokratischer Staat.

Was versteht man unter einer internen Regimeänderung? Regime Change, Bedeutung

Eine interne Regimeänderung kann sich innerhalb eines Staates ereignen. Ein gutes Beispiel ist der Ostblock. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit bildete sich unter der Führung Moskaus ein System von Satellitenstaaten. Diese wurden nach sozialistischen Vorbildern, die stark sowjetisch – als im Sinne Russlands (der UdSSR) geformt wurden. Diesem Zusammenschluss gehörte auch die DDR an. Die DDR war der Teil Deutschlands, der nach dem Zweiten Weltkrieg dem Machtbereich Russlands zugesprochen worden war.

1986 kam es zur Wende. Diese soll auch durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl beeinflusst worden sein. Während einer Konferenz leitete der damalige Staatssekretär der UdSSR, Michael Gorbatschow, die Wende im Verhältnis der Oststaaten zu Moskau ein. Die ehemaligen Satellitenstaaten lösten sich in den folgenden Jahren zunehmend aus dem Einflussbereich Russlands. Ungarn lockerte beispielsweise 1989 die Grenzkontrollen, sodass Menschen leichter aus der DDR in die Botschaft der Bundesrepublik nach Budapest fliehen konnten. Im Herbst entfiel das Herrschaftsmonopol der meisten ehemaligen Ostblockstaaten, die durch den Eisernen Vorhang seit den 40er-Jahren vom kapitalistischen Westen abgeschottet waren. Dann folgte der Zusammenbruch des Ostblocks, dessen Staaten sich zunehmend dem Westen und der EU öffneten. Einige wurden Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Ein Regime Change mit militärischen Mitteln

In einigen Ländern kann eine Diktatur durch eine Kombination aus freien Wahlen und einem Putsch an die Macht kommen. Dieser Vorgang ereignete sich 1933 in Deutschland.

Die Nationalsozialisten, eine demokratiefeindliche Organisation, ergriff in diesem Jahr die Macht und wandelte das Land in eine menschenfeindliche Diktatur um. Im September 1939 begann der für diese Diktatur verantwortliche Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg. Die Auswirkungen waren verheerend. Zwischen 1939 und 1945 organisierten die U.S.A., Großbritannien und Russland eine Reihe von Offensiven, mit denen sie den notwendigen Regime Change in Deutschland durchsetzen konnten. Neben der ersten Front in Russland eröffneten die westlichen Alliierten in Frankreich eine zweite, mit deren Hilfe sie das NS-Regime bis Mai 1945 stürzten. Der damit verbundene Krieg kostete über 55 Millionen Menschenleben und verwüstete weitere Bereiche der Erde.

Deutschland wurde in vier Sektoren aufgeteilt. Während die Amerikaner, Engländer und Franzosen in den westlich orientierten Zonen jeweils das demokratische System einführten, kam es in den von den Russen dominierten deutschen Gebieten zu einer Diktatur. Diese sollte als DDR bis 1990 fortbestehen. Die DDR war durch spezielle Verträge an die UdSSR gebunden.

1949 wurde in den westlichen Zonen – unter maßgeblichem Einfluss des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer – die Bundesrepublik Deutschland aus der Taufe gehoben.

Der weitestgehend friedliche Regime Change in der DDR

1949 wurde die DDR parallel zur Bundesrepublik gegründet. Wer die DDR verlassen wollte, um in die Bundesrepublik umzuziehen, musste aus seiner Heimat fliehen. Die Grenztruppen der DDR hatten dabei den Auftrag auf den betreffenden Menschen zu schießen. Dazu kamen die in den folgenden Jahrzehnten ausgebauten Grenzanlagen, die kaum überwunden werden konnten. DDR-Flüchtlinge, deren Fluchtversuche scheiterten, erhielten hohe Haftstrafen. Ihre Kinder wurden in Kinderheime eingewiesen oder an regimetreue Familien zur Adoption weitergegeben.

Die DDR arbeitete im Sinne des Ostblocks und der UdSSR mit der Planwirtschaft. Dieses System schädigte die Wirtschaft und führte Ende der 80er-Jahre zu zahllosen Demonstrationen. Diese wurden indirekt durch den russischen Präsidenten Gorbatschow und den westdeutschen Kanzler Helmut Kohl unterstützt. Im November 1989 öffnete die DDR die Grenzen und erlaubte ihren Bürgern und den Staatsbürgern anderer Nationen die kontrollierte Ein- und Ausreise. Im folgenden Jahr bereiteten zahlreiche Politiker und Wirtschaftsführer die Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik vor. 1990 wurde das ehemalige Staatsgebiet der DDR Teil der Bundesrepublik Deutschland. Der Tag der Einheit, der 3. Oktober, ist seitdem ein deutscher Nationalfeiertag.

Regime Change: Teilweise friedlicher Wechsel der Regierungsform in Südafrika

In Südafrika galt Jahrzehnte lang das Apartheidregime. Das System grenzte die farbige Bevölkerung aus und führte zur Gründung des ANC, des Afrikanischen Nationalkongresses. Dieser führte sowohl politische als auch paramilitärische Maßnahmen aus, um die Rechte der Farbigen zu schützen und auszubauen. Außerdem wurde die Republik Südafrikas von vielen westlichen Staaten mit einigen Embargos belegt, um die Staatsführung des Landes zur Abkehr von der Apartheid zu bewegen. 1990 entließ der Staat den Bürgerrechtler Nelson Mandela aus der Haft. Im gleichen Jahr hob die Regierung auch das ANC-Verbot auf. 1994 erzielte der ANC bei der ersten freien Wahl ein extrem starkes Ergebnis. Er war die stärkste Partei. Im gleichen Jahr wählten die Bürger Südafrikas Mandela zum ersten farbigen Staatspräsidenten der Republik Südafrika. Mit seiner Ernennung war die Apartheid – oder Ausgrenzung – vorbei. Für seine Versöhnungspolitik zwischen den Bürgern erhielt er den Friedensnobelpreis. Dieser wurde auch dem ehemaligen Präsidenten überreicht, der Mandela unterstützt hatte.

Der Regimewechsel innerhalb eines demokratischen Staates: Bedeutung, Definition, Erklärung

In vielen Staaten werden die Staatsoberhäupter im Rahmen einer freien und geheimen Wahl vom Volk oder über ein entsprechendes System gewählt. Trotzdem kann es zu einem Regimewechsel während einer Legislaturperiode kommen. Dieser Wechsel ist dann mit einer neuen Wahl verbunden, während die alte Regierung zurücktritt.
So wurde 1958 die Vierte Französische Republik durch die Fünfte abgelöst. Das Problem der Vierten Französischen Republik bestand in den unzähligen Regierungswechseln, die es in den zwanzig Jahren ihres Bestehens gab. Die neue Republik brachte neben einer stabilen Mehrheit auch die Rückkehr von Charles de Gaulle. Er wurde zum neuen Ministerpräsidenten gewählt.

Warum heißen Nachos „Nachos“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Die Nachos haben ihren Namen von ihrem Erfinder, einem mexikanischen Kellner. Eigentlich kennen wir sie alle, dennoch zur Erinnerung: Es handelt sich in der einfachsten Form um Tortilla-Chips. Sie werden mit geschmolzenem Käse überbacken oder auch übergossen, dazu reicht man verschiedenen Soßen, Guacamole, Schmand und auch Hack- oder Hühnerfleisch. In Mexiko und den USA sind sie überaus beliebt, mittlerweile kennen wir Europäer sie auch schon längst.

Warum heißen Nachos „Nachos“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Erstmals wurden die Nachos und ihre Geschichte in einem Kochbuch erwähnt, dem 1949 erschienenen „Taste of Texas“ (Herausgeberin: Jane Trahey). Erfunden wurden sie demnach 1943 von Ignacio Anaya in der mexikanischen Grenzstadt Piedras Negras. Die mexikanische Koseform des Vornamens Ignacio ist Nacho, daher haben die Chips von ihrem Erfinder ihren Namen. Ignacia war damals Kellner im Victory Club von Piedras Negras. Die Legende erzählt nun, dass eines Abends amerikanische Soldaten des Forts Duncan Air Base auf der anderen Seite der Grenze zum Essen kamen und der Koch des Victory Clubs gerade nicht auffindbar war. Der Kellner Ignacio Anaya musste daher improvisieren: Er fand in der Küche einige Tostadas (Vorlagen zum Rösten, oft aus Kartoffeln), die er frittierte und auf diese Weise daraus Tortillas machte, die er mit Jalapeño-Streifen garnierte. Diese schafften erst die richtige Würze (siehe weiter unten). Ignacio hatte mit dieser Urversion seines Gerichts, die im Laufe der Zeit variiert und verfeinert wurde, einen kulinarischen Welthit geschaffen.

Wie ging es mit Ignacio weiter?

Ignacio Anaya García (1895 – 1975) war mit María Antonieta Salinas verheiratet, die beiden hatten neun Kinder. Nach seinem bahnbrechenden Erfolg mit den Nachos gründete er schließlich im Jahr 1960 sein eigenes Restaurant mit dem bezeichnenden Namen „El Nacho“. Damit wurde er alt und glücklich, er blieb auch unvergessen. Im Jahr 2019 nämlich, an seinem 124. Geburtstag, ehrte ihn Google durch ein Doodle. Dieses zeigt Ignacio bei der Kreation des ersten Nachos. Der Erfolg seines Gerichts beruhte wohl nicht nur darauf, dass der Besitzer des Victory Clubs dieses alsbals als „Nacho’s Especiales“ auf die Karte nahm, sondern auch darauf, dass es die Grenzen der mexikanischen Küche sprengte. Man zählt es zur moderneren Tex-Mex-Küche. In den USA setzte es sich schon ab 1960 durch.

Der besondere Geschmack der Nachos durch Jalapeño

Wie viele sehr beliebte und berühmte Gerichte verdanken auch die Nachos ihren besonderen Geschmack einer einzigen Zutat. In diesem Fall ist es die Jalapeño, eine kleinere, sehr scharfe Paprikasorte. Sie hat ihren Namen von einer mexikanischen Stadt, die heute Xalapa heißt, sich früher aber Jalapa nannte. Die Jalapeño wurde aus spanischem Pfeffer (Capsicum annuum) gezüchtet. Die Schoten sind bis acht Zentimeter lang und schmal, als reife Früchte sind sie knallrot und sehr dickfleischig. Durch das enthaltene Capsaicin sind sie sehr scharf, allerdings gibt es durchaus noch schärfere Paprikas. Die Mexikaner bauen die Jalapeños großflächig an und verwenden sie natürlich für die Produktion ihrer Nachos, rund 20 Prozent der Früchte verkaufen sie auch frisch. Selbst in den USA (vorrangig in Texas) gibt es inzwischen Anbaugebiete. In seltenen Fällen führen sogar deutsche Supermärkte frische Jalapeños.

Warum heißt die Lufthansa „Lufthansa“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Die Deutsche Lufthansa und ihr Kranich kennt jedes Kind. Doch wie kam es zu diesem einprägsamen Namen und dem symbolischen Vogel? Um diese Fragen zu klären, muss man einige Fakten kennen, die die Gründung des Unternehmens betreffen.

Warum heißt die Lufthansa „Lufthansa“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Dezember 1917 kam es zur Gründung der Deutschen Luft Reederei oder D. L. R.. Die Gründer waren die HAPAG, die Luftschiffbau Zeppelin sowie die AEG. Für die Finanzierung stand die Deutsche Bank. In diesem Zusammenhang kreierte Otto Firle ein die Zeit überdauerndes Logo, den Kranich. Nach dem Erstflug zwischen Berlin und Weimar im Februar 1919 kam es 1920 zur Fusion mit der Sablatnig Fugzeugbau GmbH. Die neue Firma hießt Lloyd Luftverkehr Sablatnig. Drei Jahre später kam es zu einer weiteren Zusammenlegung. HAPAG und die Norddeutsche Lloyd gründeten die Deutsche Aero Lloyd.

In den frühen 20. Jahren gehörte die Junkers Luftverkehrs AG zu einem der bekanntesten Unternehmen, das sich primär dem Frachtgeschäft widmete. Hohe Verluste im Rahmen des Russlandgeschäftes brachten der Firma große Verluste ein, die von der Deutschen Regierung übernommen wurden. Aus diesem Grund musste die Junkers Luftverkehrs AG der Fusion mit der Deutschen Aero Lloyd zustimmen. Aus dem Zusammenschluss ging die Luft Hansa AG hervor, die im Januar 1926 ihren Liniendienst aufnahm. Als Firmensitz wurde die Hauptstadt Berlin gewählt. Nach der Machtergreifung 1933 benannte man den Firmennamen in Deutsche Lufthansa AG um. Statt des Kranichs auf gelben Grund musste das Unternehmen bis 1945 das Symbol des Dritten Reiches verwenden.

Während der NS-Zeit wurde die Lufthansa AG zunehmend militärisch eingesetzt. Ihren Flugbetrieb stellten die Alliierten 1945 ein. Die endgültige Liquidierung der Firma erfolgte 1951. Um den Bedürfnissen des flächendeckenden Passagier- und Frachtverkehrs nachzukommen, wurde 1953 die LUFT AG gegründet. Die Firma erwarb dann 1954 den zum Verkauf stehenden Namen Deutsche Lufthansa. Nach der Freigabe des deutschen Luftraumes für die zivile deutsche Luftfahrt nahm auch die Lufthansa AG 1955 ihren Liniendienst auf. Die neue Lufthansa AG ist jedoch keine rechtliche Nachfolgerin des 1951 aufgelösten Unternehmens. Sie übernahm jedoch den fliegenden Kranich als Symbol des zuverlässigen Luftverkehrs. Parallel gab es von 1955 bis 1963 eine Lufthansa der DDR, die aber bis zur Wiedervereinigung in der Interflug aufging.

Wie setzt sich der Name der Lufthansa zusammen und mit welchem Symbol ist er verbunden?

Das Wort Lufthansa setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. Zum einen enthält es die Bezeichnung Luft, zum anderen den lateinischen Ausdruck Hansa. Die Kombination steht für das Singular. Seit der Neugründung gibt es die Abkürzung LH. Sie spricht auch für die Fortsetzung der Schifffahrts- und Handelstradition der Hanse.

Der Schriftzug Deutsche Lufthansa sowie das Symbol des Kranichs stellen markenrechtliche Bezeichnungen dar. Bei diesen handelt es sich um eine Verbindung von Bild- und Schriftzeichen.

Zu den gewählten Worten, die im Laufe der wechselseitigen Geschichte der Firma und ihrer Rechtsnachfolgerin entweder zusammen- oder getrenntgeschrieben worden sind, gesellt sich das Symbol des fliegenden Kranichs.

Lufthansa: Weshalb erinnert Hansa an die Hanse?

Als Handelsunternehmen befördert die Lufthansa sowohl Passagiere als auch Fracht. Hierin lag auch die zentrale Aufgabe der Junkers Flugverkehrs Gesellschaft, die 1926 in der Deutschen Luft Hansa AG aufging.

Hansa schreibt sich so ähnlich wie das lateinische Wort Hanse. Die Hanse oder auch Deutsche Hanse – Hansa Teutonica – war eine Vereinigung von meistens norddeutschen Kaufleuten. Sie wurde im 12. Jahrhundert gegründet und war bis zum 17. Jahrhundert erfolgreich aktiv. Ihre Mitglieder, die Kaufleute der Hansestädte, verfolgten in erster Linie kaufmännische, aber auch politische Ziele. Ihr traten bis zu 300 See- und Binnenstädte bei. Im Zentrum stand der Freihandel, der auch mithilfe des maßgeblichen Schiffstyps der Kogge erreicht werden konnte.

Ein wesentlicher Vorteil der Hanse bestand auch in der Kombination von In- und Außenhandel, denen sich auch die heutige Deutsche Lufthansa AG mit ihren Tochterunternehmen weltweit widmet.

Der Zusammenschluss von Land- und Seeverkehr führte zu Rechtssicherheit und Privilegien. So wurde auch das Seerecht weiterentwickelt. Gemeinsam kreierten die Verantwortlichen im Auftrag der Hansestädte auch neue einheitliche Schiffstypen. Hierzu gehörten außerdem alle Fragen, die den verwendeten Schiffstyp, die Fracht sowie das zulässige Gewicht betrafen. Dazu kamen technische Aspekte der Sicherheit. Auch der Schutz vor Piraten spielte eine zentrale Rolle. So wurde der Seeräuber Klaus Störtebeker von der Hanse festgenommen und 1401 in der Hansestadt Hamburg hingerichtet.

Genauso wie die Lufthansa gründete die Hanse zahlreiche Niederlassungen. Von hier aus konnte sie ihre Geschäfte zielgerichtet verfolgen. Meistens handelte es sich auch um Außenposten wie Nowgorod, Bergen, London oder Brügge. Mithilfe von Statuten wurden die Verhältnisse zwischen den Handelspartnern geregelt.

Lufthansa Herkunft Name: Weshalb wurde die Bezeichnung Luft gewählt?

Bei der Luft Hansa handelt es sich um ein Unternehmen, dessen Verkehrsmittel oberhalb der Erdoberfläche in der Luft eingesetzt werden. Alternativ gibt es Land- und Seefahrzeuge, von denen sich die neu gegründete Gesellschaft bereits 1926 definitiv absetzen wollte.

Der Name sollte sich zu einer Zeit, als die meisten Menschen noch mit der Bahn, dem Auto oder dem Schiff reisten, von anderen Formen der Beförderung abheben. Luft bedeutet Geschwindigkeit und unbegrenzte Weiten. Auch der Transport von Gütern ist nicht an Straßen, Schienen oder Schifffahrtswege gebunden. Wer durch die Luft reist, kann sich schnell und fortschrittlich bewegen. Die Reise in einem Flugzeug der Luft Hansa stand aber auch für Luxus und Exklusivität. Diese konnte sich nicht jeder leisten.

Wer mit dem Flugzeug beispielsweise von Berlin nach Paris flog, statt die Eisenbahn oder das Auto zu nehmen, gehörte zur gehobenen Klasse oder übte einen anspruchsvollen und gutbezahlten Beruf aus. Luft Hansa verbanden viele auch mit Luftschiffen, die bis zur Katastrophe der Hindenburg im Jahr 1938 zum Inbegriff des noblen Reiseverkehrs zählten.

Die Lufthansa und der Kranich

Der Kranich wurde bereits 1918 von Otto Firle entworfen. Sein Auftraggeber war eine Vorläuferin der späteren Luft Hansa, die Deutsche Luft Reederei. 1926 übernahm dann die Deutsche Luft Hansa AG den Vogel, bis sie ihn ab 1933 durch das Hakenkreuz ablösen musste. Mit der Neugründung wurde er dann ab 1954 wiederum aktiviert. Der Kranich gehörte zum Teil der Uniformen, die die Flugbegleiter der Deutschen Luft Reederei, dann der Deutschen Aero Lloyd und schließlich der Luft Hansa AG trugen. Das Gleiche gilt ab 1955 für die Deutsche Lufthansa AG.

Das Gelb, das mit dem Flug- und Transportdienst und dem Kranich verbunden wird, kann mit der Farbe der Deutschen Post in Verbindung stehen. Gelb und Schwarz waren die Reichsfarben Karl V.. Er übergab die Aufgaben seines Kurierdienstes im 16. Jahrhundert dem Haus Thurn und Taxis. Dieses übernahm die Farbkombination für seine Kutschen sowie andere Transportmittel, die im deutschen Raum eingesetzt wurden.

Der Kranich oder Grus grus ist der symbolische Vogel, der immer mit dem Betrieb der Lufthansa verbunden sein wird. Dabei ist der Vogel auf dem Leitwerk nur als Silhouette zu erkennen. Um welche Art es sich handelt, bleibt dem Betrachter verborgen. Und das ist gut so. Es kann sich entweder um einen grauen, eurasischen oder Jungfernkranich handeln. Egal, in welchem Land die Maschinen der Lufthansa landen oder starten. Der betreffende Inländer sieht immer seinen eigenen Kranich.

Kraniche stehen nicht nur für die Schönheit. Wenn sich der Vogel mit seinen Artgenossen zum Zug sammelt, bleiben die meisten Menschen stehen und genießen das Schauspiel.

Auch in der griechischen Mythologie wurde der Kranich verehrt. Er war Apollon, Demeter und Hermes zugeteilt und stand für die Klugheit. Wer ihn sieht, denkt an sein Glück. Außerdem symbolisiert er die Vorsicht und unablässige Wachsamkeit. Auf diese Faktoren kommt es auch beim professionellen Fliegen an.

Warum heißt die Pfefferkuchen „Pfefferkuchen“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Der Name Pfefferkuchen entstand im Mittelalter. Zu dieser Zeit wurden viele fremde Gewürze einfach als Pfeffer bezeichnet. Damals war schon der Honigkuchen bekannt. Als die Bäcker dem Honigkuchen Gewürze zusetzen, erschufen sie eben den „Pfefferkuchen“. Ein pfefferiger Kuchen entstand dabei nicht, aber ein Gewürzkuchen, den wir bis heute kennen. Jetzt im Beitrag erfährst du Details zur Geschichte des Pfefferkuchens.

Warum heißt die Pfefferkuchen „Pfefferkuchen“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Die Zutaten waren unter anderem: Muskat, Ingwer, Koriander, schwarzer Pfeffer, Kardamom, Zimt, Nelken und Anis. Wie es der Name Honigkuchen schon aussagt, ist auch der Honig eine wichtige Zutat. Deshalb erlebte die Pfefferkuchenherstellung gerade in den Gebieten einen Aufschwung, wo aufgrund günstiger Klima- und Bodenverhältnisse die Bienenzucht genug Honig abwarf. Der Honig ersetzte im Mittelalter oft den Zucker, da dieser zu jener Zeit ein Luxusgut war.

Einer der bedeutendsten Märkte für Gewürze war in Nürnberg. Hauptgrund war, das sie im Reichswald mit einer Bienenzucht aufwarten konnten. Weiteren Zugang zu den Gewürzen bekam man früher in den großen Handelsstädten im In- und Ausland.

Geschichte des Pfefferkuchens

Die ersten Vorläufer des Pfefferkuchens gab es schon in der Antike. Es handelte sich um kleine Honigkuchen, die aus der Zeit um 350 v. Chr. stammen. Sie dienten nicht nur dem Verzehr, sondern wurden auch als Talisman im Krieg genutzt. Dies bezeugten ägyptische Grabbeigaben. Einen mit Honig bestrichenen Kuchen nannte man in der Römerzeit „panus“ mellitus“. Er ist nicht nur wohlschmeckend und nahrhaft, sondern auch sehr lange haltbar.

Anders als heute bei uns wurde der Pfefferkuchen früher nicht zur Weihnachtszeit verzehrt, sondern auch zu Ostern und anderen Festen und Zeiten. Er wurde z. B. auch in Verbindung zu starkem Bier serviert.

Der Pfefferkuchen in der heute noch bekannten Form wurde in Belgien (Dinant) erfunden. Anschließend wurde er auch von Aachen übernommen, welche diese dann in Aachener Printen umtauften. Schließlich wurde er dann noch leicht abgewandelt von den fränkischen Klostern übernommen. Dort diente er als Nachtisch, welcher von den Nonnen hergestellt wurde.

Erst im Jahre 1296 wurde der Name Pfefferkuchen publik, und zwar in Ulm. In München wurde er 1370 als Lebzelter verzeichnet, in Nürnberg 1395 als Lebküchner. Im nahen Kloster in Heilsbronn hatte der Nürnberger Lebkuchen seinen Ursprung. Er wurde vor allem in schlechten Zeiten von den Mönchen verteilt. Die Aachener Printen wurden erst im Jahr 1820 entwickelt.

Ab dem 16. Jahrhundert baute sich ein regelrechtes Gewerbe der Lebküchnerei auf. Die Zentren waren da Nürnberg, Pulsnitz, Oberlausitz, Aachen und Braunschweig. Hierbei tat sich die Pulsnitzer Pfefferkuchenbäckerei als königlich-sächsische Hoflieferant hervor und war im Jahre 1558. Eine 14 Mitglieder zählende Lebküchnerzunft entstand 1643. Zugang zum Beruf des Lebzellners hatten hier nur Angehörige von Lebküchnerfamilien.

Ab 1840 erfolgte dann die maschinelle Herstellung des Pfefferkuchens in größeren Mengen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Pfefferkuchen mit Backpulver hergestellt. So entstanden je nach Geschmack, Konsistenz und Formgebung verschiedene Pfefferkuchensorten.

Der Pfefferkuchen als Medizin

Pfefferkuchen gilt als verdauungsfördernd und schmerzstillend. Deshalb war er besonders früher in der Fastenzeit sehr beliebt. Besonders das Gewürzmittel Nelke gilt als beruhigend und krampflösend, während der Zimt kreislaufanregend ist und die Verdauung fördert. Gläubige hatten im Mittelalter in der Vorweihnachtszeit oft Pfefferkuchen gegessen, um sich von innen zu reinigen.

Herstellungsvarianten: Pfefferkuchen

Die Pfefferkuchen werden heute teilweise als Bildlebkuchen hergestellt, welche bereits seit dem 15. Jahrhundert bekannt sind.

Über die Landesgrenzen hinaus kennt man das Pfefferkuchenhaus, das auf das Märchen Hänsel und Gretel zurückgeht. Volkstümlich wird es auch als Hexenhaus oder Knusperhäuschen bezeichnet.

Figürliche Lebkuchen (Lebkuchenmänner) sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Diese werden gerne zu Festen wie Weihnachten, Halloween oder Ostern verschenkt.

Was bedeutet „Unorthodox“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unorthodox ist das Gegenteil von orthodox. Das Wort stammt aus der altgriechischen Sprache. Es setzt sich aus „orthós“ für „richtig“ (oder „geradlinig“) und „ dóxa“ für „Meinung“ (oder „Glaube“) zusammen.

Was bedeutet „Unorthodox“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff kann insgesamt mit strenggläubig oder etwas freier auch als verschlossen, verbissen, unflexibel und auf das Rechthaben beharrend definiert werden. Orthodoxie ist der strikte, eingleisige Glaube an irgendetwas, der neben sich nichts anderes zulässt.

Unorthodox ist eine Person oder Handlung, wenn sie von dieser sturen Geradlinigkeit abweicht.

Man spricht von „unorthodoxen Meinungen“, wenn diese nicht dem gängigen gesellschaftlichen, religiösen oder politischen Überzeugungen entsprechen.

Ein „unorthodoxes Vorgehen“ bezeichnet Lösungswege, die bisher nicht beschritten wurden oder als sonderbar galten. Menschen, die so handeln, verlassen den Mainstream und folgen ihrem eigenen, festen Glauben.

Orthodox bzw. unorthodox wird immer dann verwendet, wenn es um grundsätzliche Glaubensdinge oder Überzeugungen geht. Manchmal wird auch die gängige Lehrmeinung mit Orthodoxie gleichgesetzt.

Unorthodoxe Menschen sind mit Leib und Seele so. Ihre Meinung und ihr ganz eigener Glaube sagt ihnen etwas anders – und so verhalten sie sich dann auch. Ganz anders als „Verrückte“ oder „Pioniere“ schwimmen unorthodoxe Menschen meistens gegen den fast überwältigenden Strom der orthodoxen. Das passiert beispielsweise dann, wenn ein Universitätsprofessor an einem ansonsten konservativen Institut neue Lehrmeinungen vertritt.

Im bekannten Hollywoodfilm „Der Club der toten Dichter“ (1998) mit Robin Williams spiele dieser einen aufgeschlossenen Lehrer. Er versuchte an einer konservativen Schule, an der bisher ausschließlich mit orthodoxen Methoden gelehrt wurde, neue Methoden zu etablieren. Das allerdings mit wenig Erfolg. Seine „freien“ Methoden wurden als „unorthodox“ bezeichnet und vom Kollegium abgelehnt.

Hätte der Lehrer seinen Freunden von seinem Vorhaben erzählt, hätten diese wahrscheinlich gesagt, er sei „verrückt“. Als Pionier hätten ihn am ehesten aufgeschlossene Außenstehende betrachtet. Doch innerhalb der Schule und des geltenden Glaubenssystems wurde er als „unorthodox“ bezeichnet.

Orthodoxie und die Religion

Im Osten Europas haben sich die orthodoxen Kirchen gebildet. Die griechisch-orthodoxe Kirche spaltete sich irgendwann von der katholischen ab. Daneben gibt es noch die russisch-orthodoxe Kirche und einige weitere, kleinere.

Die Abspaltung geschah ähnlich wie bei Katholiken und Protestanten aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über Glaubensgrundsätze. Im Kern basieren die östlichen orthodoxen Kirchen auch auf der Bibel.

Die orthodoxen Kirchen gelten bis heute als strenger, sie betreiben einen intensiveren Heiligenkult (Ikonenverehrung) und haben ältere Richtlinien. Den Namen „orthodox“ gaben sie sich selbst, weil sie der Meinung waren, den einzig richtigen Glauben gefunden zu haben.

Hier besteht auf den ersten Blick eine kleine Übereinstimmung mit den religiösen Fanatikern. Allerdings sind die orthodoxen Kirchen und Gläubigen friedlich. Fanatiker dagegen fallen besonders durch übergriffige Aggression Andersgläubigen gegenüber auf.

Orthodoxe Juden sind der besonders strenggläubige Teil des Judentums. Man erkennt diese Menschen an ihrer typischen Tracht. Sie tragen stets weiße Hemden und schwarze Hosen sowie Westen. Dazu haben sie links und rechts an den Ohren eine Haarlocke stehen. Diese Tracht hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Neben dem Aussehen folgen sie einem strengen Verhaltenskodex. Es ist bezeichnend für Orthodoxie, dass jeglicher Fortschritt und Veränderungen abgelehnt werden.

Ein unorthodoxer Jude wäre einer, der dieser Strenggläubigkeit nicht folgt, sich aber in deren Umfeld bewegt.

Im religiösen oder politischen Kontext ist orthodox strenger als konservativ. Im Konservatismus gibt es eine deutliche Bewegung. Auch die versucht, alte Überzeugungen innerhalb der Entwicklung zu bewahren. Der nächste Schritt wäre liberal, wo eine vollkommene Toleranz und Öffnung Neuen gegenüber vorhanden ist.

Weitere Bedeutung von Unorthodox

„Unorthodox“ ist der Name eines Buch von Deborah Feldman und einer Netflix-Serien-Adaption. Die Handlung von „Unorthodox“ ist, dass die junge Jüdin Esther „Esty“ Shapiro aus ihrem jüdisch-orthodoxen Leben im New Yorker Stadtteil Williamsburg nach Berlin in Deutschland flieht. In Berlin lernt sie das Leben neu kennen. Sie lernt neue Freiheiten und eine neue Welt kennen.

Was ist „Streetfishing“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Streetfishing“ wird das Angeln in der Großstadt bezeichnet.

Was ist „Streetfishing“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Streetfishing funktioniert mit ultraleichtem Gerät und ermöglicht es möglichst schnell und einfach Fische zu fangen. Dabei handelt es sich meist um Barsche, Zander oder Hechte. Wie das Wort bereits verrät, handelt es sich bei dieser Tätigkeit um das Angeln in der Großstadt. Statt in der einsamen Stille an einem abgelegenen Weiher seine Angel in Position zu bringen, wird von Brücken aus oder an Flüssen mitten in der urbanen Stadt geangelt. Beim Streetfishing beißen nicht immer die größten Fische an. Doch dank einer professionellen Ausrüstung macht auch das Fangen von kleineren Fischen Spaß. Die Zusammenstellung des Fanggerätes ist eines der wichtigsten Voraussetzungen für das Fischen in der Großstadt.

Grundlage für das Streetfishing bildet die Rute, welche im besten Fall eine Dropshot-Rute mit einer Länge zwischen 2,00 und 2,30 Meter haben sollte und über ein Wurfgewicht von 0,5 bis zu 5 Gramm beinhaltet. Mittlerweile ist es dank hochwertiger Kohlefaser möglich, leichte Ruten mit niedrigem Wurfgewicht zu bauen. Damit der Biss schnell übertragen wird, sollte sie eine schnelle Spitzenaktion haben. Die Kraft sollte im Drill zum Handteil geleitet werden und das ohne, dass sich die Rute durchbiegt. Die benutzte Schnur ist dabei von entscheidender Bedeutung. Beachten sollten Fischer wegen dem niedrigen Wurfgewicht des Köders, dass es zu einem geringen Widerstand beim Werfen gibt und die Geschmeidigkeit und Windempfindlichkeit anders sind.

Experten empfehlen für das Streetfishing eine Hauptschnur mit 0,06er Modellen. Daneben handelt es sich bei der Schnur im besten Fall auch um eine farbige Angelschnur, damit der Köder in allen Situationen gesehen werden kann. Die Bisse kann man wegen der leichten Köder besser über die Schnur erkennen, anstatt sie an der Rute zu erspüren. Da vor allem in geringen Stärken geflochtene Angelschnüre unter Wasser gut sichtbar und anfällig sind, sollte ein Fluorcarbon aus einer Stärke zwischen 0,14 und 0,25 mm zum Angeln zum Einsatz kommen. Verbunden werden können beide Schnüre nahezu unsichtbar und gleichzeitig sicher mit einem Albright-Knoten.

Streetfishing: Angeln in der Großstadt

Wie genau funktioniert das Streetfishing in der Großstadt? Für das ultraleichte Streetfishing eignen sich grundsätzlich alle Techniken. Der einzige Unterschied besteht darin, dass alles bis zu zehnmal leichter ist als gewohnt. So kommen keine Bleiköpfe mit einem Gewicht von 15 Gramm zum Einsatz, sondern stattdessen eher Köpfe mit einem Gewicht zwischen 10 und 3,4 Gramm. Auch ein Köder wird benötigt. Experten empfehlen dafür vor allem 4 bis 10 Zentimeter große Gummifische mit einem Twisterschwanz. Auch Wurm- oder Krebstier-Imitationen eignen sich für das Fangen. Ganz egal, ob in den kalten oder warmen Monaten. Insbesondere Barsche schnappen bevorzugt bei Krustentieren zu.

Die Methoden des Streetfishings

Zum Fangen selbst gibt es drei beliebte Methode. Zum einen die Methode „Drop Shot“. Damit können Angler besonders langsam fischen. Mittel zum Zweck ist dabei eine möglichst langsame Präsentation des Köders. Schon mit kleinem Rucken kann der künstliche Köder zum Leben erweckt werden. Wegen des Wirbels des Bleis können die Fischer die Gummitiere über dem Boden und in Bodennähe anbieten. Experten empfehlen für den Sommer, einen Abstand zwischen Blei und Köder von 30 bis 40 Zentimeter, im Winter hingegen lediglich bis zu 5 Zentimeter.

Eine weitere Möglichkeit an Methoden ist das Fischen mit Gummitieren mit Bleikopf. Im Gegensatz zum Dropshotten ist das Angeln mit Gummifischen inklusive Bleikopf eine schnellere Methode, Fische zu fangen. Sind die Fische aktiv, kann der Angler den Shad schnell führen. Kommt der Fisch aber nur immer wieder kurz zum Knabbern, sollte auf eine andere Methode oder einen leichteren Bleikopf umgestellt werden. Eine eher weniger bekannte Technik ist das Angeln mit der Neko-Rig-Methode. Mit der Hilfe eines kleinen Einsteckgewichts im Kopf können an einem Haken Kunstköder wie Würmer natürlich angeboten werden. Der Köder sinkt natürlich langsam zu Boden und schafft es oft gar nicht bis auf den Grund, da der Fisch schon vorher zugebissen hat.

Streetfishing: Angeln im 21. Jahrhundert

Streetfishing ist wohl ein Maßstab unserer modernen Zeit. Die Methode kombiniert den Respekt vor der Natur mit dem jugendlichen Drang, der Mode zu folgen und aufzufallen. Das Fischejagen in der Stadt ist keine Notwendigkeit, sondern eine Spezialisierung, der jedes Jahr mehr Menschen folgen. Klar wird das auch deshalb, da die Wettbewerbe an Streetfishing-Aktionen in der Stadt stark zunehmen. Diese Events sind nicht nur für die Angler ein Highlight, sie ziehen auch immer wieder viele Interessierte an.

Viele Fischer sehen das als gute Möglichkeit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sich vom anonymen einsamen Angeln zu entfernen. Das Streetfishing ist gerade bei traditionsverbundenen Fischern nicht ganz so beliebt, wie bei der neuen Generation. Für sie ist Angeln eine Tätigkeit im Stillen und nicht neben vorbeifahrenden Autos und dem Lärm und Dreck der Großstadt. Insbesondere die junge Genration an Fischern schätzt die Methode des Angelns in der Stadt dennoch als wichtige Möglichkeit, einem Hobby nachzugehen, ohne dabei eine weite Strecke aus der Stadt heraus antreten zu müssen.

Angeln mit Kunstködern

Bei urbanem Fuschen handelt es sich bei der Beute fast ausschließlich um Raubfische, daher sind künstliche Köder ein Muss. Viele Angler legen sich daher regelrechte Sammlungen an Ködern an. Die Vielfalt der Köder ist dabei fast unbegrenzt. Sowohl bewährte alte Köder als auch Köder mit neusten Techniken können hierbei den entscheidenden Erfolg bringen. Im Bereich des Angelsportes schreitet die Technik hinsichtlich der Köder fortlaufend voran. So werden Köder aus Weichplastik oder Hartplastik mittlerweile dank Micro-Spingjigs mit kleinen Borstenbüscheln präpariert, um den Reiz auf die Raubfische zu erhöhen.

Die Erlaubnis für das Streetfishing in der Stadt: Ein Angelschein ist erforderlich!

Für das Angeln in der Stadt ist ein Angelschein erforderlich, welcher für die städtischen Gewässer von dem zuständigen Anglerverband oder der Stadtverwaltung vergeben werden. Voraussetzung dafür ist eine bestandene Fischereiprüfung. Die weiteren Voraussetzungen unterscheiden sich dabei von Bundesland zu Bundesland. Meist wird zum Angelschein auch noch ein Gewässerschein benötigt. Die Angelvereine und Behörden informieren je nach Bundesland auf ihren Internetauftritten oder per telefonische Auskunft zu den Regularien.

Was ist ein Phrasenmäher, Phrasenschwein, Phrasendrescher? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Phrasenschwein wurde in der Welt des Fußballs geboren. Erfunden wurde das Phrasenschwein beim Fernsehkanal Sport1 beziehungsweise dem früheren Deutschen Sportfernsehen (DSF).

Geschichte und Bedeutung des Phrasenschweins

Bei der Sendung „Doppelpass“ (Dopa) diente das Sparschwein einem besonderen Zweck: Fußballkommentatoren, Fußballexperten, Spieler und Trainer reden gerne um den heißen Brei. Sie trauen sich nicht, direkte Aussagen zu machen, kennen sich nicht aus oder haben schlicht keine eigene Meinung. Doch statt das einfach zuzugeben, sagen sie irgendetwas. Besonders gerne werden „Phrasen“ benutzt, um die eigene Ausdruckslosigkeit zu kaschieren.

Was sind Phrasen? Bedeutung, Definition, Erklärung

Phrasen sind im allgemeinen Sprichwörter, Wortkombinationen oder ganze Statements, die keinerlei wertschöpfend Aussagekraft haben. „Doppelpass“ ist eine Art Fußballstammtisch, bei dem sich wechselnde Gäste zur aktuellen Saison oder allgemeinen Fußball-Themen äußern.

Um das sinnlose Gerede der Gäste und Ausflüchte zu vermeiden, wurde das Phrasenschwein eingeführt. Dieses besondere Tier gab es gleich zu Beginn der Sendung im Jahr 1995.

Anfangs mussten Gäste, die Phrasen droschen, 5 Mark ins Schwein einbezahlen. Später waren es 3 Euro. Der Erlös wurde am Jahresende einem wohltätigen Zweck gespendet.

Das „Phrasenschwein“ breitete sich rasend schnell aus. Es fand als geflügeltes Wort Eingang in die Medienwelt.

In Schulen wurden ganz ähnliche Modelle eingeführt. Bei der bei Nutzung von Schimpfwörtern oder vulgären Worten mussten kleine Beträge einbezahlt werden. Das sollte die Lust an der Fäkalsprache oder dem Beschimpfen von Klassenkameraden eindämmen.

Siehe auch: Was sind Totschlagargumente? Was sind Killerphrasen?

Was bedeutet Phrasenschwein, Phrasendrescher? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der Alltagssprache bereitete sich das Phrasenschwein ebenfalls sehr erfolgreich aus.

Menschen, die viel reden, ohne wirklich etwas zu sagen, werden mit diesem Titel belegt. Üblicherweise bedienen sich solche Redner vieler Phrasen, die gut klingen, jedoch wenig sachliche Aussagekraft haben.

Manchmal sind auch sonst eher wortkarge Drückeberger Phrasenschweine. Sie beantworten unangenehme Fragen grundsätzlich mit leeren Phrasen, um dem anderen die Lust an weiteren Fragen zu nehmen.

Der „Phrasendrescher“ oder „Phrasenmäher“ sind gleichbedeutend. Phrasen zu dreschen, bedeutet umgangssprachlich besonders viele Phrasen zu nutzen.

Beispiels: Er „drischt“ mit Phrasen auf jemanden ein.

Was bedeutet, dass eine Phrase nach der anderen „geklopft“ wird. Beim Dreschen wurden ursprünglich die Getreidehalme heftig auf den Untergrund geschlagen, damit sich die Körner aus den Ähren lösten.
Das war eine sehr rhythmische und eintönige Arbeit. Ganz so, wie wenn jemand regelmäßig nichtssagende Phrasen wiederholt.

Phrasen kann man auch als ziemlich „abgedroschen“ bezeichnen. Das bedeutet, sie sind inhaltslos und leer. Heute erledigen natürlich große Mähdrescher die Drescharbeit direkt auf den Feldern.

Damit wäre der umgangssprachliche Übergang vom „Phrasendrescher“ zum „Phrasenmäher“ schon gefunden. Bei letzterem ist das Wortspiel mit dem „Ph-Rasenmäher“, der seine gelangweilten Zuhörer „ummäht“, mit ausschlaggebend für die Wortkreation und seine Beliebtheit.

Phrasenmäher – der Fußballpodcast (Bedeutung)

Im gleichnamigen Fußball-Podcast von BILD-Sport geht es ähnlich wie bei der Sendung „Doppelpass“ darum, auf persönliche und authentische Weise über den Fußball zu berichten. Der Zuhörer soll echte Information bekommen, statt nur Phrasen.

Phrasenmäher – die Band

Die sprachlich sehr gewandte Band aus Hamburg hält einen interessanten Rekord. 2014 veröffentlichten sie eine Langfassung des Lieds „Zwei Jahre in“. Mit ganzen 90 Minuten und 10 Sekunden Spielzeit war es das damals längste offiziell veröffentlichte Lied und erhielt einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

Das langatmige Stück kann man als eine einzige Phrase betrachten. Die Bandmitglieder kommunizieren darin, dass alles, was zwei Jahre „in“ ist, dann zwei Jahre „out“ ist. Man hat nach den 90 Minuten also nicht wirklich eine handfeste Information.

Das Phrasenschwein als offizielles neues Wort

In die deutsche Rechtsschreib-Bibel, den Duden, werden ständig neue Wörter aufgenommen. So ist das Phrasenschwein seit 2009 offiziell Bestandteil der deutschen Sprache.

Der Phrasendrescher und die Phrasendrescherin haben diese Aufnahme etwas später auch geschafft. Beim Phrasenmäher steht das noch aus.

Welche neuen Wörter in den Duden aufgenommen werden, entscheidet eine Kommission. Dabei werden Nutzungshäufigkeit, der sinnvolle Zusammenhang innerhalb der bestehenden Sprache und die zu erwartende Beständigkeit eines Wortes berücksichtigt.

Offiziell ist der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ für den Erhalt und die Gestaltung der deutschen Sprache verantwortlich. Die Experten dieses Gremiums arbeiten eng mit Sprachhütern und Sprachwissenschaftlern der anderen deutschsprachigen Länder Österreich und Schweiz zusammen.

Der Duden ist das offizielle Publikation-Medium des Rechtschreibrates.

Was bedeutet „Holistay“ / „Staycation“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Begriffe „Holistay“ und „Staycation“ stammen aus den Vereinigten Staaten. „Staycation“ bedeutet, dass Sie Ihren Urlaub Zuhause oder in der Nähe Ihres Zuhause verbringen, anstatt in ein anderes Land zu reisen. Der deutsche Ausdruck dafür ist „Urlaub auf Balkonien„.

Was bedeutet „Holistay“ / „Staycation“? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der aktuellen Situation durch Corona ist es empfehlenswert, eine Staycation vorzuziehen, da sich die Infektionslage und damit die behördlichen Eindämmungsregeln schnell ändern können. Dieses Modell ist außerdem sehr beliebt bei Personen, die sich nur einen Low-Budget Urlaub leisten können.

Staycation (oder Holistay) ist eine ökologische Möglichkeit, den Urlaub zu Hause zu verbringen. Wenn Sie Zuhause bleiben und dort entspannen, bedeutet das gleichzeitig eine geringere Umweltverschmutzung und dass Sie effektiv Kosten sparen können.

Bedeutung von „Holistay“ und „Staycation“ auf deutsch (Übersetzung, Erklärung)

„Holistay“ ist ein Kofferwort aus den Worten „Holiday“ und „Stay“. Das englische Wort „Holiday“ bedeutet auf deutsch „Urlaub“, aber auch „Feiertag“. „Stay“ bedeutet auf deutsch „Aufenthalt“.

Das Kofferwort „Staycation“ setzt sich aus den Wort „Stay“ und „Vacation“ zusammen. „Stay“ bedeutet (wie oben) „Aufenthalt“ auf deutsch. „Vacation“ bedeutet auf deutsch „Ferien“ und „Urlaub“.

Erstmals entstand der Begriff des Staycation in Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise in 2008. Aus diesem Grund waren viele Haushalte gezwungen, ihre Ausgaben und damit ihr Urlaubsbudget einzuschränken. Der Mangel an Geld für Reisen ins Ausland ist der Grund, warum viele Menschen Urlaub Zuhause machten. Mit dieser Bewegung nahm auch gleichzeitig das Bewusstsein für die Umweltauswirkungen des Tourismus zu, insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen des Verkehrs und den CO2-Fußabdruck. Beliebte Reisegebiete weltweit wurden durch Touristenströme regelrecht überflutet.

Staycation bzw. Holistay scheint eine großartige Lösung für die oben genannten Herausforderungen zu sein. Es ist eine großartige Möglichkeit, einen schönen Urlaub zu verbringen und gleichzeitig günstig Urlaub zu machen. Die einzig leidtragenden sind die Reisebranche, da sie deutlich weniger Buchungen verzeichnen konnten. Urlaub Zuhause reduziert allerdings die schädlichen Treibhausgasemissionen. Viele nutzten die öffentlichen Verkehrsmittel, gingen zu Fuß oder nutzten die E-Roller, anstatt das Auto oder das Flugzeug zu nehmen.

Holistay / Staycation ist eine nachhaltige Bewegung

Staycation / Holistay ist eine Form des alternativen langsamen Tourismus. Langsamer Tourismus lädt Sie ein, im gegenwärtigen Moment zu leben und diesen auch voll und ganz genießen zu können. Es ermutigt Sie, sich Zeit zu nehmen, Sehenswürdigkeiten oder Landschaften in Ihrer Nähe zu entdecken, mehr Zeit mit Freunden Zuhause zu verbringen oder einfach Zeit in der Natur zu genießen.

Sie planen die Tage, wie Sie es möchten. Sie müssen sich keine Gedanken um Öffnungszeiten oder Zeiten von Führungen oder Reisetrips zu halten. Wenn Sie ausschlafen möchten, dann schlafen Sie aus.

Vorteile von Staycation / Holistay

  • Staycation / Holistay begrenzt den Stress bei der Organisation einer Reise. Sie müssen keine Angebote vergleichen oder eine Unterkunft suchen, die Ihren Wünschen entspricht. Das Packen des Koffers und die Auswahl der Kleidung entfällt ebenfalls.
  • Nutzen Sie die Zeit und widmen sich Aktivitäten und Dinge, die Sie das ganze Jahr schon aufschieben, weil Ihr Terminkalender so voll war. Schauen Sie sich das örtliche Museum an oder treiben Sie mehr Sport, wenn Sie möchten.
  • Durch Staycation / Holistay fördern Sie auch die regionale und lokale Wirtschaft. Schlendern Sie über den Wochenmarkt oder besuchen Sie Ihren lokalen Bauern, um dort direkt Obst, Gemüse oder Fleisch zu kaufen. Nutzen Sie das lokale Kulturangebot und schauen Sie sich Theaterstücke oder andere Acts an.
  • Durch Staycation / Holistay wird Ihnen bewusst, wie schön Ihre Stadt oder Ihre Region eigentlich ist. Durch die Arbeit oder andere Faktoren vergessen viele häufig, wie viele Möglichkeiten einem direkt vor der Haustür geboten werden.
  • Mit Staycation / Holistay lernen Sie den Augenblick und den Moment zu genießen. Sie haben viel mehr Zeit für sich selbst um sich mal richtig zu entspannen.
  • Staycation / Holistay entspannt Sie in vielerlei Hinsicht mehr, anstatt eine lange Reise inds Ausland zu machen.
  • Das Entdecken und Erforschen der Heimat ist eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative, auf die Sie stolz sein können!

Das Wichtige am Urlaub Zuhause ist, dass Sie den Urlaub schon planen sollten. Allerdings sollte dieser Plan flexibel gestaltet werden, damit Sie sich die Zeit für die Dinge nehmen können, die Sie für richtig halten. Auf diese Weise werden Sie zufriedener und ausgeglichener und können den Urlaub wirklich genießen.

Was ist die Tourismusphobie / Touristenphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Tourismusphobie (auch „Touristenphobie“) ist ein Phänomen und Paradox. Während beliebte Urlaubsländer und Reiseziele (Bsp.: Mallorca) in der Vergangenheit viel Geld mit Touristen verdient haben und Jobs in der Tourismusbranche geschaffen wurden, wächst unter der einheimischen Bevölkerung der Unmut gegenüber Touristen. Ja, teils erwächst sogar der Wunsch, dass weniger Touristen kommen. Denn Touristen sogar in der Masse dafür, dass das alltägliche Leben gestört, dass Mietpreise und Lebenshaltungskosten steigen, sowie dass die Umwelt verschmutzt wird und Schaden nimmt.

Was ist die Tourismusphobie / Touristenphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Tourismusphobie (auch „Touristenphobie“) ist Ende der 2010er Jahre immer bekannter geworden. Länder wie Spanien und Italien leben von Touristen. Hier macht der Tourismus mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Es sind Milliarden, die durch den Tourismus eingenommen wurden und werden. Allerdings ist die Stimmung der Einheimischen in den Tourismushochburgen angespannt, da es von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen werden, die einen Ort besuchen.

Das Problem wird nicht von Touristen als Einzelpersonen verursacht, sondern hauptsächlich von Faktoren wie der Störung des täglichen Lebens, steigenden Mietpreisen und Lebenshaltungskosten, der Verschlechterung der Tier- und Pflanzenwelt und der Umweltverschmutzung.

Die eigene Heimat verliert ihren traditionellen Charakter und fühlt sich nicht mehr wie das Zuhause an, die dort wirklich leben. Es wird alles versucht, um den Touristen den schönst und bestmöglichen Urlaub zu bieten, auf Kosten der Einheimischen. Auf die Tourismusphobie (auch „Touristenphobie“) folgte eine Gentrifizierung von wohlhabenden Reisenden, die die Einheimischen nach und nach aus einer Gegen verdrängen. Die Mieten steigen ins Unerschwingliche und die Einheimischen sind gezwungen, in andere Regionen zu ziehen, in denen die Mieten bezahlbar sind. Viele der Einheimischen gingen aufgrund dieser dramatischn Entwicklungen auf die Straße und demonstrierten für den Erhalt ihrer Heimat.

Weitere Bedeutung von Tourismusphobie / Touristenphobie (Während Corona / Covid-19)

Während der Coronakrise verbreitete sich ebenfalls eine Tourismusphobie an beliebten deutschen Urlaubszielen wie der Ostsee. Hotels, Restaurants und Urlaubsorte hatten Angst,  dass mit Covid-19-infizierte Touristen kommen.

Würde eine steigende Zahl von Covid-19-Infektionen festgestellt werden, so hätte dies einen neuen Lockdown zur Folge. Für Hotel-Betreiber, Ladeninhaber, Ferienwohnungvermieter und Restaurantbetreiber wäre dies katastrophal, denn sie müssten ihre Geschäfte, Restaurants und Unterkünfte schließen. Dies hätte starke Umsatzeinbußen zur Folge und würde die Unternehmen weiter belasten.

Tourismusphobie / Touristenphobie: Schritte gegen Massentourismus

Die Tourismusphobie (auch „Touristenphobie“) beschränkt sich in der aktuellen Zeit auf Länder und Regionen, die in den vergangenen Jahren durch Touristenmassen überflutet wurden. Die Zahlen der Urlauber stiegen von Jahr zu Jahr und die Reiseveranstalter und die Baubranche nutzte dieses Interesse, um neue Hotels zu bauen und alles für den perfekten Urlaub zu kreieren.

Dadurch haben sich dutzende Städte zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, die sich gegen den Massentourismus und seine Folgen aussprechen. Diese Initiative wurde vor einigen Jahren erstmals in Barcelona diskutiert und hat nach und nach ihre derzeitige Form angenommen. Die Organisation unterstützt die Umsetzung von Maßnahmen wie beispielsweise unterschiedlichen Wohnvorschriften für Touristen- und Wohnunterkünfte. Gleichzeitig haben sie deutlich gemacht, dass zwischen verschiedenen Städten unterschieden werden muss, da die Schwere der Auswirkungen von Städten wie Barcelona oder Venedig nicht mit anderen Fällen vergleichbar ist.

Das Netzwerk hofft, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Verwaltungsbehörden unter Druck zu setzen, Kriterien für Nachhaltigkeit zu entwickeln. Diese Art von Reiseziel bietet tendenziell eine Vielzahl von Hotelunterkünften und geplanten Aktivitäten für Touristen, während die Kultur- und Freizeitmöglichkeiten für die Anwohner im Laufe des restlichen Jahres tendenziell abgenommen haben.

Es gab sogar schon Angriffe auf öffentliche Verkehrsmittel. Die Handlungen konzentrierten sich auf Reifenpannen von Leihrädern und Angriffe auf offene Tourbusse. In anderen Städten wie Palma de Mallorca wurden Slogans auf Yachten oder Restaurants gesprüht. Ähnliche Ereignisse wurden im Baskenland beobachtet, wo sich radikale linke Gruppen gegen den Massentourismus positionierten.

Touristenphobie: Ein große Problem: Online-Vermietungsplattformen

Besonders hervorzuheben ist der Aufstieg der sogenannten Vermietungsplattformen für Ferienwohnungen. Sie bieten nicht nur einen harten Wettbewerb für die traditionelle Hotelbranche, sondern stellen auch ein Problem für die Bewohner benachbarter Wohnungen dar, die bis in die frühen Morgenstunden von Urlaubern wach gehalten werden.

Die Rolle von AirBnB

Die weltweit bekannteste Plattform dieser Art hat es Millionen von Nutzern ermöglicht, zusätzliches Geld durch die Vermietung von Gästezimmern oder leeren Wohnungen zu verdienen. Im Laufe der Zeit wurde diese Möglichkeit von Unternehmen genutzt, die ganze Gebäude räumen, um sie in touristische Mietwohnungen umzuwandeln. Viele Jahre lang fielen diese Aktivitäten in eine rechtliche Grauzone, die das spanische Finanzamt nun zu regulieren versucht. Keine leichte Aufgabe, da auf diesen Online-Plattformen nicht alle angeforderten Benutzerdaten vorhanden sind.
Theoretisch sollen die neuen Vorschriften ein höheres Maß an Aufsicht bieten, so dass die Eigentümer von Wohnungen, die über Unternehmen wie Airbnb, HomeAway oder Niumba gemietet werden, die Mehrwertsteuer zahlen und diese Einkünfte in ihre jährliche Einkommensteuererklärung aufnehmen.

Während die Gesetze weiter geändert und verschärft werden, haben sich mehrere Städte bereits für ein vollständiges oder teilweises Verbot von Mietverträgen dieser Art entschieden.

Aber nicht nur auf den Balearen wurden Maßnahmen ergriffen. Die Behörden in der Stadt Valencia waren weniger streng, haben jedoch für die kommende Saison die Vermietung von Ferienwohnungen begrenzt, sodass nur Wohnungen im Erdgeschoss und im ersten Stock für diesen Zweck gemietet werden können. Diese Situation wird im Rahmen der allgemeinen Stadt geregelt Landnutzungsplan. Der Stadtrat muss einen Bericht vorlegen, aus dem hervorgeht, dass eine Wohnung für Touristen geeignet ist.

Warum heißen Lebkuchen „Lebkuchen“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Besonders im Herbst und Winter erfreut sich Lebkuchen, das süße Gebäck, großer Beliebtheit unter den Menschen. Nicht nur in Deutschland, in recht vielen Kulturen existieren etliche Ausprägungen, in denen Lebkuchen serviert wird. Immer ein Faktor ist dabei, dass Lebkuchen besonders lange haltbar ist, oft wird er auch recht stark gewürzt. Was aber bedeutet das Wort „Lebkuchen“ eigentlich?

Warum heißen Lebkuchen „Lebkuchen“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Das Wort existiert in Varianten bereits seit dem 13. Jahrhundert. Genau geklärt ist allerdings nicht, woher der erste Teil des Wortes, „Leb“, stammt. Dazu existieren mehrere Erklärungen. Eine vermutet, dass es vom lateinischen Wort „libus“ stammt, welches schlicht Fladen bedeutet. Eine andere stellt eine Verbindung zwischen dem mittelhochdeutschen Wort leip her, was ungesäuertes Brot bedeutete und heute in der Form „Laib“ bekannt ist. Sicher ist es allerdings nicht, welche der beiden Ansätze zutreffend oder auch nur wahrscheinlicher ist.

Bezeichnungen für Lebkuchen: Pfefferkuchen, Honigkuchen

Andere Bezeichnungen von Lebkuchen sind u. a. Pfefferkuchen oder Honigkuchen. Dazu existieren regional unterschiedlich noch viele weitere Varianten, wie das bei Speisen häufig der Fall ist. Im Süden von Deutschland ist Lebkuchen auch als Magenkuchen bekannt. Die zuvor genannte Bezeichnung Pfefferkuchen ist hingegen eher in Ostdeutschland verbreitet. Auch das inzwischen weniger geläufige Wort „Lebzelten“ ist ein Synonym für Lebkuchen. Ebenso sind bestimmte Arten von Lebkuchen auch regional geschützte Produkte, wie zum Beispiel die Aachener Printen oder der Nürnberger Lebkuchen.

Früher gehörten Hersteller von Lebkuchen einem anderen Handwerk an als normale Bäcker. Daher rühren auch die inzwischen eher wenig bekannten Berufsbezeichnungen:

  • Lebküchler
  • Pfefferküchler
  • Lebzelter
  • Lebküchner

In der damaligen DDR allerdings war „Pfefferküchler“ bis zu ihrer Auflösung am 3. Oktober 1990 tatsächlich noch ein vollwertiger, anerkannter Handwerksberuf. Und acht Jahre später wurde der Ausbildungsberuf zum Bäcker mit dem expliziten Schwerpunkt als Pfefferküchler sogar in der Bundesrepublik Deutschland wieder eingeführt.

Geschichte: Lebkuchen

Während man in Deutschland den Lebkuchen mindestens seit dem 13. Jahrhundert kennt (oder zumindest ein Wort dafür hat, das noch überliefert ist), soll es bei den alten Ägyptern schon vor 5.000 Jahren ein sehr ähnliches, süßes Fladenbrot gegeben haben. Damals stand diese Speise nicht dem normalen Volk zur Verfügung, sondern nur den Pharaonen und Tempelmitarbeitern. Die schon damals mit Honig und vielen Gewürzen gebackenen süßen Fladenbrote fanden über das Römische Reich auch den Weg nach Mitteleuropa. Dort wurden sie zunächst von Mönchen und Apotheken hergestellt und vertrieben, da man der Auffassung war, dass der Honig heilende Kräfte besäße.

Namensherkunft „Lebkuchen“

Zumindest ungesund dürfte er wohl nicht sein. Inzwischen ist der Lebkuchen ein für jedermann erschwinglicher und eben gerade zur Weihnachtszeit und auf Jahrmärkten beliebter Genuss. Welche Form des Lebkuchens nun die populärste ist, da scheiden sich die Geister. Sicher kennt jeder die beliebten Lebkuchenherzen mit Sinnsprüchen darauf, die man auf einer Kirmes erstehen kann. Mindestens genauso populär sind aber die Lebkuchenhäuser, die in der Regel die Geschichte von Hänsel und Gretel bzw. das zur Geschichte gehörige Hexenhaus in essbarer Form illustrieren. Aber auch Lebkuchenmänner sind in Europa weit verbreitet.

Woher der Lebkuchen aber nun wirklich seinen Namen hat, weiß man nicht genau, wobei beide oben genannte Theorien sehr plausibel klingen.

Was bedeutet „nichtbinär“ (non-binary, enby)? Bedeutung, Definition, Erklärung


Immer häufiger ist in den Medien von Menschen zu hören, die nichtbinär sind bzw. sich als solche bezeichnen. Diese Menschen bevorzugen den Verzicht von geschlechtsspezifischen Anreden wie Herr oder Frau und sind vielen Teilen der Welt noch unbekannt. Doch was genau beutetet es eigentlich, wenn jemand nichtbinär ist?

Was bedeutet „nichtbinär“ (non-binary, enby)? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der Informatik ist das Wort „binär“ eines der wohl am meistens verwendeten Wörter, denn dort sind z. B. Zahlen binär, da der Computer nur die Zahl Null oder die Zahl Eins versteht. Binär beutetet grundsätzlich, dass es zwei Optionen für etwas gibt, z. B. nur zwei Zahlen, zwei Geschlechter oder zwei Wege. Bis vor einigen Jahrzehnten galt es noch als selbstverständlich, dass es bei den Geschlechtern ebenfalls nur eine binäre Einteilung geben kann: entweder ein Mensch ist weiblich oder männlich.

Ein Teil der Weltbevölkerung fühlt sich jedoch weder weiblich noch männlich und kann sich daher nicht in eine der beiden Kategorien einfinden: Diese Menschen werden als nichtbinär bezeichnet – für die trifft keine der beiden Optionen vollständig zu. Der Begriff „nichtbinär“ kann natürlich auf verschiedene Lebensbereiche angewendet werden – überall dort, wo es eben mehr als nur zwei Optionen gibt oder keine der beiden Optionen vollständig zutrifft. In der letzten Zeit hat der Begriff jedoch bei der Geschlechtsidentität an Wirkung gewonnen und wir daher meistens auch damit assoziiert.

Statt „nicht-binär“ kann auch „enby“ gesagt werden. Beide Ausdrücke bedeuten das gleiche und sind daher synonym.

Dabei steht nun die Geschlechtsidentität eines Menschen nicht in direkter Verbindung mit dem biologischen Geschlecht und damit auch den Geschlechtsmerkmalen, sondern nur rein mit dem Zugehörigkeitsgefühl zu diesen. Diese nichtbinär Identität wird in vielen Fällen besonders nach Außen ausgedrückt.

Welche nichtbinären Geschlechterrollen gibt es? Bedeutung, Erklärung

Menschen, die sich als nichtbinär bezeichnen, können trotzdem in einige Rollen klassifiziert werden, die sie etwas näher beschreiben sollen.
Transgender sind dabei Menschen, die im falschen Geschlecht geboren wurden, z. B. Frauen, die sich eigentlich als Mann fühlen. Mit Genderqueer bezeichnet man Menschen, die sich keinem der beiden Geschlechter eindeutig zuordnen möchten oder eine Kombination aus Mann und Frau einnehmen.

Menschen, die ihr Geschlecht mit der Zeit verändern werden, als Genderfluid bezeichnet, ähnlich wie Bigender. Wer sich als vollständig ungeschlechtlich fühlt, wird in der Regel als Agender bezeichnet.

Seit wann gibt es diesen Begriff „nicht-binär“ (non-binary)? Bedeutung

Der genaue Zeitpunkt der Entstehung dieses Begriffes lässt sich nur schwer festlegen, allerdings hat die starke Verbreitung des Begriffes im Jahre 2011 gestartet – unter anderem auch durch die immer stärkere Vernetzung und Verwendung des Internets zur Übertragung von Informationen.

Die rechtliche Anerkennung von nichtbinären Menschen wird in vielen Ländern der Welt sehr unterschiedlich gehandhabt, in einigen ist sie sogar vollständig verboten. Viele Formulare haben in letzter Zeit ein drittes Feld „divers“ bei der Auswahl des Geschlechtes erhalten.

Leider leiden viele Personen, die sich als nichtbinär bezeichnen immer noch an Diskrimineurng und an einer ungerechten Behandlung. Diese ist vor allem im jungen Alter zu spüren, kann sich jedoch auch noch im Berufsleben fortsetzen, viele der Menschen haben bereits Suizidgedanken hinter sich gebracht. Durch die womöglich falsche (aber eigentlich unabsichtliche) Klassifizierung durch die Umwelt leiden nichtbinäre Personen nicht selten an der Dysphorie, also an einem allgemeinen Unwohlsein aufgrund dieser falschen Klassifizierung.

Was ist „Indoor-Farming“ / „Indoor-Gardening“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Indoor-Farming bzw. Indoor-Gardening stellt eine andere Methode für den Anbau von frischem Gemüse und anderen Pflanzen im eigenem Heim oder geschlossenen Räumen dar.

„Indoor-Farming“-Betriebe werden auch als Innenfarmen, vertikale Farmen, Bauernhöfe oder Pflanzenfabriken bezeichnet. Während die Entwicklung von Indoor-Farming für den Anbau von Blattgemüse relativ neu ist, werden Pilze seit über 100 Jahren auf diese Weise gezüchtet.

In den letzten zwanzig Jahren ist der Anbau von Blattgemüse und anderen Pflanzen in Innenräumen entstanden. In diesen Betrieben werden Pflanzen vollständig in Innenräumen mit LED-Lichtern angebaut. Das Aufkommen effizienter LED-Beleuchtungstechnologien hat es den Landwirten ermöglicht, Geld zu sparen und den Pflanzen genau die richtigen Lichtwellenlängen zur Verfügung zu stellen, um das Wachstum zu optimieren. Weitere Fortschritte sind Automatisierung und künstliche Intelligenz.

Der Unterschied zwischen „Indoor-Farming“ und „Indoor-Gardening“ ist, dass das Farming sich auf Nutzpflanzen konzentriert, während das Gardening das Ziel verfolgt Blumen und schöne Pflanzen in geschlossenen Räumen anzupflanzen. Die Methoden für beides ähneln sich.

Was ist „Indoor-Farming“ / „Indoor-Gardening“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Moderne Indoor-Farmen und modernes Indoor-Gardening verwendet eine Vielzahl von Architekturen, aber es gibt zwei Hauptmethoden, wie diese Farmsysteme aufgebaut sind:

  • Mehrstufige horizontale Farmen
  • Mehrstufige vertikale Farmen

Eine horizontale Anlage zeichnet sich durch horizontale mehrstufige Anbausysteme aus, die vom Boden aus beginnen und künstliches Licht und umfassende Raumklimatisierungen verwenden.

Eine vertikale Anlage zeichnet sich durch vertikale mehrstufige Anbausysteme aus, die vom Boden aus beginnen und künstliche Beleuchtung und umfassende Raumklimatisierung verwenden.

Funktionsweise: Indoor-Farming / Indoor-Gardening

Indoor-Farming verbraucht deutlich weniger Wasser und Pestizide als herkömmliche landwirtschaftliche Methoden. In Innenräumen unterliegen die Pflanzen keinen Jahreszeiten und bieten daher eine einheitliche und gleichbleibende Produktivität. Durch diese Praxis können Salate, Tomaten und grüne Pflanzen hergestellt werden.

Japan war einer der ersten Pioniere im Indoor-Farming. Es hält den größten Anteil am globalen vertikalen Landwirtschaftsmarkt. In Japan entsteht vertikale Landwirtschaft aus der Not heraus, wo die traditionelle Landwirtschaft aufgrund der Bevölkerungsalterung und der Landflucht nicht mehr möglich ist.

Was sind die Vorteile von Indoor-Farming / Indoor-Gardening?

  • Eine größere Produktion auf einer kleinen Anbaufläche
  • Vorbereitung auf die Zukunft: Immer mehr Menschen zieht es in die Städte und die Weltbevölkerung wächst stetig an. Daraus resultiert auch eine erhöhte Lebensmittelnachfrage. Indoor-Farming kann bei diesem Problem helfen.
  • Höhere und effektivere Produktion: Durch Indoor-Farming können effektiv Lebensmittel produziert werden, bei einer kleineren Anbaufläche.
  • Ganzjährige und einheitliche Lebensmittelproduktion und Pflanzenanbau möglich.
  • Nachhaltiger Wasserverbrauch: Durch Indoor-Farming können wir Pflanzen mit 70 bis 95 Prozent weniger Wasser produzieren.
  • Wetterbedingungen spielen keine Rolle: Starkregen, Überschwemmungen, Stürme oder Trockenheit haben keinen Einfluss auf die Ernte.
  • Bio-Produktion steigt: Durch Indoor-Farming können die Bedingungen beim Anbau besser kontrolliert werden und es werden keine Pestizide oder Chemikalien eingesetzt.
  • Menschlich und umweltfreundlich: Indoor-Farming erhöht die biologische Vielfalt und senkt den CO2-Fußabdruck.
  • Ganzjährige Pflanzenproduktion
  • Ein weiterer Vorteil von Indoor-Farming besteht darin, dass Farmen wie diese in den Innenstädten den CO2-Fußabdruck aufgrund der Nähe zum Verbraucher verringern und lange LKW-Strecken reduzieren.
  • Die meisten Produkte, die wir in den Lebensmittelgeschäften finden, werden auch international in einiger Entfernung transportiert. Dies führt zu Produkten mit geringerer Haltbarkeit. Anstatt Tage im Transport zu verbringen, können Produkte in nur wenigen Stunden in den Händen eines Verbrauchers sein. Schnelle Lieferungen bedeuten weniger Treibhausgase, die von LKWs erzeugt werden.
  • Weniger Platz: Anstelle von 4 bis 6 Hektar auf einem konventionellen landwirtschaftlichen Betrieb, auf der Pflanzen angebaut werden, wird beim Indoor-Farming nur ein Hektar Innenraum benötigt. Dies ist besonders nützlich in Städten, in denen das Land im Freien begrenzt ist.
  • Verwendung von energiesparenden LED-Leuchten, die den Energieverbrauch um bis zu 80% senken. Sie verwenden anaerobe Fermenter, die anaerobe Bakterien verwenden, um organisches Material zu kompostieren.
  • Bietet die Möglichkeit der Nachhaltigkeit für städtische Zentren
  • Schafft neue städtische Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Bringt Ackerland in die Natur zurück und hilft, die Funktionen und Dienstleistungen des Ökosystems wiederherzustellen
Warum heißen Milchzähne „Milchzähne“? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung


Wenn kleine Kinder ihre ersten Zähne bekommen, spricht man von Milchzähnen. Diese fallen im zunehmenden Alter aus und werden durch die herkömmlichen Zähne ersetzt, die man bis ins Erwachsenenalter behält. Dass man ausgefallene Zähne unter das Kopfkissen legt, damit die Zahnfee sie gegen einen kleinen Geldbetrag austauscht, ist natürlich unlängst bekannt. Doch woher kommt eigentlich der Name Milchzähne? Wir verraten es Ihnen.

Warum heißen Milchzähne „Milchzähne“? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung

Viele Wörter haben lediglich in der deutschen Sprache seltsame Namen. Im Falle der Milchzähne trifft dies allerdings nicht zu, denn der Name wurde nicht hierzulande geprägt. Stattdessen lautet der lateinische Fachbegriff „dentis lactatis“ – was übersetzt ebenfalls „Milchzahn“ bedeutet. Nun könnte man meinen, dass der Begriff Milchzahn auf die Stillphase zurückgeht, obwohl dies ja eigentlich recht unlogisch: In dieser Phase des Lebens konsumiert ein Baby ausschließlich Muttermilch und benötigt daher auch keine Milchzähne. Tatsächlich hat der Name „Milchzähne“ jedoch zumindest einen indirekten Bezug zur Stillphase.

Die ersten Milchzähne eines Kindes wachsen ungefähr ab dem 6. Lebensmonat, die letzten können bis zum 30. Monat folgen. Da das Kind in dieser Zeit noch gestillt bzw. mit Milch ernährt wird, weist der Name „Milchzähne“ vor allem auf den Zeitpunkt hin, in denen diese wachsen. Schon unsere Vorfahren kannten diesen Begriff, sodass er definitiv keine Erfindung der Neuzeit ist: Bereits seit dem 16. Jahrhundert nannten Eltern die Zähne ihrer Kinder „Milchzähne“.

Die Milchzähne sind deutlich heller als Zähne von Erwachsenen

Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund, warum die Milchzähne auf ihren Namen hören: Im Gegensatz zu den klassischen Zähnen eines Erwachsenen haben Milchzähne eine deutlich hellere Farbe. Während die Zähne von älteren Menschen eher einen leicht gelblichen Stich aufweisen, strahlen Milchzähne in einem kräftigen Weiß mit einem minimalen blauen Schimmer. Da ihre besonders helle Farbe ein wenig an Milch erinnert, erhielten die Milchzähne vor vielen Jahren offenbar ihren bis heute bekannten Namen.

Milchzähne tragen einen wichtigen Teil zur Sprachentwicklung bei

Viele Menschen fragen sich übrigens auch, warum einem Baby nicht einfach sofort die klassischen Zähne wachsen, die man bis ins Erwachsenenalter behält. Die Antwort auf diese Frage ist relativ simpel, denn die Milchzähne übernehmen im Kiefer eines Kindes eine wichtige Rolle: Sie dienen als Platzhalter für die späteren Zähne, von denen es insgesamt 32 gibt. Milchzähne sind hingegen in einer deutlich überschaubareren Anzahl im Mund des Kindes vorhanden: Von ihnen gibt es lediglich 20 – was natürlich in erster Linie dem kleineren Kiefer des Nachwuchses geschuldet ist. Ältere Kinder, die sich bereits im Schulalter befinden, haben hingegen 24 Zähne – ein paar mehr als im Kleinkindalter, aber immer noch deutlich weniger, als eine erwachsene Person. Was viele Menschen ebenfalls nicht wissen: Die Milchzähne tragen einen immens wichtigen Teil zur Sprachentwicklung eines Kindes bei. Fehlen dem Kind etwa die beiden Vorderzähne, kann es passieren, dass die Zunge beim Sprechen zu weit nach vorne rückt – wodurch die Bildung von S- und Z-Lauten nicht mehr fehlerfrei möglich ist. Da sich zudem die Schneidezähne im oberen und unteren Mund nicht mehr richtig berühren könnten, würde auf Dauer betrachtet sogar ein sogenannter offener Biss entstehen, welcher nur noch mittels einer kieferorthopädischen Behandlung korrigiert werden könnte.

Beachten Sie also daher, dass die Milchzähne Ihrer Kinder bereits ab dem ersten Zahnwuchs regelmäßig geputzt werden müssen – auch wenn Sie eines Tages ohnehin ausfallen und durch das spätere Erwachsenengebiss ersetzt werden.

Warum heißt Urlaub „Urlaub“? Erklärung, Bedeutung


Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Viele bereisen in diesen freien Wochen die Welt, manche entspannen einfach im Garten oder auf dem Balkon. Wichtig ist nur, einfach mal durchzuatmen und keinen Gedanken an die Arbeit zu verschwenden.

So sieht es auch die allgemein verbreitete Definition. Demnach ist „Urlaub“ die Zeitspanne, in der jemand von der Arbeit oder vom Dienst freigestellt ist. Es ist eine Zeit, die dem Arbeitnehmer aufgrund von Gesetzen oder eines Tarifvertrages zusteht und die bis auf Ausnahmen eine fortdauernde Vergütung einschließt.

Wie ist der Begriff „Urlaub“ entstanden? Wortherkunft, Bedeutung

Der Begriff „Urlaub“ ist ein Begriff, der bereits in der Zeit Karl des Großen erstmals auftaucht. Im 8. Jahrhundert entstand im damaligen Ostfränkischen Reich das althochdeutsche Wort „urloub“, das bis ins 9. Jahrhundert eine Vokalabschwächung erfuhr und sich zu „urlub“ wandelte. In beiden Fällen bedeutete der Begriff soviel wie „Erlaubnis“. In den folgenden Jahrhunderten veränderte sich das Wort, in der mittelhochdeutschen Sprache wurde meistens „urloup“, „urlop“ oder „urlob“ gesagt. Es war weiterhin als „Erlaubnis (fortzugehen)“ definiert, konnte nun aber auch „Abschied“ und „Verabschiedung“ bedeuten.

In den einzelnen deutschen Sprachgebieten existierten im Mittelalter zudem zahlreiche Varietäten. Im Altächsischen sagte man beispielsweise „orlôf“, im mittelniederdeutschen „ōrlef“ oder „ōrleve“ und im mittelniederländischen fand „oorlof“ weite Verbreitung. Im Mittelalter wandelte sich auch die Bedeutung des Begriffes. Das Wort wurde nun verwendet, um die „Erlaubnis“ fortzugehen oder sich zu entfernen von einer in der Regel höhergestellten Person zu erhalten. Gegen Ende des Mittelalters wurde es allerdings üblich, auch die „zeitweilige Freistellung vom Dienst“ mit dem Begriff „Urlaub“ zu bezeichnen, so dass im Verlaufe der Jahrhunderte eine Annäherung an die heutige Begriffsverwendung erfolgte.

Was bedeutete Urlaub in früheren Zeiten? Bedeutung

In früheren Zeiten konnte Urlaub nicht einfach beantragt werden. Mägde und Knechte kannten keinen Urlaub, sondern nur die kirchlichen Feiertage im Jahreskreis. Eine Befreiung von der Arbeit oder eine Entfernung vom Wohnort zu Freizeitzwecken war weder bei ihnen noch den ortsansässigen Bauern und Handwerkern üblich. Im Mittelalter war Urlaub deshalb auch ein Begriff, der nur in einem kleinen Bevölkerungskreis Bedeutung besaß und mit Erholung oder Arbeitsbefreiung erst einmal nichts zu tun hatte.

Der Begriff „Urlaub“ entstand mit dem sich entwickelnden Lehnswesen und der Herausbildung des Rittertums in karolingischer Zeit. Ein Ritter war gerade im frühen Mittelalter kein freier Herrscher auf seiner Burg, viele von ihnen verfügten als sogenannte Ministerialien nicht einmal über Grundbesitz. Sie hatten allerdings Verpflichtungen gegenüber dem König oder einem anderen Lehnsherren und mussten diesen um Erlaubnis bitten, sich von ihrem gewöhnlichen Standort entfernen zu dürfen. Das galt allgemein für Reisen, aber auch für Kriegszüge benötigte der Ritter „Urlaub“.

Im Hochmittelalter, als das Rittertum in seiner Blüte stand, verlangte die Minne zudem von einem Ritter, dass er auch die „hohe Dame“ um Erlaubnis fragte. Sie gab ihr Einverständnis für die Teilnahme an Feldzügen, Turnieren oder Reichsversammlungen, grundsätzlich hatte ihre Zustimmung jedoch nur symbolischen Charakter und war Teil eines tradierten Aktes der Ritterlichkeit.

Das Vorbild des Rittertums verbreitete sich im Zeitverlauf auf andere gesellschaftliche Gruppen. So war es üblich, dass Mägde und Knechte ihren Grundherren zu bestimmten Anlässen um „Urlaub“ baten, um beispielsweise in anderen Orten an Feierlichkeiten teilzunehmen oder Verwandte zu besuchen. Das Einverständnis des Herren wandelte sich in den Jahrhunderten zur Tradition, wodurch sich ein gewisses Gewohnheitsrecht auf Urlaub bei Landarbeitern, Handwerksgesellen, Söldnern und anderen Berufsgruppen herausbildete. Die weitgehend rechtlosen Arbeiter des beginnenden Industriezeitalters versuchten solche Regelungen ebenfalls einzuführen, konnten aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts durch ihre Gewerkschaften verbindliche Vereinbarungen durchsetzen. Anfangs wurden 3 bis 6 freie Tage im Jahr zugestanden, bis heute konnten die Urlaubsansprüche jedoch immer weiter verbessert werden.

Was bedeutet Urlaub heute? Bedeutung

Der Begriff „Urlaub“ hat in der heutigen Zeit verschiedene Bedeutungen. Zum Einen ist Urlaub ein gesetzlicher Anspruch, den jeder Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber hat. Wir stellen zur Erfüllung dieser Ansprüche einen Urlaubsantrag im Personalbüro, um einen oder mehrere Tage frei zu bekommen. Die daraus resultierende Freizeit wird ebenfalls als Urlaub bezeichnet, ist allerdings der Zustand und nicht der Anspruch. Die zweite wichtige Bedeutung, für die der Begriff „Urlaub“ verwendet wird, bezeichnet eine Bewegung, die eine lokale Veränderung und ein Ziel voraussetzt. So sagen Menschen, dass sie in den Urlaub fahren oder eine Urlaubsreise gebucht haben. Eine dritte Bedeutung, mit der „Urlaub“ in Verbindung gesetzt wird, ist eine Freistellung im Militär- und Strafvollzugsbereich. Urlaub von der Truppe oder Hafturlaub ist zwar ebenfalls die Erlaubnis, sich von einem Ort zu entfernen, unterliegt allerdings anderen gesetztlichen Bestimmungen und wird in der Regel angeordnet.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Urlaub als eine Auszeit zu betrachten. In diesem Fall steht nicht die Erholung oder die Erlaubnis im Vordergrund, sondern die Entfernung. Urlaub vom Leben oder der Welt machen beispielsweise Menschen, die sich für einen bestimmten Zeitraum in die Wildnis oder ein Kloster zurückziehen. Urlaub von der Familie oder Urlaub von den Kindern ist eine Möglichkeit, zumindest mental, manchmal aber auch räumlich Abstand von der Verwandtschaft zu gewinnen. Es gibt noch viele andere Gelegenheiten, den Begriff Urlaub als eine Form des Entfernens zu verwenden: Urlaub von den Drogen, Urlaub vom Sport und sogar Urlaub vom Urlaub sind umgangssprachlich möglich.

Welche Arten von Urlaub kennen wir heute?

Vom Mittelalter bis in das späte 19. Jahrhundert mussten Menschen hart dafür kämpfen, ein paar wenige Tage im Jahr von ihrer Arbeit freigestellt zu werden. Bezahlter Urlaub war unbekannt, Varianten von Urlaubsgeld allein vom guten Willen des Dienstherren abhängig. Heute beträgt der gesetzliche, bezahlte Urlaubsanspruch 24 Tage, im Durchschnitt hat ein Arbeitnehmer in Deutschland allerdings fast 30 Tage zur freien Verfügung.

Der sogenannte Erholungsurlaub ist allerdings längst nicht alles, was ein Arbeitnehmer heute in Anspruch nehmen kann. So ist Mutterschafts- und Erziehungsurlaub für junge Mütter und Väter besonders wichtig, Pflegeurlaub für Menschen, die einen nahen Verwandten pflegen müssen. Bildungsurlaub kann genommen werden, um sich beruflich weiterzuentwickeln, Zusatzurlaub bekommen all jene Personen, die eine Schwerbehinderung nachweisen können. Das bedeutet, dass Menschen heute nicht nur über mehr Urlaub verfügen können, sondern auch bei individuellen Bedürfnissen gesetzlich abgesichert sind.

Warum heißen Geheimratsecken „Geheimratsecken“? Erklärung, Bedeutung


Ein in der deutschen Sprache äußerst geläufiger Ausdruck ist jener von den „Geheimratsecken“. Damit bezeichnet man den Haarausfall am Haaransatz an den Schläfen eines Mannes. Doch wieso ist dieses Phänomen ausgerechnet nach einem „Geheimrat“ benannt, wo es doch auf keine bestimmte Berufsgruppe begrenzt ist, sondern bei jedem Mann mit gleicher Wahrscheinlichkeit auftreten kann?

Warum heißen Geheimratsecken „Geheimratsecken“? Erklärung, Bedeutung

Die Antwort darauf ist, dass ein „Geheimrat“ ab dem 16. Jahrhundert ein Vertrauter und Ratgeber eines Fürsten war, vergleichbar mit einem heutigen Minister. Ein solcher Geheimrat hatte meist viel Lebenserfahrung und stand weit in der zweiten Hälfte seines Lebens. Dementsprechend häufig war bei diesen der erwähnte Haarausfall an den Schläfen schon festzustellen, wenn nicht sogar mehr Haarausfall. Natürlich traf das nicht auf alle von ihnen zu, aber eben doch auf einen großen Teil. Deshalb taufte man diese verbreitete Form von Haarausfall an den Schläfen nach dem Titel des „Geheimrats“.

Ein solcher Titel als Geheimrat war mit viel Ehre verbunden, wurde aber in der Regel eben auch nur an ältere Männer vergeben. Wobei „älter“ in jener Zeit schon ab etwa 40 Jahren meinte, die Lebenserwartung war schließlich deutlich niedriger als heutzutage. Die beginnende Glatzenbildung wurde dabei zu einem Zeichen für Altersweisheit, weshalb man einem Geheimrat eben auch viel Wissen und kluge Ratschläge zuschrieb. Wie man in jener Zeit diesen beginnenden Haarausfall ansonsten wertete, ist nicht bekannt. Klagen über Geheimratsecken sind von den Betroffenen jedenfalls nicht überliefert, eher ist anzunehmen, dass man sie als Zeichen von Lebenserfahrung und somit positiv deutete.

Die Schweiz und Österreich nennen es anders: Hofratsecken

In anderen deutschsprachigen Ländern existieren übrigens ähnliche, aber nicht identische Bezeichnungen für das Phänomen des Haarausfalls an den Schläfen. In Österreich nennt man Geheimratsecken demgemäß auch „Hofratsecken“. Anders als ein Geheimrat existiert die Funktion eines Hofrats auch im heutigen Österreich noch. In der Schweiz gibt es gleich zwei vergleichbare Ausdrücke. Das sind zum einen die „Ratsherrenecken“, zum anderen spricht man auch vom „Ministerwinkel“, wenn ein Mann Haarausfall an den Schläfen aufweist. Eine weitere, weniger gebräuchliche und deutlich scherzhafter gemeinte Bezeichnung ist die vom „Ehestandswinkel“.

Keine Hilfe gegen Geheimratsecken bekannt

Wer Geheimratsecken bekommt, sollte sich Sorgen machen, ob er sich auf dem Weg zu einer späteren Glatze befindet. Das muss nicht so kommen, erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür dennoch enorm. Manche Männer bekommen allerdings schon in frühen Jahren, teilweise kurz nach der Pubertät diese Geheimratsecken, ohne dass sie später kompletten Haarausfall bis hin zu einer Vollglatze erleiden. Abhilfe gegen Geheimratsecken gibt es übrigens praktisch keine.

Einzig eine Haarwurzelverpflanzung wäre denkbar, ist aber teuer und ziemlich unüblich. Zudem wird sie nicht von den Krankenkassen bezahlt, da man Haarverlust bei Männern als rein optische Problem betrachtet, nicht aber als ein medizinisches oder auch sonst das Leben beeinträchtigendes. Zumal Geheimratsecken bei Männern gemeinhin nicht als Schönheitsfehler empfunden werde, sondern als natürliches Phänomen. Erst, wenn das Haar noch lichter wird, gesteht man den betroffenen Männern zu, dies als unangenehm empfinden zu dürfen – und dennoch werden teure Gegenmaßnahmen auch dann nicht von den Krankenkassen übernommen.

Glatze als rein männliches Phänomen

Medizinisch hat das Phänomen natürlich einen völlig anderen Namen. Dort heißt es Calvities frontalis – und hat in dieser Bedeutung überhaupt nichts mit einem Geheimrat oder sonst irgendeinem Beruf zu tun. Machtlos ist man gegen das Aufkommen von Geheimratsecken aus einem ganz einfachen Grund. Verantwortlich für den Haarausfall ist nämlich eine genetische Prädisposition, die bewirkt, dass der Körper Testosteron in größeren Mengen in DHT umwandelt. Dieses wiederum führt zur hohen Stirn und zur Kahlheit der Schläfen. Wie die Geheimratsecken betrifft auch dieser Vorgang, der am Ende zur Glatze führt, ausschließlich Männer.

Zwar kommt auch bei Frauen in hohem Alter lichteres Haar vor, dies hat aber sowohl andere Ursachen als auch seltenst ähnliche Ausmaße wie bei Männer. Weshalb eben nur diese Geheimratsecken tragen. Vererben aber kann einem Menschen die Neigung zu Geheimratsecken und Glatzenbildung aber durchaus auch die eigene Mutter. Wer einen Vater mit auch in höherem Alter vollem Haar hat, ist deshalb keineswegs zwangsläufig dagegen gefeit, eines Tages Geheimratsecken oder noch mehr Haarausfall zu bekommen.

Was bedeutet der Name „Himalaya“ auf deutsch? Bedeutung, Namensherkunft, Erklärung


Die Bezeichnung Himalaya hat seinen Ursprung im Sanskrit. Es handelt sich um die Wortteile „Hima“ für Schnee und „alaya“ für Wohnsitz/Ort. Himalaya kann somit als „Heimat des Schnees“ übersetzt werden. Der Himalaya gilt als gewaltigster Gebirgszug dieses Planeten und befindet sich in Asien. Die Bergkette trennt im Süden den indischen Subkontinent vom nördlichen Tibetischen Hochland.

Himalaya: Die eisige Welt der Achttausender

Der Himalaya weist eine Länge von fast 3.000 Kilometern auf, wobei seine maximale Breite 350 Kilometer beträgt. Das Gebirge liegt zudem am indisch-chinesischen Grenzbereich und tangiert dabei mehrere Staaten, wie beispielsweise Indien, Bhutan und Nepal sowie Pakistan.

Der Himalaya beherbergt zehn von vierzehn der höchsten Berge, die auf der Erde vorkommen. Die Gipfel erreichen teilweise mehr als 8.000 Meter (Achttausender). Dazu gehört auch der Mount Everest, welcher mit seinen 8.848 Metern über Meeresspiegel als höchster Berg weltweit gilt.

Die Himalaya-Berge – ein Ort der Spiritualität

Die Bewohner der Himalaya Region sind mit dem Gebirgszug eng verbunden und verfügen häufig über eine ganz spezielle Spiritualität. So sehen beispielsweise die Hindus den Himalaya als Sitz ihrer Götter an. Erde und Himmel berühren und begegnen sich sozusagen aufgrund der enormen Berghöhen. So soll der Hindu-Gott Shiva seine Heimat auf dem Berg Kailesh haben.

Der Kailesh ist gleichermaßen für Buddhisten und Hindus ein heiliger Ort. Die Menschen sehen die Besteigung des Berges keinesfalls als religiöse Handlung an. Bei einer Pilgerreise wird der Kailesh umrundet. Deshalb sollen 108 Umrunden der direkte Weg sein, um die angestrebte Erleuchtung zu erfahren.

Das Himalaya-Massiv als Kulturscheide

Der Himalaya trennt allerdings nicht allein durch seine geografische Lage Südasien von den anderen Regionen des Kontinents. Der höchste Gebirgszug dieses Planeten gilt auch als stabilste und deutlichste Kulturscheide. Die Bergkette sorgte seit jeher dafür, dass sich beispielsweise Indien ohne größere Einflüsse von außen ungestört entwickeln konnte.

Im Himalaya an sich, hat sich die Lage noch deutlicher gezeigt. Im Verlauf der Jahrhunderte entwickelten sich die unterschiedlichen ansässigen Kulturen in kompletter Abgeschiedenheit. Die Lebensweise der Menschen wurde somit von der Außenwelt fast gar nicht beeinflusst, da im Himalaya bestimmte Örtlichkeiten nur äußerst schwer erreichbar sind.

Des Weiteren bildet des Himalaya eine große Hürde für den Monsun und zwingt ihn dadurch zum Abregnen. Aus diesem Grund entsteht, speziell im Nordosten von Indien, das lebenswichtige, jährlich wiederkehrende Regenhoch. Die Staaten Bhutan und Nepal befinden sich an den südlichen Ausläufern des Himalaya. Das Tibetische Hochland (chinesische Provinz Tibet) schließt sich im Norden an die Gebirgskette an. Weitere Anlieger-Staaten sind beispielsweise Myanmar und Afghanistan.

Himalaya: Geologie der Achttausender

Bei dem Himalaya-Massiv handelt es sich um ein sogenanntes Faltengebirge, welches seinen Ursprung in der Plattenkollision Eurasiens und Indiens hat. Nach Lösung der indischen Landmasse von dem Urkontinent Gondwana, die circa 200 Millionen Jahre zurückliegt, trennte der Tethys-Ozean die eurasische und indische Region. Die Kontinentalplatte Indiens driftete mit ungefähr neun Metern/Jahrhundert nach Norden und überwand dabei 6.400 Kilometer. Vor circa vierzig bis fünfzig Millionen Jahren rammte sie schließlich die eurasische Kontinentalplatte.

Diese Kollision reduzierte die Drift um fünfzig Prozent auf ungefähr fünf Zentimeter/Jahr und gilt als Anfang der raschen Erhebung der Himalaya-Gebirgskette. Die Drift ist auch heute noch aktiv und so intensiv, dass sich die Berge des Himalaya-Massivs pro Jahr etwas über einen Zentimeter weiter erhöhen.

Seit der Kollision hat sich Indien bereits weitere 2.000 Kilometer in den asiatischen Bereich hineingedrängt. Dieser Prozess hat zu massiven Erdbeben, Faltungen und Verschiebungen geführt, die sich in Südost-Asien und sogar bis China Auswirkungen zeigen. Heutzutage sind die Hebungsraten des Himalaya-Massivs immer noch so bemerkenswert, dass selbst die starke Erosion nicht mithalten konnte.

Klimatische Auswirkungen der Himalaya-Bergkette

Für die Menschen, die ihre Lebensgrundlage innerhalb der heißen Nord-indischen Ebene haben, ist die Himalaya-Region ein fast schon sakraler Sehnsuchtsort. Über der „Heimat des Schnees“ liegt eine einzigartige Klarheit und Kühle. Von dort kommen nicht allein lebenswichtige Wasser-Ströme, die für die Landwirtschaft essenziell sind. Der Himalaya gilt auch als Quelle göttlichen Wissens, welches Seele und Geist befruchtet.

Somit haben die Berge des Himalaya eine enorme klimatische Bedeutung für das Tibetische Hochland und den indischen Subkontinent. Er hält beispielsweise arktisch kalte und trockene Winde zurück, die sonst direkt in den südlichen Subkontinent blasen würden. Somit besteht hier ein deutlich wärmeres Klima, als in den gemäßigten Regionen anderer Kontinente. Anscheinend ist das Himalaya-Massiv, aufgrund seiner Lage als Wetterscheide auch für die Entstehung der Wüsten Gobi und Taklamakan in Zentralasien entscheidend.

Was sind „Normies“? Was bedeutet „Normies“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein »Normie« ist eine Person, die sich am Mainstream des Geschmacks orientiert, also genau das mag, was die Mehrheit auch toll findet. Anstatt eigenständige Interessen zu entwickeln, schaut sich der Normie gerne das bei anderen Menschen ab, was gerade im Trend liegt. Der Begriff Normie wird oft im Zusammenhang von popkulturellen Interessen verwendet, kann aber auch weiter gefasst werden und auf nahezu alle Interessens- oder Wissensgebiete übertragen werden.

Der Begriff »Normie« wird als abschätzige Bezeichnung verwendet. Wirklich niemand möchte ein Normie sein oder auch nur so genannt werden.

Was sind „Normies“? Was bedeutet „Normies“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Normies finden genau das toll, was die aktuelle Popkultur gerade abfeiert. Der Normie greift etwa zu einem (und meistens auch wirklich nur einem) Marvel-Comic in seiner lokalen Großbuchhandlung, weil er gerade mit seinen Freunden »Avengers« im Kino gesehen hat und meint anschließend sofort, sich umfassend mit dem Marvel-Universum auszukennen. Und das, ohne sich auch nur mit einem anderen Fan unterhalten zu haben oder auch je nur einen Comicbuchladen von innen gesehen zu haben.

Beispiele für »Normies«: Der Normie-Nerd

Ein anderes Bespiel: Der Normie hält sich für einen totalen Nerd, nur weil er mal »The Big Bang Theory« geschaut hat. Er hat keine Ahnung von Naturwissenschaften und hat Mathe, so schnell es ging, in der Schule abgewählt. Aber weil er sich neue Frühstücksbrettchen mit aufgedrucktem Periodensystem gekauft hat, hält er sich für den nächsten Einstein.

Darum sind Normies schlimm

Das Schlimme an Normies ist, das sie sich sofort für Experten ihres jeweiligen aktuellen Interessengebiets halten. Das nervt langjährige Anhänger desselben, die weit mehr Zeit, Energie und Gedanken in eine Sache investiert haben gewaltig. Normies bleiben einer Sache, die sie spannend finden nicht treu, sondern wenden sich dem Ganzen schnell wieder ab, sobald der nächste Trend sie erfasst. Normies halten sich auch gerne für etwas ganz Besonderes, obwohl sie meistens die Allerletzten sind, die auf einen Trend aufspringen.

Normies und Konsum

Normies gehen jedem Trend, der gerade vermarktet wird, auf dem Leim. Normies kaufen sich gerne ihre aktuelle Identität zusammen. Ein Normie, der etwa gerade Marie Kondos Aufräumdokus auf Netflix gesehen hat, wird sich tief bewegt von ihrer Message sofort die Wohnung leer räumen, nur um sich gleich darauf überteuerte Schachteln und Dekoartikel aus dem offiziellen Shop von Marie Kondo zu kaufen und seine Bude damit vollzustellen. Normies verstehen die Verkaufsmasche hinter den Trends nicht, denen sie hinterherlaufen. Sie glauben, dass eine einfache Kaufentscheidung sie zu etwas Besonderen macht. Ein Normie kauft sich ein Marvel T-Shirt und glaubt, das würde reichen, um der Comicbuchszene anzugehören. Mit Normies können Unternehmen also jede Menge Geld machen.

Normies im weiteren Sinne

Der Begriff »Normie« kann weiter gefasst werden und gilt nicht nur für den Bereich der Popkultur. Auch unter Musikhörern gibt es jede Menge Normies, die immer das hören, was gerade im Radio läuft. Und auch, was Lebensentwürfe oder Meinungen angeht, kann man von »Normies« sprechen, wenn man den Mainstream der Leute meint. Wenn die halbe Abschlussklasse nach dem Abi BWL studiert, wird der Normie das auch tun. Denn was kann verkehrt daran sein, wenn alle es machen? Zu hinterfragen oder sich eigene Gedanken über etwas zu machen, gehören nicht zu den Stärken eines Normies.

Allgemeine Eigenschaften von Normies: Bedeutung, Erklärung

Der Normie orientiert sich also grundsätzlich an seiner Umgebung, und das ist in der Regel die soziale Gruppe, der er angehört. Hierbei folgt der Normie der Devise »das, was beliebt ist, muss gut sein« und folgt dem Interesse der Mehrheit. Denn der Normie möchte beliebt sein, er will keinesfalls anecken, sondern immer dazugehören. Absurderweise möchte er aber auch gleichzeitig etwas ganz Besonderes sein. Darum versucht er schnell jedem Trend zu folgen und ist, wenn es darauf ankommt, äußerst wandlungsfähig, was seine Meinungen und Interessen angeht. Wenn die Masse sich von einem Trend anwendet, ist auch der Normie schnell weg. Normies haben keine Interessen, die sie nicht von anderen übernommen haben. Und nur selten bleiben sie einer Sache über Jahre treu. Normies sind also Konformisten.

Siehe auch: Was ist die Normopathie?

Das Selbstbild von Normies

Eine weitere Eigenschaft des Normies ist, dass er niemals glauben wird, ein Normie zu sein. Normies halten sich nicht für Normies. Im Gegenteil, sie finden sich immer ausgesprochen originell. Obwohl Normies extrem angepasst sind, halten sie sich für Rebellen. Diese vernebelte Sicht auf sich selbst schützt sie vor der Erkenntnis, eigentlich total langweilig zu sein.

Was bedeutet „Micro-Wedding“ (Mikrohochzeit)? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Micro-Wedding“ (deutsch „Mikrohochzeit“ ist eine Reaktion auf die Covid-19-Pandemie. Die „Micro-Wedding“ erlaubt es im Rahmen der Eindämmungsmaßnahmen zu heiraten.

Paare, die im (Corona-)Sommer 2020 heiraten wollten, hatten viel durchgemacht. Während viele ihre Hochzeiten aufgrund von Coronamaßnahmen bereits verschoben oder absagt werden mussten, fragten sich viele verlobte Paare, ob sie überhaupt eine Hochzeit feiern können. Hier boten und bieten sich Mirkohochzeiten an. Denn sie erlauben es konform mit Eindämmungsmaßnahmen zu heiraten.

Was ist die Mikro-Hochzeit / Micro-Wedding? Bedeutung, Defintion

Mikro-Hochzeiten sind eine kleine traditionelle Hochzeit. Sie sind eine wunderbare Lösung für die drastischen Anpassungen, die 2020 in der Hochzeitsbranche vorgenommen wurden. Da die Regeln der soziale Distanzierung bestanden (und bestehen), muss Anzahl der Hochzeitsgäste auf ein Minimum reduziert werden.

Normalerweise hat eine Mikrohochzeit nicht mehr als 20 Gäste. Wie bei jedem Hochzeitstrend dreht sich jedoch alles um Interpretation. Der positive Aspekt der Mikrohochzeit ist, dass der besondere Tag so besonders privat wird.

Wie veranstaltet und plant man eine Micro-Wedding?

Im Folgenden wird der Leitfaden für die Planung Ihrer Mikrohochzeit dargestellt. Die Planungen, besonders in der aktuellen Zeit, sind enorm wichtig, damit alles reibungslos ablaufen kann und der Tag so einzigartig wird, wie Sie es sich vorgestellt haben.

Micro-Wedding: Gästeliste

Möglicherweise ist der schwierigste Teil bei der Planung einer Mikrohochzeit die Gästeliste. Immerhin wird es eine sehr exklusive Veranstaltung. Wie bereits erwähnt, ist eine Mikrohochzeit per Definition eine Zeremonie, an der höchstens zwanzig Personen teilnehmen. Wenn jedoch die aktuellen Sperrmaßnahmen getroffen werden müssen, kann Ihre Zeremonie auf eine Gruppe von bis zu zehn Personen beschränkt sein.
Halten Sie die Liste mit Ihren Nächsten und Liebsten kurz und laden nur die engsten Freunde ein. Sie haben sich vielleicht auf eine große Feier gefreut, aber Ihre neue Gästeliste wird die Kosten senken und den Tag noch spezieller machen.

Mikro-Hochzeit: Unkompliziertes Essen

Bei der Planung einer Mikrohochzeit liegt die Schönheit im Budget. Wenn Sie sich um eine so kleine Gruppe von Menschen kümmern, können Sie sich an kleinere Unternehmen wenden, um Ihren besonderen Tag zu planen.
Ihre Hochzeit bekommt nicht nur eine persönliche Note, sondern Sie können Ihre lokalen Unternehmen in dieser Zeit unterstützen, wenn sie uns am dringendsten brauchen. Wenn Ihre Hochzeit wirklich klein ist, können Sie Ihre Gäste sogar selbst mit vorgefertigtem Fingerfood, einem Grill oder Ihrem Lieblingsrestaurant versorgen.

Eine große Hochzeitstorte ist für eine so geringe Anzahl an Personen möglicherweise übertrieben.

Werden Sie stattdessen kreativ mit kleineren Designs oder unkonventionellen Desserts.

Micro-Wedding: Kreativ werden

Wenn Sie eine kleine Hochzeit planen, können Sie mit der Tradition experimentieren. Das bedeutet, dass die Zeremonie reflektiert, wer Sie sind. Wenn Sie und Ihr Partner nicht die traditionellen Typen sind, sollten Sie ein Thema in Betracht ziehen, nach dem Sie und Ihre Gäste sich entsprechend kleiden können. Dies kann alles aus Ihrer Lieblingszeit sein oder Hochzeitsinspiration aus Ihrem Lieblingsfilmset. Es ist Ihr Hochzeitstag, den Sie so gestalten können, wie Sie es möchten.

Da die Anzahl der Gäste 20 selten überschreitet, können Sie bei der Gestaltung der Einladungen für die Hochzeit kreativ werden. Fertigen Sie individuelle Einladungen per Hand an und verleihen dem Schreiben einen persönlichen Touch. Auf diese Weise stärken Sie die Verbindung zu Ihren Gästen und die Feier wird noch harmonischer und persönlicher werden.

Mikro-Hochzeit: Der perfekte Ort

Eine kleinere Zeremonie bedeutet, dass Sie viel flexibler bei der Wahl des Ortes sind.

Sie können Ihr Zuhause, einen Park oder einen abgelegenen Ort auswählen, da Sie sich keine Gedanken über die Kapazität oder irgendwelche Beschränkungen machen müssen.

Micro-Wedding: Geringe Kosten

Mikrohochzeiten sind auch eine sehr gute Gelegenheit, Geld zu sparen und kreativ zu werden. Hochzeitsideen haben viele Tipps, wie Sie Ihre Hochzeitsbevorzugungen selbst gestalten können, um Ihrem besonderen Tag eine persönliche Note zu verleihen. Das Besondere an diesem neuen Trend ist, dass jedes Paar kreativ bei der Gestaltung sein kann. Manche beauftragen keinen Fotografen, sondern kaufen einige Einwegkameras und bitten die Gäste, so viele Bilder, wie möglich zu machen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Sie Ihr eigenes Micro-Wedding planen und durchführen können.

Was bedeutet „phygital“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Phygital ist der Begriff, der geprägt wurde, um den aufkommenden Ansatz für den Einzelhandel zu beschreiben, der darauf ausgerichtet ist, die Erwartungen der Kunden in Bezug auf Praktikabilität und Emotionen zu erfüllen oder zu übertreffen.

Was bedeutet „phygital“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Eine Mischung aus physischem und digitalem Phygital-Einzelhandel nutzt die besten Elemente des E-Commerce und kombiniert sie mit den einzigartigen Aspekten des Surfens oder Einkaufens in einem echten stationären Geschäft. Zum Beispiel nutzen viele große Einzelhändler jetzt ihre physischen Ladenfronten, um Kunden ein umfassendes Markenerlebnis zu bieten. Wenn sie die Erfahrung genießen, können sie Produkte online bestellen. Ebenso sind Dienstleistungen wie Klicken und Sammeln oder Online-Sammeln im Geschäft ein perfektes Beispiel für den phygitalen Einzelhandel. Der Komfort des Online-Shoppings verschmilzt mit der sofortigen Befriedigung des Kaufs im Geschäft, anstatt Tage auf den Versand warten zu müssen.

Durch die Verwendung von Phygital zur Verbindung der Online- und Offline-Welt können sie engere, effizientere und menschlichere Kundenerlebnisse schaffen. Wir leben im digitalen Zeitalter und es wird nicht länger als bizarr angesehen, alle Arten von Produkten im Internet zu kaufen. Sieben von zehn Internetnutzern kaufen online. Trotz dieser nahezu allgegenwärtigen Situation vermissen 22% der Benutzer die physische Interaktion, sodass sie am Ende online surfen und dann bei einem stationären Einzelhändler einkaufen. Vor diesem Hintergrund gibt es ein neues Konzept, mit dem versucht wird, das Beste aus dem E-Commerce und das Beste aus Einzelhandelsgeschäften zu heiraten: Phygital.

Phygital als Verbindung von Offline- und Online-Welt

Phygital verbindet sowohl die Online- als auch die Offline-Umgebung, indem versucht wird, die besten Aspekte aus jedem Bereich herauszuholen, um ein viel vollständigeres und zufriedenstellenderes Kundenerlebnis zu schaffen. Dieses Phänomen zeichnet sich durch seinen Mehrkanalfokus aus, bei dem der Kaufprozess des Verbrauchers flüssig und vertraut ist.
Der Benutzer sucht und kauft, aber er fühlt auch. Das Gegenteil ist auch der Fall: Wie oft gehen wir in ein Geschäft, um einen Artikel zu sehen, zu berühren oder anzuprobieren, den wir später online bestellen? Zwischenmenschliche Interaktionen sind weiterhin ein kritisches und hoch geschätztes Element für Kunden, was bedeutet, dass die physische und emotionale Komponente des Kaufens immer vorhanden sein sollte.

Phygital nutzt die besten Komponenten aus dem digitalen Kauferlebnis wie Unmittelbarkeit, Eintauchen und Geschwindigkeit sowie die Möglichkeit, mit Menschen, dem Produkt und vielem mehr zu interagieren, die Sie aus einem stationären Kauferlebnis erhalten. Dies ist der beste Weg, um einen Verbraucher zufrieden zu stellen, der anspruchsvoll und überverbunden ist und seine Bedürfnisse über mehrere Plattformen erfüllen möchte. Die demografischen Daten, die für die idealen Konsumenten von Phygitalerlebnissen am besten geeignet sind, sind Millennials und Generation Z.

Wir stehen vor einer neuen Art von Einkaufserlebnis, bei der die Grenze zwischen Online- und Offline-Welt verschwimmt. Sie sind jetzt miteinander verbunden und hängen von jedem ab, was dazu führt, dass wir jetzt nicht zwei parallele Strategien verfolgen müssen. Es gibt nur einen Verbraucher, der wahllos in beiden Räumen interagieren kann.

Beispiel: phygital

Ein offensichtliches Beispiel für diese Verbindung von Online und Offline ist das Amazon Go-Lebensmittelgeschäft (noch in der Beta-Phase), in dem ein Kunde einen Code mit seinem Smartphone scannt, die gewünschten Produkte abholt und das Geschäft verlässt, ohne die herkömmliche Kasse zu durchlaufen Linie. Stattdessen erhalten sie eine elektronische Quittung mit dem Betrag, den Amazon ihrem Konto belastet.

Wie können wir das phygitale Benutzererlebnis Wirklichkeit werden lassen?

Phygital konzentriert sich darauf, die „drei Ichs“ Wirklichkeit werden zu lassen: Unmittelbarkeit, Eintauchen und Interaktion:

  • Unmittelbarkeit: Unmittelbarkeit sorgt dafür, dass die Dinge genau zum richtigen Zeitpunkt geschehen.
  • Eintauchen: Der Benutzer ist Teil der Erfahrung.
  • Interaktion: Generierung von Kommunikation, die erforderlich ist, um den physischeren und emotionaleren Teil des Kaufprozesses zu aktivieren.

Um ein wirklich phygitales Erlebnis zu erzielen, ist es wichtig, dass es eine Technologie gibt, die die Einführung der Unmittelbarkeit oder der Erfahrung erleichtert und andererseits wird die Interaktion eingeführt, die dem digitalen Bereich von Natur aus fehlt. Durch diese drei Bedingungen für Phygital fühlt sich der Verbraucher stärker mit der Marke verbunden, schafft Vertrauen, stärkt das Einfühlungsvermögen und verbessert das Benutzererlebnis.

Auswirkungen auf den Black Friday

Diese Art von Strategien bietet ein hervorragendes Potenzial für einen der wichtigsten Handelstage im Kalender Ende November: Black Friday. An diesem Tag ist die Anzahl der Online-Einkäufe gestiegen. Der Black Friday im vergangenen Jahr verzeichnete einen Umsatzanstieg von 447% im Vergleich zu jedem anderen Tag im Vormonat.

Es ist auch wahr, dass Benutzer bereit sind, jederzeit und überall zu kaufen. Einzelhändler sollten dies jedoch eher als Chance sehen, ein anderes und attraktives Kundenerlebnis zu schaffen. Eine phygitale Strategie kann Ihnen helfen, mehr Kunden von Ihrem Produkt zu überzeugen und den Umsatz weiter zu steigern.

Fazit: Was bedeutet „Phygital“? Bedeutung

Verwenden Sie eine Phygitalstrategie, um die Online- und Offline-Erfahrung Ihrer Kunden miteinander zu verbinden und sicherzustellen, dass sie problemlos zwischen ihnen wechseln können. Durch die Schaffung menschlicher Interaktionen wird die Stimmung gegenüber der Marke und damit auch der Umsatz gesteigert.

Denken Sie daran, dass Kunden nach vernetzten Erlebnissen suchen, bei denen physisch und digital koexistieren. Wir sprechen nicht mehr nur über das digitale Erlebnis. Stattdessen sprechen wir über das Kundenerlebnis. Und das ist das Ziel einer erfolgreichen Strategie.

Warum heißen Tomaten „Tomaten“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Die nach heutigem Kenntnisstand ersten Völker, die Tomaten angebaut haben, lebten in Südamerika. Azteken und Maya nutzten das Klima der südlichen Anden für den Anbau der Pflanzen und gaben den roten Früchten den Namen „xitoamtl“. In der wörtlichen Übersetzung bedeutet der Begriff „anschwellen“. Die Tomate wird daraus folgend noch oft als Schwellfrucht bezeichnet.

Warum heißen Tomaten „Tomaten“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Als die Zeit der großen Seefahrer und Entdecker in Europa begann, war es Christoph Kolumbus, der die ersten Früchte mit nach Europa brachte. Die ursprünglichen Tomaten aus Südamerika hatten mit der heute bekannten Form der Frucht wenig gemeinsam. Die Früchte waren klein und hatten eine gelbe Schale. Des Weiteren stammte die Tomatenpflanze aus dem Eldorado, dem Land des Goldes. In Italien setze sich daher der Name „Pomodore“ für Goldapfel durch. In Italien niedergeschrieben wurde die Frucht „Pomodore“ im 16. Jahrhundert von einem Botaniker. Der Name Tomate setzte sich erst im 19. Jahrhundert mit dem vergrößerten Wissen der Sprache durch.

Der lateinische Name für die Tomate: Lycopersicon

Der griechische Arzt Galenus von Pergamon entdeckte schon in der Antike eine gelbliche Frucht. Die in Ägypten heimische Pflanze erwies sich als toxisch und strömte einen unangenehmen Geruch aus. Der Arzt gab der Pflanze den lateinischen Namen „Lycopersicon“. In der Bezeichnung vereint sich „Lycos“ für Wolf und „Persicon“ für Pfirsich oder Apfel. Der Wolfapfel oder Wolfspfirsich verbindet die charakteristischen Eigenschaften, die der Tomate lange Zeit zugeschrieben wurde und in dem Glauben, dass es sich um eine ähnliche Frucht handelt, wurde der Name übertragen. Heute lautet der vollständige lateinische Name „Solanum lycopersicum“, wobei der Zusatz „Solanum“ sich aus dem Wort für Nachtschattengewächse „Solanaceae“ ableitet.

Wie die Liebe zur Tomate begann

Die Tomate hatte zu Beginn ihrer Zeit in Europa einen schweren Stand. Anfänglich wurde das Nachtschattengewächs als Zierpflanze in die Sammlungen botanischer Gärten aufgenommen. Die Pflanze galt als Rarität unter den wohlhabenden Pflanzensammlern. Der Glaube, dass die Tomate giftig ist, war weit verbreitet und die Frucht musste lange auf ihren Einzug in die europäischen Küchen warten. Den ersten kulinarischen Bezug bekamen Tomaten in Italien. Im 16. Jahrhundert noch zögerlich verwendet wurde im Laufe der nächsten einhundert Jahre die Verwendung von Tomaten zur Selbstverständlichkeit in der italienischen Küche. Erst mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich die Tomate vollständig als Lebensmittel durch. Sagen und sogenannte Ammenmärchen waren ebenso verbreitet wie das Wissen in der pflanzlichen Heilkunde. Die Tomate wurde als Mittel gegen Schwellungen eingesetzt und sollte Albträume mindern. Die Frucht galt als Gegenmittel bei Tollwut und sollte jemanden der Liebeszauber ergriffen haben, so half auch hier die Frucht des Nachtschattengewächses. Die runde Frucht bekam anhand ihrer Einsatzmöglichkeiten den Namen „Tollapfel“. Die Franzosen tauften die Tomate auf den Namen „Pomme d‘amour“. Ob der Apfel der Liebe, den Namen bekam, weil er gegen Liebeszauber wirkte oder ihm nachgesagt wurde, eine aphrodisierende Wirkung zu haben, bleibt ein französisches Geheimnis.

Die Tomate und das Paradies: Warum sie in Österreich „Paradeiser“ heißen?

Auf der Weltausstellung 1873 in Wien wurden Tomaten präsentiert und nur wenige Jahre später eroberte die nun schon rote Frucht die Wiener Märkte. Bis heute nennen die Österreicher die Tomaten „Paradeiser“. Gelegentlich wird die Bezeichnung Paradiesapfel auch in anderen europäischen Ländern verwendet. Zurückzuführen ist die Namensgebung auf die Bibel. Eva naschte von der verbotenen Frucht und Adam und Eva mussten das Paradies verlassen. In der biblischen Geschichte pflückte Eva einen Apfel, der rot und fruchtig lockte. Die Parallelen zwischen Apfel und praller roter Tomate sind es, die die Frucht als paradiesische Verlockung auszeichnen.

Warum wird zu Falschgeld auch „Blüten“ gesagt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Bezeichnung „Blüten“ für Falschgeld ist vielleicht etwas aus der Mode gekommen, dürfte dennoch jedem geläufig sein. Was aber haben die Blüten einer Blume mit gefälschten Geldscheinen zu tun? Die Erklärung ist wie so oft bei derartig seltsam anmutenden Bezeichnungen eine kleine Verschiebung im Klang eines eigentlich völlig anderen Wortes. Zumindest ist dies dann gegeben, wenn die erste der beiden bekannten Theorien zutreffend ist, warum Falschgeld „Blüten“ genannt werden. Doch auch die andere Theorie dazu klingt plausibel. Hier nun also die ausführlichere Betrachtung der beiden weit verbreiteten Erklärungen, wie Falschgeld zur auf den ersten Blick obskuren Bezeichnung „Blüten“ kommt.

Theorie 1: Falschgeld und Blüten – Polieren von Münzen erschuf die „Blede“

Die erste Theorie zur Herkunft des Wortes „Blüte“ vermutet, dass es von einem Vorgang stammt, der im Mittelalter wohl recht verbreitet war. Damals war es ein bekannter Trick, eigentlich wenig wertvolle Münzen so lange ausschweifend zu polieren, bis sich ihre Oberflächenfarbe merklich änderte. Was zuvor auch durch sein Erscheinungsbild zeigte, dass es nicht viel Wert habe, wirkte durch die dann oft fast golden schimmernde Oberfläche deutlich wertvoller. Die Bezeichnung für derart behandelte Münzen lautete einfach „Blede“. Und man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie im Laufe der Jahrhunderte aus dem Wort „Blede“ beim Gebrauch irgendwann die „Blüte“ wurde. Echte Beweise, dass diese Theorie zutreffend ist, hat man bislang allerdings noch nicht auftreiben können. Sonst hätte sich ja auch nicht bis heute die zweite Theorie zur Erklärung dieses Phänomens halten können, die ebenfalls recht plausibel wirkt.

Theorie 2: Falschgeld und Blüten – Zinnplatten zur Fälschung hießen „Blate“

Diese zweite Theorie nimmt genauso Bezug auf bekannte Vorgehensweisen in der Zeit des Mittelalters, um Geld zu fälschen. Dabei verwendete man Zinnplatte, um damit Goldmünzen zu imitieren. Man presste sie in Prägung und Form genauso wie eine echte Goldmünze. Anschließend überzog man sie nur mit einer dünnen Goldschicht. Sie sahen teilweise den echten Goldmünzen – zumindest für den Laien – zum Verwechseln ähnlich. Nur hatten sie natürlich nicht annähernd deren Wert. Wiederum kommt dann die Bezeichnung ins Spiel, die diese Vorgehensweise begleitete. Denn die verwendeten Zinnplatten hießen im Mittelhochdeutschen „Blate“. Vermutlich wurden die so gefälschten Münzen also „Blate-Münzen“ genannt, was sich dann ebenfalls im Laufe der Jahrhunderte zum heute bekannten Ausdruck „Blüte“ wandelte. Zwar waren diese Zinnmünzen deutlich weicher als die echten Goldmünzen. Dennoch gelangen wohl immer wieder damit Täuschungserfolge. Wegen der unterschiedlichen Weichheit war ein Weg, die Echtheit einer vermeintlichen Goldmünze daher, auf sie zu beißen, um zu sehen, ob sie sich dabei verformt. Daher stammt wohl auch die Tradition, dass Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen nach der Siegerehrung und auf etlichen Siegerfotos auf ihre Goldmedaille beißen. Diese Art von Pose dürfte recht bekannt sein – und eben ihren Ursprung darin haben, eine Goldmünze auf ihre Echtheit zu prüfen.

Welche der beiden Theorien nun die endgültige Erklärung für die Bezeichnung „Blüte“ für Falschgeld ist, ist nicht entschieden. Wobei durchaus möglich ist, dass beide zutreffen und das Wort „Blüte“ gleich zweierlei Herkunft hat.

Blüten bezeichnen im Amtsdeutsch Spielgeld

Übrigens ist das Wort „Blüte“ für Falschgeld im Amtsdeutsch nicht bekannt bzw. in Verwendung. Es ist allein eine umgangssprachliche Bezeichnung. Tatsächlich taucht aber auch offiziell die Bezeichnung „Blüte“ auf. Im offiziellen Gebrauch bezeichnet man damit nämlich Spielgeld, wie man es beispielsweise von Monopoly oder ähnlichen Gesellschaftsspielen kennt. Grundsätzlich ist es sogar erlaubt, echtes Geld selbst zu drucken – wenn diese Nachdrucke durch sehr konkret umrissene Vorschriften es unmöglich machen, diese Drucke für echtes Geld zu halten. Das wird zum Beispiel durch eine weit über- oder untertriebene Größe der Nachdruck sichergestellt, oder durch die Nutzung von anderem Material als Papier, beispielsweise Glas oder Marzipan. Allerdings sind auch nur einseitig bedruckte Nachdrucke nicht erlaubt, sofern sie ansonsten dem Geld in Größe und vielen weiteren Merkmalen ähnlich sind. Eher selten dreht man einen Geldschein schließlich im freien Zahlungsverkehr um, bevor man ihn akzeptiert.

Ob auch für diese offizielle Bezeichnung von Spielgeld als „Blüte“ dieselben Theorien für die Wortentstehung gelten, ist allerdings noch nicht bekannt.

Was bedeutet „Krokodilstränen vergießen“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Krokodilstränen zu vergießen“ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für ein geheucheltes Weinen. Es unterstellt einer Person, der Tränen aus den Augen schießen, unehrlich zu sein. Krokodilstränen sind ein Symbol für nicht ernst gemeinte Empathie und Trauer. Der Begriff wird 1873 lexikalisch erwähnt. Die Gebrüder Grimm haben „Krokodilstränen vergießen“ im Deutschen Wörterbuch aufgenommen. Die damalige Erklärung lautet: „wie sie ( die Tränen) ein Krokodil weint, nach dem Glauben, dass das Krokodil seine Opfer anlocke durch weinen wie ein Kind oder dass es sein Opfer während des Mordes Beweine.“ Die Redewendung hat keinen positiven Hintergrund und ist nicht als Kompliment gemeint.

Was bedeutet „Krokodilstränen vergießen“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der französische Mönch Bartholomaeus Anglicus verfasste im 13. Jahrhundert eine naturwissenschaftliche Enzyklopädie. Unter anderem zeichnete er einen Eintrag über das Fressverhalten von Krokodilen auf. Er beschrieb, dass Krokodile weinen würden, wenn sie einen Menschen fressen. Übertragen auf menschlichen Verhalten ergab sich daraus die Erklärung, ein Krokodil würde den Tod seines Opfers beweinen. Die mündliche Verbreitung in Kombination mit einer kreativen Dichtkunst veränderte die Aussage. Im Laufe des Mittelalters wandelte sich die Erklärung dahin, dass Krokodile wie kleine Kinder weinen, um Beute anzulocken. Das furchteinflößende Reptil wandte eine List an und verschlang erbarmungslos seine Opfer. Dieses drastische Bild setze sich in den Köpfen der Menschen fest wird bis heute verwendet, wenn Menschen Trauer und Betroffenheit vortäuschen.

Krokodilstränen in naturwissenschaftlicher Betrachtung

Wissenschaftler sind dem Phänomen des weinenden Krokodils auf den Grund gegangen. Kleine Krokodile geben Geräusche von sich, die dem Weinen ähneln. Stecken die Jungen noch im Ei, beginnen sie ein bis zwei Tage vor dem Ausschlüpfen damit klagende Töne von sich zu geben. Für die Wache haltende Mutter ist dies ein Signal, das ihre Jungen bald die Eihülle durchbrechen. Diese quäkenden Töne assoziieren, dass Krokodile weinen können, dies jedoch nicht aus Traurigkeit machen.

Ein zweiter wissenschaftlicher Aspekt bezieht sich auf das fressende Krokodil. Reptilien haben Tränendrüsen, um ihre Augen feucht zu halten. In den Tränenkanälen wird eine Flüssigkeit produziert, die sich wie ein Film über das Auge legt und das Auge so gesund erhält. Bei den Krokodilen liegen Speichel- und Tränendrüsen sehr eng beieinander. Öffnet das Tier sein Maul sehr weit, so wird Druck auf die Tränendrüsen hinter dem dritten Augenlid ausgeübt und es erscheint der Eindruck, ein Krokodil würde weinen. Diese Kuriosität ist ein physiologischer Vorgang, der nicht mit der Vorstellung von Emotionen zusammenpasst. Krokodile fressen zum Überleben und mit großer Wahrscheinlichkeit weinen sie ihrer Nahrung nicht nach. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind Menschen die einzigen Lebewesen, die aus emotionalen Gründen weinen.

Ein sehr kleiner Kreis von Forschern unterstützt die Theorie, dass Krokodile über ein Augensekret überschüssiges Salz im Körper Ausscheiden. Über die Nahrung und das Wasser nehmen die Tiere Salze auf, die der Körper nicht benötigt. Über eine tränenähnliche Flüssigkeit sondern Krokodile das Salz wieder ab und es erscheint der Eindruck, Tränen würden aus den Augen laufen.

Krokodilstränen weinen in anderen Ländern

Die Redewendung ist in unterschiedlichen Sprachen bekannt. Engländer nennen das verlogene Weinen “crocodile tears“. In Frankreich entlarven „Larmes de crocodile“ falsche Tränen und in den Niederlanden die „krokodilletranen“. Selten nehmen Redewendungen in unterschiedlichen Sprachen Bezug auf den gleichen Ursprung und sind im europäischen Raum in einem hohen Maß ähnlich wie das falsche Weinen der Krokodile.

Was ist Hippopotomonstrosesquippedaliophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Hippopotomonstrosesquippedaliophobie erscheint auf den ersten Blick völlig unsinnig zu sein. Übersetzt man die Bestandteile wortwörtlich aus dem Lateinischen, dann bedeutet er in etwa: Die Angst vor ungeheuerlichen Flusspferden, die anderthalb Fuß lang sind. Dahinter verbirgt sich allerdings eine überhaupt nicht lustige Sache, nämlich eine Phobie von der tatsächlich einige Menschen betroffen sind: Die Angst vor sehr langen Worten. Eigentlich heißt die Erkrankung wissenschaftlich Sesquipedalophobie. Der Begriff Hippopotomonstrosesquippedaliophobie ist sogenannter Internet-Hoax, ein Kunstwort oder Scherzwort, mit dem durch eine sinnlose Verbindung von Wörtern zu einem Wort-Ungetüm die Problematik monströser Wortaneinanderreihungen veranschaulicht werden soll.

Was ist Sesquipedalophobie (Hippopotomonstrosesquippedaliophobie)? Bedeutung, Definition, Erklärung

Menschen, die an dieser Art von Phobie leiden, haben eine ausgeprägte und panische Furcht davor, lange Wörter auszusprechen zu schreiben oder zu lesen. Es gibt sogar Betroffene, die sich nicht einmal trauen, solche Wörter auch nur zu denken. Genau wie bei anderen Phobien auch, reagieren die Betroffenen häufig mit körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, wie Schwindelgefühl, Schwitzen, Zittern, Erröten, Erbleichen und Atemnot auf lange Wörter und haben auch seelische Probleme damit. Das ist nicht anders, als wenn Angoraphobiker sich vor Spinnen fürchten, Gephyrophobiker vor Brücken Aviophobiker vor dem Fliegen und Pogonophobiker vor Bärten Angst haben. Genau wie bei den anderen Phobien ist auch die Angst vor langen Wörtern natürlich realistisch betrachtet total unbegründet. Aber für die betroffenen Menschen ist die eigentlich irrationale Angst völlig real. Sie fühlen sich zum Beispiel einfach nicht in der Lage, sie auszusprechen, fürchten sich sich zu versprechen, sie falsch zu betonen, sich öffentlich zu blamieren und ähnliches. Das macht es ihnen im Alltag und im Beruf sehr schwer, weil sich lange Wörter eben nicht immer vermeiden lassen. Dabei ist es wissenschaftlich noch nicht erforscht, wie lang ein Wort sein, wie viele Silben es haben muss, um eine solche Phobie auszulösen. Wahrscheinlich ist das auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Müssen Betroffene unter der Hippopotomonstrosesquippedaliophobie oder Sesquipedalophobie für immer leiden oder gibt es Hilfe, diese Phobie loszuwerden?

Die Angst vor langen Worten und Hilfe

Bei allen Phobien gibt es mehrere psychologische Behandlungsmöglichkeiten. Die wichtigste ist die kognitive Verhaltenstherapie. Bei ihr sucht der Betroffene gemeinsam mit seinem Therapeuten gezielt nach den Ursachen seiner Phobie. Dabei wird zum Beispiel gefragt, in welchen Situationen die Phobie auftritt und welche Gedanken dazu führen, bzw. wann sie nicht auftritt. Außerdem wird die Frage erörtert, ob die Gedanken, die die Phobie auslösen, tatsächlich der Situation angemessen sind oder übertrieben. Wie kann der Betroffene anders (lockerer) reagieren. So lernt er zum Beispiel, dass es nicht schlimm ist, sich bei langen Wörtern auch mal zu versprechen und anschließend zu verbessern.

Eine andere Behandlungsmöglichkeit ist die Konfrontationstherapie. Sie beruht auf der Grundlage, dass ein Betroffener durch Konfrontation mit seinen Ängsten seine irrealen Befürchtungen ablegen kann. Dabei soll er gemeinsam mit einem Therapeuten in genau die Situation gehen, die er wegen der Phobie sonst meidet, also im Falle der Hippopotomonstrosesquippedaliophobie zum Beispiel das bewusste Aussprechen langer Wörter. Auch wenn es anfangs sehr schwierig für ihn ist und er körperliche und seelische Symptome hat, macht er nach und nach die Erfahrung, dass die Ängste ertragbar sind und auch wieder nachlassen.

Was ist „Weaning“? Wie lange dauert es? Erklärung, Bedeutung, Definition


Mit „Weaning“ bezeichnet man den Prozess, bei dem ein Patient, der maschinell beatmet werden muss, vom Beatmungsgerät entwöhnt und schrittweise wieder an das eigene, physiologisch normale Atmen gewöhnt wird.

Was ist „Weaning“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Nach schweren Operationen, nach Traumata oder auch bei einigen schwerwiegenden Erkrankungen, ist es manchmal nötig, dass ein Patient maschinell beatmet werden muss. Dauert die Beatmungspflicht längere Zeit an, ist es nicht einfach möglich, den Patienten von jetzt auf gleich vom Beatmungsgerät zu entwöhnen. Dieser Prozess muss vielmehr schrittweise erfolgen, weil es sonst zu schwerwiegenden organischen Schäden und Lungenschäden beim Patienten kommen kann.

Dauert die künstliche Beatmung nur kurze Zeit und ändert sich die Lungenfunktion dabei nicht grundlegend, dann ist der Weaningprozess oft nur von kurzer Dauer. Ein Beispiel ist eine „normale Operation“. Hier wird der Patient für die Zeit der Operation beatmet, aber normalerweise gleich nach Vollendung der Operation wieder vom Beatmungsgerät genommen. Normalerweise wird die künstliche Beatmung noch im OP-Saal beendet und der Patient wird im Aufwachraum von Fachschwester und -pflegern überwacht und betreut, bis er vollständig wach ist und selbstständig atmen kann.

Bedeutung: Wie lange dauert Weaning?

Auch Patienten, die 1-3 Tage an einer Beatmungsmaschine angeschlossen sind, können im Normalfall ohne Probleme von der künstlichen Beatmung getrennt werden, wenn die Beatmung nicht wegen eines Lungenproblems nötig war.

Doch schon etwa eine Woche an einer maschinellen Beatmung führt dazu, dass die eigene Atemmuskulatur so eingeschränkt und geschwächt ist, dass sie – wird die Beatmung von jetzt auf gleich komplett ausgeschaltet, nicht ausreichend arbeiten kann.
Der Entwöhnungsprozess von der Beatmungsmaschine wird um so schwerer und aufwendiger, je länger die künstliche Beatmung anhält.

Die Anzahl der Patienten, die einen Weaning-Prozess durchläuft, nimmt stetig zu. Zum einen werden die Menschen im älter und haben dem entsprechend auch immer häufiger Krankheitsbilder wie z.B. chronische Lungenerkrankungen.

Zum anderen spielen aber auch die Fortschritte in der Intensivmedizin eine entscheidende Rolle. Heute überleben Patienten Krankheiten, die noch vor einigen Jahren tödlich gewesen wären. Komplexe Operationen, ein akutes Lungenversagen oder auch eine schwere Sepsis können immer öfter behandelt werden. Diese Krankheiten führen aber in den allermeisten Fällen auch eine längere künstliche Beatmung mit sich.
Kommen zu diesen Krankheiten, Operationen oder Unfällen noch Vorerkrankungen der Lunge hinzu, erschwert das das Weaning noch zusätzlich.

Weaning: Erklärung, Dauer

Bei zwei von drei Patienten, die eine längere maschinelle Beatmung brauchen, gelingt das Weaning und sie können von der Beatmung entwöhnt werden. Das heißt aber nicht, dass nach der Entwöhnung von der Beatmungsmaschine gleich alles gut ist.

Dabei stellt die Assistierte Spontanatmung einen wesentlichen Punkt des Weanings dar: die Parameter am Beatmungsgerät werden vom Arzt und den Krankenschwestern/-pflegern nach und nach so eingestellt, dass die Atemunterstützung immer mehr verringert wird und der Patient so schrittweise immer mehr eigene Atemtätigkeit übernehmen muss.

Oft brauchen die Patienten noch eine längere Rehabilitation, da die Muskelschwäche, die auch die Atemmuskulatur betrifft, erst wieder aufgebaut werden muss. Das ist oft ein längerer Prozess und erfordert viel Zeit.

Manchmal brauchen die Patienten nach der maschinellen Beatmung auch noch für längere Zeit ein CPAP-Gerät, dass die Arbeit der eigenen Atemmuskulatur und Atmungsorgane unterstützt und das selbstständige Atmen erleichtert.

Woher kommt das Wort „Mohren“? Was bedeutet Mohr? Wortherkunft, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Mohr ist eine sehr alte Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Bereits zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert stand sie in mittelhochdeutschen Wörterbüchern. Vorher tauchte es bereits im Althochdeutschen als Mor auf. Das Wort bezeichnete anfangs vor allem Menschen aus Nordafrika, die eine dunkle Hautfarbe hatten. Es ist dem lateinischen Wort maurus entlehnt, das „Einwohner der Provinz Mauretania“ bedeutet. Das Gebiet lag etwa dort, wo heute das Staatsgebiet Marokkos befindet. Die Benutzung des Wortes wurde ursprünglich völlig wertneutral und nicht abwertend verwendet.

Wortherkunft: Die Geschichte des Begriffes „Mohr“

Etymologisch ist die Verwendung des Wortes trotzdem heikel, denn die Wortherkunft ist nicht so einfach abzuleiten. Neben der lateinischen Bezeichnung, die auf ein nordafrikanisches Gebiet hinweist, gibt es auch das griechische Wort „moros“. Es steht für „töricht“ oder auch „dumm“. Daraus leiten Sprachwissenschaftler einen rassistischen, kolonialen Ton ab.

Wenn man die Entstehungszeit des Begriffes zur Grundlage nimmt, ist diese Schlussfolgerung eher nicht nachvollziehbar. Das Wort entstand in der vorkolonialen Zeit. Die Nordafrikaner waren damals weder töricht noch besonders unterwürfig. Die Mauren eroberten die iberische Halbinsel, auf der noch heute viele Bauwerke von der Hochkultur der Nordafrikaner zeugen. Zudem unterschied das Mittelhochdeutsche zwischen „Mor“, also Maure, und „swarzer Mor“, also schwarzer Maure.

Auf der anderen Seite war die schwarze Hautfarbe in Europa bereits im frühen Mittelalter mit negativen Assoziationen belegt. So war der „Höllenmohr“ ein Synonym für den Teufel, das schon in Versen des Dichters Walter von der Vogelweide vorkam. Der Teufel wurde mit schwarzer Hautfarbe dargestellt.

Spätestens im 16. Jahrhundert wandelte sich die Benutzung des Begriffs Mohr. Er wurde zunehmend allgemein für dunkelhäutige Menschen verwendet. Das Wort „Neger“ entwickelte sich dagegen erst im 18. Jahrhundert. Es bezog sich auf den „primitiven Schwarzen aus der afrikanischen Kolonie“. Der Mohr beschrieb dagegen eine edle Person aus dem Nordafrika der vorkolonialen Zeit. Daraus entstand der Versuch, die Völker Afrikas in „schwarzafrikanische Neger“ und „weißafrikanische Mohren“ zu unterteilen. Diese Rassentheorien werden heute abgelehnt. Auch der Begriff „Mohr“ findet heute nur noch in historischem Zusammenhang Verwendung.

Woher kommt  „Mohren“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wie bereits beschrieben, bezog sich der Begriff Mohr anfangs auf die Menschen in Nordafrika. Dort schufen die Mauren eine für die damalige Zeit fortschrittliche Gesellschaft. Trotzdem taucht der Mohr in Mitteleuropa schon zeitig als wildes Wesen aus einer fremden Welt auf.

Kaum ein Mensch, der nördlich der Alpen lebte, hatte im Mittelalter einen Nordafrikaner zu Gesicht bekommen. Historische Abbildungen zeigen die Mohren immer gleich: Sie haben eine schwarze Hautfarbe, dicke Lippen und krauses Haar. Oft werden die Menschen mit großen Ohrringen dargestellt, was häufig ein Hinweis auf Wildheit sein sollte. An den Darstellungen lässt sich durchaus sehen, dass eine Stigmatisierung von Menschen mit schwarzer Hautfarbe schon früh mit dem Begriff „Mohr“ verbunden war.

Auf der anderen Seite stand im Mittelalter die Verehrung schwarzer Madonnen. In der Weihnachtsgeschichte ist einer der drei heiligen Könige ein Mohr. Mit Mauritius, der aus Theben stammen soll, verehren die Christen seit dem vierten Jahrhundert einen Nordafrikaner als Heiligen. Einige Bistümer im deutschsprachigen Raum besetzen das Bild des Mohren positiv, indem sie es auf ihren Wappen verwenden.

Das Wort „Mohr“ und offener Rassismus

Mit der Kolonialisierung Afrikas ging die Versklavung der dort lebenden Menschen einher. Sie kamen auch an mitteleuropäische Höfe. Sogenannte Hofmohren gab es bis weit in das 18. Jahrhundert. Über Kurfürst August von Sachsen ist überliefert, dass dieser bereits im 16. Jahrhundert einen Mohren als Torwächter beschäftigte. „Kammermohren“ dienten nicht nur Fürsten, auch hohe Kirchvertreter oder reiche Kaufleute ließen sich von „Mohren“ bedienen. Die Diener galten dabei als Statussymbol und wurden entsprechend prächtig gekleidet. Einige Afrikaner wurden auch beim Militär eingesetzt. Zumeist kämpften sie allerdings nicht, sondern waren Spielleute.

Erste Rassentheorien entstanden schon im 18. Jahrhundert. Der Mediziner und Erfinder Samuel Thomas von Soemmerring (1755 bis 1830) schrieb 1784 über „die körperliche Verschiedenheit des Mohren vom Europäer“. Dabei kommt er zum Schluss, dass „die afrikanischen Mohren doch etwas näher ans Affengeschlechte als die Europäer“ grenzen. Nicht alle Rassentheoretiker der damaligen Zeit sahen dies so. Johann Friedrich Blumenbach lehnte eine Unterscheidung überlegener und unterlegener Rassen kategorisch ab und kritisierte Soemmerring scharf.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen die sogenannten „Völkerschauen“ in Mode, bei denen Menschen fremder Völker zur Schau gestellt wurden. Einer der wichtigsten Veranstalter dieser Schauen war der Hamburger Zoologe Carl Hagenbeck. Er kam auf die Idee, Menschen aus den Regionen, aus denen die wilden Tiere stammten, zu zeigen. Dazu warben er und andere Völkerschau-Veranstalter Menschen mit teilweise falschen Versprechungen an. Ihre Aufgabe war es, ein exotisches Bild darzustellen, das den Vorstellungen der Europäer möglichst nahe kommt. Davor wurden sie jämmerlich bezahlt. Der Tierpark Hagenbeck in Hamburg rechtfertigt diese Ausstellungen von Menschen bis heute. Sie wären für Deutsche die Chance gewesen, erstmals „Einblicke in fremde Kulturen und die Lebenswelt weit entfernt lebender Völker“ nehmen zu können.

Bedeutung: Der Mohr in der Gegenwart

Der Mohr spielt teilweise bis heute in verschiedenen Formen eine Rolle. Zum einen taucht er als literarische Figur auf. William Shakespeare, Friedrich Schiller, Heinrich Hoffmann oder Heinrich Heine verfassten Werke, in denen Mohren eine Rolle spielten. In der Bibelübersetzung von Martin Luther besteht das Volk der Kuschiter ausschließlich aus Mohren. Christen verehren Schwarze Madonnen, einer der Drei Heiligen Könige wird als Mohr dargestellt.

Bis heute gibt es Mohren in der Heraldik. In Coburg gab es gegen das Wappen eine Petition, weil die Initiatoren darin die Darstellung eines „verletzenden, rassistischen Stereotyp eines schwarzen Menschen“ sehen. Das Wappen stellt den Heiligen Mauritius dar, der seit 1430 Schutzpatron der Stadt ist. Der Heilige Mauritius wird auf den Wappen zahlreicher Städte gezeigt.

Eine rassistische und verletzende Stigmatisierung von Menschen mit dunkler Hauptfarbe sehen auch Aktivisten in Berlin. Sie starteten eine Petition, welche die Berliner Verkehrsbetriebe zur Umbenennung der U-Bahn-Station Mohrenstraße aufforderte. Auslöser war der durch einen US-Polizisten getötete dunkelhäutige George Floyd. Die Verkehrsbetriebe wollten der Initiative auch nachkommen und die Station in Glinkastraße umbenennen. Dies fand jedoch der Berliner Senat nicht gut: Der russische Komponist Michail Iwanowitsch Glinka wird wegen seiner antisemitischen Haltung kritisiert. Heute residieren auf der Mohrenstraße mehrere deutsche Bundesministerien.

Einfacher hatte es da die Schokoladen-Firma Sarotti, die sich bei ihrer Werbefigur vom Sitz an der Mohrenstraße inspirieren ließ. 2004 bekam der Mohr eine goldene Hautfarbe verpasst und ist seitdem der Sarotti-Magier.

Warum werden Amerikaner auch „Yankees“ genannt? Erklärung


Die Entstehungsgeschichte des Begriffes „Yankee“ ist nicht einheitlich definiert. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass er bereits in der Kolonialzeit der heutigen Vereinigten Staaten entstanden ist. Viele Theorien bringen die Wortschöpfung mit den niederländischen Kolonisten in Verbindung, die bis ins späte 17. Jahrhundert am Hudson River ihren Einflussbereich in Nordamerika hatten. Das holländische Gebiet war größtenteils von englischen Kolonien umgeben, die auf der Insel Manhattan gelegene Hauptstadt „Nieuw Amsterdam“ wurde deshalb im zweiten niederländisch-englischen Krieg 1664 von den Briten erobert. Angeblich hießen viele der damaligen holländischen Einwanderer „Jan“ oder „Kees“, so dass sie als „Jankees“ verspottet wurden. Andere Legenden behaupten, dass die abwertende Bezeichnung „Janke“ (Verkleinerung von „Jan“, ähnlich wie „Hänschen“ im Deutschen) oftmals für die Niederländer verwendet wurde und sich daraus der Begriff „Yankee“ entwickelte.

Warum werden US-Amerikaner auch „Yankees“ genannt? Erklärung

Eine weitere Variante leitet die Herkunft vom französischen Wort für Engländer „L’anglais“ ab. Angeblich konnten die Angehörigen des mit den Franzosen verbündeten Stammes der Huronen dieses Wort nicht korrekt aussprechen und sagten stattdessen „Y’n-gee“, woraus die Bezeichnung „Yankee“ für die Briten entstand. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass sich das Wort aus dem Adjektiv „yankee“ ableitet, das soviel wie „ausgezeichnet“ bedeutet und dessen frühe Verwendung im Umfeld der Havard University nachgewiesen ist. Der Begriff ist demnach seit mindestens 1713 bekannt und war, wie weitere Quellen bestätigen, bereits zu dieser Zeit als Spitzname für die Bewohner Neuenglands in Gebrauch. Da die niederländische Kolonialzeit ein halbes Jahrhundert früher endete und auch der Kontakt zu den Huronen bereits lange vorher bestand, kann eine daraus resultierende Wortschöpfungsgeschichte jedoch ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Eine erste größere Bedeutung bekam die Bezeichnung „Yankee“ im Verlauf des 7-jährigen Krieges zwischen 1756 und 1763. In Europa stritten zu dieser Zeit Preußen und Österreich um den Besitz Schlesiens, während der preußische Verbündete Großbritannien in Amerika versuchte, die kolonialen Besitzungen des mit den Habsburgern paktierenden Frankreichs zu erobern. Diese Bemühungen waren letztendlich sehr erfolgreich und der abwertende Begriff „Yankee“ sowohl bei den Franzosen als auch bei den mit ihnen kämpfenden Native Americans als Schimpfwort damals weit verbreitet.

Bedeutung des Wortes „Yankee“ innerhalb der USA

Die Kämpfe der amerikanischen Kolonisten gegen das Mutterland Großbritannien brachten den Vereinigten Staaten zwar 1776 die Unabhängigkeit, der Begriff „Yankee“ als ursprüngliche Bezeichnung für die Engländer verschwand deshalb jedoch nicht. Er wurde fortan für die Bewohner der sechs Neuengland-Staaten im Nordosten der neuen Nation verwendet, die traditionell als besonders britisch galten. Die Bezeichnung hatte sich für die Bewohner dieser Landesteile bereits im 18. Jahrhundert manifestiert, mit Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges wurde allerdings jeder ein „Yankee“, der nördlich der Mason-Dixon-Linie lebte und gegen die Sklavenhalterstaaten im Süden kämpfte. Die Bezeichnung „Yankee“, die vor dem Krieg sogar in der Armee zur Verspottung niedriger Dienstgrade gedient hatte, wurde plötzlich ein Identifikationsbegriff der Unions-Truppen und „Yankee Doodle“ ihr berühmtes und mit der Zeit gefürchtetes Schlachtlied.

Diese Spaltung in Nord- und Südstaaten ist in den Vereinigten Staaten bis heute zu spüren. Menschen aus dem Norden der USA werden im Süden weiterhin abwertend als „Yankees“ bezeichnet, während sich die ehemaligen Sklavenhalterstaaten selbst den Namen „Dixieland“ gegeben haben. Im Norden selbst ist den Menschen die negative Konnotierung des Begriffes „Yankee“ durchaus bewusst, doch wie vor 150 Jahren wird sehr selbstbewusst mit dieser Bezeichnung umgegangen. Das Yankee-Stadium und die New York Yankees sowie zahlreiche Ortsbezeichnungen in allen Teilen der USA zeugen davon, dass Teile der Amerikaner stolz darauf sind, Yankees zu sein.

Bedeutung des Begriffes „Yankee“ außerhalb der USA

Die Bezeichnung „Yankee“ ist außerhalb der Vereinigten Staaten selten schmeichelhaft gemeint. Es ist heute ein abwertender Begriff für US-amerikanische Bürger im Allgemeinen und Angehörige der Streitkräfte im Besonderen. Die globale Präsenz der US-Armee als Institution hat in vielen Teilen der Welt zu einer negativen Sicht auf die Vereinigten Staaten beigetragen, gerade in Ländern, die schon einmal von amerikanischen Truppen besetzt waren, ist der Ausspruch „Yankee go home“ eine weit verbreitete Floskel.

Der Begriff „Yankee“ wird allerdings auch gegenüber Zivilpersonen verwendet, wenn dadurch eine tiefe Abneigung gegenüber ihnen oder ihrem Herkunftsland ausgedrückt werden soll. In Deutschland ist die Bezeichnung „Yankee“ deshalb als negative Variante der als relativ neutral angesehenen Begriffe „Amerikaner“ oder „Ami“ zu verstehen. Die Ablehnung ist oftmals auf die militärische, politische und wirtschaftliche Dominanz der Vereinigten Staaten zurückzuführen, kann allerdings auch manchmal als Kritik am „American Way of Life“ gemeint sein. Fastfood, Rockmusik oder Neoliberalismus werden nicht von jedem als Errungenschaft angesehen und Einzelpersonen eignen sich oftmals gut, um sie als Projektionsfläche für solche Abneigungen zu benutzen. Im Zweifel ist dann der „böse Ami“ oder „Yankee“ wieder einmal schuld.

In Japan steht der Begriff „Yankee“ zwar ebenfalls für unbeliebte Amerikaner, hat allerdings gleichzeitig eine Doppelbedeutung erlangt. Das ostasiatische Land war nach dem 2. Weltkrieg noch stärker als Deutschland amerikanischen Einflüssen ausgesetzt, was zu Veränderungen innerhalb der Jugendkultur geführt hat. In den 50er und 60er Jahren wurden deshalb junge Japaner, die sich zu sehr dem „American Way of Life“ zuwandten, als „Yankis“ bezeichnet. Heute ist der Begriff noch viel negativer besetzt und wird vor allem für junge Unruhestifter und Straftäter verwendet. Die Bezeichnung „Yanki“ hat deshalb in Japan ungefähr den Stellenwert, den der Begriff „Rowdie“ lange Zeit in Deutschland hatte.

Warum haben Unwetter Frauennamen? Erklärung


Eigentlich dachten sich die Amerikaner nichts Schlimmes, als sie damit begannen, Wirbelstürme nach Frauen zu benennen.

Tatsächlich war es der Wetterdienst der US-Army, der mit dieser Sitte begann. Das war während des Zweiten Weltkrieges.

Warum haben Unwetter Frauennamen? Erklärung

Taifune im Pazifik wurden mit Frauennamen in alphabetischer Reihenfolge benannt. Die Benennung vereinfachte die Kommunikation unter Wetterexperten und Angehörigen der Armee. Immerhin tauchen in dieser Region manchmal mehrere Stürme gleichzeitig auf. Namen waren eingängiger und leichter zu merken, als Nummern. Eine Verwechslung wäre für Schiffe oder Flugzeuge schnell zur Katastrophe geworden.

Nach 1953 wurde die Benennung auch für Hurrikane im Atlantik angewendet. Die Namensgebung setzte schließlich als internationaler Standard durch.

In der Folge wurden Hochdruckgebiete (Schönwetter) mit männlichen Namen besetzt und Tiefdruckgebiete (Stürme und weniger schönes Wetter) weiter mit Frauennamen.

Es ist unwahrscheinlich, dass der Wetterdienst der US-Army damals nur bösartige oder sexistische Absichten gehabt hat. Die Gewalt eines Wirbelsturms kann im übertragenen Sinne tatsächlich mit einer wütenden Frau gleichgesetzt werden.

Es ist auch verständlich, dass man zu Kriegszeiten Taifune nicht nach Männern benennen wollte. Kam eine wütende Frau am Horizont auf die Einheiten zu, war das psychologisch wahrscheinlich einfacher zu verdauen.

Später entwickelte sich aus der Tradition ein feministischer Eklat.

Unwetter-Namen: Gleichstellung der Geschlechter auch beim Wetter

Bereits 1954 übernahm auch das deutsche meteorologische Institut die Namensgebung. Benannt wurden nicht nur Stürme, sondern grundsätzlich alle Tief- und Hochdruckgebiete.

Lange Zeit war dieses Vorgehen der Meteorologen normalen Bürgern nicht bekannt. Das änderte sich schlagartig, als 1990 die Stürme Vivian und Wiebke über Deutschland hinwegfegten.

Sturm: Vivian

Zwei Tage wütete das Sturmtief über Europa. Vom 25. bis 27. Februar fegte der Orkan über Frankreich, Irland, Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Deutschland und die Schweiz hinweg. 64 Menschen kamen dabei ums Leben, 15 davon in Deutschland. Bei den Aufräumarbeiten in den großflächig zerstörten Wäldern starben weitere Menschen.

Unwetter: Wiebke

Direkt im Anschluss kam Wiebke. Vom 28. Februar bis 1. März 1990 wütete der Sturm vor allem über Deutschland, der Schweiz und Österreich. Weitere 35 Menschen starben und die Schäden schnellten in die Milliardenhöhe.

Die beiden tödlichen Damen waren der Abschluss einer ganzen Reihe von Stürme. Seit Jahresbeginn hatten 1990 bereits Daria, Herta, Judith, Nana, Ottilie und Polly über Europa getobt.

Durch die umfangreiche Berichterstattung in den Medien fiel die Namensgebung erstmals der breiten Bevölkerung auf.

Was manche mit einem Augenzwinkern sahen, war für Feministinnen ein Grund zum Aufschreien.

In der sowieso angeheizten Gleichstellungsdebatte wirkte die Benennung plötzlich diskriminierend.

Unwetter-Namen: Was Stürme mit Frauenrechte zu tun haben

Die Freiheit und Gleichstellung von Frauen ist noch keine hundert Jahre alt. Davor galten Frauen in der Gesellschaft oft noch als minderwertige Lebewesen. Männer galten als klug, leistungsfähig und zurechnungsfähig.

Frauen dagegen waren seit Jahrhunderten das Anhängsel der Männer. Sie galten als fehlbarer, schwächer, launisch und unselbstständig. Obwohl Frauen sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Freiheit und Unabhängigkeit kämpften, war die Debatte in den 1990er längst nicht abgeschlossen.

Die Benachteiligung von Frauen und Müttern vor allem in der Arbeitswelt war noch allgegenwärtig. Der Feminismus erreichte neue Höhepunkte. Natürlich wollten es die kämpferischen Frauen dieser Tage nicht auf dem eigenen Geschlecht sitzen lassen, mit Schlechtwetterfronten und vernichtenden Stürmen assoziiert zu werden.

Sie zogen los und erstritten eine Änderung der Namensgebung bei der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Unwetter-Namen: Heute wechseln sich die Namen ab

1998 war es so weit. Seitdem wechseln sich männliche und weibliche Namen in der Wetterbenennung ab.

In ungeraden Jahren tragen die Schönwetterfronten jetzt weibliche Namen und die Schlechtwetterfronten männliche Namen.
In geraden Jahren ist die Namensgebung umgekehrt.

Die Amerikaner hatten die Praxis da schon lange geändert. Für den Pazifik und Atlantik wurden bereits seit 1978 bzw. 1979 gemischtgeschlechtliche Namen vergeben.

Unwetter-Namen: Jetzt wirbeln auch Männer über Europa

Das seither schlimmste männliche Orkantief war Lothar. Der Jahrhundertsturm verwüstete am 26. Dezember 1999 Waldgebiete und Ortschaften in Nordfrankreich, Süddeutschland, der Schweiz und Österreich. Lothar kostete 110 Menschen das Leben und erreichte Spitzengeschwindigkeiten von 270 km/h.

Es ist heute also nicht mehr richtig, dass Stürme grundsätzlich Frauennamen haben.

Warum heißt Götterspeise „Götterspeise“? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung


Die Bezeichnung „Götterspeise“ für die bekannte Süßspeise geht auf die Firma Dr. Oetker zurück, hier konkret auf deren namensgebenden Gründer. Dieser erwies sich in der gesamten Zeit seines Wirkens als recht findiger Verkäufer seiner Produkte. Und so nannte er jene Süßspeise aus Gelatine, welche allgemein auch als Wackelpudding bekannt ist, aus Gründen der besseren Vermarktung „Götterspeise“. Dies war schon damals ein Inbegriff für eine besonders wohlschmeckende Speise, aber noch nicht zwangsläufig mit Wackelpudding verbunden. Da der Begriff aber ohnehin schon allgemein gebräuchlich war, konnte Dr. Oetker sich diese Bezeichnung nicht mehr schützen lassen. Deshalb gilt heute Götterspeise allgemein als Synonym für Wackelpudding, auch als Wackelpeter bekannt, aber nicht explizit für ein Produkt aus dem Hause Dr. Oetker.

Warum heißt Götterspeise „Götterspeise“? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung

Götterspeise, bzw. Wackelpudding selbst wurde übrigens keineswegs in Deutschland erfunden. Tatsächlich stammt diese Speise aus den USA. Peter Cooper, ein Sohn holländischer Einwanderer, erfand im Jahr 1845 die Kombination aus Gelatine mit Fruchtzusatz als schmackhafte Süßspeise. Dort wurde sie unter der Bezeichnung Jell-O patentiert. Schon rasch wurde dieses neue Produkt auch in Europa sehr populär. Die Zubereitung an sich war natürlich nicht patentiert, sondern lediglich der Name. Also begann man auch in Europa an vielen Orten, gekochten Fruchtsaft mit Gelatine in Pulverform zu versetzen. Genau diese dafür nötigen Pulvermischungen vertrieb dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland auch Dr. Oetker, der jenen oben erwähnten Einfall für den Marketingtrick hatte. Verkauft wurde das Geleepulver von Dr. Oetker bereits seit 1912, wobei nicht ganz klar ist, ob es sofort schon unter dem Namen „Götterspeise“ angeboten wurde.

Götterspeise: Speise, die den Göttern vorbehalten ist

Eine „Götterspeise“ war auch zuvor schon im deutschen Sprachgebrauch synonym mit einer besonders exquisiten Speise. In der griechischen Mythologie war Ambrosia jene Speise, der die Götter ihre Unsterblichkeit verdankten. Ursprünglich war eine „Götterspeise“ also eine solche, auf die allein die Götter Zugriff hatten. Nur logisch, dass die Bedeutung dieses Wortes sich dann recht rasch auf alle besonders gut schmeckenden Speisen ausweitete. So heißt es u. a. bei Theodor Fontane in einem Roman in Bezug auf große Rosinen mit Mandelstücken, diese seien eine „Götterspeise“. Heute hat sich die Bedeutung aber so verschoben, dass man immer zuerst an Wackelpudding denkt, auch wenn diese eine Bedeutung nicht ausschließlich zu verstehen ist.

Häufigste Geschmacksrichtungen der Götterspeise

Die beliebtesten oder zumindest verbreitetsten Geschmacksrichtungen der Götterspeise sind diese:

  • Waldmeister (grün)
  • Himbeere (rot)
  • Kirsche (rot)
  • Zitrone (gelb)

Sehr häufig wird die Götterspeise vor dem Verzehr dann noch mit Schlagsahne oder Vanillesauce verfeinert.

Götterspeise: Andere Speisen mit demselben Namen

In der Schweiz hat die Bezeichnung „Götterspeise“ übrigens eine andere Bedeutung. Dort versteht man darunter eine andere Süßspeise, die dem englischen Trifle sehr verwandt ist. Diese wird aus Zwieback, Fruchtkompott und Schlagrahm hergestellt. Vor dem Servieren wird diese deutlich andere Form der Götterspeise einige Stunden kaltgestellt, meist isst man sie nach dem Abendessen. Dazu kennt man in Westfallen die „Westfälische Götterspeise“, die ebenfalls von der herkömmlichen Bedeutung abweicht.

Neben Götterspeise auch als Wackelpeter bekannt

Die ebenfalls sehr gängige Bezeichnung „Wackelpeter“ für die Götterspeise stammt bereits aus dem 19. Jahrhundert. Damals galt die Bezeichnung von etwas als „Peter“ als eine Verballhornung dessen, wie zum Beispiel beim „Hackepeter“. Das „Wackeln“ in dieser Bezeichnung stammt natürlich daher, dass die Götterspeise bzw. der Pudding tatsächlich auf dem Teller wackelt, wenn er nicht mehr komplett in eine Schüssel eingebunden ist, sofern man diesen anstößt.

Woher haben die Monate ihre Namen? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Das heute weltweit am häufigsten verwendete kalendarische Jahr, nämlich das des Gregorianischen Kalenders, ist in zwölf, zwischen 28 und 31 Tage lange Monate unterteilt.

Die Bezeichnungen für die einzelnen Monate sind zumindest in den meisten europäischen Staaten und in vielen ehemaligen Kolonien dieser Länder zwar den einzelnen Sprachen angepasst, ansonsten aber vom Wortursprung fast immer gleich. So heißt zum Beispiel der dritte Monat im Jahr im Deutschen „März“, im Englischen „March“, im Spanischen „Marzo“, im Französischen „Mars“ und im Türkischen „Mart“.

Woher haben die Monate ihre Namen? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Die Herkunft dieser Monatsbezeichnungen ist im Wesentlichen auf römisch-lateinische Wurzeln zurückzuführen. Es können bei der Namensgebung vier Gruppen unterschieden werden. Zum einen die Monate, die nach römischen Gottheiten benannt sind, und dann die nach den beiden wohl berühmtesten römischen Herrschern betitelten Hochsommermonate. Zum anderen gibt es die schlicht auf Latein durchnummerierten Monate sowie die sonstigen Monate, nämlich Februar und April.

Die Zwölfmonatsteilung geht auf den Julianischen Kalender zurück, der im Jahr 45 v. Chr. auf Initiative des damaligen römischen Herrschers Julius Cäsar den bis dahin geltenden, in zehn Monate aufgeteilten altrömischen Kalender ablöste. Cäsar hatte die Monatsnamen des alten Kalenders übernommen und den beiden zusätzlichen Monaten, die schlichten Zahlenbezeichnungen „Quintilis“ und „Sixtilis“ gegeben. Bis 153 n. Chr. begann das römische Jahr nicht mit dem Januar, sondern mit dem März.

Bedeutung: Monate mit göttlichem Bezug: Januar, März, Mai und Juni

Der Name des Januars (lateinisch “Januarius“) leitet sich vom doppelgesichtigen Gott Janus (Ianus) ab. (siehe auch: Jänner) Janus war der römische Gott des Endes und des Anfangs. Er konnte sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft sehen und stand für die ständige Dualität des Lebens. Im vorjulianischen Zehnmonatskalender war der Januar der Monat der Wintersonnenwende. In diesem Monat wurden die die Tage nicht mehr kürzer, sondern länger: Etwas ging zuende, etwas anderes begann. Eine typische Janus-Situation also.

Namenspate des März-Monats war der Gott Mars. Mit ihm begann das römische Jahr (bis 153 n. Chr.), weil Mars nicht nur der Gott des Krieges war, sondern auch der Vegetation. Mit Beginn des Jahres sollte durch Ehrung von Gott Mars auch die Vegetation zu neuem Leben erwachen.

Ob der Mai seinen Namen von der Frühlingsgöttin Maia hat oder sich vielleicht vom Beinamen „Maius“ für den Göttervater Jupiter (Iupiter) ableitet, ist ungeklärt. Der Juni jedenfalls steht unstrittig mit Jupiters Gattin Juno (Iuno) in Verbindung.

Durchnummerierte und später zum Teil mit Herrschernamen geadelte Monate: Juli bis Dezember

Im alten römischen Kalender waren die letzten vier Monate einfach durchnummeriert und nach den Zahlwörtern „Septem“ („Sieben“), „Octo“ („Acht), „Novem“ („Neun“) und „Decem“ („Zehn“) benannt. Durch die Umstellung im Jahr 153 wurde der Dezember nicht mehr der zehnte Monat, sondern der zwölfte Monat im Jahr. Entsprechendes gilt für September, Oktober und November.

Die von Cäsar zusätzlich eingeführten zwei Monate bekamen zunächst die sachlichen Benennungen „Quintilis“ („Der Fünfte“) beziehungsweise „Sixtilis“ („Der Sechste“). Aber bereits wenige Monate nach Cäsars Tod 44. v. Chr. bestimmte Konsul Marcus Antonius in seiner „Lex Antonia de mense Quintili“, dass zu Ehren des Ermordeten der Quintilis in „Iulius“, in Juli, umbenannt werden soll. 26 Jahre später zog Kaiser Augustus nach und ließ den Sixtilis zu eigener Ehre im Jahr 8 v. Chr. in „Augustus“ umbenennen

Bedeutung der Namen: Sonderformen Februar und April

Die Herkunft des April (Aprilis) leigt im Dunkeln. Einige Fachleute vermuten einen etruskischen Ursprung.

Der Februar (Februarius) steht höchstwahrscheinlich mit dem aufgeladenen Sühne- und Reinigungsfest Februa in Verbindung, das zu den Herdengott Faunus feiernden Festkreis der Lupercalien gehörte.

Warum heißt Venedig auch „La Serenissima“? Bedeutung, Erklärung


Überlieferungen zufolge wurde Venedig im Jahr 421 gegründet. Gründer waren Hunnen und Ostgoten, die vor dem Ansturm der Barbaren gegen das Römische Reich an die Lagune flüchteten und sich auf den sumpfigen Inseln niederließen. Stets waren die Siedler bemüht, den Wasserstand zu stabilisieren – nach dem sie dazu die schwierigsten Hürden bewältigt hatten, kamen die Bewohner der Stadt allmählich zu Wohlstand, der einerseits ihre politische Macht stärkte und die Entwicklung von Architektur und Kunst vorantrieb.

Warum heißt Venedig auch „La Serenissima“? Bedeutung, Erklärung

Anfangs waren die Siedlungen noch rivus altus, der tiefe Kanal genannt worden. Das war eindeutig eine Reminiszenz an die örtlichen Gegebenheiten und eine Würdigung der Arbeit der ersten Siedler. Um die Frühzeit Venedigs ranken sich dann viele Legenden, die sich die Chronisten später ausdachten, um die Stadt Venedig zu verherrlichen, selbst der Gründungstag 5. März 421 oder auch die erste Dogenwahl im Jahr 697 gehören ebenso zu diesen Legenden wie ein vermeidlicher Sieg über die Franken anlässlich der Belagerung der Lagune 810. Zum wichtigsten Mythos wurde der abenteuerliche Raub der Gebeine des Evangelisten Markus in Ägypten im Jahr 828. Das führte dazu, das Markus seitdem als Schutzpatron und Identifikationsfigur für die Venezianer gilt.
Die Legenden unterstützten das wirtschaftliche Erstarken Venedigs seit der Abkehr von Byzanz über die ersten gewählten Dogen bis zur Blütezeit der Stadt als machtvolle Seerepublik, in der sie ihren Namen La Serenissima erhielt.

Bedeutung: La Serenissima – die Durchlauchtigste

Mit dem 10. Jahrhundert begann der Aufstieg Venedigs zur wichtigsten Handelsmetropole im Mittelmeerraum. Als „Königin der Adria“ wurde die Stadt Brücke zwischen West und Ost. Der Handel mit Luxuswaren, Weizen, Salz und Gewürzen machte die Venezianer reich und mächtig. Prächtige Palazzi, riesige Kirchenbauten und imposante öffentliche Gebäude, Bürger mit herrlichen Gewändern und kostbarem Schmuck versetzten das Ausland in Staunen.

Lange Zeit funktionierte auch der politische Apparat Venedigs hervorragend: Der Doge, verschiedene Räte, Kleriker und Beamte hatten genau geregelte Befugnisse und Funktionen. Wohlstand und verteilte Machtbefugnisse führten zur Blüte Venedigs – La Serenissima machte ihrem Namen alle Ehre.

Die starke Republik schwächte ihren historischen Erzrivalen Genua, eroberte Verona und konnte bedeutende Niederlassungen auf der terra firma, auf dem Festland etablieren.

Venedig, die Macht am Schwarzen Meer

Glanz und Reichtum Venedigs basierten auf dem Erfolg als See- und Handelsmacht. La Serenissima hatte mit ihren Kreuzrittern Konstantinopel besiegt. Venedig hatte viele bedeutende Kunstschätze erbeutet und die Vorherrschaft über die wichtigen Handelsrouten, über Inseln und Hafenstädte am Schwarzen Meer erlangt. Die Venezianer hatten sich die Kontrolle über die Landwege nach Russland und China gesichert – La Serenissima erlebte die Blütezeit.

Allerdings erkannte Venedig nicht die allzu drohenden Gefahren, die von den Osmanen am Schwarzen Meer und in Kleinasien ausgingen.

Venedig: Der Niedergang von La Serenissima

Denn die Türken eroberten im Jahr 1453 Konstantinopel und blockierten so die östlichen Handelswege. Vasco da Gama umrundete 1487 das Kap der Guten Hoffnung und öffnete den Seeweg nach Indien. Die Venezianer waren schon längst nicht mehr an Bedrohungen von außen gewöhnt und verkannten den Ernst ihrer Situation. So begann im 16. Jahrhundert der Niedergang Venedigs. Man sagt, La Serenissima feierte sich zu Tode, während Seefahrer zu neuen Ufern aufbrachen und die Türken ihre Macht ausweiteten.

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts waren Venedigs Staatsschatullen leer und das Meer drohte La Serenissima zu verschlingen. Der letzte Doge musste 1797 abdanken, die Republik löste sich auf und nacheinander marschierten Franzosen und Österreicher ein. La Serenissima wurde im Jahr 1866 in Italien eingegliedert.

La Serenissima – ein Synonym für Schönheit und Reichtum

Giacomo Casanova, Lord Byron, Giovanni Battista Tiepolo, Richard Wagner, Robert Browning, Carlo Goldini – Venedig hat Generationen von Musikern, Schriftstellern und Malern, von Künstlern jeder Couleur inspiriert. Venedig ist weitaus mehr als eine Stadt, nämlich La Serenissima: ein Synonym für Schönheit und Reichtum.

Was ist Selfness? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter dem Begriff Wellness werden sämtliche Anwendungen und Methoden zusammengefasst, welche dazu geeignet sind, das ganzheitliche Wohlbefinden zu steigern. Der Weg dorthin kann ganz verschieden sein und eigentlich bedeutet der englischsprachige Begriff Wellness Gute Gesundheit. Persönliches Wohlbefinden und Wellness sind also auf das Allerengste miteinander verknüpft. Wellness hat auch innerhalb der Bevölkerung einen hohen Bekanntheitsgrad, nicht jedoch Selfness, dieser Trend kann als eine Weiterentwicklung des Wellness Begriffes angesehen werden. Geprägt wurde der Begriff Selfness durch den renommierten Futurologen Matthias Horx. Der Zukunftsforscher verknüpfte vor allem das persönliche Wohlbefinden, wie es durch Wellness erreicht werden soll, mit Selbstfindung. Daraus entstand dann der Begriff Selfness.

Bedeutung: Selfness treibt die Selbstoptimierung auf allen Ebenen voran

Es geht also bei Selfness nicht nur um Relaxen, kosmetische Anwendung oder Entspannung, sondern darum, mithilfe der gemachten Wellness Erfahrungen sich auf allen Ebenen selbst zu verwirklichen und zu optimieren. Der ständige Drang, sich selbst zu verwirklichen, privat aber auch beruflich, kombiniert mit möglichst optimalen Lebensveränderungen haben den neuen Trend Selfness vorangetrieben. Wellness Anbieter, wie beispielsweise Hotels, haben den neuen Trend längst erkannt und ihre Angebote entsprechend angepasst. Das bedeutet, dass zusätzlich zu den bisher schon bekannten Wellness Leistungen spezielles Training oder auch Coaching angeboten werden. Dabei legt Selfness besonders viel Wert auf eine individuelle Ausgestaltung, ganz vor dem Hintergrund, dass jeder Mensch in seiner Einheit von Körper, Geist und Seele einzigartig ist. Auch bei Selfness geht es darum, die verloren gegangene innerer Balance wiederzufinden und eine neue harmonische Einheit von Körper und seelischem Wohlbefinden wiederherzustellen.

Elemente von Wellness und Selfness sind oft eng miteinander verknüpft

Die Übergänge zwischen Wellness und Selfness sind also fließend und lassen sich nicht immer eindeutig voneinander unterscheiden. Ein typisches Kennzeichen von Selfness im Vergleich zu Wellness wären beispielsweise persönliche Coachingstunden, individuelle psychologische Gespräche zur Optimierung, Einzelyoga Sitzungen oder Meditation. Also alles, was über den bisher schon gewohnten Rahmen an Wellness Angeboten hinausgeht, wird unter dem Begriff Selfness zusammengefasst. Persönliche Wohlfühlreisen mit Selfness sollen stets eine nachhaltige und langanhaltende Wirkung entfalten und auch dazu dienen, die eigene Work-Life-Balance wiederherzustellen. Wenn also bei Wellness nur das vorübergehende Sich-selbst-verwöhnen-lassen beispielsweise im Rahmen von kosmetischen Anwendungen im Vordergrund steht, geht Selfness hier ein Stück weiter und möchte längerfristige Veränderungen erreichen.

Bedeutung: Selfness, Wellness und Gesundheit

Wellness und Selfness sind aber auch deshalb manchmal so schwer voneinander unterscheidbar oder zu trennen, weil viele Wellness Anwendungen Teil des Selfness sein können, beispielsweise der Besuch einer Sauna oder die Inanspruchnahme einer Massage Anwendung. Das Selfness Konzept greift also viel mehr in einzelne Lebensbereiche ein und versucht diese stetig zu optimieren. Es geht dabei allgemein darum, das Gelernte auch in den Alltag zu integrieren, beispielsweise Tipps zur gesunden Ernährung oder zu Bewegungsabläufen. Durch ganzheitliche Impulse soll Selfness also die eigene Lebenskompetenz steigern und so dem Körper ein möglichst langanhaltendes Gefühl des Wohlbefindens ermöglichen. Um sich diese Kompetenzen aneignen zu können, setzt der Selfness Trend auch auf die Vermittlung von Basiswissen. Denn nur wer die entsprechenden erweiterten Kenntnisse über gesundheitliche Zusammenhänge hat, kann auch die nötigen Veränderungen vornehmen.

Selfness versucht stets, eigene Kompetenzen zu optimieren

Selfness ist also meistens aktiv, wohingegen bei Wellness es vor allem darum geht, bestimmte Anwendungen einfach nur passiv zu genießen und sich dabei keine weiteren Gedanken zu machen. Gemäß den Angaben seines Erfinders Matthias Horx soll Selfness zu einer dauerhaften Selbstveränderung führen im Sinne einer positiven Lebenseinstellung. Das eigene Leben so zu gestalten, wie es nach den eigenen Vorstellungen optimal ist und somit durch nachhaltige Selbstverwirklichung langfristig ausgeglichen und glücklich zu sein, das ist es, was den Selfness Gedanken eigentlich ausmacht. Die Wege dorthin können ganz unterschiedlich sein und das ist während des ganzen Lebens ein Prozess, der niemals endet. Wer Selfness richtig versteht, steigert auch seine persönliche Resilienz, wird also mit den unweigerlichen Wechselfällen des Lebens durch eine positive Grundhaltung auch besser zurecht kommen.

Woher haben die Wochentage ihre Namen? Namen, Bedeutung, Herkunft


Im Deutschen sind alle Wochentage nach Himmelskörpern und Göttern benannt. In der Mythologie gab es schon immer eine enge Verbindung zwischen Himmelskörper wie dem Mond oder der Sonne und den Gottheiten.

Sie teilten gewisse Eigenschaften und die Namen. Reste dieser Mythologien sind bis heute überall in unserer Sprache, den Monatsnamen und in der Astrologie zu finden.

Im Grunde genommen beschreibt der Wochenlauf eine Art Gang durch die Sphären dieser Himmelskörper und Gottheiten. Nach der alten christlichen Tradition begann die Woche nicht mit dem Montag, sondern mit dem Sonntag.

Die 7-tägige Woche gab es zeitweise schon im alten Ägypten. Die Einteilung in sieben Tage ergibt sich automatisch aus der Länge des Monats und den Mondphasen. Unsere Kalender orientieren sich an der Umlaufbahn der Erde um die Sonne (Jahr) und den Umlauf des Mondes um die Erde (Monat).

Verbindlich wurde die Einteilung durch einen Erlass des römischen Kaisers Konstantin um 321 n. Chr. Mit dem römischen Reich breitete sich die Woche in Europa aus. Die germanischen Volksstämme „übersetzen“ den römischen Götterhimmel in ihre eigenen Gottheiten.

Siehe auch: Woher haben unsere Planeten ihre Namen?

Bedeutung: Sonntag – Tag der Sonne

Die Sonne ist das lebensspendende Prinzip in unserem Sonnensystem. Ohne ihre Wärme und ihr Licht gäbe es uns wahrscheinlich nicht.

Es liegt auf der Hand, das die Sonne schon seit frühesten Zeiten besonders verehrt wurde. Sonnengötter waren allen anderen übergeordnet, gütig und weise. In der Mythologie war der Sonnenaspekt meistens männlich.

Der Sonntag ist bei uns ein fast einheitlicher Ruhetag. Wir verbringen ihn mit unseren Lieben und tun, was uns am liebsten ist.

Übrigens: Social-Media-Hashtags für jeden Wochentag findest du hier.

Bedeutung: Montag – Tag des Mondes

Ganz anders als bei uns, ist der Mond fast überall auf der Welt weiblich. Man schreibt ihm sogar den urweiblichen Aspekt zu. Damit kann der Mond als Pendant zur Sonne gesehen werden.

Mondgöttinnen waren seit jeher Fruchtbarkeitsgöttinnen. Man bringt den Mond zudem mit allem Zyklischen (Zeitabläufe an sich, Ebbe und Flut, Menstruation der Frau) in Verbindung.

Mit dem Montag beginnt für die meisten Menschen die Arbeitswoche. Weil vielen die Rückkehr aus dem Wochenende schwerfällt, nennt man ihn manchmal auch „Blue Monday“ (zu dt. „Blauer Montag“). Die Menschen sind entweder schwermütig (engl. „blue“ für „deprimiert“) oder „machen einfach Blau“.

Bedeutung: Dienstag – Tag des Tyr und Thingsus

Der eigentliche Regent dieses Tages ist für uns heute nicht mehr so leicht erkennbar: Es ist der Mars.

Mars stammt aus der römischen Mythologie. Bei den Griechen hieß er Ares. Die nordisch-germanischen Stämme dagegen nannten die Gottheit Tyr oder Thingsus.

Später nannte man den Tag auch „Dies Martis“ (lat. für „Tag des Mars“).

Die Gottheit Tyr oder Mars war der Gott des Kampfes, des Sieges, aber auch der ausgleichenden Gerechtigkeit und männlich-irdischen Fruchtbarkeit. Der alte Gerichtstag „thing“ der Germanen war nach dem Gott Thingsus benannt.

Der Dienstag war früher oft der traditionelle Markttag („thing“ als Treffen der Gemeinde, Austausch von Waren und Gerichtsbarkeit).

Bedeutung: Mittwoch – Mitte der Woche

Die Gottheit hinter diesem Tag verschwand vermutlich im Zuge der Christianisierung. In früheren Zeiten hieß der Tag auch „Wunsdag“ in Anlehnung an den germanischen Gott Wodan. Der war unter anderem Hüter der Unterwelt und von der wollte man im Christentum lieber so weit wie möglich Abstand nehmen.

In anderen Ländern wird der Tag mit dem Merkur in Verbindung gebracht. Neben dem Planeten war das die Gottheit für den Handel, den Verkehr, die Schrift und die Musik.

In der Mitte der Woche freuen sich die meisten von uns schon wieder auf das Wochenende. Dies führt dazu, dass einige Mittwoch auch „Bergfest“ nennen oder jeden Mittwoch Bilder einer Kröte veröffentlichen.

Bedeutung: Donnerstag – Tag des Donar

Donar war der germanische Gott des Donners. Er entspricht in etwa dem heute etwas bekannteren Thor der nordeuropäischen Mythologie. Daneben setzt man ihn mit dem römischen Jupiter und dem griechischen Zeus gleich.

Neben seiner Eigenschaft Blitze und Donner über die Erde zu bringen, galt Donar als ausgesprochener Glücksgott. Donar war weiter ein Gott des Vergnügens und der Lustbarkeiten. Mit dem Recht nahm es er nicht so genau, trotzdem hatte er das Herz meistens auf dem richtigen Fleck.

Lange Jahre galt der Donnerstag, als der Tag des langen Einkaufens. Als die Geschäfte noch um 18 Uhr schlossen, war der Donnerstag, der erste Tag, an dem Läden bis 20 Uhr geöffnet blieben. Für viele Menschen bedeutete dies eine große Bereicherung und ein entspanntes Einkaufsvergnügen nach Feierabend.

Bedeutung: Freitag – Tag der Frygg und der Freya

Über die eigentliche Namenspatin für unseren Freitag streiten sich die Sprachforscher seit Jahrzehnten. Frygg war die Gattin des nordischen Göttervaters Odin. Sie galt als Schutzgöttin der Ehe, der Mutterschaft und des Herdfeuers. Freya dagegen war eine reine Liebes und Schönheitsgöttin. In anderen Kulturen ist der Tag eindeutig der Venus gewidmet, der römischen Göttin der Liebe.

Klar dürfte sein, dass es beim Freitag um die angenehmen Dinge des Lebens geht.

Genauso erleben viele Menschen diesen Tag auch. Er beendet die Arbeitswoche und wer besonders froh ist, darf Mittags schon nach Hause gehen.

Bedeutung: Samstag – Tag des Saturn

Früher beendete der Planet Saturn tatsächlich das damals bekannte Sonnensystem. Er galt daher auch als „Hüter der Schwelle“. Saturn war ein Fruchtbarkeitsgott, der über die Dunkelheit wachte. Bei den Griechen wurde er Kronos genannt. Er galt als Hüter der Zeit und Vollender von Zyklen.

Ganz so beendet der Samstag nach der alten Einteilung die Woche.

Vielen Menschen ist der Samstag der liebste Tag der Woche. Sie haben frei, können Unterhaltungsmöglichkeiten nutzen, einkaufen gehen und abends ausgehen.

Warum heißen die Schweizer auch „Eidgenossen“? Erklärung


Heute wird die Schweizer Eidgenossenschaft auch als die Schweiz bezeichnet. In ihr leben bis zu 9 Millionen Menschen. Sie ist ein Bundesstaat, der sich aus 26 teilsouveränen Kantonen zusammensetzt. Als Regierungssitz wurde Bern gewählt. Alle Schweizer werden durch die Demokratie zusammengehalten, die man bereits praktizierte, als das restliche Europa von absoluten Monarchen regiert wurde. Die Eidgenossen sind zu vielen Kompromissen bereit und treffen die meisten politischen Entscheidungen im Rahmen direkten und geheimer Abstimmungen. Auf den amtlichen Dokumenten wird von auch von Schweizer Eidgenossenschaft gesprochen. Außerdem verhalten sie sich im Wesentlichen gegenüber anderen Staaten neutral, mobilisieren jedoch bei einer drohenden Gefahr stets ihr Heer.

Warum heißen die Schweizer auch „Eidgenossen“? Erklärung, Wortherkunft

Unter einer Eidgenossenschaft wird im Allgemeinen eine Verbindung verstanden, die unter gleichberechtigten Partnern oder Genossen zustande kommt. Sie schwören dazu einen Eid, der sie beim Namen und Willen Gottes dazu verpflichtet, einander im Fall einer Gefahr beizustehen. Genossen sind Personen, mit denen die Mitstreiter gemeinsame Erfahrungen und Ziele teilen. Man kann sich aufeinander verlassen. Mit dem Eid bekräftigen die Genossen ihre gegenseitig getroffenen Aussagen. Sie verpflichten sich mit dem Eid zur Wahrheit und sind bereit, die entsprechenden Konsequenzen zu tragen. Wird er vor Gott abgegeben, dann tritt dieser als Eideshelfer auf. Im Fall eines Eidbruches übt dieser dann – abstrakt gesehen – seine übernatürliche Rache am Eidbrecher aus.

Wann begann die schwurorientierte Schweizer Eidgenossenschaft?

Als erstes Jahr der Eidgenossenschaft gilt das Jahr 1291. Da der erste August als Tag des Eides und als Gründungstag der Alten Eidgenossenschaft angesehen wird, gilt er gleichzeitig auch als Schweizer Nationalfeiertag.
Im 13. Jahrhundert bewachten die späteren Kantone Uri und Schwyz die wichtige Handelsstraße über den problematischen St.-Gotthard-Pass. Ihr Auftraggeber war der deutsche Kaiser Friedrich der II., dessen Eigentum sie vor den Habsburgern beschützen sollten. Nach dem Tod des Kaisers gelangte 1273 sein Nachfolger aus dem Hause Habsburg an die Macht. Aus Berechnung gliederte er sowohl Uri als auch Schwyz in sein Reich ein. Das missfiel den beiden jedoch sehr. Als der neue Kaiser 1291 ebenfalls verstarb, erkannten die freiheitsliebenden Urkantone ihre Chance.
Bei einem geheimen Treffen schlossen sich die Urkantone, die auch als Waldstätten oder Orte bezeichnet wurden, zur ersten Eidgenossenschaft zusammen. Diese sollte als Alte Eidgenossenschaft in die Geschichte eingehen und bis 1798 bestehen. Zu den Verantwortlichen gehörten Walther Fürst – für Uri -, Werner Stauffacher – für Schwyz – sowie Arnold von Melchtal – für Unterwalden. Ihr geheimes Ziel war die Rütli-Wiese, die oberhalb des Vierwaldstättersees liegt. Hier unterzeichneten die Betreffenden auch den Bundesbrief, der den Schwur dokumentierte.

Wie bauten die Schweizer ihre Eidgenossenschaft aus?

Im Jahr 1309 bestätigt Heinrich VII die Reichsumittelbarkeit der Kartone. Sie wurde vorerst einem königlichen Landvogt unterstellt.
Welche Bedeutung diese Entscheidung haben sollte, zeigte sich bei der deutschen Königswahl. Am 25. November 1314 wählten die Verantwortlichen sowohl Ludwig von Bayern als auch Friedrich den Schönen von Habsburg jeweils zum deutschen König.

Die Eidgenossenschaft bezog auf der Seite Ludwigs Position. Ein Jahr später griff daraufhin Friedrich die Bayern als auch die Eidgenossen an. In der Schlacht am Morgarten wurde er jedoch geschlagen und musste sich zurückziehen. Durch den Sieg der drei Urkantone ermutigt, traten vier Reichsstädte dem Bündnis bei. Zu ihnen gehörten neben Luzern auch Zürich, Glarus, Zug und Bern. Sie wollten auf diesem Wege ihre Selbstständigkeit gegenüber dem Haus Habsburg bewahren. So bildeten sich im Laufe der Jahre die ersten Acht Alten Orte oder Kantone. Zürich, Bern und Luzern trugen zudem zur politischen Bedeutung des Zusammenschlusses bei, der sich als sehr stabil erweisen sollte. Das hing auch mit der jeweiligen Akzeptanz zusammen, die die betreffenden Städte und somit auch der Bund bei den europäischen Höfen genossen. Zeitweise suchten sich einzelne Kantone Verbündete unter den Großmächten, um ihre Möglichkeiten auszubauen. Nach zahlreichen verlorenen Schlachten kehrten sie jedoch immer in den Bund zurück.

Ende des 15. Jahrhunderts kam es zum Krieg. Der Gegner war der spätere deutsche Kaiser Maximilian, der Erste. Dieser wollte die Eidgenossen wieder unter seine Herrschaft zwingen. Der Feldzug endete jedoch mit der schweren Niederlage des Königs. Im Frieden vom Basel erkannte er die Forderungen der Eidgenossen an. So wurden auch Basel und Schaffhausen zu neuen Bundesgenossen. Mit ihnen kamen die zugewanderten Orte. Zu diesen zählten das Wallis und Drei Bünde. Aber auch Grafschaften und Monarchen sahen in der Alten Eidgenossenschaft die Chancen, sich vom Habsburger Reich zu lösen. Die Fürstabtei St. Gallen und die Grafschaft Neuenburg wurden somit ebenfalls aufgenommen. Es gab jedoch auch Eroberungen. Diese Gebiete wurden als Gemeine Herrschaft bezeichnet und zum richtigen Zeitpunkt in das Bündnis einbezogen. Hierzu gehörten auch Thurgau und das Tessin.

Welche grundlegenden Änderungen strebten die Eidgenossen an?

Im Mittelalter galt in vielen Bereichen jeweils eine Ständeordnung. Jeder gesellschaftliche Stand hatte bestimmte Rechte und Pflichten, gegen die er nicht verstoßen durfte. Diese – scheinbar von Gott gewollte – Ordnung wurde von den Eidgenossen abgelehnt. Dazu kamen die Siege über die Habsburger und deren Heere. So wuchs ihr Glaube an Gott. Mit der Zeit vertraten sie die Meinung, dass Gott sie als auserwähltes Volk ansähe.

Innerhalb der Schweiz gab es jedoch unterschiedliche Strömungen. Während in einigen Kantonen der katholische Glaube vorherrschte, bekannten sich andere zunehmen zum Protestantismus. Ab 1874 setzten die Eidgenossen auch die allgemeine Religionsfreiheit für alle Kantone des Bundes durch.

Sobald die Habsburger das Land des Bundes verlassen hatten, etablierten die Schweizer Eidgenossen ein demokratisches System. Sie nahmen den Adligen ihre Vorrechte und verteilten deren Ländereien auf die Städte und Staaten, die dem Bündnis angehörten. 1618 bracht der Dreißigjährige Krieg aus, der bis 1648 andauerte. Aufgrund der Auswirkungen auf die Bevölkerung schworen sich die Eidgenossen 1647 die immerwährende bewaffnete Neutralität innerhalb ihres Bundes.

Wie endete die Alte Eidgenossenschaft und wann erfolgte der Neuanfang?

In den Jahren der Französischen Revolution verhielt sich die Alte Eidgenossenschaft vornehmlich neutral. Dann marschierten 1798 die Truppen der Ersten Französischen Republik ein. Aufgrund der rechtlichen Einschränkungen, die Napoleon erlies, kam es zur Helvetischen Revolution, die das Ende der Alten Eidgenossenschaft brachte.

Ihre über Jahrhunderte errungenen Freiheiten ließen sich die Eidgenossen jedoch nicht nehmen. Sie lehnten nicht nur die Fremdherrschaft ab, sondern ignorierten die ihnen aufgedrängte französische Regierung.
1803 nahm der Druck auf Napoleon zu. Er machte den Eidgenossen weitere Zugeständnisse und erneuerte die seit dem dem Mittelalter geltenden Rechte. Die Kantone erhielten ihre Rechte zurück.

Nachdem Napoleon 1815 seine Stellung aufgeben und nach Elba ins Exil gehen musste, wurde aus der Helvetischen Republik von 1798 erneut ein unabhängiger Staat. Gleich nach der Etablierung bekannte man sich wieder zur Neutralität.

Der letzte Krieg auf Schweizer Boden fand zwischen den Eidgenossen 1847 statt und dauerte 26 Tage. In die Geschichte ging er als Sonderbundskrieg ein und betraf zentrale innerstaatliche Belange.

Der Krieg blieb jedoch nicht ohne Folgen. Da die konservativ-katholisch orientierten Kantone verloren, kam es vonseiten des Siegers zu maßgeblichen Veränderungen. Aus den bisher autonomen Kantonen wurde ein moderner Bundesstaat. Die Regierung und das Parlament richtete man in Bern ein. Außerdem mussten die Kantone und angeschlossenen Gebiete einen Teil ihrer Macht an die Bundesregierung abgeben.
Bei militärischen Konflikten orientieren sie sich an der bewaffneten Neutralität.

Warum heißen die Eisheiligen Eisheilige? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Der Begriff Eisheilige bezieht sich auf die letzte Periode im Frühjahr, in der es nach dem Bauernkalender Nachtfrost geben kann. Die Tage zwischen dem 11. und 15. Mai sind gleichzeitig Gedenktage mehrerer Heiliger.

Die Bauernregel bezieht sich auf den julianischen Kalender, der das Jahr aus astronomischer Sicht nicht ganz exakt abbildete. Deshalb wurde er im 16. Jahrhundert vom gregorianischen Kalender abgelöst. Schriebe man den julianischen Kalender fort, gibt es heute 13 Tage Differenz zur gregorianischen Zeitrechnung. Somit sind die letzten Fröste eigentlich 13 Tage nach den Gedenktagen der Heiligen zu erwarten, also Ende Mai.

Warum heißen die Eisheiligen „Eisheilige“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Die Eisheiligen zählen zu den Wetterheiligen. Dies sind christliche Heilige, die mit bestimmten Witterungserscheinungen in Zusammenhang gebracht werden. Sie wurden angerufen, um ein vorteilhaftes Wetter für die Ernte zu erbitten. Die heutige Theologie distanziert sich jedoch von der Vorstellung, dass Heilige das Wetter beeinflussen könnten.

Der erste Eisheilige ist Mamertus, dessen Gedenktag am 11. Mai nur in Norddeutschland zur Periode mit den letzten Nachtfrösten gezählt wird. Er entstammte einer reichen gallorömischen Familie und wurde im Jahr 461 Erzbischof von Vienne im heutigen Südfrankreich. Der Überlieferung nach soll Mamertus durch ein Gebet eine Feuersbrunst gestoppt haben und so die Stadt vor dem Inferno geschützt haben. Der Bischof starb 477 in Vienne. Er ist Schutzpatron der Hirten und wird bei Dürre angerufen.

Pankratius war ein römischer Märtyrer, der um 290 geboren wurde. Er stammte aus Phrygien, einer Region in Kleinasien, und starb noch sehr jung im Jahr 304 in Rom. Seine Eltern waren wohlhabend, starben aber früh. Pankratius kam zu seinem Onkel nach Rom. Dort wurde er unter der Herrschaft von Kaiser Diokletian wegen seines christlichen Glaubens enthauptet. Sein Gedenktag ist der 12. Mai. Er ist der erste Eisheilige in Süddeutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz.

Der dritte Eisheilige ist Servatius von Tongeren, der vermutlich aus Armenien stammt. Er wird in der katholischen Kirche am 13. Mai verehrt und beispielsweise bei Frostschäden angerufen. Die Forschung kann den Heiligen nicht ganz zweifelsfrei einer Person zuordnen. Einer Schrift von Gregor von Tours zufolge könnte Servatius der erste Bischof im belgischen Tongeren gewesen sein. Der Legende nach soll der Bischof nach Rom gereist sein, wo ihm Petrus vor einem Hunneneinfall gewarnt haben soll. Servatius warnte daraufhin die Bürger von Tongeren und verlegte den Bischofssitz von Tongeren nach Maastricht. Dort starb er wahrscheinlich am 13. Mai 384. Laut Gregor von Tours lebte Servatius aber erst rund hundert Jahre später. Dies erscheint nachvollziehbar, weil die Hunnen erst 451 im heutigen Belgien einfielen. Die Verlegung des Bischofssitzes erfolgte tatsächlich erst Ende des siebten Jahrhunderts. Forscher glauben heute, dass es zwei Persönlichkeiten gab, auf welche die Heiligenlegende zurückgeht. Eine von ihnen liegt übrigens im Maastrichter Dom. Die Stadt war deshalb im Mittelalter ein wichtiger Wallfahrtsort.

Der 14. Mai ist der Tag des Bonifatius, der ein römischer altkirchlicher Märtyrer war. Bonifatius wurde wahrscheinlich in Rom geboren und bekannte sich ursprünglich nicht zum christlichen Glauben. Rom entsandte ihn ins heute türkische Tarsus, um Reliquien christlicher Märtyrer zu finden. Er erlebte dort die schreckliche Verfolgung der Christen und war von deren Unbeugsamkeit sehr beeindruckt. Bonifatius ließ sich taufen und bekannte sich fortan zum christlichen Glauben. Er wurde durch siedendes Pech hingerichtet und später an der Via Latina beigesetzt.

Die „kalte“ Sophia regiert den 15. Mai, der Gedenktag der frühchristlichen Märtyrerin Sophia von Rom ist. Sie kam um 304 während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian ums Leben. Die Heiligenlegende vermischt sich mit der heiligen Sophia von Mailand. Sie lebte schon deutlich früher. Als Witwe eines wohlhabenden Mannes verteilte sie den Reichtum an die Armen und ging nach Rom. Dort wurde sie unter Kaiser Hadrian 130 nach Christus enthauptet. Die Heilige wird gegen späte Fröste und für das Gedeihen der Feldfrüchte angerufen.

Klimatische Gesichtspunkte und die Eisheiligen

Die Eisheiligen stellen eine Singularität in der Witterung dar. Darunter verstehen Meteorologen mit hoher Wahrscheinlichkeit auftretende Wetterphänomene, welche deutlich von einer glatt verlaufenden Wetterlage abweichen.

Anfang Mai ist es in Zentraleuropa normalerweise recht warm. Im weiteren Verlauf unterbrechen immer wieder Witterungsereignisse diese Phase mit hohen Temperaturen. Dies geschieht, wenn kalte Polarluft in unsere Breiten zieht. Besonders bei klarem Himmel bildet sich dann häufig Bodenfrost. Deshalb besagt eine Bauernregel, die Aussaat erst nach der „Kalten Sophie“ zu beginnen.

Mit Blick auf die Klimastatistik lässt sich eine häufig wiederkehrende Bodenfrostperiode zu den Eisheiligen nicht bestätigen. Allerdings wurde im schweizerischen Payerne gemessen, dass es im Mai häufig Tage mit Bodenfrost gibt. Jedes zweite Jahr kann man dieses Phänomen mehr als zwei Tage lang beobachten. Dass die Bauernregel nicht ganz exakt eintritt, kann viele Ursachen haben. Neben der Verschiebung durch die Einführung des gregorianischen Kalenders könnte die Klimaentwicklung eine Rolle spielen. So könnte die Bauernregel zu den Einheiligen im Mittelalter entstanden sein, als es in Mitteleuropa eine Kälteperiode gab.

Bauernregeln und Eisheilige

Die Bauernregeln beschreiben meist in Reimform wiederkehrende Wetterphänomene, welche die Landwirtschaft beeinflussen. Dabei haben die Regeln oft wissenschaftliche Hintergründe, die bereits Aristoteles zu ergründen versuchte.

Im Laufe der Jahrhunderte setzte sich die These durch, dass Bauernregeln selten eintreffen. Erst als in der Zeit der Aufklärung (17. und 18. Jahrhundert) meteorologische Erscheinungen lokal betrachtet wurden, rückten auch die Bauernregeln wieder in den Blick der Wissenschaft.

Dieser regionale Bezug ist bei den Eisheiligen gut zu sehen. Während die Periode in Norddeutschland bereits am 11. Mai beginnt, startet sie nach dem Bauernkalender in Süddeutschland erst am 12. Mai. Die Nachtfröste ziehen also vom noch eisigen Meer ins Landesinnere und erreichen den Süden erst am nächsten Tag.

Ende des 20. Jahrhunderts begannen Meteorologen die Richtigkeit der Bauernregeln statistisch zu untersuchen. Später wurde auch die Verschiebung der Tage durch die Einführung des gregorianischen Kalender berücksichtigt. Danach stellten die Wetterforscher fest, dass die Bauernregeln erstaunlich oft zutreffen, wenn man den regionalen Bezug beachtet.

Warum wird New York auch „Big Apple“ genannt? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


New York wird auch gerne „Big Apple“ genannt und es gibt mehrere Theorien, woher die Metropole diesen Namen hat.

Warum wird New York auch „Big Apple“ genannt? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Zum ersten Mal sprach wohl der amerikanische Autor Edward S. Martin 1909 vom „Big Apple“. Er benutzt den Begriff in seinem Buch „The Wayfarer in New York“. Martin wollte damit zum Ausdruck bringen, dass New York weit mehr vom Reichtum des Landes profitierte als manch andere amerikanische Stadt.

Die bekannteste Theorie führt zurück in die 1920 Jahre. John J. Fitzgerald, ein Sportjournalist, schrieb am 18. Februar 1924 einen Bericht über den Pferderennsport in New York. Seine Kolumne trug den Titel „Around the Big Apple with John J. Fithgerald“.

Fitzgerald sagte damals, dass er diesen Ausdruck von einem afroamerikanischen Stallburschen aus New Orleans gehört hätte. Dieser hätte den noblen und snobistischen Pferderennsport in New York als „big apple“ tituliert.

Bedeutung Name: Jazz, Pferde und der Big Apple

Er meinte mit dieser Bezeichnung, dass der Besitzer des Gewinnerpferdes das große Geld, also das „big money“ machen würde, werden das Pferd selbst nur einen großen Apfel, also einen „big apple“ als Siegerprämie bekommen würde.

In der Jazzscene der 30iger und 40iger Jahre hatte der Begriff „Big Apple“ dann ebenfalls seinen festen Platz. Die Musiker benutzten für ihren Auftritt den Begriff „apple“. Konnte man nach jahrelangen Auftritten in kleinen „Einpferdestädten“ einen Auftritt in einer der großen, berühmten Städte wie z.B. New York bekommen und wohlmöglich den ganz großen Durchbruch erlangen, dann hatte man praktisch einen „big apple“ gelandet.

Populär wurde der Begriff „Big Apple“ durch Damon Runyon, der damals sagte: „There are many apples on the tree, but when you pick New York City, you pick the Big Apple.“ („Es gibt viele Äpfel auf dem Baum, aber wenn man für New York City entscheidet, wählt man den Big Apple.“)
Wenn man also im Big Apple auftreten durfte, dann hatte man es als Jazzmusiker geschafft.

Nach dieser Zeit wurde der Begriff „Big Apple“ dann aber nicht mehr oft verwendet und geriet sogar fast in Vergessenheit.

Die New Yorker Convention & Visitors Bureau sorgte mit einer Werbekampagne in den 1970iger Jahren dafür, dass man sich wieder an diesen Ausdruck erinnerte.

Er war Präsident dieses Fremdenverkehrsbüros in New York und Jazzfan. Gillet erinnerte sich an diese Zeit und hatte 1971 die glorreiche Idee, Big Apple-Anstecker in ganz New York zu verteilen.

Die Kampagne trug den Namen „I love the Big Apple!“.

Alle trugen einen Big Apple-Pin: Nachrichtensprecher genauso wie Comedians oder andere mächtige Personen, die in der Öffentlichkeit standen und medienwirksam waren. Sie trugen sie in ihren Fernsehsendungen und in der Öffentlichkeit und es entwickelte sich ein regelrechter Hype um die Big Apple-Pins.

Gerade in den ersten Jahren der 1970iger hatte New York mit einer schweren Finanzkrise zu kämpfen und die Comedians und Talkshow-Hosts machten Tag für Tag Witze über die Metropole. Dabei trugen sie die Big Apple-Pins, die bald in aller Munde waren. Sie wurden zu einer wahren Touristenattraktion.

Der Ausdruck „Big Apple“ für die Stadt New York und das Bild des großen roten Apfels sind seit dieser Zeit nicht mehr von der Weltmetropole wegzudenken.

Warum heißen Weisheitszähne „Weisheitszähne“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Weisheitszähne, die Backenzähne, die sich am weitesten hinten im Kiefer befinden, werden formal als dritte Backenzähne bezeichnet. aber ihr Spitzname wird viel häufiger verwendet. Wie kam es zu diesem Spitznamen? Haben diese Zähne etwas mit Weisheit zu tun? Werfen wir einen Blick auf den Ursprung und die Geschichte des Namens „Weisheitszähne“.

Warum heißen Weisheitszähne „Weisheitszähne“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Weisheitszähne sind der dritte und letzte Satz von Backenzähnen, die Menschen in ihren späten Teenagern oder frühen Zwanzigern bekommen. Der Name der Weisheitszähne hängt vom Alter der Heranwachsenden ab, da sie jetzt klüger, reifer und weiser sind, als sie ihre Milchzähne bekommen haben. Weisheitszähne hießen im 18. und 19. Jahrhundert Zähne der Weisheit.

So intelligent und allwissend sie auch klingen mögen, Weisheitszähne sind häufig überflüssig. Oft werden Sie feststellen, dass Weisheitszähne dazu neigen, schief oder falsch ausgerichtet zu sein. Dies führt daszu, dass zu viele Zähne auf einem zu kleinen Kieferknochen wachsen und kann sogar zu einer Schädigung der umgebenden Nerven führen. In einigen Situationen können Weisheitszähne beeinträchtigt werden, was bedeutet, dass der Zahn das Zahnfleisch nur teilweise durchbrechen kann. Stellen Sie sich vor, Sie versuchen durch das Fenster zu klettern und bleiben auf halber Strecke stecken. Betroffene Weisheitszähne sind sehr anfällig für Infektionen und führen häufig zu Schmerzen. Als ob das nicht genug wäre, sind betroffene Zähne auch anfällig für Karies und Zahnfleischerkrankungen.

Siehe auch: Warum wir überhaupt Weisheitszähne haben, erfährst du hier.

Warum besitzen wir überhaupt Weisheitszähne?

Weisheitszähne sollen uns helfen, Nahrung zu kauen und den Rest unserer Zähne effizienter zu machen. Allerdings wachsen die Weisheitszähne selten gerade, besonders nicht alle vier zugleich. Die Kieferknochen sind im Vergleich zu vor ein- bis zweihundert Jahren geschrumpft. Die Größe der Zähne blieb aber gleich groß. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Menschen mit einem kleineren Gebiss Probleme mit den Zähnen bekommen, insbesondere mit den Weisheitszähnen, da diese erst später wachsen.

In solchen Fällen ist es oft notwendig, die Weisheitszähne zu entfernen. Wie Sie sich vorstellen können, lassen sich einige Weisheitszähne nur schwer entfernen als andere. Die Platzierung und der Winkel des Weisheitszahns sind wichtige Aspekte für die Entfernung. Es gibt einige Möglichkeiten, wie ein Zahnarzt einen störenden Weisheitszahn entfernen kann. Wenn der Zahn vollständig freigelegt ist, kann der Zahnarzt ihn auf ähnliche Weise wie jeden anderen Zahn entfernen. Wenn der Zahn schäg gegen einen anderen Zahn wächst, muss er möglicherweise Stück für Stück operativ entfernt werden.

Fast 85% der Erwachsenen müssen ihre Weisheitszähne entfernen, um Zahnprobleme zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben zu beheben. Für Patienten ist es äußerst wichtig, einen Zahnarzt zu wählen, der ihnen die bestmögliche Pflege bietet und über langjährige Erfahrung verfügt.

„Weisheitszähne“: Ursprung des Namens und Namensherkunft

Die vier Weisheitszähne wachsen nicht vollständig oder in der richtigen Position. Eine Person, bei der alle vier richtig eingewachsen sind, ist ungewöhnlich, da unsere Kieferknochen seit der Zeit, als die Weisheitszähne für unsere Vorfahren funktionierten, kleiner geworden sind. Bedeutet dies, dass Menschen, die sie in einer ausgerichteten Position vollständig anbauen, klüger sind als andere Menschen?
Nein, es gibt keine Assoziation zwischen den Zähnen selbst und der Weisheit. In der heutigen Zeit brauchen wir keine Weisheitszähne mehr und sie neigen dazu, häufig schräg zu wachsen. Aus diesen Gründen und aufgrund schwieriger Symptome, die mit ihrem Wachstum verbunden sind, werden sie häufig entfernt.

Anstatt eine direkte Verbindung zu der Menge an Weisheit zu haben, die eine Person besitzt, stammt der Name aus dem allgemeinen Alter der Menschen, in denen Weisheitszähne auftauchen. Dies sind die letzten Zähne, die hereinkommen. Während der Rest der Zähne in der Kindheit kommt, zeigen sich Weisheitszähne im Alter von 17 bis 25 Jahren. Da eine Person älter und vermutlich reifer ist, wenn diese Zähne wachsen, verbindet man dies mit der „Weisheit“.

Linguisten sind diejenigen, die festgestellt haben, dass der Ursprung des Namens mit dem späten Alter zusammenhängt, in dem diese Zähne auftauchen. Eine Theorie besagt, dass der Begriff möglicherweise von dens sapientiae stammt, wobei der lateinische Begriff „Weisheitszähne“ bedeutet. Wissenschaftler haben zu diesen Ideen mit ihrem Wissen beigetragen, dass das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns bis in die Pubertät andauern. Die vereinbarte Vorstellung ist, dass Menschen 25 Jahre alt sind, wenn sich ihr Gehirn entwickelt hat. Das Gehirn und die Weisheitszähne reifen also ungefähr in der gleichen Altersgruppe.

Geschichte des Begriffs „Weisheitszahn“

Im 17. Jahrhundert wurden diese Zähne „Zähne der Weisheit“ genannt, eine frühe Form des heutigen Namens. Der Name „Weisheitszähne“ entstand angeblich im neunzehnten Jahrhundert. Aristoteles schrieb: „Die letzten Zähne, die beim Menschen auftreten, sind Backenzähne, die als „Weisheitszähne“bezeichnet werden und bei beiden Geschlechtern im Alter von zwanzig Jahren auftreten.“

Die Assoziation zwischen dem Begriff und den modernen Jahrhunderten könnte von der industriellen Revolution des 18. Jahrhunderts bis zum 19. Jahrhundert gekommen sein, als die Menschen anfingen, mit verarbeiteten Lebensmitteln anders zu essen, und die Molarenbelastung häufig auftrat.
Weisheitszähne beziehen sich also nicht wirklich auf Weisheit – abgesehen davon, dass Menschen im Allgemeinen klüger sind, wenn diese Zähne wachsen.

Warum haben Kamele Höcker? Erklärung


Kamele sind bekannt für ihre Höcker. Dromedare haben einen Höcker und Trampeltiere zwei Höcker. Der Grund dafür liegt in den natürlichen Umgebungsbedingungen der Kamele.

Warum haben Kamele Höcker? Erklärung

Die „Wüstenschiffe“, wie Kamele aufgrund ihres schwankenden Ganges genannt werden, leben in enormer Hitze und Trockenheit. Um lange Perioden ohne Wasser und Nahrung überleben zu können, speichern sie aufgenommene Nahrung als Fett in ihren Höckern. Auf diese Weise sind Kamele für Wochen oder Monate mit Nährstoffen versorgt. Ein ausgewachsenes Kamel kann in seinen Höckern zwischen 30 und 40 Kilogramm Fett speichern.

Kamele und ihre Höcker: Fett ist auf dem Rücken leichter zu transportieren

Auch andere Tiere und der Mensch nutzen Fettdepots als Energielager. Kamele sind jedoch die einzigen Lebewesen, die ihre Fettdepots als Höcker auf dem Rücken tragen. Auch das ist auf die natürliche Umgebung der Kamele zurückzuführen. Oft legen die Paarhufer dutzende Kilometer pro Tag zurück und sind dabei hohen Temperaturen, Dürre und Fressfeinden ausgesetzt. Wäre das Fett auf den gesamten Körper verteilt, würden die Kamele nur langsam vorankommen. Indem sie ihn auf dem Rücken tragen, ist der Fettvorrat leichter zu transportieren.

Anders als oft angenommen, wird in den Höckern kein Wasser gespeichert. Kamele können zwar große Mengen trinken – bis zu 200 Liter in 30 Minuten -, die aufgenommene Flüssigkeit wird jedoch fast ausschließlich für die Versorgung des Verdauungstraktes und des restlichen Organismus genutzt.

Die Höcker von Kamelen zeigen, ob das Tier gesättigt oder hungrig ist. Sind die Höcker groß und prall, hat das Kamel ausreichend Fett gespeichert. Sind sie klein und schlaff, benötigt es bald Futter, um nicht zu verhungern. Höcker haben für die Besitzer der Kamele also auch einen ganz praktischen Vorteil, da sie die Tiere rechtzeitig zu einer Futterstelle führen können.

Kamele: Höcker dienen als Sonnenschutz

Die Höcker von Kamelen und Dromedaren sind nicht nur ein hervorragender Fettspeicher, sondern auch ein guter Sonnenschutz. Sie schützen die darunterliegend Haut vor der oftmals großen Hitze in der Wüste. Denn Fett ist kein optimaler Wärmeleiter, weshalb es dank der Höcker auch bei großer Hitze eine Weile dauert, bis sich der Körper der Kamele von Innen erwärmt. Gemeinsam mit den Hufen, welche die Füße des Kamels durch ihre dicke Hornhaut vor dem heißen Sand schützen, sind sie der wichtigste Schutz vor den rauen Umgebungsbedingungen. Die breiten Hufe bewahren das Kamel außerdem davor, in den Sand einzusinken.

Kamele können ihre Körpertemperatur erhöhen

In ihrer Funktion als natürliches Sonnensegel sind die Höcker ähnlich nützlich wie das Fell der Kamele. Dieses hält ebenfalls Sonne und Hitze ab und bewahrt die Kamele vor dem Schwitzen. Ein Kamel mit geschorenem Fell schwitzt um die Hälfte mehr als ein Kamel mit ungeschorenem Fell.
Für Kamele sind Fell, Höcker und Hufe also überlebenswichtig. Die Schwielensohler können außerdem ihre Körpertemperatur erhöhen, um nicht zu schwitzen. So weisen Kamele bisweilen morgens eine Körpertemperatur von 34 Grad Celsius auf und abends eine Körpertemperatur von 40 Grad Celsius. Dieser Schutzmechanismus ist vor allem im Hinblick auf die typische Nahrung von Kamelen wichtig: Pflanzen, die oft schwer verdaulich und salzhaltig sind. Kamele schwitzen selbst dann nicht, wenn sie diese Nahrung (oder salzhaltiges Wasser) aufnehmen, welche dann wiederum verdaut wird und als Fett in die Höcker gelangt.

Was bedeutet „Transspezies“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Transspezies“ bezieht sich nun nicht wie „Transgender“ auf Diffusionen zwischen den sozialen Geschlechtern, sondern geht über die Grenzen des Menschseins hinaus. Die betroffenen Menschen identifizieren sich also nicht mit der Spezies Mensch, sondern mit einer anderen Spezies – in der Regel handelt es sich hierbei um unterschiedliche Tier- oder Fabelwesensarten.

Was bedeutet „Transspezies“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Personen, die sich unter dem Begriff der Transspezies zusammenfassen lassen, fühlen sich daher nicht als Mensch und betrachten ihren menschlichen Körper nur als äußerliche Hülle. In ihrem Inneren fühlen sie sich einem bestimmten Tier nahe bzw. fühlen sich so, dass sie dieses Tier sind. In der Regel handelt es sich bei diesen um Tiere wie Hunde, Katzen und Wölfe. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen sich Menschen als Drachen, Elfen oder ähnliche Fabelwesen ansehen.

Dies kann psychisch ein sehr belastender Zustand sein, da Transspezies von den eigenen Mitmenschen sowie auch der eigenen Familie oftmals nicht verstanden wird.

Während die meisten Personen ihre Transspezies mit Hilfe von Verkleidungen, Maskierungen, Dekorationen, Schminke und bestimmen Accessoires ausleben, gibt es auch andere Methoden. Vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika gab es nun schon mehrere Fälle, in welchen sich Menschen mit Hilfe von Schönheitsoperationen optisch an ihr Bezugstier haben annähern lassen.

Neben optischen Veränderungen ist auch das gesamte Leben der mit Transspezies lebenden Personen auf das Leben als Tier abgestimmt. Veränderungen sind dann zum Beispiel im Ess- oder Schlafverhalten zu beobachten.

Transspezies: Abgrenzungen zu Cosplay und Furrys

Wichtig ist, das Transspezies nicht mit Cosplay oder so genannten Furrys verwechselt wird. Während es bei Cosplay und Ähnlichem darum geht, sich zu Verkleiden und so, meist zum Spaß, in die Rolle eines anderen Charakters oder auch eines Tiers zu schlüpfen, ist Transspezies eine psychische Erscheinungsform und somit die Ausprägung eines im Inneren der betroffenen Menschen verankerten Lebensgefühls.

Die Vorsibe „trans-“ und ihre Wortherkunft

Die Vorsilbe „trans-“ ist in vielen verschiedenen Bereichen des alltäglichen Lebens zu finden. Sie kommt von dem lateinischen Wort trans was übersetzt so viel wie über oder durch bedeutet. Meist kommt sie zum Einsatz, wenn es um das Überführen von Dingen oder Zuständen in andere Formen und Bereiche geht. Aber auch Überschreitungen von echten oder gedachten Grenzen sind hier mit einbezogen.

Anwendungsbeispiele „Trans“

Anwendungsbeispiele sind zum Beispiel die Spezifizierung von Länderregionen wie in Transdanubien.
Aber auch in Begriffen wie „Transparent“ ist die Vorsilbe enthalten. Hier geht es darum, dass man durch etwas hindurch sehen kann.
Die Silbe im Wort Transport steht dafür, dass etwas von einem Ort/ einer Stelle zu einem anderen Ort bzw. einer anderen Stelle überführt wird.
Auch wer etwas transformiert, überführt einen Gegenstand oder etwas ähnliches in einen anderen Zustand.

Besonders deutlich wird die Wortbedeutung der Silbe „trans“ auch bei der Betrachtung des Begriffes „Transgender“, welches eine Bezeichnung für Personen ist, welche sich anhand ihrer Geschlechtsidentität nicht mit ihren äußerlichen Geschlechtsmerkmalen verbunden fühlen. Häufig fühlen sich Transgender-Personen daher nicht dem eigenen, sondern dem anderen Geschlecht zugehörig. Es gibt allerdings auf Formen, bei denen sich die jeweilige Person keinem Geschlecht wirklich zugehörig fühlt.

Was bedeutet Schlafschaf? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei dem Begriff des „Schlafschafes“ handelt es sich um eine Bezeichnung von Menschen, die nicht an sogenannte Verschwörungstheorien glauben. Insbesondere Verschwörungsgläubige bezeichnen andere Menschen als Schlafschafe, wenn diese nicht denselben Glauben teilen. Des Weiteren teilt dieser Begriff die Menschheit in zwei getrennte Gruppen ein.

Was bedeutet Schlafschaf? Bedeutung, Definition, Erklärung

Zu der ersten Gruppe zählen die sogenannten „Erwachten“. Zu ihnen zählen die Menschen, die die Realität erkannt haben. Ihnen gegenüber stehen die Menschen, die die Augen vor der Wahrheit verschließen und lieber „schlafen“ – die sogenannten Schlafschafe. Sie werden als systemtreue Menschen bezeichnet, die alles blindlinks glauben und umsetzen, was ihnen durch die Medien sowie durch die Politiker mitgeteilt werden.

Diese Begrifflichkeit teilt die Weltanschauung ganz klar in Schwarz und Weiß auf. Hierbei werden weder Grauzonen noch Zwischentönen oder Schattierungen Platz gelassen. In diesem Konstrukt kommt jedoch nicht vor, dass das Wissen zum einen irrtumsanfällig sowie fragmentarisch ist und zum anderen über weitere Strecken vorläufig ist.

Der Begriff des „Schlafschafes“ unterscheidet ganz klar zwischen den Ignoranten, den Schlafschafen, und den Erkennenden, den Erwachten. Bezeichnet jemand einen anderen Menschen jedoch als Schlafschaf, so katapultiert er sich selbst direkt in das Lager der „Erwachten“. Vor eventuellen In-Frage-Stellungen wird geschützt und zudem wird das eigene Selbstwertgefühl gestärkt. Für die „Erwachten“ oder „Erkennenden“ ist klar, dass sie sich nicht auf argumentgestützte sowie kontroverse Diskussionen mit einem Schlafschaf einlassen brauchen. Für sie genügt es an die Schlafschafe zu appellieren, dass sie endlich die Augen öffnen, erkennen und letztendlich den Glauben der „Erkennenden“ anzunehmen – den Glauben der Verschwörungsgläubigen. Mit jedem Appell an das Schlafschaf durch den Verschwörungsgläubigen, wird der Verschwörungsgläubiger daran erinnert, dass er auf der richtigen Seite steht. Der Appell dient der Selbstversicherung. Die „Erkennenden“ nutzen den Begriff des „Schlafschafes“ unheimlich gern, stellen seinen Nutzen jedoch nicht in Frage.

Der englische Ausdruck für „Schlafschafe“ ist „Sheeple„.

Bedeutung: Das Aufwachen des Schlafschafes

Die Erläuterung des Begriffes „Redpilling“

Als „Redpilling“ wird der Moment bezeichnet, in dem die sogenannten Schlafschafe aufwachen. So ist es zumindest im Verständnis der Verschwörungsgläubigen verankert. Der Begriff „Redpilling“ stammt hierbei ursprünglich aus dem bekannten Film „Matrix“, in dem Keanu Reeves die Hauptroller des „Neo“ verkörperte. In dem Film ist der Moment, als Neo sich zwischen der roten und der blauen Pille entscheiden muss, der Augenblick des „Redpilling“. Zieht man diesen Begriff nun auseinander enthält er die englischen Wörter „Red“ für „Rot“ und „Pill“ für „Pille“. So wie in dem Film „Matrix“ steht die „Erkenntnis“ der Verschwörungsgläubigen hinter dem Schlucken der „Roten Pille“.

Bei der Radikalisierung über das Internet spielt der Begriff „Redpilling“ unter den Verschwörungsgläubigen eine sehr große und wichtige Rolle. Die sogenannten „Redpiller“ finden sich auf verschiedenen Internetplattformen sowie in den sozialen Medien wieder. Sie erzählen, dass sie die schmerzliche Wahrheit der Realität erkannt haben und nun Zugang zu Informationen sowie einem Wissen haben, welcher dem Rest der Menschheit, insbesondere den Schlafschafen, vorenthalten wird.

Den „Redpiller“ stehen die „Bluepiller“ gegenüber. Als Bluepiller werden die Menschen bezeichnet, die nicht die Erkenntnis der Redpiller erlangt haben und sich weigern diese zu erlangen.

Warum heißt der Victoriasee „Victoriasee“? Namensherkunft, Bedeutung


Der Victoriasee ist nach der britischen Königin Queen Victoria benannt. Sie lebte von 1837 bis 1901.

Nach wem wurde der Victoriasee benannt? Namensherkunft, Bedeutung

Es ist üblich, bestimmte wichtige Entdeckungen und Erfindungen entweder nach dem Entdecker oder nach einer wichtigen Persönlichkeit zu benennen. Da Speke davon ausging, dass dieser Teil Afrikas zeitnah ein Teil des britischen Weltreiches werden würde, entschied er sich für den Namen der damaligen englischen Königin. Wahrscheinlich wollte er ihr auch schmeicheln und sie als Verbündete für weitere Vorhaben positiv einstimmen.

Queen Victoria wurde am 24. Mai 1819 im Kensington Palace in London geboren. Sie bestimmte das Schicksal ihres Landes und den Aufbau des Empires von 1837 bis 1901. In diesem Jahr verstarb die Königin des Vereinigten Königreiches, das auch Großbritannien und Irland umfasste. Dazu kamen weitere Titel. Sie war ab dem 1. Mai 1876 auch die Kaiserin von Indien, das als Kronjuwel ihres Reiches gehandelt wurde. Mit ihrer Thronbesteigung durchbrach sie gleichzeitig das Salische Gesetz, das England mit Hannover im 17. Jahrhundert beschloss. Danach hätte man sie als Frau von der Thronfolge ausgeschlossen.

Aus „Victoriasee“ soll „Lake Nyanza“ werden

Aktuell gibt es in Afrika Bestrebungen den Victoriasee in „Lake Nyanza“ umzubenennen. Diese Umbenennung wird verfolgt, um die koloniale Geschichte des Namens hinter sich zulassen und dem See einen afrikanischen Namen statt einem europäischen Namen zugeben.

Nyanza ist auch der Name der kenianischen Provinz, welche direkt am Victoriasee liegt.

„Nyanza“ bedeutet in der Sprache der Sukuma „große Wassermasse“.

Victoriasee: Geschichte

Weshalb wirkt sich die späte Entdeckung des Victoriasees positiv aus?
Die Ufer und Inseln des Victoriasees wurden schon seit Jahrhunderten bewohnt. Hier lebte das Volk der Bantu. Um 1500 siedelten sich die Luo an, die ihre Heimat im Südsudan verlassen hatten. Die Bantu sowie die Neuankömmlinge nutzten die Nahrungsquellen, die ihnen der See bot. Dazu zählten die Viehzucht, der Ackerbau und die Jagd. Den Frauen bewirtschafteten in erster Linie das Ackerland und sorgten für die Lagerhaltung. Nur die Rodung des späteren Siedlungs- und Ackerlands überließen sie ihren Männern. Diese widmeten sich der Viehzucht und der Jagd. Bei den zu jagenden Tieren gab es jedoch Ausnahmen. Hunde, Krokodile und Affen durften genausowenig als Speisen dienen, wie bestimmte Vogelarten wie Eulen oder Krähen. Das hing auch mit ihrer Religion zusammen. Die Bantu gingen davon aus, dass die Seelen ihrer Toten in einigen Tierarten weiterleben konnten. Dazu gesellten sich einige Gottheiten, die sich auf unterschiedliche Art positiv einstimmen ließen.

Ein weiterer großer Vorteil des Victoriasees bestand in seiner strategischen Lage. Dieser ist es zu verdanken, dass die Bewohner des Gebietes von Sklavenhändlern unbehelligt blieben. Wer sich von Osten nährt, hatte mit den Tsetsefliegen zu kämpfen, die die Menschen beispielsweise mit der Schlafkrankheit infizieren. Im Norden versperrte hingegen der Sudd den Weg. Es handelt sich dabei um ein Sumpf- und Überschwemmungsgebiet im Südsudan. Mit seinen bis zu 30.000 km² Grundfläche gehört es zu den größten natürlichen Sperren der Welt.

Die Zuwanderung vom Osten erfolgte erst nach der Erforschung durch den englischen Forscher Speke. In den nächsten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet zum britischen und deutschen Schutzgebiet erklärt.

1895 gab Großbritannien sein Protektorat über Uganda bekannt, das auch Teile des Victoriasees einschloss. Damit stand der geplanten Eisenbahnlinie nichts mehr im Weg, die bis 1901 gebaut wurde. Sie begann in Uganda und führte am Victoriasee vorbei nach Mombasa und Kisumu. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm England das ehemalige Deutsch-Ostafrika und verwies alle deutschen Farmer des Landes.

Wer entdeckte den Victoriasee?

John Hanning Speke hatte schon viele Reisen unternommen. Seine größte Entdeckung sollte der Victoriasee werden. Geboren wurde der gebürtige Engländer am dritten Mai 1827 in Bideford, Grafschaft Devon.

1854 lernte er seinen Kollegen und Forscher Aden Richard Francis Burton kennen. Im gleichen Jahr schloss er sich dessen Expedition an, die die Quellen des Nils finden wollte. Während der Reise kam es zu Kämpfen mit Einheimischen, bei denen Speke schwer verwundet wurde. Eine weitere Forschungsreise musste aufgrund des Krimkriegs verschoben werden, an dem Speke auch teilnahm.

Nach dem Ende des Krieges rüstete er wiederum mit Burton eine neue Expedition aus. Unter der Leitung seines Freundes bereisten sie Ostafrika. Aufgrund von Streitigkeiten trennten sich die Forscher am 9. Juli 1858. Gut einen Monat später, am 3. August 1858, erreichte Speke einen großen See, den er nach seiner Monarchin Königin Victoria benannte. Ihm ist auch die Erkundung der Insel Ukerewe zu verdanken, die gleichzeitig die größte des Sees ist. Die erste Umrundung per Schiff unternahm Sir Morton Stanley im Jahr 1873. Speke verstarb 1864 als Folge eines Jagdunfalls. Nur in einem Punkt lag er falsch. Er hatte zwar den Victoriasee für Europa entdeckt, nicht aber die Quelle des Nils.

Wo liegt der Victoriasee?

Der Victoriasee wurde vor der Kolonialisierung als Ukerewesee bezeichnet. Er befindet sich in Ostafrika. An seinen Ufern befinden sich die Staaten Tansania, Uganda und Kenia. Neben dem Kaspischen Meer sowie der Oberen See handelt es sich um den drittgrößten See der Erde.

Auf dem afrikanischen Kontinent ist er jedoch das größte Binnenmeer mit einer durchschnittlichen Oberfläche von bis zu 70.000 Quadratmetern. In den Ländern, die um den See liegen, leben heute über 30 Millionen Menschen. Er ist 250 km breit und 337 km lang. An seiner tiefsten Stelle misst er bis zu 85 Meter, im mittleren Durchschnitt sind es 40 Meter. Außerdem liegt er 1153 Meter über dem Meeresspiegel. Ungefähr 12.000 Jahre vor Christus lief der See aufgrund des Wasserstandes im Norden über, und verband sich so mit dem Weißen Nil.

Der See wird vom Kagera-Nil mit Frischwasser gespeist. Über den Victoria-Nil fließt Wasser im Norden ab. Dazu kommt der jährliche Niederschlag. Durch seine hohe Lage und die starke jährliche Sonneneinstrahlung wird jedoch ein großer Anteil wieder verdunstet.

Wie wirkt sich der Bau des Owen-Falls-Dammes aus?

In den Jahren 1951 bis 1954 errichteten die damaligen britischen Kolonialherren die Owen-Falls-Staumauer. Sie wird vor Ort auch als Nalubaale-Damm bezeichnet und steht neben dem Kraftwerk Nalubaale Power Station. Nach der Freigabe gingen zwei Wasserfälle im Victoriasee unter. Dazu gehörten die Owen- und Ripon Falls.

Durch diese einschneidende Maßnahme wuchs der ursprüngliche See auf 2.760.000 m³ an. Im Stausee sammeln sich seitdem über 200.000 Millionen m³ Wasser. Außerdem erhöhte sich der Wasserstand um drei Meter.
2006 kam ein weiteres Kraftwerk hinzu.

Da die Staumauer und das Kraftwerk noch von der Kolonialverwaltung eingerichtet wurden, entschied man sich bei der Namensgebung für einen Engländer. Roddy Owen war ein Offizier und Jockey. Er gründete nicht nur Fort Portal, sondern gewann 1891 den Grand National Pokal in Aintree.

Victoriasee: Sehenswürdigkeiten und Biologie

Schon zu prähistorischen Zeiten wurde rund um den Victoriasee die Landwirtschaft- und Fischerei betrieben. Heute werden dort Kaffee, Tee und Zuckerrohr angebaut. Hinzu kommt die Fischerei.

Forscher ermittelten im See über 500 Fischarten. Die bekanntesten sind der Bunt- und Nil-Barsch. Letzterer soll von Tansania aus in den 80er Jahren ausgesetzt worden sein. Dazu kommen Dagaa und der Tilapien. Experten sprechen jedoch auch von einer Verringerung der Artenvielfalt, die im Zusammenhang mit der zunehmenden Industrialisierung und Überfischung stehen soll.

Die Inselwelt des Victoriasees

Ukerewe oder Bukerebe liegt als Insel an seinem Südufer. Sie ist mit ihren 530 Quadratkilometern die größte Insel des Victoriasees und gehört zu Tansania. In ihrem Distrikt leben über 200.000 Menschen. Während achtzig Prozent von der Landwirtschaft leben, betreiben 5 bis 8 Prozent Fischfang.
Mit ihren 500.000 m² ist Pyramid Island jedoch unbewohnt. Das hängt mit ihrer Form zusammen, auf der sich keine Siedlung aufbauen lässt. Sie gehört zu Kenia

Auf Ukara konzentrierte man sich schon früh auf die Landwirtschaft. Auf ihr konnten die Bewohner bereits um 1890 von diesen Erzeugnissen leben. Die Insel ist dichtbesiedelt und verfügt über eine Gesamtfläche von 80 m² und zählt zu Tansania.

Das Rusinga Island ist kenianisches Staatsgebiet. Es ist ebenfalls 80 km² groß und bietet viele Attraktionen, die vor allem von Vogelfreunden und Anglern geschätzt werden.

Kenia ist die stolze Besitzerin von Mfangano Islands. Auf 65 km² leben hier ungefähr 20.000 Menschen. Attraktionen stellen die prähistorischen Felsmalereien dar, die jährlich Forscher und Touristen anziehen.
Im Kalangala-Distrikt von Uganda befinden sich die Ssese-Inseln. Von den 84 Islands mit ihren über 9.000 km² sind nur 43 bewohnt. Hier leben die Menschen von der Landwirtschaft, der Fischerei und dem Tourismus.
Migingo liegt zwischen Uganda und Kenia und wird mit ihren ungefähr 5.000 m² von Fischerfamilien bewohnt. Diese konzentrieren sich in erster Linie auf den Nil- oder Victoriabarsch.

Ukerewe oder Bukerebe liegt als Insel an Südufer des Victoriasees. Sie ist mit ihren 530 Quadratmetern die größte Insel des Sees und gehört zu Tansania. In ihrem Distrikt leben über 200.000 Menschen. Während achtzig Prozent von der Landwirtschaft leben, betreiben 5 bis 8 Prozent Fischfang.

Was bedeutet „Quantum Trost“? James Bond, Bedeutung, Erklärung

Ein Quantum Trost – Was steckt hinter dem ungewöhnlichen Film-Titel?

Keine Zeit für Müdigkeit – Im 22. James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“ verschlägt es den Top-Agenten des britischen Geheimdienstes nach Südamerika, wo er wieder einem gefährlichen Komplott auf die Spur kommt. Aber was bedeutet eigentlich der Titel? Was soll ein „Quantum Trost“ sein? Und wie hängt der Titel mit dem Film zusammen?

Quantum Trost Bedeutung: Etwas mehr als nichts

Der Filmtitel „Ein Quantum Trost“ (im Englischen „A Quantum of Solace“) ist relativ einfach erklärt. Er enthält das Wort „Quantum“ und das Wort „Trost“. Ein Quantum ist einfach nur eine nicht weiter bezeichnete Menge eines beliebigen Stoffes. Wortwörtlich würde es sich mit „eine gewisse Menge“ übersetzen lassen. Ein Quantum Wasser wäre also einfach eine nicht weiter bestimmte Menge an Wasser. Das könnten 2ml oder auch 200l sein. Das Wort ist aus dem Lateinischen entnommen, wo es eigentlich als Frage „wie viel?“ oder „welche Menge?“ bedeutet.

„Trost“ ist ein deutsches Wort, das einen Umstand beschreibt, der eine traurige oder schmerzhafte Situation wieder etwas verbessert. Unter anderem gibt es im Deutschen Begriffe wie „Trost spenden“ und „jemanden trösten“. Beide Begriffe bezeichnen eine Handlung, bei der eine Person einer anderen zur Seite steht und sie aufmuntern möchte.
Zusammengesetzt würde der Titel also so viel bedeuten wie „Eine unbestimmte Menge an Aufmunterung“.

Quantum Trost James Bond: Der Bezug zum Film

„Ein Quantum Trost“ spielt in doppelter Hinsicht auf die Handlung des Films an. Auf der einen Seite bezieht es sich auf die Gefühllage, in der sich James Bond (gespielt von Daniel Craig) befindet. Er ist emotional am Boden zerstört. Im Vorgängerfilm „Casino Royale“ musste er erleben, wie Vesper, die Frau, die er heiraten wollte, ihn erst betrog und später qualvoll direkt vor seinen Augen ertrank. Dieses Ereignis hat Bond auf einen Rachefeldzug geschickt. Er will klären, warum Vesper ihn verraten hat und warum ihr Verlobter seinen eigenen Tod vortäuschte.

Dieser Rachetrip, bei dem Bond unter anderem die bolivianische Agentin Camille (Olga Kurylenko) kennen lernt, soll dem Agenten helfen, seinen Schmerz loszulassen und die Geschichte mit Vesper zu einem Ende zu bringen. Er sucht buchstäblich nach Trost in seiner Arbeit.
„Quantum“ ist dagegen der Name der Organisation, deren Weg Bond bei seinen Ermittlungen unter anderem in Haiti und Bolivien kreuzt. Unter anderem ist der totgeglaubte Verlobte von Vesper ein Mitglied dieser Organisation, die einen Plan verfolgt, um sich an der bolivianischen Regierung zu bereichern. Dazu will „Quantum“ eine Naturkatastrophe auslösen, um denn die benötigten Hilfsmittel teuer zu verkaufen.

Bond macht es sich zum Ziel, die Pläne der Organisation zu stoppen, auch wenn er dabei gegen seinen eigenen Geheimdienst ankämpfen muss.

Siehe auch: Was bedeutet Skyfall?

Quantum Trost: Bedeutung, Erklärung

Im Deutschen hat „Ein Quantum Trost“ noch eine kleine, dritte Anspielung. Denn der Titel ist auch eine Anlehnung an den Begriff „Ein Quäntchen Trost“. Mit dieser Bezeichnung wird eine kleine Menge Trost beschrieben, die man jemand anderem spenden kann oder die verlangt wird. „Quäntchen“ ist eine alte Bezeichnung für eine Handelsmenge. Dabei stammt das Wort eigentlich von „Quent“, was eine Ableitung aus dem Lateinischen von „quentinus“ als „fünfter Teil“ oder „Fünftel“ ist.

„Quäntchen“ wird manchmal fälschlicherweise als Verkleinerungsform von „Quantum“ gesehen. Allerdings liegt das nur an der reformierten Schreibweise. Vor der Rechtschreibreform wurde das Wort noch „Quentchen“ geschrieben, sodass es keine Verwechslung geben konnte.

Das Wortspiel zwischen „Ein Quantum Trost“ und „Ein Quäntchen Trost“ funktioniert aber nur im Deutschen. Im Englischen gibt es keine vergleichbare Bezeichnung.

Was ist ein Makerspace / FabLab? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Makerspace oder FabLab?

Die Bezeichnung FabLab steht für Fabrikationslabor oder fabrication laboratory. Es bezeichnet eine offene Werkstatt. Unter dieser wird wiederum eine Arbeitsstätte verstanden, in der verschiedene Werkzeuge und Maschinen zur Verfügung stehen. Diese benötigt der Nutzer für die Fertigung oder Reparatur eines Produktes oder Werkstückes. Der Raum, in dem die Werkstatt errichtet wird, sollte sich jedoch in einem geschlossenen Bereich befinden, um die Maschinen, Werkzeuge und Materialien vor Umwelteinflüssen zu schützen.

In einem Makerspace können sowohl Privatleute als auch Gewerbetreibende ihre Projekte verwirklichen. Da die Werkstatt von einem gemeinnützigen Verein organisiert und durch Spenden finanziert wird, unterstellt man den Mitgliedern während ihrer Versuche keine Gewinnerzielungsabsichten.

Wer ein Makerspace in Anspruch nimmt, möchte meistens spezielle Einzelteile fertigen. Diese sind nicht im Rahmen einer Serienfertigung erhältlich. In manchen Fällen haben die Teilnehmer eigene Entwürfe erarbeitet, die sie mithilfe der technischen Möglichkeiten erproben. Auch Unikate bereits ausgelaufener Serien können in einer solchen Werkstatt erstellt werden.

Besonders wichtig ist jedoch die Zusammenarbeit zwischen dem Makerspace und den Bildungseinrichtungen. Universitäten, Fachhochschulen und Berufsschulen können sich an der Finanzierung der Ausstattung beteiligen. Im Gegenzug dürfen die Professoren, Lehrer, Studenten und Schüler auf die angebotenen Techniken zurückgreifen. Außerdem gibt es zahlreiche Förderungen.

Geschichte und Bedeutung: Makerspace

Als Leitfigur des Makerspace gilt Neil A. Gershenfeld. Der am 1. Dezember 1959 geborene Physiker und Informatiker absolvierte sein Studium am Swarthmore College. Hier erwarb er 1981 seinen Abschluss für Physik, den er mit seinem Dr. Phil. 1990 an der Cornell Universität erfolgreich erweiterte. Er gilt als Pionier der Freien Hardware-Bewegung. Am MIT der Massachusetts Institute of Technology übernahm er zahlreiche Forschungsaufgaben, die sich primär mit dem Physical Computing befassen. Damit werden interaktive und physische Systeme umschrieben. Diese befassen sich mit der Beziehung zwischen Menschen und ihren digitalen Möglichkeiten. Meistens handelt es sich um Do-it-yourself Projekte, die in erster Linie auch von technisch versierten Start-ups, expansionsorientieren Handwerksunternehmen oder Hobbykünstlern wahrgenommen werden können. Die Steuerung der elektromagnetischen Geräte erfolgt mithilfe von Sensoren und Mikrocontrollern. Mit ihnen werden Motoren und Servos gesteuert. Unterstützung finden die Teilnehmer bei versierten Ingenieuren und Technikern, die ihrerseits meistens gute Kontakte zu Bildungseinrichtungen und Unternehmen besitzen.

In Abhängigkeit von den Zielen des Makerspace werden unterschiedlicher Plattformen kreiert, die über Mikrocontrollerboards und Open-Source-Softwarelösungen verfügen. Bei der Open-Source-Option können die betreffenden Anwender den verfügbaren Quellcode der Software direkt anwählen, verändern und weitergeben. Dieses Verfahren wird auch von Linux genutzt.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Makerspace und der Selbsthilfewerkstatt?

Neben dem Makerspace kennen viele die Selbsthilfewerkstatt. In ihr kann eine Privatperson beispielsweise ihr Fahrzeug oder ein Möbelstück selbst reparieren. Der Anbieter betreibt meistens noch eine Fachwerkstatt und bietet dem Nutzer während der Reparatur seine fachliche Hilfe an. Diese ist jedoch kostenpflichtig.

Der Makerspace setzt statt auf herkömmliche Werkzeuge und Maschinen auf Hochtechnologien. Dazu kommt der Einsatz von experimenteller Technik, die aufgrund der individuellen Art, der Finanzierung und Ausstattung zu hohen Kosten führt. Diese werden jedoch über unterschiedliche Finanzierungsquellen gedeckt. Außerdem sind die Teilnehmer, die den Makerspace nutzen, keine Kunden, sondern Mitglieder eines gemeinnützigen Vereins.

Welche technischen Geräte stellt der Makerspace zur Verfügung?

Mit der zunehmenden Automatisierung wendet auch das Handwerk digitale Techniken an. Dazu zählen neben Programmen auch technische Geräte. Beliebt sind die 3D-Drucker. Mit dem 3D-Drucker werden dreidimensionale Werkstücke hergestellt. Der 3D-Drucker arbeitet mit einem Softwareprogramm, das die für die Erstellung notwendigen Daten enthält. Da diese von Produkt zu Produkt abweichen können, enthält das Programm veränderbare Parameter. Die Herstellung erfolgt in mehreren Schritten. In jedem wird eine zuvor definierte Schicht aufgetragen, bis der Gegenstand in der gewünschten Form zur Verfügung steht. Bei den physikalischen und chemischen Prozessen verwendet man Kunststoffe, Keramiken und Metalle. Teilweise stehen auch Carbon- und Graphitmaterialien bereit.

Neben dem teuren 3D-Laserdrucker bietet der Makerspace verschiedene Laserschneidegeräte an. Sie dienen zum Durchtrennen von Festkörpern. Dabei setzt das System auf einen kontinuierlichen Laserstrahl. Der Nutzer kann mit der passenden Software einige Parameter einstellen und dann individuell anpassen. Dazu zählen beispielsweise die Wellenlänge, die Leistung und die Pulsenergie. Oft geht es um 2- oder 3-dimensionale Umrisse, die bis auf den Millimeter genau geschnitten werden.
CNC-Maschinen sind nicht nur absolut präzise, sondern auch teuer. Diese Computerized Numerical Controls sind mit effektiver Steuerungstechnik versehene Werkzeugmaschinen. Mit ihnen lassen sich exzellent programmierte Pläne automatisch umsetzen. Die Geräte werden über ein CAD-System kontrolliert, das eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt. Hierzu gehören beispielsweise die Drehzahlen und Vorschübe.

Wie lässt sich ein Makerspace optimal organisieren?

Die Errichtung des Makerspace erfolgt in erster Linie durch einen eingetragenen Verein. Dieser ist wiederum allgemeinnützig tätig und verfolgt meistens keine Gewinnerzielungsabsichten.

Grundsätzlich gilt für jedes Makerspace die Fab Carta. In ihr ist die Gewinnerzielungsabsicht meistens ausgeschlossen. Dieser Fall tritt immer dann ein, wenn die Arbeit eines Mitgliedes die Tätigkeit eines anderen einschränkt. Das gilt sowohl für den Zugang zum Makerspace als auch für alle anderen damit verbundenen Aktivitäten.
Die FabLabs organisieren ihre Tätigkeiten auf der Basis der internationalen FabCharter. Diese gibt wiederum bestimmte Leitlinien vor. Mithilfe dieser Kriterien werden die Bereiche der Mission, des Zugangs, der Bildung sowie der Verantwortung konkretisiert. Für den offenen Zugang zum Makerspace spielt auch die Geheimhaltung eine wesentliche Rolle. Wer seine Werkstücke im Space erzeugt, erprobt und perfektioniert, hat sich auf die Verschwiegenheit des Vereinsvorstandes und der anderen Mitglieder zu verlassen. Sonst kann das geistige Eigentum von anderen potentiellen Konkurrenten, die sich ebenfalls als Vereinsmitglieder identifizieren, gestohlen werden.

Welche Bedeutung hat das Prototyping im Makerspace?

Bei der Nutzung des Makerspace spielt das Prototyping eine große Rolle. Das Mitglied erstellt einen Plan und gibt die betreffenden Daten beispielsweise in den 3D-Drucker ein. Erfüllt das erstellte Werkstück die Erwartungen, kann der Nutzer den so gewonnenen Prototyp in sein eigenes Unternehmen übernehmen und ein Patent anmelden. Im Anschluss dient der Prototyp als Maßstab für die Serienfertigung.

Der Makerspace bietet auch Menschen eine Chance, deren Berufe im Rahmen der Serienfertigung nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Die ausgebildeten Fachleute nutzen verschiedene Maschinen und Techniken, um marktfähige Produkte für ihre Berufsfelder zu kreieren. Im Anschluss kann ein erfolgreiches Start-up seine Arbeit aufnehmen, dessen vornehmliches Kapital in einer Kombination von technischem Know-how und praktischer Erfahrung besteht.

Warum heißt Victoria’s Secret „Victoria’s Secret“? Namensherkunft, Bedeutung


Mit der US-amerikanischen Modemarke Victoria’s Secret bringen die meisten wohl die legendären Fashion Shows in Verbindung, bei denen Models mit Engelsflügeln über den Catwalk stolzieren und die neuesten Produkte des Unternehmens präsentieren. Doch woher kommt der Name Victoria’s Secret eigentlich? Wir haben uns für Sie auf Spurensuche begeben.

Warum heißt Victoria’s Secret „Victoria’s Secret“? Namensherkunft, Bedeutung

Viele Menschen werden sich sicherlich schon gefragt haben, woher eigentlich der Name Victoria’s Secret stammt. Es ist relativ naheliegend, dass es irgendwann mal eine Frau namens Victoria gab, die eine eigene Unterwäschekollektion entworfen und diese unter ihrem Namen in den Handel gebracht hat. Das ist jedoch nicht korrekt – und es gab auch keinen männlichen Gründer, der seine Firma nach dem Vornamen seiner Frau benannt hat. Die tatsächliche Herkunft des Namens Victoria’s Secret ist hingegen viel interessanter.

Ein Mann begibt sich auf die Suche nach Unterwäsche für seine Frau

Wir schreiben das Jahr 1970. Roy Raymond wollte seiner Frau zum Geburtstag eine kleine Freude bereiten, indem er ihr neue Unterwäsche kauft. Nein, seine Frau hörte nicht auf den Namen Victoria – sie hieß nämlich Gaye. Doch zurück zu Roy Raymond: Dieser stattete einem nahegelegenen Wäschegeschäft einen Besuch ab, konnte hier jedoch ausschließlich Unterwäsche finden, die ganz klar für Frauen älterer Generationen entworfen wurde – so wiesen sie beispielsweise langweilige Blumenmuster auf. Viel schlimmer fand Raymond jedoch die Tatsache, dass er während seiner Suche nach geeigneter Unterwäsche für seine Frau nur dumm von den Verkäuferinnen angeschaut wurde. Er fühlte sich äußerst unwohl, da er stets den Eindruck hatte, die Angestellten würden ihn für einen Perversen halten – obwohl er doch nur ein treuer Ehemann war, der seiner Frau eine Freude zum Geburtstag machen wollte.

Victoria’s Secret: Namensherkunft, Geschichte

Es gingen einige Jahre ins Land, ehe sich Raymond dazu entschloss, seine gesamten Ersparnisse einzusetzen, um ein eigenes Geschäft für Unterwäsche zu gründen – dieses wurde im Jahr 1977 in einem Shoppingcenter eröffnet. Wie der Name Victoria’s Secret zustande kam, ist hingegen nicht ganz klar. In einer offiziellen Begründung ist zu lesen, dass Raymond ihn von Queen Victoria abgeleitet hat. Deutlich naheliegender ist allerdings die Vermutung, dass Raymond an ein viktorianisches Freudenhaus gedacht hat, dessen Inneneinrichtung üblicherweise aus dunklem Holz und Seide besteht – denn exakt so waren auch die ersten Victoria’s Secret Shops eingerichtet. Da eine solche Einrichtung in späteren Jahren, in denen das weibliche Geschlecht eine immer stärkere Rolle spielte, verständlicherweise als sexistisch eingestuft wurde, entschloss man sich zwar in den 2000er Jahren für eine grundlegende Umgestaltung der Victoria’s Secret Shops, der weltberühmte Name blieb aber natürlich weiterhin bestehen.

Victoria’s Secret: Kultmarke hat mittlerweile mit Umsatzrückgängen zu kämpfen

Obwohl es zwischenzeitlich immer wieder kritische Stimmen gab, die besagten, dass die Qualität der von Victoria’s Secret angebotenen Produkte nicht ihrem luxuriösen Ruf gerecht werden, gehört das Unternehmen – nicht zuletzt aufgrund seiner medienwirksamen Fashion Shows mit vielen wunderschönen Models – zu den finanziell umsatzstärksten Herstellern in der gesamten Dessous-Industrie. Die Zeiten, in denen Produkte von Victoria’s Secret ein Drittel des gesamten Unterwäsche-Umsatzes der USA ausmachten, gehören jedoch mittlerweile der Vergangenheit an. Nach unglücklichen Äußerungen des für die hauseigenen Modenschauen zuständigen CEO Ed Razek, der verkündete, dass bei einer Victoria’s Secret Fashion Show keine Plus-Size- oder Transgender-Models auftreten sollten, sah sich das Unternehmen mit transphoben Diskriminierungvorwürfen konfrontiert. Mittlerweile ist Victoria’s Secret jedoch auch äußerst beliebt in China, sodass man die Umsatzverluste in den Vereinigten Staaten vermutlich gut wegstecken dürfte.

Victoria’s Secret: Woher kommt der Name?

Während der Name Victoria’s Secret sofort Erinnerungen an hübsche Damen in knappen Dessous und Engelsflügen weckt, ist die Herkunft dieses Namens nicht sonderlich romantisch – diente doch offenbar ausgerechnet ein viktorianisches Freudenhaus als Namenspate. Wer jedoch auf der Suche nach hochwertiger Unterwäsche für anspruchsvolle Damen ist, dürfte sich über die Herkunft des Namens nicht viele Gedanken machen.

Was bedeutet „Womxn“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Womxn“ ist eine abgewandelte Form des englischen Wortes für „Frau“, „woman“. Die Frauenbewegung will damit ihre Unabhängigkeit vom Mann ausdrücken. Der Transgender-Bewegung dient der Begriff als Ausdruck der geschlechtlichen Diversität.

Was bedeutet „Womxn“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Englischen ist „man“ das Wort für „Mann“. Die Frau ist die „woman“. Um die Unabhängigkeit vom Stammwort „man“ und der dominanten Männerwelt zu unterstreichen, änderten Feministinnen das Wort in „womxn“.

Das „x“ nimmt dabei zweierlei Bedeutungen an: zum einen sollte der Bezug zum Mann gelöscht und Eigenständigkeit demonstriert werden. Zum anderen deutet das „x“ auf die Unterschiede in den Chromosomen des Männlichen und des Weiblichen hin. Männliche Säugetiere haben ein „XY“ Chromosomenpaar, während weibliches organischen Leben ein „XX“ Chromosomenpaar besitzt.

Womxn: Feminismus, Transgender und Menschenrechte

Neben der Frauenbewegung nutzt die Transgender-Gemeinde den Begriff „womxn“. Für sie bringt er zum Ausdruck, dass sich Transgender weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen.

Viele Soziologen und Gesellschaftsforscher sehen in der Transgender-Entwicklung die biologische Antwort auf den nicht enden wollenden Geschlechterkampf.

Frauen haben sich zwar viele Rechte erstritten, leben aber immer noch in einer von Männern dominierten Welt. Frauen haben bis heute Nachteile oder werden nicht gleichberechtigt behandelt.

Feministinnen kritisieren, dass die Arbeitswelt und soziale Strukturen von Frauen verlangen würde, sich wie Männer zu verhalten.
Viele erfolgreiche Frauen seien im Grunde genommen vermännlicht. Um in der Männerwelt mithalten zu können, müssten sie weibliche Attribute und Bedürfnisse unterdrücken.

Ob die vollständige Lösung von der Geschlechter-Identifikation die Lösung bringt, wird die Zukunft zeigen. Momentan führen die „neuen“ Geschlechter und sexuellen Konzepte eher zu noch mehr Verwirrung, als zur Klärung.

Ein Problem ist sicherlich die grundsätzlich männlich-weiblich-polare Struktur dieser Welt. Im Endeffekt wäre eine Rückbesinnung aus das unverzichtbare Miteinander aus Mann und Frau sinnvoller, als immer neue Anti-Konzepte aufzustellen.

Bedeutung: „Womxn“ und „Wimmin“, „Womyn“, „Womban“, „Womon“

Eine weitere Abwandlungen des Wortes „woman“ ist „wimmin“. Das entspricht in vielen Regionen der USA der umgangssprachlichen Aussprache des Wortes „women“ (plural „Frauen“).

Tatsächlich existierten alte angelsächsische Schriften, in denen das Wort „Frau“ wirklich „wimmin“ geschrieben wurde.

Das Wort „man“ geht auf den altenglischen Begriff „manna“ zurück. Noch ältere germanische Wurzeln des Wortes für „Mann“ sind „mannaz“ oder „manwaz“. All diese Worte bezeichneten zunächst die Menschheit als Ganzes.

Um Frauen und Männer abzugrenzen, verwendete man im ersten Jahrtausend nach Christus noch die Begriffe „wer“ (Mann) und „wif“ (Frau).

Dass später der Mann zur sprachlichen Menschheit an sich wurde, kann natürlich kritisiert werden.

In den 1970er verwendete die damalige Frauenbewegung weitere alternative Wortschöpfungen wie „womyn“, „womban“ und „womon“.

Bedeutung Womxn: Die Probleme zwischen den Geschlechtern

Zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen tobt seit Jahrhunderten (wenn nicht Jahrtausenden) ein absurder Kampf.

Wer war zuerst da? Wer ging aus wem hervor? Und wer hat die „Hosen an“ auf diesem Planeten?

Die christliche Weltanschauung und die einige anderer Religionen haben dazu beigetragen, dass die Frau enorme Abwertung erfuhr. Vermutlich ist das Problem aber noch viel älter, als die Entstehung der großen Weltreligionen.

Die Geschichte von Adam und Eva erzählt, dass Eva aus einer Rippe Adams geschaffen wurde. Diese Erzählung war Grund genug, Frauen und das Weibliche lange Zeit als abhängig vom Mann und unterlegen anzusehen.

Heutigen jungen Frauen ist oft nicht mehr bewusst, dass Frauen gerade einmal seit hundert Jahren politische Wahlen treffen dürfen. Die Rechte frei zu heiraten, selbst einen Beruf zu wählen, einen Führerschein machen zu dürfen und selbstbestimmt zu leben, sind ebenfalls Errungenschaften der letzten einhundert Jahre.

Davor brauchte die Frau stets die Führung durch einen Mann. Frauen galten als geistig weniger fähig, schwach und unzurechnunfsfähig. In noch viel älteren Zeiten wurden Frauen als Eigentum der Männer angesehen. Oft genug war es ihnen sogar verboten Eigentum zu besitzen. Der Mann (der Vater, der Ehemann oder ein Vormund) entschied über das Leben der Frau. Reste dieser Anschauung halten sich bis heute zäh in den sozialen Strukturen der Menschheit.

Entwicklungsbiologen streiten schon sehr lange über die Frage, ob der Urgrund allen Lebens nun weiblich oder männlich sei.

Was bedeutet „Eye Candy“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Von der Werbebranche bis hin zur Filmwelt gibt es Eye Candys, aber was bedeutet der Begriff genau? Und ist es eine Beleidigung, ein Eye Candy zu sein? In diesem Artikel wird auf diese Fragen eingegangen.

Die Entstehungsgeschichte von Eye Candy

Der Ausdruck kommt aus dem Englischen und bedeutet so etwas wie Augenschmaus beziehungsweise, wenn man es genau nimmt, Augensüßigkeit. Ursprünglich entstand Eye Candy als eine spezifische Technik in der Werbebranche. In der Werbung gilt es den Blick des Kunden durch ein Bild, eine Schrift, ein Video oder ein anderes Objekt einzufangen – und diesen Blick auch zu halten.

Menschen sehen sich an, was ihnen gefällt, was ihre Sinne erregt und vor allem, was Rätsel aufgibt. Ein Rätsel weckt den inneren Detektiv. Eye Candy ist deshalb nicht nur ein Bild, das schön ist, sondern eines, das aufgrund seiner Komplexität Zeit zum Entschlüsseln braucht.

Eye Candy ist der Unterschied zwischen einem einfachen Schwarz-Weiß-Tattoo und einem komplexen, farbenprächtigen Tattoo, das seine schöpferische Kraft aus der asiatischen Mythologie zieht. Beide Tattoos können ein Blickfang sein, aber eines der beiden hält den Kunden länger gebannt.

Eye Candy in der Computerbranche

Als Eye Candy beschreibt man auch Benutzeroberflächen von Softwareprogrammen oder Apps, die besonders detailreich und künstlerisch gestaltet sind. Generell ist ein allzu ideenreiches Design in diesem Bereich ein Hindernis. Eye Candy hat also in der Computerfachwelt eine negative Konnotation. Es bezeichnet etwas, dass zwar schön, aber nicht sinnvoll ist. Schön, aber nicht sinnvoll beschreibt auch die letzte und wahrscheinlich bekannteste Bedeutung von Eye Candy.

Der Eye-Candy-Partner: Bedeutung

Die wohl bekannteste Bedeutung von Eye Candy beschreibt eine Person, männlich oder weiblich, die zwar attraktiv ist, aber nicht besonders tiefgründig. Diese Person muss nicht dumm sein, doch diese Vermutung schwingt mit, wenn jemand als Eye Candy bezeichnet wird. Darüber hinaus gilt diese Person als gesellschaftlich minderwertig, da sie ihre Schönheit an den Höchstbieter verkauft.

Hier stellt sich natürlich die Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Eye Candy und einer Prostituierten? In der gesellschaftlichen Wertung ist der Unterschied hauchdünn. Generell bietet ein Eye Candy ihre Attraktivität und nicht ihre Sexualität auf dem freien Markt an. Ein weiterer Unterschied ist die Quantität. Eye Candys spezialisieren sich gewöhnlich auf eine Person und versuchen diese Person für eine Langzeitbeziehung, im besten Fall eine Ehe zu gewinnen.

In der Welt der Eye Candys hat die Gleichberechtigung längst Einzug gehalten. Waren Eye Candys früher nur Frauen, sieht man heutzutage auch junge, muskulöse Männer als Begleiter von wohlhabenden, älteren Damen.

Trotz Gleichberechtigung gibt es eine Schranke, die ein Eye Candy niemals durchbrechen kann: ihr Alter. Ein Eye Candy íst immer jemand, der jung ist. Das liegt zum einen an unserer Definition von Schönheit und zum anderen an dem Begriff selbst. Mit Süßigkeit, also Candy, wird etwas beschrieben, dass jung ist.

Eye Candy: Darum sind wir in Instagram verliebt

Eine seltene Bedeutungsvariation von Eye Candy beschreibt eine schöne Person, die man einfach nur gerne ansieht. Dieser Mann oder diese Frau muss nicht mit einem wohlhabenden, älteren Menschen zusammen sein. Sie oder er kann durchaus Single sein. Bis zu einem gewissen Grad kann man viele Instragram-Stars, Models und Schauspieler als Eye Candy bezeichnen. Wir sehen ihre Bilder und Filme an, weil uns ihr Aussehen gefällt – mehr nicht.

Der Wert dieser Stars liegt in ihrem Aussehen, nicht in ihrem Talent. Dabei zählt physische Schönheit genauso wie die korrekte Darbietung dieser körperlichen Attribute. Generell erwartet man von einem Eye Candy, sich sexuell, aber nicht nuttenhaft zu kleiden. Es geht darum, physische Attraktivität maximal zu präsentieren. In der bekannten Fernsehserie The Big Bang Theorie war Pennys Aufgabe, das Auge des männlichen Publikums zu fesseln.

Was bedeutet „Hirnschmalz“? Bedeutung, Wortherkunft, Definition, Erklärung


Von „Hirnschmalz“ spricht man, wenn jemand besonders intelligent und geistig begabt ist. Doch gibt es tatsächlich Schmalz im Gehirn, der die Denkleistung fördert?

Was bedeutet „Hirnschmalz“? Bedeutung, Wortherkunft, Definition, Erklärung

Vermutlich ist der umgangssprachliche Begriff im süddeutschen oder österreichischen Sprachraum entstanden. In diesen Regionen sagt man bevorzugt „Hirn“ statt „Gehirn“ und die Wurzeln des Wortes „Schmalz“ liegen ebenfalls in Bayern und Österreich.

Der Duden führt den Begriff unter „Gehirnschmalz“ und im neutralen Geschlecht. Es heißt also „das Gehirnschmalz“ und nicht „der Gehirnschmalz“. Umgangssprachlich wird das oft verwechselt.
Im Grunde ist die Klassifizierung durch den Duden als neutral nicht voll nachvollziehbar oder begründet. Immerhin heißt es einheitlich „der Schmalz“.

Schmalz bezeichnete ursprünglich ausgelassenes Schweinefett. Schmalz kann auch aus anderen Tierarten gewonnen werden. Es wird aus Schlachtvieh abgelassen. Abgekühlt nimmt es eine zähe Form an. Wird Schmalz wieder warm, zerfließt er zart. Schmalz galt in früheren Zeiten als besonders nahrhaft. Besonders in der kalten Jahreszeit war eine wertvolle und leicht haltbare Nahrungsergänzung.

Hirnschmalz: Gibt es Schmalz im Gehirn?

Nein. Es gibt zwar einen gewissen Anteil Fette im Gehirn, die für die einwandfreie Funktionsweise notwendig sind, „Gehirnschmalz“ in dem Sinn gibt es aber nicht.

Hier handelt es sich eindeutig um eine Wortschöpfung aus der Umgangssprache. Schmalz wird allgemein mit flüssig, gängig und geschmiert assoziiert. Früher verwendete man Tierschmalz auch als Schmiermittel für Räder, Flaschenzüge oder andere technische Einrichtungen.

Manchmal bringen Menschen Intelligenz und Denkkraft mit technischen Abläufen in Verbindung. Sie stellen sich die Vorgänge im Gehirn wie Zahnräder einer Maschine vor. Laufen die „Denkrädchen“ im Gehirn besonders geschmeidig, kommen gute Resultate und Ideen dabei heraus. Sind sie gut gefettet, läuft das Denken „wie geschmiert“.

Schmalz in seiner flüssigen Form wird manchmal auch mit emotional besonders übertriebenen Gedichten, Musikstücken, Kunst oder Andenken in Verbindung gebracht. „So ein Schmalz“ bezeichnet das emotionale Zer- oder Überfließen. In diesem Fall ist Schmalz in etwa gleichbedeutend mit „Kitsch“.

Hat Gehirnschmalz mit Ohrenschmalz zu tun?

Nein, auch diesen Zusammenhang gibt es nicht. Ohrenschmalz befindet sich zwar nahe dem Gehirn, dringt aber nicht bis ins Gehirn vor.

Ohrenschmalz ist eine zähflüssige gelbe Substanz. Sie wird von Drüsen im Inneren des Ohres gebildet. Ihre Aufgabe ist die Reinigung der Gehörgänge. Durch die offenen Ohrmuscheln können Fremdkörper, Staub, Mikropartikel oder Bakterien in die Gehörgänge gelangen. Der antibakterielle Ohrschmalz fließt vom Inneren des Ohres nach außen und sammelt dabei alle Fremdkörper ein.

Korrekte Verwendung und Synonyme für Hirnschmalz

Hirnschmalz wird regional verwendet und dort, wo es einfach passt. Bei der Verwendung umgangssprachlicher Begriffe muss man etwas Gefühl aufbringen. Insbesondere dann, wenn einem der Begriff in der vollen Bedeutung nicht geläufig ist.

„Hirnschmalz“: Beispiele

„Die hat aber viel Hirnschmalz“, für eine besonders begabte junge Frau, die mit 25 Jahren bereits die Doktorwürde verliehen bekommt.

„Da habe ich so viel Gehirnschmalz reingesteckt, das muss jetzt einfach funktionieren“, für eine Sache die lange und gut durchdacht und geplant war.

„Denen würde ein bisschen Hirnschmalz nicht schaden“, für eine Gruppe von Menschen, die sich offensichtlich dumm oder unpassend verhält.

Statt Hirnschmalz kann man auch Denkvermögen, Intelligenz, Klugheit, Geisteskraft, Scharfsinnigkeit, Verstand oder Vernunft sagen.

Andere umgangssprachliche Begriffe sind Köpfchen, Grips und Grütze haben oder ein Gscheidle sein (süddeutsch für besonders intelligent).

Korrekte Aussprache „Köttbullar“: Warum sagt man „Schöttbullar“? Bedeutung, Erklärung


Köttbullar sind sehr beliebte Fleischbällchen aus Skandinavien. Im Heimatlandland vergeht kaum eine Woche, ohne dass dieses traditionelle Gericht auf dem Familientisch steht. Ein großes Möbelhaus mit schwedischen Wurzeln hat die kleinen Fleischbällchen weltberühmt gemacht. Bei ihrem Eroberungszug in die Töpfe der Welt ist das Gericht seinem Namen immer treu geblieben und der ist typisch schwedisch und nicht so eindeutig in der Aussprache, wie es auf den ersten Blick scheint.

Richtige Aussprache „Köttbullar“: Warum sagt man „Schöttbullar“? Bedeutung, Erklärung

Die Regeln der schwedischen Sprache folgen einer besonderen Phonetik
Das schwedische Alphabet hat zu den bekannten Buchstaben des Alphabets drei Buchstaben im Anhang. Es sind Å, Ä und Ö. Nicht alle Buchstaben werden lautrein ausgesprochen und Buchstabenkombinationen verändern den Lautklang.
Die einzelnen Buchstaben des Wortes Köttbullar werden folgendermaßen ausgesprochen:

  • K – vor a, o, u, å und Mitlauten wie „k“, vor e, i, y, ä, ö wie scharfes „sch“ in „Matsch “
  • ö – lang und kurz etwa wie in „ östlich“
  • t – wie in „ T on“
  • b – wie in „ Beil“
  • u – lang wie „ü“ in „ über“, kurz zwischen „ ü “ und „ ö “
  • l – wie in „ laufen“
  • a – lang: Sehr offenes „a“, zwischen „ a “ und „ o “ kurz: Wie „a“ in „ Affe“
  • r – wird in Schweden und Finnland vorwiegend mit der Zungenspitze gerollt, nur in Südschweden wird es wie im Deutschen „im Hals“ gesprochen

Bei Anwendung der Regeln ergibt sich für die Aussprache der beliebten Fleischbällchen: Chöttbular.

Die Lautschrift zeigt folgendes Bild: ɕœtˌbɵlːar.

Für die Betonung gilt, dass ein Selbstlaut kurz gesprochen wird, wenn zwei oder mehr Mitlaute folgen.

Die Betonung, durch die die singende Satzmelodie im Schwedischen sehr schwierig. Hierfür gibt es leider keine einfachen Regeln. Es gibt zwei Arten der Akzentuierung: Entweder hat das Wort nur eine Betonung oder es hat eine stärkere, die meist auf der ersten Silbe liegt, und eine zweite, geringere Betonung. Die schwedische Sprache klingt zu Beginn ungewohnt. Es ist eine eher langsame Sprache mit deutlichen Betonungen.

Die Bedeutung von Köttbullar

Köttbullar ist ein zusammengesetztes Wort aus „Kött“ für Fleisch und „Bullar“ für Bällchen oder Klöße. In der Literatur werden die Fleischbällchen oft als Köttbulle bezeichnet. Gleichzeitig wird das Wort Bullar in Schweden als Schimpfwort verwendet und die Endung Bulle für Schnecken, wie in Zimtschnecken. Die gehört zu den Kuriositäten, die jede Sprache für Außenstehen hat und die es zu entdecken gibt. Die feinen Differenzierungen können ihren Ursprung in den unterschiedlichen Regionen Schwedens haben. Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff Köttbullar eindeutig mit Hackfleischklößchen in Rahmsoße belegt.

Geschichte: Wie Köttbullar nach Schweden kam

Über die Geschichte der Fleischbällchen gibt es unterschiedliche Theorien. Zwei Strömungen sind sehr plausibel und haben ihre Anhänger. Eine Geschichte verbindet die Herkunft mit dem schwedischen Königshaus.
Demnach könnte das traditionelle Gericht Köttbullar seinen Ursprung in einem ganz anderen Kulturkreis haben. Der König Karl der XII. reiste zu Beginn des 18. Jahrhunderts ins Osmanische Reich und verbrachte dort mehrere Jahre seines Lebens. Bei seiner Rückkehr nach Schweden brachte er das Rezept für türkische Hackbällchen mit. Anhänger sehen eine deutliche Ähnlichkeit zum türkischen Köffte und entdecken hier einen ähnlichen Wortursprung.

Andere Historiker legen dar, dass es das Gericht schon vor der Gefangensetzung des schwedischen Königs im Land bekannt war. Im Kochbuch von Anna Christina Warg erschien ein Rezept bereits im Jahr 1755 unter dem Namen Köttbulle. Die Köchin empfiehlt für die Zubereitung Kalbs- Schaf oder Ochsenfleisch. Die Fleischbällchen werden angebraten und zur bis zum perfekten Garpunkt gekocht oder im Ofen fertig gebacken. Das ist der Unterschied zu Frikadellen, die vollständig gebraten erden und zu Klößen die ausschließlich gekocht werden.

Zubereitung von Köttbullar

Die Fleischbällchen werden aus klassisch aus Hackfleisch hergestellt. Mit Paniermehl, Zwiebeln, Ei und Gewürzen werden kleine Bällchen geformt, die zuerst angebraten werden und anschließend im Backofen weitergaren. Serviert werden Köttbullar mit einer feinen Sahnesoße, Preiselbeerkompott und einer Kartoffelbeilage. In einigen Regionen Schwedens werden Köttbullar aus Elchfleisch zubereitet.

Was bedeutet „Servus“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


„Servus“ ist eine Grußformel, die traditionell im südlichen Deutschland verwendet wird. In Norddeutschland ist sie nicht anzutreffen. „Servus“ wird zu Begrüßung, aber auch zur Verabschiedung verwendet. Es handelt sich um einen freundschaftlichen, eher saloppen Gruß, der auch in großen Teilen Mitteleuropas vorkommt. Er ist in ganz Österreich, Südtirol, Slowenien, Kroatien, Ungarn, der Slowakei, im rumänischen Siebenbürgen und in Polen anzutreffen.

Was bedeutet „Servus“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

„Servus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Knecht“, „Diener“ oder auch „Sklave“. Bei dem Gruß handelt es sich genaugenommen um eine Kurzform für „Ich bin Dein Diener“ oder schlicht „zu Diensten“. Der Gruß war in allen gesellschaftlichen Schichten bekannt. Auch Adlige des alten Österreichs, Böhmens und Bayerns begrüßten sich untereinander mit „Servus“. Allerdings wurde immer die Hierarchie geachtet. Adlige auf Augenhöhe konnten sich unter ihresgleichen mit „Servus“ begrüßen. Der Gruß funktionierte auch von unten nach oben, aber kaum umgekehrt. Eine Demutsformel im Sinne von „Ihr untergebenster Diener“ kann nur von unten nach oben gerichtet sein.

Adam Härdl schreibt in „Lateinische Überreste im bairischen Dialekt“, dass der Gruß in „barocker, schwulstiger Zeit die besondere Ergebenheit und Unterwürfigkeit des Grüßenden gegenüber dem Gegrüßten ausdrücke“, etwa: „Euer untertänigster gehorsamer Diener“. „Servus“ ist heute ein freundschaftlicher Gruß im Sinne von „Grüß Dich“. Der Gruß setzt aber immer ein Duz-Verhältnis voraus.

Woher kommt „Servus“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Im Italienischen hat das „Ciao“ die gleiche Grundbedeutung wie „Servus“. Es leitet sich sogar ganz direkt von „Schiavo“ („Sklave“) ab. Im Wienerischen wird der Gruß „G’schamster Diener“ („Gehorsamster Diener“) unter den Fiakerfahrern noch heute verwendet! Auch dieser Gruß entspricht genau der ursprünglichen Bedeutung von „Servus“.

Nach dem Niedergang des Römischen Reiches blieb das Lateinische bis in die Neuzeit hinein als „tote Sprache“ die führende Sprache in den Wissenschaften, der Diplomatie, des Rechtswesens, der Literatur und in der Kirche. Von einer „toten Sprache“ ist dann die Rede, wenn es keine Muttersprachler mehr gibt, die sie sprechen. Katholiken kennen aber noch heute das Kirchenlatein und die Redewendung „mit seinem Latein am Ende sein“ bedeutet auch heute noch, dass selbst ein gebildeter Mensch nicht mehr weiter weiß.

Eine lebende Sprache verändert und erweitert sich kontinuierlich. Der deutsche Wortschatz besteht zu einem guten Teil aus althochdeutschen und mittelhochdeutschen Erbwörtern, aus Lehnwörtern anderer Sprachen, die an die deutsche Sprache angepasst wurden, und aus Fremdwörtern, die ins Deutsche zwar integriert, aber als Fremdwörter noch erkennbar sind. Die ältesten Lehn- und Fremdwörter in der deutschen Sprache stammen aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten, also aus der Römerzeit. Zusammen mit den römischen Sitten, Bräuchen und Gesetzen eroberten auch die dazugehörigen lateinischen Begriffe das Leben der Germanen, einer davon ist „Servus“.

Wortherkunft Servus: Der Limes als Sprachgrenze

Der Limes war im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus die Grenze zwischen dem Römischen Reich und Germanien. Der Grenzwall war kein lückenloses Sperrwerk. Er hatte zunächst einmal symbolischen Charakter und signalisierte den benachbarten Völkern: Hinter dieser Palisade beginnt das mächtige Rom. Ein genehmigter Grenzübertritt war nur an den dafür vorgesehenen Kontrollposten möglich. Wer die Grenze überschritt, musste sich den Gesetzen des römischen Reiches unterordnen. Es befanden sich rund 900 Wachtürmen und 100 Kastelle und Feldwachen entlang des Limes. Ein illegales Überschreiten hatte massive Strafen oder brutale Vergeltungsfeldzüge durch die Römer zur Folge. Kriegsgefangene wurden als Sklaven verkauft, was übrigens auch Gesetzesübertretern blühen konnte.

Der Limes war aber nicht nur eine Reichsgrenze, sondern auch eine Sprachgrenze. Innerhalb des Römischen Reiches war Latein die Amtssprache. Aber im Laufe der zum Teil jahrhundertelangen römischen Herrschaft wurde in den eroberten Gebieten Latein fast überall auch zur Volkssprache (dem sogenannten „Vulgärlatein“ oder auch „Sprechlatein“). Aus diesen lateinischen Dialekten entwickelten sich nach dem Ende der römischen Herrschaft die romanischen Sprachen.

Mit einer Länge von 549 Kilometern ist der Limes das größte Bodendenkmal in Deutschland. Davon verlaufen 158 Kilometer durch Bayern, 164 Kilometer durch Baden-Württemberg, 152 Kilometer durch Hessen und 75 Kilometer durch Rheinland-Pfalz. Südlich des Limes befindet sich das Saarland und östlich davon Thüringen. All diese modernen deutschen Bundesländer verwenden die Grußformel „Servus“. Das ist kein Zufall. „Servus“ ist ein sprachliches Überbleibsel aus der Römerzeit. Die südlichen Bundesländer waren einmal Teil des Römischen Reiches mit Latein als Verwaltungssprache. Thüringen war ein benachbartes Gebiet, das Saarland war vollständig erobert und die anderen vier Bundesländer wurden damals vom Limes durchschnitten.

Bedeutung Servus: Von der demütigen Unterwürfigkeit zur stolzen Lässigkeit

„Servus“ als Grußformel ist ein Relikt der Römerzeit. Im kollektiven Gedächtnis der Menschen setzte sich die traumatische Erfahrung der Eroberung und Demütigung fest. Noch Jahrhunderte nach der Römerzeit wurde erinnert, dass es besser ist, sich den Herrschenden gegenüber demütig zu zeigen. Aufmüpfigkeit oder Opposition konnte die Freiheit und letztendlich das Leben kosten.

Während in früherer Zeit das „Servus“ die Kurzform für „Ich bin Dein Diener“ oder „Ich bin zu Diensten“ bedeutete und damit eine Form der Unterwürfigkeit darstellte, ist dies heute völlig anders. Im Laufe der Zeit hat dieser Gruß einen völligen Bedeutungswandel erlebt. Während „Servus“ noch im letzten Jahrhundert eine respektvolle Begrüßung war, ist es heute unter jungen Leuten ein Zeichen von Lässigkeit, sich so zu begrüßen oder zu verabschieden.

Es gibt mindestens zwei naheliegende Gründe für diesen Bedeutungswandel. Zum einen haben sich die Zeiten geändert. Spätestens mit der 1968er-Bewegung möchten zumindest die jungen Menschen niemandem mehr freiwillig zu Diensten sein. Zum anderen wurde die ursprüngliche Bedeutung vergessen oder rückte komplett in den Hintergrund. Auch diejenigen, die wissen, dass mit dem lateinischen Servus ein Sklave gemeint ist, beziehen diese Bedeutung nicht auf sich selbst. Das ist ganz ähnlich auch bei anderen Grußformeln zu beobachten. Wer denkt bei „Sehr geehrter Herr“ tatsächlich an einen Herren oder bei „Sehr geehrte Damen“ an gesellschaftlich höhergestellte Frauen? Niemand denkt darüber nach, wenn er diese Formeln verwendet! So ist das auch mit dem „Servus“.

„Servus“ ist heute ein lässiger Gruß unter Freunden und hat nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Respekt des Grüßenden vor dem Gegrüßten zu tun. „Servus“ ist heute alles andere als ein Ausdruck von Unterwürfigkeit. Dieser spezielle Gruß ist in heutiger Zeit ein stolzes Bekenntnis zur Heimat und zur Herkunft und impliziert genau die rebellische Aufmüpfigkeit, die mit dem „Servus“ über Jahrhunderte bewusst vermieden werden sollte.

Warum sagt man „Schulz“, wenn jemand rülpst? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wer sich hin und wieder ein kohlensäurehaltiges Getränk genehmigt, kennt das Problem: Irgendwann muss die auf Dauer angesammelte Kohlensäure auch wieder raus und man setzt einen lautstarken Rülpser ab. Bei geselligen Runden mit Freunden in den heimischen vier Wänden ist das sicherlich kein Problem, doch wer in der Öffentlichkeit rülpst, begeht damit in den Augen vieler Mitmenschen einen Tabubruch. Um die betroffene Person auf ihr uncharmantes Verhalten aufmerksam zu machen, ruft man dieser gern ein kurzes „Schulz“ zu. Doch woher kommt diese komische Redewendung eigentlich? Und welche tiefere Bedeutung verbirgt sich hinter ihr?

Warum sagt man „Schulz“, wenn jemand rülpst? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Gerade in geselligen Runden, die sich aus jungen Leuten zusammensetzen, hört man immer wieder den Ausdruck „Schulz“, wenn eine der anwesenden Personen versehentlich lautstark rülpsen muss – doch auch bei älteren Menschen jenseits der 40, die innerlich immer noch jung geblieben sind, wird man relativ schnell auf diese Redewendung stoßen, sobald ausreichend Bier fließt. Weit verbreitet ist der Ausdruck „Schulz“ vor allem im westlichen und nördlichen Deutschland, im Süden kommt er hingegen nahezu überhaupt nicht vor – doch unterhalb des Weißwurstäquators gelten ja ohnehin andere Regeln.

Drei Männer saßen in einer Kneipe und tranken Bier…

Wie genau die Redewendung „Schulz“ entstanden ist, ist leider nicht zu 100% erwiesen. Man munkelt jedoch, dass sich bereits im Jahr 1978 drei Männer in ihrer Stammkneipe trafen, um ordentlich einen über den Durst zu trinken. Einer dieser Männer hatte den weit verbreiteten Nachnamen Schulz. Als er plötzlich einen lauten Rülpser von sich gab, riefen die beiden anderen Männer entsetzt „Schulz“ zu. Zudem haute einer der beiden Männer dem Rülpser mit der flachen Hand freundschaftlich auf den Kopf, um diesem zu zeigen, dass sein Verhalten unangebracht war. Einer Gruppe von Jugendlichen am Nachbartisch blieb diese Aktion nicht verborgen. Auch sie genehmigten sich einige Bierchen und übernahmen unter lautstarkem Gelächter die Vorgehensweise ihrer Tischnachbarn: Sobald einer von ihnen rülpsen musste, wurde dies von den anderen Jugendlichen ebenfalls mit einem lauten „Schulz“ kommentiert.

Dass der Schlag auf die Stirn des Mannes als eine Art Verwarnung diente, bekamen die Jugendlichen jedoch nicht ganz mit, wodurch sie der Meinung waren, dass es sich wohl um eine Art Trinkspiel handeln muss.

Schulz-Trinkspiel (Rülpsen): Nicht immer mit einheitlichen Regeln, aber lustig

Die Jugendlichen spielten daraufhin das vermeintliche Schulz-Trinkspiel nach: Immer wenn einer von ihnen gerülpst hatte, musste dieser laut „Schulz“ rufen. Vergas er den Ausdruck, schlug ihm einer der anderen Spieler mit seiner Hand auf die Stirn und rief dabei ebenfalls „Schulz“. Dieses sogenannte Schulz-Trinkspiel erfreut sich vor allem bei jüngeren Menschen nach wie vor hoher Beliebtheit. Die Spielregeln variieren jedoch ab und an: So gibt es beispielsweise auch eine Version, in der die rülpsende Person nach jedem lauten Rülpser selbst „Schulz“ ruft und sich mit der eigenen Hand an die Stirn greift. Einen tieferen Sinn hat das ganze Prozedere natürlich nicht, doch welches Trinkspiel ergibt im angeheiterten Zustand schon Sinn?

Verwendung in Filmen und Comics steigert die Beliebtheit von „Schulz“

Dass sich der Ausdruck „Schulz“ überhaupt etablieren konnte, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass er in einigen Filmen und Comic anzutreffen ist. Ein unrühmliches Beispiel hierfür ist sicherlich die deutsche Buddy-Komödie „Feuer, Eis und Dosenbier“ aus dem Jahr 2002, in der unter anderem Axel Schulz und Rick Kavanian zu sehen sind – und eben auch der lautstarke Ausdruck „Schulz“. Auch in den legendären Werner-Comics von Zeichner Rötger Feldmann alias Brösel taucht der Begriff immer mal wieder auf, wenn sich Werner, Eckat und seine Kumpels auf der Baustelle ordentlich die Kante geben. Spätestens seit der Verfilmung der Werner-Comics ist der Ausdruck „Schulz“ in aller Munde.

Fazit:

Hinter der Redewendung „Schulz“, die man nach einem herzhaften Rülpser von sich gibt, verbirgt sich zwar keine bahnbrechende Geschichte, dennoch ist es interessant, die Entstehung dieses feuchtfröhlichen Trinkspruchs zu kennen – denn so hat man bei der nächsten Runde in der Stammkneipe definitiv etwas zu erzählen.

Warum sagt man „Frechdachs“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Die Redewendung „Frechdachs“ zaubert sofort Bilder in die Köpfe der Menschen. Ständig wird sie ausgesprochen und angehört, ohne dass Herkunft oder Bedeutung richtig bekannt sind. Zum Verstehen braucht es die Kenntnis der Hintergründe und der bildhaften Sprache. Dieses Wissen ist oftmals ein Prozess, der sich über das ganze Leben hinziehen kann. Für Nicht-Muttersprachler ist es übrigens besonders schwer, deutsche Redewendungen zu verstehen.

Was bedeutet „Frechdachs“? Bedeutung

Seit Jahrhunderten werden Redewendungen von Generation zu Generation weitergegeben. Im weitesten Sinne sind Sie ein Spiegelbild von Moralvorstellungen und Lebenserfahrungen. Das geflügelte Wort Frechdachs ist schon lange in Gebrauch und wird in der Regel in Sätze eingebunden – wie zum Beispiel „Du Frechdachs, das war ungezogen…“.
Allgemein wurde früher mit dem Begriff Respektlosigkeit verbunden. Dazu zählten vor allem ungebührliches Benehmen, grobe Streiche und Widersetzlichkeit. Im 21. Jahrhundert milderte sich die Begrifflichkeit deutlich ab.

Woher kommt „Frechdachs“? Wortherkunft

Im Altdeutschen bedeutete das Wort freh (heute frech), dass jemand die herkömmlichen Normen von Höflichkeit und Respekt gravierend missachteten. So ein Verhalten war zum damaligen Zeitpunkt hochgradig beleidigend und impertinent. Zum Beispiel galt es als unverschämt, den Vater frech anzulügen oder freche Antworten zu geben. Im Neudeutschen wandelte sich das Adjektiv und mit frech wird Lebhaftigkeit, Witzigkeit und Wagemut assoziiert. Viele nutzen und kennen heute beispielsweise die Redewendungen: „Frech wie Oscar“ oder „Freche Mode“.

Was bedeutet „Dachs“? Erklärung, Definition

Dachs ist ein Substantiv, maskulin und bezeichnet ein charismatisches Säugetier mit schwarz-weiß gezeichnetem Kopf, langer Schnauze, kompakten Körper und kurzen Beinen, die auffällige starke Krallen haben. Aufgrund der Kopfzeichnung hat der Dachs ein wenig Ähnlichkeit mit der weltweit berühmten Roman- und Filmfigur Zorro. Der mutige Held wird als Rächer der Armen gefeiert und etwas Frechdachs steckt in ihm schon drin. In der Fabelwelt oder im Märchen wird der Dachs als Meister Grimbart bezeichnet. Er gilt als ruhig, bedächtig und nachdenklich. Der Nachwuchs der Dachse ist dagegen sehr verspielt, tollt mit Artgenossen ständig herum und testet seine Grenzen aus. Das heißt am Ende: Das Verhalten der Dachse ist immer vorhersehbar. So gibt es beispielsweise auch die Wortkombination: „Schlafen wie ein Dachs“.

Was bedeutet „Frechdachs“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Werden die Wörter „frech“ und „Dachs“ zu „Frechdachs“ zusammengesetzt, entsteht daraus ein neues Wort mit völlig anderer Bedeutung. Dank der Bildhaftigkeit der Sprache und des nötigen Hintergrundwissens weiß der Leser jetzt, dass die Bezeichnung oft für etwas vorlaute, eigensinnige, wortgewandte, clevere und dennoch liebenswerte Zeitgenossen angewendet wird.
Welche Neuschöpfungen von Redewendungen in Zukunft neu hinzukommen, ist übrigens ein weiteres spannendes Kapitel:

Frechdachs: Wahrheit oder Lüge? Eine Story zur Wortherkunft

Die Geschichte geht in etwa so: Die ersten Frechdachse bemerkte ein imaginärer Gottlieb Wiegand im Jahre 1580. Zum damaligen Zeitpunkt war er als Welterkundler unterwegs. Er beschreibt den Frechdachs als mit großer Klappe, ausgebildeten Lachmuskeln, null Ehrfurcht und schelmenhaftem Verhalten auftretend. Von morgens bis abends zogen Frechdachse durch das Land, um andere Menschen mit wilden Streichen und frechen Sprüchen zu ärgern. Schließlich verbreitete sich der Frechdachs auf der ganzen Welt. Hier der Beweis dafür: Auf Spanisch heißt er mono fresco, in Schweden wird er als uppnosig apa bezeichnet und auf Französisch hat er den klangvollen Namen singe effronté. Weiterhin gibt es die Vermutung, dass Asiaten so über die Scherze lachen mussten, dass Sie davon wahrscheinlich Schlitzaugen bekamen.

Was bedeutet „Schickse“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Schickse“ wird vor allem in der jüdischen Gemeinde verwendet, wobei die Bedeutung sich in den letzten Jahrhunderten stark verändert hat. Während das Wort ursprünglich für nichtjüdische bzw. christliche Frauen eingesetzt wurde, steht es inzwischen für eine geringschätzige Bezeichnung für Frauen oder Mädchen. Das Gegenteil von „Schickse“ ist „Schekez“ bzw. der nichtjüdischer bzw. christlicher junger Mann.

Was bedeutet „Schickse“? Wortherkunft, Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Wort „Schickse“ stammt aus dem jiddischen Sprachgebrauch und hat im Laufe der Jahrhunderte einen Bedeutungswandel erfahren. Laut Quellen aus dem 17. Und 18. Jahrhundert wurde das Wort ursprünglich für nicht jüdische bzw. christliche Mädchen und Frauen verwendet. Da Juden nur Jüdinnen heiraten sollten, wurde ein nichtjüdisches Mädchen als Schickse betitelt. Schicksen kamen für die Heirat und die Familiengründung zur damaligen Zeit nicht infrage. Ursprünglich leitete sich das Wort vom jddischen Begriff für „Unreines“ oder „Abscheu“ ab. Das Gegenteil der Schickse ist der „Schekez“. Als Schekes wurden nichtjüdische, christliche junge Männer bezeichnet. Hier gab es ebenfalls eine Umkehrung des Bedeutungsbegriffs, sodass ein Schekez bzw. Schekz ein Judenjunge bzw. ein junger Mann, Liebhaber oder fester Freund war.

Der Begriff entwickelte sich weiter und wurde anschließend für grell geschminkte, aufreizend gekleidete junge sowie sexuell freizügige Frauen benutzt. Durch das Rotwelsche Eingang kam die Bezeichnung in die deutsche und englische Sprache und wurde von ihr übernommen. Erst mit der Bedeutung für „Flittchen“ oder „leichtes Mädchen“ wurde Schickse als Schimpfwort eingesetzt. In manchen deutschen Gegenden wie dem Ruhrgebiet wird „Schickse“ noch immer verwendet, wobei der Begriff heute einen eher satirischen Charakter besitzt. Beispielsweise werden als Schicksen attraktiv erscheinende Frauen angesehen, welche als eine Art Versuchung für Männer gelten.

Heutige Verwendung und Bedeutung von „Schickse“

Schickse wird heutzutage noch immer benutzt. Inzwischen hat der Begriff einen satirischen Charakter angenommen. Zahlreiche Bedeutungsnuancen stehen heute Zusammenhang mit Schickse. Zum Beispiel kann das Wort liebevoll-ironisch, milde abwertend oder sogar stark beleidigend benutzt werden. Hierbei trägt das Umgebungsfeld maßgeblich zum Bedeutungszusammenhang bei. Im jüdisch-orthodoxen Umfeld gilt eine unfromme Jüdin als Schickse, wobei es sich nicht um eine Christin handelt. Im amerikanisch-jüdischen Feld allerdings wird als shiksa princess ein besonders attraktives sowie blondes Mädchen bezeichnet.

Gebrauch im jüdischen Umfeld: Schickse

Obwohl „Schickse“ aus dem jüdischen Umfeld stammt, wird der Begriff nicht mehr wie ursprünglich im 17. und 18. Jahrhundert für nichtjüdische bzw. christliche Frauen benutzt. Vielmehr wird im jüdisch-orthodoxen Feld seit dem 19. Jahrhundert unter Schickse ein Mädchen oder eine Frau verstanden, welche die jüdischen Gebote nicht vollständig befolgt. Jene Juden und Jüdinnen, welche den jüdischen Geboten nicht mit der erwartungsgemäßen Ernsthaftigkeit befolgen, werden dadurch den Nicht-Juden bzw. Christen gleichgestellt. Trotz ihrer Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben können Schicksen somit Jüdinnen sein. Diese Bedeutung wurde letztendlich ins Deutsche übernommen, ohne teilweise die Ursprungsbezeichnung zu kennen.

Gleichzeitig wurden vielen Frauen innerhalb der jüdischen Gemeinde unterstellt, sie würden als Prostituierte arbeiten, wenn diese nur schwer selbstständig ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. Mit der Unterstellung, Juden würden für alles Schlechte auf der Welt verantwortlich sein, wurde Schickse sogar teilweise für alle weiblichen Personen jüdischer Herkunft benutzt. Somit galt lange Zeit jede Jüdin als Schickse, sodass die ursprüngliche Bedeutung umgekehrt wurde.

Warum sagt man „Julei“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ursprünglich sollte der Name Juli ein Denkmal für den Kaiser Julius Cäsar sein. Dabei wurde der Monat laut dem römischen Kalender eigentlich „Quintilis“ genannt, was übersetzt soviel wie „der Fünfte“ hieß. Tatsächlich war es damals so, dass der Juli der fünfte Monat des Kalenders war. Erst im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn um acht Wochen vorverlegt, so dass er anschließend zum siebten Monat im Kalender wurde. Das hat sich bis heute nicht mehr geändert.

Warum sagt man „Julei“? Woher kommt der Name? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bevor der Juli aber endgültig seinen Namen behalten durfte, wurde er noch einmal umbenannt. Der Kaiser Commodus fand die Idee gut, ihn Aurelius zu nennen. Das sollte eine direkte Verbindung zu ihm herstellen. So hieß der Monat dann auch bis zu seinem Tode. Erst danach benannte man ihn wieder um in Juli.

Das wurde in der Form dann später auch im sogenannten Gregorianischen Kalender dargestellt, der seit Ende des 16. Jahrhunderts am häufigsten genutzt und somit auch als bürgerlicher Kalender bezeichnet wird. Auf seinen Angaben basiert nicht nur die Darstellung des Datums nach ISO 8601. Er rechnete als Basis auch mit durchschnittlich 365,2425 Tagen, was unseren heutigen Angaben nahezu identisch entspricht. Die ursprüngliche Idee dieses Kalenders war es, sowohl Mond-, als auch Sonnenjahr besser zu synchronisieren. Denn die julianische Variante reichte nicht aus, um das Sonnenjahr adäquat mit einzubeziehen. Man stellte damals fest, dass ein Jahr zu lang oder auch zu kurz ausfallen kann, wenn die Kalender nicht richtig miteinander synchronisiert sind. Auf Dauer verschob sich dann der Jahresanfang immer wieder.

Welche interessanten Eckdaten finden sich noch zum Juli?

Der Monat Juli wird auf der Nordhalbkugel (Europa und Deutschland) als Sommermonat bezeichnet. Das ist aber längst nicht überall auf der Welt so. Südlich vom Äquator ist er nämlich ein Wintermonat.

Außerdem hat der Juli 31 Tage, im Gegensatz zu vielen anderen Monaten aber keinen einzigen Feiertag. Trotzdem erfreut er sich in unseren Gefilden größter Beliebtheit, da er neben lauen Sommerabenden auch für den Beginn der Ferien steht.

In der altdeutschen Sprache gab es übrigens noch zahlreiche andere Namen für diesen Monat. So nannte man in auch Heuet, Heumond, Honigmond oder Bärenmonat. Wobei der Begriff Honigmond noch heute für die Flitterwochen stehen kann. Besonders geläufig waren Namen wie Heuert oder Heumonat, da in dieser Zeit vorzugsweise die erste Ernte von Stroh oder Heu eingebracht wurde.

Woher kommt der Ausdruck „Julei“? Wortherkunft

Wie so oft ist der Ursprung bei alten Überlieferungen häufig nicht ganz klar. So ist das leider auch bei diesem Ausdruck. Allerdings erscheint es sehr logisch zu sein, dass man den Begriff „Julei“ verwendet, um sich in der Aussprache ganz klar vom Monat Juni abzugrenzen. Gerade in Telefonaten oder während eines Diktats kann es aufgrund der Ähnlichkeit sehr schnell zu Verwechslungen kommen. Hinzu kommt, dass beide Monate im Kalender direkt hintereinander zu finden sind. Das erschwert das Ganze teilweise erheblich. Aus einem ganz ähnlichen Grund nennt man den Juni übrigens auch „Juno“. Diese Ausdrücke erleichtern ganz einfach die Unterscheidung beider Begriffe. Das ist besonders hilfreich, wenn die Übermittlung der Informationen nicht schriftlich erfolgt.

Was bedeutet „Korinthenkacker“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter einem Korinthenkacker versteht man einen Menschen, der übermäßig genaunehmerisch und deswegen sehr anstrengend ist. „Korinthenkacker“ ist ein derber, negativer Begriff, der abfällig und abwertend einen pedantischen Menschen bezeichnet. Oft werden Beamte als Korinthenkacker bezeichnet, weil sie vermeintlich alles übergenau und bürokratisch sehen. Paragraphen werden zitiert, kein Auge wird zugedrückt. Korinthenkacker sind kleinlich, pingelig und kleinkariert. Oft werden sie auch als Erbsenzähler tituliert, was auf dasselbe hinausläuft, aber weniger derb daherkommt.

Was bedeutet „Korinthenkacker“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Korinthenkacker ist nicht nur ein abwertender, sondern auch ein Begriff, der Ärger ausdrückt. Er ist negativ besetzt. Er steht für Menschen, die Ungenauigkeiten weder ignorieren noch tolerieren. Er steht auch für Menschen, die unflexibel und stur an einer Sache festhalten und Fünfe nicht gerade sein lassen können.

Was sind Korinthen? Bedeutung

Korinthen sind kleine, schwarze Rosinen. Es sind getrocknete blaue Weintrauben der Art Korinthiaki. Sie wurden in Griechenland, genauer gesagt auf dem Peloponnes kultiviert. Vom Hafen der Stadt Korinth aus wurden sie schon früh in alle Welt verschifft. Die französische Bezeichnung für die Korinthe ist „Raisin de Corinthe“ („Rosine von Korinth“) und nimmt direkten Bezug auf den Herkunftsort dieser speziellen Rosine.

„Rosine“ ist der Oberbegriff für alle Arten von getrockneten Weintrauben. Je nachdem um welche Rebenart es sich handelt, ist die Rede von Korinthen, Zibeben oder Sultaninen. Korinthen sind die kleinste Rosinenart. Sie sind dunkelviolett, schwarzbraun oder schwarzblau und haben einen kräftigen Geschmack. Die Korinthiaki-Trauben werden nach der Lese lediglich in der Sonne getrocknet und kommen danach gereinigt, aber unbehandelt auf den Markt.

Warum Korinthen?

Der Ausdruck Korinthenkacker bezieht sich offensichtlich direkt auf die Rosine aus Korinth. Das ist sicher kein Zufall. Die Frage ist also, was steckt dahinter? Es könnte ja ebenso heißen „Sultaninenkacker“ oder „Rosinenkacker“. Da dies nicht der Fall ist, muss die Korinthe eine besondere Rolle spielen.

Häufig ist zu lesen, dass Korinthenkackern unterstellt wird, so penibel zu sein, dass sie sogar auf der Toilette extrem gleichförmige Ausscheidungen hinterlassen, eben wie Korinthen. Aus dieser Unterstellung habe sich der Ausdruck Korinthenkacker entwickelt. Es ist naheliegend die Form und Farbe der Korinthe für diese Erklärung heranzuziehen. Sie sind klein, schwarz und schrumpelig.

Aber wenn dem so wäre, würde es nicht auch alternative Begriffe geben, wie beispielsweise „Erbsenzähler“, „Tüpflischisser“, „Haarspalter“, „Krümelkacker“ oder „Kümmelspalter“. Es scheint klar, dass es nicht Form und Farbe sind, um die es geht, sondern die geringe Größe. Korinthen sind die kleinsten aller Rosinen. Erbsen, Tüpfelchen, Krümel und Kümmel sind ebenfalls sehr klein und Haare sind sehr fein. Beim Korinthenkacker ist also die Kleinheit und die daraus resultierende Kleinlichkeit das Thema.

Woher kommt der Begriff „Korinthenkacker“? Wortherkunft, Bedeutung

In Deutschland ist die Korinthe seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Im Spätmittelalter hatte sich der Beruf des Kaufmanns längst etabliert. In Deutschland dominierte die Deutsche Hanse den Handel. Und Kaufleute konnten nur reich werden, wenn sie ganz genau kalkulierten. Sie kauften Handelsgüter zu einem bestimmten Preis ein und verkauften sie zu einem höheren Preis.

Es ist sicher kein Zufall, dass die Korinthe zur Bildung eines Schimpfwortes herangezogen wurde. Selbstverständlich wurden die Korinthen beim Kauf und Verkauf nicht gezählt und einzeln bezahlt. Sie wurden gewogen und für eine bestimmte Menge wurde ein bestimmter Betrag vereinbart. Mit dieser Tradition im Hintergrund tat sich ein besonders pingeliger oder genaunehmerischer Mensch besonders ärgerlich hervor.

Ein vernünftiger Kaufmann rechnet nicht jede einzelne Korinthe ab. Auf ein paar Korinthen mehr oder weniger kommt es nicht an. Einem kleinlichen Menschen fehlt diese Großzügigkeit und Toleranz. Ein solcher Händler wird einzelne Korinthen aus dem Korb herausnehmen, so lange bis das Gewicht haargenau stimmt und kein Gramm verschenkt wird.

Korinthen stehen dabei für alle Waren, die nicht einzeln, sondern aus naheliegenden Gründen in Mengen abgerechnet werden. Das können Gewürze, Beeren, Getreide, Hülsenfrüchte oder Nordsee-Krabben sein; eben alles, was klein ist und gewogen, aber nicht abgezählt wird. Dass sich die Redewendung auf Korinthen bezieht, liegt möglicherweise daran, dass Trockenfrüchte aus dem Mittelmeerraum im späten Mittelalter exotische Spezialitäten waren. Sie waren selten und teuer. Nur Reiche, also Mächtige, konnten sich Korinthen leisten. Sicher spielte Neid, Eifersucht und auch Verächtlichkeit eine Rolle bei der Wahl dessen, was sich für ein Schimpfwort eignen könnte. Erbsen oder Weizen kacken kann jeder, aber Korinthen können nur die, die nichts verschenken und auf keine einzelne Rosine verzichten wollen.

Der Korinthenkacker in der älteren Geschichte

Vermutlich liegen die Ursprünge des Korinthenkackers im Spätmittelalter. Das Wort Kacke ist ein derber umgangssprachlicher Ausdruck für Kot und kommt aus dem Spätmittelhochdeutschen. Die Korinthe ist seit dem 15. Jahrhundert in Deutschland bekannt. Kacken als Verb ist ebenfalls seit dem 15. Jahrhundert bezeugt. Es ist also recht wahrscheinlich, dass der Ausdruck Korinthenkacker auch aus dieser Zeit stammt.

Kacke ist ein Fluch- oder Schimpfwort, das auch heute noch bei Verärgerung und Frustration oder Schwierigkeiten benutzt wird. Als Korinthenkacker werden Personen bezeichnet, über die man sich ärgert, weil sie einem vermeintlich Schwierigkeiten machen oder in irgendeiner Form hinderlich sind. Solche Personen verhalten sich aber lediglich korrekt und sind rechtlich betrachtet also weder angreifbar noch widerlegbar. Korinthenkacker sind zwar im Recht, verhalten sich aber rechthaberisch und lösen dadurch Wut oder Ärger bei dem Gegenüber aus.

Auch diese spezifische Verwendung des Ausdrucks Korinthenkacker passt zu der Vermutung, dass er aus einer Zeit stammt, in der es zwischen Menschen verstärkt zu solchen kleinkarierten und frustrierenden Situationen kam. Eine Zeit, in der kaufmännische oder gesellschaftliche Gesetze und Regeln individuell auslegbar waren und Untergebene, Abhängige oder schwächere Geschäftspartner die Ergebnisse solcher Auslegungen zähneknirschend akzeptieren mussten.

Der Korinthenkacker in der neueren Zeit

Zwar ist zu lesen, dass sich dieser „derbe Scherzausdruck“ in der Umgangssprache des 19. Jahrhunderts entwickelte. Es ist aber viel wahrscheinlicher, dass sich der Ausdruck Korinthenkacker seit dem späten Mittelalter durch mündliche Überlieferung im Laufe der Zeit im oralen Gedächtnis der Menschen festsetzte.

Der einfache Mensch des späten Mittelalters und der darauffolgenden Epochen konnte weder lesen noch schreiben. Ein Schimpfwort wurde also eher mündlich weitergegeben. Wenn es in späterer Zeit plötzlich schriftlich auftaucht, hat dies vermutlich etwas mit sich verändernden gesellschaftlichen Strukturen zu tun. Im Fall des Korinthenkackers hängt das Auftauchen des Ausdrucks vermutlich mit der „Erfindung“ der Bürokratie im 19. Jahrhundert zusammen. Diese „Herrschaft der Verwaltung“ wurde als Bürokratismus empfunden und die Verwaltungsleute mit ihren Vorschriften und Regeln waren die neuen Korinthenkacker.

Warum sagt man „frägt“? Woher kommt der Ausdruck? Bedeutung, Definition, Erklärung


Jugendliche kennen diese Situation, dass sie im Gespräch sind und einer sagt: “Ich hab’ ihn total gefrägt!” Manchmal spricht man auch von “dem Fräg”. Aber woher kommt der Begriff eigentlich? Was bedeutet er und in welchem Kontext taucht er auf?

Fräg oder Frag: Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Fräg ist eine eingedeutschte Variante eines eigentlich englischen Begriffs, der vom Verb “to frag” abstammt. Diese Bezeichnung beschreibt in Videospielen – genauer gesagt in First-Person-Shootern – den Abschuss eines Gegners. Ursprünglich haben die Spieler mit einem Frag Situationen beschrieben, in denen sie ihren Gegner auf unerwartete oder sehr stilvolle Weise abgeschossen haben. Wenn ein anderer Spieler zum Beispiel in eine geworfene Granate lief, dann galt dies als Frag. Mittlerweile wird aber jede Form von Abschuss als Frag gewertet.

In vielen Spielen, die einen Mehrspielermodus haben, werden gegnerische Abschüsse mittlerweile offiziell als Frags gezählt, um die Ergebnisse miteinander vergleichen zu können.

Der Ursprung des Frags

Der Frag ist eigentlich ein Kunstwort, das verkürzt für “fragmentation granade”, also einer Splittergranate steht. Diese Art von Granaten wurde von den Amerikanern vermehrt während der Vietnamkriege eingesetzt, um ihren Gegnern zuzusetzen. Denn da die Vietkong-Soldaten sich in den dichten Dschungel-Arealen oft so gut verschanzt hatten, dass sie kaum zu sehen waren, hatten die amerikanischen Soldaten Probleme damit, präzise zu bestimmen, in welche Richtung sie schießen oder ihre Granaten werfen mussten.

Die Splittergranate wurde eingesetzt, um auch bei unpräzisen Granatwürfen den Gegnern Schaden zuzufügen. Denn die Granate enthielt viele kleine Schrapnelle, die nach der Explosion wie Geschosse weggeschleudert wurden. Selbst wenn ein Gegner nicht von der direkten Explosion getroffen wurde, war die Chance hoch, dass ein oder mehrere Schrapnelle ihn trafen.

Aber die amerikanischen Soldaten setzten in sehr extremen Situationen die Splittergranaten auch gegen die eigenen Vorgesetzten ein, wenn diese durch Inkompetenz und schlechte Entscheidungen ihre Untergebenen in gefährliche Situationen schickten. Bereits damals bürgerte sich das Wort “Fragging” im englischen Sprachgebrauch für das Töten eigener Militäranhörigen ein.

Anfang der 80er Jahre tauchte die Bezeichnung “frag” dann das erste Mal in Comics auf. Daraus entwickelte sich schließlich ein Slangwort, das hauptsächlich von Jugendlichen genutzt wurde.

Die Entwicklung der heutigen Bedeutung: Frägt

In den 90er Jahren entstanden viele Videospiele, die das Spielgeschehen quasi mit den Augen der Hauptfigur darstellten. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist der First-Person-Shooter “Doom” von id Software aus dem Jahr 1993. In dem Spiel kämpft sich der Spieler als namenloser Soldat durch Weltraumstützpunkte, die von Höllenwesen überlaufen sind.

“Doom” hatte neben dem Einzelspieler-Modus aber als eines der ersten Spiele auch einen Mehrspieler-Modus. Über eine LAN-Verbindung konnten mehrere Spieler mit verschiedenen Computern zusammenspielen. Allerdings unterschieden sich die einzelnen Modelle der Mitspieler bis auf die Farbe nicht von der eigenen Spielfigur. Darum wirkten Abschüsse oft so, als würde man die eigenen Teamkameraden abschießen.

Die Entwickler von “Doom” hatten sich für das Zählen der Abschüsse deshalb dazu entschieden, sie nicht als Tötungen oder einfache Punkte zu bezeichnen. Stattdessen werden die tödlichen Treffer in einer Mehrspieler-Runde von “Doom” als “Frags” gewertet.

Das Konzept der Frags wurde über die Jahre von vielen Videospielen dieser Art übernommen, sorgte aber auch in den Medien oft für Kontroversen. Viele Jugendschützer führten auf, dass ein “Frag” die Spieler quasi belohnen würde, wenn sie ihre eigenen Leute erschießen würden. In einigen Spielen wurde der Begriff darum durch “Score” oder “Hits” ausgetauscht. Die Spieler nutzten aber trotzdem die Bezeichnung “Frag” weiter. Mittlerweile ist das Wort ein fester Bestandteil der Jugendsprache und wird dann eingedeutscht auch als “Fräg” geschrieben.

Was bedeutet „Never change a running system“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Never change a running system“ (verändere nie ein [gut] laufendes System) gilt inzwischen als sprichwörtliche Weisheit, soll aus der IT-Welt stammen (was nicht stimmt, siehe unten) und wird von verschiedenen Menschen je nach Geschmack mehr oder weniger gut beherzigt. Es gibt Personen, die darauf schwören: Wenn etwas gut läuft, warum sollte man dann etwas daran ändern? Diesen Menschen stehen harte Gegner des Spruches gegenüber, die ihn für die Wurzel des Übels der Innovationsfeindlichkeit halten.

Was bedeutet „Never change a running system“? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Never change a winning team“ ist eine Abwandlung des Spruches, die in der Tat ihre Berechtigung hat. Warum sollte zum Beispiel ein Fußballtrainer die Mannschaftsaufstellung verändern, wenn dieses Team aktuell einen Sieg nach dem anderen einfährt? Solche Situationen lassen sich auch in anderen Bereichen finden. Hier einige Beispiele:

  • Computer: Auf den zuverlässigen Virenscanner sollten wir nicht verzichten.
  • Berufsroutinen: Viele Abläufe im Büro haben sich wirklich bewährt. Es wäre Unfug, sie aufzugeben.
  • Steuererklärung: Sie haben diese über viele Jahre immer pünktlich abgeliefert? Geben Sie diese Gewohnheit nicht auf!
  • Umgang mit Medien: Wenn wir ein Verfahren gefunden haben, mit dem wir unsere Handyfotos auf den Rechner übertragen, sollten wir dabei bleiben.
  • Vereinstätigkeit: Es tut uns gut, immer am Dienstagabend zum Fußballverein, Kammerorchester oder Yoga zu gehen. Dort befinden wir uns in einem stabilen Interessen- und Freundeskreis. Dieses gut laufende System sollten wir ebenfalls nicht verändern.
  • Privatleben: Sie wissen, was Ihre Beziehung stärkt und Ihre Familie glücklich macht? Bleiben Sie dabei!

Wann stimmt die Weisheit nicht?

Gerade im IT-Bereich, aus dem der Spruch angeblich stammen soll, stimmt er am wenigsten. Es gibt zwar einige allgemeingültige Verfahren auch am Computer, die wir zumindest als Laien ruhig beibehalten können (wie soeben erwähnt). Doch die IT-Welt lebt eigentlich von der Innovation. Daher sind ITler der größten Gegner dieses Spruches. Sie sind an laufende Updates (Aktualisierungen) gewöhnt, welche die Sicherheit erhöhen und neue Funktionen aufspüren. Wenn man diesen Wechseln des Systems nicht folgen würde, entstünde unweigerlich Schaden.

„Never change a running system“: Gegnerschaft der IT-Welt

Vertreter der IT-Welt reagieren ganz besonders negativ auf dieses Zitat. Zuerst verweisen sie darauf, dass es den Spruch im angloamerikanischen Raum so gar nicht gibt. Dort sagt man vielmehr: „If ain’t broke, don’t fix it“ (wenn es nicht kaputt ist, behebe es nicht). Nun gut, das ähnelt unserem vermeintlichen Anglizismus vom laufenden System, dass man nicht wechseln soll. Doch stimmt es? Nein, sagen IT-Fachleute nachdrücklich. Sie verweisen auf die erwähnten nötigen Updates, auf die exponentiell wachsenden Sicherheitsrisiken ohne diese, auf den permanenten Wandel im digitalen Bereich und folglich darauf, dass wir bei Befolgen dieser vermeintlichen Weisheit heute noch mit Windows 1.0 (von 1985) und natürlich auch ohne Internet operieren würden, was so viel bedeutet wie: Wie würden noch wie Affen auf den Bäumen sitzen.

Innovation ist unerlässlich

All unsere moderne Technik (nicht nur im Bereich der Digitalisierung), all unser darauf beruhender Lebenskomfort wäre nicht möglich, wenn wir nicht gelegentlich das an sich gut laufende System gewechselt hätten – bisweilen sogar disruptiv (mit starkem Bruch). Diese Änderungen finden tagtäglich statt. ITler wissen hierzu zahllose Beispiele zu nennen, beispielsweise aus den Bereichen der mobilen Endgeräte, der automobilen Technik oder der CRM- und ERP-Systeme (softwaregestützte Kundenbeziehungs- und Warenwirtschaftssysteme). Wie sehr sich unsere Mobiltelefone in den letzten Jahrzehnten geändert haben und weiterhin ändern, wissen wir alle. Wollen wir wirklich darauf verzichten? Neuere Geräte haben bessere Kameras, bessere Prozessoren und umfangreichere Funktionen. „Never change a running system“ wäre hier ein schlechter Ratgeber, auch wenn die alten Geräte ebenfalls gute Dienste geleistet haben.

Was empfehlen uns die Experten?

Wenn es um Technik geht, empfehlen die Experten regelmäßig eher die Modernisierung als die Reparatur. Nur sehr wenige Menschen fahren ein Auto so lange, bis es zum Oldtimer geworden ist. Nur wenige Handynutzer besitzen ein zehn Jahre altes Gerät. Die Computer wurden schneller, die Betriebssysteme wechseln im Takt von wenigen Jahren. Auch Waschmaschinen, Geschirrspüler, Bügeleisen und Kühlschränke werden immer besser. Das ist auch gut so, denn unsere moderne Welt basiert auf Innovationen.

„Never change a running system“ und Innovationen

Es gibt zwar – siehe oben – einige bewährte Büroroutinen, doch wenn es um die Technik geht, müssen Unternehmen innovativ sein. „Never change a running system“ würde sie in diesem Punkt in die Pleite treiben. Wenn der Wettbewerber längst eine neue Produktionsstraße gebaut hat, wird er besser, billiger und schneller liefern. Da könnte unser altes, bewährtes System noch zu zuverlässig weiterlaufen: Es hat einfach ausgedient. Der Spruch stimmt also in diesem Fall so ganz und gar nicht. Die Kunden treiben die Innovation mit ihren Erwartungen voran. Um nun das Sprichwort zu bewerten, müssen wir unsere eigenen Erwartungen als Kunden hinterfragen. Wollen wir wirklich, dass alles beim Alten bleibt? Eher nicht. Allerdings gibt es hierzu zwiespältige Meinungen. Manche Änderungen im digitalen Bereich erscheinen überflüssig und damit nervig. Ebenso hassen es viele Menschen, wenn ihr Supermarkt die Regale umräumt. Das alte System hat doch gut funktioniert, vor allem aber: Wir fanden uns blind darin zurecht!

„Never change a running system“: Tanz auf dünnem Eis

Als Fazit können wir vielleicht vermerken, dass es Situationen gibt, in denen dieses Zitat durchaus seine Berechtigung hat. Es aber ständig wie eine Flagge vor sich herzutragen wäre ein Tanz auf dünnem Eis – im technischen Bereich, in der gesamten Berufstätigkeit und auch sonst in unserem Leben. Daher betrachten es manche Menschen auch ganz unverblümt als reine Binsenweisheit und Ausflucht für alle, die Veränderungen scheuen, weil sie einfach zu bequem dafür sind. Jede Neuerung ist zunächst einmal ungemütlich, das Althergebrachte ist bequem. Doch es wird nicht ewig funktionieren. Im privaten Bereich müssen wir von Fall zu Fall überdenken, ob Änderungen nötig sind. Im beruflichen Kontext jedoch befinden wir uns in einem ständigen Wettbewerb. Innovationen mögen nicht in jedem Fall nützlich sein, doch absoluter Stillstand bedeutet auf jeden Fall, hinter die Konkurrenz zurückzufallen. „Never change a running system“ wäre also ein kreuzgefährliches Statement von innovationsfeindlichen Managern, dem man keinesfalls folgen sollte.

Was bedeutet Herzblut? Bedeutung, Definition, Erklärung


Tut jemand etwas mit besonders viel Liebe und Hingabe, sprechen wir von Herzblut. Doch woher stammt der Ausdruck eigentlich und gibt es tatsächlich so etwas wie Herzblut?

Was bedeutet Herzblut? Geschichte, Herkunft, Bedeutung, Definition, Erklärung

Herzblut zählt zu den Aussprüchen über deren Herkunft sehr wenig bekannt ist.

Das Herz wird seit jeher als Sitz der menschlichen Liebe, Zuneigung und Güte angesehen. Mit dem Blut des Menschen werden Qualitäten wie Feuer, Leidenschaft und Passion assoziiert.

„Herz“ und „Blut“ gemeinsam drücken demnach eine besonders passionierte Zuneigung oder Engagement für etwas aus.

Bei uns in Mitteleuropa kam dem Herz ab dem 13. Jahrhundert immer mehr Bedeutung zu. Ab dieser Zeit tauchten vermehrt romantische Darstellungen, die Bezug auf das Herz nahmen, auf.

Man kann

  • Herzblut haben (ein leidenschaftlicher Mensch sein)
  • Herzblut in etwas stecken (viel Arbeit, Mühe und Werte in etwas investieren)
  • Herzblut beweisen (sich als besonders engagiert zeigen)
  • aber kein Herzblut bekommen.

Es existieren sehr viele Redewendungen rund um das Herz, deren genaue Entstehung nicht klar ist. Andererseits liegen Bedeutung und Nutzung der meisten Herz-Redewendungen auch ohne große Erklärung auf der Hand:

  • etwas liegt einem am Herzen (ist besonders lieb und teuer)
  • sich das Herz ausschütten (Kummer von der Seele reden)
  • ein vor Freude überspringendes oder überschäumendes Herz (besondere Gefühlintensität)
  • etwas kommt von Herzen (ist besonders liebevoll und echt)
  • ein Löwenherz haben (für besonderen Mut)
  • und viele weitere.

Herzblut ist Leidenschaft und Hingabe

Der Begriff Herzblut wird weniger in Verbindung mit der romantischen Liebe zwischen zwei genutzt.

Man würde kaum sagen „Ich gebe dir mein Herzblut“, um die Zuneigung zu jemanden auszudrücken. In diesem Fall wäre die Redewendung, „jemandem das eigene Herz zu schenken“ oder „zu Füßen zu legen“ passender.

Vielmehr geht es beim Herzblut um persönliche Leidenschaften, die wahren Fähigkeiten und Werte eines Menschen.

Etwas mit Herzblut zu tun, bedeutet, die ganze Kraft und Liebe in ein Projekt fließen zu lassen. Herzblut zeigen Menschen dort, wo sie gerne arbeiten und wo sie es von Herzen einsehen, Leistungskraft zu investieren.

Ein Mensch, der einen Job nur macht, um versorgt zu sein, wird in diesem Beruf kaum Herzblut zeigen. Jemand der seine persönliche Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, kann diesen mit Herzblut ausüben.

Natürlich kann jemand auch Herzblut in eine Beziehung liegen. Wenn es um die Wahrung einer Liebe oder das Reparieren einer Beziehung geht. Es kann viel Herzblut nötig sein, um die Turbulenzen zu überstehen. Mütter und Väter zeigen ebenfalls Herzblut, wenn es um die Wahrung der Interessen der Familie oder der Kinder geht.

Man kann auch Herzblut für sich selbst zeigen, indem man in besonderer Weise für die eigenen Interessen und den Lebensweg einsteht.

Herzblut: Gibt es eine realistische Verbindung zum physischen Körper?

Nein, eigentlich nicht. Es konnte auch nie bewiesen werden, dass im Herz tatsächlich unsere Gefühle verborgen liegen.

Unsere Emotionen und Gefühle sind ein komplexes System aus Nervenimpulsen, der Ausschüttung von Hormonen und organischen Reaktionen. Wo der eigentliche Ursprung für Herzlichkeit, Herzblut, persönliche Vorlieben oder die Liebe liegen, ist nicht eindeutig erklärbar.

In der Herzregion zeigen sich Erregung und Aufregung auf besondere Weise.

Wenn wir besonders viel Kraft aufbringen oder uns anstrengen erhöht sich die Atemfrequenz. Das Herz pumpt dann mehr Blut durch den Körper und ist aktiver.

Es gibt auch kein besonderes „Herzblut“ im physischen Sinne. Alles Blut wird durch das Herz gepumpt und ist somit Herzblut. Das Herz stellt auch kein Blut her, sondern pumpt es nur durch den Körper. Blut entsteht fast ausschließlich im Knochenmark.

Was ist „Muhammara“? Infos und Fakten zum Dip


Muhammara ist ein Dip mit u. a. Paprika und Walnüssen, die Rezepte dafür stammen ursprünglich aus dem Nahen Osten. Als genauer Herkunftsort wird oftmals Aleppo in Syrien genannt.

Was ist Muhammara? Bedeutung, Definition

Der Dip erhielt seinen Namen wegen seiner rötlichen Färbung; „rot“ heißt auf Arabisch „’ahmar“, „Muhammara“ ist davon eine sprachliche Ableitung. In vielen Gebieten des Nahen Ostens ist die Paste bis in die Gegenwart verbreitet und beliebt, sie wird als Brotaufstrich oder Beigabe zu anderen Speisen genutzt. Soweit traditionelle Zutaten verwendet werden, ist Muhammara vegan.

Muhammara-Zutaten

Zu den traditionellen Zutaten gehören Paprikaschoten (vorzugsweise Spitzpaprika), Walnüsse, Knoblauchzehen, Olivenöl, in geringer Menge Granatapfelsaft oder -sirup, Zitronensaft und etwas Salz. Inwieweit spezielle Gewürze oder andere Nahrungsmittel beigegeben werden, ist von Rezept zu Rezept unterschiedlich.

Muhammara Basis-Rezept für die moderne Küche (mit Mixer)

Du benötigst:

  • 500 g Spitzpaprika (oder andere Paprika); eher mehr als weniger Paprika verwenden
  • 100 g Walnüsse
  • 2 TL Granatapfelsirup
  • 3 TL Zitronensaft
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • Gewürze

Muhammara: Zubereitung Schritt-für-Schritt

  • Heize den Backofen vor auf 200 °C. Reinige die Paprikaschoten, halbiere sie und entferne die Kerngehäuse. Lege die Paprikahälften mit der Schale nach oben auf ein Backblech und schiebe dieses in den Ofen. Lasse die Paprika rösten, bis ihre Schalen Blasen werfen und (stellenweise) dunkel werden. (Hinweis: Das ist eine bekannte Zubereitungsart. Dessen ungeachtet weisen Gesundheitsexperten darauf hin, dass manche Lebensmittel u. a. beim Rösten oder Backen Acrylamid bilden können.) Lasse die Paprika abkühlen und enthäute sie.
  • Hacke die Walnüsse und röste sie bei niedriger Temperatur in einer Pfanne an, bis sich ihr Duft entfaltet. (Dieser Schritt ist nicht unbedingt erforderlich, s. u.)
  • Schäle und teile die Knoblauchzehen.
  • Fülle die enthäuteten Paprika, die Walnüsse, den Knoblauch, den Granatapfelsirup und den Zitronensaft in einen Mixer und vermische alles.
  • Füge anschließend das Olivenöl hinzu und verteile es in der Paste gleichmäßig.
  • Schmecke ab, inwieweit Salz oder Gewürze fehlen, und füge sie ggf. hinzu.
  • Lasse die Paste etwa 30 Minuten ruhen.

Falls sie danach zu dickflüssig sein sollte, kannst du sie mit Olivenöl vorsichtig anreichern. (Hinweis: Durch die Walnüsse und das Olivenöl handelt es sich bei Muhammara um einen fetthaltigen Dip.)

Zu der Würzung: Muhammara

Eine beliebte würzende Zugabe für die Zubereitung von Muhammara ist Harissa, dem Maghreb als Herkunftsort zugeschrieben wird. Harissa gibt es als Soße, Paste und Pulver. Eine klassische Variante von Harissa als Pulver kann bspw. die Zutaten Cayennepfeffer, Tomaten, Kreuzkümmel, Knoblauch und Koriander enthalten.

Ansonsten wird Muhammara gern mit Chili gewürzt.

Alternative Zubereitungen: Muhammara

Paprika

  1. Paprika lassen sich auch in heißem Wasser enthäuten: Reinige die Paprika, halbiere und entkerne sie. Lege sie in einen Topf mit kochend heißem Wasser. Lasse die Paprika darin eine Weile ziehen. Gieße das Wasser ab und fülle kaltes Wasser ein. Häute nach dem Abschrecken die kalten Paprika.
  2. Paprika kann auch als Rohkost verzehrt werden. Für ihre Zerteilung im Mixer ist das Enthäuten ebenfalls nicht erforderlich, jedoch wird die Paste grobfaseriger, wenn die Paprika als Rohkost verarbeitet wird.

Walnüsse
Auf das Anrösten der Walnüsse kann nach Wunsch verzichtet werden.

Darreichungsform
Muhammara passt gut zu Fladenbrot.

Was ist Faktenresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung


Faktenresistenz ist das Phänomen, dass Menschen erwiesene Fakten ignorieren. Indem sie diese ausblenden, glauben sie unter anderem an Verschwörungstheorien oder leugnen den Klimawandel bzw. – ganz aktuell (2020) – die Gefahr durch Corona. Davon sind auch durchaus sehr gebildete und intelligente Personen betroffen.

Was ist Faktenresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung

Psychologen erklären sie damit, dass viele Menschen weniger die Wahrheit hören, sondern eher sich ihrer Identität versichern möchten. Diesen Schluss lassen jedenfalls sozialpsychologische Studien zu. Mit deren Ergebnissen befasst sich beispielsweise die jährliche Konferenz der „Society for Personality-and Social Psychology“. Die dort versammelten Fachleute konstatieren zum Thema Faktenresistenz immer wieder, dass viele Menschen Fakten regelrecht meiden, um ihre eigenen Überzeugungen zu schützen. Diese Überzeugungen können religiöser, politischer und ganz persönlicher Natur sein. Fakten werden daher nur selektiv wahrgenommen: Menschen wählen diejenigen Fakten aus, die in ihr Weltbild passen, während sie die nicht passenden Fakten ausblenden. Das ist dann die Faktenresistenz. Der gesamte psychologische Vorgang heißt Bestätigungstendenz (engl. confirmation bias), er wird seit den 1960er-Jahren erforscht. Die Bestätigungstendenz führt dazu, dass Informationen so interpretiert werden, dass sie zum eigenen Weltbild passen. Dieser Vorgang verläuft überwiegend unbewusst.

Ist den Betroffenen ihre Faktenresistenz bewusst?

Nein. Sie halten die Andersdenkenden für faktenresistent und sich selbst für „neutral informiert“. Damit leben sie in einer durch sie selbst (oder ihre gleichgesinnte Community) konstruierten Filterblase, was sie objektiv nicht bemerken. Wiederum ist ein einfacher psychologischer Mechanismus dafür zuständig: Menschen müssen über die sie umgebende Welt Hypothesen aufstellen, sonst kämen sie bei all den objektiv vorhandenen Unsicherheiten nicht mehr zurecht. Um nun mit den entworfenen Hypothesen als Arbeitsgrundlage operieren zu können, ziehen sie die passenden Fakten als Hilfestellung heran und blenden die unpassenden Fakten aus. Das ist leichter und damit psychologisch effizienter als das ständige Verwerfen und Neuentwickeln von Hypothesen.

Wann wird Faktenresistenz gefährlich?

Wenn eine Person prinzipiell zum Starrsinn neigt, wird sie ihre Hypothesen von vornherein sehr stark an den eigenen Überzeugungen ausrichten. Das ist komfortabel, während eine Falsifizierung wegen neuer Fakten die gewohnte Welt zusammenbrechen lassen könnte. Im Alltag kann das dennoch harmlos bleiben. Gefährlich wird es, wenn die betreffende Person beispielsweise zu den Impfgegnern gehört und daher sich und ihren Kindern eine vielleicht dringend notwendige Impfung verweigert. Eine andere Gefahr ergibt sich, wenn die betreffende Person sehr viel Einfluss hat. Die Faktenresistenz des US-Präsidenten Donald Trump gegenüber den Daten, die den menschengemachten Klimawandel belegen, führte zum Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen. Seine Faktenresistenz gegen die Gefahren der Corona-Pandemie führte zur unzähligen Toten in den USA, weil er nicht schnell genug die Vorbereitung des US-Gesundheitssystems auf die Pandemie vorantrieb.

Faktenresistenz: Werte statt Zahlen

Die kognitive Tendenz zur Faktenleugnung lässt uns nach den Worten des US-Forschers Matthew Hornsey (University of Queensland) „wie ein Anwalt denken“. Das bedeutet: Sollten uns für zwei konträre Positionen gleich viele und gleich bedeutende Fakten zur Verfügung stehen, wählen wir diejenigen, die zu unserer Position passen. So würde auch ein Anwalt vor Gericht argumentieren. Das bedeutet auch, dass er seine Position beharrlich verteidigt, denn schließlich will er seinen Fall gewinnen. Daher nutzt es nichts, Klimaskeptiker, Impfgegner oder Corona-Leugner mit Fakten umstimmen zu wollen. Sie verteidigen ihre Position und damit ihre heiligen Werte. Daher werden sie zu unseren Fakten andere, gegensätzliche Fakten ins Feld führen.

Welchen evolutionären Vorteil hat die Faktenresistenz?

Es ist in der Tat die Frage, wieso unser Gehirn so ausgestattet ist, dass es einigermaßen sicher belegte Fakten leugnen kann. Der Psychologe Dan Kahan (Yale University) hat die These aufgestellt, dass dieser Mechanismus dem Schutz unserer Identität dient. Diese aber ist nach den Worten des Forschers das Kostbarste, das wir besitzen. Wir arbeiten lebenslänglich daran, was eine hohe psychische Leistung erfordert. Auch ganz real leisten wir für unsere Identität. Stellen wir uns eine Person vor, die in Armut aufgewachsen ist und diese im Verlaufe ihres Lebens durch harte Arbeit überwinden konnte. Die Person wurde in den 1960er-Jahren geboren und war um das Jahr 2000 herum in der Lage, sich Luxusautos zu gönnen. Diese bestätigten ihr ihre neue, hart erworbene Identität: Sie gehört nun zur gut verdienenden Mittelschicht und hat das Stigma der Armut überwunden. Kurz darauf traten massiv die Klimaschützer auf den Plan, sodass unsere Person ab dem Jahr 2019 wegen ihrer jüngsten Errungenschaft, einem stark motorisierten SUV, massiv und mit Verweis auf den Klimawandel angefeindet wurde. Was bleibt ihr übrig, als sich in die Faktenresistenz zu flüchten? Ansonsten wäre ja der eigene Lebensweg ein grandioser Irrtum! Also leugnet diese Person den Klimawandel und fährt weiter trotzig den SUV, der im Drittelmix 15 l/100 km verbraucht.

Faktenresistenz und Bildung

Wie eingangs schon erwähnt schützen Bildung und Intelligenz keinesfalls vor Faktenresistenz. Im Gegenteil: Gerade intelligente und gebildete bzw. zur Bildung und Faktensammlung befähigte Menschen biegen sich die Fakten gern zurecht und tendieren daher bisweilen sehr stark zur Faktenresistenz. Der US-amerikanische Pandemie-Berater Anthony Fauci kann seit dem Jahr 2020 ein Lied davon singen: Sein Präsident Donald Trump und etliche Corona-Leugner in der US-Bevölkerung machen ihm das Leben wahrhaft schwer. Den betreffenden Bevölkerungsgruppen attestiert der international anerkannte Experte Fauci eine „wissenschaftsfeindliche Voreingenommenheit“, ihre Vorurteile nennt er „schier unfassbar“. Sozialforscher und Psychologen wiederum sind über Faucis Entsetzen erstaunt, denn schon länger gibt es die „Anti-Wissenschafts-Voreingenommenheit“ als etabliertes Forschungsgebiet. Dieses untersucht Phänomene wie

  • die Leugnung des Klimawandels,
  • die Verteufelung von Impfstoffen,
  • die Diskussionen zu chloriertem oder fluoridiertem Trinkwasser,
  • die Verharmlosung der Gentechnik und neuerdings
  • die Leugnung der Corona-Gefahren.

Erwiesen ist, dass sich Faktenresistenz umso stärker etablieren kann, je mehr handfeste Fakten eine Ideologie bedrohen. Dann setzt das „Motivated Reasoning“ ein, also das motivierte Denken, das Denkprozesse unbewusst in die ideologisch erwünschte Richtung lenkt. Paradoxerweise funktioniert dieser Mechanismus mit steigender Bildung der betreffenden Personen immer zuverlässiger, wie eine Metastudie des Jahres 2015 belegte. Daher ist Faktenresistenz mit Faktenargumenten keinesfalls aus der Welt zu schaffen.

Warum sagt man „Verdammte Axt“? Woher kommt der Ausdruck? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Den Ausdruck „Verdammte Axt“ haben die meisten schon einmal gehört. Er wird meist als Ausruf gebraucht und kann sowohl im positiven als auch im negativen Sinne angewandt werden. Doch was bedeutet das Sprichwort überhaupt und woher kommt die Begrifflichkeit?

Was bedeutet die Redensart „Verdammte Axt“? Bedeutung, Erklärung, Definition

Der Ausruf „Verdammte Axt“ kann ein Ausruf des Erstaunens oder auch der Verärgerung sein. Je nachdem in welchem Kontext er gebraucht wird, hat er eine andere Bedeutung. Im Allgemeinen bedeutet er aber, dass etwas besonders ärgerlich oder besonders bemerkenswert ist. Diese Begrifflichkeit wird nur im umgangssprachlichen oder saloppen Kontext gebraucht. Im negativen Sinne könnte sie auch als Beschimpfung oder Abwertung verstanden werden und zur Gruppe der Schimpfwörter zählen.

Wieso verwendet man „verdammte Axt“?

Die genaue Herkunft dieses Sprichworts ist nicht vollständig geklärt. Man vermutet, dass es verwendet wird, weil eine Axt ein geläufiges Werkzeug war. Es handelt sich um ein sehr altes Werkzeug, das schon seit etwa 6000 Jahren im alltäglichen Gebrauch der Menschen vorzufinden ist. Mit ihr wurde Holz zum Kochen und Heizen geschlagen und sie wurde zum Bau verschiedener Gebäude eingesetzt. Auch heute noch wird die Axt verwendet, um Bäume zu fällen oder Kerben in den Stamm einzuschlagen, die die Fallrichtung des Baumes vorgeben sollen.

Wenn die Axt nicht richtig funktionierte, wurde die Arbeit vollständig blockiert. Stumpfe Äxte waren nicht zu gebrauchen, ebenso wenig jene, bei denen der Stiel abbrach oder die sich nicht leicht zu handhaben ließen. Für die Arbeiter bedeutete eine nicht funktionierende Axt einen großen Verlust. Die Axt war also „verdammt“. Das Gleiche gilt auch für Äxte, die früher im Kampf eingesetzt wurden. Wenn sie nicht richtig stabil waren, Schäden hatten, stumpf waren oder im schlimmsten Fall auseinander brachen, hatte der Kämpfer schlechte Karten. Auch hier war der Ausruf „Verdammte Axt“ also auf jeden Fall angebracht.

Mit einer Axt kann eine Menge Schaden angerichtet werden aber auch Großartiges geschaffen werden, wenn man sie richtig gebraucht. Aus diesem Grund kann der Begriff auch im positiven Kontext gebraucht werden. Sehr gelungene Bauwerke gaben Anlass zum Staunen, sodass auch hier der Ausruf im passenden Kontext gebraucht werden konnte.
Die tatsächliche Herkunft ist aber, wie gesagt unklar. Daher kann auch keine eindeutige Bedeutung des Ausrufs festgelegt werden.

In welchem Kontext wird „Verdammte Axt“ gesagt?

Der Ausruf wird in verschiedenen Kontexten gebraucht. Im positiven Sinne drückt er Erstaunen und Verwunderung über ein besonderes Ereignis aus. Ausrufe wie etwa „Verdammte Axt, ist das toll!“, „Verdammte Axt, ich freue mich schon so sehr!“ oder „Verdammte Axt, ist das gut gelungen!“ sind Beispiele für die korrekte Anwendung im positiven Kontext.

Ebenso kann „Verdammte Axt“ aber auch im negativen Sinne verwendet werden. Es gleicht dann einem Fluch oder einer Beschimpfung. Beispiele für die Anwendung in diesem Sinne sind: „Verdammte Axt, das klappt einfach nicht!“, „Verdammte Axt, jetzt regnet es auch noch!“ oder „Verdammte Axt, ich habe einfach keine Lust mehr auf diesen Zirkus!“.

Es sei aber zu beachten, dass der Ausruf stets in einem umgangssprachlichen oder saloppen Kontext gebraucht wird und sich nicht für formelle Texte oder Sachbeiträge eignet.

Warum heißt der Teufelssee „Teufelssee“? Woher kommt der Name? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wer in der Bundeshauptstadt Berlin wohnt, kennt ihn garantiert: Den sagenumwobenen Teufelssee, der im Ortsteil Köpenick etwa 750 Meter südlich vom Großen Müggelsee liegt. Häufig wird der See mit dem gleichnamigen Teufelssee in Berlin Grunewald verwechselt, der jedoch deutlich größer ist und zudem unter Naturschutz steht. Beide Seen haben allerdings eines gemeinsam: Ihren seltsam anmutenden Namen, der bereits die Grundlage für viele schaurige Märchen bot. Doch warum heißt der Teufelssee denn nun eigentlich Teufelssee? Wurde hier etwa vor vielen Jahren der Teufel höchstpersönlich gesichtet? Oder erinnert die Form des See an die Gestalt des Teufels, wenn man ihn von oben herab aus der Luft betrachtet? Wir haben uns für Sie auf Spurensuche begeben und dabei die ein oder andere schaurige Geschichte aufgeschnappt.

Warum heißt der Teufelssee „Teufelssee“? Woher kommt der Name? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Eine uralte Legende, die immer wieder mit dem Teufelssee in Verbindung gebracht wird, handelt von einer Hexe, die dort ihr Unwesen getrieben haben soll. Man erzählt sich, dass sie auf den Namen Frau Klöckner aus Binenwalde gehört haben soll und bereits so manchem einsam am See angelnden Menschen begegnet ist. Erzählen konnte man seinen Mitmenschen von dieser gruseligen Begegnung in der Regel nicht mehr, denn die blutrot aus dem Wasser emporgestiegene Hexe schnappte sich die unschuldigen Angler und zog sie herab in das kühle Nass, wo sie schließlich starben. Viele Menschen, die in der Umgebung lebten, wollten dem schaurigen Treiben ein Ende bereiten: Man bewaffnete sich mit Pistolen und Gewehren und machte Jagd auf die Hexe – doch alle abgefeuerten Kugeln schienen sie seltsamerweise zu verfehlen.

Ein schlauer Einwohner kam schließlich auf die Idee, dass man doch eine silberne Kugel in das Gewehr einlegen soll, da nur eine solche Kugel in der Lage wäre, eine echte Hexe zu töten. Weiter verfolgt wurde dieser kluge Rat jedoch nicht, denn zur damaligen Zeit waren silberne Kugeln noch sehr teuer – mehrere Fehlschüsse konnte man sich also nicht leisten. Schließlich gelang es den Bewohnern, die Nexe mit einer List einzufangen: Man lockte sie mit köstlichem Milchbrot in eine Flasche, die man anschließend fest verschloss. Auf dem Weg nach Rheinsberg gelang der gefangenen Hexe jedoch die Flucht, da die Flasche unterwegs zu Bruch ging.
Im Teufelssee wurde sie seither nie mehr gesehen, doch bis heute soll sie in der Nähe von Rheinsberg weiterhin ihr Unwesen treiben.

Zugegeben: Mit dem Teufel persönlich hat diese Geschichte nichts zu tun. Damals waren viele Menschen jedoch der Meinung, das alles Böse auf dieser Welt vom Teufel höchstpersönlich ausgeht. Eventuell hat man also auch die Geschichte um die fiese Hexe vom Teufelssee mit dem Fürst der Finsternis in Verbindung gebracht und dem See aus diesem Grund seinen heute bekannten Namen gegeben.

Die Prinzessin vom Teufelssee

Eine weitere Legende handelt von einer Prinzessin. Im Schilfgürtel des Sees lag vor vielen Jahren ein großer Stein, der auf den Namen Prinzessinnenstein hörte: Er soll eben jene Stelle angezeigt haben, an der vor langer Zeit ein imposantes Schloss stand. Darin wohnte eine Prinzessin, die jedoch vom Teufel mit einem bösen Fluch belegt wurde und anschließend mitsamt des Schlosses im See versank – doch in der Johannisnacht sieht man sie aus dem See emporsteigen und am Ufer sitzend weinen. In eben dieser Nacht war ein Mädchen am Ufer des Sees unterwegs, wo sie auf die weinende Prinzessin stieß. Diese führte das Kind auf den Grund des Sees in ihr Schloss und beschenkte es reichlich, ehe sie es anschließend wieder zurück ans Ufer brachte.

An einem anderen Abend, es war wieder einmal Johannisnacht, traf ein junger Mann auf die Prinzessin, die mit einer Schatulle voller Gold am Ufer des Sees saß. Ebene jene Schatulle versprach sie dem jungen Mann als Belohnung, wenn dieser sie auf den Rücken nehmen und dreimal um die Köpenicker Kirche tragen würde. Ihre einzige Bedingung: Der Mann durfte sich nicht umsehen, da ansonsten ihr Fluch nicht gebrochen werden könne.
Der Mann ließ sich nicht zweimal bitten und nahm die federleichte Prinzessin auf den Rücken. Je näher die Beiden der Stadt kamen, desto schwerer wurde die Prinzessin jedoch auf seinem Rücken. Endlich an der Kirche angekommen, begann er mit seinem ersten Rundgang. Schnell begegnete er hierbei jedoch gruseligen Schlangen, Kröten und anderen Tieren mit feuerroten Augen, die allesamt aus der Hölle zu stammen schienen.

Als er kurze Zeit fast schon den dritten Rundgang beendet hatte, bemerkte er aus dem Augenwinkel plötzlich einen gruseligen roten Schein. Es wirkte, als würde ganz Köpenick brennen. Der Mann vergaß für einen kurzen Moment die Bitte der Prinzessin, sich nicht umzudrehen. In dem Moment, als er nach hinten blickte, verschwand nicht nur der rote Schein, sondern auch alle seltsamen Wesen. Schließlich erlitt er einen heftigen Schlag, den er mit dem Leben bezahlte. Niemand in Köpenick konnte sich diesen seltsamen Vorfall erklären. Eines war den Bewohnern jedoch schnell klar: Der Teufel höchstpersönlich musste seine Finger hier im Spiel gehabt haben – wodurch der See, aus dem die Prinzessin regelmäßig in der Johannisnacht emporstieg, als Teufelssee in die Geschichtsbücher einging.

Fazit: Woher hat der Teufelssee seinen Namen?

Über den Berliner Teufelssee gibt es mehrere gruselige Geschichten zu erzählen. Doch ob man sie nun glaubt oder nicht: Ein ungutes Gefühl hat man beim Besuch dieses idyllisch gelegenen Sees allemal.

Warum sagt man „Ruhig, Brauner“? Woher kommt der Ausruck? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Als Richard Wagner sein Werk „Der Ring der Nibelungen“ schrieb, ahnte er mit Sicherheit nicht, wie sich eine Aussage seiner Oper im Sprachgebrauch verfestigen wird. „Ruhig Brauner“ ist zum Synonym geworden, um einen Menschen zu beruhigen und ein Streitgeschehen zu verhindern.

Oper und Theater als Ursprung von „Ruhig Brauner“: Ursprung, Herkunft

Die Bretter, die die Welt bedeuten, sind eine der häufigsten Quellen für Redewendungen. Lediglich die Bibel hat eine ähnlich hohe Bedeutung in Bezug auf Redewendungen. „Ruhig Brauner“ ist ein Zitat von Richard Wagner. Das Gesamtwerk „Der Ring der Nibelungen“ setzt sich aus den Einzelopern „Das Rheingold“, „die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ zusammen. Im dritten Akt der Oper „die Walküre“ betreten die Walküre die Bühne in Begleitung der Pferde. In der ersten Szene kommt es zu einer amourösen Rangelei zwischen Ortlindes grauer Stute und dem braunen Hengst von Helmwige. Helmwige sagt darauf: „Ruhig Brauner! Brich nicht den Frieden.“ Ein wichtiges Detail in dieser Szene ist, dass beide Pferde noch tote Krieger im Sattel haben, die zu Lebzeiten verfeindet waren.

Ruhig Brauner: Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Sehr authentisch ist die Verwendung bei einem Pferd. Junge Fohlen und ungestüme Reitpferde sollen mit der Aussage beruhigt werden. Unabhängig von der Fellfarbe ist die Beruhigung zu Beginn einer aufregenden Situation sehr erfolgversprechend.

Im sozialen Kontakt mit Menschen hören aufbrausende Menschen die Redewendung häufig. „Ruhig Brauner“ soll beruhigen und einen anschwellenden Streit verhindern. Die Redewendung kann eine Eskalation verhindern, aber nur dann, wenn sie frühzeitig eingesetzt wird. Es gibt in diesen Situationen Parallelen zwischen Menschen und Pferden. Die Redewendung ist in einer Auseinandersetzung sehr treffend, da sie dem Kontext folgt, den Richard Wagner in seiner Oper vorgibt. „Ruhig Brauner“ wird häufig verwendet, wenn Menschen durch ein unruhiges Verhalten auffallen. Personen, die überdreht sind, hibbelig oder einfach einen übermäßigen Bewegungsdrang haben, werden von Mitmenschen oft als unangenehm empfunden. In diesen Situationen führt „Ruhig Brauner“ dazu, dem Gegenüber das Verhalten vor Augen zu führen, und stellt ebenfalls eine Aufforderung dar, sich zu beruhigen.

Richard Wagner und seine Zeit: Ruhig Brauner

Wagner beendete sein Musikdrama über die germanische Sagenwelt im Jahr 1870. Der Komponist hat sich über dreißig Jahre dem großen Märchen vom Schicksal der Welt gewidmet. Im Jahr 1876 wurde die Oper uraufgeführt. Die zeitliche Datierung für die Verwendung der Redewendung liegt im Ende des 19. Jahrhunderts. Ob Wagner die Beruhigungsformel schon vorher gehört und eine alltägliche Situation in seine Dialoge hat einfließen lassen, ist spekulativ.

Richard Wagner war ein Künstler, der bis heute polarisiert. Seine Musik wurde politisch ausgenutzt und es haftet ihm der Vorwurf des Antisemitismus an. Tatsächlich wurden die Kompositionen Wagners von Adolf Hitler sehr geschätzt. Die Opern bezogen sich auf alte deutsche Sagen und Bräuche. Die Helden waren häufig blonde Germanen, die die sich in die menschenverachtende Ideologie einfügten. Experten sind sich uneinig über die Position Wagners zu Lebzeiten. Fürsprecher betonen, dass der Künstler viele jüdische Freunde hatte. Das Gegengewicht ist Wagners Schrift „Judentum in der Musik“, das bis heute für ein Aufführungsverbot von Wagners Opern in Israel sorgt.

Der schmale Grat zwischen einer Redewendung und einer Beleidigung
Die Redewendung „Ruhig Brauner“ hat ihren Ursprung in der Tier- und Opernwelt und wurde zu einer Zeit als Zitat auf die Bühne gebracht, als die Farbe Braun noch nicht mit einer politischen Strömung belegt war. Brauner ist die Bezeichnung für ein Pferd mit brauner Fellfarbe und einer schwarzen Mähne. Alternativ kann der Begriff für einen Mokka mit Sahne verwendet werden, weiter Synonyme sind in der deutschen Sprache nicht vorhanden. Der heutigen Gesellschaft steht ein großes Maß an politischer Bildung und gesellschaftlicher Sensibilität zur Verfügung, um zu erahnen, wie schnell diese Redewendung zu einer Beleidigung werden kann und sollte daher nur in einem passenden Bezug verwendet werden.

Warum sagt man „volle Möhre“? Woher kommt der Ausdruck? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


„Kommst du heute Abend auch mit zur Party?“
„Na aber volle Möhre!“

„Als ich vorhin zur Post gegangen bin, ist so ein Rennradfahrer volle Möhre an mir vorbeigerast!“

Haben Sie diesen Ausdruck auch schon einmal verwendet und sich gefragt, woher er wohl kommen mag?

„Volle Möhre“: Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Der Ausdruck „volle Möhre“ drückt allgemein Zustimmung in besonders hohem Maß aus oder dient als verstärkende Form für eine Feststellung oder Eigenschaft in der alltäglichen und mündlichen Umgangssprache. Die genaue Herkunft ist weder bekannt noch überliefert, doch um dieser Redensart trotzdem ein wenig auf den Grund zu gehen, ist ein Blick auf die Bestandteile dieser sinnvoll.

Das Adverb „voll“ ist als Verstärkung weit verbreitet in Wendungen wie in „volle Kanne“, „volles Rohr“, „volle Pulle“, „voll Banane“, „voll krass“, „voll egal“, oder auch besonders schön: „voll leer“. Seine Bedeutung lässt sich mit „in höchstem Maße“ umschreiben. Vor allem seit den 1980er Jahren ist diese Verstärkung in der Jugendsprache beliebt und seit längerem auch Teil der aktuellen, eher salopp verwendeten Umgangssprache.

Die „Möhre“ selbst ist ein feminines Substantiv und bezeichnet die Wurzel der Mohrrübenpflanze. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen mor[a]ha und gehört laut Duden dem Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1 an und ist damit Teil der Wortschatzliste, welche für den Erwerb der deutschen Sprachkenntnis auf der Niveaustufe B1 benötigt wird. Diese Erkenntnis bringt uns dem Ursprung der Redewendung zwar nicht weiter, aber für die Allgemeinbildung hat sie doch einen Beitrag geleistet.

„Volle Möhre“ in der Jugendsprache

Die Sprachwissenschaft versteht unter dem Begriff der Jugendsprache die Gesamtheit der von verschiedenen Jugendgruppen gesprochenen Sprache. Diese unterleigt einem ständigen Wandel und nicht wenige Begriffe, Ausdrücke und Redewendungen der Jugendsprache verlagert sich auch langfristig in den umgangssprachlichen Wortschatz von großen Teilen der Bevölkerung auch außerhalb des Jugendalters.

Gerade das als Adverb genutzte Wort „voll“ wurde in den 1980er Jahren in der Jugendsprache genutzt, um Zustimmung und Verstärkung bzw. Verdeutlichung von Aussagen, Antworten und Beschreibungen auszudrücken, wie zum Beispiel in: „das geht voll klar“, „er war voll schnell“, „das mache ich voll gern“. Heutzutage ist dies bei den meisten Menschen so tief im umganssprachlichen Wortschatz verankert und wird selbstverständlich täglich verwendet, sodass kaum einer mehr daran denkt, dass es sich hierbei um einen einstigen Begriff der gern mal rebellisch und provokativ anmutenden Jugendsprache handelt.

Volle Möhre: Synonyme und Bedeutung

Nun, hier kann nur gemutmaßt werden. Synonyme für „volle Möhre“ sind beispielsweise:

  • volle Kanne
  • volle Lotte
  • volle Pulle
  • voll Karacho

Alle diese Redewendungen drücken eine rasante Geschwindigkeit bzw. enorme Zügigkeit und Energie aus. Wie das so eben ist, entstehen beizeiten kreative Wortschöpfungen. Vielleicht reiht sich hier die Möhre als realtiv schnell wachsendes Wurzelgemüse ein, dies ist aber reine Spekulation. Warum genau sich in der Weiterentwicklung gerade die Möhre statt eines anderen Gemüses durchgesetzt hat, wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Was ist das Gegenteil von durstig? Was bedeutet „sitt“? Bedeutung, Erklärung


Darf es noch ein Nachtisch sein? Vielleicht etwas Süßes? Nein danke, ich bin satt. Eine klare Ansage, der Gefühlszustand ist mit einem Wort erklärt. Doch wie sieht das Ganze eigentlich aus, wenn man keinen Durst mehr hat? Ich bin undurstig. Klingt komisch. Ich habe keinen Durst mehr. Klar, das erklärt die Sache auch, ist aber ein recht langer Satz. Kurz vor der Jahrtausendwende dachte sich das auch die Duden-Redaktion. Es muss endlich ein Wort dafür geben, dass den Umstand beschreibt. Satt braucht endlich ein Gegenteil. Gemeinsam mit einem Tee-Hersteller riefen sie einen Wettbewerb ins Leben.

Das Gegenteil von durstig ist „sitt“: Bedeutung, Erklärung

Gesucht wurde ein Adjektiv, welches das Gegenteil von „durstig“ beschreibt. Mehr als 100 000 Menschen nahmen an dem Wettbewerb teil und reichten ihre Ideen ein. Die Einsendungen wurden von einer Fachjury ausgewertet und schließlich wurde der Gewinner gekürt: sitt. So einfach kann es sein. Seit 1999 ist das Gegenteil von „durstig“ also sitt. Das passt auch wunderbar zu satt und die Menschheit ist endlich in der Lage, in einem kurzen Satz zu sagen: „Ich bin sitt und satt“.

Und ganz so weit hergeholt ist die Idee gar nicht. Im Lateinischen besagt der Satz „sitim sidare“ so viel wie „den Durst löschen“. Es lässt sich also sogar eine wissenschaftliche Begründung für die Auswahl finden. Andere kreative Ideen fanden weniger Anklang bei den Juroren: „nimedu“ für „nicht mehr durstig“ oder „dulo“ für „durstlos“ verloren gegen den Favoriten „sitt“. Doch in den letzten 20 Jahren haben sich die Deutschen nicht so recht an das Wort „sitt“ gewöhnen können. Kaum jemand hat das Wort in seinen täglichen Sprachgebrauch aufgenommen. Deshalb ist es im Wiktionary auch immer noch als Kunstwort abgespeichert und Steigerungsformen oder Deklinationen gibt es für diese mittlerweile nicht mehr ganz so neue Wortschöpfung bisher nicht.

Was bedeutet „sitt“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Dennoch wird „sitt“ in die Geschichte eingehen. Denn die Erfindung des Gegenteils von „durstig“ war der größte und zugleich auch bekannteste Versuch, eine scheinbare Lücke in der deutschen Sprache zu füllen. Von den insgesamt über 45 000 Vorschlägen, die für diesen Wettbewerb eingereicht worden sind, behinhalteten 40 den Vorschlag „sitt“. Am Ende wurde die Einsendung des Schülers Jascha Froer aus Ludwigsburg gezogen und zum Gewinner des Wettbewerbs gekürt. Die Duden-Redaktion begründete es damals damit, dass es größe Ähnlichkeiten zu dem Wort „satt“ aufweiche, sich dadurch gut aussprechen und vor allem gut merken lasse. Und der Stabreim mit „satt“ war auch gegeben. Ebenso war dies einer der wenigen Vorschläge, die nicht mit einer Marke in Verbindung gebracht werden konnten. Ideen, wie „gecoked“ oder gar „liptoniced“ waren zu sehr auf eine Marke konzentriert. Andere Ideen waren nur Bedeutungen aus anderen Sprachen und hatten nichts mit der deutschen Sprache zu tun.

Trotz allem hat sich „sitt“ bis heute nicht durchgesetzt und die Kellner, die den Satz „Nein danke, ich bin sitt“, schonmal gehört haben, lassen sich sicher an einer Hand abzählen. Denn auch als es das Wort noch nicht gab, konnte der Deutsche mit „satt“ eigentlich bereits beide Zustände des nicht durstig und des nicht hungrig seins, erklären. In anderen Sprachen sieht das etwas anders aus. Die Schweden haben beispielsweise ein Wort, was auf deutsch so viel wie „undurstig“ heißt: Mit dem Wort „otörstig“ sagen sie ihrem Gegenüber, dass sie keinen Durst mehr haben. Auch andere Skandinavier, wie die Bewöhner der Färör-Inseln oder die Isländer haben ein ebensolches Wort für das nicht mehr durstig sein.

Warum sagt man „Jacke wie Hose“? Woher kommt die Redewendung? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wenn etwas für uns keinen Unterschied macht, sagen wir gerne: „Das ist doch Jacke wie Hose!“. Gemeint ist damit, dass es zwar zwei Möglichkeiten gibt, aber die Entscheidung für die eine gleich gut oder schlecht ist wie für die anderen.

Warum sagt man „Jacke wie Hose“ (Redewendung)? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

„Gehen wir durch den Wald oder laufen wir über die Wiese?“, fragt Susi in die Runde. Beide Wege sind in etwa gleich lang und bei keinem gewinnt man deutlich Zeit. Kein Wunder also, dass jemand antwortet: „Ist doch Jacke wie Hose!“.

Egal für welchen Weg sich die Gruppe entscheidet, sie kommen ans Ziel und benötigen in etwa gleich lang dafür. Also ist es vollkommen egal, welche Variante gewählt wird.

„Wollen wir erst essen und dann spazieren gehen oder umgekehrt?“, erkundigt sich Onkel Werner. Weil Tante Anni die Reihenfolge der Aktivitäten nicht wichtig ist, erwidert sie: „Jacke wie Hose!“.
Damit sagt sie, dass ihr beide Vorschläge recht sind. Für sie spielt es keine Rolle, ob zuerst gegessen oder spazieren gegangen wird. Das Ergebnis ist ja auch in beiden Fällen dasselbe: Die beiden essen und machen Bewegung. Was davon wann passiert, ist unerheblich.

Doch warum spricht man von Jacken und Hosen, um auszudrücken, dass beide Möglichkeiten gleichwertig sind und keinen Unterschied machen? Schließlich sind Jacken und Hosen komplett unterschiedliche Kleidungsstücke. Die einen trägt man am Oberkörper, die anderen an den Beinen. Hier schlüpft man in zwei Ärmel, dort in zwei Hosenbeine. Und dennoch sind nun mal manche Sachen „Jacke wie Hose“ …

Dabei geht es bei der Redewendung „Jacke wie Hose“ nicht um die Form des Kleidungsstücks. Der Hintergrund des Ausdrucks ist der oft ähnliche Stoff. Jacken werden genauso wie Hosen aus Leder, Jeansstoff, Baumwolle etc. gemacht. Das Material kann also für beide Kleidungsstücke verwendet werden. Oder anders gesagt: Es macht keinen Unterschied, ob man aus dem Stoff eine Jacke oder eine Hose herstellt. Genau deshalb ist bei uns manches „Jacke wie Hose“.

Woher kommt die Redewendung „Jacke wie Hose“?

Es wird vermutet, dass die „Jacke wie Hose“ im 17. Jahrhundert aufkam. Bis dahin wurden die Jacke und die Hose eines Anzuges nicht aus dem gleichen Stoff gemacht. Die Jacke war meist ein gekürzter Mantel oder Rock und als Hosen dienten Strümpfe oder sogenannte Beinlinge.

In der Neuzeit kam es immer mehr in Mode, Jacken und Hosen aus demselben Stoff herzustellen. Der Trend setzte sich durch und den Schneidern war es gleich, was aus dem Stoff werden sollte: eine Jacke oder eine Hose. Der Stoff war für beides geeignet und nicht sollten sollen aus ein und demselben Stoff beide Teile der Bekleidung angefertigt werden.

So entstand die Redewendung „Jacke wie Hose“ bzw. „Jacke wie Hose sein.“

Der Ausdruck verbreitete sich rasch und wird auch heute noch verwendet. Ein Synonym dafür ist der Ausspruch „Das kannst du halten wie die Dachdecker!“.

Ausgesagt wird mit der Redewendung „Jacke wie Hose“, dass es einem gleichgültig, einerlei und sogar schnurzpiepegal ist, da es nun mal keinen Unterschied macht.

Wie in den oben angeführten Beispielen ist es eben manchmal, ob man sich zuerst die Jacke oder die Hose wählt. Eben „Jacke wie Hose“ …

Was bedeutet „Oh my gosh“? Warum wird „Gosh“ gesagt? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wenn man in Deutschland sein Staunen zum Ausdruck bringen möchte, verwendet man häufig das Sprichwort „Oh mein Gott“. In den USA gibt es das englische Pendant „Oh my god“, doch verwendet wird dieses nur recht selten – stattdessen hört man hier oft die abgewandelte Form „Oh my gosh“. Doch warum ist das eigentlich so? Wir verraten es Ihnen.

Was bedeutet „Oh my gosh“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Wer schon einmal in den USA war oder sich zumindest ab und an US-amerikanische Filme und Serien im Originalton anschaut, wird schnell feststellen, dass die Amerikaner ihr Staunen mit dem Satz „Oh my gosh“ zum Ausdruck bringen – vor allem in Reality-Formaten kommt dieser Satz nahezu regelmäßig vor. Da US-Amerikaner in Filmen und Serien relativ häufig unverständlich nuscheln, könnte man denken, dass sie auch hier undeutlich sprechen und stattdessen wirklich „Oh my god“ sagen – doch das trifft nicht zu. Woher kommt also diese seltsame Umwandlung und hat das Wort „gosh“ überhaupt eine Bedeutung?

Der Ausdruck „Oh my god“ ist in den Augen vieler US-Amerikaner Gotteslästerung

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, warum diverse US-Amerikaner statt „god“ das abgewandelte Wort „gosh“ verwenden, muss man wissen, dass viele von ihnen streng gläubig sind und in der Regel auch jeden Sonntag in die Kirche gehen. Bei den US-amerikanischen Christen ist es nicht sonderlich gern gesehen, wenn der Name des Herrn missbräuchlich oder abwertend verwendet wird. Würde man also bei jedem kleinem Vorfall, der zum Staunen verleitet, „Oh my god“ sagen, wäre dies in der Augen der meisten US-Amerikaner Gotteslästerung.

Wichtig zu wissen ist auch, dass das Sprichwort „Oh my gosh“ in den Staaten bei nahezu jeder Gelegenheit verwendet wird. Kommt es in einer TV-Serie zu einer spannenden Wendung, wird im Kreise der Familie gern mal ein heiteres „Oh my gosh“ in den Raum geworfen, ebenso beim Servieren eines leckeren Bratens. Selbst das Wort „gosh“ allein gilt mittlerweile als geflügeltes Wort, um seine Verwendung oder Überraschung über ein Ereignis zum Ausdruck zu bringen – vergleichbar ist das Wort also eher mit der deutschen Redewendung „Ach du meine Güte“.

In Deutschland wird der Satz „Oh mein Gott“ hingegen oft nur verwendet, wenn etwas wirklich Schlimmes passiert – beispielsweise ein tragischer Unfall. Wird ein US-Amerikaner Zeuge eines Unfalls, greift er in der Regel tatsächlich zur Redewendung „Oh my god“, alternativ auch „Oh my godness“. In derartigen Fällen ist es keine Schande, den Namen des Herrn in den Mund zu nehmen, da man sich durch ihn Hilfe und Kraft erhofft. Ein flapsig dahergesagtes „Oh my gosh“ würde einem US-Amerikaner in einem solchen Moment vermutlich eher nicht über die Lippen kommen.

Kein Gott, keine Weihnachtsgrüße: Auch Menschen mit Migrationshintergrund sollen nicht verletzt werden

Eine weitere Begründung, die gegen eine übermäßige Verwendung des Satzes „Oh my god“ spricht, ist die Tatsache, dass in den USA viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, die nicht an Gott, sondern an ein anderes heiliges Wesen glauben – oder einfach an gar nichts. Um diese Menschen nicht zu verletzen, ist es beispielsweise in vielen TV-Serien im US-Fernsehen üblich, auf die Nennung von Gott zu verzichten – auch wenn sich daran verständlicherweise nicht alle US-Sender halten. Ein ähnliches Phänomen kann man auch in der Weihnachtszeit beobachten: Eigentlich wünscht man sich in den USA „Merry Christmas“, doch aus demselben Grund wurde das Wort „Christmas“ mittlerweile aus den landesweiten Radio- und Fernsehanstalten verbannt. Stattdessen wünscht man seinen Hörern und Zuschauern nur noch „Happy Holidays“ – also fröhliche Ferien, die für die meisten Familien in der Vorweihnachtszeit beginnen. Dieses seltsam anmutende Prozedere geht sogar so weit, dass sich Menschen beim Sender beschweren, wenn einer ihrer Moderatoren den verbotenen Weihnachtsgruß „Merry Christmas“ in den Mund nimmt.

Statt sich jedoch hinter die eigenen Moderatoren und Moderatorinnen zu stellen, greifen einige US-Sender hart durch und leiten nach derartigen „Entgleisungen“ sogar Sanktionen gegen ihre Mitarbeiter ein – und das alles nur, weil sie ihren Zuschauern oder Zuhörern Frohe Weihnachten gewünscht haben. Wie verrückt die ganze Angelegenheit eigentlich ist, bemerkte zuletzt auch US-Präsident Donald Trump, der bereits während seines Wahlkampfs im Jahr 2016 darauf hinwies, dass er seinem Volk im Falle eines Wahlsiegs zukünftig wieder „Merry Christmas“ wünschen wolle – und dieses Versprechen später auch wahr machte.

Fazit und Bedeutung: „Oh my Gosh“

Das Beispiel um die „Merry Christmas“-Problematik zeigt sehr eindrucksvoll, dass die USA ein sehr gläubiges Land sind und hohen Wert darauf legen, dass der Glaube keiner dort lebenden Person mit Füßen getreten wird.

Ob man deshalb tatsächlich auf das Wort „Gott“ verzichten muss, steht zwar auf einem anderen Blatt geschrieben – doch hier ging es ja nur um die reine Beantwortung der Frage, warum dies in den Staaten der Fall ist.

Warum heißt Tote Oma „Tote Oma“? Woher kommt der Ausdruck? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Die Speise „Tote Oma“ fällt in die Kategorie sprachliche Delikatessen. Besonders in Ostdeutschland ist ein Gericht bekannt und beliebt, dass mit Blutwurst zubereitet wird. Zusammen mit Sauerkraut und Salzkartoffeln wird die gebratene Wurst, die auch eine Grützwurst sein kann, serviert. Die Wurstbeilage ist dabei in der Regel zu einem Brei zerfallen. Erhalten geblieben ist die rötliche Färbung, die durch das enthaltene Blut entsteht. Auch wenn Blut in Lebensmitteln keine große Lobby hat, hat das Gericht viele Anhänger unter den Liebhabern der herzhaften Küche. Der Anblick jedoch ist gewöhnungsbedürftig und lässt erahnen, wie es zur Namensgebung kam.

Tote Oma, Unfall und Verkehrsunfall: Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Ein Hauptbestandteil des Gerichts ist die dunkelrote Wurst. Bei der Zubereitung wird die Wurst gebraten. Entweder wird die ganze Wurst in die Pfanne gegeben und solange gegart, bis die Pelle platzt und sich das Brät in eine breiige Konsistenz verwandelt. Alternativ kann die Wurst vor der Zubereitung klein geschnitten werden. Das Ergebnis ist in beiden Fällen eine eher unappetitliche rot-braune Masse, die durchaus an zermalmte Körperteile erinnert. Die Assoziation an die tote Oma ist nachzuvollziehen, ist jedoch nicht als salonfähig zu werten. Weitere gängigere Bezeichnungen für das Gericht sind Unfall und blutiger Verkehrsunfall. Ohne näher auf die Einzelheiten einzugehen und ohne ein Bild im Kopf zu erzeugen, reicht die Vorstellungskraft bei jedem aus, einen Zusammenhang zu erkennen. Beruhigend ist das dieses Gericht in Restaurants unter dem Namen „Topfwurst“ in der Karte geführt wird.

„Tote Oma“: Ostdeutscher Küchenhumor

Nach dem Mauerbau war in den Küchen der DDR sehr viel Kreativität gefragt. Es wurde nicht nach Wunsch, sondern nach Angebot gekocht. Ein beliebter Slogan war „Not macht erfinderisch“. Aus dieser Not heraus sind einige Gerichte entstanden, die sich bis heute große Beliebtheit erfreuen. Speisen, die nostalgische Gefühle wecken, an die Kindheit erinnern und sehr gut schmecken. Dazu gehört „Tote Oma“, denn Grützwurst, Sauerkraut und Kartoffeln waren auch im überschaubaren Warenangebot der DDR immer erhältlich. Historiker haben sich mit der Namensgebung von Gerichten befasst und sind zu dem Schluss gekommen, dass die „Tote Oma“ auf Humor beruht. Humor, der verwurzelt ist mit dem Sarkasmus, der sich einstellt, wenn sich Menschen mit einer Lebenssituation arrangieren müssen, die sie nicht ändern können. Ausgeschlossen wurde die Theorie, dass eine Speise, die „Tote Oma“ heißt, dem Wunsch nach Kannibalismus gleichzusetzen ist. Der Name „Tote Oma“ ist schlichtweg aus einer lustigen Bezeichnung entstanden, die so treffend ist, dass sie sich als fester Name etabliert hat. Die Entstehung ist also auf den sogenannten Volksmund zurückzuführen und da können Begriffe einen rauen Ton aufweisen, sind in der Regel aber sehr ehrlich.

„Tote Oma“: Regionale Unterschiede in den Töpfen

Grützwurst gehört in vielen Regionen zu den traditionellen Gerichten. Das bekannteste ist „Himmel und Erde“. Es basiert auf dem knusprig gebratenen Brät einer Blutwurst, das mit Kartoffelbrei, Apfelmus und Zwiebeln serviert wird. Die Grützwurst hat den Anschein einer guten, bröseligen Erde. Besonders im Rheinischen, in Westfalen, in Niedersachsen und Schlesien ist diese Zubereitungsart beliebt. Die herzhafte Blutwurst wird sogar in den Niederlanden serviert. In Hamburg gibt es eine Variante der Grützwurst, die mit Rosinen verfeinert ist. Eine Variante, die Feinschmecker polarisiert und niemand möchte sich vorstellen, wie die Bezeichnung für die süßliche Variante in Ostdeutschland lauten würde.

Warum sagen wir „OK“? Wo kommt die Abkürzung her? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


„OK“ ist ein Ausdruck, der weltweit verbreitet ist und überall gleich verstanden wird. Andere Schreibweisen sind „Okay“ oder „O.K.“. Zur Herkunft der Abkürzung gibt es mehrere Erklärungen.

Geschichte und Wortherkunft: Wer hat „OK“ erfunden?

Sicher ist bei OK nur, dass das Kürzel im englischen und vermutlich US-amerikanischen Sprachraum entstanden ist. Von dort verbreitete es sich um den ganzen Globus.

OK gehört zu den weltweit am häufigsten genutzten Wörtern und wird in fast jedem Land verstanden.

Schon viele Sprachwissenschaftler haben sich mit der Herkunft des Ausdrucks beschäftigt. Zu einhundert Prozent lässt sich jedoch keine der Thesen beweisen.

Die genaue Bedeutung und Schreibweise von „OK“

Im umgangssprachlichen Gebrauch bedeutet OK so viel wie „alles in Ordnung“ (i.O.), „alles korrekt“.

Antwortet man auf die Frage, „Wie geht es dir?“, mit einem „OK“ bedeutet es ein eher gedämpftes „Geht so“ (im Grunde also nicht alles in Ordnung).

Die Bedeutung von „OK“, „Okay“ oder „O.k.“ ist immer dieselbe. Es handelt sich nur um verschiedene Schreibweisen.

Im englischsprachigen Alphabet wird „K“ wie „Kay“ ausgesprochen. Daher wandelte sich die Schreibweise gelegentlich zu „Okay“, was der hörbaren Aussprache der Buchstaben „O“ und „K“ also „O“ und „Kay“ entspricht.

Über die korrekte Schreibweise gibt es wenig verbindliche Richtlinien. Der Duden führt das Kürzel offiziell unter den Schreibweisen „o. k.“, „okay“ und „O. K.“. Gemäß Duden ist „OK“ die Abkürzung für den US-amerikanischen Bundesstaat Oklahoma.

Die populärste Erklärung für die Herkunft von „OK“ (Bedeutung, Geschichte)

Die meiste Anerkennung bekam bisher die Erklärung des US-amerikanischen Sprachforschers Allen Walker Read. Der veröffentlichte in den Jahren 1963 und 1964 einige Artikel dazu in der Zeitschrift American Speech.

Seiner Meinung nach handelt es sich bei „OK“ um einen Sprachwitz und eine Abwandlung von „all correct“ (auf Deutsch „alles korrekt“). Im Englischen wird dies hörbar als „oll korrekt“ ausgesprochen.

Die älteste offizielle Veröffentlichung von „OK“ als Kürzel für „alles in Ordnung“ erschien am 23. März 1839 in der Boston Morning Post.

Der Original-Satz lautete:

„He … would have the contribution box, et ceteras, o.k. and cause the corks to fly, like sparks, upward.“

Frei übersetzt geht es in dem Satz über eine Erklärung, dass jemand diverse Dinge richtig erledigt habe und eine Folgektion nun so richtig losgehen könne.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine Mode, Kürzel zu verwenden. Ganz so wie sie heute in der Internetsprache wieder gemacht wird.

Durch die zunehmende Technisierung und Komplexität der damaligen Welt wurden zeitsparende Abkürzungen immer attraktiver. So sagte man beispielsweise auch „KY“ für „no use“ (zu Deutsch „zwecklos“). Das entspräche einer Aussprache im Sinne von „know yuse“.

Andere Erklärungsansätze, wo „OK“ herkommt und wie es entstanden ist

Neben dieser eingängigen Theorie existieren weitere beachtenswerte Erklärungen über die tatsächliche Herkunft des Ausdrucks „OK“.

Gelegentlich hört man diese Geschichte zur Entstehung von OK:
In einem Werk des Automobilherstellers Ford soll ein Mitarbeiter mit den Initialen seines (leider unbekannten) Namens „O. K.“ Kontrollberichte unterschrieben haben. Allerdings entstanden die Ford-Werke erst ab 1903.

Weitere interessante „OK“-Erklärungsansätze:

Der Choctaw-Indianerstamm aus dem Südwesten der USA kennt das Wort „okeh“ als Ausdruck für „in Ordnung“ bzw. für die Zustimmung zu einer Sache.

Belege für die Verwendung reichen bis ins Jahr 1825 zurück. Vor den bereits erwähnten Veröffentlichungen des Sprachforschers Allen Walker Read war die Herkunft aus der Choctaw-Sprache die gängige Erklärung in anerkannten Wörterbüchern.

In der Sprache der westafrikanischen Wolof gibt es das Wort „woukay“, das ebenfalls „in Ordnung“ heißt. Da viele Angehörige der Wolof als Sklaven nach Amerika verschleppt wurden, ist ein Zusammenhang möglich.

Daneben wird im US-amerikanischen Militär der Befehl „order known“ (zu Deutsch in etwa „Befehl verstanden“) mit dem Kürzel „o.k.“ abgekürzt.

Die begleitende Geste hat sich im Laufe der Zeit verändert
Früher zeigte man zum „OK“ gern ein aus Daumen und Zeigefinger geformtes „O“. Da diese Geste in etlichen Ländern weltweit stellvertretend für das Schimpfwort „Arschloch“ verwendet wird, zeigt man das O heute kaum noch.

Inzwischen hat sich der von der geballten Faust steil nach oben gestreckte Daumen als begleitende Geste für OK etabliert.

Warum heißt der Käsekuchen „Käsekuchen“? Ist Käse drin? Bedeutung, Definition, Erklärung


Wenn eine große Feier bevorsteht, haben es die meisten nicht so leicht. Es muss an das üppige Essen gedacht werden, ein bestimmtes Menü entstehen. Hat man nicht sehr viel Zeit und möchte schnell fertig werden, darf dabei der Käsekuchen nicht fehlen. Er ist lecker und gesund.

Aber warum heißt er eigentlich Käsekuchen? Zu den Zutaten gehört doch nicht Käse, sondern Quark. Diese Frage stellten sich wahrscheinlich schon viele Personen. Die Antwort ist auch einfach: Quark ist ein Frischkäse und daher ist die Bezeichnung Käsekuchen (mit Quark) korrekt. Hier stellt sich die Frage, warum?

Käsekuchen: Seit der Antike beschäftigt

Die Frage, was mit überschüssiger Milch zu tun ist, nämlich wie man sie konserviert, hat die Menschen seit der Antike beschäftigt. Die Antwort kam ganz unerwartet und der Name lautete „Käse“. Es stellte sich heraus, dass der Säuerungsprozess sogar ganz gut reguliert werden kann.

Die Klassifizierung von Käse ist eine sehr komplexe und verwirrende Aufgabe. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Verwendung unterschiedlicher Temperaturen bei der Herstellung.

Käse: Weder pasteurisiert noch homogenisiert

Bauernkäse, für den Frankreich und Italien besonders berühmt sind, wird, unabhängig von Aussehen, Konsistenz und Geschmack, immer nach alten und traditionellen Rezepten hergestellt, die für ein bestimmtes Gebiet charakteristisch sind, sowie aus natürlicher Milch von Kühen, Schafen und Ziegen bestimmter Rassen.

In diesem Fall bedeutet das Wort „natürlich“, dass Milch weder pasteurisiert noch homogenisiert ist oder eine bestimmte Menge Fett enthält – sie wird so verwendet, wie sie beim Melken erhalten wurde.

Für den Kuchen selbst Quark machen

Aus zwei Liter Milch können Sie etwa 400 Gramm hausgemachten Quark zubereiten.

Beginnen Sie mit der Vorbereitungsphase: Lassen Sie die Milch etwa zwei Tage an einem warmen Ort. Die Milch sollte sauer werden. Sie müssen diese nicht umrühren. Je wärmer es im Raum ist, desto schneller wird die Milch sauer. Ein Kühlschrank ist für diese Zwecke nicht geeignet: Milch kann einen bitteren Geschmack und einen unangenehmen Geruch haben. Woher kann man wissen, ob die Milch sauer ist? In der Konsistenz wird sie wie ein dickes Gelee, es bildet sich auch die Molke.

Es beginnen sich Quarkgerinnsel zu bilden

Wenn die Milch sauer ist, muss sie in einen geeigneten Topf gegossen und auf den Herd gestellt werden. Die Milch wird bei schwacher Hitze unter gelegentlichem Rühren weiter verarbeitet. Schon nach zehn Minuten ist das Ergebnis da: Im Topf beginnen sich Quarkgerinnsel zu bilden. Den Quark vom Herd nehmen und weitere zehn Minuten auf dem Herd stehen lassen. Dann den Quark in ein Sieb geben und die Molke abtropfen lassen.
Der Quark ist die Vorstufe vom Käse, deswegen ist der Name Käsekuchen nicht fehlerhaft.
Wenn Sie hausgemachten Hüttenkäse durch Erhitzen zubereiten möchten, wird empfohlen, bei der Auswahl der Töpfe verantwortungsbewusst vorzugehen. Dies ist wichtig, da in emaillierten Schalen alles brennen kann. Verwenden Sie Kochgeschirr aus Aluminium oder Edelstahl. Dadurch wird sichergestellt, dass Ihr Produkt genau so ausfällt, wie Sie es beabsichtigt haben.

Trocken und bröckelig

Bevor Sie den Quark in ein Sieb geben, legen Sie ihn mit mehreren Schichten Mull oder Papiertüchern aus. Ein Sieb wird normalerweise in einen Topf gegeben. Das resultierende Serum fließt hinein.
Viele Leute mögen es, wenn sich herausstellt, dass der Quark trocken und bröckelig ist. Wie erreichen Sie diese Konsistenz Ihres Lieblingsprodukts? Einfach länger die Molke aus dem Quark ablaufen lassen.
Wenn Sie nicht vorhaben, den gesamten Quark auf einmal für den Käsekuchen zu verwenden, müssen Sie die Regeln für die Lagerung kennen. Das hausgemachte Produkt kann bis zu vier Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Mit Hilfe von Zitrone

Vor dem Backen kann ein ganz besonderer Quark zubereitet werden.
Dieses Rezept wird definitiv diejenigen ansprechen, die nicht zu lange warten möchten. Mit Hilfe von Zitrone wird Milch viel schneller sauer, was bedeutet, dass sie schnell eine Konsistenz erreicht, aus der Sie hausgemachten Quark kochen können.

Diese Methode ist gut, da keine vorbereitende Tätigkeit erforderlich ist. Milch in einen Topf geben und auf den Herd setzen. Wenn Sie Landmilch verwenden, muss diese zuerst gekocht werden. Wenn die Milch pasteurisiert ist, erhitzen Sie diese einfach gut, aber nicht kochen.

In der Zwischenzeit den Zitronensaft auspressen. Für die Milchmenge benötigen Sie etwa 60 Milliliter Saft. Gießen Sie Zitronensaft in einem dünnen Strahl in die heiße Milch und rühren Sie um. Die Reaktion beginnt fast sofort und aus der Milch bilden sich Quarkgerinnsel. Schalten Sie den Herd aus und nehmen Sie den Topf von der Platte. Den Quark leicht abkühlen lassen und in ein Sieb geben.

In einer Vielzahl von Diäten enthalten

Der Quark im Käsekuchen hat sogar noch Vorteile.

Quark vereint alle Qualitäten von Milch und Käse. Gleichzeitig zeichnet er sich durch einen geringen Fettgehalt aus. Der Quark enthält die gleiche Menge an Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren, ist eine Quelle für Kalzium, Magnesium und Eisen. Er enthält Vitamine der Gruppen B, A und E, eine große Anzahl von Aminosäuren, die für den Körper notwendig sind.
Quark verbessert die Verdauung und normalisiert den Stoffwechsel. Dieses Produkt ist in einer Vielzahl von Diäten enthalten. Der Quark ist nützlich bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Sie sollten jedoch keinen Hüttenkäse essen, wenn Sie an einer schweren Nierenerkrankung leiden. Quark enthält wie Käse einen hohen Anteil an Eiweiß, der die Nieren ernsthaft belasten kann.

Quark ist ideal für die Ernährung

Käse ist für kleine Kinder und übergewichtige Menschen unerwünscht. Quark ist ideal für die Ernährung und normalisiert die Verdauung. Auch sehr kleine Kinder können ihn essen, da dieser eine Kalziumquelle ist. Der Quark enthält eine Vielzahl von Milchsäurebakterien, die sich positiv auf den Darm auswirken. Der große Vorteil von Quark ist, dass er zu Hause hergestellt werden kann.

Quark kann ein großartiger, sicherer Ersatz für Käse sein. Wenn Sie ihn mit einem geringen Fettanteil wählen, besteht keine Gefahr von Fettleibigkeit und Problemen mit den inneren Organen. Käse wiederum belastet Nieren und Leber sehr stark.

Also ist der Käsekuchen auch sehr gesund, Quark und Käse haben einiges, was sie beide enthalten, entstehen ja auch aus dem gleichen Produkt. Deswegen hat der Käsekuchen das volle Recht so genannt zu werden. Man findet ihn auf vielen Speisekarten in Cafes und Restaurants. Er ist die Lieblingsspeise sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern.

Was ist der „Grüne Daumen“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Menschen, die „ein Händchen“ für Pflanzen haben, haben auch „einen grünen Daumen“. Redensarten, die etwas mit den Händen zu tun haben, kommen meistens aus der Arbeitswelt. Wer geschickt darin ist, etwas zu tun, hat eben ein Händchen dafür. Diese Redensart wird als Kompliment verstanden. Man kann ein Händchen für alles Mögliche haben. Aber wer ganz speziell ein Händchen für das Gärtnern und für Pflanzen hat, der hat zudem auch noch einen grünen Daumen.

Was ist der „Grüne Daumen“? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Einen grünen Daumen haben“ umschreibt die Fähigkeit eines Menschen, besonders schöne Blumen oder besonders leckeres Obst und Gemüse anbauen zu können. Menschen, bei denen regelmäßig die Topfpflanzen auf der Fensterbank verwelken, die Yucca-Palme in der Zimmerecke die Blätter hängen lässt und bei denen auch beim zweiten oder dritten Anbauversuch keine nennenswerte Kartoffelernte zustande kommt, haben im Gegensatz dazu leider keinen grünen Daumen.

Einen „grünen Daumen“ bekommt man mit in die Wiege gelegt. Ein „grüner Daumen“ umschreibt ein angeborenes Talent. Entweder man hat ihn oder man hat ihn nicht. Die Theorie der Pflanzenaufzucht lässt sich erlernen und Erfolge bei der Ernte ergeben sich automatisch dann, wenn alles Erlernte auch richtig umgesetzt wurde. Hat aber ein Gärtner noch zusätzlich einen „grünen Daumen“, dann ist die Ernte besonders groß, ungewöhnlich schön oder unverhofft ertragreich. Der „grüne Daumen“ ist also das Mehr, das das Können und Wissen toppt. Es ist eine angeborene Fähigkeit, die aber manches Mal nur zufällig entdeckt wird. Wer einen „grünen Daumen“ hat, sich aber nicht mit Pflanzen beschäftigt, weiß es nicht.

Warum „grün“ und warum „Daumen“?

Menschen, die viel gärtnern und dabei keine Handschuhe tragen, bekommen schmutzige Hände. Die Finger werden von der Gartenerde ganz braun. Deswegen stellt sich die Frage, weshalb nicht von braunen oder schwarzen Fingern, sondern von einem „grünen Daumen“ die Rede ist, wenn es um ein besonders talentiertes Gärtnern und um gesunde, kräftige Pflanzen geht? Selbstverständlich bekommt man grüne Finger, wenn man Pflanzenstängel zerdrückt oder grüne Blätter abzupft und quetscht. Das Chlorophyll, also das Blattgrün, das die Pflanzen bei der Photosynthese produzieren, ist ein natürlicher Farbstoff.

Wer grüne Pflanzenteile zwischen Fingern und Daumen zerreibt, bekommt grüne Fingerspitzen und einen grünen Daumen. In Bezug auf die Redewendung „einen grünen Daumen haben“, ist diese Erklärung aber unlogisch. Denn sie besagt, dass jemand ein besonderes Geschick im Umgang mit Pflanzen an den Tag legt. Weshalb also sollte sich diese Redewendung aus dem Zerstören von Pflanzen heraus entwickelt haben, wenn damit doch das genaue Gegenteil gemeint ist?

Wortherkunft: Woher kommt der „Grüne Daumen“?

Tatsächlich handelt es sich bei dem „grünen Daumen“ um eine Redensart, die aus dem Amerikanischen stammt. Sie entwickelte sich nicht in der deutschen Sprache und aus keinem bestimmten Sachverhalt heraus. Es finden sich zwar verschiedene Erklärungen, wie es zu dieser Redewendung gekommen sein könnte. Sie sind aber alle wenig überzeugend. Beispielsweise wird erklärt, dass moos- oder algenbehaftete Gefäße beim Gärtnern angefasst werden müssen und dabei der Daumen grün wird. Eine andere Erklärung ergibt sich aus der Beobachtung, dass beim Überprüfen, ob die Erde feucht genug oder die Konsistenz richtig ist, sie mit Daumen und Fingern angefasst werden muss und der Daumen dabei schmutzig wird.

Im Amerikanischen ist die Rede vom „green thumb“. Im Englischen hingegen wird von grünen Fingern, den „green fingers“, gesprochen, wenn sich jemand besonders gut mit Pflanzen auskennt und sie erfolgreich zum Blühen und Gedeihen bringt. Möglicherweise gelangte die Redewendung aus dem Englischen in etwas abgewandelter Form zunächst ins Amerikanische, bevor sie ins Deutsche übersetzt wurde.

Nach dem Oxford English Dictionary wurde die Redewendung „green fingers“ vermutlich das erste Mal 1906 verwendet, in der Kurzgeschichte „The Misses Make-Believe“ von Mary Stuart Boyd. In den USA tauchte der „green thumb“ zum ersten Mal 1937 auf, in einem Zeitungsartikel des Ironwood Daily Globe (Michigan), in dem der „grüne Daumen“ als Gärtner-Jargon bezeichnet wird. In den 1940er Jahren, während des Krieges, gab es in England eine überaus populäre Radiosendung bei BBC über das Gärtnern. Sie hieß „In your Garden“ und wurde von Cecil Henry Middleton moderiert, der beide Begriffe verwendete und dadurch einer riesigen Zuhörerschaft bekanntmachte: „green fingers“ und „green thumb“. Es ist naheliegend, dass der „grüne Daumen“ – wie viele andere Begriffe auch -, aus dem Englischen und Amerikanischen ins Deutsche übernommen wurde.

König Edward I. von England und der „grüne Daumen“

Es gibt eine schöne Geschichte, die Edward I. zugeschrieben wird und die die Herkunft des Begriffs „grüner Daumen“ erklären soll. Es darf bezweifelt werden, dass sie wahr ist, dennoch wird sie erzählt. Edward I. war von 1272 bis 1307 König von England und hatte eine Vorliebe für grüne Erbsen. Diese Erbsen mussten, wie vieles andere auch, von seinen Leibeigenen geschält werden. Derjenige unter ihnen, dessen Daumen danach am grünsten war, wurde für seine Arbeit geehrt. Denn sein besonders grüner Daumen bewies, dass er der Fleißigste von allen Erbsenschälern war.

Vom „goldenen“ zum „grünen Daumen“

Geoffrey Chaucer war wohl der berühmteste englische Dichter des Mittelalters. Er ist der Autor der Canterbury Tales (1387-1400). Darin ist das erste Mal von einem „goldenen Daumen“ die Rede. Es ist die Quelle des alten englischen Sprichworts “An honest miller has a golden thumb” (deutsch: Ein ehrlicher Müller hat einen goldenen Daumen). Es nimmt Bezug auf die Qualitätsbestimmung von Mehl durch den Müller, der das gemahlene Getreide oder den gemahlenen Mais zwischen seinem Zeigefinger und seinem Daumen reibt und so seine Feinheit prüft. In früherer Zeit gab es ausschließlich leicht bräunliches Vollkornmehl. Je „goldener“ der Daumen, desto feiner und höherwertiger war das Mehl. Das heutige, strahlend weiße Mehl würde keinen „goldenen Daumen“ hinterlassen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ein guter Müller verstand etwas von seinem Handwerk. Je ehrlicher und geschickter er seinem Beruf nachging, desto besser war das Ergebnis. Nur sehr feines Mehl des vollen Korns kann am Daumen haften bleiben und ihn etwas einfärben. Es ist durchaus möglich, dass im letzten Jahrhundert aus dem „goldenen Daumen“ des kulturellen Gedächtnisses der „grüne Daumen“ wurde. Die Bedeutungen haben sich vermutlich vermischt. Anders als bei einem hervorragenden Müller, der tatsächlich einen goldfarbenen Daumen vorweisen konnte, wird das herausragende Talent eines Gärtners mit einem „grünen Daumen“ lediglich umschrieben. Aus diesem Grund hat ein talentierter Gärtner nur im übertragenen Sinn einen grünen Daumen.

Weitere Bedeutung von Grüner Daumen

Übrigens beim wem alle Pflanzen eingehen, vertrocknen und braun werden, der hat dann wohl einen „Braunen Daumen“.

Warum sagt man „Langhaariger Bombenleger“? Woher kommt der Ausdruck? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Eigentlich gilt langes und gesundes Haar als Inbegriff von Schönheit. Auch spiegeln die Haarlänge und die Beschaffenheit der natürlichen Mähne oft den Gesundheitszustand einer Person wider.

Wie entstand der „Langhaarige Bombenleger?“ Geschichte

Bis auf die Barbaren war langes Haar in seiner Geschichte meist positiv besetzt. Seine modische Wiederkehr verdankte die lange Haarpracht allerdings der Hippie-Bewegung der 1960er-Jahre. Dabei war diese zunächst friedlich. Schließlich demonstrierten die Hippies gegen Krieg und warben für ein friedliches Miteinander, setzten sich für Toleranz und freie Liebe ein. Eigentlich sind es gerade die Baumstreichler und Ökos, welche ihr Haupthaar ganz natürlich lang tragen, die sich gesund ernähren und den alternativen Lebensstil pflegen, der niemandem wehtut. Warum sagt man also „Bombenleger“?

Anfangs war nicht jeder mit den neuen Sichtweisen einverstanden. Gesellschaftliche Werte und Traditionen hatten sich in eine bestimmte Richtung entwickelt, welche jedoch auch diskriminierend, einschränkend und für Freidenker wenig nachvollziehbar waren. Wer nun versuchte, die Gesellschaft mit neuen Prinzipien umzukrempeln, sorgte unweigerlich auch für Unfrieden und Unruhen. Unbequeme Wahrheiten auszusprechen und nachteilige, unfaire Bedingungen ändern zu wollen, sorgt notgedrungen für ein Beben in der Gesellschaft. Wer an alte Werte glaubte, wollte die neuen Ideen oft nicht hören. So wurde auch zu Mitteln der Gewalt gegriffen, um sich Gehör zu verschaffen und letzten Endes doch etwas zu bewegen.

„Langhaariger Bombenleger“: Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Der „Bombenleger“ findet seinen Ursprung im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne.

Wahrscheinlich ist vor allem die linksextremistische terroristische Organisation RAF ausschlaggebend für die Bezeichnung „Bombenleger“. Aus der einstigen Protestbewegung heraus entwickelte sich ein militanter Teil, der seinen Idealen und politischen Auffassungen folgend mehrere Anschläge, Geiselnahmen, Morde, Attentate und Überfälle verübte. Hier ist also von echten Bomben die Rede.

Im übertragenen Sinne war jedoch auch der gemeine Protestler und Revoluzzer der 60er-Jahre ein Brandstifter und Bombenleger. Wer die eingefahrenen Grundzüge der Gesellschaft infrage stellt und seine Mitmenschen aufzurütteln versucht, gilt besonders unter den Traditionalisten als Querdenker, Nestbeschmutzer und Unruhestifter. Er zerstört, was Jahrzehnte lang der Norm entsprach und wortlos akzeptiert wurde. Ein Bombenleger im geistigen Sinne kann also auch jemand sein, der Denkverbote und Tabus kritisiert und alternatives Gedankengut propagiert. Das „langhaarig“ gesellt sich dazu, da man die allgemeinen Umbrüche in der Gesellschaft mit den oft langhaarigen Hippies und Gammlern in Verbindung brachte.

Im aktuellen Kontext gehören auch die Whistleblower zu den Bombenlegern, da sie „Informationsbomben“ platzen lassen. Nur sind lange Haare für Aufruhr und Protest heute keine Notwendigkeit und zwingende Begleiterscheinung mehr.

Bedeutung der langen Haare bzw. Langhaarigkeit

Was genau als lang angesehen wird, variiert von Kultur zu Kultur. Sogar innerhalb einer Kultur oder Gesellschaft gibt es große Definitionsunterschiede. Nicht immer bedeutet lang, dass die Haarpracht über die Schulter hinabreichen muss. Selbst die Haare auf den Pilzköpfen der Beatles galten damals bereits als „lang“.

Das Haar ist seit jeher von großer Bedeutung für die menschliche Selbstdarstellung. Deswegen wird gerne das Urteil über jemanden über dessen Haare gefällt. Leicht zu verändernd, nachwachsend und einfach zu gestalten, so kann man mit der Frisur schnell seinen Überzeugungen oder seiner gesellschaftlichen Stellung Ausdruck verleihen. Wer früher kurz geschorenes Haar hatte, gehörte zur Dienerschaft an oder zählte zu den Untergebenen. Langes Haar dagegen kennzeichnete eine Sonderrolle.
Die Haarlänge wird gerne als Provokation genutzt, beispielsweise wenn die Haarpracht des Mannes länger ausfällt, als es im gesellschaftlichen Kontext aktuell gerade üblich ist. Bei Frauen ist es eher das Gegenteil. Kurzes Haar provozierte in der Vergangenheit gesellschaftskritisch und ist auch heute noch Zeichen von Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein.

Die Haarlänge im Wandel der Zeit: Geschichte, Historie

Im Alten Testament finden die Nasiräer Erwähnung, welche durch ihr ungeschnittenes Haar ihre Bindung zu Gott demonstrierten. Auch eine Geringschätzung von Glattrasuren und Kahlköpfigkeit ist in der Bibel präsent. Differenziert wird jedoch an mancher Stelle zwischen den Geschlechtern. So sei es eine Ehre für die Frau, langes Haar zu tragen, jedoch eine Unehre für den Mann.

In der Antike trugen viele Helden ihre Haare lang. Ungeschnittenes Haar war ein Symbol für Freiheit. Unter Kriegern galt es als Zeichen des Adels. Während bei Frauen durchgehend das lange Haar eine zentrale Rolle spielte, variierte es bei Männern immer wieder. So trugen Athleten, Gelehrte und auch Soldaten aus praktischen Gründen ihr Haar kurz. Im Römischen Reich sah man langhaarige Männer als Barbaren an. Die langen Haare waren damit negativ besetzt.

Auch die alten Germanen und Kelten bevorzugten ihr Haar lang. Es wurde gepflegt und kunstvoll geflochten.

Lange Zeit galten lange Haare als Ausdruck von Freiheit, Adel und höherem Stand. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts verloren sie bei Männern ihre Beliebtheit. Langes Haar galt nicht mehr als modisch.
In der Weimarer Republik wurde längeres Haar wieder modern, es wurde mit Pomade nach hinten gekämmt. In der Wehrmacht war ein geschorener Kopf sogar verboten, dort trug man einen Undercut mit längerem Oberkopfhaar.

In den 1960er-Jahren wurde langes Haar schließlich zum Protestsymbol. Besonders bei Männern wurde die lange Haarmähne zum gegenkulturellen und politischen Statement. Die lange Mähne wurde zum Bestandteil subkultureller Bewegungen, alternativer Kulturen und Lebensentwürfen.
Die hartnäckige Weigerung, sich die Haare schneiden zu lassen, war Teil des vorherrschenden Generationenkonflikts und Anlass für Schulverweise und weitere Sanktionen.

In den 70er-Jahren blieb der Trend zum langen Haar bestehen. Die Beliebtheit der Reggae-Musik brachte das Interesse an Dreadlocks und der Philosophie der Rastafari-Bewegung mit sich. In den 1980er-Jahren sorgte der Glamrock für wilde, auftoupierte Mähnen bei Männern und Frauen. Exzentrische Frisuren nahmen ihre altertümliche Bedeutung wieder auf. Wer eine Metal-Mähne trug, war nicht gewöhnlich, er zeichnete sich als etwas Besonderes aus. Er war ein Rockstar oder fühlte sich zumindest als solcher.

Warum heißt der Kaiserschnitt „Kaiserschnitt“? Bedeutung, Definition, Erklärung, Wortherkunft


Laut einer alten Überlieferung soll der römische Diktator Julius Cäsar Namensgeber für den Kaiserschnitt sein. Diese Behauptung stellte der Schriftsteller Plinius auf, der allerdings erst einige Jahrzehnte nach ihm zur Welt kam. In seiner Geschichte wurde Julius Cäsar aus dem Bauch seiner Mutter geschnitten und da die lateinische Bezeichnung dafür „Sectio caesarea“ übersetzt soviel bedeutet wie „schneiden“ und „Kaiser“, war der Namenspatron schnell gefunden.

Kaiserschnitt: Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Der Wahrheitsgehalt dieser Überlieferungen wurde zunächst nicht weiter angezweifelt, da es dem Kaiser etwas Übersinnliches einhauchte. Dabei waren Geburten in dieser Zeit ohnehin schon sehr gefährlich. Allein aufgrund der hygienischen Rahmenbedingungen hätte die Mutter Cäsars einen Kaiserschnitt wohl kaum überleben können. Damals durften sogenannte Schnittentbindungen nur bei verstorbenen Frauen durchgeführt werden, um das Baby zu retten. Die Mutter Cäsars war nach der Geburt aber noch viele Jahre wohlauf und so konnte diese Theorie später widerlegt werden.

Woher der Begriff Kaiserschnitt stammt, ist leider noch immer nicht ganz eindeutig geklärt. Der Ursprung könnte im Mittelalter liegen und auf dem Wort „caedare“ (schneiden) basieren. Kinder, die mit Hilfe dieser Methode zur Welt kamen, wurden „caesones“ (Schnittlinge) genannt. Es ist aber auch denkbar, dass der Ausdruck Kaiserschnitt auf ein Gesetz aus dem 8. Jahrhundert zurückzuführen ist, das „Lex Caesarea“ genannt wurde. Dort war festgehalten, dass ein ungeborenes Kind einer verstorbenen Frau nur getrennt von deren Leichnam begraben werden durfte. Dafür war es notwendig, beide Körper voneinander zu trennen. Da eine natürliche Geburt nicht mehr möglich war, blieb nur die sogenannte Schnittentbindung übrig.

Den Menschen dieser Zeit schien es jedoch einfacher und weniger unheimlich, Julius Cäsar weiterhin als Namensgeber einzusetzen.

Wann wurden die ersten Kaiserschnitte erfolgreich durchgeführt?

Wie bereits erwähnt, waren Kaiserschnitte damals sehr gefährlich. Wenn die Frau den starken Blutverlust überlebte, führte meistens eine Sepsis früher oder später zum Tod.

Den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt führte ein Schweizer namens Jacob Nufer im 15. Jahrhundert an seiner Frau durch. Dabei halfen ihm seine Kenntnisse aus der Kastration von Schweinen. Sowohl seine Frau als auch das Baby überlebten den Eingriff.

Trotzdem blieb ein Kaiserschnitt noch viele Jahrhunderte nach dieser erfolgreichen Geschichte eine Schreckensvision für die meisten werdenden Mütter. Diese verstarben meist bereits wenige Tage nach der Operation an Infektionen oder inneren Verletzungen. Im Jahr 1876 kam dann die Wende, indem der italienische Arzt Edoardo Porro direkt nach der Entnahme des Babys die Gebärmutter vollständig entfernte. Damit senkte man die Sterberate signifikant.

Heutzutage sind die technischen und hygienischen Standards glücklicherweise deutlich fortschrittlicher. Da erstaunt es nicht, dass rund 20% aller Babys per Kaiserschnitt zur Welt kommen.

Fakten rund um das Thema Kaiserschnitt

Der Schweizer Jacob Nufer führte im 15. Jahrhundert an seiner eigenen Frau den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt durch, bei dem sowohl Mutter als auch Kind überlebten.
Trotzdem wurden sogenannte Schnittentbindungen aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate auch in den darauffolgenden Jahrhunderten nur ungern durchgeführt. Das änderte sich im Laufe der Zeit jedoch.

Aufgrund der technischen Entwicklung sowie der hohen hygienischen Standards ist diese Art der Geburtshilfe in der heutigen Zeit immer beliebter geworden. Allein in Deutschland hat sich zwischen den Jahren 1991 und 2011 die Rate der Kaiserschnitte nahezu verdoppelt. Als Grund dafür gilt die wachsende Rate an Risikoschwangerschaften. Trotzdem verbirgt sich hinter dieser Zahl nicht unbedingt immer ein medizinischer Nutzen. So sollen laut Statistiken nur rund 10% aller Kaiserschnitte medizinisch notwendig sein. Häufig wird der Eingriff auch nur auf Wunsch der Mutter durchgeführt, weil diese Angst vor einer natürlichen Geburt hat.

Warum werden Kaiserschnitte durchgeführt?

Ein Kaiserschnitt wird meistens bei Mehrlingsgeburten angeraten. Aber auch bei gesundheitlichen Einschränkungen der Mutter oder wenn das Kind falsch liegt, ist diese Art der Entbindung deutlich sicherer. Wenn die Gebärende an Krankheiten wie HIV oder Herpes leidet, minimiert ein Kaiserschnitt sogar die Übertragung der Viren auf das Kind.

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Der Name erklärt sich wie von selbst, wenn man die Operationstechnik dahinter kennt. Wenn die Entscheidung für einen Kaiserschnitt gefallen ist, wird die werdende Mutter mit Hilfe einer Periduralanästhesie zunächst betäubt. Anschließend wird oberhalb des Schambeins erst die Bauchdecke und dann die Gebärmutter geöffnet. Das Kind wird aus dem Leib der Mutter entnommen und dann verschließt der Arzt alle Schichten wieder sorgfältig. Die gesamte Prozedur dauert in der Regel nur ca. 1 Stunde.

Was ist ein „Energievampir“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Vampire sind blutsaugende Schattenwesen, die weder leben noch tot sind. Durch das Blut der Opfer erhalten sie sich in einem Zwischenzustand. Vampire sind mythische Wesen, die in fast jeder Kultur hervorgebracht wurden. Unsere Vorstellung von Vampiren geht auf einen Roman eines britischen Schriftstellers, Bram Stoker, zurück, der im Jahr 1897 einen Roman mit dem Titel „Dracula“ veröffentlichte. Dracula „lebt“ in den Karpaten als Untoter, der tagsüber in seinem Sarg ruht und in der Nacht auf die Jagd geht. Dracula ist ein komplexer Charakter, der nicht nur Angst und Schrecken verbreitet, sondern auch eine narkotische Faszination auf seine Opfer ausübt. Allen Vampirmythen gemeinsam ist der Glaube, dass die Lebensenergie eines Menschen im Blut konzentriert ist. Bei der Aufnahme von Blut geht auch ein Teil dieser Energie auf denjenigen über, der das Blut trinkt.

Psychologische Dimension des Vampirmythos

Der Vampirmythos geht von der Vorstellung aus, dass die Lebensenergie eines Menschen in seinem Blut gespeichert ist. Dies deckt sich natürlich mit der biologischen Beobachtung, dass ein Lebewesen ohne Blut nicht existieren kann und übermäßiger Blutverlust zum Tod führt. Entfernt man sich von der materiellen Basis des Bluts und bewegt sich hin zu psychologischen Perspektiven, ist der Begriff der „Lebensenergie“ weiterhin sinnvoll. Als Lebensenergie werden die Einstellungen eines Menschen bezeichnet, die ein erfülltes Leben ausmachen. Hierzu gehören Optimismus, Aktivität, zwischenmenschliche Bindungen, Sinngebung und Lebensziele. Wenn ein Mensch diese Grundbedingungen besitzt, ist er zu einem zufriedenen Leben befähigt und kann Dinge bewegen.

Energievampire: Negative Einflüsse auf die Lebensenergie

Bei einer maximalen Lebensenergie kann ein Mensch sein Potential voll ausschöpfen und entwickelt Ausstrahlung. Er kann andere Menschen begeistern und mitreißen und tief beeindrucken. Dies ist das Idealbild eines gelungenen Lebens. Allerdings gibt es Einflüsse, welche das Potential, das jeder Mensch besitzt einschränken. Der Alltag mit seinen Notwendigkeiten und Begrenzungen behindert oft eine Entfaltung. Aber es sind auch andere Menschen, die Lebensenergie abziehen können. Diese Personen werden in Anlehnung an den Vampirmythos als Energievampire bezeichnet.
Der Abzug von Lebensenergie hat Auswirkungen auf das Befinden des Menschen. Der Mensch fühlt sich ausgelaugt, müde, depressiv, aggressiv und lethargisch. Die Probleme türmen sich zu unüberwindlichen Hindernissen auf. Jede Aktion erscheint als eine Zumutung. Der Mensch zieht sich vom Leben zurück.

Diese negativen Auswirkungen sind Reaktionen auf bestimmte Situationen und auf bestimmte Personen. Die Gemeinsamkeit aller Vampirsituationen sind der Verlust von Handlungs- und Einflussmöglichkeiten. Der Mensch fühlt sich der Situation ausgeliefert. Wer sein Verhalten beobachtet, kommt zu dem Schluss, dass diese negative Grundstimmung auch im Zusammenhang mit bestimmten Menschen auftaucht.

Energievampire: Bedeutung, Definition, Erklärung

Es gibt Begegnungen, die ein gewisses Unwohlsein hinterlassen. Dies darf nicht mit Sympathie oder Antipathie verwechselt werden. Es handelt sich um Kontakte, die ein tiefes Gefühl von „Lebensmüdigkeit“ hinterlassen. Wir sehen die Welt schwarz, fühlen uns gelähmt und bedrückt. Diese Personen sind Energievampire. Sie befinden sich in unserem direkten Lebensumfeld, bei der Arbeit, in der Familie oder bei Freizeitaktivitäten. Wir treffen sie überall.

Energievampire sind Menschen, die meist unbewusst andere in ihren Potentialen einschränken. Es sind häufig nicht die Monster aus den Mythen, sondern Personen, die selbst erhebliche psychische Probleme haben. Diese bearbeiten sie allerdings mit Strategien, die zu Lasten anderer Menschen gehen. Zum Energievampir wird ein Mensch nicht geboren, sondern er wird dazu durch seine Lebensgeschichte oder durch spezielle Umstände gemacht. Energievampiren gemeinsam ist ihre negative Grundeinstellung zum Leben im Allgemeinen. Es handelt sich um zutiefst unsichere Menschen, denen es an Selbstwertgefühl mangelt.

Diese negative Grundeinstellung kann aus persönlichen Traumata entstanden sein. Sie wurden vielleicht selbst Opfer von Mobbing, von physischem oder psychischem Missbrauch oder tragen Schuldgefühle mit sich herum. Sie fühlen sich nicht ausreichend beachtet oder vielleicht sogar ungewollt. In den letzten Jahren hat sich ein neuer Typ des Energievampirs etabliert. Auch die moderne Reizüberflutung und die Beschleunigung von Veränderung kann aus Menschen Energievampire machen.

Eigentlich sind Energievampire also Menschen, die selbst psychologische Hilfe benötigen. Dies sollte allerdings nicht dazu verleiten, Mitleid zu entwickeln. Diese Verhaltensweise schadet beiden Seiten. Sowohl der Vampir, als auch der Betroffene, müssen sich aus den negativen Mechanismen befreien, um zu sich selbst zu finden.

Psychologie und Psychogramme von Energievampiren

Es gibt bestimmte psychologische Typen, die prädestiniert sind, zu Energievampiren zu werden. Das heißt nicht, dass alle Menschen, die den folgenden Psychogrammen entsprechen tatsächlich auch Energievampire sind. Aber sie haben das Potential und eine gewissen Vorsicht im Umgang mit ihnen ist durchaus angebracht.

Soziopath

Vielleicht der gefährlichste aber am leichtesten zu erkennende Typ. Dies sind Menschen, die buchstäblich über Leichen gehen und von keinem Gewissen eingeschränkt werden. Sie suchen ihren Vorteil um jeden Preis und missachten jegliche soziale Normen. Es sind die Menschen, die sich überall nach vorne drängen und die nur ihren eignen Vorteil suchen.

Narzissten

Sie halten sich für unfehlbar und leben die Extreme. Sie benutzen andere Menschen für ihren Vorteil und sehen darin eine natürliche Ordnung. Ihnen fehlt es an jeder Art von Empathie. Narzissten müssen zwanghaft überall im Mittelpunkt stehen, weil die Welt sich um sie dreht. Sie sind die Entertainer, während der Rest der Welt lediglich als Publikum sinnvoll ist.

Borderliner

Diese Menschen sind Grenzgänger, die ständig zwischen Extremen hin und her pendeln. Es sind die Propheten, die alles wissen und die Untergangspropheten, die schon immer alles gewusst haben. In Hochphasen können sie mitreißend und faszinierend sein, während sie ohne Vorwarnung in tiefste Depression verfallen können. Borderliner leben ihr Leben im Rausch, ihnen fehlt aber jede Orientierung und Halt.
Perfektionisten

Dies sind Menschen, bei denen Angst das Lebensgrundgefühl darstellt. Leben ist Veränderung und Neues. Und genau das bereitet ihnen Panikattacken. Ihre Konsequenz ist das Ersticken jeden Lebens in einer, alles umfassenden Ordnung. Nichts darf sich verändern, nichts ihrer Kontrolle entgleiten.

Professionelle Opfer

Die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen versuchen sie durch Mitleid zu erhalten. Sie sind die Opfer der Umstände, die Menschen, die immer Pech haben, selbstverständlich unverschuldet. Ihr Leben ist ein einziger Hilferuf.

Verteidigungsstrategien gegen Energievampire

Energievampire leben von der Manipulation ihrer Mitmenschen. Sie zwingen den anderen ein Verhalten auf, das diese nicht wollen. Weil Menschen nur auf der Grundlage einer eigenen Einsicht geändert werden können, kann man Energievampiren nicht helfen. Solange sie mit ihren Strategien erfolgreich sind, werden sie diese weiter praktizieren. Deshalb hilft gegen Energievampire nur Distanz.

Was bedeutet „Bonze“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Bonze“, der heutzutage seine höchste Verbreitung wahrscheinlich unter Jugendlichen hat, stammt etymologisch aus einer fernöstlichen Sprache. Ursprünglich wohl dem japanischen Wort „bonso“ entlehnt, fand er durch verschiedene Autoren Aufnahme in den deutschen Sprachgebrauch. Das Wort „bonso“ bezeichnete in Japan einen buddhistischen, also einen fremden Mönch (den Buddhismus brachten chinesische beziehungsweise koreanische Mönche nach Japan). Seit etwa dem Jahr 1600 wird der Begriff mit unterschiedlichen Schreibweisen (zum Teil „Bontze“) in der oben genannten Bedeutung auch im Deutschen verwendet, ebenso in verschiedenen anderen europäischen Sprachen.

Was bedeutet „Bonze“? Wortherkunft, Geschichte

Im Laufe des 18. Jahrhunderts erfuhr das Wort einen Bedeutungswandel, es wurde erstmals auf Priester, denen man Frömmelei und Pharisäertum oder besser Scheinheiligkeit vorwarf, im Allgemeinen angewandt. Der Vorwurf an einen Bonzen lautete nun, einen christlichen Lebenswandel zu leben vorzugeben, in Wahrheit jedoch ein ausschweifendes und sündiges Leben zu führen. Diesen Vorwurf findet man auch in der umgangssprachlichen Redewendung „Wasser predigen und Wein saufen“. Im 19. Jahrhundert begann man, den Begriff des „Bonzen“ auch im weltlichen Kontext zu gebrauchen. Man nutzte es, um abfällig von Amts- und Würdenträgern zu sprechen.

Bonze heute: Bedeutung, Definition und Erklärung

Heute findet man das Wort „Bonze“ zum Teil noch in der politischen Linken als Schimpfwort für wohlhabende, „bürgerliche“ Gegner. In der Regel ist das Wort heutzutage jedoch nicht mehr politisch aufgeladen. Gerade beim Gebrauch durch Jüngere bezeichnet es zumeist lediglich Leute, die ihren Wohlstand öffentlich zur Schau stellen. So ist ein Bonze, wer sich bestimmte Statussymbole leistet und diese präsentiert. Interessant ist, dass sich die Aussprache im Jugendslang verschoben hat. So wird der Buchstabe „Z“ bei dem Wort „Bonze“ häufig als „s“ gesprochen. Das ist vor allem deshalb kurios, weil die Herkunft des Wortes ja wie oben dargelegt höchstwahrscheinlich in dem Wort „bonso“ liegt. So nähert sich ein Begriff nach jahrhundertelangem Bedeutungswandel zumindest in der Aussprache wieder seinem Ursprung an.

Bonze: Gebrauch durch die Sozialdemokraten

Die Sozialdemokraten schließlich waren es, die im ausgehenden 19. Jahrhundert den Begriff des „Parteibonzen“ wie überhaupt die Verwendung im Zusammenhang mit Parteifunktionären prägten. Hier bezeichnete der Begriff nun einen Sozialdemokraten, der in der Partei Karriere gemacht hatte und den Kontakt zu dem einfachen Arbeiter, dem eigentlichen Bezugspunkt sozialdemokratischer Politik verloren hatte. Das Eingliedern in den politischen Apparat, das Friedenmachen mit dem System und (in der Weimarer Zeit) mit den bürgerlichen Parlamentsmehrheiten wurde als Verrat am Proletariat empfunden. In den Worten Kurt Tucholskys: „Man kann nur noch durchs Vorzimmer zu dir gelangen. Du rauchst nach Tisch die dicken Zigarren, lachst über Straßenhetzer und Narren. Weißt nichts mehr von alten Kameraden, wirst aber überall eingeladen.“

Bonze: Gebrauch unter den Nationalsozialisten

Für die Nationalsozialisten hingegen war das „Politbonzentum“ von Beginn an ein zentraler Bestandteil ihrer Propaganda. Die SA marschierte mit Parolen wie „Stellt die Bonzen an die Wand“ durch die Straßen. Dem Parlament warfen die Nationalsozialisten Untätigkeit und träge Saturiertheit vor und schafften es so, sich trotz der eigenen Vertretung im Parlament von ihm abzuheben und die eigene Bewegung als Gegenentwurf darzustellen. Damit unterschieden sie sich von den nunmehr seit Jahren parlamentarisch etablierten Sozialdemokraten, gegen die der Vorwurf des Bonzentums unter anderem gerichtet war und wurden so auch für eine breite Basis in der Arbeiterschaft attraktiv. Die Erzählung vom durch den Bonzen verratenen Arbeiter spielte für die NSDAP (übrigens auch in internen Richtungskämpfen) also eine entscheidende Rolle. Vergegenwärtigt man sich den Ursprung der Verbreitung im 18. Jahrhundert, mutet es seltsam an, dass ein Wort für bigotte Priester vor allem in den Kreisen von Sozialisten und Nationalsozialisten, denen zahlreiche Kritiker vorwerfen, mit einer irdischen Heilslehre eine Ersatzreligion zu betreiben, so starke Verbreitung finden konnte.

Warum sagt man „Klar wie Kloßbrühe“? Woher kommt die Redewendung? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Redewendungen basieren oft auf alltäglichen Dingen und nehmen gern Bezug auf Essen und Lebensmittel. Suppen und Brühen sind seit langer Zeit eine Basis der Ernährung und jeder kennt die flüssige Mahlzeit zum Löffeln. Klar wie Kloßbrühe ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, der ein Bild im Kopf erzeugt und damit die Kernaussage verdeutlicht. Ein Thema, das eindeutig und verständlich ist, kann mit dem Ausdruck „klar“ bezeichnet werde. Zur Verdeutlichung, wie einfach und durchsichtig ein Thema ist, kann der Zusatz „wie Kloßbrühe“ verwendet werden.

Von der Klostersuppe zur Kloßbrühe

Sprache ist ein stetiger Fluss und verändert sich laufend. Der heute verwendete Ausdruck Kloßbrühe geht zurück auf das Wort Klostersuppe. Mönche und Nonnen haben oft autark hinter Klostermauern gelebt. Viele verstanden sich in der Kunst der Kräuterkunde und der Zubereitung von Speisen. Die Ernährung im Kloster folgte verschiedenen Richtlinien. Sie durfte nicht der Völlerei dienen und durfte Körper und Geist nicht belasten. In den Fastenmonaten galten noch strengere Regeln. In diesen Phasen wurde die sogenannte Klostersuppe serviert. Eine klare und sehr dünne Brühe, die den Blick bis zum Boden des Tellers durchließ. Die gefüllten Schalen ließen keine Frage offen, denn Suppen wurden ohne Einlagen serviert.

„Klar wie Kloßbrühe“: Bedeutung, Erklärung, Herkunft

Der Begriff „Klar“ hat viele Bedeutungen. Es steht für eindeutig ebenso wie für durchsichtig oder Startbereit. Die Verwendung des Wortes begann wahrscheinlich im 12. Jahrhundert. Es könnte vom lateinischen „clarus“, dem Ausdruck für „hell“ abgeleitet sein. Im französischen Sprachraum verfestigte sich der Ausdruck „clair“ und in den Niederlanden das Wort „claer“.

Umgangssprachlich hat sich „klar“ als Bestätigung dafür gefestigt, dass etwas verstanden wurde. Ein komplizierter Vorgang, der das Gehirn in Nebel hüllt, wird deutlich, wenn sich der Nebel lichtet. Der Blick und der Verstand werden klar. „Klar wie Kloßbrühe“ bekräftigt und unterstützt die Aussage: „Ja, ich habe es verstanden.“

Die feine Ironie in der Redewendung „Klar wie Kloßbrühe“

Eine Redewendung greift oft gesellschaftliche Besonderheiten auf. Es gibt Sprachforscher, die in der Verwendung von „klar wie Kloßbrühe“ Scherzhaftigkeit und Ironie erkennen. Sie beziehen sich dabei auf den Vorgang, dass beim Kochen von Klößen in einer Brühe das Wasser getrübt ist. Nach dem Kochen hat die Brühe einen milchigen Charakter angenommen und das unabhängig davon, ob Fleisch- oder Kartoffelklößchen gekocht wurden. Die Verbindung von Klarheit und Kloßbrühe ist nicht vorhanden und der Ausdruck verliert dadurch an Ernsthaftigkeit. Ähnlich verhält es sich, wenn Personen von Klarheit sprechen, die eine längere Zeit zum Lernen und Verstehen benötigen. Mit der Verwendung der Redewendung wird unterschwellig zum Ausdruck gebracht, dass ein Thema sehr trivial ist. Diese Theorie ist nach der Entwicklung von der Klostersuppe zur Kloßbrühe entstanden.
Klar wie Kloßbrühe kann demzufolge verschiedenen Aussagen haben. Bei der Verwendung sind die feinen Nuancen zu beachten, die die Bedeutung verändern.

Klar wie Würstchenwasser

Im europäischen Ausland gibt es unterschiedliche Interpretationen von klaren Flüssigkeiten. Häufig bezieht sich Klarheit auf Brühe. Es gibt wenig vergleichbare Substanzen, die eine derart starke Transparenz aufweisen wie eine Suppenbrühe. Für viele Schweden verbirgt sich hinter der Redewendung jedoch das Wasser vom Würstchen erwärmen. Pippi Langstrumpf sah alles klar wie Kokosnuss, womit sie vielleicht das Wasser meinte. Für Italiener ist Klarheit hell wie Sonnenschein, Niederländer finden die Eindeutigkeit im Kandis und im englischen Sprachgebrauch ist etwas so verständlich wie ein Ei ein Ei ist.

Was ist Beratungsresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung


Beratungsresistenz bezeichnet die Eigenschaft einer Person, keine Ratschläge anzunehmen. Das kann vor allem bei Führungskräften von Organisationen sehr problematisch sein, obwohl sich dem Zustand auch positive Merkmale abgewinnen lassen: Beratungsresistente Menschen gelten als charakterstark.

Was ist Beratungsresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung

Beratungsresistenz ist in unserem Sprachgebrauch eher negativ konnotiert, also mit negativen Emotionen verknüpft. Wie die Eigenschaft einzuordnen ist, lässt sich aus Sicht der Sprache durch ihre Beziehung zu synonymen (ähnlichen) und antonymen (gegensätzlichen) Eigenschaften ablesen.

Synomyme für Beratungsresistenz

  • Starrsinn
  • Unbelehrbarkeit
  • Uneinsichtigkeit
  • Selbstständigkeit
  • Autonomie

Antonyme: Beratungsresistenz

  • Beratungsfähigkeit
  • Einsichtigkeit
  • Offenheit
  • Entscheidungsschwäche
  • Unwahrhaftigkeit

Wie wir sehen, gibt es jeweils positive und negative Synonyme und Antonyme.

Problematische Beratungsresistenz von Führungskräften

„Das haben wir immer so gemacht“ – dieser Satz kennzeichnet das grundlegende Problem der Beratungsresistenz. Manche Führungskräfte und Mitarbeiter sind auch für beste Impulse und Tipps unempfänglich. In etlichen Teams und Unternehmen ist diese Haltung stark verbreitet. Sie kann schlimmstenfalls Entwicklungen ausbremsen und damit richtig Geld kosten. Besonders die Führungskräfte können durch eine permanente Beratungsresistenz viel Schaden anrichten. Sie sind unflexibel, praktisch nicht kompromissbereit und keinen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Ihre Vorstellungen setzen sie dogmatisch durch, eine Überprüfung lassen sie nicht zu. Manchmal geschieht das sogar wider besseren Wissens einfach aus dem Grund, dass die Führungskraft befürchtet, bei Einsicht in einen Ratschlag Schwäche zu zeigen. Bis hierhin scheint das Problem klar auf der Hand zu liegen: Der Manager ist beratungsresistent, richtet Schaden an und muss daher ersetzt werden. Doch so einfach ist es nicht. Manche Formen des Eigensinns können nämlich auch sinnvoll sein. Da zur Beratungsresistenz auch Charakterstärke gehört, könnte der Manager in der Vergangenheit mit seiner Linie durchaus erfolgreich gewesen sein. Zum Beispiel könnte er sich geweigert haben, definierte Qualitätsstandards zu unterschreiten. Damit blieben zwar die Produkte vergleichsweise teuer, jedoch wurde dadurch auch eine qualitätsbewusste Stammkundschaft angezogen.

Wann ist Beratungsresistenz wirklich schädlich?

Schaden durch beratungsresistente Manager und Fachkräfte entsteht immer dann, wenn ihre Uneinsichtigkeit in Wahrheit auf Bequemlichkeit beruht. Sie wollen einfach bestimmte Routinen nicht aufgeben, selbst wenn diese inzwischen durch neuere Verfahren überholt wären und damit teurer als die Einführung der Innovation sind. Gegenwärtig (2020) betrifft das beispielsweise die Digitalisierung von Unternehmen. Das papierlose Büro ist längst möglich und auch sehr effizient, doch beratungsresistente Führungskräfte weigern sich, es einzuführen.

Worauf beruht Beratungsresistenz? Wie entsteht sie?

Es gibt mehrere Gründe für diese Art von Unbelehrbarkeit. Die persönliche Eitelkeit kann dazugehören, doch auch eine Unternehmenskultur kann sie fördern. Wenn beispielsweise Fehler hart bestraft werden, hemmt das alle Veränderungen. Diese sind schließlich immer mit dem Risiko des Scheiterns behaftet. Auf der psychologischen Seite führt zudem ein ausgeprägter Narzissmus unter anderem auch zur Beratungsresistenz. Eine weitere Schwäche wäre die Unentschlossenheit, die auf mangelnder Intelligenz beruhen kann. Der Abteilungsleiter ist einfach nicht in der Lage, der Vorzüge einer Änderung und der Beratung hierzu zu erkennen. Daher belässt er lieber alles beim Alten.

Beratungsresistenz: Folgen

Beratungsresistenz kann gefährlich sein, weil Unternehmen und andere Organisationen ohne Entwicklung zurückfallen. Damit verlieren sie im Wettbewerb. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass jeder Ratschlag gut und richtig ist. Doch man muss ihn sich anhören und konstruktiv damit umgehen. Wenn er abgelehnt wird, muss es dafür gute, nachvollziehbare Gründe geben. Eine Pauschalablehnung aufgrund von Beratungsresistenz hingegen hat auch für die Motivation der Belegschaft prekäre Folgen:

  • Die Mitarbeiter werden desillusioniert und resignieren.
  • Da beratungsresistente Chefs oft Narzissten und Tyrannen sind, lösen sie Furcht unter der Belegschaft aus. Diese ist per se ein schlechter Ratgeber. Es entsteht ein gefährlicher, weil permanenter Stillstand.
  • Verkrustete Strukturen werden zementiert. Die Beratungsresistenz erstickt jede Flexibilität schon im Keim.
  • Wirklich fähige Mitarbeiter kündigen. Damit sinkt das Gesamtniveau der Belegschaft.

Wie lässt sich Beratungsresistenz überwinden?

Ihre Überwindung hängt von den Ursachen ab. Sollte der beratungsresistente Manager einfach charakterschwach und/oder unintelligent sein, dürfte die Lösung darin bestehen, ihn auszutauschen. Wenn das Problem allerdings zu strenge Führungsstrukturen sind, müssen diese überwunden werden. Fortschrittliche Unternehmen halten daher regelmäßige Meetings ab, in denen sich die Führungskräfte die Vorschläge ihrer Mitarbeiter anhören und zur Diskussion stellen. Das ist genau das Gegenteil von Beratungsresistenz und die Basis für den Erfolg moderner Unternehmen. In solchen Meetings sollte eine sogenannte hierarchiefreie Kommunikation stattfinden. Dabei darf jeder sagen, was er denkt. Die Führung der Firma profitiert damit vom gesammelten Wissen und der Schwarmintelligenz ihrer Mitarbeiter. Nochmals ist zu betonen, dass deshalb nicht jeder Gedanke gut ist. Welcher Ratschlag umzusetzen ist, obliegt der Entscheidung der oberen Leitungsebenen.

Was ist Betriebsblindheit? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die meisten Vorgesetzten und Mitarbeitern, die ihre tägliche Arbeit verrichten, stellen einmal aufgestellte Regeln. Diese lassen sich aufgrund von Anweisungen der Geschäftsführung nur bedingt abwandeln oder verändern. Da die Betreffenden keine Möglichkeiten haben, ihre Tätigkeit gemäß ihren individuellen Kriterien und Wünschen zu gestalten, sehen sie die vorgegebene Struktur als feste Größen an und üben auch keinerlei Kritik. Da schon sich ihre Vorgänger an diese Vorgehensweisen halten mussten, orientieren sich ihre Kollegen und Nachfolger an an den bekannten Schemata.

Was ist Betriebsblindheit? Bedeutung, Definition, Erklärung

So kommt es im Laufe der Monate und Jahre zur Betriebsblindheit. Effektive Lösungen werden nicht durchdacht oder vorgeschlagen. Selbstkritik an den betrieblichen Vorgängen kann auch zu Problemen mit Kollegen führen, die sich zurückgesetzt fühlen oder eine Konkurrenz fürchten.

Umso stärker ein starres Denk- und Verhaltensmuster ausgeprägt wird, desto geringer konzentriert sich der Mitarbeiter auf seine Kreativität. Sie wird von ihm als individuell denkendem Wesen nicht gefordert. Eingefahrene Gewohnheiten werden beibehalten. Mit der Zeit führt der Mitarbeiter die ihm übertragenen Aufgaben eher gedankenlos aus. Er beherrscht die ihm vorgeschriebene Routine und setzt sie um. In meisten Fällen führen die Prozesse zu einer ausgeprägten Montags-bis-Freitags- Arbeitsmoral. Am Montagmorgen beginnt der Angestellte oder Arbeiter mit der ihm aufgetragenen Arbeit in dem ihm bekannten unflexiblen Muster. Jede halbe Stunde sieht er auf die Uhr und freut sich schon auf den Freitag. Dann darf er gegen 14 Uhr nach Hause gehen.

In diesem Klima findet die Betriebsblindheit einen günstigen Nährboden. Auch wenn es verschiedene Neuerungen geben sollte, mit denen die Arbeit schneller und effektiver erledigt werden kann.

Eine menschliche Reaktion, die die Betriebsblindheit begünstigt, ist die Gewohnheit. Bei ihr werden bestimmte Tätigkeiten oder gedankliche Abläufe stets in verschiedenen Intervallen wiederholt und wie Stereotypen behandelt.

Stereotypen wirken jedoch auch auf einen innovativen Stillstand hin. Bei den Produktionsprozessen kommt es aber auf Effektivität an. Diese führt wiederum zu Wettbewerbsvorteilen. Stellt sich hier eine Betriebsblindheit ein, weil die laufenden Prozesse trotz weiterführender Methoden und Techniken nicht ausgebaut werden, sollte die Geschäftsführung in regelmäßigen Abständen externe Experten konsultieren. Hierbei handelt es sich um Teams von hoch qualifizierten Fachleuten. Sie kennen nicht nur die Branche ihres Auftraggebers, sondern verfügen auch über das betriebswirtschaftliche und technische Know-how. Mit ihrer Hilfe überprüft das Unternehmen jeden Arbeitsabschnitt auf Effizienz und Effektivität.

Welche Wirkung haben Effizienz und Effektivität für die Betriebsblindheit?

Unternehmen müssen ihre Arbeit mit der optimalen Effizienz und Effektivität realisieren. Deshalb sollte die Geschäftsleitung negativen Entwicklung wie der Betriebsblindheit stets geschlossen entgegenwirken.
Doch wo liegt der Unterschied zwischen Effizienz und Effektivität und wie ergänzen sich diese beiden Faktoren?

Effektiv arbeitende Mitarbeiter erreichen das von ihnen erwartete Ergebnis. Sollen sie effizient tätig werden, dann führt ihre Arbeit jeweils zu einem Resultat, bei dem die eingesetzten Mittel möglichst zu einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis beitragen. Dabei behalten die Verantwortlichen stets das ökonomische Prinzip im Auge. Der erbrachte Nutzen muss jeweils die Kosten übersteigen und zu einem positiven Ertrag führen.
Sollte sich die Betriebsblindheit an diese Stelle in einer Abteilung des Unternehmens auswirken, reduziert sich so die Effizienz als auch die Effektivität. Die betreffende Firma verschenkt wertvolle Ressourcen und verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Im ungünstigsten Fall kommt es zur Übernahme durch die Konkurrenz, zur Insolvenz oder zum Konkurs, bei denen jeweils alle Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen können.

Wie können Unternehmen der Betriebsblindheit entgegensteuern?

Unternehmen sind auf kreative und gut ausgebildete Mitarbeiter auf allen Ebenen angewiesen. So bleiben sie wettbewerbsfähig und können ihre Arbeit sowohl mit der bestmöglichen Qualität als auch mit dem höchstmöglichen Ertrag verbinden.

Die wenigsten Menschen können mit der Kritik an ihrem Handeln nur bedingt umgehen. Sie sehen darin eine Verletzung ihrer persönlichen und beruflichen Leistung. Besser ist ein Feedback. Es handelt sich um eine positive und konstruktive Stellungnahme. Der Mitarbeiter bekommt von seinem Vorgesetzten die Chance, seine Arbeitsweise und sein Verhalten zu ändern, um seinen eigenen Arbeitsplatz auf Dauer zu erhalten.
In einigen Fällen werden Mitarbeiter aus den eigenen Reihen befördert. Hierbei gibt es jedoch einen entscheidenden Nachteil. Aufgrund der eingespielten Arbeits- und Denkweise ist das Risiko einer Betriebsblindheit nicht zu unterstützen.

Es lohnt sich deshalb, auf neue und unvoreingenommene Vorgesetzte und Kollegen zu setzen. Sie bringen außerdem unverbrauchte Erfahrungen aus anderen Unternehmen oder von der Hochschule mit.

Neue Mitarbeiter werden deshalb am ersten Arbeitstag mit einer provokanten Bitte konfrontiert, die sich sowohl beruflich als auch finanziell lohnen kann. Der neue Kollege soll sich während seiner Tätigkeit Gedanken darüber machen, wie man bestimmte Arbeitsprozesse effektiver und kostengünstiger gestalten kann. Es kann sich dabei beispielsweise um eine spezielle Abdeckung in der Fertigung handeln, mit der sich Lackiervorgänge beschleunigen lassen. Hunderte seiner Kollegen führen die dazu gehörige Tätigkeit schon seit Jahrzehnten aus. Aber keiner kam auf diese innovative Idee.

In mittleren und größeren Unternehmen setzen die Vorgesetzten zunehmend auf Coaches, um eingeschränkte Sichtweisen rechtzeitig aufzubrechen.

Viele Unternehmen mit langfristig stabilen Absätzen und zufriedenen Kunden gewöhnen sich an diese Situation. Statt das Erreichte stets zu hinterfragen, ruhen sich die Vorgesetzten und Mitarbeiter auf den Ergebnissen ihrer Arbeit aus. Sie vertrauen auf die Fortsetzung des Erreichten. Ändern sich die wirtschaftlichen Gegebenheiten, führt eine mittlerweile übersehene Betriebsblindheit zu existenzbedrohenden Folgen. Man spricht hier von Firmen, die die Entwicklungen in der Branche verschlafen haben.

Konzerne wie Volkswagen führten ein Prämiensystem ein. Hat ein Mitarbeiter eine konstruktive Idee, mit der sich beispielsweise Arbeitsprozesse beschleunigen oder ertragstechnisch optimiert nutzen lassen, dann stellt er seine Idee der Fachabteilung vor. Seinen Vorschlag kann er direkt in der Fachabteilung, in Schriftform oder per Mail einreichen.

Wird die vorgeschlagene Option zugunsten des Unternehmens aktiviert, erhält der Betreffende eine Geld- oder Sachprämie. Um auch anderen Mitarbeitern einen Anreiz zu bieten, wird sowohl der Mitarbeiter als auch seine Zusatzleistung innerhalb des Unternehmens veröffentlicht.

Welche Art von Betriebsblindheit kann den einzelnen Mitarbeiter betreffen?

Mit der Routine nimmt auch die Aufmerksamkeit ab. Der Betreffende bearbeitet die sich wiederholenden Arbeitsgänge vor und denkt parallel über Aktivitäten nach, die ihn geistig fordern könnten. Sie können sich sowohl auf bestimmten Aufgaben als auf sein Privatleben beziehen. Weicht jedoch innerhalb der Routine ein bestimmter Schritt von der gewohnten Kette ab, dann passieren Fehler.

Der Mitarbeiter in der Buchhaltung gibt jeden Tag ungefähr 2.000 Belege ein. Jeder entspricht einem bestimmten Muster und stellt beispielsweise eine Eingangsrechnung dar. Nimmt seine Aufmerksamkeit ab, dann könnte er eine versehentlich eingereichte Ausgangsrechnung als Eingangsrechnung verbuchen.

Aus diesem Grund sollten bestimmte stupide Aufgabenstellungen durch weitere Tätigkeiten und gezielte Unterbrechungen aufgelockert werden. So wird der Datenerfasser zwischenzeitlich mit der Zustellung der betriebsinternen Post, Botengängen oder der Anfertigung von Kopie beauftragt.

Was ist ein Geldstreik? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei einem Geldstreik verzichten Einzelpersonen und gelegentlich auch Personengruppen komplett auf Geld. Sie gestalten ihr Leben durch natürliche Selbstversorgung beispielsweise in einem Waldhaus und/oder durch Tauschhandel. Getauscht werden Produkte und Dienstleistungen, oft auch beides untereinander. Dabei liefern die Geldstreikenden eher die Dienstleistungen und beziehen damit Produkte. Teilweise nutzen sie öffentliche Dienstleistungen wie den ÖPNV auf bekennend illegale Weise, was erstaunlich häufig toleriert wird.

Welche Motivation steht hinter einem Geldstreik?

Eine gängige Motivation ist die inzwischen weit verbreitete und auch akzeptierte Konsumkritik, eine andere der Wunsch, den Zwängen unseres ökonomischen Systems zu entfliehen. Diese Motivation ist nachvollziehbar, denn unsere privaten Beziehungen sind in weiten Teilen ökonomisch determiniert, auch wenn wir das nicht immer auf den ersten Blick durchschauen. In der Tat berichten Geldstreikende davon, dass sie sich privat völlig neu aufgestellt haben und sehr viel wertvollere Beziehungen eingehen konnten. Allerdings ist der Preis dafür die Mühsal eines Lebens ohne Geld.

Funktioniert der Geldstreik dauerhaft?

Offenkundig: ja. Es gibt etliche Beispiele von Personen, die schon über Jahre und Jahrzehnte komplett ohne Geld existieren.

Um das System und die Motivation zu verstehen, ist es nützlich, einige prominente Beispiele von Geldstreikenden zu nennen.

Beispiele für Geldstreikende

  • Heidemarie Schwermer: Die Akademikerin veröffentlichte Ende der 1990er-Jahre ihr Buch „Das Sterntalerexperiment“. Darin beschreibt sie, wie sie zu einem Leben ohne Geld fand. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie schon ohne Geld, wobei der Weg dorthin mit Übergängen verlief. Sie verzichtete immer mehr auf Geld, bis sie es nicht mehr benötigte. Frau Schwermer wohnt unter anderem in Häusern, deren Eigentümer verreist sind. Währenddessen pflegt sie Haus und Garten. Manchmal versorgt sie mit Haushaltsdienstleistungen eine Familie für Kost und Logis. Darüber hinaus lebt sie von Tauschgeschäften. Sie beschreibt ihr Leben als bunt und abenteuerlich. Der Verzicht auf Geld erzwingt von ihr Toleranz und Geduld, schafft aber auch einen deutlichen Zugewinn an Wachsein, Intensität und wertvollen Beziehungen. Schwermer ist Gründerin der Gib-und-nimm-Bewegung.
  • Pavlik, elf: Der polnische Computerfachmann lebt seit knapp einem Jahrzehnt ohne Geld, lässt sich geben, gibt selbst und fährt bisweilen im öffentlichen Nahverkehr mit einem umgehängten Schild, auf dem er erklärt, dass er wegen seines Geldstreiks ohne Ticket fährt. Die Kontrolleure tolerieren das erstaunlich oft. Er musste nur wenige Male aussteigen und sich bei der Polizei rechtfertigen. Seine Tauschgeschäfte wickelt elf Pavlik vorrangig online ab. Im Netz hat er auch einige Projekte wie Sharetribe, OuiShare und Moneyless World initiiert, mit denen er Nachahmer sucht. Pavlik ist der Auffassung, dass nicht Geld, sondern Netzwerke die Basis für unsere Existenz sind.
  • Öff Öff: Dieser Mann ist ein Aussteiger und Waldmensch, der 1991 die Schenker-Bewegung gründete. Hierfür betreibt er auch eine Webseite, die den Lebensentwurf als gegenseitiges Schenken und als Ressourcenschöpfung aus der Natur und aus Resten der Überflussgesellschaft beschreibt. Öff Öff hat gebenüber dem Arbeitsamt seinen bewussten Verzicht auf jegliche finanzielle Unterstützung, aber auch jegliche Jobvermittlung erklärt.
  • Raphael Fellmer entschloss sich nach 2010, ohne Geld zu leben. Er propagiert seinen Stil sehr offensiv und ist daher in Deutschland relativ prominent. Dass ein Geldstreik funktioniert, erkannt er auf einer fast einjährigen Reise durch Mexiko, die er fast ohne Geld durchführte. Fellmer engagiert sich für die Portale lebensmittelretten.de und foodsharing.de. Daneben bemüht er sich, weitere Plattformen und Kooperationen zu entwickeln, die das Geldsystem überflüssig machen sollen. Durch ein Tauschsystem will er es nicht ersetzen. Stattdessen soll der Konsum so weit reduziert werden, dass Geld keine Rolle mehr spielt.

Ist ein Geldstreik sinnvoll?

Als Statement gegen überflüssigen Konsum und für mehr Nachhaltigkeit: ja. Aus mikro- und makroökonomischer Sicht: nein. Waren und Dienstleistungen mit Geld zu bezahlen und für eigene Leistungen Geld zu erhalten, wobei man selbst einen ökonomischen und gesellschaftlichen Mehrwert schafft, ist effizient. Sonst hätte sich das Geldsystem nicht entwickelt. Die meisten Produkte und Leistungen müssen von Spezialisten mit komplexen Produktionsinstrumenten geschaffen werden. Ohne Geld kann das nicht funktionieren. Jedoch zeigt der Geldstreik auf, wie sehr wir möglicherweise Geld und Konsum überbewerten. Das sollte uns nachdenklich machen.

Woher hat der „Hot Dog“ seinen Namen? Wortherkunft, Name, Bedeutung

Woher hat der „Hotdog“ seinen Namen?

Er ist nicht nur wunderbar lecker und weckt nostalgische Erinnerungen an den USA-Urlaub: Der Hotdog sorgt immer wieder für Befremdung. Das liegt an seinem Namen, denn mit Fido hat der „heiße Hund“ so gut wie gar nichts zu tun. Hier erklären wir, wie der Hotdog zu seinem Namen kam.

Die Wurzeln des Hotdogs: Geschichte und Bedeutung

Wer schon einmal durch die Straßen Manhattans spaziert ist, wird die Hotdog-Wagen bemerkt haben, die so gut wie an jeder Straßenecke stehen. Hotdog-Wagen gehören zu New York, und der Hotdog gehört eindeutig zu den Vereinigten Staaten. Seine Wurzeln hingegen liegen in Deutschland – genauer genommen in Frankfurt am Main, wo Mitte des 19. Jahrhunderts ein aus Coburg stammender Metzger die Wurst im Brötchen erfunden haben soll. Rund 20 Jahre später wurde der heutige Hotdog in Coney Island, einem Vorort von New York, erfunden. Als Erfinder des modernen Hotdogs gilt Charles Feltman, ein deutscher Einwanderer aus Hannover. Er ließ sich einen Karren mit einer Herdplatte bauen und nutze ihn, um seine Wurstbrötchen auf den Straßen New Yorks zu verkaufen. Anderen Quellen zufolge soll es der Deutsche Anton Feuchtwanger gewesen sein, der als Erster Hotdogs in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri anbot. Bekannt ist, dass Charles Feltman mit seinen Hotdogs überwältigenden Erfolg hatte – 1871 eröffnete er sogar ein eigenes Restaurant.

Warum heißt der Hotdog eigentlich „Hotdog“? Wortherkunft, Namensherkunft

Es gibt mehrere Versionen davon, wie der Hotdog zu seinem Namen kam. Einerseits wurde im englischen Sprachgebrauch seit Beginn des 19. Jahrhunderts „dog“ als Bezeichnung für Würstchen eingesetzt. Der Begriff stammt daher, dass viele Metzger Würstchen aus Hundefleisch herstellten. Außerdem sollen viele deutschstämmige Metzger Dackel, sogenannte „sausage dogs“ („Würstchenhunde“) gehalten haben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fertigte der Cartoonist und Illustrator Thomas Aloysius „Tad“ Dorgan eine Karikatur eines in einem Brötchen eingequetschten Dackels an. Die Karikatur soll ebenfalls zur Verbreitung des Begriffs „Hotdog“ beigetragen haben.

Die weitere Entwicklung des Hotdogs

Nathan Handwerker, ein weiterer deutscher Einwanderer, baute Anfang des 20. Jahrhunderts das Konzept des Hotdog-Restaurants aus. Daraus ging die „Nathan´s Famous“-Fastfoodkette hervor, die heute Filialen auf der ganzen Welt betreibt. New York gilt weiterhin als Mekka für Hotdog-Fans: Hier gibt es den leckeren Snack in allen nur erdenklichen Varianten, von denen jede ihren eigenen Namen hat. So gibt es beispielsweise den Cheese Dog mit Käse oder den Danger Dog mit einem in Speck eingewickelten, frittierten Würstchen. Die Amerikaner, aber vor allem die New Yorker, lieben Hotdogs und essen sie zu jeder Gelegenheit. Seit 1916 findet alljährlich zu Ehren des Independence Day am 4. Juli das Internationale Hot-Dog-Wettessen in New York statt. Wer innerhalb von zehn Minuten die meisten Hotdogs essen kann, wird zum Sieger gekürt. Das Wettessen wurde von Nathan´s Famous ins Leben gerufen und gehört mittlerweile zu den Highlights der Feierlichkeiten zum US-Nationaltag.

Heutzutage sind Würstchen aus Hundefleisch weit und breit nicht mehr zu finden. Der Hotdog hat jedoch seinen Namen behalten, unter dem er zudem in vielen anderen Sprachen bekannt ist. Seine leckeren Zutaten und die unkomplizierte Zubereitung haben den Hotdog zu einem der beliebtesten Snacks auf der ganzen Welt gemacht.

Warum sagt man „Dann ist Polen offen“? Woher kommt die Redewendung? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Dann ist Polen offen“ – Ein Ausdruck nationaler Stereotype und von Rassismus?

Eine Redewendung mit Bezug auf eine andere Nationalität oder andere Gruppen ist immer eine problematische Angelegenheit. Oftmals werden in derartigen Wendungen rassistische, nationale oder soziale Vorurteile in Sprache gefasst.

Das deutsch-polnische Verhältnis war über die Jahrhunderte erheblich durch die nationale Konkurrenz belastet. Die deutsche Öffentlichkeit zeigte sich spätestens seit der Reichsgründung im Jahr 1871 stark durch eine anti-polnische Stimmung geprägt. Das wilhelminische Reich erhob offen Gebietsansprüche in Richtung Oder, Neiße und Schlesien. Der erste Weltkrieg endete im Jahr 1918 mit dem Versailler Vertrag, der eine Aufgabe von großen Teilen des Reiches im Osten und Westen bedeutete. Polen entstand als Staat neu.

Rassismus und rechte Ideologien

Den Höhepunkt der Polenfeindschaft bildete die Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg und der Krieg der Nationalsozialisten gegen die von ihnen postulierte slawische Rasse. Dies bedeutet, dass wir uns mit der Redewendung in einem linguistischen Minenfeld bewegen. In dieser Tradition beinhaltet „Dann ist Polen offen“ immer auch einen Ausdruck von Geringschätzung. Dabei weist die sprachliche Wendung eine eigene Geschichte auf, die deutlich länger in die Vergangenheit zurückreicht.

Herkunft der Redewendung „Dann ist Polen offen“

Das Sprichwort „Dann ist Polen offen“ wird erstmals in einem Wörterbuch erwähnt, das im Jahr 1855 in Schlesien erschienen ist. Die erste schriftliche Fixierung weist aber bereits auf viel ältere Wurzeln zurück, die bis ins ausgehende Mittelalter reichen. Im 15. Jahrhundert ist das polnische Königreich unter Kazimir IV. auf dem Höhepunkt seiner Macht und dominiert das östliche Mitteleuropa.

Danach beginnt ein jahrhundertelanger Niedergang einer europäischen Großmacht bis zum völligen Verlust nationaler Souveränität. Im Jahr 1795 teilen sich die neuen Mächte Preußen, Rußland und Österreich den verbliebenen polnischen Rumpfstaat in der dritten polnischen Teilung auf und Polen verschwindet für 123 Jahre, bis zur totalen Niederlage des Deutschen Kaiserreiches und Österreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg, von der politischen Landkarte Europas.

Der Niedergang wurde allerdings nicht nur durch eine äußere Bedrohung eingeleitet, sondern ging auch auf innerpolnische Konflikte zurück. Der polnische Niedergang steht in der Interpretation des 19. Jahrhunderts auch als Symbol einer inneren Uneinigkeit.

Ausdruck totaler Machtlosigkeit und Handlungsunfähigkeit

Der ausgedehnte historische Kontext der Entstehung der Redewendung ist notwendig, um den ursprünglichen Sinn zu verstehen. „Dann ist Polen offen“ bezeichnet in dieser Ebene eine Situation, die sich jeder Kontrolle entzieht. Der Betroffene besitzt keinerlei Einfluss auf den weiteren Verlauf des Geschehens. Alles ist potentiell möglich, nichts ausgeschlossen. Das Schlimmste steht zu erwarten. Die Redewendung steht für eine Wende zum Schlechten, zum Chaos.

Der Ausdruck kann in einer zweifachen Weise verwendet werden. Zum einen als Ausruf der Verzweiflung in einer Situation, in der keine Verteidigungsmöglichkeit mehr besteht. Zum anderen als offene Drohung.

Neuinterpretationen im 20. Jahrhundert

Neben dieser historischen Dimension, wurde die Redewendung in der Alltagsprache populär als abwertende Kennzeichnung eines postulierten polnischen Nationalcharakters. In einer sprachwissenschaftlichen Studie aus dem Jahr 1938 taucht erstmals eine Bedeutungsausweitung auf, bei der das Sprichwort als Ausdruck einer Mentalität interpretiert wird. Fünf Jahr nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland wird jetzt die angebliche Emotionalität der Polen in den Mittelpunkt gerückt. „Dann ist Polen offen“ steht nun für eine totale Überreaktion auf einen geringfügigen Anlass. Es bezeichnet ein „in die Luft gehen“ ohne erkennbaren Grund.

Verwendung der Redewendung: „Dann ist Polen offen“

Eine Analyse der Verbreitung der Redewendung zeigt eine deutliche Schwerpunktsetzung innerhalb der ehemaligen DDR und den heutigen Neuen Bundesländern. Dort gehören Verweise auf das kritische deutsch-polnische Verhältnis zum Alltagssprachgebrauch. Die Verbreitung diskriminierender sprachlicher Wendungen zeigt sich zum Beispiel auch in Begriffen wie der „polnischen Wirtschaft“ oder den verbreiteten Polen-Witze.

Sensibilität im Gebrauch von Sprache

„Dann ist Polen offen“ zeigt, dass eine Redewendung ihre eigene Geschichte entwickelt. Aus einer Bedeutung, die aus der politischen Situation des polnischen Staates seit dem 15. Jahrhundert entstand, wurde durch Neuinterpretationen eine Redewendung, die sich offen nationaler Stereotype bedient. Diese Umdeutung entstand in einem ideologischen Zusammenhang, der eine aktuelle Verwendung zumindest kritisch erscheinen lässt.

Was bedeutet „Kopfkarussel“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Betriebsfeier ist zu Ende und Sie liegen weit nach Mitternacht im Bett und möchten einschlafen. Doch so wirklich wollen Sie nicht in den Schlaf finden, denn zu viele Fragen beschäftigen Sie: „Habe ich beim Gespräch mit dem Chef zu kurz angebunden reagiert und was, wenn er wegen meiner flapsigen Bemerkung nach dem dritten Glas Sekt negativ über mich denkt?“

Ertappen Sie sich häufig in einer solchen Situation wieder, dass Sie eigentlich abschalten wollen aber die Gedanken Sie nicht in Ruhe lassen? Falls ja, dann ist der nachfolgende Artikel genau der richtige für Sie. Es geht um die Frage, was man unter einem „Kopfkarussell“ versteht und wie es sich äußert. Außerdem werden Ratschläge erteilt, was Sie dagegen unternehmen können. Eine Analyse.

(1) Was bedeutet „Kopfkarussel“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Beginnen wir der Reihe nach: Ein Karussell – welch schwieriges Wort – ist wohl allen von uns ein Begriff. Ein Hin und Her wie auf der Kirmes. Hektische und schnelle Bewegungen assoziieren die meisten Menschen damit, außerdem Stress und Abenteuer. Das Karussell auf der Kirmes hat jenem im Kopf einen entscheidenden Vorteil: es wird bewusst zur Unterhaltung als spaßvolle Freizeitaktivität aufgesucht. Ein Kopfkarussell findet unwillkürlich und zwanghaft statt, es besitzt quälenden Charakter. Es handelt sich bildlich dargestellt um ein Karussell, welches in Gedanken abläuft.

(2) Wenn die Gedanken verrückt spielen

In erster Linie spielt sich das „Kopfkarussell“ auf mentaler Ebene ab. Ein nicht enden wollendes Grübeln, besonders in den späten Abendstunden, wenn die Müdigkeit einsetzt, ist geradezu typisch für Betroffene. Das Schlimme an der Sache ist die Tatsache, dass solche Gedanken dazu neigen, immer wieder aufzutreten. Ein zwanghaftes Wachliegen ist die Folge. Dieses Gedankenkarussell hat seinen Ursprung in Erlebnissen, Erfahrungen und häufig auch einer Unfähigkeit, mit dem Alltagsstress umzugehen. Solbad Ihnen Ihre Gedanken den Schlaf rauben, muss von einer ernstzunehmenden Störung des persönlichen Wohlbefindens ausgegangen werden.

(3) Kopfkarussel: Noch normal oder bereits krankhaft?

Inwiefern ein solches Grübeln bereits krankhaften Charakter besitzt, ist nicht einfach zu beantworten oder um es anders zu formulieren: Die Grenzen zwischen gesundem und krankhaftem Verhalten verlaufen fließend. Jeder wird von Zeit zu Zeit von negativen Gedanken gequält. Diese Tatsache alleine macht noch kein mentales Problem aus. Die Häufigkeit und Intensität der Gedanken allerdings schon. Wer sich nur gelegentlich schwer tut, in den Schlaf zu finden, braucht sich beileibe keine Sorgen zu machen. Die „Härtefälle“ sind aber leider keine Ausnahme, denn immer mehr Menschen – unabhängig ihres Alters oder Geschlechts – leiden unter Schlafstörungen. Damit verbunden sind praktisch immer Grübeleien und Stress. Aus diesen Fängen entkommen nur wenige Menschen ohne fremde Hilfe, denn nach einiger Zeit entwickelt sich ein wahrer Teufelskreis aus Gedanken und den daraus resultierenden Folgen.

(4) Gesellschaftliche Gründe

Die oben erwähnte große Zahl Betroffener kommt nicht von ungefähr: Unsere Gesellschaft ist eine Leistungsgesellschaft und als solche werden Schwächen und Kranke nicht toleriert. Ein „Kopfkarussell“ ist im Grunde genommen eine „Nachwehe“ des Alltags. Sämtliche unverarbeiteten Gefühle brechen sich Bahn und dies immer dann, wenn eigentlich Entspannung an deren Stelle treten sollte. Die Grübeleien bestehen aus Sorgen und Ängsten, sie sind wie der Schatten eines selbst, der einen immer wieder einholt. Das hektische Alltagsleben und die immer weiter fortschreitende Globalisierung geben wenig Anlass zur Hoffnung. Ob im privaten oder beruflichen Umfeld, Grübeleien gab es schon immer und wird es immer geben.

(5) Kopfkarussel: Die Rolle der Sozialen Medien

Unser moderner Lebensstil ermöglicht uns viele Chancen, doch die Kehrseite der Medaille zeigt uns auf, wie sehr der alltägliche Stress auf das Nervenkostüm der Menschen schlägt. Studien belegen einen klaren Zusammenhang zwischen Depressionen beziehungsweise Angststörungen und dem übermäßigen Konsum sozialer Medien. Das ständige Vergleichen mit anderen – Freunden oder Arbeitskollegen – kaum etwas hält uns unsere eigenen Schwächen deutlicher vor Augen als die perfekt inszenierte Welt unserer Mitmenschen in den sozialen Medien. Ein enormer Erwartungsdruck entsteht auf sämtlichen sozialen und beruflichen Ebenen. Wer hat das schönste Auto? Wer die hübscheste Freundin und wessen Schuhe passen am besten zum Kleid? Wer sich in einem permanenten Wettbewerb zu anderen sieht, bekommt früher oder später gesundheitliche Probleme. Das „Kopfkarussell“ kann den Beginn dieser Probleme kennzeichnen, es kann aber genauso eine Phase sein, die von alleine vergeht.

(6) Karussell abstellen – aber wie?

Die wohl interessanteste Frage bezieht sich auf mögliche Lösungsansätze. Viele Betroffene versuchen – aus verständlichen Gründen – den quälenden Gedanken zu entkommen, zumeist ohne Erfolg. Ein Lösungsansatz wäre das bewusste Wahrnehmen dieser negativen Gedanken, denn sie wollen einem zwangsläufig etwas mitteilen. Ein Bekämpfen der Gedanken führt in der Regel zur Verschlimmerung der Situation, daher sollten sie als zu einem selbst gehörig wahrgenommen und als gegenwärtigen Zustand akzeptiert werden. Auch das viel zitierte „positive Danken“ ist nicht unbedingt ein guter Rat, denn dieses Vorhaben ist nicht selten zum Scheitern verurteilt, da Grübeleien nicht einfach durch ein positives Zureden verschwinden, hierbei handelt es sich um unrealistisches Wunschdenken. Als zweiter Schritt auf dem Weg zur Verbesserung der persönlichen Situation ist eine gewisse Distanz zu den eigenen Gedanken zu wahren, damit diese nicht mehr so überaus belastend wahrgenommen werden. Zu guter Letzt sollten die Gedanken mit der Realität abgeglichen werden.

Bedeutung: Kopfkarussel

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein sogenanntes „Kopfkarussell“ ein Massenphänomen innerhalb der Gesellschaft darstellt und unter sozio-kulturellen Aspekten erörtert werden muss. Die Gründe dafür können wie beschrieben vielfältiger Natur sein und auch nicht jeder, der grübelt, braucht Hilfe. Ein ausgewogener Lebensstil mit Bewegung und gesunder Ernährung können als grundlegende Tipps zu den bereits oben genannten hinzugefügt werden. Manchmal hilft es auch, seine Gedanken niederzuschreiben und sich nur im Hier und Jetzt zu bewegen. Grundlegend kann man ein häufiges Grübeln als Zeichen betrachten, etwas an seinen alten Gewohnheiten zu ändern. Die Gesundheit ist das größte Gut des Menschen und allein darum lohnt es sich, für sie zu kämpfen. In den meisten Fällen können innere Konflikte nur von einem selbst gelöst werden. Jeder Mensch kann sich verändern oder seine Lebensumstände bis zu einem gewissen Grad selbst beeinflussen. Dieses Wissen kann Mut machen, wenn es darum geht, in eine bessere Zukunft zu blicken. Wer das „Kopfkarussell“ als wichtigen Hinweis erkennt und die richtigen Schlüsse daraus zieht, hat einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Was bedeutet „Connaisseur“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Connaisseur ist ein Mensch, der ein Experte in einem bestimmten Bereich ist. Er hat besondere Fähigkeiten.

Hauptsächlich findet man Connaisseure in der Bildenden Kunst. In diesem Bereich geben sie ihr Fachwissen zur Identifizierung von Stilen und Zuordnung von Werken weiter, z.B. bei Gemälden oder anderen Bildern, die nicht genau in eine Epoche zugeordnet werden können. Bei Weinen sieht das Aufgabenfeld eines Connaisseurs ähnlich aus, wenn das genaue Alter eines Weins bei einer Weinverkostung bestimmt werden soll.

Connaisseure gibt es auch in anderen Bereichen. Sie sind Feinschmecker, Weinkenner und Gourmets. Connaisseure  haben teils einen einzigartigen und besonderen Geschmack.

Bedeutung und Ursprung des Wortes „Connaisseur“

Das lateinische Verb „cognoscere“ bedeutet „erkennen“ oder „kennenlernen“. Dies wurde zum altfranzösischen Verb „conoistre“, das „wissen“ bedeutet und vom Substantiv „conoisseor“ abgeleitet.

Im Jahr 1714 bedeutete „Connaisseur“ nichts anderes als Experte für etwas Bestimmtes zu sein. Der Connaisseur gennoss zu dieser Zeit durch sein Wissen hohes Ansehen in der Gesellschaft.

Der Connaisseur ist ein „Kenner“. Im Sinne dieses deutschen Wortes sollte das Wort Connaisseur auch verstanden werden.

Das Wort bezieht sich auf eine Person, die sich dem Erwerb oder der Entwicklung von Expertenwissen einem bestimmten Thema widmet, einschließlich Bereichen wie Küche und bildende Kunst. Der Begriff kann eine negative Konnotation tragen, da er häufig mit Anmaßung oder Arroganz verbunden ist.

Beispiele: Connaisseur

Es ist möglich, ein Connaisseur oder Experte in einer Vielzahl von Bereichen zu sein, einschließlich Wein, Kunst oder einer bestimmten Art von Musik.
In der heutigen Zeit bezieht sich ein Connaisseur nicht mehr nur auf Bildende Kunst, Musik oder Weine, sondern auf alle Bereiche des Alltags. Es gibt einen YouTuber, der die Qualität von Brathähnchen rezensiert. Er hat einen mittelgroßen Kanal auf der Social Media Plattform YouTube. Er bewertet nicht nur Brathähnchen, sondern auf Mode oder andere Artikel und bezeichnet sich selbst als Connaisseur.

Ein anderes Beispiel ist Nelson Freire beim Warschauer Chopin und seinem Europafestival. Der angesehene brasilianische Pianist, bringt seine exquisite Musikalität in einem Programm von Bach, Schumann und Chopin nach Warschau und wird als Connaisseurcer Musik bezeichnet.

Connaisseur in der Kunst

Connaisseure in der Bildenden Kunst haben die Fähigkeiten, durch Erfahrungen, verschiedenen Techniken und einem geschulten Auge das Jahr, die Epoche und den Stil eines Bildes genau zu deuten. Intuition macht auch einen großen Teils eines Connaisseur in der Kunst aus, allerdings beruhen die Einschätzungen von Connaisseuren immer auf Fakten. Die Intuition hilft dem Connaisseur nur bei der Bestimmung der genauen Daten des Bildes.

Connaisseure gehen bei der Bewertung von Kunst sehr genau ins Detail und versuchen feine Nuancen am Bild zu sehen und verwenden eine umfangreiche Analysemethode, um die Authentizität, die Qualität und die Urheberschaft des Gemäldes zu validieren und zu bewerten. Ein Connaisseur schmückt sich häufig mit seinen Werken, die er/sie erkannt und analysiert hat. Diese Bewertungen können sehr wichtig sein, wenn ein genauer Wert eines Gemäldes ermittelt wird.

Doch welche Aufgabe hat dann ein Kunsthistoriker? Für viele sind Connaisseure und Kunsthistoriker Personen, die ungefähr das gleiche Aufgabenfeld haben. Beides sind Kenner und Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet.

Connaisseure müssen nicht immer Merkmale einer bestimmten Epoche kennen, sondern sich mit den Erschaffern der Bilder auseinander setzen und spezielle Merkmale eines Künstlers bemerken. Ein Künstler möchte mit einem bestimmten Stil im Gemälde eine Botschaft senden, die einzigartig ist. Connaisseure müssen mit der Zeit ihren eigenen Stil entwickeln und sich ständig weiterbilden. Es ist unglaublich schwer, alle Nuancen in einem Bild zu erkennen und den Blick für bestimmte Details zu entwickel.

Connaisseure benötigen verschiedene Fähigkeiten, wie sie Kunst betrachten, wie sie bewerten und recherchieren und wie sie mit dem Gemälde eines Künstlers umgehen müssen. Ein Connaisseur muss sich ständig weiterbilden, Museen und Ausstellungen besuchen und über die Merkmale einzelner Künstler recherchieren.

Warum sagt man „Es geht um die Wurst“? Woher kommt die Redewendung? Herkunft, Erklärung, Geschichte


Im Alltag begegnen einem häufig Sprüche, die von jedem häufig eingesetzt und auch allgemein verstanden werden, bei genauerem Hinschauen beziehungsweise hinhören jedoch einige Fragen aufwerfen. In der heutigen Sprache wird der Satz „Es geht um die Wurst“ häufig bei Wettkämpfen, einem entscheidenden Duell oder der Hoffnung auf eine wichtige Nachricht eingesetzt. Die Aussage „Es geht um die Wurst“ ist hierbei gleichbedeutend mit Sätzen wie „Es geht ums Ganze“ oder „Jetzt wird es ernst“ und wird meist dann gebraucht, wenn eine wichtige Entscheidung ansteht oder etwas Entscheidendes erreicht werden muss, beziehungsweise erreicht werden kann. Diese Aussage ist zwar umgangssprachlich, wird aber häufig gebraucht und ist in allen Teilen Deutschlands gleichbedeutend.

Herkunft des Satzes „Es geht um die Wurst“

Natürlich handelt es sich hierbei nicht um eine Aussage aus dem Jäger- oder Metzgerjargon, sondern die Aussage „Es geht um die Wurst“ lässt sich wie die allermeisten Sprichwörter auf früheren Zeiten zurückführen und entstand in eher ärmeren Volkskreisen. Belegt wurde sie erst im Jahr 1881 in Leipzig, es ist allerdings anzunehmen, dass sie in Wirklichkeit aber schon deutlich weiter zurückliegt. Von manchen Seiten wird tatsächlich darüber spekuliert, ob diese Redeweise schon im Mittelalter ihren Ursprung fand.

Zu diesen Zeiten war die Spaltung zwischen reicherem Adel oder Halbadel und den untergebenen Dienstleistern bishin zu Bauern groß. Um Familien zu ernähren, musste meist viel geschuftet und geleistet werden, und selbst dann waren Not und Hunger oft groß. Somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass nahezu jede Gelegenheit genutzt wurden, sich etwas dazuzuverdienen oder auf andere Art und Weise die Ernährung der Familie zu sichern. Besonders beliebt waren hierfür Wettkämpfe, bei denen dem Gewinner eindrucksvolle Preise winkten. Dies waren damals alles weniger reine Geldpreise, sondern vielmehr handelte es sich hierbei und Sach- und Speisegüter, mit denen das Oberhaupt der Familie zum eigenen Überleben beitragen konnte. Bei Volksfestspielen wie dem Wurtschnappen, Wurstklettern und auch Wurstangeln war die zu erreichende Wurst somit nicht nur Spielgegenstand, sondern auch gleichzeitig der zu gewinnenden Preis des Ganzen und stand daher demjenigen zu, der die Wurst bei dem jeweiligen Spiel zuerst erreichen konnte. Für die arme Bevölkerung war eine ganze Wurst ein teures und wertvolles Gut, weshalb sich eine Familie zu dieser Zeit wirklich glücklich schätzen konnte, diese zu gewinnen. Aus heutiger Sicht vielleicht nicht ganz nachvollziehbar, doch betrachtet man die Kosten und nötigen Mittel zur Fleischherstellung in der damaligen Zeit, versteht man schnell, weshalb eine Wurst alleine ein äußerst erstrebenswertes Gut gewesen sein muss. Neben dem Wert der Wurst hatte diese zudem wichtige Inhaltsstoffe und Fette, die für eine nicht unbedingt wohlhabende Familie zu dieser Zeit zwar sehr wichtig, aber auch sehr schwierig zu erlangen waren. Aus diesem Grund hat sich im Laufe der Zeit der Satz „Es geht um die Wurst“ zu einem Ausdruck für eine wichtige Entscheidung oder einen besonders wertvolles oder wichtig zu erreichendes Ziel etabliert.

Andere Herkunftsvermutungen: Es geht um die Wurst

Neben der oben genannten Vermutung gibt es noch eine weitere, weniger populäre Herkunftsvermutung. Diese beruht ebenfalls auf dem Gedanken des Wettkampfs, hier aber auch auf heutige Zeiten noch anzuwenden. Neben Dorffestspielen, bei denen auch heute noch die Wurst als Preis winken kann, sind auch bei anderen Wettkämpfen und Teamspielen Wurstkörbe ein beliebter und oftmals verschenkter Preis. Hierbei kämpfen die Teilnehmer allerdings nicht um die Wurst an sich, sondern um Ruhm, Ehre und das Gefühl, etwas Besonderes erreicht zu haben und sich damit brüsten zu können. Die Wurst ist hier also nur Symbol der Überlegenheit und des Sieges in diversen Spielen und Wettkämpfen. Diese Version der Herkunft des Satzes „Es geht um die Wurst“ führt im Endeffekt zur gleichen Wortbedeutung und der gleichen Ausdrucksweise, ist allerdings nicht im gleichen Maße wissenschaftlich belegt wie die oben genannte Vermutung.

Auf jeden Fall ist aber sicher, dass die Wurst zu heutigen Zeiten nur noch als Stütze eines Sprichwortes dient, bei der es heute zwar noch oft um die Wurst geht, die Wurst selber aber schon lange keine tragende Rolle mehr spielt.

Warum sagt man „Quatsch mit Soße“? Woher kommt der Ausruck? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Diese absurde Wortverbindung ist die Antwort auf eine Aussage, die völlig unsinnig erscheint oder ist. Würde jemand z. B. behaupten, das Coronavirus sei ein Alien oder fremdes Leben vom Mars, dann könnte der Betreffende „Das ist Quatsch mit Soße“ zur Antwort bekommen. Dies scheint eine Rückkopplung zu sein, die dem Redner auf drastische, aber humorvolle Weise mitteilen soll, dass er mit seiner Aussage völlig daneben liegt. Es passiert im täglichen Leben nur allzu oft, dass Menschen nicht zum gemeinsamen Diskurs finden und dann bisweilen flapsig darauf reagieren. Obwohl die Bemerkung leicht abwertend wirkt, ist sie humorvoll und braucht deshalb selbst nicht ganz ernst genommen zu werden. So kann eine eigentlich derbe Kritik zu einer witzigen Erinnerung werden, nächstes Mal etwas Gescheiteres von sich zu geben.

Was bedeutet „Quatsch mit Soße“? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Quatsch mit Soße“ kann auch als humorvolle Erwiderung auf eigentlich ernst gemeinte Aussagen benutzt werden. Fühlt man sich durch Aussagen oder Kommentare gerade genervt oder gelangweilt, kann man mit etwas „Quatsch mit Soße“ gekonnt einem Streit aus dem Wege gehen. Humor ist auch eine Art, Menschen zu manipulieren, indem man sie zum Lachen bringt und sie von ihren ursprünglichen Emotionen ablenkt. Hierfür ist die Phrase das geeignete Tool und dürfte sich auch bei Geschäftspräsentationen etabliert haben. So hat sich der Quatsch mit Soße fest im täglichen Leben eingebürgert und wird bei dem Unsinn, den so mancher Schlaumeier verzapft, auch nicht so leicht von der Bildfläche verschwinden. Kinder machen sich sicherlich gerne einen Spaß daraus, den Eltern Unsinn zu erzählen, um genau diese Antwort zu bekommen. Allerdings sollte diese Redewendung nur zwischen gleichrangigen Personen angewandt werden, da es sonst leichter zu Konflikten kommen kann.

Wird die Phrase jedoch zu oft gebraucht, wirkt sie abgedroschen. Daher sollte man sich durchaus auch bei einer humorigen Diskussion die Wortwahl überlegen. Da sich „Quatsch mit Soße“ offensichtlich auf eine bestimmte Aussage, jedoch nicht auf eine Person bezieht, sollte man diese auch nicht als Beleidigung missverstehen. Im Prinzip kann man die Aussage für alles anwenden, was offensichtlich unsinnig ist, somit auch auf Fragen von Kindern, die keinen Sinn ergeben bzw. auf die es keine sinnvolle Antwort gibt. Man könnte viele lustige Synonyme für diese Redewendung finden. Es wäre eine lustige Idee, dies zu einem Wettkampf-Spiel für Kinder zu machen.

Wortherkunft: „Quatsch mit Soße“

Unklar ist, ob der Begriff aus dem 19. oder aus dem 20. Jahrhundert stammt. Dies könnte von einem missverstandenen Eintrag einer Puddingspeise auf einer Speisekarte stammen, der dann keinen Sinn ergab, da die Soße womöglich den Geschmack verderben würde. Die Auslegung war nicht klar, und so vermutete man etwas Merkwürdiges oder Nonsense. Der Spruch könnte auch die scherzhafte Variante von „das ist ja die Höhe“ sein. Allgemein wird diese Redewendung wohl für etwas gebraucht, was im praktischen Leben keine Anwendung findet bzw. nutzlos ist. Als Synonyme kann man auch „Unfug“, „Bockmist“ oder „Unsinn“ nennen. Man sagt auch gelegentlich „Mumpitz“ oder „Quark“ mit Soße. Dieser Eintrag auf der Speisekarte muss so ein Kuriosum gewesen sein, dass sich der Begriff bis jetzt gehalten hat. Was genau dort stand, ist der Menschheit bis heute ein Rätsel. Offensichtlich hat der Erfinder dieser Redewendung so viel Aufsehen erregt, dass er sie in Stein gemeißelt zu haben scheint.

Die Einsatzmöglichkeiten der Redewendung sind vielfältig. Auch bei Comedy-Shows wird die Redewendung manchmal benutzt. Natürlich kann sie auch als originelle Bezeichnung einer Süßspeise wie bestimmte Eissorten mit Soße benutzt werden, z. B. als Gag, wenn man Lakritz- und Erdbeereis mit Karamellsoße anbietet. Auch wird das Sprichwort unweigerlich zum Lacher, wenn die Mutter auf die Frage der Kinder, was es heute zum Mittagessen gibt, antwortet: „Quatsch mit Soße“. Bei kurzen Sketchen oder bei einer Clownsnummer auf der Bühne könnte der Spruch die Pointe sein. Man könnte das Sprichwort noch steigern, wenn der Unsinn, den jemand erzählt, ins Unerträgliche ausufert. „Quatsch mit noch mehr Soße“ könnte man dann scherzhaft sagen. Auch würde man u. U. damit ausdrücken, dass man bestimmte Dinge, wie Fernsehserien oder Romane nicht mag. Kurz gesagt, „Quatsch mit Soße“ ist eine lustige Art, Kritik zu üben. Als humorige Antwort auf ein misslungenes Essen zweier WG-Genossen würde hier gut passen, z. B. „Da haben wir aber Quatsch mit Soße zusammen gebraut“. Ebenso kann man dies auf die kleinen Pannen des Alltags übertragen. Eigentlich passt die Redewendung für fast alle Lebenssituationen, die nicht gerade tragisch sind.

Quatsch mit Soße: Bedeutung

Was steht heute auf dem Speiseplan? Quatsch mit Soße, natürlich. Dies könnte eine Bezeichnung für viele wohlschmeckende süße oder pikante Zwischenmahlzeiten sein, die man selbst kreiert. Ohne Zweifel regt das Sprichwort auch zur Kreativität an, und das in vielen Bereichen der Kunst. Selbst ein Roman könnte sich mit diesem Titel sicherlich gut verkaufen. Je mehr man sich mit dieser ulkigen Redewendung auseinandersetzt, desto mehr stellt man fest, wie vielseitig diese drei Worte angewandt werden können, ohne jemandem zu nahezutreten und um das gesellschaftliche Leben etwas humorvoller zu gestalten.

Was bedeutet „Quo vadis“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Stehen grundlegende Entscheidungen an, stellt sich früher oder später jedem die Frage nach dem „Quo vadis?“ – „Wohin gehst du?“ Auch Nicht-Lateinern wurde das Bibelwort zur allumfassenden Metapher für das Stehen an einem Scheideweg. Egal ob Beziehungsfragen, die große Politik oder auch ganz banal, das Problem, sich für ein Gericht auf der Speisekarte entscheiden zu müssen, „Quo vadis“ passt immer und klingt gut.

Quo vadis: Übersetzung, Herkunft, Bedeutung

„Quo vadis“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt „wohin gehst du?“ Ein Allerweltssatz, der sicherlich in unzähligen lateinischen Schriften zu finden ist. Der Bibel ist es zu verdanken, dass aus der schlichten Frage ein Synonym für eine Lebensentscheidung wurde. Im Johannesevangelium (Joh. 13,37) sprechen Simon Petrus und Jesus am Vorabend der Kreuzigung miteinander über den schwierigen Weg, der vor ihnen liegt.

Dort heißt es: „dicit ei Simon Petrus Domine quo vadis respondit Iesus quo ego vado non potes me modo sequi sequeris autem postea.“
Deutsch: „Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehst du hin? Jesus antwortete ihm: Wo ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir nachmals folgen.“

Die Petrus Legende und Quo Vadis

Auf dieses Gespräch zwischen Jesus und Petrus bezieht sich die Schlüsselerzählung der Petrus Legende, die allerdings nicht in der Bibel zu finden ist, sondern in den apokryphen Petrus-Akten aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Mehr als dreißig Jahre nach der Kreuzigung Jesus Christus flieht Petrus vor Tod und Verfolgung durch Kaiser Nero aus Rom. Auf der Via Appia erscheint ihm Jesus. Erschreckt fragt Paulus abermals danach, wohin Jesus geht: „Domine, quo vadis?“ („Herr, wohin gehst Du?“) Jesus antwortet: „Venio Romam iterum crucifigi“ („Ich komme nach Rom, um erneut gekreuzigt zu werden.“). Beschämt erkennt Petrus, dass er seiner Bestimmung nicht entgehen kann, und kehrt zurück nach Rom. Dort wird er gefangen genommen und von Nero zum Tode verurteilt. Als ihn die römischen Soldaten ans Kreuz binden wollen, bittet er darum, kopfüber gekreuzigt zu werden, denn er sei nicht würdig, auf die gleiche Weise zu sterben wie sein Herr, Jesus Christus.

Genau an der Stelle, an der Jesus dem fliehenden Petrus erschien, wurde zum Gedenken an diese Begebenheit im 9. Jahrhundert die Kirche Santa Maria in Palmis erbaut. Vielen Gläubigen ist die kleine Kirche an der historischen Via Appia besser bekannt als Domine Quo Vadis.

Literatur und Kino: Quo Vadis?

Womöglich wäre die Begegnung des Heiligen Petrus mit Jesus heute nur noch einem kleinen Kreis von Theologen und bibelfesten Laien bekannt, wenn er nicht Einzug in die Weltliteratur und Kinogeschichte gehalten hätte.

1895 veröffentlichte der polnische Schriftsteller Henryk Sienkiewicz den Roman „Quo Vadis?“, der sofort zu einem Weltbestseller wurde. Sienkiewicz bindet darin die Begegnungsszene aus der Pertus Legende ein, in eine Romeo-und-Julia-Geschichte, die zur Zeit der Christenverfolgung im antiken Rom unter Kaiser Nero spielt. Das titelgebende „Quo Vadis?“ des Apostel Petrus wird im Roman endgültig zum Synonym für fundamentale Entscheidungen: Christ oder Soldat? Dekadenz oder Demut? Gut oder Böse? Leben in Sünde oder Tod für den Glauben?

Sienkiewicz erhielt 1905, auch aufgrund der Sprachgewalt von „Quo Vadis?“, den Literaturnobelpreis.
Die kleine Kirche auf der Via Appia ehrt den Schriftsteller, der die Pertrus Legende sowie das Bibelwort „Quo vadis?“ im kollektiven Bewusstsein der Menschen verankerte, mit einer Büste Sienkiewiczs im Innenraum.

Wirklich breiten Ruhm erlangte der Stoff 1951, mit Mervyn LeRoys Verfilmung des Sienkiewicz-Bestsellers. Wie schon vorher dem Buch wurde auch dem Film von manchen Kritikern eine unnötige Darstellung sadistischer Brutalität sowie fehlende Ehrfurcht vor dem Martyrium der frühen Christen vorgeworfen. Doch „Quo Vadis?“ wurde zu einem der erfolgreichsten Filme seiner Zeit. 1952 wurde er in insgesamt acht Kategorien für den Oscar nominiert. Unter anderem als bester Film, bestes Szenenbild und beste Kamera. Den Schauspieler Peter Ustinov nominierte die Akademie als besten Nebendarsteller. Einen Oscar gewann Ustinov mit seiner Interpretation eines völlig der realen Welt entrückten Kaiser Nero zwar nicht, wohl aber im selben Jahr einen Golden Globe.

Quo vadis im heutigen Sprachgebrauch

Mit dem Ruhm von Buch und Film war schließlich auch der Titel „Quo Vadis?“ in aller Munde. Niemand jedoch, der „quo vadis?“ fragt, möchte wirklich den Weg wissen. Vielmehr sinniert er darüber, wie es wohl weitergeht.

„Quo vadis“ entstammt der Bildungssprache, wird aber gern in der Alltagssprache benutzt. Allerdings weniger in gesprochener als in geschriebener Sprache, zum Beispiel in Zeitungsartikeln. Mit „Quo vadis“ lassen sich viele Themen ideal überschreiben. Kirche, Wissenschaften, Politik, Gesellschaftsleben; die Frage nach dem „was soll werden?“, „wie soll es werden?“, und „wohin soll es gehen?“ stellt sich nahezu immer und überall. Und der lateinische Ausdruck klingt nicht nur gebildet, er klingt auch wohlüberlegt, vielseitig interessiert und seriös, wird aber dennoch von jedem verstanden.