Was bedeutet „fair enough“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Grundsätzlich ist “fair enough” eine Erwiderung in einem Dialog. Der/die Sprecher/in bringt mit der Phrase zum Ausdruck, dass er/sie dem Gegenüber eine bestimmte Kompetenz zugesteht oder der vorhergehenden Äußerung mehr oder weniger zustimmt. Häufig scheint “fair enough” aber auch ein kleines “Aber” zu implizieren. Jedenfalls kann der/die Sprecher/in auf diese Weise andeuten, dass zum fraglichen Thema noch nicht alles gesagt ist. Es ist deshalb eine recht diplomatische Äußerung, kann je nach Kontext aber auch kritisch verstanden werden.

Was bedeutet „fair enough“? Bedeutung, Definition, Erklärung

A: “I really can’t finish two tasks in one afternoon. I’ll complete the second one tomorrow.”
B: “Fair enough, tomorrow it is.”

A: “We meant to be here in time, but we got stuck in the traffic.”
B: “Fair enough, but you could have called.”

A: “I don’t want to talk to Alice after what happened last weekend!”
B: “You’re upset, fair enough, but she’s really trying to make amends.”

Wörtliche Bedeutung von “fair enough”

“Fair” ist ein Adjektiv, das im Englischen eine Vielzahl an recht unterschiedlichen Bedeutungen hat. Das Wort leitet sich vom Germanischen “fagraz” ab, was so viel wie “schön” bedeutet. Neben den heute gängigen Bedeutungen von “fair” – gerecht, gut, vernünftig, annehmbar – heißt es außerdem nach wie vor “schön”, aber auch “hellhaarig”.

In der Phrase “fair enough” ist “fair” am besten im Sinne von “vernünftig” oder “redlich”.

Der Zusatz “enough” (dt: “genug, ausreichend”) kann hier sehr wohl wörtlich verstanden werden, in dem Sinn, dass dem/r Sprecher/in eine Erklärung, eine Anregung oder eine Entschuldigung genügt und er/sie diese akzeptieren kann. Es gibt aber auch eine gewisse Analogie zu Phrasen wie “interesting enough” oder “funny enough”. Hier wird das “enough” eher als Zugeständnis an das Gegenüber verstanden, das vielleicht eine andere Reaktion erwartet hat. In diesem Sinne könnte “fair enough” so gedeutet werden: “Ich könnte mir vorstellen, dass du eine andere Erwiderung von mir erwartest oder denkst, dass ich mich deiner Aussage nicht übereinstimme. Ich stimme sehr wohl mit dir überein, wenn auch nicht besonders leidenschaftlich.”

Der Ursprung der Phrase “fair enough”

Es wird manchmal behauptet, dass “fair enough” zuallererst im Kontext des Schiffsbaus verwendet wurde. Allerdings ist diese Hypothese schlecht untermauert. Was wir sicher wissen ist, dass “fair enough” erstmals in Schriften des frühen 19. Jahrhunderts auftaucht, und zwar auch hier zumeist im Dialog. Allerdings stand die Phrase anfangs noch nicht alleine, sondern in Verbindung mit einem Verb, zum Beispiel wie in “it seems fair enough”. Erst einige Zeit später kam es als alleinstehende Phrase in Mode.

Mögliche Übersetzung von “fair enough” ins Deutsche

In deutschen Übersetzungen von Texten oder Drehbüchern wird “fair enough” mit einer Reihe verschiedener Wörter und Phrasen wiedergegeben. Dazu gehört etwa:

  • Okay
  • Geht in Ordnung
  • Alles klar
  • Ich verstehe
  • Meinetwegen

Keine dieser Übersetzungen ist aber mit jeder Verwendung von “fair enough” kompatibel. Es muss situativ eine davon ausgewählt werden, damit sich die deutsche Variante dem englischen Originaltext bestmöglich annähert.

Alternativen zu “fair enough”

Im Englischen kann “fair enough” durch folgende Ausdrücke ersetzt werden:

  • Alright (dt.: In Ordnung)
  • Accepted (dt.: Akzeptiert)
  • Okay
  • Very well (dt.: sehr gut, auch: Na schön)
  • Fine (dt.: gut, fein, schön)
  • Agreed (dt.: Ich stimme dir zu)

Wer gerne englischsprachige Romane liest oder Serien im englischen Original ansieht, stößt mitunter auf die stehende Wende „Fair enough“, die fast ausschließlich in der Konversation verwendet wird. Aber in ganz bestimmten Kreisen gehört „fair enough“ zu den englischen Phrasen, die, ähnlich wie „by the way“ oder „oh, my God“ auch im Deutschen gebraucht wird.

Heißt es „Yacht“ oder „Jacht“? Heißt es „Yoga“ oder „Joga“? Erklärung


Die sicherste Quelle, um herauszufinden wie ein Wort geschrieben wird, ist der Rechtschreibduden. In der neuesten Ausgabe, es ist die 28. Auflage vom 12. August 2020, finden sich 148.000 Wörter, darunter auch „Jacht“ und „Yoga“. Es handelt sich um zwei besonders interessante Wörter, weil ihre Rechtschreibung für einen großen Teil der Bevölkerung unklar ist.

Heißt es „Yacht“ oder „Jacht“? Erkläruing

Wer unter dem Stichwort Yacht im Duden nachschlägt, findet die Information, dass prinzipiell beide Schreibweisen richtig sind: Yacht und Jacht. Wobei die Schreibweise mit dem Buchstaben „J“ empfohlen und die Schreibweise mit dem Anfangsbuchstaben „Y“ lediglich als Alternative dazu angesehen wird. Dennoch: Beides ist erlaubt.

Heißt es „Yoga“ oder „Joga“?

Anders sieht es mit dem Stichwort Yoga aus. Hier ist im Duden klar geregelt, dass es nur noch eine einzige reguläre Schreibweise gibt, nämlich die mit dem Anfangsbuchstaben „Y“. Warum das so ist, wird im Folgenden näher erläutert.

Yacht als erlaubte Alternative zur Jacht

Bei einer Jacht handelt es sich um ein schnelles Segelschiff. Die Wort Jacht kommt ursprünglich aus dem Mittelniederdeutschen (eine spätmittelalterliche Sprachform) und existiert heute noch in dieser Form im Niederländischen. Denn Mittelniederdeutsch wurde in Norddeutschland und im Nordosten bis in die Mitte der Niederlande gesprochen. „Jacht“ im Niederländischen bedeutet ins Deutsche übersetzt „Jagd“.

Im Mittelniederdeutschen gab es das Wort Jachtschip und meinte ein schnelles Jagdschiff. Die heute übliche Bezeichnung „Jacht“ ist eine Abkürzung des Begriffs Jachtschip. „Jacht“ gelangte also aus der mittelniederdeutschen Sprache über das Niederländische in den modernen deutschen Sprachschatz. Aus diesem Grund wird die Jacht üblicherweise mit dem Buchstaben „J“ geschrieben. Sie bezieht sich direkt auf ihre ursprüngliche Schreibweise.

Allerdings ist es laut Duden ausdrücklich erlaubt, auch den Anfangsbuchstaben „Y“ zu verwenden. Denn bei aller Tradition ist die deutsche Sprache lebendig und bezieht sich auch auf ausländische Schreibweisen. „Yacht“ kommt aus dem Englischen und ist im maritimen Rahmen sowohl international als auch in Deutschland geläufig. „Yacht“ darf also auch mit dem Buchstaben „Y“ geschrieben werden.

Yoga ja, Joga nein

Im Jahr 2017 hat der deutsche Rechtschreibrat entschieden, dass die Schreibweise Joga veraltet und nur noch die mit dem Anfangsbuchstaben „Y“ richtig ist. Yoga ist ein indisches Wort und stammt ursprünglich aus dem Sanskrit. Es wird in der englischen Sprache mit einem „Y“ umschrieben.

Bis ins Jahr 2017 war im Rechtschreibduden die Schreibweise mit dem Anfangsbuchstaben „J“ vorgeschrieben. Dass sich dies änderte, lag daran, dass die meisten Yoga-Meister aus Indien stammen, englisch sprechen und ihre Bücher und Lehren hauptsächlich ins Englische übersetzt werden. „Yoga“ entspricht der englischen Schreibweisen, die also vor einigen Jahr offiziell vom Duden aufgenommen und empfohlen wurde. Die deutsche Schreibweise „Joga“ ist heutzutage nicht mehr korrekt.

Wie wird das Y verwendet?

Das Y ist ein sehr spezieller Buchstabe. Es gibt für das Y keine einheitliche Aussprache im Deutschen. Außer einige Eigennamen, wie beispielsweise Yvonne, gibt es kein ursprünglich deutsches Wort, das mit dem Buchstaben „Y“ beginnt. Der Buchstabe kann als Konsonant, als Vokal oder als Umlaut verwendet werden. Es kommt darauf an, wo das Y in einem Wort steht.

Als Anlaut steht das Y am Wort- oder auch am Silbenanfang. Folgt ihm ein Vokal, dann verhält es sich wie ein Konsonant, konkret wie ein J, beispielsweise Yoga oder Yacht. Es sind Wörter, die auch mit dem Anfangsbuchstaben J geschrieben werden könnten, jedenfalls theoretisch. Fehlt ein folgender Vokal, muss das Y, damit es ausgesprochen werden kann, als Vokal verwendet werden, beispielsweise bei dem Wort Ysop (eine Gewürz- und Heilpflanze).

Das Y im Wortinnern verhält sich anders. Hier wird es entweder wie ein I ausgesprochen, das heißt als Vokal verwendet, beispielsweise in dem Wort „bayrisch“ oder als Umlaut wie ein Ü, beispielsweise in Sylt oder Bad Pyrmont. Welche Variante gerade die richtige ist, ergibt sich aus der Tradition. Wenn das Y allerdings in einem Lehnwort aus dem Griechischen vorkommt, wird es grundsätzlich als Ü ausgesprochen, beispielsweise in Psyche, Xylophon, Typ oder Analyse. Bei Lehnwörtern aus dem Englischen wird das Y immer als I ausgesprochen, beispielsweise in Hobby.

Was ist das Y?

Ein Vokal ist ein „tönender Buchstabe“, deswegen zählt das Y nicht zu den Vokalen. Es ist kein Laut. Vokale sind sogenannte Selbstlaute, das heißt sie können allein für sich stehen und allein ausgesprochen werden: a, e, i, o und u. Konsonanten hingegen sind sogenannte Mitlaute. Sie können nur mithilfe eines oder mehrerer Vokale und Buchstaben ausgesprochen werden: ha für h, be für b, Zett für z oder Ypsilon für y.

Weil das Y kein eindeutiger Vokal ist, kann er in Verbindung mit anderen Buchstaben entweder als I, als Ü oder als J ausgesprochen werden. Dem Y kann also kein eindeutiger Vokallaut zugeordnet werden. Das Ypsilon benötigt sogar insgesamt sechs weitere Buchstaben, um ausgesprochen werden zu können. Es ist also definitiv kein Vokal, auch wenn es unter bestimmten Umständen wie einer verwendet wird.

Was bedeutet „Lucky Punch“? Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei einem Lucky Punch handelt es sich um einen Treffer oder einen Punkt, der überraschend getroffen wird und nahezu allein für einen Erfolg verantwortlich ist. Die Felder, in denen ein Lucky Punch zum Erfolg führen kann, sind vielfältig und in den Bereichen Sport sowie auch im Alltagsleben im übertragenen Sinne daheim.

Was bedeutet „Lucky Punch“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ein Lucky Punch ist besonders dann so benannt, wenn in der Situation nicht unbedingt mit ihm zu rechnen war. Stattdessen sind es ausgeglichene Situationen, die in die eine oder andere Richtung kippen können, welche dann über einen Lucky Punch zu einer Entscheidung kommen. Dies gilt in den verschiedenen Bereichen, in welchen die Begrifflichkeit vorkommt und eine Rolle spielt. Wenn es irgendwo Spitz auf Knopf steht, dann kann ein Lucky Punch die Entscheidung bringen und den Ausschlag für die eine oder andere Seite bringen. Wird der Begriff wortwörtlich genommen, dann handelt es sich um einen glücklichen Schlag. Doch es ist de facto nicht stets das Glück, das zu dem Schlag führt. Stattdessen muss der gewinnbringende Schritt so verstanden werden, dass es mit ihm auf einen Schlag gelingen kann, den Kampf oder Wettbewerb zu beenden.

Was ist ein Lucky Punch im Sport?

Am häufigsten zu hören ist die Begrifflichkeit des Lucky Punchs zweifelsfrei im Boxsport. Hier handelt es sich nicht nur im übertragenen Sinne um einen Schlag, der am Ende zum Erfolg führt, sondern man kann die Bedeutung tatsächlich wortwörtlich übernehmen. Doch auch andere Sportarten bieten durchaus Möglichkeiten, dass am Ende eines Wettkampfes oder Matches von einem Lucky Punch gesprochen wird. So kann ein Team beim Fußball, welches sich in der meisten Zeit der Partie in der Defensive befunden hat, mit einem einzigen Konter das Spiel zu seinen Gunsten entscheiden und so den entscheidenden Stoß schaffen, der zum Sieg führt. Dies gilt auch für andere Ballsportarten, in denen es möglich ist, durch einzelne Konter zum Erfolg zu kommen und den Gegner entscheidend zu schwächen.

Auch im Golfsport beispielsweise kann durchaus ein Lucky Punch gelingen. Ein Akteur, der nach den ersten gespielten Löchern deutlich zurückliegt, kann mit einem sogenannten Hole in One dafür sorgen, dass er plötzlich an die Spitze katapultiert wird. Hier kommt jede Menge Können mit dem gewissen Etwas an Glück zusammen und die Kombination sorgt dafür, dass sich das Tableau schlagartig ändern kann. Im Wintersport gelten ähnliche Regeln, wenn beispielsweise 2 Läufe notwendig sind und ein Läufer oder eine Läuferin im zweiten notwendigen Run die vorherige Zeit deutlich verbessert.

Was kann ein Lucky Punch im Berufsleben sein?

Grundsätzlich kann es bei den verschiedensten Herausforderungen dazu kommen, dass uns ein Lucky Punch gelingt. Wer zum Beispiel in zähen Verhandlungen steckt und einen neuen Geschäftspartner für sich gewinnen möchte, der kann durchaus durch ein besonders gelungenes Gespräch, ein Argument oder eine Präsentation den entscheidenden Schritt in die richtige Richtung machen. Auch wenn der Faktor Glück bei dieser Handlung keine große Rolle spielt, kann im übertragenen Sinne dennoch vom Lucky Punch gesprochen werden. Gleiches gilt bei der Vollendung eines Projektes, das bisher an einer Fragestellung gehapert hat, die mit einem weiteren Arbeitsschritt gelöst werden kann.

Was bedeutet fungibel? Was ist Fungibilität? Bedeutung, Definition, Erklärung


Fungibilität ist die Eigenschaft von Gütern, nach Maßeinheit, Zahl oder Gewicht bestimmbar bzw. konkret messbar zu sein und dies macht sie somit innerhalb einer bestimmten Gattung durch andere Stücke ersetzbar. Das Wort fungibel bezieht sich dabei ebenfalls auf austauschbare Dinge, wird jedoch eher als abwertende Definition verwendet. Auch, wenn beide Begriffe im ersten Moment vollkommen gleich erscheinen, ist es sehr wichtig diese getrennt voneinander zu betrachten.

Was bedeutet fungibel? Was ist Fungibilität? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff fungibel hat eine etwas andere Bedeutung als die sogenannte Fungibilität. Zunächst besteht jedoch erst einmal die Gemeinsamkeit, dass es sich um austauschbare Dinge handelt, die man im Zweifel einfach ersetzen kann.

Zu unterscheiden ist jedoch, dass es sich bei der sogenannten Fungibilität in der Tendenz um einen Austausch im positiven Sinne handelt. Dies soll somit vor allem auch bedeuten, dass man zum Beispiel ein Werkstück oder ein Geschirrteil ohne jegliches Problem ersetzen kann, da es genügend vergleichbare Produkte gibt.

Ist etwas fungibel, meint man damit jedoch gar nicht in jedem Fall, dass ein spezifischer Gegenstand ersetzt werden kann, sondern eher entsorgt werden sollte. Ein Ersatz ist dann eher sinnvoll, weil man einen bestimmten Gegenstand als obsolet oder gar minderwertig betrachtet.

Fungibel können zudem auch bestimmte Dinge sein, die nicht mehr in die Zeit passen, zum Beispiel weil es sich hierbei um eine stark veraltete Technik handelt. Im Zuge der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung wird es künftig sicher immer mehr Dinge geben, die im hohen Maße fungibel sind.

Siehe auch: Was bedeutet „tangibel“?

Verwendung von fungibel und Fungibilität

Die Begriffe fungibel und Fungibilität sind nicht gerade als modische Jugendwörter bekannt, dennoch gewinnen Sie zunehmend immer stärker an Bedeutung. Diese steigende Relevanz lässt sich jedoch im besonderen Maße in akademischen Kreisen und in der älteren Bevölkerung feststellen.

Zwar gewinnen die Begriffe fungibel und Fungibilität immer stärker an Bedeutung, jedoch gibt es auch recht deutliche Unterschiede. Beide Begriffe finden sich wesentlich häufiger in Schriftstücken oder Beiträgen im Netz wieder. Im alltäglichen Sprachgebrauch kann eine derartige Relevanz bisher jedoch noch nicht festgestellt werden.

Fungibilität ist ein sehr vielfältiger Begriff

Die sogenannte Fungibilität ist tatsächlich ein ganz besonders vielfältiger Begriff. Beschäftigt man sich nun jedoch noch einmal wesentlich tiefgründiger mit diesem Begriff, sollte man auch die Überlegung anstellen, woher dieser Begriff eigentlich stammt.

Die sogenannte Fungibilität ist ein Begriff, der aus dem Bereich der Betriebswirtschaft stammt. Es ist somit vor allem auch zu bedenken, dass es sich hierbei nicht nur um Waren und Güter materieller Art handelt, die eine vergleichbare Beschaffenheit aufweisen und somit ersetzbar sind.

Es können auch Aktien, Fonds oder Wertpapiere im Bereich der Fungibilität verortet werden. Hier ist dann konkret gemeint, dass sich die jeweiligen Produkte auf dem Finanzmarkt sehr schnell austauschen lassen.

Man stelle sich nun eine Aktie oder einen Fonds vor, der ganz bestimmte Eigenschaften hat. Nun gibt es jedoch vergleichbare Produkte auf dem Markt mit nahezu deckungsgleichen Eigenschaften. Ein anderer Fonds oder eine andere Aktie können jedoch mit geringeren Kosten einen ebenso gute Rendite erzielen. Nun wird man also die Überlegung anstellen das Produkt zu wechseln.

Fungibilität von Finanzprodukten kann zudem auch dann vorliegen, wenn zwei Produkte auf dem Markt vollkommen deckungsgleich sind. Hier könnte man dann ohne zusätzliche Gewinne oder Verluste einen Austausch vornehmen.

Was ist eine Catchphrase? Wie funktionieren Catchphrases? Bedeutung, Definition, Erklärung


Eine Catchphrase ist ein bestimmter Satz oder eine bestimmte Redewendung einer Person, die in vielen Situationen wiederholt wird, so dass sie sich in unserem Gedächtnis festsetzt und wir sie manchmal ganz natürlich wiederholen. Catchphrases erhalten durch die Werbe- und Filmindustrie häufig Kultstatus, was das Phänomen, dass fast jeder Mensch auf der Welt sie kennt, noch verstärkt.

Ein Beispiel gefällig: Wer ist für „Hasta la vista, baby“ bekannt?

Was ist eine Catchphrase? Wie funktionieren Catchphrases? Bedeutung, Definition, Erklärung

Catchphrasen können Schlagworte für wichtige Reden, Produktslogans, Anzeigen, Kampagnenmottos und vieles mehr sein. Doch was macht einen guten Slogan aus, wie denkt man sich Catchphrases aus und wie lassen sich diese verwenden?

Grundsätze einer guten Catchphrase:

  • Sie muss kurz und einfach sein (in der Regel etwa 10 Wörter oder weniger).
  • Sie muss umständliche Formulierungen vermeiden.
  • Sie muss einprägsam und angenehm zu hören sein.
  • Sie muss eine Art von Gefühl oder Zustimmung hervorrufen.

Eine Catchphrase soll sich in den Köpfen der Zuhörer einprägen, so dass sie es nach dem Sprechen im Geiste wiederholen können.

Was macht einen Werbespruch angenehm und einprägsam?

  • Reimen
  • Alliteration
  • Der Tonfall beim Aussprechen (manchmal werden Catchphrases sogar gesungen)
  • Parallelismus (gleiche Anzahl von Silben vor jedem Reim)
  • Vermeiden Sie die Vergangenheitsform, verwenden Sie mehr „eine oder einer“ als „der“ und vermeiden Sie spezifische Pronomen wie „er“ oder „sie“.
  • Redewendungen
  • Markante Wörter

Mit Brainstorming zum ersten eigenen Catchphrase

Jeder Mensch kommt auf andere Weise auf Ideen, aber die folgende Methode hat sich bewährt:

1. Denken Sie an das Thema/Argument, für das Sie einen Catchphrase suchen.

2. Schreiben Sie eine Liste von Wörtern/Sätzen, die zu dem Thema passen.

Wenn das Thema zum Beispiel eine Sache ist, die ineffektiv ist, machen Sie sich eine Liste mit Wörtern wie diesen:

Nutzlos, ineffektiv, leichtsinnig, rücksichtslos, gescheitert, fruchtlos, unrentabel, unzureichend, Müll, erfolglos, unfähig, lahm, schrecklich, inkompetent, schwach, schwach, ungeeignet.

Googeln Sie Synonyme, wenn Sie Schwierigkeiten haben, Wörter zu finden. Wenn Sie möchten, können Sie auch nach Synonymen für jedes der Wörter suchen und eine größere Liste erstellen.

3. Versuchen Sie, die Wörter zu einer Phrase zusammenzusetzen.

Wenn es Wörter gibt, die sich reimen oder gut zusammenpassen, versuchen Sie, sie miteinander zu kombinieren. Indem man möglichst viele Wortkombinationen ausprobiert, findet man schließlich etwas, das für das Ohr angenehm klingt.

4. Wenn Ihnen noch nichts einfällt, benutzen Sie ein Reim-/Alliterationen-Wörterbuch.

Es gibt viele solcher Wörterbücher, beispielsweise Anwendungen wie Rhymer und Alliteration Finder. Der Alliteration Finder ist nützlicher, als man denkt, denn er sucht vorrangig nach Wörtern, die sich auf das gesuchte Wort reimen oder besonders gut klingen. Tools wie diese sind sehr geeignet, um erste Ideen zu sammeln.

5. Geben Sie sich nicht mit dem ersten Entwurf zufrieden!

Versuchen Sie, jeden Ihrer Catchphrases zu verbessern. Wenn einer der Grundsätze des „Wohlklangs“ fehlt, versuchen Sie, ihn nachträglich einzubauen. Können Sie ihn zum Beispiel kürzer machen? Sie einprägsamer machen? Eine Alliteration hinzufügen?

Warum sollte man die eine oder andere Catchphrase kennen?

Eines der wichtigsten Argumente für das Erlernen von Catchphrases ist die Tatsache, dass sie immer in bestimmten Situationen wiederholt werden können, um diese aufzulockern. Oft werden sie sogar unbewusst gesagt und klingen dann natürlich und lustig zugleich. Dadurch wird das Gespräch entspannter, der Verwender der Catchphrase erscheint schlagfertig.

Ein berühmtes Beispiel für eine Catchphrase im Englischen ist „Hasta la vista, babe!“. Oder ist das vielleicht sogar ein Beispiel für eine Catchphrase auf Spanisch? Jedenfalls wurde es in einem weltweit sehr erfolgreichen Film gesagt und ist daher in praktisch jedem Winkel der Erde bekannt geworden. Ein weiterer berühmter Spruch ist „How you doin‘?“ (Wie geht’s denn so?), der von der Figur Joey (Matt LeBlanc) aus der erfolgreichen Serie „Friends“ verwendet wird. Es gibt auch Fred Feuersteins „Yaba daba doo!“ und das bekannte „Was gibt’s, Doc?“ (Was ist los, alter Mann?) von Bugs Bunny.

Jegliche Form von Redewendungen sind Teil der Kultur eines Landes. Catchphrases beziehen sich auf einen Film, eine bekannte Persönlichkeit, einen Hit, etwas, das im Fernsehen, im Radio, in einem politischen Medium, im Internet usw. gesagt wurde. Als Teil der Kultur der Menschen und ihrer Sprache machen manche Catchphrases nur Sinn, wenn wir ihren Ursprung kennen. Und dieses Wissen bringt uns dem kulturellen Faktor hinter der Sprache näher.

Catchphrases können jederzeit in einem lockeren, entspannten, neutralen Gespräch verwendet werden, oder wenn wir den Eindruck haben, dass das Gespräch dies zulässt. Es schadet also niemandem, ein paar Catchphrases im Gedächtnis zu haben und diese bei der richtigen Gelegenheit anzuwenden. Ihre Gesprächspartner werden es Ihnen danken.

Im Folgenden finden Sie einige berühmte englische Redewendungen, damit Sie eine Vorstellung davon bekommen. Einige sind in einem englischsprachigen Land sehr viel bekannter als in anderen. Es gibt jedoch auch solche, die sich international wie ein Lauffeuer verbreitet haben sind und die man unbedingt kennen sollte.

Catchphrase: Beispiele

  • May the force be with you. [Möge die Macht mit dir sein!]
  • Elementary, my dear Watson. [Elementar, mein lieber Watson.]
  • The same thing we do every day, Pinky: try to take over the world. [Daselbe, was wir jeden Tag tun, Pinky: Versuchen die Weltherrschaft an uns zu reißen.]
  • Ding dong! [Ding Dong!]
  • Bond. James Bond. [Mein Name ist Bond. James Bond.]
  • I see dead people. [Ich sehe tote Menschen.]
  • You talkin’ to me? [Redest du mit mir?]
  • Go ahead! Make my day! [Los, mach schon! Rette meinen Tag!]
  • I’m going to make him an offer he can’t refuse. [Ich werde ihm ein Angebot machen, dass er nicht ablehnen kann.]
  • I’ll be back. [Ich werde wieder kommen.]
  • Hey! Ho! Let’s go! [Hey! Ho! Let’s go!]
  • Screw you, guys! I’m going home! [Leckt mich, Leute! Ich gehe nach Hause!]
  • Say hello to my little friend! [Sag hallo zu meinem kleinen Freund!]
  • I am as mad as hell and I’m not gonna take this anymore. [Ihr könnt mich alle am Arsch lecken, ich lass‘ mir das nicht mehr länger gefallen!]
  • I could tell you, but then I’d have to kill you. [Ich könnte es dir erzählen, aber dann müsste ich dich töten.]
  • It’s not rocket science. [Es ist keine Raketenwissenschaft.]
  • Whatch gonna do, brother? [Was wirst du tun, Bruder?]
Wie werden „Gnocci“, „Zucchini“ und „Bruschetta“ richtig ausgesprochen? Erklärung


Es gibt klare Regeln, wie bestimmte Buchstabenkombinationen in italienischen Wörtern ausgesprochen werden müssen. Für alle, die sich nicht für die Regeln interessieren, sondern einfach nur wissen wollen, wie Gnocchi, Zucchini und Bruschetta ausgesprochen werden, hier die Lösungen:

  • Gnocchi werden Njoki,
  • Zucchini werden Tsukini und
  • Bruschetta werden Brusketa ausgesprochen

Im Folgenden werden die einzelnen Wörter genauer unter die Lupe genommen und die Ausspracheregeln erläutert. Wer sich die Zeit nimmt und sich ein wenig mit den Regeln auseinandersetzt, wird feststellen, dass alles ganz logisch und überhaupt nicht geheimnisvoll ist.

Die Ausspracheregeln rund um den Buchstaben „c“

Im Prinzip geht es lediglich darum, ob das c hart oder weich ausgesprochen werden muss. Grundsätzlich gelten folgende Regeln, die übrigens auch auf den Buchstaben „g“ zutreffen:

  • folgt ein a, o oder u, werden c und g (auch doppeltes c und g) hart ausgesprochen, beispielsweise Sambuco (sprich: Sambuko), Medico (sprich: Mediko), gusto (sprich: gusto), Lago di Garda (sprich: Lago di Garda) oder agghindato (sprich: agindato)
  • folgt vor einem a, o oder u zunächst ein h, werden c und g weich ausgesprochen, beispielsweise Chok (sprich: Schock), Chador (sprich: Tschador)
  • folgt vor einem a, o oder u zunächst ein i, werden c und g (auch doppeltes c und g) weich ausgesprochen, beispielsweise ciao (sprich: tschau), Ciabatta (sprich: Tschabata), acciottolato (sprich: atschotolato), Gianna Nannini (sprich: Dschanna) oder Aggio (sprich: Adscho). Das i wird nicht gesprochen
  • folgt ein i oder e, werden c und g (auch doppeltes c und g) weich ausgesprochen, beispielsweise Cento (sprich: Tschento), Medici (sprich: Meditschi), Gelato (sprich: Dschelato), Gucci (sprich: Gutschi), Capuccino (sprich: Kaputschino) oder Legge (sprich: Ledsche)
  • folgt vor einem i oder e zunächst ein h, werden c und g (auch doppelts c und g) hart ausgesprochen, beispielsweise chiara (sprich: kiara), Bruschetta (sprich: Brusketa), Pinocchio (sprich: Pinokio), Gnocchi (sprich: Njoki), Zucchero (sprich: Tsukero), Zucchini (sprich: Tsukini) oder Ghepardo (sprich: Gepardo)

Ein Gnocco und viele Gnocchi

Die italienische Buchstabenkombination g und n wird „nj“ ausgesprochen, beispielweise Gnomo (sprich: Njomo), Gnostico (sprich: Njostico) oder eben Gnocchi (sprich: Njoki).

Gnocchi ist der Plural von Gnocco (sprich: Njoko). Gnocchi sind Kartoffelknödel. Ein Gnocco ist ein einzelner Knödel. Die deutsche Küche kennt die eiförmigen Klöße auch als Nockerln oder Nocken. Sie bestehen aus einem Teig aus gekochten Kartoffeln, Mehl, Eiern und Salz. Im Prinzip werden sie wie Nudeln zubereitet und als Hauptgericht serviert.

Dass im Deutschen nur der Plural auftaucht und nie von einem Gnocco die Rede ist, liegt daran, dass Gnocchi immer in der Mehrzahl verwendet werden. Ein Gnocchi-Gericht besteht aus vielen kleinen Klößchen und nicht nur aus einem Gnocco. Gerichte mit einem Knödel sind keine Gnocchi-Gerichte. Insofern ist im Deutschen das Wort Gnocco schlichtweg überflüssig.

Ein Zucchino und zwei Zucchini

Zucchini ist der Plural von Zucchino (sprich: Tsukino). Sie gehören zu den Kürbisgewächsen, die ursprünglich in Amerika beheimatet waren. Gartenkürbisse gelangten in der Neuzeit nach Europa. Ende des 17. Jahrhunderts wurden daraus Zucchini gezüchtet und zunächst in Italien vermarktet. Zucchino ist eine Verkleinerungsform von Zucca (deutsch: Kürbis).

Im Deutschen ist immer von Zucchini die Rede, auch wenn es sich um ein einziges Stück Gemüse handelt. Vermutlich liegt es daran, dass es sich um ein ausländisches Gemüse mit einer ausländischen Bezeichnung handelt, deren Bedeutung nie hinterfragt wurde. Italienische Gastarbeiter brachten die Zucchini mit nach Deutschland, wo sie erst in den 1970er-Jahren bekannt wurden. Heutzutage sind sie aus den deutschen Kleingärten nicht mehr wegzudenken.

Die italienische Singularform wird in Deutschland nicht gebraucht, weil die Mehrheit der Deutschen die Pluralform für die Einzahl hält. Aus diesem Grund wurde im Deutschen aus einem italienischen Zucchino ein deutscher Zucchini. Auch wenn es im Italienischen falsch ist, ist es im Deutschen richtig und so auch im Rechtschreibduden nachzulesen.

Eine Bruschetta und zwei Bruschette

Im Italienischen wird die Buchstabenkombination s und ch nicht wie im Deutschen als „sch“, sondern getrennt als s und als k ausgesprochen. Jedenfalls immer dann, wenn auf das h ein e oder i folgt, was bei Bruschetta der Fall ist. Nur dann, wenn ein h fehlt und den beiden Buchstaben s und c ein e oder i folgt, werden sie wie „sch“ ausgesprochen, beispielsweise Asceta (sprich: Ascheta), Sci (sprich: Schi) oder uscente (sprich: uschente).

Bruschetta ist ursprünglich ein Arme-Leute-Essen. Dabei handelt sich um ein geröstetes Brot, das mit einer Knoblauchzehe eingerieben, mit Olivenöl beträufelt und gesalzen wird. Es wird warm verzehrt. Heutzutage gehört die Bruschetta zu den Antipasti und wird gerne als Vorspeise gereicht. Das Wort leitet sich vom Verb bruscare (deutsch: rösten) ab. Das Anhängsel -etta ist ein Diminutiv, ein Verkleinerungssuffix. Übrigens tauchte das Wort Bruschetta erst 2004 das erste Mal im Rechtschreibduden auf.

Die korrekte Pluralform lautet Bruschette und wird auch im Deutschen häufig so verwendet. Allerdings wird noch häufiger das für die Deutschen typische „s“ angehängt, um aus einem Singular ein Plural zu machen. Aus einer Bruschetta werden dann zwei Bruschettas. Diese Pluralform ist auch im Rechtschreibduden zu finden und insofern als korrekt akzeptiert – jedenfalls innerhalb der deutschen Sprache.

Was ist „woke Capitalism“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Woke Capitalism, also der aufgeweckte oder aufgeklärte Kapitalismus, ist eine Bewegung, die zwischen wirklicher Progression und „Pinkwashing“, wie ein Vorwurf der LGBTQ Bewegung lautet, anzusiedeln ist.

Was ist „woke Capitalism“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Welt, in der wir leben, unterliegt einem drastischen Wandel in allen gesellschaftlichen Bereichen. Diese Veränderungen werden zusätzlich angeheizt durch die Windeseile, mit der sich Nachrichten in den sozialen Medien verbreiten. Unternehmen müssen auf den gesellschaftlichen Wandel reagieren, wenn sie auch weiterhin Umsätze machen wollen.

Unternehmen müssen mit der Zeit gehen und auf Trends reagieren. Das ist ein bestimmendes Merkmal für den Erfolg. Wer das nicht schafft, wird von anderen Anbietern überholt. Die politischen und sozialen Themen der Zeit lauten:

  • Klimawandel
  • Gendergerechtigkeit
  • Anti Bias/Diskriminierung
  • Diversität
  • Inklusion

Unternehmen, die den woke capitalism leben und umsetzen, geben sich zeitgemäß und progressiv und wollen die Maßstäbe der Zeit in ihrem Unternehmen umsetzen.

Beispiele für Woke Capitalism

Die Beispiele für die Umsetzung der Ideen sind überall zu finden. Auf Netflix wird die Serie „Bridgerton“ gehyped, eine Pseudo-Historien-Serie, die einen farbigen Duke als Hauptfigur in einem an das viktorianische England erinnernden Setting eingesetzt hat. Neben dem Duke gibt es etliche farbige Schauspieler*innen in der Serie, die in historischen Kostümen ein ganz neues Bild darstellen. Anderes Beispiel: In einer modernen Märchenadaption in der Serie „Once“ werden zwischen den Märchenfiguren gleichgeschlechtliche Liebesgeschichten angesiedelt. Der Hintergrund? Das Unternehmen Netflix setzt Diversität in Szene und stellt sich damit sehr zeitgemäß auf. Andere Anbieter ziehen nach.

Der woke capitalism ist nahezu in jeder Branche festzustellen, von angesagten Online Modehändlern, die zunehmend molligere Models einsetzen bis hin zur Fußball-Europameisterschaf, bei der die Sponsoren, die Werbebanden in Regenbogenfarben einfärben ließen und genau dies eine mittlere politische Krise zwischen Staaten auslöste, denn die UEFA in Russland und Aserbaidschan ließ die Regenbogenfahnen verbieten, da Homosexuelle in diesen Ländern stark diskriminiert werden. Beim woke capitalism geht es also vordergründig nicht mehr nur darum, Profit zu erzielen, sondern zunehmend den Eindruck zu erwecken, auf der politisch korrekten Seite zu stehen.

Die Wichtigkeit der Zielgruppe des woke capitalism

Im Fokus des Interesses steht die Zielgruppe, die jung, aufgeklärt, anspruchsvoll, werteorientiert und sozial engagiert ist. Menschen wie Greta Thunberg, die fast noch im Kindesalter, eine weltweite Bewegung unter Jugendlichen zum Thema Klimaschutz initiiert, zeigen, dass gerade junge Menschen gehört und wahrgenommen werden wollen. Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd brachte die Bewegung „Black Lives Matter“ weltweit in das Bewusstsein, in fast jedem westlichen Land gab es unmittelbar danach Proteste und Demonstrationen gegen Rassismus. Die „schwarze Community“ kam weltweit in das Bewusstsein.

Wenn es ein Unternehmen schafft, glaubwürdig den Zeitgeist zu repräsentieren, dann fühlt sich vor allem die Zielgruppe, die junge Generation auch von den Produkten angesprochen. Untersuchungen haben ergeben, dass junge Käufer*innen bereit sind wesentlich mehr zu zahlen für ein Produkt, wenn sie Vertrauen in das Wertesystem des Unternehmens haben. In den USA wurde zum Beispiel genau beobachtet, wie sich die einzelnen Unternehmen zu der Black Lives Matter Bewegung positioniert haben – die Kaufentscheidungen wurden dementsprechend beeinflusst. Junge Käufer*innen haben so das Gefühl, mit ihrer Kaufentscheidung ganz aktiv etwas gegen die Missstände der Gegenwart tun zu können und selber globale Probleme positiv beeinflussen zu können.

Neben dem Einfluss der Konsument*innen spielt die Haltung einer neu herangewachsenen Generation von Mitarbeiter*innen, die sich gesellschaftlich positionieren wollen, eine große Rolle bei den Themen rund um den woke capitalism. Ob es nun die Bestrebungen zur Nachhaltigkeit, einem ganz zentralen Thema unserer Zeit oder um den Umwelt- und Klimaschutz geht, oder um die schon erwähnten Diversity Themen, überall herrscht der Konsens, dass ein „Weiter so“ als nicht mehr zielführend angesehen wird. Das Gegenstück zu der Woke-Bewegung ist der sogenannte „alte weiße Mann“, ein Sinnbild für reaktionär und ultrakonservativ eingestellte, hauptsächlich weiße Menschen, die Angst vor einer jeglichen gesellschaftlichen Veränderung haben, und die Angst um ihren Status haben. Politisch mag diese Gruppe von Menschen einen gewissen Einfluss haben, aus der Zielgruppe der Unternehmen fallen sie in der Regel aber heraus. Um die Glaubwürdigkeit der Unternehmen zu unterstreichen, reichen allerdings Lippenbekenntnisse alleine nicht aus. Die Unternehmen müssen zeigen können, wie sie ihre Ziele zu Nachhaltigkeit und Diversität konkret umsetzen. Die Faustregel lautet: „Tue Gutes und rede darüber“.

ies beugt vor allem der Erklärungsnot vor, wenn Unternehmen dabei entlarvt werden, dass ihr Engagement vor allem in einer guten Marketingstrategie sichtbar wird, jedoch nicht in dem viel wichtigeren konsequenten Umsetzen der Ziele.

Maßnahmen zur Umsetzung der Woke-Ziele in Unternehmen

Der Übergang von einem Profitorientierten zu einem Woke-Unternehmen muss natürlich gestaltet werden. So werden die Mitarbeitenden in spezielle Anti-Bias, Anti-Diskriminierungstrainings und in Kommunikationstrainings geschickt, die die genderneutrale Sprache vermitteln. Das Ziel ist es, ein wesentlich breiteres Bewusstsein für die Themen der Zeit zu erreichen und zwar bei jedem einzelnen. Somit haben sich auch die Fortbildungen in den Firmen gewandelt. Wo früher im Fokus des Interesses stand, dass man nicht verklagt werden kann, weil man sich politisch inkorrekt ausdrückte, steht heute das Ziel, dass die Themen nicht nur in den Köpfen ankommen, sondern auch gelebt und bewusst umgesetzt werden. Die Fortbildungen werden von eigens ausgebildeten Unternehmens-Coaches und Beratern angeboten, die sich den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Diversity“ verschrieben haben. Interessant ist es in diesem Zusammenhang, dass sich eine ganz neue Beratungsindustrie basierend auf diesem Bedarf gegründet hat, die daran arbeitet, das Bewusstsein in den Unternehmen positiv zu verändern und Empathie für Gruppen zu entwickeln, die weniger privilegiert sind.

Die Umsetzung der Ziele des Woke-Capitalism ruft nicht nur Begeisterung hervor und hat weitreichende politische Konsequenzen. Konservative Unternehmen und Menschen fühlen sich von der politischen Agenda unter Druck gesetzt und wollen nichts verändern. So wundert es nicht, dass unter der Präsidentschaft von Donald Trump per Erlass Diversity Trainings für Beschäftigte des Bundes gestoppt wurden. Die Begründung war einfach: Steuergelder sollten hierfür nicht mehr verschwendet werden. Und unter Joe Biden wurde genau dieser Erlass wieder aufgehoben und die Trainings können wieder stattfinden. Dies zeigt, dass Unternehmen es nicht leicht haben, ihr Maß an „Wokeness“ zu definieren und umzusetzen, denn die Initiativen haben oft auch politische Konsequenzen und sind dann weit mehr als lediglich trendige Marketing-Massnahmen. Aber eben nicht nur – es gibt auch Unternehmen, die ihre Wokeness sichtbar mit dem Wunsch nach Profit verbinden, wobei dies schnell von Aktivist*innen durchschaut wird.

Was bedeutet „Bärendienst“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Bärendienst ist eine vermeintlich hilfreiche Leistung, die jemand einem anderen aus gutem Willen erbringen möchte, die sich dann aber als eher hinderlich bis schädlich erweist. Die Formulierung „einen Bärendienst erweisen“ ist eine sprichwörtliche Wendung, die sich in Osteuropa ebenso wie in Nord- und Mitteleuropa schon im Mittelalter entwickelt haben dürfte. Größere Verbreitung erlangte die Redewendung vermutlich durch eine Fabel des französischen Dichters Jean de La Fontaine.

„Bärendienst“: Wortherkunft, Ursprung

Bären sind anders als Pferde oder gar Kühe, die nur noch selten als Wildtiere vorkommen und seit Jahrhunderten durch Menschen domestiziert und gezüchtet werden. Zwar gab es früher Bären in Zirukussen, aber abgesehen von Unterhaltungszwecken ist die Zähmung und Haltung als Nutztier beim Bären nie gelungen. Der Bär ist sehr gefährlich für den Menschen und greift diesen auch als Feind an. Außerdem sind weder Milch noch Fleisch des Bären für den Menschen nutzbar.

Offenbar hat sich der Bär auch für die meisten Tätigkeiten, bei denen die Menschen auf die Stärke von Tieren zurückgegriffen haben, als untauglich erwiesen. Wollte man einen Bären vor einen Pflug spannen, so konnte man damit rechnen, dass nicht nur das Feld, sondern auch der Pflug zerstört würde. Während Pferde oder Ochsen als Nutztiere ihre Aufgaben erfüllten, richtete der Bär nur Schaden an. Daher bedeutet der „Bärendienst“ keine Hilfe, sondern im Gegenteil Schaden.

Der Bär, der nur helfen wollte, bei Jean de la Fontaine

Auch in Märchen und Fabeln ist der Bär in der Regel als schädliches Tier dargestellt. Eine für den sprichwörtlichen Bärendienst besonders relevante Fabel ist die 1678 erstmals veröffentlichte Geschichte „Der Bär und der Gartenfreund“ (im französischen Original „L’ours et l’amateur des jardins“). Die Tragik dieser gereimten Erzählung liegt darin, dass der Bär hier eigentlich als freundlich und hilfsbereit dargestellt ist – und am Ende trotzdem großen Schaden anrichtet.

Der Gartenfreund ist ein alter Mann, der in Einsamkeit einen alten Garten pflegt. Ebenfalls auf der Suche nach Gesellschaft schließt sich der Bär dem Mann an. Sie leben so eine Weile in gewisser Vertrautheit zusammen und gehen ihren Arbeiten nach – der Gartenfreund pflegt den Garten, der Bär geht im Wald jagen. Eines Tages schläft der Mann in der Mittagspause in seinem Garten seelenruhig, als der Bär eine nervige Fliege auf dem Gesicht des Mannes entdeckt.

Weil der Bär dem Mann einen Gefallen tun will, nimmt er einen Stein, um die Fliege zu verjagen. Doch durch den Steinwurf erschlägt er den alten Mann. Die Diskrepanz zwischen gewünschtem Nutzen und fatalen Folgen des Bärendienstes ist in der Fabel auf ein Extrem überspitzt. Im sprichwörtlichen Gebrauch ist ein Bärendienst oft auch eine weniger drastische Sache.

Verschlimmbessern – zeitgenössische Beispiele für Bärendienste

Heute wird die stehende Wendung „jemandem einen Bärendienst erweisen“ im übertragenen Sinne meistens zur Beschreibung einer nicht erwünschten und potentiell oder tatsächlich kontraproduktiven Hilfsbereitschaft verwendet. Es kann beispielsweise ein Bärendienst sein, wenn man trotz mangelnder Kompetenzen Hilfe bei Reparaturarbeiten anbietet und nach der scheinbaren Reparatur das Gerät noch schlechter funktioniert als zu vor – oder gar nicht mehr.

Auch ein Umzugshelfer, der sich aufdrängt, beim Tragen des Klaviers im Treppenhaus auch mit anzupacken und letztlich durch seine Ungeschicktheit dem Musikinstrument bleibende Macken oder Schäden zufügt, erweist dem Wohnort wechselnden Pianisten einen Bärendienst. Eine allzu engagierte Hilfe bei den Hausaufgabe durch Eltern gilt ebenfalls als Bärendienst. Denn wenn Eltern die Hausaufgaben erledigen, haben die dadurch unterstützten Schülerinnen und Schüler zwar tadellose Hausaufgaben, aber einen geringeren Lerneffekt durch die fehldene eigene Leistung.

Eine durch Eltern schlicht falsch bearbeitete oder korrigierte Hausaufgabe ist natürlich ein Bärendienst. Ein anderes Wort für Bärendienst in diesem Sinn ist auch „Verschlimmbessern„.

Bärendienst in Sport und Politik

Neben den alltäglichen Verwendungen dürfte die Redewendung vor allem in geschäftlichen oder politischen Kontexten gebraucht werden – und besonders gerne in journalistischen Beschreibungen dieser Bereiche. So wird die politische Unterstützung eines Kandidaten durch einen anderen Politiker der selben Partei zu einem Bärendienst, wenn die unterstützende Person in Skandale verwickelt wird und damit auch dem Ansehen des eigentlich unterstützten Parteifreundes schadet. Aufgrund der Häufigkeit derartiger Phänomene sind in der Politik dem Bärendienst verwandte Sprichworte wie „Freund, Feind, Parteifreund“ oder „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr“ weit verbreitet.

In der Sportberichterstattung ist der Bärendienst eine beliebte Umschreibung für Fehler im Mannschaftssport, die aus Übermotivation entstehen und dem Team schaden – etwa gelbe, gelb-rote oder rote Karten aufgrund hohen Einsatzes im Fußball, bei denen das Risiko falsch eingeschätzt wurde. Zwar kann der Spieler im Fußball durch ein taktisches Foul der Mannschaft einen Sieg sichern, eine Sperre im nächsten Spiel könnte allerdings die Punkteausbeute stärker gefährden als den Gegner laufen zu lassen.

Die mit dem Bärendienst eigentlich verbundene, ursprünglich gute Absicht, wird zunehmend beim Gebrauch der sprichwörtlichen Redewendung vernachlässigt. Ein Bärendienst ist zunehmend nur noch schlicht und einfach ein Schaden, der nicht beabsichtigt wurde. So gilt eine rote Karte im Fußball für Sportjournalisten quasi immer als „Bärendienst für die Mannschaft“ – unabhängig davon, wie sie entstanden ist.

Was bedeutet „out of the Box“ im Allgemeinen? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Out of the box“ oder auch „Out of the box thinking“ ist ein Denkmodell, das sich nicht gradlinig in bekannten Mustern bewegt, sondern aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, um verschiedene Aspekte und Faktoren einzubeziehen und so zu neuen Ideen und Lösungen führen kann.

Herkunft: „out of the Box“

Der Begriff „out of the box“ ist ein Anglizismus aus dem Englischen. Das bedeutet, der Begriff ist aus dem englischen Sprachgebrauch in die deutsche Sprache eingegangen. Das englische Wort Box bedeutet Schachtel, Verpackung. „Out of the box thinking“ heißt erst mal schlicht nur „anders denken“.

Was bedeutet „out of the Box“ im Allgemeinen? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Box oder auch Schachtel steht für eine Sichtweise. Ein Betrachtungspunkt, von dem aus in gewohnten Mustern gedacht und bewertet wird. Steigt jemand „aus der Box“, verändert sich die Sichtweise und es können andere Standpunkte einbezogen werden, die zu neuen Gedankengängen führen. Ein Thema wird sozusagen „von allen Seiten betrachtet“. Meist wird der Ausdruck als Aufforderung verwendet und beinhaltet den Auftrag, kreativ und innovativ zu arbeiten. Gemeint ist, sich von herkömmlichen Gedankenmustern zu lösen und ein Thema ohne Einschränkungen zu betrachten. Im Arbeitsleben werden Mitarbeiter beispielsweise aufgefordert, in einer Planungsphase oder zur Problemlösung „out of the box“ zu denken.

Geschichte: „out of the Box“

Der Ausdruck wurde vermutlich in den 1970er und 1980er-Jahren von amerikanischen Unternehmensberatern geprägt. Sie forderten ihre Kunden auf, „außerhalb der Box/des Rahmens“ zu denken und neue Lösungsansätze zu finden. Zur Veranschaulichung ließen sie ihre Kunden das typografische 9-Punkte-Rätsel lösen. Auch bekannt als Christopher Columbus‘ Egg Puzzle. Hierzu müssen 9 Punkte, die im Quadrat stehen, mit vier geraden Linien verbunden werden, ohne den Stift abzusetzen. Das Rätsel lässt sich nur lösen, indem die durchgezogenen geraden Striche über den gedachten Rahmen, der die 9 Punkte definiert, gezogen werden. Die Lösung ist sehr einfach, gestaltet sich nur schwierig, weil die Menschen sich meist eine quadratische Begrenzung um den Rand des Punktefeldes denken. Oft reichte schon der Hinweis, „außerhalb der Box“ zu denken, um die Probanden auf den richtigen Lösungsweg zu bringen. Der Begriff wurde damals schnell zum Klischee-Ausdruck in Unternehmenskreisen.

Verwandte Ausdrücke

Die deutschen Entsprechungen sind die Ausdrücke „über den Tellerrand blicken“ und „um die Ecke denken“.

Die englischen beziehungsweise amerikanischen Redewendungen „thinking beyond the Box“ und „outside the box“ oder vornehmlich das in Australien bekannte „thinking outside the square“ haben eine ähnliche Bedeutung.

Weitere Verwendung: „out of the Box“

Im EDV-Bereich meint der Ausdruck „out of the box“ eine Soft- oder Hardware, die übergreifend und verbindend sämtliche zur Lösung eines bestimmten Problems erforderlichen Mittel liefert.

Im Tanztheater bedeutet „out of the box“, dass sich die Tänzer Raum geben und zu einem komplexeren Ausdruck finden sollen.

In der Wirtschaft finden sich Überschneidungen zum Design Thinking.

Kritik: „out of the Box“

„Out of the box“-Denken als unspezifische Aufforderung, ein Problem abseits der herkömmlichen Herangehensweisen zu lösen, kann im Arbeitsprozess die Mitarbeiter lähmen. „Out of the box thinking“ braucht eine Strategie und lässt sich bestenfalls im Team umsetzen, um hier die Sichtweisen und Ideen aller Beteiligten zu beleuchten.

Trivia: „out of the Box“

Der Name der deutschen Kinoproduktion „Outside the Box“ von 2016 ist eine Anspielung an den Klischee-Begriff „out of the box“ im Businessbereich.

Das Münchner Musikfestival „Out Of The Box“ steht für innovative musikalische Darbietungen abseits des Bekannten.

Was ist ein Deadname? Was ist Deadnaming? Bedeutung, Definition, Erklärung


Deadnaming ist die Verwendung von sogenannten toten Namen, den Deadnames. Der Deadname ist ein früherer Vorname der betreffenden Person, den diese nicht mehr verwendet. Die Namensänderung führen in der Regel nichtbinäre Menschen und Transgenderpersonen durch, um eine Geschlechtsänderung anzuzeigen.

Woher kommt Deadnaming?

Das Deadnaming bedeutet, die betreffende Person mit ihrem „toten Namen“ anzusprechen oder über sie mit dieser Namensbezeichnung zu sprechen. Dies geschieht manchmal unabsichtlich, weil der Sprecher über die Namensänderung noch nicht informiert ist oder sich aus Versehen verspricht, doch es gibt auch absichtliches Deadnaming aus einer transfeindlichen Absicht heraus. Solche Sprecher anerkennen den Namenswechsel nicht, was bedeutet, dass sie das neue Geschlecht der betreffenden Person und die Tatsache von Geschlechtsumwandlungen überhaupt nicht anerkennen. Für die binäre Person bzw. die Transgenderperson ist dies sehr belastend. Selbst ein unabsichtliches Deadnaming wirkt verletzend. Der Namenswechsel erfolgte schließlich nicht umsonst.

Geschlechtsidentifikation über den Vornamen

Unser Vorname, den wir unmittelbar nach der Geburt erhalten, definiert fortan unser Geschlecht und ist praktisch unser wichtigstes persönliches Merkmal. Es lässt sich durchaus der Standpunkt vertreten, dass nichts so sehr unsere Persönlichkeit prägt wie die Zuordnung zu einem Geschlecht. Die gesamte Erziehung, die zugedachte Rolle in der Gesellschaft und folglich alle privaten, aber auch viele berufliche Lebensentscheidungen basieren auf unserem Geschlecht. So gibt es

  • deutlich mehr männliche als weibliche Führungskräfte in Großunternehmen,
  • mehr männliche als weibliche Abgeordnete,
  • mehr männliche als weibliche Soldaten,
  • so gut wie keine männlichen Harfenisten,
  • nur sehr wenige männliche Erzieher in KiTas und
  • mehr weibliches als männliches Pflegepersonal.

Dies sind nur einige Beispiele für unsere Geschlechterrolle im Berufsleben. Der wichtigste Punkt dürfte wohl sein, dass Männer die Erfahrung von Müttern niemals machen können und ihnen damit die wahrscheinlich wichtigste menschliche Erfahrung verwehrt bleibt. Wenn nun unser Geschlecht und die ihm zugedachte Rolle so unglaublich bedeutsam ist, erschließt sich a priori auch allen sich eindeutig als Frau oder Mann empfindenden Menschen, dass binäre Personen und Transgender mit ihrer Geschlechterrolle ganz unglaublich hadern und die Anzeige eines gewechselten Geschlechts durch den Vornamen für sie enorm wichtig ist. Von ihrem Umfeld darf man erwarten, dass es dies akzeptiert und Deadnaming daher strikt vermeidet. Man bedenke auch die wahrhaft krasse Bezeichnung als „toter“ Name: Die betreffende Person hat den früheren Namen für tot erklärt und beerdigt. Das ist schon ein sehr starker Schritt. Es verweist darauf, wie wichtig für sie die neue Geschlechtsidentität ist.

Deadnaming im sprachlichen Kontext

Die betreffenden Personen wünschen die ausschließliche Verwendung ihres neuen Vornamens, und zwar auch dann, wenn es um ihre Vergangenheit geht, in der sie den früheren Namen (nun der Deadname) noch trugen. Der sprachliche Kontext ist für sie maßgebend, um in die neue Geschlechtsidentität hineinzufinden. Sie verwenden den neuen Vornamen auch als Mittel des Outings gegenüber Menschen, die über ihre Geschlechtsumwandlung noch nicht informiert waren. Es genügt die Nennung ihres neuen Vornamens, um die gesamte Geschichte zu erzählen. Für Menschen, die auf diese Weise davon erfahren, ist Sensibilität das oberste Gebot. Sie sollten keine weiteren Fragen stellen, sondern die Tatsache einfach stillschweigend zur Kenntnis nehmen und natürlich fortan Deadnaming (auch unabsichtliches) strikt vermeiden.

Mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Deadnaming

Im Journal of-Adolescent Health wurde 2018 eine Studie über jugendliche Transgenderpersonen veröffentlicht. Dabei stellte sich heraus, dass der neue, von ihnen selbst ausgesuchte Name, der zum von ihnen empfundenen Geschlecht passt, ihre psychische Gesundheit sehr deutlich verbessert. Depressive Symptome und die Risiken für Suizidalität gingen signifikant zurück. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Deadnaming die psychische Gesundheit dieser Menschen sehr stark beeinträchtigt.

Seit wann ist Deadnaming begrifflich bekannt?

Das Phänomen ist mit Stand 2021 im deutschen Sprachraum noch relativ unbekannt. Das liegt daran, dass die es Medien nur sehr selten aufgreifen, nämlich dann, wenn eine prominente Person ihre Transgenderidentität bekannt gibt. Das ist selten. Ansonsten beschäftigen sich die meisten Menschen mit dem Thema kaum.

Eine breitere Öffentlichkeit erfuhr von dem Phänomen durch Caitlyn Marie Jenner, heute eine Frau, geboren aber als Junge und später als Sportler sehr erfolgreich (1976 Goldmedaillengewinner im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen). Im Jahr 2015 kurz nach der Geschlechtsumwandlung von Jenner verwendeten viele Medien mehr oder weniger unabsichtlich noch ihren Deadname, was starke Kritik auslöste.

Im Jahr 2020 trat in den Medien Deadnaming beim kanadischen Schauspieler Elliot Page auf, heute ein Mann, geboren aber als Mädchen. Die Medien wurden dafür heftig kritisiert. Seit einiger Zeit gibt es Ratgeber von LGBT-Verbänden, die darauf verweisen, dass es a) Deadnaming gibt und dass es b) strikt zu vermeiden ist.

Ein Style-Guide der Trans Journalists Association betont, dass es absolut keine Gründe gibt, einen Deadname zu erwähnen. Journalisten sollten diese Information auch nicht erfragen. Dies betrifft auch Nachrufe. So einen Fall gab es 2020 nach dem Tod von Aimee Stephens, einer US-amerikanischen Transgenderaktivistin. Einige Zeitungen hatten im Nachruf den Deadname genannt und entschuldigen sich später dafür, darunter die Associated Press und die New York Times. Dem steht gegenüber, dass die Öffentlichkeit durchaus am Fakt an sich interessiert ist und unter anderem Wikipedia die früheren Vornamen, mithin die Deadnames, von Transgenderpersönlichkeiten nennt.

Wir haben sie in diesem Artikel trotz einschlägiger Kenntnis bewusst weggelassen. In den USA kommt es nach Morden an Transgenderpersonen immer wieder vor, dass die Polizei in ihrem Bericht den Deadname nennt. Die dementsprechenden Fallzahlen sind sehr hoch: Deadnaming kommt demnach in 87 % aller betreffenden Mordfälle vor. Auch in Medienberichten zu Gewalt gegen Transgenderpersonen wird zumindest in den USA in knapp 70 % aller Fälle der Deadname zumindest zusätzlich erwähnt.

Reaktionen von Onlinemedien und Unternehmen

Twitter führte im Oktober 2018 das Verbot von Deadnaming ein. Betroffene merkten allerdings 2019 an, dass dieses Verbot unterlaufen werde und Twitter darauf zu schwach reagiere. Die Internet-Movie-Database änderte 2019 ihre Regeln: Seither dürfen aufgeführte Transgenderpersonen ihren Deadname aus der Plattform entfernen lassen. Vorausgegangen waren Vorwürfen durch Schauspieler, die Transgenderpersonen sind. Die Kaffeehauskette Starbucks machte 2020 in einem Werbespot auf Deadnaming aufmerksam und erhielt dafür den Diversity in Advertising-Award. In Großbritannien führte Deadnaming schon zu juristischen Verwarnungen. In Deutschland gab es eine Anzeige gegen den Grünenpolitiker Boris Palmer wegen Deadnamings gegen die Transfrau Maike Pfuderer (ebenfalls Bündnis 90/Grüne), doch die Staatsanwaltschaft Tübingen stellte Palmers Unschuld fest, obgleich Deadnaming im deutschen „Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen“ verboten ist. Palmer ist (Stand Herbst 2021) der Oberbürgermeister von Tübingen.

Was bedeutet „old school“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „old school“ ist etabliert und weit verbreitet. Er bezieht sich auf diverse Dinge, die in unserem täglichen Leben auftauchen können. Grundsätzlich geht es darum, einen Gegenstand oder eine bestimmte Tatsache als veraltet oder überholt zu definieren. Der Begriff kann dabei sowohl schriftlich, als auch im mündlichen Sprachgebrauch zur Anwendung kommen.

Was bedeutet „old school“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wenn von „old school“ die Rede ist, kann es sich sowohl um einen positiven als auch um einen negativen Begriff handeln. Wobei die negative Bedeutung nicht zu stark überbewertet werden sollte. Im letzteren Fall geht es viel eher darum, einen ganz bestimmten Sachverhalt klar zu definieren oder darum zu verdeutlichen, dass ein bestimmter Gegenstand inzwischen veraltet oder nicht mehr gebräuchlich ist.

Wie bereits angedeutet, kann „old school“ durchaus eine positive Bedeutung haben. Hierzu stelle man sich ein Wohnzimmer vor, dass vollkommen mit antiken Möbeln ausgestattet ist. Wer sich seine Wohnräume so einrichtet, hält sich nicht an den aktuellen modernen und vorherrschenden Stil. Man hat sich in diesem Fall dafür entscheiden alles „old school“ einzurichten. Genau dies kann unter Umständen sehr schön sein.

Macht man sich auf die Suche nach einer wörtlichen Übersetzung dieses Begriffes, wird man immer wieder auch mit der sogenannten alten Schule konfrontiert werden.

Im ersten Moment scheint dann alles klar und eindeutig zu sein, doch der Schein kann hier ganz gewaltig trügen. Denn die Bezeichnung alte Schule kann sich auf diverse Dinge beziehen. Zum Beispiel könnte eine Lehrkraft noch von der ganz alten Schule sein. Eine solche Lehrkraft wird sich dann in aller Regel durch einen autoritären und strengen Lehrstil auszeichnen und wenig bis keine Kritik tolerieren.

Auch Gegenstände können „old school“ sein

Die Digitalisierung schreitet immer stärker voran und bestimmt damit immer häufiger unseren Alltag. Dies lässt sich zum Beispiel feststellen, wenn wir Geld mit unserem Computer, Tablet oder Smartphone überweisen. Auch unsere Kommunikation ist über die Jahre immer digitaler geworden. Hier verwenden wir soziale Netzwerke, wenn wir uns verabreden oder einfach nur mitteilen und austauschen wollen.

Nun kann man die genannten Dinge jedoch auch „old school“ erledigen. In einem solchen Fall würde man dann einen Anruf mit dem Festnetz erledigen, Briefe schreiben und sämtliche Überweisungen nur vor Ort in einer Bank erledigen.

Wer sich „old school“ verhält, wirkt im ersten Moment als sehr altmodisch. Es muss sich dabei jedoch gar nicht wirklich um altmodische Ansichten handeln. Manche Menschen möchten einfach nur deutlich mehr Sicherheit in ihrem Leben. Sie haben somit einfach große Angst, wenn sie neue digitale Medien oder Techniken verwenden und greifen daher lieber auf alte und bisher bewährte Methoden zurück.

Eine Person, die vollkommen „old school“ ist

Wie könnte nun aber eine Person aussehen bzw. sich verhalten, die auf ganzer Linie „old school“ ist? Für diesen Bereich gibt es wirklich eine ganze Reihe von Möglichkeiten.

Eine solche Person würde sich wohl in erster Linie stets sehr unmodern kleiden. Die aktuelle Mode scheint als uninteressant und nicht wünschenswert zu bekommen.

Weiterhin würde eine Person der Kategorie „old school“ sicher vermehrt auch auf alte Techniken zurückgreifen und skeptisch gegenüber der Digitalisierung sein. Ist man mit einer solchen Denkweise ganz besonders stark verbunden, würde man wohl ganz sicher nicht das neuste Smartphone besitzen wollen und auch keinen Urlaub über das Internet buchen.

„old school“ kann mitunter auch sehr verstaubt sein

„old school“ ist mal positiv und mal negativ zu bewerten. Im zweiten Fall könnte eine derartige Person auch sehr verstaubte und prinzipiell nicht mehr gebräuchliche Ansichten haben. Dies kann sich beispielsweise auf das Liebesleben oder Beziehungen ganz allgemein beziehen. Zudem können auch Vorurteile gegenüber fremden Kulturen und Religionen erkennbar werden.

Was bedeutet „Understatement“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Vor allem in Komödien mit schwarzem Humor ist das Understatement beliebt. Der Ausdruck selbst kommt aus dem englischen Sprachraum. Mit ihm wird in einer dramatischen Situation eine Art von Kommunikation gepflegt, mit der die eigentliche Dramatik im Wesentlichen abgeschwächt wird. Ein gutes Beispiel ist die Monty Python-Gruppe.

Aber auch in Liedern, Texten und Gedichten wird das Understatement wirkungsvoll eingesetzt. Es kann jedoch ebenfalls als Stilmittel im täglichen Gebrauch dienen, um Situationen abzuschwächen oder um das Problem mit einem Schuss Humor zu versehen. So kann der Betreffende, der diese Technik wählt, sowohl eine Entschärfung des Themas vornehmen als auch die Zuhörer auf seinen Vortrag oder Text ausrichten.

Wie lässt sich das Understatement als Stilmittel nutzen?

Beim Understatement spielen vor allem die Bescheidenheit und Untertreibung wesentliche Rollen. Wichtig ist auch die Zurückhaltung, die mit dem Herunterspielen verbunden ist. Einige bezeichnen diese Form als trockenen Humor, der schnell zu Lachern auf der Seite der Zuhörer führt. Hierbei zählt oft die Komik, da der Anwender jedes Wort und die sachlichen Zusammenhänge bewusst steuert.

Grundsätzlich kann das Understatement als Maxime eingesetzt werden, um einer Person eine bestimmte Wertung zu verleihen. Ein Beispiel wäre die Figur des John Steed in Schirm, Charme und Melone. Hier verkörperte Patric Macnee einen Agenten, der wie ein Gentleman gekleidet war und mit lockeren und dem Unterstatement zugehörigen Sprüchen einen wesentlichen Beitrag zum erfolgreichen Geschehen innerhalb der Sendung beitrug. Seine Gefährtin war hingegen attraktiv, modern und äußerst selbstbewußt. Sie wurde von Diana Rigg verkörpert, die so zur Ikone einer Generation wurde.

Worin unterscheidet sich das Understatement von der Übertreibung?

Im privaten und beruflichen Leben kann das Understatement jedoch schädlich sein, wenn der Nutzer nicht schon über eine entsprechende berufliche oder gesellschaftliche Reputation verfügt.

Deshalb kommt oft die Übertreibung zum Einsatz, mit der der Anwender seine Bedeutung und Wertstellung unterstreicht. Er bringt auf diese Weise in den meisten Gesellschaften zum Ausdruck, dass er eine hohe Leistungsfähigkeit besitzt und somit einen wesentlichen Beitrag zum Gemeinwohl oder Erfolg beitragen kann.

Viele Gesellschaften beruhen auf dem Prinzip, dass die Persönlichkeiten, die wichtige Funktionen ausüben, ihre Rolle durch markante Kriterien nach außen zur Schau stellen. Hierzu gehören Reichtum und Luxusgüter, die offen präsentiert werden, um sich von der Masse der Bevölkerung abzuheben. Wer mit einem Menschen, der seine Geltung offen zur Schau stellt, kommuniziert, wägt oft seine eigene Bedeutung gegenüber der des anderen ab. Hierbei kommt es oft auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Macht an, die vom prestigeorientierten Ansprechpartner ausgeht.

Es geht speziell um die gesellschaftliche Zuordnung, die beispielsweise über die Form der eingesetzten Sprache zum Ausdruck kommt.

Welche Formen des Understatements kommen infrage?

Wer sich für das Understatement entscheidet, kann sich sowohl schriftlich als auch mündlich äußern. In Abhängigkeit zum Einzelfall kommt der gewählten Variante eine besondere Bedeutung zu.

Zum Ersten wäre die wohlverdiente Bescheidenheit zu nennen. Sie kommt zum Einsatz, wenn jemand eine anerkannte besondere Leistung erbracht hat, für die er geehrt werden soll. Statt sich mit seinem Erfolg zu brüsten, könnte er einfach sagen. „Ich habe einfach trainiert.“

Als Alternative bietet sich die komische Version an. Sie ist angebracht, wenn eine schwierige Situation verharmlost werden sollte. Zieht der TÜV beispielsweise ein Fahrzeug aus dem Verkehr, könnte der Besitzer mit einem leichten Lächeln sagen. „Dann fahre ich lieber Bahn. So schone ich auch die Umwelt.“

Letztlich folgt die höfliche Version. Sie wird eingesetzt, wenn es beispielsweise zwei konträre Meinungen gibt und die jeweiligen Verfechter nicht zu einer einheitlichen Lösung kommen werden. Die voneinander abweichenden Ansichten könnten einen der Beteiligten zu der Äußerung verleiten: „Wenigstens regnet es nicht, während wir hier sitzen“.

Eine andere Variante trifft zu, wenn der Chef einem Mitarbeiter gegenübersitzt, für den er wenig Sympathie hat. Da der Betreffende übergewichtig ist, sagt sein Vorgesetzter einfach: „Manche Menschen sind hat nicht gerade schlank.“

Einem anderen ein besseres Gefühl geben!

Im beruflichen Alltag kann es vorkommen, dass Mitarbeiter Fehler machen oder aber einen gewissen Sachverhalt am Anfang nur bedingt verstehen. Sollte sich der Betreffende durch seinen Fehler unbehaglich fühlen oder Angst entwickeln, sagt ihm der Chef einfach, dass jedem das schon einmal passiert wäre. Er kann sich auch auf einen eigenen Fehler beziehen oder seinen Unmut mit einem Lob koppeln.

„Im Großen und Ganzen war Ihre Arbeit in Ordnung. Nur in diesem Punkt müssen wir noch eine Nacharbeit vornehmen.“

Wer souverän ist, darf sich im Understatement üben!

Understatement hat etwas mit der Souveränität zu tun, die der Anwender ausstrahlt. Ein anerkannter Fachmann für IT-Software, der für seine Leistungen bekannt ist, strahlt durch seine Fähigkeiten eine innere Sicherheit aus, sodass er die Technik des Understatements anwenden kann, um seinen Zuhörer, Mitarbeiter oder Vorgesetzten als guter Gesprächspartner zu dienen. Er bleibt trotz seiner überragenden Qualitäten auf Augenhöhe mit Menschen, die sich mit ihm leistungstechnisch nicht messen können.

Auf der anderen Seite setzen Menschen auf Statussymbole oder bestimmte Fähigkeiten, über die sie reden, um sich von ihren eigentlichen Minderwertigkeitsgefühlen abzuheben. In bestimmten Situationen kann es passieren, dass diese Gesprächspartner von ihrer Umgebung als besonders zielstrebig angesehen werden. Sie erhalten am Anfang einen Vertrauensvorschuss, den diese Mitarbeiter jedoch nicht verspielen sollten.
Deshalb gilt das Folgende. Wer ein Understatement betreibt, muss den damit verbundenen Code transparent machen. Wird beispielsweise eine wichtige Aufgabe bearbeitet, dann muss der Mitarbeiter seinen Anteil daran gegenüber dem Vorgesetzten vertreten. Spielt er seine Leistung herunter, geht der Chef von einer nur bedingt bewertbaren Aufgabenstellung aus. Diese wird ihm nicht imponieren und hat somit keinen Einfluss bei einer Beförderung oder der Gehaltsverhandlung.

Wie lässt sich das Understatement im Beruf optimal nutzen?

Im Beruf überzeugt der Mitarbeiter, der seinem Vorgesetzten die gewünschte Leistung schnell, richtig und planmäßig abliefert. So kann er seine Kompetenz beweisen und sich seinen Platz als fähiger Mitarbeiter im Team sichern. Die Kollegen erfahren erst von dem Vorgang und seinem Ergebnis, wenn jeder Punkt im Sinne des Vorgesetzten und somit des Teams erfolgreich abgearbeitet wurde. Auf diese Weise wird das benötigte gegenseitige Vertrauen geschaffen und gefestigt.

Fazit: Was ist Understatement?

Understatements sind von der Situation, dem Anwender und seinen Zuhörern abhängig. Diese müssen den dazu passenden Code kennen, damit sie die Aussagen des Sprechers oder Schreibers richtig deuten. Eine Fehldeutung führt automatisch zu einer Abwertung der Leistung des Vortragenden. Außerdem lässt sich diese Form der Kommunikation nutzen, um dramatische Themen und zwischenmenschliche Problemstellungen abzuschwächen.

Warum sagt man „Rosenkrieg“? Woher stammt das Wort? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung


Jedermann ist landläufig bekannt, dass mit einem Rosenkrieg die erbitterte Auseinandersetzung zwischen sich einst liebenden Eheleuten im Scheidungsfall gemeint ist. Viele Menschen assoziieren das Wort damit, dass der liebende Mann einst seiner Partnerin Rosen schenkte, mit der er nun im Clinch liegt. Doch das Wort hat einen echten historischen Hintergrund in der englischen Adelsgeschichte.

Wortherkunft von „Rosenkrieg“

In England befehdeten wahrscheinlich ab 1455 die beiden großen Adelshäuser Lancaster und York, die einst verbündet gewesen waren. Ihre Verbundenheit war auch in ihren Wappen zu erkennen: Diese trugen jeweils als prägendes Symbol eine Rose (York eine weiße, Lancaster einer rote).

Nun stritten sie miteinander um die englische Thronfolge, was zum handfesten Krieg führte. Ihre ehemalige Verbundenheit basierte auf Blutsbanden, denn beide Adelshäuser stammten vom Geschlecht Plantagenet ab, das im 12. Jahrhundert Heinrich II. als König von England hervorgebracht hatte. Beide Adelshäuser beanspruchten daher für sich das Anrecht ihrer Nachkommen auf den Thron. Wichtig zu wissen: Der ursprüngliche War of Roses fand unter Blutsverwandten, nicht zwischen Eheleuten statt.

Rosenkrieg im Film

Da der Rosenkrieg unter Eheleuten während der Scheidung ein Faszinosum ist (Umschlagen von Liebe in Hass), befassen sich die Literatur und die Medien sehr gern damit. Als sehr gelungene Umsetzung des Sujets gilt die US-amerikanische Tragikomödie „Der Rosenkrieg “ von 1989 (nach einer literarischen Vorlage), in der Danny DeVito einen erzählenden Anwalt spielt und auch Regie führte. Die beiden Hauptdarsteller sind Kathleen Turner und Michael Douglas als Ehepaar Barbara & Oliver Rose. Das Paar lässt sich scheiden, der sich daraufhin entwickelnde Rosenkrieg bringt die beiden schließlich um. DeVito erzählt in der Rahmenhandlung als Scheidungsanwalt Gavin D’Amato diese Geschichte einem Mandanten, um diesen vor einem Rosenkrieg zu warnen. In der sich über Jahre erstreckenden Binnenhandlung eskaliert der Konflikt zwischen den Eheleuten immer heftiger, wobei die Hauptstreitpunkte Vermögenswerte (vor allem das gemeinsame Haus) betreffen – ganz wie im wahren Leben. In ihrer rasenden Wut zerstören die Eheleute zunächst die Einrichtung, dann ihre gegenseitige Gesundheit und schließlich bei einem schrecklichen Unfall im Haus ihr Leben.

Psychologischer Hintergrund eines Rosenkrieges

Lange wurde angenommen, dass zurückgewiesene Liebe und gekränkte Eitelkeiten die Hauptauslöser eines Rosenkrieges sind, doch der zitierte Film stellt es schon ganz richtig dar: Hauptursächlich sind Besitz- und Machtinteressen der ehemaligen Liebenden und Verbündeten. Ein Ehepaar ist nun einmal finanziell und juristisch (beispielsweise in Fragen des Sorge- und Umgangsrechts für Kinder, manchmal auch beim gemeinsamen Führen einer Firma) so sehr miteinander verquickt, dass die Auflösung mit schmerzhaften Verlusten verbunden ist und dieser Schmerz dann in einem Rosenkrieg eskaliert. Solches hört man von sich trennenden unverheirateten Paaren ohne gemeinsamen Besitz und ohne Kinder eher selten. Bei diesen kommt es manchmal zu Stalking durch einen der beiden Partner, wenn dieser nicht loslassen kann, doch der Rosenkrieg wird durch beiderseitige Angriffe geprägt. Das leuchtet ein, wenn beide Seiten etwas zu verlieren haben. Nun fragt es sich, wie er zu vermeiden ist.

Rosenkrieg vermeiden

Die Vermeidung eines Rosenkrieges ist nicht nur sinnvoll, weil dieser beide Seiten zermürbt, sondern auch, weil er das Scheidungsverfahren verlängert und verteuert. Wenn sich ein Rosenkrieg anbahnt, raten vernünftige Anwälte zur Mediation und/oder Familienberatung. Er lässt sich auch schon lange im Vorfeld durch eine Scheidungsfolgenvereinbarung vermeiden. Damit können sich Wut und Hass nicht so stark ausbreiten, weil die Verhältnisse von vornherein klar geregelt sind. Diese Regelungen sollten betreffen:

  • Sorge- oder Umgangsrecht gegenüber gemeinsamen Kindern
  • Eigentum wie Haus, Auto, sonstiges Barvermögen oder Hausratsgegenstände
  • gegebenenfalls gemeinsame Schulden
  • bei unternehmerischer Tätigkeit die Firmenbeteiligung

Wenn keine Scheidungsfolgenvereinbarung vorliegt und sich das Paar auch nicht einig wird, entscheidet das Gericht zu den strittigen Punkten. Spätestens dann benötigen beide Seiten einen Anwalt, was die Scheidungskosten beträchtlich erhöht. Auch der Verfahrenswert steigt. Die Trennung ohne Rosenkrieg ist daher für beide Parteien deutlich vorteilhafter. Auch die Kinder leiden viel weniger unter der Trennung. Sollte der Rosenkrieg schon begonnen haben, ist eine Mediation im Prinzip das Mittel der Wahl. Sie führt zu einer deutlich konfliktärmeren, schnelleren und kostengünstigeren Scheidung.

Was bedeutet „Underdog“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Ursprung des Ausdrucks Underdogs lässt sich ins England des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen. Zur Zeit der Industrialisierung waren Hundekämpfe eine populäre Freizeitbeschäftigung. Für einen Hundekampf wurden zwei Tiere zu einem Kampf mit einem sicheren Gewinner zusammengebracht. Der unterlegene Hund wurde als Underdog bezeichnet. Der Verlierer war dem gegnerischen Hund kräftemäßig unterlegen und nahm, entsprechend dem Verhalten eines Hundes, die niedrigere Position ein. Für die Veranstalter der Hundekämpfe dominierte das wirtschaftliche Interesse, da auf den Ausgang eines Hundekampfes hohe Wetteinsätze getätigt wurden. Hunde sind Rudeltiere und fochten in einem arrangierten Kampf die Position um den höheren Platz in der Rangordnung aus. Das Gewinnerhund wurde prämiert, der Verlierer wurde missachtet und ausgestoßen. Ein unterlegener Hund bekam keine zweite Chance.

Es gibt einen weiteren Deutungsansatz des Ausdrucks Underdog, der sich auf den Beruf des Holzfällers bezieht. Holzfäller mussten in ihrem beruflichen Alltag mit langen Stämmen und Balken arbeiten. Das Sägen wurde durch die Verwendung von sogenannten Sägegruben erleichtert. Die Holzfäller legten einen Stamm über die Grube. Es sägten zwei Personen gleichzeitig an einem Holzstück. Ein Arbeiter sägte von der Unterseite in den Stamm, ein weiterer sägte von der Oberseite. Die Holzfäller wurden ursprünglich als top sawyer und bottom saywer bezeichnet. Später setzte sich die Bezeichnung als Topdog und Underdog durch. Es ist eine vage Theorie, dass der Begriff Underdog tatsächlich seinen Ursprung in der Holzbranche hat. Vermutlich wurde der Zusammenhang in einer wissenschaftlichen Studie geprägt, die in der zeitlichen Abfolge erst im 20. Jahrhundert erfolgt ist. Bei einer Studie über die Feudalität und die gesellschaftlichen Top Dogs, wurde der Begriff Underdogs als Gegenpart verwendet.

Siehe auch: Was ist der Underdog-Effekt?

Was bedeutet „Underdog“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Mit Bezug auf den Verlierer im Hundekampf wird als Underdog eine Person bezeichnet, die gegenüber anderen in einer schwachen Position ist. Im gesellschaftlichen Bereich sind Underdogs im Hinblick auf sozialen Status, Bildung und wirtschaftlicher Situation unterlegen. Sie stehen gegenüber dem Topdog in einer untergeordneten Position. Das kann im Berufsleben die Beziehung von Chef und Angestellten sein. Das Wort Underdog steht für eine Rangordnung, in der es eine mächtige und starke Spitze gibt und unter Plätze für die schwächeren Glieder in einer Kette.

In der Umgangssprache gelten Underdogs als Außenseiter oder als Looser. Sie werden als die Personen eingestuft, die den letzten Platz in einer Reihenfolge einnehmen. Diese Klassifizierung erfasst den Begriff Underdog nicht vollständig. Ein unterlegener Hund gibt nicht auf. Eine Charaktereigenschaft, die in den Begriff Underdog einfließt und gesellschaftlich differenziert bewertet wird. Underdogs kämpfen und wehren sich in aussichtslosen Situationen. Sie stehen für sich ein und erhalten sich diese Eigenschaft, wenn sie vom Underdog zum Topdog wechseln.

In der Soziologie ist ein Außenseiter eine Person, die sich außerhalb der gesellschaftlichen Norm bewegt. Dies kann durch eigenes Verhalten der Person ausgelöst sein oder durch eine soziale Ungleichheit. Außenseiter gelten häufig als sozial benachteiligt. Ihnen wird ein geringes Einkommen und ein niedriges Bildungsniveau zugesprochen. Menschen, die sich bewusst gegen die allgemeingültigen Wertvorstellungen stellen, stehen auch als Außenseiter am Rand der Gesellschaft. Häufig kämpfen diese Menschen gegen Normen, die das gesellschaftliche Leben strukturieren.

Underdogs im Sport

In einem sportlichen Wettbewerb stehen das Gewinnen und das Verlieren im Mittelpunkt. Schon vor dem Start beginnt die Klassifizierung der Teilnehmer. Bei einem Fußballspiel treten zwei Mannschaften gegeneinander an, von denen eine in der Regel als die Stärkere gilt. Dieser Mannschaft werden die größeren Siegchancen zugeordnet. Die zweite Mannschaft gilt als schwächer und unterlegen und wir als Underdog bezeichnet. Tritt das Schlusslicht der Liga gegen den Tabellenführer an, so ist das Ergebnis vorhersehbar. Underdogs können jedoch kämpfen und im Sport kann dieser Charakterzug spielentscheidend sein. Die Mannschaft auf dem Platz, die nichts zu verlieren hat, kann ihren Kampfgeist ausspielen. Sie ist frei von Kalkül und hat in der Regel die Herzen die Zuschauer auf der Seite. Diese Aspekte können Kräfte mobilisieren, die im Außenseiter Energie freisetzt, die sie zum Sieg führt.

Underdogs in Hollywood

Filmproduzenten kennen den Charme der Underdogs. Einer der berühmtesten ist der Boxer Rocky Balbao. Kaum ein Zuschauer oder eine Zuschauerin im Kino wünscht sich nicht, dass sich der charismatische Boxer noch einmal aufrappelt, das Blatt wendet und gewinnt. Sein Weg war zu hart, um im entscheidenden Moment einfach aufzugeben. Das Publikum liebt die Underdogs. Der coolste Footballspieler der High-School verblasst gegen den ungeschickten Nerd. Der Verlierer löst einen Schutzinstinkt aus. Das Publikum solidarisiert sich mit dem Verlierer. Dieser Effekt beschränkt sich nicht auf das Leinwandgeschehen. Im richtigen Leben können Politiker Wahlen über diesen Mechanismus gewinnen und sogar im Supermarkt greifen Verbraucher häufig zu den Produkten eines kleineren Anbieters.

Was bedeutet „Pass auf dich auf“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Pass auf dich auf“ ist ein Spruch, der gewöhnlich Fürsorge zum Ausdruck bringt. Damit ist gemeint, dass man möchte, dass dem Gegenüber nichts passieren soll. Der Person, zu der das gesagt wird, soll nichts zustoßen und sie soll sich, eben soweit das in ihren eigenen Möglichkeiten steht, auch aktiv darum bemühen.

Was bedeutet „Pass auf dich auf“? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Pass auf dich auf“ kann zum Beispiel eine Aufforderung, eine Bitte, einen Wunsch, einen Appell, eine Warnung oder sogar eine Art kleine Liebeserklärung darstellen.

Seltener ist „Pass auf dich auf“ als Warnung vor einer konkreten Gefahr zu verstehen, sondern der Satz soll dem angesprochenen Gegenüber allgemein das Gefühl vermitteln, dass man sich um ihn und sein Wohl sorgt, dass er einem wichtig ist, dass man an ihn denkt, auch wenn sich gemeinsame Wege trennen – egal ob nur kurzzeitig, länger oder endgültig. Oft wird „Pass auf dich auf“ nämlich beim Abschied gesagt. Es ist ein netter Ausdruck von Zuneigung und Fürsorge, es bringt eine innere Verbindung zum Vorschein.

„Pass auf dich auf“ kann auch durch Zusätze wie „bitte“ und/oder „gut“ ergänzt werden, so ist beispielsweise der Satz „Pass bitte gut auf dich auf“ ebenfalls gebräuchlich.

Pass auf dich auf – Beispiele

Zum Beispiel sagen Eltern oft zu ihren Kindern, dass diese auf sich aufpassen sollen. Egal ob die Kinder noch klein oder schon größer sind. Es geht ihnen dabei darum, dass sie ihre elterliche Kontrolle gewissermaßen abgeben müssen, wenn die Nachkommen das Haus verlassen. Ob nun endgültig wie beim Auszug oder kurzzeitig, wenn sie beispielsweise für einige Stunden zur Schule gehen. „Pass auf dich auf“ betont dabei einen beschützenden Aspekt – die Kinder sollen im Kopf behalten, dass da Menschen sind, die sie lieben und wollen, dass ihnen nichts zustößt und je älter sie sind, desto mehr werden sie dadurch auch dazu angehalten selbst auf sich Acht zu geben. Daheim ist für die meisten Menschen schließlich ein sicherer, behüteter Ort, der vor Gefahren der Außenwelt geschützt ist.

Auch in Partner- und Freundschaften ist der Satz „Pass auf dich auf“ üblich. Es geht seltener darum eine Warnung vor konkreter Gefahr auszudrücken, als dem Gegenüber ein fürsorgliches Gefühl mitzugeben. Gefahren lauern in gewissem Maße überall, die Wahrscheinlichkeit ist natürlich zumeist gering, dass wirklich etwas passiert.

Ein Beispiel für „Pass auf dich auf“ bei konkreter Gefahr kann es sein, wenn jemand zu einem Freund sagt, dass dieser bei einer langen Autofahrt auf sich aufpassen solle. Mit der Bitte kann auch eine Erwartung zum Ausdruck kommen, dass dieser besonders vorsichtig und umsichtig fahren soll, damit er keinen Unfall baut und sicher ankommt.

Pass auf dich auf – Liebeserklärung

In einer Liebesbeziehung kann „Pass auf dich auf“ ebenfalls die Zuneigung des Gegenübers betonen und sogar als eine Art Liebeserklärung verstanden werden. Zu wollen, dass dem anderen nichts passiert impliziert schließlich, dass man ihn mag oder sogar liebt.

Pass auf dich auf – Fazit

„Pass auf dich auf“ ist ein netter Ausdruck, der auf Selbstfürsorge hinweist, was beinhaltet, dass man die eigene Gesundheit schützen, seinen Bedürfnissen nachgehen und auf seine Gefühle achten soll, weil der andere einen mag, braucht und beachtet.

Was bedeutet „Buzzword“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei dem Wort „Buzzword“ handelt es sich um ein Begriff aus der englischen Sprache. Es bedeutet auf Deutsch nichts anderes als Schlagwort. Ist also aus grammatischer Sicht ein Substantiv.

Was bedeutet „Buzzword“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Mit einem Schlagwort oder dem Buzzword soll die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Begriff oder ein bestimmtes Thema gelenkt werden. Es wird bei dem Leser oder dem Zuhörer das Interesse geweckt. Es handelt es sich um ein Wort oder einen Ausdruck aus einem Themenbereich, auf dessen die Aufmerksam gelenkt werden soll.

Durch die häufige Verwendung solcher Wörter bekommt das Thema eine speziellere Bedeutung. Der Leser oder Zuhörer hinterfragt das Wort oder beschäftigt sich mit dessen Bedeutung. Bei einem Schlagwort wird ein Thema in den Raum geworfen, was den Aufnehmenden dazu animiert, weitere Informationen einzuholen. Mit einem Schlagwort können online Suchmaschinen bedient werden oder Lexika eingesetzt werden.

Dabei wird im Verzeichnis nach dem Schlagwort gesucht, um die genaue Bedeutung des Wortes zu erfahren. Dann werden die wichtigsten Fakten zu dem gesuchten Wort oder dem Thema zusammengetragen. Der Suchende wird gezielt darüber informiert und ist dem Schlagwort vertraut worden.

Ein anderes Synonym für Schlagwort kann auch Oberbegriff sein. Dies deutet dann darauf hin, das dazu weitere, etwas umfangreichere Informationen vorhanden sind. Im neuen Zeitalter wird sehr häufig ein Buzzword benutzt, um mehr zu erfahren. Dabei ist die einfachste Möglichkeit, über eine Online-Suchmaschine schnell an Informationen zu kommen. Ein weiterer Begriff für Schlagwort ist Stichwort. Es umfasst dieselbe Bedeutung. Da es inzwischen unzählige Informationen zu Themen gibt, ist die Stichwort- oder Schlagwortsuche hilfreich und bringt schneller eine Lösung. Vor allem aber gezielter, ohne viel Umschreibungen oder über Umwege. Der Begriff Buzzword wird besonders beim Marketing eingesetzt.

Damit kann die Aufmerksam gezielt gelenkt werden und Produkte dabei platziert werden. Die Merkmale eines Produktes können dabei gezielter hervorgehoben werden, was wiederum das Interesse des möglichen Kunden weckt. Deswegen werden die Buzzwords häufig bei Firmen eingesetzt. Kurz und knapp wird die Aufmerksamkeit des Kunden auf ein Objekt gelenkt. Da das Buzzword keine genauen Details über etwas hervorbringt, wird der Kunde animiert, weitere Informationen einzuholen. Das verstärkt am Ende die Kaufkraft.

Buzzword: Nicht nur gut gemeint

Schlagwörter können aber auch negativ behaftet oder einen verschmähenden Effekt erzeugen. Denkt man beispielsweise an die Bezeichnung „Ossis“ oder „Wessis“, kann ein negatives Gefühl erzeugt werden.

Inzwischen gibt es sogar Rankinglisten über Buzzwords eines Jahres. So war zum Beispiel im Jahr 2020 das Schlagwort „Lifehack“ auf der Spitze der Liste und ist sicherlich vielen Menschen im Alltag begegnet. Ob im Internet oder den Printmedien. Es war präsent und verfehlte damit nicht seine Wirkung. Beim Thema Printmedien sind Buzzwords auch sehr stark verbreitet. Auf den Titelbildern werden diese in Unmengen abgedruckt, die den Leser zum Kauf anregen sollen. Die neuste Diät, die neusten Frisuren, der neuste Modetrend. Die Zeitschrift wird käuflich erworben, um mehr zum genannten Thema zu erfahren. Und damit hat das Buzzword genau sein Ziel erreicht. Daher hat bei den Medien das Buzzword an großer Bedeutung gewonnen. Die Zeit ist schnelllebiger, der Kunde hat viele Möglichkeiten. Das Buzzword muss also kompakt und reizend sein, um Alleinstellungsmerkmale für etwas zu schaffen.

Was ist ein Makeover? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Makeover stammt aus der englischen Sprache und bedeutet übersetzt Verschönerung, Umstylen oder Veränderung. In der Regel bezeichnet man damit die Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes einer Frau oder eines Mannes. Allerdings bekommen neuerdings auch oft alte Möbelstücke und ganze Wohnungen ein Makeover.

Das Konzept der Selbstoptimierung ist nicht neu. Seit Jahren laufen im Fernsehen Sendungen mit dem Namen „Mission Makeover“ oder „Dein Neuer Style“. Im Trend liegen momentan jedoch Renovierungssendungen wie „Zuhause im Glück“, „Einsatz in 4 Wänden“ und „Wohnen nach Wunsch“. Alle diese Sendungen leben von den Überraschungseffekten. Die Verwandlungen setzen auf den bekannten Cinderella-Effekt. Das Vorherbild mit Schwächen und Unsicherheiten bietet dem Zuschauer zudem Identifikationsmöglichkeiten.

Was bedeutet Makeover? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die bekannteste Form des Makeovers ist das Umstylen eines Menschen. Meistens geschieht dies durch eine andere Frisur. Die Haare werden geschnitten, gefärbt oder verlängert mit dem Ziel, einen neuen Look zu erreichen. Der zweite Schritt ist dann das Make-up. Mit einem professionellen Make-up können Kosmetiker erstaunliche Resultate erzielen.

Am Schluss wird die Person dann neu eingekleidet. Meistens ist die Kleidung auffällig schick ausgewählt. Drastische Veränderungen können mit plastischer Chirurgie erreicht werden. Schönheitschirurgen können ein Gesicht und sogar die Kopfform komplett verändern.

Zu den weiteren Möglichkeiten eines Makeovers gehören eine Fettabsaugung, eine Bauchstraffung oder eine Brustvergrößerung. Auch der Zahnarzt kann durch Veneers oder Aufhellung das Erscheinungsbild ändern. In asiatischen Ländern sind auch gefärbte Kontaktlinsen sehr beliebt.

Das Konzept ist immer sehr ähnlich. Ein Experte gibt einer unzufriedenen Frau oder einem unzufriedenen Mann Beratung und Tipps zu Haarstyling, Make-up und Mode. Manchmal werden auch die Ernährung und die Essensgewohnheiten angesprochen. Doch dies ist eher die Ausnahme.

Der neue Look soll der Person dann mehr Selbstbewusstsein verleihen. Ein solches Makeover dauert zwischen ein paar Stunden bis hin zu mehren Wochen, je nachdem wie gründlich das Makeover ist.

In der Regel wird das Makeover gemacht, um attraktiver zu wirken. Viele Makeover erregen mit spektakulären Vorher-Nachherbildern die Aufmerksamkeit. Die Nachheraufnahmen sind echte Hingucker. Oftmals muss man zweimal hinsehen, um die Person noch zu erkennen.

In den Vergleichsfoto geht es ja darum, möglichst eindrucksvolle und spektakuläre Veränderungen zu zeigen. Dabei hält der Effekt eines Makeovers ohne OP höchstens bis zur nächsten Haarwäsche. Je krasser und schneller die Veränderung ist, desto weniger nachhaltig ist sie.

How Do I Look? ist ein gutes Beispiel für eine Makeovershow. Die Serie wird auf was a Style Network erstmals ausgestrahlt und wird von der englischen Schauspielerin Finola Hughes moderiert. In der Serie dreht sich alles um „fashion victims“. Gerufen werden die Berater von Freunden, Mitarbeitern und Familienmitgliedern, die es natürlich nur gut meinen.

Siehe auch: Was ist ein Glow Up?

Probleme und Grenzen des Makeovers einer Person

Die Idee des Makeovers hat zwei Seiten. Natürlich ist es sinnvoll, Menschen zu helfen und sie glücklich zu machen, doch das Konzept ist sehr begrenzt in der Wirkung. Die Gründe, warum ein Mensch auf eine gewisse Weise aussieht, lassen sich nicht in wenigen Stunden oder Tagen grundlegend verändern.

Ein gutes Makeup, eine neue Hose oder ein attraktiver Haarschnitt sind sehr kurzfristige Hilfen. Ein paar Stunden später ist auch das schönste Make-up hinüber und die sorgfältige Föhnfrisur zerstört. Zurück bleibt ein Mensch, der sich vermutlich weder das erstklassig Makeup noch die Locken selbst machen kann. Und eine neue Hose kann man auch nicht jeden Tag tragen.

Man zeigt Menschen also einen vermeintlich besseren Weg, ohne sich darum zu kümmern, ob der Weg auch von der Person allein bewältigt werden kann. Gründe für ein stark vernachlässigtes Aussehen liegen oft in psychologischen und finanziellen Schwierigkeiten, die sich nicht im Handumdrehen wegzaubern lassen.

Bei einer guten Beratung geht es darum, ein Konzept zu finden, welches ohne fremde Hilfe ausgeführt werden kann und ins Budget der Person passt. Der neue Look sollte zu der Person und ihrem Beruf passen. Lange Gespräche sind daher von Vorteil. Der Berater sollte den Menschen gut kennenlernen.

Es geht dann eher darum, eine bessere Version von sich selbst zu werden und keine neue Persönlichkeit. Und der Berater sollte klarstellen, dass eine Veränderung der Optik nur ein Hilfsmittel, aber keine wirkliche Lösung eines ernsthaften Problems darstellt.

Essstörungen oder Depressionen können mit einem Makeover nicht behandelt werden.
Die abgeschwächte Version eines Makeovers ist eine Stilberatung. Hierbei geht es darum, vorteilhafte Haarschnitte und Farben zu finden. Diese Beratung ist jedoch eine rein modische Empfehlung und keine Lebenshilfe.

Makeover eines Hauses oder einer Wohnung

Im Trend liegen aktuell eher Sendungen, in den Wohnungen oder ganze Häuser ein Makeover bekommen. Die Häuser werden stilvoll und nach den neusten Trends renoviert. Dazu rückt meistens ein ganzes Team an Handwerkern an, die von einem Designbeauftragten überwacht werden. Zu den bekanntesten Renovierungssendungen, die im deutschen Fernsehen laufen, gehören „Zuhause im Glück“, „Einsatz in 4 Wänden“, und „Wohnen nach Wunsch“.

Zuhause im Glück – Unser Einzug in ein neues Leben ist der Prototyp einer Makeoversendung für Wohnungen. Die Serie lief 2005 an und schaffte dank ihrer Beliebtheit ganze 16 Staffeln. Die Architekten Eva Brenner und John Kosmalla renovieren die Eigenheime von bedürftigen Familien. Die Folgen der Dokusoap heißen zum Beispiel Ein Herzinfarkt verändert das Leben der Familie oder Doppelter Schicksalsschlag bei Ulla. Natürlich fließen hier auch reichlich Tränen.

In Amerika geht es da luxuriöser zu. Shea und Syd McGee vom Studio McGee erfüllen in der Show Traumhaus Makeover Familien auf der Suche nach ihrem Traumhaus den Wunsch vom perfekten Eigenheim. Die Serie wurde auf Netflix im Jahre 2020 ausgestrahlt. Bislang gibt es zwei Staffeln.

Nachteile eines Makeovers für das Eigenheim

Meistens werden für diese Sendungen hilfsbedürftige Menschen ausgewählt, denen eine Freude gemacht werden soll. Generell ist diese Idee auch nicht schlecht. Ob sich jedermann jedoch langfristig in einer Umgebung wohlfühlt, die von fremden Leuten nach irgendwelchen aktuellen Trends hin entworfen wurde, sei dahingestellt.

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und Trends ändern sich schnell. Zudem müssen Wohnungen regelmäßig renoviert werden, eine Baumaßnahme hält meistens nur ein paar Jahre.

Was bedeutet spooky? Bedeutung, Definition, Erklärung


Spooky ist im alltäglichen Sprachgebrauch ein inzwischen recht etablierter Begriff, der sich im besonderen Maße auf mysteriöse Dinge bezieht. Vor allem rund um Halloween gewinnt dieser Begriff sehr stark an Bedeutung. Hier geht es um Geister und Gespenster, die hier gehäuft in Erscheinung treten könnten. Ausreichend erklärt ist das Wort spooky mit dieser Definition jedoch nicht. Um wirklich zu wissen, was nun spooky ist, sollte man sich einmal näher mit der aktuellen Jugendsprache beschäftigen.

Was bedeutet spooky? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wird der Begriff von Jugendlichen verwendet, geht es definitiv nicht nur darum über Geister und Gespenster zu reden. Ganz im Genteil! Spooky deutet auf etwas ganz Ulkiges, komisches, jedoch auch vor allem unheimliches hin. Junge Menschen, die von einer Situation sprechen, die sich irgendwie spooky anfühlt, meinen damit vor allem, dass sie sich ein Stück weit unwohl fühlen und einer gewissen Situation nicht über den Weg trauen.

Das Wort spooky ist schnell in den Mund genommen und prägt sich zudem auch sehr leicht ein. Es ist sozusagen auch recht unverfänglich, da es sich nicht um ein Schimpfwort handelt. Außerdem wird mit diesem Ausdruck auch keine direkte Beleidigung ausgesprochen. Spooky darf man also vor allem immer dann sagen, wenn man eine weniger angenehme Situation mit einer Floskel belegen möchte, die keine zu negativen Assoziationen oder Unmut hervorrufen soll.

Siehe auch:

Spooky in Bezug auf Personen

Fällt irgendein Gegenstand plötzlich aus dem Regal, oder entsteht ein Geräusch, dass man sich nicht sofort erklären kann, so ist dies unheimlich und somit spooky. Dies lässt zunächst auch den Eindruck gewinnen, dass sich dieser Begriff nur auf bestimmte Situationen oder Gegenstände bezieht. Dies ist streng genommen jedoch nicht zutreffend.

Auch Personen können überaus spooky sein. Personen dieser Art tun dann zum Beispiel unheimliche Dinge. Sie können dabei auch ein wenig beängstigend oder eben auch sehr unheimlich wirken. Wer spooky ist, wird in vielen Fällen auch ein wenig verrückt oder eben anders als der Durchschnitt der Bevölkerung sein. Solche Personen fallen in besonderer Weise auf. Für das nähere Umfeld dieser Personen wird das gesamte Verhalten als relativ negativ angesehen. Oft ruft dies auch jede Menge Unverständnis hervor.

Man darf ruhig spooky sagen

Spooky ist wie bereits sehr eindeutig geschildert kein Schimpfwort und auch ein kein so negatives Wort, dass man es nicht ruhig verwenden dürfte. Als sehr vorteilhaft anzusehen ist unter anderem auch, dass es sich um ein Wort aus der englischen Sprache handelt. Nicht jedem wird somit unmittelbar klar, um was es sich denn hier eigentlich genau handelt.

Wenn man sich nun einmal länger mit diesem Wort beschäftigt wird sehr schnell deutlich, dass man eine konkrete Übersetzung ins Deutsche mit Vorsicht genießen sollte. Spooky ist unheimlich und im gewissen Maße beunruhigend und beängstigend. Bezieht man dies nun auf eine bestimmte Person, wäre eine konkrete Übersetzung in jedem Fall nicht angebracht. Die jeweils betreffende Person würde sich über derartige Titulierungen ganz sicher nicht freuen.

Spooky bezeichnet einfach nett, was eigentlich nicht nett, sondern viel mehr negativ und nicht wünschenswert ist. Das Wort spooky ist damit in jedem Fall ein echter Schlager und wird sich ganz bestimmt auf Dauer im Sprachgebrauch etablieren können. Hier muss man allerdings noch hinzufügen, dass Jugendliche und junge Erwachsene dieses Wort ganz besonders bevorzugt verwenden. Mit zunehmenden Alter nimmt die Verwendung dieses Wortes zumindest in der Tendenz immer stärker ab.

Was bedeutet Debunked / Debunk? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Debunked“ ist ein aus dem Englischen stammender Begriff und bedeutet wörtlich so viel wie „entlarvt“ oder „widerlegt“.

Während früher vor allem Sagen und Mythen, die an Authentizität verloren, als „debunked“ klassifiziert wurden, wird der Begriff heutzutage zunehmend auch auf so genannte „Fake News“ und Verschwörungstheorien angewandt.

Dabei wird der Begriff vor allem von englischsprachigen und deutschsprachigen Polit- sowie Wissenschafts-YouTubern verwendet und wurde über deren Einfluss auch im deutschen Sprachgebrauch übernommen. (In den Videos wird dann davon gesprochen, dass etwas debunked wurde.)

Was bedeutet Debunked / Debunk? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Debunking“ selbst bezieht sich vor allem auf das Widerlegen von durch die Gesellschaft oder zumindest durch Teile von ihr als wahr angenommene Sachlagen, jedoch nicht ausschließlich.

So ist gemäß des Cambridge Dictionary, anders als durch die wörtliche Übersetzung anzunehmen, auch eine Darstellung von Tatsachen als weniger „wichtig“ oder weniger „gut“, als für was sie von der Allgemeinheit befunden werden, ein Teil des Debunkings.

Die größte Anwendung findet der Begriff auf der Videoplattform YouTube, wo es sich verschiedene Kanäle zur Aufgabe gemacht haben, zum Beispiel Nachrichtenmeldungen zu „debunken“. Dabei ist die Herangehensweise häufig, getätigte Behauptungen auf Quellen zu überprüfen oder durch widersprüchliche Quellen zu widerlegen, um ihnen hiermit den Anspruch auf ihren Wahrheitsgehalt zu nehmen und vor dem Publikum entsprechend als „falsch“ oder „unwahr“ zu präsentieren. Jemand, der die Tätigkeit des „Debunkings“ ausübt, wird „Debunker“ genannt.

Jedoch wird kritisiert, dass das Wort „Debunked“ gerade durch die Verbreitung auf Online-Unterhaltungsplattformen auch einer gewissen inflationären Verwendung unterliegt und demnach auch eingesetzt wird, um Meinungen von zum Beispiel politischen Gegnern zu diskreditieren.
Beispiele

Stanton Friedman, ein amerikanischer Physiker und UFO-Forscher, gilt als „Debunker“ der UFO-Sichtungen in Roswell.

Der Wissenschaftler Phil Mason debunked auf seinem Youtube-Kanal „Thunderf00t“ regelmäßig sogenannte „Schlangenöl“-Verkäufer („Schlangenöl“ = als Wundermittel präsentiertes Objekt ohne wirkliche Funktion) mit naturwissenschaftlichen Vorkenntnissen.

Der Youtube-Kanal „Debunked“ konzentriert sich darauf, mit seinen Videos falsche Annahmen und Mythen zu widerlegen.

Verschiedene US-amerikanische politische Mediengestalter wie Ben Shapiro gehen mittels Debunkings der dargestellten Ansichten der Gegenseite auf Stimmenfang. Dieses Phänomen ist nicht nur auch in der deutschen Politik Standard, sondern es zeichnet sich auch eine gewisse Themenüberschneidung der politischen Lager ab (zum Beispiel bezüglich des „Gender Pay Gap“).

Herkunft und Geschichte vom Begriff „Debunk(ed)“

Die erste schriftliche Verwendung des Wortes geht wohl auf die Novelle „Bunk“ von William Woodward aus dem Jahr 1923 zurück. Der Journalist soll die Bedeutung des Wortes als „den Unsinn aus den Dingen nehmend“ beschrieben haben.

Das American Heritage Dictionary geht davon aus, dass der Ausdruck vom englischen Wort „bunkum“ abgeleitet wurde. „Bunkum“ wiederum ist auf eine Rede von Felix Walker (US-Politiker) aus dem Jahr 1828 zurückzuführen, die er über Buncombe County in North Carolina gehalten haben soll und welche nur als „Unsinn“ festgehalten wurde, da sie nur schwer verständlich war.

Fazit: Was bedeutet Debunked / Debunk? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Wort „Debunking“ ist also als Darstellung von Helden, Sagen, Mythen, Tatsachen und Ansichten als weniger „gut“, wahr oder bedeutend, als sie im üblichen Konsens betrachtet werden, zu verstehen.

Dabei ist der Begriff keinesfalls auf rein wissenschaftliche Thematiken begrenzt und wird auch genutzt, um sein Gegenüber oder dessen Standpunkte zu diskreditieren.

Grundlegende Methoden des Debunkings sind das Suchen von Quellen, die eine Darstellung widerlegen oder aber das Hinterfragen der Quellen, die diesen stützen.

Was bedeutet Booksmart? Was bedeutet Streetsmart? Definition, Erklärung, Bedeutung


„Streetsmart” und „Booksmart” sind umgangssprachliche Begriffe, die Menschen aufgrund ihrer Lebenserfahrung oder Bildung zugeschrieben werden. „Booksmart” steht dabei für eine Person, die akademisch gebildet und erfolgreich ist. „Streetsmart” dagegen beschreibt Personen, die aufgrund praktischer Erfahrungen sogenannte Lebensweisheiten gewonnen haben.

Was bedeutet „Streetsmart”? Was bedeutet „Booksmart”? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Streetsmart” und „Booksmart” sind Wortzusammensetzungen, die keine einheitliche, allgemeingültige Definition haben.

„Streetsmart” setzt sich aus dem englischen Begriff „street” für Straße und dem Adjektiv „smart” für geschickt bzw. schlau zusammen. Straße steht dabei symbolisch für das reale Leben, soziale Situationen, die Außenwelt. Einer Person, die als „streetsmart” angesehen wird, könnte zum Beispiel nachgesagt werden, sie wisse, wie es auf der Straße läuft. Auf deutsch würde man auch „Straßenschläue“ sagen.

Der englische Begriff „book” für Buch steht in derselben Art für akademische Bildung und theoretisches Wissen. „Booksmart” und „Streetsmart” werden grundsätzlich als Adjektive verwendet. Sie kommen aber manchmal auch als Nomen vor. Dann wird davon gesprochen, eine Person besitze „Streetsmarts” oder „Booksmarts”.

Straße und Buch werden dabei als stereotype Gegensätze verwendet. Wer extrovertiert ist, und durch soziale Interaktion viel über das Leben lernt, sitzt nach dieser Vorstellung nicht am Schreibtisch und liest Bücher. Ein Mensch, der sich hauptsächlich theoretisch bildet, ist demnach introvertiert, es fehlen ihm oder ihr Kompetenzen im Umgang mit Menschen und praktischen Situationen. Von als „streetsmart” angesehenen Personen wird deshalb erwartet, dass sie spontan und flexibel auf Situationen reagieren können. Sie sind Entscheider. Personen, die „booksmart” sind, sind stattdessen in der Lage, komplexe Probleme durch Berechnungen und Methoden anzugehen. Sie sind Denker.

Ein Beispiel für die unterschiedlichen Fähigkeiten der beiden Personentypen:

Wenn bei einem Wagen der Reifen platzt, wäre eine Person mit „Streetsmarts” dazu in der Lage, diesen Reifen zu wechseln, ohne darüber nachdenken zu müssen, wie der Vorgang funktioniert. Eine Person mit „Booksmarts” dagegen weiß, welche Werkzeuge beim Reifenwechseln auf welche Weise wirken, doch den Reifen tatsächlich abzunehmen, würde ihr nicht gelingen.

„Booksmart” und „Streetsmart” im Beruf bzw. in der Wirtschaft – Erklärung, Bedeutung, Anwendung

Die Begriffe „Booksmart” und „Streetsmart” besitzen also auch negative Untertöne. „Streetsmart” impliziert, dass eine Person nicht schlau, sondern nur clever ist. „Booksmart” wiederum bedeutet dann, dass eine Person sehr intelligent ist, aber wenig praktische Erfahrung hat, die Welt auf naive Art und Weise betrachtet, nur einen Idealzustand aus Büchern kennt.

Da Menschen sehr komplex sind, lässt sich diese strikte Einteilung bei genauerem Hinsehen nicht aufrechterhalten. Es gibt durchaus Menschen, die über „Booksmarts” und „Streetsmarts” verfügen. Akademisch gebildete Menschen müssen zum Beispiel in der Lage sein, Vorträge zu halten und Netzwerke zu knüpfen. Praktisch veranlagte Menschen wiederum müssen dazu fähig sein, ihr Wissen anderen zu erklären, wenn sie Teil eines Teams sind.

Deshalb haben die Begriffe „Booksmart” und „Streetmart” auch Eingang in die Berufswelt gefunden. Dort ist es häufig wichtig, theoretisches Wissen zu besitzen, dieses aber gleichzeitig praktisch umsetzen zu können. Wenn Unternehmen auf der Suche nach Arbeitskräften sind, suchen sie häufig Personen, die über theoretische Kompetenz verfügen, aber gleichzeitig in der Lage sind, im Team mit anderen gemeinsam zu arbeiten. Theoretische und soziale Kompetenzen werden deshalb in vielen wirtschaftlichen Bereichen gleichermaßen vorausgesetzt.

Weitere Bedeutung von „Booksmart“

„Booksmart“ ist eine Netflix-Serie.

Standardsprache, Umgangssprache und die wichtigsten deutschen Redewendungen


Auch in Deutschland sollte man nicht alles wörtlich nehmen

Die Deutschen haben vielerorts den Ruf, sich stets sehr präzise auszudrücken und alles ganz genau zunehmen. Dass das nicht immer der Fall ist, zeigen viele deutsche Redewendungen, die sowohl in der Standard- als auch in der Umgangssprache vorkommen.

Standardsprache, Umgangssprache und Redewenungen: Erklärung, Definition, Beispiele

Rund 130 Millionen Menschen der ganzen Welt sprechen Deutsch als Mutter- oder Zweitsprache und etwa 15,4 Millionen Menschen erlernen Deutsch als Fremdsprache. Innerhalb der Europäischen Union ist Deutsch die meistgesprochene Muttersprache.

Deutsch gilt als die Sprache der Wissenschaft und die Sprache der Denker, Künstler und Schriftsteller. Wer Deutsch als Fremdsprache beherrscht, dem öffnen sich weltweit die Türen, kein Wunder also, dass so viele Menschen derzeit weltweit Deutsch online lernen.

Neben Redewendungen und Dialekten wird Deutsch in Standardsprache und Umgangssprache unterschieden. Als Fremdsprache wird zuerst die Standardsprache erlernt, später folgen Umgangssprache, diverse Redewendungen und zuletzt eventuell unterschiedliche Dialekte.

Was ist Standardsprache? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Standardsprache ist eine allgemein verbindliche Sprachform, die ihre Verwendung sowohl geschrieben als gesprochen in der Öffentlichkeit findet. Die Standardsprache wird ebenfalls als Hochdeutsch oder Hochsprache bezeichnet.

Was ist Umgangssprache? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Umgangssprache hingegen ist eine Sprachform, die vorwiegend mündlich und im privaten Bereich verwendet wird. In schriftlicher Form kommt sie immer häufiger bei der Kommunikation über neue Medien, wie Blogs, Foren und Chats, aber auch in Jugendbüchern oder Comics vor.

Redewendungen

Wer einmal genauer hinschaut, erkennt schnell, dass der deutsche Alltag mit Redewendungen vollgepackt ist. Gerade für Menschen, für die Deutsch eine Fremdsprache ist, kann das zuerst schwierig sein. Nachfolgend die wichtigsten deutschen Redewendungen und deren Bedeutung.

Nicht alle Tassen im Schrank haben

Wird jemand für verrückt oder unvernünftig gehalten, dann wird oftmals das Sprichwort „Der/ Die hat doch nicht alle Tassen im Schrank!“ verwendet. Dieser Ausdruck hat viele weitere Alternativen: „Nicht alle Latten am Zaun haben“, „Nicht ganz richtig ticken“, „Nicht ganz dicht sein“ oder „Eine Schraube locker haben“.

Die Nase voll haben

Diese kreative Variante von „es reicht“ oder „genug ist genug“ wird dann benutzt, wenn jemand eine bestimmte Situation nicht mehr aushalten möchte. Dieser Ausdruck wird umgangssprachlich auch in der eher unhöflichen Form „Ich habe die Schnauze voll!“ verwendet.

Schwein haben

Wer Geld auf der Straße findet, im Lotto gewinnt, oder eine Prüfung besteht, für die er nicht gelernt hat, dann hat er „Schwein gehabt!“. In Deutschland gelten Schweine neben Fliegenpilzen, Hufeisen und Kleeblättern als Glückssymbol.

Nur Bahnhof verstehen

Wenn jemand zugibt: „Ich verstehe nur Bahnhof“, soll das bedeuten, dass er keine Ahnung hat, wovon gerade gesprochen wird. Entweder muss ihm das Thema noch einmal erklärt oder gleich gewechselt werden. Für Deutschlernende jedenfalls eine interessante Redewendung.

Jemandem auf den Keks gehen

Ist jemand von einer Person genervt, hat also keine Lust sich weiterhin mit ihr oder einem gewissen Thema zu befassen, kann die Redewendung: „Du gehst mir auf den Keks!“ verwendet werden.

Fix und fertig sein

Wenn jemand beteuert: „Ich bin fix und fertig!“ dann spricht er davon, dass er völlig erschöpft ist. Dies kann sich sowohl auf den körperlichen als auch auf den geistigen Zustand beziehen. Ein alternativer Ausdruck ist auch: „Ich bin fix und alle“ – „alle“ bedeutet in diesem Fall „leer“.

Was bedeutet „Inselaffe“? Woher kommt der Ausdruck her? Wortherkunft, Ursprung, Bedeutung, Definition, Erklärung


„Inselaffen“ ist eine herabsetzende und beleidigende Bezeichnung für Einwohner der britischen Inseln. Insbesondere sind mit dem Ausdruck „Inselaffen“ Engländer gemeint.

Von seinem Begriff her, kann der Ausdruck „Inselaffe“ auch so verstanden, dass er in einem biologischen Kontext Affen bezeichnet, die auf einer Insel leben.

Was bedeutet „Inselaffe“? Ursprung, Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Ausdruck „Inselaffe“ hat zwei Bedeutungen:

1. Das zusammengesetzte Substantiv „Inselaffe“ als Beleidigung für Engländer spielt auf die geographischen Lage des Vereinigten Königreiches und ungehobelten rowdy-haftem Primaten-Verhalten an.

2. Der Ausdruck „Inselaffe“ wird aber auch als Beleidigung für affektierte, aufgeblasene und versnobte Engländer verwendet. Hier ist der Ausdruck „Inselaffe“ am besten mit dem Wort „Lackaffe“ vergleichbar.

Der Ausdruck „Inselaffe“ bzw. im Plural „Inselaffen“ ist besonders im Fußball verbreitet.

Deutsche Sprecher unterscheiden beim Wort „Inselaffe“ zwischen Engländern, Schotten und Walisern in der Regel nicht.

Wo der Ausdruck „Inselaffe“ genau herkommt und wie er entstanden ist, ist unbekannt. Es gibt aber Theorien.

Ein bekannte Bezeichnung für Briten ist auch der Ausdruck „Tommy“.

Wortherkunft, Ursprung und Geschichte von „Inselaffen“

Hinweis: Dies sind nur Theorien, wie der Ausdruck „Inselaffe“ entstanden sein könnte.

Gibraltar und der Affenfelsen

Eine Verbindung zur britischen Halbinsel Gibraltar ist denkbar. Dort gibt es den Affenfelsen. Hier leben frei lebende Affen.

Die Halbinsel ist den Briten sehr wichtig. Es gibt sogar den Spruch: So lange Affen auf Gibralter sind, bleibt die Halbinsel britisch. Aus dieser Affenliebe und dem britischen Kolonialismus heraus könnte der Ausdruck „Inselaffen“ als Scherz und Beleidigung entstanden sein. (Anmerkung: Heute ist Gibraltar ein britisches Überseegebiet. Es ist unter britischer Herrschaft, wird aber von Spanien beansprucht.)

Hier stellen sich aber noch zwei Fragen:

  • Müsste „Inselaffe“ nicht eine in Spanien verbreitete Beleidigung für Engländer sein? Die Spanier beanspruchen die Halbinsel seit 1713. Das ist genug Zeit um Ressentiments aufzubauen.
  • Welche Verbindung haben die Deutschen zur Insel Gibralter? Wie konnte der Begriff entstehen und verbreiten?

Weitere Theorien und Ansätze

Nach dem Zweiten Weltkrieg in der Britischen Besatzungszone könnte der Ausdruck als Schimpfwort für ungehobelte britische Soldaten entstanden sein.

Auch ist es denkbar, dass die Beleidigung einfach aus der geografischen Lage und dem beobachteten Primaten-haften Verhalten einiger Engländer entstanden ist. Mit Primaten-haftem Verhalten ist hier gemeint: lautes, rüpelhaftes, grobes und ungehobeltes Verhalten. Aber auch Verhalten ist gemeint bei dem jemand sich öffentlich entblößt und Körperteile zeigt, die sonst nur Teil der Privatsphäre sind. So z.B. das öffentliche Zeigen des blanken Hinterns.

Weitere Bedeutung von Inselaffen

Die Domains inselaffe.de, inselaffen.de, inselaffe.com und inselaffen.com sind alle registriert.

Auch werden Affen, die auf Inseln umziehen, Inselaffen genannt.

Was bedeutet H0nd? Bedeutung, Definition, Erklärung


„H0nd“ ist eine in Leetspeak geschriebene Beleidigung. (Ja, das „o“ wurde durch eine Null „0“ ersetzt.)

„H0nd“ ist eine andere Schreibweise für „Hund“, ferner eine mögliche Verkürzung der Beleidigung „Hundesohn„.

Was bedeutet H0nd? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Wort „H0nd“ wurde durch zwei Ereignisse in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Internet verbreitet.

„H0nd“ ist ein Lied von Shirin David und Luciano. Das Lied wurde am 17. Juli 2020 veröffentlicht.

In einem am 24. April 2021 veröffentlichten Spiegel-Artikel war der Ausdruck „H0nd“ in der Hauptüberschrift enthalten. Der Titel des Artikels war „Junge, benutz doch Wörter, die es im Wörterbuch gibt, du H0nd!“
Im Artikel wurde über die Reaktionen deutscher Abiturienten in NRW berichtet, die sich in ihrem Abitur mit einer Kolumne des Journalisten Farhad Manjoo auseinandersetzten und später emotionale Kommentare auf dessen Instagram-Seite hinterließen. Die Kommentaren deckten viele Emotionen ab, von wütend bis dankbar. (Hier passt der Scherz „Diese Kommentarsektion ist nun Eigentum der BRD„.) Dies veranlasste den Journalisten Farhad Manjoo dazu, einen Beitrag über die deutschen Kommentare zu veröffentlichen, was zu mehr Aufmerksamkeit für ihn und die deutschen Abiturienten in NRW führte, sowie das Wort „H0nd“ verbreitete.

Die BedeutungOnline.de-Redaktion hat mit dem Google Trends Tool ermittelt, dass der Ausdruck „H0nd“ aber auch schon im Januar und Oktober 2020 viele Suchnachfragen bei Google Deutschland erhielt. Die Gründe dafür sind unklar.

Auf Instagram wurde der Hashtag #H0nd nur rund 100-mal verwendet. (Was sehr wenig ist.)

Was bedeutet H0nd? Hund als Beleidigung

Wird jemand als Hund oder H0nd bezeichnet und beleidigt, so wird meist darauf angespielt, dass die Person ehrlos und untreu ist. Denn die Beleidigung setzt die Person mit den schlechten Eigenschaften eines Hundes gleich. Diese schlechten Eigenschaften können sein: Unterwürfigkeit, Dummheit, faul, frech, Illoyalität, Untreue und Verrat. Denn Hunde, so sehr wie sie ihre Halter lieben, können im Falle eines stärkeren Leittiers oder von Hunger untreu werden.

Übrigens: „Hond“ (mit „o“) ist das niederländische Wort für „Hund“.

Was bedeutet „Hoschi“? Was ist ein Hoschi? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Wort “Hoschi” bezeichnet einen Freund, einen Vertrauten oder auch eine Person, zu der man eine freundliche Einstellung hat. Der Begriff wurde durch den Film “Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit” aus dem Jahr 1989 geprägt. In den 90er Jahren hatte der Begriff einen festen Platz in der Alltags- und Jugendsprache.

Was bedeutet „Hoschi“? Was ist ein Hoschi? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff “Hoschi” ist eigentlich in der DDR und in Süddeutschland, sowie in der Schweiz verbreiteter gewesen. Das Wort bezeichnet ursprünglich jemanden, der etwas Dummes macht oder der für Aufgaben gerufen wird, die niemand sonst machen will. Heutzutage würde man eher “Horst” oder “Depp” verwenden.

Durch den Film “Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit” hat “Hoschi” aber eine andere Bedeutung erhalten. In dem Film bezeichnen die beiden Hauptfiguren jemanden als “Hoschi”, den sie mögen. Sie nennen sich gegenseitig “Hoschi”, aber sie sprechen auch von Personen als “Hoschi”, die sie auf ihrer Reise treffen. Der Erfolg des Films hat dazu geführt, dass auch im deutschen Sprachgebrauch “Hoschi” gerade in den 90er Jahren als ein Synonym für einen Freund oder einen Kumpel verwendet wurde.

Warum wurde im Film überhaupt “Hoschi” verwendet?

Es ist eigentlich ein Zufall gewesen, dass “Hoschi” überhaupt in dem Film gefunden hat. Die deutsche Übersetzung hatte nämlich mit vielen Popkultur-Referenzen zu kämpfen, die sich so nicht übersetzten ließen. So stehen Bill und Ted zum Beispiel auf eine Band, die “Eiserne Jungfrau” heißt. Damit ist die Band Iron Maiden gemeint. In einem anderen Beispiel erwähnt der Philosoph Sokrates “All we are is Dust in the Wind”. Auf Deutsch heißt es zwar “Wir sind nichts weiter als Staub im Wind”, aber eigentlich ist hier ein Wortwitz verlorengegangen. “Dust in the Wind” ist nämlich auch der Titel der amerikanischen Band “Kansas”.

Die Übersetzer haben versucht, die englischen Begriffe und Pop-Referenzen einzudeutschen. Auch die Bezeichnung “Dude”, die Bill und Ted im englischen Original verwenden, ist diesem Eindeutschen zum Opfer gefallen. Statt “Kumpel” wollten die Übersetzer ein Jugendwort verwenden und sind dabei auf “Hoschi” gestoßen, dass sie schlichtweg seiner bekannten Bedeutung entliehen haben.

Was ist ein Frauenversteher? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Frauenversteher ist ein einfühlsamer, verständnisvoller Mann. Er achtet die Rechte der Frauen, hält die Gleichberechtigung der Geschlechter für selbstverständlich und ist das Gegenteil von einem Macho. Ein Frauenversteher entspricht nicht der traditionellen Männerrolle, denn er sieht die Frauen auf Augenhöhe mit den Männern. Diese Sichtweise ist modern. Das männliche Rollenverständnis hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert. Männer müssen nicht mehr hart wie Kruppstahl sein. Sie müssen sich nicht mehr prügeln und sich das Nasenbein brechen, um als männlich wahrgenommen zu werden. Männer tragen heute Vollbart und rasieren sich ihre Köpfe und sind dennoch sensibel und am Gefühlsleben einer Frau interessiert.

Die Frage ist allerdings immer, ob ein Frauenversteher es mit seiner Toleranz auch wirklich ernst meint. Möglicherweise handelt es sich bei ihm um einen Charmeur, der es lediglich darauf anlegt, eine Frau zu verführen. Es ist ein großer Unterschied, ob eine Frau von einem Macho oder einem vermeintlichen Frauenversteher belogen wird. Wenn sich ein Macho später als Frauenversteher herausstellt, sind die Folgen für die Frau weniger dramatisch, als wenn sich umgekehrt ein Frauenversteher als Macho outet. Denn Frauen vertrauen sich einem Frauenversteher an. Wenn sich die scheinbar freundschaftliche Beziehung als Lüge herausstellt, ist der Vertrauensbruch immens.

Was ist ein Frauenversteher? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff „Frauenversteher“ wurde im Jahr 2009 das erste Mal in den Rechtschreibduden aufgenommen. Bis dahin handelte es sich um einen Begriff aus der Umgangssprache. Ein Wort wird erst dann in den Duden aufgenommen, wenn es gebräuchlich ist. Vorher war dies für „Frauenversteher“ nicht der Fall. Der Begriff wurde bis dahin eher spöttisch oder verächtlich verwendet. Ein Frauenversteher wurde als unmännlich, weichgespült und verweichlicht hingestellt. Die Bezeichnung wurde als Schimpfwort verwendet.

Männer hatten harte Kerle und Helden zu sein. So wurde es im Kino vorgeführt und so sollte es sein. Der traditionelle Mann war einer, der eine Frau eventuell verteidigte, aber keiner, der sie verstehen wollte. Eine Frau interessierte einen Mann in seiner Männerrolle nur als Projektionsfläche. Er war der Entscheider in einer Beziehung. Er war es, den die Frau um Arbeitserlaubnis in einem aushäusigen Beruf bitten musste. Legte er sein Veto ein, konnte eine Frau keinen rechtsgültigen Arbeitsvertrag unterschreiben. Dies änderte sich in Deutschland erst im Jahr 1977. Das Selbstverständnis des traditionellen Mannes änderte sich nur sehr langsam und nur aufgrund von Gesetzesänderungen, die die Männer nach und nach dazu zwangen, sich und ihr Verhalten zu ändern.

Das Männerverständnis im Jahr 2008

Die Evangelische Kirche in Deutschland veröffentlichte im März 2009 eine im Jahr zuvor verfasste Studie mit dem Thema „Traditionelle Männer in Deutschland haben sich bewegt“. Das Jahr ist insofern interessant, weil in diesem Jahr das Wort „Frauenversteher“ in der Gesellschaft nun offiziell so geläufig war, dass es in den Rechtschreibduden aufgenommen wurde.

In der Studie wurde festgestellt, dass immer mehr Männer eine partnerschaftliche Verteilung der Arbeit in Familie und Beruf anstreben. Männer übernehmen verstärkt die Vaterrolle. Sie ist ihnen wichtig und sie wird aktiv angestrebt und wahrgenommen. Auch traditionelle Männer haben ihre Einstellung verändert: Sie sind moderner geworden und akzeptieren die Berufstätigkeit von Frauen. Die Männerrolle hat sich in den Jahrzehnten zuvor allmählich verändert. Beispielsweise spielt es 2008 kaum noch eine Rolle, dass Frauen berufstätig sind und deswegen eventuell keine Zeit mehr für die Kinder hätten.

Während 35 % der traditionellen Männer die Ehe für nicht zeitgemäß hielten, waren es nur 13 % des modernen Männertyps. Das heißt, dass der modern eingestellte Mann viel eher eine Ehe einzugehen wünschte als der traditionelle Mann. Eine Ehe funktioniert normalerweise nur dann, wenn Mann und Frau gleichermaßen zu ihrem Recht kommen. Insofern überrascht es nicht, dass der traditionell eingestellte Männertyp eine Ehe skeptisch betrachtet. Die Umfragewerte zu dieser Frage wären Ende des 20. Jahrhunderts sicher noch anders ausgefallen. Seither wurden die Rechte der Frauen in einer Ehe gesetzlich stark aufgewertet und geschützt.

In der 2009 veröffentlichten Studie ist zu lesen, dass nur noch 8 % der Männer glauben, dass es für sie keine Traumfrau gebe. 1998 waren es noch 39 %. Das ist interessant, denn von einer Traumfrau erwarteten die Männer laut Umfrage nicht nur Intelligenz, Attraktivität, Gefühlswärme, Verständnis, sondern auch Häuslichkeit. Ein großer Teil der Männer des letzten Jahrhunderts war offensichtlich der Meinung, dass es keine Frau geben kann, die all dies bietet und sie deswegen auch keine Traumfrau finden werden.

Die Studie lässt vermuten, dass der darin immer wieder erwähnte moderne Mann ein Frauenversteher ist. Denn er sieht eine Möglichkeit, seine Traumfrau zu bekommen, weil er es den Frauen zutraut, intelligent und häuslich zugleich zu sein. Mehr noch: Diese Männer sind sicher, dass sich die Frauen zu ihnen hingezogen fühlen. Es ist also bestimmt kein Zufall, dass gerade im Jahr 2009 das Wort „Frauenversteher“ im Duden aufgenommen wurde. Das Wort gewann im Laufe der Zeit innerhalb der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung.

Der „Frauenversteher“ kommt aus den 1980er-Jahren

Der Frauenversteher ist ein Männertyp, der auch heute noch immer wieder als Weichei bezeichnet wird. Das liegt daran, dass die Meinung verbreitet ist, ein solcher Mann würde sich von einer Frau unterbuttern lassen. Das klassische Männerbild bis in die 80er war das des Machos, im Kino verkörpert von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger oder Adriano Celentano. Im Gegenzug entwickelte sich das Bild des Frauenverstehers, der einfühlsam mit den Frauen und ihren Nöten umging. Frauenversteher standen bewusst für ein neues Rollenbild des Mannes und gegen ein stereotypes Rollenverhalten. Tom Selleck, Sascha Hehn oder Richard Gere verkörperten den Typ Mann, der zwar hart im Nehmen, aber trotzdem ein Frauenversteher war – zuvorkommend, hilfsbereit und gentlemanlike. Sie waren eine neue Art Mann. Frauen wurden von ihnen nicht bevormundet, sondern auf Augenhöhe betrachtet, und zwar in allen Lebenssituationen.

Frauenversteher heute

Inzwischen sind die Stärken eines Frauenverstehers für viele Männer völlig normale Verhaltensweisen. Sie bemerken es nicht einmal, denn ihre Sozialisation war von vornherein eine andere als die ihrer Vorgänger. Paradoxerweise ist das zugleich auch der Grund, weshalb heute der „Frauenversteher“ ebenso verpönt ist, wie es in den 1980-Jahren der Fall war. Es scheint, als liebe die Gesellschaft heutzutage wieder den Typ Macho, den Macher, Entscheider und starken Mann. „Hemdsärmelige“ Männer wie Altkanzler Schröder, der eventuelle Neukanzler Söder oder Habeck gewinnen die Wählerstimmen. Typen wie Putin, Erdogan, Trump oder Bolsonaro weisen die Frauen in ihre Schranken und haben dabei einen großen Rückhalt in der Bevölkerung.

Frauenversteher gelten heute fast schon grundsätzlich als schwul. Schwulen Männern wird zugetraut, sich in Frauen hineinversetzen und ihre Sorgen verstehen zu können. Allerdings möchte kein Mann als schwul gelten, wenn er es nicht ist. Aus diesem Grund schwindet mit der Zeit der Anteil der Frauenversteher unter den nicht-schwulen Männern. Bedauerlicherweise führt diese Entwicklung zwangsläufig wieder zurück zu einem traditionellen Rollenverständnis, bei dem der Mann das Sagen hat und die Frau sich ihm unterordnen muss.

Was bedeutet „unterkomplex“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Wenn etwas unterkomplex dargestellt wird, dann ist es vereinfacht und versimpelt beschrieben. „Unterkomplex“ wird auf zwei gegensätzliche Weisen gebraucht: entweder sachlich oder unsachlich.

Wenn es sachlich Verwendung findet, ist damit gemeint, dass ein komplexer Vorgang oder komplexe Zusammenhänge bewusst vereinfacht dargestellt werden. Im umgangssprachlichen Kontext findet das Wort „unterkomplex“ vor allem negative Verwendung. Denn dann wird es verwendet, um jemanden oder etwas schlecht aussehen zu lassen.

In der Jugendsprache der Jahre 2020 und 2021 wurde und wird das Wort „unterkomplex“ auch gebraucht. Dies teilweise in scherzhaften Absichten.

Was bedeutet „unterkomplex“? Bedeutung, Definition, Erklärung, Jugendsprache

Umgangssprachlich kann „unterkomplex“ mit „halbschlau“ gleichgesetzt werden. Beides sind Schimpfwörter, die lediglich zur Herabwürdigung eines Gegenübers dienen. Als halbschlau wird jemand bezeichnet, der eine Sache scheinbar nicht ganz durchschaut und sie deswegen nicht ganz durchdenken kann. Seine Äußerungen dazu kommen entsprechend unterkomplex daher. Ein solcher Jemand wirkt wenig intelligent und geistig schlicht gestrickt.

Es ist sehr einfach, andere als Einfaltspinsel hinzustellen. Viel schwieriger ist es, sich an die eigene Nase zu fassen und einen komplexen Sachverhalt selbst adäquat darzustellen. Wer nicht konkret darlegen kann, weshalb er meint, jemand äußere sich unterkomplex, argumentiert selbst unterkomplex. Denn es mangelt ihm an Konkretisierung. Diese Art der Kritik ist nichtssagend und hat lediglich die Abwertung des Diskussionspartners oder des Redners zum Ziel. Umgangssprachlich ist „unterkomplex“ lediglich eine leere Floskel.

„Unterkomplex“ im umgangssprachlichen Kontext: Erklärung, Bedeutung, Definition

Das Wort „unterkomplex“ ermöglicht es, sein Gegenüber mundtot zu machen. Es ist eine Form der unsachlichen Kritik. Wenn jemand bezichtigt wird, etwas unterkomplex darzustellen, hat er kaum die Möglichkeit, das Gegenteil zu beweisen. Er müsste in einen Rechtfertigungsmodus verfallen, was für ihn die Sache noch schlimmer machen würde.

Wer behauptet, jemand argumentiere unterkomplex, meint damit, dass dieser jemand ein etwas schlichtes Gemüt hat. Wessen Argumentation als unterkomplex bezeichnet wird, gilt als anspruchslos, banal, simpel oder niveaulos. Vor Publikum kann die Etikettierung als „unterkomplex“ eine Art öffentlicher Todesstoß sein. Denn er gilt dann als ahnungslos und als jemand, dem es an Verständnis für die Komplexität der Dinge fehlt.

Allerdings ist der Vorwurf, jemand sei unterkomplex, ein Beweis für die Unterkomplexität des unsachlichen Kritikers. Denn er erklärt nicht, worin der Mangel besteht, wenn er jemandes Argumentationsweise lediglich als unterkomplex charakterisiert. Mängel kann es viele geben, zum Beispiel in Bezug auf die Kriterienvielfalt, den Faktenreichtum, den Perspektivwechsel, die Methodik oder den Differenzierungsgrad. Wer also lediglich das Wort „unterkomplex“ in den Raum stellt, ohne seine Kriterien näher zu erklären, ist selbst unterkomplex. Er macht es sich schlichtweg leicht.

Was bedeutet „unterkomplex“ im wissenschaftlichen Kontext? Bedeutung, Definition, Erklärung

Es ist vor allem in sozialen Kontexten fatal, wenn komplexe Vorgänge ignoriert und der Fokus der Betrachtungsweise nur auf einem oder zwei Punkten liegt. Die Forschung arbeitet mit dem Ziel einer Komplexitätsanreicherung. Wäre es anders, bräuchte es keine Forschung. Beispielsweise kann man sagen: Das Wasser kocht, weil die Herdplatte heiß ist. Prinzipiell ist diese Erklärung ausreichend. Dennoch ist der Vorgang des Wasserkochens wesentlich komplexer als hier beschrieben. Es geht unter anderem um Moleküle, um Wärmeleitung, Energiezuführung, um den Luftdruck oder auch um das Material des Kochtopfs.

Hinter dem Wasserkochen verbergen sich komplexe physikalische Vorgänge, die sich gegenseitig beeinflussen. Durch die kurzgefasste Erklärung wird ein komplexer Vorgang unterkomplex beschrieben. Wer in diesem Zusammenhang also das Wort „unterkomplex“ verwendet, geht damit sachlich um. Er verweist darauf, dass alles viel komplizierter und nicht so einfach ist, um es in zwei Sätzen kurz erklären zu können. In diesem Fall handelt es sich bei der Verwendung des Wortes um eine sachliche Kritik.

In den Sozialwissenschaften ist die Rede von Unterkomplexität, wenn beispielsweise in politischen Debatten soziale Prozesse auf unangemessene Weise vereinfacht werden. Die Wissenschaft versucht dagegenzuhalten, indem sie ihre Erkenntnisse zur Komplexitätsanreicherung veröffentlicht und somit zur Verfügung stellt. Dadurch kann sie sowohl zur politischen als auch zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen. Gerade Massenmedien neigen dazu, komplexe Themen unterkomplex zu präsentieren. Und leider sind sie es, die die öffentliche Meinung beeinflussen und letztendlich manipulieren.

Das Wort „unterkomplex“ ist ein Adjektiv und beschreibt, wie etwas ist. Adjektive sind eine Wortart, die sich um die Beschaffenheit einer Sache dreht.

Was bedeutet Hibbeln? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff “Hibbeln” findet sich in Verbindung mit Frauen, die Kinderwünsche planen. Er ist an das deutsche Adjektiv “hibbelig” angelehnt und wird darum mit Nervosität, Unruhe, aber auch mit Vorfreude in Verbindung gesetzt. Wenn eine Frau hibbelt, dann ist damit gemeint, dass sie den Zyklus ihres Eisprungs verfolgt. Sie möchte auf diese Weise feststellen, ob sie schwanger ist oder nicht. Kurz vor der Geburt können Frauen und Männer aber auch hibbeln. Denn dann freuen sie sich auf die baldige Geburt des Nachwuchses.

Was bedeutet Hibbeln? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Hibbeln beginnt bei einer Frau, wenn sie sich konkret das Ziel setzt, schwanger zu werden. Vom ersten Tag ihres Zyklus bis hin zum errechneten Eisprung verfolgt die Frau jede Veränderung ihres Körpers genau mit. Dabei steigt die Anspannung mit jedem Tag deutlich an, je näher der Eisprung dann rückt.

Der große Höhepunkt des Hibbelns ist der sogenannte Nicht-Mens-Tag. Damit ist der Tag gemeint, an dem die erwartete Regelblutung ausbleibt, was bedeutet, dass die Frau tatsächlich schwanger ist. Der Nicht-Mens-Tag oder auch kurz “NMT” kann sich bei einer Frau aber auch von Zyklus zu Zyklus um ein paar Tage verschieben. Aus diesem Grund sprechen Hibblerinnen zur Beschreibung ihres aktuellen Zyklus auch gerne von NMT + 1, wenn sie beispielsweise einen Tag über ihrem Nicht-Mens-Tag sind.

Der NMT ist für hibbelnde Frauen besonders wichtig, weil es der erste Tag ist, ab dem ein Schwangerschaftstest überhaupt anschlagen könnte. Entsprechend fiebern Frauen, die einen Kinderwunsch haben, diesem Datum im Monat immer besonders entgegen. Wenn das Ergebnis des Tests negativ ausfällt und die Regelblutung wieder einsetzt, kann es aber auch eine entsprechend große Enttäuschung sein, die Frauen in ein ernstes Stimmungstief versetzt.

Buchführen für den Zyklus – Die Hibbelliste

Hibblerinnen führen oft eine Art Tagebuch, in dem sie jede noch so kleine Veränderung ihres Körpers festhalten und typische Merkmale ihres Zyklus festhalten. Diese Dokumentation wird auch als Hibbelliste bezeichnet. Hierfür gibt es unterschiedliche körperliche Veränderungen, die Frauen in ihre Hibbelliste eintragen können. Viele Hibblerinnen nutzen die Temperaturmethode, um festzulegen, in welcher Phase ihres Zyklus sie sich gerade befinden. Weil bei einer Schwangerschaft eine hormonelle Umstellung im Körper stattfindet, steigt auch die Körpertemperatur oft messbar an, was ein erstes Anzeichen sein kann, dass sich eine befruchtete Eizelle eingenistet hat.

Frauen können aber auch Gegebenheiten wie Beobachtungen ihres Zervixschleims, Veränderungen des Muttermundes oder die Ergebnisse von Ovolationstest in ihre Hibbelliste eintragen. Manche Frauen dokumentieren auch ihre Ernährung, damit sie genau im Blick haben, welche Nährstoffe sie zu sich nehmen. Gerade Folsäure ist für das Hibbeln ein wichtiges Vitamin, weil es für den Zellaufbau des Embryos benötigt wird. Die Hibbelliste kann den Frauen helfen, einen gesunden Vitamin- und Nährstoff-Spiegel zu halten, um die Chancen für eine Schwangerschaft noch zu erhöhen.

Hibbeln als Gemeinschaftserfahrung

Hibbelnde Frauen können sich online oder mit Freundinnen zu Hibbel-Gruppen zusammenfinden, um ihre Erfahrungen gemeinsam zu durchleben. Die Beobachtungen und Ergebnisse des Hibbelns werden in der Gruppe geteilt. Dabei geht es aber nicht nur darum, dass eine Frau zeigt, wie weit sie ist. Das Gruppen-Hibbeln hat eine psychologische Komponente. Andere Mitglieder der Gruppe können die Ergebnisse kommentieren und Tipps geben. Wenn es zu einem erfolgreichen Ergebnis kommt, freuen sich alle Mitglieder der Gruppe gemeinsam für die werdende Mutter. Hat es allerdings mal nicht geklappt, können die anderen Frauen als moralische Stütze helfen und Beistand leisten, damit ein mögliches Stimmungstief nicht ganz so schlimm ausfällt. Weil manche Frauen diese Art von Beistand nicht im Kreis ihrer Familie oder bei ihrem Partner finden, ist eine Hibbel-Gruppe eine gesunde Alternative.

Was sind Otherkin? Was bedeutet Otherkin? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als Otherkin bezeichnen sich Menschen, die sich nicht oder nur zum Teil als menschlich identifizieren. Für viele Otherkin zeugt die Identifizierung mit den aus der Märchenkunde entnommenen fiktiven und tierischen Wesen von einer Unzufriedenheit mit der entfremdeten, modernen Gesellschaft. Verwandt mit der Otherkin-Bewegung ist die Vampir-Subkultur, die von manchen auch als Teil der Otherkin angesehen wird. Mit dem Oberbegriff „alterhuman“ werden alle Subkulturen umfasst, bei denen es sich um Gruppierungen von Menschen handelt, die sich als nichtmenschlich oder übermenschlich identifizieren. Darunter befindet sich auch die Otherkin-Community.

Was bedeutet Otherkin? Ursprung, Herkunft

Die Middle English Dictionary definierte im Jahr 1981 den Begriff Otherkin als „eine andere oder eine zusätzliche Art von; andere oder zusätzliche Arten von“. Im April 1990 wird das Wort „otherkind“ erstmalig in den Vereinigten Staaten erwähnt. In ihrer ursprünglichen Form mit dem zusätzlichen -d bezog es sich auf das Wort „elfinkind“. Auf diese Weise beschrieben die Subkulturen anfangs Nicht-Elfen. Ebenfalls im Jahre 1990 nutzen diese Subkulturen erstmals die heutige Schreibform Otherkin, um sich zu beschreiben.

Otherkin: Geschichte

Als Ursprung der Otherkin gelten spirituelle Gruppen der Hippie-Bewegung der 1960er Jahre, die sich mit heidnischer Geschichte und Kultur beschäftigten. Im Zuge ihrer Auseinandersetzung mit traditionellen Fabeln, Liedern und Volksmärchen, bezeichneten sich die Mitglieder als Elfen. Diese Bezeichnung wurde gewählt, um eine tiefe Verbundenheit mit der Natur zu demonstrieren. In den frühen 1990er traten im Internet Gruppen auf, die sich ebenfalls mit dieser Thematik beschäftigten. Größtenteils lag ihr Fokus auf Elfen und der Identifizierung mit jenen Wesen. Früheste Quelle für diese elfische Community ist die Elfinkind Digest aus dem Jahr 1990. Diese Mailingliste wurde von Studenten gestartet und richtete sich an „Elfen und interessierte Beobachter“. Darüber hinaus organisierten sich online Horror- und Fantasyfans, die sich in dem Kontext von Filmen und Literatur als nichtmenschliche Wesen betrachteten.

Heute tauschen sich die Otherkin-Gemeinschaften weitgehend online aus. Häufig teilen sich die jeweiligen Kintypen in spezifische Gruppen auf. Die Begegnungen untereinander finden in speziellen Foren auf sozialen Plattformen wie Facebook oder WhatsApp statt. Vorrangig geht es um das Sammeln und Austauschen von Informationen und um alltägliche Unterstützungen und Ratschläge in Hinblick auf ihre Identitäten. Zudem gibt es Personen, die ihr Leben als Otherkin auf YouTube oder Instagram vorstellen. Als Online-Phänomen entstanden, bewegt sich die Otherkin-Gemeinschaft weiterhin hauptsächlich in Internetnetzwerken, wobei gelegentlich Offline-Treffen stattfinden.

Siehe auch: Was ist Therian?

Otherkin: Unterkategorien, Bedeutung, Erklärung

Otherkin ist ein Oberbegriff für eine Reihe an Subkategorien. Ein Conceptkin begreift sich als Konglomerat an verschiedenen Attributen, die zusammenführend ein abstraktes Konzept in menschlicher Form abgeben. Als fiktives Lebewesen (Tier oder Mensch) identifiziert sich ein sogenannter Fictionkin. Außerdem existiert der Begriff Weatherkin für Menschen, die sich als Wetterphänomene wahrnehmen. Zu dieser Kategorie gehören ebenfalls Otherkin, die von sich behaupten, Gezeiten, Klima und das Wetter steuern zu können oder unter dem Einfluss von Wettersystemen zu stehen. Darüber hinaus spielen verschiedene andere Bezeichnungen auf weitere unterschiedliche Wesensarten an.

Hintergrund

Üblicherweise vertreten Otherkin spirituelle Überzeugungen. So interpretieren einige Personen ihre Identitäten als Reinkarnation oder als Seelen transzendentaler Herkunft. Wiederum andere geben an, dass diese Identifizierung rein metaphorisch zu verstehen ist. Otherkin mit und ohne spirituellen Bezug führen ihre Identität oftmals auf persönliche Charakterzüge oder körperlichen Gegebenheiten zurück, die sie im Vergleich mit der Bevölkerung als ungewöhnlich empfinden.

Da die Otherkin-Bewegung in ihrer inhaltlichen Definition als Religion betrachtet werden kann, ist ein gängiges Argument, dass die Identitätsansprüche dieser Personengruppen als religiös zu verstehen sind. Einige religiöse Menschen, beispielsweise der US-amerikanische Assistenzprofessor für Religionswissenschaft Joseph P. Laycock, widersprechen öffentlich dieser Vorstellung. Aber auch viele Otherkin selbst sehen die Verbindung zu einer Religion als problematisch und lehnen es ab als religiöse Anhänger eines Glaubens festgelegt zu werden.

In der Regel identifizieren sich Otherkin mit Lebewesen, die in volkstümlicher Mystik oder in Märchen und Fabeln vorkommen. Dies können hypothetische Lebewesen sowie real existierende Tiere und Geschöpfe sein. Besonders häufig sind sowohl Tiere und fiktive Naturwesen aus dem Lebensraum Wald als auch popkulturelle Phänomene, darunter Füchse, Wölfe, Drachen, Feen, Katzen, Geister, Hunde, Pferde, Elfen, Kobolde, Engel, Dämonen, Zeichentrickfiguren und Außerirdische.
Dementsprechend bringt die Identifizierung als Otherkin für gewöhnlich einen einfühlsamen Umgang mit der Natur mit sich. Zumeist beschreiben Otherkin, dass sie sich in ihrem alltäglichen Leben bewusst und behutsam auf die Umwelt einstellen und ihr Leben nach Naturprinzipien ausrichten.
Der Glaube an eine andersartige Wesenhaftigkeit geht oftmals Hand in Hand mit der Idee eines Multiversums. Üblicherweise glauben Otherkin an besondere Begabungen, Kräfte und übernatürliche Fähigkeiten, die sie und andere Otherkin inne tragen. Meist geht diese Überzeugung mit Vorstellung einher, sich astral oder geistig verändern zu können und die tatsächliche Form als menschlicher Körper beizubehalten. Konkret bedeutet dies für jene Otherkin, dass sie sich lediglich psychisch und nicht physisch als nichtmenschlich fühlen.

Reaktionen auf Otherkin

Das Thema Otherkin wird kontrovers diskutiert. Häufig reagieren Menschen mit Unglauben, aggressiv oder ablehnend. Dies äußert sich zumeist in Online-Mobbing. Während einige die Otherkin-Identität als psychische Störung betrachten, sehen sie andere jedoch als Vorreiter in Sachen gelungener Naturbeziehung.

Darf man „Indianer“ noch sagen? Ist das Wort „Indianer“ diskriminierend? Erklärung


In den vergangenen Jahrzehnten wurde ein starkes Bewusstsein (woke) zur politisch korrekten Ansprache von Menschen (BIPoC, FLINTA, SOJARME), Völkern und Stämmen geschaffen. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, inwieweit die Verwendung der Begriffe „Indianer“, „Indios“ oder „Inuit“ zulässig und politisch korrekt sind.

Die Herkunft der Worte Indianer und Indios

Das deutsche Wort „Indianer“ hat seine Ursprünge in der Zeit der Entdeckung Amerikas. Als Christoph Kolumbus 1492 den neuen Kontinent erreichte, glaubte er einen westlichen Seeweg nach Indien entdeckt zu haben. Dementsprechend sprach er die dort ansässige indigene Bevölkerung auch als „Indios“ (Spanisch für Inder) an. Im Spanischen existiert also keine Unterscheidung zwischen Inder und Indianer, welche bei der Übersetzung ins Deutsche hingegen bereits korrigierend getroffen wurde. Dennoch wird häufig auch im Deutschen der Begriff „Indios“ verwendet. Dieser entspringt in seiner Herkunft ebenfalls eindeutig dem spanischen Begriff und kann daher als verallgemeinernd und beleidigend empfunden werden. Häufig wird auch vermutet, dass Indio als Abkürzung des Begriffs „indigene Völker“ zu verstehen sei. Diese Vermutung ist jedoch nicht zutreffend.

Die Herkunft des Wortes Inuit

Inuit ist die Selbstbezeichnung einiger indigener Volksgruppen in Zentral- und Nordkanada und Grönland. Häufig wird der Begriff Inuit fälschlicherweise für sämtliche dort lebenden Völkergruppen verwendet. Diese wurden ursprünglich als Eskimos zusammenfassend angesprochen. Bei diesem Wort handelt es sich jedoch um eine Fremdbezeichnung, weswegen dieses von den entsprechenden Völkergruppen oft als abwertend empfunden wurde. Dennoch stößt die allgemeine Verwendung des Begriffs Inuit auf noch stärkere Ablehnung.

Die politisch korrekte Ansprache indigener Völker: Ist „Indianer“ diskrimineriend und verboten?

Es hat sich eingebürgert, die indigenen Völker Nord- und Südamerikas möglichst anhand ihrer Selbstbezeichnung anzusprechen. Diese ist üblicherweise für einzelne Stämme und Völker unterschiedlich. Ein großes Problem hierbei ist, dass viele Stämme inzwischen nur noch unter ihren Fremdbezeichnungen bekannt sind, sodass diese Identifizierung sich bereits zum Teil auf die Selbstwahrnehmung überträgt. Als Beispiel sind hier die Diné zu nennen, welche meist unter der Fremdtitulatur „Navajo“ bekannt sind.

Sammelbezeichnungen werden so gut wie möglich vermieden, da sie häufig negativ aufgenommen werden. So ist beispielsweise die Bezeichnung Inuit für einzelne Stämme passend und vollkommen korrekt, während sie hingegen für andere Stämme falsch und damit beleidigend ist. Die Begriffe Indios und Indianer sollten generell weitgehend vermieden werden. Sie sind zu sehr verallgemeinernd und bauen auf der falschen Annahme, Inder getroffen zu haben, auf. Zahlreiche Völker und Kulturen mit unterschiedlichsten Ausprägungen werden so zu einem vollkommen irreleitenden und falschen Begriff zusammengefasst. Dies ist in etwa so korrekt, wie von „den Europäern“ oder „den Asiaten“ zu sprechen. Außerdem ist in vielen Sprachen keine klare Trennung zwischen Indios, Indianern und Indern möglich. Möchte man also die unterschiedlichen indigenen Völker Amerikas gesammelt ansprechen, können mehrere Möglichkeiten gewählt werden.

Die sicherste und unverfänglichste Variante ist die Bezeichnung als „indigene Völker“. Darunter werden sämtliche ursprünglich in diesen Gebieten heimischen Bevölkerungsgruppen verstanden. Als weitere Bezeichnung, welche sich auch für moderne Abkömmlinge dieser Gruppen eingebürgert hat, wird häufig „American Indian“ (übersetzt amerikanische Inder) zur besseren Unterscheidung zu Indern verwendet. Damit wurde zwar das Problem der eindeutigen Zuweisung gelöst, dennoch handelt es sich hierbei nach wie vor um eine unerwünschte Fremdzuweisung, welche auf falsche Annahmen einer längst vergangenen Zeit zurückgeht. Kanada verwendet zur Ansprache der von ihnen kolonisierten und unterdrückten Völker die Bezeichnung „First Nations“. Allerdings ist der Begriff Nation eurozentrisch geprägt und ebenfalls äußerst irreführend. Die Bedeutung kann nur schwer korrekt auf die indigenen Völker übertragen werden.

Es ist also äußerst schwierig, politisch korrekte Bezeichnungen für die indigenen Völker Südamerikas zu finden. Viele von ihnen können sich mit den Begriffen Eskimo, Indianer oder Indios anfreunden, auch wenn dies stark von Person zu Person und vom Zusammenhang abhängig sein kann. Weniger beliebt ist die allgemeine Verwendung des Begriffs Inuit. Möchte man auf Nummer sicher gehen, ist es empfehlenswert, entweder ganz allgemein nur von indigenen Völkern zu sprechen oder zu eruieren, wie sich eine betreffende Person oder Volksstamm selbst bezeichnet.

Siehe auch:

Was bedeutet Shero? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Wort „Shero“ ist ein Kofferwort aus den Worten „She“ und „Hero“.

„Shero“ ist eine weibliche Heldin.

Der Ausdruck „Shero“ ist eine Bezeichnung für Frauen, die Vorbildcharakter haben, die von anderen bewundert und/oder idealisiert werden. „Sheros“ fallen durch ihre Leistungen, Standhaftigkeit und besonderen Eigenschaften auf.

Was bedeutet Shero? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Shero“ ist eine explizite weibliche Bezeichnung für weibliche Helden bzw. Heldinnen.

Der Ausdruck „Shero“ ist insbesondere in feministischen Kreisen verbreitet.

Der Ausdruck „Shero“ ist eine Reaktion darauf, dass der Ausdruck „Hero“ meist mit männlichen Charakteren verbunden wird. „Shero“ ersetzt und verkürzt die Konstruktion „female Hero“, wenn explizit auf eine weibliche Heldin referiert wird.

Das Adjektiv zu „Shero“ ist „sheroic“. Der Plural ist „Sheroes“.

Ein deutsches Wort für „Shero“ existiert noch nicht. Gebräuchlich ist der Ausdruck „Heldin“.

Wann ist eine Frau eine Shero?

Eine Frau wird zur Shero, wenn sie von anderen bewundert, idealisiert oder als Vorbild wahrgenommen wird.

Sheros haben Werte und leben diese. Diese Werte können sein: Fleiß, Loyalität, Prinzipientreue, Moral, Mut, Offenheit, Optimismus, Sinn für Gerechtigkeit, Intelligenz, Unbeugsamkeit, Mut zu Handeln (Handlungskraft), Durchsetzungskraft. Sie bieten und geben Orientierung. Sie sind glaubhaft.

Sheros fallen durch ihre Leistungen, Ausdauer, Standhaftigkeit und besonderen Eigenschaften auf. Frauen, die nie aufgeben, ihr Potenzial ausschöpfen und ein Vorbild für andere sind, sind Sheros. Sheros helfen anderen und kämpfen für eine Sache, die ihnen am Herzen liegt. Sie setzen sich für Gleichheit, Gleichberechtigung, Respekt und Solidarität ein.

Sheros sind Vorbilder für alle Menschen.

Ein Synonym für Shero ist z.B. Alltagsheldin.

Verbreitung und Bedeutung von Shero

Shero: Amadeu Antonio Stiftung und Jasmina Kuhnke

Der Ausdruck Shero wird unter anderem von der Amadeu Antonio Stiftung verwendet. Die Amadeu Antonio Stiftung betreibt einen „Sheroes Fund“ als Spendenaktion. Der „Sheroes Fund“ dient zur Unterstützung von Frauen, die Opfer von Rassismus oder Menschenfeindlichkeit wurden bzw. für Frauen, die bedroht sind.

Der Ausdruck „Shero“ verbreitete sich im April 2021 stark als bekannt wurde, dass Jasmina Kuhnke bedroht wurde und zur Gewalt gegen sie aufgerufen wurde. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt Jasmina Kuhnke unter anderem finanziell mit ihrem „Sheroes Fund“.

Shero: Film

„Shero“ ist ein Film aus dem Jahr 2017.

„Shero“ ist ein Film aus dem Jahr 2021.

Weitere Bedeutung von Shero

„Sheroes: Neue Held*innen braucht das Land“ ist ein Buch von Jagoda Marinć.

„The Shero: Silent Hero“ ist ein Buch von Ashmita Reddy.

Die „Shero Community“ ist eine Community für Frauen.

„Shero“ ist ein in Nordamerika gebrauchter Nachname.

„Shero“ wird aber auch als Vorname verwendet. „Shero“ ist ein kurdischer Vorname. Er leitet sich vom kurdischen Wort für Löwe ab „sher“.

Der „Heroes Clan“ nennt seinen zweiten Clan „Shero“.

„Shero“ ist der Name eines deutschen Unternehmens.

Was sind Quark-Schwätzer / Quarkschwätzer? Was bedeutet „Quark reden“? Bedeutung, Herkunft, Definition, Erklärung


Wer Quark redet, ist ein Quarkschwätzer. Oder: Wer Quark redet, ist eine Quarkschwätzerin.

Was bedeutet „Quark reden“? Bedeutung, Herkunft, Definition, Erklärung

In der deutschen Sprache bedeutet „Quark reden“, dass jemand „Unsinn erzählt“.

Der Ausdruck „Quark“ steht in der Redewendung nicht für das Milchprodukt, sondern für seine Konsistenz. Diese ist breiig, weich und nicht-fest.

Schon im 16. Jahrhundert war „Quark“ im Allgemeinen ein Synonym für alles Unwichtige und Nichtige. Im Besonderen war „Quark“ ein Synonym für Dreck, Kot oder Schlamm. Damit wurde der Ausdruck „Quark“ ein Synonym für etwas, dass wertlos, unsinnig oder unwichtig ist. (Abgesehen davon hat Quark einen guten Nährwert und enthält viel Protein.)

Weitere Redewendungen mit Quark sind:

  • Das geht dich einen Quark an – bedeutet, dass geht dich nichts an!
  • nicht aus dem Quark kommen – bedeutet, jemand wird nicht fertig oder wird nicht aktiv
  • Quark verstehen – bedeutet: Man versteht überhaupt nichts
  • Quark im Schaufenster – bedeutet: Bezeichnung für ein ungeborenes Kind (Diese Redewendung ist regional verbreitet.)
  • sich über jeden Quark aufregen – bedeutet: Man regt sich über jede Kleinigkeit und alles Banale auf.

Warum die Deutschen einen Vorliebe für Quark haben, ist der Redaktion von BedeutungOnline.de nicht bekannt.

Synonyme für Quark sind:

  • Belangloses
  • Kleinigkeiten
  • Unbedeutendes
  • Unsinn
  • wertloses

„Getretener Quark wird breit, nicht stark.“ – Bedeutung, Erklärung, Goethe

Ein berühmtes Zitat mit Quark stammt von Johann Wolfgang von Goethe. Er sagte: „Getretener Quark wird breit, nicht stark.“ Er kritisierte damit, dass manche Themen einfach nur breit getreten werden, aber durch mehr Ausschmückung, Wiederholung oder Beschreibung keine weitere Substanz gewinnen. Anders gesagt, Unsinn wird nicht weniger Unsinn in dem er ständig wiederholt, mit mehr Details ausgeschmückt oder in schönere Worte gekleidet wird.

Weitere Verbreitung von Quarkschwätzer / Quark-Schwätzer

In der „Der Spiegel“-Reportage „Querdenker-Demo: Eskalation in Kassel“ wird der Ausdruck „Quarkschwätzer“ bzw. „Quark-Schwätzer“ verwendet. Dies sorgte für eine gestiegene Verbreitung des Ausdrucks.

Was bedeutet Raffke? Bedeutung, Definition, Erklärung, Wortherkunft


Ein Raffke ist ein habgieriger und egoistischer Mensch, der seine Privilegien, Macht, Kontakte und/oder die Not anderer ausnutzt, um sich selbst auf Kosten oder zum Nachteil anderer zu bereichern.

Was bedeutet Raffke? Bedeutung, Definition, Erklärung, Wortherkunft

Das Wort „Raffke“ ist negativ konnotiert. Ein Raffke ist raffgierig. Er ist unfair und handelt nur für seinen eigenen Vorteil.

Das Wort „Raffke“ stammt aus dem Berliner Dialekt. Es ist eine Wortbildung aus dem Verb „raffen“ und der typischen Endung „-ke“. (Fatzke, Piefke, Steppke)

Im Berliner Dialekt wurden im 19. Jahrhundert Emporkömmlinge und Neureiche als Raffke bezeichnet, die nicht nur mit ihrem Wohlstand angaben, sondern diesen erwarben in dem sie andere oder Notsituationen anderer ausnutzten.

Was bedeutet Masken-Raffke? Bedeutung, Definition, Erklärung, Wortherkunft

Während der Corona-Maskenaffäre im März 2021 bildete sich der Begriff „Masken-Raffke“ heraus. In den sozialen Medien wurden die Hashtags #MaskenRaffke und#MaskenRaffkes Anfang März 2021 populär.

Mehreren Politikern wurde vorgeworfen, dass sie ihre politische Macht und Funktion ausgenutzt haben, um monetäre Vorteile zu erlangen.

Dem Politiker Nicolas Löbel (ehemals CDU) wurde geworfen, dass dessen Beratungsfirma Corona-Masken zwischen Herstellern und Firmen vermittelt haben soll und dafür Provisionen erhalten haben soll.

Dem Politiker Georg Nüßlein (ehemals CSU) wurde ebenfalls geworfen, dass er Gelder für die Vermittlung von Masken erhalten haben soll.

Neben dem Begriff „Masken-Raffke“ wurde auch der Ausdruck „Raffke-Affäre“ verwendet.

Wortherkunft: Wo kommt das Wort „Raffke“ her?

Das Wort „Raffke“ geht auf das Wort „raffen“ zurück. Das Verb „raffen“ stammt aus der Stoffverarbeitung. Raffen bedeutet, dass Stoff zusammengeschoben und -gezogen wird, damit eine gerüschte Optik entsteht.

Raffke und raffen: Weitere Bedeutung und synonyme

Neben dem Wort „Raffke“ gibt es noch weitere Worte mit „Raff-„:

  • Raffgier
  • Raffke-Mentalität
  • Raffsucht
  • Raffzahn

Das Verb „raffen“ erhält durch verschiedene Präfixe andere Bedeutungen:

  • aufraffen – etwas aufheben; Willenskraft aufbringen, um etwas zu tun
  • dahinraffen – synonym für sterben
  • hinwegraffen / wegraffen – synonym für sterben
  • zusammenraffen – Besitz / Reichtum erlangen, etwas zusammenschieben

Weitere Bedeutung von Raffke

„Fräulein Raffke“ heißt ein 1923 veröffentlichter deutscher Stummfilm.

Wie ist der Plural von Milch? Mehrzahl, Erklärung


Allgemein würde die Frage vom Plural von Milch wohl damit beantwortet werden, dass Milch gar keinen Plural aufweist. (Plural bedeutet die Mehrzahl eines Wortes.) Auch bei einigen anderen Wörter wie Blut oder Wasser gibt es keine Pluralform. Bei diesen Wörtern wird nur der Singular verwendet. Bei den Wörtern handelt es sich um Gattungsbezeichnungen. Bei diesen müssen manchmal unterschiedliche Sorten unterschieden werden, so dass eine Pluralbildung erfolgen muss. Die Pluralbildung in diesen Fällen wird als „Sortenleseart“ bezeichnet. Vor allem im fachsprachlichen Bereich kommt sie vor. Milch wird dort im Plural als „Milche“ oder „Milchen“ bezeichnet, Wasser als „Wässer“.

Plural Milch: Milche und Milchen?

Im normalen Sprachgebrauch hören sich diese Bezeichnungen merkwürdig an, deshalb werden sie kaum gebracht. Milch ist ohnehin ein umfassender Begriff, der nicht nur einen Liter Milch bezeichnet, sondern die komplette Milch. Wird hier sprachlich ein Plural verwendet, so wird oft von Kartons oder Flaschen mit Milch gesprochen. Das Wort „Milche“ wird sprachlich allerdings meist nicht gebraucht.

Ein Beispiel für die Verwendung von dem Wort „Milche“ ist beispielsweise: Unterschiedliche Milche haben unterschiedliche Nährstoffzusammensetzungen. Hier wird versucht, die Milch nach ihren Gattungen aufzuteilen. Gemeint sind unterschiedliche Milchsorten, wie etwa Vollmilch, Mandelmilch oder fettarme Milch. Um diese Sorten unterscheiden zu können, gibt es laut Duden die genannten Pluralformen des Wortes „Milch“.

Zu beachten ist dabei, dass bei der Deklination der Plural „Milchen“ unverändert bleibt. Bei „Milche“ hingegen wird im Dativ ein „n“ angehängt. Somit heißt der Dativ von „Milche“ ebenfalls „Milchen“.

Auch bei anderen Substantiven kann die Pluralbildung schwierig sein. Bei einigen wird durch den Plural die Bedeutung verändert (etwa bei Mutter und Muttern, die auch eine Schraubensorte meinen).
Der Plural von Milch verändert nicht die Bedeutung vom Wort Milch. Er soll nur unterschiedlichen Sorten oder Gattungen von Milchsorten unterscheiden. Im Sprachgebrauch werden eher andere Wörter an das Wort Milch angehängt, wie etwa -sorten oder -arten.

Was bedeutet Pro Tip / Pro Tipp? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Pro Tip“ wird der Ratschlag von einer erfahrenen Person bezeichnet.

Ein „Pro Tipp“ dient dazu, ein Problem zu lösen und/oder um etwas besser zu machen.

Was bedeutet Pro Tip / Pro Tipp? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der erste Wortteil „Pro“ ist die Abkürzung für „Profi“ oder „professionell“. Ein „Profi“ oder ein „Professioneller“ ist jemand, der oder die viel Erfahrungen in einem bestimmten Bereich hat und sehr gut weiß, wie sein/ihr Bereich funktioniert. Ein Profi hat meist eine oder mehrere gute Ausbildungen genossen und ggf. akademische Grade erreicht. Ein Profi genießt das Ansehen anderer.

Ein „Tipp“ ist ein Hinweis oder ein Ratschlag, um etwas besser zu machen.

Die korrekte deutsche Schreibweise für das Wort „Tipp“ ist „Tipp“, also mit doppel „p“. Die englische Schreibweise ist „Tip“ mit einem „p“. Die veraltete und 1996 abgeschaffte deutsche Schreibweise  war „Tip“ (mit einem „p“).

Was bedeutet #ProTip, #ProTipp? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Pro Tipps“ (Auch „Pro Tips“) werden in der Regel gegeben, damit jemand etwas besser machen kann und/oder um ein Problem zu lösen.

Insbesondere im Technik- und Gamingbereich sind ProTipps verbreitet. Hierbei geben erfahrene Personen Wissen und Tipps an Anfänger oder Laien weiter. (Aber auch im Alltag sind Pro Tipps verbreitet.)

ProTipps können Tipps sein, wie Herausforderungen in einem Spiel gemeistert werden können. Es können aber auch Tipps sein, wo Spieler geheime Gegenstände finden und/oder Rätsel lösen. Im Technikbereich sind „Pro Tipps“ Ratschläge, wie der Gebrauch von elektronischen Geräten verbessert werden kann. Pro Tipps behandeln z.B. Themen wie Akkudauer, Ladezeit, Sparen von Datenvolumen, effiziente Nutzung des Akkus und der Daten, usw.

In den sozialen Medien werden die Hashtags #ProTip und #ProTipp verwendet.

Der Ausdruck „Pro Tip“ (ProTip) bzw. „Pro Tipp“ (ProTipp) kann auch ironisch verwendet werden. Hierbei wird ein Ratschlag mit „Pro Tipp“ kommentiert, um sich über seine Einfachheit lustig zu machen.

Pro Tips / Pro Tipps der Redaktion:

Wenn sich Nässe im Winter an den Autoscheiben sammelt, helfen zwei bis drei Beutel Reis. Diese legen Sie einfach in das Auto (z.B. in die Seitentür). Der Reis saugt die Nässe auf.

Wer Blut spenden will, darf vorher nicht zum Zahnarzt gehen. Zwischen Zahnbehandlung und Blut spenden müssen mehrere Wochen liegen. (Ihre Blutbank weiß hier Rat.)

Wer auf eine Kleinanzeige mehr als „Hallo“ schreibt, bekommt sogar eine Antwort.

Montag und Dienstag Abend sind die Geschäfte schön leer.

Wer das Wort „Schuld“ durch „Verantwortung“ ersetzt, gibt Streit-Gesprächen eine neue Richtung.

Wer weniger Smartphone-süchtig sein möchte, sollte den Bildschirm schwarz-weiß bzw. grau machen. (Dafür gibts Anleitungen.)

Wer andere verunsichern möchte, sollte sagen, dass er oder sie jetzt etwas nicht sagen kann, weil es verunsichern würde.

Wer Geschenke schon Anfang Dezember oder sogar im November kauft, hat kurz vor Weihnachten weniger Stress.

Wer ein Produkt nicht sofort kauft, wenn dieses herauskommt, sondern einige Wochen wartet, der bzw. die bekommt einen besseren Preis.

Wer Probleme mit dem Computer hat, sollte das Gerät erstmal neustarten bevor andere konsultiert werden. Meist löst ein Neustart das Problem.

Was bedeutet der Name „Eivor“? Erklärung, Herkunft, Bedeutung


„Eivor“ ist ein typischer nordischer weiblicher Vorname.

Durch das Spiel „Assassin’s Creed Valhalla“ wurde der Name in Deutschland populärer.

Bedeutung des Namens Eivor

Die genaue Bedeutung vom Vornamen „Eivor“ ist nicht eindeutig geklärt. Der erste Teil vom Namen „Eivor“ könnte sich vom urnordischen Wort „auja“ ableiten, was „Glück“, „Schatz“ oder „Geschenk“ bedeutet. („Auja“ selbst ist auch ein Vorname.) Der erste Teil vom Namen „Eivor“ könnte sich aber auch vom altnordischen Wort für Insel ableiten „ey“ oder „oy“.

Der zweite Teil vom Namen „Eivor“ hat auch wieder zwei Bedeutungen. Er könnte sich vom Wort nordischen Wort „-varr“ ableiten, was „vorsichtig“ bedeutet. Er könnte sich aber auch urnordischen Wort „warjaR“ ableiten, was „Verteidiger“ bedeutet.

Die altnordische Schreibweise des Namens waren „Eyvǫr“ und „Øyvǫr“. In Norwegen und auf den Färöerinseln ist der Name „Eivor“ noch heute verbreitet.

Der Name „Eivor“ ist heute unter anderen Schreibweisen verbreitet:

  • Eivør
  • Eivör
  • Eyvor
  • Eyvǫr
  • Eyvör
  • Øivor
  • Øyvor

Assassin’s Creed Valhalla: Eivor: Erklärung, Herkunft, Bedeutung Name

„Eivor“ ist die Hauptfigur im Spiel „Assassin’s Creed Valhalla. Zu Beginn des Spiels kann entschieden werden, ob die Figur als Frau oder als Mann gespielt werden soll.

Je nach gewähltem Geschlecht variiert der Name von Eivor. Entscheidet der Spieler sich Eivor als Frau zu spielen, heißt sie „Eivor Varinsdóttir“. ( „Dóttir“ bedeutet Tochter. In dem Zusammenhang „Tochter von Varin“.) Entscheidet der Spieler sich Eivor als Mann zu spielen, so heißt er „Eivor Varinsson“. („Son“ bedeutet Sohn. In dem Zusammenhang „Sohn von Varin“.)

„Eivor“ wird auch Wolfsmal genannt.

Eivor wurde im Jahr 847 in Fornburg geboren. Der Vater von Eivor war Varin. Die Mutter war Rosta. (Sigurd ist Eivors Adoptivbruder. Randvi ist die Schwägerin von Eivor.)

Im Alter von neun Jahren nahm Eivor an einem Fest von König Styrbjörn teil. Auf dem Fest schwörten sie und ihre Familie dem König ihre Treue. Das Fest wurde durch einen Angriff von Kjötvi unterbrochen. Der Angriff endete damit, dass Eivors Vater durch Kjötvi getötet wurde. Dies sorgte dafür, dass Eivor Rache schwor.

Mehr über die Sprache der Wikinger in Assassin’s Creed Valhalla erfährst du hier.

Eivor gehört zum Rabenclan und später zu den Verborgenen. Eivor ist Wikinger. Der Rabe von Eivor heißt Sýnin.

Bekannte Personen mit Vornamen Eivor

Eivør Pálsdóttir ist eine färöische Sängerin und Musikerin. Sie wurde am 21. Juli 1983 in Syðrugøta auf den Färöerinseln geboren. Sie ist im Färöerdorf Gøta aufgewachsen.

Eivor Steen-Olsson ist eine schwedische Orientierungslauf-Sportlerin.

Eivor Olson war eine schwedische Olympionikin. Ihre Disziplinen waren Kugelstoßen und Speerwerfen. Sie lebte vom 27. September 1922 bis 12. November 2016.

Eivor Matilda Alm war eine schwedische Skilangläuferin. Sie lebte vom 29. Juni 1924 bis zum 5. März 2011.

Harriet Eivor Emilie Landström war eine schwedische Schauspielerin. Sie lebte vom 22. März 1919 bis zum 4. August 2004.

Øyvor Hansson war eine norwegische Politikerin. Sie lebte bom 3. März 1893 bis zum 17. September 1975.

Weitere Bedeutung von Eivor

Das Eyvor Institut ist eine Forschungseinrichtung in Hamburg.

„Eivor“ ist der Name eines IKEA-Produktes. Der „Eivor Cirkel“ ist ein Langflor-Teppich.

Übrigens: Das öffentliche Interesse am Vornamen „Eivor“ stieg im November 2020 sprunghaft an. In dem Monat wurde das Spiel „Assassin’s Creed Valhalla“ veröffentlicht. Die Hauptfigur heißt „Eivor“.

Woher kommt das Wort „Wikinger“? Bedeutung, Wortherkunft, Geschichte, Erklärung


Als Wikinger werden die Menschen bezeichnet, die zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert in Nordeuropa lebten und andere Völker überfielen.

Es gibt verschiedene Ansätze, was das Wort „Wikinger“ bedeutet. Im Beitrag erfährst du sie alle.

Woher kommt das Wort „Wikinger“? Bedeutung, Wortherkunft, Geschichte, Erklärung

Ein Ansatz geht davon aus, dass das Wort „Wikinger“ bzw. „Vikingr“ sich vom altnordischen Wort „vikingr“ (víkingr) ableitet. Das altnordische Wort „vikingr“ bedeutet auf deutsch „Plünderer“ oder „Räuber“. Damit beschreibt das Wort ziemlich gut, was die Wikinger im Kern so ausmacht.

Es gab sogar das Verb „Fara i viking“, was bedeutet „auf einen Streifzug gehen“. (Ob damit eine Expedition oder ein Beutezug gemeint ist, ist unklar.)

Eine andere Theorie besagt, dass das Wort „Wikinger“ sich vom lateinischen Wort „vicus“ ableitet. Als „Vicus“ wurden Männer bezeichnet, die per Schiff von Hafen zu Hafen fuhren, also fahrende Männer. „Vicus“ bedeutet auf deutsch: „Dorf“ oder „Siedlung“.
Eine weitere Theorie besagt, dass die Wikinger ihren Namen von Wohnort haben. Das nordische Wort für Bucht oder Fjörd lautet nämlich „Vik“. Die Wikinger lebten in Buchten und Fjörden. Damit bedeutet das Wort „Vikinger“ eben „Mann, der im Fjörd lebt“ oder „Mann aus dem Fjörd“.
Weitere Theorien gehen davon aus, dass der Wortteil „Vik“ sich vom altnordischen Wort für Kampf oder Krieger „vig“ ableitet. Damit würde Wikinger eben „Kämpfer“ bedeuten.

Auch wird vermutet, dass der Name „Wikinger“ sich vom Namen der norwegischen Provinz „Viken“ ableitet. (Diese Theorie ist mehr Idee als Behauptung.)

Wikinger: Nordmänner, Wicingas, Waräger und Rus

Im Frankenreich (heutiges Frankreich) wurden die Wikinger „Nordmänner“ genannt. Mit dem Wort wurde darauf referiert, dass sie aus dem Norden kamen.

In England wurden die Wikinger „wicing“ und „wicingas“ genannt. Der Wortstamm „Wic“ bedeutet „Lager“ oder „Camp“. Damit wäre die Bedeutung von Wikinger einfach „Lagerer“ oder „Camper“.

Die schwedischen Wikinger, die sich in Osteuropa niederließen, hießen „Rus“ oder „Waräger“. „Waräger“ waren Söldner. Der Wortteil „Var“ bedeutet so viel wie „Eid“. Aus dem Wort „Rus“ wurde später das Land der Rus, also Russland.

Woher kommt das Wort „Wikinger“? Bedeutung, Wortherkunft, Geschichte, Erklärung

Beim Wort „Wikinger“ zeigt sich etwas besonders. Es beinhaltet keine ethnische Zugehörigkeit, keine Idee von einem Volk oder Merkmale wie Hautfarbe, Haarfarbe oder andere optische Merkmale. Es gibt keinen einheitlichen Wikinger. Vielmehr fallen unter den Begriff über die vielen Bauern und kleine Stämme, die an den Küsten Dänemarks, Norwegens und Schwedens gesiedelt haben. Vielmehr geht es, um eine Tätigkeit. Wikinger waren Menschen, die von Hafen zu Hafen fuhren. Sie waren Krieger und Kämpfer. (Siehe: Drengr) Sie überfielen andere, um Beute zu machen. Die Wirtschaft der Wikinger war auf Raubzügen und Diebstahl aufgebaut. Anders konnten Wikinger keinen Wohlstand „erzeugen“.

Möglich ist, dass das Wort „Wikinger“ im Lauf seiner Zeit seine Bedeutung änderte. War es zunächst nur eine Beschreibung, woher diese Menschen kamen (Bucht, Fjörd) und was sie machten (von Hafen zu Hafen fahren; erforschen, lagern), könnte der Aspekt des Kampfes jedes andere Merkmal überwogen haben. Hier könnte die Kampferfahrung die Bedeutung des Wortes geändert haben.

Fazit: Die Wikinger haben in unserer Welt und Sprache ihre Spuren hinterlassen. Wusstest du, dass die Wikinger dafür gesorgt haben, dass Grönland „Grönland“ und Island „Island“ heißt? Hier erfährst du mehr. Auch das Bluetooth-Symbol stammt von den Wikingern und der Name Siri stammt aus der Region der Wikinger.

Was bedeutet „Irrelefant“? Bedeutung, Erklärung, Definition


„Irrelefant“ ist ein Wortspiel aus den Worten „Irrelevant“ und „Elefant“. Dadurch dass die letzten zwei Silben von irrelevant „ele-vant“ wie das Wort Elefant klingen, werden beide Worte gerne scherzhaft kombiniert.

Was bedeutet „Irrelefant“? Bedeutung, Erklärung, Definition

Das Wort „Irrelefant“ wird immer dann verwendet, wenn es nicht um Elefanten geht. Dann ist nämlich etwas „irrelefant“!

Das Wort „Irrelefant“ wird, wenn es verwendet wird, meistens mit einem Elefanten gezeigt.

Das Wort „Irrelefant“ wird auch in einem ernsten Kontext verwendet. Wird darüber geredet, dass eine Tierart vom Aussterben bedroht ist, so wird gesagt, dass diese Tierart bald „irrelefant“ ist. (Anmerkung der Redaktion: Der asiatische Elefant ist vom Aussterben bedroht. Siehe auch: Was bedeutet Endling?)

Das Wort „irrelevant“ bedeutet, dass etwas unwichtig, belanglos oder bedeutungslos ist.

Auch in der englischen Sprache ist das Wort „Irrelefant“ bekannt. Es hat dort die gleiche Bedeutung und wird mit „ph“ geschrieben: „Irrelephant“.

Wortspiele und Sprüche mit Irrelefant

  • Alles was nicht mit Elefanten zu tun, ist irrelefant.
  • Ich halte das für irrelefant.

Scherzhaft wird berichtet, dass der Irrelefant einst ein ganz normaler Elefant war. Eines Tages begab er sich in einen Irrgarten, verirrte sich und wurde auch ganz irre. Seit diesem Tage an wird er Irrelefant genannt. (Also statt „irrelevant“ ist hier das Wort „irre“ Teil des Kofferwortes „Irrelefant“.)

Weitere Wortspiele: Was ist der Freutag? Was bedeutet Vizefreitag?

Weitere Bedeutung von Irrelefant

Interessant ist die mögliche Verbindung zwischen Irrelefant und der Metapher „Elefant im Raum“. Bei der Metapher im Raum geht es darum, dass ein offensichtliches Problem einfach nicht angesprochen und verschwiegen wird. Es wird also so getan als sei das Problem „irrelefant“.

„Irrelefant 2’13“ ist ein Lied von Irrelefant.

Das Irrelefant-Notizbuch wird von TBO Publications vertrieben.

„Irrelephant“ ist ein Lied von Wookie The Huge.

„Irrelephant“ ist ein Musiker.

Was sind Petrolheads? Bedeutung, Definition, Erklärung


Petrolheads sind Menschen, deren Leben sich um Autos dreht. Es geht um ein damit verbundenes, intensives Lebensgefühl.

Was bedeutet „Petrolhead“ auf deutsch? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff „Petrolhead“ lässt sich nicht direkt ins Deutsche übersetzen. Er muss umschrieben werden. Denn im Deutschen gibt es kein eigenes Wort dafür. „Petrol“ ist Benzin und „head“ ist der Kopf. Das Wort „Benzinkopf“ gibt es im Deutschen nicht. Es würde auch nicht den Punkt treffen. Denn es geht nicht darum, dass in einem solchen Kopf nichts zu finden ist außer Benzin und sich nichts darin bewegt. Es geht vielmehr darum, dass in einem solchen Kopf das Benzin die Gedanken durchzieht. In einem solchen Kopf stehen die Gedanken nicht still. Ein solcher Kopf ist dauerbewegt in Sachen Benzin.

Ein Petrolhead ist nicht zu verwechseln mit jemandem der einfach nur „Benzin im Blut hat“. Diese Redewendung bezieht sich auf jemanden, der ein Gefühl für Autos hat und mit ihnen gut umgehen kann. Wenn im Deutschen jemand etwas „im Blut hat“, dann ist damit gemeint, dass er ein Talent oder eine Begabung für etwas hat. Wenn dieses Etwas, beispielsweise Musik, charakteristisch für jemanden ist, dann hat er es einfach im Blut.

Was sind Petrolheads? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ein Petrolhead sein heißt, einen bestimmten Lebensstil zu verfolgen und ein bestimmtes Lebensgefühl zu genießen. Das Auto steht für Freiheit, für Schönheit, für Schnelligkeit und für Perfektion. Petrolheads sind Auto-Enthusiasten. Sie schrauben, bauen aus, bauen um, bauen ein und sie fahren vor. Sie führen ihr Auto vor, genießen die Blicke und das Gefühl, sich in einer Art Zeitmaschine zu befinden. Bei den Autos der Petrolheads handelt es sich häufig um Oldtimer, deren Inneres sie auf den neuesten mechatronischen Stand gebracht haben. Diese Fahrzeuge entführen die Petrolheads in die Vergangenheit, als die Autos und Bikes noch Charakter hatten.

Neben Autos sind es vor allem Motorräder, um die sich das Leben, Denken und Fühlen der Petrolheads dreht. Alte Modelle, Klassiker, werden auseinandergebaut und wieder zusammengesetzt. Originalteile zu finden, ist eine der Leidenschaften der Petrolheads. Es gibt eine große Szene, Netzwerke und regelmäßige Treffen, bei denen Erfahrungen ausgetauscht und die Autos und Zweiräder vorgeführt werden. Sie werden zur Schau gestellt und es werden Rennen, Spritztouren und Rallyes veranstaltet.

Bei den Petrolheads handelt es sich fast ausschließlich um Männer. Nur wenige Frauen teilen diese alles überragende Leidenschaft für Autos und Zweiräder. Die meisten Frauen fahren zwar Autos, betrachten sie aber nicht als einen Teil ihres Lebensinhalts. Es gibt allerdings Ausnahmen. Frauen, die jede freie Minute mit ihrem Auto verbringen und ebenso wie die männlichen Petrolheads an nicht anderes denken.

Petrolheads: Der Benzinbruder aus Österreich

In Österreich gibt es einen Begriff, der dem des „Petrolheads“ am nächsten kommt: der „Benzinbruder“. Das Schöne an „Petrolhead“ ist allerdings seine geschlechtliche Neutralität. In Österreich wird offensichtlich davon ausgegangen, dass Frauen keine dieser speziellen Spezies sein können. Deswegen gibt es keine weibliche Variante für diese Bezeichnung. Eine Frau kann schlecht ein Bruder sein. Eine „Benzinschwester“ gibt es aber nicht. Also wird in Österreich auch eine Frau, auf die die entsprechenden Merkmale zutrifft, als Benzinbruder bezeichnet. Alleine aufgrund dieser Problematik ist es naheliegend, weshalb sich der „Petrolhead“ durchgesetzt hat.

Ein Benzinbruder hat ebenso wie ein Petrolhead Benzin im Blut. Das ist aber nicht alles: Sie brennen für Autos, für Motoren, für PS. Ohne Enthusiasmus, ohne Einsatzbereitschaft und ohne Talent lässt sich aus einem alten, eventuell sogar schrottreifen Auto kein begehrenswerter Klassiker formen. Petrolheads haben nur eine Passion: ihr Fahrzeug. Sie stecken Geld, Zeit, Liebe, Können und Kreativität in ihre Leidenschaft.

Petrolheads sind Süchtige

Die Leidenschaft, mit der Petrolheads an ihren Fahrzeugen hängen, kann durchaus mit einer Sucht verglichen werden. Der Begriff „Petrolhead“ ist im Grund ein Euphemismus für eine suchterzeugende Passion. Ohne Auto geht es nicht. Alleine diese Tatsache hat etwas von einer Sucht, denn es tritt keine Sättigung ein. Das Auto, das Bike, der Truck oder das Moped ist ein Suchtmittel.

Der Petrolhead will immer mehr: mehr Originalteile, mehr PS, mehr Autos, mehr Zeit, um sie in seine Leidenschaft zu stecken. Die Fahrzeuge der Benzinbrüder lösen zwar kaum eine körperliche Abhängigkeit aus, aber ein starkes Verlangen nach mehr. Perfektion kann unter diesem Gesichtspunkt nie erreicht werden, denn es wird immer etwas zu verbessern geben.

Die aufgelisteten Anzeichen einer Sucht treffen auch auf Petrolheads und Benzinbrüder zu:

  • Starker, fast schon unstillbarer Drang, sich mit dem Fahrzeug zu beschäftigen
  • Verlust über die Kontrolle dieses Drangs
  • Entzugssymptome und Strategien, diese Symptome zu vermeiden, etwa durch den Kauf weiterer Fahrzeuge oder Fahrzeugteile oder durch die Ausweitung des Interesses auf andere Modelle
  • Es braucht immer mehr, um die jeweils gleiche befriedigende Wirkung zu erreichen
  • Reduzierung anderer Interessen und ein eingeengtes Verhaltensmuster
  • Stillen des Bedürfnisses, trotz des Wissens um die negativen Konsequenzen, etwa in Sachen Geld oder Beziehung
Was bedeutet „Albatraoz“ auf deutsch? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Albatraoz“ ist eine absichtlich falsch geschriebene Variante des englischen Wortes „Albatross“ (dt. Albatros).

In der englischen Sprache hat „Albatraoz“ eine besondere Bedeutung. Als „Albatraoz“ werden starke, unabhängige und kräftige Frauen bezeichnet.

Was bedeutet „Albatraoz“ auf deutsch? Wortherkunft, Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Wort „Albatraoz“ dachte sich das Gründungsmitglied von Albatraoz, Aron Ekberg, aus. Das Wort „Albatraoz“ leitet sich ganz einfach vom Wort „Albatross“ ab. Es ist damit ein Kunstwort.

Das Wort „Albatraoz“ wurde durch die gleichnamige schwedische Elektro-Hip-Hop-Gruppe populär. 2012 wurde die Gruppe „Albatraoz“ gegründet. 2013 wurde das erste Lied „Albatraoz“ veröffentlicht. Das Lied war mäßig erfolgreich. Erst der Remix „I’m an Albatraoz“ wurde international erfolgreich. Der Remix wurde vom Albatraoz-Mitglied Aron Ekberg, der sich „AronChupa“ nennt, veröffentlicht. Den Gesang hat seine Schwester, Nora Ekberg, übernommen. (Der Künstlername von Nora Ekberg ist „Little Sis Nora“.)

Der Erfolg des Liedes „I’m an Albatraoz“ führte dazu, dass das Wort „Albatraoz“ bekannt wurde. Einige Menschen fingen an, von sich selbst zu sagen, dass sie ein Albatros (besser Albatraoz) seien.

Worum geht es im Lied „I’m an Albatraoz“? Inhalt, Bedeutung

Im Lied „I’m an Albatraoz“ geht es, um eine Frau die „Lory“ genannt wird. Die Sängerin singt, dass Lory eine Maus ist, dass ihr das egal ist und dass sie selbst ein Albatraoz ist. Sie ist also cooler und stärker als die kleine Maus.

Diese eine Zeile ist inhaltlich gesehen das Herzstück des Songs, denn es spiegelt das Kräfteverhältnis wieder. Ein Albatross ist ein kräftiger Vogel. Eine Maus ist seine Beute. Wenn die Maus die Beute ist, will natürlich niemand die Maus sein, sondern man will lieber der Albatross sein.

„I’m an Albatraoz“ wurde in Deutschland mit Gold ausgezeichnet, hielt sich 36 Wochen in den Charts und belegte als höchsten Platz den vierten Platz. In Schweden wurde das Lied viermal mit Platin ausgezeichnet. In Österreich wurde es einmal mit Gold ausgezeichnet. Im Vereinigten Königreich wurde es mit Platin ausgezeichnet.

Was bedeutet „Spectre“ auf deutsch? James Bond, Bedeutung, Definiton, Übersetzung


Das englische Wort „Spectre“ bedeutet auf deutsch: Schreckgepenst.

„Spectre“ ist der Filmtitel des 24. James-Bond-Films der 2015 veröffentlicht wurde.

Was bedeutet „Spectre“ auf deutsch? Bedeutung, Definiton, Erklärung

Das englische Wort „Spectre“ findet sich in der englischen Sprache wie folgt wieder „the spectre of something“. Hier zeigt sich die ganze Bedeutung des Wortes „Spectre“, denn es geht darum, dass jemand eine schlimme Vorahnung davon hat, wie die Zukunft werden kann.

Damit ist die deutsche Übersetzung „Schreckgepenst“ metaphorisch zu verstehen. Es geht nicht nur um einen Geist oder ein Phantom, sondern darum, dass in der Zukunft eine Bedrohung wartet oder etwas schreckliches passieren wird.

James Bond: Spectre: Bedeutung

Im James-Bond-Film „Spectre“ ist Spectre die Abkürzung für „Special Executive for Counterintelligence, Terrorism, Revenge and Extortion“. Auf deutsch: Spezialeinheit für Gegenspionage, Terror, Rache und Erpressung. Im deutschen wird Spectre auch Gofter genannt. Gofter ist der eingedeutsche Name von Spectre und bedeutet „Geheimorganisation für Terror, Erpressung und Rache“.

Spectre ist der Name einer kriminellen Verbrecher- und Terrororganisation. Spectres Geschäft ist Erpressung, Entführung, Geiselnahme, Sabotage, Mord, Bestechung, Terror, Desinformation und Schmuggel.

Ganz im Sinne der Bedeutung des Wortes „Spectre“ ist die kriminelle Organisation ein Schreckgepenst. Sie verbreitet Angst und Schrecken ohne wirklich greifbar zu sein. Spectre arbeitet nicht in kleinen Größenordnungen, sondern erpresst ganze Länder und spielt Nationen gegeneinander aus.

Erstmals trat Spectre 1961 im James-Bond-Roman „Feuerball“ auf.

Im Film „Spectre“ kommt James Bond den Machenschaften von Spectre auf die Schliche. Anlass hierfür ist eine Nachricht aus Bonds Vergangenheit, die dazu führt, dass James Bond anfängt Spectre und seine Schergen genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier durchschaut Bond eine Täuschung nach der anderen und hebt den Vorhand, um zu sehen, wer oder was Spectre wirklich ist. Hierbei deckt der brisante Verbindungen auf, die die Grenze zwischen Freund und Feind schwimmen lassen.

Siehe auch:

Weitere Bedeutung von Spectre

Im DC Universum ist „The Spectre“ eine Figur.

„Spectre“ ist der Name einer Sicherheitslücke in Mikroprozessoren.

Was bedeutet „Secret Admirer“? Tinder, Bedeutung auf deutsch, Definition, Erklärung


Der englische Ausdruck „Secret Admirer“ bedeutet auf deutsch „heimlicher Verehrer“ bzw. „heimliche Verehrerin“, sowie „stiller Bewunderer“ bzw. „stille Bewunderin“.

„Secret Admirer“ ist der Name einer Funktion in der Kennenlern-App Tinder.

Was ist ein Secret Admirer? Bedeutung, Erklärung

Ein heimlicher Verehrer oder eine heimliche Verehrerin ist eine Person, die romantische Gefühle für eine andere Person hat, dies der anderen Person aber nicht direkt zeigen kann oder will.

Der heimliche Verehrer oder die heimliche Verehrerin verbirgt daher seine bzw. ihre Identität und hält diese geheim.

Trotzdem sorgt der heimliche Verehrer oder die heimliche Verehrerin dafür, dass die andere Person erfährt, dass sie einen geheimen Verehrer (oder Verehrerin) hat, ohne seine (oder ihre) Identität zu verraten. Mittel der Wahl sind hier anonyme Liebesbriefe und/oder Liebesnachrichten. Im digitalen Zeitalter können dies anonyme SMS, Textnachrichten oder E-Mails von unbekannten Telefonnumern oder E-Mailadressen sein. Auch Fake-Social-Media-Profile sind denkbar. (Vorsicht vor Catfishing!)

Den heimlichen Verehrer oder die heimlichen Verehrerin schützt die Heimlichkeit vor einer möglichen Zurückweisung. Auch kann vermutet werden, dass der geheime Verehrer oder die geheime Verehrerin noch nicht den Mut aufgebracht hat, die angehimmelte Person nach einem Date zu fragen.

Wer wissen möchte, ob er oder sie einen heimlichen Verehrer oder eine heimliche Verehrerin hat, sollte auf Zeichen wie Blickkontakt (verstohlene Blicke), das Suchen von Nähe und Präsenz achten.

Secret Admirer: Tinder – Bedeutung, Erklärung

Die „Secret Admirer“-Funktion von Tinder erlaubt es zu sehen, wer dir ein Like gegeben hat. Jedoch ist die Auswahl der Person, die dich geliked hat, zufällig.

Das „Secret Admirer“-Fenster öffent sich nur zufällig. Wenn es offen ist, erkennst du es daran, dass du du vier bunte Fragezeichen-Karten siehst und über diesen steht „Secret Admirer“. Nun kann eine der Karten ausgewählt werden. Dahinter verbirgt sich dann eine zufällig ausgewählte Person, die dir ein Like gegeben hat – der du aber noch kein Like gegeben hast. Das Profil der Person darf studiert werden und dann darf entschieden werden, ob die Person ein Like oder Dislike erhält. (Wird ein Like gegeben, kommt ein Match zustande und ein Chatkanal öffnet sich.)

Wie häufig die Secret-Admirer-Karten erscheint, ist unklar. Es kann vermutet werden, dass sehr aktive Tinder-Nutzer das „Secret Admirer“-Fenster öfter sehen.

Fazit: Die „Secret Admirer“-Funktion sorgt für ein Instant-Match, wenn du es willst.

Weitere Bedeutung von Secret Admirer

„Secret Admirer“ ist englische Originaltitel des Films „Crazy Love – Liebe auf schwarz auf weiß“. Der Film wurde 1985 veröffentlicht.

„Secret Admirer“ ist ein Lied von Pitbull.

Was bedeutet Endling? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als Endling wird das letzte lebende Individuum einer Art oder Spezies bezeichnet. Wenn dieses letzte Individuum gestorben ist, ist damit die Art bzw. Spezies ausgestorben.

Streng gesehen kann es keine Endlinge (Plural) geben. Denn ein Endling ist immer das letzte Individuum einer Art. Das vorletzte Individuum ist streng gesehen kein Endling.

Was bedeutet Endling? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der englischen Sprache wird das letzte lebende Mitglied einer Familie auch als Endling bezeichnet. Stirbt dieses Mitglied so stirbt mit ihm oder ihr die Familienlinie und der Name aus.

Der Ausdruck „Endling“ stammt aus der englischen Spache. Geprägt wurde der Begriff „Endling“ im Jahr 1996 in der Fachzeitschrift Nature.

Bekannte Endlinge:

  • Die Wandertaube Martha war die letzte ihrer Art. Sie starb am 1. September 1914 im Zoo in Ohio.
  • Der letzte lebende Beutelwolf, Benjamin, starb 1936 in einem Zoo auf Tasmanien. Mit seinem Tod starb die Art der Beutelwölfe aus.
  • Toughie war der letzte lebende Laubfrosch der Art „Ecnomiohyla rabborum“. Er starb am 26. September 2016.
  • Lonesome George – Die Galapagos-Riesenschildkröte war die letzte ihrer Art. Er starb am 1. Januar 2019.

Für jeden Endling muss eine Eingrenzung gemacht werden. Der Endling ist das letzte lebende Exemplar einer Art, dass den Menschen bekannt ist. Es ist durch aus möglich, dass noch den Menschen unbekannte lebende Exemplare gibt, auch wenn die Chance sehr gering ist.

Während ein Endling meistens sehr sicher ausgemacht werden kann, ist dies beim Gegenteil kaum der Fall. Das erste Individuum einer Art kann in der Regel nicht ermittelt werden. Deswegen beschränken sich Wissenschaftler auf z.B. die erste Beobachtung oder das erste Exemplar einer neuen Art, dass gefangen und studiert wurde.

Endling: The Walkind Dead

Im „The Walking Dead“-Ableger „The World Beyond“ bezeichnen sich die Jugendlichen selbst als „Endlinge“.

Hope und Elton führen ein Gespräch darüber, was sie darüber denken und fühlen, dass sie wohlmöglich die letzte Generation sind. Zum Schluss der Szene ist ein Schild zu sehen, auf dem geschrieben wurde: „We were here – The Endlings“. (auf dt. „Wir waren hier – Die Endlinge“.)

Weitere Bedeutung von Endling

„Endling“ ist eine Triologie von Katherine Applegate.

„Endling“ heißt ein Lied der Musikgruppe Meute.

„Endling“ heißt ein Lied von folgenden Künstlern:

  • Adam Carpenter
  • Great Grandpa
  • Rizha
  • Secret Meadow
  • Zanias

„Endling“ ist ein Computerspiel.

Was bedeutet „lautes Schweigen“? Bedeutung, Definiton, Erklärung


Vom „lauten Schweigen“ wird gesprochen, wenn eine Person, Gruppe oder Gruppierung sich noch nicht zu einem Sachverhalt geäußert hat, während sie bei anderen Sachverhalten sehr schnell ihre Meinungen äußert.

Was bedeutet „lautes Schweigen“? Bedeutung, Definiton, Erklärung

„Lautes Schweigen“ ist ein Oxymoron (widersprechende Begriffe werden miteinander kombiniert). Denn lautes Schweigen kann es nicht geben.

„Lautes Schweigen“ beschreibt eine auffällige Verhaltensweise. Denn während eine Person, Gruppe oder Gruppierung bei einem Ereignis der Kategorie x sehr schnell ihre Meinung äußert, behält sie bei einem Ereignis der Kategorie y ihre Meinung für sich. Erst, wenn andere (z.B. Journalisten) bemerken, dass die Person, Gruppe oder Gruppierung noch nichts zu einem Ereignis der Kategorie y gesagt wird, wird dies kommentiert und hier kann  das Schweigen als „lautes Schweigen“ bezeichnet werden. Hier schließen sich Fragen an: Warum äußert sich die sich sonst so schnell äußerende Person, Gruppe oder Gruppierung nicht? Gibt es hier ein Thema oder eine Thematik, die nicht angefasst werden soll?

Die Antwort ist: ja, solch eine Thematik gibt es. Sie ist der Person, Gruppe oder Gruppierung unangenehm, weil hier auf einmal eigene Fehler, Ungereimtheiten oder Schwachstellen thematisiert werden könnten und dies soll vermieden werden. Statt Fehler in den eigenen Reihen zu suchen, sollen die Fehler lieber in fremden Reihen außerhalb gesucht werden.

Somit kann „lautes Schweigen“ auch eine Vermeidungsstrategie darstellen. Hier gilt, dass Betroffene lieber gar nichts sagen, als etwas falsches oder etwas, dass ihnen falsch ausgelegt werden könnte.

Satt „lautes Schweigen“ wird auch „beredtes Schweigen“ gesagt.

Weitere Bedeutung von „lautes Schweigen“

„lautes schweigen: gedichte“ ist ein Taschenbuch von Jenny Schon. Es wurde 2018 veröffentlicht.

„Lautes Schweigen“ ist ein Taschenbuch von Kathrin Ramm. Es wurde 2016 veröffentlicht.

„Lautes Schweigen“ ist ein Kurzfilm von Viktoria Gurtovaj.

Weitere Oxymorone wie lautes Schweigen

  • alter Knabe
  • bittere Süße
  • bürgerlicher Adel
  • feste Luft
  • Fleischkäse
  • freiwilliges Pflichtfach
  • junger Greis
  • nervöses Kaltblut (Kaltblüter sind sonst ruhig und ausgeglichen)
  • schwarze Milch (Schwarzer Schwan)
  • schwarzer Schimmel (Pferd)
  • unreine Jungfrau
Was bedeutet Vizefreitag / kleiner Freitag? Bedeutung Donnerstag, Erklärung, Definition


Der Wochentag Donnerstag wird auch „Vizefreitag“ oder „kleiner Freitag“ genannt.

Wer zum Donnerstag „Vizefreitag“ oder „kleiner Freitag“ sagt, drückt damit seine oder ihre Vorfreude auf den letzten Arbeitstag der Woche und damit die Vorfreude auf das Wochenende aus.

Was bedeutet Vizefreitag / kleiner Freitag? Bedeutung Donnerstag, Erklärung, Definition

Das Wort „Vize“ bedeutet „Stellvertreter“. „Vizefreitag“ bedeutet als „Stellvertreter-Freitag“. Auch kann zum Vizefreitag „Hilfs-Freitag“ gesagt werden. Siehe auch: Warum Freitag Freutag ist und Warum Mittwoch Bergfest ist

Die Vorfreude auf den Freitag beginnt bei einigen schon am Donnerstag. Daher geben sie dem Donnerstag gleich einen Namen, der mehr an den Freitag erinnert als an den Donnerstag. Warum ist das so?

Bedeutung und Erklärung: kleiner Freitag / Vizefreitag

Der Freitag ist der letzte Arbeitstag der Woche. Wird am Freitag Feierabend gemacht, so beginnt das Wochenende und dieses ist das Gegenteil von der Arbeitswoche. Am Wochenende darf ausgeschlafen werden. Der Wecker muss nicht klingeln. Am Wochenende muss nichts getan werden. Es darf alles getan werden. Am Wochenende gibt es keinen Chef, keine Fristen, keinen Stress und keinen Kollegen. Es gibt Freunde, Familie, Eltern, Kinder, Hobbys, Haustiere und Entspannung.

Der Freitag und das Wochenende stehen für eine Zeit der Entspannung und der Freiheit. Im Kontrast dazu steht bei einigen die Arbeitswoche. Manche müssen zur Arbeit, sie wollen nicht zur Arbeit. Manche müssen wieder arbeiten, malochen oder schuften.

Am Montag beginnt für viele die Arbeitswoche und die Zeit des Müssen. Am Dienstag ist für viele der Stress am größten. Ab Donnerstag fällt der Stress weiter ab, bis er Freitag kaum noch vorhanden ist. Es ist ja auch logisch, wer Freitag große Projekte erledigen möchte, hat weniger Zeit zur Verfügung als an einem Dienstag.

Die Arbeitswoche beginnt für viele am Montag. Ihren Höhepunkt erreicht sie am Mittwoch, der auch Bergfest genannt wird. Für einige beginnt die Vorfreude und Vorbereitung auf das Wochende dann schon am Donnerstag, Vizefreitag oder dem kleinen Freitag. Der Freitag selbst wird dann einfach nur noch Freutag genannt.

Das Wochenende ist dann die Zeit der Erholung, der Ausschweifung und der Entspannung. Am Wochenende wird Energie hergestellt. Die Arbeitswoche ist für einige die Zeit des sich-zusammenreißens, des harten Arbeitens und des Zwangs. Das kann schlauchen und Energie verbrauchen.

Weitere Bedeutung von Vizefreitag

„Vizefreitag“ ist ein Lied von Shacke One. Es wurde 2017 veröffentlicht.

Warum Freitag Freutag ist: Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Freitag wird auch Freutag genannt. Warum ist das so? Hier gibts die Erklärung:

Freutag: „Freitag ab eins, macht jeder seins“

Der Freitag ist für viele der letzte Arbeitstag der Woche. Er endet meist sogar früher als die anderen Arbeitstagen. Während nämlich viele Arbeitnehmer Montag bis Donnerstag frühsten erst ab dem späten Nachmittag Feierabend machen (dürfen), können sie Freitag schon ab dem späten Mittag oder dem frühen Nachmittag in den Feierabend gehen. Hier wird dann gerne gesagt: „Freitag ab eins, macht jeder seins.“ (Mit „eins“ ist 13 Uhr gemeint.)

Der Freitag (Freutag) steht im Kontrast zu den anderen Wochentagen. Während am Montag die Arbeitswoche und damit der Stress beginnt, stellt der Freitag das Ende für viele Arbeitnehmer dar. (Der Mittwoch ist für einige sogar das Bergfest.) Der Stress ist an Dienstagen meistens am höchsten. An Freitagen ist der Stress meistens am niedrigsten. Denn die meisten wissen, an einem Freitag passiert eh nicht mehr viel. Große Projekte werden jetzt nicht mehr angefangen. Wichtige Entscheidungen werden nicht mehr getroffen. Gedanklich sind eh schon viele im Wochenende.

Am Freutag freuen sich viele auf ihr wohlverdientes Wochenende. Der Freitag ist mit Vorfreude auf das Wochenende verbunden.

In den sozialen Medien teilen einige ihre Vorfreude unter dem Hashtag #Freutag. Andere verwenden den Hashtag #FreuDichFreitag.

Siehe auch: Was bedeutet Vizefreitag?

Warum Freitag „Freutag“ genannt wird: Bedeutung, Erklärung, Herkunft

Ist der Freitag rum, beginnt das Wochenende. Nun gibt es Erholung, Spaß und Freude statt Arbeiten, Schuften und Malochen. Der Wecker klingelt nicht, es darf ausgeschlafen werden. An einem Wochenende darf man vieles und muss meistens gar nichts. (Einige merken sogar, dass sie an Wochenenden andere Menschen werden. Manche verspüren sogar FridayMotivation.)

Man hat am Wochenende Zeit für sich, für die Freundin oder Frau, für den Freund oder den Mann, für die Freunde, für die Kinder, für den Garten, für das eigene Hobby, für Fußball und für den Hund. Man darf genießen, schlemmen und feiern. Am Wochenende darf man lange wach sein, weggehen und Spaß haben. Der Sonntag dient dann der Erholung. Am Wochenende darf man sein, wer man ist und wie man ist.

Fazit: Der Freutag ist der letzte Arbeitstag der Woche. Danach beginnt das Wochenende und mit diesem die Entspannung. Anders ausgedrückt: Am Freutag werden die Einhörner gesattelt und es wirds in Tak-Tuka-Land geritten.

Übrigens: Manche machen sich am Freutag ein Freubier auf. 😉

Siehe auch: Was bedeutet TGIF?

Weitere Bedeutung von Freutag

„Freutag“ ist auch eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen freudigen Tag bzw. einen Tag an dem es Grund für große Freude gab. Dieser Tag muss nicht zwangsläufig ein Freitag sein.

Was ist Virtue Signalling? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Virtue Signalling“ wird ein Verhalten bezeichnet mit welchem jemand öffentlich die eigene Tugendhaftigkeit darstellen möchte und zeigen möchte, wie moralisch gut (und moralisch überlegen) die Person doch ist.

In Kürze: Beim „Virtue Signalling“ möchte jemand zeigen, dass er oder sie ein moralisch guter Mensch.

Eine deutsche Übersetzung für „Virtue Signalling“ kann z.B. „Tugendprahlerei“ sein.

Was bedeutet Virtue Signalling auf deutsch? Übersetzung, Bedeutung

Für die Wortkonstruktion „Virtue Signalling“ gibt es noch keine einheitliche deutsche Übersetzung. Das englische Wort „Virtue“ bedeutet „Tugend“ oder auch „Tugendhaftigkeit“. „Signaling“ kommt dagegen vom englischen Verb „to signal“ und lässt sich im Deutschen übersetzen mit „signalisieren“, „aufzeigen“ oder auch „zur Schau stellen“.

Würde man beide Worte zusammen übersetzten, würde „Virtue Signalling“ also so viel wie „Das Aufzeigen von Tugenden“ heißen. Aus Ermangelung besserer Übersetzungen wird es manchmal als „Tugendprahlerei“ oder „Tugendsignalisierung“ übersetzt.

Die Bezeichnung „Virtue Signalling“ ist im deutschen Sprachraum noch nicht allzu gebräuchlich. Im englischen Sprachraum ist sie seit Anfang der 2000er Jahre verbreitet. Richtig populär wurde die Bezeichnung allerdings erst 2015 durch den britischen Journalisten James Bartholomew.

In der deutschen Sprache sind beide Schreibweisen „Virtue Signalling“ und „Virtue Signalling“ verbreitet. Die korrekte englische Schreibweise ist „Virtue Signalling“ (mit doppel L).

Was ist Virtue Signalling? Bedeutung, Definition, Erklärung

“Virtue Signalling” bezeichnet ein Verhalten, bei dem Menschen einen bestimmten moralischen Standpunkt darstellen, weil sie dafür Aufmerksamkeit und Anerkennung haben möchten, auch wenn sie nicht tatsächlich hinter dem Standpunkt stehen. Als Beispiel dafür werden gerne Youtuber und Instagram-Nutzer genommen, die sich auf aktuelle soziale oder politische Trends stürzen. Nach den Ausschreitungen in Amerika haben diese Nutzer ihre Profilbilder kurzzeitig zu “Black Lives Matter” geändert, weil sie dadurch mehr Klicks erzielen wollten. Tatsächlich vertreten die Nutzer aber die Dinge nicht, für die sie sich beim “Virtue Signalling” starkmachen. Sie folgen lediglich dem aktuellen Trend.

Wo ist “Virtue Signalling” eher verbreitet?

Der Begriff des “Virtue Signalling” wird hauptsächlich in englischen Medien verwendet. Amerikanische Konservative nutzen den Begriff verstärkt, wenn sie liberale und linke Politiker kritisieren wollen. So werfen die Republikaner beispielsweise den Demokraten öfter “Virtue Signalling” vor, weil sie der Meinung sind, dass die Darstellung der Vertretung der Volksinteressen von Demokraten nur ein Vorwand ist.

Andere Personen wie der dänische Autor Bjørn Lomborg nutzen den Begriff dagegen für individuelle Gruppen von Personen. Für Lomborg betreiben alle Vegetarier “Virtue Signalling”, weil sie damit prahlen, dass sie kein Fleisch essen.

Der Begriff „Virtue Signalling“ in der Kritik

Viele Autoren und Journalisten kritisieren den Begriff “Virtue Signalling” als eine bequeme Art der Anklage. Man würde dadurch automatisch vermitteln, dass eine Person, die “Virtue Signalling” betreibt, von der aktuellen Situation keine Ahnung hat. Dabei würde man sich selbst als aufgeklärt und informiert darstellen.

Der Philosophieprofessor Neil Levy bezeichnet diese Art der Kritik allerdings auch als “Virtue Signalling”. Indem man Kritik an dem Verhalten äußert, würde man sich selbst gleichzeitig als besser und erhabener darstellen.

Virtue Signalling: Vergleichbare Begriffe im Deutschen

“Virtue Signalling” ist ein Begriff, den hauptsächlich Journalisten und Reporter verwenden. Er ist nicht so griffig und schwer zu interpretieren. Für die Erklärung der Bezeichnung werden darum oft andere Begriffe verwendet, die auch ein breites Publikum leichter verstehen könnte. Dabei fällt oft die Bezeichnung “Political Correctness”, die sich als “Politisch korrektes Verhalten” übersetzen lässt und prinzipiell das gleiche wie “Virtue Signalling” aussagt. Bei der “Political Correctness” verhalten sich Menschen nach bestimmten politischen oder sozialen Vorgaben und stellen das auch zur Schau.

Im deutschen Sprachraum ist dagegen der Begriff “Scheinheiligkeit” am ehesten geeignet, um “Virtue Signalling” zu beschreiben. Denn auch bei der Scheinheiligkeit gibt man ein bestimmtes Verhalten vor, ohne es wirklich aus Überzeugung zu betreiben.

Was ist Victim Blaming? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der englische Begriff „Victim Blaming“ bedeutet wörtlich übersetzt auf deutsch „Opfer beschuldigen“ bzw. als Substantivierung „Opfer-Beschuldigung“. Dabei handelt es sich um eine Täter-Opfer-Umkehr, bei der die Schuld für ein Vergehen bei dem Opfer gesucht wird.

Ein einfach zu erklärendes Beispiel hierfür ist das Veröffentlichen von privaten Bildern. Hier wird oft nicht der Täter dafür verurteilt, die Bilder nicht vertraulich behandelt zu haben. Stattdessen wird dem Opfer vorgeworfen, es hätte die Bilder nicht aufnehmen sollen und sei selbst schuld an der Situation. Versucht sich das Opfer zu wehren, wird es häufig lächerlich gemacht, da es selbst verantwortlich sei.

Was ist Victim Blaming? Bedeutung, Definition, Erklärung

Victim Blaming tritt auch infolge von häuslicher Gewalt, Vergewaltigungen oder rassistischen Übergriffen auf. Die Ursache für einen Übergriff wird hierbei nicht beim Täter, sondern im „provokativen“ Verhalten des Opfers gesucht. Aus diesem Grund sind insbesondere Frauen, aber Angehörige von ethnischen Minderheiten häufig Opfer von Victim Blaming.

Der Begriff „Victim Blaming“ wurde in den 1970ern in den USA begründet, um eine Strategie in der Strafverteidigung zu beschreiben, in der Opfern von Vergewaltigungen die Schuld an der Tat zugeschrieben wird, beispielsweise um den mutmaßlichen Täter zu entlasten. Gleichzeitig beschreibt der Begriff auch eine Verteidigungsstrategie bei rassistischen Übergriffen. 1971 beschrieb der Psychologe William Ryan in dem Buch „blaming the victim“ Victim Blaming als eine Ideologie, welche Rassismus gegen Afroamerikaner rechtfertigen soll.

Mittlerweile ist der ursprünglich aus dem juristischen und psychologischen Bereich stammende Begriff im Alltag angelangt. Insbesondere durch die MeToo-Bewegung der letzten Jahre ist die Täter-Opfer Umkehr im Rahmen von sexueller und häuslicher Gewalt ein häufig angesprochenes und kritisiertes Thema geworden. Auch Gerichtsverfahren, in denen die Kleidung des Opfers zum Gegenstand der Verhandlung wird, werden vermehrt als ungerecht und unangemessen wahrgenommen. Trotz dessen gibt es des Öfteren Fälle, in denen die Victim Blaming Strategie vor Gericht erfolgreich ist: So wurde im Jahr 1999 ein mutmaßlicher Vergewaltiger aufgrund der Kleidung, welche die Frau zum Tatzeitpunkt anhatte freigesprochen und im Jahr 2018 wurde der Vergewaltiger einer 17-Jährigen freigesprochen, da diese den Mann zuvor geküsst hatte. Tatsächlich müssen die Opfer sexualisierter Gewalt noch immer in Gerichtsverfahren die Wahrheit ihrer Aussagen stärker beweisen, als dies bei den Tätern der Fall ist, was in der Folge zu mehr ungerechtfertigten Freisprüchen und weniger schweren Verurteilungen führt.

Victim Blaming = Das Opfer soll selbst schuld sein

Die Auswirkungen dessen betreffen insbesondere Opfer von sexualisierter Gewalt in ihrem alltäglichen Leben. So sind laut einer Studie der EU-Kommission denken mehr als 10 % aller Europäer, dass eine weibliche Person, die unter dem Einfluss von Substanzen steht, sexualisierte Gewalt verdient habe. Auch Vorwürfe, man sei selbst schuld, sich in gefährliche Gegenden aufzuhalten oder sich mit den falschen Menschen zu treffen führen dazu, dass Opfer von sexualisierter Gewalt werden weniger ernst werden. Stattdessen wird ihnen vorgeworfen, die Situation selbst provoziert zu haben. (Dies führt in der Folge dazu, dass Betroffene die Straftaten häufig aufgrund der Angst vor Stigmatisierung nicht zur Anzeige bringen.)

Darüber hinaus ist Victim Blaming wie die Frage „Was hattest du an“ für die Opfer verletzend und kann zu einer Traumatisierung führen. Auch hinaus suchen viele Frauen aufgrund von alltäglichem Victim Blaming die Schuld für Übergriffe und sexuelle Gewalt zunächst bei sich und in dem eigenen Verhalten. In diesen Fällen sorgen Scham- und Schuldgefühle dafür, dass die Opfer die Straftat verschweigen.

Von gesellschaftlich verankertem, alltäglichen Victim Blaming sind nahezu alle Frauen in Ihrem Leben betroffen. Dies beginnt für häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter, etwa wenn ihnen geraten wird, einen bestimmten Weg niemals alleine zu gehen oder zu einer Party lieber ein anderes Outfit anzuziehen. Dies führt dazu, dass Frauen die Verantwortung dafür, sexualisierte Übergriffe zu verhindern bei sich sehen und etwa nachts nur in Gruppen aus dem Haus gehen oder immer Pfefferspray zur Verteidigung bei sich tragen.

Aber auch außerhalb von sexualisierter Gewalt kann Victim Blaming auftreten. So wird Opfern von häuslicher Gewalt häufig vom Partner vorgeworfen, gewaltsame Übergriffe zu provozieren oder durch ihr Verhalten selbst Schuld an der Gewalt zu sein. Hier findet ebenfalls ein Prozess der Täter-Opfer-Umkehr statt, durch welchen die Opfer die Verantwortung für die Gewalt bei sich suchen. Auch Gewalt gegenüber Minderheiten wird häufig mit dem Verhalten dieser begründet. Darüber hinaus nutzen Narzissten Victim Blaming als Strategie, eigene Machtpositionen zu behaupten. Auch bei anderen Übergriffen wie Stalking oder Mobbing wird häufig Victim Blaming eingesetzt.

Victim Blaming: Fazit und Bedeutung

Victim Blaming kann für Opfer häufig traumatisierend sein oder andere schwerwiegende psychische Folgen haben. Deshalb ist für Opfer von Gewalt, die unter Victim Blaming leiden eine psychologische Betreuung sinnvoll. Darüber hinaus können sich die Opfer auch gegen die Verleumdung zur Wehr setzen. Denn nach dem deutschen Strafgesetzbuch sind Behauptungen mit diffamierendem Inhalt, die nicht bewiesen werden können, eine Beleidigung, die zur Anzeige gebracht werden kann.

Warum heißen Quarkkeulchen „Quarkkeulchen“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Bereits die Germanen kannten und nutzten die Zutaten Quark und Mehl. So berichtet zumindest Tacitus, der mehr als hundert Jahre nach Christus lebte und zu den wichtigsten Historikern zählt. Um 1500 wird die Herstellung von Quark das erste Mal dokumentiert. In dieser Zeit werden auch die ersten Weihnachtsmärkte angeboten, die sich meistens aus Fleischmärkten entwickelten.

Während der Regierungszeit Friedrichs des Zweiten (1740 bis 1786) kam auch die Kartoffel nach Deutschland. Sie wurde neben Weizen zu einem der wichtigsten Nahrungsmittel. Aus Weizen stellt man wiederum Mehl her. Das bildet zusammen mit Quark und Eiern einen wesentlichen Bestandteil der Quarkkeulchen. Außerdem kann man diese günstig und schnell zubereiten. Reiner Zucker war hingegen teuer und wurde teilweise in Apotheken grammweise verkauft. Außerdem ist er schädlich, da er sich negativ auf die körpereigene Insulinproduktion auswirken und Diabetes erzeugen kann.

Warum heißen Quarkkeulchen „Quarkkeulchen“? Namensherkunft, Bedeutung, Erklärung

Ihre Namen verdanken die Quarkkeulchen ihrer Form, die meistens an die von Hähnchenkeulen erinnert. Diese waren die bevorzugten Speisen auf den Fleisch- und späteren Weihnachtsmärkten.

Spätestens seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist das Quarkkeulchen vom Weihnachtsmarkt nicht mehr wegzudenken.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland zwischen den Siegermächten aufgeteilt. Während sich die neue Bundesrepublik im Westen schnell an die westlichen Standards anpassen konnte, hatte die ebenfalls neue DDR im Osten weniger Glück. Die Ausrichtung an die Planwirtschaft der UdSSR führte zu einer Verknappung. So standen zu Weihnachten nur wenige Zutaten zur Verfügung. Hier boten sich vor allem regionale Erzeugnisse wie Mehl, Kartoffeln, Eier und Früchte an. Bei den Früchten dominierten Äpfel, Birnen und Kirschen, die auch in heimischen Gärten wuchsen und für den Winter eingelegt werden konnten.

Wie stellt man Quark selbst her?

Auch Quark lässt sich gut selbst herstellen. Dazu wird in erster Linie Milch benötigt, bei der bestimmte natürliche biochemische Prozesse angeregt werden müssen. Man benötigt außerdem Gefäße, Deckel und Tücher. Bei großen Mengen bieten sich Säcke an, aus denen die geronnene Flüssigkeit ablaufen kann.

Normaler Quark entsteht bei der Aufspaltung von Milch in Eiweiß und Molke. Zuerst wird die Milch sauer und somit eigentlich ungenießbar. Um sie jedoch in den sauren Zustand zu überführen, lässt man sie in einem leicht abgedeckten Topf mindestens ein bis zwei Tage stehen. Der Deckel wird nur an einer Stelle leicht geöffnet, damit der Sauerstoff zur Vermehrung der natürlichen Milchsäurebakterien beiträgt. Sobald das Eiweiß und die Molke im Topf nebeneinander schwimmen, lassen sich die Produkte problemlos trennen. Bei größeren Mengen verwendet der Koch einen zuvor desinfizierten Leinensack, aus dem die Flüssigkeit ablaufen kann. Dann wird der Inhalt des Topfes in den Sack eingewickelt und leicht gedrückt. Dabei fließt das restliche Wasser aus dem eigentlichen Quark ab. Alternativ verwendet man spezielle Siebe. Zum Schluss bleibt nur das Endprodukt zurück, das für die Quarkkeulchen bestimmt ist.

Wie werden Quarkkeulchen zubereitet?

Am Anfang steht der Teig. Köche sprechen hier in erster Linie von sächsischen Süßspeisen. Hieraus ergibt sich eine mögliche Herkunft. Sachsen war ein Königreich, das nach dem Ersten Weltkrieg 1918 in einen Freistaat umgewandelt wurde. Das Gebiet ist gleichzeitig für die vorzüglich schmeckenden Süßspeisen bekannt. Unter Süßspeisen werden außerdem cremige und gesüßte Zutaten verstanden. Sie eignen sich als Vor- und Hauptspeise. Aufgrund ihrer Form können sie in unterschiedlichen großen Portionen gereicht werden. Typische Mittel sind Zucker, heimischer Honig oder regionale Früchte, die sich auch kombinieren lassen.

Zuerst reibt der Koch die frisch gekochten Pellkartoffeln. Dazu werden die ursprünglichen Rohkartoffeln mit ihrer Schale in heißem Wasser gekocht. Nach ungefähr zwanzig Minuten sollte man in jede Kartoffel mit einem spitzen Schälmesser stechen und sie anheben. Rutscht sie sofort herunter, dann ist die jeweilige Kartoffel weich genug.

Im Anschluss zieht der Koch die Haut der jeweiligen Kartoffel mit einem spitzen Messer ab. Dann kommt die Kartoffel, die mittlerweile sehr weich sein sollte, in eine Kartoffelpresse. Das Ergebnis ist ein Kartoffelbrei, der sich ausgezeichnet mit Quark vermengen lässt.

Jetzt folgt der Quark, der selbst hergestellt oder im Supermarkt gekauft wurde. Man sollte beim gekauften Produkt auf die Fettstufe achten. Weitere Zutaten sind Eier und Mehl. Auf drei Anteile Kartoffeln kommt ein Anteil Quark. Es gibt jedoch auch Rezepte, die andere Variationen vorgeben. Genauso wichtig ist das Verhältnis zwischen dem Mehl und den Kartoffeln. Während Kartoffeln für einen festen Teig sorgen, lockert Mehl diesen auf. Den geformten Teig reichert der Koch mit den Eiern sowie den Gewürzen Zimt oder Salz an. Sollen die Quarkkeulchen besonders süß sein, benötigt man noch Zucker.

Zitronen schützen den menschlichen Körper. Deshalb sollten sie in Form von Zitronensaft oder geriebenen Zitronenschalen ebenfalls Bestandteile der Keulen werden.

Einige Köche bevorzugen kleine Rosinen. Sie entfalten ihr ganzes Aroma, wenn man sie zuvor in Rum einlegt und den herzhaften Geschmack des Alkohols auf sie einwirken lässt. Da es sich um ehemalige Trauben handelt, enthalten sie auch Zucker.

Im vorletzten Schritt gibt der Koch das Bratöl seiner Wahl in die heiße Pfanne. Die Quarkfrikadellen sollten vor dem Braten ca. 1 bis 2 Zentimeter hoch und fünf breit geformt werden.

Danach gibt man die Quarkfrikadellen in die Pfanne mit dem heißen Öl und lässt sie von beiden Seiten gelbbraun backen.

Welche Beilagen kommen für Quarkkeulchen infrage?

Wer seine Quarkkeulchen mit Früchten mag, sollte es mit heißen Sauerkirschen probieren. Für zwei Personen werden 1,4 kg Sauerkirschen benötigt. Am besten verwendet der Koch die Frischen vom Markt. Mit einem Kirschentkerner lassen sich die Steine mühelos entfernen. Im Anschluss müssen die Kirschen in 500 ml Wasser ungefähr zehn Minuten leicht aufkochen. Während dieses Schrittes kommen zwei Teelöffel Vanillepulver und ein Teelöffel Nelkenpulver hinzu. Der Koch sorgt dann noch für 500 g Zucker oder einen Ersatzstoff.

Quarkkeulchen für raffinierte Raubeine

Die Rezeptur aus Kartoffeln, Mehl, Eiern und Quark lässt sich auch pikant würzen. Neben Wurst und Fleisch kann man auch Pilze für die Quarkkeulchen verwenden. Dazu kommen Speckwürfel und Paprika. Dieser ist nicht nur interessant, sondern auch gesund.

Was bedeutet „Jagshemash“? Borat, Übersetzung auf deutsch, Bedeutung, Erklärung


„Jagshemash“ ist der Gruß von Borat Sagdiyev.

Was bedeutet „Jagshemash“? Übersetzung auf deutsch, Bedeutung, Erklärung, Ursprung

Das Wort und der Gruß „Jagshemash“ ist aus der polnischen Sprache entnommen. „Jagshemash“ ist die phonetische Zusammenziehung aus den polnischen Worten „Jak się masz“. „Jak się masz?“ bedeutet auf deutsch „Wie geht es dir?“

Das Wort „Jagshemash“ wird in der Regel wie folgt ausgesprochen: „Jag-scheh-masch“. (Eine andere Schreibweise von „Jagshemash“ ist „Jakschemasch“.)

Da Borat Sagdiyev ein kasachischer Journalist ist, stellt sich die Frage, warum er polnisch spricht und nicht russisch? Ein Fehler ist dies nicht, sondern eine kleine Besonderheit. Denn in Kasachstan lebt eine kleine polnische Minderheit. (Es sind rund 50.000 Menschen.) Mit dem polnischen Gruß „Jak się masz“ wollten die Borat-Macher auch die polnische Minderheit repräsentieren.

Siehe auch: Wer ist Borats Tochter „Tutar Sagdiyev“?

Die polnische Begrüßung „Jak się masz“ ist phonetisch und sprachlich sehr nah an der tschechischen Begrüßung „Jak se máš“. „Jak se máš“ bedeutet das gleiche wie „Jak się masz“.

Ein weiterer Borat-Ausruf ist „Dschenkuje“. Auch der Borat-Gruß „Dschenkuje“ stammt aus der polnischen Sprache. „Dschenkuje“ stammt vom polnischen Wort „dziękuję“, was auf deutsch „Danke“ bedeutet.

Weitere Bedeutung „Jagshemash“: Übersetzung auf deutsch, Bedeutung, Erklärung

Der Borat-Darsteller Sacha Baron Cohen verwendet das Wort „Jagshemash“ seit Anfang der 2000er Jahre. Von 2000 bis 2004 hatte er seine eigene Fernsehshow namens „The Ali G Show“. In der Show traten Figuren wie „Ali G“, „Borat“ und „Brüno“ auf. Der Außenreporter Borat Sagdiyev begrüßte die Zuschauer stets mit „Jagshemash“.

Die „The Ali G Show“ wurde im Vereinigten Königreich (UK) und den USA ausgestrahlt. In Deutschland war sie weniger populär.

Nach dem der erste Borat-Film 2006 veröffentlicht wurde, wurde der Gruß „Jagshemash“ sehr populär und steht seit dem in Verbindung mit der Figur Borat. (Ebenso ist der grüne Borat-Badeanzug ein deutliches Erkennungszeichen für Borat-Fans.)

Der Ausruf „Jagshemash“ wurde so populär, dass der Wort als Aufdruck auf T-Shirts und anderer Bekleidung gedruckt wurde.

Der Rapper Kool Savas verwendete den Ausruf „Jagshemash“ im Lied „Nur ein Skit“.

Was bedeutet Überbietungswettbewerb? Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei einem Überbietungswettbewerb bemühen sich zwei oder mehr Konkurrenten, durch immer bessere Angebote einen Vorteil zu erringen.

Überbietungswettbewerbe  sind bei Weitem nicht auf die Wirtschaft begrenzt. Gerade in der Demokratie gibt es häufig Zeichen von Überbietungswettbewerben bei politischen Entscheidungen. Politiker versuchen sich durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen oder Ankündigungen einen Vorteil für die nächste Wahl. Dabei werden negative Effekte kaum beachtet, was letztendlich auch für den Sieger den Nutzen des Wettbewerbs infrage stellen kann.

Was bedeutet Überbietungswettbewerb? Was ist das? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Verb „überbieten“ kann positiv aber auch negativ besetzt sein. So kann es im Sport bedeuten, einen Rekord zu überbieten. Wenn jemand etwas besser kann als ein Konkurrent, überbietet er diesen. Außerdem können Angebote überboten werden. Dies passiert, bei Geboten zu öffentlichen Ausschreibungen oder bei Auktionen.

Eher negativ besetzt ist das Wort, wenn es im Zusammenhang einer Eskalation verwendet wird. Dies kann passieren, wenn Politik restriktive Entscheidungen trifft. Ein Beispiel wäre die Verschärfung von Sanktionen. Damit kann sich die Lage für eine bestimmte Personengruppe verschlechtern.

Das Wort „Überbietungswettbewerb“ findet man vor allem in der Wirtschaft und in der Politik. Es beschreibt eine Situation, bei der Wettbewerb oft über das Maß der Vernunft hinaus betrieben wird. Im Wettbewerb um den ersten Platz werden Angebote oder Lösungsverschläge unterbreitet, die vor allem den Konkurrenten ausstechen sollen. Die Auswirkungen werden oft nicht oder nur unzureichend beachtet. Dabei können die negativen Wirkungen den Anbieter selbst oder Unbeteiligte treffen.

Bedeutung: Überbietungswettbewerb in der Coronakrise

In der Coronakrise nutzten Politiker den Begriff häufig. Während der Lockerungen nach der ersten Pandemie-Welle mahnten Politiker immer wieder andere Kollegen vor einem Überbietungswettbewerb. Sehr häufig warnte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder davor. Ihm gingen die Lockerungen der Coronabeschränkungen in anderen Ländern zu schnell. Dabei kritisierte er besonders Nordrhein-Westfalen und damit den dortigen Ministerpräsidenten Armin Laschet, der sich Hoffnungen auf den CDU-Vorsitz macht. Politische Beobachter sahen darin Söders Versuch, sich in der Frage nach dem nächsten Bundeskanzlerkandidaten der Union zu profilieren. Söder begründete seine Kritik mit den verhältnismäßig hohen Infektionszahlen, die Nordrhein-Westfalen aufwies.

Einen Überbietungswettbewerb bei den Lockerungen warfen sich aber nicht nur Politiker vor. Auch Sozialverbände mahnten dazu maßzuhalten. So wurde Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow kritisiert, weil er Verbote komplett aufheben und stattdessen auf Empfehlungen setzen wollte. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste sah im Verzicht auf bindende Vorschriften eine Gefahr für besonders gefährdet Gruppen. Der Verband sah die Gefahr, dass diese Opfer politischen Kalküls werden.

Als im Herbst 2020 angesichts steigender Infektionszahlen wieder zusätzliche Beschränkungen eingeführt werden mussten, warnten verschiedene politische Lager vor einem „Überbeitungswettbewerb“. FDP-Stimmen fürchteten neuen Schaden für die Wirtschaft. Die AfD versuchte eine zunehmende Müdigkeit der Bevölkerung aufzugreifen, weiterhin die strengen Regeln zu befolgen. Selbst der SPD-Politiker und Epidemiologe Karl Lauterbach fand, dass die Landesregierungen mit Beherbergungsverboten über das Ziel hinausschossen. Diese Sicht teilten inzwischen einige Gerichte, die auch Sperrstunden wieder aufhoben.

Hier zeigt sich ein Problem eines Überbietungswettbewerbs. In der guten Absicht, die Sorgen der Bevölkerung des eigenen Landes ernstzunehmen und sie bestmöglich zu schützen, schossen einige Regierungen über das Ziel hinaus. Was in guter Absicht geschah, kann so schnell in einen Vertrauensverlust umschlagen, weil Grundrechtseingriffe willkürlich erscheinen. Weitere Überbietungswettbewerbe in der Politik sind im Wahlkampf zu beobachten, etwa wenn Parteien großzügige Sozialleistungen oder Steuersenkungen versprechen. Oft fallen diese dann mit Verweis auf die Haushaltszwänge kleiner aus, was der Glaubwürdigkeit in Politik und Demokratie schadet.

Überbietungswettbewerb: Der Einsatz des Begriffs zum Bremsen von Engagement

Ein Überbietungswettbewerb kann also recht schnell in ein unerwünschtes, negatives Ergebnis münden, weshalb der Begriff gern als Warnung genutzt wird. Dabei fällt auf, dass die Mahner oft jene sind, die selbst einen Nachteil aus den Plänen erwarten.

So kritisierte Harald Christ im Jahr 2019 die SPD für einen „Überbietungswettbewerb der Umverteilung“ und trat als SPD-Mittelstandsbeauftragter zurück. Arbeitgeberverbände warnen so vor allzu großen Versprechen in der Rentendebatte. Dies tat beispielsweise der damalige Präsident des Arbeitgeberverbandes, Dr. Dieter Hundt. Die Arbeitgeber fürchten höhere Sozialversicherungskosten.

In Wien überbot sich die Stadtregierung nach Ansicht der Autolobby bei „Verkehrsminiaturlösungen“, zu denen beispielsweise ein Schwimmbad auf einer Verkehrsinsel gehörte. Als die EU-Kommission ankündigte, das Klimaziel für 2030 zu verschärfen, mahnten CDU-Politiker mit Blick auf die Wirtschaft vor einem Überbietungswettbewerb.

Überbietungswettbewerb: Phänomen in der Wirtschaft

Die Wirtschaft verwendet das Phänomen gern auch mal selbst. Dies geschieht beispielsweise, wenn es darum geht, die Konkurrenz bei einem Auftrag auszuschalten. Leidtragende sind in diesem Fall nicht selten Arbeitnehmer oder Lieferanten.

Arbeitnehmer können aber auch profitieren. Auf dem Arbeitsmarkt kann es zu Überbietungswettbewerben von Unternehmen kommen, wenn Fachkräfte rar sind. Dann gilt es für die Unternehmen mit hohen Gehaltsangeboten, zusätzlichen Bonuszahlungen und Benefits den Preis für die Arbeit hochzutreiben. Auf der anderen Seite steht der Unterbietungswettbewerb, der einsetzt, wenn es auf dem Arbeitsmarkt ein Überangebot an Arbeitskräften gibt. Dann sind Arbeitnehmer bereit ihre Arbeit zu einem niedrigeren Lohn anzubieten. Sie unterbieten sich gegenseitig.

Ein eindrucksvolles Beispiel, wie das gegenseitige Überbieten Sozialgefüge und Wettbewerb zerstören kann, sieht man in Ostdeutschland. Hier verkauft die Treuhand-Nachfolgerin BVVG Ackerflächen ehemaliger ostdeutscher LPGs. Das Ausschreibungsverfahren sieht vor, dass das Höchstgebot den Zuschlag erhält. Die Bodenpreise im Osten sind entsprechend der Nachfrage deutlich gestiegen. Den Zuschlag erhalten meist große Agrarbetriebe aus dem Westen, während die einheimischen Bauern leer ausgehen, bemängeln Bauernvertreter. Bodenspekulanten, die auf weitere Steigerungen der Bodenpreise spekulieren, sorgen ebenfalls dafür, dass kleinere regionale Betriebe selten zum Zug kommen. Damit können dörfliche Strukturen zerstört werden.

Überbietungswettbewerb im Sport

Der Kampf um Rekorde ist nicht gemeint, aber auch der Sport zeigt, wie Überbietungswettbewerbe den eigentlichen Wettbewerb gefährden. Sehr deutlich wird dies im Fußball, wo inzwischen astronomische Gehälter für Superstars gezahlt werden. Doch wie erwirtschaften Clubs diese enormen Summen? Außerhalb Deutschlands verschuldeten sich Vereine früher und trieben so die Preise der Fußballstars immer höher. Inzwischen hat die UEFA diese Praxis mit einem Reglement zum Financial Fairplay beendet. Diese Notbremse war nötig, weil die beteiligten Clubs im Kampf um die Superstars ihr eigenes wirtschaftliches Überleben riskierten.

Vereine investieren noch heute oft in Spieler in der Hoffnung, dass diese ihnen einen sportlichen Erfolg in einem Wettbewerb garantieren. Tritt der Erfolg nicht ein und verletzt sich der Spieler vielleicht, kann dies existenzielle Auswirkungen auf den Club haben. In diesem Fall verleitet der Überbietungswettbewerb zu einem unverhältnismäßig hohen wirtschaftlichen Risiko.

Was ist Wohlstandsegoismus? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Wohlstandsegoismus drückt genau das aus, was er sagt: Es geht um Egoismus in Zeiten des Wohlstands.

Was bedeutet Wohlstandsegoismus? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff „Wohlstandsegoismus“ ist aus zwei Wörtern zusammengesetzt.

„Egoismus“ bedeutet bewusster Eigennutz und ein gewolltes Handeln ausschließlich im eigenen Interesse. Egoisten sind Menschen, die nach ihren eigenen Regeln und zu ihrem eigenen Vorteil handeln. Ohne Rücksicht auf Verluste. Die Bedürfnisse anderer sind ihnen gleichgültig. Ein Egoist räumt sich selbst immer mehr Freiheiten ein als er anderen zugesteht. Wenn ein Egoist meint, er handle richtig, hält er ein anderes Handeln deswegen für grundsätzlich falsch. „Wohlstand“ meint einen Zustand, in dem es den Menschen an nichts mangelt. Es geht ihnen gut bis sehr gut.

Wohlstandsegoismus kann es nur in wohlhabenden Gesellschaften oder Gesellschaftsteilen geben. Nur in einem Umfeld, in dem es sich gut leben lässt, kann sich ein solcher Egoismus entwickeln. Wohlstandsegoismus geschieht immer auf dem Rücken anderer. Denn Wohlstand ergibt sich nicht aus dem Nichts. Wohlstand wie wir ihn kennen bedeutet, dass irgendetwas anderes dafür geopfert wurde: die Natur, Tiere, gesundes Trinkwasser, unberührte Landschaften, die Gesundheit anderer Menschen oder die Arbeitskraft von rechtlosen Menschen. Wohlstand ist leider nicht für alle da. Aus Sicht der Wohlstandsegoisten, gebührt denen der Wohlstand, die ihn sich – aus ihrer Sicht mühsam – erarbeitet oder erkämpft haben. Dass diese Sichtweise verzerrt ist und nicht der Realität, sondern nur der eigenen Wahrnehmung entspricht, wird dabei ausgeblendet.

Siehe auch: Was ist Wohlstandstrotz?

Was sind Wohlstandsegoisten? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wohlstandsegoismus ist ein relativ modernes Phänomen. In Zeiten, in Regionen oder gesellschaftlichen Schichten, in denen Menschen aufeinander angewiesen sind, gibt es keinen Wohlstandsegoismus.

Wohlstandsegoismus ist ein anderes Wort für soziale Rücksichtslosigkeit. Egoismus kann niemals sozial sein. Egoistisches Verhalten widerspricht sozialem Verhalten grundlegend. Ein Egoist kann nicht gleichermaßen seine und die möglicherweise gegensätzlichen Interessen anderer durchsetzen wollen. Egoismus widerspricht einer Kompromissbereitschaft. Für einen Egoisten geht entweder das eine oder das andere, dazwischen gibt es nichts. Wohlstandsegoisten sind die Sorgen der anderen völlig egal. Es geht ihnen ausschließlich um ihr eigenes Wohl. Sie sind gleichgültig gegenüber den Bedürfnissen anders Denkender oder anders Betroffener.

Ein Wohlstandsegoist erklärt seine eigene Befindlichkeit für allgemeingültig. Das Ich ist die maßgebende Instanz eines Egoisten. Die Meinung oder das Wissen anderer sind für einen Egoisten völlig uninteressant. Aus dem Zustand des Wohlstands heraus, kann sich jeder Egoist mühelos gegen jede sozial relevante Maßnahme stellen. Solidarität ist für einen Egoisten völlig undenkbar. Ein solches Verhalten würde seinem Selbstverständnis widersprechen. Der Wohlstandsegoismus ist ein Ausdruck einer rücksichtslos gewordenen, Ich-bezogenen Gesellschaft.

Wohlstandsegoismus ist eine Totalverweigerung

Wohlstandsegoismus findet sich überall da, wo es um Veränderungen geht. Wo die Menschen aufgefordert werden, sich zu ändern oder Änderungen zu akzeptieren, rotten sich Wohlstandsegoisten zusammen und verweigern sich. Dahinter verbirgt sich ihre Angst, zukünftig auf ihnen vermeintlich zustehende Errungenschaften verzichten zu müssen. Dieses unsolidarische Verhalten hat aber sofort ein Ende, wenn der Egoist plötzlich selbst betroffen ist. Aus einer wohlgefälligen Position heraus sind geistige Scheuklappen wunderbare Hilfsmittel, sich für die Situation anderer blind zu machen. Beispiele, die Wohlstandsegoisten zu Verweigerern werden lassen:

  • Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie
  • Aufnahme von Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen
  • Konsum- und Billigfleischverzicht
  • Maßnahmen gegen den Klimawandel
  • Maßnahmen für den Tier- und Umweltschutz
  • Maßnahmen für eine Energiewende

Diese Verweigerung, die sich hinter dem Wohlstandsegoismus verbirgt, geht immer auf Kosten anderer. Denn aus einem Zustand des Überflusses heraus, lässt es sich sehr einfach verweigern. Wer beispielsweise mit einem Überfluss an guter Gesundheit auftrumpfen kann, hat kein Mitleid mit Menschen, denen dieses Glück nicht vergönnt ist. Beispiele für die Opfer des Wohlstandsegoismus:

  • Chronisch Kranke, Vorerkrankte, alte Menschen
  • Schwache Menschen
  • Verfolgte, Flüchtlinge aus Kriegs- oder Hungergebieten
  • Menschen und Tiere die unter unerträglichen Bedingungen leben, arbeiten und sterben müssen
  • Menschen und Tiere, deren Lebenswelt durch Naturkatastrophen vernichtet wird
  • Tier- und Pflanzenarten, die für immer ausgerottet werden
  • zukünftige Generationen

Beim Wohlstandsegoismus handelt es sich um einen sogenannten negativen Egoismus: selbstbezogenes Denken, das dem Allgemeinwohl abträglich ist und individuellen Schaden zufügt. Dahinter steckt natürlich auch die Angst, seinen Wohlstand verlieren zu können oder möglicherweise mit Fremden teilen zu müssen.

Der Wohlstandsegoismus ist ein mentales Bollwerk gegen Veränderungen

Wohlstandsegoisten finden sich immer in bestimmten gesellschaftlichen Teilbereichen. Immer da, wo es ihnen gut geht und sie Angst haben, dass sich das ändern könnte, kommen sie ans Tageslicht. Wohlstandsegoisten fürchten nichts mehr, als dass sich etwas Grundlegendes in ihrem Leben zum Schlechten oder Unbequemen ändern könnte.

Aus Sicht der Wohlstandsegoisten ist ihr Verhalten lediglich eine Reaktion auf Regulierungen und Verordnungen. Die eigentliche Rücksichtlosigkeit komme „von oben“ und bestehe in den Vorschriften, die beispielsweise die Freiheitsrechte des Einzelnen einschränke. Gegen diese Reglementierungen, die das Wohl aller im Blick haben, gehen die Wohlstandsegoisten vor.

Es lässt sich feststellen, dass sich das gesellschaftliche Verhalten in den letzten Jahren massiv verändert hat. Soziales und solidarisches Verhalten ist in großen Teilen der Gesellschaft auf dem Rückzug. Stattdessen macht sich eine rücksichtslose und eigennützige Ellbogengesellschaft breit. Dabei bleibt leider auch auch die Ethik und die Moral auf der Strecke.

Was ist Cocooning? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Cocooning“ wird die Tendenz bezeichnet, sich ins häusliche Privatleben zurückzuziehen und die Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit zu meiden.

Den Trend und Begriff „Cocooning“ gibt es seit den 1980er Jahren.

Das Wort „Cocooning“ bedeutet auf detusch „einspinnen“ oder „verpuppen“.

Wortherkunft: Woher kommt das Wort Cocooning?

Cocooning ist das Verpuppen von Insekten, deren Larven spinnen um sich einen Kokon. In diesem überleben sie geschützt, bis sie zum Imago herangewachsen sind.

Der Begriff des Cocoonings eignet sich daher als Metapher für die Abschirmung von Menschen gegen Einflüsse ihrer Umwelt. Er wurde zuerst durch die US-Trendforscherin Faith Popcorn nach 1980 verwendet, doch das betreffende Lebensgefühl hatte man schon vorher thematisiert. Man nannte es in den USA „Cosy home“.

Was ist Cocooning genau? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der deutsche Soziologe Holger Rust ernannte Mitte der 1990er-Jahre Cocooning zum erfolgreichsten Begriff der populären Publizistik. Als Ursache hierfür machte er die unübersichtliche und oft als bedrohlich empfundene Welt mit ihren modernen Krisen aus. Damit lag er prinzipiell richtig: Nach den Terroranschlägen vom 11.09.2001 und auch nach der Finanzkrise 2008/2009 verstärkte sich die Tendenz zum Cocooning. Seit 2020 nimmt Cocooning durch Corona stark zu. Die Wirtschaft und Handel reagieren darauf: Sie bieten viele Produkte an, die das Cocooning unterstützen.

Der Rückzug in das Private, in das was man kennt, in die Komfortzone und in das Vertraute, kann helfen mit einer immer komplexeren und komplizierter werdenen Welt fertig zu werden. Allerdings schützt Cocooning nicht vor der Auseinandersetzung mit der veränderten Welt und neuen Werten. Cocooning zögert das Auseinandersetzen heraus, weil es dafür sorgt, dass jemand Konflikte erstmal vermeidet.

Cocooning kann – ganz positiv – als Strategie zur Erholung betrachtet werden. Wer sich im Privaten erholt, kann sich nach dem Ende der Erholungszeit wieder mit der Welt beschäftigen. Hierbei geht es um den Ausgleich: Wenn die Welt da draußen komplex, kompliziert und schwierig ist, so ist es äußerst erholsam in das einfache, gewohnte und vertraute Heim sich zurückzuziehen.

Siehe auch: Was ist Cottagecore?

Ist Cocooning sinnvoll?

Offenbar schon. So ermittelte der Bayerische Rundfunk nach 2010 unter dem Stichwort Cocooning ein starkes Zurückziehen in die häusliche Umgebung und das Einigeln mitsamt Home-Service, der durch die Online-Wirtschaft unterstützt werde. Den betreffenden Personen sei die Welt draußen deutlich stressig, zu kompliziert und manchmal auch zu uninteressant geworden. Eine Alternative dazu sei der kleine, überschaubare Lebenskreis der eigenen Wohnung, der schützend wirke wie ein Kokon. Das Cocooning kanalisiere sogar mehrere Trendströmungen:

  • Die Menschen wollen immer seltener Neuland entdecken.
  • Sie engen bewusst ihren eigenen Verantwortungshorizont ein.
  • Gegenüber der Gesellschaft werden sie gleichgültiger.

Diese Phänomene wirken zwar von außen betrachtet negativ, für die sich einigelnden Menschen jedoch bringen sie eine große Entlastung. In Zeiten von Corona entlasten sie sogar die gesamte Gesellschaft, weil es durch Cocooning weniger Kontakte gibt. Daher ist das Einigeln – ein anderer Ausdruck für das Phänomen – durchaus sinnvoll. Diesen Begriff gibt es ja schon sehr lange, er bedeutet „sich zurückziehen“ und meint traditionell das Ausweichen gegenüber jeder Form von Konflikt oder Streit. Auch Igel rollen sich bei Gefahr ein und werden dann zum unangreifbaren Stachelball.

Cocooning in der Praxis

Im heimischen Kokon lässt es sich mit Duftkerzen, Mermaid Plaids und Schaumbädern durchaus sehr angenehm leben. Dabei geht es durchaus nicht darum, ein Dasein wie ein Einsiedler zu führen. Nur verlagert sich das soziale Leben in die Wohnung. Es ist nicht unbedingt nötig, sich mit Freunden in einer Bar zu treffen: Man kann sie einfach einladen und daheim einen Koch- oder Spieleabend veranstalten. Dieser Trend freut die Möbelhersteller und die Anbieter von Wohnaccessoires. Für einen Spieleabend ist schließlich eine Wohnlandschaft erforderlich, weshalb riesige Couchgarnituren, große Tische und kuschelige Sessel immer stärker nachgefragt werden.

Cocooning lässt sich natürlich auch mit kleinem Budget durchführen. Ein kuschelige Decke, Duftkerzen und das duftende Schaumbad können schon genügen. Wichtig ist allein die Gemütlichkeit, die sich durch einen minimalistischen Einrichtungsstil nicht erreichen lässt. Daher sind Kissen und Dekorationen sehr wichtig, Strick ist sehr angesagt. Auch Jumbo Knits (XXL-Wolldecken) lieben Menschen daheim sehr, auch wenn sie etwas teurer sind. Mit kleinem Budget greifen Frauen selbst zur Stricknadel und schaffen sich ihren heimischen Kokon.

Was ist ein Flickenteppich? Bedeutung, Definition, Erklärung


Flickenteppiche unterscheiden sich von wertvolleren Teppichen durch ihre billigere und inkonstante Form. Sie bestehen aus einer Vielzahl von Versatzstücken, die zusammengenäht wurden.

Was ist ein Flickenteppich? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Flickenteppich steht auch als Synonym, wenn man einen uneinheitlichen Zustand beschreibt. So gelten in den Ländern unterschiedliche rechtliche Regelungen. Diese können sich auf die Corona-Krise und den Datenschutz beziehen.

Außerdem kann es sich im übertragenen Sinn um einen solchen Teppich handeln, wenn es im Gesamtbild unterschiedliche Lücken gibt, die entweder bewusst oder unabsichtlich geduldet werden. In den meisten Fällen deuten sie auf Nachteile hin, die auszugleichen und nicht zu tolerieren sind. Hier von ist die Einführung der flächendeckenden E-Mobilität betroffen. Auch das lückenhafte Lernen für Prüfungen kann man als Flickenteppich bezeichnen. Man umschreibt auf diese Weise ferner die noch ausstehende Erkundung eines Landes oder Kontinents.

Die DSGVO beendete den Flickenteppich im europäischen Datenschutz
Jede natürliche Person hat das Recht auf den Schutz ihrer persönlichen Daten. Bis Mai 2018 galten in den Ländern der Europäischen Union jeweils unterschiedliche Gesetze und Verordnungen, die vereinheitlicht werden mussten. Diesen Normungen tragt die europäische Datenschutzgrundverordnung Rechnung, die bis zum Stichtag in das nationale Recht jedes EU-Staates integriert wurde. Die DSGVO wird dann durch das betreffende nationale Datenschutzgesetz flankiert.

Die neue Verordnung sieht bei Verstößen hohe Strafen vor, die europaweit einheitlich sind und von den betreffenden Staaten durchgesetzt werden können. Eine Beschwerde erfolgt entweder durch eine Behörde oder einen Beschwerdeführer. Die Entscheidungen werden bundes- und europaeinheitlich gefällt. Außerdem müssen Unternehmen heute unter bestimmten Voraussetzungen einen Datenschutzbeauftragten benennen.

Dabei kann es sich aus praktischen Erwägungen heraus um einen externen Berater handeln, der gleichzeitig mehrere Unternehmen oder Behörden betreut. Seine umfassenden Fachkenntnisse und Erfahrungen kommen so allen Auftraggebern zugute.

Der Flickenteppich in der Geschichte der U.S.A.

Auch aus der Geschichte sind Flickenteppiche hinreichend bekannt. Ein gutes Beispiel bieten die U.S.A.

Als Columbus und die ihm folgenden Entdecker auf den Inseln in der Karibik und auf dem nordamerikanischen Festland landeten, erkundeten sie nur die von ihnen errichteten Kolonien an der Ostküste. Die Spanier drangen zwar über Südamerika bis ins heutige New Mexiko und Kalifornien vor. Die dazwischenliegenden Gebiete bildeten jedoch einen Flickenteppich. Mit jeder erfolgreichen Expedition ins Landesinnere und der damit verbundenen Vermessung wurden weitere Abschnitte dieses Teppichs zu bekannten Territorien. Um 1700 waren so noch viele Gebiete im Landesinneren unbekannt. Gegen 1900 gab es auf der Landkarte der Vereinigten Staaten von Amerika keine unbekannten Stellen mehr.

Siehe auch: Was bedeutet „E Pluribus Unum“?

Beseitigung des Flickenteppichs bei Einführung neuer Technologien

Innovationen sind die Motoren einer florierenden Wirtschaft. Neue Techniken, die sich auch schonend auf die Umwelt auswirken könnten, betreffen beispielsweise den vermehrten Einsatz von E-Fahrzeugen. Viele Menschen überlegen sich diese Anschaffungen. Es gibt jedoch mehrere Haken. Herkömmliche Fahrzeuge können an allen Tankstellen weltweit mit Treibstoff versorgt werden. Das E-Auto wird hingegen mit elektrischem Strom betrieben, der aus einem internen Akku stammt. Um diesen Akku aufzuladen, muss der Halter eine Ladestation anfahren. Für eine Strecke von mehreren Hundert oder tausend Kilometern benötigt er jedoch mehrere Lademöglichkeiten, da der Akku sich im Laufe der Fahrt entleert. Außerdem reicht der geladene Strom nur für eine bestimmte und begrenzte Strecke.
Der Nutzer muss sich darauf verlassen können, dass er sein Fahrzeug flächendeckend aufladen kann. Da nicht jedes Gebiet mit einer ausreichenden Anzahl von Stationen ausgestattet wird, gibt es hier heute meistens noch einen Flickenteppich.

Wie Flickenteppiche Karriere be- und verhindern können?

Jeder Mensch lernt für sein Leben. Dazu besucht er die Schule, die Berufsschulen oder die Universität. Er kann auch während seiner praktischen Ausbildung und in der beruflichen Praxis diesen Lernprozess fortsetzen. Es gibt jedoch ein wesentliches Problem. Ein Sprichwort besagt: “Nichts ist gefährlicher als ein Halbwissen!“

Bei der Vermittlung und Aufnahme des Stoffes muss der Lernende alle wesentlichen Einzelheiten erfassen und abwägen. Gegebenenfalls greift er zeitnah auf Materialien und Quellen zurück, die sich im Rahmen des sich stetig erweiternden Informationsflusses schnell ändern können.

Eine Studentin oder ein Student besucht die Vorlesungen im Fachbereich Steuern. Der Professor oder Privatdozent vermittelt während der Veranstaltungen die grundliegenden Kenntnisse im Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuerrecht. Hierzu gibt er ausführliche Quellen bekannt, mit denen sich die Zuhörer während ihrer Vorbereitungen beschäftigen sollten. Sonst haben sie keine Chance, eine gute bis sehr gute Prüfung zu schreiben. Ohne diese Ergebnisse können sie auch keine adäquate Stelle nach ihrer Ausbildung wahrnehmen.

Der Student lässt es leider bei seinen Vorbereitungen auf einen Flickenteppich ankommen. Er lernt nur die Fakten, die sich mit der Einkommensteuer befassen und ignoriert einige vom Professor vorgeschlagene Quellen. Während der Prüfung werden jedoch auch Kenntnisse im Körperschafts- und Umsatzsteuerrecht benötigt, die der Student nicht kennt. Da der Kandidat die Verbindung zwischen den Aufgabenstellungen und den benötigten Rechtsquellen und Paragraphen nicht herstellen kann, erreicht er nicht die für eine gute Note erforderliche Punktzahl. Seine nur befriedigenden Leistungen schränken im Anschluss die Berufswahl und Verdienstmöglichkeiten ein.

Flickenteppiche erschweren einheitliche gesundheitspolitische Regelungen

Es erinnert an die Kleinstaatlichkeit, die in Deutschland im 19. Jahrhundert üblich war. Damals hatten beispielsweise Baden, Bayern und Preußen ihr eigenes Herrschaftssystem. Einen Staat wie die Bundesrepublik gab es noch nicht. Doch auch die Bundesrepublik besteht aus mehreren Bundesländern, die beispielsweise im Gesundheitswesen eigene Entscheidungen treffen können. Bei problematischen Entscheidungen haben die Ministerpräsidenten der Länder im Bundesrat das letzte Wort, sofern sie nicht an die Anweisungen der Bundeskanzlerin in Berlin gebunden sind.

Seit einem dreiviertel Jahr beherrscht der Corona-Virus fast alle Staaten der Erde. Jeder Staat von ihnen trifft geeignete Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus über die Landesgrenzen zu verhindern. Dazu zählen die Quarantäne, das Verbot von Versammlungen und die Maskenpflicht.

Während in einigen Bundesländern beispielsweise ganze Städte unter Quarantäne gestellt und Ausgangssperren verhängt werden, handhaben einige Länder diese Vorschriften in Abhängigkeit zu den Möglichkeiten härter oder lockerer. Diese unterschiedlichen Optionen deuten auf einen Fleckenteppich hin, bei dem jedes Bundesland im Rahmen seines Handlungsspielraumes andere gesundheitspolitische Entscheidungen trifft.

Weitere Bedeutung: Teppich, Flickenteppich

Der Teppich ist eine Textilie, die in erster Linie für die Bedeckung eines Bodens oder einer Wand eingesetzt wird. Im späten Mittelalter dienten sie zur Darstellung von geschichtlichen Abläufen. So fasst der Wandteppich von Bayeux die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer 1066 zusammen. Später dienten sie in erster Linie zur Schonung von Parkettböden oder Verschönerung von Innenräumen. Im Orient hängen sie hingegen auch oft an den Wänden, um das Ambiente des Wohnraumes zu betonen.

Was bedeutet genderfluid? Bedeutung, Definition, Erklärung


Genderfluid ist ein Begriff der zur Beschreibung der eigenen Geschlechtsidentität verwendet wird. Er ist Teil des Spektrums Non-Binary.

Was bedeutet genderfluid? Bedeutung, Definition, Erklärung

Unter der Bezeichnung Genderfluid („fließend“) versteht man einen fließenden Wechsel zwischen den Geschlechtsidentitäten. Der Wechsel kann dabei regelmäßig oder unregelmäßig stattfinden und von kurzer oder längerer Dauer sein. Bei manchen genderfluiden Personen erfolgt der Wechsel nach einigen Wochen, bei anderen nach Monaten oder Jahren. Auch ein situationsabhängiger Wechsel der Geschlechtsidentitäten ist möglich.

Ebenso kann die Geschlechtsidentität abhängig von einer anderen Person und deren Geschlecht verändert werden. Dabei beschränken sich die Geschlechtsidentitäten, zwischen denen gewechselt wird, nicht auf männlich und weiblich. Eine genderfluide Person kann zwischen allen denkbaren Geschlechtsidentitäten wechseln, wobei der Anteil an einer bestimmten Geschlechtsidentität ebenfalls verschieden sein kann. Die Ausprägungen der Genderfluidität können stark variieren und sind von Person zu Person unterschiedlich.

Ist Genderfluid und Genderqueer dasselbe? Erklärung, Unterschied, Bedeutung

Der Begriff Genderqueer lässt sich nicht eindeutig von dem Begriff Genderfluid abgrenzen, weil er teilweise in abweichenden Kontexten verwendet wird. Als Genderqueer bezeichnen sich Menschen, die sich nicht endgültig auf ein Geschlecht festlegen möchten und sich weder als Mann noch als Frau identifizieren. Dabei muss es sich jedoch nicht um genderfluide Personen handeln. Auch eine klare Abgrenzung zum Begriff non-binär ist nicht möglich.

Unterschied zu Genderflux

Genderflux ist eine Variation von Genderfluid, bei der die eigene Geschlechtsidentität sich mit der Zeit verändert. Sie wird in einem Spektrum von Agender und weiteren Geschlechtsidentitäten verwendet.

Genderflux-Personen bezeichnen sich oft als Non-Binary oder Trans. Der Begriff wird oft mit Genderfluid gleichgesetzt, kann jedoch eine abweichende Bedeutung haben. Genderflux-Personen wechseln ihre Geschlechtsidentität im Verlaufe des Lebens immer wieder. Der Zeitraum zwischen dem Wechsel der Geschlechter und die Intensität der Geschlechtswahrnehmung können dabei stark variieren. Ebenso gibt es keine Einschränkungen, zwischen welchen Geschlechtsidentitäten gewechselt wird.

Bedeutung: Trans-feminin und Trans-maskulin

Trans-femin (oder Demigirl) und Trans-maskulin (Demiboy) sind Geschlechtsbezeichnungen, die ausdrücken, dass eine Person zwar in eine bestimmte Richtung neigt, sich jedoch nicht vollständig diesem Geschlecht zugehörig fühlt. Personen, die sich als Trans feminin oder Trans maskulin bezeichnen, lassen ihr endgültiges Geschlecht offen und wählen etwa die Bezeichnung Genderfluid, um ihre eigene Geschlechtsidentität bzw. den Wechsel zwischen verschiedenen Geschlechtsidentitäten zu benennen.

Bedeutung: Was ist Postgender?

Als Postgender wird ein sozialpolitisches Konzept bezeichnet, welches die Abschaffung der staatlichen Geschlechtsbestimmungen zum Ziel hat. Als Grundlage dient der Ansatz, dass die Geschlechternormen, wie wir sie heute kennen, nicht auf Reproduktion oder Genetik beruhen, sondern aus patriarchalen Strukturen hervorgegangen sind. Ein Ziel der Postgender-Bewegung ist die Abschaffung des Zwangs zum geschlechtseindeutigen Vornamen.

Was heißt non-binary?

Als non-binary oder nichtbinäre Geschlechtsidentität, kurz auch nichtbinär oder nicht-binär, werden Menschen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität weder männlich noch weiblich ist. Eine alternative Bezeichnung ist der Begriff Genderqueer. Beide Bezeichnungen werden häufig als Überbegriff für diverse nicht-binäre Geschlechtsidentifikationen verwendet.

Non-Binary sind auch Personen, deren Geschlechtsidentität einem dritten Geschlecht entspricht („divers“) oder sich als Teil einer anderen Geschlechtsvorstellung wie X-gender oder Postgender sehen. Ebenso zählen Personen dazu, die ihre eigene Geschlechtsidentität nicht genau benennen und keiner traditionellen Geschlechterrolle entsprechen möchten. Non-Binary umfasst also ein weites Spektrum, wobei Genderfluid ein wesentlicher Begriff ist.

Was bedeutet „Kollateralnutzen“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter dem Begriff „Kollateralnutzen“ versteht man eine ungeplante mit positiven Nebeneffekten behaftete Handlung, welche meist auf etwas gänzlich anderes abzielt oder ursprünglich von negativer Natur ist.

Was bedeutet „Kollateralnutzen“? Bedeutung, Definition, Erklärung

In Zeiten in denen das Internet immer stärker ausgebaut wurde und nach und nach weiterverbreitet war, wurde das illegale Herunterladen von Filmen, Softwaren sowie Musik immer beliebter. Dies wurde durch die ersten angebotenen Flatrates noch verstärkt. Der damit verbundene Nutzungsdruck sorgte dafür, dass der Breitbandausbau rasant von statten ging. Folglich würde dies bedeuten, dass das illegale Downloaden von Filmen, Musik sowie Softwaren maßgeblich dazu beigetragen hat, dass wir heute die digitale Infrastruktur haben, die wir kennen.

Dies war jedoch zu keiner Zeit Absicht und nicht geplant. Als „Kollateralnutzen“ wird dieses Phänomen heute bezeichnet. So ruft der Mensch immer wieder durch Zufall positive Nebeneffekte durch sein Handeln hervor. Da es sich hierbei jedoch eher um einen Zufall handelt, war das nicht die erste Intention des Menschen. Oft kommt es vor, dass dem Tun des Menschen ursprünglich eine schädliche oder negative Absicht zu Grunde liegt.

Ein weiteres Beispiel für einen „Kollateralnutzen“ sind die Rodungen von Wäldern. Insbesondere die, welche im Mittelalter stattgefunden haben. Damals rodeten die Menschen die Wälder, damit neue Jagdgebiete für den Adel geschafft werden können. Dieses Vorgehen und dieses Verhalten war schädlicher Natur, denn die Rodung von Wäldern ist nicht besonders umweltfreundlich. Es handelt sich hierbei jedoch um einen „Kollateralnutzen“, denn aufgrund dieses Verhaltens können wir noch heute große Grünanlagen und Grünflächen in der Landschaft bestaunen. Dieser „Kollateralnutzen“ ist beispielsweise auch bei den Naturreservaten rund um Tschernobyl sowie in den demilitarisierten Gebieten zwischen Süd- und Nordkorea zu bestaunen.

Jedoch können nicht nur negative Absichten oder ein schädliches Verhalten, welches zu einem späteren Zeitpunkt etwas Positives zum Vorschein brachte, als „Kollateralnutzen“ bezeichnet werden. Als Gegenbeispiel haben wir das heute bekannte Potenzmittel „Viagra“, welches ursprünglich als Medikament für Herzerkrankungen entwickelt wurde.

Kollateralnutzen: Das Richtige wird oftmals aus den falschen Gründen getan

Ein weiteres aktuelles Beispiel für einen „Kollateralnutzen“ ist der Veganismus-Trend. Heute zu Tage entscheiden sich immer mehr Menschen für eine vegane Ernährung und einen veganen Lebensstil. Viele von ihnen haben sich jedoch im Vorfeld weder intensiv mit den politischen Gründen noch mit den ethnischen Gründen auseinandergesetzt. Oftmals steigen Menschen auf eine vegane Ernährungsweise aufgrund des Life-Styles, des Bedürfnisses sowie des Dranges nach einer kulinarischen Abwechslung oder aber aufgrund von gesundheitlichen Aspekten.

Wenn wir die Gründe, warum sich jemand vegan ernährt, mal außer Acht lassen, können wir trotzdem sagen, dass diese Menschen Tiere schützen. Oftmals ist das gar nicht ihre erste Intention, doch gerade deswegen haben wir auch hier einen „Kollateralnutzen“. So handelt es sich bei dem Wohl sowie dem Schutz der Tiere um einen „Kollateralnutzen“, welcher durch die sogenannten Life-Style-Veganern ausgelöst wird.

Erklärung und Bedeutung: Handelt es sich bei einem „Kollateralnutzen“ um ein Abfallprodukt des Menschen?

Die Begrifflichkeit des „Kollateralnutzens“ sorgt zusätzlich dafür, dass die Perspektive zurecht gerückt wird und man erkennt, dass die meist in höchsten Tönen gelobten vorangegangenen Errungenschaften der Menschheit oftmals nur zufällige Abfallprodukte waren. Häufig waren diese gar nicht gewollt oder erwünscht, doch ihre Entstehung wird schulterzuckend und kommentarlos akzeptiert.

Eine zusätzliche Interpretationsmöglichkeit des „Kollateralnutzens“ ist die des „Glück im Unglück“. Beispielsweise verläuft sich jemand und entdeckt aufgrund des Verlaufens neue Plätze, wie Restaurants, Cafés, kleine Boutiquen oder einen Park. Mit dem Phänomen des „Kollateralnutzens“ sind zudem Unbeabsichtigte Folgen, Spin-Offs sowie Serendipität verwandt.

Warum heißt die Mortadella „Mortadella“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Das Wort „mortadella“ kommt aus dem Lateinischen. Murtatum bedeutet „Wurst, die mit Myrtenbeeren gewürzt ist“. Der lateinische Name war Myrtatella oder Murtadum facirem. Es handelt sich dabei um eine italienische Wurstspezialität aus Bologna, Italien. Das Original besteht aus Schweine-Speckwürfel oder Schinkenstücken mit Pistazien. Heutzutage wird zum Würzen häufig schwarzer Pfeffer statt Myrtenbeeren verwendet. Diese Wurst wird als feiner Aufschnitt gereicht.

Diese italienische Delikatesse ist bereits den alten Römern in abgewandelter Form und mit Myrtenbeeren bekannt gewesen. Nachgewiesen ist allerdings die heute noch gebräuchliche Form aus der Spätrenaissance. Alle sind sich jedoch einig, dass ein Cristoforo di Messisbugo aus der Stadt Bologna in der Emilia Romagna als Erfinder der Mortadella gilt.

Herstellung: Wie wird die Mortadella hergestellt?

Fein geschnittenes Schweinefleisch wird mit Zucker, Pfeffer, Salz und groben, sehr fetten Speckwürfeln in Naturdärme gefüllt. Heutzutage werden auch Kunstdärme verwendet. Manchmal werden auch Pistazien und andere Gewürze zugegeben. Die großen Würste können bis zu 100 kg wiegen. Die Abfüllung erfolgt zylindrisch.
Die rohe Wurst wird dann in besonderen Heißluftöfen bei 90 Grad Celsius gegart. Die Brühdauer richtet sich nach der Füllmenge und kann mehrere Stunden betragen.

Das Original wird ausschließlich aus Schweinefleisch und Speck vom Schweinehals hergestellt. Das ist deshalb so wichtig, weil dieser spezielle Speck immer seine Konsistenz behält. Die ursprüngliche Mortadella verlässt sich auf die Würze des Spezialspecks sowie ein wenig Salz und Pfeffer (Myrtebeeren). Einige Sorgen werden mit Oliven, Pistazien oder Knoblauch verfeinert.

Mortadella: Wonach wird die Qualität bemessen?

Die Qualität der Mortadella richtet sich nach dem Geschmack, des Aromas und der Würze. Aber auch die Bezeichnung und die Herkunft spielen eine entscheidende Rolle. Die drei Qualitätsstufen sind normal, super und extra. Eine sehr gute Mortadella besitzt eine feste Konsistenz und einen zartrosa Farbton. Die Speckstücke sind gut erkennbar und gleichmäßig verteilt. Die Qualitätsbezeichnung IGP darf nur jene Mortadella tragen, die aus dem Piemont, der Lombardei, der Toskana, Venetien, Marken, Latium, dem Trentino oder der Emilia-Romagna kommt tragen. IGP bedeutet Indicazione geografica protetta (geschützte geografische Angabe). Die Erzeugung muss nach festgelegten Herstellungsprozessen erfolgen. Fehlt der Zusatz „di Bologna“ (aus Bologna), dürfen auch andere Fleischsorten hinzugefügt werden. Diese Wurst muss dann aber auch speziell gekennzeichnet sein. S steht für Schweinefleisch, SO für Schweine- und Lammfleisch und SB für Schweine- und Rindfleisch.

Italienische Mortadella: Erklärung, Beschreibung

In der EU wird der Name Mortadella di Bologna durch das IGB-Label geschützt. Auch in der EU dürfen nur Würste, die, wie oben beschrieben hergestellt und aus den genannten Regionen stammen, diese Bezeichnung und das dazugehörige Siegel tragen. Der Speckanteil muss dabei zu 15 Prozent sichtbar sein und der Schweinefleischanteil muss bei 100 Prozent liegen. Je nach Region Italiens werden andere Fleischsorten und Gewürze beigemengt. Auch diese speziellen regionalen Varianten sind sehr beliebt, dürfen aber nicht die erwähnte Bezeichnung tragen oder sich gar „Original Mortadella“ nennen. Eine Spezialität der besonderen Art ist die Mortadella aus Amatrice im Apennin. Sie wird zusätzlich noch geräuchert. Das verleiht der Mortadella zusätzlich spezielle Würze.

Deutsche Mortadella: Erklärung, Beschreibung

Generell wird in Deutschland ein Aufschnitt-Grundbrät verwendet, dem gehackte und geschälte Pistazien hinzugefügt werden. Die Abfüllung erfolgt in braune Kunstdärme (90/50). Gegart wird 90 Minuten lang. Diese Art wird Schinkenwurst, Pistazienwurst oder norddeutsche Mortadella genannt.

Für die süddeutsche Mortadella wird ein Brät mit gegarter Schweinezunge und fettem Speck verwendet. Der Anteil an Pistazien wird bei dieser Art stark reduziert.

Die Paprikamortadella fällt sofort wegen der bunten Färbung des Bräts auf. Die Färbung entsteht durch das Hinzufügen von Gemüsepaprika und Rotwein.

Die bunte Mortadella wird mit Kochschinken und vorgegarter Schweinezunge hergestellt.

Alle Sorten der deutschen Mortadella haben aber gemeinsam, dass sie nach dem Brühen geräuchert werden. Darüber hinaus ist der Durchmesser kleiner. In den letzten Jahren wird in Deutschland immer häufiger deutsche Mortadella aus Geflügelfleisch angeboten.

Fazit: Warum heißt die Mortadella „Mortadella“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Die Mortadella stammt aus Italien. Wer eine italienische Spezialität kosten möchte, sollte auch zum Original greifen. Sonst hat es mit der ursprünglichen Wurstspezialität nichts mehr zu tun. Myrtenbeeren schmecken ähnlich dem Pfeffer, aber trotzdem anders. Spezialitäten der jeweiligen Region sind ein Spiegel der jeweiligen Gegend und deren Produkte. Die Mortadella wird dünn aufgeschnitten und gilt als italienische Delikatesse und wird in Maßen zu speziellen Anlässen gereicht. Wer sich an die Tradition hält, muss sich auch keine Kalorien fürchten und kann trotzdem den vollen Geschmack genießen.

Was ist Hard Seltzer? Bedeutung, Definition, Erklärung

Hard Seltzer: Ein neues Trend-Getränk erobert Europa

Wasser mit Kohlensäure und Alkohol. Der neue Trend heißt „Hard Seltzer“ und kommt nach Deutschland. Per Definition bedeutet Hard Seltzer so viel wie sprudelndes Wasser, versetzt mit Alkohol und manchmal auch mit Fruchtgeschmack. Dabei wird der Alkohol aber nicht einfach mit dem Wasser gemischt. Viel mehr handelt es sich bei der Herstellung um ein gebrautes Getränk. Den Ursprung findet das Trend-Getränk in Amerika. Dabei wird meist Alkohol auf der Basis von Malz oder Zuckerrohr genutzt. Im Rest der Welt kommt eher neutraler, fermentierter Alkohol zum Einsatz.

Die Tatsache, dass der Alkoholgehalt meist bei rund 5 Volumenprozent liegt, macht das Getränk zu einem sehr leichten Getränk. Die Flüssigkeit erinnert ein wenig an die Market La Croix, welche im Jahr 2015 ebenfalls beginnend aus den USA einen regelrechten Trend auslöste. Dabei handelte es sich um Wasser aus der Dose mit leichten Geschmacksrichtungen. In Amerika erlebte das Getränk insbesondere deshalb einen so großen Erfolg, weil sich immer mehr Amerikaner von den süßen Limonaden abwenden und gesunde Getränke probieren möchten. Der nächste Schritt heißt jetzt: Zum Wasser und dem Geschmack kommt jetzt Alkohol.

Was ist Hard Seltzer? Bedeutung, Definition, Erklärung, Geschichte

Nachdem es bereits alkoholfreie Biersorten gibt, sollte es auch Alkohol mit Wasser geben, dachten sich die Gründer. Schon 1993 kam diese Idee mit der amerikanischen Biermarke Coors auf. Sie entwickelten das Getränk Zima: sprudelnder Alkohol aus der Dose. Damals war jedoch noch nicht der richtige Zeitpunkt für ein solches Getränk, auch wenn der Ansatz bereits da war. Seit 2008 gibt es das Getränk in Amerika nicht mehr, lediglich in Japan ist es auch heute noch erhältlich. Einige Jahre später startete dann die Erfolgsgeschichte von Hard Seltzer.

Der Beginn erfolgte 2013 mit der Marke SpikedSeltzer mit Sitz in Boston. Wie die Legende des Unternehmens besagt war es die Liebe der beiden Gründerehefrauen zu Mineralwasser, die die beiden Erfinder zu ihrem Getränk inspirierten. Am Anfang sorgte der Wasser-Alkohol noch für befremdliche Reaktionen im Einzelhandel, doch mit der Zeit legte sich die anfängliche Verwirrung. Nur drei Jahre später waren bereits über eine viertel Million Kisten des Getränks verkauft. Ein Jahr später übernahm SpikedSeltzer die Firma und nannte sie in Bon & Viv um. Im Jahr 2019 kam dann der Durchbruch. Der Umsatz mit dem Getränk steigerte sich allein in diesem Jahr um unglaubliche 200 Prozent. Die Unternehmer rechnen bis 2021 mit einem Umsatz von über 2,5 Milliarden US-Dollar.

Hard Seltzer: Mehr Nachfrage nach leichten Getränken

85 % der in Amerika verkauften Getränkedosen kommen aus Truly oder dem Hause White Claw, wobei Truly zu der Boston Beer Company zählt. Bereits im Jahr 2018 teilte Brewers Association mit, dass der Bierumsatz in Amerika bei lediglich 4 Prozent liegt, während alkoholarme und leichte Alternativen einen regelrechten Boom erleben.

Auf den ersten Blick gehört Hard Seltzer zu den „Ready to Drink“ – Produkten. Doch es gibt eben noch weitere Vorteile. Die Tatsache, dass das Getränk lediglich 100 Kalorien je Dose hat, kaum Kohlenhydrate enthält, wenig Alkohol beinhaltet und glutenfrei ist, macht es besonders bei jungen Menschen beliebt. Genau das erkannten auch die Hersteller in Amerika. In Zeiten, in denen alkoholfrei Bars wie Pilze aus dem Boden spriesen und sich immer mehr Menschen um die eigene Gesundheit und den Körper Gedanken machen, ist ein solches Produkt ein echter Erfolg und ein perfektes Getränk zur richtigen Zeit. Hard Seltzer zielt dabei nicht auf ein bestimmtes Geschlecht oder eine Zielgruppe ab, sondern stellt ein Lebensgefühl ins Zentrum. Außerdem stellen die Macher seinen Nutzen in den Vordergrund. Es kann sowohl auf den Ausflug mit dem Boot mitgenommen werden wie auch zum Picknick am Nachmittag oder dem Abendessen am Strand.

Sprudelwasser mit Alkohol: Steuerprobleme in Deutschland

Längst nicht nur auf dem amerikanischen Markt ist das Sprudelwasser mit Alkohol beliebt. Der Trend kommt auch in großen Schritten nach Deutschland. Erst kürzlich sorgte ein Bericht im Mirror für Aufmerksamkeit. Demnach gründete Coco-Cola die EH Canning Tochterfirma in Großbritannien, um etwa ein Hard Seltzer herauszubringen. In Deutschland halten sich die Big Player bisher zurück.

Die gesamte Branche gibt sich, was das Sprudelwasser mit Alkohol anbelangt, sehr zögerlich. Den kleineren Anbietern kommt das zugute. So kam etwa kürzlich Holy Hard Seltzer mit vier unterschiedlichen Sorten auf den Markt. Viele Experten sehen die steuerliche Situation und die Bierkultur in Deutschland für die wichtigsten Gründe, warum sich hinsichtlich des Trend-Getränks so schwergetan wird. Der Markt in England und Amerika sei deutlich dynamischer als der deutsche Markt.

Eine besondere Hürde, da sind sich Getränkeexperten einig, ist die Alkoholpopsteuer. Seit 2004 besteht sie und wurde damals von der Bundesregierung verhängt, nachdem insbesondere Alkoholpops mit ihrem süßen Geschmack viele Jugendliche an den Alkohol heranführten. Die Steuer gilt seitdem auf alle alkoholhaltige Süßgetränke, die sich verschlossen und bereits gemischt in einem Behältnis befinden und deren Gehalt an Alkohol zwischen 1,2 und 10 Prozent Volumen liegen. Ob diese Steuerregelung auch für Hard Seltzer greift, ist stark vom Herstellungsverfahren abhängog. Pauschal kann nicht die Behauptung getroffen werden, dass Hard Seltzer kein Alkoholpop ist. Unter der Oberfläche, so berichten es Kenner der Branche, brodelt es hinsichtlich des neuen Trend-Getränks in der Dose bereits gewaltig – auch und vielleicht gerade in Deutschland.

Was bedeutet Geschwurbel, Schwurbler, schwurbeln? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Geschwurbel“ ist ein abwertender Begriff aus der Umgangssprache und entspricht in etwa dem Geschwafel, dem Geschwätz oder dem Gelaber, im Sinne von bedeutungslosem, konfusem Gerede. Von einem Geschwurbel ist immer dann die Rede, wenn ein Zuhörer oder Leser von einem Redner oder einem Schreiber mit wirren, unverständlichen oder inhaltsleeren Aussagen konfrontiert wird. Geschwurbel geht weit über die Redewendung „Lange Rede kurzer Sinn“ hinaus. Denn eine lange Rede muss noch lange kein Geschwurbel sein. Eine lange Rede ist dann Geschwurbel, wenn sie keinen Sinn ergibt. Schwurbeln meint ein verworrenes und logisch nicht nachvollziehbares Gerede oder Geschreibe.

Jemand der Geschwurbel verbreitet, „schwurbelt“. Diese Person kann dann Schwurbler genannt werden.

Siehe auch: Was sind Verschwörungsmythen, Verschwörungserzählungen?

Was bedeutet Geschwurbel, Schwurbler, schwurbeln? Bedeutung, Definition, Erklärung

Leider sind die, die schwurbeln, immer davon überzeugt, wichtige und besonders inhaltsvolle Texte oder Reden von sich zu geben. Dieser Widerspruch ist fatal. Denn er lässt keine Mitte zu. Es gibt beim Schwurbeln kein ehrliches Zusammentreffen zwischen Schwurbler und Zuhörer oder Leser. Denn entweder erklärt der Zuhörer dem Schwurbler ehrlich, dass er nichts von dem Geschwurbel versteht oder der Zuhörer tut so, als würde er etwas verstehen, weil alles andere entweder peinlich für den Schwurbler oder peinlich für den Zuhörer ist. In beiden Fällen kann sich der Schwurbler allerdings selbstgefällig auf die Schulter klopfen. Denn er wird entweder davon überzeugt sein, dass er zu genial für den Zuhörer ist und der seine Aussagen deswegen nicht verstehen kann oder aber der Zuhörer gibt dem Schwurbler Recht, um nicht zugeben zu müssen, dass er nichts verstanden hat. Auch dann wird der Schwurbler das sichere und selbstgefällige Gefühl haben, der Genialere von beiden zu sein.

Woher kommt das Wort „Geschwurbel“? Wortherkunft, Bedeutung

Die Herkunft des Wortes „Geschwurbel“ lässt sich bis ins Mittelhochdeutsche zurückverfolgen. Dabei handelt es sich um eine Sprachstufe des Deutschen, die dem Hochmittelalter zwischen 1030 bis 1350 nach Christus zugeordnet werden kann. Mittelhochdeutsch wurde im ober- und mitteldeutschen Raum gesprochen, nicht aber im nieder- bzw. plattdeutschen. Das ist sicher der Grund dafür, weshalb „Geschwurbel“ und „schwurbeln“ als umgangssprachliche Begriffe nicht landesweit bekannt sind und in Niederdeutschland, also im heutigen Norddeutschland nicht vorkommen.

„Schwurbeln“ kommt vom mittelhochdeutschen Wort „swerben“, das schwindlig werden oder auch taumeln, sich wirbelnd bewegen, sich in verwirrter Menge bewegen oder sich im Kreis drehen bedeutet. Diese Wortherkunft erklärt, was es mit dem Geschwurbel auf sich hat. Wer schwurbelt, kann keine klaren Gedanken fassen. Er redet oder schreibt so verwirrend, dass ihm niemand folgen kann. Da es sich bei dem Wort „Geschwurbel“ um einen umgangssprachlichen Begriff handelt, dessen Herkunft Jahrhunderte zurück reicht, ist zu überlegen, warum er sich so lange im verbalen Gedächtnis der Menschen gehalten hat. Vermutlich liegt ihm eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung zugrunde.

Was steckt hinter dem „Geschwurbel“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Möglicherweise ist es einer dieser Begriffe, die es den einfachen, weniger gebildeten Menschen ermöglichten, ihre geistige Unfähigkeit, gelehrten Ideen zu folgen, sprachlich auf das Gegenüber zu projizieren. Über Jahrhunderte konnten einfache, ungebildete Menschen den Reden von Gelehrten und Kirchenleuten kaum folgen. Bis in die Neuzeit hinein war deren Sprache das Latein. Vielleicht haben diese Menschen von sich auf diese Redner geschlossen. Wenn sich in ihrem Kopf alles drehte und sie „nur noch Bahnhof“ verstanden, wie wir heute sagen würden, haben sie vielleicht ihre eigenen Schwäche auf das Gegenüber projiziert. Sie haben nicht ihre eigenen begrenzten geistigen Möglichkeiten erkannt, sondern stattdessen pauschal die Ideen der Gelehrten als Geschwurbel abgetan. Dies würde erklären, weshalb dieser Begriff noch heute eine ausschließlich abwertende Bedeutung hat.

Wer diesen Begriff heute verwendet, tut dies vielleicht aus demselben Grund. Entweder das Gesagte oder Geschriebene ist tatsächlich wirres Zeug. Oder aber der Zuhörer oder Leser ist geistig schlicht nicht in der Lage, dem Redner oder Schreiber zu folgen und tut ihm mit der Beschreibung seiner Arbeit als Geschwurbel Unrecht.

„Pseudos“, „Selbst-Ernannte“, Schwurbler und ihr Geschwurbel

Geschwurbel findet sich überall da, wo viel geredet und wenig gesagt wird. Das kann in allen gesellschaftlichen Bereichen der Fall sein. Sicher gibt es einige Bereiche, die dafür prädestiniert sind und Schwurbler geradezu anziehen. Das ist häufig in einem politischen, religiösen oder geisteswissenschaftlichen Umfeld der Fall. Normalerweise sind Schwurbler wenig erfolgreich. Denn Schwurbeln ist mehr als schlechter Stil.

Schwurbeln zeigt, dass der Redner oder Schreiber keine klaren Gedanken fassen kann. Ein solcher Mensch wird dann häufig auch als Pseudowissenschaftler, Verschwörungstheoretiker oder als religiöser Eiferer bezeichnet. Echte Fans lassen sich davon nicht abschrecken. Das war schon bei den mittelalterlichen Wanderpredigern so. Die Charismatischsten unter ihnen konnten ihre Zuhörer mitreißen, obwohl sie nicht einmal deren Sprache beherrschten.

„Lemprièr’s Wörterbuch“ und der sogenannte Übersetzerstreit

Ein Beispiel dafür, welche Folgen ein Schwurbeln im literarischen Bereich haben kann, war der sogenannte Übersetzerstreit im Jahr 1992. Es ging um die deutsche Übersetzung von Lawrence Norfolks „Lemprière’s Dictionary“. Das Buch „Lemprièr’s Wörterbuch“ erschien 1992 im Albrecht Knaus Verlag und war im Grunde unleserlich. Unzählige deutsche Leser waren damals der Meinung, dass es an ihrer geistigen Begrenztheit läge, weshalb sie der vermuteten Genialität des Autors nicht folgen konnten. Erst Ende des Jahres 1992 wurde allen Betroffenen klar, dass es sich bei dem Buch lediglich um eine völlig missglückte Übersetzung ins Deutsche handelte. Die vermeintliche Inhaltsschwere war nichts als eine geschwurbelte Inhaltsleere, aufgrund des falsch verstandenen Ausgangsmaterials durch den Übersetzer. Seine unsinnige Übersetzung ließ eine halbe Leserschaft an ihren geistigen Fähigkeiten zweifeln. Die andere Hälfte hingegen hielt das Buch für intellektuell anspruchsvoll. So ist das mit Geschwurbel.

Was ist der Utility Trend? Was ist Utility Style? Erklärung

Als „Utility Trend“ bzw. „Utility Style“ wird Mode bezeichnet, die auf Militär-Uniformen, Alltagskleidung und Gebrauchskleidung von Arbeitern basiert. Mode im Utility Style hat eine große Funktionalität.

Vor Jahren wurde Gebrauchskleidung für wirtschaftliche Zwecke eingeführt. Gebrauchskleidung wurde von Arbeitern als Teil ihrer Uniform getragen. Wenn Sie in den letzten Saisons der Mode gefolgt sind, wurde dieser vom Militär und von Arbeitern inspirierte Trend überall auf der Welt entdeckt. Jetzt wurden grundlegende Jacken, Westen, Hosen, Pullover, Hemden und Anzüge neu gestaltet, um die Funktionalität zu verbessern. Utility Wear ist leicht zu tragen und ein Trend, der sich 2020 lohnt.

Was ist der Utility Trend? Was ist Utility Style? Erklärung

Der Utility Trend nutzt Elemente aus den Uniformen der Handarbeit und interpretiert sie zu einem modernen Trend. Der größte Vorteil des Trends ist die Funktionalität. Das richtige Stück passt problemlos in Ihre Alltagskleidung. Egal, ob Sie überlegen, was Sie für eine Veranstaltung oder ein Festival anziehen möchten, dieser Trend hat Sie abgedeckt.

Von Arbeitskleidung inspirierte Kleidungsstücke werden ebengalls immer beliebter. Tauschen Sie Ihre einfachen T-Shirts und Jeans gegen moderne Gebrauchskleidung. Die erdige Farbpalette, die militärischen Untertöne und die Sanddünenfarben lösen knallige Farben auf dem Markt ab.

Kesselanzüge, Safarijacken, scharfe Kragen, lockere Silhouetten, Gürteltaschen und klobige Turnschuhe gehören zum Trend der Gebrauchskleidung. Die „It“ -Tasche von 2019 ist die Gürteltasche, die als Streetstyle-Trend der Popkultur-Ikonen begann. Die Gürteltasche aus den 80ern feiert dank Chanel, Louis Vuitton und anderen großen Modehäusern ein Designer-Comeback.

Warum hat der Utility-Trend / Utility-Style Zukunft? Erklärung, Bedeutung, Definition

Utility ist in diesem Frühjahr das große Schlagwort in der Herrenmode. Von kultigen japanischen Streetwear-Marken bis hin zu den Marktführern des italienischen Luxus treten alle auf. Die Stoffe werden leichter und widerstandsfähiger, die Anzahl und Größe der Taschen nimmt zu, und intelligente technische Details treten in den Vordergrund. Die Message hinter dem Utility Trend ist ganz klar: Es reicht nicht mehr aus, dass Ihre Kleidung nur noch gut aussieht. Sie müssen auch darauf achten, dass die Kleidung einen Nutzen hat.

Die Idee, dass Kleidung einen Zweck erfüllen sollte, der nicht nur gut aussieht, ist nicht neu. es geht der Mode selbst voraus. Seit unsere entfernten Vorfahren die isolierenden Eigenschaften von Wollmammuthaut entdeckt haben, haben wir uns mit Kleidung befasst, um auf die Herausforderungen unserer Umwelt zu reagieren. Sie sind im Wesentlichen funktionale Gegenstände. Welchen ästhetischen Wert sie auch haben, ist zweitrangig gegenüber der Verpflichtung, dass die Kleidungsstücke uns vor der Kälte schützen sollen. Das soll nicht heißen, dass wir auf die Ästhetik komplett verzichten müssen. Andererseits sollten wir Kleidung auch nicht als Mittel zur äußerlichen Selbstdarstellung betrachten. Für den Utility Trend muss die Form der Kleidung jedoch durch eine zugrunde liegende Funktion rationalisiert werden. Männer möchten gerne eine Stilwahl rechtfertigen können. Die funktionale Natur dieses Looks ist eine, die sie ihren Freunden sicher erklären können.

Funktion ist alles. So wie sich der Urmensch in Pelze gewickelt hat, um sich vor der Kälte zu schützen, so zieht der heutige „Utilitarist“ seine Kleidung an, um sich vor den Gefahren der Außenwelt zu schützen. In der Praxis bedeutet dies, eine Sichtweise auf den Stil anzunehmen, die von den spezifischen Anforderungen des modernen Stadtlebens geprägt ist. Beim Utility Trend werden Kleidungsstücke für andere Zwecke entwickelt, an die Bedürfnisse der Menschen angepasst und können vielseitig verwendet werden.

Mitbegründer dieser Bewegun ist ein gewisser Errolson Hugh, dessen Kultlabel Acronym eine Vision zeitgenössischer Streetwear präsentiert. Seine funktionalen Kleidungsstücke haben eine entscheidende Rolle dabei gespielt, diesen Look einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Fazit: Was ist der Utility Trend? Was ist Utility Style? Erklärung

Die Utility-Bewegung kann als subtile Weiterentwicklung des Outdoor-Trends angesehen werden, bei dem die wetterfesten Stoffe und die technische Konstruktion spezieller Outdoor-Ausrüstung in Kleidung verpackt wurden, die für eine in der Stadt lebende Kundschaft geeignet ist. Der Hauptunterschied? Während der Outdoor-Trend den Geist der Natur kanalisierte, ist dies ein Look, der in kaltem Beton und Stahl verwurzelt ist. Die Palette aus Schwarz, Olivgrün und Asphaltgrau ist so konzipiert, dass sie sich eher einfügt als auffällt.

Warum heißt Leberkäse „Leberkäse“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Leberkäse hat weder explizit etwas mit Leber noch (bis auf eine Ausnahme) etwas mit Käse zu tun. Etwas Leber kann aber enthalten sein, jedoch stammt von ihr nicht der Name. Es gibt übrigens in einigen Regionen (vor allem in Österreich) auch andere Bezeichnungen für diesen Laib aus Brühwurst in der der charakteristischen eckigen Pastetenform, so zum Beispiel Fleischkäse. Auch das hat nichts mit Käse und nur begrenzt etwas mit Fleisch und Leber zu tun. Darüber kennt man zumindest in Bayern auch Schweinskäs´ (nur mit Schweinefleisch, aber wiederum ohne Käse) und Kalbskäs´.

Warum heißt Leberkäse „Leberkäse“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Das Wort „Leberkäse“ wird aus dem Althochdeutschen abgeleitet, das etwa zwischen 730 bis 1060 gesprochen wurde. Es bedeutete „Reste im Kasten“ und verweist treffend auf die Herstellung von Leberkäse. Dabei standen die Worte

  • Leber für althochdeutsch laiba (= Rest) und
  • Käse für althochdeutsch = Kasten,

woraus sich die Bedeutung ableitet. Die Menschen im Mittelalter sammelten einfach alles zusammen, was sie noch an Fleisch- und Wurstvorräten vorfanden, und brühten daraus den bekannten Laib in Kastenform.

Wie wird Leberkäse heute zubereitet? Erklärung

Die Basis für den Fleischkäse ist dasjenige Brät, das auch für Fleischwurst eingesetzt wird. Es besteht aus Speck, magerem, sehnenarmem Schweinefleisch, fein geraspeltem Eis, manchmal etwas Rindfleisch, gelegentlich auch etwas Leber und Gewürzen. Nachdem die Zutaten fein gekuttert wurden, kommen als typische Gewürze (wichtig für den Geschmack)

  • Pfeffer,
  • Pökelsalz,
  • Macis,
  • Ingwer und
  • Koriander

hinzu. Gewerblich hergestellter Leberkäse enthält auch Farbstabilisatoren und Glutamat. Das Pökelsalz macht den Leberkäse an sich rot, doch erst die Farbstabilisatoren erhalten diese Rötung. Anschließend kommt die Masse in einen kastenförmigen Bräter und wird im Backofen gegart. Es gibt spezielle Leberkäsformen. Berühmt ist das Gericht vor allem in Bayern. Daher wird es dort und auch in anderen deutschen Regionen als „Bayerischer Leberkäs(e)“ vermarktet.

Ist in Leberkäse Leber enthalten? Erklärung, Bedeutung

Da man diese Art gebackene Brühwurst nun schon seit 1.000 Jahren „Leberkäse“ nennt, erwarten viele Menschen, dass wirklich Leber enthalten ist. Käse erwarten sie eigenartigerweise nicht. Im Laufe der letzten etwa 100 Jahre wurde daher in die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs die Vorschrift aufgenommen, dass Leberkäse außerhalb von Bayern zwingend Leber enthalten muss (in Bayern jedoch nicht unbedingt), es sei denn, der außerhalb von Bayern angebotene Leberkäse heißt „Bayerischer Leberkäse“. Dann kann er, muss aber nicht unbedingt mit etwas Leberanteil zubereitet werden. Wenn die Leber vorgeschrieben ist, gibt es wiederum keine speziellen Anweisungen für die Höhe des Leberanteils, außer bei Stuttgarter Leberkäse: Dieser muss mindestens 5 % Leber enthalten. Hierfür garen die Hersteller zuerst Speck und Schweineleber vor, anschließend kuttern sie diese Zutaten zusammen mit dem Brät.

Varianten von Leberkäse

In Deutschland verwendet man für die Herstellung von Leberkäse zumeist Standardrezepte. Beispiele wären hierfür der gebackene Fleischkäse mit blanchierten Speckwürfeln, der grobe Fleischkäse mit Jagdwurst im Grundbrät und als Zugabe Fleisch (zerkleinert, aber nicht gewolft), weißer Leberkäse mit Bratwurst als Grundbrät und ohne Pökelsalz, sodass der Leberkäse fast weiß bleibt, Schweinskäse mit einem Fettnetz, Stuttgarter Fleischkäse mit grob gewolftem Schweinebauch sowie einem Grundbrät aus Bratwurst, Stuttgarter Leberkäse mit mindestens 5 % Schweineleber sowie Fränkischer Leberkäse ebenfalls mit roher Schweineleber. In Österreich kennt man den Neuburger mit weniger Schweinefett, außerdem gibt es noch den Kalbskäse mit Gelbwurst und ohne Pökelsalz sowie den Kalbfleisch-, Putenfleisch- und Pferdeleberkäse. Es gibt sogar einen Käseleberkäse, der tatsächlich etwas Käse enthält (Emmentaler oder Bergkäse). Dort kommen auch Einlagen wie Champignons, Salami und Oliven hinein.

Typische Gerichte mit Leberkäse

Bayrischer Leberkäse wird gern mit Kartoffelsalat und Spiegelei serviert. Sehr oft erhält man auch auf Weihnachtsmärkten die Leberkäsesemmel, weil sich kalter Leberkäse ähnlich wie eine Lyoner schneiden lässt. Auf die Leberkäsesemmel (Brot funktioniert auch) kommt süßer oder mittelscharfer Senf. Diese Semmel ist eine beliebte Zwischenmahlzeit. Des Weiteren lässt sich Leberkäse in der Pfanne aufbraten. Er ist dann „abgebräunt“, dazu passen Rotkraut, Spiegelei und Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat. Darüber hinaus lässt sich Leberkäse panieren, als falsches Cordon bleu zubereiten und in einer Aluminiumbackformen aufbacken.

Warum heißt der VW Bus auch „Bulli“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Der VW Bulli heißt offiziell „VW Transporter“. Dann folgt das T mit einer Ziffer. Diese wiederum steht für den Typ oder das Nachfolgemodell. Mittlerweile gibt es den T3 bis T6. Ab 2021 kommt der T7 auf den Markt.

Wie kam der VW Bulli zu seinem Namen? Namensherkunft

Die Bezeichnung Bulli sollte eigentlich den Zusammenhang von Bus und Lieferwagen symbolisieren, wurde jedoch aus rechtlichen Gründen bis 2007 nicht offiziell verwendet. Das hängt mit der geschützten Bezeichnung Bulli zusammen, die sich die Kässbohrer Geländefahrzeug AG in den 50-er Jahren sichern ließ. Erst zum 60.- Geburtstag des VW Transporters durfte die Volkswagen AG den Namen erwerben. Die Übergabe fand bei der Jubiläumsfeier statt.

„Bulli“ setzt sich also aus den Worten „Bus“ und „Lieferwagen“ zusammen. Fans der VW Transporters T2 und T3 verwenden die Bezeichnung „Bulli“ gerne.

In seiner ersten Form wurde der VW Transporter von 1950 bis 1967 mit unterschiedlichen Modifikationen gebaut. Er verfügt jeweils über einen 1,1 bis 1,5 Liter Ottomotor. Die sich bis heute anschließenden Modellreihen T3 und T6 verfügen jedoch schon jeweils über die aktuellen Leistungsprofile.

VW Bus T (Bulli): Geschichte

In den 1930-er Jahren konzipierten die Techniker der Volkswagen GmbH den ersten VW Käfer. Sein Motor sollte später die Basis für den ersten VW Bulli T1 werden. Während des Krieges stellten die Verantwortlichen die Produktionen jedoch zugunsten militärischer Fahrzeuge um.

Nach Kriegsende konzentrierte sich Volkswagen in erster Linie auf die Herstellung des Käfers. Einen Markt für Nutzfahrzeuge, auf dem man den VW Transporter hätte verkaufen können, gab es nur bedingt. Noch waren die Lastkraftwagen, die den Krieg überstanden hatten oder den Alliierten abgekauft wurden, im Einsatz. Mit dem zunehmenden Wiederaufbau in Westdeutschland benötigten die Handwerker und der Handel aber zunehmend günstige Kleintransporter, die sich auch wirtschaftlich betreiben ließen.

Warum heißt der VW Bus auch „Bulli“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung, Geschichte

1947 war der Käfer noch der einzige Verkaufsschlager der Wolfsburger. Dabei setzte das Werk schon auf Exporte. Bei einer Besichtigung fiel dem niederländischen Exporteur Ben Pon die motorisierten Plattenwagen auf. Sie wurden benutzt, um Arbeitsmaterialien und Teile von einem Arbeitsplatz zum nächsten zu transportieren. Angetrieben wurden sie jeweils von einem Käfermotor. Auch das Chassis stammte vom Erfolgsmodell. Hinten saß der Fahrer. Vor ihm befand sich eine festmontierte Platte, auf der beispielsweise Bauteile oder Werkzeuge verlagert wurden. Ben Pons schloss daraus, dass sich der Käfer in modifizierter Form auch als Kleintransporter eignen würde. Er ging von einer Nutzlast von bis zu 750 Kilogramm aus. Als typische Abnehmer konnte er sich Handwerker, Händler und Bauern vorstellen. Das Fahrzeug war als Pritschenwagen oder Kombi denkbar. Es dürfte auch nicht sehr viel teurer werden als ein fast baugleicher Käfer. Sein Vorschlag wurde von der Geschäftsleitung, dem Vertrieb sowie der Entwicklungsabteilung der Volkswagen GmbH positiv aufgenommen.

1948 kreierte die Entwicklungsabteilung von VW den ersten VW Transporter, der auch als Bulli bekannt wurde. Der Kleintransporter erhielt die Kurzbezeichnung T2.

Da Volkswagen seinen Bulli nicht selbst mit allen möglichen Zusatzaufbauten versehen konnte, ging die Firma Partnerschaften ein oder vergab für diese Zwecke Lizenzen. Ein bekannter Kooperationspartner wurde die Westfalen Mobil GmbH oder kurz Westfalia, die noch heute wertbeständige VW Campingbusse ausstatten.

Die zunehmende Auslastung in Wolfsburg machte Auslagerung der VW Bulli Produktion notwendig. 1955 ging im Hannover ein neues Werk in Betrieb, dessen Mitarbeiter in Wolfsburg für ihre anspruchsvollen Aufgaben geschulten wurden. Bis zu 5.000 Kollegen bauten in der Spitzenzeit bis zu 200 Transporter pro Tag.

Wie wurde der VW Bulli konzipiert?

Der Bulli sollte ein Gewicht von bis zu 750 Kilo tragen können. Grundsätzlich wurde er als Nutzfahrzeug für den Handel sowie das Handwerk geplant. Kurz darauf kam der eigentlich für den amerikanischen Markt entwickelte VW Samba heraus, der sich primär an Familien und deren Reisebedürfnisse richtete.

Bei der Umsetzung konnten einige Komponenten des VW Käfers übernommen werden. Dazu zählten der Motor, das Getriebe sowie die Vorderachsen, die jedoch modifiziert werden mussten.

Der Rahmen sowie die Hinterachse des VW Käfers waren jedoch für die geplante Zuladung nicht robust genug. Deshalb wählten die Ingenieure ein neu konstruiertes Fahrgestell mit tragender Karosserie. Außerdem verwendete man die Leichtbauweise. Den vom VW Käfer stammenden luftgekühlten Boxermotor setzten die Ingenieure im Heck des Fahrzeuges ein. Seine Leistung wurde jeweils von einem 1,1 bis 1,5 Liter Boxermotor geleistet. Im Laufe der Jahre verbaute man jedoch immer leistungsfähigere Motoren, die den Bedürfnissen der Kunden und den gestellten Anforderungen entsprachen.

Der Handel und das Handwerk benötigten nach der Währungsunion einen VW Bulli, der sowohl die Mitarbeiter, ihre Werkzeuge als auch verschiedene Erzeugnisse transportieren konnte. Einige Fahrzeuge wurden mit bis zu acht zusätzlichen Sitzen ausgestattet. Dazu kamen zwei Türen, die sich nebeneinander befanden und gleichzeitig zu öffnen waren. Weitere Gegenstände konnten durch die Heckklappe eingeschoben werden. Der Platz wurde hier nur durch den Heckmotor eingeschränkt. Im Handwerk war die Pritschenversion beliebt. Ab 1958 kam die Doppelkabine dazu. In ihr fanden bis zu sechs Mitarbeiter Platz. Dafür musste sich der Unternehmer mit einer räumlich begrenzten Pritsche zufriedengeben.

Bei Handwerkern und Händlern war und ist der VW Bulli beliebt. Schon die erste Version konnte günstig erworben werden. Er kostete ungefähr das 20-fache eines durchschnittlichen Gehalts und ca. 150 Deutsche Mark mehr als ein vergleichbarer VW Käfer. Dazu kam der relativ niedrige Verbrauch.

Der VW Bulli Transporter erhält ein weltoffenes Design
Runde Formen sprechen Menschen besser an als eckige. Diese Wahrnehmung kommt auch der Aerodynamik zugute, da sich in den Rundungen kein Wind fangen kann. Auf diese Weise ist das Fahrzeug nicht nur schneller, sondern verbraucht auch weniger Treibstoff.

Der VW Transporter der ersten Baureihe, der den Namen Bulli als erstes verdient hätte, stach durch seine beiden vertrauenserweckenden großen Scheinwerfer hervor. Dazu kam das große VW-Logo und die Anbauten.

Wurde der Bulli als Familienauto erworben, wurde er zum motorisierten Angehörigen. So sahen und sehen es einige Menschen, die einen Bulli besaßen oder noch ihr eigen nennen. Dafür sorgte auch seine Frontpartie, die auf Menschen wie ein freundlich lächelndes Gesicht wirkt. Somit wurden dem Fahrzeug auch Charakterzüge zugesprochen, die sich teilweise mit denen seines Besitzers decken konnten.

Der VW Bulli für die Familie

In den frühen Fünfzigerjahren konnte man in Deutschland wieder an das Reisen denken. Nur das Fliegen war sehr teuer. Deshalb benötigte die Familie einen VW Bulli, in dem eine größere Gruppe Platz fand.
Vor allem in den U.S.A. wurde der VW Bulli Samba ab 1951 zum Verkaufsmagneten. Der Samba besaß bis zu acht Sitzplätze, mehrere Dachfenster und ein Schiebedach. Außerdem wurde er in zwei- oder dreifarbiger Lackierung angeboten. Erst als die amerikanischen Automobilhersteller die betreffenden Lücken in ihren Produktlinien mit eigenen höher motorisierten Fahrzeugen schlossen, musste sich der Konzern primär auf das europäische Geschäft mit dieser Variante konzentrieren. Mit dem Ende der Produktion des T1 lief auch der Samba 1967 aus. Bei den Nachfolgern sah VW jedoch ein vergleichbares Fahrzeug nicht mehr vor.

Warum tragen viele Rapper ein „Lil“ im Namen? Erklärung, Bedeutung


Lil Uzi Vert oder Lil Baby, aber auch DaBaby oder Juice WRLD: Viele Hip-Hop-Stars verwenden infantile, verniedlichende Pseudonyme, die sie scheinbar kleiner, vor allem aber jünger machen. Das „Lil“ im Namen dominiert dabei ganz eindeutig. Der Trend hat einen Hintergrund. Diesen erfährst du in diesem Beitrag.

Warum tragen viele Rapper ein „Lil“ im Namen? Erklärung, Bedeutung

Es ist hier niemand bei der Namenserfindung (die Namen sind durchweg Pseudonyme) auf der Tastatur ausgerutscht. Die derzeit erfolgreichsten US-Hip-Hopper heißen ganz bewusst so. Sie dominieren schon seit Anfang 2020 die Billboardcharts, denn in den USA entfielen acht der Top-Ten-Singles allein im Juli auf das Genre. Ähnlich sieht es in den Albumcharts aus.

Daher ist es durchaus interessant, nicht nur den Hip-Hop selbst, sondern auch die Geschichte und den Hintergrund seiner Namensfindung zu kennen. Grundsätzlich gilt: Ein Name muss in dieser Szene immer punktgenau zum Stil passen. Die Rapper legen sich daher grundsätzlich Künstlernamen zu, was inzwischen eine lange Tradition hat. Jeffrey Ogbar (University of Connecticut) hat lange dazu geforscht und gilt inzwischen als Hip-Hop-Experte. Er beschreibt die Entwicklung so: Ein Pionier des Genres war Grandmaster Flash. Er trat seit den 1970er-Jahren unter seinem Pseudonym auf. Seine Kollegen folgten ihm alsbald und erfanden ihre Pseudonyme nach eigenen Charakteristika. Ein Beispiel wäre Twista: Dieser Name (in etwa: „Wirbelwind“) passte zu seinem blitzschnellen Rap-Stil.

Die aktuellen Künstler gehen teilweise ebenfalls diesen weg. So hat Lil Uzi Vert die Uzi im Namen, weil er „wie ein Maschinengewehr“ rappt (Uzi ist eine israelische Maschinenpistole). Der Künstler gab dies in einem Interview mit dem Fachmagazin „Vibe“ preis. Doch das erklärt noch nicht das „Lil“ im Namen. Dieses steht nämlich für „Little“, also „klein“, und ist ein Slangausdruck der afroamerikanischen Szene. Der Hip-Hop, der grundsätzlich mit der Sprache und der daraus resultierenden Identität spielt, benutzt solche Begriffe nicht umsonst. Das bedeutet im Klartext: Mit „Lil“ grenzen sich kleine von großen Rappern ab. Jene aus ihrer Sicht großen Vertreter des Hip-Hops lassen sich gern als „OG“ kennzeichnen, was für „Original Gangster“ steht. In der Gangkultur ist dieser die Eminenz. Rapper dieser Sorte sind beispielsweise Dr. Dre, Ice-T und Snoop Dogg. Nun fragt es sich natürlich, warum sich jüngere Künstler mit „Lil“ bewusst kleiner machen. Dafür gibt es einen sehr guten Grund: Der Hierarchie der inzwischen älteren Gangsta-Rapper (kein Schreibfehler, sondern Slang) setzen sie ihre Jugend entgegen.

„Lil“ für aufstrebende Rapper

Das „Lil“ steht für junge, nachrückende, aufstrebende Künstler. Ein „OG“ fördert sie oft, manchmal verehren sie ihn auch einfach und folgen seiner Tradition. So bekennt sich der junge Lil Nas X zu seinem Idol Nas. Das „Lil“ in den Namen aufzunehmen hat inzwischen eine Tradition, die bis ins Jahr 2000 zurückreicht. Ab diesem Zeitpunkt wurde „Lil“ Wayne sehr bekannt. Die infantilen Namen wurden ab sofort gern und häufig genutzt. Neben „Lil“ ist auch „Baby“ relativ häufig anzutreffen. Das verwundert bei der Jugend der Rapper nicht. Inzwischen ist die Hip-Hop-Kultur fast ein halbes Jahrhundert alt, weshalb sich die Jungen inzwischen von den Älteren abgrenzen wollen. Das erreichen sie mit dieser Art der Namensfindung. Ihre Musik zeigt das ebenfalls. Aktuell gibt es eine Trap-Welle mit dunklem, basslastigen Sound und reduzierten Texten. Ein elementares Stilmittel ist die Stimmverzerrung per Autotune. Der politische Rap fristet hingegen bei den jüngeren Hip-Hoppern eher ein Schattendasein, was die älteren Kollegen unverblümt kritisieren. Gerade angesichts der Demonstrationen gegen rassistische Polizeigewalt in den USA würde man deutliche Statements von jungen Rappern erwarten, die aber lieber Drogen und Gewalt zu ihren Themen erheben. Ausnahmen gibt es natürlich. Der Rapper Lil Baby veröffentlichte im Sommer 2020 ein Video, dessen Song die Bewegung Black Lives Matter hervorhob. Bei YouTube hat dieser Song inzwischen über 60 Millionen Klicks.

Was bedeutet „Quarantine and chill“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Quarantine and chill“ ist eine Abwandlung des beliebten Spruchs „Netflix and chill“. „Quarantine and chill“ ist schlicht die Aufforderung die Quarantäne gemeinsam zu Hause in Ruhe zu überstehen.

Der Spruch „Quarantine and chill“ verbreitet sich seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 und nimmt scherzhaft auf Quarantäne-Regeln, Social Distancing und Hygiene-Formeln (AHA).

„Quarantine and chill“ wird mehrdeutig verwendet.

Was bedeutet „Quarantine and chill“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der aus der Not, während der Pandemie, geborene Begriff bedeutet, dass man sich während dem Aufhalten im Eigenheim entspannt.

Seit dem Ausbruch des Coronavirus waren zahlreiche Menschen in Quarantäne und mussten viel Zeit in den eigenen Wänden verbringen. Zudem herrschten vielerorts Ausgangssperren, Discotheken, Bars und Restaurants waren zugesperrt oder schloßen früh und auch große Events wurden abgesagt. In Regionen mit hohen Infektionsraten wurden die Menschen aufgefordert, ihre Freizeit im Eigenheim zu verbringen.

Die beste Lösung ist, die Zeit zu Hause zu genießen und diese Phase als Auszeit vom sonst so stressigen Alltag zu sehen. Das nicht ganz freiwillige Entkommen des sonst üblichen Freizeitstresses wird als „Quarantine and chill“ bezeichnet.

Dieser junge Begriff kann jedoch auch als eine Art Aufforderung verstanden werden, die Quarantäne zusammen zu überstehen und sich dabei nahezukommen.

„Quarantine and chill“: Bedeutung, Definition, Erklärung

Um Missverständnisse und peinliche Situationen zu vermeiden, erfährst du nachfolgend, wie die Bezeichnung „Quarantine and chill“ richtig angewendet wird.

Wenn zum Beispiel die beste Freundin schreibt, kannst du unverfänglich mit dem Modeausdruck „Quarantine and chill“ antworten. Im Normalfall verstehen Freunde diesen Ausdruck in dessen ursprünglicher Bedeutung.
Auch wenn man seinen Geschwistern mit „Quarantine and chill“ auf eine unverfängliche Frage antwortet, wird dieser Begriff nicht missverstanden.

Anders verhält es sich, wenn der Ausdruck „Quarantine and chill“ in Zusammenhang mit einem Flirt verwendet wird. Wer seiner Flamme mit „Quarantine and chill“ antwortet, muss damit rechnen, dass es zu einem Missverständnis kommt. Der Gesprächspartner könnte annehmen, dass es sich um eine Einladung zum gemeinsamen Relaxen mit Körperkontakt handelt.

Warum trifft man in Dating-Apps häufig auf „Quarantine and chill“?

Anmerkung der Redaktion: „Quarantine and chill“ ist ein widersprüchlicher Begriff. Denn mit Fremden sollte man sich gerade nicht in Quarantäne begeben. Mit Menschen mit denen man im gleichen Haushalt wohnt, ist die gemeinsame Quarantäne durchaus möglich.

In zahlreichen Dating-Apps wie beispielsweise Bumble und Tinder trifft man immer häufiger auf diesen Modeausdruck, der sich aus der Corona-Pandemie entwickelt hat. Mittlerweile ist dieser Begriff sogar in Profiltexten zu finden.

Da Singles nicht wie gewöhnlich ihre Abende bei Festen, Events, in Bars und Discos verbringen können, ist ihnen oftmals langweilig. Sie suchen einfach nur Ablenkung und ein wenig Abwechslung. Singles schreiben vermehrt fremde Personen an, da dies während der Corona-Pandemie eine der wenigen Möglichkeiten ist, die Abende nicht alleine zu verbringen.

Natürlich kann es sich bei „Quarantine and chill“ auch um eine Aufforderung zum Date handeln. Wer auf einer Dating-Plattform zu „Quarantine and chill“ eingeladen wird, kann sich auf entspannte Stunden mit Körperkontakt freuen.

„Quarantine and chill“ Produkte

Der Ausdruck „Quarantine and chill“ ist mittlerweile auch der Titel eines Ratgebers.

Zudem werden seit kurzer Zeit einige Artikel als „Quarantine and chill“ Produkte beworben. T-Shirts mit dem Slogan „Quarantine and chill“ liegen voll im Trend.

Ebenso hat sich dieser Begriff bei Wellness-Produkten durchgesetzt.
Es sind sogar „Quarantine and chill“ Teemischungen am Markt, mit welchen die Zeit im Eigenheim noch angenehmer und entspannter werden soll.

Warum haben Altbauten so hohe Decken? Erklärung

1. Ansehen und Prestige im gehobenen Wohnungsbau um 1900: Altbauten und hohe Decken

Zum nahenden Ende der Kaiserzeit gab es hierzulande, und andernorts unter ähnlichen Umständen, einen immer noch bestehenden Standesunterschied. Darum waren gerade die Mitglieder vermeintlich höherer Stände spätestens seit der Erstarkung des Bürgertums sehr darauf bedacht, den eigenen sozialen Status klar und deutlich zu repräsentieren.

Bei der Mode waren das aufwendige Garderoben für die Damen mit komplizierten Regeln zur Nutzung und Etikette. Je höher der soziale Stand, desto wichtiger und aus heutiger Sicht seltsamer muteten die tatsächlichen, also sichtbaren Beispiel dieser Machtdarstellung an.

Dabei war der soziale Rang mindestens genauso wichtig wie die finanzielle Stärke. Bis in die untersten Klassen überzeugte diese aufdringliche Zurschaustellung, denn Luxus und Wohlstand gelten seit jeher als erstrebenswert.

Das gilt dann natürlich auch für die Stadtwohnungen. Sie mussten nämlich nicht nur in bester Lage bestehen, sondern auch durch Aufbau und Nutzung einen klaren Unterschied darstellen zu den engen, dunklen, stickigen und überfüllten Mietskasernen der Arbeiter. Raum ist auch heute noch dort besonders teuer, wo die Lage günstig ist und die Nachfrage groß.

Im Gegensatz zu den vormals herrschaftlichen Wohnungen und Häusern bestach darum nicht die effektive und wirtschaftliche Funktionalität der Wohnräume. Großzügige Grundrisse, nicht zu kleine Fenster und vor allem ein hohes, lichtes Deckenmaß waren und sind drei wichtige Kriterien für attraktive Wohnräume in der Stadt.

Und dieser Effekt wird immer noch sehr geschätzt, denn Altbauten mit hohen Decken wirken geräumig, hell und stets elegant. Die Neigung dazu, Wände und Decken zu kalken oder anderweitig zu weißen, war ebenfalls eine damals neue und innovative Idee, die so ganz anders, aber vor allem hygienischer wirkte als der verspielte Biedermeier oder ein überladener Klassizismus.

2. Licht, Luft und Sonne für gesunde und menschengerechte Lebensbedingungen: Hohe Decken bei Altbauten

Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war für viele Menschen sehr schwierig, wenn sie nicht das Glück hatten, wohlgeboren zu sein oder zumindest inmitten einer gutbürgerlichen Gesellschaft. Für den größten Teil der Bevölkerung waren Armut und harte Arbeit miteinander untrennbar verbunden. Das galt für die Landbevölkerung ganz besonders, sodass hier eine starke Stadtflucht passierte.

Mit der Hoffnung auf eine besser bezahlte Tätigkeit und die infrastrukturellen Vorteile von Ballungsgebieten zogen viele arme Bauern, Mägde und Knechte in die Zentren, denn hier florierte die industrielle Produktion. Was diese Menschen fanden, waren jedoch unmenschliche Arbeits- und Lebensbedingungen, wie sie vorher nicht bekannt waren.

Vor allem die Wohnungssituation war verheerend, wovon noch heute Begriffe berüchtigt sind wie Mietskasernen und Schichtschläfer, die typisch waren für diese Zeit. Nach dem Ersten Weltkrieg und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kam allerdings keine Wende im Wohnungsmarkt, vielmehr wurde diese durch die Krise 1930 noch weiter verschärft.

Wissenschaftler, Gelehrte und Kritiker forderten darum die Umsetzung der Maxime nach Licht, Luft und Sonne. In den engen Mietskasernen waren vor allem die hygienischen Bedingungen katastrophal, sodass immer wieder flächendeckende Krankheiten ausbrachen. Das Prinzip von Wohnräumen, die lichtdurchflutet und frisch belüftet werden können galt somit als gesundes Ideal im damaligen Wohnungsbau.

Zuerst begann diese Idee sich im Bereich der Krankenhäuser und Sanatorien umzusetzen, wo viele Zeitgenossen aufgrund von Lungenleiden behandelt wurde. Hier wurden auch schwache Patienten selbst bei kaltem Wetter zum Sonnenbaden aufgerufen. Die Patientenräume waren entsprechend hoch und hell, was auch angenehm und befreiend auf die Patienten wirkte.

3. Feuer und Flamme – Die Versorgung von Altbauwohnungen mit Licht und Wärme

Wer es sich leisten konnte, eine große Wohnung mit hohen Decken in einer exklusiven städtischen Lage zu bewohnen, hatte meist keine größeren Probleme damit, den täglichen Bedarf zu finanzieren. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass besonders hochwertige Altbauten lediglich große und hohe Räume besaßen für die vornehme Gesellschaft. Das Hauspersonal und die Dienstboten mussten meist immer noch unter deutlich einfacheren und engeren Bedingungen zurechtkommen.

Der Vorteil niedriger Raume mit kompakten und effektiven Grundrissen besteht insbesondere in der Wartung und Instandhaltung, also in Bezug Heizung und Licht. Gerade ein behagliches Raumklima ist außerhalb der Sommermonate auch heute noch schwierig zu erreichen, wenngleich Altbauten dabei etwas behilflicher sind. Zwar besitzen diese Altbauten oft noch klassisches Mauerwerk, doch große Fenster lassen viel von der Außenatmosphäre in die Wohnung hinein.

Das bedeutet gerade im Winter einen hohen Aufwand, um diese Räume angemessen zu beheizen. Jedoch besteht neben diesen Nachteilen auch ein praktischer Vorteil darin, Räume mit hohen Decken zu nutzen. Tatsächlich wurden diese Gebäude ursprünglich vornehmlich mit Gas beheizt und beleuchtet. Üblich waren dafür Gasöfen mit offenen Flammen und Lichter, die nach dem Prinzip von Petroleumleuchten funktionierten.

Somit wirkte die hohe Decke nicht nur gestalterisch attraktiv und standesgemäß, sondern auch funktional zur Sicherheit der Bewohner. Das leichtere Gas konnte nämlich aufgrund dieser Gestaltung einfach zur Decke ziehen, ohne dass die Menschen im Raum in Gefahr gerieten. Ebenso verhindert dieser eigentlich einfache bauliche Trick, dass sich das brennbare Gas allzu bald so weit im Raum ansammelt, dass die Beleuchtung ein Brandrisiko sein könnte.

Was sind „Ghost Kitchen“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ghost Kitchens: Das steckt hinter dem Phänomen der Gastronomie

Die Corona-Pandemie macht auch vor Restaurants und Lieferdiensten keinen Halt. Durch das zunehmende Interesse für Food-Services verändert sich auch die Alltagsgastronomie. Der sogenannte Delivery-Markt ist ein stark umkämpfter Bereich. Die sogenannten Ghost Kitchens bieten dabei vor allem ein hohes Maß an Flexibilität. Viele Speisen können dank des Konzepts für geringe Kosten bei der Standortwahl angeboten werden.

Das Konzept der gästelosen Küchen: Was sind „Ghost Kitchen“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Geisterküchen waren bisher immer eine Randerscheinung, ein Nischenphänomen sozusagen. Die Herausforderungen, die mit der Corona-Situation verbunden sind, haben die „Ghost Kitchens“ über Nacht berühmt gemacht. Mittlerweile sind die Geisterküchen eine wichtige Grundlage für die Nahversorgung in vielen Städten. Wie der Name bereits vermuten lässt handelt es sich dabei um Küchen, in welchen ausschließlich gekocht und keine Gäste vor Ort bedient wird. Schon vor den Auswirkungen der Pandemie war eine Disruption der Alltagsgastronomie abzusehen, doch nun geht alles schneller als erwartet. Experten vergleichen die Entwicklung der Geisterküchen im Bezug auf die neuen Gastro-Delivery-Plattformen des neuen Netflix oder Spotify der Gastronomie-Szene. Dass nicht die Gäste vorbeifahren und sich das Essen holen, sondern dass bestimmte Boten Gerichte aus dem Restaurant holen und zustellen ist keine Neuerfindung.

eit vielen Jahren sind in den großen Städten Europas etwa Lieferanten auf dem Rad unterwegs und kümmern sich um das Ausliefern. In Amerika machen die Essensverkäufe per Lieferdienst einen höheren Umsatz aus, als es Restaurants tun. Wenn man vielen Experten der Branche glaubt, wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren deutlich verstärken. So werden die Einnahmen der Lieferungen außer Haus bis ins Jahr 2023 um das dreifache so schnell anwachsen. Auch die digitalen Bestellungen via Apps und Internet werden dabei die telefonischen klassischen Bestellungen deutlich überholen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben in Deutschland dazu geführt, dass dieses Model notgedrungen getestet werden musste. Diese Tatsache könnte dazu führen, dass sich auch in Deutschland der Trend der Geisterküchen schon bald zur gastronomischen Normalsituation entwickelt. So wird es in der gesamten Szene eine Veränderung geben und kein Gastronom sollte darauf hoffen, dass nach der Corona-Pandemie zu der gleichen alten Normalität zurückgekehrt wird.

Vorteile der Geisterküchen (Ghost Kitchen)

Zu einer disruptiven Entwicklung kann der Markt außer Haus deshalb werden, weil sich im ihm auch die Machtverhältnisse zwischen den Restaurants und dem Lieferdienst verändern. So sind die Lieferdienste nicht nur auf das reine Liefern beschränkt. Viel mehr entwickeln sie selbst Food-Plattforen, die dank der Kundendaten eigene neue Konzepte herausbringen. Bereits jetzt existieren beispielsweise reine virtuelle Restaurants, die einzig und allein als Marke vorhanden sind und deren Gerichte in Ghost Kitchens zubereitet werden. Wenn Geisterküchen einen wesentlichen Vorteil haben, dann die Tatsache, dass sie auf neue Bedingungen deutlich besser regieren können als klassische Unternehmen. Das betrifft Streetfood-Trucks genauso wie saisonale Events in großen Städten.

Aus guten Grund stellen sich Unternehmer die Frage, warum sie teures Personal anstellen sollten, teure Ausstattung kaufen, teure Miete zahlen sollten und in noble Gästeräume investieren sollten, wenn in der nahen Zukunft der Fokus ohnehin in einem Außer-Haus-Verkauf liegt. Gerade für Anbieter von Fast Food wie Burger, Pizza oder Bowls ist das einleuchtend, denn solche Speisen sind zum Verzehren in den eigenen vier Wänden tatsächlich geeignet als in einer lauten durchschnittlichen Lokalität. Der Verkauf außer Haus hat für die Nutzer noch weitere Vorteile. Eine Bezahlung und Bestellung dank Apps ist mit wenigen Klicks und ohne wirklichen Aufwand möglich. Wer in den eigenen vier Wänden auf das Essen wartet, empfindet die Zeit zudem nicht so lange, wie eine Stunde in einem Restaurant zu sitzen. Dank neuer Systeme hinsichtlich Lieferung und Verteilung sind die Lieferzeiten tatsächlich oft sogar kürzer als vor einigen Jahren noch.

Bedeutung Ghost Kitchen: Geisterküchen auch für das klassische Restaurant

Traditionelle Restaurants weiten die klassischen Betrieb vor Ort um ein eigenes Model, etwa in dem sie eine eigene Technologie für Bestellungen aufbauen. So sollte für ein erfolgreiches Besehen auch ein passendes virtuelles Modell durchgedacht werden. Dabei muss sich die Frage gestellt werden, ob der Ghost in den laufenden bestehenden Betriebsablauf integriert werden soll oder ob lieber ein eigenes neues Geschäft gegründet wird, damit der Konflikt zwischen virtuellem und stationärem Betrieb verhindert wird. Ein besonders junges Tool dafür ist ein sogenannter Multi-Tenant-Küchencenter. Die Basis ist eine Software, die gleichermaßen von verschiedenen Restaurants genutzt wird, und zwar ohne, dass die jeweils anderen die Daten einsehen können. Auf diesem Gebiet sind gerade in Amerika Cloud Kitchen und Kitchen United echte Marken. Ebenso bedeutsamer wird die Zubereitung von Speisen mit der Technologie von Robotern. In Japan oder den USA kommen künstliche Intelligenzen schon seit einigen Jahren zum Einsatz, wenn es darum geht, Burger oder Pizzen vollautomatisiert zubereitet werden. Das ist nicht nur modern, sondern auch kosten- und zeitsparend.

Ghost Kitchen: Empfehlungen von Gastro-Experten: Mutig neue Wege gehen

Wenn Betreiber diesen neuen Technologien offen gegenüberstehen, können sie das virtuelle Konzept gut in den eigenen Betrieb integrieren. Ein Restaurant hat im Gegensatz zu dem reinen virtuellen Betrieb einige bedeutende Vorteile. Über viele Jahre haben sie sich einen echten Kundenstamm aufgebaut, sind in der jeweiligen Stadt beliebt und bekannt.

In einem echten Restaurant vor Ort erleben die Gäste Atmosphäre, andere Menschen und gemütliche Momente. Genauso wird der Service der Bedingung geschätzt. Ein echtes Erlebnis für Kunden, welches dank des Geisterbausteins auf ein neues Level in Sachen Service gehoben werden kann. Der Gast hat dann die Wahl: Entweder er nimmt das Menü in der gewohnten Umgebung des Restaurants ein, inklusive Atmosphäre und Bedingung. Oder aber der Kunde lässt sich sein Essen nach Hause oder auf die Arbeit bringen. Die Entscheidung dabei liegt allein bei den Stammgästen. Experten empfehlen Restaurants dar, sich auf neue Techniken einzulassen und mutiger zu agieren und zu denken. Dies sollte nicht nach hinten verschoben werden, sondern besser bald, als in einigen Jahren passieren. Ansonsten kann es passieren, dass das Konzept der Ghost Kitchens irgendwann zu einem beängstigenden Phänomen werden und die klassischen Restaurants meilenweit abhängen. Wer sich nicht abhängen lassen möchte, so Gastro-Experten, sollte also zeitnah über ein zukunftsorientiertes Konzept nachdenken und sich zu einem mutigen Schritt entscheiden.

Was bedeutet „Regime Change“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der „Regime Change“ oder auf deutsch „Regimewechsel“ ist in vielen Ländern passiert. Unter einem Regime wird eine Regierung verstanden. Die Bezeichnung kommt aus der französischen Sprache und steht auch für ein Regelwerk. In der modernen Fassung wird das Regime jedoch weitestgehend negativ belegt. Man fasst darunter autoritäre Systeme und Diktaturen zusammen. Der Wechsel bezieht sich auf den Austausch. Hierbei werden Diktaturen oder autoritäre Systeme durch demokratische ersetzt. In einigen Fällen folgt jeweils auf eine Diktatur eine andere. Aus demokratischen Regierungsformen können jedoch auch Diktaturen entstehen.

Was bedeutet „Regime Change“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wie der Wechsel vonstattengeht, hängt von den inneren Kräften des betreffenden Landes und meistens auch von ausländischen Staaten ab.

Beim Regimewechsel wird eine existierende Regierung durch eine andere ersetzt. Im Zentrum stehen der Verwaltungsapparat, das Militär und einzelne bürokratische Bereiche.

Auf welche Weise der Wechsel erfolgt, ist von den inneren Machtverhältnissen und Verbündeten des betroffenen Staates oder seines Gegners abhängig. Es kommen sowohl friedliche als auch militärische Maßnahmen in Betracht. Finanzielle Interessen innerhalb des für den Regimewechsel vorgesehenen Staates können ebenfalls zu Veränderungen beitragen. Die Entscheidungsträger wissen in diesem Fall, dass das alte Regime nicht mehr zukunftsorientiert arbeiten kann. Sie erkennen gleichzeitig das Potential des übernehmenden Staates und stützen den damit verbundenen Wechsel.

Der militärisch organisierte Regime Change aufgrund einer politischen Problematik

In einigen Ländern kommt es aufgrund politischer und finanzieller Gegensätzlichkeiten zu einem Regime Change, der mit militärischen Operationen verbunden ist. Unter normalen Bedingungen wären die Gegner sogar Freunde. Die Differenzen lassen sich leider nur ohne Kampf nicht lösen.

1773 waren die nordamerikanischen Kolonisten stark verärgert. Sie mussten hohe Steuern auf bestimmte Produkte zahlen. Außerdem fühlten sie sich von der britischen Krone nicht entsprechend respektiert. So kam es zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der bis zur britischen Niederlage von Yorktown 1783 erbittert geführt wurde. Das Ergebnis waren die Vereinigten Staaten von Amerika, die das Regime der britischen Kolonialverwaltung ablösten. Aus einer parlamentarischen Monarchie wurde ein demokratischer Staat.

Was versteht man unter einer internen Regimeänderung? Regime Change, Bedeutung

Eine interne Regimeänderung kann sich innerhalb eines Staates ereignen. Ein gutes Beispiel ist der Ostblock. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit bildete sich unter der Führung Moskaus ein System von Satellitenstaaten. Diese wurden nach sozialistischen Vorbildern, die stark sowjetisch – als im Sinne Russlands (der UdSSR) geformt wurden. Diesem Zusammenschluss gehörte auch die DDR an. Die DDR war der Teil Deutschlands, der nach dem Zweiten Weltkrieg dem Machtbereich Russlands zugesprochen worden war.

1986 kam es zur Wende. Diese soll auch durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl beeinflusst worden sein. Während einer Konferenz leitete der damalige Staatssekretär der UdSSR, Michael Gorbatschow, die Wende im Verhältnis der Oststaaten zu Moskau ein. Die ehemaligen Satellitenstaaten lösten sich in den folgenden Jahren zunehmend aus dem Einflussbereich Russlands. Ungarn lockerte beispielsweise 1989 die Grenzkontrollen, sodass Menschen leichter aus der DDR in die Botschaft der Bundesrepublik nach Budapest fliehen konnten. Im Herbst entfiel das Herrschaftsmonopol der meisten ehemaligen Ostblockstaaten, die durch den Eisernen Vorhang seit den 40er-Jahren vom kapitalistischen Westen abgeschottet waren. Dann folgte der Zusammenbruch des Ostblocks, dessen Staaten sich zunehmend dem Westen und der EU öffneten. Einige wurden Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Ein Regime Change mit militärischen Mitteln

In einigen Ländern kann eine Diktatur durch eine Kombination aus freien Wahlen und einem Putsch an die Macht kommen. Dieser Vorgang ereignete sich 1933 in Deutschland.

Die Nationalsozialisten, eine demokratiefeindliche Organisation, ergriff in diesem Jahr die Macht und wandelte das Land in eine menschenfeindliche Diktatur um. Im September 1939 begann der für diese Diktatur verantwortliche Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg. Die Auswirkungen waren verheerend. Zwischen 1939 und 1945 organisierten die U.S.A., Großbritannien und Russland eine Reihe von Offensiven, mit denen sie den notwendigen Regime Change in Deutschland durchsetzen konnten. Neben der ersten Front in Russland eröffneten die westlichen Alliierten in Frankreich eine zweite, mit deren Hilfe sie das NS-Regime bis Mai 1945 stürzten. Der damit verbundene Krieg kostete über 55 Millionen Menschenleben und verwüstete weitere Bereiche der Erde.

Deutschland wurde in vier Sektoren aufgeteilt. Während die Amerikaner, Engländer und Franzosen in den westlich orientierten Zonen jeweils das demokratische System einführten, kam es in den von den Russen dominierten deutschen Gebieten zu einer Diktatur. Diese sollte als DDR bis 1990 fortbestehen. Die DDR war durch spezielle Verträge an die UdSSR gebunden.

1949 wurde in den westlichen Zonen – unter maßgeblichem Einfluss des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer – die Bundesrepublik Deutschland aus der Taufe gehoben.

Der weitestgehend friedliche Regime Change in der DDR

1949 wurde die DDR parallel zur Bundesrepublik gegründet. Wer die DDR verlassen wollte, um in die Bundesrepublik umzuziehen, musste aus seiner Heimat fliehen. Die Grenztruppen der DDR hatten dabei den Auftrag auf den betreffenden Menschen zu schießen. Dazu kamen die in den folgenden Jahrzehnten ausgebauten Grenzanlagen, die kaum überwunden werden konnten. DDR-Flüchtlinge, deren Fluchtversuche scheiterten, erhielten hohe Haftstrafen. Ihre Kinder wurden in Kinderheime eingewiesen oder an regimetreue Familien zur Adoption weitergegeben.

Die DDR arbeitete im Sinne des Ostblocks und der UdSSR mit der Planwirtschaft. Dieses System schädigte die Wirtschaft und führte Ende der 80er-Jahre zu zahllosen Demonstrationen. Diese wurden indirekt durch den russischen Präsidenten Gorbatschow und den westdeutschen Kanzler Helmut Kohl unterstützt. Im November 1989 öffnete die DDR die Grenzen und erlaubte ihren Bürgern und den Staatsbürgern anderer Nationen die kontrollierte Ein- und Ausreise. Im folgenden Jahr bereiteten zahlreiche Politiker und Wirtschaftsführer die Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik vor. 1990 wurde das ehemalige Staatsgebiet der DDR Teil der Bundesrepublik Deutschland. Der Tag der Einheit, der 3. Oktober, ist seitdem ein deutscher Nationalfeiertag.

Regime Change: Teilweise friedlicher Wechsel der Regierungsform in Südafrika

In Südafrika galt Jahrzehnte lang das Apartheidregime. Das System grenzte die farbige Bevölkerung aus und führte zur Gründung des ANC, des Afrikanischen Nationalkongresses. Dieser führte sowohl politische als auch paramilitärische Maßnahmen aus, um die Rechte der Farbigen zu schützen und auszubauen. Außerdem wurde die Republik Südafrikas von vielen westlichen Staaten mit einigen Embargos belegt, um die Staatsführung des Landes zur Abkehr von der Apartheid zu bewegen. 1990 entließ der Staat den Bürgerrechtler Nelson Mandela aus der Haft. Im gleichen Jahr hob die Regierung auch das ANC-Verbot auf. 1994 erzielte der ANC bei der ersten freien Wahl ein extrem starkes Ergebnis. Er war die stärkste Partei. Im gleichen Jahr wählten die Bürger Südafrikas Mandela zum ersten farbigen Staatspräsidenten der Republik Südafrika. Mit seiner Ernennung war die Apartheid – oder Ausgrenzung – vorbei. Für seine Versöhnungspolitik zwischen den Bürgern erhielt er den Friedensnobelpreis. Dieser wurde auch dem ehemaligen Präsidenten überreicht, der Mandela unterstützt hatte.

Der Regimewechsel innerhalb eines demokratischen Staates: Bedeutung, Definition, Erklärung

In vielen Staaten werden die Staatsoberhäupter im Rahmen einer freien und geheimen Wahl vom Volk oder über ein entsprechendes System gewählt. Trotzdem kann es zu einem Regimewechsel während einer Legislaturperiode kommen. Dieser Wechsel ist dann mit einer neuen Wahl verbunden, während die alte Regierung zurücktritt.
So wurde 1958 die Vierte Französische Republik durch die Fünfte abgelöst. Das Problem der Vierten Französischen Republik bestand in den unzähligen Regierungswechseln, die es in den zwanzig Jahren ihres Bestehens gab. Die neue Republik brachte neben einer stabilen Mehrheit auch die Rückkehr von Charles de Gaulle. Er wurde zum neuen Ministerpräsidenten gewählt.

Warum heißen Nachos „Nachos“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Die Nachos haben ihren Namen von ihrem Erfinder, einem mexikanischen Kellner. Eigentlich kennen wir sie alle, dennoch zur Erinnerung: Es handelt sich in der einfachsten Form um Tortilla-Chips. Sie werden mit geschmolzenem Käse überbacken oder auch übergossen, dazu reicht man verschiedenen Soßen, Guacamole, Schmand und auch Hack- oder Hühnerfleisch. In Mexiko und den USA sind sie überaus beliebt, mittlerweile kennen wir Europäer sie auch schon längst.

Warum heißen Nachos „Nachos“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Erstmals wurden die Nachos und ihre Geschichte in einem Kochbuch erwähnt, dem 1949 erschienenen „Taste of Texas“ (Herausgeberin: Jane Trahey). Erfunden wurden sie demnach 1943 von Ignacio Anaya in der mexikanischen Grenzstadt Piedras Negras. Die mexikanische Koseform des Vornamens Ignacio ist Nacho, daher haben die Chips von ihrem Erfinder ihren Namen. Ignacia war damals Kellner im Victory Club von Piedras Negras. Die Legende erzählt nun, dass eines Abends amerikanische Soldaten des Forts Duncan Air Base auf der anderen Seite der Grenze zum Essen kamen und der Koch des Victory Clubs gerade nicht auffindbar war. Der Kellner Ignacio Anaya musste daher improvisieren: Er fand in der Küche einige Tostadas (Vorlagen zum Rösten, oft aus Kartoffeln), die er frittierte und auf diese Weise daraus Tortillas machte, die er mit Jalapeño-Streifen garnierte. Diese schafften erst die richtige Würze (siehe weiter unten). Ignacio hatte mit dieser Urversion seines Gerichts, die im Laufe der Zeit variiert und verfeinert wurde, einen kulinarischen Welthit geschaffen.

Wie ging es mit Ignacio weiter?

Ignacio Anaya García (1895 – 1975) war mit María Antonieta Salinas verheiratet, die beiden hatten neun Kinder. Nach seinem bahnbrechenden Erfolg mit den Nachos gründete er schließlich im Jahr 1960 sein eigenes Restaurant mit dem bezeichnenden Namen „El Nacho“. Damit wurde er alt und glücklich, er blieb auch unvergessen. Im Jahr 2019 nämlich, an seinem 124. Geburtstag, ehrte ihn Google durch ein Doodle. Dieses zeigt Ignacio bei der Kreation des ersten Nachos. Der Erfolg seines Gerichts beruhte wohl nicht nur darauf, dass der Besitzer des Victory Clubs dieses alsbals als „Nacho’s Especiales“ auf die Karte nahm, sondern auch darauf, dass es die Grenzen der mexikanischen Küche sprengte. Man zählt es zur moderneren Tex-Mex-Küche. In den USA setzte es sich schon ab 1960 durch.

Der besondere Geschmack der Nachos durch Jalapeño

Wie viele sehr beliebte und berühmte Gerichte verdanken auch die Nachos ihren besonderen Geschmack einer einzigen Zutat. In diesem Fall ist es die Jalapeño, eine kleinere, sehr scharfe Paprikasorte. Sie hat ihren Namen von einer mexikanischen Stadt, die heute Xalapa heißt, sich früher aber Jalapa nannte. Die Jalapeño wurde aus spanischem Pfeffer (Capsicum annuum) gezüchtet. Die Schoten sind bis acht Zentimeter lang und schmal, als reife Früchte sind sie knallrot und sehr dickfleischig. Durch das enthaltene Capsaicin sind sie sehr scharf, allerdings gibt es durchaus noch schärfere Paprikas. Die Mexikaner bauen die Jalapeños großflächig an und verwenden sie natürlich für die Produktion ihrer Nachos, rund 20 Prozent der Früchte verkaufen sie auch frisch. Selbst in den USA (vorrangig in Texas) gibt es inzwischen Anbaugebiete. In seltenen Fällen führen sogar deutsche Supermärkte frische Jalapeños.

Warum heißt die Lufthansa „Lufthansa“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Die Deutsche Lufthansa und ihr Kranich kennt jedes Kind. Doch wie kam es zu diesem einprägsamen Namen und dem symbolischen Vogel? Um diese Fragen zu klären, muss man einige Fakten kennen, die die Gründung des Unternehmens betreffen.

Warum heißt die Lufthansa „Lufthansa“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Dezember 1917 kam es zur Gründung der Deutschen Luft Reederei oder D. L. R.. Die Gründer waren die HAPAG, die Luftschiffbau Zeppelin sowie die AEG. Für die Finanzierung stand die Deutsche Bank. In diesem Zusammenhang kreierte Otto Firle ein die Zeit überdauerndes Logo, den Kranich. Nach dem Erstflug zwischen Berlin und Weimar im Februar 1919 kam es 1920 zur Fusion mit der Sablatnig Fugzeugbau GmbH. Die neue Firma hießt Lloyd Luftverkehr Sablatnig. Drei Jahre später kam es zu einer weiteren Zusammenlegung. HAPAG und die Norddeutsche Lloyd gründeten die Deutsche Aero Lloyd.

In den frühen 20. Jahren gehörte die Junkers Luftverkehrs AG zu einem der bekanntesten Unternehmen, das sich primär dem Frachtgeschäft widmete. Hohe Verluste im Rahmen des Russlandgeschäftes brachten der Firma große Verluste ein, die von der Deutschen Regierung übernommen wurden. Aus diesem Grund musste die Junkers Luftverkehrs AG der Fusion mit der Deutschen Aero Lloyd zustimmen. Aus dem Zusammenschluss ging die Luft Hansa AG hervor, die im Januar 1926 ihren Liniendienst aufnahm. Als Firmensitz wurde die Hauptstadt Berlin gewählt. Nach der Machtergreifung 1933 benannte man den Firmennamen in Deutsche Lufthansa AG um. Statt des Kranichs auf gelben Grund musste das Unternehmen bis 1945 das Symbol des Dritten Reiches verwenden.

Während der NS-Zeit wurde die Lufthansa AG zunehmend militärisch eingesetzt. Ihren Flugbetrieb stellten die Alliierten 1945 ein. Die endgültige Liquidierung der Firma erfolgte 1951. Um den Bedürfnissen des flächendeckenden Passagier- und Frachtverkehrs nachzukommen, wurde 1953 die LUFT AG gegründet. Die Firma erwarb dann 1954 den zum Verkauf stehenden Namen Deutsche Lufthansa. Nach der Freigabe des deutschen Luftraumes für die zivile deutsche Luftfahrt nahm auch die Lufthansa AG 1955 ihren Liniendienst auf. Die neue Lufthansa AG ist jedoch keine rechtliche Nachfolgerin des 1951 aufgelösten Unternehmens. Sie übernahm jedoch den fliegenden Kranich als Symbol des zuverlässigen Luftverkehrs. Parallel gab es von 1955 bis 1963 eine Lufthansa der DDR, die aber bis zur Wiedervereinigung in der Interflug aufging.

Wie setzt sich der Name der Lufthansa zusammen und mit welchem Symbol ist er verbunden?

Das Wort Lufthansa setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. Zum einen enthält es die Bezeichnung Luft, zum anderen den lateinischen Ausdruck Hansa. Die Kombination steht für das Singular. Seit der Neugründung gibt es die Abkürzung LH. Sie spricht auch für die Fortsetzung der Schifffahrts- und Handelstradition der Hanse.

Der Schriftzug Deutsche Lufthansa sowie das Symbol des Kranichs stellen markenrechtliche Bezeichnungen dar. Bei diesen handelt es sich um eine Verbindung von Bild- und Schriftzeichen.

Zu den gewählten Worten, die im Laufe der wechselseitigen Geschichte der Firma und ihrer Rechtsnachfolgerin entweder zusammen- oder getrenntgeschrieben worden sind, gesellt sich das Symbol des fliegenden Kranichs.

Lufthansa: Weshalb erinnert Hansa an die Hanse?

Als Handelsunternehmen befördert die Lufthansa sowohl Passagiere als auch Fracht. Hierin lag auch die zentrale Aufgabe der Junkers Flugverkehrs Gesellschaft, die 1926 in der Deutschen Luft Hansa AG aufging.

Hansa schreibt sich so ähnlich wie das lateinische Wort Hanse. Die Hanse oder auch Deutsche Hanse – Hansa Teutonica – war eine Vereinigung von meistens norddeutschen Kaufleuten. Sie wurde im 12. Jahrhundert gegründet und war bis zum 17. Jahrhundert erfolgreich aktiv. Ihre Mitglieder, die Kaufleute der Hansestädte, verfolgten in erster Linie kaufmännische, aber auch politische Ziele. Ihr traten bis zu 300 See- und Binnenstädte bei. Im Zentrum stand der Freihandel, der auch mithilfe des maßgeblichen Schiffstyps der Kogge erreicht werden konnte.

Ein wesentlicher Vorteil der Hanse bestand auch in der Kombination von In- und Außenhandel, denen sich auch die heutige Deutsche Lufthansa AG mit ihren Tochterunternehmen weltweit widmet.

Der Zusammenschluss von Land- und Seeverkehr führte zu Rechtssicherheit und Privilegien. So wurde auch das Seerecht weiterentwickelt. Gemeinsam kreierten die Verantwortlichen im Auftrag der Hansestädte auch neue einheitliche Schiffstypen. Hierzu gehörten außerdem alle Fragen, die den verwendeten Schiffstyp, die Fracht sowie das zulässige Gewicht betrafen. Dazu kamen technische Aspekte der Sicherheit. Auch der Schutz vor Piraten spielte eine zentrale Rolle. So wurde der Seeräuber Klaus Störtebeker von der Hanse festgenommen und 1401 in der Hansestadt Hamburg hingerichtet.

Genauso wie die Lufthansa gründete die Hanse zahlreiche Niederlassungen. Von hier aus konnte sie ihre Geschäfte zielgerichtet verfolgen. Meistens handelte es sich auch um Außenposten wie Nowgorod, Bergen, London oder Brügge. Mithilfe von Statuten wurden die Verhältnisse zwischen den Handelspartnern geregelt.

Lufthansa Herkunft Name: Weshalb wurde die Bezeichnung Luft gewählt?

Bei der Luft Hansa handelt es sich um ein Unternehmen, dessen Verkehrsmittel oberhalb der Erdoberfläche in der Luft eingesetzt werden. Alternativ gibt es Land- und Seefahrzeuge, von denen sich die neu gegründete Gesellschaft bereits 1926 definitiv absetzen wollte.

Der Name sollte sich zu einer Zeit, als die meisten Menschen noch mit der Bahn, dem Auto oder dem Schiff reisten, von anderen Formen der Beförderung abheben. Luft bedeutet Geschwindigkeit und unbegrenzte Weiten. Auch der Transport von Gütern ist nicht an Straßen, Schienen oder Schifffahrtswege gebunden. Wer durch die Luft reist, kann sich schnell und fortschrittlich bewegen. Die Reise in einem Flugzeug der Luft Hansa stand aber auch für Luxus und Exklusivität. Diese konnte sich nicht jeder leisten.

Wer mit dem Flugzeug beispielsweise von Berlin nach Paris flog, statt die Eisenbahn oder das Auto zu nehmen, gehörte zur gehobenen Klasse oder übte einen anspruchsvollen und gutbezahlten Beruf aus. Luft Hansa verbanden viele auch mit Luftschiffen, die bis zur Katastrophe der Hindenburg im Jahr 1938 zum Inbegriff des noblen Reiseverkehrs zählten.

Die Lufthansa und der Kranich

Der Kranich wurde bereits 1918 von Otto Firle entworfen. Sein Auftraggeber war eine Vorläuferin der späteren Luft Hansa, die Deutsche Luft Reederei. 1926 übernahm dann die Deutsche Luft Hansa AG den Vogel, bis sie ihn ab 1933 durch das Hakenkreuz ablösen musste. Mit der Neugründung wurde er dann ab 1954 wiederum aktiviert. Der Kranich gehörte zum Teil der Uniformen, die die Flugbegleiter der Deutschen Luft Reederei, dann der Deutschen Aero Lloyd und schließlich der Luft Hansa AG trugen. Das Gleiche gilt ab 1955 für die Deutsche Lufthansa AG.

Das Gelb, das mit dem Flug- und Transportdienst und dem Kranich verbunden wird, kann mit der Farbe der Deutschen Post in Verbindung stehen. Gelb und Schwarz waren die Reichsfarben Karl V.. Er übergab die Aufgaben seines Kurierdienstes im 16. Jahrhundert dem Haus Thurn und Taxis. Dieses übernahm die Farbkombination für seine Kutschen sowie andere Transportmittel, die im deutschen Raum eingesetzt wurden.

Der Kranich oder Grus grus ist der symbolische Vogel, der immer mit dem Betrieb der Lufthansa verbunden sein wird. Dabei ist der Vogel auf dem Leitwerk nur als Silhouette zu erkennen. Um welche Art es sich handelt, bleibt dem Betrachter verborgen. Und das ist gut so. Es kann sich entweder um einen grauen, eurasischen oder Jungfernkranich handeln. Egal, in welchem Land die Maschinen der Lufthansa landen oder starten. Der betreffende Inländer sieht immer seinen eigenen Kranich.

Kraniche stehen nicht nur für die Schönheit. Wenn sich der Vogel mit seinen Artgenossen zum Zug sammelt, bleiben die meisten Menschen stehen und genießen das Schauspiel.

Auch in der griechischen Mythologie wurde der Kranich verehrt. Er war Apollon, Demeter und Hermes zugeteilt und stand für die Klugheit. Wer ihn sieht, denkt an sein Glück. Außerdem symbolisiert er die Vorsicht und unablässige Wachsamkeit. Auf diese Faktoren kommt es auch beim professionellen Fliegen an.

Warum heißt die Pfefferkuchen „Pfefferkuchen“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Der Name Pfefferkuchen entstand im Mittelalter. Zu dieser Zeit wurden viele fremde Gewürze einfach als Pfeffer bezeichnet. Damals war schon der Honigkuchen bekannt. Als die Bäcker dem Honigkuchen Gewürze zusetzen, erschufen sie eben den „Pfefferkuchen“. Ein pfefferiger Kuchen entstand dabei nicht, aber ein Gewürzkuchen, den wir bis heute kennen. Jetzt im Beitrag erfährst du Details zur Geschichte des Pfefferkuchens.

Warum heißt die Pfefferkuchen „Pfefferkuchen“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Die Zutaten waren unter anderem: Muskat, Ingwer, Koriander, schwarzer Pfeffer, Kardamom, Zimt, Nelken und Anis. Wie es der Name Honigkuchen schon aussagt, ist auch der Honig eine wichtige Zutat. Deshalb erlebte die Pfefferkuchenherstellung gerade in den Gebieten einen Aufschwung, wo aufgrund günstiger Klima- und Bodenverhältnisse die Bienenzucht genug Honig abwarf. Der Honig ersetzte im Mittelalter oft den Zucker, da dieser zu jener Zeit ein Luxusgut war.

Einer der bedeutendsten Märkte für Gewürze war in Nürnberg. Hauptgrund war, das sie im Reichswald mit einer Bienenzucht aufwarten konnten. Weiteren Zugang zu den Gewürzen bekam man früher in den großen Handelsstädten im In- und Ausland.

Geschichte des Pfefferkuchens

Die ersten Vorläufer des Pfefferkuchens gab es schon in der Antike. Es handelte sich um kleine Honigkuchen, die aus der Zeit um 350 v. Chr. stammen. Sie dienten nicht nur dem Verzehr, sondern wurden auch als Talisman im Krieg genutzt. Dies bezeugten ägyptische Grabbeigaben. Einen mit Honig bestrichenen Kuchen nannte man in der Römerzeit „panus“ mellitus“. Er ist nicht nur wohlschmeckend und nahrhaft, sondern auch sehr lange haltbar.

Anders als heute bei uns wurde der Pfefferkuchen früher nicht zur Weihnachtszeit verzehrt, sondern auch zu Ostern und anderen Festen und Zeiten. Er wurde z. B. auch in Verbindung zu starkem Bier serviert.

Der Pfefferkuchen in der heute noch bekannten Form wurde in Belgien (Dinant) erfunden. Anschließend wurde er auch von Aachen übernommen, welche diese dann in Aachener Printen umtauften. Schließlich wurde er dann noch leicht abgewandelt von den fränkischen Klostern übernommen. Dort diente er als Nachtisch, welcher von den Nonnen hergestellt wurde.

Erst im Jahre 1296 wurde der Name Pfefferkuchen publik, und zwar in Ulm. In München wurde er 1370 als Lebzelter verzeichnet, in Nürnberg 1395 als Lebküchner. Im nahen Kloster in Heilsbronn hatte der Nürnberger Lebkuchen seinen Ursprung. Er wurde vor allem in schlechten Zeiten von den Mönchen verteilt. Die Aachener Printen wurden erst im Jahr 1820 entwickelt.

Ab dem 16. Jahrhundert baute sich ein regelrechtes Gewerbe der Lebküchnerei auf. Die Zentren waren da Nürnberg, Pulsnitz, Oberlausitz, Aachen und Braunschweig. Hierbei tat sich die Pulsnitzer Pfefferkuchenbäckerei als königlich-sächsische Hoflieferant hervor und war im Jahre 1558. Eine 14 Mitglieder zählende Lebküchnerzunft entstand 1643. Zugang zum Beruf des Lebzellners hatten hier nur Angehörige von Lebküchnerfamilien.

Ab 1840 erfolgte dann die maschinelle Herstellung des Pfefferkuchens in größeren Mengen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Pfefferkuchen mit Backpulver hergestellt. So entstanden je nach Geschmack, Konsistenz und Formgebung verschiedene Pfefferkuchensorten.

Der Pfefferkuchen als Medizin

Pfefferkuchen gilt als verdauungsfördernd und schmerzstillend. Deshalb war er besonders früher in der Fastenzeit sehr beliebt. Besonders das Gewürzmittel Nelke gilt als beruhigend und krampflösend, während der Zimt kreislaufanregend ist und die Verdauung fördert. Gläubige hatten im Mittelalter in der Vorweihnachtszeit oft Pfefferkuchen gegessen, um sich von innen zu reinigen.

Herstellungsvarianten: Pfefferkuchen

Die Pfefferkuchen werden heute teilweise als Bildlebkuchen hergestellt, welche bereits seit dem 15. Jahrhundert bekannt sind.

Über die Landesgrenzen hinaus kennt man das Pfefferkuchenhaus, das auf das Märchen Hänsel und Gretel zurückgeht. Volkstümlich wird es auch als Hexenhaus oder Knusperhäuschen bezeichnet.

Figürliche Lebkuchen (Lebkuchenmänner) sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Diese werden gerne zu Festen wie Weihnachten, Halloween oder Ostern verschenkt.

Was bedeutet „Unorthodox“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unorthodox ist das Gegenteil von orthodox. Das Wort stammt aus der altgriechischen Sprache. Es setzt sich aus „orthós“ für „richtig“ (oder „geradlinig“) und „ dóxa“ für „Meinung“ (oder „Glaube“) zusammen.

Was bedeutet „Unorthodox“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff kann insgesamt mit strenggläubig oder etwas freier auch als verschlossen, verbissen, unflexibel und auf das Rechthaben beharrend definiert werden. Orthodoxie ist der strikte, eingleisige Glaube an irgendetwas, der neben sich nichts anderes zulässt.

Unorthodox ist eine Person oder Handlung, wenn sie von dieser sturen Geradlinigkeit abweicht.

Man spricht von „unorthodoxen Meinungen“, wenn diese nicht dem gängigen gesellschaftlichen, religiösen oder politischen Überzeugungen entsprechen.

Ein „unorthodoxes Vorgehen“ bezeichnet Lösungswege, die bisher nicht beschritten wurden oder als sonderbar galten. Menschen, die so handeln, verlassen den Mainstream und folgen ihrem eigenen, festen Glauben.

Orthodox bzw. unorthodox wird immer dann verwendet, wenn es um grundsätzliche Glaubensdinge oder Überzeugungen geht. Manchmal wird auch die gängige Lehrmeinung mit Orthodoxie gleichgesetzt.

Unorthodoxe Menschen sind mit Leib und Seele so. Ihre Meinung und ihr ganz eigener Glaube sagt ihnen etwas anders – und so verhalten sie sich dann auch. Ganz anders als „Verrückte“ oder „Pioniere“ schwimmen unorthodoxe Menschen meistens gegen den fast überwältigenden Strom der orthodoxen. Das passiert beispielsweise dann, wenn ein Universitätsprofessor an einem ansonsten konservativen Institut neue Lehrmeinungen vertritt.

Im bekannten Hollywoodfilm „Der Club der toten Dichter“ (1998) mit Robin Williams spiele dieser einen aufgeschlossenen Lehrer. Er versuchte an einer konservativen Schule, an der bisher ausschließlich mit orthodoxen Methoden gelehrt wurde, neue Methoden zu etablieren. Das allerdings mit wenig Erfolg. Seine „freien“ Methoden wurden als „unorthodox“ bezeichnet und vom Kollegium abgelehnt.

Hätte der Lehrer seinen Freunden von seinem Vorhaben erzählt, hätten diese wahrscheinlich gesagt, er sei „verrückt“. Als Pionier hätten ihn am ehesten aufgeschlossene Außenstehende betrachtet. Doch innerhalb der Schule und des geltenden Glaubenssystems wurde er als „unorthodox“ bezeichnet.

Orthodoxie und die Religion

Im Osten Europas haben sich die orthodoxen Kirchen gebildet. Die griechisch-orthodoxe Kirche spaltete sich irgendwann von der katholischen ab. Daneben gibt es noch die russisch-orthodoxe Kirche und einige weitere, kleinere.

Die Abspaltung geschah ähnlich wie bei Katholiken und Protestanten aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über Glaubensgrundsätze. Im Kern basieren die östlichen orthodoxen Kirchen auch auf der Bibel.

Die orthodoxen Kirchen gelten bis heute als strenger, sie betreiben einen intensiveren Heiligenkult (Ikonenverehrung) und haben ältere Richtlinien. Den Namen „orthodox“ gaben sie sich selbst, weil sie der Meinung waren, den einzig richtigen Glauben gefunden zu haben.

Hier besteht auf den ersten Blick eine kleine Übereinstimmung mit den religiösen Fanatikern. Allerdings sind die orthodoxen Kirchen und Gläubigen friedlich. Fanatiker dagegen fallen besonders durch übergriffige Aggression Andersgläubigen gegenüber auf.

Orthodoxe Juden sind der besonders strenggläubige Teil des Judentums. Man erkennt diese Menschen an ihrer typischen Tracht. Sie tragen stets weiße Hemden und schwarze Hosen sowie Westen. Dazu haben sie links und rechts an den Ohren eine Haarlocke stehen. Diese Tracht hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Neben dem Aussehen folgen sie einem strengen Verhaltenskodex. Es ist bezeichnend für Orthodoxie, dass jeglicher Fortschritt und Veränderungen abgelehnt werden.

Ein unorthodoxer Jude wäre einer, der dieser Strenggläubigkeit nicht folgt, sich aber in deren Umfeld bewegt.

Im religiösen oder politischen Kontext ist orthodox strenger als konservativ. Im Konservatismus gibt es eine deutliche Bewegung. Auch die versucht, alte Überzeugungen innerhalb der Entwicklung zu bewahren. Der nächste Schritt wäre liberal, wo eine vollkommene Toleranz und Öffnung Neuen gegenüber vorhanden ist.

Weitere Bedeutung von Unorthodox

„Unorthodox“ ist der Name eines Buch von Deborah Feldman und einer Netflix-Serien-Adaption. Die Handlung von „Unorthodox“ ist, dass die junge Jüdin Esther „Esty“ Shapiro aus ihrem jüdisch-orthodoxen Leben im New Yorker Stadtteil Williamsburg nach Berlin in Deutschland flieht. In Berlin lernt sie das Leben neu kennen. Sie lernt neue Freiheiten und eine neue Welt kennen.

Was ist „Streetfishing“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „Streetfishing“ wird das Angeln in der Großstadt bezeichnet.

Was ist „Streetfishing“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Streetfishing funktioniert mit ultraleichtem Gerät und ermöglicht es möglichst schnell und einfach Fische zu fangen. Dabei handelt es sich meist um Barsche, Zander oder Hechte. Wie das Wort bereits verrät, handelt es sich bei dieser Tätigkeit um das Angeln in der Großstadt. Statt in der einsamen Stille an einem abgelegenen Weiher seine Angel in Position zu bringen, wird von Brücken aus oder an Flüssen mitten in der urbanen Stadt geangelt. Beim Streetfishing beißen nicht immer die größten Fische an. Doch dank einer professionellen Ausrüstung macht auch das Fangen von kleineren Fischen Spaß. Die Zusammenstellung des Fanggerätes ist eines der wichtigsten Voraussetzungen für das Fischen in der Großstadt.

Grundlage für das Streetfishing bildet die Rute, welche im besten Fall eine Dropshot-Rute mit einer Länge zwischen 2,00 und 2,30 Meter haben sollte und über ein Wurfgewicht von 0,5 bis zu 5 Gramm beinhaltet. Mittlerweile ist es dank hochwertiger Kohlefaser möglich, leichte Ruten mit niedrigem Wurfgewicht zu bauen. Damit der Biss schnell übertragen wird, sollte sie eine schnelle Spitzenaktion haben. Die Kraft sollte im Drill zum Handteil geleitet werden und das ohne, dass sich die Rute durchbiegt. Die benutzte Schnur ist dabei von entscheidender Bedeutung. Beachten sollten Fischer wegen dem niedrigen Wurfgewicht des Köders, dass es zu einem geringen Widerstand beim Werfen gibt und die Geschmeidigkeit und Windempfindlichkeit anders sind.

Experten empfehlen für das Streetfishing eine Hauptschnur mit 0,06er Modellen. Daneben handelt es sich bei der Schnur im besten Fall auch um eine farbige Angelschnur, damit der Köder in allen Situationen gesehen werden kann. Die Bisse kann man wegen der leichten Köder besser über die Schnur erkennen, anstatt sie an der Rute zu erspüren. Da vor allem in geringen Stärken geflochtene Angelschnüre unter Wasser gut sichtbar und anfällig sind, sollte ein Fluorcarbon aus einer Stärke zwischen 0,14 und 0,25 mm zum Angeln zum Einsatz kommen. Verbunden werden können beide Schnüre nahezu unsichtbar und gleichzeitig sicher mit einem Albright-Knoten.

Streetfishing: Angeln in der Großstadt

Wie genau funktioniert das Streetfishing in der Großstadt? Für das ultraleichte Streetfishing eignen sich grundsätzlich alle Techniken. Der einzige Unterschied besteht darin, dass alles bis zu zehnmal leichter ist als gewohnt. So kommen keine Bleiköpfe mit einem Gewicht von 15 Gramm zum Einsatz, sondern stattdessen eher Köpfe mit einem Gewicht zwischen 10 und 3,4 Gramm. Auch ein Köder wird benötigt. Experten empfehlen dafür vor allem 4 bis 10 Zentimeter große Gummifische mit einem Twisterschwanz. Auch Wurm- oder Krebstier-Imitationen eignen sich für das Fangen. Ganz egal, ob in den kalten oder warmen Monaten. Insbesondere Barsche schnappen bevorzugt bei Krustentieren zu.

Die Methoden des Streetfishings

Zum Fangen selbst gibt es drei beliebte Methode. Zum einen die Methode „Drop Shot“. Damit können Angler besonders langsam fischen. Mittel zum Zweck ist dabei eine möglichst langsame Präsentation des Köders. Schon mit kleinem Rucken kann der künstliche Köder zum Leben erweckt werden. Wegen des Wirbels des Bleis können die Fischer die Gummitiere über dem Boden und in Bodennähe anbieten. Experten empfehlen für den Sommer, einen Abstand zwischen Blei und Köder von 30 bis 40 Zentimeter, im Winter hingegen lediglich bis zu 5 Zentimeter.

Eine weitere Möglichkeit an Methoden ist das Fischen mit Gummitieren mit Bleikopf. Im Gegensatz zum Dropshotten ist das Angeln mit Gummifischen inklusive Bleikopf eine schnellere Methode, Fische zu fangen. Sind die Fische aktiv, kann der Angler den Shad schnell führen. Kommt der Fisch aber nur immer wieder kurz zum Knabbern, sollte auf eine andere Methode oder einen leichteren Bleikopf umgestellt werden. Eine eher weniger bekannte Technik ist das Angeln mit der Neko-Rig-Methode. Mit der Hilfe eines kleinen Einsteckgewichts im Kopf können an einem Haken Kunstköder wie Würmer natürlich angeboten werden. Der Köder sinkt natürlich langsam zu Boden und schafft es oft gar nicht bis auf den Grund, da der Fisch schon vorher zugebissen hat.

Streetfishing: Angeln im 21. Jahrhundert

Streetfishing ist wohl ein Maßstab unserer modernen Zeit. Die Methode kombiniert den Respekt vor der Natur mit dem jugendlichen Drang, der Mode zu folgen und aufzufallen. Das Fischejagen in der Stadt ist keine Notwendigkeit, sondern eine Spezialisierung, der jedes Jahr mehr Menschen folgen. Klar wird das auch deshalb, da die Wettbewerbe an Streetfishing-Aktionen in der Stadt stark zunehmen. Diese Events sind nicht nur für die Angler ein Highlight, sie ziehen auch immer wieder viele Interessierte an.

Viele Fischer sehen das als gute Möglichkeit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sich vom anonymen einsamen Angeln zu entfernen. Das Streetfishing ist gerade bei traditionsverbundenen Fischern nicht ganz so beliebt, wie bei der neuen Generation. Für sie ist Angeln eine Tätigkeit im Stillen und nicht neben vorbeifahrenden Autos und dem Lärm und Dreck der Großstadt. Insbesondere die junge Genration an Fischern schätzt die Methode des Angelns in der Stadt dennoch als wichtige Möglichkeit, einem Hobby nachzugehen, ohne dabei eine weite Strecke aus der Stadt heraus antreten zu müssen.

Angeln mit Kunstködern

Bei urbanem Fuschen handelt es sich bei der Beute fast ausschließlich um Raubfische, daher sind künstliche Köder ein Muss. Viele Angler legen sich daher regelrechte Sammlungen an Ködern an. Die Vielfalt der Köder ist dabei fast unbegrenzt. Sowohl bewährte alte Köder als auch Köder mit neusten Techniken können hierbei den entscheidenden Erfolg bringen. Im Bereich des Angelsportes schreitet die Technik hinsichtlich der Köder fortlaufend voran. So werden Köder aus Weichplastik oder Hartplastik mittlerweile dank Micro-Spingjigs mit kleinen Borstenbüscheln präpariert, um den Reiz auf die Raubfische zu erhöhen.

Die Erlaubnis für das Streetfishing in der Stadt: Ein Angelschein ist erforderlich!

Für das Angeln in der Stadt ist ein Angelschein erforderlich, welcher für die städtischen Gewässer von dem zuständigen Anglerverband oder der Stadtverwaltung vergeben werden. Voraussetzung dafür ist eine bestandene Fischereiprüfung. Die weiteren Voraussetzungen unterscheiden sich dabei von Bundesland zu Bundesland. Meist wird zum Angelschein auch noch ein Gewässerschein benötigt. Die Angelvereine und Behörden informieren je nach Bundesland auf ihren Internetauftritten oder per telefonische Auskunft zu den Regularien.

Was ist ein Phrasenmäher, Phrasenschwein, Phrasendrescher? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Phrasenschwein wurde in der Welt des Fußballs geboren. Erfunden wurde das Phrasenschwein beim Fernsehkanal Sport1 beziehungsweise dem früheren Deutschen Sportfernsehen (DSF).

Geschichte und Bedeutung des Phrasenschweins

Bei der Sendung „Doppelpass“ (Dopa) diente das Sparschwein einem besonderen Zweck: Fußballkommentatoren, Fußballexperten, Spieler und Trainer reden gerne um den heißen Brei. Sie trauen sich nicht, direkte Aussagen zu machen, kennen sich nicht aus oder haben schlicht keine eigene Meinung. Doch statt das einfach zuzugeben, sagen sie irgendetwas. Besonders gerne werden „Phrasen“ benutzt, um die eigene Ausdruckslosigkeit zu kaschieren.

Was sind Phrasen? Bedeutung, Definition, Erklärung

Phrasen sind im allgemeinen Sprichwörter, Wortkombinationen oder ganze Statements, die keinerlei wertschöpfend Aussagekraft haben. „Doppelpass“ ist eine Art Fußballstammtisch, bei dem sich wechselnde Gäste zur aktuellen Saison oder allgemeinen Fußball-Themen äußern.

Um das sinnlose Gerede der Gäste und Ausflüchte zu vermeiden, wurde das Phrasenschwein eingeführt. Dieses besondere Tier gab es gleich zu Beginn der Sendung im Jahr 1995.

Anfangs mussten Gäste, die Phrasen droschen, 5 Mark ins Schwein einbezahlen. Später waren es 3 Euro. Der Erlös wurde am Jahresende einem wohltätigen Zweck gespendet.

Das „Phrasenschwein“ breitete sich rasend schnell aus. Es fand als geflügeltes Wort Eingang in die Medienwelt.

In Schulen wurden ganz ähnliche Modelle eingeführt. Bei der bei Nutzung von Schimpfwörtern oder vulgären Worten mussten kleine Beträge einbezahlt werden. Das sollte die Lust an der Fäkalsprache oder dem Beschimpfen von Klassenkameraden eindämmen.

Siehe auch: Was sind Totschlagargumente? Was sind Killerphrasen?

Was bedeutet Phrasenschwein, Phrasendrescher? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der Alltagssprache bereitete sich das Phrasenschwein ebenfalls sehr erfolgreich aus.

Menschen, die viel reden, ohne wirklich etwas zu sagen, werden mit diesem Titel belegt. Üblicherweise bedienen sich solche Redner vieler Phrasen, die gut klingen, jedoch wenig sachliche Aussagekraft haben.

Manchmal sind auch sonst eher wortkarge Drückeberger Phrasenschweine. Sie beantworten unangenehme Fragen grundsätzlich mit leeren Phrasen, um dem anderen die Lust an weiteren Fragen zu nehmen.

Der „Phrasendrescher“ oder „Phrasenmäher“ sind gleichbedeutend. Phrasen zu dreschen, bedeutet umgangssprachlich besonders viele Phrasen zu nutzen.

Beispiels: Er „drischt“ mit Phrasen auf jemanden ein.

Was bedeutet, dass eine Phrase nach der anderen „geklopft“ wird. Beim Dreschen wurden ursprünglich die Getreidehalme heftig auf den Untergrund geschlagen, damit sich die Körner aus den Ähren lösten.
Das war eine sehr rhythmische und eintönige Arbeit. Ganz so, wie wenn jemand regelmäßig nichtssagende Phrasen wiederholt.

Phrasen kann man auch als ziemlich „abgedroschen“ bezeichnen. Das bedeutet, sie sind inhaltslos und leer. Heute erledigen natürlich große Mähdrescher die Drescharbeit direkt auf den Feldern.

Damit wäre der umgangssprachliche Übergang vom „Phrasendrescher“ zum „Phrasenmäher“ schon gefunden. Bei letzterem ist das Wortspiel mit dem „Ph-Rasenmäher“, der seine gelangweilten Zuhörer „ummäht“, mit ausschlaggebend für die Wortkreation und seine Beliebtheit.

Phrasenmäher – der Fußballpodcast (Bedeutung)

Im gleichnamigen Fußball-Podcast von BILD-Sport geht es ähnlich wie bei der Sendung „Doppelpass“ darum, auf persönliche und authentische Weise über den Fußball zu berichten. Der Zuhörer soll echte Information bekommen, statt nur Phrasen.

Phrasenmäher – die Band

Die sprachlich sehr gewandte Band aus Hamburg hält einen interessanten Rekord. 2014 veröffentlichten sie eine Langfassung des Lieds „Zwei Jahre in“. Mit ganzen 90 Minuten und 10 Sekunden Spielzeit war es das damals längste offiziell veröffentlichte Lied und erhielt einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

Das langatmige Stück kann man als eine einzige Phrase betrachten. Die Bandmitglieder kommunizieren darin, dass alles, was zwei Jahre „in“ ist, dann zwei Jahre „out“ ist. Man hat nach den 90 Minuten also nicht wirklich eine handfeste Information.

Das Phrasenschwein als offizielles neues Wort

In die deutsche Rechtsschreib-Bibel, den Duden, werden ständig neue Wörter aufgenommen. So ist das Phrasenschwein seit 2009 offiziell Bestandteil der deutschen Sprache.

Der Phrasendrescher und die Phrasendrescherin haben diese Aufnahme etwas später auch geschafft. Beim Phrasenmäher steht das noch aus.

Welche neuen Wörter in den Duden aufgenommen werden, entscheidet eine Kommission. Dabei werden Nutzungshäufigkeit, der sinnvolle Zusammenhang innerhalb der bestehenden Sprache und die zu erwartende Beständigkeit eines Wortes berücksichtigt.

Offiziell ist der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ für den Erhalt und die Gestaltung der deutschen Sprache verantwortlich. Die Experten dieses Gremiums arbeiten eng mit Sprachhütern und Sprachwissenschaftlern der anderen deutschsprachigen Länder Österreich und Schweiz zusammen.

Der Duden ist das offizielle Publikation-Medium des Rechtschreibrates.

Was bedeutet „Holistay“ / „Staycation“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Begriffe „Holistay“ und „Staycation“ stammen aus den Vereinigten Staaten. „Staycation“ bedeutet, dass Sie Ihren Urlaub Zuhause oder in der Nähe Ihres Zuhause verbringen, anstatt in ein anderes Land zu reisen. Der deutsche Ausdruck dafür ist „Urlaub auf Balkonien„.

Was bedeutet „Holistay“ / „Staycation“? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der aktuellen Situation durch Corona ist es empfehlenswert, eine Staycation vorzuziehen, da sich die Infektionslage und damit die behördlichen Eindämmungsregeln schnell ändern können. Dieses Modell ist außerdem sehr beliebt bei Personen, die sich nur einen Low-Budget Urlaub leisten können.

Staycation (oder Holistay) ist eine ökologische Möglichkeit, den Urlaub zu Hause zu verbringen. Wenn Sie Zuhause bleiben und dort entspannen, bedeutet das gleichzeitig eine geringere Umweltverschmutzung und dass Sie effektiv Kosten sparen können.

Bedeutung von „Holistay“ und „Staycation“ auf deutsch (Übersetzung, Erklärung)

„Holistay“ ist ein Kofferwort aus den Worten „Holiday“ und „Stay“. Das englische Wort „Holiday“ bedeutet auf deutsch „Urlaub“, aber auch „Feiertag“. „Stay“ bedeutet auf deutsch „Aufenthalt“.

Das Kofferwort „Staycation“ setzt sich aus den Wort „Stay“ und „Vacation“ zusammen. „Stay“ bedeutet (wie oben) „Aufenthalt“ auf deutsch. „Vacation“ bedeutet auf deutsch „Ferien“ und „Urlaub“.

Erstmals entstand der Begriff des Staycation in Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise in 2008. Aus diesem Grund waren viele Haushalte gezwungen, ihre Ausgaben und damit ihr Urlaubsbudget einzuschränken. Der Mangel an Geld für Reisen ins Ausland ist der Grund, warum viele Menschen Urlaub Zuhause machten. Mit dieser Bewegung nahm auch gleichzeitig das Bewusstsein für die Umweltauswirkungen des Tourismus zu, insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen des Verkehrs und den CO2-Fußabdruck. Beliebte Reisegebiete weltweit wurden durch Touristenströme regelrecht überflutet.

Staycation bzw. Holistay scheint eine großartige Lösung für die oben genannten Herausforderungen zu sein. Es ist eine großartige Möglichkeit, einen schönen Urlaub zu verbringen und gleichzeitig günstig Urlaub zu machen. Die einzig leidtragenden sind die Reisebranche, da sie deutlich weniger Buchungen verzeichnen konnten. Urlaub Zuhause reduziert allerdings die schädlichen Treibhausgasemissionen. Viele nutzten die öffentlichen Verkehrsmittel, gingen zu Fuß oder nutzten die E-Roller, anstatt das Auto oder das Flugzeug zu nehmen.

Holistay / Staycation ist eine nachhaltige Bewegung

Staycation / Holistay ist eine Form des alternativen langsamen Tourismus. Langsamer Tourismus lädt Sie ein, im gegenwärtigen Moment zu leben und diesen auch voll und ganz genießen zu können. Es ermutigt Sie, sich Zeit zu nehmen, Sehenswürdigkeiten oder Landschaften in Ihrer Nähe zu entdecken, mehr Zeit mit Freunden Zuhause zu verbringen oder einfach Zeit in der Natur zu genießen.

Sie planen die Tage, wie Sie es möchten. Sie müssen sich keine Gedanken um Öffnungszeiten oder Zeiten von Führungen oder Reisetrips zu halten. Wenn Sie ausschlafen möchten, dann schlafen Sie aus.

Vorteile von Staycation / Holistay

  • Staycation / Holistay begrenzt den Stress bei der Organisation einer Reise. Sie müssen keine Angebote vergleichen oder eine Unterkunft suchen, die Ihren Wünschen entspricht. Das Packen des Koffers und die Auswahl der Kleidung entfällt ebenfalls.
  • Nutzen Sie die Zeit und widmen sich Aktivitäten und Dinge, die Sie das ganze Jahr schon aufschieben, weil Ihr Terminkalender so voll war. Schauen Sie sich das örtliche Museum an oder treiben Sie mehr Sport, wenn Sie möchten.
  • Durch Staycation / Holistay fördern Sie auch die regionale und lokale Wirtschaft. Schlendern Sie über den Wochenmarkt oder besuchen Sie Ihren lokalen Bauern, um dort direkt Obst, Gemüse oder Fleisch zu kaufen. Nutzen Sie das lokale Kulturangebot und schauen Sie sich Theaterstücke oder andere Acts an.
  • Durch Staycation / Holistay wird Ihnen bewusst, wie schön Ihre Stadt oder Ihre Region eigentlich ist. Durch die Arbeit oder andere Faktoren vergessen viele häufig, wie viele Möglichkeiten einem direkt vor der Haustür geboten werden.
  • Mit Staycation / Holistay lernen Sie den Augenblick und den Moment zu genießen. Sie haben viel mehr Zeit für sich selbst um sich mal richtig zu entspannen.
  • Staycation / Holistay entspannt Sie in vielerlei Hinsicht mehr, anstatt eine lange Reise inds Ausland zu machen.
  • Das Entdecken und Erforschen der Heimat ist eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative, auf die Sie stolz sein können!

Das Wichtige am Urlaub Zuhause ist, dass Sie den Urlaub schon planen sollten. Allerdings sollte dieser Plan flexibel gestaltet werden, damit Sie sich die Zeit für die Dinge nehmen können, die Sie für richtig halten. Auf diese Weise werden Sie zufriedener und ausgeglichener und können den Urlaub wirklich genießen.

Was ist die Tourismusphobie / Touristenphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Tourismusphobie (auch „Touristenphobie“) ist ein Phänomen und Paradox. Während beliebte Urlaubsländer und Reiseziele (Bsp.: Mallorca) in der Vergangenheit viel Geld mit Touristen verdient haben und Jobs in der Tourismusbranche geschaffen wurden, wächst unter der einheimischen Bevölkerung der Unmut gegenüber Touristen. Ja, teils erwächst sogar der Wunsch, dass weniger Touristen kommen. Denn Touristen sogar in der Masse dafür, dass das alltägliche Leben gestört, dass Mietpreise und Lebenshaltungskosten steigen, sowie dass die Umwelt verschmutzt wird und Schaden nimmt.

Was ist die Tourismusphobie / Touristenphobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Tourismusphobie (auch „Touristenphobie“) ist Ende der 2010er Jahre immer bekannter geworden. Länder wie Spanien und Italien leben von Touristen. Hier macht der Tourismus mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Es sind Milliarden, die durch den Tourismus eingenommen wurden und werden. Allerdings ist die Stimmung der Einheimischen in den Tourismushochburgen angespannt, da es von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen werden, die einen Ort besuchen.

Das Problem wird nicht von Touristen als Einzelpersonen verursacht, sondern hauptsächlich von Faktoren wie der Störung des täglichen Lebens, steigenden Mietpreisen und Lebenshaltungskosten, der Verschlechterung der Tier- und Pflanzenwelt und der Umweltverschmutzung.

Die eigene Heimat verliert ihren traditionellen Charakter und fühlt sich nicht mehr wie das Zuhause an, die dort wirklich leben. Es wird alles versucht, um den Touristen den schönst und bestmöglichen Urlaub zu bieten, auf Kosten der Einheimischen. Auf die Tourismusphobie (auch „Touristenphobie“) folgte eine Gentrifizierung von wohlhabenden Reisenden, die die Einheimischen nach und nach aus einer Gegen verdrängen. Die Mieten steigen ins Unerschwingliche und die Einheimischen sind gezwungen, in andere Regionen zu ziehen, in denen die Mieten bezahlbar sind. Viele der Einheimischen gingen aufgrund dieser dramatischn Entwicklungen auf die Straße und demonstrierten für den Erhalt ihrer Heimat.

Weitere Bedeutung von Tourismusphobie / Touristenphobie (Während Corona / Covid-19)

Während der Coronakrise verbreitete sich ebenfalls eine Tourismusphobie an beliebten deutschen Urlaubszielen wie der Ostsee. Hotels, Restaurants und Urlaubsorte hatten Angst,  dass mit Covid-19-infizierte Touristen kommen.

Würde eine steigende Zahl von Covid-19-Infektionen festgestellt werden, so hätte dies einen neuen Lockdown zur Folge. Für Hotel-Betreiber, Ladeninhaber, Ferienwohnungvermieter und Restaurantbetreiber wäre dies katastrophal, denn sie müssten ihre Geschäfte, Restaurants und Unterkünfte schließen. Dies hätte starke Umsatzeinbußen zur Folge und würde die Unternehmen weiter belasten.

Tourismusphobie / Touristenphobie: Schritte gegen Massentourismus

Die Tourismusphobie (auch „Touristenphobie“) beschränkt sich in der aktuellen Zeit auf Länder und Regionen, die in den vergangenen Jahren durch Touristenmassen überflutet wurden. Die Zahlen der Urlauber stiegen von Jahr zu Jahr und die Reiseveranstalter und die Baubranche nutzte dieses Interesse, um neue Hotels zu bauen und alles für den perfekten Urlaub zu kreieren.

Dadurch haben sich dutzende Städte zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, die sich gegen den Massentourismus und seine Folgen aussprechen. Diese Initiative wurde vor einigen Jahren erstmals in Barcelona diskutiert und hat nach und nach ihre derzeitige Form angenommen. Die Organisation unterstützt die Umsetzung von Maßnahmen wie beispielsweise unterschiedlichen Wohnvorschriften für Touristen- und Wohnunterkünfte. Gleichzeitig haben sie deutlich gemacht, dass zwischen verschiedenen Städten unterschieden werden muss, da die Schwere der Auswirkungen von Städten wie Barcelona oder Venedig nicht mit anderen Fällen vergleichbar ist.

Das Netzwerk hofft, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Verwaltungsbehörden unter Druck zu setzen, Kriterien für Nachhaltigkeit zu entwickeln. Diese Art von Reiseziel bietet tendenziell eine Vielzahl von Hotelunterkünften und geplanten Aktivitäten für Touristen, während die Kultur- und Freizeitmöglichkeiten für die Anwohner im Laufe des restlichen Jahres tendenziell abgenommen haben.

Es gab sogar schon Angriffe auf öffentliche Verkehrsmittel. Die Handlungen konzentrierten sich auf Reifenpannen von Leihrädern und Angriffe auf offene Tourbusse. In anderen Städten wie Palma de Mallorca wurden Slogans auf Yachten oder Restaurants gesprüht. Ähnliche Ereignisse wurden im Baskenland beobachtet, wo sich radikale linke Gruppen gegen den Massentourismus positionierten.

Touristenphobie: Ein große Problem: Online-Vermietungsplattformen

Besonders hervorzuheben ist der Aufstieg der sogenannten Vermietungsplattformen für Ferienwohnungen. Sie bieten nicht nur einen harten Wettbewerb für die traditionelle Hotelbranche, sondern stellen auch ein Problem für die Bewohner benachbarter Wohnungen dar, die bis in die frühen Morgenstunden von Urlaubern wach gehalten werden.

Die Rolle von AirBnB

Die weltweit bekannteste Plattform dieser Art hat es Millionen von Nutzern ermöglicht, zusätzliches Geld durch die Vermietung von Gästezimmern oder leeren Wohnungen zu verdienen. Im Laufe der Zeit wurde diese Möglichkeit von Unternehmen genutzt, die ganze Gebäude räumen, um sie in touristische Mietwohnungen umzuwandeln. Viele Jahre lang fielen diese Aktivitäten in eine rechtliche Grauzone, die das spanische Finanzamt nun zu regulieren versucht. Keine leichte Aufgabe, da auf diesen Online-Plattformen nicht alle angeforderten Benutzerdaten vorhanden sind.
Theoretisch sollen die neuen Vorschriften ein höheres Maß an Aufsicht bieten, so dass die Eigentümer von Wohnungen, die über Unternehmen wie Airbnb, HomeAway oder Niumba gemietet werden, die Mehrwertsteuer zahlen und diese Einkünfte in ihre jährliche Einkommensteuererklärung aufnehmen.

Während die Gesetze weiter geändert und verschärft werden, haben sich mehrere Städte bereits für ein vollständiges oder teilweises Verbot von Mietverträgen dieser Art entschieden.

Aber nicht nur auf den Balearen wurden Maßnahmen ergriffen. Die Behörden in der Stadt Valencia waren weniger streng, haben jedoch für die kommende Saison die Vermietung von Ferienwohnungen begrenzt, sodass nur Wohnungen im Erdgeschoss und im ersten Stock für diesen Zweck gemietet werden können. Diese Situation wird im Rahmen der allgemeinen Stadt geregelt Landnutzungsplan. Der Stadtrat muss einen Bericht vorlegen, aus dem hervorgeht, dass eine Wohnung für Touristen geeignet ist.

Warum heißen Lebkuchen „Lebkuchen“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Besonders im Herbst und Winter erfreut sich Lebkuchen, das süße Gebäck, großer Beliebtheit unter den Menschen. Nicht nur in Deutschland, in recht vielen Kulturen existieren etliche Ausprägungen, in denen Lebkuchen serviert wird. Immer ein Faktor ist dabei, dass Lebkuchen besonders lange haltbar ist, oft wird er auch recht stark gewürzt. Was aber bedeutet das Wort „Lebkuchen“ eigentlich?

Warum heißen Lebkuchen „Lebkuchen“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Das Wort existiert in Varianten bereits seit dem 13. Jahrhundert. Genau geklärt ist allerdings nicht, woher der erste Teil des Wortes, „Leb“, stammt. Dazu existieren mehrere Erklärungen. Eine vermutet, dass es vom lateinischen Wort „libus“ stammt, welches schlicht Fladen bedeutet. Eine andere stellt eine Verbindung zwischen dem mittelhochdeutschen Wort leip her, was ungesäuertes Brot bedeutete und heute in der Form „Laib“ bekannt ist. Sicher ist es allerdings nicht, welche der beiden Ansätze zutreffend oder auch nur wahrscheinlicher ist.

Bezeichnungen für Lebkuchen: Pfefferkuchen, Honigkuchen

Andere Bezeichnungen von Lebkuchen sind u. a. Pfefferkuchen oder Honigkuchen. Dazu existieren regional unterschiedlich noch viele weitere Varianten, wie das bei Speisen häufig der Fall ist. Im Süden von Deutschland ist Lebkuchen auch als Magenkuchen bekannt. Die zuvor genannte Bezeichnung Pfefferkuchen ist hingegen eher in Ostdeutschland verbreitet. Auch das inzwischen weniger geläufige Wort „Lebzelten“ ist ein Synonym für Lebkuchen. Ebenso sind bestimmte Arten von Lebkuchen auch regional geschützte Produkte, wie zum Beispiel die Aachener Printen oder der Nürnberger Lebkuchen.

Früher gehörten Hersteller von Lebkuchen einem anderen Handwerk an als normale Bäcker. Daher rühren auch die inzwischen eher wenig bekannten Berufsbezeichnungen:

  • Lebküchler
  • Pfefferküchler
  • Lebzelter
  • Lebküchner

In der damaligen DDR allerdings war „Pfefferküchler“ bis zu ihrer Auflösung am 3. Oktober 1990 tatsächlich noch ein vollwertiger, anerkannter Handwerksberuf. Und acht Jahre später wurde der Ausbildungsberuf zum Bäcker mit dem expliziten Schwerpunkt als Pfefferküchler sogar in der Bundesrepublik Deutschland wieder eingeführt.

Geschichte: Lebkuchen

Während man in Deutschland den Lebkuchen mindestens seit dem 13. Jahrhundert kennt (oder zumindest ein Wort dafür hat, das noch überliefert ist), soll es bei den alten Ägyptern schon vor 5.000 Jahren ein sehr ähnliches, süßes Fladenbrot gegeben haben. Damals stand diese Speise nicht dem normalen Volk zur Verfügung, sondern nur den Pharaonen und Tempelmitarbeitern. Die schon damals mit Honig und vielen Gewürzen gebackenen süßen Fladenbrote fanden über das Römische Reich auch den Weg nach Mitteleuropa. Dort wurden sie zunächst von Mönchen und Apotheken hergestellt und vertrieben, da man der Auffassung war, dass der Honig heilende Kräfte besäße.

Namensherkunft „Lebkuchen“

Zumindest ungesund dürfte er wohl nicht sein. Inzwischen ist der Lebkuchen ein für jedermann erschwinglicher und eben gerade zur Weihnachtszeit und auf Jahrmärkten beliebter Genuss. Welche Form des Lebkuchens nun die populärste ist, da scheiden sich die Geister. Sicher kennt jeder die beliebten Lebkuchenherzen mit Sinnsprüchen darauf, die man auf einer Kirmes erstehen kann. Mindestens genauso populär sind aber die Lebkuchenhäuser, die in der Regel die Geschichte von Hänsel und Gretel bzw. das zur Geschichte gehörige Hexenhaus in essbarer Form illustrieren. Aber auch Lebkuchenmänner sind in Europa weit verbreitet.

Woher der Lebkuchen aber nun wirklich seinen Namen hat, weiß man nicht genau, wobei beide oben genannte Theorien sehr plausibel klingen.

Was bedeutet „nichtbinär“ (non-binary, enby)? Bedeutung, Definition, Erklärung


Immer häufiger ist in den Medien von Menschen zu hören, die nichtbinär sind bzw. sich als solche bezeichnen. Diese Menschen bevorzugen den Verzicht von geschlechtsspezifischen Anreden wie Herr oder Frau und sind vielen Teilen der Welt noch unbekannt. Doch was genau beutetet es eigentlich, wenn jemand nichtbinär ist?

Was bedeutet „nichtbinär“ (non-binary, enby)? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der Informatik ist das Wort „binär“ eines der wohl am meistens verwendeten Wörter, denn dort sind z. B. Zahlen binär, da der Computer nur die Zahl Null oder die Zahl Eins versteht. Binär beutetet grundsätzlich, dass es zwei Optionen für etwas gibt, z. B. nur zwei Zahlen, zwei Geschlechter oder zwei Wege. Bis vor einigen Jahrzehnten galt es noch als selbstverständlich, dass es bei den Geschlechtern ebenfalls nur eine binäre Einteilung geben kann: entweder ein Mensch ist weiblich oder männlich.

Ein Teil der Weltbevölkerung fühlt sich jedoch weder weiblich noch männlich und kann sich daher nicht in eine der beiden Kategorien einfinden: Diese Menschen werden als nichtbinär bezeichnet – für die trifft keine der beiden Optionen vollständig zu. Der Begriff „nichtbinär“ kann natürlich auf verschiedene Lebensbereiche angewendet werden – überall dort, wo es eben mehr als nur zwei Optionen gibt oder keine der beiden Optionen vollständig zutrifft. In der letzten Zeit hat der Begriff jedoch bei der Geschlechtsidentität an Wirkung gewonnen und wir daher meistens auch damit assoziiert.

Statt „nicht-binär“ kann auch „enby“ gesagt werden. Beide Ausdrücke bedeuten das gleiche und sind daher synonym.

Dabei steht nun die Geschlechtsidentität eines Menschen nicht in direkter Verbindung mit dem biologischen Geschlecht und damit auch den Geschlechtsmerkmalen, sondern nur rein mit dem Zugehörigkeitsgefühl zu diesen. Diese nichtbinär Identität wird in vielen Fällen besonders nach Außen ausgedrückt.

Welche nichtbinären Geschlechterrollen gibt es? Bedeutung, Erklärung

Menschen, die sich als nichtbinär bezeichnen, können trotzdem in einige Rollen klassifiziert werden, die sie etwas näher beschreiben sollen.
Transgender sind dabei Menschen, die im falschen Geschlecht geboren wurden, z. B. Frauen, die sich eigentlich als Mann fühlen. Mit Genderqueer bezeichnet man Menschen, die sich keinem der beiden Geschlechter eindeutig zuordnen möchten oder eine Kombination aus Mann und Frau einnehmen.

Menschen, die ihr Geschlecht mit der Zeit verändern werden, als Genderfluid bezeichnet, ähnlich wie Bigender. Wer sich als vollständig ungeschlechtlich fühlt, wird in der Regel als Agender bezeichnet.

Seit wann gibt es diesen Begriff „nicht-binär“ (non-binary)? Bedeutung

Der genaue Zeitpunkt der Entstehung dieses Begriffes lässt sich nur schwer festlegen, allerdings hat die starke Verbreitung des Begriffes im Jahre 2011 gestartet – unter anderem auch durch die immer stärkere Vernetzung und Verwendung des Internets zur Übertragung von Informationen.

Die rechtliche Anerkennung von nichtbinären Menschen wird in vielen Ländern der Welt sehr unterschiedlich gehandhabt, in einigen ist sie sogar vollständig verboten. Viele Formulare haben in letzter Zeit ein drittes Feld „divers“ bei der Auswahl des Geschlechtes erhalten.

Leider leiden viele Personen, die sich als nichtbinär bezeichnen immer noch an Diskrimineurng und an einer ungerechten Behandlung. Diese ist vor allem im jungen Alter zu spüren, kann sich jedoch auch noch im Berufsleben fortsetzen, viele der Menschen haben bereits Suizidgedanken hinter sich gebracht. Durch die womöglich falsche (aber eigentlich unabsichtliche) Klassifizierung durch die Umwelt leiden nichtbinäre Personen nicht selten an der Dysphorie, also an einem allgemeinen Unwohlsein aufgrund dieser falschen Klassifizierung.

Was ist „Indoor-Farming“ / „Indoor-Gardening“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Indoor-Farming bzw. Indoor-Gardening stellt eine andere Methode für den Anbau von frischem Gemüse und anderen Pflanzen im eigenem Heim oder geschlossenen Räumen dar.

„Indoor-Farming“-Betriebe werden auch als Innenfarmen, vertikale Farmen, Bauernhöfe oder Pflanzenfabriken bezeichnet. Während die Entwicklung von Indoor-Farming für den Anbau von Blattgemüse relativ neu ist, werden Pilze seit über 100 Jahren auf diese Weise gezüchtet.

In den letzten zwanzig Jahren ist der Anbau von Blattgemüse und anderen Pflanzen in Innenräumen entstanden. In diesen Betrieben werden Pflanzen vollständig in Innenräumen mit LED-Lichtern angebaut. Das Aufkommen effizienter LED-Beleuchtungstechnologien hat es den Landwirten ermöglicht, Geld zu sparen und den Pflanzen genau die richtigen Lichtwellenlängen zur Verfügung zu stellen, um das Wachstum zu optimieren. Weitere Fortschritte sind Automatisierung und künstliche Intelligenz.

Der Unterschied zwischen „Indoor-Farming“ und „Indoor-Gardening“ ist, dass das Farming sich auf Nutzpflanzen konzentriert, während das Gardening das Ziel verfolgt Blumen und schöne Pflanzen in geschlossenen Räumen anzupflanzen. Die Methoden für beides ähneln sich.

Was ist „Indoor-Farming“ / „Indoor-Gardening“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Moderne Indoor-Farmen und modernes Indoor-Gardening verwendet eine Vielzahl von Architekturen, aber es gibt zwei Hauptmethoden, wie diese Farmsysteme aufgebaut sind:

  • Mehrstufige horizontale Farmen
  • Mehrstufige vertikale Farmen

Eine horizontale Anlage zeichnet sich durch horizontale mehrstufige Anbausysteme aus, die vom Boden aus beginnen und künstliches Licht und umfassende Raumklimatisierungen verwenden.

Eine vertikale Anlage zeichnet sich durch vertikale mehrstufige Anbausysteme aus, die vom Boden aus beginnen und künstliche Beleuchtung und umfassende Raumklimatisierung verwenden.

Funktionsweise: Indoor-Farming / Indoor-Gardening

Indoor-Farming verbraucht deutlich weniger Wasser und Pestizide als herkömmliche landwirtschaftliche Methoden. In Innenräumen unterliegen die Pflanzen keinen Jahreszeiten und bieten daher eine einheitliche und gleichbleibende Produktivität. Durch diese Praxis können Salate, Tomaten und grüne Pflanzen hergestellt werden.

Japan war einer der ersten Pioniere im Indoor-Farming. Es hält den größten Anteil am globalen vertikalen Landwirtschaftsmarkt. In Japan entsteht vertikale Landwirtschaft aus der Not heraus, wo die traditionelle Landwirtschaft aufgrund der Bevölkerungsalterung und der Landflucht nicht mehr möglich ist.

Was sind die Vorteile von Indoor-Farming / Indoor-Gardening?

  • Eine größere Produktion auf einer kleinen Anbaufläche
  • Vorbereitung auf die Zukunft: Immer mehr Menschen zieht es in die Städte und die Weltbevölkerung wächst stetig an. Daraus resultiert auch eine erhöhte Lebensmittelnachfrage. Indoor-Farming kann bei diesem Problem helfen.
  • Höhere und effektivere Produktion: Durch Indoor-Farming können effektiv Lebensmittel produziert werden, bei einer kleineren Anbaufläche.
  • Ganzjährige und einheitliche Lebensmittelproduktion und Pflanzenanbau möglich.
  • Nachhaltiger Wasserverbrauch: Durch Indoor-Farming können wir Pflanzen mit 70 bis 95 Prozent weniger Wasser produzieren.
  • Wetterbedingungen spielen keine Rolle: Starkregen, Überschwemmungen, Stürme oder Trockenheit haben keinen Einfluss auf die Ernte.
  • Bio-Produktion steigt: Durch Indoor-Farming können die Bedingungen beim Anbau besser kontrolliert werden und es werden keine Pestizide oder Chemikalien eingesetzt.
  • Menschlich und umweltfreundlich: Indoor-Farming erhöht die biologische Vielfalt und senkt den CO2-Fußabdruck.
  • Ganzjährige Pflanzenproduktion
  • Ein weiterer Vorteil von Indoor-Farming besteht darin, dass Farmen wie diese in den Innenstädten den CO2-Fußabdruck aufgrund der Nähe zum Verbraucher verringern und lange LKW-Strecken reduzieren.
  • Die meisten Produkte, die wir in den Lebensmittelgeschäften finden, werden auch international in einiger Entfernung transportiert. Dies führt zu Produkten mit geringerer Haltbarkeit. Anstatt Tage im Transport zu verbringen, können Produkte in nur wenigen Stunden in den Händen eines Verbrauchers sein. Schnelle Lieferungen bedeuten weniger Treibhausgase, die von LKWs erzeugt werden.
  • Weniger Platz: Anstelle von 4 bis 6 Hektar auf einem konventionellen landwirtschaftlichen Betrieb, auf der Pflanzen angebaut werden, wird beim Indoor-Farming nur ein Hektar Innenraum benötigt. Dies ist besonders nützlich in Städten, in denen das Land im Freien begrenzt ist.
  • Verwendung von energiesparenden LED-Leuchten, die den Energieverbrauch um bis zu 80% senken. Sie verwenden anaerobe Fermenter, die anaerobe Bakterien verwenden, um organisches Material zu kompostieren.
  • Bietet die Möglichkeit der Nachhaltigkeit für städtische Zentren
  • Schafft neue städtische Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Bringt Ackerland in die Natur zurück und hilft, die Funktionen und Dienstleistungen des Ökosystems wiederherzustellen
Warum heißen Milchzähne „Milchzähne“? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung


Wenn kleine Kinder ihre ersten Zähne bekommen, spricht man von Milchzähnen. Diese fallen im zunehmenden Alter aus und werden durch die herkömmlichen Zähne ersetzt, die man bis ins Erwachsenenalter behält. Dass man ausgefallene Zähne unter das Kopfkissen legt, damit die Zahnfee sie gegen einen kleinen Geldbetrag austauscht, ist natürlich unlängst bekannt. Doch woher kommt eigentlich der Name Milchzähne? Wir verraten es Ihnen.

Warum heißen Milchzähne „Milchzähne“? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung

Viele Wörter haben lediglich in der deutschen Sprache seltsame Namen. Im Falle der Milchzähne trifft dies allerdings nicht zu, denn der Name wurde nicht hierzulande geprägt. Stattdessen lautet der lateinische Fachbegriff „dentis lactatis“ – was übersetzt ebenfalls „Milchzahn“ bedeutet. Nun könnte man meinen, dass der Begriff Milchzahn auf die Stillphase zurückgeht, obwohl dies ja eigentlich recht unlogisch: In dieser Phase des Lebens konsumiert ein Baby ausschließlich Muttermilch und benötigt daher auch keine Milchzähne. Tatsächlich hat der Name „Milchzähne“ jedoch zumindest einen indirekten Bezug zur Stillphase.

Die ersten Milchzähne eines Kindes wachsen ungefähr ab dem 6. Lebensmonat, die letzten können bis zum 30. Monat folgen. Da das Kind in dieser Zeit noch gestillt bzw. mit Milch ernährt wird, weist der Name „Milchzähne“ vor allem auf den Zeitpunkt hin, in denen diese wachsen. Schon unsere Vorfahren kannten diesen Begriff, sodass er definitiv keine Erfindung der Neuzeit ist: Bereits seit dem 16. Jahrhundert nannten Eltern die Zähne ihrer Kinder „Milchzähne“.

Die Milchzähne sind deutlich heller als Zähne von Erwachsenen

Es gibt allerdings noch einen weiteren Grund, warum die Milchzähne auf ihren Namen hören: Im Gegensatz zu den klassischen Zähnen eines Erwachsenen haben Milchzähne eine deutlich hellere Farbe. Während die Zähne von älteren Menschen eher einen leicht gelblichen Stich aufweisen, strahlen Milchzähne in einem kräftigen Weiß mit einem minimalen blauen Schimmer. Da ihre besonders helle Farbe ein wenig an Milch erinnert, erhielten die Milchzähne vor vielen Jahren offenbar ihren bis heute bekannten Namen.

Milchzähne tragen einen wichtigen Teil zur Sprachentwicklung bei

Viele Menschen fragen sich übrigens auch, warum einem Baby nicht einfach sofort die klassischen Zähne wachsen, die man bis ins Erwachsenenalter behält. Die Antwort auf diese Frage ist relativ simpel, denn die Milchzähne übernehmen im Kiefer eines Kindes eine wichtige Rolle: Sie dienen als Platzhalter für die späteren Zähne, von denen es insgesamt 32 gibt. Milchzähne sind hingegen in einer deutlich überschaubareren Anzahl im Mund des Kindes vorhanden: Von ihnen gibt es lediglich 20 – was natürlich in erster Linie dem kleineren Kiefer des Nachwuchses geschuldet ist. Ältere Kinder, die sich bereits im Schulalter befinden, haben hingegen 24 Zähne – ein paar mehr als im Kleinkindalter, aber immer noch deutlich weniger, als eine erwachsene Person. Was viele Menschen ebenfalls nicht wissen: Die Milchzähne tragen einen immens wichtigen Teil zur Sprachentwicklung eines Kindes bei. Fehlen dem Kind etwa die beiden Vorderzähne, kann es passieren, dass die Zunge beim Sprechen zu weit nach vorne rückt – wodurch die Bildung von S- und Z-Lauten nicht mehr fehlerfrei möglich ist. Da sich zudem die Schneidezähne im oberen und unteren Mund nicht mehr richtig berühren könnten, würde auf Dauer betrachtet sogar ein sogenannter offener Biss entstehen, welcher nur noch mittels einer kieferorthopädischen Behandlung korrigiert werden könnte.

Beachten Sie also daher, dass die Milchzähne Ihrer Kinder bereits ab dem ersten Zahnwuchs regelmäßig geputzt werden müssen – auch wenn Sie eines Tages ohnehin ausfallen und durch das spätere Erwachsenengebiss ersetzt werden.

Warum heißt Urlaub „Urlaub“? Erklärung, Bedeutung


Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Viele bereisen in diesen freien Wochen die Welt, manche entspannen einfach im Garten oder auf dem Balkon. Wichtig ist nur, einfach mal durchzuatmen und keinen Gedanken an die Arbeit zu verschwenden.

So sieht es auch die allgemein verbreitete Definition. Demnach ist „Urlaub“ die Zeitspanne, in der jemand von der Arbeit oder vom Dienst freigestellt ist. Es ist eine Zeit, die dem Arbeitnehmer aufgrund von Gesetzen oder eines Tarifvertrages zusteht und die bis auf Ausnahmen eine fortdauernde Vergütung einschließt.

Wie ist der Begriff „Urlaub“ entstanden? Wortherkunft, Bedeutung

Der Begriff „Urlaub“ ist ein Begriff, der bereits in der Zeit Karl des Großen erstmals auftaucht. Im 8. Jahrhundert entstand im damaligen Ostfränkischen Reich das althochdeutsche Wort „urloub“, das bis ins 9. Jahrhundert eine Vokalabschwächung erfuhr und sich zu „urlub“ wandelte. In beiden Fällen bedeutete der Begriff soviel wie „Erlaubnis“. In den folgenden Jahrhunderten veränderte sich das Wort, in der mittelhochdeutschen Sprache wurde meistens „urloup“, „urlop“ oder „urlob“ gesagt. Es war weiterhin als „Erlaubnis (fortzugehen)“ definiert, konnte nun aber auch „Abschied“ und „Verabschiedung“ bedeuten.

In den einzelnen deutschen Sprachgebieten existierten im Mittelalter zudem zahlreiche Varietäten. Im Altächsischen sagte man beispielsweise „orlôf“, im mittelniederdeutschen „ōrlef“ oder „ōrleve“ und im mittelniederländischen fand „oorlof“ weite Verbreitung. Im Mittelalter wandelte sich auch die Bedeutung des Begriffes. Das Wort wurde nun verwendet, um die „Erlaubnis“ fortzugehen oder sich zu entfernen von einer in der Regel höhergestellten Person zu erhalten. Gegen Ende des Mittelalters wurde es allerdings üblich, auch die „zeitweilige Freistellung vom Dienst“ mit dem Begriff „Urlaub“ zu bezeichnen, so dass im Verlaufe der Jahrhunderte eine Annäherung an die heutige Begriffsverwendung erfolgte.

Was bedeutete Urlaub in früheren Zeiten? Bedeutung

In früheren Zeiten konnte Urlaub nicht einfach beantragt werden. Mägde und Knechte kannten keinen Urlaub, sondern nur die kirchlichen Feiertage im Jahreskreis. Eine Befreiung von der Arbeit oder eine Entfernung vom Wohnort zu Freizeitzwecken war weder bei ihnen noch den ortsansässigen Bauern und Handwerkern üblich. Im Mittelalter war Urlaub deshalb auch ein Begriff, der nur in einem kleinen Bevölkerungskreis Bedeutung besaß und mit Erholung oder Arbeitsbefreiung erst einmal nichts zu tun hatte.

Der Begriff „Urlaub“ entstand mit dem sich entwickelnden Lehnswesen und der Herausbildung des Rittertums in karolingischer Zeit. Ein Ritter war gerade im frühen Mittelalter kein freier Herrscher auf seiner Burg, viele von ihnen verfügten als sogenannte Ministerialien nicht einmal über Grundbesitz. Sie hatten allerdings Verpflichtungen gegenüber dem König oder einem anderen Lehnsherren und mussten diesen um Erlaubnis bitten, sich von ihrem gewöhnlichen Standort entfernen zu dürfen. Das galt allgemein für Reisen, aber auch für Kriegszüge benötigte der Ritter „Urlaub“.

Im Hochmittelalter, als das Rittertum in seiner Blüte stand, verlangte die Minne zudem von einem Ritter, dass er auch die „hohe Dame“ um Erlaubnis fragte. Sie gab ihr Einverständnis für die Teilnahme an Feldzügen, Turnieren oder Reichsversammlungen, grundsätzlich hatte ihre Zustimmung jedoch nur symbolischen Charakter und war Teil eines tradierten Aktes der Ritterlichkeit.

Das Vorbild des Rittertums verbreitete sich im Zeitverlauf auf andere gesellschaftliche Gruppen. So war es üblich, dass Mägde und Knechte ihren Grundherren zu bestimmten Anlässen um „Urlaub“ baten, um beispielsweise in anderen Orten an Feierlichkeiten teilzunehmen oder Verwandte zu besuchen. Das Einverständnis des Herren wandelte sich in den Jahrhunderten zur Tradition, wodurch sich ein gewisses Gewohnheitsrecht auf Urlaub bei Landarbeitern, Handwerksgesellen, Söldnern und anderen Berufsgruppen herausbildete. Die weitgehend rechtlosen Arbeiter des beginnenden Industriezeitalters versuchten solche Regelungen ebenfalls einzuführen, konnten aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts durch ihre Gewerkschaften verbindliche Vereinbarungen durchsetzen. Anfangs wurden 3 bis 6 freie Tage im Jahr zugestanden, bis heute konnten die Urlaubsansprüche jedoch immer weiter verbessert werden.

Was bedeutet Urlaub heute? Bedeutung

Der Begriff „Urlaub“ hat in der heutigen Zeit verschiedene Bedeutungen. Zum Einen ist Urlaub ein gesetzlicher Anspruch, den jeder Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber hat. Wir stellen zur Erfüllung dieser Ansprüche einen Urlaubsantrag im Personalbüro, um einen oder mehrere Tage frei zu bekommen. Die daraus resultierende Freizeit wird ebenfalls als Urlaub bezeichnet, ist allerdings der Zustand und nicht der Anspruch. Die zweite wichtige Bedeutung, für die der Begriff „Urlaub“ verwendet wird, bezeichnet eine Bewegung, die eine lokale Veränderung und ein Ziel voraussetzt. So sagen Menschen, dass sie in den Urlaub fahren oder eine Urlaubsreise gebucht haben. Eine dritte Bedeutung, mit der „Urlaub“ in Verbindung gesetzt wird, ist eine Freistellung im Militär- und Strafvollzugsbereich. Urlaub von der Truppe oder Hafturlaub ist zwar ebenfalls die Erlaubnis, sich von einem Ort zu entfernen, unterliegt allerdings anderen gesetztlichen Bestimmungen und wird in der Regel angeordnet.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Urlaub als eine Auszeit zu betrachten. In diesem Fall steht nicht die Erholung oder die Erlaubnis im Vordergrund, sondern die Entfernung. Urlaub vom Leben oder der Welt machen beispielsweise Menschen, die sich für einen bestimmten Zeitraum in die Wildnis oder ein Kloster zurückziehen. Urlaub von der Familie oder Urlaub von den Kindern ist eine Möglichkeit, zumindest mental, manchmal aber auch räumlich Abstand von der Verwandtschaft zu gewinnen. Es gibt noch viele andere Gelegenheiten, den Begriff Urlaub als eine Form des Entfernens zu verwenden: Urlaub von den Drogen, Urlaub vom Sport und sogar Urlaub vom Urlaub sind umgangssprachlich möglich.

Welche Arten von Urlaub kennen wir heute?

Vom Mittelalter bis in das späte 19. Jahrhundert mussten Menschen hart dafür kämpfen, ein paar wenige Tage im Jahr von ihrer Arbeit freigestellt zu werden. Bezahlter Urlaub war unbekannt, Varianten von Urlaubsgeld allein vom guten Willen des Dienstherren abhängig. Heute beträgt der gesetzliche, bezahlte Urlaubsanspruch 24 Tage, im Durchschnitt hat ein Arbeitnehmer in Deutschland allerdings fast 30 Tage zur freien Verfügung.

Der sogenannte Erholungsurlaub ist allerdings längst nicht alles, was ein Arbeitnehmer heute in Anspruch nehmen kann. So ist Mutterschafts- und Erziehungsurlaub für junge Mütter und Väter besonders wichtig, Pflegeurlaub für Menschen, die einen nahen Verwandten pflegen müssen. Bildungsurlaub kann genommen werden, um sich beruflich weiterzuentwickeln, Zusatzurlaub bekommen all jene Personen, die eine Schwerbehinderung nachweisen können. Das bedeutet, dass Menschen heute nicht nur über mehr Urlaub verfügen können, sondern auch bei individuellen Bedürfnissen gesetzlich abgesichert sind.

Warum heißen Geheimratsecken „Geheimratsecken“? Erklärung, Bedeutung


Ein in der deutschen Sprache äußerst geläufiger Ausdruck ist jener von den „Geheimratsecken“. Damit bezeichnet man den Haarausfall am Haaransatz an den Schläfen eines Mannes. Doch wieso ist dieses Phänomen ausgerechnet nach einem „Geheimrat“ benannt, wo es doch auf keine bestimmte Berufsgruppe begrenzt ist, sondern bei jedem Mann mit gleicher Wahrscheinlichkeit auftreten kann?

Warum heißen Geheimratsecken „Geheimratsecken“? Erklärung, Bedeutung

Die Antwort darauf ist, dass ein „Geheimrat“ ab dem 16. Jahrhundert ein Vertrauter und Ratgeber eines Fürsten war, vergleichbar mit einem heutigen Minister. Ein solcher Geheimrat hatte meist viel Lebenserfahrung und stand weit in der zweiten Hälfte seines Lebens. Dementsprechend häufig war bei diesen der erwähnte Haarausfall an den Schläfen schon festzustellen, wenn nicht sogar mehr Haarausfall. Natürlich traf das nicht auf alle von ihnen zu, aber eben doch auf einen großen Teil. Deshalb taufte man diese verbreitete Form von Haarausfall an den Schläfen nach dem Titel des „Geheimrats“.

Ein solcher Titel als Geheimrat war mit viel Ehre verbunden, wurde aber in der Regel eben auch nur an ältere Männer vergeben. Wobei „älter“ in jener Zeit schon ab etwa 40 Jahren meinte, die Lebenserwartung war schließlich deutlich niedriger als heutzutage. Die beginnende Glatzenbildung wurde dabei zu einem Zeichen für Altersweisheit, weshalb man einem Geheimrat eben auch viel Wissen und kluge Ratschläge zuschrieb. Wie man in jener Zeit diesen beginnenden Haarausfall ansonsten wertete, ist nicht bekannt. Klagen über Geheimratsecken sind von den Betroffenen jedenfalls nicht überliefert, eher ist anzunehmen, dass man sie als Zeichen von Lebenserfahrung und somit positiv deutete.

Die Schweiz und Österreich nennen es anders: Hofratsecken

In anderen deutschsprachigen Ländern existieren übrigens ähnliche, aber nicht identische Bezeichnungen für das Phänomen des Haarausfalls an den Schläfen. In Österreich nennt man Geheimratsecken demgemäß auch „Hofratsecken“. Anders als ein Geheimrat existiert die Funktion eines Hofrats auch im heutigen Österreich noch. In der Schweiz gibt es gleich zwei vergleichbare Ausdrücke. Das sind zum einen die „Ratsherrenecken“, zum anderen spricht man auch vom „Ministerwinkel“, wenn ein Mann Haarausfall an den Schläfen aufweist. Eine weitere, weniger gebräuchliche und deutlich scherzhafter gemeinte Bezeichnung ist die vom „Ehestandswinkel“.

Keine Hilfe gegen Geheimratsecken bekannt

Wer Geheimratsecken bekommt, sollte sich Sorgen machen, ob er sich auf dem Weg zu einer späteren Glatze befindet. Das muss nicht so kommen, erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür dennoch enorm. Manche Männer bekommen allerdings schon in frühen Jahren, teilweise kurz nach der Pubertät diese Geheimratsecken, ohne dass sie später kompletten Haarausfall bis hin zu einer Vollglatze erleiden. Abhilfe gegen Geheimratsecken gibt es übrigens praktisch keine.

Einzig eine Haarwurzelverpflanzung wäre denkbar, ist aber teuer und ziemlich unüblich. Zudem wird sie nicht von den Krankenkassen bezahlt, da man Haarverlust bei Männern als rein optische Problem betrachtet, nicht aber als ein medizinisches oder auch sonst das Leben beeinträchtigendes. Zumal Geheimratsecken bei Männern gemeinhin nicht als Schönheitsfehler empfunden werde, sondern als natürliches Phänomen. Erst, wenn das Haar noch lichter wird, gesteht man den betroffenen Männern zu, dies als unangenehm empfinden zu dürfen – und dennoch werden teure Gegenmaßnahmen auch dann nicht von den Krankenkassen übernommen.

Glatze als rein männliches Phänomen

Medizinisch hat das Phänomen natürlich einen völlig anderen Namen. Dort heißt es Calvities frontalis – und hat in dieser Bedeutung überhaupt nichts mit einem Geheimrat oder sonst irgendeinem Beruf zu tun. Machtlos ist man gegen das Aufkommen von Geheimratsecken aus einem ganz einfachen Grund. Verantwortlich für den Haarausfall ist nämlich eine genetische Prädisposition, die bewirkt, dass der Körper Testosteron in größeren Mengen in DHT umwandelt. Dieses wiederum führt zur hohen Stirn und zur Kahlheit der Schläfen. Wie die Geheimratsecken betrifft auch dieser Vorgang, der am Ende zur Glatze führt, ausschließlich Männer.

Zwar kommt auch bei Frauen in hohem Alter lichteres Haar vor, dies hat aber sowohl andere Ursachen als auch seltenst ähnliche Ausmaße wie bei Männer. Weshalb eben nur diese Geheimratsecken tragen. Vererben aber kann einem Menschen die Neigung zu Geheimratsecken und Glatzenbildung aber durchaus auch die eigene Mutter. Wer einen Vater mit auch in höherem Alter vollem Haar hat, ist deshalb keineswegs zwangsläufig dagegen gefeit, eines Tages Geheimratsecken oder noch mehr Haarausfall zu bekommen.

Was bedeutet der Name „Himalaya“ auf deutsch? Bedeutung, Namensherkunft, Erklärung


Die Bezeichnung Himalaya hat ihren Ursprung im Sanskrit. Es handelt sich um die Wortteile „Hima“ für Schnee und „alaya“ für Wohnsitz/Ort. Himalaya kann somit als „Heimat des Schnees“ übersetzt werden. Der Himalaya gilt als gewaltigster Gebirgszug dieses Planeten und befindet sich in Asien. Die Bergkette trennt im Süden den indischen Subkontinent vom nördlichen Tibetischen Hochland.

Himalaya: Die eisige Welt der Achttausender

Der Himalaya weist eine Länge von fast 3.000 Kilometern auf, wobei seine maximale Breite 350 Kilometer beträgt. Das Gebirge liegt zudem am indisch-chinesischen Grenzbereich und tangiert dabei mehrere Staaten, wie beispielsweise Indien, Bhutan und Nepal sowie Pakistan.

Der Himalaya beherbergt zehn von vierzehn der höchsten Berge, die auf der Erde vorkommen. Die Gipfel erreichen teilweise mehr als 8.000 Meter (Achttausender). Dazu gehört auch der Mount Everest, welcher mit seinen 8.848 Metern über Meeresspiegel als höchster Berg weltweit gilt.

Die Himalaya-Berge – ein Ort der Spiritualität

Die Bewohner der Himalaya Region sind mit dem Gebirgszug eng verbunden und verfügen häufig über eine ganz spezielle Spiritualität. So sehen beispielsweise die Hindus den Himalaya als Sitz ihrer Götter an. Erde und Himmel berühren und begegnen sich sozusagen aufgrund der enormen Berghöhen. So soll der Hindu-Gott Shiva seine Heimat auf dem Berg Kailesh haben.

Der Kailesh ist gleichermaßen für Buddhisten und Hindus ein heiliger Ort. Die Menschen sehen die Besteigung des Berges keinesfalls als religiöse Handlung an. Bei einer Pilgerreise wird der Kailesh umrundet. Deshalb sollen 108 Umrunden der direkte Weg sein, um die angestrebte Erleuchtung zu erfahren.

Das Himalaya-Massiv als Kulturscheide

Der Himalaya trennt allerdings nicht allein durch seine geografische Lage Südasien von den anderen Regionen des Kontinents. Der höchste Gebirgszug dieses Planeten gilt auch als stabilste und deutlichste Kulturscheide. Die Bergkette sorgte seit jeher dafür, dass sich beispielsweise Indien ohne größere Einflüsse von außen ungestört entwickeln konnte.

Im Himalaya an sich, hat sich die Lage noch deutlicher gezeigt. Im Verlauf der Jahrhunderte entwickelten sich die unterschiedlichen ansässigen Kulturen in kompletter Abgeschiedenheit. Die Lebensweise der Menschen wurde somit von der Außenwelt fast gar nicht beeinflusst, da im Himalaya bestimmte Örtlichkeiten nur äußerst schwer erreichbar sind.

Des Weiteren bildet des Himalaya eine große Hürde für den Monsun und zwingt ihn dadurch zum Abregnen. Aus diesem Grund entsteht, speziell im Nordosten von Indien, das lebenswichtige, jährlich wiederkehrende Regenhoch. Die Staaten Bhutan und Nepal befinden sich an den südlichen Ausläufern des Himalaya. Das Tibetische Hochland (chinesische Provinz Tibet) schließt sich im Norden an die Gebirgskette an. Weitere Anlieger-Staaten sind beispielsweise Myanmar und Afghanistan.

Himalaya: Geologie der Achttausender

Bei dem Himalaya-Massiv handelt es sich um ein sogenanntes Faltengebirge, welches seinen Ursprung in der Plattenkollision Eurasiens und Indiens hat. Nach Lösung der indischen Landmasse von dem Urkontinent Gondwana, die circa 200 Millionen Jahre zurückliegt, trennte der Tethys-Ozean die eurasische und indische Region. Die Kontinentalplatte Indiens driftete mit ungefähr neun Metern/Jahrhundert nach Norden und überwand dabei 6.400 Kilometer. Vor circa vierzig bis fünfzig Millionen Jahren rammte sie schließlich die eurasische Kontinentalplatte.

Diese Kollision reduzierte die Drift um fünfzig Prozent auf ungefähr fünf Zentimeter/Jahr und gilt als Anfang der raschen Erhebung der Himalaya-Gebirgskette. Die Drift ist auch heute noch aktiv und so intensiv, dass sich die Berge des Himalaya-Massivs pro Jahr etwas über einen Zentimeter weiter erhöhen.

Seit der Kollision hat sich Indien bereits weitere 2.000 Kilometer in den asiatischen Bereich hineingedrängt. Dieser Prozess hat zu massiven Erdbeben, Faltungen und Verschiebungen geführt, die sich in Südost-Asien und sogar bis China Auswirkungen zeigen. Heutzutage sind die Hebungsraten des Himalaya-Massivs immer noch so bemerkenswert, dass selbst die starke Erosion nicht mithalten konnte.

Klimatische Auswirkungen der Himalaya-Bergkette

Für die Menschen, die ihre Lebensgrundlage innerhalb der heißen Nord-indischen Ebene haben, ist die Himalaya-Region ein fast schon sakraler Sehnsuchtsort. Über der „Heimat des Schnees“ liegt eine einzigartige Klarheit und Kühle. Von dort kommen nicht allein lebenswichtige Wasser-Ströme, die für die Landwirtschaft essenziell sind. Der Himalaya gilt auch als Quelle göttlichen Wissens, welches Seele und Geist befruchtet.

Somit haben die Berge des Himalaya eine enorme klimatische Bedeutung für das Tibetische Hochland und den indischen Subkontinent. Er hält beispielsweise arktisch kalte und trockene Winde zurück, die sonst direkt in den südlichen Subkontinent blasen würden. Somit besteht hier ein deutlich wärmeres Klima, als in den gemäßigten Regionen anderer Kontinente. Anscheinend ist das Himalaya-Massiv, aufgrund seiner Lage als Wetterscheide auch für die Entstehung der Wüsten Gobi und Taklamakan in Zentralasien entscheidend.

Was sind „Normies“? Was bedeutet „Normies“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein »Normie« ist eine Person, die sich am Mainstream des Geschmacks orientiert, also genau das mag, was die Mehrheit auch toll findet. Anstatt eigenständige Interessen zu entwickeln, schaut sich der Normie gerne das bei anderen Menschen ab, was gerade im Trend liegt. Der Begriff Normie wird oft im Zusammenhang von popkulturellen Interessen verwendet, kann aber auch weiter gefasst werden und auf nahezu alle Interessens- oder Wissensgebiete übertragen werden.

Der Begriff »Normie« wird als abschätzige Bezeichnung verwendet. Wirklich niemand möchte ein Normie sein oder auch nur so genannt werden.

Was sind „Normies“? Was bedeutet „Normies“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Normies finden genau das toll, was die aktuelle Popkultur gerade abfeiert. Der Normie greift etwa zu einem (und meistens auch wirklich nur einem) Marvel-Comic in seiner lokalen Großbuchhandlung, weil er gerade mit seinen Freunden »Avengers« im Kino gesehen hat und meint anschließend sofort, sich umfassend mit dem Marvel-Universum auszukennen. Und das, ohne sich auch nur mit einem anderen Fan unterhalten zu haben oder auch je nur einen Comicbuchladen von innen gesehen zu haben.

Beispiele für »Normies«: Der Normie-Nerd

Ein anderes Bespiel: Der Normie hält sich für einen totalen Nerd, nur weil er mal »The Big Bang Theory« geschaut hat. Er hat keine Ahnung von Naturwissenschaften und hat Mathe, so schnell es ging, in der Schule abgewählt. Aber weil er sich neue Frühstücksbrettchen mit aufgedrucktem Periodensystem gekauft hat, hält er sich für den nächsten Einstein.

Darum sind Normies schlimm

Das Schlimme an Normies ist, das sie sich sofort für Experten ihres jeweiligen aktuellen Interessengebiets halten. Das nervt langjährige Anhänger desselben, die weit mehr Zeit, Energie und Gedanken in eine Sache investiert haben gewaltig. Normies bleiben einer Sache, die sie spannend finden nicht treu, sondern wenden sich dem Ganzen schnell wieder ab, sobald der nächste Trend sie erfasst. Normies halten sich auch gerne für etwas ganz Besonderes, obwohl sie meistens die Allerletzten sind, die auf einen Trend aufspringen.

Normies und Konsum

Normies gehen jedem Trend, der gerade vermarktet wird, auf dem Leim. Normies kaufen sich gerne ihre aktuelle Identität zusammen. Ein Normie, der etwa gerade Marie Kondos Aufräumdokus auf Netflix gesehen hat, wird sich tief bewegt von ihrer Message sofort die Wohnung leer räumen, nur um sich gleich darauf überteuerte Schachteln und Dekoartikel aus dem offiziellen Shop von Marie Kondo zu kaufen und seine Bude damit vollzustellen. Normies verstehen die Verkaufsmasche hinter den Trends nicht, denen sie hinterherlaufen. Sie glauben, dass eine einfache Kaufentscheidung sie zu etwas Besonderen macht. Ein Normie kauft sich ein Marvel T-Shirt und glaubt, das würde reichen, um der Comicbuchszene anzugehören. Mit Normies können Unternehmen also jede Menge Geld machen.

Normies im weiteren Sinne

Der Begriff »Normie« kann weiter gefasst werden und gilt nicht nur für den Bereich der Popkultur. Auch unter Musikhörern gibt es jede Menge Normies, die immer das hören, was gerade im Radio läuft. Und auch, was Lebensentwürfe oder Meinungen angeht, kann man von »Normies« sprechen, wenn man den Mainstream der Leute meint. Wenn die halbe Abschlussklasse nach dem Abi BWL studiert, wird der Normie das auch tun. Denn was kann verkehrt daran sein, wenn alle es machen? Zu hinterfragen oder sich eigene Gedanken über etwas zu machen, gehören nicht zu den Stärken eines Normies.

Allgemeine Eigenschaften von Normies: Bedeutung, Erklärung

Der Normie orientiert sich also grundsätzlich an seiner Umgebung, und das ist in der Regel die soziale Gruppe, der er angehört. Hierbei folgt der Normie der Devise »das, was beliebt ist, muss gut sein« und folgt dem Interesse der Mehrheit. Denn der Normie möchte beliebt sein, er will keinesfalls anecken, sondern immer dazugehören. Absurderweise möchte er aber auch gleichzeitig etwas ganz Besonderes sein. Darum versucht er schnell jedem Trend zu folgen und ist, wenn es darauf ankommt, äußerst wandlungsfähig, was seine Meinungen und Interessen angeht. Wenn die Masse sich von einem Trend anwendet, ist auch der Normie schnell weg. Normies haben keine Interessen, die sie nicht von anderen übernommen haben. Und nur selten bleiben sie einer Sache über Jahre treu. Normies sind also Konformisten.

Siehe auch: Was ist die Normopathie?

Das Selbstbild von Normies

Eine weitere Eigenschaft des Normies ist, dass er niemals glauben wird, ein Normie zu sein. Normies halten sich nicht für Normies. Im Gegenteil, sie finden sich immer ausgesprochen originell. Obwohl Normies extrem angepasst sind, halten sie sich für Rebellen. Diese vernebelte Sicht auf sich selbst schützt sie vor der Erkenntnis, eigentlich total langweilig zu sein.

Was bedeutet „Micro-Wedding“ (Mikrohochzeit)? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Micro-Wedding“ (deutsch „Mikrohochzeit“ ist eine Reaktion auf die Covid-19-Pandemie. Die „Micro-Wedding“ erlaubt es im Rahmen der Eindämmungsmaßnahmen zu heiraten.

Paare, die im (Corona-)Sommer 2020 heiraten wollten, hatten viel durchgemacht. Während viele ihre Hochzeiten aufgrund von Coronamaßnahmen bereits verschoben oder absagt werden mussten, fragten sich viele verlobte Paare, ob sie überhaupt eine Hochzeit feiern können. Hier boten und bieten sich Mirkohochzeiten an. Denn sie erlauben es konform mit Eindämmungsmaßnahmen zu heiraten.

Was ist die Mikro-Hochzeit / Micro-Wedding? Bedeutung, Defintion

Mikro-Hochzeiten sind eine kleine traditionelle Hochzeit. Sie sind eine wunderbare Lösung für die drastischen Anpassungen, die 2020 in der Hochzeitsbranche vorgenommen wurden. Da die Regeln der soziale Distanzierung bestanden (und bestehen), muss Anzahl der Hochzeitsgäste auf ein Minimum reduziert werden.

Normalerweise hat eine Mikrohochzeit nicht mehr als 20 Gäste. Wie bei jedem Hochzeitstrend dreht sich jedoch alles um Interpretation. Der positive Aspekt der Mikrohochzeit ist, dass der besondere Tag so besonders privat wird.

Wie veranstaltet und plant man eine Micro-Wedding?

Im Folgenden wird der Leitfaden für die Planung Ihrer Mikrohochzeit dargestellt. Die Planungen, besonders in der aktuellen Zeit, sind enorm wichtig, damit alles reibungslos ablaufen kann und der Tag so einzigartig wird, wie Sie es sich vorgestellt haben.

Micro-Wedding: Gästeliste

Möglicherweise ist der schwierigste Teil bei der Planung einer Mikrohochzeit die Gästeliste. Immerhin wird es eine sehr exklusive Veranstaltung. Wie bereits erwähnt, ist eine Mikrohochzeit per Definition eine Zeremonie, an der höchstens zwanzig Personen teilnehmen. Wenn jedoch die aktuellen Sperrmaßnahmen getroffen werden müssen, kann Ihre Zeremonie auf eine Gruppe von bis zu zehn Personen beschränkt sein.
Halten Sie die Liste mit Ihren Nächsten und Liebsten kurz und laden nur die engsten Freunde ein. Sie haben sich vielleicht auf eine große Feier gefreut, aber Ihre neue Gästeliste wird die Kosten senken und den Tag noch spezieller machen.

Mikro-Hochzeit: Unkompliziertes Essen

Bei der Planung einer Mikrohochzeit liegt die Schönheit im Budget. Wenn Sie sich um eine so kleine Gruppe von Menschen kümmern, können Sie sich an kleinere Unternehmen wenden, um Ihren besonderen Tag zu planen.
Ihre Hochzeit bekommt nicht nur eine persönliche Note, sondern Sie können Ihre lokalen Unternehmen in dieser Zeit unterstützen, wenn sie uns am dringendsten brauchen. Wenn Ihre Hochzeit wirklich klein ist, können Sie Ihre Gäste sogar selbst mit vorgefertigtem Fingerfood, einem Grill oder Ihrem Lieblingsrestaurant versorgen.

Eine große Hochzeitstorte ist für eine so geringe Anzahl an Personen möglicherweise übertrieben.

Werden Sie stattdessen kreativ mit kleineren Designs oder unkonventionellen Desserts.

Micro-Wedding: Kreativ werden

Wenn Sie eine kleine Hochzeit planen, können Sie mit der Tradition experimentieren. Das bedeutet, dass die Zeremonie reflektiert, wer Sie sind. Wenn Sie und Ihr Partner nicht die traditionellen Typen sind, sollten Sie ein Thema in Betracht ziehen, nach dem Sie und Ihre Gäste sich entsprechend kleiden können. Dies kann alles aus Ihrer Lieblingszeit sein oder Hochzeitsinspiration aus Ihrem Lieblingsfilmset. Es ist Ihr Hochzeitstag, den Sie so gestalten können, wie Sie es möchten.

Da die Anzahl der Gäste 20 selten überschreitet, können Sie bei der Gestaltung der Einladungen für die Hochzeit kreativ werden. Fertigen Sie individuelle Einladungen per Hand an und verleihen dem Schreiben einen persönlichen Touch. Auf diese Weise stärken Sie die Verbindung zu Ihren Gästen und die Feier wird noch harmonischer und persönlicher werden.

Mikro-Hochzeit: Der perfekte Ort

Eine kleinere Zeremonie bedeutet, dass Sie viel flexibler bei der Wahl des Ortes sind.

Sie können Ihr Zuhause, einen Park oder einen abgelegenen Ort auswählen, da Sie sich keine Gedanken über die Kapazität oder irgendwelche Beschränkungen machen müssen.

Micro-Wedding: Geringe Kosten

Mikrohochzeiten sind auch eine sehr gute Gelegenheit, Geld zu sparen und kreativ zu werden. Hochzeitsideen haben viele Tipps, wie Sie Ihre Hochzeitsbevorzugungen selbst gestalten können, um Ihrem besonderen Tag eine persönliche Note zu verleihen. Das Besondere an diesem neuen Trend ist, dass jedes Paar kreativ bei der Gestaltung sein kann. Manche beauftragen keinen Fotografen, sondern kaufen einige Einwegkameras und bitten die Gäste, so viele Bilder, wie möglich zu machen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Sie Ihr eigenes Micro-Wedding planen und durchführen können.

Was bedeutet „phygital“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Phygital ist der Begriff, der geprägt wurde, um den aufkommenden Ansatz für den Einzelhandel zu beschreiben, der darauf ausgerichtet ist, die Erwartungen der Kunden in Bezug auf Praktikabilität und Emotionen zu erfüllen oder zu übertreffen.

Was bedeutet „phygital“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Eine Mischung aus physischem und digitalem Phygital-Einzelhandel nutzt die besten Elemente des E-Commerce und kombiniert sie mit den einzigartigen Aspekten des Surfens oder Einkaufens in einem echten stationären Geschäft. Zum Beispiel nutzen viele große Einzelhändler jetzt ihre physischen Ladenfronten, um Kunden ein umfassendes Markenerlebnis zu bieten. Wenn sie die Erfahrung genießen, können sie Produkte online bestellen. Ebenso sind Dienstleistungen wie Klicken und Sammeln oder Online-Sammeln im Geschäft ein perfektes Beispiel für den phygitalen Einzelhandel. Der Komfort des Online-Shoppings verschmilzt mit der sofortigen Befriedigung des Kaufs im Geschäft, anstatt Tage auf den Versand warten zu müssen.

Durch die Verwendung von Phygital zur Verbindung der Online- und Offline-Welt können sie engere, effizientere und menschlichere Kundenerlebnisse schaffen. Wir leben im digitalen Zeitalter und es wird nicht länger als bizarr angesehen, alle Arten von Produkten im Internet zu kaufen. Sieben von zehn Internetnutzern kaufen online. Trotz dieser nahezu allgegenwärtigen Situation vermissen 22% der Benutzer die physische Interaktion, sodass sie am Ende online surfen und dann bei einem stationären Einzelhändler einkaufen. Vor diesem Hintergrund gibt es ein neues Konzept, mit dem versucht wird, das Beste aus dem E-Commerce und das Beste aus Einzelhandelsgeschäften zu heiraten: Phygital.

Phygital als Verbindung von Offline- und Online-Welt

Phygital verbindet sowohl die Online- als auch die Offline-Umgebung, indem versucht wird, die besten Aspekte aus jedem Bereich herauszuholen, um ein viel vollständigeres und zufriedenstellenderes Kundenerlebnis zu schaffen. Dieses Phänomen zeichnet sich durch seinen Mehrkanalfokus aus, bei dem der Kaufprozess des Verbrauchers flüssig und vertraut ist.
Der Benutzer sucht und kauft, aber er fühlt auch. Das Gegenteil ist auch der Fall: Wie oft gehen wir in ein Geschäft, um einen Artikel zu sehen, zu berühren oder anzuprobieren, den wir später online bestellen? Zwischenmenschliche Interaktionen sind weiterhin ein kritisches und hoch geschätztes Element für Kunden, was bedeutet, dass die physische und emotionale Komponente des Kaufens immer vorhanden sein sollte.

Phygital nutzt die besten Komponenten aus dem digitalen Kauferlebnis wie Unmittelbarkeit, Eintauchen und Geschwindigkeit sowie die Möglichkeit, mit Menschen, dem Produkt und vielem mehr zu interagieren, die Sie aus einem stationären Kauferlebnis erhalten. Dies ist der beste Weg, um einen Verbraucher zufrieden zu stellen, der anspruchsvoll und überverbunden ist und seine Bedürfnisse über mehrere Plattformen erfüllen möchte. Die demografischen Daten, die für die idealen Konsumenten von Phygitalerlebnissen am besten geeignet sind, sind Millennials und Generation Z.

Wir stehen vor einer neuen Art von Einkaufserlebnis, bei der die Grenze zwischen Online- und Offline-Welt verschwimmt. Sie sind jetzt miteinander verbunden und hängen von jedem ab, was dazu führt, dass wir jetzt nicht zwei parallele Strategien verfolgen müssen. Es gibt nur einen Verbraucher, der wahllos in beiden Räumen interagieren kann.

Beispiel: phygital

Ein offensichtliches Beispiel für diese Verbindung von Online und Offline ist das Amazon Go-Lebensmittelgeschäft (noch in der Beta-Phase), in dem ein Kunde einen Code mit seinem Smartphone scannt, die gewünschten Produkte abholt und das Geschäft verlässt, ohne die herkömmliche Kasse zu durchlaufen Linie. Stattdessen erhalten sie eine elektronische Quittung mit dem Betrag, den Amazon ihrem Konto belastet.

Wie können wir das phygitale Benutzererlebnis Wirklichkeit werden lassen?

Phygital konzentriert sich darauf, die „drei Ichs“ Wirklichkeit werden zu lassen: Unmittelbarkeit, Eintauchen und Interaktion:

  • Unmittelbarkeit: Unmittelbarkeit sorgt dafür, dass die Dinge genau zum richtigen Zeitpunkt geschehen.
  • Eintauchen: Der Benutzer ist Teil der Erfahrung.
  • Interaktion: Generierung von Kommunikation, die erforderlich ist, um den physischeren und emotionaleren Teil des Kaufprozesses zu aktivieren.

Um ein wirklich phygitales Erlebnis zu erzielen, ist es wichtig, dass es eine Technologie gibt, die die Einführung der Unmittelbarkeit oder der Erfahrung erleichtert und andererseits wird die Interaktion eingeführt, die dem digitalen Bereich von Natur aus fehlt. Durch diese drei Bedingungen für Phygital fühlt sich der Verbraucher stärker mit der Marke verbunden, schafft Vertrauen, stärkt das Einfühlungsvermögen und verbessert das Benutzererlebnis.

Auswirkungen auf den Black Friday

Diese Art von Strategien bietet ein hervorragendes Potenzial für einen der wichtigsten Handelstage im Kalender Ende November: Black Friday. An diesem Tag ist die Anzahl der Online-Einkäufe gestiegen. Der Black Friday im vergangenen Jahr verzeichnete einen Umsatzanstieg von 447% im Vergleich zu jedem anderen Tag im Vormonat.

Es ist auch wahr, dass Benutzer bereit sind, jederzeit und überall zu kaufen. Einzelhändler sollten dies jedoch eher als Chance sehen, ein anderes und attraktives Kundenerlebnis zu schaffen. Eine phygitale Strategie kann Ihnen helfen, mehr Kunden von Ihrem Produkt zu überzeugen und den Umsatz weiter zu steigern.

Fazit: Was bedeutet „Phygital“? Bedeutung

Verwenden Sie eine Phygitalstrategie, um die Online- und Offline-Erfahrung Ihrer Kunden miteinander zu verbinden und sicherzustellen, dass sie problemlos zwischen ihnen wechseln können. Durch die Schaffung menschlicher Interaktionen wird die Stimmung gegenüber der Marke und damit auch der Umsatz gesteigert.

Denken Sie daran, dass Kunden nach vernetzten Erlebnissen suchen, bei denen physisch und digital koexistieren. Wir sprechen nicht mehr nur über das digitale Erlebnis. Stattdessen sprechen wir über das Kundenerlebnis. Und das ist das Ziel einer erfolgreichen Strategie.

Warum heißen Tomaten „Tomaten“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Die nach heutigem Kenntnisstand ersten Völker, die Tomaten angebaut haben, lebten in Südamerika. Azteken und Maya nutzten das Klima der südlichen Anden für den Anbau der Pflanzen und gaben den roten Früchten den Namen „xitoamtl“. In der wörtlichen Übersetzung bedeutet der Begriff „anschwellen“. Die Tomate wird daraus folgend noch oft als Schwellfrucht bezeichnet.

Warum heißen Tomaten „Tomaten“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Als die Zeit der großen Seefahrer und Entdecker in Europa begann, war es Christoph Kolumbus, der die ersten Früchte mit nach Europa brachte. Die ursprünglichen Tomaten aus Südamerika hatten mit der heute bekannten Form der Frucht wenig gemeinsam. Die Früchte waren klein und hatten eine gelbe Schale. Des Weiteren stammte die Tomatenpflanze aus dem Eldorado, dem Land des Goldes. In Italien setze sich daher der Name „Pomodore“ für Goldapfel durch. In Italien niedergeschrieben wurde die Frucht „Pomodore“ im 16. Jahrhundert von einem Botaniker. Der Name Tomate setzte sich erst im 19. Jahrhundert mit dem vergrößerten Wissen der Sprache durch.

Der lateinische Name für die Tomate: Lycopersicon

Der griechische Arzt Galenus von Pergamon entdeckte schon in der Antike eine gelbliche Frucht. Die in Ägypten heimische Pflanze erwies sich als toxisch und strömte einen unangenehmen Geruch aus. Der Arzt gab der Pflanze den lateinischen Namen „Lycopersicon“. In der Bezeichnung vereint sich „Lycos“ für Wolf und „Persicon“ für Pfirsich oder Apfel. Der Wolfapfel oder Wolfspfirsich verbindet die charakteristischen Eigenschaften, die der Tomate lange Zeit zugeschrieben wurde und in dem Glauben, dass es sich um eine ähnliche Frucht handelt, wurde der Name übertragen. Heute lautet der vollständige lateinische Name „Solanum lycopersicum“, wobei der Zusatz „Solanum“ sich aus dem Wort für Nachtschattengewächse „Solanaceae“ ableitet.

Wie die Liebe zur Tomate begann

Die Tomate hatte zu Beginn ihrer Zeit in Europa einen schweren Stand. Anfänglich wurde das Nachtschattengewächs als Zierpflanze in die Sammlungen botanischer Gärten aufgenommen. Die Pflanze galt als Rarität unter den wohlhabenden Pflanzensammlern. Der Glaube, dass die Tomate giftig ist, war weit verbreitet und die Frucht musste lange auf ihren Einzug in die europäischen Küchen warten. Den ersten kulinarischen Bezug bekamen Tomaten in Italien. Im 16. Jahrhundert noch zögerlich verwendet wurde im Laufe der nächsten einhundert Jahre die Verwendung von Tomaten zur Selbstverständlichkeit in der italienischen Küche. Erst mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich die Tomate vollständig als Lebensmittel durch. Sagen und sogenannte Ammenmärchen waren ebenso verbreitet wie das Wissen in der pflanzlichen Heilkunde. Die Tomate wurde als Mittel gegen Schwellungen eingesetzt und sollte Albträume mindern. Die Frucht galt als Gegenmittel bei Tollwut und sollte jemanden der Liebeszauber ergriffen haben, so half auch hier die Frucht des Nachtschattengewächses. Die runde Frucht bekam anhand ihrer Einsatzmöglichkeiten den Namen „Tollapfel“. Die Franzosen tauften die Tomate auf den Namen „Pomme d‘amour“. Ob der Apfel der Liebe, den Namen bekam, weil er gegen Liebeszauber wirkte oder ihm nachgesagt wurde, eine aphrodisierende Wirkung zu haben, bleibt ein französisches Geheimnis.

Die Tomate und das Paradies: Warum sie in Österreich „Paradeiser“ heißen?

Auf der Weltausstellung 1873 in Wien wurden Tomaten präsentiert und nur wenige Jahre später eroberte die nun schon rote Frucht die Wiener Märkte. Bis heute nennen die Österreicher die Tomaten „Paradeiser“. Gelegentlich wird die Bezeichnung Paradiesapfel auch in anderen europäischen Ländern verwendet. Zurückzuführen ist die Namensgebung auf die Bibel. Eva naschte von der verbotenen Frucht und Adam und Eva mussten das Paradies verlassen. In der biblischen Geschichte pflückte Eva einen Apfel, der rot und fruchtig lockte. Die Parallelen zwischen Apfel und praller roter Tomate sind es, die die Frucht als paradiesische Verlockung auszeichnen.

Warum wird zu Falschgeld auch „Blüten“ gesagt? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Bezeichnung „Blüten“ für Falschgeld ist vielleicht etwas aus der Mode gekommen, dürfte dennoch jedem geläufig sein. Was aber haben die Blüten einer Blume mit gefälschten Geldscheinen zu tun? Die Erklärung ist wie so oft bei derartig seltsam anmutenden Bezeichnungen eine kleine Verschiebung im Klang eines eigentlich völlig anderen Wortes. Zumindest ist dies dann gegeben, wenn die erste der beiden bekannten Theorien zutreffend ist, warum Falschgeld „Blüten“ genannt werden. Doch auch die andere Theorie dazu klingt plausibel. Hier nun also die ausführlichere Betrachtung der beiden weit verbreiteten Erklärungen, wie Falschgeld zur auf den ersten Blick obskuren Bezeichnung „Blüten“ kommt.

Theorie 1: Falschgeld und Blüten – Polieren von Münzen erschuf die „Blede“

Die erste Theorie zur Herkunft des Wortes „Blüte“ vermutet, dass es von einem Vorgang stammt, der im Mittelalter wohl recht verbreitet war. Damals war es ein bekannter Trick, eigentlich wenig wertvolle Münzen so lange ausschweifend zu polieren, bis sich ihre Oberflächenfarbe merklich änderte. Was zuvor auch durch sein Erscheinungsbild zeigte, dass es nicht viel Wert habe, wirkte durch die dann oft fast golden schimmernde Oberfläche deutlich wertvoller. Die Bezeichnung für derart behandelte Münzen lautete einfach „Blede“. Und man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie im Laufe der Jahrhunderte aus dem Wort „Blede“ beim Gebrauch irgendwann die „Blüte“ wurde. Echte Beweise, dass diese Theorie zutreffend ist, hat man bislang allerdings noch nicht auftreiben können. Sonst hätte sich ja auch nicht bis heute die zweite Theorie zur Erklärung dieses Phänomens halten können, die ebenfalls recht plausibel wirkt.

Theorie 2: Falschgeld und Blüten – Zinnplatten zur Fälschung hießen „Blate“

Diese zweite Theorie nimmt genauso Bezug auf bekannte Vorgehensweisen in der Zeit des Mittelalters, um Geld zu fälschen. Dabei verwendete man Zinnplatte, um damit Goldmünzen zu imitieren. Man presste sie in Prägung und Form genauso wie eine echte Goldmünze. Anschließend überzog man sie nur mit einer dünnen Goldschicht. Sie sahen teilweise den echten Goldmünzen – zumindest für den Laien – zum Verwechseln ähnlich. Nur hatten sie natürlich nicht annähernd deren Wert. Wiederum kommt dann die Bezeichnung ins Spiel, die diese Vorgehensweise begleitete. Denn die verwendeten Zinnplatten hießen im Mittelhochdeutschen „Blate“. Vermutlich wurden die so gefälschten Münzen also „Blate-Münzen“ genannt, was sich dann ebenfalls im Laufe der Jahrhunderte zum heute bekannten Ausdruck „Blüte“ wandelte. Zwar waren diese Zinnmünzen deutlich weicher als die echten Goldmünzen. Dennoch gelangen wohl immer wieder damit Täuschungserfolge. Wegen der unterschiedlichen Weichheit war ein Weg, die Echtheit einer vermeintlichen Goldmünze daher, auf sie zu beißen, um zu sehen, ob sie sich dabei verformt. Daher stammt wohl auch die Tradition, dass Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen nach der Siegerehrung und auf etlichen Siegerfotos auf ihre Goldmedaille beißen. Diese Art von Pose dürfte recht bekannt sein – und eben ihren Ursprung darin haben, eine Goldmünze auf ihre Echtheit zu prüfen.

Welche der beiden Theorien nun die endgültige Erklärung für die Bezeichnung „Blüte“ für Falschgeld ist, ist nicht entschieden. Wobei durchaus möglich ist, dass beide zutreffen und das Wort „Blüte“ gleich zweierlei Herkunft hat.

Blüten bezeichnen im Amtsdeutsch Spielgeld

Übrigens ist das Wort „Blüte“ für Falschgeld im Amtsdeutsch nicht bekannt bzw. in Verwendung. Es ist allein eine umgangssprachliche Bezeichnung. Tatsächlich taucht aber auch offiziell die Bezeichnung „Blüte“ auf. Im offiziellen Gebrauch bezeichnet man damit nämlich Spielgeld, wie man es beispielsweise von Monopoly oder ähnlichen Gesellschaftsspielen kennt. Grundsätzlich ist es sogar erlaubt, echtes Geld selbst zu drucken – wenn diese Nachdrucke durch sehr konkret umrissene Vorschriften es unmöglich machen, diese Drucke für echtes Geld zu halten. Das wird zum Beispiel durch eine weit über- oder untertriebene Größe der Nachdruck sichergestellt, oder durch die Nutzung von anderem Material als Papier, beispielsweise Glas oder Marzipan. Allerdings sind auch nur einseitig bedruckte Nachdrucke nicht erlaubt, sofern sie ansonsten dem Geld in Größe und vielen weiteren Merkmalen ähnlich sind. Eher selten dreht man einen Geldschein schließlich im freien Zahlungsverkehr um, bevor man ihn akzeptiert.

Ob auch für diese offizielle Bezeichnung von Spielgeld als „Blüte“ dieselben Theorien für die Wortentstehung gelten, ist allerdings noch nicht bekannt.

Was bedeutet „Krokodilstränen vergießen“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Krokodilstränen zu vergießen“ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für ein geheucheltes Weinen. Es unterstellt einer Person, der Tränen aus den Augen schießen, unehrlich zu sein. Krokodilstränen sind ein Symbol für nicht ernst gemeinte Empathie und Trauer. Der Begriff wird 1873 lexikalisch erwähnt. Die Gebrüder Grimm haben „Krokodilstränen vergießen“ im Deutschen Wörterbuch aufgenommen. Die damalige Erklärung lautet: „wie sie ( die Tränen) ein Krokodil weint, nach dem Glauben, dass das Krokodil seine Opfer anlocke durch weinen wie ein Kind oder dass es sein Opfer während des Mordes Beweine.“ Die Redewendung hat keinen positiven Hintergrund und ist nicht als Kompliment gemeint.

Was bedeutet „Krokodilstränen vergießen“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der französische Mönch Bartholomaeus Anglicus verfasste im 13. Jahrhundert eine naturwissenschaftliche Enzyklopädie. Unter anderem zeichnete er einen Eintrag über das Fressverhalten von Krokodilen auf. Er beschrieb, dass Krokodile weinen würden, wenn sie einen Menschen fressen. Übertragen auf menschlichen Verhalten ergab sich daraus die Erklärung, ein Krokodil würde den Tod seines Opfers beweinen. Die mündliche Verbreitung in Kombination mit einer kreativen Dichtkunst veränderte die Aussage. Im Laufe des Mittelalters wandelte sich die Erklärung dahin, dass Krokodile wie kleine Kinder weinen, um Beute anzulocken. Das furchteinflößende Reptil wandte eine List an und verschlang erbarmungslos seine Opfer. Dieses drastische Bild setze sich in den Köpfen der Menschen fest wird bis heute verwendet, wenn Menschen Trauer und Betroffenheit vortäuschen.

Krokodilstränen in naturwissenschaftlicher Betrachtung

Wissenschaftler sind dem Phänomen des weinenden Krokodils auf den Grund gegangen. Kleine Krokodile geben Geräusche von sich, die dem Weinen ähneln. Stecken die Jungen noch im Ei, beginnen sie ein bis zwei Tage vor dem Ausschlüpfen damit klagende Töne von sich zu geben. Für die Wache haltende Mutter ist dies ein Signal, das ihre Jungen bald die Eihülle durchbrechen. Diese quäkenden Töne assoziieren, dass Krokodile weinen können, dies jedoch nicht aus Traurigkeit machen.

Ein zweiter wissenschaftlicher Aspekt bezieht sich auf das fressende Krokodil. Reptilien haben Tränendrüsen, um ihre Augen feucht zu halten. In den Tränenkanälen wird eine Flüssigkeit produziert, die sich wie ein Film über das Auge legt und das Auge so gesund erhält. Bei den Krokodilen liegen Speichel- und Tränendrüsen sehr eng beieinander. Öffnet das Tier sein Maul sehr weit, so wird Druck auf die Tränendrüsen hinter dem dritten Augenlid ausgeübt und es erscheint der Eindruck, ein Krokodil würde weinen. Diese Kuriosität ist ein physiologischer Vorgang, der nicht mit der Vorstellung von Emotionen zusammenpasst. Krokodile fressen zum Überleben und mit großer Wahrscheinlichkeit weinen sie ihrer Nahrung nicht nach. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind Menschen die einzigen Lebewesen, die aus emotionalen Gründen weinen.

Ein sehr kleiner Kreis von Forschern unterstützt die Theorie, dass Krokodile über ein Augensekret überschüssiges Salz im Körper Ausscheiden. Über die Nahrung und das Wasser nehmen die Tiere Salze auf, die der Körper nicht benötigt. Über eine tränenähnliche Flüssigkeit sondern Krokodile das Salz wieder ab und es erscheint der Eindruck, Tränen würden aus den Augen laufen.

Krokodilstränen weinen in anderen Ländern

Die Redewendung ist in unterschiedlichen Sprachen bekannt. Engländer nennen das verlogene Weinen “crocodile tears“. In Frankreich entlarven „Larmes de crocodile“ falsche Tränen und in den Niederlanden die „krokodilletranen“. Selten nehmen Redewendungen in unterschiedlichen Sprachen Bezug auf den gleichen Ursprung und sind im europäischen Raum in einem hohen Maß ähnlich wie das falsche Weinen der Krokodile.

Was ist Hippopotomonstrosesquippedaliophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Hippopotomonstrosesquippedaliophobie erscheint auf den ersten Blick völlig unsinnig zu sein. Übersetzt man die Bestandteile wortwörtlich aus dem Lateinischen, dann bedeutet er in etwa: Die Angst vor ungeheuerlichen Flusspferden, die anderthalb Fuß lang sind. Dahinter verbirgt sich allerdings eine überhaupt nicht lustige Sache, nämlich eine Phobie von der tatsächlich einige Menschen betroffen sind: Die Angst vor sehr langen Worten. Eigentlich heißt die Erkrankung wissenschaftlich Sesquipedalophobie. Der Begriff Hippopotomonstrosesquippedaliophobie ist sogenannter Internet-Hoax, ein Kunstwort oder Scherzwort, mit dem durch eine sinnlose Verbindung von Wörtern zu einem Wort-Ungetüm die Problematik monströser Wortaneinanderreihungen veranschaulicht werden soll.

Was ist Sesquipedalophobie (Hippopotomonstrosesquippedaliophobie)? Bedeutung, Definition, Erklärung

Menschen, die an dieser Art von Phobie leiden, haben eine ausgeprägte und panische Furcht davor, lange Wörter auszusprechen zu schreiben oder zu lesen. Es gibt sogar Betroffene, die sich nicht einmal trauen, solche Wörter auch nur zu denken. Genau wie bei anderen Phobien auch, reagieren die Betroffenen häufig mit körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, wie Schwindelgefühl, Schwitzen, Zittern, Erröten, Erbleichen und Atemnot auf lange Wörter und haben auch seelische Probleme damit. Das ist nicht anders, als wenn Angoraphobiker sich vor Spinnen fürchten, Gephyrophobiker vor Brücken Aviophobiker vor dem Fliegen und Pogonophobiker vor Bärten Angst haben. Genau wie bei den anderen Phobien ist auch die Angst vor langen Wörtern natürlich realistisch betrachtet total unbegründet. Aber für die betroffenen Menschen ist die eigentlich irrationale Angst völlig real. Sie fühlen sich zum Beispiel einfach nicht in der Lage, sie auszusprechen, fürchten sich sich zu versprechen, sie falsch zu betonen, sich öffentlich zu blamieren und ähnliches. Das macht es ihnen im Alltag und im Beruf sehr schwer, weil sich lange Wörter eben nicht immer vermeiden lassen. Dabei ist es wissenschaftlich noch nicht erforscht, wie lang ein Wort sein, wie viele Silben es haben muss, um eine solche Phobie auszulösen. Wahrscheinlich ist das auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Müssen Betroffene unter der Hippopotomonstrosesquippedaliophobie oder Sesquipedalophobie für immer leiden oder gibt es Hilfe, diese Phobie loszuwerden?

Die Angst vor langen Worten und Hilfe

Bei allen Phobien gibt es mehrere psychologische Behandlungsmöglichkeiten. Die wichtigste ist die kognitive Verhaltenstherapie. Bei ihr sucht der Betroffene gemeinsam mit seinem Therapeuten gezielt nach den Ursachen seiner Phobie. Dabei wird zum Beispiel gefragt, in welchen Situationen die Phobie auftritt und welche Gedanken dazu führen, bzw. wann sie nicht auftritt. Außerdem wird die Frage erörtert, ob die Gedanken, die die Phobie auslösen, tatsächlich der Situation angemessen sind oder übertrieben. Wie kann der Betroffene anders (lockerer) reagieren. So lernt er zum Beispiel, dass es nicht schlimm ist, sich bei langen Wörtern auch mal zu versprechen und anschließend zu verbessern.

Eine andere Behandlungsmöglichkeit ist die Konfrontationstherapie. Sie beruht auf der Grundlage, dass ein Betroffener durch Konfrontation mit seinen Ängsten seine irrealen Befürchtungen ablegen kann. Dabei soll er gemeinsam mit einem Therapeuten in genau die Situation gehen, die er wegen der Phobie sonst meidet, also im Falle der Hippopotomonstrosesquippedaliophobie zum Beispiel das bewusste Aussprechen langer Wörter. Auch wenn es anfangs sehr schwierig für ihn ist und er körperliche und seelische Symptome hat, macht er nach und nach die Erfahrung, dass die Ängste ertragbar sind und auch wieder nachlassen.

Was ist „Weaning“? Wie lange dauert es? Erklärung, Bedeutung, Definition


Mit „Weaning“ bezeichnet man den Prozess, bei dem ein Patient, der maschinell beatmet werden muss, vom Beatmungsgerät entwöhnt und schrittweise wieder an das eigene, physiologisch normale Atmen gewöhnt wird.

Was ist „Weaning“? Erklärung, Bedeutung, Definition

Nach schweren Operationen, nach Traumata oder auch bei einigen schwerwiegenden Erkrankungen, ist es manchmal nötig, dass ein Patient maschinell beatmet werden muss. Dauert die Beatmungspflicht längere Zeit an, ist es nicht einfach möglich, den Patienten von jetzt auf gleich vom Beatmungsgerät zu entwöhnen. Dieser Prozess muss vielmehr schrittweise erfolgen, weil es sonst zu schwerwiegenden organischen Schäden und Lungenschäden beim Patienten kommen kann.

Dauert die künstliche Beatmung nur kurze Zeit und ändert sich die Lungenfunktion dabei nicht grundlegend, dann ist der Weaningprozess oft nur von kurzer Dauer. Ein Beispiel ist eine „normale Operation“. Hier wird der Patient für die Zeit der Operation beatmet, aber normalerweise gleich nach Vollendung der Operation wieder vom Beatmungsgerät genommen. Normalerweise wird die künstliche Beatmung noch im OP-Saal beendet und der Patient wird im Aufwachraum von Fachschwester und -pflegern überwacht und betreut, bis er vollständig wach ist und selbstständig atmen kann.

Bedeutung: Wie lange dauert Weaning?

Auch Patienten, die 1-3 Tage an einer Beatmungsmaschine angeschlossen sind, können im Normalfall ohne Probleme von der künstlichen Beatmung getrennt werden, wenn die Beatmung nicht wegen eines Lungenproblems nötig war.

Doch schon etwa eine Woche an einer maschinellen Beatmung führt dazu, dass die eigene Atemmuskulatur so eingeschränkt und geschwächt ist, dass sie – wird die Beatmung von jetzt auf gleich komplett ausgeschaltet, nicht ausreichend arbeiten kann.
Der Entwöhnungsprozess von der Beatmungsmaschine wird um so schwerer und aufwendiger, je länger die künstliche Beatmung anhält.

Die Anzahl der Patienten, die einen Weaning-Prozess durchläuft, nimmt stetig zu. Zum einen werden die Menschen im älter und haben dem entsprechend auch immer häufiger Krankheitsbilder wie z.B. chronische Lungenerkrankungen.

Zum anderen spielen aber auch die Fortschritte in der Intensivmedizin eine entscheidende Rolle. Heute überleben Patienten Krankheiten, die noch vor einigen Jahren tödlich gewesen wären. Komplexe Operationen, ein akutes Lungenversagen oder auch eine schwere Sepsis können immer öfter behandelt werden. Diese Krankheiten führen aber in den allermeisten Fällen auch eine längere künstliche Beatmung mit sich.
Kommen zu diesen Krankheiten, Operationen oder Unfällen noch Vorerkrankungen der Lunge hinzu, erschwert das das Weaning noch zusätzlich.

Weaning: Erklärung, Dauer

Bei zwei von drei Patienten, die eine längere maschinelle Beatmung brauchen, gelingt das Weaning und sie können von der Beatmung entwöhnt werden. Das heißt aber nicht, dass nach der Entwöhnung von der Beatmungsmaschine gleich alles gut ist.

Dabei stellt die Assistierte Spontanatmung einen wesentlichen Punkt des Weanings dar: die Parameter am Beatmungsgerät werden vom Arzt und den Krankenschwestern/-pflegern nach und nach so eingestellt, dass die Atemunterstützung immer mehr verringert wird und der Patient so schrittweise immer mehr eigene Atemtätigkeit übernehmen muss.

Oft brauchen die Patienten noch eine längere Rehabilitation, da die Muskelschwäche, die auch die Atemmuskulatur betrifft, erst wieder aufgebaut werden muss. Das ist oft ein längerer Prozess und erfordert viel Zeit.

Manchmal brauchen die Patienten nach der maschinellen Beatmung auch noch für längere Zeit ein CPAP-Gerät, dass die Arbeit der eigenen Atemmuskulatur und Atmungsorgane unterstützt und das selbstständige Atmen erleichtert.

Woher kommt das Wort „Mohren“? Was bedeutet Mohr? Wortherkunft, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Mohr ist eine sehr alte Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Bereits zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert stand sie in mittelhochdeutschen Wörterbüchern. Vorher tauchte es bereits im Althochdeutschen als Mor auf. Das Wort bezeichnete anfangs vor allem Menschen aus Nordafrika, die eine dunkle Hautfarbe hatten. Es ist dem lateinischen Wort maurus entlehnt, das „Einwohner der Provinz Mauretania“ bedeutet. Das Gebiet lag etwa dort, wo heute das Staatsgebiet Marokkos befindet. Die Benutzung des Wortes wurde ursprünglich völlig wertneutral und nicht abwertend verwendet.

Wortherkunft: Die Geschichte des Begriffes „Mohr“

Etymologisch ist die Verwendung des Wortes trotzdem heikel, denn die Wortherkunft ist nicht so einfach abzuleiten. Neben der lateinischen Bezeichnung, die auf ein nordafrikanisches Gebiet hinweist, gibt es auch das griechische Wort „moros“. Es steht für „töricht“ oder auch „dumm“. Daraus leiten Sprachwissenschaftler einen rassistischen, kolonialen Ton ab.

Wenn man die Entstehungszeit des Begriffes zur Grundlage nimmt, ist diese Schlussfolgerung eher nicht nachvollziehbar. Das Wort entstand in der vorkolonialen Zeit. Die Nordafrikaner waren damals weder töricht noch besonders unterwürfig. Die Mauren eroberten die iberische Halbinsel, auf der noch heute viele Bauwerke von der Hochkultur der Nordafrikaner zeugen. Zudem unterschied das Mittelhochdeutsche zwischen „Mor“, also Maure, und „swarzer Mor“, also schwarzer Maure.

Auf der anderen Seite war die schwarze Hautfarbe in Europa bereits im frühen Mittelalter mit negativen Assoziationen belegt. So war der „Höllenmohr“ ein Synonym für den Teufel, das schon in Versen des Dichters Walter von der Vogelweide vorkam. Der Teufel wurde mit schwarzer Hautfarbe dargestellt.

Spätestens im 16. Jahrhundert wandelte sich die Benutzung des Begriffs Mohr. Er wurde zunehmend allgemein für dunkelhäutige Menschen verwendet. Das Wort „Neger“ entwickelte sich dagegen erst im 18. Jahrhundert. Es bezog sich auf den „primitiven Schwarzen aus der afrikanischen Kolonie“. Der Mohr beschrieb dagegen eine edle Person aus dem Nordafrika der vorkolonialen Zeit. Daraus entstand der Versuch, die Völker Afrikas in „schwarzafrikanische Neger“ und „weißafrikanische Mohren“ zu unterteilen. Diese Rassentheorien werden heute abgelehnt. Auch der Begriff „Mohr“ findet heute nur noch in historischem Zusammenhang Verwendung.

Woher kommt  „Mohren“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wie bereits beschrieben, bezog sich der Begriff Mohr anfangs auf die Menschen in Nordafrika. Dort schufen die Mauren eine für die damalige Zeit fortschrittliche Gesellschaft. Trotzdem taucht der Mohr in Mitteleuropa schon zeitig als wildes Wesen aus einer fremden Welt auf.

Kaum ein Mensch, der nördlich der Alpen lebte, hatte im Mittelalter einen Nordafrikaner zu Gesicht bekommen. Historische Abbildungen zeigen die Mohren immer gleich: Sie haben eine schwarze Hautfarbe, dicke Lippen und krauses Haar. Oft werden die Menschen mit großen Ohrringen dargestellt, was häufig ein Hinweis auf Wildheit sein sollte. An den Darstellungen lässt sich durchaus sehen, dass eine Stigmatisierung von Menschen mit schwarzer Hautfarbe schon früh mit dem Begriff „Mohr“ verbunden war.

Auf der anderen Seite stand im Mittelalter die Verehrung schwarzer Madonnen. In der Weihnachtsgeschichte ist einer der drei heiligen Könige ein Mohr. Mit Mauritius, der aus Theben stammen soll, verehren die Christen seit dem vierten Jahrhundert einen Nordafrikaner als Heiligen. Einige Bistümer im deutschsprachigen Raum besetzen das Bild des Mohren positiv, indem sie es auf ihren Wappen verwenden.

Das Wort „Mohr“ und offener Rassismus

Mit der Kolonialisierung Afrikas ging die Versklavung der dort lebenden Menschen einher. Sie kamen auch an mitteleuropäische Höfe. Sogenannte Hofmohren gab es bis weit in das 18. Jahrhundert. Über Kurfürst August von Sachsen ist überliefert, dass dieser bereits im 16. Jahrhundert einen Mohren als Torwächter beschäftigte. „Kammermohren“ dienten nicht nur Fürsten, auch hohe Kirchvertreter oder reiche Kaufleute ließen sich von „Mohren“ bedienen. Die Diener galten dabei als Statussymbol und wurden entsprechend prächtig gekleidet. Einige Afrikaner wurden auch beim Militär eingesetzt. Zumeist kämpften sie allerdings nicht, sondern waren Spielleute.

Erste Rassentheorien entstanden schon im 18. Jahrhundert. Der Mediziner und Erfinder Samuel Thomas von Soemmerring (1755 bis 1830) schrieb 1784 über „die körperliche Verschiedenheit des Mohren vom Europäer“. Dabei kommt er zum Schluss, dass „die afrikanischen Mohren doch etwas näher ans Affengeschlechte als die Europäer“ grenzen. Nicht alle Rassentheoretiker der damaligen Zeit sahen dies so. Johann Friedrich Blumenbach lehnte eine Unterscheidung überlegener und unterlegener Rassen kategorisch ab und kritisierte Soemmerring scharf.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen die sogenannten „Völkerschauen“ in Mode, bei denen Menschen fremder Völker zur Schau gestellt wurden. Einer der wichtigsten Veranstalter dieser Schauen war der Hamburger Zoologe Carl Hagenbeck. Er kam auf die Idee, Menschen aus den Regionen, aus denen die wilden Tiere stammten, zu zeigen. Dazu warben er und andere Völkerschau-Veranstalter Menschen mit teilweise falschen Versprechungen an. Ihre Aufgabe war es, ein exotisches Bild darzustellen, das den Vorstellungen der Europäer möglichst nahe kommt. Davor wurden sie jämmerlich bezahlt. Der Tierpark Hagenbeck in Hamburg rechtfertigt diese Ausstellungen von Menschen bis heute. Sie wären für Deutsche die Chance gewesen, erstmals „Einblicke in fremde Kulturen und die Lebenswelt weit entfernt lebender Völker“ nehmen zu können.

Bedeutung: Der Mohr in der Gegenwart

Der Mohr spielt teilweise bis heute in verschiedenen Formen eine Rolle. Zum einen taucht er als literarische Figur auf. William Shakespeare, Friedrich Schiller, Heinrich Hoffmann oder Heinrich Heine verfassten Werke, in denen Mohren eine Rolle spielten. In der Bibelübersetzung von Martin Luther besteht das Volk der Kuschiter ausschließlich aus Mohren. Christen verehren Schwarze Madonnen, einer der Drei Heiligen Könige wird als Mohr dargestellt.

Bis heute gibt es Mohren in der Heraldik. In Coburg gab es gegen das Wappen eine Petition, weil die Initiatoren darin die Darstellung eines „verletzenden, rassistischen Stereotyp eines schwarzen Menschen“ sehen. Das Wappen stellt den Heiligen Mauritius dar, der seit 1430 Schutzpatron der Stadt ist. Der Heilige Mauritius wird auf den Wappen zahlreicher Städte gezeigt.

Eine rassistische und verletzende Stigmatisierung von Menschen mit dunkler Hauptfarbe sehen auch Aktivisten in Berlin. Sie starteten eine Petition, welche die Berliner Verkehrsbetriebe zur Umbenennung der U-Bahn-Station Mohrenstraße aufforderte. Auslöser war der durch einen US-Polizisten getötete dunkelhäutige George Floyd. Die Verkehrsbetriebe wollten der Initiative auch nachkommen und die Station in Glinkastraße umbenennen. Dies fand jedoch der Berliner Senat nicht gut: Der russische Komponist Michail Iwanowitsch Glinka wird wegen seiner antisemitischen Haltung kritisiert. Heute residieren auf der Mohrenstraße mehrere deutsche Bundesministerien.

Einfacher hatte es da die Schokoladen-Firma Sarotti, die sich bei ihrer Werbefigur vom Sitz an der Mohrenstraße inspirieren ließ. 2004 bekam der Mohr eine goldene Hautfarbe verpasst und ist seitdem der Sarotti-Magier.

Warum werden Amerikaner auch „Yankees“ genannt? Erklärung


Die Entstehungsgeschichte des Begriffes „Yankee“ ist nicht einheitlich definiert. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass er bereits in der Kolonialzeit der heutigen Vereinigten Staaten entstanden ist. Viele Theorien bringen die Wortschöpfung mit den niederländischen Kolonisten in Verbindung, die bis ins späte 17. Jahrhundert am Hudson River ihren Einflussbereich in Nordamerika hatten. Das holländische Gebiet war größtenteils von englischen Kolonien umgeben, die auf der Insel Manhattan gelegene Hauptstadt „Nieuw Amsterdam“ wurde deshalb im zweiten niederländisch-englischen Krieg 1664 von den Briten erobert. Angeblich hießen viele der damaligen holländischen Einwanderer „Jan“ oder „Kees“, so dass sie als „Jankees“ verspottet wurden. Andere Legenden behaupten, dass die abwertende Bezeichnung „Janke“ (Verkleinerung von „Jan“, ähnlich wie „Hänschen“ im Deutschen) oftmals für die Niederländer verwendet wurde und sich daraus der Begriff „Yankee“ entwickelte.

Warum werden US-Amerikaner auch „Yankees“ genannt? Erklärung

Eine weitere Variante leitet die Herkunft vom französischen Wort für Engländer „L’anglais“ ab. Angeblich konnten die Angehörigen des mit den Franzosen verbündeten Stammes der Huronen dieses Wort nicht korrekt aussprechen und sagten stattdessen „Y’n-gee“, woraus die Bezeichnung „Yankee“ für die Briten entstand. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass sich das Wort aus dem Adjektiv „yankee“ ableitet, das soviel wie „ausgezeichnet“ bedeutet und dessen frühe Verwendung im Umfeld der Havard University nachgewiesen ist. Der Begriff ist demnach seit mindestens 1713 bekannt und war, wie weitere Quellen bestätigen, bereits zu dieser Zeit als Spitzname für die Bewohner Neuenglands in Gebrauch. Da die niederländische Kolonialzeit ein halbes Jahrhundert früher endete und auch der Kontakt zu den Huronen bereits lange vorher bestand, kann eine daraus resultierende Wortschöpfungsgeschichte jedoch ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Eine erste größere Bedeutung bekam die Bezeichnung „Yankee“ im Verlauf des 7-jährigen Krieges zwischen 1756 und 1763. In Europa stritten zu dieser Zeit Preußen und Österreich um den Besitz Schlesiens, während der preußische Verbündete Großbritannien in Amerika versuchte, die kolonialen Besitzungen des mit den Habsburgern paktierenden Frankreichs zu erobern. Diese Bemühungen waren letztendlich sehr erfolgreich und der abwertende Begriff „Yankee“ sowohl bei den Franzosen als auch bei den mit ihnen kämpfenden Native Americans als Schimpfwort damals weit verbreitet.

Bedeutung des Wortes „Yankee“ innerhalb der USA

Die Kämpfe der amerikanischen Kolonisten gegen das Mutterland Großbritannien brachten den Vereinigten Staaten zwar 1776 die Unabhängigkeit, der Begriff „Yankee“ als ursprüngliche Bezeichnung für die Engländer verschwand deshalb jedoch nicht. Er wurde fortan für die Bewohner der sechs Neuengland-Staaten im Nordosten der neuen Nation verwendet, die traditionell als besonders britisch galten. Die Bezeichnung hatte sich für die Bewohner dieser Landesteile bereits im 18. Jahrhundert manifestiert, mit Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges wurde allerdings jeder ein „Yankee“, der nördlich der Mason-Dixon-Linie lebte und gegen die Sklavenhalterstaaten im Süden kämpfte. Die Bezeichnung „Yankee“, die vor dem Krieg sogar in der Armee zur Verspottung niedriger Dienstgrade gedient hatte, wurde plötzlich ein Identifikationsbegriff der Unions-Truppen und „Yankee Doodle“ ihr berühmtes und mit der Zeit gefürchtetes Schlachtlied.

Diese Spaltung in Nord- und Südstaaten ist in den Vereinigten Staaten bis heute zu spüren. Menschen aus dem Norden der USA werden im Süden weiterhin abwertend als „Yankees“ bezeichnet, während sich die ehemaligen Sklavenhalterstaaten selbst den Namen „Dixieland“ gegeben haben. Im Norden selbst ist den Menschen die negative Konnotierung des Begriffes „Yankee“ durchaus bewusst, doch wie vor 150 Jahren wird sehr selbstbewusst mit dieser Bezeichnung umgegangen. Das Yankee-Stadium und die New York Yankees sowie zahlreiche Ortsbezeichnungen in allen Teilen der USA zeugen davon, dass Teile der Amerikaner stolz darauf sind, Yankees zu sein.

Bedeutung des Begriffes „Yankee“ außerhalb der USA

Die Bezeichnung „Yankee“ ist außerhalb der Vereinigten Staaten selten schmeichelhaft gemeint. Es ist heute ein abwertender Begriff für US-amerikanische Bürger im Allgemeinen und Angehörige der Streitkräfte im Besonderen. Die globale Präsenz der US-Armee als Institution hat in vielen Teilen der Welt zu einer negativen Sicht auf die Vereinigten Staaten beigetragen, gerade in Ländern, die schon einmal von amerikanischen Truppen besetzt waren, ist der Ausspruch „Yankee go home“ eine weit verbreitete Floskel.

Der Begriff „Yankee“ wird allerdings auch gegenüber Zivilpersonen verwendet, wenn dadurch eine tiefe Abneigung gegenüber ihnen oder ihrem Herkunftsland ausgedrückt werden soll. In Deutschland ist die Bezeichnung „Yankee“ deshalb als negative Variante der als relativ neutral angesehenen Begriffe „Amerikaner“ oder „Ami“ zu verstehen. Die Ablehnung ist oftmals auf die militärische, politische und wirtschaftliche Dominanz der Vereinigten Staaten zurückzuführen, kann allerdings auch manchmal als Kritik am „American Way of Life“ gemeint sein. Fastfood, Rockmusik oder Neoliberalismus werden nicht von jedem als Errungenschaft angesehen und Einzelpersonen eignen sich oftmals gut, um sie als Projektionsfläche für solche Abneigungen zu benutzen. Im Zweifel ist dann der „böse Ami“ oder „Yankee“ wieder einmal schuld.

In Japan steht der Begriff „Yankee“ zwar ebenfalls für unbeliebte Amerikaner, hat allerdings gleichzeitig eine Doppelbedeutung erlangt. Das ostasiatische Land war nach dem 2. Weltkrieg noch stärker als Deutschland amerikanischen Einflüssen ausgesetzt, was zu Veränderungen innerhalb der Jugendkultur geführt hat. In den 50er und 60er Jahren wurden deshalb junge Japaner, die sich zu sehr dem „American Way of Life“ zuwandten, als „Yankis“ bezeichnet. Heute ist der Begriff noch viel negativer besetzt und wird vor allem für junge Unruhestifter und Straftäter verwendet. Die Bezeichnung „Yanki“ hat deshalb in Japan ungefähr den Stellenwert, den der Begriff „Rowdie“ lange Zeit in Deutschland hatte.

Warum haben Unwetter Frauennamen? Erklärung


Eigentlich dachten sich die Amerikaner nichts Schlimmes, als sie damit begannen, Wirbelstürme nach Frauen zu benennen.

Tatsächlich war es der Wetterdienst der US-Army, der mit dieser Sitte begann. Das war während des Zweiten Weltkrieges.

Warum haben Unwetter Frauennamen? Erklärung

Taifune im Pazifik wurden mit Frauennamen in alphabetischer Reihenfolge benannt. Die Benennung vereinfachte die Kommunikation unter Wetterexperten und Angehörigen der Armee. Immerhin tauchen in dieser Region manchmal mehrere Stürme gleichzeitig auf. Namen waren eingängiger und leichter zu merken, als Nummern. Eine Verwechslung wäre für Schiffe oder Flugzeuge schnell zur Katastrophe geworden.

Nach 1953 wurde die Benennung auch für Hurrikane im Atlantik angewendet. Die Namensgebung setzte schließlich als internationaler Standard durch.

In der Folge wurden Hochdruckgebiete (Schönwetter) mit männlichen Namen besetzt und Tiefdruckgebiete (Stürme und weniger schönes Wetter) weiter mit Frauennamen.

Es ist unwahrscheinlich, dass der Wetterdienst der US-Army damals nur bösartige oder sexistische Absichten gehabt hat. Die Gewalt eines Wirbelsturms kann im übertragenen Sinne tatsächlich mit einer wütenden Frau gleichgesetzt werden.

Es ist auch verständlich, dass man zu Kriegszeiten Taifune nicht nach Männern benennen wollte. Kam eine wütende Frau am Horizont auf die Einheiten zu, war das psychologisch wahrscheinlich einfacher zu verdauen.

Später entwickelte sich aus der Tradition ein feministischer Eklat.

Unwetter-Namen: Gleichstellung der Geschlechter auch beim Wetter

Bereits 1954 übernahm auch das deutsche meteorologische Institut die Namensgebung. Benannt wurden nicht nur Stürme, sondern grundsätzlich alle Tief- und Hochdruckgebiete.

Lange Zeit war dieses Vorgehen der Meteorologen normalen Bürgern nicht bekannt. Das änderte sich schlagartig, als 1990 die Stürme Vivian und Wiebke über Deutschland hinwegfegten.

Sturm: Vivian

Zwei Tage wütete das Sturmtief über Europa. Vom 25. bis 27. Februar fegte der Orkan über Frankreich, Irland, Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Deutschland und die Schweiz hinweg. 64 Menschen kamen dabei ums Leben, 15 davon in Deutschland. Bei den Aufräumarbeiten in den großflächig zerstörten Wäldern starben weitere Menschen.

Unwetter: Wiebke

Direkt im Anschluss kam Wiebke. Vom 28. Februar bis 1. März 1990 wütete der Sturm vor allem über Deutschland, der Schweiz und Österreich. Weitere 35 Menschen starben und die Schäden schnellten in die Milliardenhöhe.

Die beiden tödlichen Damen waren der Abschluss einer ganzen Reihe von Stürme. Seit Jahresbeginn hatten 1990 bereits Daria, Herta, Judith, Nana, Ottilie und Polly über Europa getobt.

Durch die umfangreiche Berichterstattung in den Medien fiel die Namensgebung erstmals der breiten Bevölkerung auf.

Was manche mit einem Augenzwinkern sahen, war für Feministinnen ein Grund zum Aufschreien.

In der sowieso angeheizten Gleichstellungsdebatte wirkte die Benennung plötzlich diskriminierend.

Unwetter-Namen: Was Stürme mit Frauenrechte zu tun haben

Die Freiheit und Gleichstellung von Frauen ist noch keine hundert Jahre alt. Davor galten Frauen in der Gesellschaft oft noch als minderwertige Lebewesen. Männer galten als klug, leistungsfähig und zurechnungsfähig.

Frauen dagegen waren seit Jahrhunderten das Anhängsel der Männer. Sie galten als fehlbarer, schwächer, launisch und unselbstständig. Obwohl Frauen sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Freiheit und Unabhängigkeit kämpften, war die Debatte in den 1990er längst nicht abgeschlossen.

Die Benachteiligung von Frauen und Müttern vor allem in der Arbeitswelt war noch allgegenwärtig. Der Feminismus erreichte neue Höhepunkte. Natürlich wollten es die kämpferischen Frauen dieser Tage nicht auf dem eigenen Geschlecht sitzen lassen, mit Schlechtwetterfronten und vernichtenden Stürmen assoziiert zu werden.

Sie zogen los und erstritten eine Änderung der Namensgebung bei der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Unwetter-Namen: Heute wechseln sich die Namen ab

1998 war es so weit. Seitdem wechseln sich männliche und weibliche Namen in der Wetterbenennung ab.

In ungeraden Jahren tragen die Schönwetterfronten jetzt weibliche Namen und die Schlechtwetterfronten männliche Namen.
In geraden Jahren ist die Namensgebung umgekehrt.

Die Amerikaner hatten die Praxis da schon lange geändert. Für den Pazifik und Atlantik wurden bereits seit 1978 bzw. 1979 gemischtgeschlechtliche Namen vergeben.

Unwetter-Namen: Jetzt wirbeln auch Männer über Europa

Das seither schlimmste männliche Orkantief war Lothar. Der Jahrhundertsturm verwüstete am 26. Dezember 1999 Waldgebiete und Ortschaften in Nordfrankreich, Süddeutschland, der Schweiz und Österreich. Lothar kostete 110 Menschen das Leben und erreichte Spitzengeschwindigkeiten von 270 km/h.

Es ist heute also nicht mehr richtig, dass Stürme grundsätzlich Frauennamen haben.

Warum heißt Götterspeise „Götterspeise“? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung


Die Bezeichnung „Götterspeise“ für die bekannte Süßspeise geht auf die Firma Dr. Oetker zurück, hier konkret auf deren namensgebenden Gründer. Dieser erwies sich in der gesamten Zeit seines Wirkens als recht findiger Verkäufer seiner Produkte. Und so nannte er jene Süßspeise aus Gelatine, welche allgemein auch als Wackelpudding bekannt ist, aus Gründen der besseren Vermarktung „Götterspeise“. Dies war schon damals ein Inbegriff für eine besonders wohlschmeckende Speise, aber noch nicht zwangsläufig mit Wackelpudding verbunden. Da der Begriff aber ohnehin schon allgemein gebräuchlich war, konnte Dr. Oetker sich diese Bezeichnung nicht mehr schützen lassen. Deshalb gilt heute Götterspeise allgemein als Synonym für Wackelpudding, auch als Wackelpeter bekannt, aber nicht explizit für ein Produkt aus dem Hause Dr. Oetker.

Warum heißt Götterspeise „Götterspeise“? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung

Götterspeise, bzw. Wackelpudding selbst wurde übrigens keineswegs in Deutschland erfunden. Tatsächlich stammt diese Speise aus den USA. Peter Cooper, ein Sohn holländischer Einwanderer, erfand im Jahr 1845 die Kombination aus Gelatine mit Fruchtzusatz als schmackhafte Süßspeise. Dort wurde sie unter der Bezeichnung Jell-O patentiert. Schon rasch wurde dieses neue Produkt auch in Europa sehr populär. Die Zubereitung an sich war natürlich nicht patentiert, sondern lediglich der Name. Also begann man auch in Europa an vielen Orten, gekochten Fruchtsaft mit Gelatine in Pulverform zu versetzen. Genau diese dafür nötigen Pulvermischungen vertrieb dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland auch Dr. Oetker, der jenen oben erwähnten Einfall für den Marketingtrick hatte. Verkauft wurde das Geleepulver von Dr. Oetker bereits seit 1912, wobei nicht ganz klar ist, ob es sofort schon unter dem Namen „Götterspeise“ angeboten wurde.

Götterspeise: Speise, die den Göttern vorbehalten ist

Eine „Götterspeise“ war auch zuvor schon im deutschen Sprachgebrauch synonym mit einer besonders exquisiten Speise. In der griechischen Mythologie war Ambrosia jene Speise, der die Götter ihre Unsterblichkeit verdankten. Ursprünglich war eine „Götterspeise“ also eine solche, auf die allein die Götter Zugriff hatten. Nur logisch, dass die Bedeutung dieses Wortes sich dann recht rasch auf alle besonders gut schmeckenden Speisen ausweitete. So heißt es u. a. bei Theodor Fontane in einem Roman in Bezug auf große Rosinen mit Mandelstücken, diese seien eine „Götterspeise“. Heute hat sich die Bedeutung aber so verschoben, dass man immer zuerst an Wackelpudding denkt, auch wenn diese eine Bedeutung nicht ausschließlich zu verstehen ist.

Häufigste Geschmacksrichtungen der Götterspeise

Die beliebtesten oder zumindest verbreitetsten Geschmacksrichtungen der Götterspeise sind diese:

  • Waldmeister (grün)
  • Himbeere (rot)
  • Kirsche (rot)
  • Zitrone (gelb)

Sehr häufig wird die Götterspeise vor dem Verzehr dann noch mit Schlagsahne oder Vanillesauce verfeinert.

Götterspeise: Andere Speisen mit demselben Namen

In der Schweiz hat die Bezeichnung „Götterspeise“ übrigens eine andere Bedeutung. Dort versteht man darunter eine andere Süßspeise, die dem englischen Trifle sehr verwandt ist. Diese wird aus Zwieback, Fruchtkompott und Schlagrahm hergestellt. Vor dem Servieren wird diese deutlich andere Form der Götterspeise einige Stunden kaltgestellt, meist isst man sie nach dem Abendessen. Dazu kennt man in Westfallen die „Westfälische Götterspeise“, die ebenfalls von der herkömmlichen Bedeutung abweicht.

Neben Götterspeise auch als Wackelpeter bekannt

Die ebenfalls sehr gängige Bezeichnung „Wackelpeter“ für die Götterspeise stammt bereits aus dem 19. Jahrhundert. Damals galt die Bezeichnung von etwas als „Peter“ als eine Verballhornung dessen, wie zum Beispiel beim „Hackepeter“. Das „Wackeln“ in dieser Bezeichnung stammt natürlich daher, dass die Götterspeise bzw. der Pudding tatsächlich auf dem Teller wackelt, wenn er nicht mehr komplett in eine Schüssel eingebunden ist, sofern man diesen anstößt.

Woher haben die Monate ihre Namen? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Das heute weltweit am häufigsten verwendete kalendarische Jahr, nämlich das des Gregorianischen Kalenders, ist in zwölf, zwischen 28 und 31 Tage lange Monate unterteilt.

Die Bezeichnungen für die einzelnen Monate sind zumindest in den meisten europäischen Staaten und in vielen ehemaligen Kolonien dieser Länder zwar den einzelnen Sprachen angepasst, ansonsten aber vom Wortursprung fast immer gleich. So heißt zum Beispiel der dritte Monat im Jahr im Deutschen „März“, im Englischen „March“, im Spanischen „Marzo“, im Französischen „Mars“ und im Türkischen „Mart“.

Woher haben die Monate ihre Namen? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Die Herkunft dieser Monatsbezeichnungen ist im Wesentlichen auf römisch-lateinische Wurzeln zurückzuführen. Es können bei der Namensgebung vier Gruppen unterschieden werden. Zum einen die Monate, die nach römischen Gottheiten benannt sind, und dann die nach den beiden wohl berühmtesten römischen Herrschern betitelten Hochsommermonate. Zum anderen gibt es die schlicht auf Latein durchnummerierten Monate sowie die sonstigen Monate, nämlich Februar und April.

Die Zwölfmonatsteilung geht auf den Julianischen Kalender zurück, der im Jahr 45 v. Chr. auf Initiative des damaligen römischen Herrschers Julius Cäsar den bis dahin geltenden, in zehn Monate aufgeteilten altrömischen Kalender ablöste. Cäsar hatte die Monatsnamen des alten Kalenders übernommen und den beiden zusätzlichen Monaten, die schlichten Zahlenbezeichnungen „Quintilis“ und „Sixtilis“ gegeben. Bis 153 n. Chr. begann das römische Jahr nicht mit dem Januar, sondern mit dem März.

Bedeutung: Monate mit göttlichem Bezug: Januar, März, Mai und Juni

Der Name des Januars (lateinisch “Januarius“) leitet sich vom doppelgesichtigen Gott Janus (Ianus) ab. (siehe auch: Jänner) Janus war der römische Gott des Endes und des Anfangs. Er konnte sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft sehen und stand für die ständige Dualität des Lebens. Im vorjulianischen Zehnmonatskalender war der Januar der Monat der Wintersonnenwende. In diesem Monat wurden die die Tage nicht mehr kürzer, sondern länger: Etwas ging zuende, etwas anderes begann. Eine typische Janus-Situation also.

Namenspate des März-Monats war der Gott Mars. Mit ihm begann das römische Jahr (bis 153 n. Chr.), weil Mars nicht nur der Gott des Krieges war, sondern auch der Vegetation. Mit Beginn des Jahres sollte durch Ehrung von Gott Mars auch die Vegetation zu neuem Leben erwachen.

Ob der Mai seinen Namen von der Frühlingsgöttin Maia hat oder sich vielleicht vom Beinamen „Maius“ für den Göttervater Jupiter (Iupiter) ableitet, ist ungeklärt. Der Juni jedenfalls steht unstrittig mit Jupiters Gattin Juno (Iuno) in Verbindung.

Durchnummerierte und später zum Teil mit Herrschernamen geadelte Monate: Juli bis Dezember

Im alten römischen Kalender waren die letzten vier Monate einfach durchnummeriert und nach den Zahlwörtern „Septem“ („Sieben“), „Octo“ („Acht), „Novem“ („Neun“) und „Decem“ („Zehn“) benannt. Durch die Umstellung im Jahr 153 wurde der Dezember nicht mehr der zehnte Monat, sondern der zwölfte Monat im Jahr. Entsprechendes gilt für September, Oktober und November.

Die von Cäsar zusätzlich eingeführten zwei Monate bekamen zunächst die sachlichen Benennungen „Quintilis“ („Der Fünfte“) beziehungsweise „Sixtilis“ („Der Sechste“). Aber bereits wenige Monate nach Cäsars Tod 44. v. Chr. bestimmte Konsul Marcus Antonius in seiner „Lex Antonia de mense Quintili“, dass zu Ehren des Ermordeten der Quintilis in „Iulius“, in Juli, umbenannt werden soll. 26 Jahre später zog Kaiser Augustus nach und ließ den Sixtilis zu eigener Ehre im Jahr 8 v. Chr. in „Augustus“ umbenennen

Bedeutung der Namen: Sonderformen Februar und April

Die Herkunft des April (Aprilis) leigt im Dunkeln. Einige Fachleute vermuten einen etruskischen Ursprung.

Der Februar (Februarius) steht höchstwahrscheinlich mit dem aufgeladenen Sühne- und Reinigungsfest Februa in Verbindung, das zu den Herdengott Faunus feiernden Festkreis der Lupercalien gehörte.

Warum heißt Venedig auch „La Serenissima“? Bedeutung, Erklärung


Überlieferungen zufolge wurde Venedig im Jahr 421 gegründet. Gründer waren Hunnen und Ostgoten, die vor dem Ansturm der Barbaren gegen das Römische Reich an die Lagune flüchteten und sich auf den sumpfigen Inseln niederließen. Stets waren die Siedler bemüht, den Wasserstand zu stabilisieren – nach dem sie dazu die schwierigsten Hürden bewältigt hatten, kamen die Bewohner der Stadt allmählich zu Wohlstand, der einerseits ihre politische Macht stärkte und die Entwicklung von Architektur und Kunst vorantrieb.

Warum heißt Venedig auch „La Serenissima“? Bedeutung, Erklärung

Anfangs waren die Siedlungen noch rivus altus, der tiefe Kanal genannt worden. Das war eindeutig eine Reminiszenz an die örtlichen Gegebenheiten und eine Würdigung der Arbeit der ersten Siedler. Um die Frühzeit Venedigs ranken sich dann viele Legenden, die sich die Chronisten später ausdachten, um die Stadt Venedig zu verherrlichen, selbst der Gründungstag 5. März 421 oder auch die erste Dogenwahl im Jahr 697 gehören ebenso zu diesen Legenden wie ein vermeidlicher Sieg über die Franken anlässlich der Belagerung der Lagune 810. Zum wichtigsten Mythos wurde der abenteuerliche Raub der Gebeine des Evangelisten Markus in Ägypten im Jahr 828. Das führte dazu, das Markus seitdem als Schutzpatron und Identifikationsfigur für die Venezianer gilt.
Die Legenden unterstützten das wirtschaftliche Erstarken Venedigs seit der Abkehr von Byzanz über die ersten gewählten Dogen bis zur Blütezeit der Stadt als machtvolle Seerepublik, in der sie ihren Namen La Serenissima erhielt.

Bedeutung: La Serenissima – die Durchlauchtigste

Mit dem 10. Jahrhundert begann der Aufstieg Venedigs zur wichtigsten Handelsmetropole im Mittelmeerraum. Als „Königin der Adria“ wurde die Stadt Brücke zwischen West und Ost. Der Handel mit Luxuswaren, Weizen, Salz und Gewürzen machte die Venezianer reich und mächtig. Prächtige Palazzi, riesige Kirchenbauten und imposante öffentliche Gebäude, Bürger mit herrlichen Gewändern und kostbarem Schmuck versetzten das Ausland in Staunen.

Lange Zeit funktionierte auch der politische Apparat Venedigs hervorragend: Der Doge, verschiedene Räte, Kleriker und Beamte hatten genau geregelte Befugnisse und Funktionen. Wohlstand und verteilte Machtbefugnisse führten zur Blüte Venedigs – La Serenissima machte ihrem Namen alle Ehre.

Die starke Republik schwächte ihren historischen Erzrivalen Genua, eroberte Verona und konnte bedeutende Niederlassungen auf der terra firma, auf dem Festland etablieren.

Venedig, die Macht am Schwarzen Meer

Glanz und Reichtum Venedigs basierten auf dem Erfolg als See- und Handelsmacht. La Serenissima hatte mit ihren Kreuzrittern Konstantinopel besiegt. Venedig hatte viele bedeutende Kunstschätze erbeutet und die Vorherrschaft über die wichtigen Handelsrouten, über Inseln und Hafenstädte am Schwarzen Meer erlangt. Die Venezianer hatten sich die Kontrolle über die Landwege nach Russland und China gesichert – La Serenissima erlebte die Blütezeit.

Allerdings erkannte Venedig nicht die allzu drohenden Gefahren, die von den Osmanen am Schwarzen Meer und in Kleinasien ausgingen.

Venedig: Der Niedergang von La Serenissima

Denn die Türken eroberten im Jahr 1453 Konstantinopel und blockierten so die östlichen Handelswege. Vasco da Gama umrundete 1487 das Kap der Guten Hoffnung und öffnete den Seeweg nach Indien. Die Venezianer waren schon längst nicht mehr an Bedrohungen von außen gewöhnt und verkannten den Ernst ihrer Situation. So begann im 16. Jahrhundert der Niedergang Venedigs. Man sagt, La Serenissima feierte sich zu Tode, während Seefahrer zu neuen Ufern aufbrachen und die Türken ihre Macht ausweiteten.

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts waren Venedigs Staatsschatullen leer und das Meer drohte La Serenissima zu verschlingen. Der letzte Doge musste 1797 abdanken, die Republik löste sich auf und nacheinander marschierten Franzosen und Österreicher ein. La Serenissima wurde im Jahr 1866 in Italien eingegliedert.

La Serenissima – ein Synonym für Schönheit und Reichtum

Giacomo Casanova, Lord Byron, Giovanni Battista Tiepolo, Richard Wagner, Robert Browning, Carlo Goldini – Venedig hat Generationen von Musikern, Schriftstellern und Malern, von Künstlern jeder Couleur inspiriert. Venedig ist weitaus mehr als eine Stadt, nämlich La Serenissima: ein Synonym für Schönheit und Reichtum.

Was ist Selfness? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter dem Begriff Wellness werden sämtliche Anwendungen und Methoden zusammengefasst, welche dazu geeignet sind, das ganzheitliche Wohlbefinden zu steigern. Der Weg dorthin kann ganz verschieden sein und eigentlich bedeutet der englischsprachige Begriff Wellness Gute Gesundheit. Persönliches Wohlbefinden und Wellness sind also auf das Allerengste miteinander verknüpft. Wellness hat auch innerhalb der Bevölkerung einen hohen Bekanntheitsgrad, nicht jedoch Selfness, dieser Trend kann als eine Weiterentwicklung des Wellness Begriffes angesehen werden. Geprägt wurde der Begriff Selfness durch den renommierten Futurologen Matthias Horx. Der Zukunftsforscher verknüpfte vor allem das persönliche Wohlbefinden, wie es durch Wellness erreicht werden soll, mit Selbstfindung. Daraus entstand dann der Begriff Selfness.

Bedeutung: Selfness treibt die Selbstoptimierung auf allen Ebenen voran

Es geht also bei Selfness nicht nur um Relaxen, kosmetische Anwendung oder Entspannung, sondern darum, mithilfe der gemachten Wellness Erfahrungen sich auf allen Ebenen selbst zu verwirklichen und zu optimieren. Der ständige Drang, sich selbst zu verwirklichen, privat aber auch beruflich, kombiniert mit möglichst optimalen Lebensveränderungen haben den neuen Trend Selfness vorangetrieben. Wellness Anbieter, wie beispielsweise Hotels, haben den neuen Trend längst erkannt und ihre Angebote entsprechend angepasst. Das bedeutet, dass zusätzlich zu den bisher schon bekannten Wellness Leistungen spezielles Training oder auch Coaching angeboten werden. Dabei legt Selfness besonders viel Wert auf eine individuelle Ausgestaltung, ganz vor dem Hintergrund, dass jeder Mensch in seiner Einheit von Körper, Geist und Seele einzigartig ist. Auch bei Selfness geht es darum, die verloren gegangene innerer Balance wiederzufinden und eine neue harmonische Einheit von Körper und seelischem Wohlbefinden wiederherzustellen.

Elemente von Wellness und Selfness sind oft eng miteinander verknüpft

Die Übergänge zwischen Wellness und Selfness sind also fließend und lassen sich nicht immer eindeutig voneinander unterscheiden. Ein typisches Kennzeichen von Selfness im Vergleich zu Wellness wären beispielsweise persönliche Coachingstunden, individuelle psychologische Gespräche zur Optimierung, Einzelyoga Sitzungen oder Meditation. Also alles, was über den bisher schon gewohnten Rahmen an Wellness Angeboten hinausgeht, wird unter dem Begriff Selfness zusammengefasst. Persönliche Wohlfühlreisen mit Selfness sollen stets eine nachhaltige und langanhaltende Wirkung entfalten und auch dazu dienen, die eigene Work-Life-Balance wiederherzustellen. Wenn also bei Wellness nur das vorübergehende Sich-selbst-verwöhnen-lassen beispielsweise im Rahmen von kosmetischen Anwendungen im Vordergrund steht, geht Selfness hier ein Stück weiter und möchte längerfristige Veränderungen erreichen.

Bedeutung: Selfness, Wellness und Gesundheit

Wellness und Selfness sind aber auch deshalb manchmal so schwer voneinander unterscheidbar oder zu trennen, weil viele Wellness Anwendungen Teil des Selfness sein können, beispielsweise der Besuch einer Sauna oder die Inanspruchnahme einer Massage Anwendung. Das Selfness Konzept greift also viel mehr in einzelne Lebensbereiche ein und versucht diese stetig zu optimieren. Es geht dabei allgemein darum, das Gelernte auch in den Alltag zu integrieren, beispielsweise Tipps zur gesunden Ernährung oder zu Bewegungsabläufen. Durch ganzheitliche Impulse soll Selfness also die eigene Lebenskompetenz steigern und so dem Körper ein möglichst langanhaltendes Gefühl des Wohlbefindens ermöglichen. Um sich diese Kompetenzen aneignen zu können, setzt der Selfness Trend auch auf die Vermittlung von Basiswissen. Denn nur wer die entsprechenden erweiterten Kenntnisse über gesundheitliche Zusammenhänge hat, kann auch die nötigen Veränderungen vornehmen.

Selfness versucht stets, eigene Kompetenzen zu optimieren

Selfness ist also meistens aktiv, wohingegen bei Wellness es vor allem darum geht, bestimmte Anwendungen einfach nur passiv zu genießen und sich dabei keine weiteren Gedanken zu machen. Gemäß den Angaben seines Erfinders Matthias Horx soll Selfness zu einer dauerhaften Selbstveränderung führen im Sinne einer positiven Lebenseinstellung. Das eigene Leben so zu gestalten, wie es nach den eigenen Vorstellungen optimal ist und somit durch nachhaltige Selbstverwirklichung langfristig ausgeglichen und glücklich zu sein, das ist es, was den Selfness Gedanken eigentlich ausmacht. Die Wege dorthin können ganz unterschiedlich sein und das ist während des ganzen Lebens ein Prozess, der niemals endet. Wer Selfness richtig versteht, steigert auch seine persönliche Resilienz, wird also mit den unweigerlichen Wechselfällen des Lebens durch eine positive Grundhaltung auch besser zurecht kommen.

Woher haben die Wochentage ihre Namen? Namen, Bedeutung, Herkunft


Im Deutschen sind alle Wochentage nach Himmelskörpern und Göttern benannt. In der Mythologie gab es schon immer eine enge Verbindung zwischen Himmelskörper wie dem Mond oder der Sonne und den Gottheiten.

Sie teilten gewisse Eigenschaften und die Namen. Reste dieser Mythologien sind bis heute überall in unserer Sprache, den Monatsnamen und in der Astrologie zu finden.

Im Grunde genommen beschreibt der Wochenlauf eine Art Gang durch die Sphären dieser Himmelskörper und Gottheiten. Nach der alten christlichen Tradition begann die Woche nicht mit dem Montag, sondern mit dem Sonntag.

Die 7-tägige Woche gab es zeitweise schon im alten Ägypten. Die Einteilung in sieben Tage ergibt sich automatisch aus der Länge des Monats und den Mondphasen. Unsere Kalender orientieren sich an der Umlaufbahn der Erde um die Sonne (Jahr) und den Umlauf des Mondes um die Erde (Monat).

Verbindlich wurde die Einteilung durch einen Erlass des römischen Kaisers Konstantin um 321 n. Chr. Mit dem römischen Reich breitete sich die Woche in Europa aus. Die germanischen Volksstämme „übersetzen“ den römischen Götterhimmel in ihre eigenen Gottheiten.

Siehe auch: Woher haben unsere Planeten ihre Namen?

Bedeutung: Sonntag – Tag der Sonne

Die Sonne ist das lebensspendende Prinzip in unserem Sonnensystem. Ohne ihre Wärme und ihr Licht gäbe es uns wahrscheinlich nicht.

Es liegt auf der Hand, das die Sonne schon seit frühesten Zeiten besonders verehrt wurde. Sonnengötter waren allen anderen übergeordnet, gütig und weise. In der Mythologie war der Sonnenaspekt meistens männlich.

Der Sonntag ist bei uns ein fast einheitlicher Ruhetag. Wir verbringen ihn mit unseren Lieben und tun, was uns am liebsten ist.

Übrigens: Social-Media-Hashtags für jeden Wochentag findest du hier.

Bedeutung: Montag – Tag des Mondes

Ganz anders als bei uns, ist der Mond fast überall auf der Welt weiblich. Man schreibt ihm sogar den urweiblichen Aspekt zu. Damit kann der Mond als Pendant zur Sonne gesehen werden.

Mondgöttinnen waren seit jeher Fruchtbarkeitsgöttinnen. Man bringt den Mond zudem mit allem Zyklischen (Zeitabläufe an sich, Ebbe und Flut, Menstruation der Frau) in Verbindung.

Mit dem Montag beginnt für die meisten Menschen die Arbeitswoche. Weil vielen die Rückkehr aus dem Wochenende schwerfällt, nennt man ihn manchmal auch „Blue Monday“ (zu dt. „Blauer Montag“). Die Menschen sind entweder schwermütig (engl. „blue“ für „deprimiert“) oder „machen einfach Blau“.

Bedeutung: Dienstag – Tag des Tyr und Thingsus

Der eigentliche Regent dieses Tages ist für uns heute nicht mehr so leicht erkennbar: Es ist der Mars.

Mars stammt aus der römischen Mythologie. Bei den Griechen hieß er Ares. Die nordisch-germanischen Stämme dagegen nannten die Gottheit Tyr oder Thingsus.

Später nannte man den Tag auch „Dies Martis“ (lat. für „Tag des Mars“).

Die Gottheit Tyr oder Mars war der Gott des Kampfes, des Sieges, aber auch der ausgleichenden Gerechtigkeit und männlich-irdischen Fruchtbarkeit. Der alte Gerichtstag „thing“ der Germanen war nach dem Gott Thingsus benannt.

Der Dienstag war früher oft der traditionelle Markttag („thing“ als Treffen der Gemeinde, Austausch von Waren und Gerichtsbarkeit).

Bedeutung: Mittwoch – Mitte der Woche

Die Gottheit hinter diesem Tag verschwand vermutlich im Zuge der Christianisierung. In früheren Zeiten hieß der Tag auch „Wunsdag“ in Anlehnung an den germanischen Gott Wodan. Der war unter anderem Hüter der Unterwelt und von der wollte man im Christentum lieber so weit wie möglich Abstand nehmen.

In anderen Ländern wird der Tag mit dem Merkur in Verbindung gebracht. Neben dem Planeten war das die Gottheit für den Handel, den Verkehr, die Schrift und die Musik.

In der Mitte der Woche freuen sich die meisten von uns schon wieder auf das Wochenende. Dies führt dazu, dass einige Mittwoch auch „Bergfest“ nennen oder jeden Mittwoch Bilder einer Kröte veröffentlichen.

Bedeutung: Donnerstag – Tag des Donar

Donar war der germanische Gott des Donners. Er entspricht in etwa dem heute etwas bekannteren Thor der nordeuropäischen Mythologie. Daneben setzt man ihn mit dem römischen Jupiter und dem griechischen Zeus gleich.

Neben seiner Eigenschaft Blitze und Donner über die Erde zu bringen, galt Donar als ausgesprochener Glücksgott. Donar war weiter ein Gott des Vergnügens und der Lustbarkeiten. Mit dem Recht nahm es er nicht so genau, trotzdem hatte er das Herz meistens auf dem richtigen Fleck.

Lange Jahre galt der Donnerstag, als der Tag des langen Einkaufens. Als die Geschäfte noch um 18 Uhr schlossen, war der Donnerstag, der erste Tag, an dem Läden bis 20 Uhr geöffnet blieben. Für viele Menschen bedeutete dies eine große Bereicherung und ein entspanntes Einkaufsvergnügen nach Feierabend.

Bedeutung: Freitag – Tag der Frygg und der Freya

Über die eigentliche Namenspatin für unseren Freitag streiten sich die Sprachforscher seit Jahrzehnten. Frygg war die Gattin des nordischen Göttervaters Odin. Sie galt als Schutzgöttin der Ehe, der Mutterschaft und des Herdfeuers. Freya dagegen war eine reine Liebes und Schönheitsgöttin. In anderen Kulturen ist der Tag eindeutig der Venus gewidmet, der römischen Göttin der Liebe.

Klar dürfte sein, dass es beim Freitag um die angenehmen Dinge des Lebens geht.

Genauso erleben viele Menschen diesen Tag auch. Er beendet die Arbeitswoche und wer besonders froh ist, darf Mittags schon nach Hause gehen.

Bedeutung: Samstag – Tag des Saturn

Früher beendete der Planet Saturn tatsächlich das damals bekannte Sonnensystem. Er galt daher auch als „Hüter der Schwelle“. Saturn war ein Fruchtbarkeitsgott, der über die Dunkelheit wachte. Bei den Griechen wurde er Kronos genannt. Er galt als Hüter der Zeit und Vollender von Zyklen.

Ganz so beendet der Samstag nach der alten Einteilung die Woche.

Vielen Menschen ist der Samstag der liebste Tag der Woche. Sie haben frei, können Unterhaltungsmöglichkeiten nutzen, einkaufen gehen und abends ausgehen.

Warum heißen die Schweizer auch „Eidgenossen“? Erklärung


Heute wird die Schweizer Eidgenossenschaft auch als die Schweiz bezeichnet. In ihr leben bis zu 9 Millionen Menschen. Sie ist ein Bundesstaat, der sich aus 26 teilsouveränen Kantonen zusammensetzt. Als Regierungssitz wurde Bern gewählt. Alle Schweizer werden durch die Demokratie zusammengehalten, die man bereits praktizierte, als das restliche Europa von absoluten Monarchen regiert wurde. Die Eidgenossen sind zu vielen Kompromissen bereit und treffen die meisten politischen Entscheidungen im Rahmen direkten und geheimer Abstimmungen. Auf den amtlichen Dokumenten wird von auch von Schweizer Eidgenossenschaft gesprochen. Außerdem verhalten sie sich im Wesentlichen gegenüber anderen Staaten neutral, mobilisieren jedoch bei einer drohenden Gefahr stets ihr Heer.

Warum heißen die Schweizer auch „Eidgenossen“? Erklärung, Wortherkunft

Unter einer Eidgenossenschaft wird im Allgemeinen eine Verbindung verstanden, die unter gleichberechtigten Partnern oder Genossen zustande kommt. Sie schwören dazu einen Eid, der sie beim Namen und Willen Gottes dazu verpflichtet, einander im Fall einer Gefahr beizustehen. Genossen sind Personen, mit denen die Mitstreiter gemeinsame Erfahrungen und Ziele teilen. Man kann sich aufeinander verlassen. Mit dem Eid bekräftigen die Genossen ihre gegenseitig getroffenen Aussagen. Sie verpflichten sich mit dem Eid zur Wahrheit und sind bereit, die entsprechenden Konsequenzen zu tragen. Wird er vor Gott abgegeben, dann tritt dieser als Eideshelfer auf. Im Fall eines Eidbruches übt dieser dann – abstrakt gesehen – seine übernatürliche Rache am Eidbrecher aus.

Wann begann die schwurorientierte Schweizer Eidgenossenschaft?

Als erstes Jahr der Eidgenossenschaft gilt das Jahr 1291. Da der erste August als Tag des Eides und als Gründungstag der Alten Eidgenossenschaft angesehen wird, gilt er gleichzeitig auch als Schweizer Nationalfeiertag.
Im 13. Jahrhundert bewachten die späteren Kantone Uri und Schwyz die wichtige Handelsstraße über den problematischen St.-Gotthard-Pass. Ihr Auftraggeber war der deutsche Kaiser Friedrich der II., dessen Eigentum sie vor den Habsburgern beschützen sollten. Nach dem Tod des Kaisers gelangte 1273 sein Nachfolger aus dem Hause Habsburg an die Macht. Aus Berechnung gliederte er sowohl Uri als auch Schwyz in sein Reich ein. Das missfiel den beiden jedoch sehr. Als der neue Kaiser 1291 ebenfalls verstarb, erkannten die freiheitsliebenden Urkantone ihre Chance.
Bei einem geheimen Treffen schlossen sich die Urkantone, die auch als Waldstätten oder Orte bezeichnet wurden, zur ersten Eidgenossenschaft zusammen. Diese sollte als Alte Eidgenossenschaft in die Geschichte eingehen und bis 1798 bestehen. Zu den Verantwortlichen gehörten Walther Fürst – für Uri -, Werner Stauffacher – für Schwyz – sowie Arnold von Melchtal – für Unterwalden. Ihr geheimes Ziel war die Rütli-Wiese, die oberhalb des Vierwaldstättersees liegt. Hier unterzeichneten die Betreffenden auch den Bundesbrief, der den Schwur dokumentierte.

Wie bauten die Schweizer ihre Eidgenossenschaft aus?

Im Jahr 1309 bestätigt Heinrich VII die Reichsumittelbarkeit der Kartone. Sie wurde vorerst einem königlichen Landvogt unterstellt.
Welche Bedeutung diese Entscheidung haben sollte, zeigte sich bei der deutschen Königswahl. Am 25. November 1314 wählten die Verantwortlichen sowohl Ludwig von Bayern als auch Friedrich den Schönen von Habsburg jeweils zum deutschen König.

Die Eidgenossenschaft bezog auf der Seite Ludwigs Position. Ein Jahr später griff daraufhin Friedrich die Bayern als auch die Eidgenossen an. In der Schlacht am Morgarten wurde er jedoch geschlagen und musste sich zurückziehen. Durch den Sieg der drei Urkantone ermutigt, traten vier Reichsstädte dem Bündnis bei. Zu ihnen gehörten neben Luzern auch Zürich, Glarus, Zug und Bern. Sie wollten auf diesem Wege ihre Selbstständigkeit gegenüber dem Haus Habsburg bewahren. So bildeten sich im Laufe der Jahre die ersten Acht Alten Orte oder Kantone. Zürich, Bern und Luzern trugen zudem zur politischen Bedeutung des Zusammenschlusses bei, der sich als sehr stabil erweisen sollte. Das hing auch mit der jeweiligen Akzeptanz zusammen, die die betreffenden Städte und somit auch der Bund bei den europäischen Höfen genossen. Zeitweise suchten sich einzelne Kantone Verbündete unter den Großmächten, um ihre Möglichkeiten auszubauen. Nach zahlreichen verlorenen Schlachten kehrten sie jedoch immer in den Bund zurück.

Ende des 15. Jahrhunderts kam es zum Krieg. Der Gegner war der spätere deutsche Kaiser Maximilian, der Erste. Dieser wollte die Eidgenossen wieder unter seine Herrschaft zwingen. Der Feldzug endete jedoch mit der schweren Niederlage des Königs. Im Frieden vom Basel erkannte er die Forderungen der Eidgenossen an. So wurden auch Basel und Schaffhausen zu neuen Bundesgenossen. Mit ihnen kamen die zugewanderten Orte. Zu diesen zählten das Wallis und Drei Bünde. Aber auch Grafschaften und Monarchen sahen in der Alten Eidgenossenschaft die Chancen, sich vom Habsburger Reich zu lösen. Die Fürstabtei St. Gallen und die Grafschaft Neuenburg wurden somit ebenfalls aufgenommen. Es gab jedoch auch Eroberungen. Diese Gebiete wurden als Gemeine Herrschaft bezeichnet und zum richtigen Zeitpunkt in das Bündnis einbezogen. Hierzu gehörten auch Thurgau und das Tessin.

Welche grundlegenden Änderungen strebten die Eidgenossen an?

Im Mittelalter galt in vielen Bereichen jeweils eine Ständeordnung. Jeder gesellschaftliche Stand hatte bestimmte Rechte und Pflichten, gegen die er nicht verstoßen durfte. Diese – scheinbar von Gott gewollte – Ordnung wurde von den Eidgenossen abgelehnt. Dazu kamen die Siege über die Habsburger und deren Heere. So wuchs ihr Glaube an Gott. Mit der Zeit vertraten sie die Meinung, dass Gott sie als auserwähltes Volk ansähe.

Innerhalb der Schweiz gab es jedoch unterschiedliche Strömungen. Während in einigen Kantonen der katholische Glaube vorherrschte, bekannten sich andere zunehmen zum Protestantismus. Ab 1874 setzten die Eidgenossen auch die allgemeine Religionsfreiheit für alle Kantone des Bundes durch.

Sobald die Habsburger das Land des Bundes verlassen hatten, etablierten die Schweizer Eidgenossen ein demokratisches System. Sie nahmen den Adligen ihre Vorrechte und verteilten deren Ländereien auf die Städte und Staaten, die dem Bündnis angehörten. 1618 bracht der Dreißigjährige Krieg aus, der bis 1648 andauerte. Aufgrund der Auswirkungen auf die Bevölkerung schworen sich die Eidgenossen 1647 die immerwährende bewaffnete Neutralität innerhalb ihres Bundes.

Wie endete die Alte Eidgenossenschaft und wann erfolgte der Neuanfang?

In den Jahren der Französischen Revolution verhielt sich die Alte Eidgenossenschaft vornehmlich neutral. Dann marschierten 1798 die Truppen der Ersten Französischen Republik ein. Aufgrund der rechtlichen Einschränkungen, die Napoleon erlies, kam es zur Helvetischen Revolution, die das Ende der Alten Eidgenossenschaft brachte.

Ihre über Jahrhunderte errungenen Freiheiten ließen sich die Eidgenossen jedoch nicht nehmen. Sie lehnten nicht nur die Fremdherrschaft ab, sondern ignorierten die ihnen aufgedrängte französische Regierung.
1803 nahm der Druck auf Napoleon zu. Er machte den Eidgenossen weitere Zugeständnisse und erneuerte die seit dem dem Mittelalter geltenden Rechte. Die Kantone erhielten ihre Rechte zurück.

Nachdem Napoleon 1815 seine Stellung aufgeben und nach Elba ins Exil gehen musste, wurde aus der Helvetischen Republik von 1798 erneut ein unabhängiger Staat. Gleich nach der Etablierung bekannte man sich wieder zur Neutralität.

Der letzte Krieg auf Schweizer Boden fand zwischen den Eidgenossen 1847 statt und dauerte 26 Tage. In die Geschichte ging er als Sonderbundskrieg ein und betraf zentrale innerstaatliche Belange.

Der Krieg blieb jedoch nicht ohne Folgen. Da die konservativ-katholisch orientierten Kantone verloren, kam es vonseiten des Siegers zu maßgeblichen Veränderungen. Aus den bisher autonomen Kantonen wurde ein moderner Bundesstaat. Die Regierung und das Parlament richtete man in Bern ein. Außerdem mussten die Kantone und angeschlossenen Gebiete einen Teil ihrer Macht an die Bundesregierung abgeben.
Bei militärischen Konflikten orientieren sie sich an der bewaffneten Neutralität.

Warum heißen die Eisheiligen Eisheilige? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Der Begriff Eisheilige bezieht sich auf die letzte Periode im Frühjahr, in der es nach dem Bauernkalender Nachtfrost geben kann. Die Tage zwischen dem 11. und 15. Mai sind gleichzeitig Gedenktage mehrerer Heiliger.

Die Bauernregel bezieht sich auf den julianischen Kalender, der das Jahr aus astronomischer Sicht nicht ganz exakt abbildete. Deshalb wurde er im 16. Jahrhundert vom gregorianischen Kalender abgelöst. Schriebe man den julianischen Kalender fort, gibt es heute 13 Tage Differenz zur gregorianischen Zeitrechnung. Somit sind die letzten Fröste eigentlich 13 Tage nach den Gedenktagen der Heiligen zu erwarten, also Ende Mai.

Warum heißen die Eisheiligen „Eisheilige“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Die Eisheiligen zählen zu den Wetterheiligen. Dies sind christliche Heilige, die mit bestimmten Witterungserscheinungen in Zusammenhang gebracht werden. Sie wurden angerufen, um ein vorteilhaftes Wetter für die Ernte zu erbitten. Die heutige Theologie distanziert sich jedoch von der Vorstellung, dass Heilige das Wetter beeinflussen könnten.

Der erste Eisheilige ist Mamertus, dessen Gedenktag am 11. Mai nur in Norddeutschland zur Periode mit den letzten Nachtfrösten gezählt wird. Er entstammte einer reichen gallorömischen Familie und wurde im Jahr 461 Erzbischof von Vienne im heutigen Südfrankreich. Der Überlieferung nach soll Mamertus durch ein Gebet eine Feuersbrunst gestoppt haben und so die Stadt vor dem Inferno geschützt haben. Der Bischof starb 477 in Vienne. Er ist Schutzpatron der Hirten und wird bei Dürre angerufen.

Pankratius war ein römischer Märtyrer, der um 290 geboren wurde. Er stammte aus Phrygien, einer Region in Kleinasien, und starb noch sehr jung im Jahr 304 in Rom. Seine Eltern waren wohlhabend, starben aber früh. Pankratius kam zu seinem Onkel nach Rom. Dort wurde er unter der Herrschaft von Kaiser Diokletian wegen seines christlichen Glaubens enthauptet. Sein Gedenktag ist der 12. Mai. Er ist der erste Eisheilige in Süddeutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz.

Der dritte Eisheilige ist Servatius von Tongeren, der vermutlich aus Armenien stammt. Er wird in der katholischen Kirche am 13. Mai verehrt und beispielsweise bei Frostschäden angerufen. Die Forschung kann den Heiligen nicht ganz zweifelsfrei einer Person zuordnen. Einer Schrift von Gregor von Tours zufolge könnte Servatius der erste Bischof im belgischen Tongeren gewesen sein. Der Legende nach soll der Bischof nach Rom gereist sein, wo ihm Petrus vor einem Hunneneinfall gewarnt haben soll. Servatius warnte daraufhin die Bürger von Tongeren und verlegte den Bischofssitz von Tongeren nach Maastricht. Dort starb er wahrscheinlich am 13. Mai 384. Laut Gregor von Tours lebte Servatius aber erst rund hundert Jahre später. Dies erscheint nachvollziehbar, weil die Hunnen erst 451 im heutigen Belgien einfielen. Die Verlegung des Bischofssitzes erfolgte tatsächlich erst Ende des siebten Jahrhunderts. Forscher glauben heute, dass es zwei Persönlichkeiten gab, auf welche die Heiligenlegende zurückgeht. Eine von ihnen liegt übrigens im Maastrichter Dom. Die Stadt war deshalb im Mittelalter ein wichtiger Wallfahrtsort.

Der 14. Mai ist der Tag des Bonifatius, der ein römischer altkirchlicher Märtyrer war. Bonifatius wurde wahrscheinlich in Rom geboren und bekannte sich ursprünglich nicht zum christlichen Glauben. Rom entsandte ihn ins heute türkische Tarsus, um Reliquien christlicher Märtyrer zu finden. Er erlebte dort die schreckliche Verfolgung der Christen und war von deren Unbeugsamkeit sehr beeindruckt. Bonifatius ließ sich taufen und bekannte sich fortan zum christlichen Glauben. Er wurde durch siedendes Pech hingerichtet und später an der Via Latina beigesetzt.

Die „kalte“ Sophia regiert den 15. Mai, der Gedenktag der frühchristlichen Märtyrerin Sophia von Rom ist. Sie kam um 304 während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian ums Leben. Die Heiligenlegende vermischt sich mit der heiligen Sophia von Mailand. Sie lebte schon deutlich früher. Als Witwe eines wohlhabenden Mannes verteilte sie den Reichtum an die Armen und ging nach Rom. Dort wurde sie unter Kaiser Hadrian 130 nach Christus enthauptet. Die Heilige wird gegen späte Fröste und für das Gedeihen der Feldfrüchte angerufen.

Klimatische Gesichtspunkte und die Eisheiligen

Die Eisheiligen stellen eine Singularität in der Witterung dar. Darunter verstehen Meteorologen mit hoher Wahrscheinlichkeit auftretende Wetterphänomene, welche deutlich von einer glatt verlaufenden Wetterlage abweichen.

Anfang Mai ist es in Zentraleuropa normalerweise recht warm. Im weiteren Verlauf unterbrechen immer wieder Witterungsereignisse diese Phase mit hohen Temperaturen. Dies geschieht, wenn kalte Polarluft in unsere Breiten zieht. Besonders bei klarem Himmel bildet sich dann häufig Bodenfrost. Deshalb besagt eine Bauernregel, die Aussaat erst nach der „Kalten Sophie“ zu beginnen.

Mit Blick auf die Klimastatistik lässt sich eine häufig wiederkehrende Bodenfrostperiode zu den Eisheiligen nicht bestätigen. Allerdings wurde im schweizerischen Payerne gemessen, dass es im Mai häufig Tage mit Bodenfrost gibt. Jedes zweite Jahr kann man dieses Phänomen mehr als zwei Tage lang beobachten. Dass die Bauernregel nicht ganz exakt eintritt, kann viele Ursachen haben. Neben der Verschiebung durch die Einführung des gregorianischen Kalenders könnte die Klimaentwicklung eine Rolle spielen. So könnte die Bauernregel zu den Einheiligen im Mittelalter entstanden sein, als es in Mitteleuropa eine Kälteperiode gab.

Bauernregeln und Eisheilige

Die Bauernregeln beschreiben meist in Reimform wiederkehrende Wetterphänomene, welche die Landwirtschaft beeinflussen. Dabei haben die Regeln oft wissenschaftliche Hintergründe, die bereits Aristoteles zu ergründen versuchte.

Im Laufe der Jahrhunderte setzte sich die These durch, dass Bauernregeln selten eintreffen. Erst als in der Zeit der Aufklärung (17. und 18. Jahrhundert) meteorologische Erscheinungen lokal betrachtet wurden, rückten auch die Bauernregeln wieder in den Blick der Wissenschaft.

Dieser regionale Bezug ist bei den Eisheiligen gut zu sehen. Während die Periode in Norddeutschland bereits am 11. Mai beginnt, startet sie nach dem Bauernkalender in Süddeutschland erst am 12. Mai. Die Nachtfröste ziehen also vom noch eisigen Meer ins Landesinnere und erreichen den Süden erst am nächsten Tag.

Ende des 20. Jahrhunderts begannen Meteorologen die Richtigkeit der Bauernregeln statistisch zu untersuchen. Später wurde auch die Verschiebung der Tage durch die Einführung des gregorianischen Kalender berücksichtigt. Danach stellten die Wetterforscher fest, dass die Bauernregeln erstaunlich oft zutreffen, wenn man den regionalen Bezug beachtet.

Warum wird New York auch „Big Apple“ genannt? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


New York wird auch gerne „Big Apple“ genannt und es gibt mehrere Theorien, woher die Metropole diesen Namen hat.

Warum wird New York auch „Big Apple“ genannt? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Zum ersten Mal sprach wohl der amerikanische Autor Edward S. Martin 1909 vom „Big Apple“. Er benutzt den Begriff in seinem Buch „The Wayfarer in New York“. Martin wollte damit zum Ausdruck bringen, dass New York weit mehr vom Reichtum des Landes profitierte als manch andere amerikanische Stadt.

Die bekannteste Theorie führt zurück in die 1920 Jahre. John J. Fitzgerald, ein Sportjournalist, schrieb am 18. Februar 1924 einen Bericht über den Pferderennsport in New York. Seine Kolumne trug den Titel „Around the Big Apple with John J. Fithgerald“.

Fitzgerald sagte damals, dass er diesen Ausdruck von einem afroamerikanischen Stallburschen aus New Orleans gehört hätte. Dieser hätte den noblen und snobistischen Pferderennsport in New York als „big apple“ tituliert.

Bedeutung Name: Jazz, Pferde und der Big Apple

Er meinte mit dieser Bezeichnung, dass der Besitzer des Gewinnerpferdes das große Geld, also das „big money“ machen würde, werden das Pferd selbst nur einen großen Apfel, also einen „big apple“ als Siegerprämie bekommen würde.

In der Jazzscene der 30iger und 40iger Jahre hatte der Begriff „Big Apple“ dann ebenfalls seinen festen Platz. Die Musiker benutzten für ihren Auftritt den Begriff „apple“. Konnte man nach jahrelangen Auftritten in kleinen „Einpferdestädten“ einen Auftritt in einer der großen, berühmten Städte wie z.B. New York bekommen und wohlmöglich den ganz großen Durchbruch erlangen, dann hatte man praktisch einen „big apple“ gelandet.

Populär wurde der Begriff „Big Apple“ durch Damon Runyon, der damals sagte: „There are many apples on the tree, but when you pick New York City, you pick the Big Apple.“ („Es gibt viele Äpfel auf dem Baum, aber wenn man für New York City entscheidet, wählt man den Big Apple.“)
Wenn man also im Big Apple auftreten durfte, dann hatte man es als Jazzmusiker geschafft.

Nach dieser Zeit wurde der Begriff „Big Apple“ dann aber nicht mehr oft verwendet und geriet sogar fast in Vergessenheit.

Die New Yorker Convention & Visitors Bureau sorgte mit einer Werbekampagne in den 1970iger Jahren dafür, dass man sich wieder an diesen Ausdruck erinnerte.

Er war Präsident dieses Fremdenverkehrsbüros in New York und Jazzfan. Gillet erinnerte sich an diese Zeit und hatte 1971 die glorreiche Idee, Big Apple-Anstecker in ganz New York zu verteilen.

Die Kampagne trug den Namen „I love the Big Apple!“.

Alle trugen einen Big Apple-Pin: Nachrichtensprecher genauso wie Comedians oder andere mächtige Personen, die in der Öffentlichkeit standen und medienwirksam waren. Sie trugen sie in ihren Fernsehsendungen und in der Öffentlichkeit und es entwickelte sich ein regelrechter Hype um die Big Apple-Pins.

Gerade in den ersten Jahren der 1970iger hatte New York mit einer schweren Finanzkrise zu kämpfen und die Comedians und Talkshow-Hosts machten Tag für Tag Witze über die Metropole. Dabei trugen sie die Big Apple-Pins, die bald in aller Munde waren. Sie wurden zu einer wahren Touristenattraktion.

Der Ausdruck „Big Apple“ für die Stadt New York und das Bild des großen roten Apfels sind seit dieser Zeit nicht mehr von der Weltmetropole wegzudenken.