Was bedeutet „wuschig“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet wuschig, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Terminus „wuschig“, ein Adjektiv, ist für die meisten Menschen nicht eindeutig — wuschig hat verschiedene Bedeutungen. Wer wuschig ist, befindet sich normalerweise in einem Zustand, der von Verwirrung, Unruhe oder auch Aufregung gekennzeichnet ist. Wuschig sein oder aber wuschig gemacht werden, kann allerdings durchaus in einem anderen Sinn gemeint und verwendet sein.

Das praktisch ausschließlich umgangssprachlich zum Einsatz kommende Wort stammt ursprünglich aus dem Norddeutschen (Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg), wo sich auch eine leichte Sinnverschiebung eingestellt hat — es stand für „unsorgsam“ und „fahrig“. Auch wird es nicht nur in der hochdeutschen, sondern auch der plattdeutschen Umgangssprache verwendet. Dabei wird der Begriff praktisch nur in der gesprochenen Sprache angewendet. Damit findet er beispielsweise keine Verwendung in Behördenangelegenheiten wie auch bei Bewerbungen. Er wurde insbesondere für nervös, unruhig oder unbekümmert verwendet. Es handelt sich um eine Ableitung der Worte wuseln wie auch wuscheln.

Missverständnisse bei Verwendung des Begriffs „wuschig“

Der Terminus „wuschig“ wird überhaupt erst seit 2004 im Duden gelistet. Hier sind die Begriffe unruhig sowie verwirrt, doch auch erregt aufgeführt. Damit wird schon deutlich, dass dieser Begriff bei unachtsamer Verwendung leicht zu Mißverständnissen beziehungsweise zu einem Tritt ins bekannte Fettnäpfchen führen kann. Deshalb empfiehlt es sich auch, diesen umgangssprachlich geprägten Begriff nicht in der Fachliteratur zu verwenden. Auch sollte er besser nicht bei offiziellen wie auch beruflichen Gesprächen zur Anwendung kommen. Demgegenüber bietet er sich für private Gespräche an — insbesondere dann, wenn Sie sich in einer nahen wie auch relativ intimen Verbindung zu dem Gesprächspartner befinden.

Falsche Verwendung des Begriffs „wuschig“

Es wäre durchaus fatal, wenn jemand zu seinem Chef sagen würde, dass er ihn verwirrt oder wuschig macht. Dies wird sicherlich nicht unbedingt richtig interpretiert und kann Nachteile bedeuten — natürlich nicht für den Chef. Wenn allerdings einem attraktiven Mann oder einer hübschen Frau auf eine freundliche und unaufdringliche Art mitgeteilt wird, dass er beziehungsweise sie einen geschlechtlich nervös macht, dann erscheint wuschig exakt der richtige Begriff zu sein. Dabei handelt es sich in diesem Fall um einen im Prinzip harmlosen Begriff.

Wer sich mit seinem Schwarm trifft und feststellt, dass letzterer sich aufreizend bewegt, der kann auch durchaus sagen: „In diesem Kleid oder in dieser knallengen Jeans machst du mich ordentlich wuschig.“ Wer mit einer anderen Person chattet und merkt, dass es Zug um Zug intensiver wird, kann es auch zum Ausdruck bringen. In dieser Situation kann die andere Person ebenfalls ein Kompliment abgeben und beteuern, dass sie das Gespräch inzwischen schon wuschig macht. In diesen beiden Fällen handelt es sich um Komplimente, welche einen leicht romantisch angehauchten Background besitzen. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Verwendung dieses Begriffs auch nur dann, wenn einem das Gegenüber bekannt ist oder sich die Beziehung auf einer freundschaftlichen Basis bewegt. Wie auch immer — wer den Terminus doch einmal falsch verwendet, der sollte sofort darauf hinweisen und eine Erklärung abgeben. Am besten erweist sich ein Verweis auf den Duden. Damit entspannt sich die Situation — es wird bestimmt niemand böse sein, allenfalls kommt allgemeines Gelächter auf.

Keine Frage: Bei dem Begriff „wuschig“ kann es leicht zu Missverständnissen kommen. Deshalb empfiehlt es sich, bei dessen Verwendung Vorsicht walten zu lassen, damit nicht einer der Beteiligten am Ende noch — bewusst oder unbewusst — zur „Lachnummer“ wird.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge.


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