Warum heißt Götterspeise “Götterspeise”? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung


Die Bezeichnung “Götterspeise” für die bekannte Süßspeise geht auf die Firma Dr. Oetker zurück, hier konkret auf deren namensgebenden Gründer. Dieser erwies sich in der gesamten Zeit seines Wirkens als recht findiger Verkäufer seiner Produkte. Und so nannte er jene Süßspeise aus Gelatine, welche allgemein auch als Wackelpudding bekannt ist, aus Gründen der besseren Vermarktung “Götterspeise”. Dies war schon damals ein Inbegriff für eine besonders wohlschmeckende Speise, aber noch nicht zwangsläufig mit Wackelpudding verbunden. Da der Begriff aber ohnehin schon allgemein gebräuchlich war, konnte Dr. Oetker sich diese Bezeichnung nicht mehr schützen lassen. Deshalb gilt heute Götterspeise allgemein als Synonym für Wackelpudding, auch als Wackelpeter bekannt, aber nicht explizit für ein Produkt aus dem Hause Dr. Oetker.

Warum heißt Götterspeise “Götterspeise”? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung

Götterspeise, bzw. Wackelpudding selbst wurde übrigens keineswegs in Deutschland erfunden. Tatsächlich stammt diese Speise aus den USA. Peter Cooper, ein Sohn holländischer Einwanderer, erfand im Jahr 1845 die Kombination aus Gelatine mit Fruchtzusatz als schmackhafte Süßspeise. Dort wurde sie unter der Bezeichnung Jell-O patentiert. Schon rasch wurde dieses neue Produkt auch in Europa sehr populär. Die Zubereitung an sich war natürlich nicht patentiert, sondern lediglich der Name. Also begann man auch in Europa an vielen Orten, gekochten Fruchtsaft mit Gelatine in Pulverform zu versetzen. Genau diese dafür nötigen Pulvermischungen vertrieb dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland auch Dr. Oetker, der jenen oben erwähnten Einfall für den Marketingtrick hatte. Verkauft wurde das Geleepulver von Dr. Oetker bereits seit 1912, wobei nicht ganz klar ist, ob es sofort schon unter dem Namen “Götterspeise” angeboten wurde.

Götterspeise: Speise, die den Göttern vorbehalten ist

Eine “Götterspeise” war auch zuvor schon im deutschen Sprachgebrauch synonym mit einer besonders exquisiten Speise. In der griechischen Mythologie war Ambrosia jene Speise, der die Götter ihre Unsterblichkeit verdankten. Ursprünglich war eine “Götterspeise” also eine solche, auf die allein die Götter Zugriff hatten. Nur logisch, dass die Bedeutung dieses Wortes sich dann recht rasch auf alle besonders gut schmeckenden Speisen ausweitete. So heißt es u. a. bei Theodor Fontane in einem Roman in Bezug auf große Rosinen mit Mandelstücken, diese seien eine “Götterspeise”. Heute hat sich die Bedeutung aber so verschoben, dass man immer zuerst an Wackelpudding denkt, auch wenn diese eine Bedeutung nicht ausschließlich zu verstehen ist.

Häufigste Geschmacksrichtungen der Götterspeise

Die beliebtesten oder zumindest verbreitetsten Geschmacksrichtungen der Götterspeise sind diese:

  • Waldmeister (grün)
  • Himbeere (rot)
  • Kirsche (rot)
  • Zitrone (gelb)

Sehr häufig wird die Götterspeise vor dem Verzehr dann noch mit Schlagsahne oder Vanillesauce verfeinert.

Götterspeise: Andere Speisen mit demselben Namen

In der Schweiz hat die Bezeichnung “Götterspeise” übrigens eine andere Bedeutung. Dort versteht man darunter eine andere Süßspeise, die dem englischen Trifle sehr verwandt ist. Diese wird aus Zwieback, Fruchtkompott und Schlagrahm hergestellt. Vor dem Servieren wird diese deutlich andere Form der Götterspeise einige Stunden kaltgestellt, meist isst man sie nach dem Abendessen. Dazu kennt man in Westfallen die “Westfälische Götterspeise”, die ebenfalls von der herkömmlichen Bedeutung abweicht.

Neben Götterspeise auch als Wackelpeter bekannt

Die ebenfalls sehr gängige Bezeichnung “Wackelpeter” für die Götterspeise stammt bereits aus dem 19. Jahrhundert. Damals galt die Bezeichnung von etwas als “Peter” als eine Verballhornung dessen, wie zum Beispiel beim “Hackepeter”. Das “Wackeln” in dieser Bezeichnung stammt natürlich daher, dass die Götterspeise bzw. der Pudding tatsächlich auf dem Teller wackelt, wenn er nicht mehr komplett in eine Schüssel eingebunden ist, sofern man diesen anstößt.

Woher haben die Monate ihre Namen? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Das heute weltweit am häufigsten verwendete kalendarische Jahr, nämlich das des Gregorianischen Kalenders, ist in zwölf, zwischen 28 und 31 Tage lange Monate unterteilt.

Die Bezeichnungen für die einzelnen Monate sind zumindest in den meisten europäischen Staaten und in vielen ehemaligen Kolonien dieser Länder zwar den einzelnen Sprachen angepasst, ansonsten aber vom Wortursprung fast immer gleich. So heißt zum Beispiel der dritte Monat im Jahr im Deutschen „März“, im Englischen „March“, im Spanischen „Marzo“, im Französischen „Mars“ und im Türkischen „Mart“.

Woher haben die Monate ihre Namen? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Die Herkunft dieser Monatsbezeichnungen ist im Wesentlichen auf römisch-lateinische Wurzeln zurückzuführen. Es können bei der Namensgebung vier Gruppen unterschieden werden. Zum einen die Monate, die nach römischen Gottheiten benannt sind, und dann die nach den beiden wohl berühmtesten römischen Herrschern betitelten Hochsommermonate. Zum anderen gibt es die schlicht auf Latein durchnummerierten Monate sowie die sonstigen Monate, nämlich Februar und April.

Die Zwölfmonatsteilung geht auf den Julianischen Kalender zurück, der im Jahr 45 v. Chr. auf Initiative des damaligen römischen Herrschers Julius Cäsar den bis dahin geltenden, in zehn Monate aufgeteilten altrömischen Kalender ablöste. Cäsar hatte die Monatsnamen des alten Kalenders übernommen und den beiden zusätzlichen Monaten, die schlichten Zahlenbezeichnungen „Quintilis“ und „Sixtilis“ gegeben. Bis 153 n. Chr. begann das römische Jahr nicht mit dem Januar, sondern mit dem März.

Bedeutung: Monate mit göttlichem Bezug: Januar, März, Mai und Juni

Der Name des Januars (lateinisch “Januarius“) leitet sich vom doppelgesichtigen Gott Janus (Ianus) ab. (siehe auch: Jänner) Janus war der römische Gott des Endes und des Anfangs. Er konnte sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft sehen und stand für die ständige Dualität des Lebens. Im vorjulianischen Zehnmonatskalender war der Januar der Monat der Wintersonnenwende. In diesem Monat wurden die die Tage nicht mehr kürzer, sondern länger: Etwas ging zuende, etwas anderes begann. Eine typische Janus-Situation also.

Namenspate des März-Monats war der Gott Mars. Mit ihm begann das römische Jahr (bis 153 n. Chr.), weil Mars nicht nur der Gott des Krieges war, sondern auch der Vegetation. Mit Beginn des Jahres sollte durch Ehrung von Gott Mars auch die Vegetation zu neuem Leben erwachen.

Ob der Mai seinen Namen von der Frühlingsgöttin Maia hat oder sich vielleicht vom Beinamen „Maius“ für den Göttervater Jupiter (Iupiter) ableitet, ist ungeklärt. Der Juni jedenfalls steht unstrittig mit Jupiters Gattin Juno (Iuno) in Verbindung.

Durchnummerierte und später zum Teil mit Herrschernamen geadelte Monate: Juli bis Dezember

Im alten römischen Kalender waren die letzten vier Monate einfach durchnummeriert und nach den Zahlwörtern „Septem“ („Sieben“), „Octo“ („Acht), „Novem“ („Neun“) und „Decem“ („Zehn“) benannt. Durch die Umstellung im Jahr 153 wurde der Dezember nicht mehr der zehnte Monat, sondern der zwölfte Monat im Jahr. Entsprechendes gilt für September, Oktober und November.

Die von Cäsar zusätzlich eingeführten zwei Monate bekamen zunächst die sachlichen Benennungen „Quintilis“ („Der Fünfte“) beziehungsweise „Sixtilis“ („Der Sechste“). Aber bereits wenige Monate nach Cäsars Tod 44. v. Chr. bestimmte Konsul Marcus Antonius in seiner „Lex Antonia de mense Quintili“, dass zu Ehren des Ermordeten der Quintilis in „Iulius“, in Juli, umbenannt werden soll. 26 Jahre später zog Kaiser Augustus nach und ließ den Sixtilis zu eigener Ehre im Jahr 8 v. Chr. in „Augustus“ umbenennen

Bedeutung der Namen: Sonderformen Februar und April

Die Herkunft des April (Aprilis) leigt im Dunkeln. Einige Fachleute vermuten einen etruskischen Ursprung.

Der Februar (Februarius) steht höchstwahrscheinlich mit dem aufgeladenen Sühne- und Reinigungsfest Februa in Verbindung, das zu den Herdengott Faunus feiernden Festkreis der Lupercalien gehörte.

Warum heißt Venedig auch “La Serenissima”? Bedeutung, Erklärung


Überlieferungen zufolge wurde Venedig im Jahr 421 gegründet. Gründer waren Hunnen und Ostgoten, die vor dem Ansturm der Barbaren gegen das Römische Reich an die Lagune flüchteten und sich auf den sumpfigen Inseln niederließen. Stets waren die Siedler bemüht, den Wasserstand zu stabilisieren – nach dem sie dazu die schwierigsten Hürden bewältigt hatten, kamen die Bewohner der Stadt allmählich zu Wohlstand, der einerseits ihre politische Macht stärkte und die Entwicklung von Architektur und Kunst vorantrieb.

Warum heißt Venedig auch “La Serenissima”? Bedeutung, Erklärung

Anfangs waren die Siedlungen noch rivus altus, der tiefe Kanal genannt worden. Das war eindeutig eine Reminiszenz an die örtlichen Gegebenheiten und eine Würdigung der Arbeit der ersten Siedler. Um die Frühzeit Venedigs ranken sich dann viele Legenden, die sich die Chronisten später ausdachten, um die Stadt Venedig zu verherrlichen, selbst der Gründungstag 5. März 421 oder auch die erste Dogenwahl im Jahr 697 gehören ebenso zu diesen Legenden wie ein vermeidlicher Sieg über die Franken anlässlich der Belagerung der Lagune 810. Zum wichtigsten Mythos wurde der abenteuerliche Raub der Gebeine des Evangelisten Markus in Ägypten im Jahr 828. Das führte dazu, das Markus seitdem als Schutzpatron und Identifikationsfigur für die Venezianer gilt.
Die Legenden unterstützten das wirtschaftliche Erstarken Venedigs seit der Abkehr von Byzanz über die ersten gewählten Dogen bis zur Blütezeit der Stadt als machtvolle Seerepublik, in der sie ihren Namen La Serenissima erhielt.

Bedeutung: La Serenissima – die Durchlauchtigste

Mit dem 10. Jahrhundert begann der Aufstieg Venedigs zur wichtigsten Handelsmetropole im Mittelmeerraum. Als „Königin der Adria“ wurde die Stadt Brücke zwischen West und Ost. Der Handel mit Luxuswaren, Weizen, Salz und Gewürzen machte die Venezianer reich und mächtig. Prächtige Palazzi, riesige Kirchenbauten und imposante öffentliche Gebäude, Bürger mit herrlichen Gewändern und kostbarem Schmuck versetzten das Ausland in Staunen.

Lange Zeit funktionierte auch der politische Apparat Venedigs hervorragend: Der Doge, verschiedene Räte, Kleriker und Beamte hatten genau geregelte Befugnisse und Funktionen. Wohlstand und verteilte Machtbefugnisse führten zur Blüte Venedigs – La Serenissima machte ihrem Namen alle Ehre.

Die starke Republik schwächte ihren historischen Erzrivalen Genua, eroberte Verona und konnte bedeutende Niederlassungen auf der terra firma, auf dem Festland etablieren.

Venedig, die Macht am Schwarzen Meer

Glanz und Reichtum Venedigs basierten auf dem Erfolg als See- und Handelsmacht. La Serenissima hatte mit ihren Kreuzrittern Konstantinopel besiegt. Venedig hatte viele bedeutende Kunstschätze erbeutet und die Vorherrschaft über die wichtigen Handelsrouten, über Inseln und Hafenstädte am Schwarzen Meer erlangt. Die Venezianer hatten sich die Kontrolle über die Landwege nach Russland und China gesichert – La Serenissima erlebte die Blütezeit.

Allerdings erkannte Venedig nicht die allzu drohenden Gefahren, die von den Osmanen am Schwarzen Meer und in Kleinasien ausgingen.

Venedig: Der Niedergang von La Serenissima

Denn die Türken eroberten im Jahr 1453 Konstantinopel und blockierten so die östlichen Handelswege. Vasco da Gama umrundete 1487 das Kap der Guten Hoffnung und öffnete den Seeweg nach Indien. Die Venezianer waren schon längst nicht mehr an Bedrohungen von außen gewöhnt und verkannten den Ernst ihrer Situation. So begann im 16. Jahrhundert der Niedergang Venedigs. Man sagt, La Serenissima feierte sich zu Tode, während Seefahrer zu neuen Ufern aufbrachen und die Türken ihre Macht ausweiteten.

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts waren Venedigs Staatsschatullen leer und das Meer drohte La Serenissima zu verschlingen. Der letzte Doge musste 1797 abdanken, die Republik löste sich auf und nacheinander marschierten Franzosen und Österreicher ein. La Serenissima wurde im Jahr 1866 in Italien eingegliedert.

La Serenissima – ein Synonym für Schönheit und Reichtum

Giacomo Casanova, Lord Byron, Giovanni Battista Tiepolo, Richard Wagner, Robert Browning, Carlo Goldini – Venedig hat Generationen von Musikern, Schriftstellern und Malern, von Künstlern jeder Couleur inspiriert. Venedig ist weitaus mehr als eine Stadt, nämlich La Serenissima: ein Synonym für Schönheit und Reichtum.

Was ist Selfness? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter dem Begriff Wellness werden sämtliche Anwendungen und Methoden zusammengefasst, welche dazu geeignet sind, das ganzheitliche Wohlbefinden zu steigern. Der Weg dorthin kann ganz verschieden sein und eigentlich bedeutet der englischsprachige Begriff Wellness Gute Gesundheit. Persönliches Wohlbefinden und Wellness sind also auf das Allerengste miteinander verknüpft. Wellness hat auch innerhalb der Bevölkerung einen hohen Bekanntheitsgrad, nicht jedoch Selfness, dieser Trend kann als eine Weiterentwicklung des Wellness Begriffes angesehen werden. Geprägt wurde der Begriff Selfness durch den renommierten Futurologen Matthias Horx. Der Zukunftsforscher verknüpfte vor allem das persönliche Wohlbefinden, wie es durch Wellness erreicht werden soll, mit Selbstfindung. Daraus entstand dann der Begriff Selfness.

Bedeutung: Selfness treibt die Selbstoptimierung auf allen Ebenen voran

Es geht also bei Selfness nicht nur um Relaxen, kosmetische Anwendung oder Entspannung, sondern darum, mithilfe der gemachten Wellness Erfahrungen sich auf allen Ebenen selbst zu verwirklichen und zu optimieren. Der ständige Drang, sich selbst zu verwirklichen, privat aber auch beruflich, kombiniert mit möglichst optimalen Lebensveränderungen haben den neuen Trend Selfness vorangetrieben. Wellness Anbieter, wie beispielsweise Hotels, haben den neuen Trend längst erkannt und ihre Angebote entsprechend angepasst. Das bedeutet, dass zusätzlich zu den bisher schon bekannten Wellness Leistungen spezielles Training oder auch Coaching angeboten werden. Dabei legt Selfness besonders viel Wert auf eine individuelle Ausgestaltung, ganz vor dem Hintergrund, dass jeder Mensch in seiner Einheit von Körper, Geist und Seele einzigartig ist. Auch bei Selfness geht es darum, die verloren gegangene innerer Balance wiederzufinden und eine neue harmonische Einheit von Körper und seelischem Wohlbefinden wiederherzustellen.

Elemente von Wellness und Selfness sind oft eng miteinander verknüpft

Die Übergänge zwischen Wellness und Selfness sind also fließend und lassen sich nicht immer eindeutig voneinander unterscheiden. Ein typisches Kennzeichen von Selfness im Vergleich zu Wellness wären beispielsweise persönliche Coachingstunden, individuelle psychologische Gespräche zur Optimierung, Einzelyoga Sitzungen oder Meditation. Also alles, was über den bisher schon gewohnten Rahmen an Wellness Angeboten hinausgeht, wird unter dem Begriff Selfness zusammengefasst. Persönliche Wohlfühlreisen mit Selfness sollen stets eine nachhaltige und langanhaltende Wirkung entfalten und auch dazu dienen, die eigene Work-Life-Balance wiederherzustellen. Wenn also bei Wellness nur das vorübergehende Sich-selbst-verwöhnen-lassen beispielsweise im Rahmen von kosmetischen Anwendungen im Vordergrund steht, geht Selfness hier ein Stück weiter und möchte längerfristige Veränderungen erreichen.

Bedeutung: Selfness, Wellness und Gesundheit

Wellness und Selfness sind aber auch deshalb manchmal so schwer voneinander unterscheidbar oder zu trennen, weil viele Wellness Anwendungen Teil des Selfness sein können, beispielsweise der Besuch einer Sauna oder die Inanspruchnahme einer Massage Anwendung. Das Selfness Konzept greift also viel mehr in einzelne Lebensbereiche ein und versucht diese stetig zu optimieren. Es geht dabei allgemein darum, das Gelernte auch in den Alltag zu integrieren, beispielsweise Tipps zur gesunden Ernährung oder zu Bewegungsabläufen. Durch ganzheitliche Impulse soll Selfness also die eigene Lebenskompetenz steigern und so dem Körper ein möglichst langanhaltendes Gefühl des Wohlbefindens ermöglichen. Um sich diese Kompetenzen aneignen zu können, setzt der Selfness Trend auch auf die Vermittlung von Basiswissen. Denn nur wer die entsprechenden erweiterten Kenntnisse über gesundheitliche Zusammenhänge hat, kann auch die nötigen Veränderungen vornehmen.

Selfness versucht stets, eigene Kompetenzen zu optimieren

Selfness ist also meistens aktiv, wohingegen bei Wellness es vor allem darum geht, bestimmte Anwendungen einfach nur passiv zu genießen und sich dabei keine weiteren Gedanken zu machen. Gemäß den Angaben seines Erfinders Matthias Horx soll Selfness zu einer dauerhaften Selbstveränderung führen im Sinne einer positiven Lebenseinstellung. Das eigene Leben so zu gestalten, wie es nach den eigenen Vorstellungen optimal ist und somit durch nachhaltige Selbstverwirklichung langfristig ausgeglichen und glücklich zu sein, das ist es, was den Selfness Gedanken eigentlich ausmacht. Die Wege dorthin können ganz unterschiedlich sein und das ist während des ganzen Lebens ein Prozess, der niemals endet. Wer Selfness richtig versteht, steigert auch seine persönliche Resilienz, wird also mit den unweigerlichen Wechselfällen des Lebens durch eine positive Grundhaltung auch besser zurecht kommen.

Woher haben die Wochentage ihre Namen? Namen, Bedeutung, Herkunft


Im Deutschen sind alle Wochentage nach Himmelskörpern und Göttern benannt. In der Mythologie gab es schon immer eine enge Verbindung zwischen Himmelskörper wie dem Mond oder der Sonne und den Gottheiten.

Sie teilten gewisse Eigenschaften und die Namen. Reste dieser Mythologien sind bis heute überall in unserer Sprache, den Monatsnamen und in der Astrologie zu finden.

Im Grunde genommen beschreibt der Wochenlauf eine Art Gang durch die Sphären dieser Himmelskörper und Gottheiten. Nach der alten christlichen Tradition begann die Woche nicht mit dem Montag, sondern mit dem Sonntag.

Die 7-tägige Woche gab es zeitweise schon im alten Ägypten. Die Einteilung in sieben Tage ergibt sich automatisch aus der Länge des Monats und den Mondphasen. Unsere Kalender orientieren sich an der Umlaufbahn der Erde um die Sonne (Jahr) und den Umlauf des Mondes um die Erde (Monat).

Verbindlich wurde die Einteilung durch einen Erlass des römischen Kaisers Konstantin um 321 n. Chr. Mit dem römischen Reich breitete sich die Woche in Europa aus. Die germanischen Volksstämme „übersetzen“ den römischen Götterhimmel in ihre eigenen Gottheiten.

Siehe auch: Woher haben unsere Planeten ihre Namen?

Bedeutung: Sonntag – Tag der Sonne

Die Sonne ist das lebensspendende Prinzip in unserem Sonnensystem. Ohne ihre Wärme und ihr Licht gäbe es uns wahrscheinlich nicht.

Es liegt auf der Hand, das die Sonne schon seit frühesten Zeiten besonders verehrt wurde. Sonnengötter waren allen anderen übergeordnet, gütig und weise. In der Mythologie war der Sonnenaspekt meistens männlich.

Der Sonntag ist bei uns ein fast einheitlicher Ruhetag. Wir verbringen ihn mit unseren Lieben und tun, was uns am liebsten ist.

Übrigens: Social-Media-Hashtags für jeden Wochentag findest du hier.

Bedeutung: Montag – Tag des Mondes

Ganz anders als bei uns, ist der Mond fast überall auf der Welt weiblich. Man schreibt ihm sogar den urweiblichen Aspekt zu. Damit kann der Mond als Pendant zur Sonne gesehen werden.

Mondgöttinnen waren seit jeher Fruchtbarkeitsgöttinnen. Man bringt den Mond zudem mit allem Zyklischen (Zeitabläufe an sich, Ebbe und Flut, Menstruation der Frau) in Verbindung.

Mit dem Montag beginnt für die meisten Menschen die Arbeitswoche. Weil vielen die Rückkehr aus dem Wochenende schwerfällt, nennt man ihn manchmal auch „Blue Monday“ (zu dt. „Blauer Montag“). Die Menschen sind entweder schwermütig (engl. „blue“ für „deprimiert“) oder „machen einfach Blau“.

Bedeutung: Dienstag – Tag des Tyr und Thingsus

Der eigentliche Regent dieses Tages ist für uns heute nicht mehr so leicht erkennbar: Es ist der Mars.

Mars stammt aus der römischen Mythologie. Bei den Griechen hieß er Ares. Die nordisch-germanischen Stämme dagegen nannten die Gottheit Tyr oder Thingsus.

Später nannte man den Tag auch „Dies Martis“ (lat. für „Tag des Mars“).

Die Gottheit Tyr oder Mars war der Gott des Kampfes, des Sieges, aber auch der ausgleichenden Gerechtigkeit und männlich-irdischen Fruchtbarkeit. Der alte Gerichtstag „thing“ der Germanen war nach dem Gott Thingsus benannt.

Der Dienstag war früher oft der traditionelle Markttag („thing“ als Treffen der Gemeinde, Austausch von Waren und Gerichtsbarkeit).

Bedeutung: Mittwoch – Mitte der Woche

Die Gottheit hinter diesem Tag verschwand vermutlich im Zuge der Christianisierung. In früheren Zeiten hieß der Tag auch „Wunsdag“ in Anlehnung an den germanischen Gott Wodan. Der war unter anderem Hüter der Unterwelt und von der wollte man im Christentum lieber so weit wie möglich Abstand nehmen.

In anderen Ländern wird der Tag mit dem Merkur in Verbindung gebracht. Neben dem Planeten war das die Gottheit für den Handel, den Verkehr, die Schrift und die Musik.

In der Mitte der Woche freuen sich die meisten von uns schon wieder auf das Wochenende. Dies führt dazu, dass einige Mittwoch auch “Bergfest” nennen oder jeden Mittwoch Bilder einer Kröte veröffentlichen.

Bedeutung: Donnerstag – Tag des Donar

Donar war der germanische Gott des Donners. Er entspricht in etwa dem heute etwas bekannteren Thor der nordeuropäischen Mythologie. Daneben setzt man ihn mit dem römischen Jupiter und dem griechischen Zeus gleich.

Neben seiner Eigenschaft Blitze und Donner über die Erde zu bringen, galt Donar als ausgesprochener Glücksgott. Donar war weiter ein Gott des Vergnügens und der Lustbarkeiten. Mit dem Recht nahm es er nicht so genau, trotzdem hatte er das Herz meistens auf dem richtigen Fleck.

Lange Jahre galt der Donnerstag, als der Tag des langen Einkaufens. Als die Geschäfte noch um 18 Uhr schlossen, war der Donnerstag, der erste Tag, an dem Läden bis 20 Uhr geöffnet blieben. Für viele Menschen bedeutete dies eine große Bereicherung und ein entspanntes Einkaufsvergnügen nach Feierabend.

Bedeutung: Freitag – Tag der Frygg und der Freya

Über die eigentliche Namenspatin für unseren Freitag streiten sich die Sprachforscher seit Jahrzehnten. Frygg war die Gattin des nordischen Göttervaters Odin. Sie galt als Schutzgöttin der Ehe, der Mutterschaft und des Herdfeuers. Freya dagegen war eine reine Liebes und Schönheitsgöttin. In anderen Kulturen ist der Tag eindeutig der Venus gewidmet, der römischen Göttin der Liebe.

Klar dürfte sein, dass es beim Freitag um die angenehmen Dinge des Lebens geht.

Genauso erleben viele Menschen diesen Tag auch. Er beendet die Arbeitswoche und wer besonders froh ist, darf Mittags schon nach Hause gehen.

Bedeutung: Samstag – Tag des Saturn

Früher beendete der Planet Saturn tatsächlich das damals bekannte Sonnensystem. Er galt daher auch als „Hüter der Schwelle“. Saturn war ein Fruchtbarkeitsgott, der über die Dunkelheit wachte. Bei den Griechen wurde er Kronos genannt. Er galt als Hüter der Zeit und Vollender von Zyklen.

Ganz so beendet der Samstag nach der alten Einteilung die Woche.

Vielen Menschen ist der Samstag der liebste Tag der Woche. Sie haben frei, können Unterhaltungsmöglichkeiten nutzen, einkaufen gehen und abends ausgehen.

Warum heißen die Schweizer auch “Eidgenossen”? Erklärung


Heute wird die Schweizer Eidgenossenschaft auch als die Schweiz bezeichnet. In ihr leben bis zu 9 Millionen Menschen. Sie ist ein Bundesstaat, der sich aus 26 teilsouveränen Kantonen zusammensetzt. Als Regierungssitz wurde Bern gewählt. Alle Schweizer werden durch die Demokratie zusammengehalten, die man bereits praktizierte, als das restliche Europa von absoluten Monarchen regiert wurde. Die Eidgenossen sind zu vielen Kompromissen bereit und treffen die meisten politischen Entscheidungen im Rahmen direkten und geheimer Abstimmungen. Auf den amtlichen Dokumenten wird von auch von Schweizer Eidgenossenschaft gesprochen. Außerdem verhalten sie sich im Wesentlichen gegenüber anderen Staaten neutral, mobilisieren jedoch bei einer drohenden Gefahr stets ihr Heer.

Warum heißen die Schweizer auch “Eidgenossen”? Erklärung, Wortherkunft

Unter einer Eidgenossenschaft wird im Allgemeinen eine Verbindung verstanden, die unter gleichberechtigten Partnern oder Genossen zustande kommt. Sie schwören dazu einen Eid, der sie beim Namen und Willen Gottes dazu verpflichtet, einander im Fall einer Gefahr beizustehen. Genossen sind Personen, mit denen die Mitstreiter gemeinsame Erfahrungen und Ziele teilen. Man kann sich aufeinander verlassen. Mit dem Eid bekräftigen die Genossen ihre gegenseitig getroffenen Aussagen. Sie verpflichten sich mit dem Eid zur Wahrheit und sind bereit, die entsprechenden Konsequenzen zu tragen. Wird er vor Gott abgegeben, dann tritt dieser als Eideshelfer auf. Im Fall eines Eidbruches übt dieser dann – abstrakt gesehen – seine übernatürliche Rache am Eidbrecher aus.

Wann begann die schwurorientierte Schweizer Eidgenossenschaft?

Als erstes Jahr der Eidgenossenschaft gilt das Jahr 1291. Da der erste August als Tag des Eides und als Gründungstag der Alten Eidgenossenschaft angesehen wird, gilt er gleichzeitig auch als Schweizer Nationalfeiertag.
Im 13. Jahrhundert bewachten die späteren Kantone Uri und Schwyz die wichtige Handelsstraße über den problematischen St.-Gotthard-Pass. Ihr Auftraggeber war der deutsche Kaiser Friedrich der II., dessen Eigentum sie vor den Habsburgern beschützen sollten. Nach dem Tod des Kaisers gelangte 1273 sein Nachfolger aus dem Hause Habsburg an die Macht. Aus Berechnung gliederte er sowohl Uri als auch Schwyz in sein Reich ein. Das missfiel den beiden jedoch sehr. Als der neue Kaiser 1291 ebenfalls verstarb, erkannten die freiheitsliebenden Urkantone ihre Chance.
Bei einem geheimen Treffen schlossen sich die Urkantone, die auch als Waldstätten oder Orte bezeichnet wurden, zur ersten Eidgenossenschaft zusammen. Diese sollte als Alte Eidgenossenschaft in die Geschichte eingehen und bis 1798 bestehen. Zu den Verantwortlichen gehörten Walther Fürst – für Uri -, Werner Stauffacher – für Schwyz – sowie Arnold von Melchtal – für Unterwalden. Ihr geheimes Ziel war die Rütli-Wiese, die oberhalb des Vierwaldstättersees liegt. Hier unterzeichneten die Betreffenden auch den Bundesbrief, der den Schwur dokumentierte.

Wie bauten die Schweizer ihre Eidgenossenschaft aus?

Im Jahr 1309 bestätigt Heinrich VII die Reichsumittelbarkeit der Kartone. Sie wurde vorerst einem königlichen Landvogt unterstellt.
Welche Bedeutung diese Entscheidung haben sollte, zeigte sich bei der deutschen Königswahl. Am 25. November 1314 wählten die Verantwortlichen sowohl Ludwig von Bayern als auch Friedrich den Schönen von Habsburg jeweils zum deutschen König.

Die Eidgenossenschaft bezog auf der Seite Ludwigs Position. Ein Jahr später griff daraufhin Friedrich die Bayern als auch die Eidgenossen an. In der Schlacht am Morgarten wurde er jedoch geschlagen und musste sich zurückziehen. Durch den Sieg der drei Urkantone ermutigt, traten vier Reichsstädte dem Bündnis bei. Zu ihnen gehörten neben Luzern auch Zürich, Glarus, Zug und Bern. Sie wollten auf diesem Wege ihre Selbstständigkeit gegenüber dem Haus Habsburg bewahren. So bildeten sich im Laufe der Jahre die ersten Acht Alten Orte oder Kantone. Zürich, Bern und Luzern trugen zudem zur politischen Bedeutung des Zusammenschlusses bei, der sich als sehr stabil erweisen sollte. Das hing auch mit der jeweiligen Akzeptanz zusammen, die die betreffenden Städte und somit auch der Bund bei den europäischen Höfen genossen. Zeitweise suchten sich einzelne Kantone Verbündete unter den Großmächten, um ihre Möglichkeiten auszubauen. Nach zahlreichen verlorenen Schlachten kehrten sie jedoch immer in den Bund zurück.

Ende des 15. Jahrhunderts kam es zum Krieg. Der Gegner war der spätere deutsche Kaiser Maximilian, der Erste. Dieser wollte die Eidgenossen wieder unter seine Herrschaft zwingen. Der Feldzug endete jedoch mit der schweren Niederlage des Königs. Im Frieden vom Basel erkannte er die Forderungen der Eidgenossen an. So wurden auch Basel und Schaffhausen zu neuen Bundesgenossen. Mit ihnen kamen die zugewanderten Orte. Zu diesen zählten das Wallis und Drei Bünde. Aber auch Grafschaften und Monarchen sahen in der Alten Eidgenossenschaft die Chancen, sich vom Habsburger Reich zu lösen. Die Fürstabtei St. Gallen und die Grafschaft Neuenburg wurden somit ebenfalls aufgenommen. Es gab jedoch auch Eroberungen. Diese Gebiete wurden als Gemeine Herrschaft bezeichnet und zum richtigen Zeitpunkt in das Bündnis einbezogen. Hierzu gehörten auch Thurgau und das Tessin.

Welche grundlegenden Änderungen strebten die Eidgenossen an?

Im Mittelalter galt in vielen Bereichen jeweils eine Ständeordnung. Jeder gesellschaftliche Stand hatte bestimmte Rechte und Pflichten, gegen die er nicht verstoßen durfte. Diese – scheinbar von Gott gewollte – Ordnung wurde von den Eidgenossen abgelehnt. Dazu kamen die Siege über die Habsburger und deren Heere. So wuchs ihr Glaube an Gott. Mit der Zeit vertraten sie die Meinung, dass Gott sie als auserwähltes Volk ansähe.

Innerhalb der Schweiz gab es jedoch unterschiedliche Strömungen. Während in einigen Kantonen der katholische Glaube vorherrschte, bekannten sich andere zunehmen zum Protestantismus. Ab 1874 setzten die Eidgenossen auch die allgemeine Religionsfreiheit für alle Kantone des Bundes durch.

Sobald die Habsburger das Land des Bundes verlassen hatten, etablierten die Schweizer Eidgenossen ein demokratisches System. Sie nahmen den Adligen ihre Vorrechte und verteilten deren Ländereien auf die Städte und Staaten, die dem Bündnis angehörten. 1618 bracht der Dreißigjährige Krieg aus, der bis 1648 andauerte. Aufgrund der Auswirkungen auf die Bevölkerung schworen sich die Eidgenossen 1647 die immerwährende bewaffnete Neutralität innerhalb ihres Bundes.

Wie endete die Alte Eidgenossenschaft und wann erfolgte der Neuanfang?

In den Jahren der Französischen Revolution verhielt sich die Alte Eidgenossenschaft vornehmlich neutral. Dann marschierten 1798 die Truppen der Ersten Französischen Republik ein. Aufgrund der rechtlichen Einschränkungen, die Napoleon erlies, kam es zur Helvetischen Revolution, die das Ende der Alten Eidgenossenschaft brachte.

Ihre über Jahrhunderte errungenen Freiheiten ließen sich die Eidgenossen jedoch nicht nehmen. Sie lehnten nicht nur die Fremdherrschaft ab, sondern ignorierten die ihnen aufgedrängte französische Regierung.
1803 nahm der Druck auf Napoleon zu. Er machte den Eidgenossen weitere Zugeständnisse und erneuerte die seit dem dem Mittelalter geltenden Rechte. Die Kantone erhielten ihre Rechte zurück.

Nachdem Napoleon 1815 seine Stellung aufgeben und nach Elba ins Exil gehen musste, wurde aus der Helvetischen Republik von 1798 erneut ein unabhängiger Staat. Gleich nach der Etablierung bekannte man sich wieder zur Neutralität.

Der letzte Krieg auf Schweizer Boden fand zwischen den Eidgenossen 1847 statt und dauerte 26 Tage. In die Geschichte ging er als Sonderbundskrieg ein und betraf zentrale innerstaatliche Belange.

Der Krieg blieb jedoch nicht ohne Folgen. Da die konservativ-katholisch orientierten Kantone verloren, kam es vonseiten des Siegers zu maßgeblichen Veränderungen. Aus den bisher autonomen Kantonen wurde ein moderner Bundesstaat. Die Regierung und das Parlament richtete man in Bern ein. Außerdem mussten die Kantone und angeschlossenen Gebiete einen Teil ihrer Macht an die Bundesregierung abgeben.
Bei militärischen Konflikten orientieren sie sich an der bewaffneten Neutralität.

Warum heißen die Eisheiligen Eisheilige? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Der Begriff Eisheilige bezieht sich auf die letzte Periode im Frühjahr, in der es nach dem Bauernkalender Nachtfrost geben kann. Die Tage zwischen dem 11. und 15. Mai sind gleichzeitig Gedenktage mehrerer Heiliger.

Die Bauernregel bezieht sich auf den julianischen Kalender, der das Jahr aus astronomischer Sicht nicht ganz exakt abbildete. Deshalb wurde er im 16. Jahrhundert vom gregorianischen Kalender abgelöst. Schriebe man den julianischen Kalender fort, gibt es heute 13 Tage Differenz zur gregorianischen Zeitrechnung. Somit sind die letzten Fröste eigentlich 13 Tage nach den Gedenktagen der Heiligen zu erwarten, also Ende Mai.

Warum heißen die Eisheiligen “Eisheilige”? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Die Eisheiligen zählen zu den Wetterheiligen. Dies sind christliche Heilige, die mit bestimmten Witterungserscheinungen in Zusammenhang gebracht werden. Sie wurden angerufen, um ein vorteilhaftes Wetter für die Ernte zu erbitten. Die heutige Theologie distanziert sich jedoch von der Vorstellung, dass Heilige das Wetter beeinflussen könnten.

Der erste Eisheilige ist Mamertus, dessen Gedenktag am 11. Mai nur in Norddeutschland zur Periode mit den letzten Nachtfrösten gezählt wird. Er entstammte einer reichen gallorömischen Familie und wurde im Jahr 461 Erzbischof von Vienne im heutigen Südfrankreich. Der Überlieferung nach soll Mamertus durch ein Gebet eine Feuersbrunst gestoppt haben und so die Stadt vor dem Inferno geschützt haben. Der Bischof starb 477 in Vienne. Er ist Schutzpatron der Hirten und wird bei Dürre angerufen.

Pankratius war ein römischer Märtyrer, der um 290 geboren wurde. Er stammte aus Phrygien, einer Region in Kleinasien, und starb noch sehr jung im Jahr 304 in Rom. Seine Eltern waren wohlhabend, starben aber früh. Pankratius kam zu seinem Onkel nach Rom. Dort wurde er unter der Herrschaft von Kaiser Diokletian wegen seines christlichen Glaubens enthauptet. Sein Gedenktag ist der 12. Mai. Er ist der erste Eisheilige in Süddeutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz.

Der dritte Eisheilige ist Servatius von Tongeren, der vermutlich aus Armenien stammt. Er wird in der katholischen Kirche am 13. Mai verehrt und beispielsweise bei Frostschäden angerufen. Die Forschung kann den Heiligen nicht ganz zweifelsfrei einer Person zuordnen. Einer Schrift von Gregor von Tours zufolge könnte Servatius der erste Bischof im belgischen Tongeren gewesen sein. Der Legende nach soll der Bischof nach Rom gereist sein, wo ihm Petrus vor einem Hunneneinfall gewarnt haben soll. Servatius warnte daraufhin die Bürger von Tongeren und verlegte den Bischofssitz von Tongeren nach Maastricht. Dort starb er wahrscheinlich am 13. Mai 384. Laut Gregor von Tours lebte Servatius aber erst rund hundert Jahre später. Dies erscheint nachvollziehbar, weil die Hunnen erst 451 im heutigen Belgien einfielen. Die Verlegung des Bischofssitzes erfolgte tatsächlich erst Ende des siebten Jahrhunderts. Forscher glauben heute, dass es zwei Persönlichkeiten gab, auf welche die Heiligenlegende zurückgeht. Eine von ihnen liegt übrigens im Maastrichter Dom. Die Stadt war deshalb im Mittelalter ein wichtiger Wallfahrtsort.

Der 14. Mai ist der Tag des Bonifatius, der ein römischer altkirchlicher Märtyrer war. Bonifatius wurde wahrscheinlich in Rom geboren und bekannte sich ursprünglich nicht zum christlichen Glauben. Rom entsandte ihn ins heute türkische Tarsus, um Reliquien christlicher Märtyrer zu finden. Er erlebte dort die schreckliche Verfolgung der Christen und war von deren Unbeugsamkeit sehr beeindruckt. Bonifatius ließ sich taufen und bekannte sich fortan zum christlichen Glauben. Er wurde durch siedendes Pech hingerichtet und später an der Via Latina beigesetzt.

Die “kalte” Sophia regiert den 15. Mai, der Gedenktag der frühchristlichen Märtyrerin Sophia von Rom ist. Sie kam um 304 während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian ums Leben. Die Heiligenlegende vermischt sich mit der heiligen Sophia von Mailand. Sie lebte schon deutlich früher. Als Witwe eines wohlhabenden Mannes verteilte sie den Reichtum an die Armen und ging nach Rom. Dort wurde sie unter Kaiser Hadrian 130 nach Christus enthauptet. Die Heilige wird gegen späte Fröste und für das Gedeihen der Feldfrüchte angerufen.

Klimatische Gesichtspunkte und die Eisheiligen

Die Eisheiligen stellen eine Singularität in der Witterung dar. Darunter verstehen Meteorologen mit hoher Wahrscheinlichkeit auftretende Wetterphänomene, welche deutlich von einer glatt verlaufenden Wetterlage abweichen.

Anfang Mai ist es in Zentraleuropa normalerweise recht warm. Im weiteren Verlauf unterbrechen immer wieder Witterungsereignisse diese Phase mit hohen Temperaturen. Dies geschieht, wenn kalte Polarluft in unsere Breiten zieht. Besonders bei klarem Himmel bildet sich dann häufig Bodenfrost. Deshalb besagt eine Bauernregel, die Aussaat erst nach der “Kalten Sophie” zu beginnen.

Mit Blick auf die Klimastatistik lässt sich eine häufig wiederkehrende Bodenfrostperiode zu den Eisheiligen nicht bestätigen. Allerdings wurde im schweizerischen Payerne gemessen, dass es im Mai häufig Tage mit Bodenfrost gibt. Jedes zweite Jahr kann man dieses Phänomen mehr als zwei Tage lang beobachten. Dass die Bauernregel nicht ganz exakt eintritt, kann viele Ursachen haben. Neben der Verschiebung durch die Einführung des gregorianischen Kalenders könnte die Klimaentwicklung eine Rolle spielen. So könnte die Bauernregel zu den Einheiligen im Mittelalter entstanden sein, als es in Mitteleuropa eine Kälteperiode gab.

Bauernregeln und Eisheilige

Die Bauernregeln beschreiben meist in Reimform wiederkehrende Wetterphänomene, welche die Landwirtschaft beeinflussen. Dabei haben die Regeln oft wissenschaftliche Hintergründe, die bereits Aristoteles zu ergründen versuchte.

Im Laufe der Jahrhunderte setzte sich die These durch, dass Bauernregeln selten eintreffen. Erst als in der Zeit der Aufklärung (17. und 18. Jahrhundert) meteorologische Erscheinungen lokal betrachtet wurden, rückten auch die Bauernregeln wieder in den Blick der Wissenschaft.

Dieser regionale Bezug ist bei den Eisheiligen gut zu sehen. Während die Periode in Norddeutschland bereits am 11. Mai beginnt, startet sie nach dem Bauernkalender in Süddeutschland erst am 12. Mai. Die Nachtfröste ziehen also vom noch eisigen Meer ins Landesinnere und erreichen den Süden erst am nächsten Tag.

Ende des 20. Jahrhunderts begannen Meteorologen die Richtigkeit der Bauernregeln statistisch zu untersuchen. Später wurde auch die Verschiebung der Tage durch die Einführung des gregorianischen Kalender berücksichtigt. Danach stellten die Wetterforscher fest, dass die Bauernregeln erstaunlich oft zutreffen, wenn man den regionalen Bezug beachtet.

Warum wird New York auch “Big Apple” genannt? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


New York wird auch gerne „Big Apple“ genannt und es gibt mehrere Theorien, woher die Metropole diesen Namen hat.

Warum wird New York auch “Big Apple” genannt? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Zum ersten Mal sprach wohl der amerikanische Autor Edward S. Martin 1909 vom „Big Apple“. Er benutzt den Begriff in seinem Buch „The Wayfarer in New York“. Martin wollte damit zum Ausdruck bringen, dass New York weit mehr vom Reichtum des Landes profitierte als manch andere amerikanische Stadt.

Die bekannteste Theorie führt zurück in die 1920 Jahre. John J. Fitzgerald, ein Sportjournalist, schrieb am 18. Februar 1924 einen Bericht über den Pferderennsport in New York. Seine Kolumne trug den Titel „Around the Big Apple with John J. Fithgerald“.

Fitzgerald sagte damals, dass er diesen Ausdruck von einem afroamerikanischen Stallburschen aus New Orleans gehört hätte. Dieser hätte den noblen und snobistischen Pferderennsport in New York als „big apple“ tituliert.

Bedeutung Name: Jazz, Pferde und der Big Apple

Er meinte mit dieser Bezeichnung, dass der Besitzer des Gewinnerpferdes das große Geld, also das „big money“ machen würde, werden das Pferd selbst nur einen großen Apfel, also einen „big apple“ als Siegerprämie bekommen würde.

In der Jazzscene der 30iger und 40iger Jahre hatte der Begriff „Big Apple“ dann ebenfalls seinen festen Platz. Die Musiker benutzten für ihren Auftritt den Begriff „apple“. Konnte man nach jahrelangen Auftritten in kleinen „Einpferdestädten“ einen Auftritt in einer der großen, berühmten Städte wie z.B. New York bekommen und wohlmöglich den ganz großen Durchbruch erlangen, dann hatte man praktisch einen „big apple“ gelandet.

Populär wurde der Begriff „Big Apple“ durch Damon Runyon, der damals sagte: „There are many apples on the tree, but when you pick New York City, you pick the Big Apple.“ („Es gibt viele Äpfel auf dem Baum, aber wenn man für New York City entscheidet, wählt man den Big Apple.“)
Wenn man also im Big Apple auftreten durfte, dann hatte man es als Jazzmusiker geschafft.

Nach dieser Zeit wurde der Begriff „Big Apple“ dann aber nicht mehr oft verwendet und geriet sogar fast in Vergessenheit.

Die New Yorker Convention & Visitors Bureau sorgte mit einer Werbekampagne in den 1970iger Jahren dafür, dass man sich wieder an diesen Ausdruck erinnerte.

Er war Präsident dieses Fremdenverkehrsbüros in New York und Jazzfan. Gillet erinnerte sich an diese Zeit und hatte 1971 die glorreiche Idee, Big Apple-Anstecker in ganz New York zu verteilen.

Die Kampagne trug den Namen „I love the Big Apple!“.

Alle trugen einen Big Apple-Pin: Nachrichtensprecher genauso wie Comedians oder andere mächtige Personen, die in der Öffentlichkeit standen und medienwirksam waren. Sie trugen sie in ihren Fernsehsendungen und in der Öffentlichkeit und es entwickelte sich ein regelrechter Hype um die Big Apple-Pins.

Gerade in den ersten Jahren der 1970iger hatte New York mit einer schweren Finanzkrise zu kämpfen und die Comedians und Talkshow-Hosts machten Tag für Tag Witze über die Metropole. Dabei trugen sie die Big Apple-Pins, die bald in aller Munde waren. Sie wurden zu einer wahren Touristenattraktion.

Der Ausdruck „Big Apple“ für die Stadt New York und das Bild des großen roten Apfels sind seit dieser Zeit nicht mehr von der Weltmetropole wegzudenken.

Warum heißen Weisheitszähne “Weisheitszähne”? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Weisheitszähne, die Backenzähne, die sich am weitesten hinten im Kiefer befinden, werden formal als dritte Backenzähne bezeichnet. aber ihr Spitzname wird viel häufiger verwendet. Wie kam es zu diesem Spitznamen? Haben diese Zähne etwas mit Weisheit zu tun? Werfen wir einen Blick auf den Ursprung und die Geschichte des Namens “Weisheitszähne”.

Warum heißen Weisheitszähne “Weisheitszähne”? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Weisheitszähne sind der dritte und letzte Satz von Backenzähnen, die Menschen in ihren späten Teenagern oder frühen Zwanzigern bekommen. Der Name der Weisheitszähne hängt vom Alter der Heranwachsenden ab, da sie jetzt klüger, reifer und weiser sind, als sie ihre Milchzähne bekommen haben. Weisheitszähne hießen im 18. und 19. Jahrhundert Zähne der Weisheit.

So intelligent und allwissend sie auch klingen mögen, Weisheitszähne sind häufig überflüssig. Oft werden Sie feststellen, dass Weisheitszähne dazu neigen, schief oder falsch ausgerichtet zu sein. Dies führt daszu, dass zu viele Zähne auf einem zu kleinen Kieferknochen wachsen und kann sogar zu einer Schädigung der umgebenden Nerven führen. In einigen Situationen können Weisheitszähne beeinträchtigt werden, was bedeutet, dass der Zahn das Zahnfleisch nur teilweise durchbrechen kann. Stellen Sie sich vor, Sie versuchen durch das Fenster zu klettern und bleiben auf halber Strecke stecken. Betroffene Weisheitszähne sind sehr anfällig für Infektionen und führen häufig zu Schmerzen. Als ob das nicht genug wäre, sind betroffene Zähne auch anfällig für Karies und Zahnfleischerkrankungen.

Siehe auch: Warum wir überhaupt Weisheitszähne haben, erfährst du hier.

Warum besitzen wir überhaupt Weisheitszähne?

Weisheitszähne sollen uns helfen, Nahrung zu kauen und den Rest unserer Zähne effizienter zu machen. Allerdings wachsen die Weisheitszähne selten gerade, besonders nicht alle vier zugleich. Die Kieferknochen sind im Vergleich zu vor ein- bis zweihundert Jahren geschrumpft. Die Größe der Zähne blieb aber gleich groß. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Menschen mit einem kleineren Gebiss Probleme mit den Zähnen bekommen, insbesondere mit den Weisheitszähnen, da diese erst später wachsen.

In solchen Fällen ist es oft notwendig, die Weisheitszähne zu entfernen. Wie Sie sich vorstellen können, lassen sich einige Weisheitszähne nur schwer entfernen als andere. Die Platzierung und der Winkel des Weisheitszahns sind wichtige Aspekte für die Entfernung. Es gibt einige Möglichkeiten, wie ein Zahnarzt einen störenden Weisheitszahn entfernen kann. Wenn der Zahn vollständig freigelegt ist, kann der Zahnarzt ihn auf ähnliche Weise wie jeden anderen Zahn entfernen. Wenn der Zahn schäg gegen einen anderen Zahn wächst, muss er möglicherweise Stück für Stück operativ entfernt werden.

Fast 85% der Erwachsenen müssen ihre Weisheitszähne entfernen, um Zahnprobleme zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben zu beheben. Für Patienten ist es äußerst wichtig, einen Zahnarzt zu wählen, der ihnen die bestmögliche Pflege bietet und über langjährige Erfahrung verfügt.

“Weisheitszähne”: Ursprung des Namens und Namensherkunft

Die vier Weisheitszähne wachsen nicht vollständig oder in der richtigen Position. Eine Person, bei der alle vier richtig eingewachsen sind, ist ungewöhnlich, da unsere Kieferknochen seit der Zeit, als die Weisheitszähne für unsere Vorfahren funktionierten, kleiner geworden sind. Bedeutet dies, dass Menschen, die sie in einer ausgerichteten Position vollständig anbauen, klüger sind als andere Menschen?
Nein, es gibt keine Assoziation zwischen den Zähnen selbst und der Weisheit. In der heutigen Zeit brauchen wir keine Weisheitszähne mehr und sie neigen dazu, häufig schräg zu wachsen. Aus diesen Gründen und aufgrund schwieriger Symptome, die mit ihrem Wachstum verbunden sind, werden sie häufig entfernt.

Anstatt eine direkte Verbindung zu der Menge an Weisheit zu haben, die eine Person besitzt, stammt der Name aus dem allgemeinen Alter der Menschen, in denen Weisheitszähne auftauchen. Dies sind die letzten Zähne, die hereinkommen. Während der Rest der Zähne in der Kindheit kommt, zeigen sich Weisheitszähne im Alter von 17 bis 25 Jahren. Da eine Person älter und vermutlich reifer ist, wenn diese Zähne wachsen, verbindet man dies mit der “Weisheit”.

Linguisten sind diejenigen, die festgestellt haben, dass der Ursprung des Namens mit dem späten Alter zusammenhängt, in dem diese Zähne auftauchen. Eine Theorie besagt, dass der Begriff möglicherweise von dens sapientiae stammt, wobei der lateinische Begriff „Weisheitszähne“ bedeutet. Wissenschaftler haben zu diesen Ideen mit ihrem Wissen beigetragen, dass das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns bis in die Pubertät andauern. Die vereinbarte Vorstellung ist, dass Menschen 25 Jahre alt sind, wenn sich ihr Gehirn entwickelt hat. Das Gehirn und die Weisheitszähne reifen also ungefähr in der gleichen Altersgruppe.

Geschichte des Begriffs “Weisheitszahn”

Im 17. Jahrhundert wurden diese Zähne “Zähne der Weisheit” genannt, eine frühe Form des heutigen Namens. Der Name “Weisheitszähne” entstand angeblich im neunzehnten Jahrhundert. Aristoteles schrieb: “Die letzten Zähne, die beim Menschen auftreten, sind Backenzähne, die als “Weisheitszähne”bezeichnet werden und bei beiden Geschlechtern im Alter von zwanzig Jahren auftreten.”

Die Assoziation zwischen dem Begriff und den modernen Jahrhunderten könnte von der industriellen Revolution des 18. Jahrhunderts bis zum 19. Jahrhundert gekommen sein, als die Menschen anfingen, mit verarbeiteten Lebensmitteln anders zu essen, und die Molarenbelastung häufig auftrat.
Weisheitszähne beziehen sich also nicht wirklich auf Weisheit – abgesehen davon, dass Menschen im Allgemeinen klüger sind, wenn diese Zähne wachsen.

Warum haben Kamele Höcker? Erklärung


Kamele sind bekannt für ihre Höcker. Dromedare haben einen Höcker und Trampeltiere zwei Höcker. Der Grund dafür liegt in den natürlichen Umgebungsbedingungen der Kamele.

Warum haben Kamele Höcker? Erklärung

Die „Wüstenschiffe“, wie Kamele aufgrund ihres schwankenden Ganges genannt werden, leben in enormer Hitze und Trockenheit. Um lange Perioden ohne Wasser und Nahrung überleben zu können, speichern sie aufgenommene Nahrung als Fett in ihren Höckern. Auf diese Weise sind Kamele für Wochen oder Monate mit Nährstoffen versorgt. Ein ausgewachsenes Kamel kann in seinen Höckern zwischen 30 und 40 Kilogramm Fett speichern.

Kamele und ihre Höcker: Fett ist auf dem Rücken leichter zu transportieren

Auch andere Tiere und der Mensch nutzen Fettdepots als Energielager. Kamele sind jedoch die einzigen Lebewesen, die ihre Fettdepots als Höcker auf dem Rücken tragen. Auch das ist auf die natürliche Umgebung der Kamele zurückzuführen. Oft legen die Paarhufer dutzende Kilometer pro Tag zurück und sind dabei hohen Temperaturen, Dürre und Fressfeinden ausgesetzt. Wäre das Fett auf den gesamten Körper verteilt, würden die Kamele nur langsam vorankommen. Indem sie ihn auf dem Rücken tragen, ist der Fettvorrat leichter zu transportieren.

Anders als oft angenommen, wird in den Höckern kein Wasser gespeichert. Kamele können zwar große Mengen trinken – bis zu 200 Liter in 30 Minuten -, die aufgenommene Flüssigkeit wird jedoch fast ausschließlich für die Versorgung des Verdauungstraktes und des restlichen Organismus genutzt.

Die Höcker von Kamelen zeigen, ob das Tier gesättigt oder hungrig ist. Sind die Höcker groß und prall, hat das Kamel ausreichend Fett gespeichert. Sind sie klein und schlaff, benötigt es bald Futter, um nicht zu verhungern. Höcker haben für die Besitzer der Kamele also auch einen ganz praktischen Vorteil, da sie die Tiere rechtzeitig zu einer Futterstelle führen können.

Kamele: Höcker dienen als Sonnenschutz

Die Höcker von Kamelen und Dromedaren sind nicht nur ein hervorragender Fettspeicher, sondern auch ein guter Sonnenschutz. Sie schützen die darunterliegend Haut vor der oftmals großen Hitze in der Wüste. Denn Fett ist kein optimaler Wärmeleiter, weshalb es dank der Höcker auch bei großer Hitze eine Weile dauert, bis sich der Körper der Kamele von Innen erwärmt. Gemeinsam mit den Hufen, welche die Füße des Kamels durch ihre dicke Hornhaut vor dem heißen Sand schützen, sind sie der wichtigste Schutz vor den rauen Umgebungsbedingungen. Die breiten Hufe bewahren das Kamel außerdem davor, in den Sand einzusinken.

Kamele können ihre Körpertemperatur erhöhen

In ihrer Funktion als natürliches Sonnensegel sind die Höcker ähnlich nützlich wie das Fell der Kamele. Dieses hält ebenfalls Sonne und Hitze ab und bewahrt die Kamele vor dem Schwitzen. Ein Kamel mit geschorenem Fell schwitzt um die Hälfte mehr als ein Kamel mit ungeschorenem Fell.
Für Kamele sind Fell, Höcker und Hufe also überlebenswichtig. Die Schwielensohler können außerdem ihre Körpertemperatur erhöhen, um nicht zu schwitzen. So weisen Kamele bisweilen morgens eine Körpertemperatur von 34 Grad Celsius auf und abends eine Körpertemperatur von 40 Grad Celsius. Dieser Schutzmechanismus ist vor allem im Hinblick auf die typische Nahrung von Kamelen wichtig: Pflanzen, die oft schwer verdaulich und salzhaltig sind. Kamele schwitzen selbst dann nicht, wenn sie diese Nahrung (oder salzhaltiges Wasser) aufnehmen, welche dann wiederum verdaut wird und als Fett in die Höcker gelangt.

Was bedeutet “Transspezies”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff “Transspezies” bezieht sich nun nicht wie “Transgender” auf Diffusionen zwischen den sozialen Geschlechtern, sondern geht über die Grenzen des Menschseins hinaus. Die betroffenen Menschen identifizieren sich also nicht mit der Spezies Mensch, sondern mit einer anderen Spezies – in der Regel handelt es sich hierbei um unterschiedliche Tier- oder Fabelwesensarten.

Was bedeutet “Transspezies”? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Personen, die sich unter dem Begriff der Transspezies zusammenfassen lassen, fühlen sich daher nicht als Mensch und betrachten ihren menschlichen Körper nur als äußerliche Hülle. In ihrem Inneren fühlen sie sich einem bestimmten Tier nahe bzw. fühlen sich so, dass sie dieses Tier sind. In der Regel handelt es sich bei diesen um Tiere wie Hunde, Katzen und Wölfe. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen sich Menschen als Drachen, Elfen oder ähnliche Fabelwesen ansehen.

Dies kann psychisch ein sehr belastender Zustand sein, da Transspezies von den eigenen Mitmenschen sowie auch der eigenen Familie oftmals nicht verstanden wird.

Während die meisten Personen ihre Transspezies mit Hilfe von Verkleidungen, Maskierungen, Dekorationen, Schminke und bestimmen Accessoires ausleben, gibt es auch andere Methoden. Vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika gab es nun schon mehrere Fälle, in welchen sich Menschen mit Hilfe von Schönheitsoperationen optisch an ihr Bezugstier haben annähern lassen.

Neben optischen Veränderungen ist auch das gesamte Leben der mit Transspezies lebenden Personen auf das Leben als Tier abgestimmt. Veränderungen sind dann zum Beispiel im Ess- oder Schlafverhalten zu beobachten.

Transspezies: Abgrenzungen zu Cosplay und Furrys

Wichtig ist, das Transspezies nicht mit Cosplay oder so genannten Furrys verwechselt wird. Während es bei Cosplay und Ähnlichem darum geht, sich zu Verkleiden und so, meist zum Spaß, in die Rolle eines anderen Charakters oder auch eines Tiers zu schlüpfen, ist Transspezies eine psychische Erscheinungsform und somit die Ausprägung eines im Inneren der betroffenen Menschen verankerten Lebensgefühls.

Die Vorsibe “trans-” und ihre Wortherkunft

Die Vorsilbe “trans-” ist in vielen verschiedenen Bereichen des alltäglichen Lebens zu finden. Sie kommt von dem lateinischen Wort trans was übersetzt so viel wie über oder durch bedeutet. Meist kommt sie zum Einsatz, wenn es um das Überführen von Dingen oder Zuständen in andere Formen und Bereiche geht. Aber auch Überschreitungen von echten oder gedachten Grenzen sind hier mit einbezogen.

Anwendungsbeispiele “Trans”

Anwendungsbeispiele sind zum Beispiel die Spezifizierung von Länderregionen wie in Transdanubien.
Aber auch in Begriffen wie “Transparent” ist die Vorsilbe enthalten. Hier geht es darum, dass man durch etwas hindurch sehen kann.
Die Silbe im Wort Transport steht dafür, dass etwas von einem Ort/ einer Stelle zu einem anderen Ort bzw. einer anderen Stelle überführt wird.
Auch wer etwas transformiert, überführt einen Gegenstand oder etwas ähnliches in einen anderen Zustand.

Besonders deutlich wird die Wortbedeutung der Silbe “trans” auch bei der Betrachtung des Begriffes “Transgender”, welches eine Bezeichnung für Personen ist, welche sich anhand ihrer Geschlechtsidentität nicht mit ihren äußerlichen Geschlechtsmerkmalen verbunden fühlen. Häufig fühlen sich Transgender-Personen daher nicht dem eigenen, sondern dem anderen Geschlecht zugehörig. Es gibt allerdings auf Formen, bei denen sich die jeweilige Person keinem Geschlecht wirklich zugehörig fühlt.

Was bedeutet Schlafschaf? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei dem Begriff des „Schlafschafes“ handelt es sich um eine Bezeichnung von Menschen, die nicht an sogenannte Verschwörungstheorien glauben. Insbesondere Verschwörungsgläubige bezeichnen andere Menschen als Schlafschafe, wenn diese nicht denselben Glauben teilen. Des Weiteren teilt dieser Begriff die Menschheit in zwei getrennte Gruppen ein.

Was bedeutet Schlafschaf? Bedeutung, Definition, Erklärung

Zu der ersten Gruppe zählen die sogenannten „Erwachten“. Zu ihnen zählen die Menschen, die die Realität erkannt haben. Ihnen gegenüber stehen die Menschen, die die Augen vor der Wahrheit verschließen und lieber „schlafen“ – die sogenannten Schlafschafe. Sie werden als systemtreue Menschen bezeichnet, die alles blindlinks glauben und umsetzen, was ihnen durch die Medien sowie durch die Politiker mitgeteilt werden.

Diese Begrifflichkeit teilt die Weltanschauung ganz klar in Schwarz und Weiß auf. Hierbei werden weder Grauzonen noch Zwischentönen oder Schattierungen Platz gelassen. In diesem Konstrukt kommt jedoch nicht vor, dass das Wissen zum einen irrtumsanfällig sowie fragmentarisch ist und zum anderen über weitere Strecken vorläufig ist.

Der Begriff des „Schlafschafes“ unterscheidet ganz klar zwischen den Ignoranten, den Schlafschafen, und den Erkennenden, den Erwachten. Bezeichnet jemand einen anderen Menschen jedoch als Schlafschaf, so katapultiert er sich selbst direkt in das Lager der „Erwachten“. Vor eventuellen In-Frage-Stellungen wird geschützt und zudem wird das eigene Selbstwertgefühl gestärkt. Für die „Erwachten“ oder „Erkennenden“ ist klar, dass sie sich nicht auf argumentgestützte sowie kontroverse Diskussionen mit einem Schlafschaf einlassen brauchen. Für sie genügt es an die Schlafschafe zu appellieren, dass sie endlich die Augen öffnen, erkennen und letztendlich den Glauben der „Erkennenden“ anzunehmen – den Glauben der Verschwörungsgläubigen. Mit jedem Appell an das Schlafschaf durch den Verschwörungsgläubigen, wird der Verschwörungsgläubiger daran erinnert, dass er auf der richtigen Seite steht. Der Appell dient der Selbstversicherung. Die „Erkennenden“ nutzen den Begriff des „Schlafschafes“ unheimlich gern, stellen seinen Nutzen jedoch nicht in Frage.

Der englische Ausdruck für “Schlafschafe” ist “Sheeple“.

Bedeutung: Das Aufwachen des Schlafschafes

Die Erläuterung des Begriffes „Redpilling“

Als „Redpilling“ wird der Moment bezeichnet, in dem die sogenannten Schlafschafe aufwachen. So ist es zumindest im Verständnis der Verschwörungsgläubigen verankert. Der Begriff „Redpilling“ stammt hierbei ursprünglich aus dem bekannten Film „Matrix“, in dem Keanu Reeves die Hauptroller des „Neo“ verkörperte. In dem Film ist der Moment, als Neo sich zwischen der roten und der blauen Pille entscheiden muss, der Augenblick des „Redpilling“. Zieht man diesen Begriff nun auseinander enthält er die englischen Wörter „Red“ für „Rot“ und „Pill“ für „Pille“. So wie in dem Film „Matrix“ steht die „Erkenntnis“ der Verschwörungsgläubigen hinter dem Schlucken der „Roten Pille“.

Bei der Radikalisierung über das Internet spielt der Begriff „Redpilling“ unter den Verschwörungsgläubigen eine sehr große und wichtige Rolle. Die sogenannten „Redpiller“ finden sich auf verschiedenen Internetplattformen sowie in den sozialen Medien wieder. Sie erzählen, dass sie die schmerzliche Wahrheit der Realität erkannt haben und nun Zugang zu Informationen sowie einem Wissen haben, welcher dem Rest der Menschheit, insbesondere den Schlafschafen, vorenthalten wird.

Den „Redpiller“ stehen die „Bluepiller“ gegenüber. Als Bluepiller werden die Menschen bezeichnet, die nicht die Erkenntnis der Redpiller erlangt haben und sich weigern diese zu erlangen.

Warum heißt der Victoriasee “Victoriasee”? Namensherkunft, Bedeutung


Der Victoriasee ist nach der britischen Königin Queen Victoria benannt. Sie lebte von 1837 bis 1901.

Nach wem wurde der Victoriasee benannt? Namensherkunft, Bedeutung

Es ist üblich, bestimmte wichtige Entdeckungen und Erfindungen entweder nach dem Entdecker oder nach einer wichtigen Persönlichkeit zu benennen. Da Speke davon ausging, dass dieser Teil Afrikas zeitnah ein Teil des britischen Weltreiches werden würde, entschied er sich für den Namen der damaligen englischen Königin. Wahrscheinlich wollte er ihr auch schmeicheln und sie als Verbündete für weitere Vorhaben positiv einstimmen.

Queen Victoria wurde am 24. Mai 1819 im Kensington Palace in London geboren. Sie bestimmte das Schicksal ihres Landes und den Aufbau des Empires von 1837 bis 1901. In diesem Jahr verstarb die Königin des Vereinigten Königreiches, das auch Großbritannien und Irland umfasste. Dazu kamen weitere Titel. Sie war ab dem 1. Mai 1876 auch die Kaiserin von Indien, das als Kronjuwel ihres Reiches gehandelt wurde. Mit ihrer Thronbesteigung durchbrach sie gleichzeitig das Salische Gesetz, das England mit Hannover im 17. Jahrhundert beschloss. Danach hätte man sie als Frau von der Thronfolge ausgeschlossen.

Aus “Victoriasee” soll “Lake Nyanza” werden

Aktuell gibt es in Afrika Bestrebungen den Victoriasee in “Lake Nyanza” umzubenennen. Diese Umbenennung wird verfolgt, um die koloniale Geschichte des Namens hinter sich zulassen und dem See einen afrikanischen Namen statt einem europäischen Namen zugeben.

Nyanza ist auch der Name der kenianischen Provinz, welche direkt am Victoriasee liegt.

“Nyanza” bedeutet in der Sprache der Sukuma “große Wassermasse”.

Victoriasee: Geschichte

Weshalb wirkt sich die späte Entdeckung des Victoriasees positiv aus?
Die Ufer und Inseln des Victoriasees wurden schon seit Jahrhunderten bewohnt. Hier lebte das Volk der Bantu. Um 1500 siedelten sich die Luo an, die ihre Heimat im Südsudan verlassen hatten. Die Bantu sowie die Neuankömmlinge nutzten die Nahrungsquellen, die ihnen der See bot. Dazu zählten die Viehzucht, der Ackerbau und die Jagd. Den Frauen bewirtschafteten in erster Linie das Ackerland und sorgten für die Lagerhaltung. Nur die Rodung des späteren Siedlungs- und Ackerlands überließen sie ihren Männern. Diese widmeten sich der Viehzucht und der Jagd. Bei den zu jagenden Tieren gab es jedoch Ausnahmen. Hunde, Krokodile und Affen durften genausowenig als Speisen dienen, wie bestimmte Vogelarten wie Eulen oder Krähen. Das hing auch mit ihrer Religion zusammen. Die Bantu gingen davon aus, dass die Seelen ihrer Toten in einigen Tierarten weiterleben konnten. Dazu gesellten sich einige Gottheiten, die sich auf unterschiedliche Art positiv einstimmen ließen.

Ein weiterer großer Vorteil des Victoriasees bestand in seiner strategischen Lage. Dieser ist es zu verdanken, dass die Bewohner des Gebietes von Sklavenhändlern unbehelligt blieben. Wer sich von Osten nährt, hatte mit den Tsetsefliegen zu kämpfen, die die Menschen beispielsweise mit der Schlafkrankheit infizieren. Im Norden versperrte hingegen der Sudd den Weg. Es handelt sich dabei um ein Sumpf- und Überschwemmungsgebiet im Südsudan. Mit seinen bis zu 30.000 km² Grundfläche gehört es zu den größten natürlichen Sperren der Welt.

Die Zuwanderung vom Osten erfolgte erst nach der Erforschung durch den englischen Forscher Speke. In den nächsten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet zum britischen und deutschen Schutzgebiet erklärt.

1895 gab Großbritannien sein Protektorat über Uganda bekannt, das auch Teile des Victoriasees einschloss. Damit stand der geplanten Eisenbahnlinie nichts mehr im Weg, die bis 1901 gebaut wurde. Sie begann in Uganda und führte am Victoriasee vorbei nach Mombasa und Kisumu. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm England das ehemalige Deutsch-Ostafrika und verwies alle deutschen Farmer des Landes.

Wer entdeckte den Victoriasee?

John Hanning Speke hatte schon viele Reisen unternommen. Seine größte Entdeckung sollte der Victoriasee werden. Geboren wurde der gebürtige Engländer am dritten Mai 1827 in Bideford, Grafschaft Devon.

1854 lernte er seinen Kollegen und Forscher Aden Richard Francis Burton kennen. Im gleichen Jahr schloss er sich dessen Expedition an, die die Quellen des Nils finden wollte. Während der Reise kam es zu Kämpfen mit Einheimischen, bei denen Speke schwer verwundet wurde. Eine weitere Forschungsreise musste aufgrund des Krimkriegs verschoben werden, an dem Speke auch teilnahm.

Nach dem Ende des Krieges rüstete er wiederum mit Burton eine neue Expedition aus. Unter der Leitung seines Freundes bereisten sie Ostafrika. Aufgrund von Streitigkeiten trennten sich die Forscher am 9. Juli 1858. Gut einen Monat später, am 3. August 1858, erreichte Speke einen großen See, den er nach seiner Monarchin Königin Victoria benannte. Ihm ist auch die Erkundung der Insel Ukerewe zu verdanken, die gleichzeitig die größte des Sees ist. Die erste Umrundung per Schiff unternahm Sir Morton Stanley im Jahr 1873. Speke verstarb 1864 als Folge eines Jagdunfalls. Nur in einem Punkt lag er falsch. Er hatte zwar den Victoriasee für Europa entdeckt, nicht aber die Quelle des Nils.

Wo liegt der Victoriasee?

Der Victoriasee wurde vor der Kolonialisierung als Ukerewesee bezeichnet. Er befindet sich in Ostafrika. An seinen Ufern befinden sich die Staaten Tansania, Uganda und Kenia. Neben dem Kaspischen Meer sowie der Oberen See handelt es sich um den drittgrößten See der Erde.

Auf dem afrikanischen Kontinent ist er jedoch das größte Binnenmeer mit einer durchschnittlichen Oberfläche von bis zu 70.000 Quadratmetern. In den Ländern, die um den See liegen, leben heute über 30 Millionen Menschen. Er ist 250 km breit und 337 km lang. An seiner tiefsten Stelle misst er bis zu 85 Meter, im mittleren Durchschnitt sind es 40 Meter. Außerdem liegt er 1153 Meter über dem Meeresspiegel. Ungefähr 12.000 Jahre vor Christus lief der See aufgrund des Wasserstandes im Norden über, und verband sich so mit dem Weißen Nil.

Der See wird vom Kagera-Nil mit Frischwasser gespeist. Über den Victoria-Nil fließt Wasser im Norden ab. Dazu kommt der jährliche Niederschlag. Durch seine hohe Lage und die starke jährliche Sonneneinstrahlung wird jedoch ein großer Anteil wieder verdunstet.

Wie wirkt sich der Bau des Owen-Falls-Dammes aus?

In den Jahren 1951 bis 1954 errichteten die damaligen britischen Kolonialherren die Owen-Falls-Staumauer. Sie wird vor Ort auch als Nalubaale-Damm bezeichnet und steht neben dem Kraftwerk Nalubaale Power Station. Nach der Freigabe gingen zwei Wasserfälle im Victoriasee unter. Dazu gehörten die Owen- und Ripon Falls.

Durch diese einschneidende Maßnahme wuchs der ursprüngliche See auf 2.760.000 m³ an. Im Stausee sammeln sich seitdem über 200.000 Millionen m³ Wasser. Außerdem erhöhte sich der Wasserstand um drei Meter.
2006 kam ein weiteres Kraftwerk hinzu.

Da die Staumauer und das Kraftwerk noch von der Kolonialverwaltung eingerichtet wurden, entschied man sich bei der Namensgebung für einen Engländer. Roddy Owen war ein Offizier und Jockey. Er gründete nicht nur Fort Portal, sondern gewann 1891 den Grand National Pokal in Aintree.

Victoriasee: Sehenswürdigkeiten und Biologie

Schon zu prähistorischen Zeiten wurde rund um den Victoriasee die Landwirtschaft- und Fischerei betrieben. Heute werden dort Kaffee, Tee und Zuckerrohr angebaut. Hinzu kommt die Fischerei.

Forscher ermittelten im See über 500 Fischarten. Die bekanntesten sind der Bunt- und Nil-Barsch. Letzterer soll von Tansania aus in den 80er Jahren ausgesetzt worden sein. Dazu kommen Dagaa und der Tilapien. Experten sprechen jedoch auch von einer Verringerung der Artenvielfalt, die im Zusammenhang mit der zunehmenden Industrialisierung und Überfischung stehen soll.

Die Inselwelt des Victoriasees

Ukerewe oder Bukerebe liegt als Insel an seinem Südufer. Sie ist mit ihren 530 Quadratkilometern die größte Insel des Victoriasees und gehört zu Tansania. In ihrem Distrikt leben über 200.000 Menschen. Während achtzig Prozent von der Landwirtschaft leben, betreiben 5 bis 8 Prozent Fischfang.
Mit ihren 500.000 m² ist Pyramid Island jedoch unbewohnt. Das hängt mit ihrer Form zusammen, auf der sich keine Siedlung aufbauen lässt. Sie gehört zu Kenia

Auf Ukara konzentrierte man sich schon früh auf die Landwirtschaft. Auf ihr konnten die Bewohner bereits um 1890 von diesen Erzeugnissen leben. Die Insel ist dichtbesiedelt und verfügt über eine Gesamtfläche von 80 m² und zählt zu Tansania.

Das Rusinga Island ist kenianisches Staatsgebiet. Es ist ebenfalls 80 km² groß und bietet viele Attraktionen, die vor allem von Vogelfreunden und Anglern geschätzt werden.

Kenia ist die stolze Besitzerin von Mfangano Islands. Auf 65 km² leben hier ungefähr 20.000 Menschen. Attraktionen stellen die prähistorischen Felsmalereien dar, die jährlich Forscher und Touristen anziehen.
Im Kalangala-Distrikt von Uganda befinden sich die Ssese-Inseln. Von den 84 Islands mit ihren über 9.000 km² sind nur 43 bewohnt. Hier leben die Menschen von der Landwirtschaft, der Fischerei und dem Tourismus.
Migingo liegt zwischen Uganda und Kenia und wird mit ihren ungefähr 5.000 m² von Fischerfamilien bewohnt. Diese konzentrieren sich in erster Linie auf den Nil- oder Victoriabarsch.

Ukerewe oder Bukerebe liegt als Insel an Südufer des Victoriasees. Sie ist mit ihren 530 Quadratmetern die größte Insel des Sees und gehört zu Tansania. In ihrem Distrikt leben über 200.000 Menschen. Während achtzig Prozent von der Landwirtschaft leben, betreiben 5 bis 8 Prozent Fischfang.

Was bedeutet “Quantum Trost”? James Bond, Bedeutung, Erklärung

Ein Quantum Trost – Was steckt hinter dem ungewöhnlichen Film-Titel?

Keine Zeit für Müdigkeit – Im 22. James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“ verschlägt es den Top-Agenten des britischen Geheimdienstes nach Südamerika, wo er wieder einem gefährlichen Komplott auf die Spur kommt. Aber was bedeutet eigentlich der Titel? Was soll ein „Quantum Trost“ sein? Und wie hängt der Titel mit dem Film zusammen?

Quantum Trost Bedeutung: Etwas mehr als nichts

Der Filmtitel „Ein Quantum Trost“ (im Englischen „A Quantum of Solace“) ist relativ einfach erklärt. Er enthält das Wort „Quantum“ und das Wort „Trost“. Ein Quantum ist einfach nur eine nicht weiter bezeichnete Menge eines beliebigen Stoffes. Wortwörtlich würde es sich mit „eine gewisse Menge“ übersetzen lassen. Ein Quantum Wasser wäre also einfach eine nicht weiter bestimmte Menge an Wasser. Das könnten 2ml oder auch 200l sein. Das Wort ist aus dem Lateinischen entnommen, wo es eigentlich als Frage „wie viel?“ oder „welche Menge?“ bedeutet.

„Trost“ ist ein deutsches Wort, das einen Umstand beschreibt, der eine traurige oder schmerzhafte Situation wieder etwas verbessert. Unter anderem gibt es im Deutschen Begriffe wie „Trost spenden“ und „jemanden trösten“. Beide Begriffe bezeichnen eine Handlung, bei der eine Person einer anderen zur Seite steht und sie aufmuntern möchte.
Zusammengesetzt würde der Titel also so viel bedeuten wie „Eine unbestimmte Menge an Aufmunterung“.

Quantum Trost James Bond: Der Bezug zum Film

„Ein Quantum Trost“ spielt in doppelter Hinsicht auf die Handlung des Films an. Auf der einen Seite bezieht es sich auf die Gefühllage, in der sich James Bond (gespielt von Daniel Craig) befindet. Er ist emotional am Boden zerstört. Im Vorgängerfilm „Casino Royale“ musste er erleben, wie Vesper, die Frau, die er heiraten wollte, ihn erst betrog und später qualvoll direkt vor seinen Augen ertrank. Dieses Ereignis hat Bond auf einen Rachefeldzug geschickt. Er will klären, warum Vesper ihn verraten hat und warum ihr Verlobter seinen eigenen Tod vortäuschte.

Dieser Rachetrip, bei dem Bond unter anderem die bolivianische Agentin Camille (Olga Kurylenko) kennen lernt, soll dem Agenten helfen, seinen Schmerz loszulassen und die Geschichte mit Vesper zu einem Ende zu bringen. Er sucht buchstäblich nach Trost in seiner Arbeit.
„Quantum“ ist dagegen der Name der Organisation, deren Weg Bond bei seinen Ermittlungen unter anderem in Haiti und Bolivien kreuzt. Unter anderem ist der totgeglaubte Verlobte von Vesper ein Mitglied dieser Organisation, die einen Plan verfolgt, um sich an der bolivianischen Regierung zu bereichern. Dazu will „Quantum“ eine Naturkatastrophe auslösen, um denn die benötigten Hilfsmittel teuer zu verkaufen.

Bond macht es sich zum Ziel, die Pläne der Organisation zu stoppen, auch wenn er dabei gegen seinen eigenen Geheimdienst ankämpfen muss.

Siehe auch:

Quantum Trost: Bedeutung, Erklärung

Im Deutschen hat „Ein Quantum Trost“ noch eine kleine, dritte Anspielung. Denn der Titel ist auch eine Anlehnung an den Begriff „Ein Quäntchen Trost“. Mit dieser Bezeichnung wird eine kleine Menge Trost beschrieben, die man jemand anderem spenden kann oder die verlangt wird. „Quäntchen“ ist eine alte Bezeichnung für eine Handelsmenge. Dabei stammt das Wort eigentlich von „Quent“, was eine Ableitung aus dem Lateinischen von „quentinus“ als „fünfter Teil“ oder „Fünftel“ ist.

„Quäntchen“ wird manchmal fälschlicherweise als Verkleinerungsform von „Quantum“ gesehen. Allerdings liegt das nur an der reformierten Schreibweise. Vor der Rechtschreibreform wurde das Wort noch „Quentchen“ geschrieben, sodass es keine Verwechslung geben konnte.

Das Wortspiel zwischen „Ein Quantum Trost“ und „Ein Quäntchen Trost“ funktioniert aber nur im Deutschen. Im Englischen gibt es keine vergleichbare Bezeichnung.

Was ist ein Makerspace / FabLab? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Makerspace oder FabLab?

Die Bezeichnung FabLab steht für Fabrikationslabor oder fabrication laboratory. Es bezeichnet eine offene Werkstatt. Unter dieser wird wiederum eine Arbeitsstätte verstanden, in der verschiedene Werkzeuge und Maschinen zur Verfügung stehen. Diese benötigt der Nutzer für die Fertigung oder Reparatur eines Produktes oder Werkstückes. Der Raum, in dem die Werkstatt errichtet wird, sollte sich jedoch in einem geschlossenen Bereich befinden, um die Maschinen, Werkzeuge und Materialien vor Umwelteinflüssen zu schützen.

In einem Makerspace können sowohl Privatleute als auch Gewerbetreibende ihre Projekte verwirklichen. Da die Werkstatt von einem gemeinnützigen Verein organisiert und durch Spenden finanziert wird, unterstellt man den Mitgliedern während ihrer Versuche keine Gewinnerzielungsabsichten.

Wer ein Makerspace in Anspruch nimmt, möchte meistens spezielle Einzelteile fertigen. Diese sind nicht im Rahmen einer Serienfertigung erhältlich. In manchen Fällen haben die Teilnehmer eigene Entwürfe erarbeitet, die sie mithilfe der technischen Möglichkeiten erproben. Auch Unikate bereits ausgelaufener Serien können in einer solchen Werkstatt erstellt werden.

Besonders wichtig ist jedoch die Zusammenarbeit zwischen dem Makerspace und den Bildungseinrichtungen. Universitäten, Fachhochschulen und Berufsschulen können sich an der Finanzierung der Ausstattung beteiligen. Im Gegenzug dürfen die Professoren, Lehrer, Studenten und Schüler auf die angebotenen Techniken zurückgreifen. Außerdem gibt es zahlreiche Förderungen.

Geschichte und Bedeutung: Makerspace

Als Leitfigur des Makerspace gilt Neil A. Gershenfeld. Der am 1. Dezember 1959 geborene Physiker und Informatiker absolvierte sein Studium am Swarthmore College. Hier erwarb er 1981 seinen Abschluss für Physik, den er mit seinem Dr. Phil. 1990 an der Cornell Universität erfolgreich erweiterte. Er gilt als Pionier der Freien Hardware-Bewegung. Am MIT der Massachusetts Institute of Technology übernahm er zahlreiche Forschungsaufgaben, die sich primär mit dem Physical Computing befassen. Damit werden interaktive und physische Systeme umschrieben. Diese befassen sich mit der Beziehung zwischen Menschen und ihren digitalen Möglichkeiten. Meistens handelt es sich um Do-it-yourself Projekte, die in erster Linie auch von technisch versierten Start-ups, expansionsorientieren Handwerksunternehmen oder Hobbykünstlern wahrgenommen werden können. Die Steuerung der elektromagnetischen Geräte erfolgt mithilfe von Sensoren und Mikrocontrollern. Mit ihnen werden Motoren und Servos gesteuert. Unterstützung finden die Teilnehmer bei versierten Ingenieuren und Technikern, die ihrerseits meistens gute Kontakte zu Bildungseinrichtungen und Unternehmen besitzen.

In Abhängigkeit von den Zielen des Makerspace werden unterschiedlicher Plattformen kreiert, die über Mikrocontrollerboards und Open-Source-Softwarelösungen verfügen. Bei der Open-Source-Option können die betreffenden Anwender den verfügbaren Quellcode der Software direkt anwählen, verändern und weitergeben. Dieses Verfahren wird auch von Linux genutzt.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Makerspace und der Selbsthilfewerkstatt?

Neben dem Makerspace kennen viele die Selbsthilfewerkstatt. In ihr kann eine Privatperson beispielsweise ihr Fahrzeug oder ein Möbelstück selbst reparieren. Der Anbieter betreibt meistens noch eine Fachwerkstatt und bietet dem Nutzer während der Reparatur seine fachliche Hilfe an. Diese ist jedoch kostenpflichtig.

Der Makerspace setzt statt auf herkömmliche Werkzeuge und Maschinen auf Hochtechnologien. Dazu kommt der Einsatz von experimenteller Technik, die aufgrund der individuellen Art, der Finanzierung und Ausstattung zu hohen Kosten führt. Diese werden jedoch über unterschiedliche Finanzierungsquellen gedeckt. Außerdem sind die Teilnehmer, die den Makerspace nutzen, keine Kunden, sondern Mitglieder eines gemeinnützigen Vereins.

Welche technischen Geräte stellt der Makerspace zur Verfügung?

Mit der zunehmenden Automatisierung wendet auch das Handwerk digitale Techniken an. Dazu zählen neben Programmen auch technische Geräte. Beliebt sind die 3D-Drucker. Mit dem 3D-Drucker werden dreidimensionale Werkstücke hergestellt. Der 3D-Drucker arbeitet mit einem Softwareprogramm, das die für die Erstellung notwendigen Daten enthält. Da diese von Produkt zu Produkt abweichen können, enthält das Programm veränderbare Parameter. Die Herstellung erfolgt in mehreren Schritten. In jedem wird eine zuvor definierte Schicht aufgetragen, bis der Gegenstand in der gewünschten Form zur Verfügung steht. Bei den physikalischen und chemischen Prozessen verwendet man Kunststoffe, Keramiken und Metalle. Teilweise stehen auch Carbon- und Graphitmaterialien bereit.

Neben dem teuren 3D-Laserdrucker bietet der Makerspace verschiedene Laserschneidegeräte an. Sie dienen zum Durchtrennen von Festkörpern. Dabei setzt das System auf einen kontinuierlichen Laserstrahl. Der Nutzer kann mit der passenden Software einige Parameter einstellen und dann individuell anpassen. Dazu zählen beispielsweise die Wellenlänge, die Leistung und die Pulsenergie. Oft geht es um 2- oder 3-dimensionale Umrisse, die bis auf den Millimeter genau geschnitten werden.
CNC-Maschinen sind nicht nur absolut präzise, sondern auch teuer. Diese Computerized Numerical Controls sind mit effektiver Steuerungstechnik versehene Werkzeugmaschinen. Mit ihnen lassen sich exzellent programmierte Pläne automatisch umsetzen. Die Geräte werden über ein CAD-System kontrolliert, das eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt. Hierzu gehören beispielsweise die Drehzahlen und Vorschübe.

Wie lässt sich ein Makerspace optimal organisieren?

Die Errichtung des Makerspace erfolgt in erster Linie durch einen eingetragenen Verein. Dieser ist wiederum allgemeinnützig tätig und verfolgt meistens keine Gewinnerzielungsabsichten.

Grundsätzlich gilt für jedes Makerspace die Fab Carta. In ihr ist die Gewinnerzielungsabsicht meistens ausgeschlossen. Dieser Fall tritt immer dann ein, wenn die Arbeit eines Mitgliedes die Tätigkeit eines anderen einschränkt. Das gilt sowohl für den Zugang zum Makerspace als auch für alle anderen damit verbundenen Aktivitäten.
Die FabLabs organisieren ihre Tätigkeiten auf der Basis der internationalen FabCharter. Diese gibt wiederum bestimmte Leitlinien vor. Mithilfe dieser Kriterien werden die Bereiche der Mission, des Zugangs, der Bildung sowie der Verantwortung konkretisiert. Für den offenen Zugang zum Makerspace spielt auch die Geheimhaltung eine wesentliche Rolle. Wer seine Werkstücke im Space erzeugt, erprobt und perfektioniert, hat sich auf die Verschwiegenheit des Vereinsvorstandes und der anderen Mitglieder zu verlassen. Sonst kann das geistige Eigentum von anderen potentiellen Konkurrenten, die sich ebenfalls als Vereinsmitglieder identifizieren, gestohlen werden.

Welche Bedeutung hat das Prototyping im Makerspace?

Bei der Nutzung des Makerspace spielt das Prototyping eine große Rolle. Das Mitglied erstellt einen Plan und gibt die betreffenden Daten beispielsweise in den 3D-Drucker ein. Erfüllt das erstellte Werkstück die Erwartungen, kann der Nutzer den so gewonnenen Prototyp in sein eigenes Unternehmen übernehmen und ein Patent anmelden. Im Anschluss dient der Prototyp als Maßstab für die Serienfertigung.

Der Makerspace bietet auch Menschen eine Chance, deren Berufe im Rahmen der Serienfertigung nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Die ausgebildeten Fachleute nutzen verschiedene Maschinen und Techniken, um marktfähige Produkte für ihre Berufsfelder zu kreieren. Im Anschluss kann ein erfolgreiches Start-up seine Arbeit aufnehmen, dessen vornehmliches Kapital in einer Kombination von technischem Know-how und praktischer Erfahrung besteht.

Warum heißt Victoria’s Secret “Victoria’s Secret”? Namensherkunft, Bedeutung


Mit der US-amerikanischen Modemarke Victoria’s Secret bringen die meisten wohl die legendären Fashion Shows in Verbindung, bei denen Models mit Engelsflügeln über den Catwalk stolzieren und die neuesten Produkte des Unternehmens präsentieren. Doch woher kommt der Name Victoria’s Secret eigentlich? Wir haben uns für Sie auf Spurensuche begeben.

Warum heißt Victoria’s Secret “Victoria’s Secret”? Namensherkunft, Bedeutung

Viele Menschen werden sich sicherlich schon gefragt haben, woher eigentlich der Name Victoria’s Secret stammt. Es ist relativ naheliegend, dass es irgendwann mal eine Frau namens Victoria gab, die eine eigene Unterwäschekollektion entworfen und diese unter ihrem Namen in den Handel gebracht hat. Das ist jedoch nicht korrekt – und es gab auch keinen männlichen Gründer, der seine Firma nach dem Vornamen seiner Frau benannt hat. Die tatsächliche Herkunft des Namens Victoria’s Secret ist hingegen viel interessanter.

Ein Mann begibt sich auf die Suche nach Unterwäsche für seine Frau

Wir schreiben das Jahr 1970. Roy Raymond wollte seiner Frau zum Geburtstag eine kleine Freude bereiten, indem er ihr neue Unterwäsche kauft. Nein, seine Frau hörte nicht auf den Namen Victoria – sie hieß nämlich Gaye. Doch zurück zu Roy Raymond: Dieser stattete einem nahegelegenen Wäschegeschäft einen Besuch ab, konnte hier jedoch ausschließlich Unterwäsche finden, die ganz klar für Frauen älterer Generationen entworfen wurde – so wiesen sie beispielsweise langweilige Blumenmuster auf. Viel schlimmer fand Raymond jedoch die Tatsache, dass er während seiner Suche nach geeigneter Unterwäsche für seine Frau nur dumm von den Verkäuferinnen angeschaut wurde. Er fühlte sich äußerst unwohl, da er stets den Eindruck hatte, die Angestellten würden ihn für einen Perversen halten – obwohl er doch nur ein treuer Ehemann war, der seiner Frau eine Freude zum Geburtstag machen wollte.

Victoria’s Secret: Namensherkunft, Geschichte

Es gingen einige Jahre ins Land, ehe sich Raymond dazu entschloss, seine gesamten Ersparnisse einzusetzen, um ein eigenes Geschäft für Unterwäsche zu gründen – dieses wurde im Jahr 1977 in einem Shoppingcenter eröffnet. Wie der Name Victoria’s Secret zustande kam, ist hingegen nicht ganz klar. In einer offiziellen Begründung ist zu lesen, dass Raymond ihn von Queen Victoria abgeleitet hat. Deutlich naheliegender ist allerdings die Vermutung, dass Raymond an ein viktorianisches Freudenhaus gedacht hat, dessen Inneneinrichtung üblicherweise aus dunklem Holz und Seide besteht – denn exakt so waren auch die ersten Victoria’s Secret Shops eingerichtet. Da eine solche Einrichtung in späteren Jahren, in denen das weibliche Geschlecht eine immer stärkere Rolle spielte, verständlicherweise als sexistisch eingestuft wurde, entschloss man sich zwar in den 2000er Jahren für eine grundlegende Umgestaltung der Victoria’s Secret Shops, der weltberühmte Name blieb aber natürlich weiterhin bestehen.

Victoria’s Secret: Kultmarke hat mittlerweile mit Umsatzrückgängen zu kämpfen

Obwohl es zwischenzeitlich immer wieder kritische Stimmen gab, die besagten, dass die Qualität der von Victoria’s Secret angebotenen Produkte nicht ihrem luxuriösen Ruf gerecht werden, gehört das Unternehmen – nicht zuletzt aufgrund seiner medienwirksamen Fashion Shows mit vielen wunderschönen Models – zu den finanziell umsatzstärksten Herstellern in der gesamten Dessous-Industrie. Die Zeiten, in denen Produkte von Victoria’s Secret ein Drittel des gesamten Unterwäsche-Umsatzes der USA ausmachten, gehören jedoch mittlerweile der Vergangenheit an. Nach unglücklichen Äußerungen des für die hauseigenen Modenschauen zuständigen CEO Ed Razek, der verkündete, dass bei einer Victoria’s Secret Fashion Show keine Plus-Size- oder Transgender-Models auftreten sollten, sah sich das Unternehmen mit transphoben Diskriminierungvorwürfen konfrontiert. Mittlerweile ist Victoria’s Secret jedoch auch äußerst beliebt in China, sodass man die Umsatzverluste in den Vereinigten Staaten vermutlich gut wegstecken dürfte.

Victoria’s Secret: Woher kommt der Name?

Während der Name Victoria’s Secret sofort Erinnerungen an hübsche Damen in knappen Dessous und Engelsflügen weckt, ist die Herkunft dieses Namens nicht sonderlich romantisch – diente doch offenbar ausgerechnet ein viktorianisches Freudenhaus als Namenspate. Wer jedoch auf der Suche nach hochwertiger Unterwäsche für anspruchsvolle Damen ist, dürfte sich über die Herkunft des Namens nicht viele Gedanken machen.

Was bedeutet “Womxn”? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Womxn“ ist eine abgewandelte Form des englischen Wortes für „Frau“, „woman“. Die Frauenbewegung will damit ihre Unabhängigkeit vom Mann ausdrücken. Der Transgender-Bewegung dient der Begriff als Ausdruck der geschlechtlichen Diversität.

Was bedeutet “Womxn”? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Englischen ist „man“ das Wort für „Mann“. Die Frau ist die „woman“. Um die Unabhängigkeit vom Stammwort „man“ und der dominanten Männerwelt zu unterstreichen, änderten Feministinnen das Wort in „womxn“.

Das „x“ nimmt dabei zweierlei Bedeutungen an: zum einen sollte der Bezug zum Mann gelöscht und Eigenständigkeit demonstriert werden. Zum anderen deutet das „x“ auf die Unterschiede in den Chromosomen des Männlichen und des Weiblichen hin. Männliche Säugetiere haben ein „XY“ Chromosomenpaar, während weibliches organischen Leben ein „XX“ Chromosomenpaar besitzt.

Womxn: Feminismus, Transgender und Menschenrechte

Neben der Frauenbewegung nutzt die Transgender-Gemeinde den Begriff „womxn“. Für sie bringt er zum Ausdruck, dass sich Transgender weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen.

Viele Soziologen und Gesellschaftsforscher sehen in der Transgender-Entwicklung die biologische Antwort auf den nicht enden wollenden Geschlechterkampf.

Frauen haben sich zwar viele Rechte erstritten, leben aber immer noch in einer von Männern dominierten Welt. Frauen haben bis heute Nachteile oder werden nicht gleichberechtigt behandelt.

Feministinnen kritisieren, dass die Arbeitswelt und soziale Strukturen von Frauen verlangen würde, sich wie Männer zu verhalten.
Viele erfolgreiche Frauen seien im Grunde genommen vermännlicht. Um in der Männerwelt mithalten zu können, müssten sie weibliche Attribute und Bedürfnisse unterdrücken.

Ob die vollständige Lösung von der Geschlechter-Identifikation die Lösung bringt, wird die Zukunft zeigen. Momentan führen die „neuen“ Geschlechter und sexuellen Konzepte eher zu noch mehr Verwirrung, als zur Klärung.

Ein Problem ist sicherlich die grundsätzlich männlich-weiblich-polare Struktur dieser Welt. Im Endeffekt wäre eine Rückbesinnung aus das unverzichtbare Miteinander aus Mann und Frau sinnvoller, als immer neue Anti-Konzepte aufzustellen.

Bedeutung: “Womxn” und “Wimmin”, “Womyn”, “Womban”, “Womon”

Eine weitere Abwandlungen des Wortes „woman“ ist „wimmin“. Das entspricht in vielen Regionen der USA der umgangssprachlichen Aussprache des Wortes „women“ (plural „Frauen“).

Tatsächlich existierten alte angelsächsische Schriften, in denen das Wort „Frau“ wirklich „wimmin“ geschrieben wurde.

Das Wort „man“ geht auf den altenglischen Begriff „manna“ zurück. Noch ältere germanische Wurzeln des Wortes für „Mann“ sind „mannaz“ oder „manwaz“. All diese Worte bezeichneten zunächst die Menschheit als Ganzes.

Um Frauen und Männer abzugrenzen, verwendete man im ersten Jahrtausend nach Christus noch die Begriffe „wer“ (Mann) und „wif“ (Frau).

Dass später der Mann zur sprachlichen Menschheit an sich wurde, kann natürlich kritisiert werden.

In den 1970er verwendete die damalige Frauenbewegung weitere alternative Wortschöpfungen wie „womyn“, „womban“ und „womon“.

Bedeutung Womxn: Die Probleme zwischen den Geschlechtern

Zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen tobt seit Jahrhunderten (wenn nicht Jahrtausenden) ein absurder Kampf.

Wer war zuerst da? Wer ging aus wem hervor? Und wer hat die „Hosen an“ auf diesem Planeten?

Die christliche Weltanschauung und die einige anderer Religionen haben dazu beigetragen, dass die Frau enorme Abwertung erfuhr. Vermutlich ist das Problem aber noch viel älter, als die Entstehung der großen Weltreligionen.

Die Geschichte von Adam und Eva erzählt, dass Eva aus einer Rippe Adams geschaffen wurde. Diese Erzählung war Grund genug, Frauen und das Weibliche lange Zeit als abhängig vom Mann und unterlegen anzusehen.

Heutigen jungen Frauen ist oft nicht mehr bewusst, dass Frauen gerade einmal seit hundert Jahren politische Wahlen treffen dürfen. Die Rechte frei zu heiraten, selbst einen Beruf zu wählen, einen Führerschein machen zu dürfen und selbstbestimmt zu leben, sind ebenfalls Errungenschaften der letzten einhundert Jahre.

Davor brauchte die Frau stets die Führung durch einen Mann. Frauen galten als geistig weniger fähig, schwach und unzurechnunfsfähig. In noch viel älteren Zeiten wurden Frauen als Eigentum der Männer angesehen. Oft genug war es ihnen sogar verboten Eigentum zu besitzen. Der Mann (der Vater, der Ehemann oder ein Vormund) entschied über das Leben der Frau. Reste dieser Anschauung halten sich bis heute zäh in den sozialen Strukturen der Menschheit.

Entwicklungsbiologen streiten schon sehr lange über die Frage, ob der Urgrund allen Lebens nun weiblich oder männlich sei.

Was bedeutet “Eye Candy”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Von der Werbebranche bis hin zur Filmwelt gibt es Eye Candys, aber was bedeutet der Begriff genau? Und ist es eine Beleidigung, ein Eye Candy zu sein? In diesem Artikel wird auf diese Fragen eingegangen.

Die Entstehungsgeschichte von Eye Candy

Der Ausdruck kommt aus dem Englischen und bedeutet so etwas wie Augenschmaus beziehungsweise, wenn man es genau nimmt, Augensüßigkeit. Ursprünglich entstand Eye Candy als eine spezifische Technik in der Werbebranche. In der Werbung gilt es den Blick des Kunden durch ein Bild, eine Schrift, ein Video oder ein anderes Objekt einzufangen – und diesen Blick auch zu halten.

Menschen sehen sich an, was ihnen gefällt, was ihre Sinne erregt und vor allem, was Rätsel aufgibt. Ein Rätsel weckt den inneren Detektiv. Eye Candy ist deshalb nicht nur ein Bild, das schön ist, sondern eines, das aufgrund seiner Komplexität Zeit zum Entschlüsseln braucht.

Eye Candy ist der Unterschied zwischen einem einfachen Schwarz-Weiß-Tattoo und einem komplexen, farbenprächtigen Tattoo, das seine schöpferische Kraft aus der asiatischen Mythologie zieht. Beide Tattoos können ein Blickfang sein, aber eines der beiden hält den Kunden länger gebannt.

Eye Candy in der Computerbranche

Als Eye Candy beschreibt man auch Benutzeroberflächen von Softwareprogrammen oder Apps, die besonders detailreich und künstlerisch gestaltet sind. Generell ist ein allzu ideenreiches Design in diesem Bereich ein Hindernis. Eye Candy hat also in der Computerfachwelt eine negative Konnotation. Es bezeichnet etwas, dass zwar schön, aber nicht sinnvoll ist. Schön, aber nicht sinnvoll beschreibt auch die letzte und wahrscheinlich bekannteste Bedeutung von Eye Candy.

Der Eye-Candy-Partner: Bedeutung

Die wohl bekannteste Bedeutung von Eye Candy beschreibt eine Person, männlich oder weiblich, die zwar attraktiv ist, aber nicht besonders tiefgründig. Diese Person muss nicht dumm sein, doch diese Vermutung schwingt mit, wenn jemand als Eye Candy bezeichnet wird. Darüber hinaus gilt diese Person als gesellschaftlich minderwertig, da sie ihre Schönheit an den Höchstbieter verkauft.

Hier stellt sich natürlich die Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Eye Candy und einer Prostituierten? In der gesellschaftlichen Wertung ist der Unterschied hauchdünn. Generell bietet ein Eye Candy ihre Attraktivität und nicht ihre Sexualität auf dem freien Markt an. Ein weiterer Unterschied ist die Quantität. Eye Candys spezialisieren sich gewöhnlich auf eine Person und versuchen diese Person für eine Langzeitbeziehung, im besten Fall eine Ehe zu gewinnen.

In der Welt der Eye Candys hat die Gleichberechtigung längst Einzug gehalten. Waren Eye Candys früher nur Frauen, sieht man heutzutage auch junge, muskulöse Männer als Begleiter von wohlhabenden, älteren Damen.

Trotz Gleichberechtigung gibt es eine Schranke, die ein Eye Candy niemals durchbrechen kann: ihr Alter. Ein Eye Candy íst immer jemand, der jung ist. Das liegt zum einen an unserer Definition von Schönheit und zum anderen an dem Begriff selbst. Mit Süßigkeit, also Candy, wird etwas beschrieben, dass jung ist.

Eye Candy: Darum sind wir in Instagram verliebt

Eine seltene Bedeutungsvariation von Eye Candy beschreibt eine schöne Person, die man einfach nur gerne ansieht. Dieser Mann oder diese Frau muss nicht mit einem wohlhabenden, älteren Menschen zusammen sein. Sie oder er kann durchaus Single sein. Bis zu einem gewissen Grad kann man viele Instragram-Stars, Models und Schauspieler als Eye Candy bezeichnen. Wir sehen ihre Bilder und Filme an, weil uns ihr Aussehen gefällt – mehr nicht.

Der Wert dieser Stars liegt in ihrem Aussehen, nicht in ihrem Talent. Dabei zählt physische Schönheit genauso wie die korrekte Darbietung dieser körperlichen Attribute. Generell erwartet man von einem Eye Candy, sich sexuell, aber nicht nuttenhaft zu kleiden. Es geht darum, physische Attraktivität maximal zu präsentieren. In der bekannten Fernsehserie The Big Bang Theorie war Pennys Aufgabe, das Auge des männlichen Publikums zu fesseln.

Was bedeutet “Hirnschmalz”? Bedeutung, Wortherkunft, Definition, Erklärung


Von „Hirnschmalz“ spricht man, wenn jemand besonders intelligent und geistig begabt ist. Doch gibt es tatsächlich Schmalz im Gehirn, der die Denkleistung fördert?

Was bedeutet “Hirnschmalz”? Bedeutung, Wortherkunft, Definition, Erklärung

Vermutlich ist der umgangssprachliche Begriff im süddeutschen oder österreichischen Sprachraum entstanden. In diesen Regionen sagt man bevorzugt „Hirn“ statt „Gehirn“ und die Wurzeln des Wortes „Schmalz“ liegen ebenfalls in Bayern und Österreich.

Der Duden führt den Begriff unter „Gehirnschmalz“ und im neutralen Geschlecht. Es heißt also „das Gehirnschmalz“ und nicht „der Gehirnschmalz“. Umgangssprachlich wird das oft verwechselt.
Im Grunde ist die Klassifizierung durch den Duden als neutral nicht voll nachvollziehbar oder begründet. Immerhin heißt es einheitlich „der Schmalz“.

Schmalz bezeichnete ursprünglich ausgelassenes Schweinefett. Schmalz kann auch aus anderen Tierarten gewonnen werden. Es wird aus Schlachtvieh abgelassen. Abgekühlt nimmt es eine zähe Form an. Wird Schmalz wieder warm, zerfließt er zart. Schmalz galt in früheren Zeiten als besonders nahrhaft. Besonders in der kalten Jahreszeit war eine wertvolle und leicht haltbare Nahrungsergänzung.

Hirnschmalz: Gibt es Schmalz im Gehirn?

Nein. Es gibt zwar einen gewissen Anteil Fette im Gehirn, die für die einwandfreie Funktionsweise notwendig sind, „Gehirnschmalz“ in dem Sinn gibt es aber nicht.

Hier handelt es sich eindeutig um eine Wortschöpfung aus der Umgangssprache. Schmalz wird allgemein mit flüssig, gängig und geschmiert assoziiert. Früher verwendete man Tierschmalz auch als Schmiermittel für Räder, Flaschenzüge oder andere technische Einrichtungen.

Manchmal bringen Menschen Intelligenz und Denkkraft mit technischen Abläufen in Verbindung. Sie stellen sich die Vorgänge im Gehirn wie Zahnräder einer Maschine vor. Laufen die „Denkrädchen“ im Gehirn besonders geschmeidig, kommen gute Resultate und Ideen dabei heraus. Sind sie gut gefettet, läuft das Denken „wie geschmiert“.

Schmalz in seiner flüssigen Form wird manchmal auch mit emotional besonders übertriebenen Gedichten, Musikstücken, Kunst oder Andenken in Verbindung gebracht. „So ein Schmalz“ bezeichnet das emotionale Zer- oder Überfließen. In diesem Fall ist Schmalz in etwa gleichbedeutend mit „Kitsch“.

Hat Gehirnschmalz mit Ohrenschmalz zu tun?

Nein, auch diesen Zusammenhang gibt es nicht. Ohrenschmalz befindet sich zwar nahe dem Gehirn, dringt aber nicht bis ins Gehirn vor.

Ohrenschmalz ist eine zähflüssige gelbe Substanz. Sie wird von Drüsen im Inneren des Ohres gebildet. Ihre Aufgabe ist die Reinigung der Gehörgänge. Durch die offenen Ohrmuscheln können Fremdkörper, Staub, Mikropartikel oder Bakterien in die Gehörgänge gelangen. Der antibakterielle Ohrschmalz fließt vom Inneren des Ohres nach außen und sammelt dabei alle Fremdkörper ein.

Korrekte Verwendung und Synonyme für Hirnschmalz

Hirnschmalz wird regional verwendet und dort, wo es einfach passt. Bei der Verwendung umgangssprachlicher Begriffe muss man etwas Gefühl aufbringen. Insbesondere dann, wenn einem der Begriff in der vollen Bedeutung nicht geläufig ist.

“Hirnschmalz”: Beispiele

„Die hat aber viel Hirnschmalz“, für eine besonders begabte junge Frau, die mit 25 Jahren bereits die Doktorwürde verliehen bekommt.

„Da habe ich so viel Gehirnschmalz reingesteckt, das muss jetzt einfach funktionieren“, für eine Sache die lange und gut durchdacht und geplant war.

„Denen würde ein bisschen Hirnschmalz nicht schaden“, für eine Gruppe von Menschen, die sich offensichtlich dumm oder unpassend verhält.

Statt Hirnschmalz kann man auch Denkvermögen, Intelligenz, Klugheit, Geisteskraft, Scharfsinnigkeit, Verstand oder Vernunft sagen.

Andere umgangssprachliche Begriffe sind Köpfchen, Grips und Grütze haben oder ein Gscheidle sein (süddeutsch für besonders intelligent).

Korrekte Aussprache “Köttbullar”: Warum sagt man “Schöttbullar”? Bedeutung, Erklärung


Köttbullar sind sehr beliebte Fleischbällchen aus Skandinavien. Im Heimatlandland vergeht kaum eine Woche, ohne dass dieses traditionelle Gericht auf dem Familientisch steht. Ein großes Möbelhaus mit schwedischen Wurzeln hat die kleinen Fleischbällchen weltberühmt gemacht. Bei ihrem Eroberungszug in die Töpfe der Welt ist das Gericht seinem Namen immer treu geblieben und der ist typisch schwedisch und nicht so eindeutig in der Aussprache, wie es auf den ersten Blick scheint.

Richtige Aussprache “Köttbullar”: Warum sagt man “Schöttbullar”? Bedeutung, Erklärung

Die Regeln der schwedischen Sprache folgen einer besonderen Phonetik
Das schwedische Alphabet hat zu den bekannten Buchstaben des Alphabets drei Buchstaben im Anhang. Es sind Å, Ä und Ö. Nicht alle Buchstaben werden lautrein ausgesprochen und Buchstabenkombinationen verändern den Lautklang.
Die einzelnen Buchstaben des Wortes Köttbullar werden folgendermaßen ausgesprochen:

  • K – vor a, o, u, å und Mitlauten wie „k“, vor e, i, y, ä, ö wie scharfes „sch“ in „Matsch “
  • ö – lang und kurz etwa wie in „ östlich“
  • t – wie in „ T on“
  • b – wie in „ Beil“
  • u – lang wie „ü“ in „ über“, kurz zwischen „ ü “ und „ ö “
  • l – wie in „ laufen“
  • a – lang: Sehr offenes „a“, zwischen „ a “ und „ o “ kurz: Wie „a“ in „ Affe“
  • r – wird in Schweden und Finnland vorwiegend mit der Zungenspitze gerollt, nur in Südschweden wird es wie im Deutschen „im Hals“ gesprochen

Bei Anwendung der Regeln ergibt sich für die Aussprache der beliebten Fleischbällchen: Chöttbular.

Die Lautschrift zeigt folgendes Bild: ɕœtˌbɵlːar.

Für die Betonung gilt, dass ein Selbstlaut kurz gesprochen wird, wenn zwei oder mehr Mitlaute folgen.

Die Betonung, durch die die singende Satzmelodie im Schwedischen sehr schwierig. Hierfür gibt es leider keine einfachen Regeln. Es gibt zwei Arten der Akzentuierung: Entweder hat das Wort nur eine Betonung oder es hat eine stärkere, die meist auf der ersten Silbe liegt, und eine zweite, geringere Betonung. Die schwedische Sprache klingt zu Beginn ungewohnt. Es ist eine eher langsame Sprache mit deutlichen Betonungen.

Die Bedeutung von Köttbullar

Köttbullar ist ein zusammengesetztes Wort aus “Kött” für Fleisch und “Bullar” für Bällchen oder Klöße. In der Literatur werden die Fleischbällchen oft als Köttbulle bezeichnet. Gleichzeitig wird das Wort Bullar in Schweden als Schimpfwort verwendet und die Endung Bulle für Schnecken, wie in Zimtschnecken. Die gehört zu den Kuriositäten, die jede Sprache für Außenstehen hat und die es zu entdecken gibt. Die feinen Differenzierungen können ihren Ursprung in den unterschiedlichen Regionen Schwedens haben. Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff Köttbullar eindeutig mit Hackfleischklößchen in Rahmsoße belegt.

Geschichte: Wie Köttbullar nach Schweden kam

Über die Geschichte der Fleischbällchen gibt es unterschiedliche Theorien. Zwei Strömungen sind sehr plausibel und haben ihre Anhänger. Eine Geschichte verbindet die Herkunft mit dem schwedischen Königshaus.
Demnach könnte das traditionelle Gericht Köttbullar seinen Ursprung in einem ganz anderen Kulturkreis haben. Der König Karl der XII. reiste zu Beginn des 18. Jahrhunderts ins Osmanische Reich und verbrachte dort mehrere Jahre seines Lebens. Bei seiner Rückkehr nach Schweden brachte er das Rezept für türkische Hackbällchen mit. Anhänger sehen eine deutliche Ähnlichkeit zum türkischen Köffte und entdecken hier einen ähnlichen Wortursprung.

Andere Historiker legen dar, dass es das Gericht schon vor der Gefangensetzung des schwedischen Königs im Land bekannt war. Im Kochbuch von Anna Christina Warg erschien ein Rezept bereits im Jahr 1755 unter dem Namen Köttbulle. Die Köchin empfiehlt für die Zubereitung Kalbs- Schaf oder Ochsenfleisch. Die Fleischbällchen werden angebraten und zur bis zum perfekten Garpunkt gekocht oder im Ofen fertig gebacken. Das ist der Unterschied zu Frikadellen, die vollständig gebraten erden und zu Klößen die ausschließlich gekocht werden.

Zubereitung von Köttbullar

Die Fleischbällchen werden aus klassisch aus Hackfleisch hergestellt. Mit Paniermehl, Zwiebeln, Ei und Gewürzen werden kleine Bällchen geformt, die zuerst angebraten werden und anschließend im Backofen weitergaren. Serviert werden Köttbullar mit einer feinen Sahnesoße, Preiselbeerkompott und einer Kartoffelbeilage. In einigen Regionen Schwedens werden Köttbullar aus Elchfleisch zubereitet.

Was bedeutet “Servus”? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


„Servus“ ist eine Grußformel, die traditionell im südlichen Deutschland verwendet wird. In Norddeutschland ist sie nicht anzutreffen. „Servus“ wird zu Begrüßung, aber auch zur Verabschiedung verwendet. Es handelt sich um einen freundschaftlichen, eher saloppen Gruß, der auch in großen Teilen Mitteleuropas vorkommt. Er ist in ganz Österreich, Südtirol, Slowenien, Kroatien, Ungarn, der Slowakei, im rumänischen Siebenbürgen und in Polen anzutreffen.

Was bedeutet “Servus”? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

„Servus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Knecht“, „Diener“ oder auch „Sklave“. Bei dem Gruß handelt es sich genaugenommen um eine Kurzform für „Ich bin Dein Diener“ oder schlicht „zu Diensten“. Der Gruß war in allen gesellschaftlichen Schichten bekannt. Auch Adlige des alten Österreichs, Böhmens und Bayerns begrüßten sich untereinander mit „Servus“. Allerdings wurde immer die Hierarchie geachtet. Adlige auf Augenhöhe konnten sich unter ihresgleichen mit „Servus“ begrüßen. Der Gruß funktionierte auch von unten nach oben, aber kaum umgekehrt. Eine Demutsformel im Sinne von „Ihr untergebenster Diener“ kann nur von unten nach oben gerichtet sein.

Adam Härdl schreibt in “Lateinische Überreste im bairischen Dialekt”, dass der Gruß in „barocker, schwulstiger Zeit die besondere Ergebenheit und Unterwürfigkeit des Grüßenden gegenüber dem Gegrüßten ausdrücke“, etwa: „Euer untertänigster gehorsamer Diener“. „Servus“ ist heute ein freundschaftlicher Gruß im Sinne von „Grüß Dich“. Der Gruß setzt aber immer ein Duz-Verhältnis voraus.

Woher kommt „Servus“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Im Italienischen hat das „Ciao“ die gleiche Grundbedeutung wie „Servus“. Es leitet sich sogar ganz direkt von „Schiavo“ („Sklave“) ab. Im Wienerischen wird der Gruß „G’schamster Diener“ („Gehorsamster Diener“) unter den Fiakerfahrern noch heute verwendet! Auch dieser Gruß entspricht genau der ursprünglichen Bedeutung von „Servus“.

Nach dem Niedergang des Römischen Reiches blieb das Lateinische bis in die Neuzeit hinein als „tote Sprache“ die führende Sprache in den Wissenschaften, der Diplomatie, des Rechtswesens, der Literatur und in der Kirche. Von einer „toten Sprache“ ist dann die Rede, wenn es keine Muttersprachler mehr gibt, die sie sprechen. Katholiken kennen aber noch heute das Kirchenlatein und die Redewendung „mit seinem Latein am Ende sein“ bedeutet auch heute noch, dass selbst ein gebildeter Mensch nicht mehr weiter weiß.

Eine lebende Sprache verändert und erweitert sich kontinuierlich. Der deutsche Wortschatz besteht zu einem guten Teil aus althochdeutschen und mittelhochdeutschen Erbwörtern, aus Lehnwörtern anderer Sprachen, die an die deutsche Sprache angepasst wurden, und aus Fremdwörtern, die ins Deutsche zwar integriert, aber als Fremdwörter noch erkennbar sind. Die ältesten Lehn- und Fremdwörter in der deutschen Sprache stammen aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten, also aus der Römerzeit. Zusammen mit den römischen Sitten, Bräuchen und Gesetzen eroberten auch die dazugehörigen lateinischen Begriffe das Leben der Germanen, einer davon ist „Servus“.

Wortherkunft Servus: Der Limes als Sprachgrenze

Der Limes war im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus die Grenze zwischen dem Römischen Reich und Germanien. Der Grenzwall war kein lückenloses Sperrwerk. Er hatte zunächst einmal symbolischen Charakter und signalisierte den benachbarten Völkern: Hinter dieser Palisade beginnt das mächtige Rom. Ein genehmigter Grenzübertritt war nur an den dafür vorgesehenen Kontrollposten möglich. Wer die Grenze überschritt, musste sich den Gesetzen des römischen Reiches unterordnen. Es befanden sich rund 900 Wachtürmen und 100 Kastelle und Feldwachen entlang des Limes. Ein illegales Überschreiten hatte massive Strafen oder brutale Vergeltungsfeldzüge durch die Römer zur Folge. Kriegsgefangene wurden als Sklaven verkauft, was übrigens auch Gesetzesübertretern blühen konnte.

Der Limes war aber nicht nur eine Reichsgrenze, sondern auch eine Sprachgrenze. Innerhalb des Römischen Reiches war Latein die Amtssprache. Aber im Laufe der zum Teil jahrhundertelangen römischen Herrschaft wurde in den eroberten Gebieten Latein fast überall auch zur Volkssprache (dem sogenannten „Vulgärlatein“ oder auch „Sprechlatein“). Aus diesen lateinischen Dialekten entwickelten sich nach dem Ende der römischen Herrschaft die romanischen Sprachen.

Mit einer Länge von 549 Kilometern ist der Limes das größte Bodendenkmal in Deutschland. Davon verlaufen 158 Kilometer durch Bayern, 164 Kilometer durch Baden-Württemberg, 152 Kilometer durch Hessen und 75 Kilometer durch Rheinland-Pfalz. Südlich des Limes befindet sich das Saarland und östlich davon Thüringen. All diese modernen deutschen Bundesländer verwenden die Grußformel „Servus“. Das ist kein Zufall. „Servus“ ist ein sprachliches Überbleibsel aus der Römerzeit. Die südlichen Bundesländer waren einmal Teil des Römischen Reiches mit Latein als Verwaltungssprache. Thüringen war ein benachbartes Gebiet, das Saarland war vollständig erobert und die anderen vier Bundesländer wurden damals vom Limes durchschnitten.

Bedeutung Servus: Von der demütigen Unterwürfigkeit zur stolzen Lässigkeit

„Servus“ als Grußformel ist ein Relikt der Römerzeit. Im kollektiven Gedächtnis der Menschen setzte sich die traumatische Erfahrung der Eroberung und Demütigung fest. Noch Jahrhunderte nach der Römerzeit wurde erinnert, dass es besser ist, sich den Herrschenden gegenüber demütig zu zeigen. Aufmüpfigkeit oder Opposition konnte die Freiheit und letztendlich das Leben kosten.

Während in früherer Zeit das „Servus“ die Kurzform für „Ich bin Dein Diener“ oder „Ich bin zu Diensten“ bedeutete und damit eine Form der Unterwürfigkeit darstellte, ist dies heute völlig anders. Im Laufe der Zeit hat dieser Gruß einen völligen Bedeutungswandel erlebt. Während „Servus“ noch im letzten Jahrhundert eine respektvolle Begrüßung war, ist es heute unter jungen Leuten ein Zeichen von Lässigkeit, sich so zu begrüßen oder zu verabschieden.

Es gibt mindestens zwei naheliegende Gründe für diesen Bedeutungswandel. Zum einen haben sich die Zeiten geändert. Spätestens mit der 1968er-Bewegung möchten zumindest die jungen Menschen niemandem mehr freiwillig zu Diensten sein. Zum anderen wurde die ursprüngliche Bedeutung vergessen oder rückte komplett in den Hintergrund. Auch diejenigen, die wissen, dass mit dem lateinischen Servus ein Sklave gemeint ist, beziehen diese Bedeutung nicht auf sich selbst. Das ist ganz ähnlich auch bei anderen Grußformeln zu beobachten. Wer denkt bei „Sehr geehrter Herr“ tatsächlich an einen Herren oder bei „Sehr geehrte Damen“ an gesellschaftlich höhergestellte Frauen? Niemand denkt darüber nach, wenn er diese Formeln verwendet! So ist das auch mit dem „Servus“.

„Servus“ ist heute ein lässiger Gruß unter Freunden und hat nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Respekt des Grüßenden vor dem Gegrüßten zu tun. „Servus“ ist heute alles andere als ein Ausdruck von Unterwürfigkeit. Dieser spezielle Gruß ist in heutiger Zeit ein stolzes Bekenntnis zur Heimat und zur Herkunft und impliziert genau die rebellische Aufmüpfigkeit, die mit dem „Servus“ über Jahrhunderte bewusst vermieden werden sollte.

Warum sagt man “Schulz”, wenn jemand rülpst? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wer sich hin und wieder ein kohlensäurehaltiges Getränk genehmigt, kennt das Problem: Irgendwann muss die auf Dauer angesammelte Kohlensäure auch wieder raus und man setzt einen lautstarken Rülpser ab. Bei geselligen Runden mit Freunden in den heimischen vier Wänden ist das sicherlich kein Problem, doch wer in der Öffentlichkeit rülpst, begeht damit in den Augen vieler Mitmenschen einen Tabubruch. Um die betroffene Person auf ihr uncharmantes Verhalten aufmerksam zu machen, ruft man dieser gern ein kurzes “Schulz” zu. Doch woher kommt diese komische Redewendung eigentlich? Und welche tiefere Bedeutung verbirgt sich hinter ihr?

Warum sagt man “Schulz”, wenn jemand rülpst? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Gerade in geselligen Runden, die sich aus jungen Leuten zusammensetzen, hört man immer wieder den Ausdruck “Schulz”, wenn eine der anwesenden Personen versehentlich lautstark rülpsen muss – doch auch bei älteren Menschen jenseits der 40, die innerlich immer noch jung geblieben sind, wird man relativ schnell auf diese Redewendung stoßen, sobald ausreichend Bier fließt. Weit verbreitet ist der Ausdruck “Schulz” vor allem im westlichen und nördlichen Deutschland, im Süden kommt er hingegen nahezu überhaupt nicht vor – doch unterhalb des Weißwurstäquators gelten ja ohnehin andere Regeln.

Drei Männer saßen in einer Kneipe und tranken Bier…

Wie genau die Redewendung “Schulz” entstanden ist, ist leider nicht zu 100% erwiesen. Man munkelt jedoch, dass sich bereits im Jahr 1978 drei Männer in ihrer Stammkneipe trafen, um ordentlich einen über den Durst zu trinken. Einer dieser Männer hatte den weit verbreiteten Nachnamen Schulz. Als er plötzlich einen lauten Rülpser von sich gab, riefen die beiden anderen Männer entsetzt “Schulz” zu. Zudem haute einer der beiden Männer dem Rülpser mit der flachen Hand freundschaftlich auf den Kopf, um diesem zu zeigen, dass sein Verhalten unangebracht war. Einer Gruppe von Jugendlichen am Nachbartisch blieb diese Aktion nicht verborgen. Auch sie genehmigten sich einige Bierchen und übernahmen unter lautstarkem Gelächter die Vorgehensweise ihrer Tischnachbarn: Sobald einer von ihnen rülpsen musste, wurde dies von den anderen Jugendlichen ebenfalls mit einem lauten “Schulz” kommentiert.

Dass der Schlag auf die Stirn des Mannes als eine Art Verwarnung diente, bekamen die Jugendlichen jedoch nicht ganz mit, wodurch sie der Meinung waren, dass es sich wohl um eine Art Trinkspiel handeln muss.

Schulz-Trinkspiel (Rülpsen): Nicht immer mit einheitlichen Regeln, aber lustig

Die Jugendlichen spielten daraufhin das vermeintliche Schulz-Trinkspiel nach: Immer wenn einer von ihnen gerülpst hatte, musste dieser laut “Schulz” rufen. Vergas er den Ausdruck, schlug ihm einer der anderen Spieler mit seiner Hand auf die Stirn und rief dabei ebenfalls “Schulz”. Dieses sogenannte Schulz-Trinkspiel erfreut sich vor allem bei jüngeren Menschen nach wie vor hoher Beliebtheit. Die Spielregeln variieren jedoch ab und an: So gibt es beispielsweise auch eine Version, in der die rülpsende Person nach jedem lauten Rülpser selbst “Schulz” ruft und sich mit der eigenen Hand an die Stirn greift. Einen tieferen Sinn hat das ganze Prozedere natürlich nicht, doch welches Trinkspiel ergibt im angeheiterten Zustand schon Sinn?

Verwendung in Filmen und Comics steigert die Beliebtheit von “Schulz”

Dass sich der Ausdruck “Schulz” überhaupt etablieren konnte, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass er in einigen Filmen und Comic anzutreffen ist. Ein unrühmliches Beispiel hierfür ist sicherlich die deutsche Buddy-Komödie “Feuer, Eis und Dosenbier” aus dem Jahr 2002, in der unter anderem Axel Schulz und Rick Kavanian zu sehen sind – und eben auch der lautstarke Ausdruck “Schulz”. Auch in den legendären Werner-Comics von Zeichner Rötger Feldmann alias Brösel taucht der Begriff immer mal wieder auf, wenn sich Werner, Eckat und seine Kumpels auf der Baustelle ordentlich die Kante geben. Spätestens seit der Verfilmung der Werner-Comics ist der Ausdruck “Schulz” in aller Munde.

Fazit:

Hinter der Redewendung “Schulz”, die man nach einem herzhaften Rülpser von sich gibt, verbirgt sich zwar keine bahnbrechende Geschichte, dennoch ist es interessant, die Entstehung dieses feuchtfröhlichen Trinkspruchs zu kennen – denn so hat man bei der nächsten Runde in der Stammkneipe definitiv etwas zu erzählen.

Warum sagt man “Frechdachs”? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Die Redewendung „Frechdachs“ zaubert sofort Bilder in die Köpfe der Menschen. Ständig wird sie ausgesprochen und angehört, ohne dass Herkunft oder Bedeutung richtig bekannt sind. Zum Verstehen braucht es die Kenntnis der Hintergründe und der bildhaften Sprache. Dieses Wissen ist oftmals ein Prozess, der sich über das ganze Leben hinziehen kann. Für Nicht-Muttersprachler ist es übrigens besonders schwer, deutsche Redewendungen zu verstehen.

Was bedeutet “Frechdachs”? Bedeutung

Seit Jahrhunderten werden Redewendungen von Generation zu Generation weitergegeben. Im weitesten Sinne sind Sie ein Spiegelbild von Moralvorstellungen und Lebenserfahrungen. Das geflügelte Wort Frechdachs ist schon lange in Gebrauch und wird in der Regel in Sätze eingebunden – wie zum Beispiel „Du Frechdachs, das war ungezogen…“.
Allgemein wurde früher mit dem Begriff Respektlosigkeit verbunden. Dazu zählten vor allem ungebührliches Benehmen, grobe Streiche und Widersetzlichkeit. Im 21. Jahrhundert milderte sich die Begrifflichkeit deutlich ab.

Woher kommt “Frechdachs”? Wortherkunft

Im Altdeutschen bedeutete das Wort freh (heute frech), dass jemand die herkömmlichen Normen von Höflichkeit und Respekt gravierend missachteten. So ein Verhalten war zum damaligen Zeitpunkt hochgradig beleidigend und impertinent. Zum Beispiel galt es als unverschämt, den Vater frech anzulügen oder freche Antworten zu geben. Im Neudeutschen wandelte sich das Adjektiv und mit frech wird Lebhaftigkeit, Witzigkeit und Wagemut assoziiert. Viele nutzen und kennen heute beispielsweise die Redewendungen: „Frech wie Oscar“ oder „Freche Mode“.

Was bedeutet “Dachs”? Erklärung, Definition

Dachs ist ein Substantiv, maskulin und bezeichnet ein charismatisches Säugetier mit schwarz-weiß gezeichnetem Kopf, langer Schnauze, kompakten Körper und kurzen Beinen, die auffällige starke Krallen haben. Aufgrund der Kopfzeichnung hat der Dachs ein wenig Ähnlichkeit mit der weltweit berühmten Roman- und Filmfigur Zorro. Der mutige Held wird als Rächer der Armen gefeiert und etwas Frechdachs steckt in ihm schon drin. In der Fabelwelt oder im Märchen wird der Dachs als Meister Grimbart bezeichnet. Er gilt als ruhig, bedächtig und nachdenklich. Der Nachwuchs der Dachse ist dagegen sehr verspielt, tollt mit Artgenossen ständig herum und testet seine Grenzen aus. Das heißt am Ende: Das Verhalten der Dachse ist immer vorhersehbar. So gibt es beispielsweise auch die Wortkombination: „Schlafen wie ein Dachs“.

Was bedeutet “Frechdachs”? Bedeutung, Definition, Erklärung

Werden die Wörter „frech“ und „Dachs“ zu „Frechdachs“ zusammengesetzt, entsteht daraus ein neues Wort mit völlig anderer Bedeutung. Dank der Bildhaftigkeit der Sprache und des nötigen Hintergrundwissens weiß der Leser jetzt, dass die Bezeichnung oft für etwas vorlaute, eigensinnige, wortgewandte, clevere und dennoch liebenswerte Zeitgenossen angewendet wird.
Welche Neuschöpfungen von Redewendungen in Zukunft neu hinzukommen, ist übrigens ein weiteres spannendes Kapitel:

Frechdachs: Wahrheit oder Lüge? Eine Story zur Wortherkunft

Die Geschichte geht in etwa so: Die ersten Frechdachse bemerkte ein imaginärer Gottlieb Wiegand im Jahre 1580. Zum damaligen Zeitpunkt war er als Welterkundler unterwegs. Er beschreibt den Frechdachs als mit großer Klappe, ausgebildeten Lachmuskeln, null Ehrfurcht und schelmenhaftem Verhalten auftretend. Von morgens bis abends zogen Frechdachse durch das Land, um andere Menschen mit wilden Streichen und frechen Sprüchen zu ärgern. Schließlich verbreitete sich der Frechdachs auf der ganzen Welt. Hier der Beweis dafür: Auf Spanisch heißt er mono fresco, in Schweden wird er als uppnosig apa bezeichnet und auf Französisch hat er den klangvollen Namen singe effronté. Weiterhin gibt es die Vermutung, dass Asiaten so über die Scherze lachen mussten, dass Sie davon wahrscheinlich Schlitzaugen bekamen.

Was bedeutet “Schickse”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Schickse“ wird vor allem in der jüdischen Gemeinde verwendet, wobei die Bedeutung sich in den letzten Jahrhunderten stark verändert hat. Während das Wort ursprünglich für nichtjüdische bzw. christliche Frauen eingesetzt wurde, steht es inzwischen für eine geringschätzige Bezeichnung für Frauen oder Mädchen. Das Gegenteil von „Schickse“ ist „Schekez“ bzw. der nichtjüdischer bzw. christlicher junger Mann.

Was bedeutet “Schickse”? Wortherkunft, Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Wort „Schickse“ stammt aus dem jiddischen Sprachgebrauch und hat im Laufe der Jahrhunderte einen Bedeutungswandel erfahren. Laut Quellen aus dem 17. Und 18. Jahrhundert wurde das Wort ursprünglich für nicht jüdische bzw. christliche Mädchen und Frauen verwendet. Da Juden nur Jüdinnen heiraten sollten, wurde ein nichtjüdisches Mädchen als Schickse betitelt. Schicksen kamen für die Heirat und die Familiengründung zur damaligen Zeit nicht infrage. Ursprünglich leitete sich das Wort vom jddischen Begriff für „Unreines“ oder „Abscheu“ ab. Das Gegenteil der Schickse ist der „Schekez“. Als Schekes wurden nichtjüdische, christliche junge Männer bezeichnet. Hier gab es ebenfalls eine Umkehrung des Bedeutungsbegriffs, sodass ein Schekez bzw. Schekz ein Judenjunge bzw. ein junger Mann, Liebhaber oder fester Freund war.

Der Begriff entwickelte sich weiter und wurde anschließend für grell geschminkte, aufreizend gekleidete junge sowie sexuell freizügige Frauen benutzt. Durch das Rotwelsche Eingang kam die Bezeichnung in die deutsche und englische Sprache und wurde von ihr übernommen. Erst mit der Bedeutung für „Flittchen“ oder „leichtes Mädchen“ wurde Schickse als Schimpfwort eingesetzt. In manchen deutschen Gegenden wie dem Ruhrgebiet wird „Schickse“ noch immer verwendet, wobei der Begriff heute einen eher satirischen Charakter besitzt. Beispielsweise werden als Schicksen attraktiv erscheinende Frauen angesehen, welche als eine Art Versuchung für Männer gelten.

Heutige Verwendung und Bedeutung von “Schickse”

Schickse wird heutzutage noch immer benutzt. Inzwischen hat der Begriff einen satirischen Charakter angenommen. Zahlreiche Bedeutungsnuancen stehen heute Zusammenhang mit Schickse. Zum Beispiel kann das Wort liebevoll-ironisch, milde abwertend oder sogar stark beleidigend benutzt werden. Hierbei trägt das Umgebungsfeld maßgeblich zum Bedeutungszusammenhang bei. Im jüdisch-orthodoxen Umfeld gilt eine unfromme Jüdin als Schickse, wobei es sich nicht um eine Christin handelt. Im amerikanisch-jüdischen Feld allerdings wird als shiksa princess ein besonders attraktives sowie blondes Mädchen bezeichnet.

Gebrauch im jüdischen Umfeld: Schickse

Obwohl „Schickse“ aus dem jüdischen Umfeld stammt, wird der Begriff nicht mehr wie ursprünglich im 17. und 18. Jahrhundert für nichtjüdische bzw. christliche Frauen benutzt. Vielmehr wird im jüdisch-orthodoxen Feld seit dem 19. Jahrhundert unter Schickse ein Mädchen oder eine Frau verstanden, welche die jüdischen Gebote nicht vollständig befolgt. Jene Juden und Jüdinnen, welche den jüdischen Geboten nicht mit der erwartungsgemäßen Ernsthaftigkeit befolgen, werden dadurch den Nicht-Juden bzw. Christen gleichgestellt. Trotz ihrer Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben können Schicksen somit Jüdinnen sein. Diese Bedeutung wurde letztendlich ins Deutsche übernommen, ohne teilweise die Ursprungsbezeichnung zu kennen.

Gleichzeitig wurden vielen Frauen innerhalb der jüdischen Gemeinde unterstellt, sie würden als Prostituierte arbeiten, wenn diese nur schwer selbstständig ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. Mit der Unterstellung, Juden würden für alles Schlechte auf der Welt verantwortlich sein, wurde Schickse sogar teilweise für alle weiblichen Personen jüdischer Herkunft benutzt. Somit galt lange Zeit jede Jüdin als Schickse, sodass die ursprüngliche Bedeutung umgekehrt wurde.

Warum sagt man “Julei”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ursprünglich sollte der Name Juli ein Denkmal für den Kaiser Julius Cäsar sein. Dabei wurde der Monat laut dem römischen Kalender eigentlich “Quintilis” genannt, was übersetzt soviel wie “der Fünfte” hieß. Tatsächlich war es damals so, dass der Juli der fünfte Monat des Kalenders war. Erst im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn um acht Wochen vorverlegt, so dass er anschließend zum siebten Monat im Kalender wurde. Das hat sich bis heute nicht mehr geändert.

Warum sagt man “Julei”? Woher kommt der Name? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bevor der Juli aber endgültig seinen Namen behalten durfte, wurde er noch einmal umbenannt. Der Kaiser Commodus fand die Idee gut, ihn Aurelius zu nennen. Das sollte eine direkte Verbindung zu ihm herstellen. So hieß der Monat dann auch bis zu seinem Tode. Erst danach benannte man ihn wieder um in Juli.

Das wurde in der Form dann später auch im sogenannten Gregorianischen Kalender dargestellt, der seit Ende des 16. Jahrhunderts am häufigsten genutzt und somit auch als bürgerlicher Kalender bezeichnet wird. Auf seinen Angaben basiert nicht nur die Darstellung des Datums nach ISO 8601. Er rechnete als Basis auch mit durchschnittlich 365,2425 Tagen, was unseren heutigen Angaben nahezu identisch entspricht. Die ursprüngliche Idee dieses Kalenders war es, sowohl Mond-, als auch Sonnenjahr besser zu synchronisieren. Denn die julianische Variante reichte nicht aus, um das Sonnenjahr adäquat mit einzubeziehen. Man stellte damals fest, dass ein Jahr zu lang oder auch zu kurz ausfallen kann, wenn die Kalender nicht richtig miteinander synchronisiert sind. Auf Dauer verschob sich dann der Jahresanfang immer wieder.

Welche interessanten Eckdaten finden sich noch zum Juli?

Der Monat Juli wird auf der Nordhalbkugel (Europa und Deutschland) als Sommermonat bezeichnet. Das ist aber längst nicht überall auf der Welt so. Südlich vom Äquator ist er nämlich ein Wintermonat.

Außerdem hat der Juli 31 Tage, im Gegensatz zu vielen anderen Monaten aber keinen einzigen Feiertag. Trotzdem erfreut er sich in unseren Gefilden größter Beliebtheit, da er neben lauen Sommerabenden auch für den Beginn der Ferien steht.

In der altdeutschen Sprache gab es übrigens noch zahlreiche andere Namen für diesen Monat. So nannte man in auch Heuet, Heumond, Honigmond oder Bärenmonat. Wobei der Begriff Honigmond noch heute für die Flitterwochen stehen kann. Besonders geläufig waren Namen wie Heuert oder Heumonat, da in dieser Zeit vorzugsweise die erste Ernte von Stroh oder Heu eingebracht wurde.

Woher kommt der Ausdruck “Julei”? Wortherkunft

Wie so oft ist der Ursprung bei alten Überlieferungen häufig nicht ganz klar. So ist das leider auch bei diesem Ausdruck. Allerdings erscheint es sehr logisch zu sein, dass man den Begriff “Julei” verwendet, um sich in der Aussprache ganz klar vom Monat Juni abzugrenzen. Gerade in Telefonaten oder während eines Diktats kann es aufgrund der Ähnlichkeit sehr schnell zu Verwechslungen kommen. Hinzu kommt, dass beide Monate im Kalender direkt hintereinander zu finden sind. Das erschwert das Ganze teilweise erheblich. Aus einem ganz ähnlichen Grund nennt man den Juni übrigens auch “Juno”. Diese Ausdrücke erleichtern ganz einfach die Unterscheidung beider Begriffe. Das ist besonders hilfreich, wenn die Übermittlung der Informationen nicht schriftlich erfolgt.

Was bedeutet “Korinthenkacker”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Unter einem Korinthenkacker versteht man einen Menschen, der übermäßig genaunehmerisch und deswegen sehr anstrengend ist. „Korinthenkacker“ ist ein derber, negativer Begriff, der abfällig und abwertend einen pedantischen Menschen bezeichnet. Oft werden Beamte als Korinthenkacker bezeichnet, weil sie vermeintlich alles übergenau und bürokratisch sehen. Paragraphen werden zitiert, kein Auge wird zugedrückt. Korinthenkacker sind kleinlich, pingelig und kleinkariert. Oft werden sie auch als Erbsenzähler tituliert, was auf dasselbe hinausläuft, aber weniger derb daherkommt.

Was bedeutet “Korinthenkacker”? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Korinthenkacker ist nicht nur ein abwertender, sondern auch ein Begriff, der Ärger ausdrückt. Er ist negativ besetzt. Er steht für Menschen, die Ungenauigkeiten weder ignorieren noch tolerieren. Er steht auch für Menschen, die unflexibel und stur an einer Sache festhalten und Fünfe nicht gerade sein lassen können.

Was sind Korinthen? Bedeutung

Korinthen sind kleine, schwarze Rosinen. Es sind getrocknete blaue Weintrauben der Art Korinthiaki. Sie wurden in Griechenland, genauer gesagt auf dem Peloponnes kultiviert. Vom Hafen der Stadt Korinth aus wurden sie schon früh in alle Welt verschifft. Die französische Bezeichnung für die Korinthe ist „Raisin de Corinthe“ („Rosine von Korinth“) und nimmt direkten Bezug auf den Herkunftsort dieser speziellen Rosine.

„Rosine“ ist der Oberbegriff für alle Arten von getrockneten Weintrauben. Je nachdem um welche Rebenart es sich handelt, ist die Rede von Korinthen, Zibeben oder Sultaninen. Korinthen sind die kleinste Rosinenart. Sie sind dunkelviolett, schwarzbraun oder schwarzblau und haben einen kräftigen Geschmack. Die Korinthiaki-Trauben werden nach der Lese lediglich in der Sonne getrocknet und kommen danach gereinigt, aber unbehandelt auf den Markt.

Warum Korinthen?

Der Ausdruck Korinthenkacker bezieht sich offensichtlich direkt auf die Rosine aus Korinth. Das ist sicher kein Zufall. Die Frage ist also, was steckt dahinter? Es könnte ja ebenso heißen „Sultaninenkacker“ oder „Rosinenkacker“. Da dies nicht der Fall ist, muss die Korinthe eine besondere Rolle spielen.

Häufig ist zu lesen, dass Korinthenkackern unterstellt wird, so penibel zu sein, dass sie sogar auf der Toilette extrem gleichförmige Ausscheidungen hinterlassen, eben wie Korinthen. Aus dieser Unterstellung habe sich der Ausdruck Korinthenkacker entwickelt. Es ist naheliegend die Form und Farbe der Korinthe für diese Erklärung heranzuziehen. Sie sind klein, schwarz und schrumpelig.

Aber wenn dem so wäre, würde es nicht auch alternative Begriffe geben, wie beispielsweise „Erbsenzähler“, „Tüpflischisser“, „Haarspalter“, „Krümelkacker“ oder „Kümmelspalter“. Es scheint klar, dass es nicht Form und Farbe sind, um die es geht, sondern die geringe Größe. Korinthen sind die kleinsten aller Rosinen. Erbsen, Tüpfelchen, Krümel und Kümmel sind ebenfalls sehr klein und Haare sind sehr fein. Beim Korinthenkacker ist also die Kleinheit und die daraus resultierende Kleinlichkeit das Thema.

Woher kommt der Begriff „Korinthenkacker“? Wortherkunft, Bedeutung

In Deutschland ist die Korinthe seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Im Spätmittelalter hatte sich der Beruf des Kaufmanns längst etabliert. In Deutschland dominierte die Deutsche Hanse den Handel. Und Kaufleute konnten nur reich werden, wenn sie ganz genau kalkulierten. Sie kauften Handelsgüter zu einem bestimmten Preis ein und verkauften sie zu einem höheren Preis.

Es ist sicher kein Zufall, dass die Korinthe zur Bildung eines Schimpfwortes herangezogen wurde. Selbstverständlich wurden die Korinthen beim Kauf und Verkauf nicht gezählt und einzeln bezahlt. Sie wurden gewogen und für eine bestimmte Menge wurde ein bestimmter Betrag vereinbart. Mit dieser Tradition im Hintergrund tat sich ein besonders pingeliger oder genaunehmerischer Mensch besonders ärgerlich hervor.

Ein vernünftiger Kaufmann rechnet nicht jede einzelne Korinthe ab. Auf ein paar Korinthen mehr oder weniger kommt es nicht an. Einem kleinlichen Menschen fehlt diese Großzügigkeit und Toleranz. Ein solcher Händler wird einzelne Korinthen aus dem Korb herausnehmen, so lange bis das Gewicht haargenau stimmt und kein Gramm verschenkt wird.

Korinthen stehen dabei für alle Waren, die nicht einzeln, sondern aus naheliegenden Gründen in Mengen abgerechnet werden. Das können Gewürze, Beeren, Getreide, Hülsenfrüchte oder Nordsee-Krabben sein; eben alles, was klein ist und gewogen, aber nicht abgezählt wird. Dass sich die Redewendung auf Korinthen bezieht, liegt möglicherweise daran, dass Trockenfrüchte aus dem Mittelmeerraum im späten Mittelalter exotische Spezialitäten waren. Sie waren selten und teuer. Nur Reiche, also Mächtige, konnten sich Korinthen leisten. Sicher spielte Neid, Eifersucht und auch Verächtlichkeit eine Rolle bei der Wahl dessen, was sich für ein Schimpfwort eignen könnte. Erbsen oder Weizen kacken kann jeder, aber Korinthen können nur die, die nichts verschenken und auf keine einzelne Rosine verzichten wollen.

Der Korinthenkacker in der älteren Geschichte

Vermutlich liegen die Ursprünge des Korinthenkackers im Spätmittelalter. Das Wort Kacke ist ein derber umgangssprachlicher Ausdruck für Kot und kommt aus dem Spätmittelhochdeutschen. Die Korinthe ist seit dem 15. Jahrhundert in Deutschland bekannt. Kacken als Verb ist ebenfalls seit dem 15. Jahrhundert bezeugt. Es ist also recht wahrscheinlich, dass der Ausdruck Korinthenkacker auch aus dieser Zeit stammt.

Kacke ist ein Fluch- oder Schimpfwort, das auch heute noch bei Verärgerung und Frustration oder Schwierigkeiten benutzt wird. Als Korinthenkacker werden Personen bezeichnet, über die man sich ärgert, weil sie einem vermeintlich Schwierigkeiten machen oder in irgendeiner Form hinderlich sind. Solche Personen verhalten sich aber lediglich korrekt und sind rechtlich betrachtet also weder angreifbar noch widerlegbar. Korinthenkacker sind zwar im Recht, verhalten sich aber rechthaberisch und lösen dadurch Wut oder Ärger bei dem Gegenüber aus.

Auch diese spezifische Verwendung des Ausdrucks Korinthenkacker passt zu der Vermutung, dass er aus einer Zeit stammt, in der es zwischen Menschen verstärkt zu solchen kleinkarierten und frustrierenden Situationen kam. Eine Zeit, in der kaufmännische oder gesellschaftliche Gesetze und Regeln individuell auslegbar waren und Untergebene, Abhängige oder schwächere Geschäftspartner die Ergebnisse solcher Auslegungen zähneknirschend akzeptieren mussten.

Der Korinthenkacker in der neueren Zeit

Zwar ist zu lesen, dass sich dieser „derbe Scherzausdruck“ in der Umgangssprache des 19. Jahrhunderts entwickelte. Es ist aber viel wahrscheinlicher, dass sich der Ausdruck Korinthenkacker seit dem späten Mittelalter durch mündliche Überlieferung im Laufe der Zeit im oralen Gedächtnis der Menschen festsetzte.

Der einfache Mensch des späten Mittelalters und der darauffolgenden Epochen konnte weder lesen noch schreiben. Ein Schimpfwort wurde also eher mündlich weitergegeben. Wenn es in späterer Zeit plötzlich schriftlich auftaucht, hat dies vermutlich etwas mit sich verändernden gesellschaftlichen Strukturen zu tun. Im Fall des Korinthenkackers hängt das Auftauchen des Ausdrucks vermutlich mit der „Erfindung“ der Bürokratie im 19. Jahrhundert zusammen. Diese „Herrschaft der Verwaltung“ wurde als Bürokratismus empfunden und die Verwaltungsleute mit ihren Vorschriften und Regeln waren die neuen Korinthenkacker.

Warum sagt man “frägt”? Woher kommt der Ausdruck? Bedeutung, Definition, Erklärung


Jugendliche kennen diese Situation, dass sie im Gespräch sind und einer sagt: “Ich hab’ ihn total gefrägt!” Manchmal spricht man auch von “dem Fräg”. Aber woher kommt der Begriff eigentlich? Was bedeutet er und in welchem Kontext taucht er auf?

Fräg oder Frag: Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Fräg ist eine eingedeutschte Variante eines eigentlich englischen Begriffs, der vom Verb “to frag” abstammt. Diese Bezeichnung beschreibt in Videospielen – genauer gesagt in First-Person-Shootern – den Abschuss eines Gegners. Ursprünglich haben die Spieler mit einem Frag Situationen beschrieben, in denen sie ihren Gegner auf unerwartete oder sehr stilvolle Weise abgeschossen haben. Wenn ein anderer Spieler zum Beispiel in eine geworfene Granate lief, dann galt dies als Frag. Mittlerweile wird aber jede Form von Abschuss als Frag gewertet.

In vielen Spielen, die einen Mehrspielermodus haben, werden gegnerische Abschüsse mittlerweile offiziell als Frags gezählt, um die Ergebnisse miteinander vergleichen zu können.

Der Ursprung des Frags

Der Frag ist eigentlich ein Kunstwort, das verkürzt für “fragmentation granade”, also einer Splittergranate steht. Diese Art von Granaten wurde von den Amerikanern vermehrt während der Vietnamkriege eingesetzt, um ihren Gegnern zuzusetzen. Denn da die Vietkong-Soldaten sich in den dichten Dschungel-Arealen oft so gut verschanzt hatten, dass sie kaum zu sehen waren, hatten die amerikanischen Soldaten Probleme damit, präzise zu bestimmen, in welche Richtung sie schießen oder ihre Granaten werfen mussten.

Die Splittergranate wurde eingesetzt, um auch bei unpräzisen Granatwürfen den Gegnern Schaden zuzufügen. Denn die Granate enthielt viele kleine Schrapnelle, die nach der Explosion wie Geschosse weggeschleudert wurden. Selbst wenn ein Gegner nicht von der direkten Explosion getroffen wurde, war die Chance hoch, dass ein oder mehrere Schrapnelle ihn trafen.

Aber die amerikanischen Soldaten setzten in sehr extremen Situationen die Splittergranaten auch gegen die eigenen Vorgesetzten ein, wenn diese durch Inkompetenz und schlechte Entscheidungen ihre Untergebenen in gefährliche Situationen schickten. Bereits damals bürgerte sich das Wort “Fragging” im englischen Sprachgebrauch für das Töten eigener Militäranhörigen ein.

Anfang der 80er Jahre tauchte die Bezeichnung “frag” dann das erste Mal in Comics auf. Daraus entwickelte sich schließlich ein Slangwort, das hauptsächlich von Jugendlichen genutzt wurde.

Die Entwicklung der heutigen Bedeutung: Frägt

In den 90er Jahren entstanden viele Videospiele, die das Spielgeschehen quasi mit den Augen der Hauptfigur darstellten. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist der First-Person-Shooter “Doom” von id Software aus dem Jahr 1993. In dem Spiel kämpft sich der Spieler als namenloser Soldat durch Weltraumstützpunkte, die von Höllenwesen überlaufen sind.

“Doom” hatte neben dem Einzelspieler-Modus aber als eines der ersten Spiele auch einen Mehrspieler-Modus. Über eine LAN-Verbindung konnten mehrere Spieler mit verschiedenen Computern zusammenspielen. Allerdings unterschieden sich die einzelnen Modelle der Mitspieler bis auf die Farbe nicht von der eigenen Spielfigur. Darum wirkten Abschüsse oft so, als würde man die eigenen Teamkameraden abschießen.

Die Entwickler von “Doom” hatten sich für das Zählen der Abschüsse deshalb dazu entschieden, sie nicht als Tötungen oder einfache Punkte zu bezeichnen. Stattdessen werden die tödlichen Treffer in einer Mehrspieler-Runde von “Doom” als “Frags” gewertet.

Das Konzept der Frags wurde über die Jahre von vielen Videospielen dieser Art übernommen, sorgte aber auch in den Medien oft für Kontroversen. Viele Jugendschützer führten auf, dass ein “Frag” die Spieler quasi belohnen würde, wenn sie ihre eigenen Leute erschießen würden. In einigen Spielen wurde der Begriff darum durch “Score” oder “Hits” ausgetauscht. Die Spieler nutzten aber trotzdem die Bezeichnung “Frag” weiter. Mittlerweile ist das Wort ein fester Bestandteil der Jugendsprache und wird dann eingedeutscht auch als “Fräg” geschrieben.

Was bedeutet “Never change a running system”? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Never change a running system“ (verändere nie ein [gut] laufendes System) gilt inzwischen als sprichwörtliche Weisheit, soll aus der IT-Welt stammen (was nicht stimmt, siehe unten) und wird von verschiedenen Menschen je nach Geschmack mehr oder weniger gut beherzigt. Es gibt Personen, die darauf schwören: Wenn etwas gut läuft, warum sollte man dann etwas daran ändern? Diesen Menschen stehen harte Gegner des Spruches gegenüber, die ihn für die Wurzel des Übels der Innovationsfeindlichkeit halten.

Was bedeutet “Never change a running system”? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Never change a winning team“ ist eine Abwandlung des Spruches, die in der Tat ihre Berechtigung hat. Warum sollte zum Beispiel ein Fußballtrainer die Mannschaftsaufstellung verändern, wenn dieses Team aktuell einen Sieg nach dem anderen einfährt? Solche Situationen lassen sich auch in anderen Bereichen finden. Hier einige Beispiele:

  • Computer: Auf den zuverlässigen Virenscanner sollten wir nicht verzichten.
  • Berufsroutinen: Viele Abläufe im Büro haben sich wirklich bewährt. Es wäre Unfug, sie aufzugeben.
  • Steuererklärung: Sie haben diese über viele Jahre immer pünktlich abgeliefert? Geben Sie diese Gewohnheit nicht auf!
  • Umgang mit Medien: Wenn wir ein Verfahren gefunden haben, mit dem wir unsere Handyfotos auf den Rechner übertragen, sollten wir dabei bleiben.
  • Vereinstätigkeit: Es tut uns gut, immer am Dienstagabend zum Fußballverein, Kammerorchester oder Yoga zu gehen. Dort befinden wir uns in einem stabilen Interessen- und Freundeskreis. Dieses gut laufende System sollten wir ebenfalls nicht verändern.
  • Privatleben: Sie wissen, was Ihre Beziehung stärkt und Ihre Familie glücklich macht? Bleiben Sie dabei!

Wann stimmt die Weisheit nicht?

Gerade im IT-Bereich, aus dem der Spruch angeblich stammen soll, stimmt er am wenigsten. Es gibt zwar einige allgemeingültige Verfahren auch am Computer, die wir zumindest als Laien ruhig beibehalten können (wie soeben erwähnt). Doch die IT-Welt lebt eigentlich von der Innovation. Daher sind ITler der größten Gegner dieses Spruches. Sie sind an laufende Updates (Aktualisierungen) gewöhnt, welche die Sicherheit erhöhen und neue Funktionen aufspüren. Wenn man diesen Wechseln des Systems nicht folgen würde, entstünde unweigerlich Schaden.

„Never change a running system“: Gegnerschaft der IT-Welt

Vertreter der IT-Welt reagieren ganz besonders negativ auf dieses Zitat. Zuerst verweisen sie darauf, dass es den Spruch im angloamerikanischen Raum so gar nicht gibt. Dort sagt man vielmehr: „If ain’t broke, don’t fix it“ (wenn es nicht kaputt ist, behebe es nicht). Nun gut, das ähnelt unserem vermeintlichen Anglizismus vom laufenden System, dass man nicht wechseln soll. Doch stimmt es? Nein, sagen IT-Fachleute nachdrücklich. Sie verweisen auf die erwähnten nötigen Updates, auf die exponentiell wachsenden Sicherheitsrisiken ohne diese, auf den permanenten Wandel im digitalen Bereich und folglich darauf, dass wir bei Befolgen dieser vermeintlichen Weisheit heute noch mit Windows 1.0 (von 1985) und natürlich auch ohne Internet operieren würden, was so viel bedeutet wie: Wie würden noch wie Affen auf den Bäumen sitzen.

Innovation ist unerlässlich

All unsere moderne Technik (nicht nur im Bereich der Digitalisierung), all unser darauf beruhender Lebenskomfort wäre nicht möglich, wenn wir nicht gelegentlich das an sich gut laufende System gewechselt hätten – bisweilen sogar disruptiv (mit starkem Bruch). Diese Änderungen finden tagtäglich statt. ITler wissen hierzu zahllose Beispiele zu nennen, beispielsweise aus den Bereichen der mobilen Endgeräte, der automobilen Technik oder der CRM- und ERP-Systeme (softwaregestützte Kundenbeziehungs- und Warenwirtschaftssysteme). Wie sehr sich unsere Mobiltelefone in den letzten Jahrzehnten geändert haben und weiterhin ändern, wissen wir alle. Wollen wir wirklich darauf verzichten? Neuere Geräte haben bessere Kameras, bessere Prozessoren und umfangreichere Funktionen. „Never change a running system“ wäre hier ein schlechter Ratgeber, auch wenn die alten Geräte ebenfalls gute Dienste geleistet haben.

Was empfehlen uns die Experten?

Wenn es um Technik geht, empfehlen die Experten regelmäßig eher die Modernisierung als die Reparatur. Nur sehr wenige Menschen fahren ein Auto so lange, bis es zum Oldtimer geworden ist. Nur wenige Handynutzer besitzen ein zehn Jahre altes Gerät. Die Computer wurden schneller, die Betriebssysteme wechseln im Takt von wenigen Jahren. Auch Waschmaschinen, Geschirrspüler, Bügeleisen und Kühlschränke werden immer besser. Das ist auch gut so, denn unsere moderne Welt basiert auf Innovationen.

“Never change a running system” und Innovationen

Es gibt zwar – siehe oben – einige bewährte Büroroutinen, doch wenn es um die Technik geht, müssen Unternehmen innovativ sein. „Never change a running system“ würde sie in diesem Punkt in die Pleite treiben. Wenn der Wettbewerber längst eine neue Produktionsstraße gebaut hat, wird er besser, billiger und schneller liefern. Da könnte unser altes, bewährtes System noch zu zuverlässig weiterlaufen: Es hat einfach ausgedient. Der Spruch stimmt also in diesem Fall so ganz und gar nicht. Die Kunden treiben die Innovation mit ihren Erwartungen voran. Um nun das Sprichwort zu bewerten, müssen wir unsere eigenen Erwartungen als Kunden hinterfragen. Wollen wir wirklich, dass alles beim Alten bleibt? Eher nicht. Allerdings gibt es hierzu zwiespältige Meinungen. Manche Änderungen im digitalen Bereich erscheinen überflüssig und damit nervig. Ebenso hassen es viele Menschen, wenn ihr Supermarkt die Regale umräumt. Das alte System hat doch gut funktioniert, vor allem aber: Wir fanden uns blind darin zurecht!

„Never change a running system“: Tanz auf dünnem Eis

Als Fazit können wir vielleicht vermerken, dass es Situationen gibt, in denen dieses Zitat durchaus seine Berechtigung hat. Es aber ständig wie eine Flagge vor sich herzutragen wäre ein Tanz auf dünnem Eis – im technischen Bereich, in der gesamten Berufstätigkeit und auch sonst in unserem Leben. Daher betrachten es manche Menschen auch ganz unverblümt als reine Binsenweisheit und Ausflucht für alle, die Veränderungen scheuen, weil sie einfach zu bequem dafür sind. Jede Neuerung ist zunächst einmal ungemütlich, das Althergebrachte ist bequem. Doch es wird nicht ewig funktionieren. Im privaten Bereich müssen wir von Fall zu Fall überdenken, ob Änderungen nötig sind. Im beruflichen Kontext jedoch befinden wir uns in einem ständigen Wettbewerb. Innovationen mögen nicht in jedem Fall nützlich sein, doch absoluter Stillstand bedeutet auf jeden Fall, hinter die Konkurrenz zurückzufallen. „Never change a running system“ wäre also ein kreuzgefährliches Statement von innovationsfeindlichen Managern, dem man keinesfalls folgen sollte.

Was bedeutet Herzblut? Bedeutung, Definition, Erklärung


Tut jemand etwas mit besonders viel Liebe und Hingabe, sprechen wir von Herzblut. Doch woher stammt der Ausdruck eigentlich und gibt es tatsächlich so etwas wie Herzblut?

Was bedeutet Herzblut? Geschichte, Herkunft, Bedeutung, Definition, Erklärung

Herzblut zählt zu den Aussprüchen über deren Herkunft sehr wenig bekannt ist.

Das Herz wird seit jeher als Sitz der menschlichen Liebe, Zuneigung und Güte angesehen. Mit dem Blut des Menschen werden Qualitäten wie Feuer, Leidenschaft und Passion assoziiert.

„Herz“ und „Blut“ gemeinsam drücken demnach eine besonders passionierte Zuneigung oder Engagement für etwas aus.

Bei uns in Mitteleuropa kam dem Herz ab dem 13. Jahrhundert immer mehr Bedeutung zu. Ab dieser Zeit tauchten vermehrt romantische Darstellungen, die Bezug auf das Herz nahmen, auf.

Man kann

  • Herzblut haben (ein leidenschaftlicher Mensch sein)
  • Herzblut in etwas stecken (viel Arbeit, Mühe und Werte in etwas investieren)
  • Herzblut beweisen (sich als besonders engagiert zeigen)
  • aber kein Herzblut bekommen.

Es existieren sehr viele Redewendungen rund um das Herz, deren genaue Entstehung nicht klar ist. Andererseits liegen Bedeutung und Nutzung der meisten Herz-Redewendungen auch ohne große Erklärung auf der Hand:

  • etwas liegt einem am Herzen (ist besonders lieb und teuer)
  • sich das Herz ausschütten (Kummer von der Seele reden)
  • ein vor Freude überspringendes oder überschäumendes Herz (besondere Gefühlintensität)
  • etwas kommt von Herzen (ist besonders liebevoll und echt)
  • ein Löwenherz haben (für besonderen Mut)
  • und viele weitere.

Herzblut ist Leidenschaft und Hingabe

Der Begriff Herzblut wird weniger in Verbindung mit der romantischen Liebe zwischen zwei genutzt.

Man würde kaum sagen „Ich gebe dir mein Herzblut“, um die Zuneigung zu jemanden auszudrücken. In diesem Fall wäre die Redewendung, „jemandem das eigene Herz zu schenken“ oder „zu Füßen zu legen“ passender.

Vielmehr geht es beim Herzblut um persönliche Leidenschaften, die wahren Fähigkeiten und Werte eines Menschen.

Etwas mit Herzblut zu tun, bedeutet, die ganze Kraft und Liebe in ein Projekt fließen zu lassen. Herzblut zeigen Menschen dort, wo sie gerne arbeiten und wo sie es von Herzen einsehen, Leistungskraft zu investieren.

Ein Mensch, der einen Job nur macht, um versorgt zu sein, wird in diesem Beruf kaum Herzblut zeigen. Jemand der seine persönliche Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, kann diesen mit Herzblut ausüben.

Natürlich kann jemand auch Herzblut in eine Beziehung liegen. Wenn es um die Wahrung einer Liebe oder das Reparieren einer Beziehung geht. Es kann viel Herzblut nötig sein, um die Turbulenzen zu überstehen. Mütter und Väter zeigen ebenfalls Herzblut, wenn es um die Wahrung der Interessen der Familie oder der Kinder geht.

Man kann auch Herzblut für sich selbst zeigen, indem man in besonderer Weise für die eigenen Interessen und den Lebensweg einsteht.

Herzblut: Gibt es eine realistische Verbindung zum physischen Körper?

Nein, eigentlich nicht. Es konnte auch nie bewiesen werden, dass im Herz tatsächlich unsere Gefühle verborgen liegen.

Unsere Emotionen und Gefühle sind ein komplexes System aus Nervenimpulsen, der Ausschüttung von Hormonen und organischen Reaktionen. Wo der eigentliche Ursprung für Herzlichkeit, Herzblut, persönliche Vorlieben oder die Liebe liegen, ist nicht eindeutig erklärbar.

In der Herzregion zeigen sich Erregung und Aufregung auf besondere Weise.

Wenn wir besonders viel Kraft aufbringen oder uns anstrengen erhöht sich die Atemfrequenz. Das Herz pumpt dann mehr Blut durch den Körper und ist aktiver.

Es gibt auch kein besonderes „Herzblut“ im physischen Sinne. Alles Blut wird durch das Herz gepumpt und ist somit Herzblut. Das Herz stellt auch kein Blut her, sondern pumpt es nur durch den Körper. Blut entsteht fast ausschließlich im Knochenmark.

Was ist “Muhammara”? Infos und Fakten zum Dip


Muhammara ist ein Dip mit u. a. Paprika und Walnüssen, die Rezepte dafür stammen ursprünglich aus dem Nahen Osten. Als genauer Herkunftsort wird oftmals Aleppo in Syrien genannt.

Was ist Muhammara? Bedeutung, Definition

Der Dip erhielt seinen Namen wegen seiner rötlichen Färbung; „rot“ heißt auf Arabisch „’ahmar“, „Muhammara” ist davon eine sprachliche Ableitung. In vielen Gebieten des Nahen Ostens ist die Paste bis in die Gegenwart verbreitet und beliebt, sie wird als Brotaufstrich oder Beigabe zu anderen Speisen genutzt. Soweit traditionelle Zutaten verwendet werden, ist Muhammara vegan.

Muhammara-Zutaten

Zu den traditionellen Zutaten gehören Paprikaschoten (vorzugsweise Spitzpaprika), Walnüsse, Knoblauchzehen, Olivenöl, in geringer Menge Granatapfelsaft oder -sirup, Zitronensaft und etwas Salz. Inwieweit spezielle Gewürze oder andere Nahrungsmittel beigegeben werden, ist von Rezept zu Rezept unterschiedlich.

Muhammara Basis-Rezept für die moderne Küche (mit Mixer)

Du benötigst:

  • 500 g Spitzpaprika (oder andere Paprika); eher mehr als weniger Paprika verwenden
  • 100 g Walnüsse
  • 2 TL Granatapfelsirup
  • 3 TL Zitronensaft
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • Gewürze

Muhammara: Zubereitung Schritt-für-Schritt

  • Heize den Backofen vor auf 200 °C. Reinige die Paprikaschoten, halbiere sie und entferne die Kerngehäuse. Lege die Paprikahälften mit der Schale nach oben auf ein Backblech und schiebe dieses in den Ofen. Lasse die Paprika rösten, bis ihre Schalen Blasen werfen und (stellenweise) dunkel werden. (Hinweis: Das ist eine bekannte Zubereitungsart. Dessen ungeachtet weisen Gesundheitsexperten darauf hin, dass manche Lebensmittel u. a. beim Rösten oder Backen Acrylamid bilden können.) Lasse die Paprika abkühlen und enthäute sie.
  • Hacke die Walnüsse und röste sie bei niedriger Temperatur in einer Pfanne an, bis sich ihr Duft entfaltet. (Dieser Schritt ist nicht unbedingt erforderlich, s. u.)
  • Schäle und teile die Knoblauchzehen.
  • Fülle die enthäuteten Paprika, die Walnüsse, den Knoblauch, den Granatapfelsirup und den Zitronensaft in einen Mixer und vermische alles.
  • Füge anschließend das Olivenöl hinzu und verteile es in der Paste gleichmäßig.
  • Schmecke ab, inwieweit Salz oder Gewürze fehlen, und füge sie ggf. hinzu.
  • Lasse die Paste etwa 30 Minuten ruhen.

Falls sie danach zu dickflüssig sein sollte, kannst du sie mit Olivenöl vorsichtig anreichern. (Hinweis: Durch die Walnüsse und das Olivenöl handelt es sich bei Muhammara um einen fetthaltigen Dip.)

Zu der Würzung: Muhammara

Eine beliebte würzende Zugabe für die Zubereitung von Muhammara ist Harissa, dem Maghreb als Herkunftsort zugeschrieben wird. Harissa gibt es als Soße, Paste und Pulver. Eine klassische Variante von Harissa als Pulver kann bspw. die Zutaten Cayennepfeffer, Tomaten, Kreuzkümmel, Knoblauch und Koriander enthalten.

Ansonsten wird Muhammara gern mit Chili gewürzt.

Alternative Zubereitungen: Muhammara

Paprika

  1. Paprika lassen sich auch in heißem Wasser enthäuten: Reinige die Paprika, halbiere und entkerne sie. Lege sie in einen Topf mit kochend heißem Wasser. Lasse die Paprika darin eine Weile ziehen. Gieße das Wasser ab und fülle kaltes Wasser ein. Häute nach dem Abschrecken die kalten Paprika.
  2. Paprika kann auch als Rohkost verzehrt werden. Für ihre Zerteilung im Mixer ist das Enthäuten ebenfalls nicht erforderlich, jedoch wird die Paste grobfaseriger, wenn die Paprika als Rohkost verarbeitet wird.

Walnüsse
Auf das Anrösten der Walnüsse kann nach Wunsch verzichtet werden.

Darreichungsform
Muhammara passt gut zu Fladenbrot.

Was ist Faktenresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung


Faktenresistenz ist das Phänomen, dass Menschen erwiesene Fakten ignorieren. Indem sie diese ausblenden, glauben sie unter anderem an Verschwörungstheorien oder leugnen den Klimawandel bzw. – ganz aktuell (2020) – die Gefahr durch Corona. Davon sind auch durchaus sehr gebildete und intelligente Personen betroffen.

Was ist Faktenresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung

Psychologen erklären sie damit, dass viele Menschen weniger die Wahrheit hören, sondern eher sich ihrer Identität versichern möchten. Diesen Schluss lassen jedenfalls sozialpsychologische Studien zu. Mit deren Ergebnissen befasst sich beispielsweise die jährliche Konferenz der „Society for Personality-and Social Psychology“. Die dort versammelten Fachleute konstatieren zum Thema Faktenresistenz immer wieder, dass viele Menschen Fakten regelrecht meiden, um ihre eigenen Überzeugungen zu schützen. Diese Überzeugungen können religiöser, politischer und ganz persönlicher Natur sein. Fakten werden daher nur selektiv wahrgenommen: Menschen wählen diejenigen Fakten aus, die in ihr Weltbild passen, während sie die nicht passenden Fakten ausblenden. Das ist dann die Faktenresistenz. Der gesamte psychologische Vorgang heißt Bestätigungstendenz (engl. confirmation bias), er wird seit den 1960er-Jahren erforscht. Die Bestätigungstendenz führt dazu, dass Informationen so interpretiert werden, dass sie zum eigenen Weltbild passen. Dieser Vorgang verläuft überwiegend unbewusst.

Ist den Betroffenen ihre Faktenresistenz bewusst?

Nein. Sie halten die Andersdenkenden für faktenresistent und sich selbst für „neutral informiert“. Damit leben sie in einer durch sie selbst (oder ihre gleichgesinnte Community) konstruierten Filterblase, was sie objektiv nicht bemerken. Wiederum ist ein einfacher psychologischer Mechanismus dafür zuständig: Menschen müssen über die sie umgebende Welt Hypothesen aufstellen, sonst kämen sie bei all den objektiv vorhandenen Unsicherheiten nicht mehr zurecht. Um nun mit den entworfenen Hypothesen als Arbeitsgrundlage operieren zu können, ziehen sie die passenden Fakten als Hilfestellung heran und blenden die unpassenden Fakten aus. Das ist leichter und damit psychologisch effizienter als das ständige Verwerfen und Neuentwickeln von Hypothesen.

Wann wird Faktenresistenz gefährlich?

Wenn eine Person prinzipiell zum Starrsinn neigt, wird sie ihre Hypothesen von vornherein sehr stark an den eigenen Überzeugungen ausrichten. Das ist komfortabel, während eine Falsifizierung wegen neuer Fakten die gewohnte Welt zusammenbrechen lassen könnte. Im Alltag kann das dennoch harmlos bleiben. Gefährlich wird es, wenn die betreffende Person beispielsweise zu den Impfgegnern gehört und daher sich und ihren Kindern eine vielleicht dringend notwendige Impfung verweigert. Eine andere Gefahr ergibt sich, wenn die betreffende Person sehr viel Einfluss hat. Die Faktenresistenz des US-Präsidenten Donald Trump gegenüber den Daten, die den menschengemachten Klimawandel belegen, führte zum Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen. Seine Faktenresistenz gegen die Gefahren der Corona-Pandemie führte zur unzähligen Toten in den USA, weil er nicht schnell genug die Vorbereitung des US-Gesundheitssystems auf die Pandemie vorantrieb.

Faktenresistenz: Werte statt Zahlen

Die kognitive Tendenz zur Faktenleugnung lässt uns nach den Worten des US-Forschers Matthew Hornsey (University of Queensland) „wie ein Anwalt denken“. Das bedeutet: Sollten uns für zwei konträre Positionen gleich viele und gleich bedeutende Fakten zur Verfügung stehen, wählen wir diejenigen, die zu unserer Position passen. So würde auch ein Anwalt vor Gericht argumentieren. Das bedeutet auch, dass er seine Position beharrlich verteidigt, denn schließlich will er seinen Fall gewinnen. Daher nutzt es nichts, Klimaskeptiker, Impfgegner oder Corona-Leugner mit Fakten umstimmen zu wollen. Sie verteidigen ihre Position und damit ihre heiligen Werte. Daher werden sie zu unseren Fakten andere, gegensätzliche Fakten ins Feld führen.

Welchen evolutionären Vorteil hat die Faktenresistenz?

Es ist in der Tat die Frage, wieso unser Gehirn so ausgestattet ist, dass es einigermaßen sicher belegte Fakten leugnen kann. Der Psychologe Dan Kahan (Yale University) hat die These aufgestellt, dass dieser Mechanismus dem Schutz unserer Identität dient. Diese aber ist nach den Worten des Forschers das Kostbarste, das wir besitzen. Wir arbeiten lebenslänglich daran, was eine hohe psychische Leistung erfordert. Auch ganz real leisten wir für unsere Identität. Stellen wir uns eine Person vor, die in Armut aufgewachsen ist und diese im Verlaufe ihres Lebens durch harte Arbeit überwinden konnte. Die Person wurde in den 1960er-Jahren geboren und war um das Jahr 2000 herum in der Lage, sich Luxusautos zu gönnen. Diese bestätigten ihr ihre neue, hart erworbene Identität: Sie gehört nun zur gut verdienenden Mittelschicht und hat das Stigma der Armut überwunden. Kurz darauf traten massiv die Klimaschützer auf den Plan, sodass unsere Person ab dem Jahr 2019 wegen ihrer jüngsten Errungenschaft, einem stark motorisierten SUV, massiv und mit Verweis auf den Klimawandel angefeindet wurde. Was bleibt ihr übrig, als sich in die Faktenresistenz zu flüchten? Ansonsten wäre ja der eigene Lebensweg ein grandioser Irrtum! Also leugnet diese Person den Klimawandel und fährt weiter trotzig den SUV, der im Drittelmix 15 l/100 km verbraucht.

Faktenresistenz und Bildung

Wie eingangs schon erwähnt schützen Bildung und Intelligenz keinesfalls vor Faktenresistenz. Im Gegenteil: Gerade intelligente und gebildete bzw. zur Bildung und Faktensammlung befähigte Menschen biegen sich die Fakten gern zurecht und tendieren daher bisweilen sehr stark zur Faktenresistenz. Der US-amerikanische Pandemie-Berater Anthony Fauci kann seit dem Jahr 2020 ein Lied davon singen: Sein Präsident Donald Trump und etliche Corona-Leugner in der US-Bevölkerung machen ihm das Leben wahrhaft schwer. Den betreffenden Bevölkerungsgruppen attestiert der international anerkannte Experte Fauci eine „wissenschaftsfeindliche Voreingenommenheit“, ihre Vorurteile nennt er „schier unfassbar“. Sozialforscher und Psychologen wiederum sind über Faucis Entsetzen erstaunt, denn schon länger gibt es die „Anti-Wissenschafts-Voreingenommenheit“ als etabliertes Forschungsgebiet. Dieses untersucht Phänomene wie

  • die Leugnung des Klimawandels,
  • die Verteufelung von Impfstoffen,
  • die Diskussionen zu chloriertem oder fluoridiertem Trinkwasser,
  • die Verharmlosung der Gentechnik und neuerdings
  • die Leugnung der Corona-Gefahren.

Erwiesen ist, dass sich Faktenresistenz umso stärker etablieren kann, je mehr handfeste Fakten eine Ideologie bedrohen. Dann setzt das „Motivated Reasoning“ ein, also das motivierte Denken, das Denkprozesse unbewusst in die ideologisch erwünschte Richtung lenkt. Paradoxerweise funktioniert dieser Mechanismus mit steigender Bildung der betreffenden Personen immer zuverlässiger, wie eine Metastudie des Jahres 2015 belegte. Daher ist Faktenresistenz mit Faktenargumenten keinesfalls aus der Welt zu schaffen.

Warum sagt man “Verdammte Axt”? Woher kommt der Ausdruck? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Den Ausdruck “Verdammte Axt” haben die meisten schon einmal gehört. Er wird meist als Ausruf gebraucht und kann sowohl im positiven als auch im negativen Sinne angewandt werden. Doch was bedeutet das Sprichwort überhaupt und woher kommt die Begrifflichkeit?

Was bedeutet die Redensart “Verdammte Axt”? Bedeutung, Erklärung, Definition

Der Ausruf “Verdammte Axt” kann ein Ausruf des Erstaunens oder auch der Verärgerung sein. Je nachdem in welchem Kontext er gebraucht wird, hat er eine andere Bedeutung. Im Allgemeinen bedeutet er aber, dass etwas besonders ärgerlich oder besonders bemerkenswert ist. Diese Begrifflichkeit wird nur im umgangssprachlichen oder saloppen Kontext gebraucht. Im negativen Sinne könnte sie auch als Beschimpfung oder Abwertung verstanden werden und zur Gruppe der Schimpfwörter zählen.

Wieso verwendet man “verdammte Axt”?

Die genaue Herkunft dieses Sprichworts ist nicht vollständig geklärt. Man vermutet, dass es verwendet wird, weil eine Axt ein geläufiges Werkzeug war. Es handelt sich um ein sehr altes Werkzeug, das schon seit etwa 6000 Jahren im alltäglichen Gebrauch der Menschen vorzufinden ist. Mit ihr wurde Holz zum Kochen und Heizen geschlagen und sie wurde zum Bau verschiedener Gebäude eingesetzt. Auch heute noch wird die Axt verwendet, um Bäume zu fällen oder Kerben in den Stamm einzuschlagen, die die Fallrichtung des Baumes vorgeben sollen.

Wenn die Axt nicht richtig funktionierte, wurde die Arbeit vollständig blockiert. Stumpfe Äxte waren nicht zu gebrauchen, ebenso wenig jene, bei denen der Stiel abbrach oder die sich nicht leicht zu handhaben ließen. Für die Arbeiter bedeutete eine nicht funktionierende Axt einen großen Verlust. Die Axt war also “verdammt”. Das Gleiche gilt auch für Äxte, die früher im Kampf eingesetzt wurden. Wenn sie nicht richtig stabil waren, Schäden hatten, stumpf waren oder im schlimmsten Fall auseinander brachen, hatte der Kämpfer schlechte Karten. Auch hier war der Ausruf “Verdammte Axt” also auf jeden Fall angebracht.

Mit einer Axt kann eine Menge Schaden angerichtet werden aber auch Großartiges geschaffen werden, wenn man sie richtig gebraucht. Aus diesem Grund kann der Begriff auch im positiven Kontext gebraucht werden. Sehr gelungene Bauwerke gaben Anlass zum Staunen, sodass auch hier der Ausruf im passenden Kontext gebraucht werden konnte.
Die tatsächliche Herkunft ist aber, wie gesagt unklar. Daher kann auch keine eindeutige Bedeutung des Ausrufs festgelegt werden.

In welchem Kontext wird “Verdammte Axt” gesagt?

Der Ausruf wird in verschiedenen Kontexten gebraucht. Im positiven Sinne drückt er Erstaunen und Verwunderung über ein besonderes Ereignis aus. Ausrufe wie etwa “Verdammte Axt, ist das toll!”, “Verdammte Axt, ich freue mich schon so sehr!” oder “Verdammte Axt, ist das gut gelungen!” sind Beispiele für die korrekte Anwendung im positiven Kontext.

Ebenso kann “Verdammte Axt” aber auch im negativen Sinne verwendet werden. Es gleicht dann einem Fluch oder einer Beschimpfung. Beispiele für die Anwendung in diesem Sinne sind: “Verdammte Axt, das klappt einfach nicht!”, “Verdammte Axt, jetzt regnet es auch noch!” oder “Verdammte Axt, ich habe einfach keine Lust mehr auf diesen Zirkus!”.

Es sei aber zu beachten, dass der Ausruf stets in einem umgangssprachlichen oder saloppen Kontext gebraucht wird und sich nicht für formelle Texte oder Sachbeiträge eignet.

Warum heißt der Teufelssee “Teufelssee”? Woher kommt der Name? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wer in der Bundeshauptstadt Berlin wohnt, kennt ihn garantiert: Den sagenumwobenen Teufelssee, der im Ortsteil Köpenick etwa 750 Meter südlich vom Großen Müggelsee liegt. Häufig wird der See mit dem gleichnamigen Teufelssee in Berlin Grunewald verwechselt, der jedoch deutlich größer ist und zudem unter Naturschutz steht. Beide Seen haben allerdings eines gemeinsam: Ihren seltsam anmutenden Namen, der bereits die Grundlage für viele schaurige Märchen bot. Doch warum heißt der Teufelssee denn nun eigentlich Teufelssee? Wurde hier etwa vor vielen Jahren der Teufel höchstpersönlich gesichtet? Oder erinnert die Form des See an die Gestalt des Teufels, wenn man ihn von oben herab aus der Luft betrachtet? Wir haben uns für Sie auf Spurensuche begeben und dabei die ein oder andere schaurige Geschichte aufgeschnappt.

Warum heißt der Teufelssee “Teufelssee”? Woher kommt der Name? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Eine uralte Legende, die immer wieder mit dem Teufelssee in Verbindung gebracht wird, handelt von einer Hexe, die dort ihr Unwesen getrieben haben soll. Man erzählt sich, dass sie auf den Namen Frau Klöckner aus Binenwalde gehört haben soll und bereits so manchem einsam am See angelnden Menschen begegnet ist. Erzählen konnte man seinen Mitmenschen von dieser gruseligen Begegnung in der Regel nicht mehr, denn die blutrot aus dem Wasser emporgestiegene Hexe schnappte sich die unschuldigen Angler und zog sie herab in das kühle Nass, wo sie schließlich starben. Viele Menschen, die in der Umgebung lebten, wollten dem schaurigen Treiben ein Ende bereiten: Man bewaffnete sich mit Pistolen und Gewehren und machte Jagd auf die Hexe – doch alle abgefeuerten Kugeln schienen sie seltsamerweise zu verfehlen.

Ein schlauer Einwohner kam schließlich auf die Idee, dass man doch eine silberne Kugel in das Gewehr einlegen soll, da nur eine solche Kugel in der Lage wäre, eine echte Hexe zu töten. Weiter verfolgt wurde dieser kluge Rat jedoch nicht, denn zur damaligen Zeit waren silberne Kugeln noch sehr teuer – mehrere Fehlschüsse konnte man sich also nicht leisten. Schließlich gelang es den Bewohnern, die Nexe mit einer List einzufangen: Man lockte sie mit köstlichem Milchbrot in eine Flasche, die man anschließend fest verschloss. Auf dem Weg nach Rheinsberg gelang der gefangenen Hexe jedoch die Flucht, da die Flasche unterwegs zu Bruch ging.
Im Teufelssee wurde sie seither nie mehr gesehen, doch bis heute soll sie in der Nähe von Rheinsberg weiterhin ihr Unwesen treiben.

Zugegeben: Mit dem Teufel persönlich hat diese Geschichte nichts zu tun. Damals waren viele Menschen jedoch der Meinung, das alles Böse auf dieser Welt vom Teufel höchstpersönlich ausgeht. Eventuell hat man also auch die Geschichte um die fiese Hexe vom Teufelssee mit dem Fürst der Finsternis in Verbindung gebracht und dem See aus diesem Grund seinen heute bekannten Namen gegeben.

Die Prinzessin vom Teufelssee

Eine weitere Legende handelt von einer Prinzessin. Im Schilfgürtel des Sees lag vor vielen Jahren ein großer Stein, der auf den Namen Prinzessinnenstein hörte: Er soll eben jene Stelle angezeigt haben, an der vor langer Zeit ein imposantes Schloss stand. Darin wohnte eine Prinzessin, die jedoch vom Teufel mit einem bösen Fluch belegt wurde und anschließend mitsamt des Schlosses im See versank – doch in der Johannisnacht sieht man sie aus dem See emporsteigen und am Ufer sitzend weinen. In eben dieser Nacht war ein Mädchen am Ufer des Sees unterwegs, wo sie auf die weinende Prinzessin stieß. Diese führte das Kind auf den Grund des Sees in ihr Schloss und beschenkte es reichlich, ehe sie es anschließend wieder zurück ans Ufer brachte.

An einem anderen Abend, es war wieder einmal Johannisnacht, traf ein junger Mann auf die Prinzessin, die mit einer Schatulle voller Gold am Ufer des Sees saß. Ebene jene Schatulle versprach sie dem jungen Mann als Belohnung, wenn dieser sie auf den Rücken nehmen und dreimal um die Köpenicker Kirche tragen würde. Ihre einzige Bedingung: Der Mann durfte sich nicht umsehen, da ansonsten ihr Fluch nicht gebrochen werden könne.
Der Mann ließ sich nicht zweimal bitten und nahm die federleichte Prinzessin auf den Rücken. Je näher die Beiden der Stadt kamen, desto schwerer wurde die Prinzessin jedoch auf seinem Rücken. Endlich an der Kirche angekommen, begann er mit seinem ersten Rundgang. Schnell begegnete er hierbei jedoch gruseligen Schlangen, Kröten und anderen Tieren mit feuerroten Augen, die allesamt aus der Hölle zu stammen schienen.

Als er kurze Zeit fast schon den dritten Rundgang beendet hatte, bemerkte er aus dem Augenwinkel plötzlich einen gruseligen roten Schein. Es wirkte, als würde ganz Köpenick brennen. Der Mann vergaß für einen kurzen Moment die Bitte der Prinzessin, sich nicht umzudrehen. In dem Moment, als er nach hinten blickte, verschwand nicht nur der rote Schein, sondern auch alle seltsamen Wesen. Schließlich erlitt er einen heftigen Schlag, den er mit dem Leben bezahlte. Niemand in Köpenick konnte sich diesen seltsamen Vorfall erklären. Eines war den Bewohnern jedoch schnell klar: Der Teufel höchstpersönlich musste seine Finger hier im Spiel gehabt haben – wodurch der See, aus dem die Prinzessin regelmäßig in der Johannisnacht emporstieg, als Teufelssee in die Geschichtsbücher einging.

Fazit: Woher hat der Teufelssee seinen Namen?

Über den Berliner Teufelssee gibt es mehrere gruselige Geschichten zu erzählen. Doch ob man sie nun glaubt oder nicht: Ein ungutes Gefühl hat man beim Besuch dieses idyllisch gelegenen Sees allemal.

Warum sagt man “Ruhig, Brauner”? Woher kommt der Ausruck? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Als Richard Wagner sein Werk „Der Ring der Nibelungen“ schrieb, ahnte er mit Sicherheit nicht, wie sich eine Aussage seiner Oper im Sprachgebrauch verfestigen wird. „Ruhig Brauner“ ist zum Synonym geworden, um einen Menschen zu beruhigen und ein Streitgeschehen zu verhindern.

Oper und Theater als Ursprung von “Ruhig Brauner”: Ursprung, Herkunft

Die Bretter, die die Welt bedeuten, sind eine der häufigsten Quellen für Redewendungen. Lediglich die Bibel hat eine ähnlich hohe Bedeutung in Bezug auf Redewendungen. „Ruhig Brauner“ ist ein Zitat von Richard Wagner. Das Gesamtwerk „Der Ring der Nibelungen“ setzt sich aus den Einzelopern „Das Rheingold“, „die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ zusammen. Im dritten Akt der Oper „die Walküre“ betreten die Walküre die Bühne in Begleitung der Pferde. In der ersten Szene kommt es zu einer amourösen Rangelei zwischen Ortlindes grauer Stute und dem braunen Hengst von Helmwige. Helmwige sagt darauf: „Ruhig Brauner! Brich nicht den Frieden.“ Ein wichtiges Detail in dieser Szene ist, dass beide Pferde noch tote Krieger im Sattel haben, die zu Lebzeiten verfeindet waren.

Ruhig Brauner: Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Sehr authentisch ist die Verwendung bei einem Pferd. Junge Fohlen und ungestüme Reitpferde sollen mit der Aussage beruhigt werden. Unabhängig von der Fellfarbe ist die Beruhigung zu Beginn einer aufregenden Situation sehr erfolgversprechend.

Im sozialen Kontakt mit Menschen hören aufbrausende Menschen die Redewendung häufig. „Ruhig Brauner“ soll beruhigen und einen anschwellenden Streit verhindern. Die Redewendung kann eine Eskalation verhindern, aber nur dann, wenn sie frühzeitig eingesetzt wird. Es gibt in diesen Situationen Parallelen zwischen Menschen und Pferden. Die Redewendung ist in einer Auseinandersetzung sehr treffend, da sie dem Kontext folgt, den Richard Wagner in seiner Oper vorgibt. „Ruhig Brauner“ wird häufig verwendet, wenn Menschen durch ein unruhiges Verhalten auffallen. Personen, die überdreht sind, hibbelig oder einfach einen übermäßigen Bewegungsdrang haben, werden von Mitmenschen oft als unangenehm empfunden. In diesen Situationen führt „Ruhig Brauner“ dazu, dem Gegenüber das Verhalten vor Augen zu führen, und stellt ebenfalls eine Aufforderung dar, sich zu beruhigen.

Richard Wagner und seine Zeit: Ruhig Brauner

Wagner beendete sein Musikdrama über die germanische Sagenwelt im Jahr 1870. Der Komponist hat sich über dreißig Jahre dem großen Märchen vom Schicksal der Welt gewidmet. Im Jahr 1876 wurde die Oper uraufgeführt. Die zeitliche Datierung für die Verwendung der Redewendung liegt im Ende des 19. Jahrhunderts. Ob Wagner die Beruhigungsformel schon vorher gehört und eine alltägliche Situation in seine Dialoge hat einfließen lassen, ist spekulativ.

Richard Wagner war ein Künstler, der bis heute polarisiert. Seine Musik wurde politisch ausgenutzt und es haftet ihm der Vorwurf des Antisemitismus an. Tatsächlich wurden die Kompositionen Wagners von Adolf Hitler sehr geschätzt. Die Opern bezogen sich auf alte deutsche Sagen und Bräuche. Die Helden waren häufig blonde Germanen, die die sich in die menschenverachtende Ideologie einfügten. Experten sind sich uneinig über die Position Wagners zu Lebzeiten. Fürsprecher betonen, dass der Künstler viele jüdische Freunde hatte. Das Gegengewicht ist Wagners Schrift „Judentum in der Musik“, das bis heute für ein Aufführungsverbot von Wagners Opern in Israel sorgt.

Der schmale Grat zwischen einer Redewendung und einer Beleidigung

Die Redewendung „Ruhig Brauner“ hat ihren Ursprung in der Tier- und Opernwelt und wurde zu einer Zeit als Zitat auf die Bühne gebracht, als die Farbe Braun noch nicht mit einer politischen Strömung belegt war. Brauner ist die Bezeichnung für ein Pferd mit brauner Fellfarbe und einer schwarzen Mähne. Alternativ kann der Begriff für einen Mokka mit Sahne verwendet werden, weiter Synonyme sind in der deutschen Sprache nicht vorhanden. Der heutigen Gesellschaft steht ein großes Maß an politischer Bildung und gesellschaftlicher Sensibilität zur Verfügung, um zu erahnen, wie schnell diese Redewendung zu einer Beleidigung werden kann und sollte daher nur in einem passenden Bezug verwendet werden.

Warum sagt man “volle Möhre”? Woher kommt der Ausdruck? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


“Kommst du heute Abend auch mit zur Party?”
“Na aber volle Möhre!”

“Als ich vorhin zur Post gegangen bin, ist so ein Rennradfahrer volle Möhre an mir vorbeigerast!”

Haben Sie diesen Ausdruck auch schon einmal verwendet und sich gefragt, woher er wohl kommen mag?

“Volle Möhre”: Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Der Ausdruck “volle Möhre” drückt allgemein Zustimmung in besonders hohem Maß aus oder dient als verstärkende Form für eine Feststellung oder Eigenschaft in der alltäglichen und mündlichen Umgangssprache. Die genaue Herkunft ist weder bekannt noch überliefert, doch um dieser Redensart trotzdem ein wenig auf den Grund zu gehen, ist ein Blick auf die Bestandteile dieser sinnvoll.

Das Adverb “voll” ist als Verstärkung weit verbreitet in Wendungen wie in “volle Kanne”, “volles Rohr”, “volle Pulle”, “voll Banane”, “voll krass”, “voll egal”, oder auch besonders schön: “voll leer”. Seine Bedeutung lässt sich mit “in höchstem Maße” umschreiben. Vor allem seit den 1980er Jahren ist diese Verstärkung in der Jugendsprache beliebt und seit längerem auch Teil der aktuellen, eher salopp verwendeten Umgangssprache.

Die “Möhre” selbst ist ein feminines Substantiv und bezeichnet die Wurzel der Mohrrübenpflanze. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen mor[a]ha und gehört laut Duden dem Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1 an und ist damit Teil der Wortschatzliste, welche für den Erwerb der deutschen Sprachkenntnis auf der Niveaustufe B1 benötigt wird. Diese Erkenntnis bringt uns dem Ursprung der Redewendung zwar nicht weiter, aber für die Allgemeinbildung hat sie doch einen Beitrag geleistet.

“Volle Möhre” in der Jugendsprache

Die Sprachwissenschaft versteht unter dem Begriff der Jugendsprache die Gesamtheit der von verschiedenen Jugendgruppen gesprochenen Sprache. Diese unterleigt einem ständigen Wandel und nicht wenige Begriffe, Ausdrücke und Redewendungen der Jugendsprache verlagert sich auch langfristig in den umgangssprachlichen Wortschatz von großen Teilen der Bevölkerung auch außerhalb des Jugendalters.

Gerade das als Adverb genutzte Wort “voll” wurde in den 1980er Jahren in der Jugendsprache genutzt, um Zustimmung und Verstärkung bzw. Verdeutlichung von Aussagen, Antworten und Beschreibungen auszudrücken, wie zum Beispiel in: “das geht voll klar”, “er war voll schnell”, “das mache ich voll gern”. Heutzutage ist dies bei den meisten Menschen so tief im umganssprachlichen Wortschatz verankert und wird selbstverständlich täglich verwendet, sodass kaum einer mehr daran denkt, dass es sich hierbei um einen einstigen Begriff der gern mal rebellisch und provokativ anmutenden Jugendsprache handelt.

Volle Möhre: Synonyme und Bedeutung

Nun, hier kann nur gemutmaßt werden. Synonyme für “volle Möhre” sind beispielsweise:

  • volle Kanne
  • volle Lotte
  • volle Pulle
  • voll Karacho

Alle diese Redewendungen drücken eine rasante Geschwindigkeit bzw. enorme Zügigkeit und Energie aus. Wie das so eben ist, entstehen beizeiten kreative Wortschöpfungen. Vielleicht reiht sich hier die Möhre als realtiv schnell wachsendes Wurzelgemüse ein, dies ist aber reine Spekulation. Warum genau sich in der Weiterentwicklung gerade die Möhre statt eines anderen Gemüses durchgesetzt hat, wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Was ist das Gegenteil von durstig? Was bedeutet “sitt”? Bedeutung, Erklärung


Darf es noch ein Nachtisch sein? Vielleicht etwas Süßes? Nein danke, ich bin satt. Eine klare Ansage, der Gefühlszustand ist mit einem Wort erklärt. Doch wie sieht das Ganze eigentlich aus, wenn man keinen Durst mehr hat? Ich bin undurstig. Klingt komisch. Ich habe keinen Durst mehr. Klar, das erklärt die Sache auch, ist aber ein recht langer Satz. Kurz vor der Jahrtausendwende dachte sich das auch die Duden-Redaktion. Es muss endlich ein Wort dafür geben, dass den Umstand beschreibt. Satt braucht endlich ein Gegenteil. Gemeinsam mit einem Tee-Hersteller riefen sie einen Wettbewerb ins Leben.

Das Gegenteil von durstig ist “sitt”: Bedeutung, Erklärung

Gesucht wurde ein Adjektiv, welches das Gegenteil von “durstig” beschreibt. Mehr als 100 000 Menschen nahmen an dem Wettbewerb teil und reichten ihre Ideen ein. Die Einsendungen wurden von einer Fachjury ausgewertet und schließlich wurde der Gewinner gekürt: sitt. So einfach kann es sein. Seit 1999 ist das Gegenteil von “durstig” also sitt. Das passt auch wunderbar zu satt und die Menschheit ist endlich in der Lage, in einem kurzen Satz zu sagen: “Ich bin sitt und satt”.

Und ganz so weit hergeholt ist die Idee gar nicht. Im Lateinischen besagt der Satz “sitim sidare” so viel wie “den Durst löschen”. Es lässt sich also sogar eine wissenschaftliche Begründung für die Auswahl finden. Andere kreative Ideen fanden weniger Anklang bei den Juroren: “nimedu” für “nicht mehr durstig” oder “dulo” für “durstlos” verloren gegen den Favoriten “sitt”. Doch in den letzten 20 Jahren haben sich die Deutschen nicht so recht an das Wort “sitt” gewöhnen können. Kaum jemand hat das Wort in seinen täglichen Sprachgebrauch aufgenommen. Deshalb ist es im Wiktionary auch immer noch als Kunstwort abgespeichert und Steigerungsformen oder Deklinationen gibt es für diese mittlerweile nicht mehr ganz so neue Wortschöpfung bisher nicht.

Was bedeutet “sitt”? Bedeutung, Definition, Erklärung

Dennoch wird “sitt” in die Geschichte eingehen. Denn die Erfindung des Gegenteils von “durstig” war der größte und zugleich auch bekannteste Versuch, eine scheinbare Lücke in der deutschen Sprache zu füllen. Von den insgesamt über 45 000 Vorschlägen, die für diesen Wettbewerb eingereicht worden sind, behinhalteten 40 den Vorschlag “sitt”. Am Ende wurde die Einsendung des Schülers Jascha Froer aus Ludwigsburg gezogen und zum Gewinner des Wettbewerbs gekürt. Die Duden-Redaktion begründete es damals damit, dass es größe Ähnlichkeiten zu dem Wort “satt” aufweiche, sich dadurch gut aussprechen und vor allem gut merken lasse. Und der Stabreim mit “satt” war auch gegeben. Ebenso war dies einer der wenigen Vorschläge, die nicht mit einer Marke in Verbindung gebracht werden konnten. Ideen, wie “gecoked” oder gar “liptoniced” waren zu sehr auf eine Marke konzentriert. Andere Ideen waren nur Bedeutungen aus anderen Sprachen und hatten nichts mit der deutschen Sprache zu tun.

Trotz allem hat sich “sitt” bis heute nicht durchgesetzt und die Kellner, die den Satz “Nein danke, ich bin sitt”, schonmal gehört haben, lassen sich sicher an einer Hand abzählen. Denn auch als es das Wort noch nicht gab, konnte der Deutsche mit “satt” eigentlich bereits beide Zustände des nicht durstig und des nicht hungrig seins, erklären. In anderen Sprachen sieht das etwas anders aus. Die Schweden haben beispielsweise ein Wort, was auf deutsch so viel wie “undurstig” heißt: Mit dem Wort “otörstig” sagen sie ihrem Gegenüber, dass sie keinen Durst mehr haben. Auch andere Skandinavier, wie die Bewöhner der Färör-Inseln oder die Isländer haben ein ebensolches Wort für das nicht mehr durstig sein.

Warum sagt man “Jacke wie Hose”? Woher kommt die Redewendung? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wenn etwas für uns keinen Unterschied macht, sagen wir gerne: „Das ist doch Jacke wie Hose!“. Gemeint ist damit, dass es zwar zwei Möglichkeiten gibt, aber die Entscheidung für die eine gleich gut oder schlecht ist wie für die anderen.

Warum sagt man “Jacke wie Hose” (Redewendung)? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

„Gehen wir durch den Wald oder laufen wir über die Wiese?“, fragt Susi in die Runde. Beide Wege sind in etwa gleich lang und bei keinem gewinnt man deutlich Zeit. Kein Wunder also, dass jemand antwortet: „Ist doch Jacke wie Hose!“.

Egal für welchen Weg sich die Gruppe entscheidet, sie kommen ans Ziel und benötigen in etwa gleich lang dafür. Also ist es vollkommen egal, welche Variante gewählt wird.

„Wollen wir erst essen und dann spazieren gehen oder umgekehrt?“, erkundigt sich Onkel Werner. Weil Tante Anni die Reihenfolge der Aktivitäten nicht wichtig ist, erwidert sie: „Jacke wie Hose!“.
Damit sagt sie, dass ihr beide Vorschläge recht sind. Für sie spielt es keine Rolle, ob zuerst gegessen oder spazieren gegangen wird. Das Ergebnis ist ja auch in beiden Fällen dasselbe: Die beiden essen und machen Bewegung. Was davon wann passiert, ist unerheblich.

Doch warum spricht man von Jacken und Hosen, um auszudrücken, dass beide Möglichkeiten gleichwertig sind und keinen Unterschied machen? Schließlich sind Jacken und Hosen komplett unterschiedliche Kleidungsstücke. Die einen trägt man am Oberkörper, die anderen an den Beinen. Hier schlüpft man in zwei Ärmel, dort in zwei Hosenbeine. Und dennoch sind nun mal manche Sachen „Jacke wie Hose“ …

Dabei geht es bei der Redewendung „Jacke wie Hose“ nicht um die Form des Kleidungsstücks. Der Hintergrund des Ausdrucks ist der oft ähnliche Stoff. Jacken werden genauso wie Hosen aus Leder, Jeansstoff, Baumwolle etc. gemacht. Das Material kann also für beide Kleidungsstücke verwendet werden. Oder anders gesagt: Es macht keinen Unterschied, ob man aus dem Stoff eine Jacke oder eine Hose herstellt. Genau deshalb ist bei uns manches „Jacke wie Hose“.

Woher kommt die Redewendung „Jacke wie Hose“?

Es wird vermutet, dass die „Jacke wie Hose“ im 17. Jahrhundert aufkam. Bis dahin wurden die Jacke und die Hose eines Anzuges nicht aus dem gleichen Stoff gemacht. Die Jacke war meist ein gekürzter Mantel oder Rock und als Hosen dienten Strümpfe oder sogenannte Beinlinge.

In der Neuzeit kam es immer mehr in Mode, Jacken und Hosen aus demselben Stoff herzustellen. Der Trend setzte sich durch und den Schneidern war es gleich, was aus dem Stoff werden sollte: eine Jacke oder eine Hose. Der Stoff war für beides geeignet und nicht sollten sollen aus ein und demselben Stoff beide Teile der Bekleidung angefertigt werden.

So entstand die Redewendung „Jacke wie Hose“ bzw. „Jacke wie Hose sein.“

Der Ausdruck verbreitete sich rasch und wird auch heute noch verwendet. Ein Synonym dafür ist der Ausspruch „Das kannst du halten wie die Dachdecker!“.

Ausgesagt wird mit der Redewendung „Jacke wie Hose“, dass es einem gleichgültig, einerlei und sogar schnurzpiepegal ist, da es nun mal keinen Unterschied macht.

Wie in den oben angeführten Beispielen ist es eben manchmal, ob man sich zuerst die Jacke oder die Hose wählt. Eben „Jacke wie Hose“ …

Was bedeutet “Oh my gosh”? Warum wird “Gosh” gesagt? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wenn man in Deutschland sein Staunen zum Ausdruck bringen möchte, verwendet man häufig das Sprichwort “Oh mein Gott”. In den USA gibt es das englische Pendant “Oh my god”, doch verwendet wird dieses nur recht selten – stattdessen hört man hier oft die abgewandelte Form “Oh my gosh”. Doch warum ist das eigentlich so? Wir verraten es Ihnen.

Was bedeutet “Oh my gosh”? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Wer schon einmal in den USA war oder sich zumindest ab und an US-amerikanische Filme und Serien im Originalton anschaut, wird schnell feststellen, dass die Amerikaner ihr Staunen mit dem Satz “Oh my gosh” zum Ausdruck bringen – vor allem in Reality-Formaten kommt dieser Satz nahezu regelmäßig vor. Da US-Amerikaner in Filmen und Serien relativ häufig unverständlich nuscheln, könnte man denken, dass sie auch hier undeutlich sprechen und stattdessen wirklich “Oh my god” sagen – doch das trifft nicht zu. Woher kommt also diese seltsame Umwandlung und hat das Wort “gosh” überhaupt eine Bedeutung?

Der Ausdruck “Oh my god” ist in den Augen vieler US-Amerikaner Gotteslästerung

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, warum diverse US-Amerikaner statt “god” das abgewandelte Wort “gosh” verwenden, muss man wissen, dass viele von ihnen streng gläubig sind und in der Regel auch jeden Sonntag in die Kirche gehen. Bei den US-amerikanischen Christen ist es nicht sonderlich gern gesehen, wenn der Name des Herrn missbräuchlich oder abwertend verwendet wird. Würde man also bei jedem kleinem Vorfall, der zum Staunen verleitet, “Oh my god” sagen, wäre dies in der Augen der meisten US-Amerikaner Gotteslästerung.

Wichtig zu wissen ist auch, dass das Sprichwort “Oh my gosh” in den Staaten bei nahezu jeder Gelegenheit verwendet wird. Kommt es in einer TV-Serie zu einer spannenden Wendung, wird im Kreise der Familie gern mal ein heiteres “Oh my gosh” in den Raum geworfen, ebenso beim Servieren eines leckeren Bratens. Selbst das Wort “gosh” allein gilt mittlerweile als geflügeltes Wort, um seine Verwendung oder Überraschung über ein Ereignis zum Ausdruck zu bringen – vergleichbar ist das Wort also eher mit der deutschen Redewendung “Ach du meine Güte”.

In Deutschland wird der Satz “Oh mein Gott” hingegen oft nur verwendet, wenn etwas wirklich Schlimmes passiert – beispielsweise ein tragischer Unfall. Wird ein US-Amerikaner Zeuge eines Unfalls, greift er in der Regel tatsächlich zur Redewendung “Oh my god”, alternativ auch “Oh my godness”. In derartigen Fällen ist es keine Schande, den Namen des Herrn in den Mund zu nehmen, da man sich durch ihn Hilfe und Kraft erhofft. Ein flapsig dahergesagtes “Oh my gosh” würde einem US-Amerikaner in einem solchen Moment vermutlich eher nicht über die Lippen kommen.

Kein Gott, keine Weihnachtsgrüße: Auch Menschen mit Migrationshintergrund sollen nicht verletzt werden

Eine weitere Begründung, die gegen eine übermäßige Verwendung des Satzes “Oh my god” spricht, ist die Tatsache, dass in den USA viele Menschen mit Migrationshintergrund leben, die nicht an Gott, sondern an ein anderes heiliges Wesen glauben – oder einfach an gar nichts. Um diese Menschen nicht zu verletzen, ist es beispielsweise in vielen TV-Serien im US-Fernsehen üblich, auf die Nennung von Gott zu verzichten – auch wenn sich daran verständlicherweise nicht alle US-Sender halten. Ein ähnliches Phänomen kann man auch in der Weihnachtszeit beobachten: Eigentlich wünscht man sich in den USA “Merry Christmas”, doch aus demselben Grund wurde das Wort “Christmas” mittlerweile aus den landesweiten Radio- und Fernsehanstalten verbannt. Stattdessen wünscht man seinen Hörern und Zuschauern nur noch “Happy Holidays” – also fröhliche Ferien, die für die meisten Familien in der Vorweihnachtszeit beginnen. Dieses seltsam anmutende Prozedere geht sogar so weit, dass sich Menschen beim Sender beschweren, wenn einer ihrer Moderatoren den verbotenen Weihnachtsgruß “Merry Christmas” in den Mund nimmt.

Statt sich jedoch hinter die eigenen Moderatoren und Moderatorinnen zu stellen, greifen einige US-Sender hart durch und leiten nach derartigen “Entgleisungen” sogar Sanktionen gegen ihre Mitarbeiter ein – und das alles nur, weil sie ihren Zuschauern oder Zuhörern Frohe Weihnachten gewünscht haben. Wie verrückt die ganze Angelegenheit eigentlich ist, bemerkte zuletzt auch US-Präsident Donald Trump, der bereits während seines Wahlkampfs im Jahr 2016 darauf hinwies, dass er seinem Volk im Falle eines Wahlsiegs zukünftig wieder “Merry Christmas” wünschen wolle – und dieses Versprechen später auch wahr machte.

Fazit und Bedeutung: “Oh my Gosh”

Das Beispiel um die “Merry Christmas”-Problematik zeigt sehr eindrucksvoll, dass die USA ein sehr gläubiges Land sind und hohen Wert darauf legen, dass der Glaube keiner dort lebenden Person mit Füßen getreten wird.

Ob man deshalb tatsächlich auf das Wort “Gott” verzichten muss, steht zwar auf einem anderen Blatt geschrieben – doch hier ging es ja nur um die reine Beantwortung der Frage, warum dies in den Staaten der Fall ist.

Warum heißt Tote Oma “Tote Oma”? Woher kommt der Ausdruck? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Die Speise „Tote Oma“ fällt in die Kategorie sprachliche Delikatessen. Besonders in Ostdeutschland ist ein Gericht bekannt und beliebt, dass mit Blutwurst zubereitet wird. Zusammen mit Sauerkraut und Salzkartoffeln wird die gebratene Wurst, die auch eine Grützwurst sein kann, serviert. Die Wurstbeilage ist dabei in der Regel zu einem Brei zerfallen. Erhalten geblieben ist die rötliche Färbung, die durch das enthaltene Blut entsteht. Auch wenn Blut in Lebensmitteln keine große Lobby hat, hat das Gericht viele Anhänger unter den Liebhabern der herzhaften Küche. Der Anblick jedoch ist gewöhnungsbedürftig und lässt erahnen, wie es zur Namensgebung kam.

Tote Oma, Unfall und Verkehrsunfall: Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Ein Hauptbestandteil des Gerichts ist die dunkelrote Wurst. Bei der Zubereitung wird die Wurst gebraten. Entweder wird die ganze Wurst in die Pfanne gegeben und solange gegart, bis die Pelle platzt und sich das Brät in eine breiige Konsistenz verwandelt. Alternativ kann die Wurst vor der Zubereitung klein geschnitten werden. Das Ergebnis ist in beiden Fällen eine eher unappetitliche rot-braune Masse, die durchaus an zermalmte Körperteile erinnert. Die Assoziation an die tote Oma ist nachzuvollziehen, ist jedoch nicht als salonfähig zu werten. Weitere gängigere Bezeichnungen für das Gericht sind Unfall und blutiger Verkehrsunfall. Ohne näher auf die Einzelheiten einzugehen und ohne ein Bild im Kopf zu erzeugen, reicht die Vorstellungskraft bei jedem aus, einen Zusammenhang zu erkennen. Beruhigend ist das dieses Gericht in Restaurants unter dem Namen „Topfwurst“ in der Karte geführt wird.

“Tote Oma”: Ostdeutscher Küchenhumor

Nach dem Mauerbau war in den Küchen der DDR sehr viel Kreativität gefragt. Es wurde nicht nach Wunsch, sondern nach Angebot gekocht. Ein beliebter Slogan war „Not macht erfinderisch“. Aus dieser Not heraus sind einige Gerichte entstanden, die sich bis heute große Beliebtheit erfreuen. Speisen, die nostalgische Gefühle wecken, an die Kindheit erinnern und sehr gut schmecken. Dazu gehört „Tote Oma“, denn Grützwurst, Sauerkraut und Kartoffeln waren auch im überschaubaren Warenangebot der DDR immer erhältlich. Historiker haben sich mit der Namensgebung von Gerichten befasst und sind zu dem Schluss gekommen, dass die „Tote Oma“ auf Humor beruht. Humor, der verwurzelt ist mit dem Sarkasmus, der sich einstellt, wenn sich Menschen mit einer Lebenssituation arrangieren müssen, die sie nicht ändern können. Ausgeschlossen wurde die Theorie, dass eine Speise, die „Tote Oma“ heißt, dem Wunsch nach Kannibalismus gleichzusetzen ist. Der Name „Tote Oma“ ist schlichtweg aus einer lustigen Bezeichnung entstanden, die so treffend ist, dass sie sich als fester Name etabliert hat. Die Entstehung ist also auf den sogenannten Volksmund zurückzuführen und da können Begriffe einen rauen Ton aufweisen, sind in der Regel aber sehr ehrlich.

“Tote Oma”: Regionale Unterschiede in den Töpfen

Grützwurst gehört in vielen Regionen zu den traditionellen Gerichten. Das bekannteste ist „Himmel und Erde“. Es basiert auf dem knusprig gebratenen Brät einer Blutwurst, das mit Kartoffelbrei, Apfelmus und Zwiebeln serviert wird. Die Grützwurst hat den Anschein einer guten, bröseligen Erde. Besonders im Rheinischen, in Westfalen, in Niedersachsen und Schlesien ist diese Zubereitungsart beliebt. Die herzhafte Blutwurst wird sogar in den Niederlanden serviert. In Hamburg gibt es eine Variante der Grützwurst, die mit Rosinen verfeinert ist. Eine Variante, die Feinschmecker polarisiert und niemand möchte sich vorstellen, wie die Bezeichnung für die süßliche Variante in Ostdeutschland lauten würde.

Warum sagen wir „OK“? Wo kommt die Abkürzung her? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


“OK” ist ein Ausdruck, der weltweit verbreitet ist und überall gleich verstanden wird. Andere Schreibweisen sind „Okay“ oder „O.K.“. Zur Herkunft der Abkürzung gibt es mehrere Erklärungen.

Geschichte und Wortherkunft: Wer hat “OK” erfunden?

Sicher ist bei OK nur, dass das Kürzel im englischen und vermutlich US-amerikanischen Sprachraum entstanden ist. Von dort verbreitete es sich um den ganzen Globus.

OK gehört zu den weltweit am häufigsten genutzten Wörtern und wird in fast jedem Land verstanden.

Schon viele Sprachwissenschaftler haben sich mit der Herkunft des Ausdrucks beschäftigt. Zu einhundert Prozent lässt sich jedoch keine der Thesen beweisen.

Die genaue Bedeutung und Schreibweise von “OK”

Im umgangssprachlichen Gebrauch bedeutet OK so viel wie „alles in Ordnung“ (i.O.), „alles korrekt“.

Antwortet man auf die Frage, „Wie geht es dir?“, mit einem „OK“ bedeutet es ein eher gedämpftes „Geht so“ (im Grunde also nicht alles in Ordnung).

Die Bedeutung von „OK“, „Okay“ oder „O.k.“ ist immer dieselbe. Es handelt sich nur um verschiedene Schreibweisen.

Im englischsprachigen Alphabet wird „K“ wie „Kay“ ausgesprochen. Daher wandelte sich die Schreibweise gelegentlich zu „Okay“, was der hörbaren Aussprache der Buchstaben „O“ und „K“ also „O“ und „Kay“ entspricht.

Über die korrekte Schreibweise gibt es wenig verbindliche Richtlinien. Der Duden führt das Kürzel offiziell unter den Schreibweisen „o. k.“, „okay“ und „O. K.“. Gemäß Duden ist „OK“ die Abkürzung für den US-amerikanischen Bundesstaat Oklahoma.

Die populärste Erklärung für die Herkunft von „OK“ (Bedeutung, Geschichte)

Die meiste Anerkennung bekam bisher die Erklärung des US-amerikanischen Sprachforschers Allen Walker Read. Der veröffentlichte in den Jahren 1963 und 1964 einige Artikel dazu in der Zeitschrift American Speech.

Seiner Meinung nach handelt es sich bei „OK“ um einen Sprachwitz und eine Abwandlung von „all correct“ (auf Deutsch „alles korrekt“). Im Englischen wird dies hörbar als „oll korrekt“ ausgesprochen.

Die älteste offizielle Veröffentlichung von „OK“ als Kürzel für „alles in Ordnung“ erschien am 23. März 1839 in der Boston Morning Post.

Der Original-Satz lautete:

„He … would have the contribution box, et ceteras, o.k. and cause the corks to fly, like sparks, upward.“

Frei übersetzt geht es in dem Satz über eine Erklärung, dass jemand diverse Dinge richtig erledigt habe und eine Folgektion nun so richtig losgehen könne.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine Mode, Kürzel zu verwenden. Ganz so wie sie heute in der Internetsprache wieder gemacht wird.

Durch die zunehmende Technisierung und Komplexität der damaligen Welt wurden zeitsparende Abkürzungen immer attraktiver. So sagte man beispielsweise auch „KY“ für „no use“ (zu Deutsch „zwecklos“). Das entspräche einer Aussprache im Sinne von „know yuse“.

Andere Erklärungsansätze, wo “OK” herkommt und wie es entstanden ist

Neben dieser eingängigen Theorie existieren weitere beachtenswerte Erklärungen über die tatsächliche Herkunft des Ausdrucks „OK“.

Gelegentlich hört man diese Geschichte zur Entstehung von OK:
In einem Werk des Automobilherstellers Ford soll ein Mitarbeiter mit den Initialen seines (leider unbekannten) Namens „O. K.“ Kontrollberichte unterschrieben haben. Allerdings entstanden die Ford-Werke erst ab 1903.

Weitere interessante “OK”-Erklärungsansätze:

Der Choctaw-Indianerstamm aus dem Südwesten der USA kennt das Wort „okeh“ als Ausdruck für „in Ordnung“ bzw. für die Zustimmung zu einer Sache.

Belege für die Verwendung reichen bis ins Jahr 1825 zurück. Vor den bereits erwähnten Veröffentlichungen des Sprachforschers Allen Walker Read war die Herkunft aus der Choctaw-Sprache die gängige Erklärung in anerkannten Wörterbüchern.

In der Sprache der westafrikanischen Wolof gibt es das Wort „woukay“, das ebenfalls „in Ordnung“ heißt. Da viele Angehörige der Wolof als Sklaven nach Amerika verschleppt wurden, ist ein Zusammenhang möglich.

Daneben wird im US-amerikanischen Militär der Befehl „order known“ (zu Deutsch in etwa „Befehl verstanden“) mit dem Kürzel „o.k.“ abgekürzt.

Die begleitende Geste hat sich im Laufe der Zeit verändert
Früher zeigte man zum „OK“ gern ein aus Daumen und Zeigefinger geformtes „O“. Da diese Geste in etlichen Ländern weltweit stellvertretend für das Schimpfwort „Arschloch“ verwendet wird, zeigt man das O heute kaum noch.

Inzwischen hat sich der von der geballten Faust steil nach oben gestreckte Daumen als begleitende Geste für OK etabliert.

Warum heißt der Käsekuchen “Käsekuchen”? Ist Käse drin? Bedeutung, Definition, Erklärung


Wenn eine große Feier bevorsteht, haben es die meisten nicht so leicht. Es muss an das üppige Essen gedacht werden, ein bestimmtes Menü entstehen. Hat man nicht sehr viel Zeit und möchte schnell fertig werden, darf dabei der Käsekuchen nicht fehlen. Er ist lecker und gesund.

Aber warum heißt er eigentlich Käsekuchen? Zu den Zutaten gehört doch nicht Käse, sondern Quark. Diese Frage stellten sich wahrscheinlich schon viele Personen. Die Antwort ist auch einfach: Quark ist ein Frischkäse und daher ist die Bezeichnung Käsekuchen (mit Quark) korrekt. Hier stellt sich die Frage, warum?

Käsekuchen: Seit der Antike beschäftigt

Die Frage, was mit überschüssiger Milch zu tun ist, nämlich wie man sie konserviert, hat die Menschen seit der Antike beschäftigt. Die Antwort kam ganz unerwartet und der Name lautete “Käse”. Es stellte sich heraus, dass der Säuerungsprozess sogar ganz gut reguliert werden kann.

Die Klassifizierung von Käse ist eine sehr komplexe und verwirrende Aufgabe. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Verwendung unterschiedlicher Temperaturen bei der Herstellung.

Käse: Weder pasteurisiert noch homogenisiert

Bauernkäse, für den Frankreich und Italien besonders berühmt sind, wird, unabhängig von Aussehen, Konsistenz und Geschmack, immer nach alten und traditionellen Rezepten hergestellt, die für ein bestimmtes Gebiet charakteristisch sind, sowie aus natürlicher Milch von Kühen, Schafen und Ziegen bestimmter Rassen.

In diesem Fall bedeutet das Wort “natürlich”, dass Milch weder pasteurisiert noch homogenisiert ist oder eine bestimmte Menge Fett enthält – sie wird so verwendet, wie sie beim Melken erhalten wurde.

Für den Kuchen selbst Quark machen

Aus zwei Liter Milch können Sie etwa 400 Gramm hausgemachten Quark zubereiten.

Beginnen Sie mit der Vorbereitungsphase: Lassen Sie die Milch etwa zwei Tage an einem warmen Ort. Die Milch sollte sauer werden. Sie müssen diese nicht umrühren. Je wärmer es im Raum ist, desto schneller wird die Milch sauer. Ein Kühlschrank ist für diese Zwecke nicht geeignet: Milch kann einen bitteren Geschmack und einen unangenehmen Geruch haben. Woher kann man wissen, ob die Milch sauer ist? In der Konsistenz wird sie wie ein dickes Gelee, es bildet sich auch die Molke.

Es beginnen sich Quarkgerinnsel zu bilden

Wenn die Milch sauer ist, muss sie in einen geeigneten Topf gegossen und auf den Herd gestellt werden. Die Milch wird bei schwacher Hitze unter gelegentlichem Rühren weiter verarbeitet. Schon nach zehn Minuten ist das Ergebnis da: Im Topf beginnen sich Quarkgerinnsel zu bilden. Den Quark vom Herd nehmen und weitere zehn Minuten auf dem Herd stehen lassen. Dann den Quark in ein Sieb geben und die Molke abtropfen lassen.
Der Quark ist die Vorstufe vom Käse, deswegen ist der Name Käsekuchen nicht fehlerhaft.
Wenn Sie hausgemachten Hüttenkäse durch Erhitzen zubereiten möchten, wird empfohlen, bei der Auswahl der Töpfe verantwortungsbewusst vorzugehen. Dies ist wichtig, da in emaillierten Schalen alles brennen kann. Verwenden Sie Kochgeschirr aus Aluminium oder Edelstahl. Dadurch wird sichergestellt, dass Ihr Produkt genau so ausfällt, wie Sie es beabsichtigt haben.

Trocken und bröckelig

Bevor Sie den Quark in ein Sieb geben, legen Sie ihn mit mehreren Schichten Mull oder Papiertüchern aus. Ein Sieb wird normalerweise in einen Topf gegeben. Das resultierende Serum fließt hinein.
Viele Leute mögen es, wenn sich herausstellt, dass der Quark trocken und bröckelig ist. Wie erreichen Sie diese Konsistenz Ihres Lieblingsprodukts? Einfach länger die Molke aus dem Quark ablaufen lassen.
Wenn Sie nicht vorhaben, den gesamten Quark auf einmal für den Käsekuchen zu verwenden, müssen Sie die Regeln für die Lagerung kennen. Das hausgemachte Produkt kann bis zu vier Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Mit Hilfe von Zitrone

Vor dem Backen kann ein ganz besonderer Quark zubereitet werden.
Dieses Rezept wird definitiv diejenigen ansprechen, die nicht zu lange warten möchten. Mit Hilfe von Zitrone wird Milch viel schneller sauer, was bedeutet, dass sie schnell eine Konsistenz erreicht, aus der Sie hausgemachten Quark kochen können.

Diese Methode ist gut, da keine vorbereitende Tätigkeit erforderlich ist. Milch in einen Topf geben und auf den Herd setzen. Wenn Sie Landmilch verwenden, muss diese zuerst gekocht werden. Wenn die Milch pasteurisiert ist, erhitzen Sie diese einfach gut, aber nicht kochen.

In der Zwischenzeit den Zitronensaft auspressen. Für die Milchmenge benötigen Sie etwa 60 Milliliter Saft. Gießen Sie Zitronensaft in einem dünnen Strahl in die heiße Milch und rühren Sie um. Die Reaktion beginnt fast sofort und aus der Milch bilden sich Quarkgerinnsel. Schalten Sie den Herd aus und nehmen Sie den Topf von der Platte. Den Quark leicht abkühlen lassen und in ein Sieb geben.

In einer Vielzahl von Diäten enthalten

Der Quark im Käsekuchen hat sogar noch Vorteile.

Quark vereint alle Qualitäten von Milch und Käse. Gleichzeitig zeichnet er sich durch einen geringen Fettgehalt aus. Der Quark enthält die gleiche Menge an Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren, ist eine Quelle für Kalzium, Magnesium und Eisen. Er enthält Vitamine der Gruppen B, A und E, eine große Anzahl von Aminosäuren, die für den Körper notwendig sind.
Quark verbessert die Verdauung und normalisiert den Stoffwechsel. Dieses Produkt ist in einer Vielzahl von Diäten enthalten. Der Quark ist nützlich bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Sie sollten jedoch keinen Hüttenkäse essen, wenn Sie an einer schweren Nierenerkrankung leiden. Quark enthält wie Käse einen hohen Anteil an Eiweiß, der die Nieren ernsthaft belasten kann.

Quark ist ideal für die Ernährung

Käse ist für kleine Kinder und übergewichtige Menschen unerwünscht. Quark ist ideal für die Ernährung und normalisiert die Verdauung. Auch sehr kleine Kinder können ihn essen, da dieser eine Kalziumquelle ist. Der Quark enthält eine Vielzahl von Milchsäurebakterien, die sich positiv auf den Darm auswirken. Der große Vorteil von Quark ist, dass er zu Hause hergestellt werden kann.

Quark kann ein großartiger, sicherer Ersatz für Käse sein. Wenn Sie ihn mit einem geringen Fettanteil wählen, besteht keine Gefahr von Fettleibigkeit und Problemen mit den inneren Organen. Käse wiederum belastet Nieren und Leber sehr stark.

Also ist der Käsekuchen auch sehr gesund, Quark und Käse haben einiges, was sie beide enthalten, entstehen ja auch aus dem gleichen Produkt. Deswegen hat der Käsekuchen das volle Recht so genannt zu werden. Man findet ihn auf vielen Speisekarten in Cafes und Restaurants. Er ist die Lieblingsspeise sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern.

Was ist der “Grüne Daumen”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Menschen, die „ein Händchen“ für Pflanzen haben, haben auch „einen grünen Daumen“. Redensarten, die etwas mit den Händen zu tun haben, kommen meistens aus der Arbeitswelt. Wer geschickt darin ist, etwas zu tun, hat eben ein Händchen dafür. Diese Redensart wird als Kompliment verstanden. Man kann ein Händchen für alles Mögliche haben. Aber wer ganz speziell ein Händchen für das Gärtnern und für Pflanzen hat, der hat zudem auch noch einen grünen Daumen.

Was ist der “Grüne Daumen”? Bedeutung, Definition, Erklärung

„Einen grünen Daumen haben“ umschreibt die Fähigkeit eines Menschen, besonders schöne Blumen oder besonders leckeres Obst und Gemüse anbauen zu können. Menschen, bei denen regelmäßig die Topfpflanzen auf der Fensterbank verwelken, die Yucca-Palme in der Zimmerecke die Blätter hängen lässt und bei denen auch beim zweiten oder dritten Anbauversuch keine nennenswerte Kartoffelernte zustande kommt, haben im Gegensatz dazu leider keinen grünen Daumen.

Einen „grünen Daumen“ bekommt man mit in die Wiege gelegt. Ein „grüner Daumen“ umschreibt ein angeborenes Talent. Entweder man hat ihn oder man hat ihn nicht. Die Theorie der Pflanzenaufzucht lässt sich erlernen und Erfolge bei der Ernte ergeben sich automatisch dann, wenn alles Erlernte auch richtig umgesetzt wurde. Hat aber ein Gärtner noch zusätzlich einen „grünen Daumen“, dann ist die Ernte besonders groß, ungewöhnlich schön oder unverhofft ertragreich. Der „grüne Daumen“ ist also das Mehr, das das Können und Wissen toppt. Es ist eine angeborene Fähigkeit, die aber manches Mal nur zufällig entdeckt wird. Wer einen „grünen Daumen“ hat, sich aber nicht mit Pflanzen beschäftigt, weiß es nicht.

Warum „grün“ und warum „Daumen“?

Menschen, die viel gärtnern und dabei keine Handschuhe tragen, bekommen schmutzige Hände. Die Finger werden von der Gartenerde ganz braun. Deswegen stellt sich die Frage, weshalb nicht von braunen oder schwarzen Fingern, sondern von einem „grünen Daumen“ die Rede ist, wenn es um ein besonders talentiertes Gärtnern und um gesunde, kräftige Pflanzen geht? Selbstverständlich bekommt man grüne Finger, wenn man Pflanzenstängel zerdrückt oder grüne Blätter abzupft und quetscht. Das Chlorophyll, also das Blattgrün, das die Pflanzen bei der Photosynthese produzieren, ist ein natürlicher Farbstoff.

Wer grüne Pflanzenteile zwischen Fingern und Daumen zerreibt, bekommt grüne Fingerspitzen und einen grünen Daumen. In Bezug auf die Redewendung „einen grünen Daumen haben“, ist diese Erklärung aber unlogisch. Denn sie besagt, dass jemand ein besonderes Geschick im Umgang mit Pflanzen an den Tag legt. Weshalb also sollte sich diese Redewendung aus dem Zerstören von Pflanzen heraus entwickelt haben, wenn damit doch das genaue Gegenteil gemeint ist?

Wortherkunft: Woher kommt der “Grüne Daumen”?

Tatsächlich handelt es sich bei dem „grünen Daumen“ um eine Redensart, die aus dem Amerikanischen stammt. Sie entwickelte sich nicht in der deutschen Sprache und aus keinem bestimmten Sachverhalt heraus. Es finden sich zwar verschiedene Erklärungen, wie es zu dieser Redewendung gekommen sein könnte. Sie sind aber alle wenig überzeugend. Beispielsweise wird erklärt, dass moos- oder algenbehaftete Gefäße beim Gärtnern angefasst werden müssen und dabei der Daumen grün wird. Eine andere Erklärung ergibt sich aus der Beobachtung, dass beim Überprüfen, ob die Erde feucht genug oder die Konsistenz richtig ist, sie mit Daumen und Fingern angefasst werden muss und der Daumen dabei schmutzig wird.

Im Amerikanischen ist die Rede vom „green thumb“. Im Englischen hingegen wird von grünen Fingern, den „green fingers“, gesprochen, wenn sich jemand besonders gut mit Pflanzen auskennt und sie erfolgreich zum Blühen und Gedeihen bringt. Möglicherweise gelangte die Redewendung aus dem Englischen in etwas abgewandelter Form zunächst ins Amerikanische, bevor sie ins Deutsche übersetzt wurde.

Nach dem Oxford English Dictionary wurde die Redewendung „green fingers“ vermutlich das erste Mal 1906 verwendet, in der Kurzgeschichte „The Misses Make-Believe“ von Mary Stuart Boyd. In den USA tauchte der „green thumb“ zum ersten Mal 1937 auf, in einem Zeitungsartikel des Ironwood Daily Globe (Michigan), in dem der „grüne Daumen“ als Gärtner-Jargon bezeichnet wird. In den 1940er Jahren, während des Krieges, gab es in England eine überaus populäre Radiosendung bei BBC über das Gärtnern. Sie hieß „In your Garden“ und wurde von Cecil Henry Middleton moderiert, der beide Begriffe verwendete und dadurch einer riesigen Zuhörerschaft bekanntmachte: „green fingers“ und „green thumb“. Es ist naheliegend, dass der „grüne Daumen“ – wie viele andere Begriffe auch -, aus dem Englischen und Amerikanischen ins Deutsche übernommen wurde.

König Edward I. von England und der „grüne Daumen“

Es gibt eine schöne Geschichte, die Edward I. zugeschrieben wird und die die Herkunft des Begriffs „grüner Daumen“ erklären soll. Es darf bezweifelt werden, dass sie wahr ist, dennoch wird sie erzählt. Edward I. war von 1272 bis 1307 König von England und hatte eine Vorliebe für grüne Erbsen. Diese Erbsen mussten, wie vieles andere auch, von seinen Leibeigenen geschält werden. Derjenige unter ihnen, dessen Daumen danach am grünsten war, wurde für seine Arbeit geehrt. Denn sein besonders grüner Daumen bewies, dass er der Fleißigste von allen Erbsenschälern war.

Vom „goldenen“ zum „grünen Daumen“

Geoffrey Chaucer war wohl der berühmteste englische Dichter des Mittelalters. Er ist der Autor der Canterbury Tales (1387-1400). Darin ist das erste Mal von einem „goldenen Daumen“ die Rede. Es ist die Quelle des alten englischen Sprichworts “An honest miller has a golden thumb” (deutsch: Ein ehrlicher Müller hat einen goldenen Daumen). Es nimmt Bezug auf die Qualitätsbestimmung von Mehl durch den Müller, der das gemahlene Getreide oder den gemahlenen Mais zwischen seinem Zeigefinger und seinem Daumen reibt und so seine Feinheit prüft. In früherer Zeit gab es ausschließlich leicht bräunliches Vollkornmehl. Je „goldener“ der Daumen, desto feiner und höherwertiger war das Mehl. Das heutige, strahlend weiße Mehl würde keinen „goldenen Daumen“ hinterlassen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ein guter Müller verstand etwas von seinem Handwerk. Je ehrlicher und geschickter er seinem Beruf nachging, desto besser war das Ergebnis. Nur sehr feines Mehl des vollen Korns kann am Daumen haften bleiben und ihn etwas einfärben. Es ist durchaus möglich, dass im letzten Jahrhundert aus dem „goldenen Daumen“ des kulturellen Gedächtnisses der „grüne Daumen“ wurde. Die Bedeutungen haben sich vermutlich vermischt. Anders als bei einem hervorragenden Müller, der tatsächlich einen goldfarbenen Daumen vorweisen konnte, wird das herausragende Talent eines Gärtners mit einem „grünen Daumen“ lediglich umschrieben. Aus diesem Grund hat ein talentierter Gärtner nur im übertragenen Sinn einen grünen Daumen.

Weitere Bedeutung von Grüner Daumen

Übrigens beim wem alle Pflanzen eingehen, vertrocknen und braun werden, der hat dann wohl einen “Braunen Daumen”.

Warum sagt man “Langhaariger Bombenleger”? Woher kommt der Ausdruck? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Eigentlich gilt langes und gesundes Haar als Inbegriff von Schönheit. Auch spiegeln die Haarlänge und die Beschaffenheit der natürlichen Mähne oft den Gesundheitszustand einer Person wider.

Wie entstand der „Langhaarige Bombenleger?“ Geschichte

Bis auf die Barbaren war langes Haar in seiner Geschichte meist positiv besetzt. Seine modische Wiederkehr verdankte die lange Haarpracht allerdings der Hippie-Bewegung der 1960er-Jahre. Dabei war diese zunächst friedlich. Schließlich demonstrierten die Hippies gegen Krieg und warben für ein friedliches Miteinander, setzten sich für Toleranz und freie Liebe ein. Eigentlich sind es gerade die Baumstreichler und Ökos, welche ihr Haupthaar ganz natürlich lang tragen, die sich gesund ernähren und den alternativen Lebensstil pflegen, der niemandem wehtut. Warum sagt man also „Bombenleger“?

Anfangs war nicht jeder mit den neuen Sichtweisen einverstanden. Gesellschaftliche Werte und Traditionen hatten sich in eine bestimmte Richtung entwickelt, welche jedoch auch diskriminierend, einschränkend und für Freidenker wenig nachvollziehbar waren. Wer nun versuchte, die Gesellschaft mit neuen Prinzipien umzukrempeln, sorgte unweigerlich auch für Unfrieden und Unruhen. Unbequeme Wahrheiten auszusprechen und nachteilige, unfaire Bedingungen ändern zu wollen, sorgt notgedrungen für ein Beben in der Gesellschaft. Wer an alte Werte glaubte, wollte die neuen Ideen oft nicht hören. So wurde auch zu Mitteln der Gewalt gegriffen, um sich Gehör zu verschaffen und letzten Endes doch etwas zu bewegen.

“Langhaariger Bombenleger”: Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Der „Bombenleger“ findet seinen Ursprung im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne.

Wahrscheinlich ist vor allem die linksextremistische terroristische Organisation RAF ausschlaggebend für die Bezeichnung „Bombenleger“. Aus der einstigen Protestbewegung heraus entwickelte sich ein militanter Teil, der seinen Idealen und politischen Auffassungen folgend mehrere Anschläge, Geiselnahmen, Morde, Attentate und Überfälle verübte. Hier ist also von echten Bomben die Rede.

Im übertragenen Sinne war jedoch auch der gemeine Protestler und Revoluzzer der 60er-Jahre ein Brandstifter und Bombenleger. Wer die eingefahrenen Grundzüge der Gesellschaft infrage stellt und seine Mitmenschen aufzurütteln versucht, gilt besonders unter den Traditionalisten als Querdenker, Nestbeschmutzer und Unruhestifter. Er zerstört, was Jahrzehnte lang der Norm entsprach und wortlos akzeptiert wurde. Ein Bombenleger im geistigen Sinne kann also auch jemand sein, der Denkverbote und Tabus kritisiert und alternatives Gedankengut propagiert. Das „langhaarig“ gesellt sich dazu, da man die allgemeinen Umbrüche in der Gesellschaft mit den oft langhaarigen Hippies und Gammlern in Verbindung brachte.

Im aktuellen Kontext gehören auch die Whistleblower zu den Bombenlegern, da sie „Informationsbomben“ platzen lassen. Nur sind lange Haare für Aufruhr und Protest heute keine Notwendigkeit und zwingende Begleiterscheinung mehr.

Bedeutung der langen Haare bzw. Langhaarigkeit

Was genau als lang angesehen wird, variiert von Kultur zu Kultur. Sogar innerhalb einer Kultur oder Gesellschaft gibt es große Definitionsunterschiede. Nicht immer bedeutet lang, dass die Haarpracht über die Schulter hinabreichen muss. Selbst die Haare auf den Pilzköpfen der Beatles galten damals bereits als „lang“.

Das Haar ist seit jeher von großer Bedeutung für die menschliche Selbstdarstellung. Deswegen wird gerne das Urteil über jemanden über dessen Haare gefällt. Leicht zu verändernd, nachwachsend und einfach zu gestalten, so kann man mit der Frisur schnell seinen Überzeugungen oder seiner gesellschaftlichen Stellung Ausdruck verleihen. Wer früher kurz geschorenes Haar hatte, gehörte zur Dienerschaft an oder zählte zu den Untergebenen. Langes Haar dagegen kennzeichnete eine Sonderrolle.
Die Haarlänge wird gerne als Provokation genutzt, beispielsweise wenn die Haarpracht des Mannes länger ausfällt, als es im gesellschaftlichen Kontext aktuell gerade üblich ist. Bei Frauen ist es eher das Gegenteil. Kurzes Haar provozierte in der Vergangenheit gesellschaftskritisch und ist auch heute noch Zeichen von Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein.

Die Haarlänge im Wandel der Zeit: Geschichte, Historie

Im Alten Testament finden die Nasiräer Erwähnung, welche durch ihr ungeschnittenes Haar ihre Bindung zu Gott demonstrierten. Auch eine Geringschätzung von Glattrasuren und Kahlköpfigkeit ist in der Bibel präsent. Differenziert wird jedoch an mancher Stelle zwischen den Geschlechtern. So sei es eine Ehre für die Frau, langes Haar zu tragen, jedoch eine Unehre für den Mann.

In der Antike trugen viele Helden ihre Haare lang. Ungeschnittenes Haar war ein Symbol für Freiheit. Unter Kriegern galt es als Zeichen des Adels. Während bei Frauen durchgehend das lange Haar eine zentrale Rolle spielte, variierte es bei Männern immer wieder. So trugen Athleten, Gelehrte und auch Soldaten aus praktischen Gründen ihr Haar kurz. Im Römischen Reich sah man langhaarige Männer als Barbaren an. Die langen Haare waren damit negativ besetzt.

Auch die alten Germanen und Kelten bevorzugten ihr Haar lang. Es wurde gepflegt und kunstvoll geflochten.

Lange Zeit galten lange Haare als Ausdruck von Freiheit, Adel und höherem Stand. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts verloren sie bei Männern ihre Beliebtheit. Langes Haar galt nicht mehr als modisch.
In der Weimarer Republik wurde längeres Haar wieder modern, es wurde mit Pomade nach hinten gekämmt. In der Wehrmacht war ein geschorener Kopf sogar verboten, dort trug man einen Undercut mit längerem Oberkopfhaar.

In den 1960er-Jahren wurde langes Haar schließlich zum Protestsymbol. Besonders bei Männern wurde die lange Haarmähne zum gegenkulturellen und politischen Statement. Die lange Mähne wurde zum Bestandteil subkultureller Bewegungen, alternativer Kulturen und Lebensentwürfen.
Die hartnäckige Weigerung, sich die Haare schneiden zu lassen, war Teil des vorherrschenden Generationenkonflikts und Anlass für Schulverweise und weitere Sanktionen.

In den 70er-Jahren blieb der Trend zum langen Haar bestehen. Die Beliebtheit der Reggae-Musik brachte das Interesse an Dreadlocks und der Philosophie der Rastafari-Bewegung mit sich. In den 1980er-Jahren sorgte der Glamrock für wilde, auftoupierte Mähnen bei Männern und Frauen. Exzentrische Frisuren nahmen ihre altertümliche Bedeutung wieder auf. Wer eine Metal-Mähne trug, war nicht gewöhnlich, er zeichnete sich als etwas Besonderes aus. Er war ein Rockstar oder fühlte sich zumindest als solcher.

Warum heißt der Kaiserschnitt “Kaiserschnitt”? Bedeutung, Definition, Erklärung, Wortherkunft


Laut einer alten Überlieferung soll der römische Diktator Julius Cäsar Namensgeber für den Kaiserschnitt sein. Diese Behauptung stellte der Schriftsteller Plinius auf, der allerdings erst einige Jahrzehnte nach ihm zur Welt kam. In seiner Geschichte wurde Julius Cäsar aus dem Bauch seiner Mutter geschnitten und da die lateinische Bezeichnung dafür “Sectio caesarea” übersetzt soviel bedeutet wie “schneiden” und “Kaiser”, war der Namenspatron schnell gefunden.

Kaiserschnitt: Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Der Wahrheitsgehalt dieser Überlieferungen wurde zunächst nicht weiter angezweifelt, da es dem Kaiser etwas Übersinnliches einhauchte. Dabei waren Geburten in dieser Zeit ohnehin schon sehr gefährlich. Allein aufgrund der hygienischen Rahmenbedingungen hätte die Mutter Cäsars einen Kaiserschnitt wohl kaum überleben können. Damals durften sogenannte Schnittentbindungen nur bei verstorbenen Frauen durchgeführt werden, um das Baby zu retten. Die Mutter Cäsars war nach der Geburt aber noch viele Jahre wohlauf und so konnte diese Theorie später widerlegt werden.

Woher der Begriff Kaiserschnitt stammt, ist leider noch immer nicht ganz eindeutig geklärt. Der Ursprung könnte im Mittelalter liegen und auf dem Wort “caedare” (schneiden) basieren. Kinder, die mit Hilfe dieser Methode zur Welt kamen, wurden “caesones” (Schnittlinge) genannt. Es ist aber auch denkbar, dass der Ausdruck Kaiserschnitt auf ein Gesetz aus dem 8. Jahrhundert zurückzuführen ist, das “Lex Caesarea” genannt wurde. Dort war festgehalten, dass ein ungeborenes Kind einer verstorbenen Frau nur getrennt von deren Leichnam begraben werden durfte. Dafür war es notwendig, beide Körper voneinander zu trennen. Da eine natürliche Geburt nicht mehr möglich war, blieb nur die sogenannte Schnittentbindung übrig.

Den Menschen dieser Zeit schien es jedoch einfacher und weniger unheimlich, Julius Cäsar weiterhin als Namensgeber einzusetzen.

Wann wurden die ersten Kaiserschnitte erfolgreich durchgeführt?

Wie bereits erwähnt, waren Kaiserschnitte damals sehr gefährlich. Wenn die Frau den starken Blutverlust überlebte, führte meistens eine Sepsis früher oder später zum Tod.

Den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt führte ein Schweizer namens Jacob Nufer im 15. Jahrhundert an seiner Frau durch. Dabei halfen ihm seine Kenntnisse aus der Kastration von Schweinen. Sowohl seine Frau als auch das Baby überlebten den Eingriff.

Trotzdem blieb ein Kaiserschnitt noch viele Jahrhunderte nach dieser erfolgreichen Geschichte eine Schreckensvision für die meisten werdenden Mütter. Diese verstarben meist bereits wenige Tage nach der Operation an Infektionen oder inneren Verletzungen. Im Jahr 1876 kam dann die Wende, indem der italienische Arzt Edoardo Porro direkt nach der Entnahme des Babys die Gebärmutter vollständig entfernte. Damit senkte man die Sterberate signifikant.

Heutzutage sind die technischen und hygienischen Standards glücklicherweise deutlich fortschrittlicher. Da erstaunt es nicht, dass rund 20% aller Babys per Kaiserschnitt zur Welt kommen.

Fakten rund um das Thema Kaiserschnitt

Der Schweizer Jacob Nufer führte im 15. Jahrhundert an seiner eigenen Frau den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt durch, bei dem sowohl Mutter als auch Kind überlebten.
Trotzdem wurden sogenannte Schnittentbindungen aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate auch in den darauffolgenden Jahrhunderten nur ungern durchgeführt. Das änderte sich im Laufe der Zeit jedoch.

Aufgrund der technischen Entwicklung sowie der hohen hygienischen Standards ist diese Art der Geburtshilfe in der heutigen Zeit immer beliebter geworden. Allein in Deutschland hat sich zwischen den Jahren 1991 und 2011 die Rate der Kaiserschnitte nahezu verdoppelt. Als Grund dafür gilt die wachsende Rate an Risikoschwangerschaften. Trotzdem verbirgt sich hinter dieser Zahl nicht unbedingt immer ein medizinischer Nutzen. So sollen laut Statistiken nur rund 10% aller Kaiserschnitte medizinisch notwendig sein. Häufig wird der Eingriff auch nur auf Wunsch der Mutter durchgeführt, weil diese Angst vor einer natürlichen Geburt hat.

Warum werden Kaiserschnitte durchgeführt?

Ein Kaiserschnitt wird meistens bei Mehrlingsgeburten angeraten. Aber auch bei gesundheitlichen Einschränkungen der Mutter oder wenn das Kind falsch liegt, ist diese Art der Entbindung deutlich sicherer. Wenn die Gebärende an Krankheiten wie HIV oder Herpes leidet, minimiert ein Kaiserschnitt sogar die Übertragung der Viren auf das Kind.

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Der Name erklärt sich wie von selbst, wenn man die Operationstechnik dahinter kennt. Wenn die Entscheidung für einen Kaiserschnitt gefallen ist, wird die werdende Mutter mit Hilfe einer Periduralanästhesie zunächst betäubt. Anschließend wird oberhalb des Schambeins erst die Bauchdecke und dann die Gebärmutter geöffnet. Das Kind wird aus dem Leib der Mutter entnommen und dann verschließt der Arzt alle Schichten wieder sorgfältig. Die gesamte Prozedur dauert in der Regel nur ca. 1 Stunde.

Was ist ein “Energievampir”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Vampire sind blutsaugende Schattenwesen, die weder leben noch tot sind. Durch das Blut der Opfer erhalten sie sich in einem Zwischenzustand. Vampire sind mythische Wesen, die in fast jeder Kultur hervorgebracht wurden. Unsere Vorstellung von Vampiren geht auf einen Roman eines britischen Schriftstellers, Bram Stoker, zurück, der im Jahr 1897 einen Roman mit dem Titel „Dracula“ veröffentlichte. Dracula „lebt“ in den Karpaten als Untoter, der tagsüber in seinem Sarg ruht und in der Nacht auf die Jagd geht. Dracula ist ein komplexer Charakter, der nicht nur Angst und Schrecken verbreitet, sondern auch eine narkotische Faszination auf seine Opfer ausübt. Allen Vampirmythen gemeinsam ist der Glaube, dass die Lebensenergie eines Menschen im Blut konzentriert ist. Bei der Aufnahme von Blut geht auch ein Teil dieser Energie auf denjenigen über, der das Blut trinkt.

Psychologische Dimension des Vampirmythos

Der Vampirmythos geht von der Vorstellung aus, dass die Lebensenergie eines Menschen in seinem Blut gespeichert ist. Dies deckt sich natürlich mit der biologischen Beobachtung, dass ein Lebewesen ohne Blut nicht existieren kann und übermäßiger Blutverlust zum Tod führt. Entfernt man sich von der materiellen Basis des Bluts und bewegt sich hin zu psychologischen Perspektiven, ist der Begriff der „Lebensenergie“ weiterhin sinnvoll. Als Lebensenergie werden die Einstellungen eines Menschen bezeichnet, die ein erfülltes Leben ausmachen. Hierzu gehören Optimismus, Aktivität, zwischenmenschliche Bindungen, Sinngebung und Lebensziele. Wenn ein Mensch diese Grundbedingungen besitzt, ist er zu einem zufriedenen Leben befähigt und kann Dinge bewegen.

Energievampire: Negative Einflüsse auf die Lebensenergie

Bei einer maximalen Lebensenergie kann ein Mensch sein Potential voll ausschöpfen und entwickelt Ausstrahlung. Er kann andere Menschen begeistern und mitreißen und tief beeindrucken. Dies ist das Idealbild eines gelungenen Lebens. Allerdings gibt es Einflüsse, welche das Potential, das jeder Mensch besitzt einschränken. Der Alltag mit seinen Notwendigkeiten und Begrenzungen behindert oft eine Entfaltung. Aber es sind auch andere Menschen, die Lebensenergie abziehen können. Diese Personen werden in Anlehnung an den Vampirmythos als Energievampire bezeichnet.
Der Abzug von Lebensenergie hat Auswirkungen auf das Befinden des Menschen. Der Mensch fühlt sich ausgelaugt, müde, depressiv, aggressiv und lethargisch. Die Probleme türmen sich zu unüberwindlichen Hindernissen auf. Jede Aktion erscheint als eine Zumutung. Der Mensch zieht sich vom Leben zurück.

Diese negativen Auswirkungen sind Reaktionen auf bestimmte Situationen und auf bestimmte Personen. Die Gemeinsamkeit aller Vampirsituationen sind der Verlust von Handlungs- und Einflussmöglichkeiten. Der Mensch fühlt sich der Situation ausgeliefert. Wer sein Verhalten beobachtet, kommt zu dem Schluss, dass diese negative Grundstimmung auch im Zusammenhang mit bestimmten Menschen auftaucht.

Energievampire: Bedeutung, Definition, Erklärung

Es gibt Begegnungen, die ein gewisses Unwohlsein hinterlassen. Dies darf nicht mit Sympathie oder Antipathie verwechselt werden. Es handelt sich um Kontakte, die ein tiefes Gefühl von „Lebensmüdigkeit“ hinterlassen. Wir sehen die Welt schwarz, fühlen uns gelähmt und bedrückt. Diese Personen sind Energievampire. Sie befinden sich in unserem direkten Lebensumfeld, bei der Arbeit, in der Familie oder bei Freizeitaktivitäten. Wir treffen sie überall.

Energievampire sind Menschen, die meist unbewusst andere in ihren Potentialen einschränken. Es sind häufig nicht die Monster aus den Mythen, sondern Personen, die selbst erhebliche psychische Probleme haben. Diese bearbeiten sie allerdings mit Strategien, die zu Lasten anderer Menschen gehen. Zum Energievampir wird ein Mensch nicht geboren, sondern er wird dazu durch seine Lebensgeschichte oder durch spezielle Umstände gemacht. Energievampiren gemeinsam ist ihre negative Grundeinstellung zum Leben im Allgemeinen. Es handelt sich um zutiefst unsichere Menschen, denen es an Selbstwertgefühl mangelt.

Diese negative Grundeinstellung kann aus persönlichen Traumata entstanden sein. Sie wurden vielleicht selbst Opfer von Mobbing, von physischem oder psychischem Missbrauch oder tragen Schuldgefühle mit sich herum. Sie fühlen sich nicht ausreichend beachtet oder vielleicht sogar ungewollt. In den letzten Jahren hat sich ein neuer Typ des Energievampirs etabliert. Auch die moderne Reizüberflutung und die Beschleunigung von Veränderung kann aus Menschen Energievampire machen.

Eigentlich sind Energievampire also Menschen, die selbst psychologische Hilfe benötigen. Dies sollte allerdings nicht dazu verleiten, Mitleid zu entwickeln. Diese Verhaltensweise schadet beiden Seiten. Sowohl der Vampir, als auch der Betroffene, müssen sich aus den negativen Mechanismen befreien, um zu sich selbst zu finden.

Psychologie und Psychogramme von Energievampiren

Es gibt bestimmte psychologische Typen, die prädestiniert sind, zu Energievampiren zu werden. Das heißt nicht, dass alle Menschen, die den folgenden Psychogrammen entsprechen tatsächlich auch Energievampire sind. Aber sie haben das Potential und eine gewissen Vorsicht im Umgang mit ihnen ist durchaus angebracht.

Soziopath

Vielleicht der gefährlichste aber am leichtesten zu erkennende Typ. Dies sind Menschen, die buchstäblich über Leichen gehen und von keinem Gewissen eingeschränkt werden. Sie suchen ihren Vorteil um jeden Preis und missachten jegliche soziale Normen. Es sind die Menschen, die sich überall nach vorne drängen und die nur ihren eignen Vorteil suchen.

Narzissten

Sie halten sich für unfehlbar und leben die Extreme. Sie benutzen andere Menschen für ihren Vorteil und sehen darin eine natürliche Ordnung. Ihnen fehlt es an jeder Art von Empathie. Narzissten müssen zwanghaft überall im Mittelpunkt stehen, weil die Welt sich um sie dreht. Sie sind die Entertainer, während der Rest der Welt lediglich als Publikum sinnvoll ist.

Borderliner

Diese Menschen sind Grenzgänger, die ständig zwischen Extremen hin und her pendeln. Es sind die Propheten, die alles wissen und die Untergangspropheten, die schon immer alles gewusst haben. In Hochphasen können sie mitreißend und faszinierend sein, während sie ohne Vorwarnung in tiefste Depression verfallen können. Borderliner leben ihr Leben im Rausch, ihnen fehlt aber jede Orientierung und Halt.
Perfektionisten

Dies sind Menschen, bei denen Angst das Lebensgrundgefühl darstellt. Leben ist Veränderung und Neues. Und genau das bereitet ihnen Panikattacken. Ihre Konsequenz ist das Ersticken jeden Lebens in einer, alles umfassenden Ordnung. Nichts darf sich verändern, nichts ihrer Kontrolle entgleiten.

Professionelle Opfer

Die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen versuchen sie durch Mitleid zu erhalten. Sie sind die Opfer der Umstände, die Menschen, die immer Pech haben, selbstverständlich unverschuldet. Ihr Leben ist ein einziger Hilferuf.

Verteidigungsstrategien gegen Energievampire

Energievampire leben von der Manipulation ihrer Mitmenschen. Sie zwingen den anderen ein Verhalten auf, das diese nicht wollen. Weil Menschen nur auf der Grundlage einer eigenen Einsicht geändert werden können, kann man Energievampiren nicht helfen. Solange sie mit ihren Strategien erfolgreich sind, werden sie diese weiter praktizieren. Deshalb hilft gegen Energievampire nur Distanz.

Was bedeutet “Bonze”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Bonze“, der heutzutage seine höchste Verbreitung wahrscheinlich unter Jugendlichen hat, stammt etymologisch aus einer fernöstlichen Sprache. Ursprünglich wohl dem japanischen Wort „bonso“ entlehnt, fand er durch verschiedene Autoren Aufnahme in den deutschen Sprachgebrauch. Das Wort „bonso“ bezeichnete in Japan einen buddhistischen, also einen fremden Mönch (den Buddhismus brachten chinesische beziehungsweise koreanische Mönche nach Japan). Seit etwa dem Jahr 1600 wird der Begriff mit unterschiedlichen Schreibweisen (zum Teil „Bontze“) in der oben genannten Bedeutung auch im Deutschen verwendet, ebenso in verschiedenen anderen europäischen Sprachen.

Was bedeutet “Bonze”? Wortherkunft, Geschichte

Im Laufe des 18. Jahrhunderts erfuhr das Wort einen Bedeutungswandel, es wurde erstmals auf Priester, denen man Frömmelei und Pharisäertum oder besser Scheinheiligkeit vorwarf, im Allgemeinen angewandt. Der Vorwurf an einen Bonzen lautete nun, einen christlichen Lebenswandel zu leben vorzugeben, in Wahrheit jedoch ein ausschweifendes und sündiges Leben zu führen. Diesen Vorwurf findet man auch in der umgangssprachlichen Redewendung „Wasser predigen und Wein saufen“. Im 19. Jahrhundert begann man, den Begriff des „Bonzen“ auch im weltlichen Kontext zu gebrauchen. Man nutzte es, um abfällig von Amts- und Würdenträgern zu sprechen.

Bonze heute: Bedeutung, Definition und Erklärung

Heute findet man das Wort „Bonze“ zum Teil noch in der politischen Linken als Schimpfwort für wohlhabende, „bürgerliche“ Gegner. In der Regel ist das Wort heutzutage jedoch nicht mehr politisch aufgeladen. Gerade beim Gebrauch durch Jüngere bezeichnet es zumeist lediglich Leute, die ihren Wohlstand öffentlich zur Schau stellen. So ist ein Bonze, wer sich bestimmte Statussymbole leistet und diese präsentiert. Interessant ist, dass sich die Aussprache im Jugendslang verschoben hat. So wird der Buchstabe „Z“ bei dem Wort „Bonze“ häufig als „s“ gesprochen. Das ist vor allem deshalb kurios, weil die Herkunft des Wortes ja wie oben dargelegt höchstwahrscheinlich in dem Wort „bonso“ liegt. So nähert sich ein Begriff nach jahrhundertelangem Bedeutungswandel zumindest in der Aussprache wieder seinem Ursprung an.

Bonze: Gebrauch durch die Sozialdemokraten

Die Sozialdemokraten schließlich waren es, die im ausgehenden 19. Jahrhundert den Begriff des „Parteibonzen“ wie überhaupt die Verwendung im Zusammenhang mit Parteifunktionären prägten. Hier bezeichnete der Begriff nun einen Sozialdemokraten, der in der Partei Karriere gemacht hatte und den Kontakt zu dem einfachen Arbeiter, dem eigentlichen Bezugspunkt sozialdemokratischer Politik verloren hatte. Das Eingliedern in den politischen Apparat, das Friedenmachen mit dem System und (in der Weimarer Zeit) mit den bürgerlichen Parlamentsmehrheiten wurde als Verrat am Proletariat empfunden. In den Worten Kurt Tucholskys: „Man kann nur noch durchs Vorzimmer zu dir gelangen. Du rauchst nach Tisch die dicken Zigarren, lachst über Straßenhetzer und Narren. Weißt nichts mehr von alten Kameraden, wirst aber überall eingeladen.“

Bonze: Gebrauch unter den Nationalsozialisten

Für die Nationalsozialisten hingegen war das „Politbonzentum“ von Beginn an ein zentraler Bestandteil ihrer Propaganda. Die SA marschierte mit Parolen wie „Stellt die Bonzen an die Wand“ durch die Straßen. Dem Parlament warfen die Nationalsozialisten Untätigkeit und träge Saturiertheit vor und schafften es so, sich trotz der eigenen Vertretung im Parlament von ihm abzuheben und die eigene Bewegung als Gegenentwurf darzustellen. Damit unterschieden sie sich von den nunmehr seit Jahren parlamentarisch etablierten Sozialdemokraten, gegen die der Vorwurf des Bonzentums unter anderem gerichtet war und wurden so auch für eine breite Basis in der Arbeiterschaft attraktiv. Die Erzählung vom durch den Bonzen verratenen Arbeiter spielte für die NSDAP (übrigens auch in internen Richtungskämpfen) also eine entscheidende Rolle. Vergegenwärtigt man sich den Ursprung der Verbreitung im 18. Jahrhundert, mutet es seltsam an, dass ein Wort für bigotte Priester vor allem in den Kreisen von Sozialisten und Nationalsozialisten, denen zahlreiche Kritiker vorwerfen, mit einer irdischen Heilslehre eine Ersatzreligion zu betreiben, so starke Verbreitung finden konnte.

Warum sagt man “Klar wie Kloßbrühe”? Woher kommt die Redewendung? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Redewendungen basieren oft auf alltäglichen Dingen und nehmen gern Bezug auf Essen und Lebensmittel. Suppen und Brühen sind seit langer Zeit eine Basis der Ernährung und jeder kennt die flüssige Mahlzeit zum Löffeln. Klar wie Kloßbrühe ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, der ein Bild im Kopf erzeugt und damit die Kernaussage verdeutlicht. Ein Thema, das eindeutig und verständlich ist, kann mit dem Ausdruck „klar“ bezeichnet werde. Zur Verdeutlichung, wie einfach und durchsichtig ein Thema ist, kann der Zusatz „wie Kloßbrühe“ verwendet werden.

Von der Klostersuppe zur Kloßbrühe

Sprache ist ein stetiger Fluss und verändert sich laufend. Der heute verwendete Ausdruck Kloßbrühe geht zurück auf das Wort Klostersuppe. Mönche und Nonnen haben oft autark hinter Klostermauern gelebt. Viele verstanden sich in der Kunst der Kräuterkunde und der Zubereitung von Speisen. Die Ernährung im Kloster folgte verschiedenen Richtlinien. Sie durfte nicht der Völlerei dienen und durfte Körper und Geist nicht belasten. In den Fastenmonaten galten noch strengere Regeln. In diesen Phasen wurde die sogenannte Klostersuppe serviert. Eine klare und sehr dünne Brühe, die den Blick bis zum Boden des Tellers durchließ. Die gefüllten Schalen ließen keine Frage offen, denn Suppen wurden ohne Einlagen serviert.

“Klar wie Kloßbrühe”: Bedeutung, Erklärung, Herkunft

Der Begriff „Klar“ hat viele Bedeutungen. Es steht für eindeutig ebenso wie für durchsichtig oder Startbereit. Die Verwendung des Wortes begann wahrscheinlich im 12. Jahrhundert. Es könnte vom lateinischen „clarus“, dem Ausdruck für „hell“ abgeleitet sein. Im französischen Sprachraum verfestigte sich der Ausdruck „clair“ und in den Niederlanden das Wort „claer“.

Umgangssprachlich hat sich „klar“ als Bestätigung dafür gefestigt, dass etwas verstanden wurde. Ein komplizierter Vorgang, der das Gehirn in Nebel hüllt, wird deutlich, wenn sich der Nebel lichtet. Der Blick und der Verstand werden klar. „Klar wie Kloßbrühe“ bekräftigt und unterstützt die Aussage: „Ja, ich habe es verstanden.“

Die feine Ironie in der Redewendung “Klar wie Kloßbrühe”

Eine Redewendung greift oft gesellschaftliche Besonderheiten auf. Es gibt Sprachforscher, die in der Verwendung von „klar wie Kloßbrühe“ Scherzhaftigkeit und Ironie erkennen. Sie beziehen sich dabei auf den Vorgang, dass beim Kochen von Klößen in einer Brühe das Wasser getrübt ist. Nach dem Kochen hat die Brühe einen milchigen Charakter angenommen und das unabhängig davon, ob Fleisch- oder Kartoffelklößchen gekocht wurden. Die Verbindung von Klarheit und Kloßbrühe ist nicht vorhanden und der Ausdruck verliert dadurch an Ernsthaftigkeit. Ähnlich verhält es sich, wenn Personen von Klarheit sprechen, die eine längere Zeit zum Lernen und Verstehen benötigen. Mit der Verwendung der Redewendung wird unterschwellig zum Ausdruck gebracht, dass ein Thema sehr trivial ist. Diese Theorie ist nach der Entwicklung von der Klostersuppe zur Kloßbrühe entstanden.
Klar wie Kloßbrühe kann demzufolge verschiedenen Aussagen haben. Bei der Verwendung sind die feinen Nuancen zu beachten, die die Bedeutung verändern.

Klar wie Würstchenwasser

Im europäischen Ausland gibt es unterschiedliche Interpretationen von klaren Flüssigkeiten. Häufig bezieht sich Klarheit auf Brühe. Es gibt wenig vergleichbare Substanzen, die eine derart starke Transparenz aufweisen wie eine Suppenbrühe. Für viele Schweden verbirgt sich hinter der Redewendung jedoch das Wasser vom Würstchen erwärmen. Pippi Langstrumpf sah alles klar wie Kokosnuss, womit sie vielleicht das Wasser meinte. Für Italiener ist Klarheit hell wie Sonnenschein, Niederländer finden die Eindeutigkeit im Kandis und im englischen Sprachgebrauch ist etwas so verständlich wie ein Ei ein Ei ist.

Was ist Beratungsresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung


Beratungsresistenz bezeichnet die Eigenschaft einer Person, keine Ratschläge anzunehmen. Das kann vor allem bei Führungskräften von Organisationen sehr problematisch sein, obwohl sich dem Zustand auch positive Merkmale abgewinnen lassen: Beratungsresistente Menschen gelten als charakterstark.

Was ist Beratungsresistenz? Bedeutung, Definition, Erklärung

Beratungsresistenz ist in unserem Sprachgebrauch eher negativ konnotiert, also mit negativen Emotionen verknüpft. Wie die Eigenschaft einzuordnen ist, lässt sich aus Sicht der Sprache durch ihre Beziehung zu synonymen (ähnlichen) und antonymen (gegensätzlichen) Eigenschaften ablesen.

Synomyme für Beratungsresistenz

  • Starrsinn
  • Unbelehrbarkeit
  • Uneinsichtigkeit
  • Selbstständigkeit
  • Autonomie

Antonyme: Beratungsresistenz

  • Beratungsfähigkeit
  • Einsichtigkeit
  • Offenheit
  • Entscheidungsschwäche
  • Unwahrhaftigkeit

Wie wir sehen, gibt es jeweils positive und negative Synonyme und Antonyme.

Problematische Beratungsresistenz von Führungskräften

„Das haben wir immer so gemacht“ – dieser Satz kennzeichnet das grundlegende Problem der Beratungsresistenz. Manche Führungskräfte und Mitarbeiter sind auch für beste Impulse und Tipps unempfänglich. In etlichen Teams und Unternehmen ist diese Haltung stark verbreitet. Sie kann schlimmstenfalls Entwicklungen ausbremsen und damit richtig Geld kosten. Besonders die Führungskräfte können durch eine permanente Beratungsresistenz viel Schaden anrichten. Sie sind unflexibel, praktisch nicht kompromissbereit und keinen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Ihre Vorstellungen setzen sie dogmatisch durch, eine Überprüfung lassen sie nicht zu. Manchmal geschieht das sogar wider besseren Wissens einfach aus dem Grund, dass die Führungskraft befürchtet, bei Einsicht in einen Ratschlag Schwäche zu zeigen. Bis hierhin scheint das Problem klar auf der Hand zu liegen: Der Manager ist beratungsresistent, richtet Schaden an und muss daher ersetzt werden. Doch so einfach ist es nicht. Manche Formen des Eigensinns können nämlich auch sinnvoll sein. Da zur Beratungsresistenz auch Charakterstärke gehört, könnte der Manager in der Vergangenheit mit seiner Linie durchaus erfolgreich gewesen sein. Zum Beispiel könnte er sich geweigert haben, definierte Qualitätsstandards zu unterschreiten. Damit blieben zwar die Produkte vergleichsweise teuer, jedoch wurde dadurch auch eine qualitätsbewusste Stammkundschaft angezogen.

Wann ist Beratungsresistenz wirklich schädlich?

Schaden durch beratungsresistente Manager und Fachkräfte entsteht immer dann, wenn ihre Uneinsichtigkeit in Wahrheit auf Bequemlichkeit beruht. Sie wollen einfach bestimmte Routinen nicht aufgeben, selbst wenn diese inzwischen durch neuere Verfahren überholt wären und damit teurer als die Einführung der Innovation sind. Gegenwärtig (2020) betrifft das beispielsweise die Digitalisierung von Unternehmen. Das papierlose Büro ist längst möglich und auch sehr effizient, doch beratungsresistente Führungskräfte weigern sich, es einzuführen.

Worauf beruht Beratungsresistenz? Wie entsteht sie?

Es gibt mehrere Gründe für diese Art von Unbelehrbarkeit. Die persönliche Eitelkeit kann dazugehören, doch auch eine Unternehmenskultur kann sie fördern. Wenn beispielsweise Fehler hart bestraft werden, hemmt das alle Veränderungen. Diese sind schließlich immer mit dem Risiko des Scheiterns behaftet. Auf der psychologischen Seite führt zudem ein ausgeprägter Narzissmus unter anderem auch zur Beratungsresistenz. Eine weitere Schwäche wäre die Unentschlossenheit, die auf mangelnder Intelligenz beruhen kann. Der Abteilungsleiter ist einfach nicht in der Lage, der Vorzüge einer Änderung und der Beratung hierzu zu erkennen. Daher belässt er lieber alles beim Alten.

Beratungsresistenz: Folgen

Beratungsresistenz kann gefährlich sein, weil Unternehmen und andere Organisationen ohne Entwicklung zurückfallen. Damit verlieren sie im Wettbewerb. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass jeder Ratschlag gut und richtig ist. Doch man muss ihn sich anhören und konstruktiv damit umgehen. Wenn er abgelehnt wird, muss es dafür gute, nachvollziehbare Gründe geben. Eine Pauschalablehnung aufgrund von Beratungsresistenz hingegen hat auch für die Motivation der Belegschaft prekäre Folgen:

  • Die Mitarbeiter werden desillusioniert und resignieren.
  • Da beratungsresistente Chefs oft Narzissten und Tyrannen sind, lösen sie Furcht unter der Belegschaft aus. Diese ist per se ein schlechter Ratgeber. Es entsteht ein gefährlicher, weil permanenter Stillstand.
  • Verkrustete Strukturen werden zementiert. Die Beratungsresistenz erstickt jede Flexibilität schon im Keim.
  • Wirklich fähige Mitarbeiter kündigen. Damit sinkt das Gesamtniveau der Belegschaft.

Wie lässt sich Beratungsresistenz überwinden?

Ihre Überwindung hängt von den Ursachen ab. Sollte der beratungsresistente Manager einfach charakterschwach und/oder unintelligent sein, dürfte die Lösung darin bestehen, ihn auszutauschen. Wenn das Problem allerdings zu strenge Führungsstrukturen sind, müssen diese überwunden werden. Fortschrittliche Unternehmen halten daher regelmäßige Meetings ab, in denen sich die Führungskräfte die Vorschläge ihrer Mitarbeiter anhören und zur Diskussion stellen. Das ist genau das Gegenteil von Beratungsresistenz und die Basis für den Erfolg moderner Unternehmen. In solchen Meetings sollte eine sogenannte hierarchiefreie Kommunikation stattfinden. Dabei darf jeder sagen, was er denkt. Die Führung der Firma profitiert damit vom gesammelten Wissen und der Schwarmintelligenz ihrer Mitarbeiter. Nochmals ist zu betonen, dass deshalb nicht jeder Gedanke gut ist. Welcher Ratschlag umzusetzen ist, obliegt der Entscheidung der oberen Leitungsebenen.

Was ist Betriebsblindheit? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die meisten Vorgesetzten und Mitarbeitern, die ihre tägliche Arbeit verrichten, stellen einmal aufgestellte Regeln. Diese lassen sich aufgrund von Anweisungen der Geschäftsführung nur bedingt abwandeln oder verändern. Da die Betreffenden keine Möglichkeiten haben, ihre Tätigkeit gemäß ihren individuellen Kriterien und Wünschen zu gestalten, sehen sie die vorgegebene Struktur als feste Größen an und üben auch keinerlei Kritik. Da schon sich ihre Vorgänger an diese Vorgehensweisen halten mussten, orientieren sich ihre Kollegen und Nachfolger an an den bekannten Schemata.

Was ist Betriebsblindheit? Bedeutung, Definition, Erklärung

So kommt es im Laufe der Monate und Jahre zur Betriebsblindheit. Effektive Lösungen werden nicht durchdacht oder vorgeschlagen. Selbstkritik an den betrieblichen Vorgängen kann auch zu Problemen mit Kollegen führen, die sich zurückgesetzt fühlen oder eine Konkurrenz fürchten.

Umso stärker ein starres Denk- und Verhaltensmuster ausgeprägt wird, desto geringer konzentriert sich der Mitarbeiter auf seine Kreativität. Sie wird von ihm als individuell denkendem Wesen nicht gefordert. Eingefahrene Gewohnheiten werden beibehalten. Mit der Zeit führt der Mitarbeiter die ihm übertragenen Aufgaben eher gedankenlos aus. Er beherrscht die ihm vorgeschriebene Routine und setzt sie um. In meisten Fällen führen die Prozesse zu einer ausgeprägten Montags-bis-Freitags- Arbeitsmoral. Am Montagmorgen beginnt der Angestellte oder Arbeiter mit der ihm aufgetragenen Arbeit in dem ihm bekannten unflexiblen Muster. Jede halbe Stunde sieht er auf die Uhr und freut sich schon auf den Freitag. Dann darf er gegen 14 Uhr nach Hause gehen.

In diesem Klima findet die Betriebsblindheit einen günstigen Nährboden. Auch wenn es verschiedene Neuerungen geben sollte, mit denen die Arbeit schneller und effektiver erledigt werden kann.

Eine menschliche Reaktion, die die Betriebsblindheit begünstigt, ist die Gewohnheit. Bei ihr werden bestimmte Tätigkeiten oder gedankliche Abläufe stets in verschiedenen Intervallen wiederholt und wie Stereotypen behandelt.

Stereotypen wirken jedoch auch auf einen innovativen Stillstand hin. Bei den Produktionsprozessen kommt es aber auf Effektivität an. Diese führt wiederum zu Wettbewerbsvorteilen. Stellt sich hier eine Betriebsblindheit ein, weil die laufenden Prozesse trotz weiterführender Methoden und Techniken nicht ausgebaut werden, sollte die Geschäftsführung in regelmäßigen Abständen externe Experten konsultieren. Hierbei handelt es sich um Teams von hoch qualifizierten Fachleuten. Sie kennen nicht nur die Branche ihres Auftraggebers, sondern verfügen auch über das betriebswirtschaftliche und technische Know-how. Mit ihrer Hilfe überprüft das Unternehmen jeden Arbeitsabschnitt auf Effizienz und Effektivität.

Welche Wirkung haben Effizienz und Effektivität für die Betriebsblindheit?

Unternehmen müssen ihre Arbeit mit der optimalen Effizienz und Effektivität realisieren. Deshalb sollte die Geschäftsleitung negativen Entwicklung wie der Betriebsblindheit stets geschlossen entgegenwirken.
Doch wo liegt der Unterschied zwischen Effizienz und Effektivität und wie ergänzen sich diese beiden Faktoren?

Effektiv arbeitende Mitarbeiter erreichen das von ihnen erwartete Ergebnis. Sollen sie effizient tätig werden, dann führt ihre Arbeit jeweils zu einem Resultat, bei dem die eingesetzten Mittel möglichst zu einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis beitragen. Dabei behalten die Verantwortlichen stets das ökonomische Prinzip im Auge. Der erbrachte Nutzen muss jeweils die Kosten übersteigen und zu einem positiven Ertrag führen.
Sollte sich die Betriebsblindheit an diese Stelle in einer Abteilung des Unternehmens auswirken, reduziert sich so die Effizienz als auch die Effektivität. Die betreffende Firma verschenkt wertvolle Ressourcen und verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Im ungünstigsten Fall kommt es zur Übernahme durch die Konkurrenz, zur Insolvenz oder zum Konkurs, bei denen jeweils alle Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen können.

Wie können Unternehmen der Betriebsblindheit entgegensteuern?

Unternehmen sind auf kreative und gut ausgebildete Mitarbeiter auf allen Ebenen angewiesen. So bleiben sie wettbewerbsfähig und können ihre Arbeit sowohl mit der bestmöglichen Qualität als auch mit dem höchstmöglichen Ertrag verbinden.

Die wenigsten Menschen können mit der Kritik an ihrem Handeln nur bedingt umgehen. Sie sehen darin eine Verletzung ihrer persönlichen und beruflichen Leistung. Besser ist ein Feedback. Es handelt sich um eine positive und konstruktive Stellungnahme. Der Mitarbeiter bekommt von seinem Vorgesetzten die Chance, seine Arbeitsweise und sein Verhalten zu ändern, um seinen eigenen Arbeitsplatz auf Dauer zu erhalten.
In einigen Fällen werden Mitarbeiter aus den eigenen Reihen befördert. Hierbei gibt es jedoch einen entscheidenden Nachteil. Aufgrund der eingespielten Arbeits- und Denkweise ist das Risiko einer Betriebsblindheit nicht zu unterstützen.

Es lohnt sich deshalb, auf neue und unvoreingenommene Vorgesetzte und Kollegen zu setzen. Sie bringen außerdem unverbrauchte Erfahrungen aus anderen Unternehmen oder von der Hochschule mit.

Neue Mitarbeiter werden deshalb am ersten Arbeitstag mit einer provokanten Bitte konfrontiert, die sich sowohl beruflich als auch finanziell lohnen kann. Der neue Kollege soll sich während seiner Tätigkeit Gedanken darüber machen, wie man bestimmte Arbeitsprozesse effektiver und kostengünstiger gestalten kann. Es kann sich dabei beispielsweise um eine spezielle Abdeckung in der Fertigung handeln, mit der sich Lackiervorgänge beschleunigen lassen. Hunderte seiner Kollegen führen die dazu gehörige Tätigkeit schon seit Jahrzehnten aus. Aber keiner kam auf diese innovative Idee.

In mittleren und größeren Unternehmen setzen die Vorgesetzten zunehmend auf Coaches, um eingeschränkte Sichtweisen rechtzeitig aufzubrechen.

Viele Unternehmen mit langfristig stabilen Absätzen und zufriedenen Kunden gewöhnen sich an diese Situation. Statt das Erreichte stets zu hinterfragen, ruhen sich die Vorgesetzten und Mitarbeiter auf den Ergebnissen ihrer Arbeit aus. Sie vertrauen auf die Fortsetzung des Erreichten. Ändern sich die wirtschaftlichen Gegebenheiten, führt eine mittlerweile übersehene Betriebsblindheit zu existenzbedrohenden Folgen. Man spricht hier von Firmen, die die Entwicklungen in der Branche verschlafen haben.

Konzerne wie Volkswagen führten ein Prämiensystem ein. Hat ein Mitarbeiter eine konstruktive Idee, mit der sich beispielsweise Arbeitsprozesse beschleunigen oder ertragstechnisch optimiert nutzen lassen, dann stellt er seine Idee der Fachabteilung vor. Seinen Vorschlag kann er direkt in der Fachabteilung, in Schriftform oder per Mail einreichen.

Wird die vorgeschlagene Option zugunsten des Unternehmens aktiviert, erhält der Betreffende eine Geld- oder Sachprämie. Um auch anderen Mitarbeitern einen Anreiz zu bieten, wird sowohl der Mitarbeiter als auch seine Zusatzleistung innerhalb des Unternehmens veröffentlicht.

Welche Art von Betriebsblindheit kann den einzelnen Mitarbeiter betreffen?

Mit der Routine nimmt auch die Aufmerksamkeit ab. Der Betreffende bearbeitet die sich wiederholenden Arbeitsgänge vor und denkt parallel über Aktivitäten nach, die ihn geistig fordern könnten. Sie können sich sowohl auf bestimmten Aufgaben als auf sein Privatleben beziehen. Weicht jedoch innerhalb der Routine ein bestimmter Schritt von der gewohnten Kette ab, dann passieren Fehler.

Der Mitarbeiter in der Buchhaltung gibt jeden Tag ungefähr 2.000 Belege ein. Jeder entspricht einem bestimmten Muster und stellt beispielsweise eine Eingangsrechnung dar. Nimmt seine Aufmerksamkeit ab, dann könnte er eine versehentlich eingereichte Ausgangsrechnung als Eingangsrechnung verbuchen.

Aus diesem Grund sollten bestimmte stupide Aufgabenstellungen durch weitere Tätigkeiten und gezielte Unterbrechungen aufgelockert werden. So wird der Datenerfasser zwischenzeitlich mit der Zustellung der betriebsinternen Post, Botengängen oder der Anfertigung von Kopie beauftragt.

Was ist ein Geldstreik? Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei einem Geldstreik verzichten Einzelpersonen und gelegentlich auch Personengruppen komplett auf Geld. Sie gestalten ihr Leben durch natürliche Selbstversorgung beispielsweise in einem Waldhaus und/oder durch Tauschhandel. Getauscht werden Produkte und Dienstleistungen, oft auch beides untereinander. Dabei liefern die Geldstreikenden eher die Dienstleistungen und beziehen damit Produkte. Teilweise nutzen sie öffentliche Dienstleistungen wie den ÖPNV auf bekennend illegale Weise, was erstaunlich häufig toleriert wird.

Welche Motivation steht hinter einem Geldstreik?

Eine gängige Motivation ist die inzwischen weit verbreitete und auch akzeptierte Konsumkritik, eine andere der Wunsch, den Zwängen unseres ökonomischen Systems zu entfliehen. Diese Motivation ist nachvollziehbar, denn unsere privaten Beziehungen sind in weiten Teilen ökonomisch determiniert, auch wenn wir das nicht immer auf den ersten Blick durchschauen. In der Tat berichten Geldstreikende davon, dass sie sich privat völlig neu aufgestellt haben und sehr viel wertvollere Beziehungen eingehen konnten. Allerdings ist der Preis dafür die Mühsal eines Lebens ohne Geld.

Funktioniert der Geldstreik dauerhaft?

Offenkundig: ja. Es gibt etliche Beispiele von Personen, die schon über Jahre und Jahrzehnte komplett ohne Geld existieren.

Um das System und die Motivation zu verstehen, ist es nützlich, einige prominente Beispiele von Geldstreikenden zu nennen.

Beispiele für Geldstreikende

  • Heidemarie Schwermer: Die Akademikerin veröffentlichte Ende der 1990er-Jahre ihr Buch „Das Sterntalerexperiment“. Darin beschreibt sie, wie sie zu einem Leben ohne Geld fand. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie schon ohne Geld, wobei der Weg dorthin mit Übergängen verlief. Sie verzichtete immer mehr auf Geld, bis sie es nicht mehr benötigte. Frau Schwermer wohnt unter anderem in Häusern, deren Eigentümer verreist sind. Währenddessen pflegt sie Haus und Garten. Manchmal versorgt sie mit Haushaltsdienstleistungen eine Familie für Kost und Logis. Darüber hinaus lebt sie von Tauschgeschäften. Sie beschreibt ihr Leben als bunt und abenteuerlich. Der Verzicht auf Geld erzwingt von ihr Toleranz und Geduld, schafft aber auch einen deutlichen Zugewinn an Wachsein, Intensität und wertvollen Beziehungen. Schwermer ist Gründerin der Gib-und-nimm-Bewegung.
  • Pavlik, elf: Der polnische Computerfachmann lebt seit knapp einem Jahrzehnt ohne Geld, lässt sich geben, gibt selbst und fährt bisweilen im öffentlichen Nahverkehr mit einem umgehängten Schild, auf dem er erklärt, dass er wegen seines Geldstreiks ohne Ticket fährt. Die Kontrolleure tolerieren das erstaunlich oft. Er musste nur wenige Male aussteigen und sich bei der Polizei rechtfertigen. Seine Tauschgeschäfte wickelt elf Pavlik vorrangig online ab. Im Netz hat er auch einige Projekte wie Sharetribe, OuiShare und Moneyless World initiiert, mit denen er Nachahmer sucht. Pavlik ist der Auffassung, dass nicht Geld, sondern Netzwerke die Basis für unsere Existenz sind.
  • Öff Öff: Dieser Mann ist ein Aussteiger und Waldmensch, der 1991 die Schenker-Bewegung gründete. Hierfür betreibt er auch eine Webseite, die den Lebensentwurf als gegenseitiges Schenken und als Ressourcenschöpfung aus der Natur und aus Resten der Überflussgesellschaft beschreibt. Öff Öff hat gebenüber dem Arbeitsamt seinen bewussten Verzicht auf jegliche finanzielle Unterstützung, aber auch jegliche Jobvermittlung erklärt.
  • Raphael Fellmer entschloss sich nach 2010, ohne Geld zu leben. Er propagiert seinen Stil sehr offensiv und ist daher in Deutschland relativ prominent. Dass ein Geldstreik funktioniert, erkannt er auf einer fast einjährigen Reise durch Mexiko, die er fast ohne Geld durchführte. Fellmer engagiert sich für die Portale lebensmittelretten.de und foodsharing.de. Daneben bemüht er sich, weitere Plattformen und Kooperationen zu entwickeln, die das Geldsystem überflüssig machen sollen. Durch ein Tauschsystem will er es nicht ersetzen. Stattdessen soll der Konsum so weit reduziert werden, dass Geld keine Rolle mehr spielt.

Ist ein Geldstreik sinnvoll?

Als Statement gegen überflüssigen Konsum und für mehr Nachhaltigkeit: ja. Aus mikro- und makroökonomischer Sicht: nein. Waren und Dienstleistungen mit Geld zu bezahlen und für eigene Leistungen Geld zu erhalten, wobei man selbst einen ökonomischen und gesellschaftlichen Mehrwert schafft, ist effizient. Sonst hätte sich das Geldsystem nicht entwickelt. Die meisten Produkte und Leistungen müssen von Spezialisten mit komplexen Produktionsinstrumenten geschaffen werden. Ohne Geld kann das nicht funktionieren. Jedoch zeigt der Geldstreik auf, wie sehr wir möglicherweise Geld und Konsum überbewerten. Das sollte uns nachdenklich machen.

Woher hat der “Hot Dog” seinen Namen? Wortherkunft, Name, Bedeutung

Woher hat der “Hotdog” seinen Namen?

Er ist nicht nur wunderbar lecker und weckt nostalgische Erinnerungen an den USA-Urlaub: Der Hotdog sorgt immer wieder für Befremdung. Das liegt an seinem Namen, denn mit Fido hat der “heiße Hund” so gut wie gar nichts zu tun. Hier erklären wir, wie der Hotdog zu seinem Namen kam.

Die Wurzeln des Hotdogs: Geschichte und Bedeutung

Wer schon einmal durch die Straßen Manhattans spaziert ist, wird die Hotdog-Wagen bemerkt haben, die so gut wie an jeder Straßenecke stehen. Hotdog-Wagen gehören zu New York, und der Hotdog gehört eindeutig zu den Vereinigten Staaten. Seine Wurzeln hingegen liegen in Deutschland – genauer genommen in Frankfurt am Main, wo Mitte des 19. Jahrhunderts ein aus Coburg stammender Metzger die Wurst im Brötchen erfunden haben soll. Rund 20 Jahre später wurde der heutige Hotdog in Coney Island, einem Vorort von New York, erfunden. Als Erfinder des modernen Hotdogs gilt Charles Feltman, ein deutscher Einwanderer aus Hannover. Er ließ sich einen Karren mit einer Herdplatte bauen und nutze ihn, um seine Wurstbrötchen auf den Straßen New Yorks zu verkaufen. Anderen Quellen zufolge soll es der Deutsche Anton Feuchtwanger gewesen sein, der als Erster Hotdogs in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri anbot. Bekannt ist, dass Charles Feltman mit seinen Hotdogs überwältigenden Erfolg hatte – 1871 eröffnete er sogar ein eigenes Restaurant.

Warum heißt der Hotdog eigentlich “Hotdog”? Wortherkunft, Namensherkunft

Es gibt mehrere Versionen davon, wie der Hotdog zu seinem Namen kam. Einerseits wurde im englischen Sprachgebrauch seit Beginn des 19. Jahrhunderts “dog” als Bezeichnung für Würstchen eingesetzt. Der Begriff stammt daher, dass viele Metzger Würstchen aus Hundefleisch herstellten. Außerdem sollen viele deutschstämmige Metzger Dackel, sogenannte “sausage dogs” (“Würstchenhunde”) gehalten haben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fertigte der Cartoonist und Illustrator Thomas Aloysius “Tad” Dorgan eine Karikatur eines in einem Brötchen eingequetschten Dackels an. Die Karikatur soll ebenfalls zur Verbreitung des Begriffs “Hotdog” beigetragen haben.

Die weitere Entwicklung des Hotdogs

Nathan Handwerker, ein weiterer deutscher Einwanderer, baute Anfang des 20. Jahrhunderts das Konzept des Hotdog-Restaurants aus. Daraus ging die “Nathan´s Famous”-Fastfoodkette hervor, die heute Filialen auf der ganzen Welt betreibt. New York gilt weiterhin als Mekka für Hotdog-Fans: Hier gibt es den leckeren Snack in allen nur erdenklichen Varianten, von denen jede ihren eigenen Namen hat. So gibt es beispielsweise den Cheese Dog mit Käse oder den Danger Dog mit einem in Speck eingewickelten, frittierten Würstchen. Die Amerikaner, aber vor allem die New Yorker, lieben Hotdogs und essen sie zu jeder Gelegenheit. Seit 1916 findet alljährlich zu Ehren des Independence Day am 4. Juli das Internationale Hot-Dog-Wettessen in New York statt. Wer innerhalb von zehn Minuten die meisten Hotdogs essen kann, wird zum Sieger gekürt. Das Wettessen wurde von Nathan´s Famous ins Leben gerufen und gehört mittlerweile zu den Highlights der Feierlichkeiten zum US-Nationaltag.

Heutzutage sind Würstchen aus Hundefleisch weit und breit nicht mehr zu finden. Der Hotdog hat jedoch seinen Namen behalten, unter dem er zudem in vielen anderen Sprachen bekannt ist. Seine leckeren Zutaten und die unkomplizierte Zubereitung haben den Hotdog zu einem der beliebtesten Snacks auf der ganzen Welt gemacht.

Warum sagt man “Dann ist Polen offen”? Woher kommt die Redewendung? Bedeutung, Definition, Erklärung

“Dann ist Polen offen” – Ein Ausdruck nationaler Stereotype und von Rassismus?

Eine Redewendung mit Bezug auf eine andere Nationalität oder andere Gruppen ist immer eine problematische Angelegenheit. Oftmals werden in derartigen Wendungen rassistische, nationale oder soziale Vorurteile in Sprache gefasst.

Das deutsch-polnische Verhältnis war über die Jahrhunderte erheblich durch die nationale Konkurrenz belastet. Die deutsche Öffentlichkeit zeigte sich spätestens seit der Reichsgründung im Jahr 1871 stark durch eine anti-polnische Stimmung geprägt. Das wilhelminische Reich erhob offen Gebietsansprüche in Richtung Oder, Neiße und Schlesien. Der erste Weltkrieg endete im Jahr 1918 mit dem Versailler Vertrag, der eine Aufgabe von großen Teilen des Reiches im Osten und Westen bedeutete. Polen entstand als Staat neu.

Rassismus und rechte Ideologien

Den Höhepunkt der Polenfeindschaft bildete die Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg und der Krieg der Nationalsozialisten gegen die von ihnen postulierte slawische Rasse. Dies bedeutet, dass wir uns mit der Redewendung in einem linguistischen Minenfeld bewegen. In dieser Tradition beinhaltet „Dann ist Polen offen“ immer auch einen Ausdruck von Geringschätzung. Dabei weist die sprachliche Wendung eine eigene Geschichte auf, die deutlich länger in die Vergangenheit zurückreicht.

Herkunft der Redewendung “Dann ist Polen offen”

Das Sprichwort „Dann ist Polen offen“ wird erstmals in einem Wörterbuch erwähnt, das im Jahr 1855 in Schlesien erschienen ist. Die erste schriftliche Fixierung weist aber bereits auf viel ältere Wurzeln zurück, die bis ins ausgehende Mittelalter reichen. Im 15. Jahrhundert ist das polnische Königreich unter Kazimir IV. auf dem Höhepunkt seiner Macht und dominiert das östliche Mitteleuropa.

Danach beginnt ein jahrhundertelanger Niedergang einer europäischen Großmacht bis zum völligen Verlust nationaler Souveränität. Im Jahr 1795 teilen sich die neuen Mächte Preußen, Rußland und Österreich den verbliebenen polnischen Rumpfstaat in der dritten polnischen Teilung auf und Polen verschwindet für 123 Jahre, bis zur totalen Niederlage des Deutschen Kaiserreiches und Österreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg, von der politischen Landkarte Europas.

Der Niedergang wurde allerdings nicht nur durch eine äußere Bedrohung eingeleitet, sondern ging auch auf innerpolnische Konflikte zurück. Der polnische Niedergang steht in der Interpretation des 19. Jahrhunderts auch als Symbol einer inneren Uneinigkeit.

Ausdruck totaler Machtlosigkeit und Handlungsunfähigkeit

Der ausgedehnte historische Kontext der Entstehung der Redewendung ist notwendig, um den ursprünglichen Sinn zu verstehen. „Dann ist Polen offen“ bezeichnet in dieser Ebene eine Situation, die sich jeder Kontrolle entzieht. Der Betroffene besitzt keinerlei Einfluss auf den weiteren Verlauf des Geschehens. Alles ist potentiell möglich, nichts ausgeschlossen. Das Schlimmste steht zu erwarten. Die Redewendung steht für eine Wende zum Schlechten, zum Chaos.

Der Ausdruck kann in einer zweifachen Weise verwendet werden. Zum einen als Ausruf der Verzweiflung in einer Situation, in der keine Verteidigungsmöglichkeit mehr besteht. Zum anderen als offene Drohung.

Neuinterpretationen im 20. Jahrhundert

Neben dieser historischen Dimension, wurde die Redewendung in der Alltagsprache populär als abwertende Kennzeichnung eines postulierten polnischen Nationalcharakters. In einer sprachwissenschaftlichen Studie aus dem Jahr 1938 taucht erstmals eine Bedeutungsausweitung auf, bei der das Sprichwort als Ausdruck einer Mentalität interpretiert wird. Fünf Jahr nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland wird jetzt die angebliche Emotionalität der Polen in den Mittelpunkt gerückt. „Dann ist Polen offen“ steht nun für eine totale Überreaktion auf einen geringfügigen Anlass. Es bezeichnet ein „in die Luft gehen“ ohne erkennbaren Grund.

Verwendung der Redewendung: “Dann ist Polen offen”

Eine Analyse der Verbreitung der Redewendung zeigt eine deutliche Schwerpunktsetzung innerhalb der ehemaligen DDR und den heutigen Neuen Bundesländern. Dort gehören Verweise auf das kritische deutsch-polnische Verhältnis zum Alltagssprachgebrauch. Die Verbreitung diskriminierender sprachlicher Wendungen zeigt sich zum Beispiel auch in Begriffen wie der „polnischen Wirtschaft“ oder den verbreiteten Polen-Witze.

Sensibilität im Gebrauch von Sprache

„Dann ist Polen offen“ zeigt, dass eine Redewendung ihre eigene Geschichte entwickelt. Aus einer Bedeutung, die aus der politischen Situation des polnischen Staates seit dem 15. Jahrhundert entstand, wurde durch Neuinterpretationen eine Redewendung, die sich offen nationaler Stereotype bedient. Diese Umdeutung entstand in einem ideologischen Zusammenhang, der eine aktuelle Verwendung zumindest kritisch erscheinen lässt.

Was bedeutet “Kopfkarussel”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Betriebsfeier ist zu Ende und Sie liegen weit nach Mitternacht im Bett und möchten einschlafen. Doch so wirklich wollen Sie nicht in den Schlaf finden, denn zu viele Fragen beschäftigen Sie: “Habe ich beim Gespräch mit dem Chef zu kurz angebunden reagiert und was, wenn er wegen meiner flapsigen Bemerkung nach dem dritten Glas Sekt negativ über mich denkt?”

Ertappen Sie sich häufig in einer solchen Situation wieder, dass Sie eigentlich abschalten wollen aber die Gedanken Sie nicht in Ruhe lassen? Falls ja, dann ist der nachfolgende Artikel genau der richtige für Sie. Es geht um die Frage, was man unter einem “Kopfkarussell” versteht und wie es sich äußert. Außerdem werden Ratschläge erteilt, was Sie dagegen unternehmen können. Eine Analyse.

(1) Was bedeutet “Kopfkarussel”? Bedeutung, Definition, Erklärung

Beginnen wir der Reihe nach: Ein Karussell – welch schwieriges Wort – ist wohl allen von uns ein Begriff. Ein Hin und Her wie auf der Kirmes. Hektische und schnelle Bewegungen assoziieren die meisten Menschen damit, außerdem Stress und Abenteuer. Das Karussell auf der Kirmes hat jenem im Kopf einen entscheidenden Vorteil: es wird bewusst zur Unterhaltung als spaßvolle Freizeitaktivität aufgesucht. Ein Kopfkarussell findet unwillkürlich und zwanghaft statt, es besitzt quälenden Charakter. Es handelt sich bildlich dargestellt um ein Karussell, welches in Gedanken abläuft.

(2) Wenn die Gedanken verrückt spielen

In erster Linie spielt sich das “Kopfkarussell” auf mentaler Ebene ab. Ein nicht enden wollendes Grübeln, besonders in den späten Abendstunden, wenn die Müdigkeit einsetzt, ist geradezu typisch für Betroffene. Das Schlimme an der Sache ist die Tatsache, dass solche Gedanken dazu neigen, immer wieder aufzutreten. Ein zwanghaftes Wachliegen ist die Folge. Dieses Gedankenkarussell hat seinen Ursprung in Erlebnissen, Erfahrungen und häufig auch einer Unfähigkeit, mit dem Alltagsstress umzugehen. Solbad Ihnen Ihre Gedanken den Schlaf rauben, muss von einer ernstzunehmenden Störung des persönlichen Wohlbefindens ausgegangen werden.

(3) Kopfkarussel: Noch normal oder bereits krankhaft?

Inwiefern ein solches Grübeln bereits krankhaften Charakter besitzt, ist nicht einfach zu beantworten oder um es anders zu formulieren: Die Grenzen zwischen gesundem und krankhaftem Verhalten verlaufen fließend. Jeder wird von Zeit zu Zeit von negativen Gedanken gequält. Diese Tatsache alleine macht noch kein mentales Problem aus. Die Häufigkeit und Intensität der Gedanken allerdings schon. Wer sich nur gelegentlich schwer tut, in den Schlaf zu finden, braucht sich beileibe keine Sorgen zu machen. Die “Härtefälle” sind aber leider keine Ausnahme, denn immer mehr Menschen – unabhängig ihres Alters oder Geschlechts – leiden unter Schlafstörungen. Damit verbunden sind praktisch immer Grübeleien und Stress. Aus diesen Fängen entkommen nur wenige Menschen ohne fremde Hilfe, denn nach einiger Zeit entwickelt sich ein wahrer Teufelskreis aus Gedanken und den daraus resultierenden Folgen.

(4) Gesellschaftliche Gründe

Die oben erwähnte große Zahl Betroffener kommt nicht von ungefähr: Unsere Gesellschaft ist eine Leistungsgesellschaft und als solche werden Schwächen und Kranke nicht toleriert. Ein “Kopfkarussell” ist im Grunde genommen eine “Nachwehe” des Alltags. Sämtliche unverarbeiteten Gefühle brechen sich Bahn und dies immer dann, wenn eigentlich Entspannung an deren Stelle treten sollte. Die Grübeleien bestehen aus Sorgen und Ängsten, sie sind wie der Schatten eines selbst, der einen immer wieder einholt. Das hektische Alltagsleben und die immer weiter fortschreitende Globalisierung geben wenig Anlass zur Hoffnung. Ob im privaten oder beruflichen Umfeld, Grübeleien gab es schon immer und wird es immer geben.

(5) Kopfkarussel: Die Rolle der Sozialen Medien

Unser moderner Lebensstil ermöglicht uns viele Chancen, doch die Kehrseite der Medaille zeigt uns auf, wie sehr der alltägliche Stress auf das Nervenkostüm der Menschen schlägt. Studien belegen einen klaren Zusammenhang zwischen Depressionen beziehungsweise Angststörungen und dem übermäßigen Konsum sozialer Medien. Das ständige Vergleichen mit anderen – Freunden oder Arbeitskollegen – kaum etwas hält uns unsere eigenen Schwächen deutlicher vor Augen als die perfekt inszenierte Welt unserer Mitmenschen in den sozialen Medien. Ein enormer Erwartungsdruck entsteht auf sämtlichen sozialen und beruflichen Ebenen. Wer hat das schönste Auto? Wer die hübscheste Freundin und wessen Schuhe passen am besten zum Kleid? Wer sich in einem permanenten Wettbewerb zu anderen sieht, bekommt früher oder später gesundheitliche Probleme. Das “Kopfkarussell” kann den Beginn dieser Probleme kennzeichnen, es kann aber genauso eine Phase sein, die von alleine vergeht.

(6) Karussell abstellen – aber wie?

Die wohl interessanteste Frage bezieht sich auf mögliche Lösungsansätze. Viele Betroffene versuchen – aus verständlichen Gründen – den quälenden Gedanken zu entkommen, zumeist ohne Erfolg. Ein Lösungsansatz wäre das bewusste Wahrnehmen dieser negativen Gedanken, denn sie wollen einem zwangsläufig etwas mitteilen. Ein Bekämpfen der Gedanken führt in der Regel zur Verschlimmerung der Situation, daher sollten sie als zu einem selbst gehörig wahrgenommen und als gegenwärtigen Zustand akzeptiert werden. Auch das viel zitierte “positive Danken” ist nicht unbedingt ein guter Rat, denn dieses Vorhaben ist nicht selten zum Scheitern verurteilt, da Grübeleien nicht einfach durch ein positives Zureden verschwinden, hierbei handelt es sich um unrealistisches Wunschdenken. Als zweiter Schritt auf dem Weg zur Verbesserung der persönlichen Situation ist eine gewisse Distanz zu den eigenen Gedanken zu wahren, damit diese nicht mehr so überaus belastend wahrgenommen werden. Zu guter Letzt sollten die Gedanken mit der Realität abgeglichen werden.

Bedeutung: Kopfkarussel

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein sogenanntes “Kopfkarussell” ein Massenphänomen innerhalb der Gesellschaft darstellt und unter sozio-kulturellen Aspekten erörtert werden muss. Die Gründe dafür können wie beschrieben vielfältiger Natur sein und auch nicht jeder, der grübelt, braucht Hilfe. Ein ausgewogener Lebensstil mit Bewegung und gesunder Ernährung können als grundlegende Tipps zu den bereits oben genannten hinzugefügt werden. Manchmal hilft es auch, seine Gedanken niederzuschreiben und sich nur im Hier und Jetzt zu bewegen. Grundlegend kann man ein häufiges Grübeln als Zeichen betrachten, etwas an seinen alten Gewohnheiten zu ändern. Die Gesundheit ist das größte Gut des Menschen und allein darum lohnt es sich, für sie zu kämpfen. In den meisten Fällen können innere Konflikte nur von einem selbst gelöst werden. Jeder Mensch kann sich verändern oder seine Lebensumstände bis zu einem gewissen Grad selbst beeinflussen. Dieses Wissen kann Mut machen, wenn es darum geht, in eine bessere Zukunft zu blicken. Wer das “Kopfkarussell” als wichtigen Hinweis erkennt und die richtigen Schlüsse daraus zieht, hat einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Was bedeutet “Connaisseur”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Connaisseur ist ein Mensch, der ein Experte in einem bestimmten Bereich ist. Er hat besondere Fähigkeiten.

Hauptsächlich findet man Connaisseure in der Bildenden Kunst. In diesem Bereich geben sie ihr Fachwissen zur Identifizierung von Stilen und Zuordnung von Werken weiter, z.B. bei Gemälden oder anderen Bildern, die nicht genau in eine Epoche zugeordnet werden können. Bei Weinen sieht das Aufgabenfeld eines Connaisseurs ähnlich aus, wenn das genaue Alter eines Weins bei einer Weinverkostung bestimmt werden soll.

Connaisseure gibt es auch in anderen Bereichen. Sie sind Feinschmecker, Weinkenner und Gourmets. Connaisseure  haben teils einen einzigartigen und besonderen Geschmack.

Bedeutung und Ursprung des Wortes “Connaisseur”

Das lateinische Verb “cognoscere” bedeutet “erkennen” oder “kennenlernen”. Dies wurde zum altfranzösischen Verb “conoistre”, das “wissen” bedeutet und vom Substantiv “conoisseor” abgeleitet.

Im Jahr 1714 bedeutete “Connaisseur” nichts anderes als Experte für etwas Bestimmtes zu sein. Der Connaisseur gennoss zu dieser Zeit durch sein Wissen hohes Ansehen in der Gesellschaft.

Der Connaisseur ist ein “Kenner”. Im Sinne dieses deutschen Wortes sollte das Wort Connaisseur auch verstanden werden.

Das Wort bezieht sich auf eine Person, die sich dem Erwerb oder der Entwicklung von Expertenwissen einem bestimmten Thema widmet, einschließlich Bereichen wie Küche und bildende Kunst. Der Begriff kann eine negative Konnotation tragen, da er häufig mit Anmaßung oder Arroganz verbunden ist.

Beispiele: Connaisseur

Es ist möglich, ein Connaisseur oder Experte in einer Vielzahl von Bereichen zu sein, einschließlich Wein, Kunst oder einer bestimmten Art von Musik.
In der heutigen Zeit bezieht sich ein Connaisseur nicht mehr nur auf Bildende Kunst, Musik oder Weine, sondern auf alle Bereiche des Alltags. Es gibt einen YouTuber, der die Qualität von Brathähnchen rezensiert. Er hat einen mittelgroßen Kanal auf der Social Media Plattform YouTube. Er bewertet nicht nur Brathähnchen, sondern auf Mode oder andere Artikel und bezeichnet sich selbst als Connaisseur.

Ein anderes Beispiel ist Nelson Freire beim Warschauer Chopin und seinem Europafestival. Der angesehene brasilianische Pianist, bringt seine exquisite Musikalität in einem Programm von Bach, Schumann und Chopin nach Warschau und wird als Connaisseurcer Musik bezeichnet.

Connaisseur in der Kunst

Connaisseure in der Bildenden Kunst haben die Fähigkeiten, durch Erfahrungen, verschiedenen Techniken und einem geschulten Auge das Jahr, die Epoche und den Stil eines Bildes genau zu deuten. Intuition macht auch einen großen Teils eines Connaisseur in der Kunst aus, allerdings beruhen die Einschätzungen von Connaisseuren immer auf Fakten. Die Intuition hilft dem Connaisseur nur bei der Bestimmung der genauen Daten des Bildes.

Connaisseure gehen bei der Bewertung von Kunst sehr genau ins Detail und versuchen feine Nuancen am Bild zu sehen und verwenden eine umfangreiche Analysemethode, um die Authentizität, die Qualität und die Urheberschaft des Gemäldes zu validieren und zu bewerten. Ein Connaisseur schmückt sich häufig mit seinen Werken, die er/sie erkannt und analysiert hat. Diese Bewertungen können sehr wichtig sein, wenn ein genauer Wert eines Gemäldes ermittelt wird.

Doch welche Aufgabe hat dann ein Kunsthistoriker? Für viele sind Connaisseure und Kunsthistoriker Personen, die ungefähr das gleiche Aufgabenfeld haben. Beides sind Kenner und Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet.

Connaisseure müssen nicht immer Merkmale einer bestimmten Epoche kennen, sondern sich mit den Erschaffern der Bilder auseinander setzen und spezielle Merkmale eines Künstlers bemerken. Ein Künstler möchte mit einem bestimmten Stil im Gemälde eine Botschaft senden, die einzigartig ist. Connaisseure müssen mit der Zeit ihren eigenen Stil entwickeln und sich ständig weiterbilden. Es ist unglaublich schwer, alle Nuancen in einem Bild zu erkennen und den Blick für bestimmte Details zu entwickel.

Connaisseure benötigen verschiedene Fähigkeiten, wie sie Kunst betrachten, wie sie bewerten und recherchieren und wie sie mit dem Gemälde eines Künstlers umgehen müssen. Ein Connaisseur muss sich ständig weiterbilden, Museen und Ausstellungen besuchen und über die Merkmale einzelner Künstler recherchieren.

Warum sagt man “Es geht um die Wurst”? Woher kommt die Redewendung? Herkunft, Erklärung, Geschichte


Im Alltag begegnen einem häufig Sprüche, die von jedem häufig eingesetzt und auch allgemein verstanden werden, bei genauerem Hinschauen beziehungsweise hinhören jedoch einige Fragen aufwerfen. In der heutigen Sprache wird der Satz “Es geht um die Wurst” häufig bei Wettkämpfen, einem entscheidenden Duell oder der Hoffnung auf eine wichtige Nachricht eingesetzt. Die Aussage “Es geht um die Wurst” ist hierbei gleichbedeutend mit Sätzen wie “Es geht ums Ganze” oder “Jetzt wird es ernst” und wird meist dann gebraucht, wenn eine wichtige Entscheidung ansteht oder etwas Entscheidendes erreicht werden muss, beziehungsweise erreicht werden kann. Diese Aussage ist zwar umgangssprachlich, wird aber häufig gebraucht und ist in allen Teilen Deutschlands gleichbedeutend.

Herkunft des Satzes “Es geht um die Wurst”

Natürlich handelt es sich hierbei nicht um eine Aussage aus dem Jäger- oder Metzgerjargon, sondern die Aussage “Es geht um die Wurst” lässt sich wie die allermeisten Sprichwörter auf früheren Zeiten zurückführen und entstand in eher ärmeren Volkskreisen. Belegt wurde sie erst im Jahr 1881 in Leipzig, es ist allerdings anzunehmen, dass sie in Wirklichkeit aber schon deutlich weiter zurückliegt. Von manchen Seiten wird tatsächlich darüber spekuliert, ob diese Redeweise schon im Mittelalter ihren Ursprung fand.

Zu diesen Zeiten war die Spaltung zwischen reicherem Adel oder Halbadel und den untergebenen Dienstleistern bishin zu Bauern groß. Um Familien zu ernähren, musste meist viel geschuftet und geleistet werden, und selbst dann waren Not und Hunger oft groß. Somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass nahezu jede Gelegenheit genutzt wurden, sich etwas dazuzuverdienen oder auf andere Art und Weise die Ernährung der Familie zu sichern. Besonders beliebt waren hierfür Wettkämpfe, bei denen dem Gewinner eindrucksvolle Preise winkten. Dies waren damals alles weniger reine Geldpreise, sondern vielmehr handelte es sich hierbei und Sach- und Speisegüter, mit denen das Oberhaupt der Familie zum eigenen Überleben beitragen konnte. Bei Volksfestspielen wie dem Wurtschnappen, Wurstklettern und auch Wurstangeln war die zu erreichende Wurst somit nicht nur Spielgegenstand, sondern auch gleichzeitig der zu gewinnenden Preis des Ganzen und stand daher demjenigen zu, der die Wurst bei dem jeweiligen Spiel zuerst erreichen konnte. Für die arme Bevölkerung war eine ganze Wurst ein teures und wertvolles Gut, weshalb sich eine Familie zu dieser Zeit wirklich glücklich schätzen konnte, diese zu gewinnen. Aus heutiger Sicht vielleicht nicht ganz nachvollziehbar, doch betrachtet man die Kosten und nötigen Mittel zur Fleischherstellung in der damaligen Zeit, versteht man schnell, weshalb eine Wurst alleine ein äußerst erstrebenswertes Gut gewesen sein muss. Neben dem Wert der Wurst hatte diese zudem wichtige Inhaltsstoffe und Fette, die für eine nicht unbedingt wohlhabende Familie zu dieser Zeit zwar sehr wichtig, aber auch sehr schwierig zu erlangen waren. Aus diesem Grund hat sich im Laufe der Zeit der Satz “Es geht um die Wurst” zu einem Ausdruck für eine wichtige Entscheidung oder einen besonders wertvolles oder wichtig zu erreichendes Ziel etabliert.

Andere Herkunftsvermutungen: Es geht um die Wurst

Neben der oben genannten Vermutung gibt es noch eine weitere, weniger populäre Herkunftsvermutung. Diese beruht ebenfalls auf dem Gedanken des Wettkampfs, hier aber auch auf heutige Zeiten noch anzuwenden. Neben Dorffestspielen, bei denen auch heute noch die Wurst als Preis winken kann, sind auch bei anderen Wettkämpfen und Teamspielen Wurstkörbe ein beliebter und oftmals verschenkter Preis. Hierbei kämpfen die Teilnehmer allerdings nicht um die Wurst an sich, sondern um Ruhm, Ehre und das Gefühl, etwas Besonderes erreicht zu haben und sich damit brüsten zu können. Die Wurst ist hier also nur Symbol der Überlegenheit und des Sieges in diversen Spielen und Wettkämpfen. Diese Version der Herkunft des Satzes “Es geht um die Wurst” führt im Endeffekt zur gleichen Wortbedeutung und der gleichen Ausdrucksweise, ist allerdings nicht im gleichen Maße wissenschaftlich belegt wie die oben genannte Vermutung.

Auf jeden Fall ist aber sicher, dass die Wurst zu heutigen Zeiten nur noch als Stütze eines Sprichwortes dient, bei der es heute zwar noch oft um die Wurst geht, die Wurst selber aber schon lange keine tragende Rolle mehr spielt.

Warum sagt man “Quatsch mit Soße”? Woher kommt der Ausruck? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Diese absurde Wortverbindung ist die Antwort auf eine Aussage, die völlig unsinnig erscheint oder ist. Würde jemand z. B. behaupten, das Coronavirus sei ein Alien oder fremdes Leben vom Mars, dann könnte der Betreffende “Das ist Quatsch mit Soße” zur Antwort bekommen. Dies scheint eine Rückkopplung zu sein, die dem Redner auf drastische, aber humorvolle Weise mitteilen soll, dass er mit seiner Aussage völlig daneben liegt. Es passiert im täglichen Leben nur allzu oft, dass Menschen nicht zum gemeinsamen Diskurs finden und dann bisweilen flapsig darauf reagieren. Obwohl die Bemerkung leicht abwertend wirkt, ist sie humorvoll und braucht deshalb selbst nicht ganz ernst genommen zu werden. So kann eine eigentlich derbe Kritik zu einer witzigen Erinnerung werden, nächstes Mal etwas Gescheiteres von sich zu geben.

Was bedeutet “Quatsch mit Soße”? Bedeutung, Definition, Erklärung

“Quatsch mit Soße” kann auch als humorvolle Erwiderung auf eigentlich ernst gemeinte Aussagen benutzt werden. Fühlt man sich durch Aussagen oder Kommentare gerade genervt oder gelangweilt, kann man mit etwas “Quatsch mit Soße” gekonnt einem Streit aus dem Wege gehen. Humor ist auch eine Art, Menschen zu manipulieren, indem man sie zum Lachen bringt und sie von ihren ursprünglichen Emotionen ablenkt. Hierfür ist die Phrase das geeignete Tool und dürfte sich auch bei Geschäftspräsentationen etabliert haben. So hat sich der Quatsch mit Soße fest im täglichen Leben eingebürgert und wird bei dem Unsinn, den so mancher Schlaumeier verzapft, auch nicht so leicht von der Bildfläche verschwinden. Kinder machen sich sicherlich gerne einen Spaß daraus, den Eltern Unsinn zu erzählen, um genau diese Antwort zu bekommen. Allerdings sollte diese Redewendung nur zwischen gleichrangigen Personen angewandt werden, da es sonst leichter zu Konflikten kommen kann.

Wird die Phrase jedoch zu oft gebraucht, wirkt sie abgedroschen. Daher sollte man sich durchaus auch bei einer humorigen Diskussion die Wortwahl überlegen. Da sich “Quatsch mit Soße” offensichtlich auf eine bestimmte Aussage, jedoch nicht auf eine Person bezieht, sollte man diese auch nicht als Beleidigung missverstehen. Im Prinzip kann man die Aussage für alles anwenden, was offensichtlich unsinnig ist, somit auch auf Fragen von Kindern, die keinen Sinn ergeben bzw. auf die es keine sinnvolle Antwort gibt. Man könnte viele lustige Synonyme für diese Redewendung finden. Es wäre eine lustige Idee, dies zu einem Wettkampf-Spiel für Kinder zu machen.

Wortherkunft: “Quatsch mit Soße”

Unklar ist, ob der Begriff aus dem 19. oder aus dem 20. Jahrhundert stammt. Dies könnte von einem missverstandenen Eintrag einer Puddingspeise auf einer Speisekarte stammen, der dann keinen Sinn ergab, da die Soße womöglich den Geschmack verderben würde. Die Auslegung war nicht klar, und so vermutete man etwas Merkwürdiges oder Nonsense. Der Spruch könnte auch die scherzhafte Variante von “das ist ja die Höhe” sein. Allgemein wird diese Redewendung wohl für etwas gebraucht, was im praktischen Leben keine Anwendung findet bzw. nutzlos ist. Als Synonyme kann man auch “Unfug”, “Bockmist” oder “Unsinn” nennen. Man sagt auch gelegentlich “Mumpitz” oder “Quark” mit Soße. Dieser Eintrag auf der Speisekarte muss so ein Kuriosum gewesen sein, dass sich der Begriff bis jetzt gehalten hat. Was genau dort stand, ist der Menschheit bis heute ein Rätsel. Offensichtlich hat der Erfinder dieser Redewendung so viel Aufsehen erregt, dass er sie in Stein gemeißelt zu haben scheint.

Die Einsatzmöglichkeiten der Redewendung sind vielfältig. Auch bei Comedy-Shows wird die Redewendung manchmal benutzt. Natürlich kann sie auch als originelle Bezeichnung einer Süßspeise wie bestimmte Eissorten mit Soße benutzt werden, z. B. als Gag, wenn man Lakritz- und Erdbeereis mit Karamellsoße anbietet. Auch wird das Sprichwort unweigerlich zum Lacher, wenn die Mutter auf die Frage der Kinder, was es heute zum Mittagessen gibt, antwortet: “Quatsch mit Soße”. Bei kurzen Sketchen oder bei einer Clownsnummer auf der Bühne könnte der Spruch die Pointe sein. Man könnte das Sprichwort noch steigern, wenn der Unsinn, den jemand erzählt, ins Unerträgliche ausufert. “Quatsch mit noch mehr Soße” könnte man dann scherzhaft sagen. Auch würde man u. U. damit ausdrücken, dass man bestimmte Dinge, wie Fernsehserien oder Romane nicht mag. Kurz gesagt, “Quatsch mit Soße” ist eine lustige Art, Kritik zu üben. Als humorige Antwort auf ein misslungenes Essen zweier WG-Genossen würde hier gut passen, z. B. “Da haben wir aber Quatsch mit Soße zusammen gebraut”. Ebenso kann man dies auf die kleinen Pannen des Alltags übertragen. Eigentlich passt die Redewendung für fast alle Lebenssituationen, die nicht gerade tragisch sind.

Quatsch mit Soße: Bedeutung

Was steht heute auf dem Speiseplan? Quatsch mit Soße, natürlich. Dies könnte eine Bezeichnung für viele wohlschmeckende süße oder pikante Zwischenmahlzeiten sein, die man selbst kreiert. Ohne Zweifel regt das Sprichwort auch zur Kreativität an, und das in vielen Bereichen der Kunst. Selbst ein Roman könnte sich mit diesem Titel sicherlich gut verkaufen. Je mehr man sich mit dieser ulkigen Redewendung auseinandersetzt, desto mehr stellt man fest, wie vielseitig diese drei Worte angewandt werden können, ohne jemandem zu nahezutreten und um das gesellschaftliche Leben etwas humorvoller zu gestalten.

Was bedeutet “Quo vadis”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Stehen grundlegende Entscheidungen an, stellt sich früher oder später jedem die Frage nach dem „Quo vadis?“ – „Wohin gehst du?“ Auch Nicht-Lateinern wurde das Bibelwort zur allumfassenden Metapher für das Stehen an einem Scheideweg. Egal ob Beziehungsfragen, die große Politik oder auch ganz banal, das Problem, sich für ein Gericht auf der Speisekarte entscheiden zu müssen, „Quo vadis“ passt immer und klingt gut.

Quo vadis: Übersetzung, Herkunft, Bedeutung

„Quo vadis“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt „wohin gehst du?“ Ein Allerweltssatz, der sicherlich in unzähligen lateinischen Schriften zu finden ist. Der Bibel ist es zu verdanken, dass aus der schlichten Frage ein Synonym für eine Lebensentscheidung wurde. Im Johannesevangelium (Joh. 13,37) sprechen Simon Petrus und Jesus am Vorabend der Kreuzigung miteinander über den schwierigen Weg, der vor ihnen liegt.

Dort heißt es: „dicit ei Simon Petrus Domine quo vadis respondit Iesus quo ego vado non potes me modo sequi sequeris autem postea.“
Deutsch: „Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehst du hin? Jesus antwortete ihm: Wo ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir nachmals folgen.“

Die Petrus Legende und Quo Vadis

Auf dieses Gespräch zwischen Jesus und Petrus bezieht sich die Schlüsselerzählung der Petrus Legende, die allerdings nicht in der Bibel zu finden ist, sondern in den apokryphen Petrus-Akten aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Mehr als dreißig Jahre nach der Kreuzigung Jesus Christus flieht Petrus vor Tod und Verfolgung durch Kaiser Nero aus Rom. Auf der Via Appia erscheint ihm Jesus. Erschreckt fragt Paulus abermals danach, wohin Jesus geht: „Domine, quo vadis?“ („Herr, wohin gehst Du?“) Jesus antwortet: „Venio Romam iterum crucifigi“ („Ich komme nach Rom, um erneut gekreuzigt zu werden.“). Beschämt erkennt Petrus, dass er seiner Bestimmung nicht entgehen kann, und kehrt zurück nach Rom. Dort wird er gefangen genommen und von Nero zum Tode verurteilt. Als ihn die römischen Soldaten ans Kreuz binden wollen, bittet er darum, kopfüber gekreuzigt zu werden, denn er sei nicht würdig, auf die gleiche Weise zu sterben wie sein Herr, Jesus Christus.

Genau an der Stelle, an der Jesus dem fliehenden Petrus erschien, wurde zum Gedenken an diese Begebenheit im 9. Jahrhundert die Kirche Santa Maria in Palmis erbaut. Vielen Gläubigen ist die kleine Kirche an der historischen Via Appia besser bekannt als Domine Quo Vadis.

Literatur und Kino: Quo Vadis?

Womöglich wäre die Begegnung des Heiligen Petrus mit Jesus heute nur noch einem kleinen Kreis von Theologen und bibelfesten Laien bekannt, wenn er nicht Einzug in die Weltliteratur und Kinogeschichte gehalten hätte.

1895 veröffentlichte der polnische Schriftsteller Henryk Sienkiewicz den Roman “Quo Vadis?”, der sofort zu einem Weltbestseller wurde. Sienkiewicz bindet darin die Begegnungsszene aus der Pertus Legende ein, in eine Romeo-und-Julia-Geschichte, die zur Zeit der Christenverfolgung im antiken Rom unter Kaiser Nero spielt. Das titelgebende „Quo Vadis?“ des Apostel Petrus wird im Roman endgültig zum Synonym für fundamentale Entscheidungen: Christ oder Soldat? Dekadenz oder Demut? Gut oder Böse? Leben in Sünde oder Tod für den Glauben?

Sienkiewicz erhielt 1905, auch aufgrund der Sprachgewalt von “Quo Vadis?”, den Literaturnobelpreis.
Die kleine Kirche auf der Via Appia ehrt den Schriftsteller, der die Pertrus Legende sowie das Bibelwort „Quo vadis?“ im kollektiven Bewusstsein der Menschen verankerte, mit einer Büste Sienkiewiczs im Innenraum.

Wirklich breiten Ruhm erlangte der Stoff 1951, mit Mervyn LeRoys Verfilmung des Sienkiewicz-Bestsellers. Wie schon vorher dem Buch wurde auch dem Film von manchen Kritikern eine unnötige Darstellung sadistischer Brutalität sowie fehlende Ehrfurcht vor dem Martyrium der frühen Christen vorgeworfen. Doch “Quo Vadis?” wurde zu einem der erfolgreichsten Filme seiner Zeit. 1952 wurde er in insgesamt acht Kategorien für den Oscar nominiert. Unter anderem als bester Film, bestes Szenenbild und beste Kamera. Den Schauspieler Peter Ustinov nominierte die Akademie als besten Nebendarsteller. Einen Oscar gewann Ustinov mit seiner Interpretation eines völlig der realen Welt entrückten Kaiser Nero zwar nicht, wohl aber im selben Jahr einen Golden Globe.

Quo vadis im heutigen Sprachgebrauch

Mit dem Ruhm von Buch und Film war schließlich auch der Titel „Quo Vadis?“ in aller Munde. Niemand jedoch, der „quo vadis?“ fragt, möchte wirklich den Weg wissen. Vielmehr sinniert er darüber, wie es wohl weitergeht.

„Quo vadis“ entstammt der Bildungssprache, wird aber gern in der Alltagssprache benutzt. Allerdings weniger in gesprochener als in geschriebener Sprache, zum Beispiel in Zeitungsartikeln. Mit „Quo vadis“ lassen sich viele Themen ideal überschreiben. Kirche, Wissenschaften, Politik, Gesellschaftsleben; die Frage nach dem „was soll werden?“, „wie soll es werden?“, und „wohin soll es gehen?“ stellt sich nahezu immer und überall. Und der lateinische Ausdruck klingt nicht nur gebildet, er klingt auch wohlüberlegt, vielseitig interessiert und seriös, wird aber dennoch von jedem verstanden.

Was ist der „Status quo“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Status quo heißt auf Lateinisch „bestehender Zustand“, wobei die noch genauere (wörtliche) Übersetzung lautet: „Zustand, in dem …“ (sich ein Gebilde aktuell befindet). Der Begriff des bestehenden Zustands lässt sich auf alle erdenklichen Gebiete anwenden, so etwa auch auf physikalische Zustände. Gelegentlich wird sogar dafür die Begrifflichkeit des Status quo verwendet, das ist aber eher selten. Im heutigen Sprachgebrauch verwendet man sie eher für vertragliche Zustände, aber auch für Prozesszustände im Projektmanagement. In der Politik und im Rechtswesen ist der Status quo ein wichtiges Kriterium.

Was ist der „Status quo“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff ist auf eine ganz bestimmte Weise konnotiert (mit einer unterschwelligen Bedeutung versehen): Der Status quo ist der gegenwärtigen Zustand, der als problematisch gilt, sich aber kaum ändern lässt, ohne noch größere Probleme zu schaffen. Wenn Vertragsparteien davon sprechen, den Status quo beibehalten zu wollen, haben sie slle bekannten Möglichkeiten einer Abhilfe untersucht und festgestellt, dass diese ebenfalls stark problembehaftet und daher keine Alternativen sind. Daher verharren die Parteien nun im Status quo. Politisch wurde der Begriff während des Kalten Krieges für den Ost-West-Konflikt gebraucht. Man musste sich darüber einigen, dass angesichts der militärischen Machtverhältnisse und des atomaren Bedrohungspotenzials der aktuelle Stillstand nicht zu überwinden war. Auch die damaligen politischen Grenzen schienen dem Status quo unterworfen und damit unverrückbar zu sein. Die Beschreibung war insoweit korrekt, als dass der damalige Status quo erst durch innere Veränderungen in den Ostblockstaaten aufgehoben werden konnte.

Wortherkunft: Woher kommt “Status Quo”?

Die zuerst von den antiken Römern verwendete lateinische Rechtssprache grenzte einen gegenwärtigen von einem vorherigen Zustand ab:

  • Status quo: gegenwärtiger Zustand
  • Status quo ante: vorheriger Zustand

Bedeutsam waren die Kürzel beispielsweise für die Unterscheidung von Grenzziehungen vor und nach einem Krieg. Im Laufe der Zeit und mit dem Ersatz der lateinischen Rechtssprache durch europäische Nationalsprachen verlor der Status quo ante seine semantische Bedeutung. Der Status quo blieb als Begriff jedoch erhalten.

Einsatz des Begriffes Status quo

Der häufigste Einsatz im 21. Jahrhundert dürfte im Rechtswesen stattfinden. Zwei Vertragsparteien müssen sich mit einem mühseligen Kompromiss arrangieren, suchen nach einer besseren Lösung, finden sie aber nicht und behalten daher den Status quo bei. Im Projektmanagement kann eine Phase des Projekts so bezeichnet werden, in welcher die Projektentwickler zunächst am bestehenden Zustand nichts ändern, aber so eine Änderung planen. Physiker bezeichnen manchmal den angestrebten Normalzustand im Fließgleichgewicht als Status quo.

Die Status-quo-Klausel

Für kollektive Entscheidungsverfahren, wie sie beispielsweise die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union durchführen, kann es eine Status-quo-Klausel geben. Diese besagt, dass der Status quo erhalten bleibt, wenn sich die Mitglieder nicht auf eine Veränderung einigen können. Diese Status-quo-Klausel beschreibt eigentlich in vornehmer Form ein Vetorecht für jedes einzelne Mitglied. Es kann aufgrund der Status-quo-Klausel eine Entscheidung ganz allein blockieren. Das ist bei bestimmten Entscheidungen des EU-Rats tatsächlich der Fall: Sie müssen einstimmig getroffen werden.

Anstreben des Status quo als psychologisches Phänomen

In psychologischer Hinsicht gibt es eine starke Tendenz, den Status quo aufrechtzuerhalten, die fachsprachlich als Status-quo-Verzerrung bezeichnet wird. Sie basiert darauf, dass Menschen Veränderungen weniger mögen als die Beibehaltung des bekannten, wenn auch suboptimalen Zustands. Das kann in psychologischer Hinsicht sogar ökonomisch und effizient sein, denn was die Veränderung wirklich bringt, wissen wir nicht. Diese Tendenz verhindert allerdings nicht komplett die Veränderung, kann sie aber erschweren. Menschen streben intuitiv eher die Beibehaltung des Status quo an, wenn er nicht allzu nachteilig wirkt. Das wurde durch Experimente sehr gut belegt. Man nimmt an, dass dahinter die Angst vor Verlusten steckt, die ein höheres Gewicht als die Hoffnung auf Gewinne hat. Ein Aufgeben des Status quo erscheint immer als riskant. Die meisten Menschen sind stark risikoaversiv. Das verleiht dem Status quo ein starkes Gewicht.

Warum heißt die Kichererbse “Kichererbse”? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Kichererbsen: Woher haben sie ihren lustigen Namen?

Die Kichererbse hat im Deutschen zwar viele Namen, die meisten jedoch tragen das „Kichern“ in sich.

Sie wird auch Venuskicher, Römische Kicher oder echte Kicher genannt. Mit „kichern“ oder lachen hat dies aber wahrscheinlich nichts zu tun.

Wortherkunft: Warum heißt die Kichererbse “Kichererbse”? Bedeutung, Erklärung

Zur Namensgebung gibt es verschiedene Theorien.

Der Volksmund behauptet, ihr Aussehen könne eine Rolle gespielt haben. Schaut man sich eine Kichererbse genau an, ist ein kleiner Zipfel zu sehen und darunter eine Kerbe. Mit viel Fantasie erkennt man darin eine Nase und einen lachenden Mund.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Name in der Sprache ihren Ursprung hat, welche im Lauf der Jahrhunderte einen steten Wandel durchgemacht hat. Die gängigste Theorie ist, dass der Name der Kichererbse bei den Römern begründet liegt, deren Sprache Latein war.

Im Römischen Reich wurde die Kichererbse Cicer genannt. Man geht davon aus, dass das Wort wie „kiker“ ausgesprochen wurde, da im Lateinischen das C wie ein K gesprochen wird. Später im Althochdeutschen wurde daraus „kihhira“, noch später, im Mittelhochdeutschen und Neuhochdeutschen wurde daraus das „kicher“. Die Erbse hatte ihren Namen bekommen.
Auch viele andere deutsche Trivialnamen und Bezeichnungen weisen auf diesen Wortursprung hin. Kicherkraut, Kecher, Cicererbis, Chicher, Zysern, alles klingt zumindest ähnlich wie das lateinische Cicer.

Sogar das englische „Chickpea“ führt man darauf zurück. Im Englischen hat das Wort genauso eine lautmalerische Entwicklung durchlebt, nur dass dort aus „Cicer“ ein „Chick“ wurde. Mit Hühnern hat die Erbse dort genauso wenig zu tun wie bei uns mit dem Kichern.

Mancherorts trägt die Kichererbse jedoch Namen, welche nichts mit der römischen Bezeichnung zu tun haben. Im Nordosten Deutschlands kennt man sie auch als Garabanzen. In der Steiermark wird sie Sperberköpfl genannt, was ganz eindeutig auf ihr Aussehen zurückgeht.

Woher kommt die Kichererbse?

Die Kichererbse ist eine Hülsenfrucht und eine uralte Nutzpflanze. Sie gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler, wie auch Linsen, Erbsen und Bohnen. Ihre etwa drei Zentimeter langen Hülsen enthalten in der Regel zwei Samen. Diese können gelblich, rotbraun oder schwarz sein.
Wahrscheinlich stammt sie von der wild wachsenden „Cicer reticulatum“ ab. Die krautige Pflanze wird bis zu einem Meter hoch. Ihre Blätter sind gefiedert, ihre Blüten sind lila, violett, purpurrot oder weiß.

Bereits in der Jungsteinzeit wurde sie kultiviert. Dies belegen 8000-10000 Jahre alte Funde in Kleinasien. Von dort aus breitete sich ihr Anbau in den vorderen Orient, nach Indien und in den Mittelmeerraum aus. Seit dem klassischen Altertum ist die Kichererbse auch in Griechenland und Italien verbreitet. In Deutschland weisen Funde aus der Römerzeit auf ihre frühe Nutzung hin. Wahrscheinlich erreichte die Kichererbse Deutschland etwa im 1. Jahrhundert nach Christus. Im Mittelalter empfahl Hildegard von Bingen sie als leichte Speise und Mittel gegen Fieber. Auch Hieronymus Bock beschrieb ihre Vorzüge als Nahrungsmittel und Medizin. Albertus Magnus spezifizierte schließlich erstmals drei unterschiedliche Arten: die weiße, die rote und die dunkle Kichererbse.

Hierzulande kann die Kichererbse durchaus kultiviert werden, sie bevorzugt jedoch trockenes und warmes Klima. Die dunkle Art wurde im Notstand nach dem Ersten Weltkrieg in den milden Weinregionen angebaut, geröstet und als willkommener Kaffee-Ersatz verwendet.

Was bedeutet “Persona Non Grata”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Persona non grata“ stammt aus dem offiziellen Sprachjargon unter Diplomaten. Damit wird eine Person bezeichnet, die unerwünscht ist. Inzwischen findet der Ausdruck auch Eingang in den normalen Sprachgebrauch.

Was bedeutet „Persona non grata“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Übersetzung kann man aus dem lateinischen wie auch aus dem heute noch gebräuchlichen italienisch ableiten

Persona = eine Person, ein Mensch
non grata = nicht willkommen, nicht angenehm.

Früher war auch die Schreibweise „Persona non gratae“ geläufig.

Auf Deutsch heißt der Ausdruck korrekt übersetzt also eine „nicht erwünschte Person“.

“Persona non grata”: Der Ursprung aus diplomatischen Kreisen

Wenn ein Staat den Diplomaten eines anderen Landes nicht mehr dulden möchte, kann er ihn zur Persona non grata erklären.
Das ist in der Vergangenheit öfter passiert, wenn ein Diplomat sich etwas zuschulden kommen ließ oder der Spionage verdächtigt wurde.

Für Diplomaten gelten besondere Regelungen. Sie sind in der Regel immun, das bedeutet, dass die normale Gesetzgebung für sie nicht anwendbar ist. Das soll ihnen einen besonderen Status verleihen. Dafür müssen Diplomaten einen hervorragenden Leumund besitzen und ein gewisses Verhalten an den Tag legen.

Manchmal wird der „diplomatische Rauswurf“ als Machtmittel in der Auseinandersetzung zwischen zwei Staaten genutzt. Der Grund ist nicht das Fehlverhalten des Diplomaten, sondern ein ganz anderer. Die Ausweisung der Persona non grata ist dann ein symbolischer Akt.

Das Gegenteil zur Persona non grata ist die Persona grata (erwünschte Persönlichkeit) oder Persona gratissima (äußerst erwünschte Persönlichkeit). So können auf sehr elegante Weise Bevorzugungen eines besonders beliebten Diplomaten ausgedrückt werden.

“Persona non grata”: Die Verwendung des Begriffs außerhalb der Diplomatie

Gelegentlich hört oder liest man von der Persona non grata auch in anderen Kreisen.

Besonders feine Menschen können damit jemanden bezeichnen, der in ihren Kreisen einfach nicht erwünscht ist. Die Nutzung des ausländischen und politischen Begriffes schafft eine gewisse Distanz. Jemanden zur Persona non grata zu erklären kann direkt erfolgen, beispielsweise indem man demjenigen einen Brief oder eine Nachricht zukommen lässt.

Die Ausgrenzung oder Ausweisung kann auch indirekt passieren. Es werden keine Einladungen mehr ausgesprochen oder der Person wird der Zugang zu Clubräumen, Feiern oder sonstigen Zusammenkünften verweigert.

Neben der Nutzung in elitären Kreisen liest man den Ausdruck gelegentlich in den Medien. Persona non grata ist dann immer als eine unpassende, unerwünschte oder nicht gern gesehene Persönlichkeit zu verstehen.

Jugendliche und junge Erwachsene nutzen den Begriff ebenfalls gern. Sie drücken damit jemanden aus, den sie nicht mögen oder der in ihrem Umfeld nicht erwünscht ist. In diesem Zusammenhang ist Persona non grata ein Modeausdruck.

Es ist gut möglich, dass die Phrase in der Zukunft in den normalen Sprachgebrauch übergeht.

Persona non grata – bekannte Persönlichkeiten

Der deutsche Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Günter Grass war in Israel eine Persona non grata. Die Behörden verhängten das Einreiseverbot nach der Veröffentlichung eines kritischen Gedichts und dem Bekanntwerden von Grass’ kurzzeitiger Mitgliedschaft in der Waffen-SS.

Der rechte österreichische FPÖ-Politiker Jörg Haider war bis zu seinem Tod ebenfalls eine Persona non grata in Israel.

Brad Pitt war in der Volksrepublik China lange Jahre eine Persona non grata. Grund dafür war sein Auftritt in dem Film „Sieben Jahre in Tibet“ (1997).

Die Schauspielerin Claire Danes wurde von der Regierung der Philippinen als Persona non grata erklärt, nachdem sie sich negativ über die Landeshauptstadt Manila äußerste. In einem Interview mit den Frauenzeitschrift Vogue sagte sie, „Manila ist grauenhaft und seltsam“.

Warum sagt man “Leserratte”? Woher kommt der Ausdruck? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Menschen, die gerne und viel lesen, werden oft als „Leseratte“ oder „Bücherwurm“ bezeichnet. Sie verschlingen Bücher und träumen sich in die Geschichten hinein. Beim Lesen lassen sie sich fallen und versinken in einer Welt voller Abenteuer, großer Gefühle und Magie.

Was bedeutet “Leseratte”? Bedeutung, Erklärung

Doch warum nennt man Vielleser eigentlich „Leseratte“? Immerhin sind Ratten in unserer Kultur keine besonders geschätzten Tiere und mit dem Lesen selbst haben sie wohl naturgemäß wenig zu tun…
In Fabeln werden Ratten als hinterhältig, feige und heimtückisch beschrieben. Die Nagetiere werden auch oft mit Müll, der Kanalisation und der Verbreitung schlimmer Krankheiten wie der Pest, verbunden.

Ratten sind also weder possierliche, niedliche Tierchen, mit denen man gerne kuscheln würde, noch stehen sie für positive Eigenschaften. Auch in Hinblick auf das Lesen verbindet man Negatives: Eine „Leseratte“ verschlingt zwar eine Menge Bücher, jedoch ohne Kritik, Reflexion oder bewusste Auseinandersetzung mit dem Inhalt oder der vermittelten Botschaft.

Die Bezeichnung „Leseratte“ scheint auf den ersten Blick also wenig schmeichelhaft.

Woher stammt der Ausdruck „Leseratte“? Wortherkunft, Geschichte

Der Begriff „Leseratte“ ist seit Ende des 19. Jahrhunderts belegt. In dieser Zeit betitelte man Vielleser abschätzend auf diese Weise. Gierig wie Ratten es sind, verschlingen „Leseratten“ kritik- und wahllos Bücher.

In den 1920er Jahren verbreitete sich der Ausdruck an den Universitäten. Vor allem Studenten verwendeten die Bezeichnung für Dozenten, die das Wort „Vorlesung“ etwas zu wörtlich nahmen und tatsächlich nur aus ihren Aufzeichnungen und Manuskripten vorlasen, statt den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten oder frei zu referieren.

Diesen Dozenten wurde nachgesagt, dass sie ohne ihr Manuskript gar keine Vorlesung halten könnten und sprichwörtlich verloren wären. Den Inhalt trugen sie emotionslos und oft monoton vor, was durchaus einschläfernd wirken konnte.

Eine weitere Verbindung zwischen Ratten und Dozenten gibt es außerdem: Bei Ratten mit roten Augen fehlen Pigmente, wodurch sie beim Sehen stark eingeschränkt sind. Durch das Hin- und Herpendeln des Kopfes versuchen sie, dies auszugleichen. Die Bewegung sieht so aus, als würde die Ratte lesen.

Auch bei Dozenten (und vielen anderen Menschen), die an ihren Tischen sitzen und aus ihren Manuskripten vorlesen, erkennt man dieselbe Kopfbewegung. Rasch setzte sich für diese Vortragenden die scherzhafte Bezeichnung „Leseratte“ durch.

Was ist mit dem Begriff „Leseratte“ gemeint? Bedeutung, Definition

Wer viel liest, gierig auf Bücher ist und dabei keine großen Ansprüche an die Qualität des Buches legt, wird gerne als „Leseratte“ bezeichnet. Genau wie eine Ratte beim Vertilgen von Fressbarem, sind „Leseratten“ beim Aussuchen des Lesestoffes wahllos und verschlingen alles, was als Lektüre zur Verfügung steht. Vom Kochbuch über seichte Romane bis zu den großen Klassikern der Weltliteratur kann alles dabei sein.

Im 18. Jahrhundert, als immer mehr Menschen des Lesens mächtig waren, erfreute sich das aufstrebende Bürgertum an Romanen, die unterhaltsam waren und vom alltäglichen Leben ablenkten. Dies war dem Klerus sowie dem Hochadel freilich ein Dorn im Auge, denn bisher hatten sie eine Sonderstellung eingenommen, da das Lesen ihnen vorbehalten war.

Nun aber entwickelte sich auch bei der weniger gebildeten Bevölkerung eine regelrechte Lesesucht, also eine Sucht nach Büchern und dem Lesen. Dass die „niedrigen Schichten“ die Fähigkeit nutzten, um sich berieseln und unterhalten zu lassen, gefiel Klerus und Hochadel nicht im Geringsten. Immerhin diente das Lesen von Büchern bisher der Wissensvermittlung, der Belehrung und der persönlichen Erbauung.

In der heutigen Zeit, in der sich die Einstellung zum Lesen zum Positiven gewandelt hat, ist das Wort „Leseratte“ eine Bezeichnung für Vielleser. Verwendet wird der Begriff für Menschen, die gerne und viel lesen. Nach wie vor spielt es keine Rolle, ob der Lesestoff literarisch wertvoll ist oder nicht. Dennoch ist die „Leseratte“ heutzutage positiv besetzt, da mit dem Lesen viele gute Eigenschaften – wie schlau, phantasievoll, ausdrucksstark, belesen etc. – verbunden werden.

Andere Wörter für „Leseratte“ sind: Bücherwurm, Büchernarr, Leseratz.

Was bedeutet “Sommelier”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Sommelier ist eine Person, die ein Experte für guten Wein ist und dafür verantwortlich ist, ihn den Kunden zu servieren. Das Wort “Sommelier” ist französischer Herkunft. Ursprünglich war es die Aufgabe eines Sommeliers Könige zu bedienen.

Moderne Sommeliers bieten ihre Dienste in guten Restaurants an. Ein Sommelier sollte detaillierte Informationen über den Wein kennen, einschließlich der Arten von Trauben, aus denen ein bestimmter Wein hergestellt wurde, in welcher Region die Trauben angebaut wurden, die Weinberge, in denen die Trauben angebaut wurden, der Bewertung eines Weins und der Jahrgänge verschiedener Weine.

Der Sommelier ist ein Weinexperte und kann detailiert Auskunft geben.

Wortherkunft: Woher stammt das Wort Sommelier?

Das französische Wort “Sommelier” hat eine lateinische Etymologie und stammt aus Frankreich. Das lateinische Wort “sagma” bedeutet Tasche. “Sagma” meint die Tasche, die an Ochsen, Pferden und anderen Lasttieren festgeschnallt war, um Dinge zu transportieren. Auf Französisch wurde das Wort zu “somme”: Die Leute, die diese Tiere beaufsichtigten, waren als Sommeliers bekannt. Häufig war die Fracht, die die Tiere trugen, Wein.

Was macht ein Sommelier? Bedeutung, Definition, Erklärung

Neben dem Servieren von Wein hat ein Sommelier mehrere Aufgaben. Diese Aufgaben umfassen:

  • Weinkarten für das Restaurant erstellen
  • Wissen, welcher Wein am besten zu verschiedenen Lebensmitteln passt
  • Den Wein pflegen und bestellen
  • Schulung anderer Mitarbeiter über die Grundkenntnisse von Weinen
  • Arbeiten Sie mit dem Küchenteam zusammen, um neue Paarungsoptionen zu erstellen

Eine wichtige Rolle des Sommeliers ist die Ausarbeitung eines geeigneten Weinvorschlags für eine Vielzahl unterschiedlicher Geschmacks- und Budgetpräferenzen. Ein gut ausgebildeter Sommelier kann eine Reihe verschiedener Optionen anbieten, basierend auf einer genauen Kenntnis der Weinregionen, des Terroirs und der Rebsorten.

In einigen Restaurants übernimmt der Sommelier die Überwachung aller Biere, Spirituosen, alkoholfreien Getränke, Cocktails oder Mineralwässer, die den Kunden (zusätzlich zu Wein) zur Verfügung stehen. In anderen Restaurants sind diese Rollen jedoch getrennt. Ein Cicerone zum Beispiel ist ein spezialisierter Biersommelier.

Viele Sommeliers reisen um die ganze Welt, um neue Weine zu probieren und an Essens- und Weinkongressen teilzunehmen. Ein guter Weinexperte kennt alle aktuellen Trends in der Lebensmittel- und Weinindustrie. Er oder sie hilft den Kunden auch dabei, sich bei der Verkostung von Weinen wohl zu fühlen, und hilft ihnen bei der Auswahl eines köstlichen Weins in ihrer Preisklasse. Sommeliers können auch durch die Meinungen ihrer Kunden mehr über Wein erfahren.

Kurz gesagt, ein guter Sommelier kann das kulinarische Erlebnis des Kunden unvergesslich machen, indem er Weine vorschlägt, die den Geschmack des Essens verbessern.

Wo arbeitet ein Sommelier?

Obwohl viele Sommeliers in gehobenen Restaurants arbeiten, gibt es viele andere Orte und Möglichkeiten, wie er / sie auch sein / ihr Geld verdienen kann. Diese schließen ein:

  • Arbeiten in Casinos oder Touristenattraktionen
  • Sie besitzen einen eigenen Weinladen
  • Leitung von Schulungen für Weingüter oder Restaurants
  • Organisation und Durchführung von Weintouren
  • Unterrichten über erlesene Weine

Bedeutung: Die moderne Sommelier

Das Arbeitsumfeld eines modernen Sommeliers ist nicht nur auf die Weine beschränkt. Je nach Restaurant werden sie wahrscheinlich eine umfassendere Rolle übernehmen. Dazu gehören die Entwicklung von Weinkarten für mehrere Restaurants, die Verwaltung von Personalschulungen und die Zusammenarbeit mit Köchen bei der Entwicklung neuer Gerichte, die den Wein ergänzen, oder umgekehrt. In erster Linie ist es wichtig, dass ein Sommelier ein tiefes Wissen über Wein hat – manchmal auch über Bier und Spirituosen – und wie jedes Getränk im Einklang mit Lebensmitteln funktioniert.

Der wachsende Einfluss von Sommeliers

In den letzten zehn Jahren hat die wachsende Reichweite von Social Media den sozialen Einfluss von Sommeliers erheblich erweitert. Vor einer Generation war ein Sommelier einfach ein Weinkenner. Heute haben die berühmtesten Sommeliers der Welt fast die gleiche Reichweite und das gleiche Gütesiegel wie die berühmtesten Starköche der Welt. Diese Sommeliers können beeinflussen, welche Weinregionen als nächstes in Erscheinung treten oder welche Rebsorten in einem bestimmten Jahr „im Trend“ liegen.

Siehe auch: Was bedeutet “Connaisseur”?

Bedeutung: Welche Sommelier-Arten gibt es?

Verschiedene Experten benutzen den Ausdruck “Sommelier” als Auszeichnung für ihre Profession und ihr Wissen.

  • Experten für Fleisch oder Metzgermeister nennen sich teils auch “Fleisch-Sommelier” (Fleischsommelier).
  • Experten für Öl nennen sich teils auch “Öl-Sommelier” (Ölsommelier).
  • Experten für Brot nennen sich auch “Brot-Sommelier” (Brotsommelier).
  • Experten für Wasser nennen sich auch “Wasser-Sommelier” (Wassersommelier).
  • Experten für Nüße nennen sich teils auch “Nuß-Sommelier” (Nußsommelier).
  • Experten für Käse nennen sich teils auch “Käse-Sommelier” (Käsesommelier).
  • Experten für Tee nennen sich teils auch “Tee-Sommelier” (Teesommelier).
  • Experten für Kaffee nennen sich teils auch “Kaffee-Sommelier” (Kaffeesommelier).
  • Experten für Fisch nennen sich teils auch “Fisch-Sommelier” (Fischsommelier).
  • Experten für Gewürze nennen sich teils auch “Gewürze-Sommelier” (Gewürzesommelier).
  • Experten für glutenfreie Ernährung nennen teils auch “Glutenfrei-Sommelier”.
  • Experten für Hamburger nennen sich teils auch “Burger-Sommelier” (Burgersommelier).
Warum heißt Hackepeter “Hackepeter”? Woher kommt der Ausdruck? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Wer oft in der Metzgerei oder an der Fleischtheke im Supermarkt einkauft, hat vielleicht schon von der Bezeichnung “Hackepeter” gehört, mit der vor allem ältere Menschen Hackfleisch bestellen. Doch woher kommt dieser etwas seltsam anmutende Name eigentlich? Warum ausgerechnet “Hackepeter” und nicht beispielsweise “Hackedieter” oder “Hackejürgen”? Hat vielleicht ein Peter das Hackfleisch erfunden und ihm gleich mal seinen Namen mit auf den Weg gegeben? Die Antwort auf diese interessante Frage finden Sie hier.

Wortherkunft: Woher kommt “Hackepeter”?

In den meisten Regionen Deutschlands bestellt man an der Fleischtheke einfach Hackfleisch oder Hack, wenn man Lust auf eine gute Portion Hack vom Schwein verspürt, welches beispielsweise als Grundlage für Spaghetti Bolognese dient. Gerade im Berliner Raum sowie in nordischen Gegenden der Bundesrepublik wird aber auch häufig der Name “Hackepeter” verwendet, der dort erstmals im 20. Jahrhundert auftauchte – es ersetzte hier die vorherige Bezeichnung “Mettgut”. Verwendet wird der Begriff Hackepeter jedoch mittlerweile vor allem von älteren Menschen, während die junge Generation ihn eigentlich nur selten in den Mund nimmt. Doch woher kommt denn nun eigentlich der “Hackepeter”?

Gab die Petersilie dem Hackepeter seinen Namenszusatz?

Auf der Suche nach dem Ursprung des Begriffs “Hackepeter” stößt man gleich auf zwei mögliche Szenarien. Welche davon genau zutrifft, ist bis zum heutigen Tag leider nicht ganz geklärt – wie so oft könnte die Wahrheit aber auch hier irgendwo in der Mitte liegen. Möglichkeit 1: Der Begriff Hackepeter setzt sich aus Hack und Petersilie zusammen. Vor einigen Jahren waren Gewürze wie Salz und Pfeffer noch sehr teuer in der Anschaffung – unter anderem auch im Anschluss an den zweiten Weltkrieg. Da die Menschen ihr Hackfleisch jedoch auch damals würzen wollten, da es ohne das gewisse Etwas einfach zu fad schmeckt, griffen viele von ihnen zu selbst angebauter Petersilie. Fein geschnitten diente diese als Ersatz für klassische Würzmittel, schmeckte aber dennoch sehr lecker.

Hackepeter Wortherkunft: Peter – ein Name, der früher nicht den besten Ruf genoss

Auch die zweite Möglichkeit zur Entstehung des Begriffs Hackepeter klingt irgendwie logisch und hat direkt mit dem Vornamen Peter zu tun. Vor gar nicht allzu langer Zeit galt der besagte Name als Synonym für Personen (aber auch Gegenstände) die entweder arm dran waren oder sich an arme Menschen richteten. In diese Kategorie fällt beispielsweise Wackelpudding, der im Volksmund ja auch häufig als “Wackelpeter” bezeichnet wird. Doch auch die Krankheit “Mumps”, die bei vielen Menschen einfach nur als “Ziegenpeter” bekannt ist, fällt in diese Reihe – Menschen, die diese Krankheit haben, sind schließlich mehr als nur arm dran. Da auch Hackfleisch eher ein Essen für Menschen mit geringen Einkommen war, würde der Namenszusatz “Peter” also auch hier durchaus Sinn ergeben.

Warum sagt man “Hackepeter”? Erklärung

In einer dritten Variante, die jedoch nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte, heißt es, dass es ein Metzger namens Peter war, der Schweinefleisch erstmals mithilfe eines scharfen Küchenbeils besonders klein hackte und als “Hackepeter” in seinem Sortiment anbot – schließlich gab es damals noch längst keine modernen Fleischwölfe oder Küchenmaschinen für diese Aufgabe. Diese Bezeichnung soll dann einfach weiter übernommen worden und bis heute gebräuchlich geblieben sein.

Doch egal, ob man zu Hackfleisch nun Hackepeter, Mett, gehacktes Schweinefleisch oder einfach nur Hack sagt: Es schmeckt in Form von Frikadellen, Hackfleisch-Auflauf, Lasagne oder Spaghetti Bolognese einfach nur lecker.

Warum sagt man “getürkt”? Woher kommt der Ausdruck? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Im deutschen Sprachraum kennt und verwendet den Begriff beinahe jeder wie selbstverständlich. So hat etwa der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel „getürkt“ – mittlerweile hat er eine „echte“ und akzeptierte Doktorarbeit nachgereicht. Darüber hinaus gibt es getürkte Spielergebnisse oder getürkte Beweise, … Aber woher genau kommt das allseits bekannte Synonym für gefälscht oder vorgegaukelt. Eine Spurensuche.

Wortherkunft: Wo kommt “getürkt” her?

Eine Theorie hat mit dem 1895 eingeweihten Kaiser-Wilhelm-Kanal, dem heutigen Nord-Ostsee-Kanal, zu tun. In den ersten Jahren der neuen Schifffahrtsstraße wurden durchfahrende Boote mit ihrer Nationalhymne begrüßt. Eines Tages erreichte ein Frachter aus dem osmanischen Reich den Kanal. Verzweifelt suchte die Musikkapelle nach der türkische Hymne, wurde aber nicht fündig. In ihrer Not spielte das Orchester “Guter Mond, du stehst so stille”, inspiriert durch den Halbmond in der Flagge des Schiffes. Daraus soll die Redensart „einen Türken bauen“ entstanden sein, der Vorläufer des heutigen getürkt. Irgendwie wenig glaubwürdig.

Ein zweiter Ansatz hat mit einer Art frühem Computer zu tun und spielt in einer Zeit, lange bevor es unsere heute bekannte Rechenmaschinen überhaupt gab. Der deutsche Baron Wolfgang von Kempelen, ein passionierter Schachspieler, soll 1769 eine Maschine erfunden haben, mit der es ihm gelang, alle damals bekannten Freunde des königlichen Brettspiels zu besiegen.

Mit seiner „denkenden“ Maschine, wie die Leute damals sagten, soll er ganz Europa bereist haben. Das gute Stück sah aus wie eine Kommode, an der eine orientalisch anmutende Puppe saß. Auf die immer faszinierten Betrachter wirkte der ganze Aufbau so fremd und geheimnisvoll wie der Orient. So eilte dem Vorläufer des modernen Schachcomputers schnell der Name „Der Türke“ voraus. Später stellte man fest, dass sich in der kommodenähnlichen Box ein überaus schlauer und sehr menschlicher Schachspieler verbarg. So soll sich damals „türken“ rasch als Begriff für Fälschung oder Betrug durchgesetzt haben. Klingt plausibel, historisch verbürgt ist die Geschichte indes nicht.

Warum sagt man “getürkt”? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Für „türken“ findet man dort richtigerweise die Erklärung „gezielt eine Fälschung produzieren, um damit zu betrügen“. Die Herkunft des Wortes sei jedoch unklar, so das Lexikon, vermutlich käme es aus dem militärischen Sprachgebrauch oder von der Redewendung „einen Türken bauen“. Okay, hier werden wir also auch nicht schlauer.

“Getürkt”: Doch verfolgen wir einen weitere militärische Spur:

Zur Zeit der Türkenkriege um 1569 herum, war die Angst vor den Osmanen in ganz Europa groß. Sogar die Briten auf ihrer sicheren Insel wurden davon erfasst. In dieser Zeit bürgerte sich „Turk“ im Englischen als Bezeichnung für eine Art Pappfigur ein, die für Schießübungen verwendet wurde. Drei Jahrzehnte später, um 1600 herum, schwappte das Thema über den Ärmelkanal. Seither bezeichnete die deutschen Kavallerie mit „türken“ Schießübungen auf unbewegliche Ziele.

Auch im militärischen Kontext ist dieser Erklärungsversuch anzusiedeln:
Auf den Preussenkönig Friedrich Wilhelm IV soll die volkstümliche Redewendung „einen Türken stellen“ zurückgehen. Es bedeutet in etwa „jemandem bei Besichtigungen etwas vormachen“. Aber wie ist der Ausspruch entstanden. Eines Tages sollen die preußischen Truppen ihrem König eine beeindruckende Gefechtsübung vorgeführt haben, die sie aber zuvor mehrfach eingeübt hatten. Schon bald bürgerte sich im Volksmund dafür die Bezeichnung “Türkenmanöver” oder einfach “Türken” ein.

Eine letzte Spur kommt aus Frankreich: Unsere Nachbarn linker Hand kennen ein sehr ähnliches Wort und benutzen es auch vergleichbar: „Truquer“ heißt auch bei den Franzosen so viel wie Fälschen. Könnte also gut sein, dass unser „türken“ durch eine Verballhornung des französischen Wortes in unseren Sprachgebrauch gelangt ist. Schließlich sind die Einflüsse unserer linksrheinischen Nachbarn seit Jahrhunderten groß. Man denke nur an das in Bayern seit der Besetzung durch den Franzosen-Kaiser Napoleon geläufige Trottoir – ein Synonym für unseren Bürgersteig.

Bleiben wir noch in weiß-blauen Gefilden. Wenn der Bayer flucht, werden Sie oft ein „Kruzitürken“ vernehmen. Der Begriff soll durch Kreuzugteilnehmer aus Ungarn, die Kuruzen oder Kruzi letztendlich nach Bayern gelangt sein. Einige von Ihnen zogen später an der Seite der Osmanen gegen die Habsburger. Aus dem genervten Ausspruch „Die Kuruzen und die Türken kommen“ wurde die Kurzform „Kruzitürken“, die man in Bayern bis heute pflegt.

Die Herleitungen des Wortes sind also vielfältig, so richtig belegt ist indes keine davon. Suchen Sie sich eine aus!

Warum heißt Krebs „Krebs“? Wortherkunft und Namensherkunft der Krankheit, Erklärung


Die Krankheit Krebs ist heute leider aktueller und bekannter als jemals zuvor. Dabei ist sie bei Weitem keine Erscheinung der Neuzeit. Tatsächlich geht der Begriff „Krebs“ noch viel weiter zurück, als die meisten Menschen denken.

Wortherkunft: Krebs wurde nach den gleichnamigen Tieren benannt

Heute denken wir, Krebs sei eine moderne Erkrankung. Tatsächlich nehmen die Krebserkrankungen seit Mitte des 20. Jahrhunderte weltweit dramatisch zu. Warum das so ist, konnte bisher nicht ausreichend geklärt oder bewiesen werden.
Viele Experten meinen, zunehmende Umweltverschmutzung, Belastungen mit Giftstoffen und unsere unnatürliche Lebensweise seien daran schuld.

Wer sich mit dem Namen der Krankheit beschäftigt, wird bald herausfinden, dass Krebs als Krankheit schon viel länger existiert. Die Namensgebung stammt von Hippokrates, dem berühmten Arzt der Antike.

Er untersuchte im Rahmen seiner Studien zahlreiche Leichen. Er fand vor allem bei älteren Menschen häufig Geschwüre im Gewebe. Aufgrund der Ähnlichkeit mit Krebsen, die sich im Sand eingraben, nannte er seine Entdeckung „karkinos“ (griechisch für „Krebs“).

Besonders oft begegnete ihm die Krankheit schon damals im Brustgewebe von Frauen.

Wer war Hippokrates eigentlich?

Sein korrekter Name lauter Hippokrates von Kos. Er lebte schätzungsweise 460 bis 370 v. Chr. auf der griechischen Insel Kos.

Zu seiner Zeit revolutionierte er die Sicht auf den Menschen als organisch-körperliches Lebewesen. Davor war das Menschenbild stark vom Glauben und geistigen Aspekten (der Seele) geprägt. Durch seine Leichenschauen erlangte er umfassendes Wissen über die Funktionsweise und den Aufbau des menschlichen Körpers.

Aus seinem Wissen entwickelte er die Schule von den vier Körpersäften. Nach Hippokrates Meinung müssten die vier Körpersäfte Blut, gelbe Galle, schwarze Galle und Schleim im Einklang sein, damit ein Mensch organisch gesund bleibt. Dieses Wissen kennt man auch unter dem Begriff Humoralpathologie oder Humorallehre.

Wortherkunft “Krebs”: Im Mittelalter wieder aufgetaucht

Mit dem Siegeszug des Christentums verschwand die alte Heilkunst der Antike für lange Zeit. Heiler durften nur noch mit dem arbeiten, was die Kirchenoberhäupter zuließen. Doch die verteufelten zunehmend alles Körperliche, es wurde mit Sünde in Verbindung gebracht und zugunsten einer entarteten Geistigkeit abgelehnt.

Dennoch ist Hippokrates Heilkunde von den vier Körpersäften nie so ganz verschwunden. Viele alte Schriften der Antike wurden durch die Kirche zerstört, einige Fragmente überlebten aber. So gelangten Teile von Hippokrates Wissen sogar bis in die Klöster. Unter anderem sollen die Heilkunst der Hildegard von Bingen und Paracelsus auf der Humoralpathologie begründet worden sein.

Der Begriff „Krebs“ tauchte schließlich in der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert) wieder auf, als die Lehren der Antiken neue Beachtung fanden. Sicherlich hat es die Krankheit die ganze Zeit über existiert. Da die Öffnung von Leichen über Jahrhunderte hinweg streng verboten war, erkannte man sie nur nicht mehr.

Der Hippokratische Eid und Krebs

Heute gilt Hippokrates von Kos als der Urvater aller Ärzte. Obwohl man inzwischen weiß, dass sein Wissen eine Neuauflage viel älterer Erkenntnisse war. Man fand Hinweise auf ähnliche Lehren bei den alten Ägyptern und im arabischen Raum. So tauchte auf einer Papyrusrolle aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. der Begriff „Krebs“ für eine geschwürartige Veränderung der Haut auf.

Der Hippokratische Eid ist eine Formel, die alle zugelassenen Ärzte und Mediziner ablegen. Im Originaltext handelt es sich dabei um eine mehrere Verse lange Erklärung, Kranke nach dem besten Wissen und Können dazu behandeln. Das Wohl und die Gesundheit des einzelnen Menschen sei dabei immer über das Interesse von geistlichen oder staatlichen Institutionen zu stellen.

Das ist die Krankheit Krebs bei näherer Betrachtung

Im modernen Zeitalter gehen Wissenschaftler und Ärzte davon aus, dass Krebs durch genetische Veranlagung ausgelöst wird. Kommen weitere ungünstige Umwelteinflüsse, Gifte oder eine ungesunde Lebensweise dazu, steigt das Risiko eine Krebserkrankung.

Einfach ausgedückt, beginnen bei Krebs vorher gesunde Körperzellen zu schnell zu wachsen.

Im ganzen Körper finden ständige Erneuerungsprozesse statt. Zellen werden ab- und aufgebaut. Man weiß heute, dass sich der menschliche Organismus innerhalb von sieben Jahren einmal komplett erneuert. Dabei wachsen nicht alle Zellen gleich schnell nach. Es erneuern sich auch nicht alle Organe gleich schnell.

Der Körper folgt einem Takt, der aus einer bisher unbekannten Quelle gespeist wird. Bisher vermutete man die Gene als diese Ursache. Doch neueste Forschungen kamen zu dem Ergebnis, dass auch Gene nicht der Ursprung aller Erb- und Wachstumsinformationen sind. Vielmehr scheinen die Informationen aus der Umwelt zu den Genen zu gelangen (Epigenetik).

Bei Krebs liegt nüchtern betrachtet eine schädliche Informationsverschiebung vor. Die Zellen wachsen an einer Stelle im Körper schneller, als sie eigentlich sollten. Dadurch bilden sich Geschwüre und Verwachsungen.

Entartete Krebszellen graben sich tatsächlich ins Gewebe und bilden dabei Füßchen aus, die an Kleinkrebse erinnern. Dann geben ihre Störinformationen ins Umfeld ab. Dadurch können sich weitere entartete Zellen auch an anderen Stellen des Körpers bilden (Metastasen).

Die körpereigenen Abwehrkräfte bekämpfen die fehlgesteuerte Krebszelle. Doch nicht immer reichen die Kräfte eines Menschen aus, um entstehenden Krebs aus eigener Kraft zurückzudrängen.

Je nachdem, wie groß ein Krebsgeschwür (Tumor) ist und wo es sich befindet, verursacht es durch zunehmende Größe weitere Probleme und Störungen. Dann kann der Krebs entdeckt und bestenfalls behandelt werden.

Hippokrates Sichtweise auf Krebs und dessen Heilung

Hippokrates sah die Ursache für Krebs hauptsächlich in der schwarzen Galle. Die stand mit den psychischen Leiden der Melancholie in Verbindung. Heute würde man Depression dazu sagen.

Wer Probleme mit der schwarzen Galle habe, leide an „schwerer Erde“. Dagegen half nach Hippokrates alles „Luftige“: Bewegung, Lebensfreude, Licht, Obst von Bäumen statt Früchte aus der Erde und freie Gedanken statt Doktrinen und einengenden Regeln.

Was bedeutet “Namaste”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Namaste ist eine Grußgeste, die in Indien, sowie in einigen asiatischen Ländern unter Hindus verbreitet ist. Namaste gilt als Zeichen von höchstem Respekt und repräsentiert den Glauben, dass das Göttliche aus egal welchem Glauben oder welcher Religion zu jeder Zeit, überall und in jedem von uns schlummert.

Die wortwörtliche Bedeutung von “Namaste” auf deutsch (Übersetzung)

Namaste setzt sich zusammen aus nama (verbeugen), as (ich) und té (du). Namaste lässt sich also mit “Verbeugung zu dir” oder “Ich verbeuge mich vor dir” übersetzen. Diese Geste drückt Ehrerbietung aus und erkennt die Anwesenheit des Gegenübers respektvoll an. Auf eine Anfrage von seinem Freund Albert Einstein hin erläuterte Mahatma Ghandi die Bedeutung von Namaste einmal folgendermaßen: “Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum residiert. Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir. Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn du dort bist und auch ich dort bin, wir beide nur noch eins sind”.
Namaste drückt gleichzeitig Dankbarkeit, Liebe, Respekt und Achtsamkeit aus. Es ist ein kleines Wort mit großem Inhalt.

Wie wird Namaste ausgeführt?

Die Handinnenflächen werden bei der Ausübung der Geste zusammengeführt, vor dem Herzen an die Brust gelegt, die Augen werden geschlossen und der Kopf wird leicht nach vorne gebeugt. In der westlichen Welt wird normalerweise der Gruß Namaste gleichzeitig dazu ausgesprochen. In Indien und in den asiatischen Gegenden ist dies nicht immer der Fall.

In Indien werden manchmal die Hände auch vor dem „Dritten Auge“, dem Punkt zwischen den Augenbrauen, gefaltet. Der Kopf wird leicht nach vorne gesenkt. Anschließend berühren die Fingerspitzen die Lippen und danach werden die gefalteten Hände wieder zum Herzen geführt. Dies gilt als Zeichen besonderer Wertschätzung, es steht für die Klarheit der Gedanken, die Wahrheit des gesprochenen Wortes und die Reinheit der Gefühle.

Wann ist Namaste angebracht?

In Europa wird die Grußgeste Namaste vor allem im Yoga und in indischen oder thailändischen Restaurants verwendet. Doch Namaste in vielen Situationen angebracht, es ist eine Geste des Respekts. Mit der Coronakrise wächst die Zahl der Menschen, die sich mir Namaste begrüßen auch in der westlichen Welt.

Namaste im Yoga

Yogalehrer beginnen oder beenden ihre Yoga-Lektion häufig mit der Namaste Grußgeste. Sie drücken damit die Dankbarkeit und den Respekt gegenüber den Schülern aus. Diese antworten und geben ihrem Lehrer damit Dankbarkeit und Respekt zurück.

Vergleich von Namaste mit dem Händeschütteln

In Europa ist der Händedruck als Begrüßung am häufigsten anzutreffen. Das Händeschütteln ist durch die Berührung eine äußerst intime Geste, doch Namaste ist universeller einsetzbar. Die Namaste Geste kann sowohl vor Gott als auch vor jedem Menschen gemacht werden. Gott gibt man nicht die Hand.

Ein König, ein Präsident oder ein Redner kann eine große Menge Menschen mit Namaste persönlich begrüßen. Es bleibt dieselbe Geste, ob der König einen einzigen Besucher begrüßt oder Tausende. Namaste und der Händedruck sind beide Ausdrücke, dass die Gegenüber unbewaffnet sind und keine böswillige Absicht zeigen. Die ausgestreckte Hand des Händedrucks oder die gefalteten Handflächen von Namaste zeigen dem Gegenüber, dass die Menschen in Frieden kommen.

Warum heißt Audi “Audi”? Was bedeutet Name? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Horch, horch, ein Audi

Die Automarke mit den Vier Ringen ist heute weltbekannt. Die sportlichen Karossen laufen nicht nur an den deutschen Produktionsstandorten Ingolstadt und Neckarsulm, sondern auch in China, Mexiko oder Tschechien vom Band. Mehr als 110 Jahre ist die Traditionsmarke mittlerweile auf dem Markt, zum 100-jährigen Geburtstag reiste sogar Kanzlerin Angela Merkel nach Ingolstadt. Aber was hat es eigentlich mit dem Namen Audi auf sich?

Audi: Ein Namensstreit und der Lateinunterricht

Alles begann mit dem pfiffigen Unternehmer August Horch. Der Maschinenbauingenieur gründete im Jahr 1899, damals gab es noch einen Kaiser in Deutschland, sein erstes Unternehmen – die August Horch & Cie Motorwagenwerke Zwickau. Einer neu gegründeten Firma den eigenen Namen zu verpassen, war zu dieser Zeit durchaus üblich. Horch und vor allem die Automobile der Marke machten sich schnell einen Namen in der noch jungen Automobilwelt, mit mondänen Designs und innovativen Motoren.

Doch bereits zehn Jahre nach der Gründung, zu Beginn des Jahres 1909 verließ August Horch im Streit das Unternehmen und gründete kurz darauf die August Horch Automobilwerke GmbH. Seine früheren Partner zogen aber schnell wegen der Namensverwandtschaft vor Gericht und gewannen den Prozess. Fortan durfte Horch den eigenen Familiennamen als Firmenbezeichnung aus markenrechtlichen Gründen nicht mehr benutzen. Doch der cleveren Geschäftsmann entwickelte bald eine elegante Namensalternative.

Dabei kam ihm der Sohn eines Freundes, der Zwickauer Gymnasiast Heinrich Fikentscher zur Hilfe. Der junge Mann hatte die geniale Idee, „Horch“ einfach ins Lateinische zu übertragen. So wurde aus „horch“, es ist ein Imperativ Singular, schlicht „audi“. Ab dem 25. April 1910 trug sein Unternehmen konsequenterweise den Namen „Audi Automobilwerke GmbH Zwickau“. So war der heute weltberühmte Markenname geboren.

Wie die vier Audi-Ringe entstanden: Geschichte, Bedeutung

In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg wurde es für August Horch und seine Firma immer schwieriger. Kaum jemand hatte zu dieser Zeit das Geld, sich seine Automobile zu leisten. So übernahmen im Jahr 1928 die Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG die Audiwerke. Das Zschopauer Unternehmen war vor allem durch seine Marke DKW bekannt. Vier Jahre später verschmolzen beide Firmen zur 1932 gegründeten Auto Union AG, Chemnitz. Zum neuen Firmenverbund gehörten auch die Zwickauer Horchwerke AG sowie die Wanderer-Werke in Schönau bei Chemnitz.

Symbolischen Ausdruck fand die Verbindung der vier Pkw-Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer im neuen Auto-Union-Logo mit vier ineinander verschlungenen Ringen. Das war die Geburtsstunde des Marken-Logos, das wir bis heute für Audi kennen. Die neu gegründete Auto-Union machte in den 1930er-Jahren mit dem DKW F1–F8 und Audi-Modellen UW und 225 Furore. Alle drei Automobile zählen zu den Pionieren des Frontantriebs.

Der Rest der Geschichte: Audi

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 begann nach dem Zweiten Weltkrieg das zweite Leben der Auto Union. Im bayerischen Ingolstadt fand die neue Auto Union GmbH ihren Stammsitz. Dort liefen zunächst DKW-Motorräder (RT 125 W) und sogenannte Schnellaster vom Band. Im neue eröffneten Werk Düsseldorf entstand der F89, ein Mittelklasse-Pkw mit Frontantrieb.

Ab 1958 liefen in Düsseldorf Mercedes-Transporter vom Band, nachdem die Daimler-Benz AG die Aktienmehrheit an der Auto Union übernommen hatte.

Beginnend mit dem Jahr 1964 erwarb der Volkswagen-Konzern Schritt für Schritt die Mehrheit des Stammkapitals an der Auto Union. Damit verschaffte sich Volkswagen Zugang zu Viertaktmotoren. Bislang hatten die Wolfsburger nur Modelle mit Zweitaktmotoren der Marke DKW produziert.

1965 verschmolz der neue Mehrheitseigner die Auto Union mit den NSU Motorenwerken. Ab dem Jahre 1969 firmierte das Unternehmen dann unter Audi NSU Auto Union AG. Bis 1985 war der Hauptsitz der Firma Neckarsulm, mit der Einstellung der Marke NSU reduzierte das Management den Firmentitel auf Audi AG. Neuer Stammsitz war wieder Ingolstadt. Zur heutigen Audi AG gehören seit 1989 auch die italienische Sportwagenmarke Lamborghini sowie die Motorradmarke Ducati.

Warum sagt man “Jänner”? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Der Jänner oder Januar ist der erste Monat im Jahr, wobei dieser Monat nach Janus, einem römischen Gott, benannt ist. Janus wird auch als Gott des Endes und des Anfangs bezeichnet. Er verfügt über zwei Gesichter, mit denen er sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit blicken kann. Er steht auch für die Dualität in Licht und Dunkelheit, Leben und Tod bzw. Schöpfung und Zerstörung.

Was bedeutet “Jänner”? Bedeutung, Erklärung, Definition, Wortherkunft

Janus zählt zu den ältesten römischen Göttern und gilt auch als Beschützer der Durchgänge, der Häuserschwellen sowie des Morgens. Zudem ist er auch für neue Ereignisse und neue Zyklen verantwortlich. Als Gott der Passagen bildete man ihn auch auf zahlreichen Tempeln und Bögen ab, wobei man diese heiligen Orte erst dann öffnete, als die Römer in den Krieg zogen. Auch der Terminus “janusköpfig” stammt vom Gott Janus, und steht für etwas, das zwei verschiedene Seiten hat.

Der Name “Janus” zählt zur selben Wortfamilie wie “ianua”, was im Lateinischen für Tür steht, als “ianus” bezeichnet man einen Durchgang, der gewölbt und unverschlossen ist. Alle Kalenderdaten, die einen Anfang symbolisieren, wurden ihm gewidmet, dem römischen Kalender nach wurde am 9. Jänner auch das Agonium, das Hochfest des Janus, gefeiert. Als bedeutendstes Heiligtum des Gottes gilt der Janustempel, der auf dem Forum Romanum zu finden ist. Der Janusbogen in Rom stellt hingegen kein Heiligtum zu Ehren von Janus dar, sondern ist ein säkulares Bauwerk, das man irrtümlich in der Renaissance als Janustempel deutete.

Zur Geschichte des Jänners

Laut Überlieferungen führte König Numa Pompilius den Jänner um etwa 700 v. Chr. ein. Damals war er aber der elfte Monat im Jahr und hatte auch nur 29 Tage. Um etwa 450. v. Chr. verlegte man den Jahresbeginn dann auf den ersten Jänner. Als der Julianische Kalender eingeführt wurde, verlängerte man den Jänner auch auf die noch heute üblichen 31 Tage.

Symbol für Neuanfang

Der Jänner ist ein äußerst bedeutsamer Monat, denn er steht symbolisch für den Neuanfang bzw. das neue Jahr. Auch die alten Namen verraten einiges über die Qualität des Jänners, denn er wurde auch “Eismond”, “Schneemond”, “Hartmond” oder “Hartung” genannt, da er der “härteste” Monat im Jahr ist. Da er sehr viel Schnee und Eis bringt, wird er meistens auch als der kälteste Monat angesehen. Dieser Schnee ist jedoch notwendig, um die Samenkörner zu schützen. In Osteuropa bezeichnete man den Jänner auch häufig als “Wolfsmonat”, da die Wölfe zu diesem Zeitpunkt ihre Paarungszeit haben und man sie daher auch viel leichter jagen konnte.

Bräuche und Mythen: Jänner bis Dezember

Wie der Dezember hat auch der Jänner eine mystische Qualität, wobei der wichtigste Tag in diesem Monat der 6. Jänner ist. An diesem Tag enden die sogenannten Raunächte und die Göttin Perchta breitet noch einmal ihren Segen über das Land aus. In vielen Regionen aß man am 6. Jänner Mohnnudeln oder legte sie als Gabe für die Kinderseelen, die vorbeizogen, aufs Dach. Darüber hinaus ist der 6. Jänner auch als Dreikönigstag bekannt, man erinnert sich damit an die drei Könige aus dem Morgenland, die dem Christuskind Geschenke brachten.

Warum sagt man “hundemüde”? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Der Hund gilt weitläufig als der beste Freund des Menschen. Er ist anhänglich und über die Maße treu. Hunde erfreuen sich fast überall auf der Welt großer Beliebtheit und werden in der Regel mit positiven Attributen verbunden. In Sagen, Mythen und ganz weitläufig in der Literatur nimmt der Hund oft die Rolle des Beschützers und Hüters ein. Vollständig negative Darstellungen sind eher selten und so hat es der Hund geschafft, in unseren täglichen Sprachgebrauch Einzug zu halten. Im gern verwendeten Ausdruck „hundemüde“ verstärkt der Hund die Müdigkeit. Das Wort Hund wird als Präfix verwendet und gibt die Information, dass jemand mehr als nur müde ist. Doch wo ist die Verbindung zwischen Schlafmangel und Haustier?

Bedeutung und Wortherkunft: Hundemüde

Verwendet wird der Ausdruck für einen körperlichen Zustand, der nahe an der völligen Erschöpfung ist. Hundemüde bezeichnet eine Situation, in der jemand kaum noch die Augen offenhalten kann und im Grunde handlungsunfähig ist. Das Schlafbedürfnis ist so groß, dass der Wunsch, die üblichen Ruhestunden in der Nacht auszudehnen, bis der Körper seine Energiespeicher voll aufgefüllt hat. Eine Person, die sich selbst als hundemüde bezeichnet, äußert damit das Verlangen, sich sofort hinzulegen und zu schlafen. Hundemüde ist ein Adjektiv und kann in hundsmüde abgewandelt werden.

Hund und Mensch

Nach heutigem Wissenstand ist der Hund das älteste Haustier der Menschen. Nicht immer als treuer Begleiter, doch schon früh hat sich die wild lebende Form des Hundes den Menschen angeschlossen. Die Beziehung war zu Beginn wahrscheinlich zweckmäßig, aber gemeinschaftlich. Der Mensch ist ein guter Beobachter und hat wahrgenommen, dass Hunde nach der Jagd völlig erschöpft einschlafen. Ein Vorgang, der in Sekunden beendet ist und der auch bei heutigen Haustieren in den gleichen Phasen abläuft. Der Hund ist müde, er legt sich hin, schließt die Augen und döst sofort ein. Diese Ruhephasen gönnen sich Hunde über lange Zeiträume am Tag. Es gibt Tiere, die sich bis zu 18 Stunden täglich zwischen Dösen und Tiefschlaf befinden. Hunde benötigen diese Auszeiten, um ihre Energiereserven aufzufüllen. In jedem Hund steckt noch das Erbe der Vorfahren, das verlangt, dass der Hund ausreichend Kräfte zur Verfügung stellen muss, wenn die Jagd beginnt.

Ein Ausflug in die Märchenwelt: hundemüde

Die Herkunft des Spruchs „Ich bin hundemüde“ liegt wahrscheinlich im Mittelalter. Historiker sehen hier den Beginn der engeren Beziehung zwischen Hund und Mensch. Eine eindeutige Zuordnung in eine geschichtliche Epoche ist jedoch spekulativ.

Einige Historiker vermuten den Ursprung im angelsächsischen Sprachgebrauch und sehen hinter dem Sprichwort eine erzählende Geschichte. Der König Alfred der Große hatte zwei Söhne. Edwin und Athelbrod wurden von ihrem Vater regelmäßig zur Jagd ausgesandt, um die Kräfte beider zu messen. Die Jagd war eine Hundejagd und der Sohn, dem es gelang, mehr Hunde am Tag zu fangen, durfte beim Abendmahl den rechten Platz an der Seite des Vaters einnehmen. Die Söhne kämpften verbissen um diese Ehre. Edwin und Athelbrod Jagden die Hunde bis zur Erschöpfung. Am Abend kehrten beide „hundemüde“ zurück. Der Ausdruck wurde zum geflügelten Wort im Königreich. Mit dem Wandel im Königshaus geriet der Begriff in Vergessenheit. Im englischen Sprachgebrauch gibt es den Begriff dog-tired, der hier jedoch nicht so geläufig ist.

Was ist Overblocking? Bedeutung, Definition, Erklärung


Overblocking (auch: Overcensoring, Overtargeting) ist das übermäßige Blockieren von Inhalten im Netz, weil bestimmte Inhalte blockiert werden sollen (etwa aus Gründen des Jugendschutzes oder zur Verhinderung von Hassbotschaften), der Softwarefilter aber andere, legale Inhalte ebenfalls blockiert. Er hat dann die Regeln für die Blockade nicht richtig umgesetzt. Das Gegenteil gibt es auch: Beim sogenannten Underblocking werden die zu löschenden Inhalte nur ungenügend ausgefiltert.

Wie entsteht Overblocking? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Blockade von unerwünschten Inhalten wird in der Regel durch Keywords ausgelöst. So könnte ein Filter Hassbotschaften ausfiltern wollen, indem er alle Nachrichten mit dem Satz „Merkel muss weg“ einfach löscht. Wenn aber nun ein Journalist eines seriösen Nachrichtenportals über das Phänomen der rechten Szene schreibt und dabei diesen Satz zitiert, der von rechten Gruppierungen standardmäßig verwendet wird, würde sein Beitrag ebenfalls gelöscht. Das wäre ein typischer Fall von Overblocking. Das bedeutet: Overblocking entsteht, wenn ein Post technisch aufgrund von Regeln gelöscht wird, die bestimmte Sonderfälle und Ausnahmen nicht beachten. Im beschriebenen Fall hätte es genügt, wenn die Regel, Posts mit dem Satz „Merkel muss weg“ grundsätzlich zu löschen, mit der Ausnahme versehen worden wäre, dass dieses Löschen nicht geschehen soll, wenn der Satz in einem seriösen Nachrichtenportal laut Liste auftaucht.

Warum gibt es häufiger Overblocking?

Sperren anhand von Keywords oder Phrasen wie „Merkel muss weg“ einzurichten ist relativ einfach. Overblocking zu verhindern ist hingegen sehr aufwendig, denn jemand müsste im beschriebenen Fall eine Liste mit seriösen Nachrichtenportalen erstellen und sie mit der zu blockierenden Phrase verknüpfen. Häufige Gründe für Overblocking sind zudem:

  • falsch eingestellte Filter
  • zu empfindlich eingestellte Filter
  • veraltete Datenbanken
  • Einsatz von Software zur Ähnlichkeitserkennung

Damit entsteht eine ungewollte Zensur. Material, das eigentlich akzeptabel gewesen wäre, blockiert die Software dennoch.

Wo tritt Overblocking häufiger auf?

Es ist bei dem Versuch zu beobachten, Hass-Posts in sozialen Netzwerken zu unterbinden, weshalb diese Netzwerke (Facebook, Twitter & Co.) Richtlinien zu Unterbindung solcher Posts nicht ohne Weiteres umsetzen. Des Weiteren gibt es Overblocking bei IP-Sperren, Jugendschutzfiltern und Content-Filtering im Urheberrechtsbereich. Durch die Behörden (Staatsanwaltschaften, Geheimdienste, Polizei) wird manchmal Overblocking betrieben, weil sie gleich mehrere IP-Adressen und ganze IP-Blöcke sperren, indem sie den zuständigen DNS-Server blockieren. Diejenigen Staaten, die ohnehin eine Internetzensur praktizieren (China, Iran und weitere), tendieren dabei oft zu Overblocking.

Aktuelle Beispiele für Overblocking im Jahr 2020

Facebook, Twitter, Google sowie weitere Netzwerke und Suchmaschinen sind im deutschen Netz seit 2017 zur Löschung von Hassbotschaften verpflichtet. Seither löschen sie monatlich mehrere Zehntausende Hassbeiträge, wobei oft Overblocking entsteht. (Siehe Shadowban) Das ruft Kritiker auf den Plan, welche die Meinungs- und Pressefreiheit in Gefahr sehen. Dabei erfolgen die Löschungen nicht allein aufgrund technischer Algorithmen, sondern durchaus unter der Beteiligung zahlloser Menschen. Die Nutzer sollen nämlich die Hassbotschaften an die Betreiber melden. Danach und wohl oft auch unabhängig von so einer Meldung wird die Software für die Blockade tätig. Entscheidend ist die Tatsache, dass sich weder bei Google noch bei Facebook & Co. Mitarbeiter die Mühe machen (können), jede Meldung von Hand auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Pro Jahr melden beispielsweise allein auf YouTube die Nutzer und auch Beschwerdestellen rund eine halbe Million umstrittene Beiträge. Der Löschanteil liegt bei ~27 %. Das belegt auch, dass sich viele Nutzer gegenseitig verpetzen und an sich harmlose Inhalte von politschen Gegnern anschwärzen, um eine Löschung zu initiieren. Natürlich hängt der Löschanteil auch von den Softwareeinstellungen und nicht zuletzt von der persönlichen Auffassung der Betreiber ab, welcher Inhalt denn wirklich gelöscht werden muss. Die Nutzung der Netzwerke spielt ebenso eine Rolle. Auf Twitter werden noch einige Hass-Postings mehr gemeldet, doch der Löschanteil liegt mit ~11 % deutlich unter dem von YouTube.

Schaden durch Overblocking

Aufgrund der rigiden Gesetzeslage – Deutschland etwa droht den Betreibern millionenschwere Bußgelder wegen Hass-Postings an – tendieren die Betreiber in einigen Fällen zu sehr starkem Overblocking. Dieses schränkt die Meinungsfreiheit sehr stark ein und wirkt damit kontraproduktiv. Gegner einer bestimmten, zum Beispiel politisch radikalen Auffassung können schließlich die von ihnen angegriffenen Inhalten niemals wörtlich zitieren, ohne gleich selbst blockiert zu werden. Das dürfte die nötige Diskussion um solche Inhalte an vielen Stellen im Keim ersticken.

Warnung durch ROG

Die Organisation ROG (Reporter ohne Grenzen) warnt ausdrücklich vor massivem Overblocking seit 2017 und fürchtet um die Presse- und Meinungsfreiheit. Dabei geht es nicht nur um das versehentliche Löschen legaler Inhalte von Kommentatoren, die sich offenkundig mit extremen Meinungsverfechtern im Diskurs befinden. ROG verweist auch darauf, dass bestimmte extreme Meinungen zugelassen werden sollten, um sich überhaupt im Diskurs mit ihnen auseinandersetzen zu können. Doch genau das geschehe nun nicht mehr, weil die Unternehmen Facebook, Google, Twitter und Co. wegen zu hoher Strafandrohungen ihre Filter sehr scharf eingestellt haben. Overblocking wird damit zunehmend zu einem ernsthaften Problem für die Netzgemeinde.

Was ist das “Hanami” Kirschblütenfest?


Der Brauch des bekannten Hanami geht bis in die Zeit der Nara von 710 bis 794 zurück, als die Blüten der aus China eingeführten Pflaumenbäume eine große Bewunderung fanden. So kamen in der Heian-Ära die Kirschblüten in Mode, die auch Sakura genannt wurden. Hierbei wurde auch zum ersten Mal das Wort Hanami zur Angabe des Betrachtens der Kirschblüten im XI. Jahrhundert in der Historie des Prinzen Genji gebraucht.

Daher wird die Kirschblüte gleich in zweifacher Art und Weise heilig. Zum einen kündigte sie die Zeit der Pflanzung des Reises an. Später dann wurde den Opfern angeboten, später für eine vielfältige Ernte sorgten. Demgegenüber symbolisieren die graziösen Kirschblüten die Endlichkeit des Lebens. Diese beinahe geistige Schönheit von den Kirschbäumen in Japan währt lediglich 10 Tage im Jahr, ehe sie vergeht.

So wird die Kirschblüte hierbei in Japan besonders ernst genommen und so ist es fast unmöglich, dem Wetterbericht zum Florieren der Kirschblüte aus Richtung Süden nach Norden hin entkommen zu können. Der sogenannte Sakura Zensen ist der wirkliche Blütenwetterbericht und sagt die Blühzeiten von Hokkaido bis Okinawa voraus.

Am Tage des Festes Hanami wird ein schmackhaftes Picknick unter den blühenden Kirschbäumen arrangiert, bei welchem auch viel Alkohol getrunken wird. Dies zügelt hierbei so manchen eine ausgezeichnete Gelegenheit, anzuknüpfen. Nebenbei gibt es auch das Sprichwort: “Hana yori dango”. Dies bedeutet so viel wie “Erst das Gebäck und danach die Blüten”. Damit soll vor allem die gastronomische Bedeutung des Festes unterstrichen werden.

Als ein Fest, welches in Familie oder auch unter Freunden begangenen wird, ist Hanami ein sozialer Brauch mit eigenen Rangfolgen und Regeln. Hier sind es im Allgemeinen die Jüngsten einer Gruppe und werden auch Kohai genannt, die bereits früh am Morgen auftauchen, um einen Platz für die blaue Plane aus Plastik zu suchen und auf das Eintreffen der Alten (Sempai) zu warten.

Die Bedeutung der Kirschbäume und des Hanami

In Kyoto gehen Besucher am besten in Richtung Arashiyama oder auch in den Park Maruyama. Hier sind die Bäume sehr ausladend. Dieser liegt nahe Gion, sodass dieses Schauspiel bei Nacht am wundervollsten ist. In der Blütezeit sind die Kirschbäume auch beleuchtet. Auf dem Berg Daigo befindet sich der Tempelkomplex, welcher auch Daigo-ji genannt wird und dessen Gärten für die Pracht der Kirschbäume bekannt sind. Nicht weit hiervon entfernt stehen an die 30000 Kirschbäume nahe dem Berg Yoshino in Nara. Hierbei gilt diese Anlage als der Ort für das Hanami-Fest.

Im Süden wird vor allem das Schloss von Kumamoto als eines der optimalen “Hanami spots” der Insel betrachtet.

Sollte der Aufenthalt in Japan nun in die Zeit des Kirschblütenfestes fallen, sollten Besucher, die die Parks heimsuchen, etwas außerhalb des Stadtzentrums auf die Tempelgärten schauen. Hier werden diese viel Ruhe haben und ebenso schöne Dinge sehen können. Besucher können auch in jeden Schloss- oder Tempelgarten und in die Parks gehen, aber sollten beizeiten hier ankommen.

Das Kirschblütenfest in Japan wird bereits seit vielen Jahrtausenden von den Menschen verehrt und gehört zu den bedeutendsten Symbolen der Kultur Japans. Dieses steht für Vergänglichkeit und Schönheit und so hält dieses eindrucksvolle Naturschauspiel meistens für einige Tage ab. Sicher gibt es unterschiedliche Arten der schönen Kirschblüten. Am meisten verbreitet sind die Blüten mit fünf Blütenblättern der Somei-Yoshino-Kirsche und die Yamazakura. Bei den meisten Kirschbäumen Japans handelt es sich aber nur um Zierkirschen, welche keine essbaren Früchte tragen.

Die beste Zeit zum Reisen um die japanische Kirschblüte zu sehen (Hanami)

Hanami, heißt eigentlich “Blüten betrachten”. Die Kirschblüte Japans ist die inoffizielle Blume des Landes und die Blütezeit fast eine individuelle Jahreszeit. Wenn die Kirsche bzw. die Sakura blüht, dann gibt es für die meisten Menschen im Land kein Halten mehr. So widmen diese sich mit einer Kamera bewaffnet und mit Freunden und der Familie der Naturschönheit in der freien Natur und auch den vielen Parks. Viele Menschen fragen sich, was denn nun so besonders hieran sein soll, wenn die Kirschbäume blühen. Wer hier die volle Pracht der Kirschblüte Japans erst einmal erlebt hat, wenn hunderte von Kirschbäumen in ihrer zarten rosaroten Farbe aufleuchten, wird verzückt sein. Hierbei ist es ein Spektakel, den Japanern bei diesem Fest zuzusehen. Zudem ist Japan ein glückliches Land in der Zeit der Kirschblüte.

Die beste Reisezeit, um die Kirschblüte in Japan zu erleben, ist von Mitte März bis April. Hier blühen die Bäume weniger als 2 Wochen, aber aufgrund der vielfältigen Klimazonen im Land erscheint die Pracht zuerst im Süden und wandert in die nördlichen und zugleich kälteren Regionen. Daher blüht die Kirsche in der Stadt Tokio zumeist schon im März, während im Norden in der Stadt Sendai die Hauptblütezeit im Monat April ist. Eine Ausnahme ist die nördliche Insel Hokkaido, denn dort haben Besucher im Monat Mai die beste Möglichkeit die Kirschblüte Japans zu bewundern. Damit verschieben sich die Blütenvorhersage und auch die tägliche Wettervorhersage im Land.
Nicht so berühmt, aber auch besonders schön ist die Pflaumenblüte in dem Monat vorher. Besonders beliebt in Japan ist auch das Betrachten der herbstlichen Farben in den Parks und den Wäldern im Land. Zur Kirschblüte Japans und auch während der Herbstzeit reisen viele Touristen nach Japan. Dies sollte bei der Planung des Urlaubs bedacht werden, denn zu diesen Zeiten ist hier das ganze Land auf den Straßen unterwegs, die Zugverbindungen und Unterkünfte sind oftmals weit vorher ausgebucht und die Preise sind entsprechend hoch.

Urlauber können es einfach den Japanern gleich tun oder sie genießen diese schöne Farbenpracht andachtsvoll alleine oder auch Gegenwart von vielen Menschen Japans.

Die japanische Kirschblüte zu bestaunen, hilft den Besuchern sicher, die Bewohner dieses schönen Landes ein wenig besser zu verstehen.

Wer es richtig anstellen möchte, der veranstaltet zu dieser Zeit auch ein Picknick in einem der wunderschönen Parks. Auf der mitgebrachten großen Decke wird hier alles vorbereitet, was dazugehört. Bei dem Kirschblütenfest gibt es kleinere Snacks, Tee, eine Bentobox mit herzhaftem Essen. Somit wird es ein schöner Tag mit den Liebsten. Die Zeit der japanischen Kirschblüte gehört zu den beliebtesten Zeiten für Reisen nach Japan. Und wer möchte nicht gerne durch das weißliche Blütenmeer laufen?

Heißt es “Sinn ergeben” oder “Sinn machen”? Richtige / Korrekte Grammatik, Bedeutung


Sprache lebt. Dieser Text wurde auf einem Computer geschrieben, im Internet veröffentlich, und er wird vielleicht auf einem Handy gelesen. Jeder Versuch, den vorherigen Satz ohne Anglizismen zu schreiben, würde sich wahrscheinlich sehr komisch lesen. Aber was unterscheidet Anglizismen von Fremdwörtern, wie verwendet man diese korrekt und warum gibt es so häufig Kritik bei ihrer Verwendung? Insbesondere die Bildungssprache bedient sich schließlich ebenso vieler Begriffe aus der lateinischen oder griechischen Sprache und natürlich lässt sich letztlich jede Sprache auf eine andere, ältere Sprache zurückführen.

Sinn ergeben / Sinn machen: Anglizismus, Fremdwort oder Lehnwort

Der Duden definiert den Anglizismus als „Übertragung einer für [das britische] Englisch charakteristischen sprachlichen Erscheinung auf eine nicht englische Sprache“. Beispiele für Anglizismen sind brunchen, chatten, Gangster, hip oder cool.

Ein Lehnwort bezeichnet ein solches Wort, dass aus einer anderen Sprache in den eigenen Sprachgebrauch übernommen wurde – und dabei der eigenen Sprache angepasst wurde. Die Bluse oder die Affäre etwa, übernommen aus dem französischen (blouse bzw. l‘affaire). Ein Fremdwort bezeichnet hingegen ein aus einer anderen Sprache übernommenes Wort, das noch deutlich als solches zu erkennen ist, also nicht „eingedeutscht“ wurde. Beispiele für Fremdwörter sind die Akquise, die Bredouille, die Eloquenz oder impulsiv. Nicht immer sind Fremd- und Lehnwörter trennscharf voneinander zu unterscheiden.

Gute Fremdwörter, böse Anglizismen

Während Fremd- und Lehnwörter also gemeinhin akzeptiert sind und insbesondere aus der Fach- oder Bildungssprache gar nicht mehr wegzudenken sind, gilt der übermäßige Gebrauch von Anglizismen oftmals als verpönt oder der Jugendsprache vorbehalten. Dabei entwickeln sich Anglizismen langfristig oftmals zu akzeptierten Bestandteilen der eigenen Sprache. Niemand würde sich heute noch an Begriffen wie dem Internet stören und sogar das Handy ist mittlerweile die Standardbezeichnung für das Mobiltelefon, auch wenn es sich bei diesem Begriff um einen sogenannten Scheinanglizismus handelt.

Falsche Freunde: Scheinanglizismen

Scheinanglizismen sind „falsche Freunde“. Sie wirken wir aus einer anderen Sprache entliehen, auch wenn sie es nicht sind. Das Handy z.B. wirkt eindeutig englisch bzw. amerikanisch, dabei heißt das Mobiltelefon in Großbritannien mobile und in Amerika cellphone.

Ein anderes Beispiel ist das Shooting, also der Fototermin, der in Amerika eben nicht shooting, sondern photo shoot heißt. Auch das in Corono-Zeiten so beliebt gewordene Homeoffice kennt man im englischsprachigen Raum nicht unter der in Deutschland verwendeten Bedeutung. Dennoch: All diese Begriffe haben sich mittlerweile fest etabliert und kaum jemand kritisiert noch ihre (falsche) Verwendung.

Fachsprache oder Aufschneiderei? Sinn Machen oder ergeben?

Die Benutzung von Fremdwörtern ist oftmals dadurch bedingt, dass in anderen Sprachen bereits Bezeichnungen für Dinge oder Vorgänge existierten, die treffend genau waren und sich daher kein entsprechendes deutsches Pendant durchsetzen konnte. Oder was wären passende deutsche Wörter für den Computer, den Laptop oder die Talkshow?

Noch anders sieht es bei fachsprachlichen Termini aus. In der Medizin beispielsweise hat sich die lateinische Bezeichnung von Körperteilen und Krankheiten bewährt, niemand käme auf die Idee, diese zu kritisieren. Denn der wissenschaftliche Diskurs findet international statt und erfordert eine gemeinsame Sprachbasis. Diese ist in der Medizin die lateinische Sprache, während in der Luftfahrt beispielsweise Englisch gesprochen wird. Operiert also ein spanischer Arzt in einem italienischem OP, kann er sich mit den Kollegen ebenso sicher verständigen wie der brasilianische Pilot beim Landeanflug in Kopenhagen.

Deutsche Wörter als Fremdwörter

Übrigens findet auch die deutsche Sprache durchaus häufig Verwendung im Ausland. Und so sind Begriffe wie Zeitgeist, Weltschmerz oder Kindergarten aufgrund ihrer präzisen Beschreibungskraft als Fremd- und nicht als Lehnwörter in Italien oder Großbritannien im Einsatz. Allein in der polnischen Sprache sind über 2000 Wörter deutschen oder mittelhochdeutschen Ursprungs bekannt.

Macht das jetzt Sinn oder ergibt das Sinn?

Bastian Sick, der über viele Jahre hinweg die berühmt-berüchtigte Zwiebelfisch-Kolumne im SPIEGEL verantwortete, war sich sicher: “Sinn” und “machen” passen nicht zusammen. Da das Verb “machen” mit seiner indogermanischen Wurzel in der Bedeutungstradition von „etwas fertigen, etwas herstellen“ steht, ist es in Kombination mit etwas derart Abstraktem wie dem „Sinn“ einfach fehl am Platz. Sinn kann man suchen oder finden, man kann ihn nicht physisch erschaffen und demzufolge auch nicht machen.

Und so wird die Zeit zeigen, ob der Duden im Jahre 2068 das „Sinn machen“ als korrekte Verwendungsform geadelt hat, an der niemand mehr Anstoß nimmt, oder ob sich die Sprachwächter durchsetzen konnten und man mit Schaudern an diesen und anderen „nicen Stuff“ zurückdenken wird.

Was ist die VUCA-Welt? Bedeutung, Definition, Erklärung


VUCA hat seine Ursprünge im militärischen Bereich in den USA. Erstmalig kam es 1987 in den Umlauf und stützt sich auf die Erkenntnisse zu Führungstheorien der amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Warren Bennis und Burt Nanus. Während des Kalten Krieges nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems war die Menschheit mit einer neuen Weltordnung konfrontiert, denn es gab nicht länger nur den EINEN Feind, sondern mehrere Konfliktherde, die vor sich hin schwelten. Im amerikanischen Militär-Wortschatz steht VUCA für die Grundlagen der modernen Kriegsführung: asymmetrische Gefechtsplanung, Attentate, Partisanen- und Straßenkampf. Die dafür geltenden Bedingungen sind noch nie da gewesen, denn hier stehen sich nicht mehr zwei Heere gegenüber wie das in der Vergangenheit stets der Fall war.

Bedeutung und Definition: VUCA als Akronym

VUCA steht für die vier Begriffe Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Nachfolgend werden diese vier Wörter näher definiert:

  • Volatilität (volatility) steht für die Stärke der Schwankungen über einen zeitlich festgelegten Rahmen hinweg; als anschauliches Beispiel dient der Aktienkurs, denn Aktien können über einen sehr kurzen Zeitraum stark schwanken. Wenn diese Schwankungen in einer Grafik dargestellt werden, sieht diese häufig wie eine Fieberkurve mit Berg- und Talfahrt aus. Je höher die Volatilität, desto zackiger die Ausschläge.
  • Unsicherheit (uncertainty) definiert hier die Unwägbarkeiten von Ereignissen. Je unvorhersehbarer der Ausgang eines bestimmten Sachverhalts ist, desto größer die Unsicherheit.
  • Komplexität (complexity) bedeutet in diesem Zusammenhang die Summe der Einfluss nehmenden Komponenten und deren Abhängigkeit voneinander. Je mehr Abhängigkeiten bestehen, desto komplexer wird es. Der Begriff “komplex” darf jedoch nicht mit “kompliziert” verwechselt werden, die nichts miteinander zu tun haben.
  • Ambiguität (ambiguity) steht für die Mehrdeutigkeit eines Sachverhalts oder von Daten. Die Auswertung von sehr vielen ähnlichen Informationen kann trotz ihrer vermeintlichen Eindeutigkeit mehrdeutig sein. Oftmals ist den Auswertenden dieser Umstand noch nicht einmal bewusst.

VUCA beschreibt heute die sich stetig verändernden Rahmenbedingungen in einem im Vorfeld festgelegten Kontext

Im beruflichen Umfeld bedeutet VUCA, dass Arbeitnehmer und Führungskräfte anders agieren müssen als sie es bisher gewohnt waren – ganz besonders im Zeitalter der Digitalisierung und Industrie 4.0. Dies betrifft Offiziere genauso wie Manager. Somit lässt sich der VUCA-Begriff aus der Militärstrategie auch auf die Arbeitswelt übertragen. Unternehmen und Organisationen stehen an einem Scheideweg – um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen sie radikale Änderungen umsetzen. Möglichst informierte Entscheidungen müssen unter veränderten Rahmenbedingungen getroffen werden. Daten, die gestern noch aussagefähig waren, sind es heute nicht mehr. Vorgaben wechseln schnell, Interessenskonflikte treten weitaus häufiger auf und gängige Vorgehensweisen verlieren immer häufiger ihre Gültigkeit.

Was tun in einem VUCA-Umfeld: Die eigenen Werte in den Vordergrund stellen!

Wenn alles im Wandel ist, wann fange ich dann an, eine Veränderung einzuläuten? Die Antwort: es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt. Wandel bedeutet Fluss und keineswegs Zwang. Wichtig ist nur, dass eigene Veränderung den eigenen Werten entsprechend stattfindet und gewünscht wird. Ich muss mich mit dem Wandel selbst abfinden, allerdings ohne meine Identität dabei zu verlieren. Orientierung in einer VUCA-Welt liefern persönliche Wertvorstellungen und eine große Portion Bauchgefühl, ob sich Dinge oder Entscheidungen richtig anfühlen. Der Wandel sollte zudem authentisch erfolgen. Ist er das nicht, dann muss nach einer anderen Lösung gesucht werden. Das Militär versucht der VUCA-Welt mit einem “Mehr” zu begegnen. Es werden mehr Drohnen losgelassen, mehr Informationen eingeholt und gespeichert, mehr Aufklärungsdienste eingesetzt. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Durch das “Mehr” an Informationen erhofft man sich ein höheres Maß an Sicherheit und Entscheidungsverlässlichkeit. Doch meistens ist das Gegenteil der Fall, denn die Unmengen an Informationen müssen erst einmal aufbereitet und ausgewertet werden, womit viele Länder überfordert sind. Es wäre wirklich wünschenswert, dass die Verantwortlichen stattdessen wieder eine große Portion rationales Denken einsetzen würden. Das kluge Abwägen der Optionen unter Berücksichtigung des jeweiligen Outcomes und eine darauf basierende, rationale Entscheidungsfindung ist heute längst nicht mehr die erste Wahl. Ob es daran liegt, dass die Menschen längst nicht mehr in der Lage sind, rationale Entscheidungen zu treffen, oder die Verantwortlichen dies eben nicht wollen, sei dahingestellt.

Warum sagt man “Laus über die Leber gelaufen”? Woher kommt die Redewendung? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Häufig werden wir gefragt, ob uns eine Laus über die Leber gelaufen ist, wenn wir schlechte Laune haben oder einfach mies drauf sind. Oder wir fragen unser Gegenüber, warum er schlechte Laune hat oder ob ihm „eine Laus über die Leber gelaufen“ ist.

Ursprung und Herkunft: “Laus über die Leber gelaufen”

Seinen Ursprung fand diese Redewendung bereits im Mittelalter. Zu dieser Zeit waren die Menschen der Annahme, dass sich die Gefühle des Menschen in der Leber befinden und wenn mit dem Menschen gefühlstechnisch etwas nicht stimmte, dann musste das etwas mit der Leber zu tun haben beziehungsweise musste die Leber dafür verantwortlich sein. Von da an brachte man die Leber mit schlechter Laune und erhöhter Reizbarkeit in Verbindung. Zu der damaligen Zeit verwendeten die Menschen jedoch nicht die Redewendung „eine Laus über die Leber gelaufen“, sondern „etwas ist über die Leber gelaufen“. Erst Jahrhunderte später wurde aus dem „etwas“ die heute bekannte Laus, die über die Leber gelaufen ist. Durch diese veränderte Redewendung bekam sie eine neue und zusätzliche Bedeutung. Auch die Laus erlangte dadurch eine gewisse Wichtigkeit.

Eine Laus ist ein sehr kleines, nahezu vollkommen unscheinbares Insekt. Sie ist gerade einmal 2 bis 3 mm groß und weist sechs Beine auf. Sie sind meist durchsichtig oder leicht gräulich. Rötlich-braun werden sie erst dann, wenn sie eine gewisse Menge Blut aufgenommen haben. Ohne Nahrung können sie bis zu 24 Stunden überleben.

Heutzutage wird die Redewendung „eine Laus über die Leber gelaufen“ so interpretiert, dass eine Kleinigkeit, wie eine Laus, oder eine Nichtigkeit dafür gesorgt hat, dass Jemand schlechte Laune bekommen hat oder einfach sehr reizbar ist. Die Laus steht in dieser Redewendung für etwas Unbedeutendes und Unwichtiges, insbesondere da sie ja äußerst klein ist.

Bei der Redewendung „eine Laus über die Leber gelaufen“ ist zudem sowohl bei der Laus als auch bei der Leber der Anfangsbuchstabe ein „L“. Bei dieser allseits bekannten Redewendung handelt es sich um eine Alliteration, die es den Menschen ermöglicht, sich diese Redewendung einfacher zu merken und zu behalten.

Bei einer Alliteration handelt es sich um eine absichtliche und bewusste Verwendung von Wörtern, welche denselben Anfangsbuchstaben aufweisen. Insbesondere in Gedichten wird diese Stilfigur häufiger verwendet.

“Laus über die Leber gelaufen”: Gefühle und Verdauung – die Verbindung

Seit Jahrhunderten finden wir immer wieder Redewendungen in der deutschen Sprache, die auf die lebenswichtigen Organe sowie Vorgänge im menschlichen Körper zurückzuführen sind. Viele heute noch bekannte Redewendungen stellen einen Zusammenhang zwischen der Verdauung und den menschlichen Gefühlen her. Dieses Phänomen ist in der Medizin bereits seit vielen Jahren bekannt. So auch bei dem Reizmagen, bei dem keinerlei organische Ursachen gefunden werden können. Verdauungsstörungen gepaart mit Bauchschmerzen sind die klassischen Anzeichen für einen Reizmagen. Da die Suche nach einer organischen Ursache meist im Sande verläuft, ist man der Annahme, dass ein Reizmagen durch Stress sowie unangenehme Situationen ausgelöst wird. Der Reizmagen ist somit abhängig von der Gefühlslage des Menschen. In der Medizin wird dieses Phänomen als psychosomatische Störung bezeichnet.

Der Ursprung einer Redewendung lässt sich also häufig auf die Gefühle sowie die Verdauung des Menschen zurückführen.

Warum heißt Bienenstich “Bienenstich”? Woher kommt der Name? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Ein besonderer Hefekuchen mit einer schmackhaften Cremefüllung heißt Bienenstich.

Dass hierbei dieser Bienenstich als Kuchen den Menschen lieber ist als in der eigentlichen und wortwörtlichen Bedeutung, ist allen bewusst. Es ist heute jedoch vielen Menschen nicht bewusst, wie dieser Kuchen zu seinem Namen kam. Gemäß der Bäckerjungensage – einer auf geschichtlichen Erlebnissen beruhenden Sage aus dem Rheingebiet aus Andernach – wurde dieser Kuchen mit der leckeren Vanillecreme vor mehr als 500 Jahren erfunden.

Warum heißt Bienenstich “Bienenstich”? Namesherkunft, Bedeutung, Erklärung

Es gibt hierzu eine entsprechend alte Geschichte. So wurde der Kuchen in der Stadt Andernach ersonnen. Darüber waren die Bewohner der benachbarten Stadt Linz sehr verärgert. Der Kaiser hatte den Menschen aus Andernach Geld zugesprochen, welches den Menschen aus Linz nun fehlte. Erbost griffen die Menschen aus Linz Andernach am nächsten Morgen an. Zwei Bäckerlehrlinge aus Andernach hörten das Geschrei und naschten zu der Zeit gerade Honig aus den Bienenstöcken nahe der Mauer an der Stadt. Als die Azubis die Unruhestifter sahen, warfen sie dann die Bienenstöcke nach den Menschen. Die Bienen stachen heftig zu und die Linzer Menschen ergriffen dann schnell die Flucht. Um dieses Ereignis zu feiern, erfanden die Menschen aus Andernach einen Kuchen, welchen sie Bienenstich nannten.
Die Grundlage hierfür war ein süßer Hefeteig, welcher auf einem Kuchenblech ausgerollt wurde. Darauf wurden vor dem Backvorgang eine Röstmasse aus Honig, gekochtem Zucker, Sahne, Fett und Nüssen aufgebracht. Diese Masse wurde noch recht heiß auf den Teig aufgetragen, da diese sonst nicht weich genug war. Heutzutage bietet die Industrie vorgefertigten Teil und Massen an, welche lediglich noch mit den Mandeln vermischt werden müssen und entsprechend einfach zu handhaben sind. Nach dem Backen und dem anschließenden Auskühlen wird der Kuchen horizontal durchteilt. Gefüllt wird der Bienenstichkuchen mit Buttercreme, Sahne, Fettcreme, Puddingmasse oder auch einer Vanillecreme. Weitaus bekannt ist eine Puddingcreme, welche nach dem Kochen dem Eischnee untergehoben wird. Da diese Masse recht locker ist, ist eine spezielle Form zum Befüllen des Bodens notwendig. Aus diesem Grund wird die Decke vor dem Bestreichen geteilt, da diese ansonsten nicht teilbar ist. Weil die Füllung nicht gänzlich durcherhitzt wird, gilt der Bienenstichkuchen als besonders anfällig für Keime und Bakterien und wird deshalb auch in lebensmittelhygienischen Versuchen als Probematerial benutzt.

Bienenstich: Wie der Name entstand

Hinter der Bezeichnung “Bienenstich” steckt aber auch eine viel ereignisreichere Geschichte. Dieser liegt ein Streit aus dem Jahre 1474 zwischen den Bürgern von Andernach sowie der Nachbarstadt Linz am Rhein zugrunde. Ausgelöst hatte diesen der Kaiser Friedrich III., welcher den Rheinzoll aus der Stadt Linz nach Andernach übergeben hatte. Dies erboste die Bürger aus Linz dermaßen, dass sie die Bewohner von Andernach in den frühesten Morgenstunden noch im Schlaf bekämpfen und angreifen wollten.

Dies war eine Entscheidung, welche die Einwohner der Stadt Linz sehr verärgerte, dass diese an einem Morgen die schlafenden Andernacher Einwohner angreifen wollten. Dies wussten aber zwei Bäckerjungen aus der Stadt Andernach abzustellen, die zufällig an der Mauer der Stadt vorbeigingen und an den hier an den hängenden Bienenstöcken genascht hatten.

So warfen die beiden den erbosten Linzern die Körbe mit den Bienen entgegen. Diese ergriffen dann die Flucht, da sie von den Bienenstichen geplagt wurden. Die Andernacher jedoch feierten ihren Sieg mit einem leckeren Kuchen, welchen sie Bienenstich nannten.

Die Andernacher Bürger aber feierten somit sehr. Anlässlich ihres Sieges servierten sie den sehr leckeren Kuchen, welcher zu Ehren des schlauen Tricks der beiden Jungen von dieser Zeit an die Bezeichnung Bienenstich trug.

Bienenstich: Sein Name und ein Geheimnis

Ob sich das Erlebnis von den schlauen Andernacher Jungen in der Tat so zugetragen hat, kann heutzutage wohl keiner mehr mit absoluter Sicherheit sagen. Eine weitere und unspektakuläre Ableitung des Namens geht auf die Füllung des Kuchens aus Hefe und Mandeln zurück. Diese besteht beispielsweise aus Sahne- oder Vanillepudding bzw. Buttercreme. Mit dem Stich ist demzufolge einfach die aufgestockte Masse gemeint.
Dies sind echte und märchenhafte Geschichten, welche dem„Bienenstich den Namen gaben und für ein solches Hefegebäck Respekt einflößend sind wie auch die bekannten Worte „Sieben auf einen Streich“ auf dem sagenhaften Gürtel des tapferen Schneiderleins.

Mögen Bienen den Bienenstich?

So ein echter Bienenstich der Tiere kann sehr schmerzhaft sein. Wenn es sich aber um das Gebäck handelt, das vor allem Naschkatzen im Sommer bevorzugen, kann nichts passieren. Was nun der Blechkuchen aus Hefeteig und einer leckeren Creme mit dem bekannten Insektenstich zu tun hat, erklärt das bekannte Märchen.

In den Schaufenstern und Auslagen von Bäckereien und Cafés lockt der Bienenstich vor allem hungrige Kunden an. Aber auch zahllose Insekten wollen hiervon ein Stückchen haben und umschwirren das leckeren und süße Gebäck aus Hefeteig und Pudding- oder auch einer Cremefüllung. Hierbei handelt es sich aber zumeist nicht um Bienen, wie die Bezeichnung letztlich vermuten lässt. Es sind größtenteils die Wespen. Demzufolge holt sich irgendeiner, welcher in die Auslage greift, höchstwahrscheinlich eher einen Stich der Wespen.

Der eigentliche Name könnte aber auch am Kuchen allein liegen. Jene Erklärung ist jedoch sehr unspektakulär, denn Kuchenfüllung besteht zumeist aus Vanillepudding, Buttercreme oder Sahne. Mit “Stich” ist dann die aufgestockte Puddingmasse gemeint, ähnlich wie bei einem “Eierstich”. Weil nun aber die Bienen auf das Süßes fliegen, wurde hieraus auch der Bienenstich.

Warum sagt man “Mein lieber Herr Gesangsverein”? Woher kommt die Redewendung? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


„Mein lieber Herr Gesangsverein!“ Das ist eine Redewendung, die den meisten Menschen geläufig ist. Viele benutzen diese Floskel selbst, meist beiläufig als spontane Reaktion oder als Ausdruck der Überraschung in Gesprächen über aktuelle, interessante Themen. Hin und wieder wird diese Phrase aber auch verwendet, um in bestimmten Situationen dem Gesagten noch mehr Gewicht zu verleihen. Die Wirkung dieser Redensart ist demnach bekannt, über ihre Bedeutung, ihre Entstehung und ihre Herkunft weiß man dagegen umso weniger.

Wann sagt man „Mein lieber Herr Gesangsverein“?

„Mein lieber Herr Gesangsverein!“ Das ist in den meisten Fällen ein Ausruf der Verwunderung, des Erstaunens, der Überraschung, der Verblüfftheit und der Anerkennung. Die Verwendung der Redensart erfolgt somit meist intuitiv. Sie kann allerdings auch eingesetzt werden, um Details einer Aussage besonders zu betonen. Der Gebrauch in Momenten der Verärgerung ist ebenfalls möglich, allerdings passiert das oft in Selbstgesprächssituationen, wenn einem scheinbar einfache Dinge nicht gelingen wollen.

Warum sagt man „Mein lieber Herr Gesangsverein“? Was bedeutet der Begriff? Bedeutung, Erklärung

Der Grund, weshalb Menschen den Begriff „Mein lieber Herr Gesangsverein!“ verwenden und meist einen ergänzenden Satz voran- oder nachstellen, ist relativ leicht zu verstehen. Die Redewendung ist in den Deutschen Wortschatz übergegangen und jeder, der sie mehrfach gehört hat, kann sie als sprachliches Element nachvollziehen, ohne über die Bedeutung der einzelnen Wörter detailliert nachdenken zu müssen. Diese Aneinanderreihung von Begriffen, deren Kombination weder auf dem ersten Blick noch bei näherer Betrachtung einen Sinn ergibt, ist aber gerade das Mysterium dieser Redewendung.

Erklärungsversuche sind selbstverständlich schnell gefunden. Immerhin verlangt das 2. der 10 Gebote in der Bibel: „Du sollst den Namen des Herren, deines Gottes, nicht missbrauchen.“ Aus diesem Grund, so lautet die Erklärung, wird auch bei der Redewendung „Mein lieber Herr Gesangsverein“, der Gottesbegriff vermieden und stattdessen ein anderes Wort sozusagen als Platzhalter eingesetzt. Das ist nachvollziehbar und die einzige schlüssige Erklärung für diese Wortkombination. Weshalb Menschen aber ausgerechnet auf das Wort „Gesangsverein“ gekommen sind, beantwortet diese These nicht.

An dieser Stelle wird argumentiert, dass sich auch vollkommen sinnbefreite Wörter für diese Ersatzfunktion eignen. Gleichzeitig wird bei ähnlichen Redewendungen wie „Mein lieber Scholli“ oder „Mein lieber Schwan“ eine Wortbedeutung vermutet. Weshalb sollte dies beim „Herrn Gesangsverein“ nicht der Fall sein? Immerhin verwendet die Redewendung das Wort „Herr“ explizit, gleichzeitig ist das vermutete Ersatzwort für den Gottesnamen – Gesangsverein – ausgesprochen blasphemisch.

Vielleicht ist das Wort „Gesangsverein“ aber auch gar keine Vermeidung des Gottesnamen, sondern steht als Synonym für einen Begriff, die in der Entstehungszeit nur konspirativ verwendet werden konnte. Studentische Bünde, Revolutionen, Kirchenkampf oder Arbeiterbewegung könnten Hintergründe gewesen sein, Begriffe wie Genosse, Bundesbruder oder Korporierter sollten eventuell verschleiert werden. Das ist in dieser gesellschaftlichen Periode durchaus vorstellbar, letztendlich aber reine Spekulation.

Wann, wo und wie ist die Redewendung „Mein lieber Herr Gesangsverein“ entstanden? Bedeutung

Gesangsvereine als organisierte Form traten in Deutschland erstmal in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Die Enstehung der Redewendung „Mein lieber Herr Gesangsverein“ ist deshalb in dieser Zeit oder in den 50 Jahren danach zu vermuten. Wo genau in Deutschland die Wortkombination das erste Mal verwendet wurde und in welchen gesellschaftlichen Kreisen sie sich manifestierte liegt vollkommen im Dunkeln. Das sie zufällig irgendwo entstand und sich gerade aufgrund ihrer Absurdität und Sinnentstellung mit der Zeit in weiten Kreisen der Bevölkerung etablierte, ist mittlerweile gängige Theorie. Es ist allerdings ebenso nicht auszuschließen, dass sich die Redewendung mit der Zeit veränderte und erst später die kuriose Form annahm, die wir heute kennen.

Das Menschen, die sich in Liederkränzen und Musikvereinen regelmäßig trafen, ihre Neuigkeiten mit dem einleitenden Satz „Meine lieben Herren vom Gesangsverein“ mitteilten oder talentierte Sänger von begeisterten Außenstehenden mit den Worten „Mein lieber Herr vom Gesangsverein“ angesprochen wurden, ist nicht ganz abwegig. Die Verwendung als Synonym für Institutionen oder Personen, über die man spotten wollte, kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Möglich wäre auch eine Wortveränderung aufgrund der Adaption aus einer anderen Sprache oder einem vollkommen anderen Zusammenhang. Das würde die Kuriosität der Redewendung erklären, Ansätze dafür gibt es aber bislang nicht.

Was hat Kaiser Wilhelm I. mit „Mein lieber Herr Gesangsverein“ zu tun?

Im Internet kursiert eine plausible Entstehungsgeschichte für die Redewendung „Mein lieber Herr Gesangsverein“. Demnach soll der Deutsche Kaiser Wilhelm I. auf einer Festveranstaltung 1872 verdiente Personen aus seiner treuen Dienerschaft geehrt haben, unter denen sich auch sein persönlicher Hofdiener Karl-Heinz Gesangsverein befand. Er schloss die Rede mit den Worten: „Auch ihnen möchte ich besonderen Dank aussprechen, mein lieber Herr Gesangsverein!“ Der Ausspruch gilt seitdem als besonderer Ausdruck von Freude und Begeisterung, endet der Artikel eines bekannten deutschen Satiremagazins. Die Geschichte hat seitdem ihre Runden durch zahlreiche Internetforen gedreht, selbst Online-Magazine berichteten darüber als wäre es eine historich belegte Tatsache.

Manchmal wäre es so schön, wenn es eine einfache Erklärung für alles was wir kennen gäbe. Die Herkunft, die Bedeutung und die Entstehungsumstände von „Mein lieber Herr Gesangsverein“ bleiben dagegen weitgehend im Nebel der Vergangenheit verborgen.

Warum heißen Leberflecke auch Muttermal? Woher kommt der Ausdruck “Muttermal”? Erklärung, Bedeutung


Im 16. Jahrhundert wurde der Begriff des Muttermals erstmalig verwendet und fand somit dort seinen Ursprung. In der damaligen Zeit glaubten die Menschen, dass ein Leberfleck ausschließlich auf die unbefriedigten Gelüste der Mutter zurück zu führen ist. Diese Gelüste sollen wäre der Schwangerschaft nicht gestillt worden sein und aufgrund dessen weist das Kind die „Muttermale“ auf. Des Weiteren nahmen die Menschen an, dass eine Mutter etwas falsch gemacht hätte und ihr Kind wegen ihren Verfehlungen Muttermale bekommen hat. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Mal“, welches im Wort „Muttermal“ mitinbegriffen ist, lautete „Zeichen“. Auch deswegen nahmen die Menschen im 16. Jahrhundert an, dass dies ein Zeichen für die negativen Eigenschaften oder die Verfehlungen der Mutter seien.

Viele noch heute bekannte und verwendete Begrifflichkeiten und Redewendungen stammen aus dem 16. Jahrhundert.

Bei dem Begriff „Leberfleck“ handelt es sich um eine sogenannte Lehnübersetzung des medizinischen Begriffs „macula hepatica“. Dieser Begriff bezieht sich auf den bräunlichen Farbton, welcher häufig an den Farbton der Leber erinnert.

Was sind “Leberflecke”? Bedeutung, Erklärung

Bei einem Leberfleck handelt es sich um eine gutartige Wucherung von pigmentbildenden Zellen der menschlichen Haut. Der Fachausdruck des Leberflecks entspricht dem Pigmentnävus. Umgangssprachlich wird der Leberfleck auch als Pfefferfleck oder Muttermal bezeichnet, wobei der Begriff des Muttermals insbesondere in den Regionen rund um die Schweiz, Österreich sowie Bayerns am geläufigsten ist. Als Muttermal bezeichnet man den Oberbegriff für sämtliche gutartige Wucherungsarten der Haut. Hierbei handelt es sich um Wucherungen, welche die betroffene Zellart nicht einschränken. Ein Leberfleck oder auch Muttermal kann sowohl aus roten Blutgefäß- als auch aus gelben Talgdrüsenzellen bestehen. Des Weiteren kann er ebenfalls aus verschiedenen weiteren Zellen aufgebaut sein und muss dabei nicht zwangsläufig eine bräunliche Färbung aufweisen. Er kann zudem blau, rot oder weiß sein. Einige Leberflecken sind von Geburt an da und somit angeboren, wohingegen andere Leberflecken erst im Laufe des menschlichen Lebens hinzukommen und somit die Anzahl der gutartigen Wucherungen steigt.

Bei einer Lehnübersetzung handelt es sich um ein zusammengesetztes Wort, welches auf der Grundlage eines Fremdwortes gebildet wurde. Hierbei werden mindestens zwei bis hin zu allen Bestandteilen eines bestimmten Fremdwortes in eine andere Sprache übersetzt. Setzt man jedoch nur ein Bestandteil des Fremdwortes in eine andere Sprache, so nennt man dies Lehnübertragung.

Das englische Wort für Leberfleck heißt „liver spot“ und bezieht sich ausschließlich auf die uns bekannten Altersflecken – ganz im Gegensatz zu dem deutschen Leberfleck. In der englischen Sprache entspricht der „deutsche Leberfleck“ dem englischen Wort „mole“.

Leberfleck und Muttermal: Bedeutung der Worte

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Leberfleck nicht anderes ist als ein Muttermal. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Ansammlung verschiedener pigmentreicher Zellen. Auch wenn der Begriff des Muttermals noch heute gebräuchlich ist, haben die unbefriedigten Gelüste einer Mutter während der Schwangerschaft oder sonstige vermeintliche Verfehlungen ihrerseits nichts mit diesen gutartigen Wucherungen zu tun.

Warum sagt man “schwitzen wie ein Schwein”? Woher kommt die Redewendung? Herkunft, Erklärung, Bedeutung


Zahlreiche Menschen kennen das Problem: Man ist an einem heißen Sommertag unterwegs und schon nach wenigen Minuten bilden sich im Bereich der Achselhöhlen unschöne Flecken auf dem T-Shirt. Bevor man auf diese peinliche, aber aus Sicht des menschlichen Körpers durchaus nützliche Nebenerscheinung angesprochen wird, wirft man lieber schnell selbst einen lockeren Spruch in die Runde. “Man, ich schwitze schon wieder wie ein Schwein” ist hier oft zu hören. Doch schwitzen Schweine wirklich übermäßig stark? Oder hat dieser allseits bekannte Spruch vielleicht einen ganz anderen geschichtlichen Hintergrund?

Überraschender Fakt: Schweine können überhaupt nicht schwitzen

Wer den Spruch “Du schwitzt ja wie ein Schwein” hört, könnte annehmen, dass Schweine stark schwitzen. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall, denn das niedliche Tier mit der Steckdosen-Nase schwitzt nahezu überhaupt nicht. Anders als Menschen können Schweine nicht über ihre Haut transpirieren – somit entsteht auch kein Schweiß an ihrem Körper. Ist es einem Schwein zu heiß, sucht sich dieses ein angenehm schattiges Plätzchen, um eine kleine Auszeit von der Hitze zu nehmen. Auch das Suhlen in Schlamm ist eine der liebsten Freizeitbeschäftigung von Schweinen an heißen Tagen – ein ähnliches Verhalten kennt man auch von Elefanten, die in sehr heißen Regionen der Erde leben. Doch warum werfen wir dann einem Menschen vor, dass er wie ein Schwein schwitzt, wenn dies eine Falschaussage ist?

Was das Schlachten von Schweinen mit “schwitzen wie ein Schwein” zu tun hat

Wie die meisten deutschen Sprichwörter ist auch dieses tief in der Vergangenheit verwurzelt. Vor vielen Jahren galt das Schwein als das mit Abstand beliebteste Haustier, da es eine Vielzahl an Vorteilen mit sich brachte: Es war deutlich preiswerter in der Anschaffung als eine Kuh, im Vergleich zum Rind verbrauchte es aufgrund seiner Größe weniger Platz auf dem heimischen Hof und ganz nebenbei diente es auch noch als perfekter Fleischlieferant.

Natürlich gab es damals noch keine professionellen Schlachtanlagen, in denen Tiere geschlachtet und zu Fleisch oder Wurst verarbeitet wurden. Stattdessen griff der Bauer noch selbst zum Messer und erledigte diese (nicht gerade schöne) Aufgabe auf seinem eigenen Hof. Wie man sich gut vorstellen kann, war eine solche Schlachtung eine sehr blutige Angelegenheit, sodass sich schnell der Spruch “bluten wie ein Schwein” etablierte.

Der Begriff “Schweiß” stand ursprünglich mal für “Blut”

Doch was hat Blut mit Schweiß zu tun? Ein Blick in alte Geschichtsbücher zeigt, dass der Begriff “sveiti” nicht nur für “Schweiß”, sondern auch für “Blut” stand. Zudem gab es in einigen germanischen Sprachstufen ähnliche Formen für den Begriff “schwitzen”, der damals auch häufig mit quellendem Blut von Tieren in Verbindung gebracht wurde. Interessant ist diesbezüglich auch die Tatsache, dass das Wort Schweiß längst nicht nur in der Vergangenheit als andere Umschreibung für Blut verwendet wurde: Auch einige Jäger setzen diesen Begriff nach wie vor bei der Jagd ein. Statt von einer Blutfährte bei einem angeschossenen Tier sprechen sie beispielsweise von einer Schweißfährte – und auch der Begriff “Schweißhund” ist hier nach wie vor stark verbreitet. Es dauerte einige Jahre, ehe der Begriff “bluten” nach und nach durch das mittlerweile bekannte Wort “transpirieren” ersetzt wurde – ein Begriff, der jedoch heutzutage vor allem von der Werbeindustrie verwendet wird.

Ein anderes Sprichwort, bei dem Blut und Schweiß sogar in Kombination auftreten ist “Ich schwitze Blut und Wasser” – beispielsweise vor einer anstehenden Prüfung, die man auf gar keinen Fall vermasseln darf. Nur die wenigsten Verwender dieses Sprichworts werden sich fragen, wie man eigentlich Blut schwitzen kann – doch in Hinblick auf die Geschichte, die hinter “Ich schwitze wie ein Schwein” steckt, dürfte auch diese Frage nun endlich beantwortet sein.

Bedeutung: “Schwitzen wie ein Schwein”

Der Hintergrund des Sprichworts “Ich schwitze wie ein Schwein” ist sicherlich kein schöner, da viele Schweine für die Entstehung dieser Redewendung ihr Leben lassen mussten. Tatsächlich klingt “schwitzen wie ein Schwein” aufgrund der beiden ähnlich klingenden Wörter “schwitzen” und “Schwein” jedoch deutlich runder als “schwitzen wie ein Pferd”, sodass es uns auch deutlich einfacher über die Lippen kommt. Verzichten würde der ein oder andere aber dennoch gern auf diesen Spruch, da er stets mit einer unschön aussehenden (und riechenden) Transpiration des Körpers verbunden ist.

Warum sagt man “Cheese” beim Fotografieren? Wozu macht man das? Erklärung


Wann immer sich ein paar Menschen zu einem Gruppenfoto zusammen finden, schallt alsbald ein kräftiges „Cheese“ durch den Raum. Damit will der engagierte Hobby-Fotograf alle Leute auf dem Foto zu einem Lächeln motovieren. Aber woher kommt eigentlich dieser allseits bekannte Ausruf für einen freudigen Gesichtsausdruck auf den Fotos?

Woher kommt der „Käse“? Warum sagt man “Cheese”? Bedeutung, Erklärung

Niemand weiß es genau, wer letztendlich der Urheber des zum Lächeln animierenden Ausrufs vieler Fotografen ist. Er muss aber, und da ist sich die Geschichtsschreibung einig, im Zusammenhang mit dem damaligen US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt um das Jahr 1943 herum entstanden sein.

In just diesem Jahr erwähnte erstmals die texanische Zeitung „The Big Spring Herald“ das „Cheese“ im Kontext mit Fotografieren. Genau genommen war es der ehemalige US-Botschafter in Moskau, Joseph E. Davies, der das Thema aufbrachte.

Joseph war Drehbuchautor des Kinofilms „Mission to Moscow“ und hatte das Cheese am Filmset nach eigenen Worten mehrere Male erfolgreich eingesetzt. Die Idee stamme von einem Politiker, hatte Joseph der Zeitung verraten. Den Namen verriet er indes nicht. Es liegt aber nahe, dass es sich um Roosevelt handelte. Der 32. Präsident der Vereinigten Staaten, der von 1933 bis 1945 die Geschicke der US-Amerikaner lenkte, hatte den Film selbst in Auftrag gegeben. Ob der Ausruf tatsächlich seine eigene Idee war, oder ob er ihn nur übernahm, wird für immer sein Geheimnis bleiben.

Was das „Cheese“ sagen, bewirkt: Bedeutung, Erklärung

Jedenfalls verbreitete sich die Motivationstechnik zum Lächeln rasant und schwappte bald nach dem 2. Weltkrieg über den großen Teich nach Europa. Aber warum ausgerechnet „Cheese“? Die wohl plausibelste Erklärung lautet, dass der Ausspruch des Doppelvokals „ee“ die Lippen bei den meisten Menschen zu einem freundlichen Lächeln formt.

Landestypische Eigenheiten

Wie gesagt, das „Cheese“ verbreitete sich schnell, allerdings in landestypischen Variationen. Im Jahr 2010 erstellten der dänische Fotograf Peter Skjold Petersen und der britische Linguist Tim Bowen für den Kamerahersteller Nikon ein Ranking der landestypischen Lächelphrasen. Sie suchten nach einem Begriff oder einem Satz, der das natürlichste Lächeln bei der Testperson hervorruft.

Platz eins ging damals an Belgien und Frankreich: Dortige (Hobby-) Fotografen skandieren Ouisti (sprich: ui-sti-ti), was so viel wie „kleines Äffchen“ bedeutet. Das erzielte, nach der Meinung der beiden Juroren, das charmanteste Lächeln.

Auf Platz 2 schafften es damals unsere italienischen Nachbarn. Sie rufen bei fotografischen Anlässen stets „Famiglia“ in den Raum, um den Anwesenden ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Das war fast zu vermuten, hat die Familie doch in Italien einen besonders hohen Stellenwert. Viel Bambini, wie die Italiener ihre Sprösslinge liebevoll nennen, leben bis zum 30. Lebensjahr in Mamas Haushalt. Der Fairness halber sie aber erwähnt, dass dies oft mit den irrsinnig hohen Mietpreisen in italienischen Städten zusammen hängt.

Nummer drei waren im damaligen Contest die Spanier. Wer aufmerksam, vor allem an Feiertagen, über spanische Plätze schlendert, wird häufig den Ruf „Patatas“ für Kartoffeln vernehmen. Bei der Kartoffel ziehen also die Spanier seine Mundwinkel am freundlichsten nach oben, so die Meinung der Tester.

Alternativen der „Cheese“-Kritiker

Vor allem in der Modefotografie regt sich in den letzten Jahren deutlicher Widerstand gegen die Mutter aller „Lächeln-ins-Gesicht-Zauber-Formeln“. So kritisierte das bedeutsame Modemagazin Vogue schon vor einigen Jahren: Das „Cheese“ verzerre die meisten Gesichter zu einem „Pfannkuchengesicht“ und wirke wenig „lässig“ und schon gar nicht „hot“. Als deutlich bessere Alternativen schlug das Magazin für das nächste Selfie-Gruppenshooting das Wort „Money“ für Geld vor. Damit wirke das Lächeln „sexy“ und „hot“, versprach die Autorin der Vogue.

Vorschlag zur Güte: Probieren Sie es einfach vor dem Spiegel aus – und entscheiden Sie selbst!

Warum sagt man “falscher Hase” zu Hackbraten? Woher kommt der Ausdruck? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Wer sich im Restaurant hin und wieder gern einen Hackbraten bestellt, wird feststellen, dass dieser nicht immer mit diesem Namen auf der Speisekarte angepriesen wird. In einigen Gaststätten und Lokalen wird der Hackbraten auch unter der originellen Bezeichnung “Falscher Hase” beworben. Doch woher kommt dieser Begriff eigentlich? Mit dem Aussehen des Hackbratens kann die Bezeichnung kaum etwas zu tun haben, denn die erinnert nun wirklich nicht an einen Hasen – oder wurde früher etwa Hasenfleisch für die Herstellung eines Hackbratens verwendet?

“Falscher Hase”: Woher kommt der Begriff? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Unter dem Begriff “Falscher Hase” ist ein köstlicher Hackbraten bekannt, der aus Hackfleisch und Zwiebeln besteht. Hasenfleisch kommt bei der Herstellung dieses deutschen Klassikers nicht zum Einsatz, dafür jedoch ein hart gekochtes Ei. Dieses befindet sich in der Mitte des Hackbratens und wird beim Aufschneiden des Bratens freigelegt – wer sich also ein Mittelstück des Bratens schnappt, darf sich über diesen hübsch anzusehenden Zusatz freuen.

Doch warum genau heißt ein Hackbraten “falscher Hase?” Könnte diese Bezeichnung damit zusammenhängen, dass der Osterhase die Eier austrägt? Doch warum sollte der besagte Hase dann “falsch” sein?

Ein Blick in die deutsche Vergangenheit: Vom “echten Hasen” zum “falschen Hasen”

Die Antwort auf die Frage, warum ein Hackbraten als “falscher Hase” und in einigen Regionen auch als “Heuchelhase” bezeichnet wird, ist im Grunde genommen recht einfach. Um diese zu finden, muss man einen Blick in die Vergangenheit werfen – genauer gesagt in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Am Sonntag kam bei den Deutschen zu dieser Zeit gern ein schmackhafter Hasenbraten auf den Tisch – allerdings nicht in Form eines Hackbratens, sondern in ähnlicher Form wie der heutzutage beliebte Schweinebraten. Da die Population der Hasen durch den vorherigen Bombenhagel im Zweiten Weltkrieg jedoch vom Aussterben bedroht war, wurde der Hase von der deutschen Regierung unter Artenschutz gestellt. Die Folge: Hasen durften von Jägern nicht mehr geschossen werden und so stand auch der sonntägliche Hasenbraten vor dem Aus.

“Falscher Hase”: Als eine Alternative zum Hackbraten gesucht wurde

Fortan sahen sich deutsche Hausfrauen einem immensen Problem gegenübergestellt: Schweine- und Rindfleisch war damals sehr teuer, dennoch wollten sie natürlich nicht auf einen leckeren Braten am Sonntag verzichten.

Aus heutiger Sicht wird es an dieser Stelle etwas unappetitlich, denn auf der Suche nach einer günstigen Alternative stießen viele Hausfrauen auf die Katze. Kein Witz: Da das Skelett einer Katze dem eines Hasen überaus ähnlich ist, wurden fortan nicht mehr Hasen, sondern Katzen in heimischen Gärten und Bauernhöfen gehalten, um sie zu einem geeigneten Zeitpunkt zu schlachten – denn praktischerweise standen die sanften Vierbeiner nicht unter Artenschutz. Ebenso wie bei Hasen und Kaninchen brachte auch das Fell einer Katze viel Geld ein, da es damals als beliebtes Heilmittel gegen Rheuma und Gicht gehandelt wurde. Wurde die Katze schließlich geschlachtet, entfernte man den Tieren ihren Kopf und die Pfoten, um auf diese Weise zu vertuschen, dass es sich bei dem vermeintlichen Hasenbraten in Wahrheit um Katzenbraten handelte. Auf diese Weise wurde der Begriff “falscher Hase” erfunden.

“Falscher Hase”: Bedeutung, Erklärung, Wortherkunft

Mittlerweile wird in einem Hackbraten natürlich keine Katze mehr verarbeitet – schließlich sind die niedlichen Wesen derzeit neben Hunden die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Stattdessen setzen professionelle Köche und ambitionierte Hausfrauen schlicht und einfach auf gemischtes Hackfleisch aus Rind und Schwein, um einen Hackbraten herzustellen – und natürlich auf das beliebte Ei in der Mitte, das ihm sein besonderes Aussehen verleiht. Den Namen “falscher Hase” bzw. “Heuchelhase” hat der Hackbraten aber bis zum heutigen Tag behalten. Falls Sie jemandem die Entstehung dieses seltsam klingenden Namens erzählen möchten, sollten Sie aber eventuell abwarten, bis die Person ihren Hackbraten vollständig aufgegessen hat – schließlich möchte niemand beim Essen darüber nachdenken, dass in Deutschland ursprünglich mal niedliche Schmusekatzen auf dem Esstisch landeten.

Warum sagt man “Es zieht wie Hechtsuppe”? Woher kommt die Redewendung? Erklärung, Herkunft


Wer seine Kindheit häufig bei Oma und Opa verbracht hat, wurde garantiert mit der ein oder anderen Redewendung konfrontiert, deren Sinn man damals nicht wirklich verstanden hat – und auch bis zum heutigen Tag nicht versteht. Eine dieser Redewendungen ist “Hier zieht es wie Hechtsuppe”. Wie jetzt? Welche Hechtsuppe denn? Was hat eine schmackhafte Fischsuppe damit zu tun, dass aufgrund eines geöffneten Fensters Durchzug zustande kommt? Um dieses Rätsel zu lösen, muss man – wie so oft bei seltsam klingenden Sprichwörtern – einen Blick in die Vergangenheit tätigen.

Hechtsuppe: Ein echter Klassiker der deutschen Küche – oder etwa doch nicht?

Eine Hechtsuppe ist eine leckere Fischsuppe, die in vielen Familien zu besonderen Anlässen auf den Tisch kommt. Das sollte man zumindest meinen. Gibt man das Wort nämlich in verschiedensten Suchmaschinen ein, findet man eigentlich kaum echte Rezepte für eine Hechtsuppe. Stattdessen wird bereits die Eingabe des Wortes mit dem Sprichwort “Es zieht wie Hechtsuppe” in Verbindung gebracht. Somit ist also nicht nur die Redewendung an sich überaus seltsam – sondern auch die Tatsache, dass es die darin zitierte Hechtsuppe so gut wie gar nicht gibt.

Eine Fischsuppe muss lange ziehen – doch kommt daher auch die Redewendung?

Doch welches Geheimnis verbirgt sich nun eigentlich hinter dem Sprichwort? Genau geklärt wurde dies leider bis zum heutigen Tag nicht, doch es gibt immerhin zwei Theorien – eine sehr einleuchtende und eine weniger plausible. Fangen wir zuerst mit der weniger plausiblen an: Wer eine Fischsuppe zubereitet, ist sich darüber im Klaren, dass diese zuerst lange ziehen muss, ehe sie serviert werden kann – denn nur so entfaltet sich ihr Geschmack perfekt. Insbesondere Hechtfleisch muss bei der Zubereitung über einen sehr langen Zeitraum hinweg in der Brühe liegen, ehe es sein unverkennbares Aroma entfaltet. Mit ein bisschen Fantasie könnte aus dem “langen Ziehen” also “Es zieht wie Hechtsuppe” entstanden sein. Zugegeben: Diese Erklärung ist tatsächlich etwas schwammig.

“Es zieht wie Hechtsuppe”: Herkunft, Erklärung, Bedeutung

Glücklicherweise gibt es aber auch noch eine logischere Erklärung: Im 19. Jahrhundert gelang es vielen Wörter aus dem jüdischen Sprachraum, in die deutsche Sprache überzusiedeln. Eines dieser Wörter ist “hech supha“. Was auf den ersten Blick wie “Hechtsuppe” klingt, ist in Wahrheit die hebräische Bezeichnung für einen starken Wind. Sehr wahrscheinlich haben jüdische Sprecher früher häufig den Ausdruck “es zieht wie hech supha” verwendet, der von den anwesenden deutschen Personen einfach falsch aufgeschnappt wurde. Denn gezogen hat es hier keinesfalls wie Hechtsuppe, sondern halt wie ein besonders starker Wind. Denkbar ist auch, dass die Deutschen diese Redewendung der Juden mit einem zwinkernden Auge aufgenommen und so lustig gefunden haben, dass sich daraus letztendlich die heute bekannte Redewendung entwickelt hat. Da Hecht bzw. Hechtsuppe ohnehin lange ziehen muss, hielt man diesen Ausdruck wohl für einen verrückten, aber liebenswürdigen Spruch – obwohl er im Grunde genommen lediglich die Wahrheit aussagt.

Bedeutung: “Es zieht wie Hechtsuppe”

Mit einer echten Hechtsuppe hat der Ausdruck “Es zieht wie Hechtsuppe” nichts, aber auch gar nichts zu tun. Obwohl dies mittlerweile bekannt ist, wird die Redewendung jedoch nach wie vor gern verwendet – bevorzugt von älteren Menschen. Vielleicht wissen diese aber auch selbst nicht, welche lustige Geschichte sich dahinter verbirgt – eventuell können Sie hier ja nach dem Lesen dieses Artikels ja für Klarheit sorgen.

Warum heißt der Ohrenkneifer “Ohrenkneifer”? Woher kommt sein Name? Wortherkunft, Bedeutung


Der Ohrkneifer, welcher im Allgemeinen zu den Ohrwürmern zählt, ist den Menschen seit dem Mittelalter bekannt, doch schon damals war er ihnen nicht geheuer. Dies lag daran, dass die Menschen fest daran glaubten, dass der Ohrenkneifer nachts in ihre Ohren kriecht und dort wütete. Sie waren der Annahme, dass die Ohrwürmer das Trommelfell mit ihren Zangen zerreißen und anschließend ihre Eier in den Schädel legen würden. Das Zeitalter des Mittelalters ist mittlerweile zwar lange her, doch noch heute können viele Menschen den Tieren nur wenig Positives abgewinnen.

Wortherkunft: Wie der Ohrenkneifer zu seinem Namen kam

Insbesondere die Namensgebung des Ohrenkneifers, welche sogar in der lateinischen Bezeichnung verankert wurde, sorgt dafür, dass ein gewisses Unbehagen weiterhin bleibt.

Lat. Forficula auricularia = Gemeiner Ohrwurm

Lat. Aricula = Öhrchen

Der Mythos, dass sich die kleinen Fluginsekten in Häusern und insbesondere in Betten aufhalten, ist gar nicht so fern, zumindest nicht zu Zeiten des Mittelalters. Betten weisen häufig eine leichte Feuchtigkeit auf, sofern sie nicht regelmäßig gelüftet werden. Im Mittelalter war das mit dem Lüften aber gar nicht so einfach – gerade dann, wenn es sich um eine regenreiche Saison handelte. Regnete es sehr häufig und war die damit verbundene Luftfeuchtigkeit extrem hoch, war es schier unmöglich, die Feuchtigkeit aus den Häusern und somit aus den Betten zu bekommen. Da die Häuser im Mittelalter auch kleiner und dunkler gehalten waren, was dem Gemeinen Ohrwurm ungemein gefällt, ist die Entstehung des Mythos von dem kleinen kriechenden und gefährlichen Insekt nicht ganz abwegig. So bekam der Gemeine Ohrwurm bereits im Mittelalter den Namen des Ohrenkneifers und das nur aufgrund eines Mythos. Gefährlich war der Ohrwurm im Mittelalter nicht und ist es auch heute nicht.

Im späteren Verlauf wurde der Ohrenkneifer sogar für medizinische Zwecke genutzt. Hierfür wurden die kleinen Insekten gemahlen und anschließend in die Ohren gestreut. Dies sollte dabei helfen Ohrenerkrankungen, Schwerhörigkeit sowie Taubheit zu behandeln und zu heilen.

Der gemeine Biss des Ohrenkneifers

Wird von einem Biss des Ohrenkneifers gesprochen, so bezeichnet dies lediglich das Kneifen des Ohrwurms mit seinen Zangen, die sich am Hinterleibsende befinden. Der „Biss“ ist weder gefährlich noch giftig und tut zudem nicht weh. Wenn das kleine Fluginsekt „beißt“, tut er das nur, wenn es sich bedrängt und bedroht fühlt. Zudem ist er dazu fähig in einem Umkreis von bis zu 10 cm ein Sekret auf Feinde abzuschießen. Sekret wird als chemische Waffe bezeichnet, ist jedoch für den Menschen vollkommen ungefährlich.

Was sind Ohrenkneifer? Beschreibung

Ohrenkneifer zählen zu der Gattung der Ohrwürmer, welche bereits seit 34 Millionen Jahren existieren. Des Weiteren gehören die Ohrenkneifer zu den Fluginsekten, obwohl sie sehr selten bis gar nicht fliegen. Die häutigen Hinterflügel der Ohrwürmer, welche kompliziert zusammen gefaltet werden können, verstecken sich unter den Vorderflügeln. Des Weiteren besitzt der Gemeine Ohrwurm beißende sowie kauende Mundwerkzeuge und gilt als Allesfresser. Äußerst selten wird sein Interesse für Früchte oder Zierpflanzen geweckt. Er weist eine Körperlänge zwischen 9 und 16 mm auf und zählt zu den kleineren Vertretern seiner Gattung. 6,5 cm lang können jedoch Ohrwürmer in Australien werden. Die Zangen des Ohrenkneifers verwendet er sowohl bei der Jagd als auch zur Verteidigung oder bei der Paarung. Als Lebensraum bevorzugt er feuchtes Laub oder Rinden sowie Spalte, in denen er Nahrung findet und seine Eier ablegen kann. Nur durch Zufall gelangt der Gemeine Ohrwurm auch mal ins Haus. Wahrscheinlicher ist es, dass er sich in Garagen, Gartenhäusern sowie Schuppen oder auf Balkonen einnistet.

Warum heißt die Ostsee “Ostsee”? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Wer Flensburg oder Kiel erreicht, sieht auf das Meer. Dieses Meer ist die Ostsee. Als Binnengewässer reicht sie von Dänemark bis Russland. Dabei umfasst das Binnenmeer eine Fläche von 412.500 Kilometern und ist bis zu 459 Meter tief. Im Westen gibt es eine Verbindung zur Nordsee. Es handelt sich bei dieser Verbindung um die Sunde und Belte, die jedoch alle auf dänischer Seite liegen. Über diese können Schiffe von der Nordsee in die Ostsee und zurückfahren. Über die Verbindung wird das Wasser der Ostsee allerdings auch mit zusätzlichem Salz- und Sauerstoff versorgt.
An ihren Küsten liegen außerdem zahlreiche bedeutende Länder wie beispielsweise Dänemark, Deutschland, Polen, Russland und Schweden, sowie Finnland. Zu den Städten zählen Kiel, St. Petersburg und Stockholm.
Während im deutschen Sprachraum die Bezeichnung Ostsee üblich ist, findet man im Internet auf englisch sprachigen Seiten meistens den international gebräuchlichen Begriff Baltic Sea. Wählt man beispielsweise auf der Seite von Google Scholar „Baltic Sea“, dann erhält man sowohl deutsche Einträge für die Ostsee als auch englische, die sich auf die Baltic Sea beziehen. Doch wie kann es zwei so unterschiedliche Namen für ein Binnenmeer geben?

Wortherkunft: Wie kam die Ostsee zu ihrem Namen?

Doch woher kommt der Name Ostsee. Vor allem in der germanischen Sprachenfamilie von Deutschland über Dänemark bis Schweden spricht man das Wort in der jeweiligen Landessprache ähnlich aus. Deshalb sind Fachleute überzeugt, dass die Beziehung zwischen diesen Ländern einen bedeutenden Einfluss bei der Namensgebung hatte.

In Schweden heißt das Meer beispielsweise Östersjön. Dazu sollte man wissen, dass Schweden schon zur Zeit des Mittelalters seine handels- und machtpolitischen Interessen mit der Ostsee verband. Im Laufe des 11.-12. Jahrhunderte dehnte es seinen Einfluss auf Finnland aus. Dabei spielte die Christianisierung durch Schweden eine entscheidende Rolle, die auch Einfluss auf den Namen Ostsee haben dürfte. Im 13. Jahrhundert wanderten dann vermehrt schwedische Bauern nach Finnland ein. Sie rodeten das Land und wirkten verstärkend auf die Entwicklung der Kultur. Außerdem beanspruchte Schweden dieses Gebiet, um seinen Handel mit Russland zu intensivieren. So entstanden in einem zuvor heidnischen Gebiet Klöster, Burgen und Schlösser. Hier fanden die Menschen Schutz vor Angriffen und die Arbeit, von der sie leben konnten.

Es gab jedoch noch eine andere Bezeichnung für das Meer, über das die Geschäftsbeziehungen mit den anderen Anrainerstaaten wie Russland oder Dänemark geführt wurden. Hier sprach man von der baltischen See oder Baltic Sea.

Am Anfang waren die Sueben!

Nachdem die Römer im ersten nachchristlichen Jahrhundert ihre Eroberungen in Germanien abgeschlossen hatten, hörte ihr Reich offiziell am Limes auf. Das südlich der Nordsee gelegene Meer nannten sie Mare Sueicum. Es markierte auch das Ende der erforschungswürdigen Welt. Hier lebten die Barbaren, mit denen sich der Handel nicht lohnte. Die negativen Erfahrungen und die Niederlage im Teutoburger Wald verhinderten weitere militärische Operationen, die sich auf die nordischen Länder hätten konzentrieren können. Hier lebten nordgermanischen Stämme, die für ihre heidnischen Bräuche und die brutalen Plünderungsstrategien bekannt waren. Es lohnte sich nicht, römische Legionen in diesem stark bewaldeten Gebiet zu opfern.

Die Römer gaben diesem Meer den Namen „Mare Suelicum“. Diesen leiteten sie vom germanischen Stamm der Sueben ab, der in den Küstenregionen seine neue Heimat fand.

Wie das Mare Suelicum zum Mare Balticum wurde!

Vor der Küste Estlands liegt die Insel Ösel, die in der Antike als Baltia bekannt war. Sie galt nach Ansicht der damaligen Gelehrten als die Quelle des Bernsteins, den man wiederum an den Küsten des Binnenmeeres fand. Es liegt daher nahe, dass der Name der Insel als Ansatz für die Bezeichnung Baltic Sea genutzt wurde.

Ab dem achten nachchristlichen Jahrhundert nahm der Kontakt zwischen den Wikingern und den Stämmen im heutigen baltischen Meer zu. Dazu kamen zahlreiche Raub- und Feldzüge. Es ist denkbar, dass diese Seefahrer und Händler den Namen der Insel auch für das ganze Seegebiet übernahmen und so für die Verbreitung sorgten.

Während des 9. bis 12. Jahrhunderts kamen die Dänen und ihre Verbündeten sowohl nach England als auch nach Frankreich. Hier kam es neben zahlreichen Kämpfen auch zu Handelsbeziehungen, die bis zur Krönung Wilhelm des Eroberers zum englischen König reichten. Wurden die Seefahrer nach ihren Handelspartnern gefragt, so bezogen sie sich wahrscheinlich auf die Staaten und Städte an den Küsten des baltischen Meeres.

Einige Wissenschaftler gehen hingegen davon aus, dass das Volk der Balten der Namensgeber war. Die Balten stellten jedoch keine in sich geschlossene Volksgemeinschaft dar, sondern setzten sich wiederum aus verschiedenen baltischen Stämmen zusammen. Ab dem 11. Jahrhundert begann der Deutsche Orden das Gebiet des späteren Ostpreußens zu okkupieren. Der zunehmende deutsche Einfluss sowie die damit verbundenen Einschränkungen für die einheimischen Slaven führen dazu, dass sich der Name baltisches Meer durchgesetzt haben könnte.

Ostsee – Bedeutung Name

Westlich der Ostsee liegt die ältere Nordsee. Um diese beiden Seen, die eigentlich ein Binnenmeer sowie ein Kanal sind, voneinander zu unterscheiden, führte man aus jeweils die beiden Begriffe Ost- und Nordsee ein.

Warum sagt man “Ich habe einen Kater”? Herkunft, Bedeutung, Erklärung


Jeder, der schon einmal zu viel Alkohol am Abend getrunken hat, wird am nächsten Morgen grippeähnliche Symptome haben. Im Volksmund wird dieser Zustand auch als ”Kater” bezeichnet. Je nachdem wie stark und hoch der Alkoholgenuss am Abend zuvor war, desto stärker fällt auch der Kater aus. Doch was hat die männliche Katze mit Alkohol und einem Zustand zu tun, die an eine Grippe erinnert? Katze / Kater haben eigentlich nichts mit Übelkeit durch zu viel Alkohol gemeinsam. Im Folgenden wird geklärt, woher der Begriff Kater kommt.

Woher kommt “einen Kater haben”? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Die Gesellschaft für unsere Sprache (GfdS) versucht immer, die Herkunft von Begriffen und Wörtern zu klären, bei denen der Ursprung nicht eindeutig ersichtlich ist. Häufig handelt es sich bei diesen Wörtern um Redewendungen, die im Alltag verwendet werden. Eine Theorie lautet, dass der Name ”Kater” von ”Katarrh” stammt. Katarrh bedeutet, dass sich die Schleimhäute in den Atmungsorganen entzündet haben. Diese Schleimhäute sind angeschwollen und man hat grippeähnliche Symptome. Die Verfechter dieser Theorie sehen Verbindungen zwischen dem Wort Kater und dem sächsischen Dialekts. Durch den Dialekt ist aus dem Wort Katarrh Kater geworden.

Eine andere Theorie bringt das Wort Kater mit der Studentensprache in Leipzig in Verbindung. Demnach wird der Begriff Kater für einen Alkoholrausch bereits seit dem 18. Jahrhundert verwendet. Vorher ging es nicht um den Kater, sondern es hieß Katzenjammer. In einer säschsischen Zeitschrift aus dem Jahre 1768 wurden einige Phrasen gefunden, die diese Theorie belegen. Dies ist eine Krankheit des Leibes, die sowohl unglückliche Katzen als auch Menschen gemeinsam haben. Aus diesem Grund wurde es Katzenjammer genannt.

Im 18. Jahrhundert gab es auch eine Redewendung ”Besoffen wie ein Kater”. Diese Floskel bedeutete damals bereits schon die Nachwehen eines Alkoholrausches. Eine weitere Theorie aus dem 16. Jahrhundert ist, dass der Begriff ”einen Kater haben” auf ein Bier zurückzuführen ist. Dieses Bier hatte den Namen ”Kater”.

Die Entstehung der Redewendung ”einen Kater haben” ist auf mehrere Theorien zurückzuführen. Die Wahrscheinlichstes ist allerdings die Theorie mit der Schleimhaut Entzündung ”Katarrh”.

Wie sieht es mit dem ”Kater” in anderen Kulturen und Ländern aus?

Jedes Land hat seinen eigenen individuellen Begriff für den Zustand am Morgen nach eines Alkoholrausches. In England hat sich der Begriff ”hangover” durchgesetzt. Zu diesem Namen gibt es sogar einen dreiteiligen Film, der den Zustand perfekt beschreibt. Im Film wird auf lustige Art und Weise gezeigt, was alles bei übermäßigen Alkoholgenuss passieren kann. Das Wort ”Hangover” könnten wir sogar mit durchhängen ersetzen. Eine Alternative zum Begriff ”Kater” ist auch die Redewendung ”Heute hänge ich ziemlich durch”. Der Begriff Hangover ist aber noch relativ harmlos und hat einen direkten Bezug zur Verfassung des Körpers und ist somit klar ersichtlich.

Im Frankreich hat sich der Begriff bzw. die Redewendung ”gueule de bois” etabliert, was im Deutschen ungefähr so viel heißt wie – Holzmund / Holzmaul. Der Begriff Holzmaul ist auf das Trockenheitsgefühl nach einem Alkoholrausch zurückzuführen, da der Alkohol dem Körper Mineralien und besonders Flüssigkeit entzieht. Jeder, der bereits schon mal einen Rausch hatte, kennt dieses Gefühl der Dehydration, wenn man durstig aufwacht.
Die Norweger sind nach einer durchzechten Nacht alkoholkrank (fyllesyk). In Russland (Pochmelje) und der Ukraine beschweren sich die Menschen am nächsten Tag über einen ”schweren Kopf”. Der Begriff Pochmelje stammt von einem ähnlichen Wort ab, das im Russischen trinken bedeutet. Die Vorsilbe bedeutet weiter- und wird in Verbindung mit anderen Verben verwendet. Korrekt übersetzt, bedeutet das russische Wort für Kater weitertrinken. Es hat also zwei Bedeutungen. Entweder den Kater durchstehen oder weitertrinken.

Warum heißt Bockbier “Bockbier”? Woher kommt der Name? Herkunft, Bedeutung, Erklärung


Bockbier ist ein besonders starkes, helles oder dunkles Bier. Regional verschieden wird es ganzjährig oder nur zur Festbierzeit gebraut. Doch warum heißt dieses Bier Bockbier und hat der Name irgendetwas mit Ziegenböcken oder Schafböcken zu tun?

Die Niedersachsen haben Bockbier erfunden (Geschichte)

Man mag es heute gar nicht mehr glauben, aber das Bockbier ist eigentlich eine norddeutsche Erfindung. In der Stadt Einbeck in Niedersachsen wurde der Urtyp dieses malzigen und leicht süßlichen Bieres erfunden. Ungefähr ab 1240 braute man in der Region rund um die Stadt das „Einbecker Bier“.

Im Mittelalter war Bier viel mehr als nur ein Getränk, das zu Festzeiten getrunken wurde.

Bier wurde Jahrhundertelang als gut haltbarer Ersatz für feste Lebensmittel angesehen. Das obergärige Einbecker Bier war besonders gehaltvoll, süß, kalorienreich und lang haltbar.

Es entpuppte sich als wahrer Exportschlager. Schon im Mittelalter wurde das Luxus-Bier aus dem Norden durch ganz Deutschland, in die Alpenländer und bis nach Italien verkauft. Längst haben sich in diesen Ländern feste Bockbiertraditionen gebildet. In Italien zählen malzige und sehr starke Biere heute noch zu den beliebtesten. In Österreich und Süddeutschland werden seit langem ebenfalls sehr gute Bockbiere gebraut.

Doch wie wurde aus dem Einbecker Bier das Bockbier? Erklärung, Wortherkunft

Der Legende nach waren daran die Bayern Schuld. Die hatten nämlich Probleme „Einbecker“ richtig auszusprechen. Im urigen bayrischen Dialekt wurde aus Einbecker Bier das „Ainpöckisch Bier“. Ein paar Jahrzehnte später sagte man nur noch „Ainpöck“ und irgendwann war es schlicht und einfach „ein Bock“.

Huftiere und dergleichen haben mit dem Bockbier also rein gar nichts gemeinsam oder zu tun. Gelegentlich findet man aber Ziegen oder Hammel auf Bockbieretiketten. Sehr wahrscheinlich war den Brauern oder Markendesignern die wahre Herkunft des Bieres nicht bekannt.

Ein anderer Begriff für Bockbier ist Starkbier. Diese Bezeichnung ist recht neu und tauchte erst im Laufe des 20. Jahrhunderts auf.

Das Besondere am Bockbier: Bedeutung, Definition

Im Bockbier ist besonders viel Stammwürze enthalten. Dazu zählen diverse Bestandteile des Malzes (Malzzucker, Proteine, Mineralstoffe), aus dem Bier generell gebraut wird. Grundsätzlich durften in einem Bier nur Malz, Hopfen und Wasser und Hefe verarbeitet werden. Andere Zusätze sind und waren gemäß dem Reinheitsgebot von 1516 nicht zulässig. Hefe wird erst seit der Neuzeit verwendet.

Die Vielfalt der Biere wird also einzig und alleine durch Unterschiede in der Qualität und Quantität dieser wenigen Rohstoffe erreicht.

Bei den Bockbieren überwiegt der Malzgehalt. Zudem wird die Malzmaische, als Grundlage für das Bier, auf besondere Weise angesetzt und vorgegoren.

Aufgrund der hohen Dichte der Stammwürze entsteht ein Bier mit einem besonders hohen Alkoholgehalt.

Daneben bleibt im starken Malzbier viel Zucker enthalten. Der typische Geschmack von Bockbier ist süßlich, mit einer deutlichen Malznote.

Bockbier ist längst nicht gleich Bockbier: Unterschied Doppelbock, Maibock

Die Vielfalt der Biere ist schier unglaublich. Seit dem Mittelalter haben Brauereien eine große Vielfalt an Geschmacksrichtungen und Besonderheiten erschaffen. Die Bierrezepte waren und sind bis heute gut gehütete Geheimnisse der Brauereien.

Bockbier: Bedeutung, Definition

Zum normalen Bock gehören helle oder dunkle Starkbiere. Sie sind süßlich und haben je nach Hopfenanteil eine leicht herbe Note. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 6 % Vol. und 14 % Vol.

Doppelbock: Bedeutung, Definition

Nur Biere, die mit einem Stammwürzegehalt von über 18 Grad gebraut werden, dürfen sich Doppelbock nennen. Der Doppelbock ist besonders gehaltvoll und „schwer“ vom Geschmack her. Der Alkoholgehalt reicht von 5 % Vol. bis 12 % Vol.

Maibock: Bedeutung, Definition

Dabei handelt es sich nicht um eine spezielle Brauart, sondern um ein saisonales Bier. Früher wurden Bockbiere nur zur Herbst- und Winterzeit hin eingebraut. Man brauchte die starken Biere in der kalten Jahreszeit zum Ausgleich des geringer werdenden Nahrungsangebotes.
Später braute man Bockbier dann auch zur Frühlingssaison hin. Bei den Feierlichkeiten rund um den Frühlingsbeginn und dem 1. Mai war es besonders beliebt. Im Grunde entspricht der Maibock dem normalen Bockbier.

Regional wird diese Variante auch als Festbock bezeichnet.

Eisbock: Bedeutung, Definition

Diese Besonderheit soll durch einen Zufall etwa 1890 im fränkischen Kulmbach entstanden sein. Ein unglücklicher Geselle hatte mehrere Fässer Bockbier über die Nacht im Freien stehen gelassen. Das Bier war am nächsten Morgen gefroren und der Meister wütend. Er zerschlug eines der Fässer und strafte den Lehrling damit, das „Gesöff“ im Inneren nun selbst trinken zu müssen. Tatsächlich war dies bei Weitem keine Strafe, sondern ein besonders leckeres, sehr starkes und würziges Bier – der Eisbock.

Noch heute wird Eisbock gewonnen, indem Bockbier eingefroren wird. Der gefrorene Wasseranteil wird entfernt. Zurück bleibt eine kleine Menge hoch konzentrierten Bieres, das aufgrund des Alkoholgehaltes nicht gefriert.

Das stärkste derzeit bekannte Bier ist ein Eisbock. Es wird von der schottischen Brauerei Brewmeister hergestellt. Der „Snake Venom“ (Schlangengift) Bock hat unglaubliche 67,5 % Vol.

Warum sagt man “Nach Adam Riese”? Woher kommt die Redewendung? Herkunft, Bedeutung, Erklärung


Noch heute ist die Redewendung „nach Adam Riese“ und somit auch der Name Adam Ries überall bekannt, doch was bedeutet diese genau?

Die Redewendung „nach Adam Riese“: Herkunft, Bedeutung, Erklärung

Bis heute kennt jedes Kind die Redewendung „nach Adam Riese“, doch was bedeutet sie genau? Diese Redewendung unterstreicht die Richtigkeit eines Rechenergebnisses.

Geläufig war sie bereits im 18. Jahrhundert, als Abraham Gotthelf Kästner im Jahr 1796 in seinem Buch „Geschichte der Mathematik“ schrieb: „Nach Adam Riese, ist lange Zeit Versicherung der Wahrheit einer Rechnung gewesen, wie bei den Kennern der Geometrie, Q. E. D.“

Georg Friedrich Götz verfasste im Jahr 1785 folgendes: „Sprüchwort, das nicht allein in Schwaben, sondern auch in unsern Gegenden bekannt ist: Nach Adam Riesens Rechenbuch. (…) Er war ein Deutscher, lebte in Annaberg und seine Exempel waren so künstlich und sinnreich, daß man damals den für den vollkommensten Rechner hielt, der alles auflösen konnte, was in Adam Riesens Buch stand.“

Wer ist dieser Adam Riese?

Adam Ries, auch bekannt als Adam Riese, wurde zwischen 1492 und 1493 in Staffelstein des Fürstbistums Bamberg geboren und galt als der deutsche Rechenmeister des 16. Jahrhunderts. Seine Bekanntheit erlangte er durch das von ihm verfasste Lehrbuch „Rechnung auff der linihen“. Dieses Lehrbuch wurde mindestens 120 Mal bis ins 17. Jahrhundert aufgelegt. Bei dem letzten „e“ von Riese handelt es sich um ein Relikt seiner Zeit. In dieser Zeit wurden Namen noch dekliniert.

Der Begriff „Linien“, welcher sich im Titel des Lehrbuches wiederfindet, bezieht sich auf ein bestimmtes Rechenhilfsmittel, der sogenannte Abakus. Ein Abakus besteht aus einem Rahmen, welcher aufgereihte Kugeln aufweist. Zudem lassen sich die Kugeln hin und her schieben. Adam Ries schrieb dieses Lehrbuch ganz bewusst nicht in der lateinischen Sprache, sondern auf Deutsch. So war es auch dem einfachen Volk möglich, dieses Lehrbuch zu lesen. Des Weiteren erlangte er auf diese Weise einen größeren Leserkreis und trug gleichzeitig zu Vereinheitlichung der deutschen Sprache bei. Der Grundgedanke des Rechenmeisters war damals der, dass sich die Bürger nicht von reichen Kaufleuten über das Ohr hauen lassen. Um dies zu verstärken ersetze Adam Ries die bekannten und gängigen römischen Zahlen durch die arabischen Zahlen mit dem Dezimalsystem, welcher zum Rechnen besser geeignet waren.

Künftig stand der Name Adam Ries für logische sowie einfache und unkomplizierte Erklärungen.

Als „Vater des modernen Rechnens“ gilt Adam Ries noch heute, denn seine Werke haben maßgeblich dazu beigetragen und waren ausschlaggebend dafür, dass die bis dahin gängige römische Zahlendarstellung als unhandlich erkannt wurde. Aufgrund dessen wurde sie weitestgehend durch die indisch-arabischen Zahlzeichen mit Dezimalsystem ersetzt. Neben Adam Ries selbst, verfassten auch seine Kinder sowie Enkelkinder, Rechenlehrbücher, welche es möglich machten, dass der Name Ries’ bis ins 18. Jahrhundert wirkte. Insgesamt verfasste Adam Ries drei Rechenlehrbücher, sowohl für den Unterricht an Rechenschulen als auch für die Ausbildung von Handwerkern und Kaufleuten. 1518 erschien das Buch „Rechnung auff der linihen“, darauffolgte im Jahr 1522 das Lehrbuch „Rechnung auff der linihen und federn…“ sowie im Jahr 1550 das Lehrbuch „Rechnung nach der lenge / auff den linihen und federn…“.

Warum sagt man “Schwarzfahren”? Woher kommt der Ausdruck? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Man fährt mit der S- und Regionalbahn. Dann öffnet sich die Tür und ein bis zwei Kontrolleure weisen sich als Mitarbeiter der benutzten Bahnlinie aus. Sie fordern jeden Reisenden zur Vorlage einer zeitnah entwerteten Fahrkarte auf. Kann ein Passagier diese nicht vorlegen, dann werden seine Personalien aufgenommen. Gleichzeitig muss er eine Strafe zahlen. Alle Anwesenden gehen nun davon aus, dass der Betreffende ein Schwarzfahrer ist. Sollte er nur seine Monatskarte vergessen haben, wird der Vorgang eingestellt.

Begriff “Schwarzfahren”: Situation in Deutschland

Update Juli 2021:

Folgende Verkehrsbetriebe haben den Ausdruck “Schwarzfahren” von Plakaten, Aufklebern und aus ihren Bahnen verbannt:

  • Berlin die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
  • Bogestra Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG
  • Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
  • Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG),
  • Ver­kehrs­ver­bund Groß­raum Nürn­berg GmbH (VGN)
  • ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft

Als Ersatzworte werden folgende Ausdrücke benutzt:

  • “Kunde ohne gültigen Fahrausweis”
  • “Kunde ohne gültiges Ticket”

Warum sagt man “Schwarzfahren”? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Das Schwarzfahren gibt es erst seit Einführung der Eisen- und Stadtbahnen. Zuvor fuhren die Menschen mit der Postkutsche. Und der Mitarbeiter der Poststation ließ nur den einsteigen, der sein Fahrgeld zuvor bezahlte. Zu dieser Zeit wurde auch zwischen Betrug und Täuschung nur bedingt unterschieden. Ob es eine Differenzierung gab, hing vom betreffenden Land ab, in dem es zu diesem Vorfall kam.

Da die Bahnen in erster Linie von den mittleren und ärmeren Schichten benutzt wurden, hatten in der Regel nur die finanziell schwächeren Menschen keine Fahrscheine gelöst.

“Schwarzfahren”: Wortherkunft, Ursprung, Etymologie

Ende des 19. Jahrhunderts wurde so der umgangssprachliche Begriff des Schwarzfahrens geprägt. Schwarz steht jedoch nicht für die Farbe Schwarz, sondern für die Armut des Mitfahrers, der sich keine Fahrkarte leisten konnte oder wollte.

Laut Sprachwissenschaft hat der Ausdruck “Schwarzfahren” seine Wurzeln im Jiddischen des 19. Jahrhundert. “Schwarzfahren” leitet sich vom Wort “shvarts” ab, was “Armut” bedeutet.

Damit hat der Ausdruck “Schwarzfahren” keinen Bezug zur Hautfarbe der mitfahrenden Person. Jedoch kann der Ausdruck in der Gegenwart rassistisch verstanden werden.

Welche rechtliche Bedeutung hat das Schwarzfahren heute?

Alle Bahnen im Bundesgebiet sind entweder staatlich oder privat organisiert. Auch die Privatbahnen erhalten staatliche Zuschüsse, um die Fahrkarten günstig anbieten zu können. Dazu kommt die Pflege des Bahn- und Schienennetzes. Die damit verbundenen Kosten werden auch über die Fahrpreise finanziert.

Wer diese Leistung in Anspruch nimmt, ohne den vereinbarten Fahrpreis zu bezahlen, erschleicht sich eine Leistung. Diese besteht in einer nicht bezahlten Beförderung in einem öffentlichen Verkehrsmittel.
Von Verschleierung spricht der Gesetzgeber deshalb, weil der Schwarzfahrer mit dem Einsteigen und Mitfahren den Eindruck vortäuscht, er habe eine gültige Fahrkarte dabei. Diese kann in einer Jahres-, Monats- oder Tageskarte bestehen. Alternativ gilt diese Regelung auch für Einzelfahrkarten. Nur wenn es sich um den Besitzer einer gültigen Jahres- oder Monatskarte handelt, die nicht übertragbar ist, kann dieser Verdacht nachträglich geheilt werden. In diesem Fall legt der „Schwarzfahrer“ seine Karte nachträglich bei der zuständigen Bahnverwaltung vor.

Der Straftatbestand des Erschleichens wird im § 265a Strafgesetzbuch geregelt. Die Statistik geht von bis zu einem Prozent innerhalb eines Jahres aus. Somit erfüllt der Schwarzfahrer die Voraussetzungen eines Vermögensdelikts.

Mit der Strafnorm soll jede Art von Vermögen geschützt werden. Dazu gehört auch die Öffentlichkeit, wenn sie beispielsweise Beförderungen gegen ein festgelegtes Entgelt anbietet.

Das Schwarzfahren oder Erschleichen dieser Dienstleistung steht seit dem ersten September 1935 im Gesetzbuch. Man wollte so erreichen, dass das Schwarzfahren nicht mit dem stärker wirkenden Betrug gleichgesetzt, jedoch trotzdem geahndet wird. Ein wesentlicher Grund lag in der zunehmenden Automatisierung des Fahrkartenverkaufes.
Während der Passagier gegen über einem Schaffner oder Schalterbeamten den Tatbestand eines Betrugs aktiv realisieren kann, verhält es sich gegenüber einem Automaten anders. Denn einen Menschen kann man täuschen und betrügen, einen Fahrkartenautomaten jedoch nicht.

Welche Strafen sind mit dem Schwarzfahren verbunden?

Wird der Schwarzfahrer erwischt, weil er keine oder nur eine ungültige Karte bei sich führt, werden Strafen verhängt. Es kann sich dabei um eine Geld- oder Freiheitsstrafe handeln.

Hat der Mitfahrer die Entwertung vergessen oder aber versehentlich auch die zweite Kartenseite entwertet, ist die Fahrkarte bei diese Fahrt ebenfalls ungültig. Er hat zwar den Eindruck, als wäre die Karte korrekt entwertet worden. Trotzdem begeht der den Straftatbestand der Erschleichung einer Fahrleistung.

Diese Gruppe wird auch als Graufahrer bezeichnet. Sie handelt im Gegensatz zu den direkten Schwarzfahrern ohne einen Vorsatz, sondern werden erst durch das Aufsichtspersonal auf ihren Fehler aufmerksam gemacht.

Steht zweifelsfrei fest, dass es sich um einen Vermögendelikts handelt, wird zumindest eine Geldstrafe erhoben. Der vorgesehene Betrag kann schon auf einer Schautafel innerhalb der Bahn abgelesen werden. Möchte oder kann der Schwarzfahrer seine Geldstrafe nicht begleichen, gibt es als Ersatz eine Freiheitstrafe. Sie wird nach den üblichen Sätzen berechnet und dann zu einem bestimmten Termin angetreten. Da der verurteilte Schwarzfahrer einige Tage oder Wochen mit Straftätern konfrontiert wird, die wegen problematischer Straftaten eine langjährige Haftstrafe ableisten müssen, sollte sich der Schwarzfahrer entweder sein Handeln oder aber die Bezahlung überlegen.

Schwarzfahren: Welche Rechte haben die Kontrolleure?

Auch der leere Akku des Smartphones kann das Schwarzfahren begünstigen. Statt einer positiven Bestätigung des Kaufs per App, steht das Smartphone plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Um den wichtigen Termin nicht zu verpassen, steigt der Geschäftsmann trotzdem ein – und wird von den Kontrolleuren erwischt.

Doch hier sollte der Fahrgast Ruhe bewahren. Wird er ausfällig oder geht sogar zum körperlichen Angriff über, dann verschärft er so nur die ihn erwartende Strafe.

Verlangen die Kontrolleure einen Ausweis, dann sollte man ihn sicherheitshalber zeigen. Sonst kann das zur Prüfung vorgesehene Personal die Polizei einschalten. Diese ist per Gesetz dazu berechtigt, den Personalausweis zu prüfen. Nutzt der Reisende eine personenbezogene Monats- oder Jahreskarte, kann er auf diese Weise die Rechtmäßigkeit eines Fahrausweises nachweisen. So sparen alle Beteiligten Zeit und schonen ihre Nerven.

Jeder Kontrolleur oder Schaffner vertritt das Hausrecht seines Dienstherrn. Der ist dazu berechtigt, unbefugte und den Bahnbetrieb störende Personen des Zuges zu verweisen.

Sollte ein Schwarzfahrer erwischt werden, dann dürfen ihn die Kontrolleure festhalten, bis seine Personalien festgestellt worden sind. Das ist auch der Fall, wenn der Betreffende an der nächsten Station schnell aussteigen möchte.

Warum sagt man “Pustekuchen”? Woher kommt der Ausdruck? Erklärung, Wortherkunft, Bedeutung


Sagt jemand „Pustekuchen“, denkt man zunächst vielleicht an eine besondere Süßspeise. Dabei hat der Begriff so gar nichts mit dem Kochen zu tun.

Was bedeutet “Pustekuchen”? Bedeutung, Definition

Wenn jemand sagt: „Pustekuchen“, dann meint er damit so etwas wie „von wegen“. Damit kann gemeint sein, dass jemand etwas, was er eigentlich haben will, nicht bekommt. Der Sprecher kann damit aber auch ausdrücken, dass eine andere Person eine falsche Meinung hat.

Wenn jemand „Pustekuchen“ sagt, schwingt auch oft eine Prise Schadenfreude mit, weil sich jemand umsonst Hoffnungen auf etwas gemacht hat oder etwas getan hat, was nicht ganz so schlau war.

Woher kommt “Pustekuchen”? Wortherkunft

Es gibt verschiedene Erklärungsansätze, woher der Begriff „Pustekuchen“ kommt. Sehr weit verbreitet ist die Ansicht, dass der Begriff „Pustekuchen“ wohl aus dem jiddischen Wortschatz kommt. Dort gibt es die Redewendung „ja cochem“. Ursprünglich bedeutet dieser Ausdruck „gerissen“. Eine Person ist zwar gerissen, aber nicht unbedingt besonders schlau und gelehrt.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dann der Ausdruck in Berlin abgewandelt und eingedeutscht. Aus „ja cochem“ entstand „ja Kuchen“. Damit wollte man zum Ausdruck bringen, dass etwas Quatsch war oder dass man zu etwas eine ganz andere Meinung hatte. Um dies auszudrücken, war der Ausdruck „ja, Kuchen!“ sehr gebräuchlich in jener Zeit. Damit war aus dem jiddischen Begriff „cochem“ Kuchen geworden. Im Laufe der Zeit wurde der Kuchen mit dem Begriff „Puste“ kombiniert, um die Ablehnung gegenüber einer Sache oder einer Meinung noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen. So entstand der begriff „Pustekuchen“. Es beschreibt einen Kuchen aus „heißer Luft“(Puste).

Warum sagt man “Pustekuchen”? Erklärung

Es gibt allerdings auch noch weitere Möglichkeiten, den Begriff „Pustekuchen“ zu deuten.

Auch hier gehen die Ursprünge auf die jiddische Sprache zurück. Das Wort „Puste“ kann auch als eine Art Verballhornung des jiddischen Wortes „poschut“ gesehen werden.

„Poschut“ bedeutet im hebräischen „weniger“ und drückt damit wieder aus, dass etwas „weniger“ wert ist, z.B. eine andere Meinung.
Zusammen mit dem Begriff *chochem* für „klug“, „gewitzt“ oder „wissend“ würde „Pustekuchen“ damit also „wenig klug“ bedeuten. Aus „chochem“ wurde im Deutschen das Wort „Kuchen“.

Nicht belegt ist die mögliche Herkunft des Begriffs „Pustekuchen“ durch einen der berühmtesten deutschen Dichter: Johann Wolfgang von Goethe. Es gibt angeblich die Theorie, nach der Goethe damit einen seiner Widersacher lächerlich machen wollte, nämlich Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen.

Die Theorie besagt weiterhin, dass der dem Nachnamen seines Widersachers noch ein Fugen-e einfügte, einfach weil es sich besser anhörte. Ob an dieser Erklärung irgendein Fünkchen Wahrheit ist, ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Eine ganz andere Interpretation besagt, dass der Begriff „Pustekuchen“ einfach nur falsch als ursprünglich „jiddisch“ interpretiert wurde und gar nicht aus dieser Sprachfamilie kommt. So soll der Begriff aus dem „Rotwelch“ kommen, der früheren Geheimsprache der Ganoven und Gauner.

Eine weitere Erklärung führt den Begriff „Pustekuchen“ auf Blätterteig zurück, den man aufgrund seiner Konsistenz leicht wegpusten kann. Aber natürlich gibt es für diese Interpretation ebenfalls keinen wissenschaftlichen Beleg.

Im Duden wird diskutiert, ob der Begriff eine ähnliche Bedeutung wie „jemandem etwas husten“ hat. So wird hier „ich huste Dir etwas“ mit „ich puste Dir etwas“ gleichgesetzt. Allerdings benutzen wohl eher weniger Leute diese beiden Redewendungen gleichberechtigt.

Warum heißt die Schnitzeljagd “Schnitzeljagd”? Woher kommt der Begriff? Wortherkunft


Eine Schnitzeljagd ist ein beliebtes Geländespiel, bei dem die Teilnehmer eine Spur verfolgen und / oder Rätsel lösen müssen, um ein Ziel zu erreichen. Die eine Personengruppe folgt dabei Hinweisen, die eine andere Gruppe oder Einzelperson zuvor im Gelände hinterlassen hat. Sie versucht durch richtige Deutung dieser Informationen entweder die erste Gruppe am Ende zu finden oder den Ort zu entschlüsseln, an dem ein bestimmter Gegegenstand oder eine Belohnung versteckt worden ist. Schnitzeljagden sind besonders bei Kindern sehr populär und werden häufig bei Kindergeburtstagen oder Jugendfreizeiten durchgeführt.

Warum heißt die Schnitzeljagd eigentlich „Schnitzeljagd“? Wortherkunft

Die Schnitzeljagd hat mit dem Schnitzel im engeren Sinne, also einem meist panierten Fleischstück, erst einmal nichts zu tun. Es kann zwar sein, dass am Ende der Schnitzeljagd auf die Teilnehmer ein Schnitzelessen wartet, grundsätzlich ist das aber kein wesentlicher Bestandteil der Schnitzeljagd.

Die „Schnitzeljagd“ wird in einigen Teilen Deutschlands auch als „Schnipseljagd“ bezeichnet. Dieser Unterschied beruht grundsätzlich auf linguistischen Variationen innerhalb der Deutschen Sprachfamilie, allerdings deuten beide Begriffe ebenso auf die traditionell bei der „Schnitzeljagd“ zur Kennzeichnung verwendeten Materialien hin: Das sind zum einen Papierschnitzel oder -schnipsel, zum anderen Holzschnitzel, also kleine, feine Holzstückchen oder Sägespäne. Der Begriff „Jagd“ in der Wortkombination „Schnitzeljagd“ deutet gleichzeitig auf eine hohe Dynamik des Spieles hin. Die Teilnehmer befinden sich nicht permanent an einem Ort, sondern jagen sprichwörtlich den Hinweisen (also den Schnitzeln), einer zweiten Gruppe und einem Ziel hinterher.

Das Fleischschnitzel spielt bei der „Schnitzeljagd“ zwar keine Rolle, eine Wortverwandtschaft zu den Papier- und Holzschnitzeln besteht allerdings dennoch. Alle drei Begriffe sind aus dem mittelhochdeutschen Wort „sniz“, das soviel wie „Schnitt“ bedeutet, hervorgegangen. Aus einem Ganzen entstehen durch Zerschneiden dünne Scheiben, die dann als Schnitzel bezeichnet werden.

Variationen des Klassikers „Schnitzeljagd“

Die klassische Schnitzeljagd findet grundsätzlich im Freien, häufig im naturnahen Gelände statt. Eine Durchführung in urbanen Bereichen mit Straßen und Wegen ist allerdings ebenfalls vorstellbar. Eine traditionelle Schnitzeljagd ist so konzipiert, dass eine Gruppe vorausgeht und in regelmäßigen Abständen, insbesondere aber bei Richtungswechseln ihren Standort markiert. Hierzu werden Papier- (z.B. Konfetti) oder Holzteilchen (z.B. Sägespäne) an der jeweiligen Stelle verstreut. Die zweite Gruppe folgt dieser Spur und versucht, die andere Gruppe aufzuspüren oder, wenn dies das Ziel des Spieles ist, aufgrund der Hinweise an einem vorher unbekannten Ort einen „Schatz“ zu finden. In diesem Fall wird die „Schnitzeljagd“ häufig als „Schatzsuche“ bezeichnet.

Die Weitergabe der Informationen kann ebenfalls variieren. Die Verwendung von Holz- oder Papierschnitzeln ist nicht zwingend notwendig. Es lassen sich genauso gut Richtungssymbole verwenden, die entweder in den Weg geritzt oder unter Verwendung von Pfeilen aus Holz oder Pappe an Bäumen oder Mauern angebracht werden. Die Verwendung von Waldläuferzeichen, bei der zur Darstellung von Informationen Zweige, Steine und andere Materialien im Naturraum kombiniert werden, kann den Reiz und den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Sehr beliebt sind ebenfalls Rätsel, die an einzelnen Stationen zu lösen sind und Informationen zum Erreichen des nächsten Zwischenziels oder des Endziels enthalten.

Schnitzeljagden können auch in ihren Abläufen variieren. So kann das Ziel beispielsweise feststehen, aber nur erreicht werden, wenn an den einzelnen Stationen Gegenstände gefunden oder Informationen gesammelt werden. Diese eignen sich beispielsweise, um anschließend am Zielort Schatztruhen öffnen oder Rätsel lösen zu können. Die „Schnitzeljagd“ lässt sich demnach auch so definieren, dass einzelne Bestandteile (Schnipsel) zusammengetragen werden, um sie am Ende wie ein Puzzle zusammenzuführen. In diesem Sinne sind auch der Orientierungslauf im sportlichen und der Orientierungsmarsch im militärischen Bereich Variationen der Schnitzeljagd, aber auch die Sportarten Biathlon und Geländereiten sind konzeptionell mit dem beliebten Geländespiel verwandt.

Varianten: Moderne Adaptionen der „Schnitzeljagd“

Die klassische „Schnitzeljagd“ wird zunehmend durch moderne Varianten ersetzt, bei der technische Hilfsmittel immer stärker an Bedeutung gewinnen. Eine sehr beliebte neue Art ist das sogenannte „Geocaching“, bei der wiederum zwei Gruppen interagieren. Die Koordinaten der „Caches“ (engl.: Verstecke, geheime Lager) werden von der vorbereitenden Seite im Internet veröffentlicht, während die „jagende“ Seite mit GPS-Unterstützung versucht, das Versteck zu finden. Der Vorteil dieser Schnitzeljagd-Variante ist, dass sie praktisch jederzeit und auch allein durchgeführt werden kann, gleichzeitig ist das dafür notwendige technische Equipment heutzutage in jedem Smartphone vorhanden. Geocaching hat sich in den Jahren stetig weiterentwickelt, so dass heute zahlreiche Varianten wie Multi-Cache, Nacht-Cache oder Wherigo-Cache existieren.

Eine weitere beliebte Neuinterpretation der Schnitzeljagd ist „Alleycat“, bei der sich die Teilnehmer mit Fahrrädern allein oder in Teams durch urbane Räume bewegen. Sie müssen bei dieser Variante verschiedene Checkpoints abfahren und oft ganz unterschiedliche, häufig witzige Aufgaben lösen. Den Streckenverlauf und eine Liste der Aufgaben erhalten die Teilnehmer meist kurz vor dem Start, so dass „Alleycat“, was soviel wie Streunende Katze bedeutet, gleichzeitig eine Variation des Orientierungslaufes ist.

Selbstverständlich existieren mittlerweile zahlreiche Adaptionen der klassischen „Schnitzeljagd“, die digitale Welten mit der Realität verknüpfen oder ausschließlich im digitalen Raum stattfinden. Es ist dabei umstritten, ob Augmented-Reality-Games wie „Pokemon Go“ oder „Harry Potter“ digitale Varianten der Schnitzeljagd sind, allerdings gibt es zahlreiche Games und Apps, die das ursprüngliche Konzept der Schnitzeljagd viel stärker in den Mittelpunkt rücken.

Warum sagt man “Ruhrpott”? Woher kommt der Ausruck? Wortherkunft, Geschichte, Erklärung


Wenn die Rede vom Ruhrpott ist, denken wir instinktiv an Kohle und rauchende Schlote, an schlechte Luft und harte Arbeit. Aber auch Kult-Kommissar Horst Schimanski vom TATORT, Tauben im Hinterhof und die Zeit des Wirtschaftswunders sind Assoziationen, die eher positiv mit diesem Begriff verbunden sind. Aber woher genau stammt dieser Begriff eigentlich?

Der Topf aus dem Ruhrgebiet: Warum heißt es “Ruhrpott”?

Ein „Pott“ ist die Bezeichnung für ein Gefäß, der Kohlenpott ist dementsprechend ein Behältnis für die Lagerung bzw. den Transport von Kohle. Bereits im 18. Jahrhundert wurde in Deutschland Kohle auf industriellem Niveau gefördert und verarbeitet. Insbesondere der Abbau von Steinkohle trug lange Zeit zum Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland bei. Zur Blütezeit der Kohleförderung Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde an über 150 Standorten in der gesamten Bundesrepublik in den sogenannten Zechen nach dem schwarzen Gold gegraben. Neben dem Saarland und dem Tecklenburger Land war insbesondere das Ruhrgebiet die größte und bedeutsamste Lagerstätte für Kohle in Deutschland.

Das Ruhrgebiet

Mit über 5 Millionen Einwohnern auf ca. 4.400 Quadratkilometern ist das Ruhrgebiet einer der größten Ballungsräume in ganz Europa, der seine Bezeichnung der am südlichen Rand fließenden Ruhr verdankt. Das Ruhrgebiet war wie keine andere Region eng mit dem Bergbau verflochten, der das Aussehen der Landschaft entscheidend prägte und für einen Großteil der Arbeitsplätze verantwortlich war. Die sogenannte Kohlekrise in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts führte daher zu großen Verwerfungen. Als die Kohle aufgrund ausländischer Konkurrenz und neuer Technologien nicht mehr kostendeckend gefördert werden konnte und der gesamte Industriezweig schließlich auf immer weiter steigende staatliche Subventionen angewiesen war, begann der Niedergang der gesamten Kohle-Industrie. Erst durch den Strukturwandel und die mit ihm verbundene Erstarkung der Informations- und Kommunikationsindustrie, der Umwelttechnik sowie des Dienstleistungssektors gelang schließlich die erfolgreiche Etablierung neuer Erlösmöglichkeiten für die gesamte Region. Beispiele für einen erfolgreichen Strukturwandel, der das Ruhrgebiet auf neue Pfade führte, ohne dabei die eigene Geschichte aus dem Blick zu verlieren, sind das Gasometer in Oberhausen oder der Landschaftspark Nord in Duisburg, wo ein stillgelegter Hochofen in einen Hochseilklettergarten umfunktioniert wurde.

Der Ruhrpott – mehr als nur ein Kohlerevier

Was symbolisiert die enge Verflechtung des Ruhrgebietes mit dem Steinkohlebergbau besser als ein Begriff wie „Ruhrpott“? Der Name eines Kohlentopfes stellvertretend für eine gesamte Region, die von der Kohle lebte. „Dein Grubengold hat uns wieder hochgeholt“, so besang es Herbert Grönemeyer in seiner Hommage an die Ruhrgebietsstadt Bochum. Noch heute, nachdem die letzten Zechen im Ruhrgebiet längst geschlossen wurden, trägt die Region die Bezeichnung Ruhrpott mit Stolz. Viele Dinge erinnern an die gute alte Zeit und die Menschen im Ruhrgebiet schämen sich nicht für ihre Vergangenheit.

Das Herz am rechten Fleck

Gelten Norddeutsche oftmals als verschlossen und wortkarg, ist der Ruhrpöttler als gesellig, aufgeschlossen und authentisch bekannt. Hier wird „Tacheles“ und „frei Schnauze“, also Klartext gesprochen. Anders als der versnobte Düsseldorfer ist der Mensch aus dem Ruhrpott bodenständig und nahbar. Til Schweiger als Prolet mit Herz in „Manta, Manta“ oder Horst Schimanski als fluchender Raufbold-Kommissar beispielsweise griffen diese Klischees dankbar auf.

Der moderne Ruhrpott gedenkt seiner Wurzeln

Auch wenn die Zechen mittlerweile geschlossen sind, existieren doch noch viele der ehemaligen Arbeitersiedlungen, in denen die ehemaligen Malocher mit ihren Familien in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihren Arbeitsplätzen lebten. Manche von ihnen habe sich inzwischen sogar zu hippen gemausert, wie zum Beispiel die Gartenstadt Margarethenhöhe in Essen.
Ebenfalls erhalten geblieben sind die zahlreichen Büdchen im Ruhrgebiet – was dem Berliner Nachtmensch sein „Späti“, war für den Ruhrpott-Bewohner schon immer die Trinkhalle oder das Büdchen. Kleine Kioske, die rund um die Uhr Süßigkeiten, Zigaretten, belegte Brötchen oder ein kühles Pils anbieten, und wo man sich mit den Nachbarn auf einen kurzen Plausch trifft.

Warum sagt man “Frosch im Hals”? Woher kommt der Ausdruck? Herkunft


Bei einem trockenen Hals oder auch einem Kloß im Hals wird oft gesagt “Ich habe einen Frosch im Hals”. Nun fragen sich viele Menschen, warum es gerade der Frosch sein muss.

Wortherkunft: “Einen Frosch im Hals haben”

Diese Redewendung ist durch eine Wortverdreherei entstanden. Eine Geschwulst im Rachenbereich fühlt sich wie ein Kloß an. Dies heißt im medizinischen Fachbegriff “Ranula”. Zudem ist die lateinische Bezeichnung für Frosch “rana”.

Weil sich nun die beiden Wörter sehr ähneln, ist mit der Zeit diese Redewendung “Einen Frosch im Hals haben” entstanden.
Ein echter Frosch im Hals ist besonders unangenehm, geht aber meist mit Räuspern oder Husten wieder weg. Wenn dies nicht helfen sollte, wird auch vom Globus-Syndrom gesprochen. Der häufigste Auslöser ist eine trockene Rachenschleimhaut.

Hat jemand nun oftmals einen Kloß im Hals, verschlimmert zuweilen auch Husten und Räuspern die Symptome. Einen Frosch im Hals haben heißt einen Kloß im Hals haben. Eine mögliche Mundbodenzyste ist das sogenannte „Fröschleingeschwulst“, ein Diminutiv von dem lateinischen Wort „Rana“ bezeichnet eine Verdickung der Glandula sublingualis maior. Dies ist die Unterzungen-Speicheldrüse und liegt daher unter der Zunge und eigentlich nicht im Bereich des Halses. Eine vergrößerte Ranula sieht fast so wie die Schallblase eines Frosches aus und kann unter zu Sprech-, Schluck- und Atembeschwerden führen.

Was hilft gegen den Frosch im Hals?

Der häufigste Auslöser für einen Frosch im Hals ist Trockenheit der Schleimhaut des Rachens. Diese führt dazu, dass der vorhandene Schleim nicht richtig abfließen kann und im Rachen hängt. Helfen kann hierbei hinreichende Zufuhr von Flüssigkeit durch Trinken, Inhalieren oder Gurgeln.

Patienten, welche wegen Bluthochdrucks Arzneimittel einnehmen, leiden häufig an diesem Syndrom, weil bei die die Schleimhauttrockenheit als Nebenwirkung der Medikamente auftreten kann.
Andere Auslöser sind auch muskuläre Verspannungen im Nacken- und Halsbereich, Entzündungen und auch Vergrößerungen der Schilddrüse.
Viele Menschen reagieren mit dem Räuspern, was jedoch mehr schadet, als es nützt, denn die Stimme wird hierdurch stark belastet. Hier helfen zum Beispiel Salbeibonbons oder warmer Brombeersaft als Hausmittel hat. Bei dieser Heiserkeit ist die Ranula zumeist angeschwollen und verursacht hier die Schluck- und Sprechbeschwerden.

Woher stammt die Redewendung “einen Frosch im Hals haben ” eigentlich? Herkunft

Die Menschen sind oft heiser und bekommen keinen richtigen Ton heraus. So müssen sie ständig husten und sich räuspern. Menschen haben dann das Gefühl, im Hals ist etwas, welches vor allem beim Sprechen stört. Ist dies vielleicht ein Frosch?

Einen Frosch im Hals zu haben hat nichts mit dem quakenden und grünen Tier zu tun.

Hiermit bezeichnen Ärzte eine Geschwulst im Mund, welche Schluck- und Sprechbeschwerden hervorruft und zumeist auch operativ entfernt werden muss. Die Ranula ist Lateinisch und heißt kleiner Frosch oder Fröschlein. Der Ausdruck wurde mit der Zeit übersetzt und dann angewandt, wenn sich jemand stark räuspern musste. So hatte er dann einen Frosch im Hals.
Mit dem echten Amphibium hat dies aber nichts zu tun. Diese Zyste im Boden des Mundes wird in der Fachsprache auch Froschgeschwulst genannt, da diese Schwellung wohl ein Aussehen wie der Frosch besitzt. Wer beim Sprechen wegen der Heiserkeit Schluckbeschwerden hat, der hat es auch schwer wie einer, welchen die Ranula plagt. Dies ist aber nicht so schwer wie die Franzosen, welche sprichwörtlich eine Katze im Hals haben, oder die alten Griechen, welche an einem Wiesel schlucken mussten.
Ranula bedeutet auf Lateinisch „kleiner Frosch“ und ist der Begriff für die Speicheldrüse, welche sich unter der Zunge des Menschen befindet. Entzündet diese sich, kann sie bis so groß wie eine Walnuss werden und erinnert an die Schallblase von Fröschen, welchem sie als Verstärker der Resonanz für die Paarungsrufe dient. Die entzündete Ranula kann in einem solchen Stadium das Sprechen und Schlucken behindern und muss zumeist auch operativ entfernt werden.

Einen Frosch im Hals gibt es daher tatsächlich, besser gesagt das Fröschlein. So sitzt dieses Fröschlein nicht genau im Hals, sondern eher in dem Bereich unter der Zunge.

Bezeichnet wird mit dem Wort Ranula somit eine kleinere Zyste, die sich ausbilden kann, wenn die untere Zungenspeicheldrüse sich entzündet hat. Ist dies der Fall, bildet sich in etwa diese Zyste. Dies ist die Ranula, die auch Mundbodenzyste oder Froschgeschwulst genannt wird. Diese ist mit dickem Speichel gefüllt und schwillt dadurch auch sehr stark an.

Daher ist es verständlich, dass jene Zyste vor allem von den Betroffenen als Fremdkörper im Mund und Hals wahrgenommen wird, welcher sie beim Sprechen oder auch beim Schlucken stört. In der Folge räuspern die Menschen sich, um genau diesen Fremdkörper aus dem Hals loszuwerden.
Nun ist bekannt, wobei es sich bei einem Frosch im Hals nun wirklich handelt. Nun stellt sich noch jene Frage durch was sich die untere Zungenspeicheldrüse entzünden kann, sodass dieses Fröschlein dann entsteht.

Ganz einfach kann dies durch zu viel Sprechen entstehen und die Ranula bildet sich schmerzhaft aus. Vor allem wer berufsbedingt viel sprechen muss, hat oftmals diesen Frosch im Hals. Auch das Verschleppen von Erkältungen kann auch zu einer Entzündung der unteren Speicheldrüse führen. Die Ursache kann aber auch im Magen liegen. Vor allem wer an Sodbrennen leidet, kann in dieser Folge der Reizung durch die Magensäure eine Ranula im Hals bzw. Mund entwickeln. Daher stammt diese Redewendung von einem Frosch im Hals. Doch in der Umgangssprache verwenden Menschen diese in den seltensten Fällen bei der Speicheldrüse, die entzündet ist, sondern eher dann, wenn die Schleimhaut gereizt ist. Verursacht wird dies zum Beispiel durch Erkältungen, Sodbrennen, Stresssituationen oder eine Überbelastung der Stimme. So fühlt sich der Hals an wie zugeschnürt, und zudem fällt das Schlucken und Sprechen schwer.

Warum sagt man “beleidigte Leberwurst”? Woher kommt der Ausdruck? Herkunft


Auf dem Brot schmeckt die Leberwurst am besten, aber warum spielen viele Menschen eine beleidigte Leberwurst, wenn diese beleidigt sind?

Warum sagt man “beleidigte Leberwurst”? Herkunft des Begriffs

So hat sich einst die Annahme, Gefühle entstehen in der Leber und die Geschichte von einer Leberwurst zu dieser Redewendung vereint.
Fehlt es zum Beispiel dem Gatten einmal wieder an Humor, wen ein kleines Missgeschick passiert ist? Überreagiert eine Frau, wenn dieser ihr nahe legt, die lange Blockade im Badezimmer zu beenden? Die Antwort ist oft, jetzt doch nicht spiel t die beleidigte Leberwurst zu spielen. Aber was bedeutet dies eigentlich? Gibt es hierbei Affinitäten beleidigter Personen mit der Leberwurst? Erinnert eine gequetschte Leberwurst möglicherweise an eine mürrisch dreinschauende Person?

Im Mittelalter war die Leber das Organ der Gefühle. Vor allem für verwerfliche Eindrücke wie Zorn und Wut wurde damals dieses schwarze Verdauungsorgan verantwortlich gemacht. Wenn sich nun jemand ärgern musste, dann hatte dieser immer die beleidigte Leber. Gern werden ungehaltene Mitmenschen auch mit den Worten: „Ist dir vielleicht eine Laus über die Leber gelaufen?“ Die Leberwurst kann daher dazugekommen sein, um die Sentenz zu personalisieren, der Leber entsprechend einen Träger zuzuordnen.

Eine weitere Erklärung bemüht eine alte Geschichte aus dem Land Sachsen. Hierin nimmt ein Metzger kochende Würste aus dem Kessel nacheinander heraus. Nur eine einzige Leberwurst bleibt verlassen zurück und ist daher beleidigt. Dies geschieht nun lange, bis diese vor Wut platzt.

Im Mittelalter wurde davon ausgegangen, dass alle Gefühle von Menschen in ihrer Leber hergestellt werden. Hierzu gehörten Trauer, Liebe, Wut und auch Ärger. Waren die Menschen nun sauer, dann hatten sie eine beleidigte Leber. Hierbei wurde die Wurst dann irgendwann dieser Redensart hinzugefügt.

Die Herkunft der Redewenung

Wie so viele andere Redensarten auch, stammt eine beleidigte Leberwurst aus dem frühen Mittelalter. Die Gebildeten sind hierbei davon ausgegangen, dass alle Gefühle des Menschen von seiner Leber aus dirigiert wurden.
Hierzu gibt es viele Geschichten. Nachdem ein Fußballspieler sich nach dem Spiel in der Befragung von einem Reporter provoziert gefühlt hatte, ist dieser einfach mitten in dem Gespräch weggegangen. So hat er es vorgezogen, hier die beleidigte Leberwurst zu sein, statt sich den Fakten zu stellen.

Weil Martina den Geburtstag der Freundin Sabine vergessen hat, ist Sabine jetzt sehr schlecht auf Martina zu sprechen. Sie möchte doch faktisch in kommender Zeit erst einmal keinen Kontakt mit ihr haben. Warum diese nun so ungestüm reagiert und sie nun beleidigte Leberwurst ist, bleibt schwer verständlich.

Die “beleidigte Leberwurst sein” bedeutet, dass jemand zurückweicht und außerdem noch schmollt. Andere Menschen bezeichnen ihn dann oftmals mal aus Hohn als eine beleidigte Leberwurst. Hierbei wird auch noch unterstellt, dass es gar keinen Grund hierfür gibt, so beleidigt auf die jeweilige Situation zu reagieren.

Die Redewendung “beleidigte Leberwurst” und das Mittelalter

Wie so viele andere Redensarten auch stammt die beleidigte Leberwurst bereits aus dem Mittelalter. Die Forscher und Wissenschaftler sind zu dieser Zeit davon ausgegangen, dass alle Gefühle des Menschen von seiner Leber gelenkt werden.

Wenn nun ein Mensch sich über etwas sehr stark geärgert hat, dann gingen die anderen Menschen von der eingeschnappten Leber aus. Doch wie nun genau wird von der Leber zur Leberwurst gekommen? Aus den Erzählungen ging hervor, dass eine Leberwurst in heißem Wasser vor Zorn aufgeplatzt ist.

Dies passierte deshalb, weil ein Metzger alle anderen Leberwürste beim Kochen vor der letzten Leberwurst aus dem Topf genommen hatte. So war diese Leberwurst schließlich allein, eingeschnappt und ist aus diesem Grund geplatzt. Daher wurden schließlich alle Erzählungen zu dieser Redewendung miteinander verbunden.

Eine “beleidigte Leberwurst” ist immer eine Person, die trotzt und auch schmollt. Oft unterstellt dieser Ausdruck, dass es im Grunde gar keinen wirklichen Grund gibt, beleidigt und verletzt zu sein. Daher wird auch gesagt, dass jemand eine beleidigte Leberwurst ist.

Warum sagt man “Flohmarkt”? Woher kommt der Ausdruck? Wortherkunft


Ein Flohmarkt ist ein Markt mit Ständen, an denen gebrauchte oder alte Waren billig verkauft werden. An einigen Orten verkauft ein Flohmarkt sehr alte Möbel oder Antiquitäten. In anderen ist es ein Outdoor-Markt, der alte Sachen günstig verkauft. Unabhängig davon, wie unterschiedlich die Bedeutung des Begriffs sein kann, handelt es sich in den meisten Fällen um einen Markt auf dem billige Dinge verkauft werden.

Woher kommt der Name Flohmarkt? Wortherkunft, Bedeutung

Die genaue Herkunft des Wortes Flohmarkt kann nicht eindeutig erklärt werden. Eine Idee, die Historiker haben, ist, dass der Flohmarkt von den Außenbasaren von Paris kommt, von denen einige schon seit Hunderten von Jahren existieren. Der Begriff soll erstmals in den 1880er Jahren aufgetaucht sein, als ein unbekannter Schnäppchenjäger den Markt mit seinen Lumpen und alten Möbeln betrachtete und ihn Le Marché aux Puces („Markt der Flöhe“) nannte. Aufgrund der Wahrnehmung der Käufer, dass einige der dort verkauften, abgenutzten Waren die kleinen Blutsauger trugen.

Ein anderer möglicher Ursprung hat seine Wurzeln in denselben französischen Märkten, jedoch mit einer Wendung der Wörter und der Bedeutung. Als die Stadtplaner von Paris begannen, ihre breiten Alleen festzulegen und neue Gebäude zu errichten, wurden einige der Seitenstraßen und Gassen, in denen sich die gebrauchten Märkte und Stände im Freien befanden, abgerissen. Die Kaufleute waren gezwungen, ihre Waren zu nehmen und sich anderswo niederzulassen. Nach ihrer Wiederherstellung wurden die verbannten Basare als “Flucht -Märkte bekannt, die später irgendwie zu “Floh” wurden. Warum sich der Name von Flucht- zu Flohmarkt geändert hat, ist nicht eindeutig belegbar.

Eine dritte Erklärung stammt aus dem kolonialen Amerika. Die niederländischen Händler, die sich in New York niederließen, hatten einen Markt im Freien, den sie Vlaie-Markt (manchmal auch als Vly oder Vlie bezeichnet) nannten. Er wurde nach dem niederländischen Wort für „Sumpf“ benannt und bezog sich auf die Lage des Marktes auf einer ehemaligen Salzwiese. Englisch sprechende Personen sprachen das Wort mit einem „f“ aus und der Fliegen- / Flohmarkt und andere Orte wie dieser wurden schließlich alle zu Flohmärkten.

Warum heißt es Flohmarkt?

Zehntausende Menschen besuchen jedes Jahr Flohmärkte auf der ganzen Welt. Die Anzahl der Anbieter auf dem Markt ist unermesslich. Flohmärkte gibt es in allen Formen und Stilen. Ihre Popularität weckt das Interesse an der Geschichte und der allgemeinen Bedeutung des Flohmarktes.

Einige Flohmärkte erheben eine Gebühr für den Eintritt oder eine Gebühr für die Stände in die Räumlichkeiten. Wie bei den meisten Marktplätzen, die Unternehmen kommerzialisieren, verkaufen viele Flohmärkte heute auch Backwaren und lokale landwirtschaftliche Produkte.

Was ist ein Flohmarkt?

Der Flohmarkt ist im Kern ein Ort, an dem Händler gebrauchte Waren verkaufen können. Traditionellere Flohmärkte werden entlang der Straßen aufgestellt und sind daher saisonabhängig.

Jeder Flohmarkt ist einzigartig, sei es formell oder lässig. Die Qualität reicht von Antiquitäten und Vintage über Sammlerstücke bis hin zu Spielzeug oder Ramsch. Ebenso können Händler Profis oder Hobbyisten sein. Viele Sammler besuchen Flohmärkte, um ein Schnäppchen zu machen, wenn Verkäufer ihre Garage entrümpelt haben und noch etwas Geld generieren möchten.

Was ist ein anderes Wort für Flohmarkt? Bedeutung

Flohmärkte werden je nach Art und Standort unter anderen Namen geführt. Trödelmarkt ist ein weit gefasster Begriff, der Orte für den Tauschhandel und den Handel mit Waren umfasst. Beschreibungen wie der „Antiquitäten-“ und der „Vintage“ -Markt sind jedoch in der Regel hochwertigen Sammlerstücken vorbehalten.

Flohmärkte, Trödelmärkte und Hofverkäufe sind häufig kleine Märkte in Stadtteilen. Auf vielen Stadtfesten gehören kleine Flohmärkte dazu und sind Teil des Festes. Auch an verkaufsoffenen Sonntagen oder Ladenhütermärkten werden Sie Flohmärkte finden können.

Warum heißt Teewurst “Teewurst”? Woher kommt der Name? Wortherkunft, Geschichte


Die Teewurst gehört nicht nur in Deutschland zu den beliebtesten Wurstsorten. Die streichfähige Rohwurst, die in den Sorten fein und grob erhältlich ist, erfreut sich vor allem aufgrund ihres würzigen und feinsäuerlichen Geschmacks hoher Beliebtheit und gehört neben der Salami und der Mettwurst zu den drei meistgekauften Rohwurstsorten in Deutschland – mit einem Marktanteil von fast 10%. Doch warum heißt die leckere Teewurst, die sich gleichermaßen gut als Aufstrich für Brot und Brötchen verwenden lässt, eigentlich Teewurst? Sind in ihr etwa minimale Anteile von Tee enthalten? Oder wird sie vielleicht mithilfe von Teeblättern geräuchert? Die Antwort auf diese oft gestellte Frage findet sich weit zurück in der Geschichte der Teewurst.

Weit verbreiteter Mythos: In Teewurst ist kein Tee enthalten

Um es direkt vorwegzunehmen: Bei der Herstellung einer Teewurst kommt kein Tee zum Einsatz – weder heute, noch damals. Auch typische Bestandteile von Tee, wie etwa Kamille oder Fenchel, werden in einer Teewurst nicht verarbeitet – ebenso wenig wird sie mithilfe von Teeblättern geräuchert. Stattdessen bezieht sich der Namenszusatz “Tee” lediglich auf die Uhrzeit, zu der eine Teewurst üblicherweise gegessen wird.

Die Teewurst erhielt ihren Namen, da sie gern zum nachmittäglichen Tee gegessen wurde.

Ein Blick auf die Geschichte: So wurde die Teewurst erfunden

Die Geschichte unserer Teewurst begann Ende des 19. Jahrhunderts in der beschaulichen Kleinstadt Rügenwalde in Hinterpommern. Heute durch die in der TV-Werbung häufig zitierte Rügenwalder Mühle ein fester Begriff, galt sie bereits damals als die unangefochtene Hauptstadt köstlicher Wurstspezialitäten, die unter anderem auch Otto von Bismarck zu schätzen wusste. Bereits im Jahr 1834 wurde die Rügenwalder Wurstfabrik von Carl Müller ins Leben gerufen – doch eine Teewurst gab es damals noch nicht im hauseigenen Sortiment. Diese entstand erst um die Jahrhundertwende und wurde nicht von Carl Müller, sondern von dessen gleichnamigen Sohn Carl Müller erfunden.

Teewurst: Eine Wurst, die gern zum Tee gegessen wurde (und wird)

Für die damalige Zeit war die Herstellung der Teewurst relativ aufwändig, da sämtliche verwendeten Zutaten äußerst fein zerkleinert werden mussten – zudem musste sie zur Entstehung ihres unverwechselbaren Aromas über einen längeren Zeitraum hinweg reifen. Die zusätzliche Arbeit rentierte sich jedoch, da die Bewohner der Stadt Rügenwalde die außergewöhnliche Streichwurst mit dem herzhaften Aroma schnell in ihr Herz schlossen und diese somit zu einem echten Verkaufsschlager wurde. Nun muss man wissen, dass Rügenwalde ohnehin eine Stadt war, in der herzhafte Speisen den süßen Speisen vorgezogen wurden. So war es auch nicht verwunderlich, dass man bei der nachmittäglichen Teezeit nicht zu süßem Gebäck, sondern stattdessen zu einer guten Scheibe Brot mit einem deftigen Aufstrich griff. Die neue Teewurst erfreute sich hierbei schnell hoher Beliebtheit und gehörte für viele Einwohner der Stadt fortan zu einem festen Bestandteil der Teezeit. Da Rügenwalde direkt an einen Hafen angebunden war, eroberte die Teewurst auch schnell viele andere Städte und deren Gewohnheiten zur Teezeit. Mit der Zeit entstand so der Name Teewurst, obwohl man hierbei streng genommen von einer “Teezeit-Wurst” sprechen müsste.

Zwar wird die Teewurst mittlerweile kaum noch zur Teezeit verköstigt, sondern auch liebend gern zum Frühstück und zum Abendbrot gereicht, ihren ungewöhnlichen Namen hat sie aber bis zum heutigen Tag behalten.

Warum sagt man Rabenmutter? Woher kommt der Begriff? Wortherkunft, Erklärung


Noch heute haben Raben einen schlechten Ruf. Charaktereigenschaften wie dumm, böse oder schlecht werden häufig mit diesen Tieren in Verbindung gebracht. Des Weiteren gelten sie als heiser krächzende Unglücksboten sowie Leichenfledderer und miserable Eltern. In unserem Sprachgebrauch ist der Begriff der Rabenmutter ein fester Bestandteil. So werden Frauen, die ihre Kinder schlecht behandeln oder vernachlässigen als Rabenmütter bezeichnet. Vernachlässigen direkt beide Elternteile die gemeinsamen Kinder, so gelten sie als Rabeneltern.

Jedoch stellt sich die Frage, woher dieser Begriff überhaupt stammt und ob Raben tatsächlich für ihn verantwortlich sind.

Woher stammt der Begriff „Rabenmutter“? Wortherkunft

Sind Raben wirklich so schlechte Eltern?

Da Raben eine sehr intensive Brutpflege betreiben und sich fürsorglich um ihre Jungen kümmern, gelten sie als Vorzeigeeltern. Dass man ihnen nachsagt, sie würden sich nicht um ihre Kinder kümmern und diese vernachlässigen, ist somit hinfällig und unwahr. Bezieht man nun den Begriff der Rabenmutter auf die Tiere selbst, gilt dieser Begriff wohl eher als eine Auszeichnung.

Nun stellt sich jedoch die Frage, woher der Begriff denn nun ursprünglich stammt und wieso wir heute noch dieses schlechte Bild von den Tieren haben? In der Bibel, um genau zu sein im Buch Hiob gibt es den folgenden Vers: „Wer bereitet den Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und fliegen irre, weil sie nicht zu essen haben?“. So soll diese Bibelpassage von Martin Luther im 16. Jahrhundert falsch verstanden sowie übersetzt und interpretiert worden sein. Diese Bibelstelle im Alten Testament ist vermutlich auf die Beobachtung der jungen Raben zurückzuführen, welche einst aus dem Nest gefallen sind. Für den Beobachter macht es nun den Anschein, als seien die jungen Raben hilflos und allein. Hierbei kann dem Beobachter jedoch leicht entgehen, dass sich die Rabeneltern stets in der Nähe befinden, um ihre Kinder weiterhin zu versorgen. Vermutlich wegen dieser Interpretation ist der negativ besetzte Begriff in unzähligen Ratgebern, rund um die Erziehung, wiederzufinden.

Nun wissen wir jedoch, dass der Begriff der Rabenmutter überholt ist und nicht den einstigen Vermutungen entspricht. Raben haben somit mit dieser Begrifflichkeit überhaupt nichts zu tun, ganz im Gegenteil. Zurückzuführen ist der Begriff der „Rabenmutter“ auf eine falsche Interpretation durch den Menschen und falscher Überlieferungen.

Jedoch ist diese Interpretation nachvollziehbar, denn Raben wirken aufgrund ihrer Eigenschaften unsympathisch auf den Menschen. Raben sind schwarz und geben heisere sowie krächzende Geräusche von sich. Des Weiteren fungieren sie als Aasfresser, welche sich über Tote hermachen. Da liegt es fast schon auf der Hand, dass man ihnen zuschreibt, sie seien schlechte Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen. Dieses Gerücht rundet das schon bestehende düstere und unsympathische Image des Raben einfach nur ab.

Der Rabe ist jedoch nicht das einzige Tier, dem etwas Schlechtes nachgesagt wird, obwohl es nicht der Wirklichkeit entspricht. Es ist der Mensch, der zahlreichen Tieren schlechte Eigenschaften zu sprechen, obwohl diese überhaupt nicht zu treffen. So ist es auch bei dem Esel, der von dem Menschen als dumm bezeichnet wird, obwohl dies nicht der Fall ist. Oder aber der Wolf, er gilt als böse und diese Behauptung wird durch zahlreiche Filme sowie Märchen noch zusätzlich verstärkt, dabei ist der Wolf alles andere als böse.

Rabenmütter: Raben sind vorbildliche Eltern

Anstatt den Raben schlecht zu machen, sollte sich der Mensch einmal eine Scheibe von ihm abschneiden, denn er hat auch zahlreiche positive Eigenschaften. Sobald sich ein Rabenpärchen einmal gefunden hat, beginnt für sie der Bund für das Leben. Das Rabenpärchen bleibt sich ewig treu und zieht die gemeinsame Brut gleichberechtig gemeinsam groß. Bei der Aufzucht der Brut wird sehr deutlich, wie hochintelligent diese Vögel sind und welche ausgeprägte Fürsorge in ihnen lebt.

Wären diese Tiere tatsächlich miserable Eltern, so wären sie schon vor langer Zeit ausgestorben. Rabenküken sind nämlich ohne die intensive Pflege und Fürsorge überlebensunfähig. Dies hat damit zu tun, dass die Küken als Nesthocker schlüpfen. Das bedeutet, dass sie hilflose sowie nackte Lebewesen sind, die auf die Pflege und Fürsorge der Eltern angewiesen sind. Sie müssen gewärmt sowie mit Futter versorgt werden. Bei Hühnerküken sieht es dabei ganz anders aus, denn sie kommen mit einem warmen Flaumkleid zur Welt und können sofort losrennen und sich ihr eigenes Futter suchen.

Warum sagt man “Ach du grüne Neune”? Woher kommt der Ausdruck? Herkunft der Redewendung


Die Redewendung „Ach du grüne Neune“ ist ein Ausruf, den die heutige Jugend eher wenig benutzt. Mit dem Ausspruch drückt man Erschrecken, seine Verwunderung und Überraschung bei einem negativen Ereignis aus. Tritt man zum Beispiel in Hundekot ist „Ach du grüne Neune“ genauso passend wie bei der Verkündung einer ungeplanten Leistungsüberprüfung in der Schule. Alle unerwarteten Situationen, mit denen man keine Freude hat, lassen sich mit „Ach du grüne Neune“ kommentieren. Alternativ wird auch der Ausspruch „Ach du grüne Güte“ verwendet.

Bedeutung: “Ach du grüne Neune”

Doch warum sagt man eigentlich „Ach du grüne Neune“? Was haben die Farbe Grün und die Zahl neun mit unerfreulichen Überraschungen zu tun?

Zur Herkunft des Ausdrucks gibt es verschiedene Theorien, aber keine gesicherte Erklärung. Fakt ist, dass Grün in mehreren – oft auch negativ behafteten – Redewendungen vorkommt:

  • „Du bist noch grün hinter den Ohren!“ für jemanden, den man für zu jung und unerfahren hält.
  • „Wir sind einander nicht grün“, wenn man sich nicht leiden kann.
  • „Wir kommen auf keinen grünen Zweig“ in Situationen, wo man nicht zu einer Lösung kommt, die für alle akzeptabel ist.
  • „Grün vor Neid werden“ – Grün gilt als die Farbe des Neides.

Andererseits wird die Farbe Grün mit der Natur, Umweltschutz und Leben verbunden. Leuchtet grünes Licht – beispielsweise bei einer Ampel – kann es losgehen. Nimmt man am Handy einen Anruf entgegen, drückt man den grünen Knopf. Ist alles in Ordnung, ist alles im grünen Bereich.

Die Zahl neun ist die höchste einstellige Zahl und steht für Vollkommenheit. In der griechischen Mythologie etwa finden sich neun Musen. Die Neuplatoniker der Spätantike gingen davon aus, dass sich im Menschen neun göttliche Eigenschaften vereinen. Bei den Germanen und Kelten stand die kosmische Zahl neun für Dynamik, Kraft und Vegetation. So wurde unter anderem bei Heilanwendungen viel mit der Neun gearbeitet.

Woher kommt der Ausdruck „Ach du grüne Neune“? Herkunft der Redewendung

Über die Herkunft des Ausdrucks „Ach du grüne Neune“ gibt es verschiedene Theorien.

Ein Erklärungsversuch geht auf ein Tanzlokal und Theater im Vergnügungsviertel von Berlin zurück. Dieses hatte im Laufe der Jahrzehnte wechselnde Namen, die vom jeweiligen Besitzer oder Verantwortlichen gewählt wurden. Eingebürgert hat sich im Volksmund die Bezeichnung „Grüne Neune“, da das Theater früher an der Blumenstraße 9 lag. Der Haupteingang befand sich allerdings im „Grünen Weg“. Das Gebäude befand sich in einem großen Garten und war – Überraschung! – grün angestrichen.

Der Einfachheit halber wurde das Etablissement – unabhängig davon, wer es gerade besaß oder wofür es verwendet wurde – von der Bevölkerung „Grüne Neune“ genannt.

Allerdings soll es den Ausspruch „Ach du grüne Neune“ schon viel länger geben als das Theater, von dem erstmals im 19. Jahrhundert berichtet wurde.

Eine andere Erklärung für die Herkunft des Ausdrucks „Ach du grüne Neune“ geht auf das Wahrsagen auf Jahrmärkten zurück. Gegen Geld konnte man sich die Zukunft vorhersagen lassen. Verwendet wurden dabei deutsche Spielkarten, zu denen die Pik Neun – auch Grün Neun genannt – zählt.

Genau diese Pik Neun ist eine äußerst unheilverkündende Karte und zeigt schlimme Ereignisse an. Kam die Grün Neun, hieß das für den Kunden, der einen Blick in seine Zukunft riskiert hatte, nichts Gutes. Ein beliebter Ausruf des Erschreckens zu dieser Zeit war „Du kriegst die grüne Neune!“

Eine weitere Theorie zum Entstehen des Ausdrucks „Ach du grüne Neune“ geht auf das 10. Jahrhundert zurück. Im Lacnunga, einem medizinischen Text aus dem 10. oder 11. Jahrhundert, werden Heilmittel in Verbindung mit Weißer Magie beschrieben. Dazu gehört der Neunkräutersegen oder Neunkräuterzauber, der aus neunerlei Kräutern besteht und weit verbreitet war. Daraus wird häufig der Ausdruck „Ach du grüne Neune“ hergeleitet.

Holland oder Niederlande? Das ist der Unterschied


Holland oder Niederlande? Bei uns in Deutschland verwenden wir beide Bezeichnungen gleich. Dabei denken wir auch alle an dasselbe, nämlich unser Nachbarland in seiner Gesamtheit. Dennoch gibt es zwischen beiden Begriffen einen erheblichen Unterschied.

Was sind die Niederlande? Bedeutung, Definition

Die Niederlande sind ein Staat und ein Königreich, das im Nordwesten an Deutschland grenzt. Das Land liegt außerdem nördlich von Belgien und hat einen langen Küstenabschnitt an der Nordsee. Heute gehören 12 Provinzen zu den Niederlanden.

Als Nation gibt es die Niederlande seit 1581. Damals lautete die komplette Bezeichnung „Vereinigte Niederlande“.

Vereinigt wurden dabei diverse Provinzen und Landstriche in den „niederen Landen“. Durch die Zusammenführung sollte die Wirtschaftskraft und die Präsenz der Region in der damaligen Politik verbessert werden. Tatsächlich entwickelte sich aus den Vereinigten Niederlanden eine bedeutende Seefahrer-, Handels- und Kolonialmacht.

Mit den „niederen Landen“ ist in diesem Fall die tiefe Lage des kompletten Landstrichs gemeint. Fast ein Viertel des Landes liegt unterhalb des Meeresspiegels. Bei hoher See und Sturmfluten würden die Niederlande größtenteils überflutet werden. Die imposanten Deichanlagen, die überall entlang der Küste zu finden sind, schützen das Land vor dem Wasser.

Die Niederlande sind sehr weitläufig und flach. Es gibt nur sehr wenige sachte Erhebungen. Die höchste Erhebung der Niederlande ist der Vaalserberg in der Provinz Limburg im äußersten Süden des Landes. Der „Berg“ ist gerade einmal 322,5 m hoch.

Die offizielle Hauptstadt der Niederlande ist Amsterdam, der Regierungssitz liegt allerdings in Den Haag.

Was ist Holland? Bedeutung, Definition

Holland leitet sich von „Holtland“ für „Holzland“ ab. Das war früher eine eigene Grafschaft innerhalb der Vereinigten Niederlande. Später entwickelten sich aus Holtland die Provinzen Südholland und Nordholland.

Die Region wurde durch den Holzhandel, die Schifffahrt und den Schiffsbau reich und bekannt. Leider holzten die damaligen Herren über das Holzland fast alle Wälder ab. Später importierten die Vereinigten Niederlande Holz aus ganz Europa und vorzugsweise aus dem Schwarzwald und aus einigen Regionen der Schweiz.

So heißt es, die Altstadt von Amsterdam sei einst komplett auf Schwarzwälder Fichten erbaut worden.

Nord- und Südholland liegen im äußersten Westen des Landes. In Holland lebten etwa 30 Prozent der Gesamtbevölkerung der Niederlande. Die Hauptstadt Amsterdam mit ihren bedeutenden Hafen zählte zu Nordholland.

Durch die starke Präsenz im Handel und dem Schiffswesen war der Begriff Holland weltweit geläufiger als Niederlande. Das hat sich bis heute erhalten.

Und was ist nun das Königreich Niederlande?

Das entstand tatsächlich erst nach der Gründung der „Vereinigten Niederlande“ im Jahr 1815.

Zum Königreich gehören neben den europäischen Niederlanden die teils autonomen Inseln Bonaire, St. Eustatius, Saba, Aruba, Curaçao und Sint Maarten. Die Übersee-Provinzen liegen in der Karibik beziehungsweise gehören zu den Antillen.

So gehen Niederländer mit der „Verwechslung“ um: Holland oder Niederlande

Die Niederländer selbst sagen fast ausschließlich „Nederland“ zum eigenen Land. Sie nehmen es Ausländern aber auch nicht sehr übel, wenn Holland gesagt wird.

Insgesamt waren sich die Niederlande als Verbund immer sehr einig. Es gab durchaus kleinere Eifersüchteleien innerhalb der Provinzen. Diese waren allerdings nie so stark ausgeprägt wie beispielsweise die Feindschaft zwischen England und Schottland.

Genauso wie Holland und Niederlande gern verwechselt werden, sagen viele Ausländer „England“ zur gesamten britischen Insel. Das hören Schotten gar nicht gern und als Ausländer begeht man diesen Fehler in der Gegenwart von Schotten besser nicht.

2019 gab es ein Ersuchen der niederländischen Regierung. Innerhalb einer Kampagne sollte der Begriff Niederlande oder englisch „Netherlands“ besser etabliert werden. Im Zuge dieser Imageveränderung möchten die Politiker zudem eine Trennung der Assoziation des Landes mit Tulpen, Käse, Holzschuhen, Marihuana und freizügigen Gesetzen durchsetzen.

Es bleibt abzuwarten, wie diese Ideen in den kommenden Jahren verwirklicht werden.

Holland als Synonym für die traditionellen Niederlande (Unterschied)

Selbst Niederländer nutzen die Begriffe Holland oder holländisch, wenn es darum geht, etwas sehr Urtümliches oder Traditionelles auszudrücken.

Treffen Niederländer im Ausland unerwartet einen Landsmann kann der schon mal freudig als anderer „Hollandse jongen“ (ein holländischer Junge) bezeichnet werden.

Warum heißt das Brandenburger Tor “Brandenburger Tor”? Namensherkunft


Das Brandenburger Tor ist eines der berühmtesten Wahrzeichen der deutschen Bundeshauptstadt Berlin. Es liegt an der Westflanke des quadratischen Pariser Platzes, der im Westen in die Prachtstraße „Unter den Linden“ mit der weltberühmten Humboldt-Universität einmündet. Im Westen schließen sich die ausgedehnten Grünflächen des Tiergartens mit der Straße des 17. Juni sowie der etwa einen Kilometer entfernten Siegessäule an. In unmittelbarer Nachbarschaft des Brandenburger Tores befindet sich das Reichstagsgebäude, in dem der Deutsche Bundestag als höchstes gesetzgebendes Organ der Bundesrepublik Deutschland untergebracht ist.

Wie kam das „Brandenburger Tor“ zu seinem Namen? Namensherkunft, Erklärung

Die Bezeichnung „Brandenburger Tor“ geht auf die historische Entwicklung Berlins zurück. Bevor die preußische Hauptstadt zur Großstadt wurde, erstreckte sich ihr Gebiet auf die beiden ehemals selbständigen Städte Berlin und Cölln, die bis ins 18. Jahrhundert entstandenen Vorstädte sowie weitläufige, meist landwirtschaftlich geprägte Flächen insbesondere im Osten und Süden der Stadt.

Dieses Gebiet wurde auf Veranlassung von Friedrich Wilhelm I. (dem „Soldatenkönig“) zwischen 1734 und 1737 durch die sogenannte Akzisemauer (Accise = Steuer / Binnenzoll) umschlossen. Diese bestand zu Beginn mehrheitlich aus einfachen Holzpalisaden und fasste ein Gebiet ein, dass heute mit dem Berliner Ortsteil Mitte und einigen Teilen der Ortsteile Kreuzberg und Friedrichshain identisch ist. An den Ausfallstraßen wurden zum Zweck der Zollerhebung zunächst 14 Berliner Stadttore errichtet, zu denen in den darauffolgenden Jahren noch vier weitere Tore insbesondere im südlichen Stadtbereich hinzukamen. Diese 18 Tore ersetzten die 6 bis zum 17. Jahrhundert innerhalb des Festungsringes entstandenen Berliner Stadttore.

Die einzelnen Tore verteilten sich rund um die Stadt in alle vier Himmelsrichtungen. Die durch die Stadttore verlaufenden Straßen verbanden die Residenzstadt mit dem Umland und waren Hauptverkehrswege, die in Richtung bestimmter Städte verliefen. Aus diesem Grund wurde beschlossen, die einzelnen Tore – wie bereits bei den Festungstoren zuvor – mehrheitlich nach den Orten zu benennen, in deren Richtung sie lagen. So entstanden im Westen unter anderem das Potsdamer und das Brandenburger Tor, im Norden das Hamburger und das Prenzlauer Tor und im Osten das Frankfurter und das Stralauer Tor. Einzig die Tore Neues Tor und Wassertor wichen von diesem einheitlichen Benennungssystem ab. Das Tor, das direkt am Eingang zum königlichen Jagdrevier und Barockpark ‘Thiergarten’ lag, dessen Straßen und Wege weiter in Richtung der Stadt Brandenburg an der Havel führten, wurde demzufolge „Brandenburger Tor“ genannt. So kam das Brandenburger Tor zu seinem Namen.

Wie entstand das Brandenburger Tor und welche Bedeutung besitzt es?

Das Brandenburger Tor ist architektonisch ein frühklassizistisches Triumphtor und dem Andenken Friedrichs des Großen gewidmet. Auf Anweisung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. wurde es nach Entwürfen des Baumeisters Carl Johann Langhans in den Jahren 1789 bis 1793 errichtet. Im „Kalten Krieg“ befand es sich direkt an der Schnittstelle zwischen Ost- und Westberlin und war Teil der Berliner Mauer. Über Jahre war das Bauwerk deshalb nicht frei zugänglich und stand sinnbildlich für das geteilte Deutschland. Es ist aufgrund dieser historischen Bedeutung und seiner exponierten Lage im Zentrum von Berlin heute ein weltweit bekanntes Bauwerk und ein deutsche Nationalsymbol.

Interessante Details zu den Berliner Toren

Das Brandenburger Tor ist heute das einzige noch vollständig erhaltene Stadttor von Berlin. Bevor das Bauwerk in seiner heutigen Form entstand, existierten an gleicher Stelle bereits Vorgängerbauten. Das ursprüngliche Brandenburger Tor innerhalb der Akzisemauer bestand aus zwei Pylonen mit aufgesetzten Trophäen zwischen denen ein doppelflügeliges Ziertor angebracht war.

Die meisten Berliner Stadttore wurden zwischen 1867 und 1870 gemeinsam mit der Akzisemauer größtenteils abgerissen, da sich Berlin durch weitere Eingemeindungen weit über die bisherigen Stadtgrenzen hinaus ausgedehnt hatte. Von den übrigen 17 Stadttoren existieren heute nur noch vereinzelt Fragmente, die oftmals in andere architektonische Konzepte eingebunden sind. An die Stadttore erinnern allerdings noch zahlreiche Ortsbezeichnungen in Berlin, so beispielsweise der Potsdamer Platz und die Schönhauser Allee an die gleichnamigen Tore. Potsdamer Tor und Neues Tor waren übrigens die letzten Tore, die neben dem Brandenburger Tor existierten. Beide wurden im 2. Weltkrieg zerstört.

Architektonische Fakten zum Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor war eines der ersten klassizistischen Bauwerke in Preußen und somit ein Ausgangspunkt der späteren staatstragenden Architektur des Landes. Vorbild standen die Propyläen am Eingang zur Akropolis im antiken Athen. Das Brandenburger Tor ist eine Neuinterpretation dieses sechssäuligen Torbaus, die Quadriga (lat. Quattuor = vier) als abschließendes Element auf dem Tor ist hingegen von römischen Vorbildern inspiriert. Es zeigt auf einem zweirädrigen Streitwagen von vier nebeneinander gehenden Pferden gezogen die römische Siegesgöttin Victoria. Das eigentliche Brandenburger Tor hat eine Breite von 62,5 Meter, eine Höhe von 20,3 Metern und eine Tiefe von 11 Metern. Die einzelnen Säulen sind 13,5 Meter hoch, die Skultpur der Quadriga erreicht eine Höhe von etwa 6 Metern.

Warum sagt man “Lügen haben kurze Beine”? Woher kommt die Redewendung? Herkunft


Jeder Mensch lügt. Wer das Gegenteil behauptet ist – wahrscheinlich ein Lügner. Dennoch legen die meisten Menschen sehr großen Wert darauf, für ehrlich gehalten zu werden. Ehrlichkeit gilt als edle Tugend und die meisten Eltern versuchen ihren Kindern sehr früh beizubringen, dass Lügen etwas Schlechtes ist und ehrlich am längsten währt.

Daher gibt es auch viele Sprichworte, die sich mit der Lüge beschäftigen und eines der bekanntesten ist „Lügen habe kurze Beine“. Doch woher kommt dieses Sprichwort eigentlich und lügt man wirklich mehr als 100-mal am Tag?

Ursprung im 17. Jahrhundert: Herkunft “Lügen haben kurze Beine”

Bereits 1663 findet sich dieses Sprichwort erstmals in einem deutschen Wörterbuch. Diesem sehr metaphorischen Ausspruch lag die Vorstellung zugrunde, dass ein Mensch mit kurzen Beinen nicht besonders schnell rennen kann. Die Lüge wird demzufolge als Person mit kurzen Beinen beschrieben, der die Flucht nicht gelingen wird, ein Entkommen vor der Entlarvung als Lügner also nur sehr schwer möglich sein wird. Die Wahrheit kommt also ans Licht, da es auf Dauer nicht möglich sein wird, ihr davonzulaufen.

Gewissermaßen als Gegenspieler der Idee von den kurzbeinigen Lügen fungiert das Sprichwort „Ehrlich währt am längsten“. Denn während die als kurzbeinig personifizierte Lüge nicht weit kommen kann und daher irgendwann aufgedeckt wird, setzt sich die Wahrheit langfristig durch und kommt schlussendlich ans Licht – zumindest nach Ansicht des Volksmundes.

Historische Lügner: Lügen haben kurze Beine

Jedes Kind kennt die Geschichten von Baron Münchhausen – mal reitet er auf einer fliegenden Kanonenkugel, mal zieht er sich selber mitsamt seinem Pferd am eigenen Schopf aus einem Sumpf. Diese Erzählungen gehen auf die historische Figur des Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen zurück, der im 18. Jahrhundert im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg lebte.

Prominente Lügner

Es gibt zahlreiche Lügner, die schmerzhafte Erfahrungen mit diesem Sprichwort machen mussten. So z.B. der ehemalige Fußballtrainer von Bayer Leverkusen, Christoph Daum. Er behauptete steif und fest, kein Kokain zu sich genommen zu haben und wollte dies sogar mit einer Haaranalyse belegen. Das für Daum sehr peinliche und eindeutig positive Ergebnis dieses Tests belegte nachdrücklich, wie kurz die Beine seiner offensichtlichen und öffentlichen Lüge waren. Und auch der amtierende amerikanische Präsident Donald Trump gilt als notorischer Lügner. Laut der „Washington Post“ tischte er der Öffentlichkeit in nur 601 Tagen mehr als 5000 Lügen auf.

Die kleine Schwester der Lüge – die Notlüge

Während die meisten Menschen die sogenannte dicke oder gar faustdicke Lüge als Vertrauensbruch ansehen, ist es in manchen gesellschaftlichen Zusammenhängen durchaus akzeptabel, sich mit einer kleinen „Notlüge“ aus der Affäre zu ziehen. Nicht ganz die Wahrheit zu sagen oder ein harmloses Flunkern macht das soziale Miteinander oftmals deutlich angenehmer. Der Kollegin ein Kompliment für die neue Frisur zu machen, auch wenn man nicht ganz davon überzeugt ist, gilt als charmant, nicht als gelogen. Und wer brächte es schon übers Herz, die künstlerischen Ambitionen einer Fünfjährigen in Frage zu stellen, nachdem sie voller Stolz ein selbstgemaltes, aber misslungenes Bild präsentiert?

Erfolg auch im Kino

Übrigens ist dieses Sprichwort bereits als Filmtitel verwendet worden. Die im Jahr 2002 erschienene US-amerikanische Filmkomödie „Big Fat Liar“ über einen notorischen Lügner mit Frankie Muniz und Paul Giamatti in den Hauptrollen kam mit dem Titel „Lügen haben kurze Beine“ auch in die deutschen Kinos.

Warum sagt man “einen Korb geben”? Woher kommt die Redewendung? Herkunft


“Einen Korb geben” ist eine der im deutschen Sprachgebrauch wohl geläufigsten Sprichwörter. Verwirrend zwar, denn man könnte meinen, einen Korb zu erhalten sei etwas Gutes. Manch einer mag bei der Aussicht, einen Korb zu bekommen, gar frohlocken und ein mit leckeren Speisen und beschwingenden Getränken gefülltes Präsent zu erwarten. Doch weit gefehlt – einen Korb zu erhalten ist nichts Gutes sondern die höchste Form der Ablehnung. Man stelle sich die Verwunderung vor: Statt eines Geschenks erhält der Werbende eine Abfuhr.

Einen Korb geben: Wie kam es zu dieser sprachlichen Verwirrung?

Die Redewendung “Jemandem einen Korb geben” stammt aus dem Mittelalter. Bis in das 17. Jahrhundert hinein gehörte es zur romantischen Brautwerbung, unter dem Fenster der Angebeteten um ein Rendezvous zu bitten. Die Brautwerbung war eine hohe Kunst – der Freier gab sich große Mühe, tüftelte tage- oder wochenlang, erdachte Gedichte und Minnegesang für seine Angebetete. Würdigte die Dame des Herzens all die Mühe und erlag schlussendlich dem Werben des Freiers, so ließ sie einen Korb aus ihrem Fenster hinunter. In diesen Korb nun setzte der Jüngling sich hinein und wurde alsdann von seiner Lieblingsdame hinauf gezogen. Sein Lohn für all die Liebesmüh waren gemeinsame Schäferstündchen mit der Liebsten. Nicht selten dürften sich aus diesen Verbindungen glückliche Ehen ergeben haben.

Mitunter hatten die Damen – besonders die Begehrenswerten – jedoch Probleme mit allzu aufdringlichen Freiern, deren Lockrufen sie nichts abgewinnen konnten. Wie sollten sie sie loswerden? Und – wie könnten sie den besonders Unangenehmen unter ihnen noch eine besondere Demütigung angedeihen lassen? Die Damen griffen zu einer perfiden List – sie ließen auch für die unangenehmen Freier nach deren Werben einen Korb hinunter. Allerdings hatten diese Körbe einen präparierten Boden. Stieg der Jüngling hinein und wurde er hochgezogen, so brach der Boden hinaus und der liebeskranke Freier fiel unsanft auf den Hosenboden. Damit dürfte auch dem letzten liebeskranken Jüngling klar geworden sein, dass die Dame seinen Antrag ablehnte. Das Sprichwort “einen Korb geben” verdanken wir also eifrigen Jünglingen und listigen Damen aus längst vergangener Zeit.

Einen Korb geben: Wortherkunft, Bedeutung

Übrigens – nicht alle Damen konnten es sich leisten, Körbe zu präparieren. Körbe waren teuer und schwer zu bekommen. Weniger betuchte Damen ersannen daher eine weniger kostspielige weitere List. Sie ließen einen unbeschädigten Korb hinunter, nach vermeintlich erfolgreichem Werben stieg der Jüngling in den Korb und wurde dann …. nur zur Hälfte wieder hinauf gezogen. Die Herzensdame ließ ihren Freier hängen. Und wie er dort so baumelte, so mag dem Freier aufgegangen sein, dass sein Werben nicht erfolgreich war. Und auch diese ersonnene List schaffte es über die Jahrhunderte hinein in unsere Sprache: “Jemanden hängen lassen” besagt noch heute, dass der Angesprochene tunlichst nicht mehr mit uns rechnen sollte und wir sein Werben nicht erhören.

Reiche Damen wandelten den Brauch ebenfalls ein wenig ab. Sie konnten Körbe in Hülle und Fülle vergeben, auch solche ohne Boden. Sie ersparten sich demnach die Mühe des Heraufziehens und sandten ihrem unliebsamen Freier einen Korb ohne Boden. Merken Sie es? Noch heute nennen wir eine Gemeinheit mitunter bodenlos und erheben die einfache Gemeinheit damit in eine höhere Dimension.