Jugendwort des Jahres – Von 2008 bis heute

Die Wahl zum deutschen Jugendwort des Jahres findet seit 2008 jährlich statt. Eine Jury unter Leitung des Langenscheidt-Verlags wählt aus eingesendeten Worten die besten aus und bestimmt das Jugendwort des Jahres. Die Worte werden nach folgenden Kriterien bewertet: „gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse“, „Originalität“, „sprachliche Kreativität“ und „Verbreitungsgrad des Wortes“.

Die österreichischen Jugendworte haben wir weiter unten gelistet.

Jugendwort 2008

  • 1. Platz = Gammelfleischparty (Bezeichnung für Feiern und Partys von Menschen, die über 30 Jahre alt sind. – Mehr zu dem Wort erfährst du hier.)
  • 2. Platz = Bildschirmbräune (Bezeichnung für die blasse und weiße Haut von Menschen, die viel vor dem Computer sind.)
  • 3. Platz = unterhopft sein (Lust auf ein Bier haben, da man einen „Mangel“ verspürt.)

Jugendwort 2009

  • 1. Platz = hartzen (Bezeichnung für rumgammeln und abhängen, aber auch für ein Leben auf Staatskosten. Mehr zu dem Wort findest du hier.)
  • 2. Platz = Bam (Ausruf der als Satzverstärkung gebraucht wird.)
  • 3. Platz = Bankster (Mischung aus „Banker“ und „Gangster“; der Ausdruck spielt auf der Verhalten von Bankern vor während der Finanzkrise an.)

Jugendwort 2010

  • 1. Platz = Niveaulimbo (Kritik am Absinken des Niveaus z.B. auf Partys oder in der deutschen Fernsehlandschaft.)
  • 2. Platz = Arschfax (Bezeichnung für das Unterhosenetikett das hinten aus der Hose rausgeuckt.)
  • 3. Platz = Egosurfen (Bezeichnung für die Tätigkeit, sich selbst bei einer Suchmaschine zu suchen.)

Jugendwort 2011

  • 1. Platz = Swag (lässige, coole Austrahlung – Mehr dazu findest du hier.)
  • 2. Platz = (epic) Fail (Englischsprachiger Ausdruck für etwas, dass schief gelaufen ist, ein misslungenes Vorhaben oder für versagen.
  • 3. Platz = guttenbergen (Im Skandal um den ehemaligen Minister Guttenberg und seine Doktorarbeit entstandenes Wort, dass „abschreiben“ oder „kopieren“ bedeutet.)

Jugendwort 2012

  • 1. Platz = YOLO – (Abkürzung für You only live once, einem Lebensmotto, dass auffordert jede Chance zu nutzen und das Leben auszukosten. Vergleichbar mit „Carpe diem“ – Mehr zu YOLO findest du hier.)
  • 2. Platz = FU! (Abkürzung für „Fuck you“, also „fick dich“)
  • 3. Platz = Yalla! (Türkische Ausdruck, der sinngemäß bedeutet: „Beeil dich“ oder „Mach hin!“ – also jemanden auffordert schneller zu sein.)

Jugendwort 2013

  • 1. Platz = Babo (Durch den Rapper Haftbefehl verbreitetes Wort, dass „Anführer“, „Chef“ oder „Boss“ bedeutet.)
  • 2. Platz = Fame (englischer Ausdruck für Berühmtheit und Bekanntheit. Auch als Lob und Ausdruck für etwas gutes, dass passiert ist.)
  • 3. Platz = gediegen (bedeutet: entspannt, cool, lässig, easy, super)

Jugendwort 2014

  • 1. Platz = Läuft bei dir (Ausspruch, wenn einem anderen etwas gutes passiert; kann aber auch ironisch verwendet werden. Mehr dazu hier.)
  • 2. Platz = Gönn dir! (Ausruf an jemanden, der sich selbst etwas Gutes tut. Siehe auch: Volle Gönnung.)
  • 3. Platz = Hayvan (Türkischer Ausdruck der mit „Tier“, „Vieh“ oder „Lümmel“ übersetzt wird. Je nach Kontext kann es bedeuten, dass jemand Triebgesteuert ist oder sich asozial verhält. Ein „Hayvan“ verhält sich jenseits von akzeptierten oder tolerierten Normen und Regeln.)

Jugendwort 2015

  • 1. Platz = Smombie (Kofferwort aus Smartphone und Zombie. Als „Smombie“ werden Smartphone-Nutzer bezeichnet, die nur auf ihr Telefon starren und ihre Umwelt kaum wahrnehmen. Mehr dazu findest du hier.)
  • 2. Platz = merkeln (Verb für „nichts tun“ oder „keine Entscheidung treffen“ – abgeleitet von Angela Merkel, die für ihren Regierungsstil des Abwartens bekannt ist.)
  • 3. Platz = rumoxidieren (Ausdruck für „chillen“, „entspannen“ oder „abhängen“)

Im Jahr 2015 wurde das vorgeschlagene Wort „Alpha-Kevin“ aus der Wertung genommen, da es reale Namensträger diskriminiert. Der Ausdruck hat sich trotzdem verbreitet: Er bedeutet so viel wie: „Der Dümmste der Dummen“ bzw. „Der Anführer der Dummen“. Mehr dazu hier.

Im Jahr 2015 standen auch Tinderella und Swaggetarier zur Wahl.

Jugendwort 2016

  • 1. Platz = fly sein (Jemand ist fly, wenn er/sie besonders abgedreht oder cool ist. Ereignisse oder Gegenstände können auch „fly sein. Das Gegenteil ist: unfly sein. Mehr dazu hier.)
  • 2. Platz = bae (Bezeichnung für den Partner oder beste Freunde. „Bae“ ist die Abkürzung für „Before anyone else“ / „Before anything else“ – es bedeutet sinngemäß: „Vor allen anderen“ oder „Vor allem anderen“. Mehr dazu hier.)
  • 3. Platz = isso (Zustimmung bzw. Bestätigung einer Aussage. „Isso!“ ist kurz für „Ist so!“

Jugendwort 2017

Unsere ausführliche Analyse zu den Jugendworten 2017 findest du hier.

  • 1. Platz = I bims („I bims“ hat keine eigene Bedeutung, außer das es eine abgewandelte Form von „Ich bins“ ist. Innerhalb der Vong-Sprache findet der Ausdruck statt. Mehr dazu hier.)
  • 2. Platz = napflixen (Während des Netflix schauens einschlafen. Kofferwort aus: „Nap“ = Schläfchen“ und „Netflix“ (Name eines Streamingsdienstes für Serien, Filme und Dokumentationen.))
  • 3. Platz = tinderjährig (Jemand ist tinderjährig, wenn er oder sie alt genug ist, um die Kennenlern-App Tinder zu benutzen. 18 Jahre also!)

Jugendworte 2018

Aktuell kannst du die Jugendworte 2018 wählen. Hier findest du eine Liste der Jugendworte 2018.

Österreichische Jugendworte des Jahres

Seit 2010 wird auch in der Österreich das Jugendwort des Jahres gewählt. In dieser Auflistung zeigen wir je das erstplatzierte Jugendwort des Jahres.

2010 – Kabinenparty

Name eines österreichischen Hip-Hop-Liedes des Jahres 2009, welches im österreichischen Dialekt gesungen wurde. Kabinenparty stammt von den Künstlern „Skero feat. Joyce Muniz“.

2011 – liken

Bezeichnung für das Vergeben eines virtuellen „Daumen hoch“ auf Facebook oder durch den Facebook-Like Button auf anderen Webseiten. Mit einem „Like“ wird markiert, was gefällt. „Liken“ ist das Verb für das Substantiv „Like“. (Der deutsche Ausdruck für „Like“ ist „Gefällt mir“.)

2012 – leider geil

Titel der deutschen Band Deichkind. Der Ausdruck „leider geil“ wurde zum Phänomen des Jahres 2012, da es ausdrückt, dass jemand etwas Schädliches oder Ungutes gerne tut und dieses bedauert.

2013 – whatsappen

Verb für die Tätigkeit des Benutzens der Messanger App „WhatsApp“. Der Ausdruck ähnelt dem Wort „SMSen“. Durch „WhatsApp“ wurde die „SMS“ stark verdrängt.

2014 – Selfie

Englisches Wort für ein Selbstporträt, dass mit dem eigenen Smartphone erstellt wird. Durch Smartphones mit Frontkamera war das Aufnehmen von Selfies stark erleichtert, da der Aufnehmende oder die Aufnehmende sich selbst sehen konnte, bevor das Foto erstellt wird.

Selfies werden teilweise mit einem „Idiotenzepter“ aufgenommen. (Idiotenzepter = Selfie-Stick, Selfie-Stange. Mehr dazu hier.)

2015 – zach

Ausdruck für etwas das „schwierig“, „mühsam“ oder „problematisch“ ist. Der Ausdruck „zach“ leitet sich vom Wort „zäh“ ab.

2016 – „Was ist das für 1 Life“

Ausdruck, um das eigene Leben zu loben oder um Missstände anzuprangern. Als Hashtag hat sich „#widf1l“ verbreitet.

2017 – „Hallo, I bims

„Hallo, I bims“ hat keine eigene Bedeutung, außer „Hallo, Ich bins“. Es gehört zur „Vong-Sprache“, also bewusst falschgeschrieben. Mehr zu „I bims“ findest du hier.

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