Was bedeutet YOLO?

„YOLO“ ist die Abkürzung und das Akronym für „You only live once“. (zu deutsch: „Du lebst nur einmal“)

YOLO wird ein Lebensgefühl verstanden, bei dem Spaß und das Nutzen von Chancen zum Gewinn von Freude und Erlebnissen im Vordergrund stehen. YOLO ist ein Lebensgefühl, dass dazu auffordert eigene Ängste zu überwinden und als falsch erachtete Verbote zu missachten. Disziplin und Vernunft (im Sinne von „vernünftige Entscheidungen“) spielen bei YOLO keine Rolle. YOLO fördert die Risikobereitschaft und den Mut ungewöhnliche Wege zu gehen, um Spaß zu haben und etwas zu erleben. Wer YOLO sagt, suggeriert, dass er Mut hat und auch eine Situation unter Kontrolle.

Wenn jemand über seine YOLO-Taten berichtet, so wird dies meist „YOLO-Aktion“ bzw. „YOLO-Aktionen“ genannt oder „YOLO-Moment“.

Beispiele:

  • „Ich spring jetzt. Yolo!“
  • „Hab gerade für 40 Euro Pizza bestellt. Yolo!“
  • „Hausgaben mach ich nicht. Yolo!“
  • „Morgen Klausur. Lernen brauch ich nicht. Yolo“

Unter Jugendlichen ist der Ausdruck „YOLO“ weitverbreitet. Jeder, der nur etwas englisch kann, ist mit YOLO schon in Kontakt getreten.

„You only live once“ als Jugendwort des Jahres

„YOLO“ wurde zum Jugendwort des Jahres 2012 gewählt. Auf Platz 2 landete „FU!“ und auf Platz 3 „Yalla„. Im gleichen Jahr stand auch das Spott-Verb „wulffen“ zur Wahl. Weitere bekannte Jugendworte sind: Swag, Bae und „Fly sein

YOLO und Carpe diem

„YOLO“ wird oft mit dem lateinischen Ausspruch „Carpe diem“ verglichen, wenn nicht sogar gleichgesetzt. „Carpe diem“ bedeutet „Nutze den Tag“ bzw. „Genieße den Tag“.

Obwohl „Carpe diem“ und „YOLO“ auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, so utnerscheiden sie sich stark. Denn „Carpe diem“ auf eine Reaktion auf die Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges in Europa. Der Krieg führte zu vielen Toten und teils wurden ganze Landstriche vernichtet. Auf diese Erfahrung reagierten die Menschen und ihre Nachfahren im 17. Jahrhundert den Augenblick, also das Hier und Jetzt, mehr zuschätzen und zunutzen, da das der Gefühl der Vanitas (Vergänglichkeit) noch lange allgegenwärtig war.

„YOLO“ hat nichts mit Vergänglichkeit oder der Befürchtung bald Tod sein zu tun, sondern ist mehr eine Reaktion auf die Angst etwas verpassen zu können. Hier kommt die Fear of Missing Out (FOMO) ins Spiel, die einige dazu motiviert mutiger zu sein, damit sie verpasste Möglichkeiten später nicht bereuen. Während YOLO die Aufforderung zur Unvernunft ist, ist Carpe Diem die Aufforderung den Tag in Bescheidenheit zu nutzen und zu genießen.

Durch die stärker werdenden sozialen Medien und der Möglichkeit sich durch waghalsige Aktionen im Internet darzustellen und dadurch vielleicht etwas Ruhm zu gewinnen, wurde YOLO weiterverbreitet.

Verbreitung und Geschichte von YOLO

Der Ausdruck „YOLO“ soll das erste Mal 2004 auf einem T-Shirt das Adam Mesh in der Fernsehshow „The Average“ trug, zu sehen sein.

Die Band „The Strokes“ veröffentlichte schon 2009 ein Lied namens „You only live once“.

In der Musik wurde „YOLO“ durch verschiedene Rapper und Hip-Hopper verbreitet. Im englischsprachigen Raum war dies Drake mit dem Lied „The Motto“. In Deutschland und Österreich geschah die Verbreitung unter anderem durch Money Boy.

Die Rock-Band „Suicide Silence“ veröffentlichte 2011 ein Lied namens „You only live once“.

MC Fitti veröffentlichte im Januar 2013 ein Lied namens „YOLO“. Das YouTube-Video hat bis heute mehr als 2 Millionen Aufrufe erzielt.

Ähnliche Ausdrücke wie YOLO gab es in der Geschichte vermehrt:

  • In Clavigo schrieb Johann Wolfgang von Goethe: „Man lebt nur einmal in der Welt“. Das Drama wurde 1774 veröffentlicht.
  • „Man lebt nur einmal!“ heißt ein 1855 veröffentlichter Walzer von Johann Strauss II
  • Der 1967 veröffentlichte James Bond Film „You only live twice“ heißt auf deutsch „Man lebt nur zweimal“.

„YOLO“ in der Musik

Verschiedene Künstler haben ein Lied namens „YOLO“ veröffentlicht. Nachfolgend einige Beispiele:

  • MC Fitti
  • The Lonely Island feat. Adam Levine & Kendrick Lamar
  • Joey Bada$$
  • Zoda
  • Crystal F
  • YOLO Cocaine Gang
  • Népal
  • Kontra K
  • Tom Rosenthal
  • Money Boy („Yolohafte Swagnachten“ oder „Swaghetti Yolonese“)
  • NGA
  • Rebecca Bielinski
  • Lucio Bukowski
  • Sevin

„#YOLO“ heißt ein Album von Finsterforst, was 2016 veröffentlicht wurde.

Weiteres zu YOLO

Der Ausdruck „YOLO“ wird auf Bekleidung wie T-Shirts, Pullover, Beutel, Basecaps und weiteres gedruckt.

Medien: YOLO

„Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zwometerzwo“ ist ein Buch von Gerlis Zillgens und Laura Rosendorfer.

„Yolo, Kaugummi-Knoblauch-Vanilleeis und eine Überraschung zu viel“ ist ein Buch von Gerlis Zillgens und Laura Rosendorfer.

„YOLO – Jugendliche und ihre Lebenswelten verstehen“ ist ein Buch von Marcus Syring und Thorsten Bohl.

„YOLO Juliet“ ist ein Buch Brett Wright. In dem Buch wurde die Geschichte um Romeo und Julia im YOLO-Stil neuaufgelegt.

„YOLO“ ist ein Hersteller von Mitteln, die eine Anti-Aging-Wirkung haben.

„YOLO Pappwatch“ ist eine Armbanduhr.

“ YOLO – Hangouts“ ist eine App.

Orte: YOLO

„Y.O.L.O.“ ist ein Club in Mönchengladbach.

„YOLO“ ist eine Lounge Bar in Wien.

Weiteres mit Namen YOLO

„YOLO Algorithm“ heißt eine Technologie für Neurale Netzwerke.

„YOLO“ wird teils auch mit „You only look once“ übersetzt. Es bedeutet auf deutsch: „Du schaust nur einmal“. „YOLO“ in diesem Sinne, ist der Name einer Technologie für Echtzeit Objekterkennung.

„YOLO Plus“ ist der Name eines Coaching-Programmes.

„YOLO Reisen“ ist ein Reiseveranstalter.

„Yolo.at“ ist die Webadresse der „Schülerparty-Tour 2018“.

Die Webadresse www.yolo.de ist übrigens registiert, aber nicht projektiert.

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