Was ist das NPC-Meme? Was bedeutet es? Bedeutung, Definition und Herkunft erklärt

Das NPC-Meme ist eine Variante des Wojak- / Feels Guy-Meme. Die gezeigten Figuren sind grau und haben statt einem normalen Gesicht ein ausdrucksloses und stark vereinfachtes Gesicht, dass an einen einfachen Smiley erinnert. Alle „NPCs“ haben den gleichen Gesichtsausdruck.

Das NPC-Meme ist eine Reaktion auf die aktuelle politische Kultur und Situation in der Welt. Als „NPC“ werden Menschen bezeichnet, denen unterstellt wird, dass sie nicht selbstständig denken, sondern wie automatisch die Haltung eines Anderen oder Übergeordneten übernehmen. Damit ist gemeint, dass NPCs die Meinungen anderer nachsprechen und nachplappern, ohne das Implikationen bedacht werden oder Kritik an der Meinung geübt wird.

Das NPC-Meme einfach erklärt:

Früher hätte man diese Menschen „Mitläufer“, „Schafe“ oder „(ideologisch) Verblendete“ genannt.

Was bedeutet NPC auf deutsch?

Das Wort „NPC“ heißt: Non-Player-Character. Der Ausdruck stammt aus Videospielen. (Mehr darüber erfährst du im Beitrag: „Was sind NPCs?„) Dort werden Charaktere, die der Handlung dienen, mit dem Spieler interagieren oder einfach die Welt bevölkern als NPCs bezeichnet. Sie haben keinen freien Willen. Jede ihrer Handlungen und Aussagen wurde vom Spielarchitekten vorherbestimmt, der für alles(!) unabänderliche Regeln festgelegt hat. Aus diesen Regeln können NPCs nicht ausbrechen. Sie können sie auch nicht verändern oder von ihnen abweichen. NPCs reagieren nur auf Reize und sind nicht in der Lage ihre Fähigkeiten, Meinungen oder Ansichten weiterzuentwickeln (oder zu überdenken).

Die Funktionsweise dieser NPCs wurde auf verschiedene Menschen übertragen und ist eine abwertende Bezeichnung.

Woran man einen NPC erkennt? Welche Eigenschaften sie haben:

Menschen, die folgende Eigenschaften erfüllen, können als NPCs bezeichnet werden:

  • Sie übernehmen Meinungen, Argumente und Äußerungen anderer ungefragt.
  • Sie hinterfragen Meinungen, Argumente, Fakten und Äußerungen nicht.
  • Innere wie äußere Widersprüche ignorieren sie.
  • Ihnen fehlt moralische Ambivalenz.
  • Ihre Haltung ist stark einseitig.
  • Sie bauen bewusst keine Empathie für ihre Gegner auf und wollen deren Position nicht verstehen.

Aussagen von NPCs wirken wie auswendig gelernt. Sie wiederholen ein Set an Argumenten, Informationen und Fakten. Je populistischer und einfacher die Information, um so leichter verbreiten sie diese. NPCs scheinen unfähig ihre Meinung weiterzuentwicklen oder neue Informationen in ihr Welt zu integrieren. Sie unterteilen die Welt starr in Gut und Böse. NPCs scheinen nur auf ihre „Anführer“ zu hören oder auf jene, die sie zum Anführer erkoren haben und saugen jede Anweisung oder Information dieser Person auf.

Ihre Reaktionen wirken wie automatisch und haben damit Roboterhaften Charakter.

Beispiele für NPCs

Ob NPCs eine Person, Gruppe oder Sache mögen oder ablehnen, entscheidet über ihre Reaktion. Das Motiv oder die möglichen Begünstigten sind egal.

Ihr Verhalten kann auf einfache Reiz-Reaktionsmuster heruntergebrochen werden:

  • „Eine Person oder Gruppe, die ich nicht mag, hat etwas gesagt oder getan, also kritisiere oder diffamiere ich sie.“
  • „Eine Person oder Gruppe, die ich mag, hat etwas gesagt oder getan, also lobe oder verteidige ich sie.“

Die Einstellung gegenüber der Person oder Gruppe entscheidet über die Bewertung. Nicht das Motiv, die Absicht oder wer davon profitiert.

Beispiele:

Es funktioniert für Trump-Gegner: „Trump hat etwas gesagt. Also kritisiere ich ihn.“ Als auch für Trump-Fans: „Trump hat (wieder) etwas gesagt. Also finde ich das gut.“

In der deutschen Politik funktioniert es auch.:

Für AfD-Gegner: „Die AfD hat etwas gesagt, egal was, also kritisiere ich sie.“ oder „Ich konzentriere mich nur auf das negative der AfD.“ – Für AfD-Fans: „Die AfD hat etwas gesagt. Ich finde das super.“ oder „Ich konzentriere mich nur auf das Positive der AfD und ignoriere Widersprüche und Ungereimtheiten.“

Jemand ist Merkel-Fan, dann findet er alles gut, was sie sagt / tut oder er ist Merkel-Gegner, dann findet er alles schlecht, was sie sagt oder tut.

Weitere Formeln:

  • „Eine (politische) Gruppe, den ich nicht mag, demonstriert, also nehme ich an der Gegendemonstration teil.“
  • „Ich ordne alle Aussagen einer (politischen) Gruppe oder Person, die ich nicht mag so ein, dass sie negativ erscheinen und abgelehnt werden müssen.“
  • „Eine Person, die Teil einer (politische) Gruppe ist oder Sympathien für diese Gruppe hat, die ich nicht mag, mag ich nicht und meide jeden Kontakt zu ihr – unabhängig davon welchen Charakter die Person hat.“

NPCs unterstützen eine Sache oder sind gegen eine Sache ohne viel tiefes Wissen darüber zu haben. Sie werden leicht Teil einer großen Masse.

Reaktionen auf das NPC-Meme

Die Reaktionen auf das NPC-Meme waren teils sehr heftig, da sich viele Anhänger verschiedener politischer Richtungen angesprochen fühlten. Sie interpretieren das NPC-Meme als Herabsetzung und Diffamierung ihrer Menschlichkeit. Unter anderem fühlten sich Trump-Gegner und Trump-Beführworter angesprochen. Außerdem reagierten Social Justice Warrior (SJW), Anhänger der Gender-Lehre und ihre Gegner.

Ihnen wurde mit dem NPC-Meme vorgeworfen wie „NPCs“ die gleichen Argumente und Phrasen zu verwenden, die in den Medien verbreitet sind, sowie die gleichen Haltungen zu haben, wie in ihren Milieu-Medien verbreitet werden.

Auch wird den „NPCs“ vorgeworfen, dass sie widersprechende Informationen ignorieren, so umkehren, dass sie in ihr Weltbild passen oder das Gegenüber einfach als „Nazi“ oder „Rassist“ zu beschimpfen, um es moralisch zu entwerten und zu verunglimpfen. Siehe: Nazi-/Hitler-Vergleich, weghitlern.

Wo kommt das NPC-Meme her?

Auf dem Internetforum und -board 4Chan nahm das NPC-Meme seinen Anfang. Dort wurde am 7. Juli 2016 ein Beitrag mit Titel „Are You an NPC?“ veröffentlicht. (Link zum Beitrag: hier) In diesem Beitrag wird die Idee diskutiert, dass Menschen die jedem Trend folgen, den Medien alles glauben, jede Information für bare Münze nehmen und sich jeder Gruppen-Denke anschließen als NPC bezeichnet werden können. Sie erscheinen menschlich, haben aber keine eigene Gedanken. Dort wurden die NPCs erstmal als graue Figuren mit vereinfachten und gleichem Gesichtsausdruck dargestellt.

Demnach ist „NPC“ einfach nur ein neuer Ausdruck für das alte Phänomen der Mitläufer.

Die Grundlage für diese Idee bildet ein 2011 veröffentlichter Psychology Today Artikel, der die Idee behandelt, dass nicht alle Menschen einen inneren Monolog führen. Sie handeln ohne nachzudenken und übernehmen einfach Meinungen.

Wie sind Mitläufer / NPCs möglich?

„NPCs“ wird unter anderem vorgeworfen, dass sie einseitig sind und ihre (politische) Meinung unausgewogen ist. Das ist korrekt und ist nicht die Schuld der NPCs, denn Politik funktioniert nur durch Einseitigkeit. Ein Beispiel dafür? Man kann bessere Tierschutzgesetze verabschieden oder wirtschaftsfreundlichere Tier-„Schutz“-Gesetze. Verabschiedet die Regierung ein Tierschutzgesetz, dass das Wohl des Tieres erhöht, kann dies als wirtschaftsfeindlich interpretiert werden, da dadurch die Haltungskosten steigen. Verabschiedet die Regierung ein Tierschutzgesetz, was die Haltungsregeln lockert, so ist das gut für die Wirtschaft, da eventuell Kosten sinken und so Gewinne steigen, aber es ist schlecht für die Tiere, da die Haltungsbedingungen reduziert wurden.

Gruppendenken und Mitläuferdenken ist ein elementarer Teil der menschlichen Psyche. Teil einer Gruppe zu sein, gibt Sicherheit und erhöht die Überlebenschancen – das wußten schon die Menschen in der Steinzeit. Dieses Denken ist tief verankert in der menschlichen Psyche. Wer eine Gruppedenke hinterfragt, muss damit rechnen schnell ausgegrenzt oder kritisiert zu werden. Beispiele dafür?

Sarah Wagenknecht übte im Oktober Kritik an der Unteilbar-Demo in Berlin. Dafür wurde sie zurück-kritisiert und äußerte sich hinterher, dass sie sich gemobbt fühlte und eine Kampagne gegen sich befürchte.

Dieses Gruppendenken und das Einteilen der Welt in Gut und Böse ist gefährlich. Denn aus der Legitimation heraus, dass jemand der „Gute“ ist, kann der Gedanke erwachsen, dass mit den „Bösen“ alles gemacht werden darf, weil sie die „Bösen“ sind. Dabei verzichten die „Guten“ auf jede Empathie für die „Bösen“ und wollen bewusst kein Verständnis für die Position der „Bösen“ entwickeln. Das führt dazu, dass die „Bösen“ entmenschlicht werden, da sie von den Werten der „Guten“ stark abweichen. Wie soll nun in einer Gesellschaft mit diesen entmenschlichten „Bösen“ umgegangen werden?

Alles hat zwei Seiten: Wer will den Schatten sehen?

Man muss den NPCs zu recht vorwerfen, dass sie unfähig zu erkennen, dass alles eine positive und negative Seite hat – also einen Schatten. Keine politische Gruppe oder Person ist rein negativ oder rein positiv. Dieses Denken ist gefährlich, denn es führt dazu, dass Anhänger und die Ideen einer (politischen) Gruppe, die ein NPC nicht mag, aufgrund des Nicht-Mögens immer verteufelt werden können. Dabei wird die andere Seite der Medaile ignoriert und alles negative wird gezielt wahrgenommen.

Grundsätzlich müßte jeder als NPC bezeichnet werden, der nicht erkennen will, dass jede (politische) Gruppe oder Person zwei Seiten hat und damit nie einseitig schlecht oder einseitig gut sein kann. Sie ignorieren damit den Umstand, dass etwas nur wahr ist, wenn das Gegenteil wahr ist. Damit betreiben sie im Kern Politik, denn diese ist leider einseitig.

In der Schlußfolgerung muss gesagt werden, dass es keine „schlechte Menschen“ gibt, sondern nur Menschen, deren Verhalten als „schlecht“ bewertet wird. Genauso gibt es keine „guten Menschen“, sondern nur Menschen, deren Verhalten als „gut“ bewertet wird. Wer diesen kleinen Sprung wagt, kann Verständnis für die „Bösen“ entwickeln und sehen, dass sie gar nicht so „böse“ sind.

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