merkeln – Woran du erkennst, das gemerkelt wird

„Merkeln“ ist ein Synonym für bloßes nichts tun, welches sich daran zeigt, dass keine Entscheidungen getroffen werden und keine Äußerungen erfolgen. Merkeln bedeutet auch, dass die Zeitspanne zwischen einem Ereignis und einer Reaktion auf dieses Ereignis ungewöhnlich lang ist.

„Merkeln“ kann auch mit folgenden Ausdrücken übersetzt werden:

  • aussitzen
  • nichts tun
  • abwarten
  • keine Entscheidung treffen
  • keine Äußerung von sich geben

Der Ausdruck „merkeln“ stand zur Wahl zum Jugendwort des Jahres 2015 und belegte den zweiten Platz. Auf dem ersten Platz landete übrigens: Smombie (Ein Kofferwort aus „Smartphone“ und „Zombie“.)

Der Ausdruck wurde geprägt nachdem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel lange Zeit Ereignisse unkommentiert lies und keine Reaktion ersichtlich war.

„Merkeln“ leitet sich von ihrem Nachnamen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ab.

Das Verb „merkeln“ sollte keine Ehre oder Auszeichnung für Angela Merkel darstellen.

Bedeutung von merkeln

Je nach Interpretation kann „merkeln“ positiv oder negativ ausgelegt.

Dem „merkeln“ ist eine Sache inne:

Im positiven Sinne bedeutet „merkeln“:

  • Abwarten bis man mehr weiß
  • keine voreiligen Schlüsse ziehen
  • keine Schnellschüsse schießen (nicht überstürzt handeln; nicht in blinden Aktionismus verfallen)
  • Mit Besonnenheit reagieren
  • sich zurückhalten
  • abwarten bis sich die Lage beruhigt
  • nicht dem Druck nachgeben
  • mit ruhiger Hand regieren

Im negativen Sinne bedeutet „merkeln“:

  • Aus Angst lieber nichts sagen, bevor man etwas falsches sagt.
  • Ein Problem aussitzen, statt es anzugehen.
  • Untätig bleiben, obwohl etwas wichtig ist
  • keine eindeutigen Angaben machen
  • indifferent sein
  • Zuschauen, wie sich etwas verschlechert oder schlimmer wird.
  • Unfähig Entscheidungen zutreffen
  • Nichtstun / nichts sagen
  • Bei Fragen ausweichen
  • etwas verdrängen
  • inhaltslos sein

Weiteres

Als Witz kann auch folgender gebracht werden: „Oh du gehörst wohl zum Stamm der ‚Abwarten‘.“

„Merkeln“ reiht sich ein in andere Wortschöpfungen, die auf Politikernamen aufbauen: lindnern, schulzen, gauken (den Nachweis erbringen, kein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter gewesen zu sein), wullfen (eine lange Nachricht auf einer Mailbox hinterlassen)

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