Was bedeutet „Business as usual“ auf deutsch? Bedeutung, Übersetzung, Definition


„Business as usual“ ist ein englischer Spruch und bedeutet wortwörtlich auf deutsch „Betrieb wie normal“ oder „Arbeit wie üblich“.

Sinngemäß bedeutet „Business as usual“ auf deutsch:

  • „Alles geht seinen normalen Gang.“
  • „Alles geht seinen gewohnten Gang.“
  • „Alles läuft normal weiter.“
  • „Alles läuft wie sonst auch.“
  • „Der Alltag geht weiter.“
  • „Die Geschäfte laufen normal weiter.“
  • „Einfach normal weiter machen.“
  • „Zur Normalität zurückkehren“
  • „Alltag wieder einkehren lassen“
  • „Zur Tagesordnung übergehen“
  • „Weitermachen“

Was bedeutet „Business as usual“ auf deutsch? Bedeutung, Definition

Der Spruch „Business as usual“ kann auf zwei Arten verstanden werden:

  • Weitermachen, egal wie die Umstände sind.
  • Zur Normalität zurückkehren.

„Business as usual“ steht dafür, dass trotz schlechter Umstände, schwieriger Situation, Krise, Katastrophe oder Unfälle ein Unternehmen, eine Firma, ein Geschäft oder eine Regierung Kernfunktionen oder Kernleistungen erfüllt. (Das bedeutet z.B., dass ein Geschäft öffnet, eine Firma aktiv ist, ein Unternehmen produziert oder eine Regierung arbeitet, egal was ist oder war.)

Mit „Business as usual“ wird Normalität gewahrt. Es wird gezeigt, dass alles normal läuft und kein Grund zur Panik besteht. Ebenso bestehen keine Gründe, sich Sorgen zu machen oder sich Ablenken zulassen.

„Business as usual“ kann aber auch so interpretiert werden, dass äußere Umstände den Alltag bzw. Arbeitsalltag nicht beeinflussen bzw. dass sich Menschen nicht von äußeren Umständen ablenken lassen. „Business as usual“ als Motto steht dafür, dass in Zeiten der Krise oder Katastrophe Ruhe bewahrt wird.

Business as usual: Bedeutung auf deutsch + Interpretation

„Business as usual“ steht für eine gewisse Konstanz und es steht für Alltag. „Business as usual“ ist auch Ausdruck von Fokus und Widerstandsfähigkeit. Es steht dafür, dass ein Unternehmen oder eine Regierung stabil ist, ihre Kernaufgaben kennt und sich nicht von einer Krise aus der Bahn werfen lässt.

„Business as usual“ steht dafür, dass ein Unternehmen und seine Mitarbeiter oder Angestellten sich trotz äußerer (oder innerer) Umstände nicht von ihrer Tätigkeit ablenken lassen.

„Business as usual“ kann aber auch zu Betriebsblindheit führen. Denn wer nur „Business as usual“ macht, schaut nicht mehr über den Tellerrand und kann sich Neuem verschließen.

Für einige Festangestellte, Freiberufler oder Selbstständige bedeutet „Business as usual“, dass sie an Feiertagen oder Sonntagen arbeiten. Während andere frei haben, sind diese Tage normale Arbeitstage. Auch kann „Business as usual“ so verstanden werden, dass krank sein, kein Grund ist nicht zu arbeiten.

In der Politik wird „Business as usual“ so verstanden, dass der Politikbetrieb trotz Krise oder Wahlkampf weiterläuft. Eine Regierung oder Verwaltung erfüllt also trotz Krise ihre Kernaufgaben. „Business as usual“ kann aber auch dafür stehen, dass eine wiedergewählte Partei oder Koaltion mit ihrer Politik fortfährt und zu ihrem bisherigen Alltag zurückkehrt.

Wortherkunft, Ursprung: Business as usual

Der Spruch „Business as usual“ war ein populäres Motto der Briten zu Beginn des ersten Weltkrieges. (Siehe auch: „Keep calm and carry on„)

„Business as usual“ stand dafür, dass die Gesellschaft nur am Laufen und Funktionieren gehalten wird, wenn jeder seiner Arbeit und seinem Leben weiterhin nachgeht. „Business as usual“ hatte das Ziel dem Feind zu zeigen, dass man sich nicht bedroht fühlt, keine Angst hat und alles weiter seinen gewohnten Gang geht.

Der Spruch „Business as usual“ wurde durch Winston Churchill populär. Am 4. August 1914 sagte er: „The maxim of the british people is ‚Business as usual'“. Auf deutsch: „Die Maxime der Briten ist: ‚Alles läuft normal weiter'“.

Den Spruch „Business as usual“ hat Winston Churchill bekannt gemacht, erfunden soll er ihn nicht haben.

„Business as usual“ konnte von der britischen Regierung nur kurzfristig aufrecht gehalten werden. In den Jahren nach 1914 wurden hunderttausende Männer eingezogen, die im Krieg kämpften. Zuhause fehlten sie und ihre Arbeitskraft, so dass das Leben nicht wie gewohnt weiter gehen konnte.

Weitere Bedeutung von „Business as usual“

In der englischen Sprache wird auch von einem „Business as usual Scenario“ gesprochen. Dabei wird davon ausgegangen, dass es bei gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen oder technologischen Veränderungen keine signifikanten Veränderungen in den Einstellungen und Prioritäten von Menschen geben wird.

„Business as usual“ ist ein deutscher Kurzfilm aus dem Jahr 2014.

„Business as usual“ ist ein österreichischer Kurzfilm aus dem Jahr 2008.

„Business as usual“ ist Album von Men at Work. Es wurde 1981 veröffentlicht.

Was bedeutet „Hätte, hätte, Fahrradkette“? Bedeutung, Wortherkunft, Herkunft der Redewendung


„Hätte, hätte, Fahrradkette“ ist eine deutsche Redewendung, die eine spekulative Diskussion über einen anderen Verlauf der Vergangenheit, beendet.

Was bedeutet „Hätte, hätte, Fahrradkette“? Bedeutung

„Hätte, hätte, Fahrradkette“ wird gesagt, wenn eine Was-hätte-man-besser-machen-können-Diskussion oder ein Was-wäre-wenn-Gespräch  über ein vergangenes schlecht verlaufenes Ereignis oder eine vergangene schlechte Entscheidung beendet werden soll. (Dieses vergangene Ereignis kann z.B. eine verpasste Möglichkeit / Chance sein. Eine vergangene schlechte Entscheidung kann z.B. eine Fehlentscheidung sein.)

Denn die Diskussion über eine verpasste oder schlechte Entscheidung kann sinnlos sein, da die Entscheidung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und die spekulative Diskussion darüber, wie die Vergangenheit bei anderer Entscheidung hätte verlaufen können, überflüssig ist.

Es ist Zeitverschwendung darüber nachzudenken, wie die Zukunft verlaufen wäre, wenn die Fehlentscheidung nicht stattgefunden oder die Chance nicht verpasst worden wäre. Denn die Fehlentscheidung lässt sich nicht mehr korrigieren oder rückgängig machen, um den eigenen Wunschvorstellungen zu entsprechen.

„Hätte, hätte, Fahrradkette“: Fehler analysieren oder über Vergangenheit spekulieren

Die Diskussion über eine verpasste Chance oder eine schlechte Entscheidung kann aber auch sinnvoll sein. Nämlich dann, wenn erörtert und herausgefunden wird, wie die schlechte Entscheidung zustande kam und warum die Chance verpasst wurde. Diese Diskussion sollte mit dem Ziel geführt werden, dass eine erneute Chance nicht verpasst wird und eine erneute schlechte Entscheidung nicht stattfindet. Ist dieses Ziel erreicht, sollte sich eine weitere Auswertung erübrigen.

Wird die Diskussion über eine schlechte Entscheidung oder verpasste Chance mit der Absicht geführt, darüber zu reden, welche Handlungsoptionen in der Vergangenheit nicht wahrgenommen wurden und welche Folgen damit nicht eingetreten sind, kann solch ein Gespräch schnell sehr abstrakt werden und als überflüssig empfunden werden.

Siehe auch: Killerphrasen und Totschlagargumente

Beispiele:

  • Hätte er sich anders entschieden, dann …
  • Hätte ich früher gewusst, dass … dann hätte ich.

Die Bedeutung bei „hätte, hätte, Fahrradkette“ entsteht durch den verwendeten Konjunktiv („hätte“). Das Beispiel „Hätt der Hund nicht geschissen, hätt er den Hasen gekriegt“, hat die gleiche Bedeutung wie „hätte, hätte, Fahrradkette“. Das Beispiel ist ein Konditionalsatz und zeigt die Bedeutung des Konjunktiv. Wäre das natürliche Bedürfnis des Hundes nicht eingetreten, so hätte er das Ziel (den Hasen zu kriegen) erreicht. Der Konjunktiv wird hier verwendet, um zu zeigen, dass ein Ausgangsereignis zu einer Bedindung geführt hat, die dafür sorgte, dass die Folgen einer Handlung nicht eintreten konnten. (Weiteres Beispiel: „Wäre der Satz nicht so kompliziert, würde ich ihn leichter verstehen.)

Die Verwendung des Wortes „Fahrradkette“ steht nicht für eine besondere Verbindung oder Vorliebe zum Fahrrad. Das Wort „Fahrradkette“ reimt sich einfach gut auf „hätte“. Daher ist der Spruch „hätte, hätte, Fahrradkette“ sehr eingängig. (Eine Variante von „hätte, hätte, Fahrradkette“ ist „hätte, hätte, Herrentoilette“.)

Synonyme für „Hätte, hätte, Fahrradkette“:

  • Hinterher ist man immer schlauer.
  • Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen gekriegt.
  • Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär, wär mein Vater Millionär.

Woher kommt der Spruch „Hätte, hätte, Fahrradkette“? Herkunft Redewendung

Die Redewendung „Hätte, hätte, Fahrradkette“ wird schon Ende der 2000er Jahre in der deutschen Serie „Stromberg“ verwendet. (Vermutlich ist es das Jahr 2009.) In der Serie sagt die Figur „Bernd Stromberg“: „Hätte, hätte Fahradkette“. Er führt aus, dass er es (eine Aufgabe) der Erika gegeben und der Dicke es verbockt hat.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und „hätte, hätte, Fahrradkette“

Doch erst als der SPD-Politiker Peer Steinbrück die Redewendung „Hätte, hätte, Fahrradkette“ in einem Interview verwendete, wurde diese populär in Deutschland.

Peer Steinbrück verwendete die Redewendung „Hätte, hätte, Fahrradkette“ im Jahr 2013. Er war damals SPD-Kanzlerkandidat. Der Moderator Sven Lorig sprach damals mit Peer Steinbrück über das vermasselte SPD-Wahlkampfmotto und wollte wissen, wie es zu der Panne mit dem Wahlkampfmotto kam.

Lorig sprach Steinbrück darauf an, dass das SPD-Motto „Das Wir entscheidet“ schon von einer Zeitarbeitsfirma verwendet wird und die SPD dies per einfacher Internet-Recherche hätte herausfinden können. Lorig bezeichnete diesen Umstand als „ärgerlich“. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sagte daraufhin: „Ja, Herr Lorig, hätte, hätte Fahrradkette“ und räumte das Versäumnis ein, äußerte sich aber auch, dass das Thema erledigt sei.

Weitere Bedeutung von „Hätte, hätte, Fahrradkette“

„Hätte, hätte, Fahrradkette: Die Kunst der optimalen Entscheidung“ ist ein Buch von Florian Schroeder. Es erschien 2014.

„Hätte, hätte, Fahrradkette: Ein Weser-Radweg-Krimi“ ist ein Buch von Martein Heinzelmann. Es erschien 2019.

„Hätte hätte Fahrradkette“ ist ein Lied von SDP feat. Keule. Es erschien 2014 auf dem Album „Bunte Republik Deutschpunk“.

Mit „Hätte, hätte, Fahrradkette“ bedruckte T-Shirts und Beutel finden sich auf Amazon.

Was bedeutet „Butter bei die Fische“? Wo kommt die Redewendung her? Bedeutung, Wortherkunft, Definition


Nun gib mal Butter bei die Fische! Der wohlbekannte Spruch signalisiert: Ab sofort ist Klartext angesagt und jemand soll die Wahrheit reden. Es ist Zeit, dass etwas passiert und jemand „zu Potte“ kommt. Wo aber kommt die originelle Formulierung her, die uns im Alltag recht häufig begegnet?

Butter bei die Fische: Ein schmelzender Gruß aus der Küche

Ein Geburtsdatum kann der knackige Einzeiler nicht nachweisen. Der im Nebel der Vergangenheit liegende Geburtsort weist einerseits norddeutsche Spuren und andererseits einen klaren Bezug zu traditionellen Küchengepflogenheiten auf. Dort in der wohlduftenden Wärme der Speisezubereitung kam unmittelbar vor dem Servieren des Fischmahls die cremige Butter ins Spiel. Wurde sie zum gegarten Fisch auf die Teller gegeben, war dies stets auch der Startschuss zum Verspeisen. So vermählten sich Butter und Fisch zu einem perfekten Genuss.

Es galt: Der Fisch wurde erst gegessen, wenn die Butter auf ihm war! Vorher nicht! Dementsprechend war die Aufforderung „Butter bei die Fische“ einst ganz wortwörtlich zu verstehen: „Mach die Butter auf die Fische. Ich will anfangen zu essen. Ich habe Hunger und will das es losgeht!“

Eine weitere Regel für „Butter bei die Fische“ gilt noch: Die Butter wurde erst kurz vor dem Servieren auf den Fisch gegeben, so dass sie nicht verläuft.

In den Werken der berühmten Köchin und Kochbuchautorin Henriette Davidis (1801 – 1876) wird ausdrücklich auf die enge Verbindung von Butter und Fisch hingewiesen. Frau Davidis empfiehlt eine Menge von 70 Gramm frischer Butter auf 500 Gramm Fisch. Dabei kommt das Geschmackswunder als zerlassene Butter, Kräuterbutter oder als feine Buttersoße daher.

Warum Butter? Butter ist ein unglaublicher Geschmacksträger.

Butter bei die Fische: Bedeutung Budder, Botter und Butter

Während im Hochdeutschen die Butter den richtigen Ton angibt, nennt sie sich im Ostfriesischen „Botter“. Auf Plattdeutsch klingt es mit Budder ganz heimelig. Dann wandelt sich auch das geflügelte Wort in «Nu abba Budder bei die Fische!».

Auf den einprägsamen Filmtitel «Butter bei die Fische» setzten vor einigen Jahren auch kluge Filmemacher. Mit der renommierten Schauspielerin Ulrike Kriener in der weiblichen Hauptrolle servierten sie witzig und charmant eine vom Publikum sehr geschätzte, norddeutsche Komödie. Deren Nachfolger übrigens den ebenso einprägsamen Titel «Nägel mit Köppen» bekam. Oft sind es eben die kleinen volkstümlichen Unterschiede, die dem Hochdeutschen den Schneid abkaufen.

Wie steht es um die Sache mit dem «bei»?

Bis zum Jahr 1901 war das «bei» noch ein «bey». In seiner Bedeutung stand es für unter, zwischen, zu oder in der Nähe von. Die ursprüngliche Schreibweise stammt aus dem Frühneuhochdeutschen und erinnert ein wenig an die lyrischen Sangestexte von Walther von der Vogelweide, der in mittelhochdeutscher Sprache dichtete.

Offensichtlich ist die Präposition «bei» auch bei anderen Sprichwörtern und Verballhornungen sehr beliebt. «Komm bei Mutti!» weist eine ähnlich sympathisch-falsche Verwendung auf, die uns zum Schmunzeln bringt. Ausgehend von der Bedeutung in der Nähe von etwas zu sein oder sich dorthin zu bewegen, bringt es die Dinge dennoch auf den Punkt. Das Kind soll bei der Mutter bleiben und die wunderbare Butter bei den Fischen.

Weitere Bedeutung von „Butter bei die Fische“

„Butter bei die Fische“ ist eine Videoreihe des SV Werder Bremen.

„Butter bei die Fische“ ist ein Buch von Rolf-Bernhard Essig.

„Butter bei die Fische“ ist ein beliebter Aufdruck auf Butterdosen und Butterbehälter.

„Butter bei die Fische“ ist ein Lied von Versengold.

„Butter bei die Fische“ ist eine Vortragsreihe der Kreativgesellschaft.org.

„Halt die Ohren steif“ – Woher kommt die Redewendung? Herkunft und Bedeutung erklärt


Wird zu jemanden „Halt die Ohren steif“ gesagt, so wird dieser Person damit Mut zugesprochen und Durchhaltevermögen gewünscht. Sie wird mit „Halt die Ohren steif“ ermutigt, trotz aller Widrigkeiten durchzuhalten, sich nicht unterkriegen zu lassen und weiter zu kämpfen. Außerdem werden der Person Erfolg, Glück und positive Ereignisse gewünscht.

Was bedeutet „Halt die Ohren steif“? Bedeutung

„Halt die Ohren steif“ bedeutet so viel wie „Lass dich nicht unterkriegen“, „Sei tapfer“, „Halt durch“, „Du schaffst das“ oder „Bleib stabil„. Statt „Halt die Ohren steif“ kann auch „Lass den Kopf nicht hängen“ oder „Kopf hoch“ gesagt werden.

Mit der Redewendung „Halt die Ohren steif“ wird auch Trost gespendet, um Schmerz, Niedergeschlagenheit und Traurigkeit zu lindern, ohne dabei rührselig oder emotional zu werden. „Halt die Ohren steif“ steht in dem Sinne dafür, dass die angesprochene Person nicht allein ist und dass an sie gedacht wird, weswegen ihr Wohl gewünscht wird.

Als Verabschiedung bedeutet „Halt die Ohren steif“ so viel wie „Pass auf dich auf“ oder „Komm nicht unter die Räder“. Damit ist „Halt die Ohren stief“ eine empfindsame Verabschiedung bei der dem anderen gewünscht wird, dass es ihm/ihr gut geht bzw. gut ergehen wird.

„Halt die Ohren steif“ wird zu einer Person gesagt, die sich in einer schwierigen Lage / Situation befindet, eine oder mehrere Niederlagen erlitten hat, ein schwieriges Problem lösen will oder die vor einer schwierigen Prüfung steht. Auch zu Menschen, die sich von einer Krankheit, einer schweren Operation oder einem Schicksalsschlag erholen, wird „Halt die Ohren steif“ gesagt.

„Halt die Ohren steif“ wird als Abschieds- und Wunschformel in der deutschen Sprache gesagt. Teils wird „Halt die Ohren steif“ auch gesagt, wenn jemanden Glück gewünscht werden soll.

In einer anderen Variante wird auch „Halt den Nacken steif“ gewünscht. (Siehe: Auf dein Nacken)

Das Gegenteil von „Halt die Ohren steif“ ist „die Ohren hängen lassen“.

Woher kommt „Halt die Ohren steif“? Herkunft der Redewendung

Die Redenart „Halt die Ohren steif“ kommt aus dem Tierreich. Bei Tieren wurde beobachtet, dass diese die Ohren aufstellen, wenn sie aufmerksam und konzentriert sind. Durch die aufgestellten Ohren können sie besser hören. Tiere mit aufgestellten Ohren beobachten z.B. ihre Umgebung und passen auf, dass Feinde sie nicht erwischen. Dafür hören sie ganz genau hin und versuchen ihre Feinde so früh wie möglich zu hören. Passiert es nun, dass sie einen Feind entdecken, dann beginnen sie zu fliehen. Hier wünschen die meisten natürlich, dass das Tier entkommt. (Hier wird auch von „die Ohren spitzen“ gesprochen. Aus dieser Redewendung leitet sich auch die Geste des Schweigefuchs‘ bzw. Leisefuchs‘ ab.)

In diesem Kontext kann „Halt die Ohren steif“ wie folgt verstanden werden: Bleib wachsam, bleib aufmerksam, sei tapfer und kämpfe.

Ab wann sich der Ausspruch „Halt die Ohren steif“ in der deutschen Sprache verbreitete, ist unklar. Möglich ist, dass Wanderer im 18. oder 19. Jahrhundert die Redewendung verbreiteten. Bestätigt oder belegt, ist dies nicht.

Das Gegenteil ist von steifen Ohren sind hängende Ohren. Hängende Ohren stehen für Unachtsamkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Entspannung, negative emotionale Zustände oder sogar Krankheit.

Tiere, die ihre Ohren spitze und steif machen können, sind unter anderem: Katzen, Hunde, Pferde, Hasen, Esel und weitere.

„Halt die Ohren steif“ auf englisch

In der englischen Sprache gibt es den Spruch „Keep your chin up“, der mit „Halt die Ohren steif“ vergleichbar ist. „Keep your chin up“ bedeutet auf deutsch: „Halt dein Kinn oben“.

Die englische Redewendung „Keep your chin up“ spielt auf die Körperhaltung einer Person an. Negative Emotionen wie Niedergeschlagenheit und Traurigkeit zeigen sich in der Körperhaltung einer Person: Sie lässt den Kopf hängen und das Kinn ist unten. Das Gegenteil ist: Der Kopf ist oben und damit auch das Kinn.

„Keep your chin up“ wünscht wie „Halt die Ohren steif“ einem anderen, dass er/sie durchhält und sich nicht unterkriegen lässt.

Ein gehobenes Kinn wird in der deutschen Kultur auch mit Arroganz gleichgesetzt. Dies ist mit „keep your chin up“ nicht gemeint.

Weitere Bedeutung von „Halt die Ohren steif“

„Knochenbrecher halt die Ohren steif“ ist ein 1979 in Hongkong produzierter Martial-Arts-Film.

„Fuzzy, halt die Ohren steif“ ist ein Italowestern, der 1973 veröffentlicht wurde. In den deutschen Kinos erschien er 1974. Der Film ist eine italienisch-spanische Koproduktion.

Was bedeutet „Holla, die Waldfee“? Bedeutung, Herkunft, Definition


„Holla, die Waldfee“ ist ein deutscher Spruch und Ausruf, der in verschiedenen Situationen gerufen wird. Mit „Holla, die Waldfee“ drückt jemand aus, dass er erstaunt, beeindruckt oder überrascht von etwas oder jemanden ist. Der Spruch wird auch gerufen, wenn jemand positiv überrascht ist und Anerkennung für gute Leistung ausdrücken möchte. Der Spruch kann aber Entsetzen ausdrücken. Doch auch ironisch wird „Holla, die Waldfee“ verwendet, wenn jemand sich über einen anderen oder die Leistung eines anderen lustig machen möchte.

Woher kommt „Holla, die Waldfee?“ Herkunft

Es gibt mehrere Ansätze, woher „Holla, die Waldfee“ kommt:

„Holla“ leitet sich vom Wort „Holunder“ ab. (In der österreichischen Sprache ist heute noch der Holler bzw. der Vollholler als Ausdrück für etwas Lächerliches bekannt. „Holla“ und „Holler“ sind damit sehr nah beieinander.) Holunder wurde in vergangenen Zeiten als Medizin eingesetzt. Die Person, die die Kräuter anwendete, könnte Kräuterfrau oder einfach „Waldfee“ genannt wurden sein. Aus dieser Verbindung könnte „Holla, die Waldfee“ entstanden sein. (In deutschen Märchen spielen Feen und Wälder eine große Rolle. Auch kennt jedes Kind Frau Holle!)

In Anlehnung an deutsche Märchen könnte „Holla, die Waldfee“ auch einfach eine Reaktion auf eine vermeintliche Begegnung mit einer Fee im Wald sein. „Holla“ ist hierbei einfach ein Ausdruck des Erstaunens. Auch könnte „Holla“ einen Hinweis auf den Wohnort einer Fee geben, denn diese könnte in einem Holunderstrauch gewohnt haben.

Eine Herkunft der „Holla“ aus der germanischen Mythologie ist auch denkbar. Die germanische Herrscherin der Unterwelt heißt „Hel“ bzw. „Hela“. Die germanische Unterwelt wird „Hellia“ oder „Helheim“ genannt. Durch eine Übersetzung von „Hel“ zu „Holla“ könnte eben „Holla“ entstanden sein. Wer nun von etwas erschreckt war, könnte den Namen von Hela „Holla“ gerufen haben.

Auch könnte die Göttin „Holla“ mit Frau Holle verwandt sein. Die Göttin „Holla“ ist eine Schutzgöttin in Süddeutschland und Östereich. Feen könnten Teil ihrer Entourage sein und in Holunderbüschen wohnen die Feen.

Eine andere Vorstellung ist, dass „Holla“ sich vom Wort „husch“ ableiten soll. Heutzutage wird z.B. ein kurzer Regenschauer auch „Husch“/“Husche“ genannt. In diesem Sinne würde der Spruch „Husch, husch, die Waldfee“ bedeuten: „Mach(t) schnell“. Auch könnte „Husch, husch, die Waldfee“ zu einer eilenden und schnell-gehenden Person gesagt wurden sein, in dem Sinne, dass diese von einer Waldfee verfolgt wird.

Keine der Theorien ist bestätigt.

Synonyme für „Holla, die Waldfee“ sind:

  • Alter Schwede
  • Chapeau!
  • Donnerlittchen!
  • Donnerwetter!
  • Hut ab!
  • Mein Kompliment!
  • Nein! Wirklich?
  • Nicht schlecht, herr Sprecht!
  • Potzblitz!
  • Respekt!
  • sauber!
  • Vortrefflich

Weitere Bedeutung von „Holla, die Waldfee“

„Holla, die Waldfee“ wird zu „H.d.W.“ oder „hdw“ abgekürzt.

„Holla die Waldfee“ ist ein Lied von Waldfee.

„Holla, die Waldfee“ ist der Name eines alkoholischen Getränks mit Waldmeister. Ein alkoholisches Getränk mit Himbeere wird auch „Holla, die Waldfee“ genannt.

Was bedeutet „Lack gesoffen“? Bedeutung, Definition, Inhalt, Herkunft


„Hast du Lack gesoffen?“ ist eine rhethorische Frage und ein beleidigender Spruch. Mit dem Spruch „Haben die Lack gesoffen?“ wird Empörung und Unverständnis über eine Aussage, eine Bewertung oder eine Handlung einer Person oder einer Gruppe ausgedrückt.

Der Spruch „Hast du Lack gesoffen“, enthält eine deutliche negative Wertung. Derjenige oder diejenige, der oder die den Spruch „Hast du Lack gesoffen“ verwendet, drückt damit stark aus, dass er oder sie mit etwas nicht einverstanden ist, etwas gegen die eigenen Wert- und Moralvorstellungen verstößt und dass daher widersprochen werden muss. Außerdem bedeutet der Spruch „Haben die Lack gesoffen“, dass die Erwartungen einer Person (stark bis aufs heftigste) enttäuscht wurden und die Enttäuschung darüber mit jenem Spruch ausgedrückt wird.

Wer einen Kommentar mit „Haben die Lack gesoffen“ beginnt, erklärt meist in den nächsten Sätzen, was stört, was falsch ist oder was falsch gelaufen ist. Außerdem fügt die Person meist eine Erklärung an, wie es hätte besser laufen sollen oder besser sein können.

Über den Spruch „Lack gesoffen“ – Bedeutung

Insbesondere legt der Gebrauch von „gesoffen“ als Ableitung vom Verb „saufen“ nahe, dass jemand in einem ungesunden Maße besonders viel (Alkohol) in großen Mengen getrunken hat. „Saufen“ ist ein derbes Verb. Wenn Tiere Flüssigkeit aufnehmen, wird dies als „saufen“ bezeichnet. In der deutschen Umgangssprache ist das Verb „saufen“ stark mit dem Genuss alkoholischen Getränken in großer Zahl verbunden.

Lacke oder Farben sollten nie getrunken werden, da diese Schadstoffe enthalten, die für den Körper gesundheitsschädlich sind und, die den Körper vergiften. Diese Schadstoffe lösen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und andere Reaktionen aus. Sie reizen die Schleimhäute. Lacke oder Farben sollten nie(!) getrunken werden.

Im Kontext vom Spruch „Lack gesoffen“ legt dieser nahe, dass das falsche und negativ zu bewertende Verhalten einer Person damit erklärt werden kann, dass diese (scheinbar) unter dem Einfluss von konsumierten Lack stehen solle. Da vernünftige Menschen keinen Lack trinken, wird eben mit dem Spruch „Lack gesoffen“ einer Person oder Gruppe unterstellt, dass ihre geistigen Fähigkeiten (weit) unter dem Durchschnitt liegen. Es wird also eine gewisse Dummheit unterstellt. Damit ist „Lack gesoffen“ ein beleidigender Spruch.

Wortwörtlich sollte der Spruch „Lack gesoffen“ nie genommen werden! Der Spruch bedient sich dem Element der Übertreibung, um a) Aufmerksamkeit zu generieren und b) Empörung stark zu kommunizieren.

Ob der Spruch „Lack gesoffen“ aus der Maler- oder Lackierer-Branche kommt, ist unklar.

Varianten von „Lack gesoffen“

Je nach Zahl der Angesprochenen und dem Verhältnis zu diesen variiert der Spruch:

  • Hast du Lack gesoffen?
  • Habt ihr Lack gesoffen?

Auch wird der Spruch als Aussage verwendet:

  • Du hast (doch) Lack gesoffen.
  • Der hat Lack gesoffen.
  • Die haben Lack gesoffen.
  • Ihr habt doch alle Lack gesoffen

Auch wird der Spruch „Lack gesoffen“ mit anschließender Frage geäußert:

  • „Habt ihr Lack gesoffen oder wie konnte das passieren?“
  • „Haben die Lack gesoffen oder warum schreiben, die sowas?“

Eine Alternative zu „Hast du Lack gesoffen?“ ist „Hast du Tinte gesoffen?“

Andere Sprüche dieser Art sind:

  • „Du hast nen Vogel.“
  • „Du tickst nicht richtig.“

Weitere Bedeutung von „Lack gesoffen“

„Hast du Lack gesoffen“ ist ein Lied von Mystel.

T-Shirts mit dem Aufdruck „Ihr habt doch alle Lack gesoffen“ werden im Internet vertrieben.

Was bedeutet Bergfest / „Mittwoch Bergfest feiern“? Bedeutung, Herkunft, Definition


„Bergfest“ hat in der deutschen Sprache zwei Bedeutungen. Eine wortwörtliche und eine metaphorische Bedeutung.

Als Metapher steht „Bergfest“ dafür, dass von einem festgelegten Zeitabschnitt die Hälfte, also die Mitte, erreicht wurde. Wortwörtlich bezeichnet „Bergfest“ ein Fest, dass auf einem Berg stattfindet. Der Berg dient hier als zentraler Veranstaltungsort.

Bergfest am Mittwoch: Wenn die Woche zur Hälfte rum ist

Am Mittwoch ist für viele Angestellte, Arbeiter und Arbeitende Bergfest. Denn am Mittwoch ist die Arbeitswoche für die meisten zur Hälfe rum. Sie „müssen“ nun nur noch bis Freitag arbeiten und freuen sich, dass sie es soweit geschafft haben.

Viele sagen, dass sie am Mittwoch „Bergfest feiern“. Auch, wenn hier von Berg-„Fest“ und „feiern“ gesprochen wird, so wird dieser Tag nicht zwangsläufig gefeiert, sondern gilt eher als erreichter markanter Punkt.

Eine Besonderheit hat das Bergfest: Es wird meist mit anderen verbracht.

Bedeutung des Bergfestes für die Motivation: Berg und Gipfel als Symbole

Das Bergfest als Metapher kann auf zwei Weisen verstanden werden:

  • Die Hälfte des Aufstiegs ist geschafft.
  • Der Aufstieg ist geschafft, nun kommt der Abstieg.

Für den Aufstieg (Montag bis Mittwoch) gilt, dass dieser für viele anstrengend, Kräfte zehrend und anspruchsvoll ist. An Dienstagen ist es in den meisten Firmen am stressigsten.

Die Hälfte des Weges absolviert zu haben, dient der Motivation. Je nach dem, welche Philosophie man anhängt, folgt für einige der restliche Aufstieg und für andere folgt der Abstieg. Der Abstieg (Mittwoch bis Freitag) fällt wesentlich leichter und ist einfacher zu absolvieren als der Aufstieg. Daher gilt für viele Angestellte und Arbeitende: Ist das Bergfest erreicht, naht das Wochenende. (Viele berichten vom Eindruck, dass Donnerstag und Freitag schneller rumgehen als Montag und Dienstag. Daher ist das Bergfest als Wendepunkt ein markanter Moment der Woche.)

Das Bergfest dient nicht nur der Motivation, sondern ist auch eine Pause, die dazu dient, seine Kräfte aufzutanken. Wer also Bergfest feiert, belohnt sich dafür Mittwoch erreicht und solange durchgehalten zu haben.

Ein anderes Wort für „Bergfest“ kann „Halbzeit“ sein. Jedoch fehlt „Halbzeit“ die Assoziation, dass das Erreichen der Halbzeit anstrengend war. Für ein Bergfest auf einem Berg muss der Berg der vorher erklommen und bestiegen werden. Dies ist anstrengend. Eine Halbzeit ist leichter zu erreichen.

Die Arbeitswoche ist für einige unangenehm und ein Bergaufstieg ist anstrengend. Daher ist „Bergfest“ für einige die passende Bezeichnung.

Weitere Bergfeste: Studenten, Bundeswehr und Dreharbeiten

Studenten kennen das Bergfest. Ist die Studienzeit oder Klausurenphase zur Hälfte rum, so wird das Bergfest gefeiert.

Bei der Bundeswehr wird das „Bergfest“ gefeiert, wenn die Dienstzeit zur Hälfte absolviert ist.

Bei Dreharbeiten zu einem Film wird ebenfalls Bergfest gefeiert, wenn die Hälfte der Dreharbeiten erledigt ist.

Wortwörtliche Bergfeste

Unter anderem gibt es folgende wortwörtliche Bergfeste:

  • Bergfest auf dem Kraxnbichl
  • Bergfest des MGV auf dem Erlabrunner Volkenberg
  • Bergfest Illmenau
  • Bergfest zur Alpenrosenblüte
  • Feldbergfest auf dem Großen Feldberg im Taunus
  • Vilsecker Bergfest auf dem Axtheid-Berg
  • Weihenstephaner Bergfest
  • Wichlinghofer Bergfest

Was heißt Bergfest auf englisch?

Im englischen wird von „Hump Day“ gesprochen.

„Hump“ heißt auf deutsch „Buckel“. Der „Hump Day“ ist also der „Buckel Tag“. Mit „Buckel“ ist der metaphorische Gipfel gemeint. An das Wort „Buckeln“, also den Rücken krumm machen, geht es hierbei nicht. Am Mittwoch hat man in der englischen Sprache den Buckel, also den Gipfel, erreicht. Von dort aus geht es bergab und es geht damit leichter voran.

Bergfest: Film (2014)

Im Film „bergfest“ geht es, um ein belastetes Vater-Sohn-Verhältnis. Sohn Hannes trifft seinen Vater zufällig und unerwartet in der familieneigenen Berghütte. Dies ist die erste Begegnung nach dem die beiden acht Jahre keinen Kontakt hatten. Bei der Begegnung stellen beide fest, dass sie sich weiterentwickelt und verändert haben, sowie nicht mehr die gleichen wie früher sind.

Für Regie und Drehbuch ist Florian Eichinger verantwortlich.

Unter anderem spielten im Film folgende Schauspieler mit:

  • Anna Brüggemann
  • Peter Kurth
  • Martin Schleiß
  • Rosalie Tomass

Weitere Bedeutung von Bergfest

„8 Below Bergfest“ ist eine an jedem Donnerstag stattfindende Veranstaltung des „8 Below“ in München.

„Bergfest“ ist ein Album der Rodgau Monotones.

Was bedeutet „Keep calm and carry on“? Bedeutung, auf deutsch, Übersetzung, Meme, +weitere Varianten


„Keep Calm and Carry On“ war eines von drei Propaganda-Postern, welche die britische Regierung im Jahr 1939 in einer Auflage von insgesamt 2,5 Millionen produzieren ließ. Die Poster sollten die britische Bevölkerung im Falle eines Angriffs, Luftangriffs oder einer Invasion durch Truppen des Dritten Reiches motivieren durchzuhalten und für ihr Land zu kämpfen. Die Motivationsposter sollten die Moral der Briten stärken und die Stimmung verbessern.

Drei Varianten der Motivationsposter gab es:

  • Keep Calm and Carry On (auf deutsch: „Ruhe bewahren und weitermachen“)
  • Freedom is in Peril – Defend It with all your Might (auf deutsch: „Die Freiheit ist in Gefahr – Verteidige sie mit aller Macht“)
  • Your Courage, Your Cheerfulness, Your resolution will bring us Victory (auf deutsch: „Dein Mut, Deine Heiterkeit, Deine Entschlossenheit wird uns den Sieg bringen“)

Die Poster wurden vereinzelt aufgehängt, aber nie Massenhaft verteilt. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs ließ die britische Regierung viele Poster vernichten. Einige wurden gezielt in Museen platziert und im Nationalen Archiv eingelagert. Danach gerieten die Poster in Vergessenheit, welche bis zum Jahr 2000 anhielt.

„Keep Calm and Carry On“: Produktion, Design, Font, Schriftart

Das britische „Ministry of Information“ (auf deutsch: „Informationsministerium“) ließ das „Keep Calm and Carry On“-Poster im Juni und Juli 1939 designen und produzieren. Die Farben wurden bewusst grell gewählt, damit sie sofort erkennbar sind.

Das Design besteht im Grunde nur aus der weißen Schrift, dem einfarbigen Hintergrund und der Tudor-Krone. (Die Tudor-Krone ist Symbol des britischen Staates.)

Die verschwendete Schriftart bei „Keep Calm and Carry On“ ist keine Schriftart oder Font. Die Buchstaben wurden per Hand gesetzt. Deswegen gibt es keine direkte Font, aber Schriftarten, die der „Keep Calm and Carry On“-Schrift nahe kommen, so z.B. die „ITC Johnston“ (link) oder die „P22 Johnston Underground“ (link).

Was heißt „Keep Calm and Carry On“ auf deutsch? Übersetzung

Die Botschaft von „Keep Calm and Carry On“ ist eindeutig: Lass dich nicht nicht verunsichern, lass dich nicht aus der Ruhe bringen, bleib locker und mach einfach weiter (als ob nichts ist). Damit ist gemeint, dass Arbeiter und Angestellte aufgefordert wurden ihren Tätigkeiten nachzugehen, auch wenn Gefahr drohte.

Wortwörtlich übersetzt bedeutet „Keep Calm and Carry On“ auf deutsch:

  • Ruhe bewahren und weitermachen
  • Ruhig bleiben und weitermachen
  • Bleib ruhig und mach weiter
  • Nerven behalten und weitermachen

„Keep Calm and Carry On“: Verbreitung ab 2000, auch als Meme

Im Jahr 2000 wurde das Poster „Keep Calm and Carry On“ im Secondhand-Buchladen „Barter Books“ in der britischen Stadt Alnwick in Northumberland wiederentdeckt. Der Buchhändler Stuart Manley hat das „Keep Calm and Carry On“-Poster in seinem Laden aufgehangen. Wie er genau an das Poster kam, ist unklar. (Es kann vermutet werden, da er Buchhändler für gebrauchte Bücher ist, hat er in Groß-Britannien eine alte Bücherkiste bei einer Aktion erstanden in der das Poster lag.) Das Poster muss ihm so gut gefallen haben, dass er es im Buchladen aufhing. Dies war der Anfang der Verbreitung der „Keep Calm and Carry On“-Poster. Firmen und Unternehmen übernahmen den Spruch und durch das Internet wurde „Keep Calm and Carry On“ zum Meme. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Varianten von „Keep Calm and Carry On“, die auf T-Shirts, Tassen und Beutel gedruckt werden.

Auch „The Times“ verwendete den Spruch in einer Überschrift: „Keep calm and carry on speaking“ ist der Titel eines 2014 erschienen Beitrages.

Der Buchladen „Barter Books“ verkaufte übrigens zehntausend Kopien des „Keep Calm and Carry On“-Posters.

Heute steht „Keep Calm and Carry On“ für britische Selbst-Disziplin, Standhaftigkeit und Ruhe bewahren. Das der einfache Spruch heute noch so gut ankommt, steht für seine Aussagekraft.

Wie „Keep Calm and Carry On“ zum Meme wurde

Das einfache und gut merkbare Design, sowie die Struktur des Spruches sorgten dafür, dass „Keep Calm and Carry On“ schnell zum Meme wurde.

Der Spruch teilt sich in zwei Aufforderungen auf: „Keep calm“ und „Carry On“. Die Wiedererkennbarkeit ist durch „Keep calm“ gegeben, so dass viele das „Carry On“ durch eine eigene Variante ersetzen. (Hier sind keine thematischen Grenzen gesetzt, so dass der Spruch potentiell unendlich oft kombinierbar ist und variiert werden kann.) Wir haben einige Varianten gefunden:

Varianten und Beispiele von Keep Calm and Carry On

  • Keep calm and avoid zombies
  • Keep calm and be happy
  • Keep calm and be a princess
  • Keep calm and be a unicorn
  • Keep calm and be yourself
  • Keep calm and change
  • Keep calm and chill
  • Keep calm and chillout
  • Keep calm and cook on
  • Keep calm and cuddle up
  • Keep calm and dance
  • Keep calm and dance on
  • Keep calm and dream big
  • Keep calm and drink beer
  • Keep calm and drink champagne
  • Keep calm and drink coffee
  • Keep calm and drink gin
  • Keep calm and drink tea
  • Keep calm and drink wine
  • Keep calm and get a massage
  • Keep calm and eat a cupcake
  • Keep calm and eat chocolate
  • Keep calm and eat pizza
  • Keep calm and enjoy life
  • Keep calm and freak out
  • Keep calm and f*ck off
  • Keep calm and get creative
  • Keep calm and get married
  • Keep calm and get new Glasses
  • Keep calm and go shopping
  • Keep calm and hakuna matata
  • Keep calm and happy Birthday
  • Keep calm and just smile
  • Keep calm and kill Zombies
  • Keep calm and let it go (in Anspielung auf „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ (Frozen))
  • Keep calm and light a candle
  • Keep calm and light up
  • Keep calm and love Harry Potter
  • Keep calm and love Paris
  • Keep calm and love on
  • Keep calm and marry on
  • Keep calm and meditate
  • Keep calm and party all summer
  • Keep calm and play classics
  • Keep calm and play games
  • Keep calm and play one
  • Keep calm and prime (von HelloBody)
  • Keep calm and read a book
  • Keep calm and relax
  • Keep calm and rock on
  • Keep calm and score a goal
  • Keep calm and smile
  • Keep calm and smoke weed
  • Keep calm and start doing
  • Keep calm and trust God
  • Keep calm and use logic
  • Keep calm and use the force
  • Keep calm and work hard

Darf „Keep Calm and Carry On“ verbreitet werden?

Ja, die Urheberrechte für „Keep Calm and Carry On“ sind ausgelaufen und das Poster und der Spruch sind heute gemeinfrei. 50 Jahre hatte der britische Staat die Urheberrechte an dem Poster. Zählt man ab Ende des Zweiten Weltkriegs, so liefen Mitte der 1990er Jahre die Urheberrechte aus.

Weitere Bedeutung von Keep Calm and Carry On

„Keep Calm and Carry On“ ist das siebte Studioalbum der walisischen Band Stereophonics. Es wurde 2009 veröffentlicht.

„Keep Calm and Carry On“ ist die erste Folge der zwölften Staffel von Supernatural.

„Keep Calm and Carry On“ ist je ein Lied von folgenden Künstlern:

  • Jim Button
  • John Nolan
  • Luke Vibert
  • Rabbit
  • The Khaki Scouts
  • Yoav
  • Zach Hill
Was bedeutet „Fake it till you make it“? Bedeutung, Psychologie


Die englische Phrase „Fake it till you make it“ heißt auf deutsch:

  • „Tu so lange als ob, bis du es geschafft hast.“
  • „Tu als ob, bis du es kannst.“
  • „Tu so, dann wirst du so.“

Gemeint ist damit, dass jemand das Verhalten anderer imitieren oder nachspielen soll, bis er oder sie es selbst kann. Insbesondere soll Verhalten, Selbstvertrauen, Kompetenz und die Einstellung imitiert werden. Das „so tun als ob“ bildet hier die Grundlage, um neue Techniken und Fähigkeiten zu lernen.

Beim „Fake it till you make it“ geht es insbesondere darum, dass jemand erst einmal nur so tut, um positive Erfahrungen zusammeln. Aus diesen positiven Erfahrungen schöpft jemand Mut und Selbstvertrauen, um damit die neu erworbene Fähigkeit auszubauen.

„Fake it till you make it“ Formel

„Fake it till you make it“ kann auf eine Formel heruntergebrochen werden:

Willst du Gefühl x, dann verhalte dich so, als ob du Gefühl x schon fühlst. Und: Schauspielere Gefühl x, um Gefühl x zu erleben.

Beispiele:

  • Willst du dich selbstsicher fühlen, dann verhalte dich selbstsicher. (Und: Schauspielere Selbstsicherheit, um selbstsicher zu werden.)
  • Willst du produktiv sein, dann verhalte dich wie eine produktive Person.
  • Willst du mehr Freunde, dann verhalte dich wie jemand der viele Freunde hat.
  • Willst du mit Fremden ohne Angst reden, dann verhalte dich wie jemand, der mit Fremden angstfrei redet.
  • Willst du Kunden gewinnen, dann tue so als ob du schon erfolgreich bist und genug oder sehr viele Kunden hast. Mach deine Firma oder dich selbst, größer als du bist. (Dies ist möglich durch Statussymbole.)
  • Willst du mit Kunden erfolgreiche Gespräche führen, dann schauspielere, dass du ein erfolgreicher Geschäftsmann oder eine erfolgreiche Geschäftsfrau bist.
  • Du erfolgreiche vor anderen reden, dann verhalte dich wie jemand, der erfolgreich vor anderen redet.
  • Du willst schlank sein, dann verhalte dich und iss wie jemand, der schlank ist.

„Fake it till you make it“: Aus einer Inkompetenz eine Kompetenz machen

„Fake it till you make it“ setzt bei einer Fähigkeit an, in der jemand inkompetent, ängstlich und unsicher ist. Aus den positiven Erfahrungen durch das so tun als ob, arbeitet jemand dann an seiner Inkompetenz und macht durch wiederholtes Üben aus der Inkompetenz eine Kompetenz. Dabei werden Unsicherheiten abgebaut und Selbstvertrauen wird aufgebaut.

„Fake it till you make it“ als Rat Verhalten zu imitieren, wird gegeben, wenn jemand eine Tätigkeit oder Handlung machen will oder soll und diese Person noch keinerlei Erfahrung und praktisches Wissen dafür hat. Meist geht die Erfahrungslosigkeit mit geringem Selbstvertrauen einher, da eben die Selbst-Sicherheit eine gewisse Handlung oder Tätigkeit auszuführen fehlt.

„Fake it till you make it“ in der Realität angewendet: Nachahmen und Imitieren

Wer „Fake it till you make it“ in der Realität anwendet, fängt meistens an Verhalten und Worte anderer zu interpretieren. Das kann z.B. ein bestimmter Kleidungsstil sein, eine bestimmte Körperhaltung, bestimmte Wortwahl, das Selbstvertrauen und bestimmte Phrasen, die verwendet werden. Es hilft andere nachzuahmen, da dies Sicherheit gibt.

Techniken für „Fake it till you make it“ und um die Angst zu überwinden sind:

  • Sich an eigene Erfolge und Leistungen erinnern. (Dies gibt Mut und zeigt, was man einmal schaffte, schafft man ein zweites Mal.)
  • Sich an Erfolge und Leistungen anderer erinnern. (Was diese schafften, schafft jeder andere auch (wenn er will und sich anstrengt.))
  • Umgib dich mit Menschen, die deine Wunscheigenschaften haben. (Menschen beeinflussen einander und „färben“ auf einander ab.)
  • Meditiere (Gönne deinem Geist eine Pause, um zur Ruhe zukommen.
  • Sag, wovor du Angst hast. (Das befreit.)

Wer „Fake it till you make it“ übertreibt, wird schnell zum Hochstapler und verstrickt sich in Lügen. Dies passiert insbesondere dann, wenn jemand über Erfolge und Leistungen lügt. Bei „Fake it till you make“ geht es um das Gefühl z.B. der Selbstsicherheit, welches versucht wird durch geschauspielertes selbstsicheres Verhalten zu erlangen. Es geht nicht darum Selbstsicherheit herbeizureden oder gar herbeizulügen! (Es sollte deswegen stets abgewogen werden, ob Ehrlichkeit nicht mehr wert ist. Fliegt eine Lüge auf, so ist das Vertrauen verloren.)

Psychologie hinter „Fake it till you make it“

„Fake it till you make it“ kann auf eine Formel runtergebrochen werden: Willst du dich selbstbewusst fühlen, dann musst du dich selbstbewusst verhalten. Dies baut auf der Erkenntnis auf, dass das Verhalten und das Körperliche das Emotionale und die Psyche beeinflusst. Ein gutes Beispiel dafür ist: Wenn jemand eine Minute lange so tut als ob er/sie lächelt (und in Wahrheit eine Grimasse schneidet), dann steigt die Laune.

Gespieltes Selbstvertrauen kann durchaus zu echten Erfolgen führen. Diese Erfolge führen dann dazu, dass das Selbstvertrauen wächst und jemand in einer Tätigkeit besser wird, in welcher er/sie erst noch Anfänger ist oder wovor er/sie Angst hat.

„Fake it till you make“ funktioniert bei positiven Glaubenssätzen

„Fake it till you make“ funktioniert, wenn eine Person erkannt hat, was sie zurückhält oder blockiert. (Negative Glaubenssätze) Ist dies nicht erkannt, so funktioniert das Imitieren auch nicht. Beispiele:

  • Wenn jemand von anderen gemocht werden möchte, sich selbst aber nicht mag, so wird jeder Versuch mit anderen positive Beziehungen aufzubauen, scheitern.
  • Jemand glaubt über sich selbst, dass er/sie kein guter Verkäufer ist. Jetzt will die Person durch Schauspielerei so tun, als ob sie ein guter Verkäufer sei. Der Versuch wird scheitern, wegen dem negativen Glaubenssatz.
  • Jemand glaubt das Geld den Charakter verdirbt. Jeder Versuch, sich wie ein Reicher zu verhalten oder Geld zu erworben, wird aus Selbstschutz scheitern. Denn die Person wird Geld abstoßen, um ihren Charakter vor dem Verderben zu schützen.

Das Gehirn und der Geist arbeiten hier mit dem Ziel, dass widersprüchliche Gedanken abgelehnt und abgestoßen werden. Gedanken sollen zusammenpassen und kohärent sein. Jeder neue Gedanke, der einem negativem Glaubenssatz widerspricht, wird deswegen „bekämpft“.

„Fake it till you make“ bedeutet auch am Anfang, dass jemand keine Erfahrung in einer Tätigkeit hat und daher hölzern oder wie ein Roboter wirken kann. Hier entsteht eine Glaubwürdigkeitslücke, da jemand zwar so tut als ob, aber das Verhalten, die Körpersprache und die Mimik das Schauspiel verraten. Diese Phase gehört beim Lernen dazu.

Weitere Bedeutung von „Fake it till you make it“

„FAKE IT TILL YOU MAKE IT: Handbuch für Industrieschauspieler “ ist ein Buch von Todd Allington.

Was bedeutet: Vox populi vox dei, Vox pop auf deutsch? Bedeutung, Übersetzung


„Vox populi vox Dei“ ist eine lateinische Phrase, die auf deutsch wortwörtlich bedeutet: „Volkes Stimme ist Gottes Stimme“. Übertragen bedeutet „vox populi vox dei“, dass die öffentlichte Meinung von etwas oder jemanden ein großes Gewicht hat. Dies gilt z.B. für Politiker. Ihre Umfragewerte sind recht wichtig.

„Vox populi vox dei“ implizit, dass die öffentlichte Meinung – egal, ob sie wahr oder falsch ist – großes Gewicht hat.

Teils nennen Journalisten ihre Kommentare zu Themen „Vox Populi“.

Erstmals wurde die Phrase „vox populi, vox dei“ im Jahr 798 von Karl dem Großen verwendet. Er kritisierte damals, dass auf jene nicht gehört werden müsse, die „vox populi vox dei“ sagen, da die Stimme des Pöbels oft nahe dem Wahnsinn sei.

Vox populi, vox Rindvieh (Vox bovi)

Eine Veralberung von „Vox populi vox dei“ ist „Vox populi, vox Rindvieh“. Mit „Vox populi, vox Rindvieh“ wird sich satirisch über die öffentliche Meinung lustig gemacht. Mit der Scherzphrase wird gesagt, dass die öffentliche Meinung wandelbar, nicht sonderlich tiefgründig oder begründet ist. Auch ist damit gemeint, dass das Volk frei nach der Schnauze redet oder anderen nachplappert, ohne zu hinterfragen. „Vox Rindvieh“ meint insbesondere, dass das Volk sich nicht so gewählt wie Politiker, Präsidenten und Hochstudierte ausdrückt.

Die lateinische Variante von „Vox populi, vox Rindvieh“ ist „Vox populi vox bovi“. („Bovi“ ist lateinisch und bedeutet „Kuh“ oder „Rind“.)

„Vox populi, vox Rindvieh“ wurde durch den Reichstagsabgeordnete Elard von Oldenburg-Januschau in 1900er und 1910er Jahren bekannt. Von Oldenburg-Januschau erklärte später, dass er das Zitat nicht erfunden hat, sondern er es Mitte des 19. Jahrhunderts aufgeschnappt hatte.

Franz Josef Strauß gebrauchte „Vox populi vox Rindvieh“ ebenfalls.

Vox Populi – Vox Halfpenny

In der englischen Sprache wird „Vox populi – vox Halfpenny“ gesagt. Auch dies satirisch gemeint und bedeutet, dass auf die Meinung des Volkes nicht viel gegeben werden muss oder das die Meinung des Volkes nicht viel wert ist. Ein „Halfpenny“ war eine britische Münze, die – wie ihr Name es verrät – einen halben Penny wert war.

Vox Pop – Was ist das? Bedeutung

In Journalisten-Kreisen wird die Kurzform „Vox Pop“ als Bezeichnung verwendet, wenn Straßenumfragen, Meinungsumfragen oder Umfragen mit Passanten durchgeführt werden. Hierbei sind die befragten Passanten die „Stimme des Volkes“. In diesen Vox-Pop-Interviews werden Passanten zu aktuellen Themen und Entwicklungen befragt.

Vom Vox-Pop-Interview haben sich drei Formen herausgebildet:

  • Wissen von Passenten wird per Fragen getestet.
  • Die Meinung von Passanten wird in ernsthafter Absicht erfragt.
  • Die Meinung von Passenten wird erfragt, in der Absicht, dass das Interview lustig wird. (Diese Aufnahmen werden in Talk-Shows und Unterhaltungssendungen verwendet. Durch eine gezielte Auswahl schlechter und unpassender Antworten können die Interviewten so der Lächerlichkeit preisgegeben werden.)

Das Besondere an Vox-Pop-Interviews ist, dass sie nicht arrangiert sind. Die befragten Passanten hören die Fragen, während des Interviews das erste Mal und antworten spontan. Gerade diese spontanen Antworten sorgen für die Authentizität der Interviews.

Vox-Pop-Interview sind meistens stark geschnitten, so dass sie schnell auf den Punkt kommen. Mehreren Passenten werden in der Regel die gleichen Fragen gestellt. Hinterher werden die Antworten so zusammengeschnitten, dass Antworten sich nicht wiederholen, sondern vielfältig sind.

Bei Vox-Pop-Interview wird meist auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis geachtet.

Weitere Bedeutung von Vox populi / Vox Pop

„Vox populi“ ist ein Lied von „Thirty Seconds to Mars“.

„Vox Populi“ ist ein 2008 veröffentlichter niederländischer Film.

Die „Vox Populi Verlags GmbH“ sitzt in Berlin.

„Vox Populi!“ war eine französische Band, die unter anderem das Album “ Myscitismes“ veröffentlichte.

„Vox Populi!“ ist ein Album der Band Avatar.

„Vox Populi, Vox Dei“ ist ein Lied von Jasper Moranday.

„Vox Populi“ ist eine CD des Arnold Schoenberg Chors.

„voxpopuli.sk“ ist ein Online-Projekt zum Erfahrungsaustausch.

Die Vox Populi Gallery ist eine Gallerie in Philadelphia, USA.

„Vox Pop“ ist ein arte-Magazin, das wöchentlich erscheint. Im Magazin werden Fragen und Themen des Zeitgeschehens behandelt.

Was bedeutet Du Geier, Wie die Geier, geiern? Bedeutung, Definition, Wortherkunft


Die Phrasen „Du Geier“ und „Wie die Geier“, sowie das Verb „geiern“ bedeuten, dass jemand sich gierig, aufdringlich, unersättlich und rücksichtslos verhält. Eine Person die „geiert“ oder sich wie ein „Geier“ verhält, stürzt sich auf etwas oder jemanden. Sie ist nur auf ihren Vorteil bedacht und will anderen etwas wegschnappen.

„Du Geier“ und „Wie die Geier“, sowie das Verb „geiern“ leiten sich vom Verhalten der Greifvögel „Geier“ ab. Geier sind dafür bekannt, sich auf Aas zu stürzen und ein krankes Tier so lange zu verfolgen bis es Tod ist. Wenn Geier fressen, so gehen sie nicht zimperlich vor, sondern zerreißen das Aas innerhalb weniger Momente. Jeder Geier versucht dabei, dass meiste von der „Beute“ abzubekommen. Geier sind gierig.

Das Wort „Geier“ bedeutet „der Gierige“. Es leitet sich vom althochdeutschen „gir“ ab, was „gierig“ bedeutet.

Was bedeutet „Du Geier“? Bedeutung

Wird zu jemanden „Du Geier“ gesagt, so wird damit dieser Person vorgeworfen, dass sie gierig ist und nur an ihren eigenen Vorteil denkt. Auch bedeutet „Du Geier“, dass die Person ungeduldig ist, unersättlich ist, drängelt und sich wie ein Geier auf etwas stürzt (als gäbe es nicht genug).

„Du Geier“ wird als Vorwurf verwendet, wenn jemand versucht durch rücksichtsloses Verhalten einen Vorteil zu erhalten und anderen etwas wegschnappen will. „Du Geier“ bedeutet in dem Kontext auch, dass die Person eine schlechte bis gar keine Erziehung genossen hat.

Was bedeutet „Wie die Geier“? Bedeutung

Während „Du Geier“ eine Person einzeln bezeichnet, wird mit „Wie die Geier“ ein Urteil über mehrere Personen getroffen, die als Gruppe agieren. Hierbei bedeutet auch „Wie die Geier“, dass die Personen aufdringlich, gierig und nur auf ihren Vorteil bedacht sind. Sie stürzen sich auf etwas oder jemanden.

Beispiele:

  • Wenn sich am Buffet die Gäste drängen und jeder versucht das beste Stück zu ergattern. „Wie die Geier“.
  • Ein Promi verlässt sein Auto und die Paparazzi stürzen sich wie die Geier auf ihn.
  • Auf die Liegen am Pool stürzen sich die Gäste wie die Geier.
  • Es dauert mehr als eine Stunde das Mittagessen zukochen. Doch beim Essen stürzen sich alle wie die Geier auf das Essen und innerhalb weniger Minuten ist alles weg.

Was bedeutet geiern / gegeiert? Verb, Bedeutung

Das Verb „geiern“ und die Vergangenheitsform „gegeiert“ leiten sich vom Namen der Aas-fressenden Greifvögel Geier ab. Das Verb „geiern“ kennt mehrere Bedeutungen:

  • sich gierig und aufdringlich verhalten
  • aufdringlich betteln
  • laut lachen und teils mit Schadensfreude über jemanden oder etwas lachen

Wenn jemand sich gierig und aufdringlich verhält, so ist für andere sofort ersichtlich, dass diese Person etwas will.

Beispiel:

  • „Er geierte die ganze Zeit auf mein Essen.“
  • „Die Jungs geierten den Mädchen nach.“

Eine weitere Variante ist „nach geiern“. Es bedeutet so viel wie „gierig hinterherschauen“.

Was bedeutet „Geier“ als Bezeichnung für eine Person?

Eine gierige und rücksichtlose Person, die nichts abgeben will und alles für sich möchte, wird auch „Geier“ genannt.

Eine Person mit Glatze wird auch „Geier“ genannt. Wie ein Geier hat sie keine Haare auf dem Kopf.

Wortherkunft: Du Geier, Wie die Geier, geiern

Die Greifvögel Geier zeichnen sich durch ein besonderes Verhalten aus. Sie sind Aasfresser und verfolgen kranke Tiere bis diese tot sind. Wenn Geier Aas gefunden haben, so stürzen sie sich auf das tote Tier und reißen sein Fleisch heraus.

Geier sind gierig, unersättlich, drängeln und essen, als ob sie nie wieder etwas bekommen würde. Geier scheinen immer ausgehungert zu sein. Diese Beobachtung wurde auf Menschen verbal übertragen, die sich auch gierig und unersättlich verhalten.

Weitere Bedeutung von Geiern

Es gibt in Bayern vier Ortsteile verschiedener Gemeinden die „Geiern“ heißen.

„Frei wie die Geier“ ist ein Album der Band Puhdys.

„Unter Geiern“ ist ein 1964 veröffentlichter deutscher Film.

Was bedeutet „Am Ohrfeigenbaum rütteln / schütteln“, „Watschenbaum“? Bedeutung, Definition und Wortherkunft erklären


Wenn jemanden gesagt wird, dass eine Person am Ohrfeigenbaum rüttelt, so kann dies als Drohung verstanden werden.

Mit der Aussage „Du schüttelst am Ohrfeigenbaum“ ist gemeint, dass eine Person durch ihr (negatives) Verhalten auffällt, sie das Verhalten einstellen soll und im schlimmsten Fall eine Strafe (eventuell eine Ohrfeige) dafür erhält.

„Am Ohrfeigenbaum schütteln“ bedeutet, dass jemand einen anderen provoziert oder durch schlechtes bzw. unangemessenes Verhalten auffällt. Dabei provoziert die Person so lange bis sie wortwörtlich eine Ohrfeige erhält. In anderen Fällen ist mit der Phrase gemeint, dass derjenige oder diejenige für ihr schlechtes Verhalten bestraft wird.

Wer eine Drohung mit Ohrfeigenbaum oder Watschenbaum aussprechen will, sagt:

  • „Du rüttelst heute stark am Ohrfeigenbaum!“
  • „Gleich fällt der Watschenbaum um!“

„Am Ohrfeigenbaum rütteln“ und „Am Ohrfeigenbaum schütteln“ sind im deutschsprachigen Raum gebräuchliche Bezeichnungen. Die Verben „rütteln“ und „schütteln“ können beliebig getauscht und verwendet werden.

Im süddeutschen und österreichischen Sprachraum wird eher vom „Watschenbaum“ bzw. „Watschnbaum“ gesprochen. „Watsche“ ist der süddeutsche und österreichische Ausdruck für eine Ohrfeige oder eine Backpfeife.

Hat der Ohrfeigenbaum etwas mit der Frucht Feige zu tun?

Ja und Nein, der Ohrfeigenbaum ist ein Sinnbild. „Ohrfeige“ leitet sich vom niederländischen „orrvijg“ bzw. „oorveeg“ ab, was auf deutsch „fegen“ oder „kehren“ bedeutet. Der Wortbestandteil „Feige“ geht darauf zurück, dass eine Schwellung und Rötung nach einer Ohrfeige entstand, die der Farbe einer Feige ähnelte.

Die genaue Herkunft vom Wort „Ohrfeige“ ist ungeklärt. Jedoch kann vermutet werden, dass das niederländische „oorveeg“ für die Handbewegung steht, die bei einer Ohrfeige gemacht wird. Die Frucht „Feige“ wird hier nur im übertragenen Sinne verwendet.

Bedeutung von „Am Ohrfeigenbaum rütteln / schütteln“ / Watschenbaum

Ohrfeigenbaum und Watschenbaum sind zusammengesetzte Substantive. Während „Ohrfeigenbaum“ sich aus den Worten „Ohrfeige“ und „Baum“ zusammensetzt, setzt sich „Watschenbaum“ aus den Worten „Watsche“ und „Baum“ zusammen.

Beide Begriffe implizieren, dass jemand einen anderen bewusst und gezielt provoziert, sowie darauf sinnt eine Ohrfeige zu erhalten. Auch ist damit gemeint, dass jemand sich bewusst unangemessen oder daneben benimmt. Damit trägt die Person die am Ohrfeigenbaum rüttelt, die volle Verantwortung für die kommende Strafe bzw. Ohrfeige.

Im gleichen Sinne wie ein Baum gerüttelt oder geschüttelt wird, so dass eine Frucht herunterfällt, provoziert jemand einen anderen so lange bis eine „Ohrfeige“ „herunterfällt“.

Die „Ohrfeige“ als Strafe für sich schlecht benehmende Kinder ist mittlerweile veraltet und stammt aus früheren Zeiten. Damals waren Ohrfeigen oder Schläge verbreitete erzieherische Maßnahmen.

Weiteres zu „Ohrfeigenbaum“

Auf Amazon findest du hier* mit „Ohrfeigenbaum“ bedruckte T-Shirts und Beutel. (Externer Link zu Amazon und Provisionslink)

Warum sagen wir Glückspilz? Woher kommt das Wort? Bedeutung, Wortherkunft, Definition


Als „Glückspilz“ werden in der deutschen Sprache Menschen bezeichnet, denen oft und unverhofft etwas Gutes passiert. Diese Menschen finden Geld, ihnen fällt leicht, was andere sehr anstrengend finden und es scheint, als ob ihnen vieles in den Schoss fällt. Doch was hat derjenige, der Glück hat mit einem Pilz zu tun? In diesem Beitrag verraten wir es.

Der „Glückspilz“ mit weißem Stamm und rotem Hut mit weißen Punkten zählt zu den Glückssymbolen in unserer Kultur. Seltsamer Weise stellt der bildliche Glückspilz einen giftigen Fliegenpilz dar. Wenn du die Google-Bilder-Suche benutzt und „Glückspilz“ eingibt, siehst du unglaublich viele Fliegenpilz-Bilder.

Synonyme für Glückspilz sind:

  • Glückskind
  • Hans im Glück
  • Sonntagskind

Wortherkunft: Woher kommt „Glückspilz“? (Etymologie)

Der Ausdruck „Glückspilz“ stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist eine Übersetzung des englischen Import-Wortes „Mushroom“. Als „Mushroom“ wurde damals nicht nur Pilze, sondern auch Menschen bezeichnet, die sehr schnell sehr reich und mächtig wurden. Auf deutsch sagt man zu diesen Menschen auch „Emporkömmling“. Das Bild des Pilzes wird gebraucht, da Pilze scheinbar über Nacht wachsen, aus dem Boden schießen und dann einfach da sind. Noch heute sagen wir, „wie Pilze aus dem Boden schießen“. (Anmerkung: Pilze wachsen nur sehr schnell, wenn das Wetter stimmt – wenn es vorher feucht und mild war.

Während der Ausdruck „Glückspilz“ heute eine positive Bedeutung hat, hatte er damals eine negative Bedeutung. (Den Menschen damals war es suspekt, dass jemand ohne große Anstrengung und einfach so zu viel Reichtum und Macht kam.

Wilhelm Busch beschäftigte sich im Gedicht „Schein und Sein“ auch mit den Glückspilzen.

Der „Fliegenpilz“ als Glückssymbol könnte einen anderen Ursprung haben. Laut einer möglichen – aber unbestätigen Theorie – sollen schon die alten Germanen sich am Fliegenpilz berauscht haben. Dabei haben sie den Pilz unterschiedlich benutzt, einmal haben sie ihn wie eine Rauschdroge benutzt, um z.B. bei Riten den Göttern näher zu sein (was Glücksgefühle verursachen kann) und ein anderes Mal haben sie den Fliegenpilz im Kampf benutzt. Durch seine betäubende Wirkung haben sie versucht besser, mutiger und aggressiver zu kämpfen. Außerdem spürten sie weniger Schmerzen. Diese Theorie ist unbestätigt.

Weitere Bedeutung von Glückspilz

Der Glückspilz ist ein 1966 veröffentlichter US-amerikanischer Film mit Billy Wilder. Der englische Originaltitel ist: „The Fortune Cookie“.

„Glückspilze“ ist ein 1940 veröffentlichter US-amerikanischer Film. Der Originaltitel lautet „Lucky Partners“.

Sven Glückspilz ist ein Charakter aus den Comics „Hägar der Schreckliche“. Er ist die rechte Hand und auch der beste Freund von Häger.

Was bedeutet Kreide fressen? Bedeutung, Erklärung, Herkunft


Wenn gesagt wird, dass jemand Kreide frisst oder jemand Kreide gefressen hat, so ist damit gemeint, dass eine Person sich zurückhält und milde gibt. Die Person gibt sich ungewohnt friedfertig, harmlos und unschuldig. Sie tritt sehr beherrscht und umgänglich auf. Außerdem schlägt die Person einen freundlichen und unschuldigen Umgangston an.

In der Gesellschaft wird als „Kreide fressen“ der geänderte Ton und damit die geänderte Wortwahl einer Person bezeichnet. Während sie vorher einen aggressiven Ton angeschlug und durch ihre Wortwahl auffiel, so spricht die Person nach dem Kreide fressen, freundlich, diplomatisch und biedert sich fast an. Sie gibt sich tolerant und friedlich.

Andrea Nahles: „Jetzt frisst Markus Söder Kreide.“

Andrea Nahles sagte auf ihrer Sommertour 2018: „Jetzt frisst Markus Söder Kreide.“ Damit spielte sie darauf an, dass Markus Söder nach Umfrageverlusten für die CSU den Ton wechselte. Während er vorher durch Worte wie „Asyltourismus“ auffiel, so spricht er seit den Umfrageverlusten (und dem Kreide fressen) zurückhaltender und friedlicher.

Woher kommt der Ausdruck „Kreide fressen“?

Der Ausdruck „Kreide fressen“ stammt aus dem berühmten Märchen „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ der Gebrüder Grimm. Im Märchen verlässt die Geißenmutter ihr Haus und lässt die sieben Geißlein allein. Kurz nachdem sie gegangen ist, fordert der Wolf dass die Geißlein ihn in das Haus lassen. Sie erkennen ihn jedoch an seiner rauen und aggressiven Stimme und öffnen die Tür nicht. Der Wolf frisst daraufhin Kreide, damit seine Stimme höher und zarter klingt – also mehr der Stimme der Ziegenmutter ähnelt. Er kehrt zum Haus zurück und verlangt – nun mit zarter Stimme – das er hereingelassen wird. Die Geißlein lehnen aber wieder ab, da der Wolf seine schwarze Pfote auf die Fensterbank legte. Für den dritten Versuch lässt der Wolf sich mit Mehl bestäuben, damit seine schwarze Pfote weiß wird. Der dritte Versuch gelingt. Der Wolf dringt ein und frisst 6 der sieben Geißlein. Danach legt er sich schlafen. Eines kann sich verstecken und berichtet der heimkehrenden Mutter, was passiert ist. Diese öffnet mit einer Schere den Bauch des Wolfes und holt alle Geißlein heraus. Danach schickt sie ihre Geißlein Steine holen. Diese legt sie in den Bauch des Wolfes. Als dieser aufwacht, geht er zum Brunnen trinken. Jedoch wird er von der Last der Steine in den Brunnen gezogen und ertrinkt.

Was ist mit „Kreide“ im Märchen gemeint?

Anmerkung: Die im Märchen erwähnte Kreide ist vermutlich keine Kreide, sondern mit „Kreide“ ist „Kirschkreide“ gemeint. „Kirschkreide“ ist eine ältere Bezeichnung für Kirschmus. Kirschmus soll gegen Heiserkeit helfen und die Stimmbänder beruhigen.

Es wird heute als süßer Brotaufstrich verkauft. Die Kirschkreide war in Ostpreußen verbreitet.

Essen manche wirklich Kreide?

Kreide ist reich an Kalzium, Magnesium und Spurenelementen. Jedoch ist damit nicht Tafelkreide gemeint.

Wird die Stimme durch Kreide höher?

Kreide zu kauen, zu essen und zu schlucken, hat keinerlei Einfluss auf die Stimme einer Person. Auf dem Weg in den Magen über die Speiseröhre kommt die Kreide nämlich nicht mit den Stimmbändern in Kontakt.

Weiteres zu Kreide fressen

„Kreide fressen: Mein zerfetztes Leben“ ist ein Roman von Anna Silvia. Im Buch berichtet die Autorin über ihr Leben und Kampf mit einer Essstörung.

Was sind Killerphrasen und Totschlagargument? So kannst du reagieren!


Killerphrasen und Totschlagargumente sind sich sehr ähnlich. Sie dienen dazu, Ideen und Vorschläge im Keim zu sticken. Während die Killerphrasen ohne Argumente auskommen, wird bei Totschlagargumenten wenigstens versucht ein Argument vorzutäuschen, auch wenn gar nicht diskutiert werden soll.

Übrigens beide Worte beinhalten, dass etwas getötet werden soll. Das zeigt doch, wie ernst es manchen ist.

In diesem Beitrag erklären wir zunächst Killerphrasen, danach erklären wir Totschlagargumente.

Was sind Killerphrasen?

Als „Killerphrasen“ werden Aussagen bezeichnet, die nur dazu dienen ein Gespräch, eine Überlegung, Ideenfindung oder Diskussion zu beenden. Sie sind keine Scheinargumente oder Totschlagargumente, sondern bloße Aussagen, die dazu dienen ein Gespräch zum sofortigen Ende zu bringen.

Der Ausdruck „Killerphrasen“ setzt sich aus den Worten: „Killer“ und „Phrasen“ zusammen.

Als „Killer“ wird in der Umgangssprache ein Auftragsmörder bezeichnet. Der Ausdruck leitet sich vom englischen Verb „to kill“ ab. „To kill“ bedeutet auf deutsch: „jemanden töten“, „jemanden umbringen“ bzw. „jemanden killen“.

Als Phrase werden in der Umgangssprache Worthülsen bezeichnet, die leer sind, belanglos sind und keinen Inhalt haben. Eine Phrase ist eine nichtssagende Aussage. Statt „Phrase“ kann auch „Plattitüde“ gesagt werden.

Der Ausdruck „Killerphrasen“ bezeichnet also wortwörtlich, inhaltslose Aussagen die dazu dienen jede Ideenfindung und Kreativität abzuwürgen bzw. zu ersticken.

Beispiele für Killerphrasen

  • „Das ist eben so.“
  • „Das haben wir schon immer so gemacht. (Und das hat auch funktioniert.)“
  • „Das geht nun mal nicht.“
  • „Das gehört hier nicht hin.“
  • „Dafür bist du zu jung.“ („Dafür sind Sie zu jung.“)
  • „Das liegt nicht in ihrem Kompetenzbereich.“
  • „Darum!“
  • „Da könnte ja jeder kommen.“
  • „So etwas hat es noch nie gegeben.“
  • „Haben Sie keine anderen Probleme?“

4 Killerphrasen-Typen

Killerphrasen treten in unterschiedlichen Formen auf. Sie sollen dafür sorgen, dass Veränderungen verhindert werden und das Gegenüber keine weiteren Vorschläge macht.

  • Autorität: Die Autorität einer Person wird explizit verbal herausgestellt und betont, um gegen eine neue Idee vorzugehen. Beispiel: „Der Chef will so etwas nicht.“
  • Erfahrung: Jemand versteckt sich hinter seiner Erfahrung und glaubt zu wissen, wie ein Projekt verlaufen wird. Beispiel: „Wir wissen, wie so etwas endet.“ oder „Beim letzten Mal…“
  • Demut: Es wird Demut und/oder Bescheidenheit eingefordert. Beispiel: „Das wird zu groß für uns.“ oder „Das ist zu kompliziert.“
  • Pauschalisierungen: Es wird pauschal angegriffen und verurteilt. Beispiel: „Typisch deutsch“ oder „Typisch die Jugend keine Ahnung. Frisch von der Uni, nicht ins Leben geguckt nur in die Bücher.“

Was sind Totschlagargumente?

Totschlagargumente sind Scheinargumente, leere Argumente, Behauptungen, Pauschalurteile oder Vorurteile, die jemand verwendet, in der Hoffnung, dass Diskussionsteilnehmer nicht widersprichen, sondern dem „Totschlagargument“ zustimmen und die Diskussion damit beendet ist.

Der Ausdruck „Totschlagargumente“ setzt sich aus den Worten „Totschlag“ und „Argumente“ zusammen.  Als „Totschlag“ wird die vorsätzliche Tötung eines Menschen bezeichnet. (Totschlag wird in der deutschen Rechtsprechung von Mord unterschieden.)

Ein Argument ist Aussage mit der eine Position begründet wird. Argumente werden verwendet, um andere von etwas zu überzeugen.

Der Ausdruck „Totschlagargument“ bedeutet als wortwörtlich: Aussage mit der eine Idee oder ein Vorschlag vorsätzlich getötet werden. Die Aussage wird dabei als „Argument“ verpackt.

Totschlagargumente werden in der Regel als Aussagen formuliert.

Beispiele für Totschlagargumente

  • „Das würde den Rahmen sprengen.“
  • „So viel Mittel stehen dafür nicht zur Verfügung.“
  • „Unsere Zielgruppe würde das nicht verstehen.“
  • „Andere sind daran schon gescheitert.“
  • „Das ist politisch nicht korrekt.“
  • „Das ist unsere einzige Alternative.“
  • „Es gibt keine anderen Möglichkeiten.“
  • „Das behaupten Sie alle.“

Es zeigt sich das es mehrere Kategorien für Totschlagargumente gibt:

  • Mangel an Geld, Personal, Zeit
  • Ahnlosigkeit oder Verständnislosigkeit beim Personal oder der Zielgruppe
  • Angst vor negativer Presse, einem Skandal, in Fettnäpfchen zu treten

Eine Sonderform des Totschlagarguments ist der Nazi-Vergleich (Auch Hitler-Vergleich). Dieser soll die Diskussion nicht nur beenden, sondern auch das Gegenüber als unmoralisch darstellen.

Auf Killerphrasen und Totschlagargumente reagieren: Fragen stellen

Die beste Reaktion auf Killerphrasen und Totschlagargumente sind vertiefende Fragen. Wird z.B. gesagt: „Das geht nun mal nicht.“ kann gefragt werden: „Was genau geht nicht?“ oder „Warum geht das nicht?“ – Damit kann das Gegenüber seine Position erklären.

Hier gilt die Regel: Wer fragt, der führt!

Warum sagen Menschen Killerphrasen oder Totschlagargumente?

Mit Killerphrasen und Totschlagargumenten wird der Platz in der eigenen Komfortzone erhalten. Menschen mögen Veränderung nicht, da dies Unsicherheit und/oder Stress auslösen kann. Deswegen versperren sie sich gegen Neuerungen und leiten damit ihren eigenen Untergang ein. Denn wer sich nicht weiterentwickelt, wird zum Dinosaurier und stirbt (metaphorisch) aus.

Warum sagen wir „Ätsch Bätsch“? Was bedeutet der Ausdruck?


Mit den Ausrufen „Ätsch“ oder „Ätsch Bätsch“ werden andere verspottet und verhöhnt, denen wegen ihres Hochmutes oder trotz besseren Wissens, eine Sache misslungen ist und die damit eine Niederlage erfahren haben. Der Ausruf „Ätsch“ drückt somit Spott, Hohn und Schadensfreude aus – er stellt damit auch eine Art Genugtuung dar. Er wird verwendet, um die Niederlage des Gegners verbal zu verstärken und diesem so mitzuteilen, dass er verloren hat – was er selbst schon weiß.

Der Ausruf „Ätsch“ kann durch eine Geste begleitet werden: der ausgestreckten Zeigefinge, welcher auf den Verlierer gerichtet ist, wird mit mindestens einem Finger der anderen Hand gestrichen. Dabei wird „Ätsch“ oder eine Variante davon gesagt und es wird gelacht.

„Ätsch“ und „Ätsch Bätsch“ sind Interjektionen. Der Wortteil „Bätsch“ ist eine Verstärkung des Ätsch, da es ein Reimwort ist. „Ätsch“ wird zur Kindersprache gezählt.

Die Interjektion „ätsch“ ist sehr alt. Im ersten deutschen Wörterbuch von Pistorius wurde das Wort schon 1561 als „Spottwort“ erwähnt.

Der Ausruf ist in mehreren Varianten bekannt:

  • Ätsch Bätsch – Ätschbätsch
  • Ätschi Bätschi – Ätschibätschi
  • Ätsche Bätsche – Ätschebätsche
  • Ällabätsch (Der Wortteil „Älla“ leitet sich vom französischen „allez“(gehen) ab und ist damit ein Lehnwort. Vergleichbar mit den Worten „Alla hopp“ bzw. „Alle(z) hopp“, welche sich auch vom französischen „allez“ ableiten.)

Die SPD-Politikerin Andrea Nahles machte das Wort „Bätschi“ 2017 und 2018 wieder populär, als sie es in ihren Reden verwendete. Siehe: Bätschi.

Der Künstler J.B.O. hat ein Lied mit dem Namen „Ällabätsch“ veröffentlicht.

Beispiele:

  • Ätsch, du hast verloren!
  • Ätschbätsch, hab ich dir doch gleich gesagt, du sollst das lassen.

Woher Bätsch stammt: Ein Geschenk der Schwaben

Das „Bätsch“ in „Ätsch Bätsch“ haben die Schwaben der deutschen Sprache geschenkt. Das Wort „Bätsch“ leitet sich vom schwäbischen batschå bzw. bätschå ab. Bätsch ist die schwäbisch Variante des deutschen Substantivs „Patsche“ und des Verbs „patschen“. „Patschen“ wird mit dem hochdeutschen Wort „klatschen“ übersetzt und hat auch eine ähnliche Bedeutung.

Ein „Patsch“ ist ein klatschender Ton. „Patschen“ bedeutet, dass jemand die Hände zusammenschlägt, einem anderen die Hand gibt oder ein Geräusch erzeugt, wenn er auf etwas schlägt.

Im Hochdeutschen ist das Substantiv „Patsche“ aus der Redensart „in der Patsche sitzen“ bekannt. In seiner ursprünglichen Bedeutung bezeichnet es einen klatschenden und lauten Schlag.

Wer vor hunderten Jahren auf weichen Boden oder in eine Pfütze fiel, der patschte in die Pfütze. Wer also „in der Patsche sitzt“, der hat sich in eine missliche Lage gebracht. Er oder sie saß im Dreck, Schlamm oder in der sprichwörtlichen Scheiße.

1+1=1 – Ätsch + Bätsch = Ätsch Bätsch

Während „ätsch“ als Spottruf galt, um den Verlierer mitzuteilen, dass er sich in einer misslichen oder traurigen Lage befindet, wurde das „Bätsch“ angefügt, um die Lage unterstreichen: „Ätsch“ du sitzt in der „Bätsche“ (oder auf hochdeutsch: „Ätsch, du sitzt in der Patsche“.)