Was bedeutet „Fake it till you make it“? Bedeutung, Psychologie

Die englische Phrase „Fake it till you make it“ heißt auf deutsch:

  • „Tu so lange als ob, bis du es geschafft hast.“
  • „Tu als ob, bis du es kannst.“
  • „Tu so, dann wirst du so.“

Gemeint ist damit, dass jemand das Verhalten anderer imitieren oder nachspielen soll, bis er oder sie es selbst kann. Insbesondere soll Verhalten, Selbstvertrauen, Kompetenz und die Einstellung imitiert werden. Das „so tun als ob“ bildet hier die Grundlage, um neue Techniken und Fähigkeiten zu lernen.

Beim „Fake it till you make it“ geht es insbesondere darum, dass jemand erst einmal nur so tut, um positive Erfahrungen zusammeln. Aus diesen positiven Erfahrungen schöpft jemand Mut und Selbstvertrauen, um damit die neu erworbene Fähigkeit auszubauen.

„Fake it till you make it“ Formel

„Fake it till you make it“ kann auf eine Formel heruntergebrochen werden:

Willst du Gefühl x, dann verhalte dich so, als ob du Gefühl x schon fühlst. Und: Schauspielere Gefühl x, um Gefühl x zu erleben.

Beispiele:

  • Willst du dich selbstsicher fühlen, dann verhalte dich selbstsicher. (Und: Schauspielere Selbstsicherheit, um selbstsicher zu werden.)
  • Willst du produktiv sein, dann verhalte dich wie eine produktive Person.
  • Willst du mehr Freunde, dann verhalte dich wie jemand der viele Freunde hat.
  • Willst du mit Fremden ohne Angst reden, dann verhalte dich wie jemand, der mit Fremden angstfrei redet.
  • Willst du Kunden gewinnen, dann tue so als ob du schon erfolgreich bist und genug oder sehr viele Kunden hast. Mach deine Firma oder dich selbst, größer als du bist. (Dies ist möglich durch Statussymbole.)
  • Willst du mit Kunden erfolgreiche Gespräche führen, dann schauspielere, dass du ein erfolgreicher Geschäftsmann oder eine erfolgreiche Geschäftsfrau bist.
  • Du erfolgreiche vor anderen reden, dann verhalte dich wie jemand, der erfolgreich vor anderen redet.
  • Du willst schlank sein, dann verhalte dich und iss wie jemand, der schlank ist.

„Fake it till you make it“: Aus einer Inkompetenz eine Kompetenz machen

„Fake it till you make it“ setzt bei einer Fähigkeit an, in der jemand inkompetent, ängstlich und unsicher ist. Aus den positiven Erfahrungen durch das so tun als ob, arbeitet jemand dann an seiner Inkompetenz und macht durch wiederholtes Üben aus der Inkompetenz eine Kompetenz. Dabei werden Unsicherheiten abgebaut und Selbstvertrauen wird aufgebaut.

„Fake it till you make it“ als Rat Verhalten zu imitieren, wird gegeben, wenn jemand eine Tätigkeit oder Handlung machen will oder soll und diese Person noch keinerlei Erfahrung und praktisches Wissen dafür hat. Meist geht die Erfahrungslosigkeit mit geringem Selbstvertrauen einher, da eben die Selbst-Sicherheit eine gewisse Handlung oder Tätigkeit auszuführen fehlt.

„Fake it till you make it“ in der Realität angewendet: Nachahmen und Imitieren

Wer „Fake it till you make it“ in der Realität anwendet, fängt meistens an Verhalten und Worte anderer zu interpretieren. Das kann z.B. ein bestimmter Kleidungsstil sein, eine bestimmte Körperhaltung, bestimmte Wortwahl, das Selbstvertrauen und bestimmte Phrasen, die verwendet werden. Es hilft andere nachzuahmen, da dies Sicherheit gibt.

Techniken für „Fake it till you make it“ und um die Angst zu überwinden sind:

  • Sich an eigene Erfolge und Leistungen erinnern. (Dies gibt Mut und zeigt, was man einmal schaffte, schafft man ein zweites Mal.)
  • Sich an Erfolge und Leistungen anderer erinnern. (Was diese schafften, schafft jeder andere auch (wenn er will und sich anstrengt.))
  • Umgib dich mit Menschen, die deine Wunscheigenschaften haben. (Menschen beeinflussen einander und „färben“ auf einander ab.)
  • Meditiere (Gönne deinem Geist eine Pause, um zur Ruhe zukommen.
  • Sag, wovor du Angst hast. (Das befreit.)

Wer „Fake it till you make it“ übertreibt, wird schnell zum Hochstapler und verstrickt sich in Lügen. Dies passiert insbesondere dann, wenn jemand über Erfolge und Leistungen lügt. Bei „Fake it till you make“ geht es um das Gefühl z.B. der Selbstsicherheit, welches versucht wird durch geschauspielertes selbstsicheres Verhalten zu erlangen. Es geht nicht darum Selbstsicherheit herbeizureden oder gar herbeizulügen! (Es sollte deswegen stets abgewogen werden, ob Ehrlichkeit nicht mehr wert ist. Fliegt eine Lüge auf, so ist das Vertrauen verloren.)

Psychologie hinter „Fake it till you make it“

„Fake it till you make it“ kann auf eine Formel runtergebrochen werden: Willst du dich selbstbewusst fühlen, dann musst du dich selbstbewusst verhalten. Dies baut auf der Erkenntnis auf, dass das Verhalten und das Körperliche das Emotionale und die Psyche beeinflusst. Ein gutes Beispiel dafür ist: Wenn jemand eine Minute lange so tut als ob er/sie lächelt (und in Wahrheit eine Grimasse schneidet), dann steigt die Laune.

Gespieltes Selbstvertrauen kann durchaus zu echten Erfolgen führen. Diese Erfolge führen dann dazu, dass das Selbstvertrauen wächst und jemand in einer Tätigkeit besser wird, in welcher er/sie erst noch Anfänger ist oder wovor er/sie Angst hat.

„Fake it till you make“ funktioniert bei positiven Glaubenssätzen

„Fake it till you make“ funktioniert, wenn eine Person erkannt hat, was sie zurückhält oder blockiert. (Negative Glaubenssätze) Ist dies nicht erkannt, so funktioniert das Imitieren auch nicht. Beispiele:

  • Wenn jemand von anderen gemocht werden möchte, sich selbst aber nicht mag, so wird jeder Versuch mit anderen positive Beziehungen aufzubauen, scheitern.
  • Jemand glaubt über sich selbst, dass er/sie kein guter Verkäufer ist. Jetzt will die Person durch Schauspielerei so tun, als ob sie ein guter Verkäufer sei. Der Versuch wird scheitern, wegen dem negativen Glaubenssatz.
  • Jemand glaubt das Geld den Charakter verdirbt. Jeder Versuch, sich wie ein Reicher zu verhalten oder Geld zu erworben, wird aus Selbstschutz scheitern. Denn die Person wird Geld abstoßen, um ihren Charakter vor dem Verderben zu schützen.

Das Gehirn und der Geist arbeiten hier mit dem Ziel, dass widersprüchliche Gedanken abgelehnt und abgestoßen werden. Gedanken sollen zusammenpassen und kohärent sein. Jeder neue Gedanke, der einem negativem Glaubenssatz widerspricht, wird deswegen „bekämpft“.

„Fake it till you make“ bedeutet auch am Anfang, dass jemand keine Erfahrung in einer Tätigkeit hat und daher hölzern oder wie ein Roboter wirken kann. Hier entsteht eine Glaubwürdigkeitslücke, da jemand zwar so tut als ob, aber das Verhalten, die Körpersprache und die Mimik das Schauspiel verraten. Diese Phase gehört beim Lernen dazu.

Weitere Bedeutung von „Fake it till you make it“

„FAKE IT TILL YOU MAKE IT: Handbuch für Industrieschauspieler “ ist ein Buch von Todd Allington.

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