Warum sagt man „Den Salat haben“? Herkunft Redewendung, Erklärung, Bedeutung

Warum sagt man, Den Salat haben, Herkunft Redewendung, Erklärung, Bedeutung


„Den Salat haben“ – wofür steht das eigentlich? „Nun hast Du den Salat“ sagen wir, wenn jemand etwas gründlich vermasselt hat, wenn eine Sache gründlich misslungen ist. „Warum konntest Du nicht aufpassen, jetzt haben wie den Salat“ soll auch ausdrücken, dass wir es ja von vornherein besser wussten. Wir haben immer gesagt, dass etwas nur so funktionieren kann und auf uns wurde nicht gehört. „Den Salat haben“ steht aber auch für Unordnung und für Chaos, was wir selbst angerichtet haben. Vielleicht haben wir vergessen, den Wecker zu stellen oder beim Frühstück herumgetrödelt. Nun haben wir den Bus verpasst und „den Salat“. Oder wir haben die neuen hochhackigen Schuhe angezogen, obwohl bequemes Schuhwerk für einen bestimmten Anlass eigentlich viel besser gewesen wäre und haben nun „den Salat“. Uns tun die Füße weh oder wir haben uns eine Blase gerieben. Den „Salat“ haben wir auch, wenn wir uns über Gesetze oder Bestimmungen einfach hinwegsetzen und dabei erwischt werden.

Aber warum hat jemand in diesem Zusammenhang nun gerade den Salat und nicht zum Beispiel die Nudeln, den Reis, das Obst oder die Kartoffeln?

Warum sagt man „Den Salat haben“? Herkunft Redewendung, Erklärung, Bedeutung

Stellen wir uns in dem Zusammenhang einen Salat vor, zum Beispiel einen Nudelsalat, einen Kartoffelsalat, einen Obstsalat oder einen griechischen Bauernsalat. Alle bestehen aus mehreren verschiedenen Zutaten. Ein Kartoffelsalat zum Beispiel enthält in der Regel gekochte und kleingeschnittene Kartoffeln, gehackte Zwiebeln, zerkleinerten Apfel, Gurke, Fleischsalat oder Mayonaise, Essig und Öl, vielleicht noch kleingeschnittene gebratene Wurststücke, mehrere Gewürze und Schnittlauchröllchen. Alle diese Zutaten werden durcheinandergemischt, lassen sich nicht mehr auseinander bringen, sind eine Art von Mischmasch. Deshalb wurde früher ein Salat als Sinnbild für etwas Unordentliches, für ein Durcheinander angesehen. Etwa ab der Mitte des 19.Jahrhunderts wird der Begriff „den Salat haben“ deshalb als Metapher für Unordnung und für das Chaos gebraucht. Das zeigt sich auch in anderen Ausdrücken. Sprechen wir zum Beispiel vom „Kabelsalat“, dann ist damit ein Durcheinander von Kabeln oder ein Wirrwar von Stromleitungen gemeint. Als noch Tonbandgeräte und Tonband-Kassetten in Mode waren, verfitzten sich manchmal die Bänder und das wurde dann als „Bandsalat“ bezeichnet.

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Das Lebensmittel bzw. Speisen als Metapher für bestimmte Ereignisse oder Zustände hergenommen werden, kommt sehr häufig vor. Wir „rupfen ein Hühnchen“ wenn wir jemanden die Meinung sagen wollen. Wir kaufen etwas preiswert, was nur „einen Apfel und ein Ei kostet“ oder haben „Tomaten auf den Augen“ wenn wir etwas eigentlich Offensichtliches nicht erkennen. Oft sind diese Redewendungen ganz typisch deutsch und in anderen Ländern werden für die gleichen Geschehnisse ganz andere Metapher benutzt. So sagen zum Beispiel die Niederländer statt „da haben wir den Salat“ „Nu zitten wij met de gebakken Benen“ (nun sitzen wir mit den gebratenen Birnen da). Oder nehmen wir die bekannte deutsche Redewendung „Das ist nicht dein Bier“ für etwas, das einem nichts angeht, das ihn/sie nicht betrifft. Die Franzosen sagen dazu: „Ce ne sont pas tes oignons“ (Das sind nicht deine Zwiebeln). Und wenn wir Deutschen zu irgend etwas „unseren Senf dazugeben“ müssen, sind es bei den Franzosen „son grain de sel“ (ein paar Körnchen Salz).

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