Warum sagen wir „Ätsch Bätsch“? Was bedeutet der Ausdruck?

Mit den Ausrufen „Ätsch“ oder „Ätsch Bätsch“ werden andere verspottet und verhöhnt, denen wegen ihres Hochmutes oder trotz besseren Wissens, eine Sache misslungen ist und die damit eine Niederlage erfahren haben. Der Ausruf „Ätsch“ drückt somit Spott, Hohn und Schadensfreude aus – er stellt damit auch eine Art Genugtuung dar. Er wird verwendet, um die Niederlage des Gegners verbal zu verstärken und diesem so mitzuteilen, dass er verloren hat – was er selbst schon weiß.

Der Ausruf „Ätsch“ kann durch eine Geste begleitet werden: der ausgestreckten Zeigefinge, welcher auf den Verlierer gerichtet ist, wird mit mindestens einem Finger der anderen Hand gestrichen. Dabei wird „Ätsch“ oder eine Variante davon gesagt und es wird gelacht.

„Ätsch“ und „Ätsch Bätsch“ sind Interjektionen. Der Wortteil „Bätsch“ ist eine Verstärkung des Ätsch, da es ein Reimwort ist. „Ätsch“ wird zur Kindersprache gezählt.

Die Interjektion „ätsch“ ist sehr alt. Im ersten deutschen Wörterbuch von Pistorius wurde das Wort schon 1561 als „Spottwort“ erwähnt.

Der Ausruf ist in mehreren Varianten bekannt:

  • Ätsch Bätsch – Ätschbätsch
  • Ätschi Bätschi – Ätschibätschi
  • Ätsche Bätsche – Ätschebätsche
  • Ällabätsch (Der Wortteil „Älla“ leitet sich vom französischen „allez“(gehen) ab und ist damit ein Lehnwort. Vergleichbar mit den Worten „Alla hopp“ bzw. „Alle(z) hopp“, welche sich auch vom französischen „allez“ ableiten.)

Die SPD-Politikerin Andrea Nahles machte das Wort „Bätschi“ 2017 und 2018 wieder populär, als sie es in ihren Reden verwendete. Siehe: Bätschi.

Der Künstler J.B.O. hat ein Lied mit dem Namen „Ällabätsch“ veröffentlicht.

Beispiele:

  • Ätsch, du hast verloren!
  • Ätschbätsch, hab ich dir doch gleich gesagt, du sollst das lassen.

Woher Bätsch stammt: Ein Geschenk der Schwaben

Das „Bätsch“ in „Ätsch Bätsch“ haben die Schwaben der deutschen Sprache geschenkt. Das Wort „Bätsch“ leitet sich vom schwäbischen batschå bzw. bätschå ab. Bätsch ist die schwäbisch Variante des deutschen Substantivs „Patsche“ und des Verbs „patschen“. „Patschen“ wird mit dem hochdeutschen Wort „klatschen“ übersetzt und hat auch eine ähnliche Bedeutung.

Ein „Patsch“ ist ein klatschender Ton. „Patschen“ bedeutet, dass jemand die Hände zusammenschlägt, einem anderen die Hand gibt oder ein Geräusch erzeugt, wenn er auf etwas schlägt.

Im Hochdeutschen ist das Substantiv „Patsche“ aus der Redensart „in der Patsche sitzen“ bekannt. In seiner ursprünglichen Bedeutung bezeichnet es einen klatschenden und lauten Schlag.

Wer vor hunderten Jahren auf weichen Boden oder in eine Pfütze fiel, der patschte in die Pfütze. Wer also „in der Patsche sitzt“, der hat sich in eine missliche Lage gebracht. Er oder sie saß im Dreck, Schlamm oder in der sprichwörtlichen Scheiße.

1+1=1 – Ätsch + Bätsch = Ätsch Bätsch

Während „ätsch“ als Spottruf galt, um den Verlierer mitzuteilen, dass er sich in einer misslichen oder traurigen Lage befindet, wurde das „Bätsch“ angefügt, um die Lage unterstreichen: „Ätsch“ du sitzt in der „Bätsche“ (oder auf hochdeutsch: „Ätsch, du sitzt in der Patsche“.)

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