Warum sagen wir Glückspilz? Woher kommt das Wort? Bedeutung, Wortherkunft, Definition

Als „Glückspilz“ werden in der deutschen Sprache Menschen bezeichnet, denen oft und unverhofft etwas Gutes passiert. Diese Menschen finden Geld, ihnen fällt leicht, was andere sehr anstrengend finden und es scheint, als ob ihnen vieles in den Schoss fällt. Doch was hat derjenige, der Glück hat mit einem Pilz zu tun? In diesem Beitrag verraten wir es.

Der „Glückspilz“ mit weißem Stamm und rotem Hut mit weißen Punkten zählt zu den Glückssymbolen in unserer Kultur. Seltsamer Weise stellt der bildliche Glückspilz einen giftigen Fliegenpilz dar. Wenn du die Google-Bilder-Suche benutzt und „Glückspilz“ eingibt, siehst du unglaublich viele Fliegenpilz-Bilder.

Synonyme für Glückspilz sind:

  • Glückskind
  • Hans im Glück
  • Sonntagskind

Wortherkunft: Woher kommt „Glückspilz“? (Etymologie)

Der Ausdruck „Glückspilz“ stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist eine Übersetzung des englischen Import-Wortes „Mushroom“. Als „Mushroom“ wurde damals nicht nur Pilze, sondern auch Menschen bezeichnet, die sehr schnell sehr reich und mächtig wurden. Auf deutsch sagt man zu diesen Menschen auch „Emporkömmling“. Das Bild des Pilzes wird gebraucht, da Pilze scheinbar über Nacht wachsen, aus dem Boden schießen und dann einfach da sind. Noch heute sagen wir, „wie Pilze aus dem Boden schießen“. (Anmerkung: Pilze wachsen nur sehr schnell, wenn das Wetter stimmt – wenn es vorher feucht und mild war.

Während der Ausdruck „Glückspilz“ heute eine positive Bedeutung hat, hatte er damals eine negative Bedeutung. (Den Menschen damals war es suspekt, dass jemand ohne große Anstrengung und einfach so zu viel Reichtum und Macht kam.

Wilhelm Busch beschäftigte sich im Gedicht „Schein und Sein“ auch mit den Glückspilzen.

Der „Fliegenpilz“ als Glückssymbol könnte einen anderen Ursprung haben. Laut einer möglichen – aber unbestätigen Theorie – sollen schon die alten Germanen sich am Fliegenpilz berauscht haben. Dabei haben sie den Pilz unterschiedlich benutzt, einmal haben sie ihn wie eine Rauschdroge benutzt, um z.B. bei Riten den Göttern näher zu sein (was Glücksgefühle verursachen kann) und ein anderes Mal haben sie den Fliegenpilz im Kampf benutzt. Durch seine betäubende Wirkung haben sie versucht besser, mutiger und aggressiver zu kämpfen. Außerdem spürten sie weniger Schmerzen. Diese Theorie ist unbestätigt.

Weitere Bedeutung von Glückspilz

Der Glückspilz ist ein 1966 veröffentlichter US-amerikanischer Film mit Billy Wilder. Der englische Originaltitel ist: „The Fortune Cookie“.

„Glückspilze“ ist ein 1940 veröffentlichter US-amerikanischer Film. Der Originaltitel lautet „Lucky Partners“.

Sven Glückspilz ist ein Charakter aus den Comics „Hägar der Schreckliche“. Er ist die rechte Hand und auch der beste Freund von Häger.

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