Hier findest du Worte, die in der Kategorie Wortneuschöpfungen gelistet sind.

Was bedeutet Breiern? Bedeutung und Definition erklärt

„Breiern“ ist ein Kofferwort aus den Worten „Brechen“ und „Feiern“. Es bedeutet das jemand, während einer Party – vermutlich durch übermäßigen Alkoholeinfluss – sich übergeben muss. Anstatt die Party nach dem Feiern zuverlassen, sich Ruhe zugönnen und viel Wasser zutrinken, feiert die Person aber weiter.

„Breiern“ ist eine Wortneuschöpfung, die zum Jugendwort des Jahres 2018 gewählt werden konnte. 2018 wurde „Ehrenmann/Ehrenfrau“ zum Jugendwort des Jahres gewählt. Weitere Worte, die zur Wahl stehen sind: Axelfasching, Exting und viele weitere. Mehr erfährst du hier.

„Breiern“ als Wortneuschöpfung verkürzt die Phrase „Nach dem Erbrechen, weiter trinken und feiern“.

Ob das „Breiern“ mutwillig begangen wird oder einfach passiert, ist unklar. Zumindest ist es möglich, das Erbrechen hervorzurufen und den Körper durch weiteren Alkohol zum feiern zu „zwingen“. An den nächsten Tag will dabei, wohl niemand denken.

Sollte jemand nach dem Erbrechen weiter Alkohol trinken?

Erbrechen ist immer ein Anzeichen dafür, dass der Körper genug Alkohol aufgenommen hat und nicht mehr kann. Wer sich erbricht, sollte unbedingt aufhören mit dem Trinken von Alkohol. Das Glas oder die Flasche sollte weggestellt und durch Wasser ersetzt werden.

Beim Erbrechen wird die sehr saure Magensäure die Speiseröhre hochbefördert. Diese greift die Speiseröhre, das Zahnfleisch und die Zähne an. Wer also wiederholt oder oft kotzt, schädigt sich und seinen Körper damit nur selbst. Außerdem führt Erbrechen dazu, dass der Körper Mineralien (Kalium) und Elektrolyte verliert. Diese sind wichtig für die Arbeit der Muskeln. Daher sollte auf weiteres Übergebung verzichtet werden.

Verhindert Erbrechen einen Kater?

Wer sich mutwillig übergeben will, um einen Kater zu verhindern, kann dies lassen. Der Alkohol wird meist sehr schnell absorpiert und befindet sich im Blut. Wer sich erbricht, leert zwar seinen Mageninhalt wird aber seinen Kater und den Alkohol nicht los.

Was bedeutet Snackosaurus? Bedeutung und Definition

„Snackosaurus“ ist eine Bezeichnung für jemanden, der sehr gefräßig ist und viel auf einmal essen kann.

Der Ausdruck „Snackosaurus“ stand zur Wahl zum Jugendwort des Jahres 2018. Gewonnen hat es nicht, sondern gewonnen hat „Ehrenmann„.

„Snackosaurus“ setzt sich aus den Worten „Snack“ und „-saurus“ zusammen. Ein „Snack“ bedeutet wortwörtlich auf deutsch: Kleinigkeit, Zwischenmahlzeit. Der Wortteil „-saurus“ bezeichnet Dinosaurier. „Dinosaurier“ bedeutet im Wortlaut: gewaltige Eidechsen. „Dino“ ist griechisch und heißt „gewaltig“ oder „schrecklich“. „Sauros“ bedeutet auf deutsch „Eidechse“.

Auch wenn „Snacks“ Zwischenmahlzeiten oder kleine Happen sein sollen, so legt der Ausdruck „Snackosaurus“ nahe, dass jemand viele Snacks oft isst, wodurch der Charakter einer Zwischenmahlzeit aufgehoben wird.

Weiteres zu Snackosaurus

„Snackosaurus“ ist eine Webseite und ein Instagram-Profil über verschiedenste Snacks, die dort per Foto gezeigt werden. Das Motto von Snackosaurus ist: „Alle Snacks. Jeder Zeit. Weil sie wie kleine Urlaube sind, die helfen durch den Tag zukommen.“ (Das Motto ist im Original auf englisch.)

Eine weitere Sprachvariante von Snackosaurus ist „Snackosaurus-Rex“. Ein Schreibvariante für Snackosaurus ist „Snack-O-Saurus“.

In den sozialen Medien teilen Nutzer unter dem Hashtag #Snackosaurus Bilder von sich und/oder ihren Snacks. Die Bilder variieren dabei von Gemüse, Früchten bis zu Keksen und fertigen Snacks, aber auch Getränken.

Mit „Snackosaurus“ bedruckte T-Shirt werden im Internet zum Verkauf angeboten.

Über Snacks und das Snacken

Snacks sind verführerisch, da kleine Menge zu essen, kein schlechtes Gewissen machen und relativ viel Freude bereiten. Jedoch kann unkontrolliertes Snacken schnell zu Gewichtszunahme und unregelmäßigen Essgewohnheiten führen. Daher sollte bei Snacks auf die Häufigkeit gedachtet werden und es sollten – wenn gesnackt werden soll – gesunde Snacks gegessen werden. Gesunde Snacks können Obst oder Gemüse sein, aber auch herzhafte Sachen wie ein Eier oder eine Backkartoffel.

Was bedeutet Screenitus? Bedeutung und Definition

„Screenitus“ ist eine Bezeichnung für das Gefühl der Erschöpfung und Entscheidungsunwilligkeit, wenn man zu lange auf einem selbstleuchtenden Monitor geschaut hat. Dies kann z.B. nach der Stundenlangen Nutzung von Smartphone, Laptop oder Computer entstehen, aber auch nach stundenlangem Fernsehen.

Der Ausdruck „Screenitus“ stand zur Wahl zum Jugendwort 2018. Jedoch wurde „Ehrenmann/Ehrenfrau“ zum Jugendwort des Jahres 2018 gewählt.

„Screenitus“ setzt sich aus den Worten „Screen“ und dem Suffix „-itus“ zusammen. „Screen“ ist der englische Ausdruck für Monitor oder Bildschirm. Das Suffix „-itus“ ist von Worten wie „Tinnitus“ bekannt. („Tinnitus“ ist die Bezeichnung für Ohrengeräusche. Ein Tinnitus geht mit Beschwerden wie Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Benommenheit, Schwindel und weiteren einher.)

Der wissenschaftliche Fachbegriff für Screenitus ist: Computer Vision Syndrom

Was ist das Computer Vision Syndrom?

Das „Computer Vision Syndrom“ tritt auf, wenn jemand zu lange auf einen selbstleuchtenden Monitor guckt. Es äußert sich durch Symptome wie:

  • Sehprobleme / verschwommene Sicht
  • trockene und entzündete Augen (Rötungen)
  • Schwindel
  • Müdigkeit / Erschöpfung
  • Benommenheit
  • Kopfschmerzen / Nackenschmerzen

Die Symptome treten auf, weil das stundenlange Starren auf einen Monitor ungewohnt ist und von einigen Begleiterscheinungen – die beim Lesen von Bücher nicht auftreten – begleitet wird:

Das Auge versucht unbewusst die Buchstaben und ihre weichen Kanten auf einem Monitor zu fokussieren. Bei einem Buch oder in gedruckter Form haben Buchstaben harte Kanten, wodurch sie leichter erkennbar sind. Die ständigen Fokussierungsversuche kosten viel Energie.

Wer auf einen Monitor guckt, blinzelt seltener. Dies führt dazu, dass das Auge trockener wird und Irritationen auftreten.

Wer lange Zeit auf einen Monitor starrt, ermüdet seine Augenmuskeln. Hier hilft es, für wenige Sekunden in die Ferne zuschauen und dort etwas zu fokussieren.

Die Helligkeit vom Monitor kann zudem erschöpfend wirken. Auch der Winkel in dem auf den Monitor geschaut wird, ist entscheidend.

Was hilft gegen das Computer Vision Syndrom?

Am einfachsten helfen kurze Pausen. Alle 20-30 Minuten sollte kurz wo anders hingeschaut werden. Am besten in die Umgebung oder Natur, nicht auf das Smartphone.

Andere Techniken wie z.B. die Monitorfarbe ändern, helfen auch.

Dopamin und soziale Medien

Das Glücks- und Belohnungshormon „Dopamin“ wird ausgeschüttet, wenn wir in den sozialen Medien aktiv sind. Durch immer wieder neue Inhalte, spannende Videos und Informationen über unsere Freunde schüttet das Gehirn für jede Interaktion Dopamin aus. Doch Dopamin ist eine endliche Ressource. Ist es alle, dann müssen die Dopaminspeicher aufgefüllt werden. Wenn das Dopamin alle ist, verschwindet die Freude an den sozialen Medien und es entsteht eine Art Erschöpfung und Müdigkeit. Wer an diesen Punkt gelangt ist, sollte sich in die Ruhe begeben, denn dort werden die Dopamin-Speicher wieder aufgefüllt.

Chronischer Dopaminexzess führt zu Erschöpfung, Müdigkeit, Motivationsverlust, Antriebsstörungen, Depressionen und kognitiver Einschränkung (Man kann dann nicht mehr klar denken).

Anmerkung der Reaktion: Wenn du nach „Dopamin Soziale Medien“ suchst, wirst du viele Beiträge finden, die den Sozialen Medien einen süchtigmachenden Effekt nachsagen. Dopamin ist – wie auch bei Drogen – hier immer Spiel.

Was bedeutet Exting? Bedeutung und Definition erklärt

Der Ausdruck „Exting“ hat mehrere Bedeutungen:

  • Per Textnachricht die Beziehung mit dem aktuellen Partner beenden
  • Per Textnachricht Kontakt zur Exfreundin oder zum Exfreund aufnehmen (Motive können hier Einsamkeit, Langeweile oder Reue sein – teils geschieht dies auch unter Alkoholeinfluss)

„Exting“ in der Bedeutung, dass jemand die Beziehung mit dem aktuellen Partner per Textnachricht beendet, stand zur Wahl zum Jugendwort des Jahres 2018. „Ehrenmann/Ehrenfrau“ wurde zum Jugendwort des Jahres 2018 gewählt.

„Exting“ setzt sich aus den Worten „Ex“ und „Texting“ zusammen. „Ex“ ist eine Bezeichnung für den ehemaligen Partner bzw. für den bald ehemaligen Partner, von dem jemand sich trennen möchte. „Texting“ bzw. auf deutsch „Texten“ bezeichnet das Kommunizieren über Textnachrichten, wie dies z.B. in Chats und Messangern möglich ist.

Warum niemand per Textnachricht Schluss machen sollte

Wer eine Beziehung und damit auch das Vertrauensverhältnis zu einer Person beenden möchte, sollte dies nie per Textnachricht machen. Die Textnachricht ist der feigeste Weg, um einer Konfrontation und (ungewollten) Gefühlen aus dem Weg zu gehen. Auch wer das Schluss machen per Textnachricht damit begründet, dass er/sie den anderen nicht verletzten möchte, sollte trotzdem immer den Weg über das direkte Gespräch gehen. Den Mut dazu sollte jeder aufbringen.

Die einfachste Regel die hier beachtet werden sollte, ist die goldene Regel: Man sollte so Schluss machen, wie man es für sich selbst wünscht. Eine Textnachricht und dann einfach verschwinden, ist der hässlichste Weg.

Weitere Bedeutung von Exting

„EXTING“ ist die Bezeichnung für ein „Extinuishing Module“ von Nittan.

„Exting“ ist ein Energy Drink von Reynolds & Reyner. Die Dose ist im Stile eines Feuerlöschers gehalten.

„Fire exting“ ist die Abkürzung für „Fire extinguisher“ – zu deutsch: Feuerlöscher.

„Exting“ ist teils auch die falsch geschriebene Variante von „exiting“.

Was bedeutet „Hutbürger“? Wie entstand der Ausdruck?

„Hutbürger“ ist eine scherzhafte Bezeichnung für den Teilnehmer der im August 2018 in Dresden stattgefundenen Anti-Merkel-Demonstration bei dem sich herausstellte, dass er ein Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamtes ist. Der Mann pöbelte – während der Demonstration – gegen die Presse und forderte Journalisten des ZDF auf, ihn nicht zu filmen und warf ihnen vor eine Straftat zu begehen. Er stellte daraufhin eine Strafanzeige gegen die Polizisten. Diese hat er mittlerweile zurückgezogen. Auch hat der Mann sich beim ZDF-Redakteur Arndt Ginzel entschuldigt.

In Folge der Demonstration entstand eine Diskussion, um die Pressefreiheit. Der sächsischen Polizei wurde vorgeworfen, Sympathien mit Pegida zu haben und Journalisten bei ihrer Arbeit zu behindern. Es verbreiteten sich Begriffe wie Pegizei, LKAida und Hutbürger. Mehr dazu hier.

Was bedeutet Hutbürger genau?

Der Ausdruck „Hutbürger“ ist eine Ableitung vom Ausdruck „Wutbürger“. Teilnehmern von Pegida-Demonstrantionen wurde in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen Wutbürger zu sein.

Der Demonstrant der Anti-Merkel-Demonstration in Dresden, der die ZDF-Journalisten aufforderte ihn nicht zu filmen, fiel durch seine Aggressivität und seinen Hut auf. Er trug einen Deutschland-Anglerhut. Außerdem trug er Sonnenbrille, Hemd und Weste.

Die Netzgemeinde verspottete den Mann als „Hutbürger“ und spottete über seinen Dialekt.

Unter den Hashtags #Hutbürger, #Pegizei und #LKAida wird auf Twitter über die Vorfälle in Dresden gesprochen.

Weitere Spott-Bezeichnungen für den Mann sind: Hutachter und Hutmensch

Hutachter – abgeleitet von „Gutachter“ und in Anlehnung daran, dass er als Gutachter arbeitet.

Hutmensch – abgeleitet von „Gutmensch“. „Gutmensch“ wird oft als Schimpfwort und abwertend verwendet.

Hutbürger als LKA-Mitarbeiter

Am 22. August 2018 veröffentlichte das sächsische Innenministerium Informationen, dass der Mann Mitarbeiter des Landeskriminalamtes ist. Ein Sprecher stellte klar, dass der Mann ziviler Mitarbeiter ist und kein Beamter. Er arbeitet als Buchprüfer im Dezernat für Wirtschaftskriminalität. Er erstellt Gutachten und soll auch vor Gericht als Gutachter auftreten.

Am 23. August befand der Mann sich im Urlaub. Die Behörde wollte prüfen, ob er vorzeitig aus seinem Urlaub zurückgeholt werden kann. Über dienstrechtliche Konsequenzen wird aktuell diskutiert. Mitarbeiter sind angehalten ihr Auftreten und ihre Äußerungen im Sinne ihres Arbeitgebers zu mäßigen.

Was bedeutet Pegizei, Hutbürger und LKAida? Bedeutung und Definition

„Pegizei“ ist ein Kofferwort, dass sich aus den Worten „Pegida“ und „Polizei“ zusammensetzt.

Was bedeutet „Pegizei“ genau? Was impliziert der Begriff?

In der Netzgemeinde bildete sich nach der Anti-Merkel-Demo in Dresden im August 2018 der Ausdruck „Pegizei“, als Kritik an der vermuteten Verstrickung von Pegida und Polizei.

„Pegizei“ soll nahelegen, dass die Polizei von Pegida unterwandert ist und gezielt Journalisten bei ihrer Arbeit hindere. Außerdem wird mit „Pegizei“ der Polizei vorgeworfen, dass sie nicht mehr Neutral, sondern Pro-Pegida handele und Sympathien für Pegida hege, die sich im Verhalten von Polizisten äußern sollen.

Was bedeutet LKAida?

Ein weiterer Ausdruck, der der Polizei und Pegida Verstrickungen nahelegt, ist LKAida. Der Ausdruck setzt sich aus der Abkürzung für Landeskriminalamt „LKA“ und dem Wortteil „-ida“ wie in „Pegida“ zusammen.

Auch mit „LKAida“ soll dem dem Landeskriminalamt und ihren Mitarbeiter vorgeworfen werden, Pegida-affin zu sein bzw. Sympathien für Pegida zu hegen.

Was bedeutet Hutbürger?

Der aufgefallende Pegida-Demonstrant und Mitarbeiter des LKA erhielt von der Netzgemeinde den scherzhaften Namen „Hutbürger“, da er während der Demonstrantion einen Deutschland-Anglerhut trug.

„Hutbürger“ ist eine Abwandlung des Begriffes „Wutbürger„. Teilnehmern der Pegida-Demonstrantion(en) und Teilnehmern anderer Demonstantionen gegen Angela Merkel, die Flüchtlings- oder Asylpolitik wird seit jeher nachgesagt, dass sie „Wutbürger“ seien.

Wie entstand der Ausdruck „Pegizei“?

Bei einer Anti-Angela-Merkel-Demo am 16. August 2018 gerieten mehrere Demontranten und ein „Frontal 21“-Filmteam aneinander. Die Demonstranten beschimpften zunächst die Journalisten und wollten nicht gefilmt werden. Einer der Demonstranten forderte die Mitarbeiter des Zweiten Deutschen Fernsehens auf, die Dreharbeiten einzustellen und ihn nicht zu filmen. Er sagte: „Hören Sie auf, mich zu zu filmen.“ Er warf den Journalisten vor, eine Straftat zu begehen, weil sie ihn filmten. Der Kameramann antwortete, dass der Mann sich doch vor seine Kamera stelle. Der Demonstrant entfernte sich zuvor aus der Gruppe der Demonstranten, um die Journalisten aufzufordern, ihn nicht zu filmen.

Die Demonstranten holten die wenige Meter entfernt stehende Polizisten dazu. Ein Demonstrant zeigte einen Journalisten wegen Beleidigung an. Der Journalist erstatte ebenso Anzeige wegen Beleidigung durch den Demonstranten. Die Polizisten nahmen die Personalien der Beteiligten auf. Die Polizisten hielten daraufhin die Journalisten rund 45 Minuten fest, um Personalien zu prüfen und eine Anzeige aufzunehmen. Die Journalisten werteten dies, als Hinderung ihrer Arbeit nachzugehen und als Schikane. Den Polizisten wurde vorgeworfen gegen Artikel 5 des Grundgesetzes, die Pressefreiheit, verstoßen zu haben.

Die Polizei begründete ihr Handeln damit, dass sie ein Handgemenge zwischen den Demonstranten und den Journalisten verhindert habe.

Am 22. August gab das sächsische Innenministerium bekannt, dass der Demonstrant mit Deutschland-Anglerhut Mitarbeiter des Landeskriminalamtes sei.

Reaktionen

In der deutschen Medienlandschaft und Politik wurde das Vorgehen der Polizei kritisiert.

Der sächsische Ministerpräsident Kretschmer und Innenminister Wöller verteidigten die Polizei. Außerdem kündigte der sächsische Innenminister Roland Wöller an, dass der Fall genau geprüft werde und das Handeln der Polizeibeamten bewertet wird.

Die Netzgemeinde spottete über den Demonstranten und LKA-Mitarbeiter als „Hutbürger“.

Durfte der Mann gefilmt werden?

Ja und nein, der Mann durfte gefilmt bzw. nicht gefilmt werden. Wer an einer öffentlichen Demonstration teilnimmt, muss damit rechnen, gefilmt zu werden. Jedoch ist es fraglich, ob Nahaufnahmen und fokussierte Aufnahmen auf eine oder mehrere Personen so erlaubt sind.

Anmerkung: Ob der Mann wirklich so gefilmt werden durfte wie er gefilmt wurde, muss ein Gericht entscheiden.

Sologamie – Wenn Singles sich selbst heiraten

Sologamie wird ein neuer Hochzeitstrend genannt: Singles, die gerne heiraten wollen und partnerlos sind, heiraten einfach sich selbst. Sie veranstalten eine Hochzeitsfeier, tragen ein Brautkleid, halten eine Zeremonie ab und stecken sich selbst einen Ring an – alles ohne Bräutigam.

In der Regel vollziehen Frauen – in ihren 30er Jahren – eine Einzelhochzeit und heiraten sich selbst.

Sologamie wird als Bekenntnis zu sich selbst, als Ausdruck von Selbstliebe beschrieben. Die Sologamie ist dabei Ausdruck, des Wunsches zu heiraten, jedoch ohne Partner.

Sie versprechen sich selbst auf ihrer Alleinhochzeit, dass sie sich selbst lieben, ehren und achten werden –  natürlich in guten wie in schlechten Tagen. Der Ring ist dabei nur symbolisch.

Ein anderes Wort für Sologamie ist „Selbstheirat“.

Die Alleinheirat ist in Europa rechtlich nicht anerkannt.

Sologamie-Angebote

Die Selbstheirat wird bei einigen Hochzeitsveranstalter angeboten. Diese Angebote heißen unter anderem „‚I Married Me“ oder „Self-Wedding“.

Auf imarriedme.com werden „I Married Me – Self-Wedding In-A-Box“ angeboten. Die kleinste Box mit Silberring kostet 50 US-Dollar.

Auf www.selfmarriageceremonies.com können Frauen, die sich selbst heiraten wollen, einen zehnwöchigen Kurs buchen, in dem sie – in einem E-amil-Programm – alles über ihre Alleinhochzeit lernen können. So unter anderem:

  • Thema der Hochzeit
  • Fragen zur Hochzeit
  • Zeremonielle Praktiken
  • Schreiben des Gelübdes
  • Ihre Verlobung
  • Folgen der Ehe
  • Hindernisse

Vorteile und Nachteile der Sologamie

Der Sologamie wird nachgesagt, dass sie Ausdruck eines Egoismus, Narzismus und einer Trotzreaktion sein sollen. Sie soll als Reaktion auf Enttäuschungen in langjährigen Liebesbeziehungen stattfinden. Gleichzeitig betonen Psychologen, dass die Selbstheirat als Therapie diene, um das Selbstvertrauen zu stärken.

Kritiker sagen der Sologamie nach, dass sie Ausdruck der Verzweiflung und Verbitterung von heiratenswilligen Frauen sein soll, die keinen Partner finden, der ihren Ansprüchen gerecht wird.

Einige Medien bezeichneten die Sologamie als traurigen Trend.

Bekannte Beispiele: Sologamie

Linda Baker heiratete schon 2003 sich selbst. Zu ihrem 40. Geburtstag schwor sie sich selbst ewige Treue. Zur Ihrer Einzelhochzeitsfeier gab es sieben Brautjungfern und 75 Gäste.

im Jahr 2003 wurde die Einzelhochzeit populär als die von Sarah Jessica Parker gespielte Figur „Carrie Bradshaw“ in der Serie Sex and the City sich selbst heiratete und ihre eigene Hochzeit veranstaltete.

Die Italienerin Laura Mesi heiratete sich selbst im Jahr 2007. Sie soll die erste Alleinverheiratete in Italien sein. Ihre Alleinhochzeit hat sie sich 10.000 Euro kosten lassen.

In Taiwan heirate Chen Wai Yi sich 2010 selbst.

Das Victoria’s-Secret-Model Adriana Lima heiratete 2017 sich selbst.

Genaue Bedeutung des Wortes Sologamie

„Sologamie“ ist ein zusammengesetztes Wort, dass aus dem italienischen Wort „Solo“, was „allein“ bedeutet, und dem griechischen Wort „gamie“ (Gamos), was mit Ehe übersetzt wird, besteht. Die Sologamie ist damit die Einzelehe bzw. Alleinehe.

Verbreitung von Sologamie

Erste signifikante Suchanfragen nach „Sologamie“ gingen bei Google.de im Juli und August 2015 ein. Eine starke Suchnachfrage gab es im Juni 2017.

5.000 neue Worte für den Duden: Kennst du „tindern“, „Volksverräter“ und „Undercut“?

Am 9. August 2007 veröffentlichte der Dudenverlag die 27. Auflage des Dudens. Rund 5.000 Worte fügten die Macher dem Standardnachschlagewerk zur deutschen Sprache hinzu. Nur wenige Worte entfernten sie. Damit finden sich im Duden heute mehr 145.000 Worte der deutsche Sprache.

Die neuen Worte spiegeln das Zeitgeschehen wieder und zeigen, welche Worte den Deutschen heute geläufig sind.

Die Tech-Branche und mit ihr das Internet hinterlassen deutliche Spuren im Duden. Unter anderem nahmen die Duden-Redakteure folgende Worte auf: Darknet, Datenbrille, Dropbox, Emoji, entfreunden, facebooken, Filterblase, Klickzahl, liken, Livestream, pixelig, Selfie, Selfiestick, Social Bot(Automatische Programme, die in sozialen Medien wie Nutzer agieren), Tablet, tindern

Die Politik der letzten Jahre prägte ebenso unsere Sprache. Die Duden-Redakteure übernahmen viele Worte: Brexit, Cyperkrieg, Drohnenangriff, Europagedanke, Fake News, Flexitarier, Flüchtlingskrise, Hasskriminalität, Jobaussicht, Kopftuchstreit, Lügenpresse, Mütterrente, postfaktisch, queer , Schmähgedicht (Das von Jan Böhmernmann gegen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan), Volksverräter, Willkommenskultur, Wutbürgerin (Männliche Fassung war schon enthalten)

Andere Worte schafften es auch in den Duden: abgezockt, Abrissparty, Ampelfrau, Arschrunzeln, futschikato, Honk, Hoodie, Hygge (Gemütlichkeit als Lebensstil), Jumpsuit, Low Carb, polysportiv, Ramschniveau, Roadtrip, rumeiern, runterwürgen, Tikitaka (Kurzpass-Taktik im Fußball), Tüddelkram, Undercut, Urban Gardening, verpeilen, Work-Life-Balance

Kleine Änderungen in der Rechtschreibung gibt es auch: Das ß kann nun großgeschrieben werden und Worte wie „Ex-Kanzler“ oder „Co-Trainer“ werden durchgekoppelt – das heißt, sie werden durch einen Bindestrich verbunden.

Eingedeutschte Schreibweisen wie „Majonäse“, „Ketschup“ oder „Anschovis“ wurden aus dem Duden entfernt.

Was bedeutet bosshaft?

Bedeutung: Durch den Rapper Kollegah geprägter Begriff. Wer sich bosshaft verhält, trainiert sehr viel, legt viel Wert auf seinen Bizeps und gut definierte Muskeln, sowie auf Statussymbole wie Markenkleidung, teure Autos, teure Uhren, teure Kleidung und Zigarren.

Mit „bosshaft“ und „Bosshaftigkeit“ ist allgemein, dass sich jemand wie ein „Boss“ verhält bzw. Ansprüche eines Bosses erfüllt. Als „Boss“ ist ein Anführer, Alphatier oder Chef zu verstehen, der in der sozialen Hierarchie weit oben steht.

Die „Bosshaftigkeit“ äußert sich dabei nicht nur an seinem Besitz, sondern auch an seiner Körperhaltung, seinem Gang, seiner Stimme, wie er redet, seiner Gestik und Mimik. Jemand der „bosshaft“ ist, ist entspannt und weiß, was er wert ist.

Ein „Boss“ sorgt in seiner positiven Form für Ordnung, Wohlstand und Stabilität – und das nicht nur für sich, sondern für seine Familie, Freundeskreis und andere, die ihm nahe stehen. (In seiner negativen Form würde er für Tyrannei, Angst und Instabilität sorgen.)

Die Substantivierung des Wortes „bosshaft“ ist „Bosshaftigkeit“.

Wortart: Adjektiv

Beispiele:

  • „Wir waren bosshaft unterwegs.“
  • „Ich war bosshaft einkaufen.“

Verbreitung von bosshaft

„Bosshaft“ hat mittlerweile Eingang in die deutsche Umgangssprache gefunden. Der Ausdruck wird auf T-Shrits gedruckt und ist Teil verschiedener Unternehmungen:

  • Der YouTube-Kanal von Kollegah & Farid Bang hieß lange Zeit: „Bosshaft TV“. In der URL des Kanals ist dies noch zu sehen. Dort heißt der Kanal „Bosshaftchannel“. Jetzt heißt der Kanal „Alpha Music Empire“
  • „Boss Transformation“ wird auch „Bosshafte Transformation“ genannt. Das Training wird auch „Bosshaft Bodybuilding“ genannt. („Boss Transformation“ ist das Trainings- und Muskelaufbauprogramm von Kollegah)
  • „Bosshafte Beats“ ist ein Anbieter für Musiklizenzen für die Nutzung Kollegahs Beats und Liedern.
  • „Bosshaft“ heißt eine Facebook-Seite in der Kategorie Community auf der nur „bosshafte“ Sachen veröffentlicht werden.
  • „Bosshaftcrew“ ist ein Name für Anhänger Kollegahs. „Bosshaftcrew“ heißt auch ein Lied von ihm.

Verbreitung von bosshaft im Internet

Der Ausdruck „bosshaft“ wurde Ende 2013 schlagartig bekannt und war 2014 in aller Munde. Danach ebbte die Nachfrage ab, fiel aber nie auf Null. Der Ausdruck „bosshaft“ wurde allgemein mit dem Rapper Kollegah in Verbindung gebracht und ist seit dem Bestandteil der deutschen Sprache. (Dies führt auch dazu, dass monatliche viele den Begriff bei Google.de suchen.)

Verbreitung von bosshaft im Rap

Urheber des Ausdrucks „bosshaft“ ist der „Boss“ Kollegah. Er machte den Ausdruck „bosshaft“ in Deutschland bekannt und sorgte damit dafür, dass andere Rapper den Ausdruck auch verwenden. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Kollegah – Lied: „King“ – Liedzeile: „Bosshaft im Testarossa“
  • Kollegah & Farid Bang – Lied: „Dissen aus Prinzip“ – Liedzeile: „Die personifizierte Bosshaftigkeit“
  • Kollegah – Lied: „Legacy“ – Liedzeile: „Rapp‘ bosshaft Strophen ein“
  • Kollegah – Lied: „Morgengrauen“ – Liedzeile: „Dass auch in Frauen manchmal etwas Bosshaftes steckt“
  • Kollegah – Lied: „Rotlichtmassaker“ – Liedzeile: „ich kille bosshaft deine Herodealerbande“
  • Kollegah – Lied: „Endlösung“ – Liedzeile: „ich begehe bosshaft Kriminaldelikte“
  • Kollegah – Lied: „Lovesong“ – Liedzeile: „Und sie wissen ich glänze durch bosshaftes Verhalten“
  • Kollegah – Lied: „Bosshafte Weihnachten“ – Liedzeile: „Schneeball in die Fresse Mois, Bosshafte Weihnachten“
  • Kollegah – Lied: „Bodyguard“ – Liedzeile: „Kollegah, der bosshafte Porschelenker“
  • Kollegah – Lied: „Regen“ – Liedzeile: „Bosshaftigkeit in meinen Venen“
  • SpongeBOZZ – Lied: „Apocalyptic Infinity“ – Liedzeile: „Bosshaftcrew, jeder hat sein Karma verdient“
  • Majoe – Lied: „Bosshaft unterwegs“ – Liedzeile: „Wir sind bosshaft unterwegs, weil wir im Urlaub sind“
  • Eko Fresh – Lied: „Bars in euren Arsch“ – Liedzeile: „Was ’ne bosshafte Liste“
  • Seyed & Kollegah – Lied: „Skyline“ – Liedzeile: „Aber nie im Leben meinen Bosshaft-Channel-Blogeintrag“
  • Dendemann – Lied: „Dende-Medley“ – Liedzeile: „ich seh‘ bosshaft aus“
  • Shacke One – Lied: „Wat is schon dran an son Tach“ – Liedzeile: „Boshaft bosshafter Wedding-Funk“
  • Koree – Lied: „Rückhand“ – Liedzeile: „bosshafter Support“
  • Favorite – Lied: „Organraub“ – Liedziele: „vergeht das bosshafte Getue“
  • Chissmann – Lied: „Bossrapper 2“ – Liedzeile: „Bosshaftes Gepose vor verchromten Nobelkarossen“
  • Aytee – Lied: „Sureshot“ – Liedzeile: „mit bosshafter Gestik“