Was bedeutet „Öffnungsrausch“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Wort „Öffnungsrausch“ prägte der bayrische Ministerpräsident und CSU-Politiker Markus Söder am 1. März 2021.

Wie das Wort „Öffnungsrausch“ entstand:

Markus Söder veröffentlichte am 1. März 2021 um 12:03 Uhr auf Twitter in einem Tweet, in dem er mitteilte, dass „wir“ eine richtige Balance zwischen Vorsicht und Öffnen brauchen. Er äußerte sich weiterhin, dass es „keinen unkontrollierten Öffnungsrausch“ geben dürfe, dass die Lage instabil sei und dass wir die „Nerven“ nicht verlieren dürfen. Er beendete seinen Tweet mit der Aussage, dass „ein klarer Kompass“ besser sei „als ein Blindflug in die dritte Welle hinein“.

Das Wort „Öffnungsrausch“ erinnert stark an den von Angela Merkel geprägten Begriff der „Öffnungsdiskussionsorgien„. Sie fasste mit dem Begriff die Beratungssitzungen (und Diskussionen) zwischen Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten über den Lockdown und eine Öffnungsstrategie zusammen.

Auf Twitter löste der Begriff „Öffnungsrausch“ große Empörung aus.

Siehe auch: Was ist ein Verweilverbot?

Was bedeutet „Öffnungsrausch“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Wort „Öffnungsrausch“ ist eine Wortneuschöpfung deren Bedeutung nur erahnt werden kann.

Das Wort „Öffnung“ bezieht sich auf die Aufhebung der Corona-Pandemie-bedingten staatlichen Einschränkungen (Lockdown) in deren Folge viele Geschäfte nicht öffnen durften.

Ein Rausch ist ein emotionaler trancehafter Zustand in dem man über die Stränge schlägt, unvernünftig ist, sich hingebt, leidenschaftlich ist und einfach nur lebt.

Öffnungsrausch: Interpretation

Die Redaktion von BedeutungOnline.de vermutet, dass Markus Söder Sorgen hat, dass eine Aufhebung des staatlich-verordneten Lockdowns dazu führen könnte, dass die Bürger sich nicht mehr an Hygiene- und Abstandsregeln halten. Ferner kann vermutet werden, dass die Menschen wie im Wahn (oder im Rausch) einkaufen, shoppen und in die Parks gehen könnten. Dies könnte die Gefahr erhöhen, dass sich mehr Menschen mit dem Coronavirus infizieren, erkranken und im schlimmsten Fall intensiv-medizinische Hilfe benötigten. Das wiederum könnte die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen führen. (Siehe: Flatten the Curve)

Kommentar der Redaktion: Die Wortwahl mit „Rausch“ ist schon interessant. Ein Rausch tritt z.B. bei Alkohol oder anderen Subtanzen auf. Bei einem Rausch ist man nicht mehr Herr der Sinne, Herr der Lage und teils sogar Herr des eigenen Körpers. Ein Rausch kann böse enden, muss es aber nicht. Allemal endet ein Rausch mit einem Kater.

Es ist natürlich bemerkbar, dass ein Politiker befürchtet, dass Menschen von Freiheit und Grundrechten berauscht sein könnten, die ihnen im Namen der Sicherheit auf gewisse Zeit genommen wurden.

Markus Söder hat sich mit der Wortwahl „Öffnungsrausch“ auch selbst entlarvt. Er scheint nicht zu glauben, dass die Bürger eigenverantwortlich handeln wollen (und können). Denn wenn Grundrechte berauschend wirken, wie muss sich Freiheit dann erst auswirken? Daher scheint es notwendig, dass die Eigenverantwortung weiterhin noch etwas eingeschränkt bleibt. Was für ein Weltbild!

Ferner muss auch gefragt werden, ob Markus Söder die Freiheits- und Grundrechte überhaupt zurückgeben möchte? Was sagt das über einen Politiker aus.


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Quelle: Tweet von Markus Söder: hier

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