Was bedeutet „mütend“ / „wüde“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet mütend, wüde, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Ausdrücke „mütend“ und „wüde“ beschreiben einen (gleichzeitigen) psychischen Zustand der Wut, Enttäuschung und Müdigkeit über nicht-nachvollziehbare (schlechte) politische Entscheidungen.

Ferner beschreiben „mütend“ und „wüde“ einen Zustand der Resignation und Hoffnungslosigkeit.

Was bedeutet „mütend“ / „wüde“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die Ausdrücke „mütend“ und „wüde“ entstanden im März 2021, während der dritten Coronavirus-Welle, dem staatlich-verordneten (sowie diskutierten) Lockdown und politischen Entscheidungen, die zurückgenommen wurden.

Der Ausdruck „mütend“ setzt sich aus den Worten „müde“ und „wütend“ zusammen.

Der Ausdruck „wüde“ setzt sich aus den Worten „wütend“ und „müde“ zusammen.

„Mütend“ und „wüde“ sind Wortneuschöpfungen.

„Mütend“ und „wüde“ sind Spielarten der Pandemiemüdigkeit. Doch während die Pandemiemüdigkeit einen Zustand der Erschöpfung und Fatigue beschreibt, stehen „mütend“ und „wüde“ dafür, dass sich nun auch die Emotion Wut zeigt.

Bedeutung „mütend“ / „wüde“: Definition, Erklärung

Mit den Ausdrücken „mütend“ und „wüde“ werden eine Lockdown-bedingte Erschöpfung und Enttäuschung über schlechte Politik ausgedrückt. Hinter den Ausdrücken stecken verschiedene Wünsche. So unter anderem:

  • Der Wunsch danach, dass die Coronavirus-Pandemie bald vorbei ist.
  • Der Wunsch danach, dass der Lockdown bald vorbei ist und nicht wieder verlängert wird.
  • Der Wunsch endlich wieder ein Leben außerhalb der eigenen Vier-Wände zu führen. Der Wunsch danach auch mal außerhalb Essen zu gehen, Freunde zu treffen und Kultur zu genießen. Der Wunsch nach Normalität oder zur Normalität zurückzukehren.
  • Der Wunsch nach besseren politischen Entscheidungen von regierenden Politikern.
  • Der Wunsch nach einer langfristigen Politik, statt kurzfristigen politischen Salami-Taktik-Entscheidungen. Statt von einem Lockdown in den nächsten zu gehen, wünschen sich die Menschen eine langfristige Strategie.
  • Der Wunsch nach stabiler Politik. (Lieber konstante Regeln als ständig neue Regeln. In Kürze: Schluss mit dem Hin und Her!)
  • Der Wunsch danach, dass politische Pandemie-Eindämmungs-Entscheidungen nicht so widersprüchlich sind. (Beispiel: Lockdown an Ostern und heimischer Urlaub ist verboten, aber Mallorca darf besucht werden.)
  • Der Wunsch danach, dass politische Pandemie-Eindämmungs-Entscheidungen dauerhaft sind und nicht alle paar Wochen geändert oder zurückgenommen werden. (Beispiel: Schulen auf, Schulen zu)
  • Der Wunsch danach, dass der dauerhafte Alarm-Zustand und die dauerhafte Bedrohung durch das Coronavirus beendet ist. (Wer sich hier helfen möchte, sollte weniger Medien konsumieren.)

Weitere Beispiele für „mütend“ und „wüde“: Bedeutung, Erklärung

„Mütend“ und „wüde“ stehen aber auch für Enttäuschung, Frust und Hoffnungslosigkeit:

  • Enttäuschung über inkonsistente Politik
  • Enttäuschung über widersprüchliche Politik
  • Enttäuschung über korrupte Politik und Politiker
  • Enttäuschung darüber, dass Inkompetenz und Fehlverhalten bei Politikern keine Folgen hat
  • Enttäuschung über Politik, die in Wochen, aber nicht Monate denkt.
  • Enttäuschung darüber, dass politische Verantwortliche keine langfristigen Konzepte haben.
  • Enttäuschung und Wut darüber, dass nichts mehr geplant werden kann. Der nächste Urlaub kann nicht geplant werden oder der nächste Besuch der Freunde kann nicht geplant werden. (Es herrscht Planungsunsicherheit im Land, in dem viele die Planungssicherheit lieben und brauchen.)

Der beginnende Frühling verstärkt die Mütigkeit oder die Wütigkeit. Denn bei Sonnenstrahlen zieht es die Menschen raus ins Freie. Sie wollen die Sonne genießen, Vitamin D tanken und frische Luft atmen. Sie wollen aus dem Winterschlaf erwachen und nicht länger in ihren Wohnungen verweilen. Sie wollen ein Eis essen, Freunde treffen und mal ein Bier trinken gehen.

„Wüde“ und „mütend“ stehen dafür, dass es reicht. Die Menschen können nicht mehr.

Während „Pandemiemüdigkeit“ dazu führt, dass die Risikowahrnehmung und die Motivation sich an Hygiene- und Abstandsregeln zu halten sinkt, geht es bei „wüde“ und „mütend“ mehr darum, dass regierende Politiker schlechte Politik machen, die zu Frust führt. Es geht hier auch, um den Vorwurf, dass die Politik nicht mittelfristig oder langfristig ist, sondern von einem Lockdown in den nächsten führt. Dies ist ermüdend und zermübend, da eine positive Version der Zukunft und ein Ziel fehlt.

Bedeutung und Verbreitung von mütend

Besonders in den sozialen Medien taten Social-Media-Teilnehmer ihren Unmut kund. Am 24. März 2021 war „mütend“ in den Twitter-Trends.

Die Süddeutsche Zeitung reagierte ebenfalls auf „mütend“ und titelte am 24. März 2021 „Morgens immer mütend“.

Den Ausdruck „mütend“ könnte die Influencerin „Doc Caro“ geprägt haben. Am 21. März 2021 veröffentlichte sie einen Facebook-Beitrag der die Überschrift hatte „Mütend.“ Im Beitrag tat sie kund, dass sie pandemiemüde sei und machte an konkreten Beispielen fest, dass sie die Pandemie-Eindämmungspolitik der Regierung nicht nachvollziehen könne. (Der Beitrag erhielt über 90.000 Reaktionen und wurde über 70.000-mal geteilt.)

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