Was ist ein Jeckdown? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Jeckdown, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Jeckdown ist der – naturgemäß sehr traurige, aber nach Stand der Dinge wohl unumgängliche – Lockdown der Jecken. Er ist seit dem Frühjahr 2020 das beherrschende Thema nicht nur im Rheinland, sondern überall im Land. Doch vor allem im Rheinland müssen die eingefleischten Karnevalisten wohl in diesem Jahr sehr tapfer sein. Abgesehen von Beschlüssen auf höchster Ebene, die Versammlungen von zu vielen Menschen untersagen, ist auch nach Umfragen eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung eher gegen die Karnevalsfeiern unter Corona-Bedingungen. Die Gesundheit geht vor.

„Jeckdown“ ist ein Kofferwort aus „Jeck“ (Bezeichnung für Karnevals-Teilnehmer) und „Lockdown“ (Bezeichnung für staatlich-verordnete Pandemie-Eindämmungsmaßnehmn).

Was bedeutet Jeckdown? Bedeutung, Definition, Erklärung

Schon im Frühjahr 2020 hatte das Meinungsforschungsinstitut „Yougov“ eine Umfrage zur Karnevalsfreude der Deutschen durchgeführt. Befragt wurde eine repräsentative Gruppe von 1.200 Personen. Das Ergebnis fiel ernüchternd für die Karnevalisten aus:

  • 67 % aller Deutschen sind gegen den Karneval, solange die Corona-Pandemie andauert.
  • 69 % der Westdeutschen, mithin auch der Rheinländer, sprechen sich dagegen aus.

Wer hätte es gedacht?


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Welche Altersgruppen sind gegen den Karneval?

Auch dieses Ergebnis ist interessant. Demnach sind die Jungen zwischen 18 und 24 Jahren am ehesten gegen den Karneval (77 %), die Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen eher am wenigsten (61 %). Die übrigen Befragten pendeln in ihrer Ablehnung um die 65 bis 70 %. Die nordrhein-westfälische Staatskanzlei hat das Yougove-Ergebnis mit Interesse zur Kenntnis genommen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sprach anschließend vom nötigen „Konsens mit den Karnevalisten“, doch er verwies auch auf gesetzliche Vorgaben, den Gesundheitsschutz und nicht zuletzt die präsentierte Mehrheitsmeinung, welche die Meinungsforscher so klar aufzeigen konnten. Dennoch verwies er auf die Bedeutung Karnevals. Dieser sei prinzipiell „ein Fest auch gegen die Obrigkeit“. Die Menschen dürften in der 5. Jahreszeit einmal „das machen, was der Staat sonst nicht erlaubt“. Mit großem Bedauern musste Laschet dann einschränken: „Wenn aber am 11.11. die Straßen voll sind und alle feiern, droht uns ein gesundheitliches Fiasko.“ Auf jeden Fall versprach der Ministerpräsident eine „klare Ansage der Landesregierung“ zum Jeckdown, falls dieser unumgänglich sei. Diese klare Ansage könnte bei den nun wieder rasant steigenden Fallzahlen (Stand: 16. Oktober 2020) bedeuten: Die Kölner Innenstadt dürfte nicht mehr zugänglich sein, jedenfalls nicht für größere Veranstaltungen. Das ist quasi ein Jeckdown.

Jeckdown: Wie reagieren die Karnevalisten?

Der Kölner Oberjeck ist derzeit Christoph Kuckelkorn, Jahrgang 1964 und hauptberuflich Bestattungsunternehmer. Er musste seine jecke Gefolgschaft schon trösten: „Leev Jecke!“, so seine Worte, „Großveranstaltungen bleiben leider bis Jahresende verboten.“ Daher werde es den großen Open-Air-Sessionsauftakt, wie ihn die Jecken kennen, nicht geben, so Kuckelkorn weiter. Man favorisiere aktuell noch eine Sessionseröffnung mit einigen Künstlern in kleiner Runde und zusätzlich einer Live-Übertragung im Fernsehen. Gleichzeitig befinde man sich mit der Stadt Köln im Austausch, um konkrete Vorgaben für kleinere karnevalistische Veranstaltungen abzuklären. Offen sei bislang, wie es ab Januar weitergehen könnte. Hierzu hatte sich schon Ministerpräsident Armin Laschet geäußert. Er hatte auf die Unmöglichkeit einer Prognose der Corona-Fallzahlen mit so langem Vorlauf verwiesen.

Finanzielle Risiken durch den Jeckdown

Der Jeckdown ist nicht nur traurig, er ist auch finanziell riskant. Die Kneipen und Veranstalter müssen sich auf den Karneval vorbereiten und dabei vielfach in Vorleistung gehen. Nun läuft ihnen die Zeit davon. Viele von ihnen werden sich wohl dafür entscheiden, ab sofort nichts mehr für eine mögliche Eröffnung am 11.11. zu ordern. Wenn es dann doch keinen Jeckdown geben sollte, hätten sie ein großes Geschäft verpasst. Doch daran glaubt wohl niemand mehr.

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