Sächsische Worte des Jahres 2018


Als sächsische Worte des Jahre 2018 wurden gewählt:

  • schönstes sächsisches Wort des Jahres 2018: Beschmuh (Betrug, Täuschung, Schwindel)
  • bedrohtestes Wort des Jahres 2018: dorwiern (quengeln, nerven)
  • beliebtestes Wort des Jahres 2018: friemeln (fummeln, montieren, basteln, etwas zusammenbringen / zusammenbasteln)

Erstmalig wurde auch das sächsische Schimpfwort des Jahres 2018 gewählt. „Diggnischl“ wurde hier gewählt. Es bedeutet so viel wie „Dickkopf“.

Folgende weitere Worte standen auch zur Wahl:

  • Bemme – Bezeichnung für eine Scheibe Brot – Mehr zum Wort Bemme erfährst du hier.
  • biddeln – spazieren gehen, einkaufen
  • Blämbe – dünner Kaffee, geschmacklose oder schlecht schmeckendes Getränk, Flüssigkeit oder Suppe
  • Gaggsch – Witz, Spaß; in anderem Kontext: Dutt
  • fähnsn – weinen
  • Mauge – keine Lust haben; in anderem Zusammenhang: Kartoffelbrei
  • ningln – quengeln, sich beschweren (Mehr zum Wort „ningeln“ findest du hier.)
  • äscha – Ablehnung im Sinne von Nein, keinesfalls
  • kaubln – tauschen

Alle Gewinner-Worte und sächsischen Worte der vergangenen Jahre (seit 2008) haben wir hier gelistet.

Sächsische Worte des Jahres 2018: Abstimmung und Jury

Bis zum 28. September konnte abgestimmt werden. Die sächsischen Worte des Jahres 2018 wurden am 3. Oktober in Dresden im Schauspielhaus vorgestellt. Außerdem wurde eine neue Kategorie „Sächsische Schimpfwörter“ 2018 erstmalig vorgestellt. Online konnte auf der Webseite der Sächsischen Zeitung abgestimmt werden: Externer Link zum Voting: hier.

Veranstaltet wird die Suche und die Abstimmung nach dem beliebtesten sächsisches Wort des Jahres 2018 von der Sächsischen Zeitung, dem MDR Sachsen und der Ilse-Bähnert-Stiftung. Über 3.000 Worte wurden eingeschickt und eine Jury wählte die obrigens 10 aus, die nun zur Wahl stehen. Teil der Jury sind unter anderem der MDR-Moderator Andeas Berger, der Dresdener Schauspieler Tom Pauls und der Chef des Kabaretts „Leipziger Lachmesse“ Frank Berger.

Sächsische Worte des Jahres 2018: Kriterien

Die Kriterien für die Worte, die zur Wahl stehen, sind:

  • Das Worte müssen ihren Ursprung in Sachsen haben oder in Sachsen verbreitet sein.
  • Die Worte müssen im Alltag der Sachsen eine Rolle spielen.
  • Gewinner Worte der vergangenen Jahre dürfen nicht noch einmal gewählt werden.
Was bedeutet ningeln / ningelig? Bedeutung


„Ningeln“ ist ein sächsisches Verb, dass folgende Bedeutung hat:

  • klägliches jammern / jammern
  • leises weinen
  • quengeln
  • wimmern
  • wehklagen

Kleine Kinder „ningeln“ in der Regel in einer gewissen Intensität und (gut hörbaren) Lautstärke. „Ningeln“ beinhaltet bei Babys und Kindern nicht das Aussprechen von Worten, sondern lediglich das Kundtun von Zufriedenheit oder Unwohlsein durch Geräusche wie Schreie oder Weinen.

Babys können auch ningeln.

Ningeln wird auch in folgenden Kombinationen gesagt:

  • „ningeln und schreien“
  • „ningeln und weinen“
  • „ningeln und brüllen“

Das Adjektiv zu ningeln ist: Ningelig. (Beispiel: „Dein Kind ist aber ningelig.“)

Weitere Sprachvarianten sind:

  • Ningelei, die
  • Geningel, das

Herkunft von ningeln

Auch wenn es scheint, dass „Ningeln“ vom Wort „Nörgeln“ abgeleitet ist, so ist dies falsch. Wer „ningelt“ gibt (in der Regel) Geräusche von sich, wer „nörgelt“ der spricht und artikuliert Worte. „Ningeln“ ist eine regionale (sächsische) Variante des Wortes „Wimmern“.

In Thüringen wird unter anderem „ningern“ gesagt. Es bedeutet ähnliches wie „ningeln“: nörgeln, maulen, sich beschweren. Es wird teils scherhaft verwendet.

Weiteres

Erwachsene können auch „ningeln“. Sie haben dann an allem und überall etwas auszusetzen. Sie nörgeln wegen Kleinigkeit und regen sich über alles auf. Nichts kann sie zufriedenstellen.

Für Erwachsene die ningeln gibt es eigene Begriffe:

  • Ningel-buchse – als Bezeichnung für ein weinerliches Kind oder einen weinerlichen Mensch.
  • Ningelschwein – Eine abwertende Bezeichnung für Menschen, die stets und ständig nörgeln.

Erwachsene können z.B. über die Arbeit ningeln oder wenn sie verärgert sind.

Im Zusammenhang mit Erwachsenen und ningeln, bedeutet „ningeln“ auch: weinerliches reden. Es wird damit teils auch mit „nuscheln“ übersetzt.

„Ningeln Stuben“ ist ein Restaurant in Hilchenbach in Nordrhein-Westfalen.

Weitere bekannte sächsische Worte: Hitsche, muddln, Humini, Oorschwerbleede, Sgladschdglei

Sächsisches Wort des Jahres (2008 bis heute)


Das sächsisches Wort des Jahres wird seit 2008 jährlich in drei Kategorien gewählt. Zur Auswahl stehen: schönstes Wort des Jahres, bedrohtestes Wort des Jahres und beliebtestes Wort des Jahres. Gekürt wird das Wort jedes Jahr am 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit) im Dresdner Schauspielhaus. Im Frühjahr eines Jahres können Vorschläge eingereicht werden.

Die Wahl und Kür der sächsischen Worte eines Jahres wurde von der Ilse-Bähnert-Stiftung geschaffen und in Zusammenarbeit mit der germanistischen Fakultät der Technischen Universität Dresden veranstaltet. Teil der Jury sind unter anderem der Schauspieler Tom Pauls, der Journalist Peter Ufer und der MDR-Moderator Andreas Berger.

Ziel der sächsischen Worte des Jahres ist es, aussterbende sächsische Worte zu retten, die sächsische Sprache zu pflegen und ihren Erhalt als einen wichtigen deutschen Dialekt zufördern.

Mehrere zehntausend Worte werden der Jury jedes Jahr eingesendet.

Sächsisches Wort des Jahres 2008

  • Schönstes Wort: muddln (etwas langsam und ziellos verrichten)
  • Bedrohtestes Wort: lawede (brüchig, marode, instabil, (aber nicht kaputt!))
  • Beliebtestes Wort: nu (sächsische Bestätigung; vergleichbar mit „ja“)

Sächsisches Wort des Jahres 2009

  • Schönstes Wort: färdsch (sächsisch für „Fertig“)
  • Bedrohtestes Wort: Asch (Gefäß, Behälter, Schüssel, Waschschüssel; teils auch aus Ton)
  • Beliebtestes Wort: fischelant (lebhaft, geschäftig, clever, auf Zack – leitet sich vom französischen „vigilant“ ab, was „wachsam“ bedeutet)

Sächsisches Wort des Jahres 2010

  • Schönstes Wort: bäbbeln (Fußball spielen; mit einem Ball spielen; einfach so kicken)
  • Bedrohtestes Wort: dschidschoriengrien (verschiedene Grüntöne, die undefinierbar sind; auch kräftiges grün)
  • Beliebtestes Wort: Hornzsche (ärmliche Behausung, teils auch verwahrlost. Baufälliges Haus, schlechte Wohnung oder auch schmutziges Bett.)

Sächsisches Wort des Jahres 2011

  • Schönstes Wort: bomforzionös (großartig, hervorragend; leitet sich vom französischen „bonne force“ ab, was „hervorragend“ bedeutet)
  • Bedrohtestes Wort: Haderlump (sächsisch für: Schelm, Landstreicher, Schlingel, Taugenichts)
  • Beliebtestes Wort: katschn (auch gadschn; laut kauen, so dass die Kaugeräusche gut hörbar sind)

Sächsisches Wort des Jahres 2012

  • Schönstes Wort: plumbn (starker Regen, sich betrinken oder Wasser mit einer Pumpe fördern)
  • Bedrohtestes Wort: Renfdl (Anfangs- oder Endstück vom Brot; Brotkante)
  • Beliebtestes Wort: didschn (etwas eintauchen / tunken, um es aufzuweichen oder damit es sich voll saugt – z.B. Keks in den Milch, Brot in den Kaffee)

Sächsisches Wort des Jahres 2013

  • Schönstes Wort: forhohnebibln (jemanden veralbern, verarschen, verspotten)
  • Bedrohtestes Wort: schnorbslich (köstlich; Geräusch, dass beim Kauen harter Lebensmittel entsteht; wie z.B. Nüsse, Mohrrüben, Gemüse)
  • Beliebtestes Wort: Hitsche (sächsisches Wort für Fußbank)

Sächsisches Wort des Jahres 2014

  • Schönstes Wort: Däschdlmäschdl (Techtelmächtel, Liebschaft)
  • Bedrohtestes Wort: forblembern (Geld oder Zeit verschwenden/vergeuden)
  • Beliebtestes Wort: Gelumbe (Kram, Zeug, etwas Nutzloses, nutzlose Dinge)

Sächsisches Wort des Jahres 2015

  • Schönstes Wort: Dämmse (Große drückende Hitze und Schwüle)
  • Bedrohtestes Wort: Eiforbibbsch (Sächsischer Ausruf des Erstaunens)
  • Beliebtestes Wort: Blaadsch (Unbeholfener / ungeschickter Mensch)

Sächsisches Wort des Jahres 2016

  • Schönstes Wort: Bibbus (kleines Ding, stiftähnlich)
  • Bedrohtestes Wort: Mäffdl (kleines klappriges altes Auto)
  • Beliebtestes Wort: diggschn (Schmollen, beleidgt sind, eingeschnappt sein)

Sächsisches Wort des Jahres 2017

  • Schönstes Wort: Schmieche (sächsische Bezeichnung für einen Zollstock)
  • Bedrohtestes Wort: Reformande (eine Strafpredigt, Zurechtweisung, Verweis)
  • Beliebtestes Wort: andadschn (sächsische Variante des Wortes „antatschen“. Bedeutet: anfassen, berühren

2017 saß die Leipziger Kabarettistin Elisabeth Hart mit in der Jury.

Sächsisches Wort des Jahres 2018

  • Schönstes Wort: Beschmuh (bedeutet: Betrug, Täuschung, Schummelei, Schwindel)
  • Bedrohtestes Wort: dorwiern (quengeln, nerven)
  • Beliebtestes Wort: friemeln (fummeln, etwas basteln, etwas miteinander verbinden)

Erstmalig wurde 2018 auch das sächsisches Schimpfwort des Jahres gewählt. Gewonnen hat: Diggnischl. Es ist die sächsische Version von Dickkopf.

Unteren Beitrag zum sächsischen Wort des Jahres 2018 findest du hier.

Was bedeutet „Hitsche“? Bedeutung, Wortherkunft, Definition


„Hitsche“ ist ein im sächsischen und ostmitteldeutschen Sprachraum gebräuchlicher Ausdruck für eine Fußbank, einen Fußstuhl, kleinen Hocker oder einen Schemel. Eine Hitsche dient als Fußbank mit einer Stehfläche, um Hochgelegenes zu erreichen und als Ablagemöglichkeit für die Beine.

Die Hitsche dient zur Selbsterhöhung und ist ein Gegenstand, der im sächsischen Alltag nicht wegzudenken ist. Durch seine Leichtigkeit kann die Hitsche überall mit hingenommen werden. Sie kommt zum Einsatz, wenn jemand etwas Hohes erreichen möchte.

Hitsche kann auch einen kleinen Schlitten bezeichnen. Auf schlesisch wird der Begriff „Ritsche“ verwendet. Im Erzgebirge wird „Hitsch“ gesagt. (Ohne „e“) Der Ausdruck „Hitsche“ ist auch als „Hütsche“, „Hidsche“ oder „Hutsche“ bekannt.

Käsehitsche

In Sachsen ist auch der Ausdruck „Käsehitsche“ bzw. „Gäsehitsche“ verbreitet. Damit wird ein Schlitten oder kleines/winziges Auto / Fahrzeug bezeichnet. (Gäse = Käse)

Vergleichbar wäre der Ausdruck „Käsedose“ als Bezeichnung für ein kleines Auto.

Sächsische Wort des Jahres 2013

„Hitsche“ wurden zum beliebtesten sächsischen Wort des Jahres 2013 gewählt. Als schönstes Wort wurde „forhohnebibln“ gewählt und als bedrohtestes Wort „schnorbslich„.

Wortherkunft: Wo kommt „Hitsche“ her?

Das Wort „Hitsche“ und seine Varianten leiteten sich vom Verb „hutschen“ ab. „Hutschen“ bedeutet: auf dem Boden kriechen oder rutschen.

Hitschen-Race

„Hitschen-Race“ ist eine Sommer-Veranstaltung in Annaberg-Buchholz. Bei diesem Rennen geht es darum, dass Teilnehmer in selbstgebauten Booten und auf selbstgebauten Flößen am schnellsten über einen Teich rudern.

Eine Winter-Veranstaltung in Annaberg-Buchholz heißt auch „Hitschen-Race“. Hierbei geht es darum dass die um die Wette in selbstgebauten Schlitten einen Berg herunterfahren bzw. rodeln.

Weiteres zum Ausdruck „Hitsche“

„Schnongs auf Hitsche“ war eine Ausstellung in Merseburg. „Schnongs“ ist hallisch und bedeutet: Bonbons. Mehr zu Schnongs: hier.

Wer auf Amazon nach „Hitsche“ sucht, dem werden Fußbänke angeboten.

Was bedeutet „Bippus“? Was bedeutet „Nupsi“? Bedeutung, Definition, Wortherkunft


Die Ausdrücke „Bippus“ und „Nupsi“ sind in Sachsen verbreitet.

Was bedeutet „Bippus“?

Der sächsische Ausdruck „Bippus“ bezeichnet ein kleines hervorstehendes Teil, dass meist nur mit den Fingerkuppen gegriffen oder einem Finger gedrückt werden kann. Daher kann z.B. ein Synonym für Bippus „Nippel“ oder „Nope“ sein.

Ein Bippus ist z.B. eine Nase an der Tapete oder an einem Bauteil. Ein Bippus hat meist eine zylindrische Form, kann aber auch eckig sein.

Der Ausdruck „Bippus“ wird auch verwendet, wenn ein Teil unbeschreibar bzw. undefinierbar ist. Mit „Bippus“ erhält dieses Teil eine Bezeichnung.

Bippus wird teils „Pippus“ geschrieben. Ein Bippus wird in anderen Regionen in Deutschland auch „Pinökel“ genannt.

Der Plural von Bippus ist „Bippusse“.

Was bedeutet „Nupsi“?

Wer einen Bippus kennt, weiß meist auch was ein Nupsi ist. Als Nupsi werden kleine Bauteile oder Kleinteile bezeichnet. Es wird als allgemeiner Ausdruck für kleine hervorstehende Teile und Ausbeulungen verwendet, deren Name unbekannt ist. So wird z.B. von „Metall-Nupsis“ geredet.

Der Ausdruck „Nupsi“ wird verwendet, wenn der Name für ein kleines Teil unbekannt ist und dient als Bezeichnung dafür.

Ein „Nupsi“ soll noch kleiner als ein Bippus sein.

Für „Nupsi“ existiert keine allgemein festgelegte Schreibweise, was dazu führt, dass es viele verschiedene Schreibweisen gibt. Nachfolgend

Die Mehrzahl lautet: Nupsis, Nuppsis, Nuppsies

Varianten: Nuppsie, Nupsie, Nuppsi, Nubsi, Nupsel, Nubsel

Ein weiterer Begriff für kleine namenlose Dinge ist Pinöckel. Pinöckel wird in anderen Regionen in Deutschland gesagt.

Beispiel:

  • „Drügg uff den Bippus.“
  • „Drück auf den Nuppsi!“

Weitere Bedeutung von Bippus und Nuppsi

„Bippus“ ist eine Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika im Bundesstaat Indiana.

„Bippus“ ist Nachname.

„Nuppsi – Plantão Psicológico“ ist eine Einrichtung in Brasilien in Bahia.

Was bedeutet „Schmieche“? Bedeutung


Schmieche ist ein sächsischer Ausdruck für einen Zollstock bzw. einen Gliedermaßstab oder Meterstab.

Herkunft: Wo das Wort „Schmieche“ herkommt

Eine Schmieche ist ein zusammenklappbares Messgerät zum Bestimmen von Längen. Es ist meist nicht länger als zwei Meter.

Der Ausdruck „Schmieche“ leitet sich vom Verb „schmiegen“ ab. „Schmiegen“ bedeutet „etwas eng andrücken/anlegen“. Mit dem Wort „schmiegen“ ist gemeint, dass sich jemand oder ein Tier sehr nah an den Körper eines anderen legt. Es bedeutet auch, dass etwas parallel verläuft oder den Konturen gefolgt wird. (Eine Katze schmiegt sich zum Beispiel an.) Das ist – im übertragenen Sinne – genau das, was passiert, wenn Zollstock benutzt wird. Dieser wird eng an den zu messenden Gegenstand angelegt, um möglichst genau abzumessen.

Das Adjektiv zu „schmiegen“ ist „schmiegsam“.

Welchen Artikel das Wort „Schmieche“ trägt, ist nicht geklärt. Je nach Sprecher wird entweder „Die Schmieche“ oder „Der Schmieche“ gesagt.

Schmieche wird auch als „Schmiech“ oder „Schmiege“ bezeichnet. (Obwohl eine Schmiege ein ganz eigenes Werkzeug ist.)

Schmieche – nicht Schmiege

Die Schmieche sollte aber nicht mit der Schmiege verwechselt werden! Die Schmiege ist ein Werkzeug, um Winkel auf Werkstücke zu übertragen. Sie besteht aus einem Schenkel und einer verstellbaren Zunge. Ein bestimmter Winkel lässt sich durch die Feststellschraube fixieren.

Weiteres zu Schmieche

2017 wurde das Wort „Schmieche“ zum schönsten Wort des Jahres bei der Wahl zum sächsischen Wort des Jahres gewählt. Weitere bekannte sächsische Worte: Bibbus, Modschegiebchen

Verbreitung des Ausdrucks Schmieche

Das Tool „Google Trends“ erlaubt Einblicke in Suchnachfragen nach bestimmten Worten seit 2004. Wir haben das Wort „Schmieche“ überprüft.

„Schmieche“ ist – wie zu erwarten – stark in Sachsen verbreitet, wird aber teils in Bayern auch im Internet gesucht. Dies liegt wohl daran, dass es eine Gemeinde im Bezirk Schwaben mit dem Namen „Schmiechen“ gibt und die bayerischen Suchanfragen durch einen Tippfehler entstehen. (Das „n“ wird vermutlich weggelassen.)

Was bedeutet „muddln“, „muddeln“ und „rummuddeln“? Bedeutung


Sächsisch: Wenn jemand „muddelt“, so verschwendet bzw. vergeudet er seine Zeit, mit planlosem Herumwerkeln, ziellosem Arbeiten und orientierungslosen Suchen. „Muddeln“ bedeutet auch, dass eine Arbeit liederlich, also unsauber, erledigt wird bzw. wurde. Ebenso wird „gemuddelt“, wenn jemand langsam arbeitet und seine Tätigkeit belanglos verrichtet.

„Muddeln“ sorgt dafür, dass Zeit unnötig verschwendet wird. Muddeln kann auch als aktives nichts-tun oder aktives nichts-zustande bringen bezeichnet werden.

„Muddln“ wurde zum schönstes Wort des Jahres 2008 bei der Wahl zum sächsischen Wort des Jahres gewählt.

Ein Synonym für muddeln ist: trödeln.

Herkunft „Muddeln“

Die genaue Herkunft des Ausdrucks „muddeln“ ist nicht genau geklärt. Jedoch wird vermutet, dass es sich von „Mutter“ bzw. „Muddi“ ableitet. Es kann damit gemeint sein, dass Mütter emsig arbeiten und oft beschäftigt sind, ohne dass das Ergebnis sofort allen Beteiligten klar ist.

Auch könnte „muddeln“ vom niederdeutschen „Modder“ abstammen. „Modder“ ist ein Dialektwort für Schlamm oder Matsch. Es wird auch gesagt „Modder nicht so rum.“

Beispiele:

  • „Muddel da jetzt nicht rum. Wir müssen los.“
  • „Ich habe heute zu Hause nur rumgemuddelt. Das war auch mal schön.“

Weitere Bedeutung von muddeln

Muddeln = Norddeutsch für „wühlen“

Im norddeutschen Sprachraum bezeichnet das Wort „muddeln“, dass Spielen und wühlen im Schlamm, wie es bei Schweinen bzw. Wildschweinen beobachtet werden kann. Was Norddeutsche „muddeln“ nennen, ist auch unter dem Begriff „suhlen“ bekannt. Das Wort „muddeln“ könnte sich vom englischen Wort für Schlamm „mud“ ableiten. Das ist aber nicht bestätigt.

Muddeln = Barkeeper-Sprache für „zerstoßen“

Barkeeper, Bartender und Mixer kennen das das englische Wort „muddling“.  „Muddling“ bedeutet, dass etwas zerstoßen oder zerdrückt wird. Dafür wird das Verb „muddeln“ verwendet. Der Ausdruck „Muddling“ ist auch verwandt mit dem englischen Wort für Stößel: Muddler.

Äggsbärde: Bedeutung


„Äggsbärde“ ist eine sächische Variante des hochdeutschen Wortes „Experte“.

Ein „Äggsbärde“ ist sachkundig im sächsischen Dialekt, kennt die Grammatik und weiß, um die unterschiedlichen Weisen Worte auszusprechen. Er weiß auch, dass das Sächsische nicht so einheitlich ist, wie es scheint. Es gibt nämlich 5 Sprachräume.

Ein „Äggsbärde“ ist ein Fachmann oder eine Fachfrau für das Sächsische. Er weiß, um das sächsische Wort des Jahres und kann stets Rat geben, falls es mal nicht so leicht fällt mit dem Sächsischen.

Ebenso weiß ein „Äggsbärde“ wie die Sachsen ticken und welche Worte sie so erschaffen haben. Er sagt nicht Zollstock, sondern Schmieche. Sachsen kennen den Nischel und natürlich das Mutschekiepchen. Sie streiten sich auch immer wieder über die Schreibweise vom Wort „Mutschekiepchen“.

„Äggsbärden“ können sächsisch

Das Wort „Äggsbärde“ ist charakteristisch für den sächsischen Dialekt. Denn das „t“ wird durch den Buchstaben „d“ ersetzt. Das „x“ im Wort „Experte“ klingt ähnlich wie „chs“ und wird durch zwei „g“ ersetzt. Das „p“ wird ein „b“ ersetzt und das „E“ wird einfach durch ein „Ä“ ersetzt. Geboren ist der Äggsbärde.

Weitere sächsische Worte:

Weiteres zu Äggsbärde

Der Ausdruck „Äggsbärde“ wird auf viele verschiedene Bekleidungsgegenstände gedruckt. Diese sind im Internet käuflich erwerbbar. Unter anderem sind:

  • Basecaps
  • Becher / Tassen
  • Biergläser
  • Bleistifte
  • Grilschürzen / Kochschürzten
  • Fasertrücher
  • Figuren / Männer
  • Frühstücksberettchen
  • Kaffee
  • Langarmshirts
  • Liegestühle
  • Mangete
  • Mäppchen
  • Postkarten
  • Smartphone-Hüllen
  • Stoffbeutel
  • Strohhüte
  • Taschen
  • T-Shirts
  • Tücher / Badetücher / Strandtücher
  • Untersetzer

Übrigens: Das Wort „Experte“ bzw. „Äggsbärde“ ist rechtlich nicht geschützt. Deswegen sollte bei selbsternannten Experten, dass Fachwissen immer mit einigen Fragen überprüft werden.

Was bedeutet „bäbbeln“? (sächsisch) Bedeutung, Definition


„Bäbbeln“ oder „bäbbeln gehn“ ist der sächsische Ausdruck für „Fußballspielen“ oder „Kicken“. Die Herkunft des Wortes ist unbekannt.

Was ist bäbbeln genau?

Der Sachse bäbbelt in seiner Freizeit. Damit ist das Kicken bzw. das Spielen mit einem Fußball gemeint, welches nicht auf einer professionellen Ebene stattfindet. Auch muss bäbbeln nicht auf einem Fußballplatz stattfinden, sondern kann auf einem Hof, Hinterhof oder einer freien Fläche sein. Mit „bäbbeln“ ist eben das freie Spiel einfach zum Spaß gemeint, bei dem mehrere Menschen sich einen Ball hin und her schießen.

„Bäbbeln“ wurde zum sächsischen Wort des Jahres 2010 gewählt. Zum  bedrohtesten Wort wurde „dschidschoriengrien“ gewählt und zum beliebtesten Wort „Hornzsche“.

Der Ausdruck „Bäbbeln“ wird auch teils mit „e“ statt „ä“ und ohne „e“ in der letzten Silbe geschrieben: bebbln. Eine weitere „Bäbbeln“-Variante ist: „Bäbbln“.

Synonym bzw. ähnlich mit dem Ausdruck „bäbbeln“ sind folgende Begriffe: bolzen, buffen

Weiteres zu bäbbeln

Der Ausdruck „bäbbeln“ oder die Frage „bäbbeln gehen?“ wird im Internet als T-Shirt-Aufdruck verkauft. So z.B. auf Spreadshirt oder Editionsz.de (SZ bedeutet hier: Sächsische Zeitung)

Der SV Dessau 05 veröffentlicht am 19. April 2016 einen Beitrag auf ihrer Homepage mit folgenden Titel: „Bambini bäbbeln im Schillerpark!“ (Der Titel bedeutet: „Kinder-Fußball im Schillerpark“) – Externer Link zum Beitrag auf svdessau05.de: hier.

Beispiel:

  • „Gehn mor bäbbeln?“
  • „Nich ma rischdisch bäbbeln gönn die!“
  • „Hier wird ni gebäbbeld.“

Weitere sächsische Begriffe:

Anmerkungen

„Bäbbeln“ hat nichts mit den Worten „brabbeln“ (undeutlich reden) oder „babbeln“ (hessisch für sprechen) zu tun und sollte unbedingt von diesen unterschieden werden. Der Kontext entscheidet hier über die Bedeutung. Auch kennt die kölsche Mundart den Ausdruck „Bäbbel“ oder „Bäbbele“, was Mund bedeutet.

Was bedeutet Muggefugg? Bedeutung, Definition


Der Ausdruck „Muggefugg“ hat mehrere Bedeutungen, die sich um Kaffee und einen Ersatz drehen. In diesem Beitrag stellen wir dir diese vor:

  1. Sächsische Bezeichnung für schlechten, dünnen und ungenießbaren Kaffee oder Kaffeeersatz.
  2. Teils wird mit „Muggefugg“ auch „Malzkaffee“ bezeichnet.
  3. „Muggefugg“bezeichnet in einigen Regionen auch Kinderkaffee, also Kaffee ohne Koffein.

Muggefugg wird teils auch „Muggefug“ geschrieben.

Herkunft: Wo das Wort Muggefugg herkommt

„Muggefugg“ ist die sächische Variante des hochdeutschen „Muckefuck“ (Gesprochen: Mukkefukk). „Muckefuck“ ist eingedeutscht aus dem französischen „Mocca fou“, was „falscher Kaffee“ bedeutet. Als falscher Kaffee wird Kaffee aus Ersatzstoffen bezeichnet.

Am Wort „Muggefugg“ zeigt sich der sächsische Dialekt, der das „ck“ durch Doppel-„g“ ersetzt. (Wie z.B. bei „sägg’sch„, „Ischgrischgleidegriese“ oder „Sgladschdglei„.)

Vermutlich wanderte das Wort, während der napoleonischen Besetzung, in den deutschen Sprachraum ein. (Während der Kriege war Kaffee knapp. Dies führte dazu, dass die Menschen kreativ wurden, den vorhandenen Kaffee streckten und nach Alternativen suchten.)

Auch: Bliemchengaffee, Blörre

Verbreitung von Muggefugg

Die Ausdrücke „Muggefugg“ und „Muggefug“ (mit einem g) sind stark in Ostdeutschland, insbesondere in Sachsen und seinen Nachbarländern verbreitet.

Weitere Bedeutung von Muggefugg und Muggefug

„Muggefugg“ ist ein Metal-Rockband aus Cottbus. Ihre Webseite ist www.muggefugg.de

„Muggefug e.V.“ ist ein ehrenamtlicher Verein in Cottbus.

„Die Muggefugg-Symphoniker“ ist ein Ensemble von sechs professionellen Musikern, die mit klassischen Instrumenten bekannte Lieder spielen. Sie treten in Rathäusern, Schlössern und Museen auf. Sie treten auch teils als „Trio Muggefugg“ auf.

„Muggefugg Scheegs“ nennen sich zwei Leipziger Kabarettisten.

„Muggefugg“ ist eine Gäststätte in Schwarzenberg, Sachsen.

mähren, rummähren, sich ausmähren – Bedeutung, Definition


Bedeutung:

„Mähren“ hat vier verschiedene Bedeutung, die durch den situativen Kontext bestimmt werden:

  1. meckern, sich beschweren, maulen
  2. matschen, kleckern (rummatschen, rumkleckern)
  3. bummeln, trödeln, (herumtrödeln, rumtrödeln)
  4. lang und ausführlich über etwas reden

Dies führt dazu, dass die Aufforderung: „Mähr nicht so rum!“ vielfältig interpretiert werden kann: „Beeil dich!“ oder „Iss ordentlich!“ oder „Beschwer dich jetzt nicht!“ „Mähr dich aus“ bedeutet „Werd fertig, wir wollen los.“ oder „Komm zum Punkt.“

„Mähren“ wird meist so verstanden, dass jemand seine Zeit sinnlos vertut oder verschwendet, sich mit lange Dingen beschäftigt und kein Ergebnis produziert. Jemand der „mährt“ findet nicht das Gesuchte und hat wenig Fachkenntnisse bei einer Sache. Er oder sie macht also einfach so an etwas rum.

Weitere Bedeutungen

„Mähren“ ist auch im schlesischen Sprachraum als „mæren“ bekannt. Hier bedeutet es „mischen“, „etwas vermengen“, oder „etwas unterrühren“.

„Mähren“ ist auch als Verb für „rühren“ oder „tunken“ bekannt.

Ebenso ist es in Bayern als „gemehrn“ bekannt. Hier wird es im Sinne von „heulen“, „maulen“, „weinen“ oder „jammern“ verwendet. Die Substantivierung ist: „Gmehrer“ (G’mehrer), was so viel bedeutet wie Heulsuse oder Weichei, also für jemanden mit einem weinerlichen Charakter.

In Hessen wird „mähren“ oder „rummähren“ gesagt, wenn jemand meckert oder sich unberechtigt beschwert.

Mögliche Herkunft von rummähren

„Mähren“ leitet sich vom Wort Mähre (Märe) ab, was eine ältere Bezeichnung für einen alten Gaul oder olles Pferd ist. Ebenso ist es möglich, dass „mähren“ sich von der „Mär“ ableitet, einem älteren Wort für Märchen.

„Mähren“ ist stark im ostmitteldeutschen Raum, thüringischen und im sächsischen Sprachraum verbreitet.

Beispiel: „Mär dich aus!“

Varianten: rummähren, rummehren, mähren, mehren, mären, meren, ausmähren, ausmären, ausmehren, ausmeren, gemehre, gemähre, rummährn, ausmährn, G’mehr, G’mähr

Oorschwerbleede


Bedeutung: Sächsischer Ausruf, der Wut zum Ausdruck bringt. In diesem Sinne kann „Oorschwerbleede“ verwendet werden, um auszudrücken, dass eine Situation den Sprecher an seine Verstandes- und Verstehensgrenzen führt. Dies sorgt für Wut und Frustation.

Ausgeschrieben bedeutet Oorschwerbleede = „Oh man, ich werde blöde.“
Es kann mit der Aussage „Mir platzt gleich der Kragen!“ beschrieben werden. Die Reaktion ist im dem Sinne zu verstehen, dass der Sachse sich veralbert bzw. forhohnebiblt fühlt. Er also denkt, dass er bewusst und gezielt zur Weisglut gebracht wird.

Mit dem Aufdruck Oorschwerbleede werden auf Amazon.de* verschiedene Produkte vertrieben: (Auto)Aufkleber, Basecaps, Beutel, Brotbüchsen, Feuerzeuge, Fliegenklatschen, Grillschürzen, Kfz-Kennzeichenhalter, Kugelschreiber, Postkarten, Schlüsselbänder, Tassen, T-Shirts, Tragentaschen und Zollstöcke (Obwohl Sachsen lieber Schmiege/Schmieche sagen.). Diese sind in weiß-grün den Landesfarben Sachsens gehalten. Du findest die Produkte auf Amazon hier.*

Wortart: Zusammengesetzte und verkürzte Worte

Beispiel 1: „Oorschwerbleede, wie gehdn das?“

Schreibweisen von Oorschwerbleede: Oorschwerdbleede, Oarschwerbleede

Weitere bekannte sächsische Worte: Sgladschdglei, Hitsche, Schmieche, Findschrischdschgudd, MuggefuggHumini, Eiforbibbsch, Gusche, Nischel, Huddelei, Renfdl, Mutschekiepchen, Demse (Dämse)

„Oorschwerbleede“ wurde noch nicht zum sächsischen Wort des Jahres gewählt.

Suchhistorie bei Google.de

Seit 2004 zeichnet Google Suchanfragen auf. Erste „Oorschwerbleede“-Suchanfragen verzeichnet die Suchmaschine in größerem Mengen im Juli 2011. Dann ebten die Suchanfragen wieder ab. Erst im Mai 2012, August 2012, Dezember 2012 und Januar 2013 zeigen sich vermehrte Suchanfragen mit „Oorschwerbleede“. Im Juni 2013 steigen die Suchanfragen dann auf einen Höhepunkt. Seitdem wird nach „Oorschwerbleede“ immer wieder gesucht.

Was bedeutet Sgladschdglei? Bedeutung


„Sgladschdglei“ ist ein sächsischer Ausdruck, der eine Zusammenziehung der sächsisch ausgesprochenen Worte, „Es klatscht gleich“, ist. „Sgladschdglei“ ist gleichzusetzen mit der Androhung von Schlägen. Jedoch wird es stets in dem Kontext verwendet, dass jemand dies nur angedroht wird, damit die Person ein bestimmtes (nerviges) Verhalten oder bestimmte Aussagen unterlässt und einstellt.

Wer „Sgladschdglei“ sagt, drückt damit eine gewisse Genervtheit, Empörung und Ungeduld mit dem was andere tun oder sagen aus. „Sgladschdglei“ ist sozusagen, dass sächsische „What the fuck“ bzw. auf hochdeutsch „Was zur Hölle“.

„Sgladschdglei“ wird meistens vom Satz „aber kein Beifall“ begleitet, so dass deutlich wird, dass jemand es ernst meint.

Ausgeschrieben bedeutet „Sgladschdglei“ = „Es klatscht gleich“

Über Sgladschdglei

An „Sgladschdglei“ zeigen sich die Eigenheiten des sächsisches Dialektes. Worte werden verkürzt, zusammengezogen und anders ausgesprochen. So wird das „k“ durch „g“ ersetzt. Das „t“ wird durch „d“ ersetzt. Das „ch“ am Ende wird weggelassen.

Wortart: Zusammengesetzte und verkürzte Worte

Beispiel 1: „Sgladschdglei“ – „Abor gee Baifall!“

Varianten: S gladschd glei, S’gladsch glei!

Weitere bekannte sächsische Phrasen sind:

Weiteres zu Sgladschdglei

Im Internet werden T-Shirts, Buttons und andere Gegenstände mit „Sgladschdglei“-Aufdruck verkauft. Auch ist der Ausdruck „Sgladschdglei“ als Aufkleber und Aufnäher erhältlich.

„Koksmann“ und Sgladschdglei ist ein T-Shirt-Motiv.

„Sgladschdglei“ ist ein Geocache.

Ab Januar 2004 bis heute sind Suchnachfragen bei Google einsehbar. Im Google Trends Tool zeigt sich, dass „Sgladschdglei“ erste signifikante Suchanfragen im Dezember 2006 erhielt. Seit Juni 2009 verbreitet sich der Ausdruck stärker und erhält seit dem vermehrt Suchnachfragen bei Google.de.

Eiforbibbsch

Bedeutung: Sächsischer Ausruf des Erstaunens und der Verwunderung. „Eiforbibbsch“ ist ein weit bekanntes Wort der sächsischen Sprache – jedoch wird es heute nur noch wenig erwendet.

„Eiforbibbsch“ wurde 2015 zum bedrohtesten sächsischen Wort des Jahres gewählt. In dem Jahr wurden „Blaadsch“ und „Dämse“ zu den sächsischen Wörtern des Jahres in den Kategorien Schönstes und Beliebtestes Wort gewählt.

„Eiforbibbsch“ kann auf hochdeutsch mit „verflixt“ übersetzt werden.

Wortart: Ausruf

Beispiel 1: „Eiforbibbsch, nu gugge ma!“

Varianten: Ei verbibbsch!

Weitere sächsische Worte: Hitsche, Schmieche, Humini, Oorschwerbleede, Sgladschdglei, Nischel

Was bedeutet Nischel? – Bedeutung, Etymologie und Herkunft erklärt


„Nischel“ ist im mitteldeutschen und sächsischen Sprachraum eine verbreitete Bezeichnung für den Kopf und Schädel. Auch in der niederhessischen Mundart ist „Nischel“ oder „Nissel“ als Bezeichnung für den Kopf verbreitet.

Beispiel: „Jemand einen auf den Nischel geben.“

Das Verb „abnischeln“ ist regional verbreitet. „Abnischel“ bedeutet, jemanden an den Kopf fassen, jemand in liebevolle Absicht am Kopf packen, jemanden am Kopf schütteln.

Karl-Marx-Monument in Chemnitz: Nischel

Das 7,10 Meter große Karl-Marx-Monument in Chemnitz wird von Einwohnern „Karl-Marx-Kopf“ oder „Nischel“ genannt. Mit Sockel ist es über 13 meter hoch und wiegt rund vierzig Tonnen.

Das Karl-Marx-Monument befindet sich im Chemnitzer Stadtzentrum an der Brückenstraße und ist heutzutage ein Wahrzeichen der Stadt Chemnitz.

Im Jahr 1953 wurde Chemnitz in „Karl-Marx-Stadt“ umbenannt. Das Karl-Marx-Monument wurde am 9. Oktober 1971 der Öffentlichkeit vorgestellt und eingeweiht. Entwurfen wurde der Kopf vom sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel.

Weiteres: Auf Amazon werden Post vom „Nischel“ in Chemnitz verkauft. Siehe hier* (Externer Link zu Amazon und Provisionslink.)

Wortherkunft / Etymologie von Nischel

Wo das Wort „Nischel“ herkommt, ist nicht belegt.

Eine Ableitung vom Wort „Nuß“, was ebenfalls den Kopf bezeichnet, ist denkbar, aber unbelegt.

„Nüschel“ ist in der Schweiz eine Bezeichnung für Schnupfen.

Auch kann sich von „Nischel“ bzw. „Nüscheln“ der Ausdruck „nuscheln“ ableiten, womit gemeint ist, das jemand schlecht redelt.

Eine weitere Möglichkeit, wo „Nüschel“ herkommt ist, dass es eine Ableitung von „Nüster“ bzw. „Nüstern“ ist. Nüster sind die Nasenöffnungen bei Pferde. Diese Verbindung ist aber unbestätigt.

Weitere Schreibweisen sind: Nüschel, Nuschel, Nissel

Weiteres zu Nischel

Das Video zum Lied „Deine Zeit“ von Seeed wurde vor dem Nischel Chemnitz gedreht.

„De Nischel EP“ ist ein Lied von Carsten Rechenberger & Recall8.

Was bedeutet Hudelei / Huddelei? Bedeutung, Definition


Die Ausdrücke „Hudelei“ und „Huddelei“ sehen sehr ähnlich aus und unterscheiden sich nur durch ein „d“. Doch in ihrer Bedeutung und in denen Regionen in denen die Worte gesprochen werden, unterscheiden sie sich massiv.

Anmerkung: Da es keine festgelegte Schreibweise für die Worte „Hudelei“ und „Huddelei“ gibt, passiert es teils, dass die Worte gleichgeschrieben werden. Hier ist dann stets der Kontext zu beachten, in dem das Wort geäußert wird.

Huddelei = Sächsisch für Probleme, Ärger

„Huddelei“ (mit Doppel „d“) ist ein sächsischer Ausdruck, der stark im Dresdener und Meißener Raum verbreitet. Huddelei bedeutet:

  • Ärger / Ärger haben
  • Ärgernis
  • Durcheinander
  • Probleme
  • Stress

Beispiele: „Hasde Huddelei?“

Plural: Huddeleien / Huddelein

Was bedeutet Humini?

Die Huddelei wird auch im Wort „Humini“ verwendet. Humini bedeutet: „Huddelei mitm Nischel“. Zu deutsch: Kopfschmerzen. („Nischel“ heißt Kopf.)

Humini wird teils auch „HuMiNi“ geschrieben.

Hudelei = bedeutet: Pfusch, Schlamperei

Der Ausdruck „Hudelei“ im Sinne von Pfusch oder Schlamperei und seine Varianten sind in Westdeutschland, im Ruhrgebiet verbreitet.

„Hudelei“ (mit einem „d“) bedeutet:

  • Chaos
  • Murks
  • Pfusch / Pfuscherei
  • Schlamperei
  • Schlechte Arbeit
  • Unsaubere Arbeit

Was bedeutet „hudeln“

Das dazugehörige Verb „Hudeln“ bedeutet:

  • unsauber arbeiten
  • lustlos arbeiten
  • ohne Sorgfalt arbeiten

Was bedeutet „Hudel“

Hudel ist Bezeichnung für einen alten Lappen oder einen Lumpen. Teils wurde dieser an einem Stock befestigt und diente zum Reinigen von Öfen und Backöfen.

Hudel ist teils auch eine Beleidigung, im Sinne von Dummkopf.

Weitere Varianten

Der Ausdruck wird auch in folgenden Varianten verwendet: (in der Schreibweise mit Doppel „d“)

  • gehudelt = Jemand der schlechte Arbeit verrichtet hat, hat gehudelt.
  • Huddeldrachen = Bezeichnung für anstrengende Frauen
  • hudelig / huddelig = schlampig
  • Huddelskram / Hudelei / Huddelei / Gehudele / Gehuddel = schlechte Arbeit
  • Huddeler = jemand der schlechte Arbeit verrichtet (auch Huddelbruder)

Plural: Hudeleien

Hudelei kommt auch in folgenden Wörtern vor:

  • Lobhudelei = übertriebenes Lob, unangemessenes Lob

„Hudelei“ auf schwäbisch: Hudla

Auf schwäbisch existiert der Ausdruck „Hudelei“ auch in der Variante „Hudla“.

„Hudla“ hat zwei Bedeutungen:

  • sehr in Eile sein, übereilen
  • schlampig arbeiten , ohne Sorgfalt arbeiten

Die schwäbische Aufforderung „No net hudla“ kann deswegen als Aufforderung verstanden, sich zu beruhigen, Dinge nicht zu überstürzen und immer mit der Ruhe vorzugehen.

Weitere Bedeutungen:

Auf österreichisch bedeutet „hudeln“: In Eile sein.

Umgangssprachlich bedeuet „hudeln“ auch: jemanden schlecht behandeln.

Renfdl – sächsische Ausdrücke für das Endstück vom Brot


„Renfld“ ist eine sächsische Bezeichnung für das Anfangs- oder Endstück des Brotes. Es ist ein Ausdruck für den Kanten.

„Rendfl“ wurde 2012 zum bedrohtesten sächsischen Wort des Jahres gewählt. Das schönste sächsische Wort des Jahres 2012 wurde „plumbn“. Es bedeutet, stark regnen, sich betrinken, Wasser fördern. Das beliebteste Wort 2012 wurde „didschn“. Es bedeutet: eintunken, eintauchen. Brot wird z.B. in die Milch gedidscht.

Beispiel 1: „Schiebst mor des Renfdl nüber?“

Weitere Ausdrücke für das Endstück vom Brot: Renfdl

Da keine einheitliche Schreibweise für den Ausdruck „Renfdl“ existiert, gibt es viele regionale Varianten:

  • Ramftl
  • Rämfdl
  • Rämpfdl
  • Rand
  • Randkandn
  • Rändl
  • Ränftchen
  • Ranften
  • Ranftl
  • Ränftl
  • Ränftel
  • Renfdl
  • Renft
  • Renftl
  • Rindl

Weiteres zum Kanten / Brotanschitt

In der deutschen Sprachen gibt es unzählige Begriffe für das Anfangs- und Endstück des Brotes. Dies zeigt wie sehr ein Anfangs- oder Endstück vom Brot beliebt war. Da es je Brot nur zwei Stücke gab, die komplett von Kruste umschlossen waren, waren sie rar und sehr beliebt. Wer eins ergatterte, konnte es mit Butter bestreichen und genießen. Da Brot nach wenigen Tagen hart wurde, wurde es eingetunkt, damit es wieder weich wird. (Auch half das Brot beim Ausbilden der Zähne, da es recht kräftig abgebissen werden musste.)

In diesem Beitrag haben wir sächsische Begriffe und ihre Varianten gelistet.

Wie der Ausdruck „Ränfdl“ bzw. „Renfdl“ entstanden ist, ist unklar. Denkbar ist, dass „Renfdl“ eine Ableitung vom Wort „Rand“ oder „Rahmen“ sein kann und das „l“ am Ende eine Art Verniedlichung bzw. Verkleinerung darstellt. Hier gibt es noch weitere Verkleinerungsformen: Ränfdl, Rämpftla, Ränftchen.

Der Ausdruck „Ränftl“ ist nicht nur in Sachsen, sondern auch in einigen Gebieten Thüringens und in Oberfranken verbreitet.

Mutschekiepchen: Bedeutung, Wortherkunft, Synonyme


Bedeutung: Bezeichnung für Marienkäfer, welche in Sachsen und südlichen Sachsen-Anhalt (Halle und Umland), sowie in Thüringen sehr verbreitet ist.

Das Wort „Mutschekiepchen“ hat viele Schreib-Varianten, bei denen unterschiedliche regionale sprachliche Eigenheiten mit einfließen. Wir stellen diese hier vor.

„Mutschekiepchen“ wird nicht nur als Bezeichnung für Marienkäfer, sondern auch als Kosename verwendet.

Im englischen wird übrigens „Ladybird“ und „Ladybug“ gesagt. Auch hier ist das Wort zum einen die Bezeichnung für Marienkäfer und zum anderen ein Kosename.

Synonyme für Marienkäfer

Weitere Synonyme für Marienkäfer stellen wir übrigens hier vor: Synonyme Marienkäfer: Welche Namen sie tragen (Sie werden stauen, wie vielfältig die Namen des Marienkäfer sind.)

Klicken Sie auf die Grafik, um zur großen Ansicht zu gelangen.

Beispiele

  • „Guck dir das Modschegiebchen an.“
  • „So viele Mudschekiepchen.“

Wo das Wort Mutschekiepchen herkommt

„Mutschekiepchen“ ist eine Verniedlichung vom Wort „Muhkuh“ und leitet sich auch von diesem ab. Es kann auch als „Kuhkälbchen“ bezeichnet werden. Soll „Mutschekiepchen“ auf hochdeutsch übersetzt werden, so bedeutet „kleine Kuh“ oder „Kälbchen“.

Der erste Teil vom Wort „Mutschekiepchen“: „Mutsche“ steht für die Geräusche, die eine Kuh von sich gibt. Der zweite Teil, das Wort „-kiepchen“ ist eine Abwandlung der Verniedlichung des Wortes „Kuh“.

Wo der Wortteil „Mutsche“ und seine Varianten herkommen

„Muh“ ist die Lautmalerei für die Geräusche, die Kühe von sich geben. Es existieren verschiedene Verben für die Geräusche die Kühe von sich geben. Wir würden heute unter anderem sagen: „Sie muhen.“ Früher sagte man „Sie mutzen“ oder „Sie mutschen“. Auch im lateinischen ist dafür ein Verb bekannt: „mugire“ bzw. „mugio“. Im Althochdeutschen sagte man „muchzen“. Varianten dieser Worte haben die Menschen vor das Wort „kiepchen“ gestellt.

In einigen deutschsprachigen Regionen bedeutet „Motsche“ auch „Kuh“.

Wo der Wortteil „-kiepchen“ und seine Varianten herkommen

„Kiepchen“ oder auch „Kübchen“ ist die Verniedlichung und leitet sich vom Wort „Kühchen“ ab.  Es kann neben „Kuhchen“ auch „Kälbchen“ bedeuten. Im sächsischen Dialekt zeigt sich die Herkunft vom Wort „kiepchen“ besonders gut. „Kiewe“ bedeutet auf sächsisch: Kuh. Das Kühchen ist die „Kiepche“. Das Wort „Kiewe“ leitet sich vom mittelhochdeutschen „kuo“ oder „kuowe“ ab. Auch wenn diese Worte mit „w“ geschrieben werden, so wird das „w“ bei der Aussprache zum „b“. Dann wird die Verneidlichen „chen“ angehängt, entsteht schnell das Kübchen.

Was haben Marienkäfer mit Kälbchen zutun?

Diese Theorie ist unbestätigt! Marienkäfer haben in unserer Kultur einen hohen Wert und genießen viel Sympathie. Sie werden und wurden früher wegen ihrer Nützlichkeit geschätzt. Heute sind sie unter anderem ein Glückssymbol. Ihr Name „Marienkäfer“ – also Käfer der Marie weist auf die Jungfrau Maria hin. Früher glaubten die Bauern, dass die Käfer ein Geschenk der Jungfrau Maria seien und benannten die nützlichen kleinen Käfer nach ihr.

In der Kindersprache ist dann vermutlich Mutschekiepchen entstanden. Die Käfer sind nützlich wie Kühe. Sie sind hochangesehen und beliebt. Wegen ihrer Größe sind sie den Kühen nicht ebenbürtig, aber in ihrer Nützlichkeit schon. Deswegen könnte damals die Bezeichnung „Muhkuh“, „kleine Kuh“ oder „Kälbchen“ im jeweiligen regionalen Dialekt entstanden sein – eben das Mutschekiepchen.

Weitere Schreibvarianten für Mutschekiepchen

Wir haben über 30 Schreibweisen für das sächsische Wort „Mutschekiepchen“ gefunden. Sie entstehen durch unterschiedliche Aussprachen und Betonungen des Wortes. Manche machen aus dem „u“ ein „o“. Aus dem „t“ wird ein „d“. Einige fügen ein „h“ ein. Manche ersetzen das „k“ durch ein „g“. Andere ersetzen das „p“ durch ein „b“. (oder umgekehrt!)

Wir haben uns in diesem Beitrag dazu entschieden „Mutschekiepchen“ mit u,t, sch, k und p schreiben, da dies die gängigste Schreibweise ist.

  • Mehtschchen
  • Mietschchen
  • Modschegiebchen
  • Modschekiebchen
  • Modschekiepchen
  • Modschie
  • Mohtschchen
  • Modschkiepchen
  • Mohtsche
  • Mohtschegiebchen
  • Mohtschegiewichen
  • Motschchen
  • Motschegiebchen
  • Mot­sche­kieb­chen
  • Motschekühchen
  • Motscheküpchen
  • Mötschchen
  • Mudschegiebchen
  • Mudschekiebchen
  • Mudschekiepchen
  • Muhküpchen (wird in Thüringen gesagt)
  • Muhtschchen
  • Muhtsche
  • Muhtschegiebchen
  • Muhtschegiewichen
  • Mutschegiepchen
  • Mutschekiepschen
  • Mutschekipchen
  • Mutscheküpschn (wird in Thüringen gesagt)
  • Mutschikawl
  • Mutzekiepchen
Husche – Bedeutung erklärt


„Husche“ ist eine Bezeichnung für einen kurzen Regenschauer, der schnell wieder vorbei ist. Bei einer Husche fällt nicht besonders viel Regen, sondern nur ein paar Tropfen, so dass der Boden leicht nass wird und nach Ende der Husche sofort wieder trocknet. Die Husche ist meist nur wenige Minuten lang.

Statt „Husche“ kann auch „Schauer“ oder „kurzer Schauer“ gesagt werden.

Der Ausdruck „Husche“ ist im mitteldeutschen und sächsischen Sprachraum stark verbreitet.

Teils wird sehr präzise gesagt, was die Husche für eine Husche ist. Entweder: Regenhusche oder Schneehusche.

Beispiele mit „Husche“

  • „Ist nur eine Husche. Entspann dich.“
  • „Die Husche ist hoffentlich gleich vorbei.“
  • „Nach der Husche siehst du einen Regenbogen.“

Wortherkunft: Wo kommt „Husche“ her?

Der Ausdruck „Husche“ leitet sich vom Verb „huschen“ ab. „Huschen“ bedeutet:

  • sich schnell, lautlos und unauffällig bewegen / fortbewegen
  • flink sein

Das Verb „Huschen“ geht auf „hoschen“ zurück. „Husch“ ist eine Ableitung davon. „Husch“ ist ein Lautmalerei dafür, wenn jemanden einen Kälteschauer überkommt.

Der Ausdruck „Husche“ war schon im 15. Jahrhundert als Bezeichnung für einen kurzen Regenschauer, der gleich wieder vorbei ist, bekannt.

In der deutschen Sprach wird heute noch „Husch Husch“ gesagt, um jemanden aufzufordern sich zu Beeilen oder um jemanden zu vertreiben.

Das Verb „huscheln“ ist teils auch verbreitet. Wer huschelt, arbeitet oberflächlich und liefert schlechte Arbeit ab.


Weiteres

Die Husche sollte nicht mit der Husse verwechselt werden. Die Husse oder auch Stuhlhusse genannt, ist ein Bezug für Stühle.

In einer Simpsons Episode serveriert Seymour Skinner Oberschuldirekter Gary Chalmers Hamburger, genannt „gedämpfte Huscheln“. Skinner verbrannte der Braten, den er für das Essen mit Chalmers vorgesehen hatte. Deswegen wollte er Hamburger kaufen. Doch Chalmers erwischte ihn, wie er aus dem Fenster steigen wollte, um zum Burgerladen zugehen. Als Chalmers fragte, was los sei, sagte Skinner das es Muscheln geben werde. Wenig später serviert Skinner die Hamburger. Chalmers fragt nach, warum es keine Muscheln gibt und Skinner erklärte, dass Chalmers ihn falsch verstanden habe. Er meinte „Huscheln“ und erklärte, dass der Ausdruck Dialektbedingt sei. Auf den Einspruch von Chalmers, dass das Fleisch gebraten und nicht gedämpft sei, antworte Skinner nicht.

Demse / Dämse / Dämmse erklärt – Bedeutung, Definition, Erklärung


Bedeutung: Bezeichnet eine große anhaltende trockene Hitze. Meist wird von einer Demse / Dämmse gesprochen, wenn es mehrere Tage hintereinander über 30 °C sind, wenig Wind weht und kein Regen gefallen ist. Von einer Dämse wird auch geredet, wenn es kurzfristig sehr heiß wird.

Von einer Dämmse wird geredet, wenn „Hitze“ herrscht, es schwül ist und die Luft stickig wird. Und, wenn die Luft „dick“ ist, feuchtheiß und steht. Eine „Dämse“ ist unangenehm empfundene Wärme, die zum Aufheizen des Körpers führt. Ebenso wird als Dämse unerträgliche (Sommer-)Hitze bezeichnet.

„Dämmse“ wurde zum schönsten sächsischen Wort des Jahres 2015 gewählt.

Schreibweisen und Verbreitung von Demse / Dämse / Dämmse

Gebräuchlich ist der Begriff im Magdeburger, hallische und sächsischen Sprachraum, sowie in angrenzden Gebieten. Da das Wort „Demse“ / „Dämse“ in Mitteldeutschland gebraucht wird und es keine offizielle Definition gibt, existieren leichte regionale Eigenheiten in der Schreibweise. In Sachsen würde „Dämmse“ eher mit „ä“ und Doppel „m“ geschrieben. Insbesondere ist die Schreibweise „Dämmse“ im Dresdener Raum verbreitet. Im Erzgebirge schreibt man „Dämse“. Während das Wort in Sachsen-Anhalt eher mit „e“ und einem „m“ geschrieben wird, also: „Demse“. – Die unterschiedlichen Schreibweisen ändern an der Bedeutung des Ausdrucks nichts.

Demse bzw. Dämse hat daher insgesamt mehrere Schreibvarianten:

  • Demse
  • Demmse
  • Dämse
  • Dämmse

Weniger verbreitet ist die Variante: Themse.

Das Adjektiv zu Dämse ist „dämsig“.

Wo Dämse herkommen könnte

Die Herkunft vom Wort „Dämse“ ist nicht geklärt. Jedoch gibt es eine Theorie, die besagt, dass „Dämse“ eine Ableitung von Dampf ist. Das ist nämlich genau das, was bei großer Hitze passiert. Dampf steigt auf, auch wenn wir ihn nicht immer sehen.

Wortart: Substantiv

Beispiel:

  • „Ich zergehe bei der Demse.“
  • „Wie kann man bei der Dämse arbeiten?“
  • „Heud is ane Dämmse!
  • „Das isd ene Dämse! Es ist so heeß!“

Auch: Glut, Affenhitze

Weiteres

Kennst du diese sächsischen Worte? Hitsche, Huddelei, Nischel, muddln, Renfdl

Die sächsischen Worte der vergangenen Jahre haben wir hier aufgelistet.

Kräppelchen

Bedeutung: kleine Siedegebäckstücke aus Hefeteig. Diese werden in Sachsen als „Kräppelchen“ bezeichnet.

„Kräppelchen“ leitet sich von „Kräppel“ ab, welches mit „Krapfen“ verwandt ist.

Sie werden in Braunschweig „Schmalzgreben“ genannt.
Sie werden in Magdeburg auch „Schmalzkuchen“ genannt.
Sie werden in Potsdam und Lübeck auch „Mutzen“ genannt.

Wortart: Substantiv

Beispiel 1: „Heude gibts Kräppelchen.“

Was bedeutet Bemme / Fettbemme? Bedeutung, Definition und Wortherkunft erklärt


„Bemme“ und „Fettbemme“ sind in Sachsen, im östlichen Thüringen und in Sachsen-Anhalt verbreitete Bezeichnungen. Während „Bemme“ einfach „Scheibe Brot“ bedeutet, ist eine Fettbemme eine Scheibe Brot, die mit Schmalz bestrichen ist. Zur Fettbemme gibt es teils eine saure Gurken oder kleine saure Gurken Scheibchen wurden auf die Fettbemme gelegt. Teils wird die „Fettbemme“ mit Speck, angebratenen Zwiebeln, Petersilie, Salz, Pfeffer oder Harzer Käse verfeinert.

„Fettbemme“ steht teils symbolisch für den sächsischen Dialekt und teils für die DDR.

Hochdeutsche Worte für „Fettbemme“ sind:

  • Schmalzstulle
  • Schmalzbrot

Eine Fettbemme ist kein Butterbrot!

Regionale Bezeichnung für die Fettbemme sind:

  • Fettbämme
  • Feddbämme

Verschiedene Schalzsorten können für eine Fettbemme verwendet werden, so unter anderem Schweineschmalz, Gänseschmalz und Griebenschmalz. Für moderne und zeitgemäße Fettbemmen wird teils auch vegetarisches oder pflanzliches Schmalz verwendet.

Wortherkunft: Wo kommt Bemme her?

Der Ausdruck „Bemme“ soll sich vermutlich vom obersorbischen Wort „pomaszka“ ableiten und von diesem entlehnt sein. „Pomaszka“ bedeutet Schmiere. Das obersorbische Wort „pomazać“ bedeutet: beschmieren, bestreichen. In diesem Sinne leitet sich der Ausdruck Bemme von der Beobachtung ab, dass eine Scheibe Brot mit Butter bestrichen wurde.

Auch Luther kannte die Bemme schon und schrieb 1525 „Putterpomme“, als Bezeichnung für eine Butterstulle und 1532 findet sich der Ausdruck „Butterbam“ in seinen Texten. „Butterbam“ bedeutet ebenfalls „Butterbemme“.

Bemme oder Bamme?

Eine andere Bezeichnung für die Bemme ist „Bamme“. Dies führt auch zu einer anderen Entstehungstheorie, dass „Bemme“ bzw. „Bamme“ sich vom Verb „bammen“ oder „Bampen“ ableiten soll. Mit „Bammen“ / „Bampen“ ist das Essen (Verspeisen) gemeint.

Im niederländischen findet sich das „Boterham“, was Butterstulle bedeutet. „Bemme“ bzw. „Bamme“ könnte sich auch davon abgeleitet haben.

Hochdeutsche Worte für Bemme sind:

  • Scheibe (Brot)
  • Schnitte
  • Stulle

Weitere Bedeutung von Bemme

Durch einen Extra-3-Spot darüber, dass 60 Millionen Deutsche kein richtiges Ostdeutsch sprechen, verbreitete sich der Ausdruck „Fettbemme“ stark.

„Fettbemme“ ist ein Kino in Teicha.

Die Ausdruck „Fettbemme“ wird auf T-Shirts gedruckt im Internet verkauft. Teils auch in der Sprachvariante „Feddbämme“.

„John Bemme“ ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.

„Bemme“ ist eine verbreitete umgangssprachliche Bezeichnung für breite Autoreifen oder Motoradreifen.