Was bedeutet Bläke, Matzbläke und bläken? Bedeutung, Wortherkunft, Definition


Die Substantive „Bläke“ und „Matzbläke, sowie das Verb „bläken“ gehen alle auf das gleiche Wort zurück: Bläke.

Was bedeutet Bläke?

„Bläke“ bzw. „Blähke“ ist eine ältere Bezeichnung für die Zunge.

Es wird z.B. auch „Kuh-Bläke“ zur Zunge einer Kuh gesagt.

Kinder strecken ihre Bläke raus.

Der Ausdruck „Bläke“ ist in Ostmitteldeutschland – Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – verbreitet.

Was bedeutet „Matzbläke“?

Der Ausdruck „Matzbläke“ hat mehrere Bedeutungen:

  • „Matzbläke“ ist ein derber Rufname für Kinder.
  • Als „Matzbläke“ werden aber auch dumme und unsympathische Menschen bezeichnet. Matzbläke bedeutet „Idiot“ oder „Dummkopf“.
  • Als „Matzbläke“ werden auch bleiche und krankaussehende Menschen bezeichnet.

Insbesondere in Halle (Saale) und im Umland von Halle (Saale) ist der Ausdruck „Matzbläke“ verbreitet. Im Berliner Raum ist der Ausdruck auch bekannt.

Im eigentliche wortwörtlichen Sinne bedeutet „Matzbläke“: „Quarkmaul“.

Als „Matz“ wurde früher Quark bezeichnet. „Bläke“ bezieht sich auf die Zunge. Somit bedeutet „Matzbläke“ eigentlich „Quarkzunge“, womit die weiß-gefärbte Zunge gemeint ist, die durch das Essen von Quark ihre Färbung erhält.

„Matzbläke“ als Bezeichnung für krankaussehende Menschen kann auf weißen Zungenbelag anspielen, die kranke Menschen teils aufweisen.

Weitere Schreibweisen sind: Matzbleeke, Matsbleeke

Bläkarsch

Ein weitere Wort ist „Bläkarsch. Als „Bläkarsch“ werden Kinder oder Menschen bezeichnet, die laut heulen und schreien. „Bläkarsch“ ist ein Schimpfwort.

Ein Synonym für „Bläkarsch“ ist  „Schreihals“.

Was bedeutet bläken?

Als bläken wird lautes Schreien, heftiges Weinen und Brüllen von Kindern bezeichnet.

„Bläken“ ist das Verb. Es wird zum Beispiel gesagt, „Hör auf mit bläken!“ (hochdeutsch: „Hör auf mit schreien!“)

„Bläken“ ist auch Verb, dass z.B. das Zunge herausstrecken bei Pferden bezeichnet. Auch dies geht auf den Ausdruck „Bläke“ für die Zunge zurück.

Ein Synonym für „bläken“ ist „plärren“.
Eine weitere Schreibweise ist „bleeken“.

Herkunft: Wo stammt „bläken“ her?

„Bläken“ stammt vermutlich vom Wort „Bläke“ ab, da wenn Kinder sehr laut Schreien und Weinen ihre Zunge sichtbar ist.

„Bläken“ ist eine Nebenform zum Verb „blöken“. Als „Blöken“ wird lautes Schreien und Brüllen bei Schafen und Rindern bezeichnet. Menschen können aber auch „blöken“. Hierbei bedeutet „blöken“, dass sie zu laut sind oder angemesses sagen. „Blöken“ ist hier synonym mit „meckern“.

Eine weitere Erklärung für das Wort „bläken“ kann sein, dass das Wort „blecken“ seine Spuren hinterlassen hat. „Blecken“ war im mittelhochdeutschen gebräuchlich und bedeutet auf hochdeutsch: entblößen, zeigen.

Da beim Bläken unter anderem die Zähne und die Zunge gezeigt werden, welche bei geschlossenem Mund nicht sichtbar sind, könnte dies vom Wort „blecken“ abstammen. Diese Vermutung ist unbestätigt.

(Diese Theorien sind unbestätigt.)

Was schmust der Luppert? Bedeutung


Bedeutung: Bekannte Frage, die die hallische Mundart kennzeichnet, welche in Halle (Saale) gesprochen wird und mit dem Mansfeldischen verwandt ist. Mit der Frage „Was schmust der Luppert?“ wird nach der Uhrzeit gefragt.

Was bedeutet „schmusen“? Wo kommt es her?

Das Verb „schmusen“ entstammt der hallischen Mundart und kann mit „reden/erzählen“ übersetzt werden.

Das Wort „schmusen“ wird im hallischen Dialekt als ein Mundartwort für „erzählen“ verwendet. So wird unter anderem auch gesagt: „Mist schmusen“, was auf hochdeutsch bedeutet: „Unfug erzählen“. Das Verb „schmusen“ für „erzählen“ stammt aus dem Rotwelschen. „Schmusen“ stammt vom Wort „schwatzen“ ab, welches wiederum vom jiddischen „schmues“ entlehnt ist. („Schmues“ bedeutet: Gerüchte)

Was bedeutet Luppert?

Das Substantiv „Luppert“ kann mit „Uhr“ oder „Taschenuhr“ übersetzt werden. Mit „Luppert“ ist das Wort „Lope“, was ebenfalls Uhr bedeutet. Der „Luppermalochner“ (oder auch Luppertschuster) ist z.B. der Uhrenmacher. Als „Lupper-Dallme“ wurde ein Uhrschlüsse bezeichnet und als „Lupper-Schlängchen“ wurde eine Uhrenkette bezeichnet.

„Luppert“ war auch ein Wort, dass mit „Pistole“ übersetzt wurde.

Der Ausdruck „Lupper ganfen“ bedeutet „Uhren stehlen“.

Die Herkunft des Wortes Luppert ist unbekannt. Es stammt höchstwahrscheinlich aus der Gaunersprache Rotwelsch. Jedoch ist unklar, woher es sich ableitet.

Es gibt viele Varianten der Schreibweise des Luppert.

Varianten von „Was schmust der Luppert?“

  • Was schmust d´r Lubbert?
  • Was schmust dor Lubbert?
  • Was schmust der Lubber?
  • Was schmust der Lippert?
  • Was schmust der Lipper?
  • Was schmust der Luppert?
  • Was schmust der Lupper?

Anmerkungen

In der Bergmannssprache des Ruhrgebiets existiert ein ähnlicher Ausdruck. Dort wird gesagt: „Wat schmust der Osnek?“ – Mit dieser Frage, wird wie im hallischen auch, nach der Uhrzeit gefragt.

Weitere hallische Worte sind: Schecks, Schnongs, Ische, Kleechen/Kleeche, nuutschen

Was bedeutet Schnongs / Schnongse? Bedeutung, Definition


Bedeutung: Im hallischen Raum gebräuchliche Bezeichnung für Bonbons, die zum Lutschen bestimmt sind.

Wortart: Substantiv

Beispiel 1: „Ich nuutsche a Schnongs.“ (hochdeutsch: „Ich lutsche ein Bonbon.“)

Auch: Schnongse

Einzahl: Schnongs
Mehrzahl: Schnongse

Synonyme für Schnongs sind: Kamelle, Drops

Woher das Wort Schnongs kommen könnte

Schnongse reimt sich auf Bongse. „Bongse“ bzw. „Bongs“ ist auch eine Bezeichnung für Bonbons. „Schnongs“ könnte sich vom Wort „Bongs“ ableiten. Das Original hochdeutsche Worte ist „Bonbon“. Dieses leitet sich vom französischen „bon“ ab, was auf deutsch „gut“ bedeutet. Der Ausdruck „Bonbon“ entstand durch Wiederholung des Wortes „bon“ zu „bonbon“.

Google-Trends zeigt übrigens eindeutig, dass das Wort „Schnongs“ nur in Sachsen-Anhalt gesprochen wird und damit auch hier verbreitet ist. Auch wenn das Google-Trends-Tool nur ganz Sachsen-Anhalt anzeigt, so ist der Ausdruck mehr südlichen Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen rein, verbreitet. (Im nördlichen Sachsen-Anhalter Raum und in Raum sagt man dagegen Bollchen.)

Weitere hallische Worte: Was schmust der Luppert?, kleechen, jirschen

Wann das Wort „Schnongs“ entstanden ist, lässt sich schwer sagen. Bonbons waren im Mittelalter meist sehr teuer und wurden zum Beispiel zu Hochzeiten gereicht. In Frankreich sollen, wenn die Zuckerkugeln gereicht wurden, die Kinder stets „Bon!“ gerufen haben. In Deutschland verbreiteten sich Bonbons ab der Zeit der industriellen Revolution. Durch Bonbonfabriken wurden die Preise massiv gesenkt und die Bonbons wurden erschwinglicher. Ab den 1840er Jahren verbreiteten sich Bonbonwerke und mit ihnen Verkaufsstellen, an denen Bonbonbs an Händler wie Apotheken, Krämer, Restaurants und Gaststätten verkauft wurden.

Weitere Bedeutung von Schnongs

„Schnongs auf Hitsche“ hieß eine Kunstausstellung  in Merseburg. Die ausstellenden Künstler setzten sich mit dem Alltag und Alltäglichen auseinander.

„Schnongs.tv“ war ein Projekt von Mediendesignstudenten des Fachbereichs Design an der Hochschule Anhalt.

„Schnongs 2“ war das zu Schnongs.tv dazu gehörige Kurzfilmfestival das im Jahr 2014 in Dessau stattfand. Das erste Kurzfilmfestival „Schnongs“ fand 2012 statt.

„Schnongs“ hieß ein Kurzfilm.

„Schnongse“ ist ein Webshop für Kinderbekleidung.

Was bedeutet kleechen / kläjen? Bedeutung, Wortherkunft, Definition


„Kleechen“ bzw. „Kläjen“ ist eine in Halle (Saale), im hallischen Umland und in der Mansfelder Mundart gebräuchliche Bezeichnung für Arbeiten bzw. dem Verrichten vom Arbeit, die dem Ziel dient Geld zu verdienen.

Vom Ausdruck gibt es mehrere Schreibvarianten, die die gleiche Bedeutung haben: „kleechen“ und „kläjen“.

Teils wird als Verb noch „gehen“ an kleechen gehängt, so das folgende Formulierung entsteht: „kleechen gehen“ bzw. „kläjen gehen“ (oder in der regionalen mundart: „kleechen gehn“ bzw. „kläjen gehn“.)

Die Substantivierung lautet „Auf Kleeche“oder „Auf Kläje“. In der regionalen Mundart gibt es hier verschiedene Abwandlungend des Wortes „auf“:

  • Uff Kleeche
  • Off Kleeche
  • Uff Kläje
  • Off Kläje

„Auf Kleeche“ bedeutet auf hochdeutsch: Auf Arbeit.

Der Ausdruck „Kleechen“ sollte nicht mit dem Wort „Klischee“ verwechselt werden. Er ist keine falsch geschriebene Variante dieses Wortes.

Übrigens der Arbeiter ist nicht der Kläjer. „Kläjer“ ist mundsprachliche Bezeichnung für einen Kläger.

Wortherkunft: Wo kommt Kleechen her?

Wie viele Worte, die in Halle (Saale) und im Umland, sowie im Mansfelder Land gesprochen werden, stammt Kleechen / Kläjen vermutlich aus der Gaunersprache Rotwelsch oder dem Jiddischen. Wo „Kleechen“ bzw. „Kläjen“ herkommt, ist unklar.

Als „Kläje“ wurde der Kupferbergbau im Mansfelder Land bezeichnet.

„Kläjen“ wird teils als alters Verb für „kratzen“ gelistet. „Kläjen“ soll hier eine Abwandlung von Kleien oder Kläwen sein. Auch kann „kläjen“ eine andere Bezeichnung für langsames arbeiten sein – im Sinne von mären / rummären.

Eine Ableitung von „Klagen“ wäre vom Kontext her denkbar, denn viele beklagen oder beschweren sich über ihre Arbeit. Dies ist aber unbestätigt.

Konjugationen von kleechen

  • Ich kleeche
  • Du kleechst
  • Er/Sie/Es kleechen
  • Wir kleechen
  • Ihr kleecht
  • Sie kleechen

Beispiel: „Heite wird jekleecht!“

Weiteres: Eine berühmte Phrase aus Halle (Saale) ist: Was schmust der Luppert?

Weitere Bedeutung von kleechen

„Kleechen“ ist auch die Verniedlichung des Wortes „Klee“ – also „Klee-chen“.

Was bedeutet Nischel? – Bedeutung, Etymologie und Herkunft erklärt


„Nischel“ ist im mitteldeutschen und sächsischen Sprachraum eine verbreitete Bezeichnung für den Kopf und Schädel. Auch in der niederhessischen Mundart ist „Nischel“ oder „Nissel“ als Bezeichnung für den Kopf verbreitet.

Beispiel: „Jemand einen auf den Nischel geben.“

Das Verb „abnischeln“ ist regional verbreitet. „Abnischel“ bedeutet, jemanden an den Kopf fassen, jemand in liebevolle Absicht am Kopf packen, jemanden am Kopf schütteln.

Karl-Marx-Monument in Chemnitz: Nischel

Das 7,10 Meter große Karl-Marx-Monument in Chemnitz wird von Einwohnern „Karl-Marx-Kopf“ oder „Nischel“ genannt. Mit Sockel ist es über 13 meter hoch und wiegt rund vierzig Tonnen.

Das Karl-Marx-Monument befindet sich im Chemnitzer Stadtzentrum an der Brückenstraße und ist heutzutage ein Wahrzeichen der Stadt Chemnitz.

Im Jahr 1953 wurde Chemnitz in „Karl-Marx-Stadt“ umbenannt. Das Karl-Marx-Monument wurde am 9. Oktober 1971 der Öffentlichkeit vorgestellt und eingeweiht. Entwurfen wurde der Kopf vom sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel.

Weiteres: Auf Amazon werden Post vom „Nischel“ in Chemnitz verkauft. Siehe hier* (Externer Link zu Amazon und Provisionslink.)

Wortherkunft / Etymologie von Nischel

Wo das Wort „Nischel“ herkommt, ist nicht belegt.

Eine Ableitung vom Wort „Nuß“, was ebenfalls den Kopf bezeichnet, ist denkbar, aber unbelegt.

„Nüschel“ ist in der Schweiz eine Bezeichnung für Schnupfen.

Auch kann sich von „Nischel“ bzw. „Nüscheln“ der Ausdruck „nuscheln“ ableiten, womit gemeint ist, das jemand schlecht redelt.

Eine weitere Möglichkeit, wo „Nüschel“ herkommt ist, dass es eine Ableitung von „Nüster“ bzw. „Nüstern“ ist. Nüster sind die Nasenöffnungen bei Pferde. Diese Verbindung ist aber unbestätigt.

Weitere Schreibweisen sind: Nüschel, Nuschel, Nissel

Weiteres zu Nischel

Das Video zum Lied „Deine Zeit“ von Seeed wurde vor dem Nischel Chemnitz gedreht.

„De Nischel EP“ ist ein Lied von Carsten Rechenberger & Recall8.

Mutschekiepchen: Bedeutung, Wortherkunft, Synonyme


Bedeutung: Bezeichnung für Marienkäfer, welche in Sachsen und südlichen Sachsen-Anhalt (Halle und Umland), sowie in Thüringen sehr verbreitet ist.

Das Wort „Mutschekiepchen“ hat viele Schreib-Varianten, bei denen unterschiedliche regionale sprachliche Eigenheiten mit einfließen. Wir stellen diese hier vor.

„Mutschekiepchen“ wird nicht nur als Bezeichnung für Marienkäfer, sondern auch als Kosename verwendet.

Im englischen wird übrigens „Ladybird“ und „Ladybug“ gesagt. Auch hier ist das Wort zum einen die Bezeichnung für Marienkäfer und zum anderen ein Kosename.

Synonyme für Marienkäfer

Weitere Synonyme für Marienkäfer stellen wir übrigens hier vor: Synonyme Marienkäfer: Welche Namen sie tragen (Sie werden stauen, wie vielfältig die Namen des Marienkäfer sind.)

Klicken Sie auf die Grafik, um zur großen Ansicht zu gelangen.

Beispiele

  • „Guck dir das Modschegiebchen an.“
  • „So viele Mudschekiepchen.“

Wo das Wort Mutschekiepchen herkommt

„Mutschekiepchen“ ist eine Verniedlichung vom Wort „Muhkuh“ und leitet sich auch von diesem ab. Es kann auch als „Kuhkälbchen“ bezeichnet werden. Soll „Mutschekiepchen“ auf hochdeutsch übersetzt werden, so bedeutet „kleine Kuh“ oder „Kälbchen“.

Der erste Teil vom Wort „Mutschekiepchen“: „Mutsche“ steht für die Geräusche, die eine Kuh von sich gibt. Der zweite Teil, das Wort „-kiepchen“ ist eine Abwandlung der Verniedlichung des Wortes „Kuh“.

Wo der Wortteil „Mutsche“ und seine Varianten herkommen

„Muh“ ist die Lautmalerei für die Geräusche, die Kühe von sich geben. Es existieren verschiedene Verben für die Geräusche die Kühe von sich geben. Wir würden heute unter anderem sagen: „Sie muhen.“ Früher sagte man „Sie mutzen“ oder „Sie mutschen“. Auch im lateinischen ist dafür ein Verb bekannt: „mugire“ bzw. „mugio“. Im Althochdeutschen sagte man „muchzen“. Varianten dieser Worte haben die Menschen vor das Wort „kiepchen“ gestellt.

In einigen deutschsprachigen Regionen bedeutet „Motsche“ auch „Kuh“.

Wo der Wortteil „-kiepchen“ und seine Varianten herkommen

„Kiepchen“ oder auch „Kübchen“ ist die Verniedlichung und leitet sich vom Wort „Kühchen“ ab.  Es kann neben „Kuhchen“ auch „Kälbchen“ bedeuten. Im sächsischen Dialekt zeigt sich die Herkunft vom Wort „kiepchen“ besonders gut. „Kiewe“ bedeutet auf sächsisch: Kuh. Das Kühchen ist die „Kiepche“. Das Wort „Kiewe“ leitet sich vom mittelhochdeutschen „kuo“ oder „kuowe“ ab. Auch wenn diese Worte mit „w“ geschrieben werden, so wird das „w“ bei der Aussprache zum „b“. Dann wird die Verneidlichen „chen“ angehängt, entsteht schnell das Kübchen.

Was haben Marienkäfer mit Kälbchen zutun?

Diese Theorie ist unbestätigt! Marienkäfer haben in unserer Kultur einen hohen Wert und genießen viel Sympathie. Sie werden und wurden früher wegen ihrer Nützlichkeit geschätzt. Heute sind sie unter anderem ein Glückssymbol. Ihr Name „Marienkäfer“ – also Käfer der Marie weist auf die Jungfrau Maria hin. Früher glaubten die Bauern, dass die Käfer ein Geschenk der Jungfrau Maria seien und benannten die nützlichen kleinen Käfer nach ihr.

In der Kindersprache ist dann vermutlich Mutschekiepchen entstanden. Die Käfer sind nützlich wie Kühe. Sie sind hochangesehen und beliebt. Wegen ihrer Größe sind sie den Kühen nicht ebenbürtig, aber in ihrer Nützlichkeit schon. Deswegen könnte damals die Bezeichnung „Muhkuh“, „kleine Kuh“ oder „Kälbchen“ im jeweiligen regionalen Dialekt entstanden sein – eben das Mutschekiepchen.

Weitere Schreibvarianten für Mutschekiepchen

Wir haben über 30 Schreibweisen für das sächsische Wort „Mutschekiepchen“ gefunden. Sie entstehen durch unterschiedliche Aussprachen und Betonungen des Wortes. Manche machen aus dem „u“ ein „o“. Aus dem „t“ wird ein „d“. Einige fügen ein „h“ ein. Manche ersetzen das „k“ durch ein „g“. Andere ersetzen das „p“ durch ein „b“. (oder umgekehrt!)

Wir haben uns in diesem Beitrag dazu entschieden „Mutschekiepchen“ mit u,t, sch, k und p schreiben, da dies die gängigste Schreibweise ist.

  • Mehtschchen
  • Mietschchen
  • Modschegiebchen
  • Modschekiebchen
  • Modschekiepchen
  • Modschie
  • Mohtschchen
  • Modschkiepchen
  • Mohtsche
  • Mohtschegiebchen
  • Mohtschegiewichen
  • Motschchen
  • Motschegiebchen
  • Mot­sche­kieb­chen
  • Motschekühchen
  • Motscheküpchen
  • Mötschchen
  • Mudschegiebchen
  • Mudschekiebchen
  • Mudschekiepchen
  • Muhküpchen (wird in Thüringen gesagt)
  • Muhtschchen
  • Muhtsche
  • Muhtschegiebchen
  • Muhtschegiewichen
  • Mutschegiepchen
  • Mutschekiepschen
  • Mutschekipchen
  • Mutscheküpschn (wird in Thüringen gesagt)
  • Mutschikawl
  • Mutzekiepchen
Demse / Dämse / Dämmse erklärt – Bedeutung, Definition, Erklärung


Bedeutung: Bezeichnet eine große anhaltende trockene Hitze. Meist wird von einer Demse / Dämmse gesprochen, wenn es mehrere Tage hintereinander über 30 °C sind, wenig Wind weht und kein Regen gefallen ist. Von einer Dämse wird auch geredet, wenn es kurzfristig sehr heiß wird.

Von einer Dämmse wird geredet, wenn „Hitze“ herrscht, es schwül ist und die Luft stickig wird. Und, wenn die Luft „dick“ ist, feuchtheiß und steht. Eine „Dämse“ ist unangenehm empfundene Wärme, die zum Aufheizen des Körpers führt. Ebenso wird als Dämse unerträgliche (Sommer-)Hitze bezeichnet.

„Dämmse“ wurde zum schönsten sächsischen Wort des Jahres 2015 gewählt.

Schreibweisen und Verbreitung von Demse / Dämse / Dämmse

Gebräuchlich ist der Begriff im Magdeburger, hallische und sächsischen Sprachraum, sowie in angrenzden Gebieten. Da das Wort „Demse“ / „Dämse“ in Mitteldeutschland gebraucht wird und es keine offizielle Definition gibt, existieren leichte regionale Eigenheiten in der Schreibweise. In Sachsen würde „Dämmse“ eher mit „ä“ und Doppel „m“ geschrieben. Insbesondere ist die Schreibweise „Dämmse“ im Dresdener Raum verbreitet. Im Erzgebirge schreibt man „Dämse“. Während das Wort in Sachsen-Anhalt eher mit „e“ und einem „m“ geschrieben wird, also: „Demse“. – Die unterschiedlichen Schreibweisen ändern an der Bedeutung des Ausdrucks nichts.

Demse bzw. Dämse hat daher insgesamt mehrere Schreibvarianten:

  • Demse
  • Demmse
  • Dämse
  • Dämmse

Weniger verbreitet ist die Variante: Themse.

Das Adjektiv zu Dämse ist „dämsig“.

Wo Dämse herkommen könnte

Die Herkunft vom Wort „Dämse“ ist nicht geklärt. Jedoch gibt es eine Theorie, die besagt, dass „Dämse“ eine Ableitung von Dampf ist. Das ist nämlich genau das, was bei großer Hitze passiert. Dampf steigt auf, auch wenn wir ihn nicht immer sehen.

Wortart: Substantiv

Beispiel:

  • „Ich zergehe bei der Demse.“
  • „Wie kann man bei der Dämse arbeiten?“
  • „Heud is ane Dämmse!
  • „Das isd ene Dämse! Es ist so heeß!“

Auch: Glut, Affenhitze

Weiteres

Kennst du diese sächsischen Worte? Hitsche, Huddelei, Nischel, muddln, Renfdl

Die sächsischen Worte der vergangenen Jahre haben wir hier aufgelistet.

Was bedeutet Bemme / Fettbemme? Bedeutung, Definition und Wortherkunft erklärt


„Bemme“ und „Fettbemme“ sind in Sachsen, im östlichen Thüringen und in Sachsen-Anhalt verbreitete Bezeichnungen. Während „Bemme“ einfach „Scheibe Brot“ bedeutet, ist eine Fettbemme eine Scheibe Brot, die mit Schmalz bestrichen ist. Zur Fettbemme gibt es teils eine saure Gurken oder kleine saure Gurken Scheibchen wurden auf die Fettbemme gelegt. Teils wird die „Fettbemme“ mit Speck, angebratenen Zwiebeln, Petersilie, Salz, Pfeffer oder Harzer Käse verfeinert.

„Fettbemme“ steht teils symbolisch für den sächsischen Dialekt und teils für die DDR.

Hochdeutsche Worte für „Fettbemme“ sind:

  • Schmalzstulle
  • Schmalzbrot

Eine Fettbemme ist kein Butterbrot!

Regionale Bezeichnung für die Fettbemme sind:

  • Fettbämme
  • Feddbämme

Verschiedene Schalzsorten können für eine Fettbemme verwendet werden, so unter anderem Schweineschmalz, Gänseschmalz und Griebenschmalz. Für moderne und zeitgemäße Fettbemmen wird teils auch vegetarisches oder pflanzliches Schmalz verwendet.

Wortherkunft: Wo kommt Bemme her?

Der Ausdruck „Bemme“ soll sich vermutlich vom obersorbischen Wort „pomaszka“ ableiten und von diesem entlehnt sein. „Pomaszka“ bedeutet Schmiere. Das obersorbische Wort „pomazać“ bedeutet: beschmieren, bestreichen. In diesem Sinne leitet sich der Ausdruck Bemme von der Beobachtung ab, dass eine Scheibe Brot mit Butter bestrichen wurde.

Auch Luther kannte die Bemme schon und schrieb 1525 „Putterpomme“, als Bezeichnung für eine Butterstulle und 1532 findet sich der Ausdruck „Butterbam“ in seinen Texten. „Butterbam“ bedeutet ebenfalls „Butterbemme“.

Bemme oder Bamme?

Eine andere Bezeichnung für die Bemme ist „Bamme“. Dies führt auch zu einer anderen Entstehungstheorie, dass „Bemme“ bzw. „Bamme“ sich vom Verb „bammen“ oder „Bampen“ ableiten soll. Mit „Bammen“ / „Bampen“ ist das Essen (Verspeisen) gemeint.

Im niederländischen findet sich das „Boterham“, was Butterstulle bedeutet. „Bemme“ bzw. „Bamme“ könnte sich auch davon abgeleitet haben.

Hochdeutsche Worte für Bemme sind:

  • Scheibe (Brot)
  • Schnitte
  • Stulle

Weitere Bedeutung von Bemme

Durch einen Extra-3-Spot darüber, dass 60 Millionen Deutsche kein richtiges Ostdeutsch sprechen, verbreitete sich der Ausdruck „Fettbemme“ stark.

„Fettbemme“ ist ein Kino in Teicha.

Die Ausdruck „Fettbemme“ wird auf T-Shirts gedruckt im Internet verkauft. Teils auch in der Sprachvariante „Feddbämme“.

„John Bemme“ ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.

„Bemme“ ist eine verbreitete umgangssprachliche Bezeichnung für breite Autoreifen oder Motoradreifen.