Was bedeutet „Gender Shift“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Bezeichnung „Gender Shift“ ist die Umbenennung und gesellschaftliche Weiterentwicklung des ursprünglichen Terminus „Female Shift“. Während sich die Bezeichnung des Female Shift ausschließlich auf den weiblichen Teil der Gesellschaft bezieht, inkludiert Gender Shift nun vice versa auch die Männer der Gesellschaft gleichermaßen, die heute auch die bisweilen eher frauentypischen Merkmale annehmen.

Während Female Shift zunächst den Wandel einer männerdominierten Gesellschaft beschrieb, der sich dadurch kennzeichnete, dass traditionelle Geschlechterrollen in der Alltags- und Berufswelt aufgelöst werden und auch Frauen abseits des Familienlebens berufliche Karrieren anstreben, inkludiert die Bezeichnung Gender Shift nun auch alle soziologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die dazu führen, dass sich Männer ebenfalls in bislang eher weiblich konnotierten Geschlechterrollen wiederfinden.

Gender Shift: Geschlechterrollen sind nicht mehr verbindlich und Übergänge fließend

Gender Shift ist ein Trend, dem in der heutigen Zeit eine besondere Bedeutung zukommt. Frauen, die übrigens in der heutigen Zeit einen im Vergleich zur Männerwelt durchschnittlich höheren Schulabschluss erlangen, streben berufliche Karrieren an und nehmen Führungspositionen ein.

Doch auch die eher weiblich geprägten Gesellschaftsmuster lösen sich mehr und mehr auf, indem auch Männer gemeinsame Zeit mit der Familie und den Kindern einfordern. Längst gilt es als nicht mehr gesetzt, dass ausschließlich die Frau zuhause bleibt und der Mann als Ernährer der Familie gilt und in Vollzeit arbeitet.

Schauen wir auf die zurückliegenden 30 Jahre zurück, stellen wir fest, dass vor allem in den OECD-Ländern eine weibliche Bildungsrevolution stattfand. Junge Frauen machen 55 Prozent der Schulabsolventen mit Allgemeiner Hochschulreife aus.

Auch der Anteil der weiblichen Studierenden steigt anhaltend und macht von ehemals weniger als 20 Prozent der Absolventen heute mehr als die Hälfte aus. Auch in vielen Schwellenländern ist dieser Vorgang der weiblichen Bildungsdominanz zunehmend festzustellen.

„Neue Männer“ im Gender Shift

Die Weiterentwicklung der Bezeichnung Female Shift zu dem Begriff Gender Shift impliziert, dass nicht nur der Einfluss der Frauen in der Gesellschaft und im Berufsalltag stetig zunimmt. Zwangsläufig ist diese Verschiebung und Auflösung von Geschlechterrollen auch mit einer Änderung der Geschlechterrolle des Mannes verbunden.

Studien belegen, dass die Erwartungen an den „neuen Mann“ in der Gesellschaft der 2020er Jahre steigen und völlig andere sind als noch vor 15 Jahren. Männer müssen sich zunehmend auch an weiblichen Kriterien und an Ansprüchen messen lassen, die zunächst ausschließlich den Frauen zugeschrieben worden sind. Verbunden ist mit diesen neuen Ansprüchen auch die Forderung eines ästhetischen Gespürs. In der Literatur ist in diesem Zusammenhang von „Softing“ und „Verweiblichung“ die Rede.

Großer Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit in der Männerwelt

Der Anteil derjenigen Männer, die vermehrt Zeit mit den Kinder und der Familie verbringen möchten, steigt. So ist beispielsweise festzustellen, dass vielerorts mehr als 80 Prozent einen Antrag auf Teilzeitarbeit stellen, um das Mehr an Zeit der Familie zur Verfügung stellen zu können.

De facto liegt der Anteil an teilzeitarbeitenden Männern aber gerade einmal bei rund 15 Prozent. Nicht nur privat werden Männer an bislang weiblich konnotierten Kernkompetenzen gemessen: Auch im Beruf wird ihnen ein hohes Maß an Sozialkompetenz abgefordert. Kommunikatives Gespür, Ausdrucksvermögen und Teamfähigkeit werden verstärkt gefragt und zu einem neuen Erfolgskriterium für männliche Führungspersönlichkeiten.

Gender Shift in der Liebe

Der Gender Shift hat nicht zuletzt auch Auswirkungen auf das partnerschaftliche Leben. Aromantische Partnerschaften gehören in der heutigen Gesellschaft ebenso zum soziologischen Kosmos wie beispielsweise polyamoröse zwischenmenschliche Beziehungen.

Polyamorie wird in den Vereinigten Staaten bereits als Trend beschrieben, ist aber in den modernen Ländern noch immer weit entfernt von einer vollumfänglichen gesellschaftlichen Akzeptanz.

Gleichzeitig lässt sich feststellen, dass sich das äußerlich typische Erscheinungsbild von Männern und Frauen in Anbetracht dieser Enwicklungen auch in hetero Beziehungen merklich wandelt: Männer, die nicht nur erzieherische Aufgaben wahrnehmen, sondern auch auf ihr Äußeres achten, prägen ebenso den Zahn der Zeit gleichermaßen wie Frauen, die aus unterschiedlichsten Gründen in das bislang eher typisch männliche Erscheinungsbild schlüpfen.

Gender Shift als Auslöser für gesellschaftliche Diskussionen

Wirft man einen Blick auf die Generation Y, die die Forderung nach einer ausgewogeneren Work-Life-Balance stellt, stellt man unweigerlich fest, dass diese als eine Folge der Gender Shift Bewegung zu werten ist.

Gesellschaftlich führen Generationsdifferenzen zu vermehrten Diskussionen – und das nicht nur im Familienalltag: Während betagte Führungskräfte noch immer ein Verfechter der einst gesellschaftlich etablierten Geschlechterrollen sind, befinden sich insbesondere die jüngeren Mitarbeiter in einer Art Generationen-Clash, der sich durch eine völlige Veränderungen der Anforderungen im Alltag und im Familienleben deutlich macht. Verständnisschwierigkeiten und Konflikte sind die häufige Folge eines insgesamt verschärften Anforderungsprofils in der Männerwelt.

Gender Shift der Männer als Spiegel des Female Shift

Für die Frauenwelt liegen weitreichende Veränderungen noch gar nicht so lange zurück: Als in den 80er Jahren karrierefokussierte Frauen in Erscheinung traten, reichte es längst nicht mehr aus, gut auszusehen und den Haushalt verlässlich zu führen.

Die Verlagerung von Aufgabenbereichen beruflichen und familiären Umfeld ist gewissermaßen eine unweigerliche Konsequenz, die sich nun in einem völlig neuen Anforderungsprofil an die Männerwelt widerspiegelt.

Was ist der Gender Health Gap? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Gender Health Gap“ bezieht sich auf die unterschiedliche medizinische Behandlung von Männern und Frauen und ist ein wichtiger und zu beachtender Aspekt in der modernen Medizin, der immer mehr Beachtung erhält.

Was ist der Gender Health Gap? Bedeutung, Definition, Erklärung

Biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau, ob körperlich oder psychisch, sind klar erwiesen und anerkannt. Männer haben einen anderen Stoffwechsel als Frauen, andere Hormone, andere Körpergrößen und andere Muskel-, Fett- und Knochenmasse. Diese Andersartigkeit lassen Männer anders erkranken als Frauen.

Auch die dem Körper eigenen Sexualhormone wie Östrogen bei Frauen und Testosteron bei Männern spielen eine große Rolle bei Erkrankungen, aber auch bei der Behandlung dieser durch Medikamente.

Beispielsweise läuft die Verarbeitung von einigen Stoffen im Körper einer Frau langsamer ab, die Verarbeitung anderer Stoffe wiederum schneller als dies bei Männern der Fall ist. Bezogen auf Medikamente ist also zu beachten, dass die Dosierungen bei Männern und Frauen unterschiedlich angepasst werden muss, um die gewünschten Wirkungen zu erzielen.

Gender Health Gap: Unterschiedliche Krankheitssymptome und Behandlung bei Männern und Frauen

Ein und dieselbe Erkrankung kann bei Männern und Frauen zu sehr voneinander abweichenden Symptomen führen, was das Stellen einer richtigen Diagnose und die Wahl der korrekten Behandlungsform für Mediziner erschwert.

So ist das Risiko für Frauen erhöht, an einem Herzinfarkt zu versterben, da selbst Mediziner als Hauptsymptome die für Männer relevanten kontrolliert. Das allseits bekannte Stechen in der Brust und der Schmerz, der in den Arm ausstrahlt, kommt nur beziehungsweise hauptsächlich bei Männern vor. Symptome bei Frauen sind eher starke Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Schweißausbrüche, unerklärliche Müdigkeit oder Schmerzen im Oberbauch. Somit landen Frauen häufig erst viel später im Krankenhaus aufgrund eines Herzinfarktes.

Auch bei psychischen Erkrankungen gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Frauen erkranken, so sagt man, beispielsweise häufiger an Depressionen, Männer häufiger an ADHS. Dies stimmt jedoch nicht ganz, denn Männer und Frauen zeigen zum Teil nur andere Symptome als das jeweils andere Geschlecht. Manche Symptome sind dominanter und andere dezenter in der Ausprägung, so dass deutlich seltener Mädchen mit ADHS diagnostiziert werden als Jungen, jedoch Frauen schneller mit einer Depression als Männer.

Ursache für den Gender Health Gap

Die tatsächliche Ursache für den Gender Health Gap liegt nun genau in dieser Art der Gleichbetrachtung der Geschlechter, obwohl signifikante Unterschiede bestehen. So werden Studien zur Einführung neuer Medikamente und anderer medizinischen Produkte häufig an hauptsächlich männlichen Probanden durchgeführt. Auch bei Tierversuchen werden im Grunde fast nur männliche Mäuse, Ratten etc. gewählt.

Begründet wird dies mit den hormonellen Schwankungen bei Probandinnen beziehungsweise weiblichen Versuchstieren, die die Teilnahme an Studien stören oder sogar unbrauchbar machen würden. Dies ist eine Argumentation, die in der Folge für Frauen Nachteile nach sich ziehen kann, da Wirkstoffe, die nur an Männern getestet wurden, bei Frauen ganz anders wirken können.

So kann eine Dosierempfehlung für ein Medikament, die an einen männlichen Patienten orientiert ist, für Frauen gar keine Wirkung haben, weil sie zu niedrig dosiert ist. Oder aber es ist eine viel zu hohe Dosierung, die starke Nebenwirkungen oder sogar eine Verschlimmerung bis hin zum Tod nach sich ziehen kann.

Es gibt auch Medikamente, die geschlechtsspezifisch sind, das heißt, die nur für Frauen oder nur für Männer bestimmt sind. Hier ergibt es wenig Sinn, diese am jeweils anderen Geschlecht zu testen.

Inzwischen hat die Medizin dieses Problem des Gender Health Gap erkannt und auch in der Politik wird man sich dessen immer bewusster. Seit einiger Zeit gibt es beispielsweise eine EU-Richtlinie, die besagt, dass bei klinischen Studien Probanden auch nach dem Kriterium auszuwählen sind, wie häufig die betreffende Krankheit beim jeweiligen Geschlecht auftritt.

Was bedeutet „Gender Bender“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Gender Bender kommt aus dem Englischen und bedeutet, dass jemand nicht den sozialen Erwartungen an Geschlechterrollen entspricht. Das mittlerweile auch im Deutschen verwendete Wort „Gender“ bezeichnet dabei das „soziale Geschlecht“ in Abgrenzung zum „biologischen Geschlecht“. Bender leitet sich vom englischen Verb „to bend“ ab, was „biegen“ oder „beugen“ bedeutet.

Ein*e so genannte*r Gender Bender*in ist also eine Person, die das soziale Geschlecht biegt oder beugt, das heißt: mit dem Geschlecht verbundene gesellschaftliche Rollenerwartungen durch Nonkonformität unterläuft und gegebenenfalls erweitert. Das kann auf verschiedene Arten passieren. Vor allem die Kleidung kann Gender Bending deutlich sichtbar markieren.

Gender Bending mit Kleidung: wie die Hose auch für Frauen normal wurde

Klassische Formen, Geschlecht und damit verbundene Normen und Erwartungshaltungen zu unterlaufen und damit aufzuweichen, sind Cross-Dressing und Drag. Beim Cross-Dressing werden typischerweise als weiblich betrachtete Kleidungsstücke von Männern getragen – oder auch männlich konnotierte Kleidung von Frauen. Ein fast schon historisches Beispiel, wie die Praxis des Gender Bendings funktioniert und ursprünglich mit einem spezifischem Gender verbundene Kleidungsstücke für alle verfügbar machte, ist die Hose.

Bis weit in das 19. und teilweise bis in das 20. Jahrhundert waren Hosen Männern vorbehalten. Heute tragen – zumindest in der „westlichen“ Welt – auch Frauen selbstverständlich Jeans oder andere Hosenarten. Auch Hosenanzüge gehören im geschäftlichen Alltag zu den normalen Dresscodes für Frauen. Die ersten Frauen, die Hosen trugen statt Röcken und Kleidern, waren gender benders (oder deutsch: Gender Benderinnen), weil sie sich „nicht weiblich“ kleideten. Heute ist dieser Kleidungsaspekt des weiblichen Genders nahezu vollständig gebeugt worden.

Drag: die Kings und Queens des Gender Bendings

Anders herum gilt es immer noch als nicht normal – oder sogar unnatürlich – wenn Männer Röcke oder Kleider tragen. Eine besonders deutliche Form des Gender Bendings, die über Kleidung hinaus geht, ist Drag. Ursprünglich stammt der Begriff von Shakespeare und ist eine Abkürzung für „dressed as a girl“ anhand der Anfangsbuchstaben. Dieses „d.r.a.g.“ notierte Shakespeare als Regieanweisung, wenn in den Theaterstücken weibliche Rollen vorgesehen waren. Die Betonung, dass die Person, die die Rolle spielt, als Mädchen (beziehungsweise Frau) verkleidet sein sollte, war notwendig, weil nur männliche Schauspieler am Theater erlaubt waren. (Dass es diese diskriminierende Regel an englischen Theatern nicht mehr existiert, ist auch ein Beispiel für erfolgreiches Gender Bending.)

Heute steht Drag dafür, dass Menschen in meist bewusst übertriebener Form sich einem anderen Geschlecht entsprechend kleiden und verhalten. Männer, die als Frauen gekleidet und geschminkt auftreten, nennen sich Drag Queens. Umgekehrt gibt es auch Drag Kings, also Frauen, die dem männlichen Geschlecht zugeschriebene Merkmale als Kostüm tragen und in Performances darbieten. In der Regel handelt es sich bei diesen Performances um liebevolle Zurschaustellungen von Geschlechter-Klischees.

Drag überspitzt Optik und Eigenschaften, die dem Geschlecht zugeschrieben werden und verdeutlicht dadurch performativ, dass es nicht ausschließlich die biologischen Merkmale sind, die Geschlecht ausmachen. Insofern ist beispielsweise ein Drag King ein sehr offensiver Gender Bender, Drag allgemein eine extreme Form des Gender Bendings.

Gender Bender subtil: Androgynität im Alltag

Durch den starken Rückgriff auf Gender-Rollenklischees ist allerdings fraglich, ob und wie Drag diese auch aufweicht im Sinne des Gender Bendings. Eine subtilere, aber vielleicht wirkungsvollere Art, Gender zu biegen und zu beugen wie in der Bedeutung des Begriffs Gender Bender impliziert, ist Androgynität.

Androgynität heißt, dass „beide“ Geschlechter vereint sind. Ursprünglich aus dem Griechischen stammend, bezeichnet der Begriff verschiedene Phänomene, in denen Männlichkeit und Weiblichkeit kombiniert und vermischt – oder die Grenzen zwischen beiden komplett verwischt sind. Mit dem Adjektiv „androgyn“ beschreibt man entsprechend Personen, die Eigenschaften und Merkmale verschiedener Geschlechter vereinen und nicht klar einem Geschlecht oder Gender zugeordnet werden können.
Auch Mode kann „androgyn“ sein, etwa wenn Kleidung statt explizit für Männer oder Frauen als genderneutrale Kleidung gestaltet wird. Auch wenn das Modedesign innerhalb der Männermode ursprünglich eher mit weiblicher Kleidung assoziierte Elemente verwendet und Männer dies auf dem Laufsteg oder im Alltag tragen, entsteht oft der Effekt einer androgynen Optik. So muss ein Gender Bender kein Cross-Dresser sein, sondern kann auch durch kleinere Abweichungen vom normalen Kleidungsstil die gesellschaftlich zugeschriebenen Grenzen des Geschlechts erweitern.

Nonbinarität, trans, inter und Diversität

Gender Bender gibt es aber nicht nur im oberflächlichen Sinne der Mode. Der Begriff Gender Bender geht auch viel weiter. Viele Menschen identifizieren sich nicht mit einem der beiden üblicherweise vorausgesetzten Geschlechter: männlich oder weiblich – und lehnen das Konzept der Zweigeschlechtlichkeit ab. Tatsächlich werden Menschen auch in rein biologischen Kategorien nicht immer eindeutig als männlich oder weiblich geboren. Haben Menschen biologische Merkmale beider Geschlechter, wird das Adjektiv „inter“ verwendet. Inter Personen sind insofern natürliche Gender Bender, weil sie – völlig ohne das selbst aktiv zu wollen oder hervorzuheben – die tradierten Vorstellungen von Geschlecht erweitern.

Nicht zuletzt weil es selbst unter rein naturwissenschaftlichen Kategorien keine eindeutige Unterscheidung zwischen ausschließlich zwei Geschlechtern gibt, lehnen viele diese Binarität der Geschlechter generell ab. Menschen, die sich nicht mit dem angeborenen biologischen Geschlecht identifizieren, bezeichnen sich mit dem Adjektiv „trans“ und biegen und beugen die Grenzen der Geschlechter häufig nicht nur wie klassische Gender Bender, sondern überschreiten sie sogar.

Menschen, die die sich als „nonbinär“ identifizieren und die Binarität der Geschlechter komplett ablehnen, sind gewissermaßen die Speerspitze des Gender Bendings, indem sie vorweg nehmen, worauf Gender Bender implizit abzielen: die gesellschaftlichen Grenzen der Geschlechter so weit zu biegen und beugen, bis sie überwunden sind. Ein Vorwurf gegenüber Gender Bendern ist auch, dass sie die Unterschiede von Frauen und Männern komplett nivellieren wollen würden. Meistens geht es Gender Bendern allerdings nicht um ein solches Ziel, sondern lediglich darum, die als zu eng empfundenen Schubladen, die die Gesellschaft für Jungen und Mädchen bereit halten, zu vergrößern und offener zu gestalten.

Genderneutrale oder geschlechtsneutrale Vornamen: Liste


Wer sich für einen geschlechtsneutralen Vornamen samt Bedeutung für sein Kind interessiert, kann sich einmal die nachfolgende Liste ansehen.

Genderneutrale oder geschlechtsneutrale Vornamen: Liste

Alex – Dies ist eine Kurzform der Vornamen Alexandra oder Alexander.

Adrian – Hier handelt es sich ursprünglich um einen Vornamen für Jungen. Seit den 1950ern wird er vornehmlich in Amerika auch für Mädchen benutzt.

Alexis – Das ist eigentlich ein männlicher Vorname, doch ist im englischsprachigen Raum auch bei Mädchen geläufig.

Chris – Diese Kurzform mit der Silbe Christ kann beispielsweise Christine oder Christoph bedeuten.

Dominique – Das ist die französische Variante des Vornamens Dominik, doch auch Mädchen bekommen diesen Namen.

Dana – Der Name ist eine polnische Abwandlung von Danuta oder Daniela.

Erin – Dies ist in der Regel ein für Mädchen gebräuchlicher Vorname, wird auch für Jungen gebraucht.

Elia – Elia ist die Abkürzung des Vornamens Elias. Gern wird er auch als Kosenamen für Ellen verwendet.

Florin – Hierbei handelt es sich um eine Kurzversion von Florine, Floriane oder Florian.

Finn – Finn ist normalerweise eine schwedische Namensform für eine finnische Person oder eine englische Variante von Fionn, einem irischen Vornamen.

Gerrit – Gerrit hat einen friesischen Ursprung und steht für den männlichen Vornamen Gerhars oder den weiblichen Vornamen Geralde.

Gabriel – Gabriel kann im englischsprachigen Raum auch für Mädchen verwendet werden, allerdings kommt das recht selten vor.

Harper – Das ist ein altenglischer Vorname, der zwar für beide Geschlechter benutzt werden kann, doch vorwiegend für Jungen gebraucht wird.

Janis – Janis steht in verschiedenen Ländern für Johannes oder für Johanna.

Jamie – Jamie ist eine Koseform des Namens Jacob oder die schottische Variante für James. Auch Mädchen heißen Jamie.

Jule – Jule ist eine weibliche Form von Juliane, Juliana oder Julia sowie eine männliche Form von Julius oder Julian.

Kelly – Dieser Name wird Mädchen und Jungen gegeben. Der Ursprung ist tatsächlich männlich.

Kay – Kay ist in Deutschland meist ein männlicher Vorname. Mädchen können ihn ebenfalls tragen, doch das ist noch selten.

Kim – Dies ist die englische Kurzvariante von Kimball oder Kimberly. In Skandinavien und Russland ist es eine Koseform von Joakim oder Joachim.

Lovis – Lovis ist im deutschen Sprachgebrauch ursprünglich für Jungen in Gebrauch, doch die skandinavischen Länder, vor allem Schweden, verwenden Lovis auch für Mädchen.

Luan – Als weibliche Form zieht der Vorname Luan die Namen Lou sowie Ann zusammen. In Albanien ist es ein Vorname für Jungen.

Luca – Luca heißen in Italien oder Deutschland viele Jungen, doch auch Mädchen können so genannt werden.

Maxi – Das ist eine Abkürzung für Maximiliane oder Maximilian.

Marian – Dies ist eine Kurzvariante für den lateinischen Namen Marianus. Er ist selten für Mädchen in Gebrauch.

Mika – Mika heißen finnische Männer. Der Vorname ist eine Verkürzung des Namens Michael.
In Amerika und Japan werden nur Mädchen Mika genannt. Im östlichen Europa ist der Name eine Abkürzung für Mikaela.

Noah – Das ist ursprünglich ein Vorname für Jungen, gelegentlich werden auch Mädchen Noah genannt.

Nicola – Nicola ist ein italienischer Männername, der für Nikolaus steht. Im skandinavischen, deutschen und englischem Sprachraum ist Nicola auch ein Frauenname.

Robin – Robin ist innerhalb Europas in der Regel ein männlicher Name. In Amerika heißen auch Frauen so.

Sascha – Sascha wird meist für Jungen gebraucht, doch im englischen und deutschen Sprachraum werden Mädchen ebenfalls Sascha genannt.

Sidney – Diesen Vornamen tragen Männer und Frauen im englischen Sprachraum.

Sam – Sam ist eine englische Koseform für Samantha oder Samuel.

Tomke – Tomke ist ein geschlechtsneutraler Vorname in Friesland, doch meist heißen Mädchen so.

Tjorven – Hier handelt es sich meist um einen Vornamen für Mädchen, der wahrscheinlich aus Schweden stammt.

Toni – Toni steht kurz für Antonia oder Anton.

Genderneutrale Vornamen werden immer beliebter, obwohl es nicht allzu lange her ist, dass solche Vornamen mit Missfallen betrachtet wurden. In der Regel waren die Eltern angehalten, einen weiteren eindeutig dem Geschlecht zuzuordnenden Vornamen auszuwählen. Im Jahr 2008 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass Eltern grundsätzlich den Vornamen frei wählen können, ohne dass das Kindeswohl zu beeinträchtigen.

Viele geschlechtsneutrale Vornamen weisen auf eine internationale Herkunft hin. Viele bei uns beliebte In einigen Fällen handelt es sich um Kurzformen, die sowohl weiblich als auch männlich sein können. Manche Vornamen kommen aus diversen Kulturkreisen und Sprachen. In einer Sprache kann ein Name eine völlig andere Bedeutung als in einer anderen besitzen.

Was bedeutet „Hepeating“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Wenn ein Mann den Ruhm einstreicht, der eigentlich einer Frau gebührt, dann ist die Rede von „Hepeating“. Gerade in den Wissenschaften war das früher gang und gäbe. Aber auch noch heute ist Hepeating traurige Realität.

Was bedeutet „Hepeating“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Sexistisches Verhalten in unseren noch immer von Männern dominierten Gesellschaften füllt ein kleines Universum. In der Konsequenz mussten Begriffe wie „Manspreading“ oder „Mansplaining“ die Runde machen und ihren Bekanntheitsgrad in die Welt hinaus tragen. Inzwischen gehört „Hepeating“ in diesen Wortreigen. Damit der Begriff möglichst vielen Menschen geläufig wird, möchten wir die Hintergründe etwas erklären.

Die „Probleme“ der Feministinnen werden von vielen gern verniedlicht. Dazu gehört auch all das, was sich hinter dem Begriff Hepeating verbirgt. Gemeint ist hiermit ein Phänomen, das unzählige Frauen gut kennen, aber bisher nicht griffig bezeichnen konnten. Das beste Beispiel dafür ist eine von einer Frau geäußerten guten Idee, die ein Mann unmittelbar aufgreift und lautstark, vielleicht mit geringfügig abgewandelten Worten und fester Stimme wiederholt, um dafür den Beifall der Gruppe einzuheimsen.

Hepeating ist die Kurzform von „er wiederholt“

Nicole Gugliucci ist Physikerin am Anselm College im englischen Manchester. Sie hat die Begriffsbildung so auf Twitter vorgeschlagen. Es war die immer wieder wahrgenommene Situation der ignorierten Idee einer Frau, wobei die gleiche Idee dann doch Zuspruch erhielt, wenn sie von einem Mann ausgesprochen wurde, die Nicole Gugliucci zu diesem Schritt veranlasst hat.

Was in den modernen, demokratischen, westlichen Gesellschaften sprachlich en vogue ist und was als totales No-Go gilt, wird schon seit etlichen Jahren an den amerikanischen, aber auch an den altehrwürdigen englischen Elite-Universitäten entschieden. Die neuen feministisch geprägten Begriffe wie Hepeating ordnen sich hier geradezu nahtlos in einer bereichernden Weise ein.

Ihr Tweet jedenfalls wurde schon circa 208.000 Mal „geliked“ und über 65.000 Mal geteilt. Offenbar hat Hepeating vor allem bei Frauen einen blank liegenden Nerv getroffen. Die Wortschöpfung passt gut in eine ganze Reihe ähnlicher Neologismen, die gerade in letzter Zeit eine gewisse Prominenz erfahren haben.

Da ist zum Beispiel das „Mansplaining“: Ein Mann erklärt einen Sachverhalt in einer arroganten Weise, die durchscheinen lässt, dass die zuhörenden Frauen überhaupt keine Ahnung vom Thema haben (können). Ein weiterer Begriff dieses Genres ist „Manspreading“. In diesem Fall geht es um übergriffiges Ausbreiten von Männern in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Hepeating: Frauen haben es schwerer

Tatsächlich haben viele Frauen nach wie vor Probleme mit jenen Situationen, in denen sie ihre Ideen oder Arbeiten vor größeren Gruppen von Kollegen einschließlich Vorgesetzten vorstellen sollen. Der Zeitgeist verlangt heute lautstarkes, zuweilen übertrieben selbstbewusstes Auftreten, um überhaupt wahr- beziehungsweise ernstgenommen zu werden. Auf der anderen Seite werden Frauen, die sich deshalb des „Alphamännchen-Verhaltensrepertoires“ bedienen, als unangenehm und viel zu aggressiv abgestempelt. In der Konsequenz halten sich die meisten Frauen lieber bescheiden zurück.

Eine Studie an der Universität Yale hat sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Darin wird aufgezeigt, dass männliche Manager, die ständig ihre Meinung in den Vordergrund drängten, Kompetenzwerte erhielten, die im Durchschnitt zehn Prozent hoher ausfielen als jene der etwas ruhigeren Kollegen. Doch Frauen, die in ähnlicher Weise relativ dominant auftraten, bekamen mit Blick auf ihre Kompetenz Punktabzüge um gleich 14 Prozent.

Durchaus vergleichbar fielen die Ergebnisse einer Studie an der University of Pennsylvania aus. Hier ging es um die Bewertung von Ideen, die in Firmen höhere Umsätze generierten. Männliche Mitarbeiter, die diesbezüglich erfolgreich waren, wurden durch ihre Vorgesetzten sehr gut bewertet. Dagegen bekamen Frauen, die Gleiches vorweisen konnten, keine Höherbewertung.

Hepeating: Frauen werden anders wahrgenommen

Hepeating macht exakt dieses Phänomen deutlich. Gewiss besteht immer die Gefahr, dass der Begriff von so manchem Anwender zu weit gefasst oder zu ungenau verwendet wird, so, wie es auch beim Mansplaining oftmals passiert. Dies ist aber insofern nicht so schlimm, weil solche Begriffe dabei helfen, überhaupt erst einmal ein Problembewusstsein, was die Wahrnehmung von Frauen anbelangt, auszuschärfen.

Gendern mit „ens“: Pronomen, Erklärung, Bedeutung, Definition


Das Gendern mit „ens“ geht auf eine Idee von Profex. Lann Hornscheidt (divers) zurück und wurde von Hornscheidt und Ja’n Sammla im Sachbuch „Wie spreche ich divers? Wie schreibe ich gendergerecht?“ Anfang 2021 im Eigenverlag w_orten & meer publiziert. Zum Grundverständnis: Im Sinne dieser Idee kann in diesem Artikel Profex. Lann Hornscheidt nicht mit „er“ oder „sie“ benannt werden, was den Sprachfluss möglicherweise erschwert.

Gendern mit „ens“: Pronomen, Erklärung, Bedeutung, Definition

Die Silbe „ens“ repräsentiert den Mittelteil aus „Mensch“ und könnte daher eine universelle Endung für Menschen jeder Geschlechtsidentifikation sein. Beispiele für das Gendern mit „ens“ wären:

  • Aus Student oder Studentin wird universell „Studens“.
  • Aus Leserin oder Leser wird universell „Lesens“, aus Hörer oder Hörerin dementsprechend „Hörens“.
  • Das universelle Pronomen heißt „ens“. Damit wird aus „sein Buch“ oder „ihr Buch“ die universelle Form „ens Buch“.
  • Der bestimmte Artikel heißt „dens“. Damit wird aus „der Vater“ ein genderfreier „dens Vater“, die genderfreie Mutter heißt „dens Mutter“, konsequenterweise heißt dann auch „der Baum“ in Zukunft „dens Baum“.
  • Der unbestimmte Artikel lautet „einens“. „Ein Baum“ heißt dann „einens Baum“.

Profex. Lann Hornscheidt nennt diese Sprache genderfrei und schaffte es mit der Publikation immerhin bis in die Tagesthemen der ARD.

Gendern mit „Ens“: Intention von Profex. Lann Hornscheidt und Ja’n Sammla

Die Intention der Autoren (in deren Eigenverständnis: dens Autorens) lautet: Wie lassen sich Menschen universell ansprechen? Wie müsste eine grundsätzlich genderfreie Sprache aussehen? Wie könnten Texte, Nachrichten, Formulare und Gespräche formuliert werden, damit sich auch diverse Personen angesprochen fühlen? In welchen Formen könnten genderneutrale Anreden, Begrüßungen und die tägliche Kommunikation stattfinden? Wie ließen sich Verwandtschaftsverhältnisse ohne den Aufruf des Geschlechts benennen? Das Buch von Hornscheidt und Sammla beantwortet diese Fragen mit konkreten Formulierungsvorschlägen und zahlreichen Beispielen. Insgesamt zählt es 100 verschiedene Alltags- und Berufssituationen auf. Das wissenschaftliche Niveau ist hoch, auch wenn das Sachbuch allgemeinverständlich geschrieben wurde. Profex. Lann Hornscheidt forscht zu den beiden Themen Sprache und Diskriminierung und hatte zwischen 2009 und 2017 einen Lehrstuhl an der Berliner Humboldt-Universität inne (Sprachanalyse und Gender Studies). Dort prägte Hornscheidt ab 2015 für sich die Anrede „Profex.“ anstelle von Professor oder Professorin. Mit der Publikation zur genderfreien Sprache wollen Hornscheidt und Sammla die Debatte um das Gendern ergänzen. Bislang wurde dabei ein wesentlicher Aspekt vernachlässigt, so die Autoren: Gegenwärtig hebt Gendern in der Form von „Leser*in“ nur die Präferenz für das männliche oder weibliche Geschlecht auf, berücksichtigt aber nicht Menschen, die sich als divers (weder Mann noch Frau) verstehen. Deren Anteil an der Bevölkerung wird mit Stand 2021 auf ~0,2 % geschätzt.

Diskussion um das Gendern mit „ens“

Wegen des relativ geringen Anteils der Betroffenen, für die das Gendern mit „ens“ wirklich bedeutsam wäre, wurde Profex. Hornscheidt angefeindet. Der Diskurs findet von der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen eher in akademischen Kreisen statt, und zwar selbst für die Fälle, wo es nur um die Unterscheidung männlich/weiblich geht. Der Duden kündigte 2020 für seine Onlineausgabe an, Wörter wie „Professor“ explizit als Bezeichnung für männliche Professoren zu definieren und die weibliche Form „Professorin“ gleichberechtigt zuzulassen, was bislang nicht der Fall war: Die Anrede „Frau Professor“ ist nach wie vor anzutreffen und wird auch in offiziellen Dokumenten verwendet. Eine diverse Form wie das von Hornscheidt gewählte „Profex.“ gibt es nicht. Immerhin begrüßen Sprachforscher – darunter auch Profex. Hornscheidt – die Dudenentscheidung, weil sie die vermeintliche Allgemeinmenschlichkeit der Männlichkeit aufhebt und damit neue Möglichkeiten der Sprache eröffnet.

Die Entwicklung zu diesem neuen Sprachverständnis verläuft generisch und wird teilweise juristisch begleitet, wenn auch nicht immer im Sinne der Verfechter einer gendergerechten Sprache. So urteilte der BGH im März 2018 gegen die Bankkundin Marlies Krämer, welche nicht als „Kontoinhaber“, sondern als „Kontoinhaberin“ angesprochen werden wollte. Die männliche Anrede, so die Richter am Bundesgerichtshof, verstoße auf relativ unpersönlichen Bankformularen nicht gegen das Gleichbehandlungsgesetz (Az.: VI ZR 143/17). Immerhin zeigt aber diese Auseinandersetzung auf höchster juristischer Ebene, dass es in der Gesellschaft gärt, und zwar generationenübergreifend: Die Klägerin Marlies Krämer war zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung 80 Jahre alt. Gleichzeitig zeigt dieses Urteil, dass sich das Gendern mit „ens“ wohl kaum durchsetzen dürfte, wenn es nicht einmal die Kontoinhaberin auf ein Bankformular schafft. Profex. Hornscheidt und Ja’n Sammla sind von der Idee der völlig geschlechterfreien Sprache dennoch überzeugt, wofür Hornscheidt in einem Interview mit der Berliner Zeitung dieses Argument anführte: Im Jahr 2018 führte Deutschland offiziell die Personenstandskategorie „divers“ ein. Hierzu müsse es nun auch eine sprachliche Umsetzung geben, so Hornscheidt. Alles andere würde die Menschen verunsichern.

Siehe: Genderneutrale Pronomen / Neopronomen-Liste

Rechtsvorschriften und Empfehlungen zur genderneutralen Sprache

Es gibt durchaus Rechtsvorschriften zur genderneutralen Sprache, nämlich unter anderem in Stellenausschreibungen: Seit dem 01.01.2019 ist in Deutschland bei der Angabe des gewünschten Geschlechts von Bewerbern die Formulierung „m/w/d“ (männlich/weiblich/divers) durch § 1 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) vorgeschrieben. Unternehmen, die das „d“ weglassen, riskieren eine Klage. Das Diskriminierungsverbot in Artikel 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention war schon länger so zu interpretieren, wurde aber juristisch praktisch nie so ausgelegt (jedenfalls sind keine Fälle bekannt).

Darüber hinaus gibt es Empfehlungen zur genderneutralen Sprache, und zwar in Deutschland vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Dieses gibt in unregelmäßigen Abständen sein „Handbuch der Rechtsförmlichkeit“ heraus, dessen letzte Ausgabe allerdings aus dem Jahr 2015 stammt (was Profex. Hornscheidt bedauert). Dieses Handbuch empfiehlt Formulierungen unter anderem für den offiziellen Schriftverkehr, die auch die geschlechtsspezifische oder -neutrale Ansprache behandeln. Nach der Auffassung von Profex. Hornscheidt hätte dieses Handbuch spätestens 2018 mit der Aufnahme des Personenstandes „divers“ ins deutsche Recht überarbeitet werden müssen.

Könnte sich das Gendern mit „ens“ durchsetzen?

Wie schon vorn erwähnt: Dies erscheint aus Sicht des Jahres 2021 sehr unwahrscheinlich. Profex. Lann Hornscheidt und Ja’n Sammla gaben ihr Buch im eigenen Verlag w_orten & meer heraus. Die Gründung eines Verlages und die Herausgabe eines Buches sind sehr unkomplizierte Vorgänge, jedermann kann so ein Unternehmen starten. Daher ist die angestoßene Diskussion um das Gendern mit „ens“ als interessanter Beitrag zu betrachten, der aber voraussichtlich in sprachlicher Hinsicht auf lange Sicht keine Konsequenzen haben wird.

Sprachen entwickeln sich nicht sehr schnell. Wenn sie in ihren Formulierungen gerechter werden, richten sie sich immer noch meistens an den Mehrheiten aus. Diese sind, wenn wir der oben zitierten Statistik glauben, zu 99,8 % Frauen oder Männer.

Was ist das generische Femininum? Bedeutung, Definition, Erklärung


Das generische Femininum meint die Bezeichnung für weibliche Personen und für gemischtgeschlechtliche Personengruppen im verallgemeinernden Sinne. Letzteres ist offiziell aber nur üblich, wenn es für die Feminina auch maskuline Gegenstücke gibt. Beispiele finden sich zuhauf bei den Berufsbezeichnungen: Busfahrerin/Busfahrer, Polizistin/Polizist, Klempnerin/Klempner.

Im Unterschied dazu gibt es die inhärent genetischen Feminina. Dabei handelt es sich um Bezeichnungen, die aus sich heraus feminin angelegt sind, wie etwa die Koryphäe, die Person, die Geisel oder die Lehrkraft. Diesen speziellen Feminina stehen keine Maskulinformen gegenüber. Semantisch, also inhaltlich haben sie keinen Bezug zu einem bestimmten Geschlecht. Deswegen müssen sie bei Bedarf durch Adjektive ergänzt werden: die männliche Person, die weibliche Lehrkraft. Ihnen werden auch keine Femininendungen (-in) angehängt. Wenn es also um die Problematik des generischen Femininums als geschlechtsneutrale Bezeichnung geht, sind die inhärent generischen Feminina davon nicht betroffen.

Es geht darum, Feminin- statt Maskulinformen geschlechtsabstrahierend zu verwenden. Normalerweise ist es in der deutschen Sprache gewohnheitsmäßig so geregelt, dass die maskuline Form einer Bezeichnung alle Menschen meint, auch wenn sie nicht explizit erwähnt sind. Das bekannteste Beispiel, das zur Erklärung immer wieder herangezogen wird, ist der Werbeslogan: „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“. Die Maskulinformen sollen, so zumindest die Argumentation, auch die weiblichen Ärzte und Apotheker ansprechen. Die Alternative wäre die generische Femininform: „Fragen Sie Ihre Ärztin oder Apothekerin“.

Worte im generischen Femininum: Beispiele

Tierbezeichnungen:

  • Die Biene
  • Die Ente (und der Erpel oder Enterich)
  • Die Fliege
  • Die Gans (und der Gänserich)
  • Die Katze (und der Kater)
  • Die Made
  • Die Maus (und der Mäuserich)
  • Die Ziege, die Zicke (und der Ziegenbock)

Familienbezeichnungen / natürliches Geschlecht:

  • Die Dame
  • Die Frau
  • Die Großmutter
  • Die Krankenschwester
  • Die Mutter
  • Die Oma
  • Die Tante
  • Die Tochter

Weitere Kategorien im generischen Femininum

  • Bäume (Die Erle, die Kastanie, die Eiche, die Kiefer, …)
  • Blumen (Die Tulpe, die Rose, …)
  • Zahlen (Die Eins, die Zwei, …)
  • Länder (Die Schweiz, die Türkei, die Arktis, die Antarktis, die Mongolei (Länder, die mit -ei enden))

Weitere Beispiele für das generische Feminina

  • Die Geisel
  • Die Hebamme
  • Die Person

Das generische Femininum in der Sprachwissenschaft

1984 schlug die feministische Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch zum ersten Mal vor, feminine Formen generisch zu verwenden. Sie fordert, für die Bezeichnung von Personen im generischen Sinne allein die Femininformen zu verwenden. Pusch spricht sich für die „totale Feminisierung“ der nächsten eintausend Jahre aus, als „Empathietraining“ für Männer. Zehn Jahre später wurde diese Idee verschiedentlich offiziell umgesetzt, beispielsweise vom Stadtrat von Buchholz in der Nordheide. Hier wurden 1994 in der Satzung nur noch weibliche Amts- und Funktionsbezeichnungen verwendet. Jetzt hieß es statt Ratsherren Ratsfrauen, auch wenn es sich dabei um Männer handelte. Etwa zwanzig Jahre später, im Jahr 2013, führten die Universitäten Leipzig und Potsdam die generischen Femininformen als Bezeichnungen offizieller Funktionen ein. Von da an waren mit Professorinnen, Dozentinnen oder Wissenschaftlerinnen auch die Männer gemeint. Eine innovative Herangehensweise, die nicht bei allen Männern gut ankam.

Als Reaktion auf die Verwendung generischer Feminina erklärte der Sprachwissenschaftler Hans-Martin Gauger 2013, dass sich dies gegen die Sprache stellen würde. Er meinte, dass das Wort „Lehrer“ für Lehrer und Lehrerinnen stehen könne, umgekehrt gelte dies aber nicht. Das Wort „Lehrerin“ könne nicht für Lehrer, sondern ausschließlich für Lehrerin stehen. 2018 bekräftigte Luise F. Pusch ihre Haltung zur Verwendung generischer Feminina. Außerdem enthalte das Femininum sichtbar auch das Maskulinum. „Lehrer“ sei in „Lehrerin“ deutlich enthalten. Pusch bezeichnet das Femininum als die Grundform. Das Maskulinum sei lediglich die Schwundform.

2020 argumentiert der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, dass der generische Gebrauch des Femininums aus sprachwissenschaftlicher Sicht ebenso wenig anerkannt ist wie der des Maskulinums. Keine der beiden Varianten ergibt sprachwissenschaftlich gesehen Sinn. Das jeweils andere Geschlecht ist zwar immer mitgemeint, muss aber immer mitgedacht werden. Diese Argumentation folgt der GfdS, der Gesellschaft für deutsche Sprache. Im August 2020 sprach sie sich gegen das generische Femininum aus. Diese Lösung sei ebenso wenig geschlechterneutral wie das generische Maskulinum. Es finde keine Gleichbehandlung der Geschlechter statt. Das jeweils andere Geschlecht würde nicht explizit angesprochen, sondern sei lediglich mitgemeint.

Abwechselndes Gendern

Das generische Maskulinum wurde bis Ende des 20. Jahrhunderts kaum beanstandet. Die Menschen waren die Sprache gewöhnt und die Mehrheit der Deutschen störte sich nicht daran. Erst mit dem Aufkommen des Feminismus wurde auch an dieser Gewohnheit gerüttelt. Mittlerweile gibt es verschiedene Lösungsansätze, wie die Sprache beiden Seiten, also Frauen und Männern, gerecht werden kann. Eine Idee ist das abwechselnde Gendern. In den letzten Jahren wurden immer wieder Bücher, zumeist Sach- oder Fachbücher veröffentlich, in denen wechselweise die maskuline und die feminine Sprachformen generisch verwendet werden. Ein Beispiel ist das „Kleine Etymologicum“ von Kristin Kropf, die je 60-mal wechselweise männliche und weibliche Pluralformen verwendet hat. Sie schreibt dazu: „Sie werden im Folgenden also auf Vorfahrinnen, Griechinnen, Lexikografinnen … stoßen, die alle Nicht-Frauen mitmeinen – und auf Ahnen, Goten und Sprachwissenschaftler, die die Nicht-Männer einschließen“ (Kristin Kopf, Das kleine Etymologicum. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Sprache, 2014, 11).
Eine andere Lösung entwickelte die Universität Leipzig, die 2013 in ihre Grundordnung feminine Bezeichnungen für offizielle Funktionen einführte. Beispiele: Gastdozentinnen, Vertreterinnen, Hochschullehrerinnen oder Gastprofessorinnen. Grammatisch feminine Personenbezeichnungen in der Grundordnung gelten für Männer und Frauen gleichermaßen. Allerdings können Männer ihre Amts- bzw. Funktionsbezeichnungen in maskuliner Form führen. Ähnlich regelte es 2013 auch die Universität Potsdam, die seither alle offiziellen Funktionsbezeichnungen im generischen Femininum führt, aber eine geschlechtsspezifische Anrede der Funktionsträger pflegt.

Veraltete sprachliche Gewohnheiten ändern

Beim generischen Maskulinum werden Frauen mitgemeint, wie etwa „Liebe Leser“ oder „Liebe Schüler“. Beim generischen Femininum ist es umgekehrt. Hier werden die Männer bei Formulierungen wie beispielsweise „Liebe Leserinnen“ oder „Liebe Schülerinnen“ mitgemeint. Im Grunde wird der Spieß umgedreht, um auf diese Weise eine neue Gewohnheit zu etablieren. Deswegen verwendet die Frauenzeitschrift „Brigitte“ seit Anfang 2020 stellenweise feminine Bezeichnungen wie etwa „Leserinnenreaktion“.

Dagegen sträuben sich vor allem die Männer. Sie fühlen sich schlichtweg nicht angesprochen. Ein Paradebeispiel für männliche Ignoranz in dieser Sache ist eine Twitter-Veröffentlichung von dem CDU-Politiker Friedrich Merz im April 2021. Er macht sich über die gendergerechte Sprache lustig, indem er auf Jahrzehnte alte Provokationen zurückgreift und präsentiert Folgendes: „Grüne und Grüninnen? Frauofrau statt Mannomann? Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Mutterland? Hähnch*Innen-Filet? Spielplätze für Kinder und Kinderinnen? Wer gibt diesen #Gender-Leuten eigentlich das Recht, einseitig unsere Sprache zu verändern?“.

Gesellschaftliche Themen werden immer ausgesprochen kontrovers diskutiert. Die Meinungen streben zum Teil extrem auseinander. Eine Mehrheit möchte am generischen Maskulinum festhalten, obwohl eine sprachliche Unsichtbarmachung von Frauen bedeutet. Sie halten daran fest, vermutlich ohne sich darüber bewusst zu sein, dass es sich dabei um eine diskriminierende Sprache handelt. Das grammatische Geschlecht (Genus) habe nichts mit dem natürlichen Geschlecht zu tun, so die Argumentation. Wenn es aber umgekehrt der Fall ist, fühlt sich eben diese Mehrheit nicht vom generischen Femininum angesprochen. Sprache lenkt die Wahrnehmung. Aus diesem Grund ist die sprachliche Gleichberechtigung von Männern und Frauen eine Grundbedingung, um eine Gleichbehandlung auch gesellschaftlich durchsetzen zu können. Frauen müssen sprachlich sichtbar gemacht werden.

Das generische Femininum in Gesetzestexten?

In den Medien wurde der Gesetzesentwurf des von Christine Lambrecht (SPD) weiblich geführten Bundesjustizministeriums im September 2020 heiß diskutiert. In dem Entwurf ging es um das geänderte Sanierungs- und Insolvenzrecht. Darin wurden die Personenbezeichnungen mehr als 600-mal in femininer Form gebraucht. Statt Gesellschafter hieß es Gesellschafterinnen, statt Gläubiger Gläubigerinnen und statt Schuldner Schuldnerinnen. Bei der Verwendung des generischen Femininums in der Pluralform ging es, zumindest offiziell, nicht um geschlechtergerechte Sprache. Die weiblichen Pluralformen wurden gewählt, weil die jeweiligen Referenzwörter weiblichen Geschlechts seien und eine grammatische Übereinstimmung hergestellt werden sollte. Es handele sich bei den behandelten Einrichtungen um juristische Personen, also beispielsweise eine Gesellschaft als Schuldnerin.

Das von Horst Seehofer (CSU) männlich geführte Bundesinnenministerium hat gegen den Gesetzesentwurf „aus rein formalen Gründen“ Widerspruch eingelegt. Tatsächlich wäre das generische Femininum verwendet worden, und das sei sprachlich nicht anerkannt, auch wenn ein bestimmter gesellschaftlicher Zustand gewünscht sei. Zudem bestünde die Gefahr, das Gesetz würde dann womöglich nur für Frauen gelten. Der Journalist Alan Posener fragt in seinem Kommentar: „Schuldner sind wir alle. Schuldnerinnen sind aber nur die Frauen? Weil das immer schon so war? Vieles war immer schon so, bis es dann anders wurde. Männer schafften, Frauen pflegten. Eine muss den Anfang machen“ (Alan Posener, Eine muss den Anfang machen, in: Zeit Online, 13. Oktober 2020). Das Bundesinnenministerium bestand darauf, dass die Personenbezeichnungen an das generische Maskulinum entsprechend den geltenden Regeln angepasst werden. Frauen wären dann mitgemeint bei Bezeichnungen wie Gesellschafter, Gläubiger oder Schuldner. Der Entwurf wurde anschließend umgeschrieben und im Oktober 2020 im Kabinett beschlossen.

Genderneutrale Pronomen in der deutschen Sprache: Liste, Übersicht


Die deutsche Sprache bietet verschiedene Möglichkeiten, entweder Geschlechter abzubilden oder sich geschlechtsneutral auszudrücken. Die deutsche Sprache ermöglicht es, Männer und Frauen oder alternativ beide Geschlechter direkt anzusprechen. Es gibt auch die Möglichkeit, geschlechtsneutral zu formulieren.

Welche genderneutralen Pronomen gibt es in der deutschen Sprache? Xier, Nin, Dey

Pronomen sind sogenannte Fürwörter. Es sind Ersatzwörter für Substantive. Es gibt verschiedene Arten von Pronomen, je nachdem in welcher Form sie ein Substantiv ersetzen sollen. Personalpronomen, Indefinitpronomen und die Interrogativpronomen sind zumindest teilweise genderneutral. Die meisten Pronomen können allerdings nicht genderneutral verwendet werden, denn sie beziehen sich auf eines der beiden Geschlechter. Das sind die Possessivprononen, Demonstrativpronomen, Relativpronomen, Reflexivprononen und ein Teil der Personalpronomen.

Aus diesem Grund mussten genderneutrale Pronomen erfunden werden. Wörter, die es in der deutschen Sprache noch nicht gab und die sich auf kein bzw. jedes Geschlecht beziehen können. In Deutschland wird gewohnheitsgemäß innerhalb eines binären Geschlechtersystems geschrieben, gesprochen und gedacht. Es gibt aber auch nichtbinäre, intergeschlechtliche Menschen. Menschen, die sich weder ausschließlich dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen, und es gibt Agender. Das sind Menschen, die sich geschlechtlich neutral oder geschlechtlos empfinden.

Genderneutrale Pronmen: xier, xie, nin, sier, sif, es, per oder dey

Damit auch diese Menschen in der deutschen Sprache berücksichtigt und nicht ausgeschlossen werden, wurden geschlechtsneutrale Pronomen entwickelt – beispielsweise xier, xie, nin, sier, sif, es, per oder dey. Es sind Fürwörter, die Nomen ersetzen. Statt eines Pronomens, das den Namen ersetzt, könnte allerdings der Name genannt werden. Diese Variante ist für Lesende oder Zuhörende auf Dauer allerdings etwas ermüdend. Wenn sich jemand Shadow nennt, könnte also immer von Shadow die Rede sein, zum Beispiel: „Heute kam Shadow zu spät zur Arbeit. Niemand weiß, welchen Grund Shadow hatte, zu spät zu kommen“. Mit dem neuen, genderneutralen xier-Pronom lautet der Satz: „Heute kam Shadow zu spät zur Arbeit. Niemand weiß, welchen Grund xier hatte, zu spät zu kommen“. Ein weiteres Beispiel für das xier-Pronomen statt eines Namens: „Ihre Sachen, seine Sachen und xiese Sachen werden gleich abgeholt“.

Auch viele neue, genderneutrale Pronomen können dekliniert werden. Es gibt Beispiele für diese Vorgehensweise: Die xier-Personalpronomen xier, xies, xiem, xien orientieren sich beispielsweise an den Interrogativpronomen wer, wessen, wem und wen. Ein Beispiel: „Xier holt xiesen Gitarrenkoffer. Xiese Mutter fragt xien, wann sie xiem beim Üben zuhören darf“. Die xier-Relativpronomen sind dier, dies, diem, dien. Der Wortstamm der Possessivpronomen lautet xies und wird in Abhängigkeit zu seinem Bezugswort dekliniert, beispielsweise „Xiese Sachen werden gleich abgeholt“. (Ausführliche Erklärungen zu den Deklinationen finden Sie hier.)

Genderneutrale Pronomen im Schwedischen und Englischen

Im Jahr 2015 wurde in Schweden offiziell das geschlechtsneutrale Personalpronomen „hen“ eingeführt und in das Standardwörterbuch der schwedischen Sprache (SAOL) aufgenommen. Zuvor gab es lediglich „han“ (er) und „hon“ (sie). Das Pronomen „hen“ gibt es tatsächlich schon seit den 1960er-Jahren, als Gegenentwurf auf die damals fast ausschließlich männlich geprägte Sprache.

Hen ist also ein konstruiertes, genderneutrales Pronomen für die 3. Person Femininum und Maskulinum. Erst um das Jahr 2000 herum wurde es von Transgender-Aktivisten wiederentdeckt. Fünfzehn Jahre später tauchte es vermehrt in Medientexten, in offiziellen Schriftstücken und auch in Gerichtsurteilen auf. Hen wurde allmählich Bestandteil der schwedischen Sprache und letztendlich in das SAOL aufgenommen.

Im Englischen gibt es schon seit dem 14. Jahrhundert eine Alternative zu „he“ und „she“: das sogenannte „singular they“ als genderneutrales Pronomen. Ein Beispielsatz lautet wie folgt: „This is my friend, Jack. I met them at work“. Zum singular they gehören auch die erweiterten Formen them, their, theirs und themselves. Ein Beispiel für die Verwendung des genderneutralen Pronomens: „Somebody left their bag in the office. Could you please let them know where they can get it?”

Das singular they gehört heutzutage zur modernen englischen Umgangssprache und wird als Beitrag zu einer geschlechtsneutralen Sprache akzeptiert. Im Jahr 2020 wurde „they“ auch von den meisten Stilhandbüchern als Personalpronomen akzeptiert. Das „they“ im genderneutralen Kontext wurde von der American Dialect Society im Jahr 2015 zum Wort des Jahres ernannt. Im Jahr 2020 sogar zum „Word of the Decade for the 2010s“.

Geschlechtsspezifische Formulierungen

Durch eine direkte Nennung können beide Geschlechter gezielt angesprochen werden. Alternativ wird die weibliche Form an die männliche angehängt und somit mitgedacht, was durch eine kurze Sprechpause auch sprachlich ausgedrückt werden kann. Geschlechtsspezifische Formulierungen können wie folgt ausgedrückt werden:

  • durch eine Beidnennung wie „Urlauberinnen und Urlauber“
  • durch das Splitting mithilfe des Schrägstrichs wie „Urlauber/innen“ bzw. „der/die Urlauber/in“
  • durch das Binnen-I, das im Wort großgeschrieben wird und die weibliche Endung anzeigt wie „UrlauberInnen“ oder „der/die UrlauberIn“
  • durch den Gender-Gap, ein Unterstrich wie in „die Urlauber_innen“ bzw. „der_die Urlauber_in“
  • durch das Gender-Sternchen wie in „die Urlauber*innen“ bzw. „der*die Urlauber*in“

Geschlechtsneutral auf die alte Weise

Wesentlich schwieriger wird es, genderneutral zu schreiben und zu sprechen. Die Deutschen tun sich damit immens schwer und die deutsche Sprache hat dafür bisher kaum Worte gefunden. Jedenfalls keine, die sich in der Umgangssprache durchgesetzt hätte. Gender- bzw. Geschlechtsneutral bedeutet, dass kein spezielles Geschlecht angesprochen wird. Eigens dafür wurden neue Worte erfunden und eingeführt. Noch werden die umständlichen Umschreibungen benutzt, die die deutsche Sprache zur Verfügung stellt, um das Geschlecht zu neutralisieren. Geschlechtsneutrale Formulierungen können auf herkömmliche Weise wie folgt ausgedrückt werden:

  • durch eine genderneutrale Personenbezeichnung: Statt „ein Mann“ oder eine Frau“ ist es „ein Mensch“, „ein Elternteil“, „eine Person“ oder einfach „Urlaubende“ oder „Reisende“
  • durch die Verwendung genderneutraler Indefinitpronomen (das sind unbestimmte Fürworte) wie „alle“, „niemand“, „jemand“ oder durch Interrogativpronomen (das sind Fragefürworte) wie „wer“, „wessen“, „wen“, „wem“
  • durch Passivbildungen wie „Das Formular ist auszufüllen“
  • durch die Verwendung von Partizipien „Veröffentlich von“

Neu eingeführte genderneutrale Pronomen ermöglichen zwar eine klare Schreibweise. Was die Verständlichkeit angeht, lassen sie allerdings sehr zu wünschen übrig. Das liegt daran, dass die deutsche Sprache stark geschlechtlich ausgerichtet ist. Der Versuch geschlechtsneutral zu schreiben und zu sprechen, ist eine Herausforderung. Es wird Jahrzehnte brauchen, bevor sich die neuartigen genderneutralen Pronomen durchgesetzt haben und auch in der Umgangssprache Verwendung finden werden.

Was sind Neo-Pronomen?

Neo-Pronomen sind Wortneuschöpfungen. Es sind junge Wörter. Heutzutage gibt es im Deutschen wie etwa auch im Englischen eine große Zahl von Neo-Pronomen mit und ohne Deklination. Im Vergleich zum Englischen erfordert das Deutsche eine Vielzahl grammatikalischer Formen. Das macht die Einführung geschlechtsneutraler Pronomen schwierig. Sie müssen langwierig entwickelt, in die Sprache eingeführt und gesellschaftlich akzeptiert werden. Das bekannteste deutsche Neopronomen ist xier. Es gibt aber viele mehr, beispielsweise nin, sier, sif, es, per oder dey (vom englischen „they“). Die Wortentwicklung mit all den Deklinationen ist für xier schon recht weit vorangeschritten.

Im Englischen gibt es die Neopronomen ze/zir oder e/em als Alternativen zu she/her und he/him. Variationen der genderneutralen Pronomen von ze und zir sind zem, zeir, zyrself und zirself. Neben diesen ze-Pronomen gibt es auch hir-Pronomen mit den Varianten hirs und hirself oder die xe-Pronomen mit xir, xem, xeir, xis, xyr und xirself.

Die Existenz der vielen Neopronomen in verschiedenen Sprachen ist wertvoll. Denn über die Sprache wurde mit den genderneutralen Pronomen eine Möglichkeit geschaffen, eine gesellschaftliche Minderheit sichtbar zu machen.

Was bedeutet „super straight“? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Super Straight ist eine Erfindung des TikTok Users kyleroyce, die er im März 2021 in einem kurzen Videoclip auf der Plattform TikTok seinen Followern vorstellte.

Als Super Straight (zu Deutsch: super hetero-geschlechtlich) definierte der US-Amerikaner Personen, die romantische Beziehungen nur mit Personen des anderen Geschlechts eingehen. Im Hintergrund der Genderdebatte bedeutet dies, dass Super Straights keine Anziehung zu transidentifizierenden Menschen spüren. Konkret heißt das, dass ein Super Straight in seinen Kreis der potenziellen Partner sogenannte Cis-Personen mit einbezieht, jedoch keine Trans-Personen. Unter einer Trans-Person versteht die Soziologie einen Menschen, der sich nicht mit seinem biologischen Geschlecht und seinen Geschlechtsmerkmalen identifiziert. Mit Referenz zu Super Straight tauchten in den sozialen Medien verwandte Begriffe wie Super Gay, Super Lesbian und Super Bi auf. Unter Social-Media Nutzern lösten die Begriffe eine kontroverse Debatte über ihre Legitimität aus.

Was bedeutet „super straight“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Wort straight ist ein englischer Slang, der Synonym zu dem Wort hetero benutzt wird. Im Zusammenhang mit dem Wort straight beschreibt das Attribut super eine Steigerung der Hetero-Geschlechtlichkeit. Verständlich wird diese Rhetorik nur im Hinblick auf postmoderne Definitionen von Geschlecht.

Laut Gender Studien, eine wissenschaftliche Disziplin der Soziologie, können sich Menschen als Cis– oder Trans-Person betrachten. Cis ist das lateinische Wort für „diesseits“. In Verbindung mit dem Geschlecht einer Person beschreibt es die Übereinstimmung mit diesem und den jeweiligen Geschlechtsmerkmalen. Im Vergleich dazu existiert der Begriff Trans; das lateinische Wort für jenseits. Dementsprechend nutzen Personen das Label Trans, wenn sie sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren. Dies können Transfrauen (Männer, die eine weibliche Geschlechtsidentität haben) oder Transmänner (Frauen, die eine männliche Geschlechtsidentität haben) sein. Anzumerken ist jedoch, dass weder eine Übereinstimmung noch keine Übereinstimmung mit dem Geschlecht und den Geschlechtsmerkmalen eine Aussage über die geschlechtliche Orientierung der Person macht.

Die Gender-Theorien erlangte vor allem durch Bücher der US-amerikanischen Philosophin Judith Pamela Butler weltweite Bekanntheit. Mittlerweile hat sich die Theorie politisch, gesetzlich und gesellschaftlich weitgehend durchgesetzt. Besonders zu erkennen sind diese Tendenzen in Großstädten wie Berlin, London oder New York. In Deutschland symbolisiert das Gendersternchen und die Bezeichnung divers die öffentliche Anerkennung von transidentifizierenden Menschen.

Ursprung von Super Straight

Ein TikTok-Nutzer mit dem Pseudonym kyleroyce veröffentlichte am 21. Februar 2021 ein Video mit dem Titel: „Who else is super straight?“ (zu Deutsch: „Wer ist noch super hetero?“). Im ihm erzählt er selbst, dass er transphob genannt wurde, weil er sich weigerte, mit Transfrauen auf Dates zu gehen. Daraufhin habe er beschlossen, sich ein eigenes Laben für seine geschlechtliche Orientierung zu geben. Mit dem Begriff Super Straight wolle er zum Ausdruck bringen, dass er ausschließlich mit Cis-Frauen ausgeht:
„Yo, guys, I made a new se_uality now, actually. It’s called „super straight,“ okay. Since straight people, straight men as myself get called transphobic because I wouldn’t date a trans woman, you know, like, „Would you date a trans woman? – „No“ – „Why? That’s a female“ – „No, that’s not a real woman to me, like, I want a real one“ – „No, you’re just transphobic!“
So, now I’m super straight! I only date the opposite gender – women – that are born women, so you can’t say I’m transphobic now, because that’s just my se_uality, you know?“

Deutsche Übersetzung: „Yo, Leute, ich habe jetzt tatsächlich eine neue Geschlechtlichkeit gemacht. Es heißt „super hetero“, okay. Da hetero-geschlechtliche Menschen, hetero-geschlechtliche Männer wie ich, als transphob bezeichnet werden, weil ich nicht mit einer Transfrau ausgehen würde, du weißt schon, sowas wie: „Würdest du mit einer Transfrau ausgehen?“ – „Nein“ – „Warum? Das ist eine Frau “ – „Nein, das ist keine echte Frau für mich, ich möchte eine echte“ – „Nein, du bist nur transphob!“

Also, jetzt bin ich super hetero! Ich gehe nur mit dem anderen Geschlecht aus: Frauen, die als Frauen geboren worden sind. Man kann also nicht sagen, dass ich jetzt transphob bin, weil das nur meine Geschlechtlichkeit ist, weißt du?“

Siehe auch:

Verbreitung von Super Straight

Auf der Webseite von Urban Dictionary fügte am 28. Februar 2021 der Nutzer Don1001 eine Definition für den Begriff Super Straight ein. Innerhalb weniger Tage bekam der Eintrag 320 Dislikes und 640 Likes. Ein anderer Nutzer names Zestea trug am 1. März 2021 eine alternative Interpretation ein, welche 670 Dislikes und 1600 Likes erhielt. Am selben Tag wurde das Subreddit /r/SuperStraight eröffnet, zu dem sich 16000 Mitglieder anmeldeten.

Am 5. März 2021 hatte das Video bereits alleine auf TikTok 13 Millionen Aufrufe. Das dazugehörende Hashtag #superstraight wies 11,9 Millionen Verknüpfungen auf. Einen Tag später entfernte kyleroyce sein Originalvideo von seinem Account mit der Begründung, dass er und seine Mutter Morddrohungen erhielten.

Kyleroyce veröffentlichte ein mittlerweile privates, nicht öffentlich einsehbares Video, in dem er die offizielle Flagge der Super Straights vorstellte. Die Flagge mit den Farben Orange und Schwarz wurde von TikTok Nutzerin heartxhitta vorgeschlagen.

Neben TikTok formten sich auch auf anderen Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und YouTube Gruppen und Accounts, die sich mit dem Thema Super Straight beschäftigen.

Was bedeutet FLINT / FLINTA? Bedeutung der Abkürzung, Erklärung, Definition


Das Akronym „FLINT“ steht für „Frauen, Lesben, inter-, nicht-binäre und trans-„Personen.

Das Akronym „FLINTA“ steht für „Frauen, Lesben, inter-, nicht-binäre, trans- und agender“-Personen.

Was bedeutet FLINT / FLINTA? Bedeutung der Abkürzung, Erklärung, Definition

Mit den Ausdrücken „FLINT“ und „FLINTA“ werden alle Personen bezeichnet, inkludiert und genannt, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität vom Patriarchat unterdrückt werden.

Die Ausdrücke „FLINT“ und „FLINTA“ dienen als Sammelbegriffe und machen die im Akronym genannten Personengruppe in Diskursen sichtbar.

Es geht explizit darum nur geschlechtliche Identitäten zu nennen und so die soziale Dimension abzubilden. Unter dem Ausdruck „Frauen“ sind explizit „cis-hetero-Frauen“ zu verstehen. Das Akronym „FLINT“ erwähnt bewusst „Frauen“ und „Lesben“. Dies hat den Grund, dass es verschiedene Weisen gibt, eine Frau zu sein.

FLINT-Räume sind Schutzräume für FLINT-Menschen. Wer nicht zu den FLINT-Personen zählt, muss damit rechnen von FLINT-Veranstaltungen abgewiesen zu werden. Damit wird „FLINT“ auch zum Filter. Auf FLINT-Veranstaltungen sind Nicht-FLINT-Personen nicht willkommen. („FLINT“ und „FLINTA“ spricht cis-Männer nicht an. Diese sind exkludiert.)

FLINTA-Räume dienen dazu, dass die im Akronym genannten Personen in diesen Räumlichkeiten Schutz vor Ausgrenzung, Gewalt, Rassismus und Feindlichkeit finden. Es geht die genannten Personen sich in einem FLINTA-Raum sicher fühlen sollen.

Siehe auch:

Weitere Varianten der Ausdrücke „FLINT“ und „FLINTA“ sind:

  • FLINTA*
  • FLINTQ
  • FLINTQ*
  • FLINT*
  • FLIT
  • FLIT*
  • FLTI
  • FLTI*
  • TILF
  • TILF*

Die Stern (*) als Platzhalter dient dazu, dass sich alle Personen dem FLINTA zu ordnen können, die nicht explizit angesprochen wurden.

FLINTA: Weitere Bedeutung

In Berlin gibt es an der UdK ein „FLINTA-Café“.

Am 8. März 2021 wurden an der Uni Weimar die „FLINTA* Kampftage“ ausgerufen.

In Nürnberg gibt es ein „FLINTA* Komitee“.

Die „rosarote Zora“ ist eine FLINTA*-Gruppe.

„Flinta ist eine österreichische Taxiservice-App.

Was ist der Gender Care Gap? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Gender Care Gap ist ein Indikator für die Lücke zwischen den Geschlechtern bei unbezahlter Hilfs- und Sorgearbeit. Er gilt auch als Gleichstellungsindikator. Grundsätzlich zeigt er die Zeit auf, die Frauen und Männer bei den betreffenden Arbeiten aufwenden.

Was ist der Gender Care Gap? Bedeutung, Definition, Erklärung

Die unbezahlte Hilfs- und Sorgearbeit lässt sich in vier große Gruppen aufteilen:

    • Hausarbeit
  • Kindererziehung
  • Pflege von Angehörigen
  • Ehrenamt

Insgesamt wandten Frauen in Deutschland laut jüngeren Ermittlungen bei allen genannten Tätigkeiten 52,4 % mehr Zeit als die Männer auf. Exakt diese Zahl ist das Gender Care Gap. Die Zahl ist allerdings zumindest nach den vier genannten Gruppen auszudifferenzieren. Dabei vergrößert sich die Ungerechtigkeit noch, denn die Hausarbeit und vor allem die sehr anstrengende Pflege von Angehörigen bleibt überwiegend bis ausschließlich (Pflege) bei den Frauen hängen. Um die Kindererziehung kümmern sich durchaus auch Männer, noch lieber nehmen sie ein Ehrenamt an. Beides macht durchaus Spaß und wird gesellschaftlich gewürdigt.

Warum gibt es Untersuchungen zum Gender Care Gap?

Die Ermittlung solcher Kenngrößen dient als Anhaltspunkt dafür, wie weit die Gleichberechtigung vorangeschritten oder eher unterentwickelt ist. Eine schon geläufigere Kennzahl heißt Gender Pay Gap: Das ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Der neue Indikator Gender Care Gap wurde erstmals im Zweiten Gleichstellungsbericht genannt, den die Bundesregierung 2015 vorgestellt hatte. Das Zahlenmaterial stammte aus den Jahren 2012 und 2013 (siehe weiter unten). Auf Tage gerechnet sind Frauen im Durchschnitt 87 Minuten pro Tag länger als Männer unentgeltlich für andere tätig:

  • Frauen arbeiten im Hilfs- und Sorgebereich pro Tag 4 Stunden und 13 Minuten.
  • Bei Männern sind es 2 Stunden und 46 Minuten.

Dieser Mehraufwand der Frauen hat Konsequenzen. Männer arbeiten deutlich häufiger in Vollzeitjobs als Frauen, was für Letztere wirtschaftliche Nachteile bedeutet. Sie verdienen weniger und erwerben geringere Rentenansprüche. Das bedeutet: Um die Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen, muss sie auch im Haushalt eingeführt werden.

Unterschiede beim Gender Care Gap

Es gibt einige signifikante Unterschiede bei dieser Lücke, denn sie variiert je nach Lebenssituation und Alter. Diese Unterschiede lassen sich so darstellen:

In der Altersgruppe der 30- bis 35-Jährigen ermittelt man ein Gender Care Gap von 110,6 %. Frauen leisten deutlich mehr (pro Tag 5 Stunden und 18 Minuten), Männer etwas weniger als im Gesamtdurchschnitt aller Altersgruppen (2 Stunden und 31 Minuten). Kurz und knapp bedeutet das: Frauen bekommen Kinder und werden zur Hausarbeit verdonnert, Männer kümmern sich intensiv um ihre Karriere. Wenn die Eltern schon alt sind, obliegt deren Betreuung ebenfalls den Frauen. Sie betreuen häufig sogar die Schwiegereltern, denn wegen ihrer Kinder sind sie ja ohnehin zu Hause. Die gebündelten und sehr zentralen Lebensereignisse und -entscheidungen dieser Lebensphase können stark zugunsten der Männer und zuungunsten der Frauen ausfallen. Bis zum 35. Lebensjahr stellen die meisten Menschen die entscheidenden Weichen für ihre Karriere: Sie erklimmen in einem großen Unternehmen die entscheidende Stufe, gründen Firmen oder machen ihren Doktor. Das lässt sich später kaum noch nachholen, weil es sehr viel Energie kostet.

In späteren Lebensjahren zeigen sich Männer viel kooperativer, doch sie verwenden ihre Hilfs- und Sorgearbeit oft auf ein Ehrenamt und fühlen sich großartig dabei. Frauen pflegen inzwischen bettlägerige Eltern oft bis zum Tod. Man hört äußerst selten, dass ein Mann diese undankbare Aufgabe übernimmt. Lediglich bei der Haus- und Gartenarbeit geht es etwas gerechter als in jungen Jahren zu. Die Kinder wiederum sind aus dem Haus, dieser Bereich entfällt also. Um die Enkel kümmern sich wie gewohnt etwas mehr die Omas als die Opas.

Singlefrauen wenden mehr Zeit für Hilfstätigkeiten als Singlemänner auf. Es scheint in der Natur der Frau zu liegen, etwas mehr helfen zu wollen. Die Natur des Mannes ist von größerem Egoismus geprägt.

In einem Paarhaushalt mit Kindern leisten die Mütter deutlich mehr als die Väter, es ergibt sich ein Gender Care Gap von 83,3 %. In Zeit ausgedrückt beträgt die Mehrarbeit der Mütter 2 Stunden und 30 Minuten pro Tag.

Es gibt direkte Care-Arbeit, die andere Personen mit einbezieht (Kinderbetreuung, Pflegetätigkeit), sowie unterstützende Care-Arbeit (Haushalt, Ehrenamt). Die direkte Care-Arbeit ist viel eher Sache der Frauen, was ein Gender Care Gap von 108,3 % bedeutet. Der Wert beträgt bei unterstützender Care-Arbeit nur 47,4 %, doch auch hier leisten die Frauen folglich mehr.

Gender Care Gap: Woher stammen die Daten?

Das Statistische Bundesamt ermittelte die hier vorgestellten Daten im Rahmen der dritten repräsentativen Zeitverwendungserhebung. Sie stammen aus den Jahren 2012 und 2013 und sind hier nachzulesen. Befragt wurden rund 5.000 Haushalte, die Befragten waren mindestens 18 Jahre alt.

Was bedeutet Genderwahnsinn / Gendergaga? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Genderwahnsinn“ und „Gendergaga“ sind abwertende Bezeichnungen für Geschlechtergleichstellungsideen und -maßnahmen, die als falsch, unsachlich oder übertrieben empfunden werden.

Durch die Verbindung des Begriffs „Gender“ mit den Begriffen „Wahnsinn“ und „Gaga“ sollen Gender-Maßnahmen als verrückt, sinnlos, seltsam, wirr und jenseits der Normalität, Vernunft oder Realität dargestellt (geframt) werden. (Siehe auch: Framing)

Was bedeutet Genderwahnsinn / Gendergaga? Bedeutung, Definition, Erklärung

Als „Genderwahnsinn“ und „Gendergaga“ sollen unter anderem folgende Ideen, Maßnahmen und Initiativen als nutzlos, falsch und übertrieben gekennzeichnet werden:

  • Sprachliche Reformen für die Ansprache verschiedener Personen (Siehe: Gendersternchen, jemensch)
  • Sprachliche Reformen für mehr Geschlechtergerechtigkeit
  • Sprachliche Reformen für eine inklusive und/oder geschlechtsneutrale Sprache
  • Sprachverbote und neue Sprachregeln (Siehe: Sprachpolizei)
  • Bemühungen für mehr Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung aller Geschlechter
  • Gender-Aufklärung für Kinder
  • Gender Pay Gap
  • Gender-Wissenschaften (Gender-Studies)
  • Gleichstellungs- und Gender-Forschungs-Projekte
  • Kritik an Rollenbildern und Stereotypen
  • Erkennen von Diskriminierungen (Ableismus, Colorismus, Rassismus, Alltagsrassismus,…)
  • Quotenregelungen für Frauen und/oder Minderheiten (z.B. Parität)
  • Gesetzesentwürfe im Femininum
  • Maßnahmen wie gegenderte Ampelfiguren und Gender-neutrale Toiletten

Die Ausdrücke „Genderwahnsinn“ und „Gendergaga“ werden in konservativen und rechten Kreisen verwendet.

Wahre Vorwürfe? Genderwahnsinn und Gendergaga

Mit den Ausdrücken „Genderwahnsinn“ und „Gendergaga“ werden Geschlechter- und Diskriminierungs-Debatten als abgehoben, weltfremd und fern der Lebensrealitäten kritisiert und dargestellt.

Maßnahmen für mehr Geschlechtergerechtigkeit oder eine geschlechterneutrale sowie inklusive Sprache werden als Zwang dargestellt und kritisiert, sowie wird (und wurde) wiederholt kritisiert, dass eine Geschlechter-sensitive Begriffe die Sprache verunstalten würde. (Sprachpolizei)

Der generelle Vorwurf an das Gender-Mainstreaming ist, dass versucht würde Geschlechter abzuschaffen und die Grenzen zwischen den Geschlechtern zu verwischen, so dass nicht mehr zwischen Mann und Frau unterschieden werden könnte.

Auch wird das Gender-Mainstreaming von Kritikern und Gegner als nutzlos, teuer und Verschwendung von Ressourcen bezeichnet.

Genderwahn und Genderideologie (Gender-Ideologie)

Weitere synonyme Ausdrücke sind: Genderwahn und Genderideologie (Gender-Ideologie)

Der Ausdruck „Gender-Ideologie“ kann im Sinne des Wortes „Ideologie“ so verstanden werden, dass die herrschende Klasse versucht die Bevölkerung und Gesellschaft nach den Ansichten der Gender-Lehre zu gestalten und zu formen.

Der Ausdruck „Genderwahn“ kann im Sinne des Wortes „Wahn“ so verstanden werden, dass versucht wird – wie im Wahn – ein Weltbild zu verbreiten, dass auf falschen Fakten aufbaut. Der Wahn steht insbesondere dafür, dass sich jemand von seinem Vorhaben nicht abbringen lässt und keine Zweifel daran zulässt.

Weitere Bedeutung von Gendergaga und Genderwahnsinn

„GenderGaga“ ist ein Buch von Birgit Kelle. Es wurde 2015 veröffentlicht.

2020 fiel der AfD-Politiker Gunnar Lindemann auf, als er sich über das vermeintlich gegenderte Wort „Fahrspurende“ auf Twitter beschwerte. Sein Tweet löste heftige Reaktionen. (Anmerkung der Redaktion: Lindemann hatte das Wort Fahrspurende (Ende der Fahrspur) falsch verstanden. Er hatte als Fahrspurende (Personen, die aktiv eine Fahrspur nutzen) verstanden.)

Was ist ein Demiboy? Was ist ein Demigirl? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Demiboy? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wer sich selbst als Demiboy bezeichnet, fühlt sich zumindest halb oder zum überwiegenden Teil als Mann. In der Regel sind Demiboys mit männlichen Geschlechtsteilen und mit einem männlichen Körper geboren.

Was ist ein Demigirl? Bedeutung, Definition, Erklärung

Dasselbe gilt für Demigirls. Sie fühlen und erkennen sich selbst als weiblich – jedoch nicht zu einhundert Prozent. „Demigirls“ sind in der Regel mit weiblichen Geschlechtsteilen in einem weiblichen Körper geboren.

Auf Deutsch heißen die Begriffe Demimann und Demifrau. „Demi“ ist eine griechische Vorsilbe für „halb“.

Was bedeutet „Demigender“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Alltag bedeutet das, dass sich Demigender-Menschen nicht mehr voll mit den alten Geschlechterbildern identifizieren können. So kann ein Demimann (Demiboy) trotz männlicher Erscheinung, Hobbys und weiblicher Partnerin plötzlich Lust bekommen, Lippenstift auszuprobieren.
Eine Demifrau (Demigirl) dagegen kann ein äußerst feminines Erscheinungsbild haben und einzelne sehr männliche Verhaltensweisen zeigen.

Demiboy, Demigirl: Die neuen Geschlechter / Gender

Seit etwa einem Jahrzehnt nehmen die neuen Geschlechter rasant zu. Erst waren es schwule, lesbische und Trans-Menschen, die in die Gesellschaft integriert wurden (und werden). Nun kommen neue Geschlechteridentitäten hinzu. Es scheint eine weltweite Entwicklung im Gange zu sein, in deren Zug die alten Geschlechterstigmata zunehmend Auflösung finden.

Insgesamt ist diese Entwicklung begrüßenswert, da sie das endgültige Ende des seit Jahrhunderten tobenden Geschlechterkampfes bedeuten könnte. Denn starre Einteilungen in „Mann“ und „Frau“ haben in der Vergangenheit zur Ausgrenzung und Abwertung von Menschen geführt, die eben nicht diesen Einteilungen entsprachen.

Wie sich Menschen identifizieren:

Menschen identifizieren sich, die eigene Persönlichkeit oder den Körper über Wahrnehmungsmuster. Das sind psychologische Effekte, die innerhalb der menschlichen Existenz normal sind. Die großen Psychotherapeuten Sigmund Freund und C.G. Jung nannten solche Muster auch Archetypen oder kollektive Identifikationsmuster.

Die Sichtweise, was und wie ein Mann oder eine Frau ist, kann über Jahrhunderte weitergegeben werden, ohne dass dies einer tatsächlichen „Wahrheit“ entsprechen würde. Viel mehr ist es ein Muster, das nach Belieben verändert werden kann, wenn die Menschen ihm nicht mehr folgen.

So haben sich beispielsweise geschlechtsbezogene Muster etabliert, die der freien Entfaltung des Menschen heute im Wege stehen (Frauen sind schwach, Männer weinen nicht usw.).

Bei den neuen Geschlechtern geht die Identifikations-Variation noch viel weiter. Sie können in manchen Spielarten selbst das biologische Geschlecht nicht mehr eindeutig wahrnehmen und zuordnen. Das muss aber nicht zwangsläufig die Ablehnung der Geschlechtlichkeit (bzw. der Geschlechtsorgane) bedeuten. Vielmehr werden alte psychologische Bewertungsmuster nicht mehr unterstützt.

Nonbinärer Genderidentitäten: Demiboy, Demigirl: Bedeutung, Definition, Erklärung

Die derzeit neu entstehenden Geschlechteridentitäten fasst man als „nicht-binär“ (Non-binary) zusammen. Das bedeutet, dass sich Angehörige nicht eindeutig als Mann oder Frau verstehen.

Ganz ähnliche Begriffe sind Transgender und Queergender.

Transgender bezeichnet in der Regel Menschen, die sich nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht eindeutig zugehörig fühlen (können sich in der Folge aber als Mann oder Frau wahrnehmen „Trans-Menschen“).

Queergender sind Menschengruppen, die sich keiner Gruppe wirklich zuordnen wollen. Menschen, die eine Mischung aus mehreren der neuen Geschlechter verkörpern, bezeichnen sich ebenfalls bevorzugt als Queergender.

Im Vergleich zu anderen neuen Geschlechtsmodellen fühlen sich Demiboys und Demigirls überwiegend männlich beziehungsweise weiblich.

Weitere Ausprägungen der neuen Geschlechter sind:

Bigender – beidgeschlechtlich

In diese Gruppe fallen die bisexuellen Menschen. Sie fühlen sich in der Regel ihrem Geburtsgeschlecht weitestgehend zugehörig. Als Sexual- und Lebenspartner lieben sie Männer als auch Frauen.

Trigender – dreigeschlechtlich

Trigender sehen sich selbst als Mann, als Frau sowie als drittes Geschlecht. Sie lehnen keine der drei Möglichkeiten ab und verkörpern alle in einer Person.

Pangender – allgeschlechtlich

Pansexuelle Menschen definieren sich als Lebewesen außerhalb jeglicher Geschlechterrollen. Sie sehen sich als Menschen, ohne das Bedürfnis eine Geschlechterzugehörigkeit zu definieren. Pansexuelle Frauen lieben Männer als auch Frauen sowie alle Arten der nonbinären Geschlechtlichkeit. Für Pansexuelle steht der Mensch im Vordergrund und so prägten sie auch den heute schon recht verbreiteten Begriff „Lieblingsmensch“ für den Partner.

Genderfluid – fließendes Geschlecht

Diese Menschen bewegen sich fließend zwischen den Geschlechterrollen hin und her. Sie können sich als bigender, trigender, pansexuell, männlich, weiblich usw. wahrnehmen. Sie haben keine Probleme mit den Geschlechterdefinitionen und leben flexibel die bevorzugten Stile aus.

Agender bzw. genderneutral – ungeschlechtlich

Die ungeschlechtlichen Menschen empfinden sich innerlich keinem Geschlecht zugehörig. Im Gegensatz zu den Pangendern, die geschlechterübergreifend agieren, empfinden sich Agender geschlechtsleer.

Das dritte Geschlecht ist offiziell

Auf die enorme Welle der neuen Geschlechtsidentifikation musste schließlich auch die Staatsgewalt reagieren. Seit Ende 2018 gibt es im deutschen Recht das dritte Geschlecht. Abgekürzt wird es mit „divers“.

Eltern und erwachsene Menschen haben nun die Möglichkeit sich offiziell als „weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig“ registrieren zu lassen. Das bedeutet, dass das Geschlecht in der Geburtsurkunde standesamtlich auch später noch geändert werden kann.

Siehe auch: Was bedeutet „m/w/d“ in Stellenanzeigen?

Wie lautet die richtige Ansprache für einen Angehörigen des dritten Geschlechts?

Momentan wird das dritte Geschlecht offiziell noch mit dem augenscheinlichen Geschlecht angesprochen. Eine dritte Höflichkeitsformel gibt es derzeit nicht.

Der deutsche Rat für Rechtschreibung ist allerdings schon mit dem Auffinden einer solchen geschlechtsneutralen oder geschlechterübergreifenden Anrede beauftragt.
Momentan beobachten die Hüter und Erschaffer unserer Sprache die weitere Entwicklung.

Von offizieller Seite wird empfohlen, im Zweifelsfall einfach nachzufragen: „Wie darf ich Sie denn Ansprechen?“, wäre die geschickte Lösung beim Zusammentreffen mit einem Angehörigen der nonbinären Geschlechter.

Im Falle der Demiboys und Demigirls dürfte die Ansprache mit Herr und Frau kein Problem darstellen. Wie bereits erwähnt, fühlen sich beide größtenteils dem körperlichen Geschlecht zugehörig.

Was bedeutet genderfluid? Bedeutung, Definition, Erklärung


Genderfluid ist ein Begriff der zur Beschreibung der eigenen Geschlechtsidentität verwendet wird. Er ist Teil des Spektrums Non-Binary.

Was bedeutet genderfluid? Bedeutung, Definition, Erklärung

Unter der Bezeichnung Genderfluid („fließend“) versteht man einen fließenden Wechsel zwischen den Geschlechtsidentitäten. Der Wechsel kann dabei regelmäßig oder unregelmäßig stattfinden und von kurzer oder längerer Dauer sein. Bei manchen genderfluiden Personen erfolgt der Wechsel nach einigen Wochen, bei anderen nach Monaten oder Jahren. Auch ein situationsabhängiger Wechsel der Geschlechtsidentitäten ist möglich.

Ebenso kann die Geschlechtsidentität abhängig von einer anderen Person und deren Geschlecht verändert werden. Dabei beschränken sich die Geschlechtsidentitäten, zwischen denen gewechselt wird, nicht auf männlich und weiblich. Eine genderfluide Person kann zwischen allen denkbaren Geschlechtsidentitäten wechseln, wobei der Anteil an einer bestimmten Geschlechtsidentität ebenfalls verschieden sein kann. Die Ausprägungen der Genderfluidität können stark variieren und sind von Person zu Person unterschiedlich.

Ist Genderfluid und Genderqueer dasselbe? Erklärung, Unterschied, Bedeutung

Der Begriff Genderqueer lässt sich nicht eindeutig von dem Begriff Genderfluid abgrenzen, weil er teilweise in abweichenden Kontexten verwendet wird. Als Genderqueer bezeichnen sich Menschen, die sich nicht endgültig auf ein Geschlecht festlegen möchten und sich weder als Mann noch als Frau identifizieren. Dabei muss es sich jedoch nicht um genderfluide Personen handeln. Auch eine klare Abgrenzung zum Begriff non-binär ist nicht möglich.

Unterschied zu Genderflux

Genderflux ist eine Variation von Genderfluid, bei der die eigene Geschlechtsidentität sich mit der Zeit verändert. Sie wird in einem Spektrum von Agender und weiteren Geschlechtsidentitäten verwendet.

Genderflux-Personen bezeichnen sich oft als Non-Binary oder Trans. Der Begriff wird oft mit Genderfluid gleichgesetzt, kann jedoch eine abweichende Bedeutung haben. Genderflux-Personen wechseln ihre Geschlechtsidentität im Verlaufe des Lebens immer wieder. Der Zeitraum zwischen dem Wechsel der Geschlechter und die Intensität der Geschlechtswahrnehmung können dabei stark variieren. Ebenso gibt es keine Einschränkungen, zwischen welchen Geschlechtsidentitäten gewechselt wird.

Bedeutung: Trans-feminin und Trans-maskulin

Trans-femin (oder Demigirl) und Trans-maskulin (Demiboy) sind Geschlechtsbezeichnungen, die ausdrücken, dass eine Person zwar in eine bestimmte Richtung neigt, sich jedoch nicht vollständig diesem Geschlecht zugehörig fühlt. Personen, die sich als Trans feminin oder Trans maskulin bezeichnen, lassen ihr endgültiges Geschlecht offen und wählen etwa die Bezeichnung Genderfluid, um ihre eigene Geschlechtsidentität bzw. den Wechsel zwischen verschiedenen Geschlechtsidentitäten zu benennen.

Bedeutung: Was ist Postgender?

Als Postgender wird ein sozialpolitisches Konzept bezeichnet, welches die Abschaffung der staatlichen Geschlechtsbestimmungen zum Ziel hat. Als Grundlage dient der Ansatz, dass die Geschlechternormen, wie wir sie heute kennen, nicht auf Reproduktion oder Genetik beruhen, sondern aus patriarchalen Strukturen hervorgegangen sind. Ein Ziel der Postgender-Bewegung ist die Abschaffung des Zwangs zum geschlechtseindeutigen Vornamen.

Was heißt non-binary?

Als non-binary oder nichtbinäre Geschlechtsidentität, kurz auch nichtbinär oder nicht-binär, werden Menschen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität weder männlich noch weiblich ist. Eine alternative Bezeichnung ist der Begriff Genderqueer. Beide Bezeichnungen werden häufig als Überbegriff für diverse nicht-binäre Geschlechtsidentifikationen verwendet.

Non-Binary sind auch Personen, deren Geschlechtsidentität einem dritten Geschlecht entspricht („divers“) oder sich als Teil einer anderen Geschlechtsvorstellung wie X-gender oder Postgender sehen. Ebenso zählen Personen dazu, die ihre eigene Geschlechtsidentität nicht genau benennen und keiner traditionellen Geschlechterrolle entsprechen möchten. Non-Binary umfasst also ein weites Spektrum, wobei Genderfluid ein wesentlicher Begriff ist.

Was bedeutet „nichtbinär“ (non-binary, enby)? Bedeutung, Definition, Erklärung


Immer häufiger ist in den Medien von Menschen zu hören, die nichtbinär sind bzw. sich als solche bezeichnen. Diese Menschen bevorzugen den Verzicht von geschlechtsspezifischen Anreden wie Herr oder Frau und sind vielen Teilen der Welt noch unbekannt. Doch was genau beutetet es eigentlich, wenn jemand nichtbinär ist?

Was bedeutet „nichtbinär“ (non-binary, enby)? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der Informatik ist das Wort „binär“ eines der wohl am meistens verwendeten Wörter, denn dort sind z. B. Zahlen binär, da der Computer nur die Zahl Null oder die Zahl Eins versteht. Binär beutetet grundsätzlich, dass es zwei Optionen für etwas gibt, z. B. nur zwei Zahlen, zwei Geschlechter oder zwei Wege. Bis vor einigen Jahrzehnten galt es noch als selbstverständlich, dass es bei den Geschlechtern ebenfalls nur eine binäre Einteilung geben kann: entweder ein Mensch ist weiblich oder männlich.

Ein Teil der Weltbevölkerung fühlt sich jedoch weder weiblich noch männlich und kann sich daher nicht in eine der beiden Kategorien einfinden: Diese Menschen werden als nichtbinär bezeichnet – für die trifft keine der beiden Optionen vollständig zu. Der Begriff „nichtbinär“ kann natürlich auf verschiedene Lebensbereiche angewendet werden – überall dort, wo es eben mehr als nur zwei Optionen gibt oder keine der beiden Optionen vollständig zutrifft. In der letzten Zeit hat der Begriff jedoch bei der Geschlechtsidentität an Wirkung gewonnen und wir daher meistens auch damit assoziiert.

Statt „nicht-binär“ kann auch „enby“ gesagt werden. Beide Ausdrücke bedeuten das gleiche und sind daher synonym.

Dabei steht nun die Geschlechtsidentität eines Menschen nicht in direkter Verbindung mit dem biologischen Geschlecht und damit auch den Geschlechtsmerkmalen, sondern nur rein mit dem Zugehörigkeitsgefühl zu diesen. Diese nichtbinär Identität wird in vielen Fällen besonders nach Außen ausgedrückt.

Welche nichtbinären Geschlechterrollen gibt es? Bedeutung, Erklärung

Menschen, die sich als nichtbinär bezeichnen, können trotzdem in einige Rollen klassifiziert werden, die sie etwas näher beschreiben sollen.
Transgender sind dabei Menschen, die im falschen Geschlecht geboren wurden, z. B. Frauen, die sich eigentlich als Mann fühlen. Mit Genderqueer bezeichnet man Menschen, die sich keinem der beiden Geschlechter eindeutig zuordnen möchten oder eine Kombination aus Mann und Frau einnehmen.

Menschen, die ihr Geschlecht mit der Zeit verändern werden, als Genderfluid bezeichnet, ähnlich wie Bigender. Wer sich als vollständig ungeschlechtlich fühlt, wird in der Regel als Agender bezeichnet.

Seit wann gibt es diesen Begriff „nicht-binär“ (non-binary)? Bedeutung

Der genaue Zeitpunkt der Entstehung dieses Begriffes lässt sich nur schwer festlegen, allerdings hat die starke Verbreitung des Begriffes im Jahre 2011 gestartet – unter anderem auch durch die immer stärkere Vernetzung und Verwendung des Internets zur Übertragung von Informationen.

Die rechtliche Anerkennung von nichtbinären Menschen wird in vielen Ländern der Welt sehr unterschiedlich gehandhabt, in einigen ist sie sogar vollständig verboten. Viele Formulare haben in letzter Zeit ein drittes Feld „divers“ bei der Auswahl des Geschlechtes erhalten.

Leider leiden viele Personen, die sich als nichtbinär bezeichnen immer noch an Diskrimineurng und an einer ungerechten Behandlung. Diese ist vor allem im jungen Alter zu spüren, kann sich jedoch auch noch im Berufsleben fortsetzen, viele der Menschen haben bereits Suizidgedanken hinter sich gebracht. Durch die womöglich falsche (aber eigentlich unabsichtliche) Klassifizierung durch die Umwelt leiden nichtbinäre Personen nicht selten an der Dysphorie, also an einem allgemeinen Unwohlsein aufgrund dieser falschen Klassifizierung.

Was bedeutet „Womxn“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Womxn“ ist eine abgewandelte Form des englischen Wortes für „Frau“, „woman“. Die Frauenbewegung will damit ihre Unabhängigkeit vom Mann ausdrücken. Der Transgender-Bewegung dient der Begriff als Ausdruck der geschlechtlichen Diversität.

Was bedeutet „Womxn“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Englischen ist „man“ das Wort für „Mann“. Die Frau ist die „woman“. Um die Unabhängigkeit vom Stammwort „man“ und der dominanten Männerwelt zu unterstreichen, änderten Feministinnen das Wort in „womxn“.

Das „x“ nimmt dabei zweierlei Bedeutungen an: zum einen sollte der Bezug zum Mann gelöscht und Eigenständigkeit demonstriert werden. Zum anderen deutet das „x“ auf die Unterschiede in den Chromosomen des Männlichen und des Weiblichen hin. Männliche Säugetiere haben ein „XY“ Chromosomenpaar, während weibliches organischen Leben ein „XX“ Chromosomenpaar besitzt.

Womxn: Feminismus, Transgender und Menschenrechte

Neben der Frauenbewegung nutzt die Transgender-Gemeinde den Begriff „womxn“. Für sie bringt er zum Ausdruck, dass sich Transgender weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen.

Viele Soziologen und Gesellschaftsforscher sehen in der Transgender-Entwicklung die biologische Antwort auf den nicht enden wollenden Geschlechterkampf.

Frauen haben sich zwar viele Rechte erstritten, leben aber immer noch in einer von Männern dominierten Welt. Frauen haben bis heute Nachteile oder werden nicht gleichberechtigt behandelt.

Feministinnen kritisieren, dass die Arbeitswelt und soziale Strukturen von Frauen verlangen würde, sich wie Männer zu verhalten.
Viele erfolgreiche Frauen seien im Grunde genommen vermännlicht. Um in der Männerwelt mithalten zu können, müssten sie weibliche Attribute und Bedürfnisse unterdrücken.

Ob die vollständige Lösung von der Geschlechter-Identifikation die Lösung bringt, wird die Zukunft zeigen. Momentan führen die „neuen“ Geschlechter und sexuellen Konzepte eher zu noch mehr Verwirrung, als zur Klärung.

Ein Problem ist sicherlich die grundsätzlich männlich-weiblich-polare Struktur dieser Welt. Im Endeffekt wäre eine Rückbesinnung aus das unverzichtbare Miteinander aus Mann und Frau sinnvoller, als immer neue Anti-Konzepte aufzustellen.

Bedeutung: „Womxn“ und „Wimmin“, „Womyn“, „Womban“, „Womon“

Eine weitere Abwandlungen des Wortes „woman“ ist „wimmin“. Das entspricht in vielen Regionen der USA der umgangssprachlichen Aussprache des Wortes „women“ (plural „Frauen“).

Tatsächlich existierten alte angelsächsische Schriften, in denen das Wort „Frau“ wirklich „wimmin“ geschrieben wurde.

Das Wort „man“ geht auf den altenglischen Begriff „manna“ zurück. Noch ältere germanische Wurzeln des Wortes für „Mann“ sind „mannaz“ oder „manwaz“. All diese Worte bezeichneten zunächst die Menschheit als Ganzes.

Um Frauen und Männer abzugrenzen, verwendete man im ersten Jahrtausend nach Christus noch die Begriffe „wer“ (Mann) und „wif“ (Frau).

Dass später der Mann zur sprachlichen Menschheit an sich wurde, kann natürlich kritisiert werden.

In den 1970er verwendete die damalige Frauenbewegung weitere alternative Wortschöpfungen wie „womyn“, „womban“ und „womon“.

Bedeutung Womxn: Die Probleme zwischen den Geschlechtern

Zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen tobt seit Jahrhunderten (wenn nicht Jahrtausenden) ein absurder Kampf.

Wer war zuerst da? Wer ging aus wem hervor? Und wer hat die „Hosen an“ auf diesem Planeten?

Die christliche Weltanschauung und die einige anderer Religionen haben dazu beigetragen, dass die Frau enorme Abwertung erfuhr. Vermutlich ist das Problem aber noch viel älter, als die Entstehung der großen Weltreligionen.

Die Geschichte von Adam und Eva erzählt, dass Eva aus einer Rippe Adams geschaffen wurde. Diese Erzählung war Grund genug, Frauen und das Weibliche lange Zeit als abhängig vom Mann und unterlegen anzusehen.

Heutigen jungen Frauen ist oft nicht mehr bewusst, dass Frauen gerade einmal seit hundert Jahren politische Wahlen treffen dürfen. Die Rechte frei zu heiraten, selbst einen Beruf zu wählen, einen Führerschein machen zu dürfen und selbstbestimmt zu leben, sind ebenfalls Errungenschaften der letzten einhundert Jahre.

Davor brauchte die Frau stets die Führung durch einen Mann. Frauen galten als geistig weniger fähig, schwach und unzurechnunfsfähig. In noch viel älteren Zeiten wurden Frauen als Eigentum der Männer angesehen. Oft genug war es ihnen sogar verboten Eigentum zu besitzen. Der Mann (der Vater, der Ehemann oder ein Vormund) entschied über das Leben der Frau. Reste dieser Anschauung halten sich bis heute zäh in den sozialen Strukturen der Menschheit.

Entwicklungsbiologen streiten schon sehr lange über die Frage, ob der Urgrund allen Lebens nun weiblich oder männlich sei.

Was bedeutet „jemensch“? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Jemensch“ ist eine Sprachkorrektur im Sinne des Gender-Mainstreaming und einer gendergerechten Sprache. Das Wort „jemensch“ soll als gendergerechter Ersatz für das vorhandene Wort „jemand“ dienen.

Beispiele:

  • „Weiß jemensch, ob wir am Freitag Kurse haben?“
  • „Kann mir jemensch helfen?“
  • „Teilt jemensch seinen Netflix-Zugang mit mir?“

Was bedeutet „jemensch“ genau? Was steckt dahinter?

Im Kontext der gendergerechten Sprache wird das bisherige Wort „jemand“ als unbrauchbar betrachtet, da es aus einer Sprache kommt in der das generische Maskulinum vorherrschend ist. Das Generische Maskulinum sorgt dafür, dass maskuline Nomen oder Pronomen für viele Begriffe verwendet werden – unabhängig vom Geschlecht. Dies führt dazu, dass maskuline Nomen für Frauen verwendet werden.

Das Grundproblem hierbei ist, dass Frauen (und Menschen mit anderen Geschlechtsidentitäten) zwar mitgemeint werden können, aber nicht explizit angesprochen werden. Ein weiteres Problem ist, dass das Wort „jemand“ im Kontext der gendergerechten Sprache nicht genderneutral ist.

Sprachlich wird dieses Problem der Gendergerechtigkeit auf verschiedene Arten gelöst. Frauen und Männer werden explizit angesprochen. Beispiel: Liebe Lehrerinnen und Lehrer. Doch auch dieses Konzept wird im Kontext der gendergerechte Sprache kritisiert, da Menschen mit Geschlechtsidentitäten jenseits von Mann und Frau nicht explizit angesprochen werden. Deswegen werden Lösungen wie z.B. das Binnen-I verwendet. Beispiel: Liebe LehrerInnen. Auch eine Lösung mit einem Gendersternchen seht zur Auswahl „Lehrer*innen“. Eine weitere Lösung ist „Lehrperson“.

Eine andere Erklärungsweise für das Wort „jemensch“ ist, dass das bisherige Wort „jemand“ zu nah am Wort „Mann“ ist. Um hier gendergerecht zu werden, muss das Wort „Mann“ (auch in der Form „man“) ersetzt werden.

Ferner wird im Rahmen der gendergerechten Sprache auch das Wort „man“ durch „mensch“ ersetzt. (Da kann mensch nichts mehr sagen.)

Auch wird das Wort „niemand“ durch das gendergerechte „niemensch“ ersetzt.

Siehe auch: Was ist ein Cis-Mann? / Was sind „alte weiße Männer„?

Geschichte und Verbreitung „jemensch“

Seit 2008 verbreitet sich der Ausdruck „jemensch“ in Deutschland. Dies belegen Ergebnisse des Google Trends Tool.

Das Wort „jemensch“ wurde zunächst in feministischen Kreisen verwendet. Seit 2019 verbreitet sich „jemensch“ stärker in Deutschland. Es wird von Bewegungen wie Fridays-For-Future und auch im Umfeld der Partei die Grünen (Bündnis 90 / Die Grünen) (und ihren Wählern) stärker verwendet.

Fazit der Redaktion

„Jemensch“ ist der Versuch Sprache neutraler zu gestalten. Anstatt Gruppen mitzumeinen, sollen alle Menschen angesprochen werden. Sprache ist etwas, dass sich entwickelt und davon lebt, dass sie gesprochen wird. Worte, die nicht gesprochen werden, haben auch keine Bedeutung.

„Jemensch“ ist ein Wort, dass mit einem moralischen Anspruch gesagt wird. Wer diesen Anspruch nicht unterstützt oder ihm widerspricht, wird das Wort nicht nutzen. Ja, die Person könnte sich sogar drüber lustig machen und verstärkt das Wort „jemand“ benutzen, um ihre Ablehnung auszudrücken. Anders ausgedrückt, dieser Person ist Spracheffizienz wichtiger. Sie verweigert eine Änderung und bleibt in ihrer Komfortzone.

In der Sprache gilt aber auch, dass die Masse entscheidet. Gibt es einfach genug Verwender eines Wortes so wird sich dieses durchsetzen. (Man denke an das Wort „Ehrenmann„.) Ob dies bei „jemensch“ der Fall wird, wird die Zukunft zeigen.

Was bedeutet „alte weiße Männer“? Wer sind sie? Bedeutung, Definition, Erklärung


„Alte weiße Männer“ ist ein Feindbild von Feministen und politisch links eingestellten Menschen. Diesen Männern wird unterstellt für folgende Dinge zu stehen oder dafür verantwortlich zu sein:

  • Ausgrenzung und Benachteiligung von Frauen und Minderheiten
  • Ausgrenzung von Ausländern
  • Chancenungleichheit
  • Distanz bis Ablehnung der multikulturellen Gesellschaft
  • Patriarchat
  • Rassismus / Alltagsrassismus
  • Sexismus / Alltagssexismus
  • Starre bzw. enge Geschlechterrollen
  • Strukturelle Diskriminierung
  • Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen (Gender-Pay-Gap, Lohnungleichheit)
  • Zerstörung der Umwelt, Zerstörung des Klimas

Ferner sollen alte weiße Männer an vielen Missständen und vielem Leid dieser Welt verantwortlich sein.

Der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist für einige alte weiße Männer eine Provokation und wird teils als Beleidigung empfunden.

Der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist eine Übersetzung aus der englischen Sprache. Dort wird unter anderem von „old white man“ oder „angry white male“ gesprochen.

Wer sind „alte weiße Männer“? Was macht sie aus? Was sind ihre Merkmale?

„Alte weiße Männer“ meint im Allgemeinen wirklich alte Männer mit weißer Haut, die über 45 Jahre alt sind. Jedoch sind das angeborene Merkmal der Hautfarbe und das Alter nicht genug. „Alte weiße Männer“ meint Männer aus der westlichen Welt mit einer bestimmten Weltanschauung und die auf bestimmte Arten privilegiert sind. Sie haben z.B. einen höheren sozialen Status, bessere Bildung genossen und wurden im Berufsleben bevorzugt behandelt. Diese alten weißen Männer besitzen Wohlstand und sind konservativ eingestellt.

Im speziellen sind mit „alte weiße Männer“ meist weiße Männer in Führungsetagen, Chefposten und anderen Führungspositionen gemeint. Es geht z.B. um Männer, die Präsident eines Landes oder einer Gruppe sind. Auch geht es um Männer, die in der Politik und in Parteien Chef sind und Verantwortung tragen. Auch sexistische Machos gelten als alte weiße Männer.

Diese mächtigen (weißen) Männer lieben ihre Macht, Dominanz und Privilegien. Sie tun viel dafür diese auszubauen und zu erhalten.

Charakteristisch für „alte weiße Männer“ ist, dass sie sich ihre Privilegien und ihre Überlegenheit nicht eingestehen. Sie stellen sich gegen den Wandel der Gesellschaft und teils gegen liberale Werte. Sie verschließen sich, ihren eigenen Sexismus oder Rassismus zu hinterfragen. Sie verschließen sich ihre Sprache zugunsten von politisch-korrekten Begriffen zu ändern.

Alte weiße Männer überlassen Frauen die Hausarbeit und das Erziehen der Kinder. Diese alten weißen Männer halten an veralteten Rollen- und Gesellschaftsbildern fest. Teils weigern sie sich ihre Weltsicht zu ändern und neue Umstände der Gesellschaft zu akzeptieren.

Mit dem Attribut „alt“ wird den alten weißen Männern unterstellt, dass sie auf eine Art und Weise rückwärtsgewandt sind, der alten Zeit hinterhertrauern und damit im Konflikt mit der neuen Zeit stehen.

Siehe auch: Was ist Identitätspolitik?

Kritik am Begriff „Alte weiße Männer“

Menschen nach mindestens einem bestimmten angeborenen Merkmal einer Gruppe zuzuordnen, ist (eigentlich) rassistisch. Der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist damit ein Ausdruck für umgekehrten Rassismus.

Das Feindbild „Alte weiße Männer“ ist eine starke Vereinfachung, denn längst sind nicht alle alten weißen Männer gleich oder haben der Welt gleich geschadet.

Umstände wie das Männer früher als Frauen sterben werden beim Ausdruck „alte weiße Männer“ meist nicht thematisiert.

„Alte weiße Männer“ von Sophie Passmann

„Alte weiße Männer“ heißt ein 2019 veröffentlichtes Buch von Sophie Passmann. Du findest „Alte weiße Männer“ auf Amazon hier* (*Externer Link zu Amazon und Provisionslink.)

Das Buch zeigt die Interviews, die Sophie Passmann mit 16 alten weißen Männern geführt hat. In diesen Interviews redet sie mit Männern über Feminismus. Sie traf unter anderem:

  • Kai Diekmann (ehemaliger Chefredakteur der BILD-Zeitung)
  • Robert Habeck (Politiker von Bündnis 90 / Die Grünen)
  • Kevin Kühnert (SPD-Politiker)
  • Rainer Langhans (Schauspieler; Mitglied der Kommune I)
  • Sascha Lobo (Blogger)
  • ihren Vater
  • Werner Patzelt (Politikwissenschaftler)
  • Ulf Poschardt (Chefredakteur von „Die Welt“)
  • Peter Tauber (CDU-Politiker)
  • Christoph Amend (Chefredakteur „Zeit-Magazin“)
  • Claus von Wagner (Kabarettist bei „Die Anstalt“)
  • Tim Raue (Koch)
  • Micky Beisenherz (Autor)
  • Carl Jakob Haupt (Blogger)
  • Marcel Reif (Journalist)
  • Jörg Thadeusz (Journalist)
Was bedeutet Gendern, Gendering, Gendergerechte Sprache? Bedeutung, Definition, Beispiele, Kritik


Als Gendern und Gendering werden sprachliche Maßnahmen bezeichnet, die dafür sorgen sollen, dass eine gendergerechte, geschlechterneutrale und geschlechtergerechte Sprache entsteht und alle Geschlechter explizit genannt werden. Dadurch soll eine sprachliche Benachteiligung aufgehoben werden und alle Menschen sollen sich gleichwertig angesprochen fühlen. Damit soll Wertschätzung gezeigt werden.

Beispiele für Gendern und Gerndering:

  • Statt „Lehrer“ wird „Lehrende“, „Lehrperson“, „Lehrer*in(nen)“ gesagt.
  • Statt „Polizisten“ wird „Polizeikräfte“, „Polizeileute“ oder „Polizist*innen gesagt.
  • Statt „Radfahrer“ wird „Radfahrende“ oder „Radfahrer*innen“ gesagt.
  • Statt „Hater“ wird „Hatende“ oder „Hater*innen“ gesagt.
  • Statt „Studenten“ wird „Studierende“, „Student*innen“ oder „Studentx“ gesagt.
  • Statt „Arbeitnehmer“ wird „Arbeitnehmende“ oder „Arbeiternehmer*innen“ gesagt.
  • Statt „Stellvertreter“ wird „Stellvertretende“ gesagt.
  • Statt „Krankenschwester“ soll „Pflegepersonal“ gesagt werden.
  • Statt „Leser“ soll „Lesende“ oder „Leser*innen“ gesagt werden.
  • Statt „Wähler“ soll „Wähler*innen“ oder „Wählende“ gesagt werden.
  • Statt „Antragsteller“ soll „antragstellende Person“ oder „Antragsteller*innen“ gesagt werden.

Andere Gender-Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass z.B. die Worte „Frauen und Männer“ durch „Menschen“, „Personen“ oder „Leute“ ersetzt werden.

Auch soll das „man“ aus der Sprache entfernt werden. Statt zu sagen, „Man kann das tun.“ soll z.B. gesagt werden: „Es ist möglich das zu tun.“

Das Wort „Rednerpult“ wurde z.B. zu „Redepult“ gegendert, da „Redner“ nur Männer meinen soll.

Warum muss gegendert werden?

Das Gendern wird unter der Annahme durchgeführt, dass viele Menschen in der bisherigen Sprache nicht explizit genannt und angesprochen werden. Verteidiger der bisherigen Sprache argumentieren, dass Frauen und andere Geschlechter jedoch mitgemeint sind. Gendern soll nun dafür sorgen, dass explizit alle Geschlechter angesprochen werden und diese sich auch angesprochen fühlen.

In der bisherigen Sprache wird das generische Maskulinum verwendet. Das bedeutet, unabhängig vom Geschlecht einer Person wird ein maskulines Substantiv oder Pronomen gebraucht. Männer und Frauen sind damit gleichermaßen gemeint. Das Wort „Forscher“ kann also Frauen und Männer bezeichnen. Es gibt auch das generische Femininum. So sind z.B. erst einmal alle Katzen weiblich. Es wird „die Katze“ gesagt.

In den 1970er Jahren entstand im Rahmen der feministischen Bewegung auch die feministische Linguistik und Sprachkritik. Sie sorgte für ein Hinterfragen und in Frage stellen des generischen Maskulinums.

So wurde dem generischen Maskulinium vorgeworfen, dass es dafür sorge das Männer sprachlich überrepräsentiert sind. Da Sprache auch die Weltsicht prägt, soll dies für Ungerechtigkeit sorgen.

Beispiel für gendern: Gendersternchen

Beispiel: Von „Ärzten“ zusprechen, soll – nach Gender-Interpretation – nur männliche Ärzte meinen. Deswegen wird die Lösung vorgeschlagen: „Ärzt*innen“. Das Wort „Ärzt*innen“ spricht nun alle männliche Ärzte, weiblichen Ärzte und Ärzte, deren Geschlecht nicht männlich oder weiblich ist.

Der sogenannte Genderstern im gegenderten Wort dient als Platzhalter und dient dazu auch Menschen anzusprechen, deren Geschlecht weder männlich noch weiblich ist. (Bei „Ärztinnen und Ärzte“ würden sich nur Männer und Frauen angesprochen fühlen.)

Ausgesprochen wird das Wort „Ärzt*innen“ wie folgt: „Ärzt Innen“.

Ein angehängtes „-in“ an ein Wort wird aus Perspektive der Gender-Wissenschaft kritisiert, da dies dafür sorgt, dass Frauen nur ein Anhang sind und die männliche Form zur Norm wird.

Was bedeutet Gender? Was ist Gender? Bedeutung

„Gender“ ist ein englischer Begriff, der in die deutschen Sprache übernommen wurden. „Gender“ steht für das kulturelle und soziale Geschlecht einer Person. Das Gegenteil ist das biologische Geschlecht.

„Gender“ basiert auf der Annahme, dass jemand ein angeborenes biologisches Geschlecht hat und ein anerzogenes Geschlecht.
In der englischen Sprache ist die sprachliche Unterscheidng zwischen angeborenen und angezogenem Geschlecht leichter. Das angeborene und biologische Geschlecht heißt „sex“ und das anerzogene und kuluruelle Geschlecht heißt „gender“. Damit hat jeder Mensch „sex“ und „gender“.

Kritik am Gendern und der Gendergerechten Sprache

Kritiker werfen der gegenderten Sprache vor, dass sie umständlich und ineffizient ist. Dies ist faktisch auch korrekt, da aus einem kurzen Wort ein langes Wort wird. (Statt „Schüler“ wird „Schüler*innen“ gesagt.) Auch sorgt das Gendern dafür das Sprache verbogen wird und die Aussprache sich ändert. (Statt „Studenten“ wird „Student*innen“ oder „Studierende“ gesagt.)

Zwischen dem grammatischen Geschlecht (Genus) und biologischen Geschlecht besteht – laut Gender-Kritikern – kein fester Zusammenhang. (Beispiel: Es wird „die Sonne“ und „der Mond“ gesagt.) Laut Gender-Wissenschaft soll es einen Zusammenhang geben.

Gendergerechte Sprache lässt sich nicht konsequent durchsetzen. So muss bei jeder sprachlichen Verwendung von einer Bezeichnung überprüft werden, ob sie gegendert werden muss. Dies verkompliziert die Sprache. Insbesondere, wenn Fälle wie Genetiv, Dativ oder Akkusativ auf gegenderte Sprache angewendet werden, wird es kompliziert.

Kritiker sagen, dass Gendern die Lage von Frauen oder anderen Geschlechtern nicht verbessere. Ungleiche Gehälter oder Benachteiligungen bleiben nach dem Gendern bestehen. Die Sprache zu ändern, ändert nicht die Wirklichkeit.

Kritiker werfen vor, dass die gegenderte Sprache Männer ausschließe. So werden z.B. im Wort „Professor*innen“ Frauen und andere Geschlechter angesprochen, aber nicht Männer („Professoren“).

Ein weiterer Kritikpunkt an der gegenderten Sprache ist, dass diese Maßnahmen von oben verordnet werden und einen teils staatlichen Eingriff in die Sprache darstellen. Damit gehen die Gender-Sprachmaßnahmen an der Lebensrealität der Menschen und normalen Sprecher vorbei. Sie wirken bevormundend.

Gendern: Weitere Bedeutung

„Gendern?! Gleichberechtigung in der Sprache – Ein Für und Wider“ ist ein Buch, dass im Dudenverlag erschienen ist.

„Richtig gendern: Wie Sie angemessen und verständlich schreiben“ ist ein Buch, dass im Dudenverlag erschienen ist.

Was ist: ein Cis-Mann, eine Cis-Frau, Cisgender? Bedeutung, Definition


Cisgender bedeutet, dass die Geschlechtsidentität eines Menschen mit dem Geschlecht übereinstimmt, welches dieser Person bei der Geburt – aufgrund von optischen (Geschlechts-)Merkmalen zugewiesen wurde.

Das bedeutet, ein Cis-Mann ist ein Mann bei dem die Geschlechtsidentität „Mann“ mit seinem bei der Geburt zugewiesenen und angeborenen Geschlecht als „männlich“ übereinstimmt. Für Cis-Frauen gilt das gleiche: Bei einer Cis-Frau stimmt die Geschlechtidentität „Frau“ mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen und angeborenen Geschlecht als „weiblich“ überein.

Vereinfacht gesagt, bedeutet Cis-Mann, dass ein Mann ein genetischer, biologischer oder geborener Mann ist. Für eine Cis-Frau gilt analog, dass sie eine genetische, biologische und geborene Frau ist. Cis-Männer werden auch Biomann und Cis-Frauen Biofrau genannt.

Statt Cisgender wird auch „Zisgender“ gesagt. Statt „Cis-Mann“ wird auch „Zis-Mann“ und statt „Cis-Frau“ wird auch „Zis-Frau“ gesagt. Ferner wird auch von „Zissexualität“, „Zissexuellen“ und „Zisgeschlechtlichkeit“ (Cis-geschlechtlichkeit) gesprochen. (Übrigens: Der Ausdruck „zissexuell“ wurde von Volkmar Sigusch schon Anfang der 1990er Jahre geprägt.)

Das Gegenteil von Cisgender ist Transgender.

Cisgender zu sein, entspricht der Norm und dem Normalen. Die Mehrzahl der Bevölkerung ist Cisgender.

Woher kommt der Begriff „Cisgender“? Bedeutung

Der Ausdruck „Cisgender“ ist eine Reaktion auf den Ausdruck „Transgender“. Das Wort „Cisgender“ wurde von der Trans-Bewegung geprägt und macht die Norm sichtbar. (Denn wenn es eine Bezeichnung für „Transgender“ gibt, so muss es auch eine Bezeichnung für „Nicht-Transgender“ geben.)

Auch erfüllen die Ausdrücke „Cis-Mann“ und „Cis-Frau“ eine weitere Unterscheidung. Denn als „Mann“ und „Frau“ können sich alle Menschen bezeichnen, die sich selbst so identifizieren. Doch als „Cis-Mann“ oder „Cis-Frau“ kann sich nur bezeichnen, wer so geboren wurde bzw. das Geschlecht bei der Geburt zugeschrieben bekommen hat. (Damit kann ein „Cis-Mann“ nie ein „Trans-Mann“ sein. Analog gilt für Frauen: Eine „Cis-Frau“ kann nie eine „Trans-Frau“ sein.)

Während als Transgender Menschen bezeichnet werden, deren Geschlechtsidentität nicht mit ihren biologischen (und angeborenen) Geschlecht übereinstimmen, werden als Cisgender Menschen bezeichnet bei denen die Geschlechtsidentität mit ihrem biologischen (und angeborenen) Geschlecht übereinstimmen.

Innerhalb der Queer-Bewegung wird der Ausdruck „Cisgender“ kritisiert, da er eine binäre Einteilung der Menschen enthält. Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau – also nicht-binär – begreifen, fallen aus diesem Schema.

Was heißt „Cisgender“ auf deutsch? Übersetzung

„Cisgender“ bedeutet auf deutsch: „Cis-geschlechtlich“.

Die lateinische Vorsilbe „cis“ bedeutet „dieseits“. Das englische „gender“ bedeutet „Geschlecht“ und zwar in dem Sinne, dass dieses Geschlecht durch gesellschaftliche und kulturelle Umstände zustande gekommen ist.

Was heißt „Transgender“ auf deutsch? Übersetzung

Die lateinische Vorsilbe „trans-“ bedeutet „jenseits von“. „Gender“ bezeichnet wie bei Cisgender das durch kulturelle und gesellschaftliche Umstände zugeschriebene Geschlecht.

Bei Transgendern stimmt das bei der Geburt zugeschriebene Geschlecht nicht mit der Geschlechtsidentität über ein.

Was bedeutet Trans-Age, Trans-Abled, Trans-Racial, Trans-Height, Trans-Species?


Das Konzept des „Trans-Sein“ ist vielen durch das Transgender-Konzept bekannt. Bei Transgender erklärt eine Person, dass sie sich nicht mit ihrem angeborenen Geschlecht identifiziere und sich deswegen ein anderes Geschlecht wünscht. Die Personen berichten davon, dass sie einen Widerspruch zwischen der zugeschriebenen Eigenschaft und der selbst-erlebten Eigenschaft wahrnehmen.

Es gibt noch weitere Trans-Identitäten:

Was ist Trans-Age? Bedeutung erklärt

„Trans-Age“ ist eine Bezeichnung für Menschen, die sich nicht ihrem biologischen Alter zuordnen wollen und stattdessen behaupten, dass sie ein anderes – selbstgewähltes Lebensalter – aufweisen.

Der Begriff „Trans-Age“ erlangte Bekanntheit, als ein kanadischer Vater im Alter von 52 Jahren seine Frau und sieben Kinder verlies, um als 6-Jahre altes Mädchen, mit dem Namen Stefonknee, zu leben. Die Person lebt mittlerweile mit „Adoptiv-Eltern“ und verbringt ihre Zeit mit Puppen spielen und den Enkeln der „Adoptiv-Eltern“. Der Kanadier ist damit nicht nur Trans-Age, sondern auch Trans-Gender.

Der Kanadier wurde als verantwortungslos kritisiert, da er seine Familie allein ließ.

Quelle: Externer Link zum Beitrag auf dailymail.co.uk: hier.

„Trans-Age“ wird kritisiert, da „Trans-Ager“ ihren pädophilien Neigungen nachgehen können. Dies passiert, wenn sich ältere Personen zu Kindern erklären und dann ihre Zeit mit Kindern verbringen wollen.

Die Internet-Community reagierte auf die Idee „Trans-age“ teils spöttisch. Einige User sagten scherzhaft, dass sie sich fühlten, als ob sie 70 Jahre alt seien und sie deswegen jetzt in Rente gehen wollten. Andere sagten, dass sie erst 21 Jahre alt sind, sich aber wie 18 fühlen.

Was ist Trans-Height? Bedeutung erklärt

Diese Personen lehnen ihre wahre Körpergröße ab und behaupten, dass sie eine selbstgewählte Körpergröße haben. Diese Personen können auch die Körpergröße anderer Personen ablehnen. Dafür erschaffen sie eine Erklärung, dass jemand „außen“ z.B. zwar 1,80 Meter groß ist, aber „innen“ nur 1,60 Meter groß sei – oder umgekehrt.

Was ist Trans-Racial? Bedeutung erklärt

Diese Personen lehnen ihre angeborene Rasse bzw. Ethnie ab. Sie behaupten, dass sie einer anderen Rasse bzw. Ethnie angehören.

Was ist Trans-Abled? Bedeutung erklärt

Diese Personen behaupten, dass sie eine Behinderung haben. Im schlimmsten Fall fügen diese Personen sich selbst Verletzungen zu, um eine Behinderung zu erwerben.

Teils versuchen Person, die sich als „Trans-Abled“ empfinden, durch Verstümmelung eine Behinderung zu erwerben. Sie sagen über sich, dass sie sich falsch in ihrem Körper fühlen und sich deswegen wünschen, dass sie eine Behinderung erwerben. Diese Behinderung kann z.B. eine Gehbehinderung sein, bei der ein Bein fehlt. Auch berichten manche, dass sie sich eine Sehbehinderung wünschen. Diese Personen versuchen diese zu erlangen, in dem sie ihre Augen verletzen und sich selbst mutwillig erblinden lassen.

Was ist Trans-Innocent? Bedeutung erklärt

Diese Personen behaupten, dass sie sich als „unschuldig“ identifizieren, obwohl sie einer Tat überführt wurden.

Was ist Trans-Minortiy? Bedeutung erklärt

Diese Personen behaupten, dass sie sich als Angehöriger einer Minderheit identifizieren.

Was ist Trans-Species? Bedeutung erklärt

Diese Personen behaupten, dass sie eine andere Spezies seien, als ihre angeborene Spezies. So wurde z.B. von einer Frau berichtet, die behauptete, eine Katze zu sein.

Wie ist das möglich, dass Menschen sich als Trans erklären?

Personen, die sich als „Trans“ erklären, machen sie dies als Folge einer erlebten inneren Zerrissenheit. Manche berichten, dass sie zwar äußerlich aussehen, wie sie aussehen, sich aber inner nicht so fühlen. Durch die Zweigeteiltheit und der empfundenen mangelnden Übereinstimmung von Körper und Psyche entsteht, ein Gefühl der Zerrissenheit. Um inneren Frieden und innere Ruhe zu finden, nutzen diese Personen verschiedene Maßnahmen.

Trans-Personen unterscheiden zwischen angeborenen und empfundenen Eigenschaften. So ist z.B. die Rasse/Ethnie angeboren, aber diese Personen identifizieren sich nicht damit.

Bestimmte Trans-Identitäten können durch Tests überprüft werden, so z.B. Trans-Age, Trans-Abled, Trans-Height, Trans-Racial und Trans-Species.

Was vor der Trans-Identität war

Bevor eine Person sich als Trans erklärt, gehen diesem bestimmte Verhaltensweisen und Erfahrungen voraus. So z.B., bei „Trans-Agern“, die zuvor „Age-Play“ betrieben haben. Beim „Age-Play“ geht es darum, eine Person eines anderen Alters zu spielen. Meistens geht es darum, dass eine ältere Person in der Rolle das Alter einer jüngeren Person annimmt.

Auch bei „Trans-Species“ und „Trans-Abled“ passiert dieses „Play“. Diese Personen spielen ihre neue Rolle, entweder als Katze oder als Behinderter.

Auch bei „Trans-Gender“ passiert dieses Spielen, so z.B. in dem sie Kleidung des anderen Geschlecht tragen und den charakteristischen Gang des anderen Geschlechts üben. Diese Erfahrungen bilden die Grundlage, um sich später als Trans zu outen.

Was ist Genderwahn? Bedeutung erklärt


Der Ausdruck „Genderwahn“ ist eine abwertende und diffamierende Bezeichnung für als übertrieben und falsch empfundene Gleichstellungsmaßnahmen und Maßnahmen, die zu einer geschlechtergerechten und inklusiven Sprache führen sollen.

Was bedeutet Genderwahn? Bedeutung, Erklärung, Definition

Der Ausdruck „Genderwahn“ wird in konservativen und rechten Milieus verwendet. Damit werden Bemühungen, die zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und zu mehr Gleichstellung der Geschlechter führen sollen, kritisiert und verunglimpft.

Statt „Genderwahn“ wird auch „Gleichsstellungswahn“ oder „Gender-Ideologie“ gesagt.

Weiterhin werden mit dem Ausdruck „Genderwahn“ Gleichstellungs- und Gender-Forschungs-Projekte kritisiert. Dabei wird kritisiert, dass Kritik an Rollenbildern, Medien und Sterotypen, sowie Vorschläge für Maßnahmen, die zu mehr Geschlechtergleichstellung führen sollen, maßlos oder falsch seien.

Auch wird als „Genderwahn“ das empfunde ausufernde Erkennen von Diskriminierung, Rassismus, Ableismus, Sexismus, Schwulenfeindlichkeit, Lesbenfeindlichkeit und Islamophobie bezeichnet.

Synonyme für Genderwahn sind: Genderideologie, Genderwahnsinn und Gendergaga.

Beispiele Genderwahn

Als Genderwahn bezeichnete z.B. Antonia Niecke, Vorsitzende der Jungen Union Hamburg, die Doppelansprache von Bürgern mit „Bürgerinnen und Bürger“. Ebenso nannte sie die Doppelansprache von Wählern als „Wählerinnen und Wähler“.

Laut welt.de haben Gender-Studies-Studenten diskriminierende, rassistische und sexistische Inhalte im Lied „Einmal um die Welt“ des Rappers Cro gefunden. Dieses Funde wurden als „Genderwahn“ bezeichnet. Quelle: Externer Link zum Welt.de Beitrag: Link

Als weiteres Beispiel für Genderwahn nennt das Sat.1 Frühstücksfernsehen die Unisex-Toiletten. Quelle: Externer Link zum YouTube-Video: Link

Auch die österreichische Nationalhymne soll dem Genderwahn zum Opfer gefallen sein. Aus der Zeile „Heimat bist du großer Söhne“ wurde „Heimat großer Töchter und Söhne“. Hier wird kritisiert, dass die Hymne einfach geändert wird.

Die FAZ nennt als „Genderwahn“ Maßnahmen zur Änderung von kirchlichen Liedtexten. So wurde „so legt euch denn, ihr Brüder“ zu „so legt euch Schwestern, Brüder“. Aus der Liedziele „und unsern kranken Nachbarn auch“ wurde „und alle kranken Menschen auch“. Quelle: Externer Link zu Faz.net: Link

Facebook wurde dafür kritisiert, dass Mitglieder eines von über 50 Geschlechtern auswählen dürfen.

Weitere Beispiele zu Genderwahn:

Entscheidungen, dass Transgender-Personen sich in öffentlichen Gebäuden einfach eine Toilette aussuchen sollen, wurden als „Genderwahn“ kritisiert. Kritiker sagten, dass die Transgender-Person sich an dem Geschlecht, das in ihrer Geburtsurkunde steht, orientieren solle. Dieser Fall geschah in North Carolina.

Zum Begriff „Gender“

Der englische Begriff „Gender“ ist die Bezeichnung für das soziale Geschlecht eines Menschen. In der englische Sprache wird zwischen angeborenem Geschlecht (engl.: Sex) und dem sozialem/anerzogenem Geschlecht (engl.: Gender) unterschieden. Diese Unterscheidung gibt es in der deutschen Sprache nicht, so dass der englische Ausdruck „Gender“ in der Diskussion verwendet wird.

Bei Transpersonen stimmen das biologische Geschlecht und anerzogene Geschlecht nicht überein. Das heißt diese Personen empfinden sich nicht als einheitlich „weiblich“ oder eindeutig „männlich“.

Teils gehen Anhänger der Gender-Studies davon aus, dass Geschlechterrollen wie „Mann“ oder „Frau“ anerzogen sind und nicht auf biologischen Ursachen gründen.

Verbreitung des Ausdrucks „Genderwahn“

Der Ausdruck „Genderwahn“ verbreitet sich seit Juni 2008 in Deutschland. In diesem Monat gingen erste signifikante Suchanfragen bei Google.de an. Diese ebten schnell wieder ab und der Ausdruck „Genderwahn“ wurde unregelmäßig bei Google.de gesucht.

Der Ausdruck „Genderwahn“ erhielt massive Nachfrage im Oktober 2014. Diese führte dazu, dass die monatliche Suchnachfrage massiv stiegen.

Was ist das Gendersternchen? Bedeutung


Als Gendersternchen wird eine Maßnahme bezeichnet, die dazu dienen soll, dass eine geschlechter-gerechtere Sprache geschaffen wird. Das Gendersternchen ist hierbei eine Methode, um zu erreichen, dass viele verschiedene Menschen angesprochen werden.

Beispiel: Statt „Leserinnen und Leser“, „LeserInnen“ oder „Leser_Innen“ zu sagen, soll mit dem Gendersternchen nur noch „Leser*innen“ gesagt werden. Eine Variante mit großem Binnen-I existiert ebenfalls: „Leser*Innen“. Der Ausdruck „Leser*innen“ wird wie folgt ausgesprochen: „Leser“ und „Innen“. (Wie beim Wort Innenraum.)

Während bei „Liebe Leserinnen und Leser“, „LeserInnen“ oder „Leser_Innen“ nur weibliche und männliche Leser vermutlich angesprochen werden, sollen mit „Liebe Leser*innen“ nicht nur Männer, Frauen, sondern auch Menschen mit einer anderen Geschlechtsidentität angesprochen werden.

Weitere Beispiele:

  • Erzieher*innen
  • Kolleg*innen
  • Lehrer*innen
  • Politiker*innen
  • Pressesprecher*in
  • Schüler*innen

Die Beriner Landeszentrale für Politische Bildung verwendete in der Austellung „Berlin im Wandel“ die Ausdrücke „Fries*innen“ und „Holländer*innen“ als Bezeichnung für Personen aus Friesland und Holland, die sich in Berlin nach dem Dreißigjährigen Krieg niederließen.

Die SPD-Politikerin Katarina Barley hat sich als erstes des Bundesregierung Merkel IV für die Aufnahme des Gendersterns in den Duden ausgesprochen.

Die Genderstern-Maßnahme für eine geschlechter-gerechte Sprache finden statt, da bisherige Schreibweisen diskriminierend sein sollen.

Weitere Schreibweise: Gender-Sternchen

Kritiker: Gendersternchen

Kritiker diffamieren die Genderstern-Maßnahmen als „Genderwahn“ und erschaffen Wortungetümer, die die Gender-Maßnahmen für eine geschlechter-gerechtere Sprache ad absurdum führen, so z.B. „Tisch“ und „Tischinnen“; „Menschen und Menschinnen“; „Kinder und Kinderinnen“.

Linguisten sprechen sich dafür aus, dass herkömmliche Bezeichnungen wie „Leser“ oder „Leserschaft“ ausreichen, da sie Frauen und andere Geschlechtsidentitäten mitansprechen. Sie sprechen sich dafür aus, dass das generische Maskulinum weiter verwendet wird.

Gendersternchen in den Duden?

2018 wurde bekannt, dass der Rat für deutsche Rechtschreibung darüber diskutiert, ob das Gendersternchen in den Duden aufgenommen werden soll. Nach bisherigen Ergebnissen kommt der Genderstern nicht in den Duden. (Stand Juli 2018)

Damit reagierte der Rat der deutschen Rechtschreibung auf eine Anfrage der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung. Diese hatte, um Formulierungsempfehlungen gebeten, die dafür sorgen, dass nicht nur Männer und Frauen, sondern auch Menschen, die sich anders identifizieren, angesprochen werden. (Z.B. Interesexuelle, Trans-Personen)

Für die Anfrage sorgte das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, dass für ein drittes Geschlecht im Geburtenregister aussprach.

Weiteres zum Sternchen

Das Sternchen hat in der Informatik eine Rolle als Platzhalter. In diesem Sinne kann es auch verstanden werden.

Gender Mainstreaming

Bedeutung: Sammelbegriff für politische Geschlechtsumwandlung und -neutralisierung. Als „Gender Mainstreaming“ werden Maßnahmen bezeichnet, welche die Unterscheide der Geschlechter aufheben sollen und eine geschlechtsneutrale Gleichheit herstellen sollen. Hierzu zählen Maßnahmen wie Quotenregelungen, einseitige Förderungen für Frauen, Kurse gegen Sexismus und Veränderungen der Sprache bzw. Verbote bestimmter Ausdrücke (Political Correctness).

„Gender Mainstreaming“ besteht aus zwei Begriffen:

„Gender“ ist ein Gegenbegriff für das englische Wort „Sex“. Während „Sex“ das biologische Geschlecht bezeichnet, steht „Gender“ für das kulturelle – also das anerzogene – Geschlecht, im Sinne einer Rolle. (Für Gender gibt es aktuell kein adäquates deutsches Wort.)

Anhänger der Gender-Ideologie glauben nicht an angeborenes Geschlechterverhalten, sondern behaupten, dass männliches und weibliches Verhalten erlernt sowie durch die Gesellschaft anerzogen wird. Dies würden bedeuten, dass viele Männer sich für Brüste und Autos interessieren, weil sie dazu erzogen wurden – nicht wegen ihrer Biologie. 😉 Umgekehrt würde dies für Frauen bedeuten, dass diese sich „hübsch machen“, weil die Gesellschaft es von ihnen verlangt. Ebenso kann behauptet werden, dass Menschen Kleidung tragen, sich nicht ihren Trieben hingeben und Fit bleiben, weil sie dazu erzogen wurden.

Vertreter der Gender-Theorie betrachten Erziehung als Einschnitt in die Persönlichkeit eines Menschen, welcher die freie Entfaltung verhindert. – Ohne es zu wissen, haben diese Theoretiker kulturelle Normen obsolet gemacht und Teile der Gesellschaft in einen archaischen Naturzustand zurückversetzt, wo z.B. das Recht des Stärken dient und wenig Sympathie für Schwäche vorhanden ist. Folgende sind z.B. weniger Eheschließungen, sexuelle Promiskuität, Zerstörung der Kernfamilie und ein Geschlechterkampf. Dies hat zur Folge, dass das Vertrauen zwischen Männern und Frauen verringert wurde.

„Mainstreaming“ bezeichnet das Ziel der Gender-Theorie. Diese soll in die Mitte der Gesellschaft verankert werden und so zur Hauptströmung werden.

Gender Mainstreaming kann sehr leicht ad absurdum geführt werden: Wie kann es sein, dass Menschen im falschen Körper mit falschem Geschlecht geboren werden, wenn doch das Geschlechterverhalten nur erlernt ist. 😉