Was bedeutet Gendern, Gendering, Gendergerechte Sprache? Bedeutung, Definition, Beispiele, Kritik

Als Gendern und Gendering werden sprachliche Maßnahmen bezeichnet, die dafür sorgen sollen, dass eine gendergerechte, geschlechterneutrale und geschlechtergerechte Sprache entsteht und alle Geschlechter explizit genannt werden. Dadurch soll eine sprachliche Benachteiligung aufgehoben werden und alle Menschen sollen sich gleichwertig angesprochen fühlen. Damit soll Wertschätzung gezeigt werden.

Beispiele für Gendern und Gerndering:

  • Statt „Lehrer“ wird „Lehrende“, „Lehrperson“, „Lehrer*in(nen)“ gesagt.
  • Statt „Polizisten“ wird „Polizeikräfte“, „Polizeileute“ oder „Polizist*innen gesagt.
  • Statt „Radfahrer“ wird „Radfahrende“ oder „Radfahrer*innen“ gesagt.
  • Statt „Hater“ wird „Hatende“ oder „Hater*innen“ gesagt.
  • Statt „Studenten“ wird „Studierende“, „Student*innen“ oder „Studentx“ gesagt.
  • Statt „Arbeitnehmer“ wird „Arbeitnehmende“ oder „Arbeiternehmer*innen“ gesagt.
  • Statt „Stellvertreter“ wird „Stellvertretende“ gesagt.
  • Statt „Krankenschwester“ soll „Pflegepersonal“ gesagt werden.
  • Statt „Leser“ soll „Lesende“ oder „Leser*innen“ gesagt werden.
  • Statt „Wähler“ soll „Wähler*innen“ oder „Wählende“ gesagt werden.
  • Statt „Antragsteller“ soll „antragstellende Person“ oder „Antragsteller*innen“ gesagt werden.

Andere Gender-Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass z.B. die Worte „Frauen und Männer“ durch „Menschen“, „Personen“ oder „Leute“ ersetzt werden.

Auch soll das „man“ aus der Sprache entfernt werden. Statt zu sagen, „Man kann das tun.“ soll z.B. gesagt werden: „Es ist möglich das zu tun.“

Das Wort „Rednerpult“ wurde z.B. zu „Redepult“ gegendert, da „Redner“ nur Männer meinen soll.

Warum muss gegendert werden?

Das Gendern wird unter der Annahme durchgeführt, dass viele Menschen in der bisherigen Sprache nicht explizit genannt und angesprochen werden. Verteidiger der bisherigen Sprache argumentieren, dass Frauen und andere Geschlechter jedoch mitgemeint sind. Gendern soll nun dafür sorgen, dass explizit alle Geschlechter angesprochen werden und diese sich auch angesprochen fühlen.

In der bisherigen Sprache wird das generische Maskulinum verwendet. Das bedeutet, unabhängig vom Geschlecht einer Person wird ein maskulines Substantiv oder Pronomen gebraucht. Männer und Frauen sind damit gleichermaßen gemeint. Das Wort „Forscher“ kann also Frauen und Männer bezeichnen. Es gibt auch das generische Femininum. So sind z.B. erst einmal alle Katzen weiblich. Es wird „die Katze“ gesagt.

In den 1970er Jahren entstand im Rahmen der feministischen Bewegung auch die feministische Linguistik und Sprachkritik. Sie sorgte für ein Hinterfragen und in Frage stellen des generischen Maskulinums.

So wurde dem generischen Maskulinium vorgeworfen, dass es dafür sorge das Männer sprachlich überrepräsentiert sind. Da Sprache auch die Weltsicht prägt, soll dies für Ungerechtigkeit sorgen.

Beispiel für gendern: Gendersternchen

Beispiel: Von „Ärzten“ zusprechen, soll – nach Gender-Interpretation – nur männliche Ärzte meinen. Deswegen wird die Lösung vorgeschlagen: „Ärzt*innen“. Das Wort „Ärzt*innen“ spricht nun alle männliche Ärzte, weiblichen Ärzte und Ärzte, deren Geschlecht nicht männlich oder weiblich ist.

Der sogenannte Genderstern im gegenderten Wort dient als Platzhalter und dient dazu auch Menschen anzusprechen, deren Geschlecht weder männlich noch weiblich ist. (Bei „Ärztinnen und Ärzte“ würden sich nur Männer und Frauen angesprochen fühlen.)

Ausgesprochen wird das Wort „Ärzt*innen“ wie folgt: „Ärzt Innen“.

Ein angehängtes „-in“ an ein Wort wird aus Perspektive der Gender-Wissenschaft kritisiert, da dies dafür sorgt, dass Frauen nur ein Anhang sind und die männliche Form zur Norm wird.

Was bedeutet Gender? Was ist Gender? Bedeutung

„Gender“ ist ein englischer Begriff, der in die deutschen Sprache übernommen wurden. „Gender“ steht für das kulturelle und soziale Geschlecht einer Person. Das Gegenteil ist das biologische Geschlecht.

„Gender“ basiert auf der Annahme, dass jemand ein angeborenes biologisches Geschlecht hat und ein anerzogenes Geschlecht.
In der englischen Sprache ist die sprachliche Unterscheidng zwischen angeborenen und angezogenem Geschlecht leichter. Das angeborene und biologische Geschlecht heißt „sex“ und das anerzogene und kuluruelle Geschlecht heißt „gender“. Damit hat jeder Mensch „sex“ und „gender“.

Kritik am Gendern und der Gendergerechten Sprache

Kritiker werfen der gegenderten Sprache vor, dass sie umständlich und ineffizient ist. Dies ist faktisch auch korrekt, da aus einem kurzen Wort ein langes Wort wird. (Statt „Schüler“ wird „Schüler*innen“ gesagt.) Auch sorgt das Gendern dafür das Sprache verbogen wird und die Aussprache sich ändert. (Statt „Studenten“ wird „Student*innen“ oder „Studierende“ gesagt.)

Zwischen dem grammatischen Geschlecht (Genus) und biologischen Geschlecht besteht – laut Gender-Kritikern – kein fester Zusammenhang. (Beispiel: Es wird „die Sonne“ und „der Mond“ gesagt.) Laut Gender-Wissenschaft soll es einen Zusammenhang geben.

Gendergerechte Sprache lässt sich nicht konsequent durchsetzen. So muss bei jeder sprachlichen Verwendung von einer Bezeichnung überprüft werden, ob sie gegendert werden muss. Dies verkompliziert die Sprache. Insbesondere, wenn Fälle wie Genetiv, Dativ oder Akkusativ auf gegenderte Sprache angewendet werden, wird es kompliziert.

Kritiker sagen, dass Gendern die Lage von Frauen oder anderen Geschlechtern nicht verbessere. Ungleiche Gehälter oder Benachteiligungen bleiben nach dem Gendern bestehen. Die Sprache zu ändern, ändert nicht die Wirklichkeit.

Kritiker werfen vor, dass die gegenderte Sprache Männer ausschließe. So werden z.B. im Wort „Professor*innen“ Frauen und andere Geschlechter angesprochen, aber nicht Männer („Professoren“).

Ein weiterer Kritikpunkt an der gegenderten Sprache ist, dass diese Maßnahmen von oben verordnet werden und einen teils staatlichen Eingriff in die Sprache darstellen. Damit gehen die Gender-Sprachmaßnahmen an der Lebensrealität der Menschen und normalen Sprecher vorbei. Sie wirken bevormundend.

Gendern: Weitere Bedeutung

„Gendern?! Gleichberechtigung in der Sprache – Ein Für und Wider“ ist ein Buch, dass im Dudenverlag erschienen ist.

„Richtig gendern: Wie Sie angemessen und verständlich schreiben“ ist ein Buch, dass im Dudenverlag erschienen ist.

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