Was bedeutet „alte weiße Männer“? Wer sind sie? Bedeutung, Definition, Erklärung

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„Alte weiße Männer“ ist ein Feindbild von Feministen und politisch links eingestellten Menschen. Diesen Männern wird unterstellt für folgende Dinge zu stehen oder dafür verantwortlich zu sein:

  • Ausgrenzung und Benachteiligung von Frauen und Minderheiten
  • Ausgrenzung von Ausländern
  • Chancenungleichheit
  • Distanz bis Ablehnung der multikulturellen Gesellschaft
  • Patriarchat
  • Rassismus / Alltagsrassismus
  • Sexismus / Alltagssexismus
  • Starre bzw. enge Geschlechterrollen
  • Strukturelle Diskriminierung
  • Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen (Gender-Pay-Gap, Lohnungleichheit)
  • Zerstörung der Umwelt, Zerstörung des Klimas

Ferner sollen alte weiße Männer an vielen Missständen und vielem Leid dieser Welt verantwortlich sein.

Der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist für einige alte weiße Männer eine Provokation und wird teils als Beleidigung empfunden.

Der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist eine Übersetzung aus der englischen Sprache. Dort wird unter anderem von „old white man“ oder „angry white male“ gesprochen.

Wer sind „alte weiße Männer“? Was macht sie aus? Was sind ihre Merkmale?

„Alte weiße Männer“ meint im Allgemeinen wirklich alte Männer mit weißer Haut, die über 45 Jahre alt sind. Jedoch sind das angeborene Merkmal der Hautfarbe und das Alter nicht genug. „Alte weiße Männer“ meint Männer aus der westlichen Welt mit einer bestimmten Weltanschauung und die auf bestimmte Arten privilegiert sind. Sie haben z.B. einen höheren sozialen Status, bessere Bildung genossen und wurden im Berufsleben bevorzugt behandelt. Diese alten weißen Männer besitzen Wohlstand und sind konservativ eingestellt.

Im speziellen sind mit „alte weiße Männer“ meist weiße Männer in Führungsetagen, Chefposten und anderen Führungspositionen gemeint. Es geht z.B. um Männer, die Präsident eines Landes oder einer Gruppe sind. Auch geht es um Männer, die in der Politik und in Parteien Chef sind und Verantwortung tragen. Auch sexistische Machos gelten als alte weiße Männer.

Diese mächtigen (weißen) Männer lieben ihre Macht, Dominanz und Privilegien. Sie tun viel dafür diese auszubauen und zu erhalten.

Charakteristisch für „alte weiße Männer“ ist, dass sie sich ihre Privilegien und ihre Überlegenheit nicht eingestehen. Sie stellen sich gegen den Wandel der Gesellschaft und teils gegen liberale Werte. Sie verschließen sich, ihren eigenen Sexismus oder Rassismus zu hinterfragen. Sie verschließen sich ihre Sprache zugunsten von politisch-korrekten Begriffen zu ändern.

Alte weiße Männer überlassen Frauen die Hausarbeit und das Erziehen der Kinder. Diese alten weißen Männer halten an veralteten Rollen- und Gesellschaftsbildern fest. Teils weigern sie sich ihre Weltsicht zu ändern und neue Umstände der Gesellschaft zu akzeptieren.

Mit dem Attribut „alt“ wird den alten weißen Männern unterstellt, dass sie auf eine Art und Weise rückwärtsgewandt sind, der alten Zeit hinterhertrauern und damit im Konflikt mit der neuen Zeit stehen.

Siehe auch: Was ist Identitätspolitik?

Kritik am Begriff „Alte weiße Männer“

Menschen nach mindestens einem bestimmten angeborenen Merkmal einer Gruppe zuzuordnen, ist (eigentlich) rassistisch. Der Ausdruck „alte weiße Männer“ ist damit ein Ausdruck für umgekehrten Rassismus.

Das Feindbild „Alte weiße Männer“ ist eine starke Vereinfachung, denn längst sind nicht alle alten weißen Männer gleich oder haben der Welt gleich geschadet.

Umstände wie das Männer früher als Frauen sterben werden beim Ausdruck „alte weiße Männer“ meist nicht thematisiert.

„Alte weiße Männer“ von Sophie Passmann

„Alte weiße Männer“ heißt ein 2019 veröffentlichtes Buch von Sophie Passmann. Du findest „Alte weiße Männer“ auf Amazon hier* (*Externer Link zu Amazon und Provisionslink.)

Das Buch zeigt die Interviews, die Sophie Passmann mit 16 alten weißen Männern geführt hat. In diesen Interviews redet sie mit Männern über Feminismus. Sie traf unter anderem:

  • Kai Diekmann (ehemaliger Chefredakteur der BILD-Zeitung)
  • Robert Habeck (Politiker von Bündnis 90 / Die Grünen)
  • Kevin Kühnert (SPD-Politiker)
  • Rainer Langhans (Schauspieler; Mitglied der Kommune I)
  • Sascha Lobo (Blogger)
  • ihren Vater
  • Werner Patzelt (Politikwissenschaftler)
  • Ulf Poschardt (Chefredakteur von „Die Welt“)
  • Peter Tauber (CDU-Politiker)
  • Christoph Amend (Chefredakteur „Zeit-Magazin“)
  • Claus von Wagner (Kabarettist bei „Die Anstalt“)
  • Tim Raue (Koch)
  • Micky Beisenherz (Autor)
  • Carl Jakob Haupt (Blogger)
  • Marcel Reif (Journalist)
  • Jörg Thadeusz (Journalist)

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