Was ist ein Demiboy? Was ist ein Demigirl? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Demiboy, Was ist ein Demigirl, Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Demiboy? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wer sich selbst als Demiboy bezeichnet, fühlt sich zumindest halb oder zum überwiegenden Teil als Mann. In der Regel sind Demiboys mit männlichen Geschlechtsteilen und mit einem männlichen Körper geboren.

Was ist ein Demigirl? Bedeutung, Definition, Erklärung

Dasselbe gilt für Demigirls. Sie fühlen und erkennen sich selbst als weiblich – jedoch nicht zu einhundert Prozent. „Demigirls“ sind in der Regel mit weiblichen Geschlechtsteilen in einem weiblichen Körper geboren.

Auf Deutsch heißen die Begriffe Demimann und Demifrau. „Demi“ ist eine griechische Vorsilbe für „halb“.

Was bedeutet „Demigender“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Alltag bedeutet das, dass sich Demigender-Menschen nicht mehr voll mit den alten Geschlechterbildern identifizieren können. So kann ein Demimann (Demiboy) trotz männlicher Erscheinung, Hobbys und weiblicher Partnerin plötzlich Lust bekommen, Lippenstift auszuprobieren.
Eine Demifrau (Demigirl) dagegen kann ein äußerst feminines Erscheinungsbild haben und einzelne sehr männliche Verhaltensweisen zeigen.

Demiboy, Demigirl: Die neuen Geschlechter / Gender

Seit etwa einem Jahrzehnt nehmen die neuen Geschlechter rasant zu. Erst waren es schwule, lesbische und Trans-Menschen, die in die Gesellschaft integriert wurden (und werden). Nun kommen neue Geschlechteridentitäten hinzu. Es scheint eine weltweite Entwicklung im Gange zu sein, in deren Zug die alten Geschlechterstigmata zunehmend Auflösung finden.

Insgesamt ist diese Entwicklung begrüßenswert, da sie das endgültige Ende des seit Jahrhunderten tobenden Geschlechterkampfes bedeuten könnte. Denn starre Einteilungen in „Mann“ und „Frau“ haben in der Vergangenheit zur Ausgrenzung und Abwertung von Menschen geführt, die eben nicht diesen Einteilungen entsprachen.

Wie sich Menschen identifizieren:

Menschen identifizieren sich, die eigene Persönlichkeit oder den Körper über Wahrnehmungsmuster. Das sind psychologische Effekte, die innerhalb der menschlichen Existenz normal sind. Die großen Psychotherapeuten Sigmund Freund und C.G. Jung nannten solche Muster auch Archetypen oder kollektive Identifikationsmuster.

Die Sichtweise, was und wie ein Mann oder eine Frau ist, kann über Jahrhunderte weitergegeben werden, ohne dass dies einer tatsächlichen „Wahrheit“ entsprechen würde. Viel mehr ist es ein Muster, das nach Belieben verändert werden kann, wenn die Menschen ihm nicht mehr folgen.

So haben sich beispielsweise geschlechtsbezogene Muster etabliert, die der freien Entfaltung des Menschen heute im Wege stehen (Frauen sind schwach, Männer weinen nicht usw.).

Bei den neuen Geschlechtern geht die Identifikations-Variation noch viel weiter. Sie können in manchen Spielarten selbst das biologische Geschlecht nicht mehr eindeutig wahrnehmen und zuordnen. Das muss aber nicht zwangsläufig die Ablehnung der Geschlechtlichkeit (bzw. der Geschlechtsorgane) bedeuten. Vielmehr werden alte psychologische Bewertungsmuster nicht mehr unterstützt.

Nonbinärer Genderidentitäten: Demiboy, Demigirl: Bedeutung, Definition, Erklärung

Die derzeit neu entstehenden Geschlechteridentitäten fasst man als „nicht-binär“ (Non-binary) zusammen. Das bedeutet, dass sich Angehörige nicht eindeutig als Mann oder Frau verstehen.

Ganz ähnliche Begriffe sind Transgender und Queergender.

Transgender bezeichnet in der Regel Menschen, die sich nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht eindeutig zugehörig fühlen (können sich in der Folge aber als Mann oder Frau wahrnehmen „Trans-Menschen“).

Queergender sind Menschengruppen, die sich keiner Gruppe wirklich zuordnen wollen. Menschen, die eine Mischung aus mehreren der neuen Geschlechter verkörpern, bezeichnen sich ebenfalls bevorzugt als Queergender.

Im Vergleich zu anderen neuen Geschlechtsmodellen fühlen sich Demiboys und Demigirls überwiegend männlich beziehungsweise weiblich.

Weitere Ausprägungen der neuen Geschlechter sind:

Bigender – beidgeschlechtlich

In diese Gruppe fallen die bisexuellen Menschen. Sie fühlen sich in der Regel ihrem Geburtsgeschlecht weitestgehend zugehörig. Als Sexual- und Lebenspartner lieben sie Männer als auch Frauen.

Trigender – dreigeschlechtlich

Trigender sehen sich selbst als Mann, als Frau sowie als drittes Geschlecht. Sie lehnen keine der drei Möglichkeiten ab und verkörpern alle in einer Person.

Pangender – allgeschlechtlich

Pansexuelle Menschen definieren sich als Lebewesen außerhalb jeglicher Geschlechterrollen. Sie sehen sich als Menschen, ohne das Bedürfnis eine Geschlechterzugehörigkeit zu definieren. Pansexuelle Frauen lieben Männer als auch Frauen sowie alle Arten der nonbinären Geschlechtlichkeit. Für Pansexuelle steht der Mensch im Vordergrund und so prägten sie auch den heute schon recht verbreiteten Begriff „Lieblingsmensch“ für den Partner.

Genderfluid – fließendes Geschlecht

Diese Menschen bewegen sich fließend zwischen den Geschlechterrollen hin und her. Sie können sich als bigender, trigender, pansexuell, männlich, weiblich usw. wahrnehmen. Sie haben keine Probleme mit den Geschlechterdefinitionen und leben flexibel die bevorzugten Stile aus.

Agender bzw. genderneutral – ungeschlechtlich

Die ungeschlechtlichen Menschen empfinden sich innerlich keinem Geschlecht zugehörig. Im Gegensatz zu den Pangendern, die geschlechterübergreifend agieren, empfinden sich Agender geschlechtsleer.

Das dritte Geschlecht ist offiziell

Auf die enorme Welle der neuen Geschlechtsidentifikation musste schließlich auch die Staatsgewalt reagieren. Seit Ende 2018 gibt es im deutschen Recht das dritte Geschlecht. Abgekürzt wird es mit „divers“.

Eltern und erwachsene Menschen haben nun die Möglichkeit sich offiziell als „weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig“ registrieren zu lassen. Das bedeutet, dass das Geschlecht in der Geburtsurkunde standesamtlich auch später noch geändert werden kann.

Siehe auch: Was bedeutet „m/w/d“ in Stellenanzeigen?

Wie lautet die richtige Ansprache für einen Angehörigen des dritten Geschlechts?

Momentan wird das dritte Geschlecht offiziell noch mit dem augenscheinlichen Geschlecht angesprochen. Eine dritte Höflichkeitsformel gibt es derzeit nicht.

Der deutsche Rat für Rechtschreibung ist allerdings schon mit dem Auffinden einer solchen geschlechtsneutralen oder geschlechterübergreifenden Anrede beauftragt.
Momentan beobachten die Hüter und Erschaffer unserer Sprache die weitere Entwicklung.

Von offizieller Seite wird empfohlen, im Zweifelsfall einfach nachzufragen: „Wie darf ich Sie denn Ansprechen?“, wäre die geschickte Lösung beim Zusammentreffen mit einem Angehörigen der nonbinären Geschlechter.

Im Falle der Demiboys und Demigirls dürfte die Ansprache mit Herr und Frau kein Problem darstellen. Wie bereits erwähnt, fühlen sich beide größtenteils dem körperlichen Geschlecht zugehörig.

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