Was ist Genderwahn? Bedeutung erklärt

Der Ausdruck „Genderwahn“ ist eine abwertende und diffamierende Bezeichnung für als übertrieben und falsch empfundene Gleichstellungsmaßnahmen und Maßnahmen, die zu einer geschlechtergerechten und inklusiven Sprache führen sollen.

Der Ausdruck „Genderwahn“ wird in konservativen und rechten Milieus verwendet. Damit werden Bemühungen, die zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und zu mehr Gleichstellung der Geschlechter führen sollen, kritisiert und verunglimpft.

Statt „Genderwahn“ wird auch „Gleichsstellungswahn“ oder „Gender-Ideologie“ gesagt.

Weiterhin werden mit dem Ausdruck „Genderwahn“ Gleichstellungs- und Gender-Forschungs-Projekte kritisiert. Dabei wird kritisiert, dass Kritik an Rollenbildern, Medien und Sterotypen, sowie Vorschläge für Maßnahmen, die zu mehr Geschlechtergleichstellung führen sollen, maßlos oder falsch seien.

Auch wird als „Genderwahn“ das empfunde ausufernde Erkennen von Diskriminierung, Rassismus, Ableismus, Sexismus, Homophobie und Islamophobie bezeichnet.

Beispiele Genderwahn

Als Genderwahn bezeichnete z.B. Antonia Niecke, Vorsitzende der Jungen Union Hamburg, die Doppelansprache von Bürgern mit „Bürgerinnen und Bürger“. Ebenso nannte sie die Doppelansprache von Wählern als „Wählerinnen und Wähler“.

Laut welt.de haben Gender-Studies-Studenten diskriminierende, rassistische, sexistische und homophobe Inhalte im Lied „Einmal um die Welt“ des Rappers Cro gefunden. Dieses Funde wurden als „Genderwahn“ bezeichnet. Quelle: Externer Link zum Welt.de Beitrag: Link

Als weiteres Beispiel für Genderwahn nennt das Sat.1 Frühstücksfernsehen die Unisex-Toiletten. Quelle: Externer Link zum YouTube-Video: Link

Auch die österreichische Nationalhymne soll dem Genderwahn zum Opfer gefallen sein. Aus der Zeile „Heimat bist du großer Söhne“ wurde „Heimat großer Töchter und Söhne“. Hier wird kritisiert, dass die Hymne einfach geändert wird.

Die FAZ nennt als „Genderwahn“ Maßnahmen zur Änderung von kirchlichen Liedtexten. So wurde „so legt euch denn, ihr Brüder“ zu „so legt euch Schwestern, Brüder“. Aus der Liedziele „und unsern kranken Nachbarn auch“ wurde „und alle kranken Menschen auch“. Quelle: Externer Link zu Faz.net: Link

Facebook wurde dafür kritisiert, dass Mitglieder eines von über 50 Geschlechtern auswählen dürfen.

Weitere Beispiele zu Genderwahn:

Entscheidungen, dass Transgender-Personen sich in öffentlichen Gebäuden einfach eine Toilette aussuchen sollen, wurden als „Genderwahn“ kritisiert. Kritiker sagten, dass die Transgender-Person sich an dem Geschlecht, dass in ihrer Geburtsurkunde steht, orientieren solle. Dieser Fall geschah in North Carolina.

Zum Begriff „Gender“

Der englische Begriff „Gender“ ist die Bezeichnung für das soziale Geschlecht eines Menschen. In der englische Sprache wird zwischen angeborenem Geschlecht (engl.: Sex) und dem sozialem/anerzogenem Geschlecht (engl.: Gender) unterschieden. Diese Unterscheidung gibt es in der deutschen Sprache nicht, so dass der englische Ausdruck „Gender“ in der Diskussion verwendet wird.

Bei Transpersonen stimmen das biologische Geschlecht und anerzogene Geschlecht nicht überein. Das heißt diese Personen empfinden sich nicht als einheitlich „weiblich“ oder eindeutig „männlich“.

Teils gehen Anhänger der Gender-Studies davon aus, dass Geschlechterrollen wie „Mann“ oder „Frau“ anerzogen sind und nicht auf biologischen Ursachen gründen.

Verbreitung des Ausdrucks „Genderwahn“

Der Ausdruck „Genderwahn“ verbreitet sich seit Juni 2008 in Deutschland. In diesem Monat gingen erste signifikante Suchanfragen bei Google.de an. Diese ebten schnell wieder ab und der Ausdruck „Genderwahn“ wurde unregelmäßig bei Google.de gesucht.

Der Ausdruck „Genderwahn“ erhielt massive Nachfrage im Oktober 2014. Diese führte dazu, dass die monatliche Suchnachfrage massiv stiegen.

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