Was ist „Love-Bombing”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Love-Bombing” wird für eine manipulative Verhaltensverweise beim Dating verwendet. Beim „Love-Bombing” wird eine Person, häufig bereits beim ersten Date, vom Gegenüber mit intensiven Liebesäußerungen und Anerkennung überrumpelt. Dazu gehören häufige Nachrichten, verstärktes Interesse und frühe Liebeserklärungen.

Was ist „Love-Bombing”? Bedeutung, Definition, Erklärung

Diese Anzeichen für „Love-Bombing” werden von Betroffenen zunächst als süß und charmant wahrgenommen. Ziel des „Love-Bombing” ist es allerdings, das Gegenüber emotional abhängig zu machen. Häufig wird dann nach kurzer Zeit der Wunsch geäußert, zusammenzuziehen, oder eine längere Urlaubsreise zu machen.

Die Bedeutung hinter dem Begriff „Lovebombing”

Das Wort „Bombing”, also „bombardieren” deutet auf die Fülle und die Intensität der Liebesbekundungen hin, die anfangs von „Love-Bombern” geäußert werden. Wie bei einer Bombe, deren Aufprall eine große Explosion erzeugt, die irgendwann jedoch versiegt und einen Krater hinterlässt, endet diese Phase jedoch schnell. „Love-Bomber” zeigen plötzlich eine andere Seite von sich.

Kommen Betroffene den Wünschen von „Love-Bombern” nämlich nicht nach, so reagieren diese mit Schuldzuweisungen, Streitsucht und Demütigungen. Betroffenen wird vorgeworfen, die Liebe nicht ausreichend zu erwidern. Normale Wünsche (Hobbies, Zusammensein mit Freunden, Privatsphäre) werden dann vom „Love-Bomber” nicht mehr akzeptiert. Betroffene werden als selbstsüchtig dargestellt, wenn sie das Bedürfnis nach eigener Lebensführung äußern. Das kann sich bis in kleinste Lebensbereiche wie die Auswahl der Kleidung ausweiten.

Grundsätzlich bestrafen „Love-Bomber” ungewünschtes Verhalten des Gegenüber mit Schweigen, Ablehnung und Abwertungen. Verhalten sich Betroffene wieder wie gewünscht, kehren die Liebesbekundungen zurück. So versuchen „Love-Bomber” ihre Gegenüber dazu zu bewegen, sich genau so zu verhalten, wie sie es wollen. Sie nutzen das entstandene emotionale Abhängigkeitsverhältnis aus, um völlige Kontrolle über Betroffene zu erhalten.

Deshalb hat sich der Begriff „Love-Bombing” für dieses spezifische Phänomen in der Umgangssprache etabliert. Von Psychologen wird „Love-Bombing” als eine Form von psychologischer Manipulation zunehmend anerkannt.

„Love-Bombing” als Ausdruck einer schwierigen Persönlichkeit

Über Geschlechterverhältnisse beim „Love-Bombing” gibt es keine offiziellen Studien und Statistiken. Es wird jedoch angenommen, dass die meisten „Love-Bomber” Männer sind. Als Ursache für das manipulativ-kontrollierende Verhalten von Männern werden eine geringe Selbstachtung vermutet.

Es wird auch angenommen, dass viele zum „Love-Bombing” neigende Männer eine verstärkte narzisstische Persönlichkeit besitzen. Diese lässt sich unter anderem daran erkennen, dass solche Männer auch außerhalb ihrer Beziehung dazu neigen, anderen die Schuld für eigenes Fehlverhalten zu geben. „Love-Bombing” durch Frauen mit ähnlichen Persönlichkeitsmerkmalen ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Love-Bombing erkennen

Die in fast jeder neuen Beziehung vorkommenden Gefühle – starke Emotionalität und ein Gefühl von Schwerelosigkeit – sind vom spezifischen Phänomen des „Love-Bombing” zu trennen. Dieses ist vielmehr dadurch gekennzeichnet, dass die psychologische Taktik eines Wechsels aus Lob und Strafe bewusst eingesetzt wird.

Betroffene von „Love-Bombing” befinden sich in einer Situation des emotionalen Missbrauchs. Diese macht es ihnen häufig schwer, das „Love-Bombing” überhaupt zu erkennen. Wenn die darauf hindeutenden Verhaltensweisen des Partners erkannt werden, haben Betroffene trotzdem große Probleme, sich aus dem negativen Verhältnis zu lösen. Sie könnten selbst große Gefühle zu ihrem manipulativen Partner entwickelt haben. Darüber hinaus werden Trennungsversuche von „Love-Bombern” selten akzeptiert.

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