Mindestlohn 2021: Höhe Brutto und Netto

Mindestlohn 2021, Höhe Brutto und Netto


Der gesetzliche Mindestlohn beträgt in Deutschland vom 1. Januar 2021 bis zum 30. Juni 2021 9,60 Euro brutto pro Stunde. Zum 1. Juli 2021 wird der Mindestlohn auf 9,82 Euro brutto pro Stunde erhöht.

Der Mindestlohn von 9,82 Euro brutto pro Stunde gilt vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022. Ab dem 1. Juli 2022 gilt ein Mindestlohn von 10,45 Euro brutto pro Stunde.

Die Mindestlohnhöhen und -zeiträume beschloss das Bundeskabinett am 28. Oktober 2020.

Wie viel ist Mindestlohn 2021 gestiegen?

Der gesetzliche Mindestlohn betrug im Jahr 2020 9,35 Euro brutto pro Stunde. Der neue Mindestlohn von 9,60 Euro brutto pro Stunde, der in der ersten Hälfe des Jahres 2021 gilt, stellt eine Steigerung um 0,25 Euro brutto pro Stunde bzw. 2,67 Prozent dar.


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Die Steigerung des Mindestlohns (für die zweite Hälfte des Jahres 2021) von 9,60 auf 9,82 Euro brutto pro Stunde stellt eine Steigerung von 0,22 Euro brutto pro Stunde dar bzw. von 2,29 Prozent.

Steigt der Mindestlohn von 9,82 auf 10,45 Euro brutto pro Stunde (ab dem 1. Juli 2022) so steigt der Mindestlohn pro Stunde um 0,63 Euro bzw. 6,42 Prozent.

Mindestlohn im Monat – brutto und netto

Das Mindestlohn-Brutto-Gehalt beträgt in Deutschland zwischen dem 1. Januar und 30. Juni 2021 1.664 Euro brutto bei einem Mindestlohn von 9,60 Euro brutto pro Stunde. (Zum Vergleich das Mindestlohn-Brutto-Gehalt betrug im Jahr 2020 1.621 Euro brutto. Damit steigt der Mindestlohn um 43 Euro brutto pro Monat.)

Das Mindestlohn-Brutto-Gehalt beträgt in Deutschland zwischen dem 1. Juli 2021 und 30. Juni 2022 1.702 Euro brutto bei einem Mindestlohn von 9,82 Euro brutto pro Stunde. (Damit steigt der monatliche Mindestlohn im Vergleich zum vorherigen Zeitraum um 38 Euro brutto.)

Das Mindestlohn-Brutto-Gehalt beträgt in Deutschland ab dem 1. Juli 2022 1.811 Euro brutto bei einem Mindestlohn von 10,45 Euro brutto pro Stunde. (Damit steigt der monatliche Mindestlohn im Vergleich zum vorherigen Zeitraum um 109 Euro brutto an.)

Achtung: Im hier gelisteten Mindestlohn fehlen Einmalzahlungen, Sonderzahlungen, Sondergelder, Zuschläge und Zahlungen für Überstunden oder Sondernschichten.

Wie wird der Brutto-Mindestlohn pro Monat errechnet?

Der Brutto-Mindestlohn pro Monat wird mit dem Durchschnittswert von 173,33 Arbeitsstunden pro Monat errechnet. Dieser Durchschnittswert wurde ermittelt, da nicht alle Monate gleich viele Arbeitstage haben und die Anzahl der monatlichen Arbeitstage variiert. (Hier werden Feiertage und Urlaube berücksichtigt.)

Mindestlohn: Wie hoch ist das Netto?

Vom Brutto-Mindestlohn werden Steuern, Versicherungen und Abgaben abgezogen. (Bsp.: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Einkommensteuer, eventuell Kirchensteuer)

Die Abgaben sind höchst individuell. Sie unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Sie unterscheiden sich nach der aktuellen Lebenssituation. Ob jemand Kinder hat und/oder verheiratet ist, spielt hier eine Rolle. Denn bestimmte Lebensverhältnisse bieten bestimmte Frebeträge. Daher kann ein einheitlicher Netto-Mindestlohn explizit geäußert werden.


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Aber eine Netto-Mindestlohn-Spanne kann definiert werden. Diese beträgt bei einem Mindeststundenlohn von 9,60 rund 1.140 bis 1.340 Euro Netto. Bei einem Mindeststundenlohn von 9,82 Euro brutto kann der Netto-Monatslohn rund 1.160 bis 1.360 betragen. Beim Mindeststundenlohn von 10,45 Euro (brutto) kann der Netto-Mindestlohn im Monat 1.210 bis 1.410 Euro betragen. (Diese Zahlungen sind nur Schätzungen. Wenn Sie Ihr Netto ganz genau wissen wollen, so werfen Sie einen Blick auf Ihre Lohnabrechnung!)

Für wen gilt der gesetzliche Mindestlohn nicht?

Für folgende Personengruppen gilt der gesetzliche Mindestlohn NICHT:

  • Jugendliche unter 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung
  • Auszubildende – egal wie alt
  • Langzeitarbeitslose – in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung gilt der Mindestlohn nicht
  • Teilnehmer an einer Arbeitsförderungsmaßnahme
  • Praktikanten, die ein Pflichtpraktikum absolvieren
  • Prakitkanten deren Praktikum kürzer als drei Monate ist
  • Personen, die freiwilligen Dienst leisten
  • Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung oder Berufsbildungvorbereitung teilnehmen
  • Ehrenamtliche
  • Menschen mit Behinderungen in einem arbeitnehmerähnlichen Verhältnis

Entwicklung: Mindestlohn in Deutschland

  • 2015: 8,50 Euro pro Stunde brutto – 1473 Euro pro Monat brutto
  • 2016: 8,50 Euro pro Stunde brutto – 1473 Euro pro Monat brutto
  • 2017: 8,84 Euro pro Stunde brutto – 1532 Euro pro Monat brutto
  • 2018: 8,84 Euro pro Stunde brutto – 1532 Euro pro Monat brutto
  • 2019: 9,19 Euro pro Stunde brutto – 1593 Euro pro Monat brutto
  • 2020: 9,35 Euro pro Stunde brutto – 1621 Euro pro Monat brutto
  • 2021 1. Hälfte: 9,60 Euro pro Stunde brutto – 1664 Euro pro Monat brutto
  • 2021 2. Häfte: 9,82 Euro pro Stunde brutto – 1702 Euro pro Monat brutto
  • 2022 1. Häfte: 9,82 Euro pro Stunde brutto – 1702 Euro pro Monat brutto
  • 2022 2. Hälfte: 10,45  Euro pro Stunde brutto – 1811 Euro pro Monat brutto

Übrigens: Der Durchschnittsstundenlohn liegt in Deutschland bei 19,76 Euro pro Stunde brutto.

Wer entscheidet über den Mindestlohn?

In Deutschland gibt die Mindestlohnkommission eine Empfehlung an die Bundesregierung für die Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns. Dieser Empfehlung kann die Bundesregierung folgen, muss es aber nicht. (Bisher ist die Bundesregierung dieser Empfehlung gefolgt.)

Der deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ist der Empfehlung der Mindestlohnkommission für die Mindestlohnhöhen in den Jahren 2021 und 2022 gefolgt.

In der Mindestlohnkommission sitzen drei Arbeitgebervertreter, drei Gewerkschafter, ein Vorsitzender (oder eine Vorsitzende) und zwei wissenschaftlische Berater ohne Stimmrecht.

Die Mindestlohnkommission orientiert ihre Empfehlungen an Lohnentwicklung in Deutschland, an der Entwicklung der Tariflöhne und am Tarifindex.


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