Mindestlohn 2019: Brutto und Netto. Gehalt (Bedeutung)

Zum 1. Januar 2019 wurde der Mindestlohn von 8,84 Euro um 0,35 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde angehoben. Die 9,19 Euro gelten bis zum Jahresende des Jahres 2019. Zum 1. Januar 2020 wird der Mindestlohn wieder angehoben und zwar auf 9,35 Euro.

Der Mindestlohn von 9,19 Euro ist brutto!

Mindestlohn im Monat – brutto und netto

Da nicht alle Monate die gleiche Anzahl an Arbeitstagen haben, wird für den Durchschnitt von einem „verstetigten Mindestlohn-Monatsgehalt“ gesprochen. Dies ist brutto und beträgt bei 9,19 Euro pro Stunde: 1.593 Euro.

Um das verstetige Monatsgehalt zu errechnen, wird als Grundlage eine Monatsarbeitszeit von 173,33 Stunden angenommen. Die 173,33 werden mit dem Mindestlohn von 9,19 Euro multipliziert. Heraus kommt 1.593 Euro.

Was im errechneten Mindestlohn noch fehlt, sind Einmalzahlungen, Sondergelder und Zuschläge für Überstunden oder Sonderschichten (Nacht, Feiertag, Sonntags).

Von diesem 1.593 Euro gehen Steuern und Abgaben ab. Dies sind unter anderem:

  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Einkommensteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Kirchen (wenn Mitglied)

Der Arbeitgeber zahlt seine Arbeitgeberanteile.

Der Netto-Mindestlohn muss individuell errechnet werden, da viele veschiedene Faktoren ihn beeinflussen. Unter anderem haben das Bundesland Einfluss, der Kinderfreitag, der Steuerfreibetrag, die Steuerklasse und andere Faktoren.

Dies führt dazu, dass das Netto für den Mindestlohn von 1593 Euro ungefähr zwischen 1100 bis 1300 Euro liegt.

Wie sich der Mindestlohn in Deutschland entwickelt hat:

  • 2015: 8,50 Euro pro Stunde brutto (Einführung des Mindestlohns)
  • 2016: 8,50 Euro pro Stunde brutto (0, keine Erhöhung)
  • 2017: 8,84 Euro pro Stunde brutto (+ 0,34 Euro; +4 Prozent)
  • 2018: 8,84 Euro pro Stunde brutto (0, keine Erhöhung)
  • 2019: 9,19 Euro pro Stunde brutto (+ 0,35 Euro; + 3,9 Prozent)
  • 2020: 9,35 Euro pro Stunde brutto (+0,16 Euro; +0,17 Prozent)

Die Mindestlohnkommission empfiehlt der deutschen Bundesregierung die Steigerung des Mindestlohns. Sobald die deutsche Bundesregierung den neuen Mindestlohn per Verordnung umgesetzt hat, gilt er auch.

Wer/Was ist die Mindestlohnkommission?

Die Mindestlohnkommission besteht aus folgenden Mitgliedern:

  • 3 Arbeitgebervertreter
  • 3 Gewerkschaftsvertreter
  • ein Vorsitzender (oder Vorsitzende)
  • 2 Wissenschaftler, die beraten, aber nicht stimmberechtigt sind

Die Mindestlohnkommission orientiert sich bei der Festlegung des Mindestlohns daran wie sich durchschnittliche Tariflöhne entwickeln. Hierfür wird der Tarifindex des Statistischen Bundesamtes verwendet. Faktoren wie Arbeitnehmerschutz, Wettbewerbungsbedingungen haben ebenfalls einen Einfluss auf die Höhe des Mindestlohns.

Eine Anpassung der Höhe des Mindestlohns wird alle zwei Jahre von der Mindestlohnkommission durchgeführt.

Abweichungen vom vorgeschlagenen Mindestlohn sind möglich, wenn die Konjunkter oder der Arbeitsmarkt sich stark anders entwickelt, als erwartet.

Für wen gilt der Mindestlohn?

Der Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer. Für Langzeitarbeitslose, die sich in ersten sechs Monaten einer neuen Festanstellung befinden, gilt er nicht. Auch gilt der Mindestlohn nicht für Auszubildende und Praktikanten, die weniger als drei Monate ein Praktikum absolvieren. Ehrenämter erhalten auch keinen Mindestlohn.

Einige Branchen haben ihre eigenen Mindestlöhne, weswegen der bundesweite Mindestlohn dort nicht gilt, da der Branchenmindestlohn höher ist.

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