Autoscham, Fleischscham, Plastikscham und 17 weitere Verhaltensweisen, für die man sich schämen kann


Klimaschädlichem Verhalten einen Namen zugeben, hat bei „Flugscham“ angefangen. Doch da muss es nicht enden. Denn die Logik, dass man sich für klimaschädliches oder dem Körper schädliches Verhalten schämen kann, kann auf viele andere Verhaltensweisen übertragen werden. Hier einige Vorschläge:

  • Autoscham / SUVScham
  • Bauscham
  • Essscham / Fressscham / Lebensmittelscham /
  • Exportobstscham
  • Fast-Food-Scham
  • Fernreisenscham / Tourismusscham
  • Fleischscham
  • Flugscham
  • Kinderscham
  • Konsumscham
  • Kreuzfahrtscham
  • Müllscham
  • Plastikscham
  • Rauchscham / Nikotinscham
  • Social-Media-Scham
  • Trägheitsscham / Faulheitsscham / Bequemlichkeitsscham
  • Zuckerscham / Salzscham

Es gilt, dass jemand sich für jedes Verhalten, dass für CO2-Ausstoß sorgt oder dem Klima schadet, schämen kann. Umgekehrt gilt, dass jemand sich dafür schämen kann, nicht genug für das Klima zu tun.

Nachfolgend erklären wir die Worte nach ihren Begriffen.

Bedeutung: Autoscham, Fleischscham, Rauchscham, Plastikscham

Autoscham: Jemand schämt sich dafür, zu viel mit dem Auto und zu wenig mit dem Fahrrad zu fahren. Jemand schämt sich dafür, ein Auto nur aus Prestigegründen zu fahren. Jemand schämt sich dafür, ein Auto zu fahren, dass zu viel Sprit verbraucht. (Siehe auch: SUV)

SUVScham: Jemand kann sich dafür schämen, SUV zu fahren. Denn SUVs fallen durch hohen Verbrauch und ihre Größe auf.

Bauscham: Laut Experten ist der Bauboom für einen großen Anteil des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Das Bauen und Beheizen von Häusern verursacht eben CO2. Hierfür kann sich schämen.

Fleischscham: Jemand schämt sich dafür, zu viel Fleisch zu essen. Im speziellen kann Fleischscham aber auch wie folgt verstanden: Jemand sollte sich schämen, zu viel Billig-Fleisch zu essen. Damit müsste es eigentlich „Billigfleischscham„. Wer Fleischscham weiterdenkt, rechtfertigt diese Gefühle damit, dass Billigfleischesser die Massentierhaltung unterstützen.

Rauchscham / Nikotinscham: Jemand sollte sich schämen, dass er raucht und mit dem Rauch dem Klima schadet.

Lebensmittelscham: Jemand sollte sich schämen, Lebensmittel wegzuwerfen. (Damit wäre die genauere Formulierung: Lebensmittel-Wegwerf-Scham.

Exportobstscham: Jemand sollte sich dafür schämen, dass er oder sie Obst kauft, dass eine lange Reise hinter sich hat, anstatt regionales Obst zukaufen.

Kinderscham: Jemand sollte sich dafür schämen, dass er oder sie Kinder bekommen hat. Denn diese Kinder verursachen zusätzliches CO2 und sorgen dafür, dass die Überbevölkerung mehr wird. Siehe auch: Gebärstreik

Konsumscham: Jemand sollte sich schämen, dass er zu viel konsumiert. Jemand kann sich z.B. dafür schämen, dass er unter schlechten Bedingungen produzierte Kleidung / Produkte kauft. Jemand kann sich dafür schämen, dass er oder sie unnötige Dinge kauft.

Essscham und Fressscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel isst.


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Faulheitsscham, Trägheitsscham und Bequemlichkeitsscham: Jemand sollte sich schämen, faul und träge zu sein, sowie dass nicht genug für den eigenen Körper getan wird.

Fernreisenscham / Tourismusscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie durch eine Fernreise zusätzlichen CO2-Ausstoß verursacht. (Siehe: Flugscham)

Flugscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel Flugzeug fliegt. Das bei einem Flug ausgestoßene CO2 schadet dem Klima. Mehr über Flugscham erfährst du hier.

Kreuzfahrtscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie durch die Teilnahme an einer Kreuzfahrt den CO2-Ausstoß unterstützt.

Müllscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel Müll verursacht.

Plastikscham: Jemand sollte sich schämen, Plastik zu gebrauchen. So z.B. Plastikstrohhalme, Plastikbesteckt, Verwenden einer Plastiktüte, …

Salzscham: Jemand sollte sich schämen, dass er zu viel Salz isst.

Social-Media-Scham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel Zeit in den sozialen Medien verbringt. (Anstatt etwas anderes und besseres für die Umwelt zu tun.) (Anmerkung: Der verbrauchte Strom muss schließlich auch erzeugt werden.)

Zuckerscham: Jemand sollte sich schämen, dass er oder sie zu viel Zucker isst.

Worum geht es jetzt genau bei Autoscham, Fleischscham, Rauchscham?

Es sollte bei diesen Scham-Arten in erster Linie darum gehen, Bewusstsein und Wertschätzung zuschaffen. All die Annehmlichkeiten sind zwar nett, schaden aber auf der einen oder anderen Weise dem eigenen Körper und/oder der Umwelt. Daher heißt es hier, dass richtige Maß finden.

Wer Autoscham, Fleischscham, Rauchscham und Co. (negativ) zu Ende denkt, landet in einer Welt, in der Genuss, Sünde und Spaß verboten sind. Darum sollte es eigentlich nicht gehen.

Scham verstehen: Was ist Scham?

Der genaue Bedeutung des Wortes „Scham“ zu kennen, ist wichtig, um die Begriffe zu verstehen und Handlungen abzuleiten. Als „Scham“ wird ein Gefühl bezeichnet, wenn jemand unmoralisch gehandelt, versagt, sich selbst bloßgestellt oder die Intimsphäre verletzt hat. Scham ist ein unangenehmes Gefühl, dass sogar so stark sein kann, dass man sich für andere „fremdschämt„. (In der Jugend- und Internetsprache wird hier auch von „cringe“ oder „cringy“ gesprochen.)


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Scham fungiert bei „Flugscham„, „Autoscham“, „Fleischscham“ und den anderen Scham-Arten als Mittel, um ein Verhalten als falsch und unmoralisch zu brandmarken. In Folge soll das Verhalten verringert oder ganz abgestellt werden. Ob auf „Flugscham“ die Askese folgt oder einfach weniger geflogen wird, muss wohl jeder selbst entscheiden. Wird es jedoch mit den Verboten und der Scham übertrieben, so kann eine Überreaktion folgen, in der allem gefröhnt wird, was einige als falsch erklärt haben.

Hand aufs Herz: Grundsätzlich gilt, dass Menschen CO2 verursachen und sei es nur durch das Atmen. Askese und Verzicht allein werden das Klima nicht retten. Der Natur darf geholfen werden. Dies fängt schon an, wenn man einen Baum pflanzt oder seine Pflanzen pflegt.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge.


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