Was ist ein Gebärstreik (Birthstrike)? Was bedeutet das? Bedeutung

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Als Gebärstreik (engl. „Birthstrike“) wird die Haltung von Frauen bezeichnet, freiwillig auf Schwangerschaften zuverzichten und diese gezielt zu vermeiden. Ziel eines Gebärstreikes ist es, dass keine Kinder gezeugt und geboren werden, um auf etwaige Nachteile zu verzichten.

Wenn Männer sich verweigern Kinder zu zeugen, so wird dies „Zeugungsstreik“ genannt.

Gründe für einen Gebärstreik (Birthstrike)

Die Gründe für Frauen für einen Gebärstreik können vielzählig und unterschiedlich sein:

  • Klimaschutz (Vermeidung von Ressourcenverbrauch / Co2-Ausstoß / Angst vor Umweltverschmutzung)
  • Überbevölkerung
  • Politische Lage
  • Benachteiligung der Frauen (für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen / für mehr Chancengleichheit)
  • Schlechter Schutz für Mütter (Mutterschutzfrist, Kündigungsschutz, Rentenansprüche für Mütter)
  • Umgang der Gesellschaft mit Frauen, die kein Kind wollen
  • Recht auf Selbstbestimmung
  • Schlechte wirtschaftliche Situation
  • Schlechte Vereinbarkeit von Kind, Karriere und Beruf
  • Schlechte soziale / gesellschaftliche Situation (teure Mieten, zu wenig Kita-Plätze, schlechte Schulen / Aubsildung)
  • Angst vor der Zukunft (Benachteiligung im Beruf, Altersarmut, Armut, wirtschaftliche Lage, Naturkatastrophen, Krisen des Klimas, ökologische Krisen)
  • Wunsch nach mehr freier Zeit
  • kein Interesse das Leben zu verändern oder auf etwas wegen Kindern zu verzichten
  • Wunsch nach politischer Veränderung
  • Situation der Abtreibungen und Abtreibungsparagraphen
  • als Maßnahme gegen das Frauenbild, Mutterbild und den Muttermythos (Erwartungshaltungen an die Mutter („Rabenmutter“, „Hausmütterchen“))

Die Idee hinter einem Gebärstreik ist nicht neu. Schon im Jahr 1913 wollten Frauen der deutschen Arbeiterbewegung einen Gebärstreik als politisches Mittel einsetzen. Es wurde diskutiert, ob Arbeiterfamilien leichter am Kampf gegen Unterdrückung teilnehmen können, wenn sie weniger Kinder haben. Auch wurde darüber diskutiert, warum Kinder geboren werden sollen, die eh nur als Soldaten für den Kaiser dienen sollen.

Als Gebärstreik werden auch die sinkenden Geburtenzahlen seit den 1970er Jahren bezeichnet. Eine Reaktion auf den Gebärstreik und die sinkenden Geburtenzahlen ist das Reden vom „Volkstod“. Auch wird hier davon gesprochen, dass ein Volk ausstirbt.

Auf Twitter verbreiten Teilnehmer unter den Hashtags #Birthstrike und #Gebärstreik ihre Gedanken zum Thema Gebärstreik.

Gebärstreik für Klimaschutz wegen dem Klimawandel

Die Idee hinter einem Gebärstreik für das Klima ist folgende: Kinder groß zu ziehen, verbraucht Ressourcen und erzeugt CO2. Wer auf Kinder verzichtet, verbraucht eben keine Ressourcen und spart damit CO2. Damit führt der Verzicht dazu, dass die Belastung für das Klima und den Planeten reduziert wird.

Laut Forschern der Universität Lund, Schweden, und University of British Columbia, Kanada, ist der Verzicht auf ein Kind eine von vier Maßnahmen, die besonders viel für das Klima bringt. Die anderen drei Maßnahmen sind: Verzicht auf Auto, Verzicht auf Flugreisen (Flugscham) und sich vegetarisch ernähren.

Ein Kind verursacht pro Jahr 58,6 Tonnen Co2

Ein Kind in der westlichen Welt soll laut Forschern der Universität Lund, Schweden, und University of British Columbia, Kanada, im Jahr 58,6 Tonnen CO2 verursachen. Wer auf das Auto verzichtet, soll 2,4 Tonnen Co2 pro Jahr sparen. Wer auf Flüge verzichtet soll 1,6 Tonnen CO2 pro Jahr sparen und wer sich vegetarisch ernährt, spart 0,8 Tonnen Co2 pro Jahr. (Quelle: The climate mitigation gap)

Die Studie wurde kritisiert, da sie zum Verzicht inspirieren kann, aber dadurch nichts an den jetzigen Klimaschutzmaßnahmen und der wirtschaftlichen Situation geändert werden würde.

Als Reaktion auf diese Ideen wird teils davon gesprochen, dass Kinder eine „Klimasünde“ seien.

Übrigens: Ein Kind von der Geburt bis zum 18. Geburtstag zu unterhalten, soll rund 130.000 Euro kosten. In seinen 18 Lebensjahren würde ein Kind 1054,9 Tonnen CO2 verursachen.

Siehe auch: Flugscham, Klimanotstand, Klima-Vorbehalt,

Eine berühmte Vertreterin des Gebärstreiks ist Miley Cyrus. Sie möchte zu Gunsten des Klimas auf Kinder verzichten. Auch Blythe Pepino, eine britische Sängerin, äußerte sich, dass sie wegen dem Klima auf Kinder verzichten wolle.

Gebärstreik: Kritik

Die Idee des Gebärstreiks wegen dem Klimawandel wird kritisiert, da sie menschliches Leben auf seine Co2-Bilanz reduziert. Die Leistungen eines Menschen – wie gut dieser sich z.B. für das Klima engagieren wird – werden nicht betrachtet.

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