Woher kommt der Name „Weihnachten“? Namensherkunft, Wortherkunft und Bedeutung

Der Ausdruck „Weihnachten“ ist schon im 12. Jahrhundert in damaligen deutschen Gebieten bekannt. Im mittelhochdeutschen schrieb man „wīhenaht“ und „wîhen nahten“. Der Singular ist „Wîhenaht“ und der Plural ist „Wîhennahten“.

„Wîhen“ ist ein althochdeutsches und germanisches Verb, welches heute als „weihen“ bekannt ist. Es geht auf das germanische Wort „weiha“ bzw. „wiha“ zurück“. Etwas das geweiht wird, wird geehrt und erhält im Christentum einen heiligen (göttlichen) Zweck. (Der Ausdruck „wîhen“ ist seit dem 8. Jahrhundert im deutschen Sprachraum belegt.)

Das Wort „Naht“ ist ein mittel- und althochdeutsches Wort, dass einfach „Nacht“ bedeutet.

„Weihnachten“ bedeutet also einfach „geweihte Nacht“ oder „heilige Nacht“. Die Endung „-en“ kam an das Wort durch den Dativ. Es wurde gesagt „ze den wîhen nahten“, was „an den geweihten Nächten“ bedeutet.

Die „Nacht“ ist Teil des Wortes Weihnachten, weil es die damalige Zeiteinteilung widerspiegelt, dass der Tag mit der Nacht beginnt.

Den Reformator Martin Luther erinnerte das Wort „wihen nahten“ an das Verb „wiegen“ und er schrieb „Wygenachten“.

Weihnachten: Heilige Nacht

In anderen deutschen Gebieten wurde statt „Weihnachten“ auch „Christnacht“, „Christmesse“ oder „Christmette“ gesagt. Wie der Ausdruck „XMas“ entstand, verraten wir in diesem Artikel: „Wie entstand X-Mas?“ (Keine Sorge die Marketingsabteilungen der Firmen sind nicht Schuld!)

Gerade der Ausdruck „Weihnachten“ zeigt, dass Weihnachten in der Vergangenheit ein sehr religiöses Fest war, auch wenn heute nicht mehr viel von seiner Bedeutung überliefert ist.

Im Christentum ist Weihnachten der Tag an dem Jesus Christus, der Sohn Gottes, zum Menschen wird und auf die Erde kommt, um die Menschheit zu erlösen.

Ursprung von Weihnachten: Warum Weihnachten der heilige Abend ist

Der Ursprung von Weihnachten liegt weit in der Antike. Schon die alten Ägypter, Kelten und Römer feierten am 21. Dezember den Tag der Wintersonnenwende; ein Toten- und Fruchtbarkeitsfest. An diesem Tag wurden ihre Sonnengottheiten geboren. Die Römer feierten am 25. Dezember das Sol-Fest und die Germanen feierten das Jul-Fest. „Sol“ war der Sonnengott der Römer. Noch heute ist „Jul“ übrigens in skandinavischen Ländern die Bezeichnung für Weihnachten. Auch in Indien wurde am 25. Dezember die Lichtgottheit geboren und dementsprechend gefeiert.

Die längste Nacht des Jahres als Anlass

Der 21. Dezember ist die längste Nacht des Jahres und hatte seit jeher eine besondere Bedeutung für die Menschen. An jenem Tag dachten die Menschen, dass sie der Dunkelheit und Kräfte der Unterwelt ausgeliefert sind. Deshalb feierten sie es, dass an diesem finisteren Tag ihr Sonnengott geboren wurde, um sie zu beschützen. Im Christentum findet sich dies auch wieder. Jesus wird als das „Licht der Welt“ bezeichnet und sagt auch über sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt“.

Das Papstum und die institutionalisierte Kirche versuchte ab dem 2. Jahrhundert die Wintersonnenwende-Feste auszulöschen und verbat sie ab ca. dem 4. Jahrhundert.

Der 25. Dezember als Geburtstag Jesus Christi wurde im Jahr 381 auf dem 1. Konzil von Konstantinopel festgelegt. In den deutschen Landen verbreite Weihnachten – als Fest der Geburt Jesus Christus – erst im 7. und 8. Jahrhundert.

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