Woher kommt das Wort „Vakzin“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Woher kommt das Wort Vakzin, Bedeutung, Definition, Erklärung


Vakzin ist der Begriff, der heute verwendet wird, wenn von Impfstoffen die Rede ist. Unter ihnen versteht man Substanzen, die das Erbgut eines Krankheitserregers enthalten, Dazu wurde der Erreger vorher biologisch oder gentechnisch in Laboren aufbereitet. Wird der Impfstoff, das Vakzin, dann einem gesunden Lebewesen injiziert, baut dessen Immunsystem einen Schutz gegen den jeweiligen Erreger auf, ohne bei dem Geimpften die Erkrankung auszulösen.

Seit wann gibt es Impfstoffe und woher stammt der Begriff Vakzin? Bedeutung, Erklärung, Definition

Eine der weltweit besonders gefürchteten Infektionskrankheiten waren früher die Pocken. Sie forderten immer wieder viele Menschenleben. Wissenschaftler gehen davon aus, das schon vor 3000 Jahren in Indien und China Ärzte auf die Idee kamen, bei Pockenausbrüchen das Immunsystem noch nicht Infizierter anzukurbeln, indem sie ihnen ein Pulver aus zermahlenen Grind bzw. Krusten der Pockennarben eingaben. Neben den für die Menschen sehr gefährlichen Pocken gibt es auch noch die sogenannten Kuhpocken, ausgelöst durch das Vaccine-Virus. Der Begriff Vaccine stammt vom lateinischen Wort vaccinius (von Kühen stammend). Auch die Kuhpocken können auf den Menschen übergehen und das Vaccine Virus ähnelt dem Pockenvirus(Orthopoxvirus variolae). Es ist aber für Menschen vergleichsweise harmlos. Ende des 18.Jahrhunderts wurde in England entdeckt, dass Menschen, die einmal an den Kuhpocken erkrankt waren, später bei Ausbrüchen der Menschen-Pocken nicht infiziert wurden. Das brachte den englischen Landarzt Edward Jenner auf die Idee, Menschen gezielt mit den Kuhpocken zu infizieren, um ihr Immunsystem an die Vaccine-Viren zu gewöhnen und so Pockenausbrüche zu verhindern. Die Schutzimpfung, auch als Vakzinierung bezeichnet, war erfunden und schaffte es 200 Jahre später, die Pocken praktisch auszurotten.

Mittlerweile gibt es Impfstoffe gegen viele durch Viren oder durch Bakterien ausgelösten Erkrankungen, zum Beispiel gegen Influenza, Masern, Windpocken, Mumps, Diphterie, Wundstarrkrampf, Cholera, Gelbfieber und Typhus. Sie werden alle als Vakzine bezeichnet, obwohl sie gar nichts mit Kühen und den Kuhpocken zu tun haben.

Siehe auch: Heißt es der oder das Virus?

Die verschiedenen Arten der Vakzine:

Unterschieden wird zwischen den sogenannten Lebendimpfstoffen, den Totimpfstoffen und den Gen-basierten Impfstoffen. Bei den Lebendimpfstoffen werden, wie der Name schon sagt, noch vermehrungsfähige (lebende) aber abgeschwächte (attenuierte) Krankheitserreger verwendet. Sie können nicht mehr krankmachen, aber trotzdem das Immunsystem zur Bildung von speziellen Antikörpern anregen. Lebendimpfstoffe gibt es zum Beispiel gegen Masern, Mumps, Windpocken und Röteln.

Totimpfstoffe verwenden entweder nicht mehr vermehrungsfähige (abgetötete) Erreger oder auch nur Bestandteile dieser Erreger. Dabei kann es sich um Erreger-Fragmente, um aus dem Erreger herausgelöste spezielle Komponenten, oder um inaktive Gifte (Toxine) des Erregers handeln. Außerdem gibt es noch den Konjugat-Impfstoff , bei dem das Antigen des Erregers an einen Proteinträger (Eiweiß) gebunden sein muss, um Wirkung zu erzielen. Totimpfstoffe werden zum Beispiel gegen Tetanus, Hepatitis, Diphterie und Kinderlähmung eingesetzt.,

Die neueste Generation von Impfstoffen stellen die die viralen Vektoren- oder mRNA- Impfstoffe dar. Bei ihnen wird, laienhaft ausgedrückt, keine Substanz des Krankheitserregers, sondern nur der genetische Bauplan des Antigens in den Körper des Geimpften geschleust und dessen eigene Körperzellen produzieren dann die entsprechenden Antikörper. Beim viralen Vektoren-Impfstoff wird dieser Bauplan (das Genmaterial) vorher in harmlose Trägerviren eingebaut. Beim mRNA Impfstoff wird auch kein Trägervirus mehr benötigt, sondern das Erreger-Gen in Form der sogenannten Messenger-RNA oder Boten-RNA synthetisch hergestellt und verimpft

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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