Was ist ein Candy-Hangover? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Candy-Hangover, Bedeutung, Definition, Erklärung


Ein Candy-Hangover ist ein Süßigkeiten-Kater. Er tritt nach zu viel (einmaligem) Zuckergenuss auf. Die Symptome sind relativ eindeutig und lassen sich in der Regel auch vom Süßigkeitengenuss des Vortages ableiten. Allerdings essen manche Menschen permanent zu viel Zucker und kämpfen dann mit Dauersymptomen.

Was ist ein Candy-Hangover? Wie entsteht er? Bedeutung, Definition, Erklärung

Er entsteht durch eine wahre Zuckerorgie, wie wir sie häufig an Feiertagen, manchmal aber auch an einem alltäglichen Abend durchführen: Wir gieren geradezu nach Süßem. Mit der Präferenz dafür werden wir geboren, weil die Evolution den Menschen gelehrt hat, dass Süßes fast immer ungiftig, Bitteres hingegen oft giftig ist. Die Zeiten, in denen Urmenschen über die Savanne zogen und neue Früchte per Geschmackssinn testen mussten, sind aber längst vorbei. Nahrung steht uns im Überfluss zur Verfügung, wir kompensieren damit vielfach Stress. Dabei stehen Süßigkeiten ganz oben auf der Liste. Wenn wir es damit übertreiben, stellen sich die Symptome eines Candy-Hangovers wie Kopfschmerzen, Ermattung und Blähbauch ein. Wer dauerhaft zu viel zu viel Zucker isst, bemerkt an sich selbst diese Beschwerden:

  • #1 Verdauungsprobleme: Der zu hohe Zuckerkonsum stört die Darmflora. Die Folge sind Blähungen, Durchfall und/oder Verstopfung. Das passiert auch schon beim einmaligen Candy-Hangover.
  • #2 Darmpilze: Zucker fördert die Ansiedlung von Darmpilzen, wobei der Favorit Candida albicans heißt. Dieser Hefepilz freut sich über den Zuckerschub und gedeiht dadurch prächtig. Betroffen sind davon Menschen, die stets zu viel Zucker und gleichzeitig Weißmehl essen. Die Folgen sind permanente Blähungen, ein ständiges Völlegefühl und sogar Darmkrämpfe.
  • #3 Immunschwäche: Zu viel Zucker schwächt auf Dauer das Immunsystem. Das hängt allerdings auch damit zusammen, dass die betreffenden Personen gleichzeitig zu wenig Vollwertkost essen, denn der Zucker macht sie schon satt genug. Wir brauchen aber die vollwertige Nahrung inklusive Obst und Gemüse für ein starkes Immunsystem.
  • #4 Kopfschmerzen: Ein Candy-Hangover wird fast immer von Kopfschmerzen begleitet. Dauerhafte Überzuckerung löst folglich einen Dauerkopfschmerz aus. Das hängt mit dem durch den Zucker überforderten Kreislauf zusammen.
  • #5 Antriebslosigkeit: Der raffinierte Zucker in Süßigkeiten verschafft dem Körper einen schnellen Energieschub, doch unmittelbar danach sinkt der Blutzuckerspiegel blitzschnell ins Bodenlose. Das führt zur Antriebslosigkeit.
  • #6 Hautprobleme: Unreine Haut bis hin zu handfester Akne entsteht durch permanent zu viel Zucker, weil der Körper diesen nicht mehr vollständig verarbeiten kann und dadurch Zucker, Kollagen und Elastin eine Verbindung eingehen. Der Vorgang heißt „Glykation“. Diese unselige Verbindung erzeugt Entzündungen und Hautunreinheiten. Auch die Elastizität der Haut nimmt ab.
  • #7 Karies: Zucker greift die Zähne an, das ist allgemein bekannt. Die größte Gefahr ist Karies. Verantwortlich sind Enzyme, die den Zucker in schädliche Stoffe umwandeln, die den Zahnschmelz attackieren.

Candy Hangover: Zuckerflash bis zur Hyperglykämie

Beschwerden durch zu viel Zucker sind als sogenannter Zuckerflash bekannt. Er kann zur Hyperglykämie (Überzuckerung) führen, also zu einem zu hohen Blutzuckerspiegel, von dem ansonsten nur Diabetiker betroffen sind. Der Körper kann den Blutzuckerspiegel nicht mehr selbst regulieren. Wer sich andauernd mit zu viel Zucker überfordert, provoziert damit die Entstehung von Diabetes Typ 2. Von einer Hyperglykämie sprechen Ärzte, wenn der Blutzuckerspiegel die sogenannte Nierenschwelle überschreitet. Sie liegt bei einer erwachsenen Person bei ~170 – 190 mg/dl oder ~10 mmol/l (abhängig vom Körpergewicht). Dass die Nierenschwelle überschritten wurde, ist daran zu bemerken, dass der Zucker nun über den Urin ausgeschieden wird, was man auch riecht (daher Nierenschwelle). Damit geht ein starker Flüssigkeitsverlust einher, es können mehrere Liter pro Tag sein. Jüngere Menschen spüren das an starkem Durst und Harndrang, ältere Personen nicht mehr unbedingt, was gefährlich ist.

Entgiftung nach dem Zuckerflash

Wer durch einen Candy-Hangover geplagt wird und die Ursache richtig im überbordenden Zuckerkonsum des Vortages vermutet, kann seinen Körper wieder entgiften. Ein probates Mittel ist heiße Zitrone, die den Zucker wahrhaft ausspült. Sie reguliert den pH-Wert neu ein und füllt ihrem enthaltenen Vitamin C die Nährstoffspeicher wieder auf. Der Entgiftungseffekt ist am größten, wenn sie morgens auf nüchternen Magen getrunken wird. Ebenso bzw. zusätzlich helfen probiotische Bakterienstämme aus entsprechenden Joghurts und Ballaststoffe. Letztere regen die Darmperistaltik an, was die Verdauung beschleunigt. Schnell wirken Haferflocken und Leinsamen, die gern mit probiotischem Joghurt und Zimt gemischt werden dürfen. Eine kalte Duschen wirkt dem Candy-Hangover ebenfalls entgegen, weil sie den Kreislauf anregt. Der Körper arbeitet, um seine Temperatur nach der kalten Dusche wieder hochzufahren, auch die Lymphgefäße und Venen werden gut beschäftigt. Das unterstützt die Entgiftung nach dem Zuckerflash. Zusätzliche kleine Lymphmassagen beschleunigen den Vorgang. Hierfür sollten Betroffene die Waden von der Ferse nach oben zur Kniekehle kreisend massieren. Dort sitzen wichtige Lymphknoten.

Siehe auch: Dopamin Fasten

Candy-Hangover vorbeugen: Tipps

Der Candy-Hangover erscheint wie die gerechte Strafe nach der großen Sünde der Zuckerorgie, jedoch sollten wir Milde walten lassen: Die Gier auf Zucker entsteht vielfach durch Stress. Das bemerken Personen, die sehr hart arbeiten und abends praktisch keine Zeit für Entspannung haben. Wenn sie dann keinen Alkohol trinken, stopfen sie häufig Süßes in sich hinein. Die Auslöser für die plötzliche Gier sind auch süße Gerüche. Diese müssen nicht unbedingt von Lebensmitteln stammen. Selbst Shampoos, Seifen mit Vanilleduft oder Lippenstifte lösen den urplötzlichen Zuckerappetit aus. Daher sind parfumfreie Produkte eher zu empfehlen. Es gibt auch ein Anti-Zucker-Spray, das den Heißhunger auf Zucker unterbindet. Es enthält Aromen, die weniger Lust auf Zucker machen.

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