Was ist Binge-Watching? Bedeutung, Definition, auf deutsch, Übersetzung

Als „Binge-Watching“ wird das exzessive und stundenlange Schauen von mehreren Episoden einer Fernsehserie nacheinander und ohne große Unterbrechung bezeichnet. „Binge-Watching“ kann auf deutsch sinngemäß als „Komaglotzen“ oder „Serienmarathon“ übersetzt werden.

Größere Pausen von mehr als einer halben Stunde werden beim Binge-Watching nicht eingelegt. Kleinere Pausen für Toilettengänge oder um etwas zu Essen zuholen, sind durchaus üblich.

Laut einer Netflix-Umfrage schauen Nutzer beim „Binge-Watching“ durchschnittlich zwei bis sechs Folgen einer Serie am Stück. Wenn eine Folge rund 60 Minuten dauert, so bedeutet dies, dass einige Netflix-Nutzer bis zu 6 Stunden am Stück eine Serie schauen. Auch soll es Nutzer geben, die eine ganze Staffel am Stück schauen.

In der deutschen Sprache hat „Binge-watching“ (oder seine eingedeutsche Variante: „bingen“) eine positive Konnotation und wird teils von Netflix-Fans als Ritual zelebriert. In der englischen Sprache hat „to binge-watch“ eine teils negative Konnotation, da „to binge“ in Verbindung mit Worten wie „to binge-drink“ (zu deutsch: Komasaufen) oder „to binge-eat (zu deutsch: sich voll fressen / viel essen) steht.

„Binge-watch“ wurde zum Wort des Jahres 2015 vom Collins English Dictionary gewählt.

Binge-watching dank Netflix, Amazon Prime und Co.

Durch Video-on-Demand-Dienste (Video-Streaming-Dienste) wie Netzflix (Siehe: Netflix and Chill oder napflixen) und Amazon Prime wurde „Binge-Watching“ 2013 weltweit populärer. 2013 fing Netflix an, ganze Staffeln einer Serie an einem Tag zu veröffentlichen. Dies hob alte Beschränkungen auf, dass eine Woche (oder mehr) auf eine neue Episode gewartet werden musste.

2015 wurde in Deutschland eine Werbekampagne mit dem Hashtag #letsbinge von Netflix durchgeführt.

Netflix-Nutzer liefern sich teils Wettbewerbe und Herausforderungen, eine neu veröffentlichte Serie oder Staffel innerhalb von 24 Stunden zu schauen. Hierbei geht es darum, einer der ersten zu sein.

Insbesondere die Autoplay-Funktion von Netflix verführte und verführt viele zum binge-watching. Hierbei startet die nächste Episode einer Serie innerhalb weniger Sekunden automatisch, ohne dass eine Entscheidung getroffen werden muss. (Diese Funktion kann bei Netflix auch deaktiviert werden.)

Binge-Watching ist kein neues Phänomen

„Binge-Watching“ ist eigentlich kein neues Phänomen, sondern trat schon früher auf, als ganze Staffeln einer Serie auf DVD oder VHS-Videokasette erschienen und unkontrolliert am Stück geschaut werden konnten. Jedoch wurden bis zur Veröffentlichung einer Serien-Staffel auf DVD alle Episoden verteilt über viele Monate schon im Fernsehen ausgestrahlt.

Video-on-Demand-Dienste veröffentlichen ihre Serien anders. Teils wird eine ganze Staffel an einem bestimmten Tag veröffentlicht, so dass die Serie ohne lange Wartezeiten durchgeschaut werden kann. Damit können Cliffhänger, also offene Enden, einer Episode sofort aufgelöst werden, in dem die nächste Folge angschaut wird.

Gefahren des Binge-Watching

Binge-Watching soll dem Gedächtnis schaden. Das haben Forscher der University of Melbourne herausgefunden. Bing-Watcher hatten in dem Experiment, Probleme sich an Handlungen und den Inhalt einer Serie zu erinnern. Dies ist darin begründet, dass durch fehlende Pausen Wissen nicht konsolidiert und verarbeitet werden konnte. Bing-Watcher waren schlichtweg von der Masse an Informationen überfordert. Das spiegelte sich in der eingeschränkten kognitiven Leistungsfähigkeit wieder.

Eine andere Gefahr von Binge-Watching ist, dass der Tagesrhythmus durcheinandergebracht wird. Das Binge-Watching verführt dazu, lange und bis spät in die Nacht eine Serie zu schauen, so dass später als üblich schlafen gegangen wird. Das bringt die Schlaf- und Wachzeiten durcheinander. Dies hat Einfluß auf die Schlafqualität und damit auch auf die kognitive Leistungsfähigkeit.

Binge-Watching kann auch dazu führen, dass Zuschauer auf Schlaf und Sport verzichten, um eine Serie zu schauen. Außerdem führt Binge-Watching zu Bewegungsmangel. Dagegen helfen unter anderem 10.000 Schritte zu Fuß gehen.

Dadurch, dass eine Regelmentierung der Serien fehlt, fällt es sehr leicht mehrere Episoden am Stück zu schauen. Der Zugang zu einer Serie ist einfach, einen Mausklick entfernt und unbeschränkt.

Psychologische Effekte wirken ebenfalls. Zuschauer freunden sich mit Serienfiguren an und empfinden eine gewisse Zugehörigkeit. Durch Spannungsbögen gut erzählter Serien wollen Zuschauer stets wissen, wie es weitergeht.

Gegenmittel für Binge-Watching

Wer das Binge-Watching reduzieren möchte, hat folgende Möglichkeiten:

  • Räume festlegen in denen Elektronik verboten ist (Schlafzimmer)
  • Apps und Programme verwenden, die den Blaulichtanteil beim Bildschirm reduzieren und durch Rotlichtanteile ersetzen. (Blaulicht hält wach, Rotlichtanteile machen das Gegenteil.) Solch ein Programm ist „f.lux“.
  • Hart sein und nach einer Episode einfach ausschalten.

Was heißt „Binge-Watching“ auf deutsch? Übersetzung

Das englische Wort „binge“ heißt auf deutsch:

  • Exzess
  • Gelage

Es steht dafür, dass jemand etwas in Übermaß betreibt.

„Binge“ wird auch im Kontext von übermäßigem Alkoholkonsum verwendet und bedeutet hier:

  • Besäufnis
  • Sauferei
  • Sauforgie

Hier wird auch von „binge-drinking“ gesprochen; auf deutsch: Komasaufen.

„Binge drinker“ heißt auf deutsch: Komasäufer oder Kampftrinker.

Weitere Bedeutungen und Varianten vom englischen Verb „to binge“ sind:

  • „to binge-read“; wenn jemand sehr viel und sehr lange liest.
  • „to binge on food“; wenn jemand sehr viel isst und sich vollstopft.
  • „to binge watch“; wenn jemand sehr viel und lange Fernseh oder eine Serie schaut.

In der englischen Sprache wird statt „binge watching“ auch „binge viewing“ gesagt.

Deutsche Worte für „Binge-Watching“:

Das eingedeutsche Verb für das englische Wort „binge watching“ ist: bingen. (Bitte mit englischer Betonung aussprechen.)

Deutsche Wort für „binge watching“ sind unter anderem:

  • Komaglotzen
  • Serienmarathon
  • Seriensucht

Personen, die „bingen“ („binge watching“) werden unter anderem wie folgt genannt:

  • Serien-Junkie

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