Wie hat sich das Reisen verändert: von schlechtem Gewissen und Selbstbestimmtheit


Extreme Wetterverhältnisse, Plastik in den Meeren, schmelzende Gletscher – der Klimawandel ist längst keine ferne Bedrohung mehr, sondern begegnet uns fast täglich. Während wir in den Nachrichten mit Informationen über verheerende Waldbrände oder aussterbende Tierarten konfrontiert werden, füllen sich unsere Instagram-Feeds mit Bildern von schönen Menschen an weißen Stränden. Dabei werden durch jeden Flug große Mengen CO2 freigesetzt, welches die Hauptursache für den Treibhauseffekt ist.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Wie hat sich dein Reisestil verändert?“ von ferngeweht.de teil.

Flugscham und Klimakatastrophen

Extreme Wetterverhältnisse, Plastik in den Meeren, schmelzende Gletscher – der Klimawandel ist längst keine ferne Bedrohung mehr, sondern begegnet uns fast täglich. Während wir in den Nachrichten mit Informationen über verheerende Waldbrände oder aussterbende Tierarten konfrontiert werden, füllen sich unsere Instagram-Feeds mit Bildern von schönen Menschen an weißen Stränden. Dabei werden durch jeden Flug große Mengen CO2 freigesetzt, welches die Hauptursache für den Treibhauseffekt ist.

Da das Bewusstsein für die Umwelt und die Auswirkungen des eigenen täglichen Handelns auf diese immer mehr zunimmt, ist es nicht verwunderlich, dass das Reisen im Flugzeug, anders als noch vor wenigen Jahren, immer stärkerer Kritik ausgesetzt ist. Immerhin erzeugt die Fortbewegung mit dem Auto, der Bahn oder gar dem Fahrrad maßgeblich weniger Emissionen. Auch der Aufenthalt am Zielort, insbesondere als Massentourismus, wirkt sich oft negativ auf die lokale Umwelt aus. Vermüllung, zugebaute Natur und ein hoher Wasserverbrauch sind hier nur einige Beispiele. Auf das Reisen verzichten möchte dennoch kaum jemand, obwohl das schlechte Gewissen das Urlaubserlebnis trüben kann. Dieses Verhalten ist beispielhaft für die heutige Zeit: Viele Menschen sind sich der Auswirkungen ihrer eigenen Handlungen bewusst, möchten sich aber dennoch nicht in ihrer Bequemlichkeit einschränken lassen.

Mehr über „Flugscham“ erfährst du hier. Auch erfährst du mehr über „Autoscham“, „Rauchscham“ und „Fleischscham“ hier.

Digital Detox als Schlüssel zur Entspannung?

Seit der Erfindung des ersten mobilen Telefons im Jahre 1983 hat es nicht lange gedauert, bis man mit einem Telefon nicht mehr bloß telefonieren konnte, sondern Nachrichten schreiben, Fotos aufnehmen, Videos schauen, Spiele spielen und vor allem auf das Internet zugreifen. Heutzutage hat fast jeder Mensch sein Smartphone immer und überall bei sich.

Das Gefühl, 24 Stunden am Tag erreichbar und verbunden sein zu müssen, ist ein ständiger Begleiter. Doch aktuell gewinnt auch die Gegenbewegung immer mehr Anhänger: Digital Detox (zu Deutsch „digitale Entgiftung“) heißt der Trend, freiwillig auf das Handy und die ständige Vernetzung sowie die damit einhergehende Informationsflut zu verzichten. Ziel ist es, wieder bewusster im Hier und Jetzt zu leben und sich offline von dem Stress und der Abhängigkeit zu distanzieren, die die konstante Erreichbarkeit verursacht. Gerade auf Reisen kann der Verzicht auf das Smartphone positive Auswirkungen haben, indem Anspannung und Stress einer inneren Ruhe weichen.

Was „Digitaler Detox“ genau ist, erfährst du hier.

Erholung in der Natur

Schnelllebig und hektisch geht es nicht nur in der digitalen Welt zu, sondern auch in den Städten. Waren früher besonders Städtetrips angesagt, erfreuen sich heute Reisen in naturnahe Urlaubsorte zunehmender Beliebtheit. Fernab von Stress, Gedränge, Lärm und Reizüberflutung fällt es vielen Menschen leichter, zu entspannen.

Angesagt sind heute insbesondere alternative Reiseformen. So ersetzen zum Beispiel das Zelt oder das Zimmer auf einem Bauernhof das Luxushotel und ausgiebige Wanderungen oder Radtouren das SPA. Begründen lässt sich diese Entwicklung mit dem Bedürfnis vieler Menschen nach Ruhe und Erholung, die ihnen im stressigen Alltag oft versagt bleibt. Das Großstadtgedränge kennen die meisten Urlauber von zu Hause, das einzigartige Gefühl von Ruhe und Vollkommenheit, das Wälder, Berge und Gewässer vermitteln, haben hingegen nur die wenigsten Städter in ihrem täglichen Umfeld.

Alternative Unterkünfte

Auch bei den Unterkünften findet ein Wandel statt. Anstelle eines einfachen Hotelzimmers wünschen sich viele Urlauber eine unkonventionelle Unterkunft, mindestens aber eine Ferienwohnung. Zahllose Webseiten helfen den Urlaubern dabei, die ideale Unterkunft zu finden. So gibt es zum Beispiel Anbieter, die Reisende mit Menschen in Kontakt treten lassen, die ihre private Wohnung auf bestimmte Zeit vermieten möchten. Diese Art des Urlaubs ermöglicht es, eine Stadt nicht als Tourist zu erleben, sondern wie ein Ortsansässiger.

Auch Zelten in der Natur ist beliebt, genau wie beispielsweise das Übernachten in futuristisch aussehenden „Bubble-Hotels“. Hierbei handelt es sich um kleine Unterkünfte, die komplett aus Glas bestehen und dadurch einen einzigartigen Ausblick auf die umgebende Natur und den Sternenhimmel ermöglichen. Derartige Alternativen zum Hotelzimmer haben gemeinsam, dass sie weit außerhalb des Geschehens liegen und somit ein neues Maß an Ruhe, Entspannung und Naturverbundenheit erzeugen können. Wem dies zu wenig Luxus ist, der kann sich vielleicht für das Glamping begeistern.

Reisen als Ausdruck der Selbstbestimmtheit

In diesem Zuge nimmt auch die Beliebtheit von Reisegruppen ab. Menschen fühlen sich heutzutage im Alltag durch verschiedenste Faktoren eingeschränkt. Im Urlaub wünschen sich daher viele, keinem festen Plan folgen zu müssen und somit der Fremdbestimmung den Kampf ansagen zu können. Ob die Urlauber für sich selbst jeden Urlaubstag durchplanen oder ganz spontan in den Tag hineinleben hängt dabei von den individuellen Vorlieben ab; wichtig ist bloß, sich nach niemand anderem richten zu müssen.

Selbstorganisierte Reisen werden oft intensiver wahrgenommen und erlebt und ermöglichen daher ein größeres Maß an Vergnügen und Entspannung als Gruppenreisen. Auch die Aspekte Erholung in der Natur und unkonventionelle Unterkunftsarten kommen durch diesen Trend erneut zur Geltung: eine Reise wird immer mehr zum Ausdruck der Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung; die Planung soll deshalb nicht von jemand anderem übernommen werden.

Insgesamt bewegt sich der Trend weg vom Massentourismus und hin zu Individualreisen. Zu beobachten bleibt, ob das schlechte Gewissen in Zukunft mehr und mehr Menschen von klimaschädlichen Reisen abhalten wird.

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