Was ist die VUCA-Welt? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist die VUCA-Welt, Bedeutung, Definition, Erklärung


VUCA hat seine Ursprünge im militärischen Bereich in den USA. Erstmalig kam es 1987 in den Umlauf und stützt sich auf die Erkenntnisse zu Führungstheorien der amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Warren Bennis und Burt Nanus. Während des Kalten Krieges nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems war die Menschheit mit einer neuen Weltordnung konfrontiert, denn es gab nicht länger nur den EINEN Feind, sondern mehrere Konfliktherde, die vor sich hin schwelten. Im amerikanischen Militär-Wortschatz steht VUCA für die Grundlagen der modernen Kriegsführung: asymmetrische Gefechtsplanung, Attentate, Partisanen- und Straßenkampf. Die dafür geltenden Bedingungen sind noch nie da gewesen, denn hier stehen sich nicht mehr zwei Heere gegenüber wie das in der Vergangenheit stets der Fall war.

Bedeutung und Definition: VUCA als Akronym

VUCA steht für die vier Begriffe Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Nachfolgend werden diese vier Wörter näher definiert:

  • Volatilität (volatility) steht für die Stärke der Schwankungen über einen zeitlich festgelegten Rahmen hinweg; als anschauliches Beispiel dient der Aktienkurs, denn Aktien können über einen sehr kurzen Zeitraum stark schwanken. Wenn diese Schwankungen in einer Grafik dargestellt werden, sieht diese häufig wie eine Fieberkurve mit Berg- und Talfahrt aus. Je höher die Volatilität, desto zackiger die Ausschläge.
  • Unsicherheit (uncertainty) definiert hier die Unwägbarkeiten von Ereignissen. Je unvorhersehbarer der Ausgang eines bestimmten Sachverhalts ist, desto größer die Unsicherheit.
  • Komplexität (complexity) bedeutet in diesem Zusammenhang die Summe der Einfluss nehmenden Komponenten und deren Abhängigkeit voneinander. Je mehr Abhängigkeiten bestehen, desto komplexer wird es. Der Begriff „komplex“ darf jedoch nicht mit „kompliziert“ verwechselt werden, die nichts miteinander zu tun haben.
  • Ambiguität (ambiguity) steht für die Mehrdeutigkeit eines Sachverhalts oder von Daten. Die Auswertung von sehr vielen ähnlichen Informationen kann trotz ihrer vermeintlichen Eindeutigkeit mehrdeutig sein. Oftmals ist den Auswertenden dieser Umstand noch nicht einmal bewusst.

VUCA beschreibt heute die sich stetig verändernden Rahmenbedingungen in einem im Vorfeld festgelegten Kontext

Im beruflichen Umfeld bedeutet VUCA, dass Arbeitnehmer und Führungskräfte anders agieren müssen als sie es bisher gewohnt waren – ganz besonders im Zeitalter der Digitalisierung und Industrie 4.0. Dies betrifft Offiziere genauso wie Manager. Somit lässt sich der VUCA-Begriff aus der Militärstrategie auch auf die Arbeitswelt übertragen. Unternehmen und Organisationen stehen an einem Scheideweg – um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen sie radikale Änderungen umsetzen. Möglichst informierte Entscheidungen müssen unter veränderten Rahmenbedingungen getroffen werden. Daten, die gestern noch aussagefähig waren, sind es heute nicht mehr. Vorgaben wechseln schnell, Interessenskonflikte treten weitaus häufiger auf und gängige Vorgehensweisen verlieren immer häufiger ihre Gültigkeit.

Was tun in einem VUCA-Umfeld: Die eigenen Werte in den Vordergrund stellen!

Wenn alles im Wandel ist, wann fange ich dann an, eine Veränderung einzuläuten? Die Antwort: es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt. Wandel bedeutet Fluss und keineswegs Zwang. Wichtig ist nur, dass eigene Veränderung den eigenen Werten entsprechend stattfindet und gewünscht wird. Ich muss mich mit dem Wandel selbst abfinden, allerdings ohne meine Identität dabei zu verlieren. Orientierung in einer VUCA-Welt liefern persönliche Wertvorstellungen und eine große Portion Bauchgefühl, ob sich Dinge oder Entscheidungen richtig anfühlen. Der Wandel sollte zudem authentisch erfolgen. Ist er das nicht, dann muss nach einer anderen Lösung gesucht werden. Das Militär versucht der VUCA-Welt mit einem „Mehr“ zu begegnen. Es werden mehr Drohnen losgelassen, mehr Informationen eingeholt und gespeichert, mehr Aufklärungsdienste eingesetzt. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Durch das „Mehr“ an Informationen erhofft man sich ein höheres Maß an Sicherheit und Entscheidungsverlässlichkeit. Doch meistens ist das Gegenteil der Fall, denn die Unmengen an Informationen müssen erst einmal aufbereitet und ausgewertet werden, womit viele Länder überfordert sind. Es wäre wirklich wünschenswert, dass die Verantwortlichen stattdessen wieder eine große Portion rationales Denken einsetzen würden. Das kluge Abwägen der Optionen unter Berücksichtigung des jeweiligen Outcomes und eine darauf basierende, rationale Entscheidungsfindung ist heute längst nicht mehr die erste Wahl. Ob es daran liegt, dass die Menschen längst nicht mehr in der Lage sind, rationale Entscheidungen zu treffen, oder die Verantwortlichen dies eben nicht wollen, sei dahingestellt.

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