Was bedeutet „Underdog“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Underdog, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Ursprung des Ausdrucks Underdogs lässt sich ins England des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen. Zur Zeit der Industrialisierung waren Hundekämpfe eine populäre Freizeitbeschäftigung. Für einen Hundekampf wurden zwei Tiere zu einem Kampf mit einem sicheren Gewinner zusammengebracht. Der unterlegene Hund wurde als Underdog bezeichnet. Der Verlierer war dem gegnerischen Hund kräftemäßig unterlegen und nahm, entsprechend dem Verhalten eines Hundes, die niedrigere Position ein. Für die Veranstalter der Hundekämpfe dominierte das wirtschaftliche Interesse, da auf den Ausgang eines Hundekampfes hohe Wetteinsätze getätigt wurden. Hunde sind Rudeltiere und fochten in einem arrangierten Kampf die Position um den höheren Platz in der Rangordnung aus. Das Gewinnerhund wurde prämiert, der Verlierer wurde missachtet und ausgestoßen. Ein unterlegener Hund bekam keine zweite Chance.

Es gibt einen weiteren Deutungsansatz des Ausdrucks Underdog, der sich auf den Beruf des Holzfällers bezieht. Holzfäller mussten in ihrem beruflichen Alltag mit langen Stämmen und Balken arbeiten. Das Sägen wurde durch die Verwendung von sogenannten Sägegruben erleichtert. Die Holzfäller legten einen Stamm über die Grube. Es sägten zwei Personen gleichzeitig an einem Holzstück. Ein Arbeiter sägte von der Unterseite in den Stamm, ein weiterer sägte von der Oberseite. Die Holzfäller wurden ursprünglich als top sawyer und bottom saywer bezeichnet. Später setzte sich die Bezeichnung als Topdog und Underdog durch. Es ist eine vage Theorie, dass der Begriff Underdog tatsächlich seinen Ursprung in der Holzbranche hat. Vermutlich wurde der Zusammenhang in einer wissenschaftlichen Studie geprägt, die in der zeitlichen Abfolge erst im 20. Jahrhundert erfolgt ist. Bei einer Studie über die Feudalität und die gesellschaftlichen Top Dogs, wurde der Begriff Underdogs als Gegenpart verwendet.

Siehe auch: Was ist der Underdog-Effekt?

Was bedeutet „Underdog“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Mit Bezug auf den Verlierer im Hundekampf wird als Underdog eine Person bezeichnet, die gegenüber anderen in einer schwachen Position ist. Im gesellschaftlichen Bereich sind Underdogs im Hinblick auf sozialen Status, Bildung und wirtschaftlicher Situation unterlegen. Sie stehen gegenüber dem Topdog in einer untergeordneten Position. Das kann im Berufsleben die Beziehung von Chef und Angestellten sein. Das Wort Underdog steht für eine Rangordnung, in der es eine mächtige und starke Spitze gibt und unter Plätze für die schwächeren Glieder in einer Kette.

In der Umgangssprache gelten Underdogs als Außenseiter oder als Looser. Sie werden als die Personen eingestuft, die den letzten Platz in einer Reihenfolge einnehmen. Diese Klassifizierung erfasst den Begriff Underdog nicht vollständig. Ein unterlegener Hund gibt nicht auf. Eine Charaktereigenschaft, die in den Begriff Underdog einfließt und gesellschaftlich differenziert bewertet wird. Underdogs kämpfen und wehren sich in aussichtslosen Situationen. Sie stehen für sich ein und erhalten sich diese Eigenschaft, wenn sie vom Underdog zum Topdog wechseln.

In der Soziologie ist ein Außenseiter eine Person, die sich außerhalb der gesellschaftlichen Norm bewegt. Dies kann durch eigenes Verhalten der Person ausgelöst sein oder durch eine soziale Ungleichheit. Außenseiter gelten häufig als sozial benachteiligt. Ihnen wird ein geringes Einkommen und ein niedriges Bildungsniveau zugesprochen. Menschen, die sich bewusst gegen die allgemeingültigen Wertvorstellungen stellen, stehen auch als Außenseiter am Rand der Gesellschaft. Häufig kämpfen diese Menschen gegen Normen, die das gesellschaftliche Leben strukturieren.

Underdogs im Sport

In einem sportlichen Wettbewerb stehen das Gewinnen und das Verlieren im Mittelpunkt. Schon vor dem Start beginnt die Klassifizierung der Teilnehmer. Bei einem Fußballspiel treten zwei Mannschaften gegeneinander an, von denen eine in der Regel als die Stärkere gilt. Dieser Mannschaft werden die größeren Siegchancen zugeordnet. Die zweite Mannschaft gilt als schwächer und unterlegen und wir als Underdog bezeichnet. Tritt das Schlusslicht der Liga gegen den Tabellenführer an, so ist das Ergebnis vorhersehbar. Underdogs können jedoch kämpfen und im Sport kann dieser Charakterzug spielentscheidend sein. Die Mannschaft auf dem Platz, die nichts zu verlieren hat, kann ihren Kampfgeist ausspielen. Sie ist frei von Kalkül und hat in der Regel die Herzen die Zuschauer auf der Seite. Diese Aspekte können Kräfte mobilisieren, die im Außenseiter Energie freisetzt, die sie zum Sieg führt.

Underdogs in Hollywood

Filmproduzenten kennen den Charme der Underdogs. Einer der berühmtesten ist der Boxer Rocky Balbao. Kaum ein Zuschauer oder eine Zuschauerin im Kino wünscht sich nicht, dass sich der charismatische Boxer noch einmal aufrappelt, das Blatt wendet und gewinnt. Sein Weg war zu hart, um im entscheidenden Moment einfach aufzugeben. Das Publikum liebt die Underdogs. Der coolste Footballspieler der High-School verblasst gegen den ungeschickten Nerd. Der Verlierer löst einen Schutzinstinkt aus. Das Publikum solidarisiert sich mit dem Verlierer. Dieser Effekt beschränkt sich nicht auf das Leinwandgeschehen. Im richtigen Leben können Politiker Wahlen über diesen Mechanismus gewinnen und sogar im Supermarkt greifen Verbraucher häufig zu den Produkten eines kleineren Anbieters.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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