Was bedeutet “rappeln” / “aufrappeln”? Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Ausdrücke “sich rappeln”, “sich aufrappeln” oder “sich berappeln” bedeuten im wörtlichen Sinne sich wieder zu erheben.

Im übertragenen Sinne werden sie benützt um auszudrücken, dass sich jemand von einem harten Schlag oder einer Phase der Schwäche erholt.
Bildlich gesprochen: Die Person wurde von einem Schicksalsschlag niedergestreckt. Sie bleibt jedoch nicht hilflos und verletzt am Boden liegen, sondern steht auf und setzt ihr Leben fort.

“Sich zu etwas aufzurappeln” wird auch verwendet um auszudrücken, dass der Mut gefunden wird, etwas in Angriff zu nehmen. Trotz mentaler oder körperlicher Hürden wird ein Weg beschritten, der zu einem gesteckten Ziel führt.

Bedeutung: rappeln, aufrappeln, berappeln

Jeder Mensch erlebt früher oder später Krisen. Scheidung, Jobwechsel, Tod oder Krankheit eines Angehörigen oder der Auszug der Kinder. Solche Ereignisse lösen beim Betroffenen Ängste und oftmals sogar Panik aus. Die Person fühlt sich hilflos und der aktuellen Krise schutzlos ausgeliefert. Dies kann sich in körperlichen Symptomen wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen niederschlagen.

Nicht nur der Einzelne kann durch eine Krise niedergeworfen werden. Naturkatastrophen, Kriege oder Pandemien haben zeitgleich Auswirkungen auf unzählige Menschen. Es entstehen Konflikte, kollektive Ängste und Unsicherheiten, die sich u. a. in sozialen Unruhen zeigen können.

Am Boden liegend

So unterschiedlich wie die Auslöser der Krisen sind, so individuell ist der Umgang mit ihnen. Manche Menschen, sogenannte Stehaufmenschen, rappeln sich nach einem schweren Schicksalsschlag schnell wieder auf, andere verzweifeln daran.

Die Art und Weise wie der Einzelne über Schicksalsschläge hinwegkommt und welches Maß an psychischer Belastung er aushält wird als Resilienz bezeichnet.

Ein gutes Immunsystem schützt Menschen gut vor Krankheiten. Eine hohe Resilienz schützt Menschen vor seelischen Problemen. Wer resilient ist, verliert auch in Krisensituationen nicht den Mut. Ein harter Schicksalsschlag bringt ihn kurzfristig zwar ins Schleudern, aber nicht vom Weg ab.

Vom Boden aufrappeln

Resiliente Menschen verdrängen oder leugnen Schicksalsschläge nicht. Sie durchleben sie wie alle anderen auch. Aber sie werden dadurch nicht aus der Bahn geworfen.

Ob und wie schnell sich jemand wieder rappelt hängt von zahlreichen Faktoren ab.

Eine gute Balance zwischen Blauäugigkeit und gesundem Optimismus ist ein Aspekt, die Akzeptanz von Unvermeidlichem und Gelassenheit bei Veränderungen ein anderer.

Menschen, die sich rasch wieder aufrappeln vertrauen zudem im Allgemeinen darauf, dass die Krise dank der eigenen Fähigkeiten und einem stabilen sozialen Netzwerk überwunden werden kann.

Sie können angebotene Hilfe annehmen, arbeiten aber auch selbst aktiv an Lösungen, indem sie ihren Blick nicht nur auf das Problem, sondern vielmehr auf die Lösung dessen richten.


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Außerdem lassen sich Stehaufmenschen auch in der heftigsten Krise nicht vollends von Gefühlen überwältigen.

In den 70er Jahren wurde dazu eine interessante Studie vorgelegt. Ein Forscherteam hatte auf einer Insel im Zentralpazifik mehrere Hundert Kinder über Jahre begleitet. Dabei wurden Aspekte herausgearbeitet, die Menschen dabei helfen, trotz widriger Umstände erfolgreich durch das Leben zu gehen. So kristallisierte sich auch heraus, dass sich die Fähigkeit Niederlagen zu trotzen erlernen und trainieren lässt.

Den Sturz dämpfen

Die Fähigkeit zum raschen Aufrappeln liegt also nur teilweise in den Genen. Sie hängt auch von der Persönlichkeit des Menschen ab und von seinem sozialen Netzwerk. Zudem kann sie durch äußere Umständen beeinflusst werden. Positives Denken, der Glaube an sich selbst und die Überzeugung, dass das eigene Tun einen Sinn hat zeichnen ebenfalls einen Stehaufmenschen aus.

Aufstehhilfen für Liegengebliebene

Die Möglichkeiten sich Aufstehhilfen anzutrainieren sind dabei so vielfältig wie die Menschen selbst. Was dem einen hilft, kann nutzlos für den anderen sein. Allgemein gilt jedoch, dass das Aufrappeln während Krisen am einfachsten fällt, wenn Aufstehhilfen schon zuvor geschaffen wurden.
Ein stabiles Netz aus guten Freunden, auf die in jeder Situation Verlass ist, gibt Sicherheit.

Regelmäßige Entspannungspausen im Alltag stärken die Psyche und helfen eine objektive Sichtweise zu behalten.

Sich die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu machen fördert innere Stärke.

Ein gesunder Lebensstil tut Körper und Geist gut.
Menschen, die sich schnell wieder aufrappeln haben gelernt Schwierigkeiten nicht auszuweichen, sondern diese mit einem realistischen Blick auf das Ziel anzugehen. Dabei sind sich Stehaufmenschen auch in schweren Zeiten ihrer positiven Eigenschaften bewusst.

Wer sich solche Aufstehhilfen schafft und deren Anwendung bei kleineren Problemen testet und trainiert, kann im Falle einer größeren Krise darauf zurückgreifen und diese dank der Werkzeugkiste besser meistern.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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