Warum ist der Ramadan so wichtig für Muslime? Erklärung

Warum ist der Ramadan so wichtig für Muslime, Erklärung


Weltweit gehören ungefähr zwei Milliarden Menschen der islamischen Religionsgemeinschaft an. Vereint im Glauben an Mohamed und Allah befolgen Muslime die im heiligen Buch des Koran festgeschriebenen Regeln. Dazu zählt die Einhaltung des Fastenmonats Ramadan. Das aus dem Arabischen stammende Wort bedeutet übersetzt „der heiße Monat“. Die muslimische Tradition des Fastens entstand den Überlieferungen zufolge im Jahr 624, im zweiten Jahr der Auswanderung Mohammeds aus Mekka.

Ramadan: Wann findet das Fasten statt?

Es handelt sich dabei um den neunten Monat des islamischen Mondkalenders, der nur 354 Tage umfasst. Durch die Abweichung vom Sonnenkalender verschiebt sich der Zeitraum jedes Jahr um 10 oder 11 Tage. Die Dauer des Fastenmonats beträgt 29 oder 30 Tage. Das Fasten beginnt, wenn zum Ende des Neumonds die Mondsichel zu sehen ist. Ab dieser Zeit wird täglich ab dem Fajir-Gebet um etwa 05.00 Uhr bis nach dem Abendgebet gegen 21.00 Uhr nichts gegessen und getrunken.

Zur Beendigung des Fastenmonats versammelt sich zu Hause nach Sonnenuntergang die gesamte Familie zum festlichen Abendessen Iftar. Das zwei- bis dreitägige Fest des Fastenbrechens Eid al-Fitr gilt nach dem Opferfest als zweithöchster islamischer Feiertag. Weil die Kinder zu diesem Anlass in der Türkei Süßigkeiten bekommen, wird das Fest auch Zuckerfest (Seker Bayrami) genannt.

Regeln, Bedingungen, praktische Durchführung des Ramadans

Zur Einhaltung des Fastenmonats Ramadan durch Muslime bestehen teilweise sogar zwingende staatliche Vorgaben. Ausgenommen davon sind lediglich Menschen, die schwere körperliche Arbeiten verrichten müssen. Ebenso sind schwangere oder stillende Frauen, kranke und altersschwache Menschen sowie Kinder von der Fastenpflicht ausgenommen.

Von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang gilt während des Ramadans nicht nur ein Verzicht auf Essen und Trinken. Ebenso sind während dieses Zeitraums Rauchen, laute Musik und Geschlechtsverkehr untersagt. Diese Verbote sollen verhindern, dass Muslime von ihrem Glauben und Allah abgelenkt werden.

Vor dem Beginn des Fastens, dass circa 12 Stunden beträgt, nehmen zahlreiche Muslime kurz zuvor noch eine kleine, salzarme Mahlzeit ein. Dadurch soll die Leistungsfähigkeit tagsüber möglichst nicht zu stark beeinträchtigt werden. Vielfach werden vor dem Abendessen unmittelbar nach Sonnenuntergang zur ersten Stärkung einige Datteln verzehrt, in denen reichlich Zucker und Nährstoffe enthalten sind. Aufgrund der oftmals hohen Außentemperaturen zu dieser Jahreszeit wird außerdem Wasser getrunken.

Zum Festessen am Ende der Fastenzeit werden gemäß der muslimischen Tradition auch Freunde eingeladen. Vor dem Beginn des Abendessens verrichten die Versammelten das Maghrib-Gebet. Beliebte, leckere Speisen bereichern den Tisch, um den sich die Muslime versammelt haben. Schweinefleisch und Alkohol sind streng verboten. Es wird einige Stunden lang genussvoll gegessen, getrunken und gebetet. In den muslimischen Staaten weisen Veränderungen des öffentlichen Lebens auf den Fastenmonat hin. So können staatliche wie private Einrichtungen andere Öffnungszeiten aufweisen oder ganz geschlossen sein. Urlauber sollten dies berücksichtigen.

Siehe auch:

Ramadan: Abweichende Regelungen durch die geografische Lage

Besondere Regelungen bestimmen die Fastenzeit in den Ländern mit Mitternachtssonne wie Norwegen, da die Sonne dort nicht wie üblich untergeht. Ebenso können sich die Zeiten zum Beginn des Ramadans in Ländern wie Pakistan oder Iran verschieben. Dort ist die Mondsichel nach dem Neumond erst später am Himmel zu sehen.

Folgen beim Nichteinhalten von Fastentagen

Falls die Möglichkeit besteht, sollen die mit einem guten Grund versäumten Fastentage nachgeholt werden. Wer das Fasten grundlos bricht, muss dies gegenüber Allah aufrichtig bereuen. Ebenso besteht die Verpflichtung gemäß dem Koran, zwei Monate ununterbrochen zu fasten. Wer dazu nicht imstande ist, soll 60 arme Menschen speisen.

Bedeutung des Ramadans in Sinne des Islams

Die Einstellungen und Handlungen der Muslime während des Fastenmonats Ramadan sollen bei Allah Gefallen finden. Das strikte Fasten und eine intensive Frömmigkeit sollen die besondere Hingabe zu Allah verdeutlichen. Muslime sollen im Ramadan fasten, mehr beten und für wohltätige Zwecke spenden. In der Regel kommen die Spenden hilfsbedürftigen Gemeindemitgliedern zu.

Am Morgen des ersten Festtages stellt das Fest-Gebet eine bedeutende religiöse Pflicht dar. Neben der Freude über die gemeisterten Entbehrungen durch das Fasten bitten Muslime darum, dass Allah ihre Mühen und Gebete anerkennt. Zum gemeinsamen Beten und Spenden treffen sich die Muslime festlich gekleidet in der Moschee.

Das verstärkte Lesen und Zitieren des Korans verbunden mit Bittgebeten und einem ausgeprägten Miteinander sollen die Seele reinigen. Der heilige Monat soll wie bei Pilgerfahrten ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl der Muslime bewirken. In dieser Zeit sollen die Chancen dafür erhöht werden, bestehende Konflikte zu lösen. Als Belohnung des Fastens steht nach dem Koran ebenso eine Vergebung von Sünden in Aussicht.


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Autor: Pierre von BedeutungOnline

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