Warum heißt der VW Bus auch „Bulli“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Warum heißt der VW Bus T2, T3, auch Bulli, Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung


Der VW Bulli heißt offiziell „VW Transporter“. Dann folgt das T mit einer Ziffer. Diese wiederum steht für den Typ oder das Nachfolgemodell. Mittlerweile gibt es den T3 bis T6. Ab 2021 kommt der T7 auf den Markt.

Wie kam der VW Bulli zu seinem Namen? Namensherkunft

Die Bezeichnung Bulli sollte eigentlich den Zusammenhang von Bus und Lieferwagen symbolisieren, wurde jedoch aus rechtlichen Gründen bis 2007 nicht offiziell verwendet. Das hängt mit der geschützten Bezeichnung Bulli zusammen, die sich die Kässbohrer Geländefahrzeug AG in den 50-er Jahren sichern ließ. Erst zum 60.- Geburtstag des VW Transporters durfte die Volkswagen AG den Namen erwerben. Die Übergabe fand bei der Jubiläumsfeier statt.

„Bulli“ setzt sich also aus den Worten „Bus“ und „Lieferwagen“ zusammen. Fans der VW Transporters T2 und T3 verwenden die Bezeichnung „Bulli“ gerne.

In seiner ersten Form wurde der VW Transporter von 1950 bis 1967 mit unterschiedlichen Modifikationen gebaut. Er verfügt jeweils über einen 1,1 bis 1,5 Liter Ottomotor. Die sich bis heute anschließenden Modellreihen T3 und T6 verfügen jedoch schon jeweils über die aktuellen Leistungsprofile.

VW Bus T (Bulli): Geschichte

In den 1930-er Jahren konzipierten die Techniker der Volkswagen GmbH den ersten VW Käfer. Sein Motor sollte später die Basis für den ersten VW Bulli T1 werden. Während des Krieges stellten die Verantwortlichen die Produktionen jedoch zugunsten militärischer Fahrzeuge um.

Nach Kriegsende konzentrierte sich Volkswagen in erster Linie auf die Herstellung des Käfers. Einen Markt für Nutzfahrzeuge, auf dem man den VW Transporter hätte verkaufen können, gab es nur bedingt. Noch waren die Lastkraftwagen, die den Krieg überstanden hatten oder den Alliierten abgekauft wurden, im Einsatz. Mit dem zunehmenden Wiederaufbau in Westdeutschland benötigten die Handwerker und der Handel aber zunehmend günstige Kleintransporter, die sich auch wirtschaftlich betreiben ließen.

Warum heißt der VW Bus auch „Bulli“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung, Geschichte

1947 war der Käfer noch der einzige Verkaufsschlager der Wolfsburger. Dabei setzte das Werk schon auf Exporte. Bei einer Besichtigung fiel dem niederländischen Exporteur Ben Pon die motorisierten Plattenwagen auf. Sie wurden benutzt, um Arbeitsmaterialien und Teile von einem Arbeitsplatz zum nächsten zu transportieren. Angetrieben wurden sie jeweils von einem Käfermotor. Auch das Chassis stammte vom Erfolgsmodell. Hinten saß der Fahrer. Vor ihm befand sich eine festmontierte Platte, auf der beispielsweise Bauteile oder Werkzeuge verlagert wurden. Ben Pons schloss daraus, dass sich der Käfer in modifizierter Form auch als Kleintransporter eignen würde. Er ging von einer Nutzlast von bis zu 750 Kilogramm aus. Als typische Abnehmer konnte er sich Handwerker, Händler und Bauern vorstellen. Das Fahrzeug war als Pritschenwagen oder Kombi denkbar. Es dürfte auch nicht sehr viel teurer werden als ein fast baugleicher Käfer. Sein Vorschlag wurde von der Geschäftsleitung, dem Vertrieb sowie der Entwicklungsabteilung der Volkswagen GmbH positiv aufgenommen.

1948 kreierte die Entwicklungsabteilung von VW den ersten VW Transporter, der auch als Bulli bekannt wurde. Der Kleintransporter erhielt die Kurzbezeichnung T2.

Da Volkswagen seinen Bulli nicht selbst mit allen möglichen Zusatzaufbauten versehen konnte, ging die Firma Partnerschaften ein oder vergab für diese Zwecke Lizenzen. Ein bekannter Kooperationspartner wurde die Westfalen Mobil GmbH oder kurz Westfalia, die noch heute wertbeständige VW Campingbusse ausstatten.

Die zunehmende Auslastung in Wolfsburg machte Auslagerung der VW Bulli Produktion notwendig. 1955 ging im Hannover ein neues Werk in Betrieb, dessen Mitarbeiter in Wolfsburg für ihre anspruchsvollen Aufgaben geschulten wurden. Bis zu 5.000 Kollegen bauten in der Spitzenzeit bis zu 200 Transporter pro Tag.

Wie wurde der VW Bulli konzipiert?

Der Bulli sollte ein Gewicht von bis zu 750 Kilo tragen können. Grundsätzlich wurde er als Nutzfahrzeug für den Handel sowie das Handwerk geplant. Kurz darauf kam der eigentlich für den amerikanischen Markt entwickelte VW Samba heraus, der sich primär an Familien und deren Reisebedürfnisse richtete.

Bei der Umsetzung konnten einige Komponenten des VW Käfers übernommen werden. Dazu zählten der Motor, das Getriebe sowie die Vorderachsen, die jedoch modifiziert werden mussten.

Der Rahmen sowie die Hinterachse des VW Käfers waren jedoch für die geplante Zuladung nicht robust genug. Deshalb wählten die Ingenieure ein neu konstruiertes Fahrgestell mit tragender Karosserie. Außerdem verwendete man die Leichtbauweise. Den vom VW Käfer stammenden luftgekühlten Boxermotor setzten die Ingenieure im Heck des Fahrzeuges ein. Seine Leistung wurde jeweils von einem 1,1 bis 1,5 Liter Boxermotor geleistet. Im Laufe der Jahre verbaute man jedoch immer leistungsfähigere Motoren, die den Bedürfnissen der Kunden und den gestellten Anforderungen entsprachen.

Der Handel und das Handwerk benötigten nach der Währungsunion einen VW Bulli, der sowohl die Mitarbeiter, ihre Werkzeuge als auch verschiedene Erzeugnisse transportieren konnte. Einige Fahrzeuge wurden mit bis zu acht zusätzlichen Sitzen ausgestattet. Dazu kamen zwei Türen, die sich nebeneinander befanden und gleichzeitig zu öffnen waren. Weitere Gegenstände konnten durch die Heckklappe eingeschoben werden. Der Platz wurde hier nur durch den Heckmotor eingeschränkt. Im Handwerk war die Pritschenversion beliebt. Ab 1958 kam die Doppelkabine dazu. In ihr fanden bis zu sechs Mitarbeiter Platz. Dafür musste sich der Unternehmer mit einer räumlich begrenzten Pritsche zufriedengeben.

Bei Handwerkern und Händlern war und ist der VW Bulli beliebt. Schon die erste Version konnte günstig erworben werden. Er kostete ungefähr das 20-fache eines durchschnittlichen Gehalts und ca. 150 Deutsche Mark mehr als ein vergleichbarer VW Käfer. Dazu kam der relativ niedrige Verbrauch.

Der VW Bulli Transporter erhält ein weltoffenes Design
Runde Formen sprechen Menschen besser an als eckige. Diese Wahrnehmung kommt auch der Aerodynamik zugute, da sich in den Rundungen kein Wind fangen kann. Auf diese Weise ist das Fahrzeug nicht nur schneller, sondern verbraucht auch weniger Treibstoff.

Der VW Transporter der ersten Baureihe, der den Namen Bulli als erstes verdient hätte, stach durch seine beiden vertrauenserweckenden großen Scheinwerfer hervor. Dazu kam das große VW-Logo und die Anbauten.

Wurde der Bulli als Familienauto erworben, wurde er zum motorisierten Angehörigen. So sahen und sehen es einige Menschen, die einen Bulli besaßen oder noch ihr eigen nennen. Dafür sorgte auch seine Frontpartie, die auf Menschen wie ein freundlich lächelndes Gesicht wirkt. Somit wurden dem Fahrzeug auch Charakterzüge zugesprochen, die sich teilweise mit denen seines Besitzers decken konnten.

Der VW Bulli für die Familie

In den frühen Fünfzigerjahren konnte man in Deutschland wieder an das Reisen denken. Nur das Fliegen war sehr teuer. Deshalb benötigte die Familie einen VW Bulli, in dem eine größere Gruppe Platz fand.
Vor allem in den U.S.A. wurde der VW Bulli Samba ab 1951 zum Verkaufsmagneten. Der Samba besaß bis zu acht Sitzplätze, mehrere Dachfenster und ein Schiebedach. Außerdem wurde er in zwei- oder dreifarbiger Lackierung angeboten. Erst als die amerikanischen Automobilhersteller die betreffenden Lücken in ihren Produktlinien mit eigenen höher motorisierten Fahrzeugen schlossen, musste sich der Konzern primär auf das europäische Geschäft mit dieser Variante konzentrieren. Mit dem Ende der Produktion des T1 lief auch der Samba 1967 aus. Bei den Nachfolgern sah VW jedoch ein vergleichbares Fahrzeug nicht mehr vor.

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