Warum heißen Warmblüter „Warmblüter“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Warum heißen Warmblüter Warmblüter, Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Im Reitsport bezeichnet „Blut“ den Charakter und das Wesen einer Pferderasse.

Bestimmte Rassen werden aufgrund des Erbes, des Aussehens und des Temperamentes als Vollblüter, Kaltblüter oder Warmblüter bezeichnet.

„Blut“ wurde schon immer mit besonders viel „Feuer“ und Energie in Verbindung gebracht. Vollblüter sind besonders schnell, temperamentvoll und sensibel. Kaltblüter sind eher träge, kräftig und phlegmatischer. Die Warmblüter liegen in der Mitte.

Warum heißen Warmblüter „Warmblüter“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Bevor die Arabischen Vollblüter nach Nord- und Mitteleuropa kamen, gab es vermutlich nur Kaltblüter und Ponys. Weil das Arabische Vollblut äußerst schick, zäh und rittig war, kreuzte man es mit diversen nordischen Rassen.

Die schweren und behäbigen Kaltblüter wurden durch die neue Zucht leichter, wendiger und kleiner. Heraus kam ein Pferd, dass ausdauernd über lange Distanzen laufen konnte, gelehrig und belastbar war. Zudem kam es besser mit den Wetterbedingungen in unseren Breiten klar, als die Araber. warum man den Begriff „Warmblut“ wählte, ist heute nicht mehr bekannt. Man hätte die Pferde auch „Mittelblut“ nennen können. Im Englischen nutzt man die Bezeichnung „crossbred“, was zu deutsch „Kreuzzucht“ bedeutet.

Neben der Warmblutzucht verfeinerten die Arabischen Vollblüter auch diverse Ponyzüchtungen (z.B. den Haflinger).

Das Warmblut – eine Erfolgsgeschichte

Aus dem Warmblut entwickelte sich das beliebteste Sport- und Freizeitpferd Europas. Deutschland ist bei der Warmblutzucht besonders aktiv. Fast jedes Bundesland hat eine eigene und sehr erfolgreiche Warmblutzucht. In den Niederlanden werden ebenfalls hervorragende Warmblüter gezüchtet.

Bekannte Rassen aus Deutschland sind:

  • Hannoveraner Warmblut
  • Oldenburger Warmblut
  • Holsteiner Warmblut
  • Bayerisches Warmblut
  • Württemberger Warmblut

Die Pferde eignen sich bestens für den Dressur- und Springsport. Warmblutpferde sind international bei Top-Wettbewerben erfolgreich. Europäische Warmblutpferde werden inzwischen in die ganze Welt exportiert und fliessen in ausländische Pferdezuchten ein.

Pferdezucht ist eine Kunst für sich. Die Typen und Anforderungen ändern sich immer wieder. Noch vor hundert Jahren waren die Warmblüter wesentlich größer, derber und schwerer. Nachdem sie als Zug-, Lasten- und Militärpferde nicht mehr gefragt waren, wurden sie zu Freizeit- und Sportpartnern.

Dazu kreuzte man wieder Vollblüter und leichtere Pferde ein. Unter anderem flossen Englische Vollblüter, russische Vollblüter, Trakehner, edle spanische Pferde (Lustitano und Andalusier) sowie nordafrikanische Berberpferde in die Zuchten ein.

Das Warmblutpferd im Dressursport

Für die Dressur eignen sich besonders ausdrucksstarke Pferdetypen. Sie müssen Freude an der Selbstdarstellung und ein ausgezeichnetes Gangbild haben. Dressurpferde haben eine imposante Statur und bewegen sich trotzdem federleicht.

Berühmte Dressurpferde aus der Warmblutzucht sind:

  • Donnerhall (Oldenburger, 1981-2002)
  • Rembrand (Westfale, 1977-2001)
  • Totilas (Niederländer, geb.2000)

Das Warmblutpferd im Springsport

Bei Springpferden steht das Leistungsvermögen vor dem Aussehen. Die Pferde müssen äußerst wendig sein und über ein gutes Springvermögen verfügen. Sie sind meistens deutlich kleiner und zierlicher als Dressurpferde.

Drei der bekanntesten Warmblut-Springpferde aller Zeit sind:

  • Halla (Hesse, 1945-1979)
  • Meteor (Holsteiner, 1943-1966)
  • Goldfever (Hannoveraner, geb. 1991)

Das Warmblut als Freizeitpferd

Neben Topleistungen im Sport sind Warmblüter geduldige und vielseitige Pferde für Freizeitreiter. Warmblüter werden in vielen Linien gezüchtet. Die Top-Vererber und Zuchtlinien kosten sehr viel Geld. Daneben gibt es aber auch jede Menge Zuchtungen, die sich jeder leisten kann.

Warmblüter werden häufig als Schulpferde in Reitställen eingesetzt. Je nach Zucht und persönlicher Anlage sind sie brave und gute Lehrmeister.

Im ambitionierten Freizeitreiterbereich findet man Warmblüter in allen nur denkbaren Sparten: als Dressur- und Springpferde der unteren Klassen, als Wanderreitpferde, Vielseitigskeitspferde oder Freizeitkumpel. Sogar im Westernsport sind Kreuzungen aus Warmblütern und typischen Westernpferden wie den Appaloosas oder Quarter Horses anzutreffen.

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