Warum heißen Vollblüter „Vollblüter“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Warum heißen Vollblüter, Pferd, Vollblüter, Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Der Stammvater aller Vollblutpferde ist das Arabische Vollblutpferd. Die Reiterstämme und Wüstenvölker der arabischen Welt hatten ganz besondere Pferde. Sie lebten seit jeher sehr eng an ihren Reitern. Dadurch entstand ein besonders menschenfreundliches, aber auch anspruchsvolles Pferd.

Warum heißen Vollblüter (Pferd) „Vollblüter“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Die Zuchtstuten der Nomadenvölker sollen sogar gemeinsam mit ihren Besitzern in einem Zelt gelebt haben. Im Islam gilt das Arabische Vollblutpferd als heilig.

„Araber“, wie sie kurz genannt werden, sind aus ausgesprochen intelligent, charakterstark, kräftig, „feurig“, zäh und ausdauernd.

Diese Pferde gehören zu den schnellsten der Welt. Nur das aus ihnen gezüchtete Englische Vollblut ist noch schneller.

Das Original-Araberpferd liegt von Stockmaß zwischen 1,4 bis 1,6 m. Der Körperbau ist zart, zierlich und trocken (zwischen Muskeln und Oberhaut ist sehr wenig fett).

Arabische Vollblüter sind verglichen zu den alten nord- oder mitteleuropäischen Pferderassen eher klein. Sie sind aber sportlicher, wendiger und vielerlei Hinsicht genauso leistungsfähig wie größere Pferde.

Was bedeutet Vollblut genau? Bedeutung, Erklärung

Vollblut bezieht sich in diesem Fall auf das Temperament dieser Pferde. Blut wird seit jeher mit einer besonderen Ausdruckskraft und dem „Feuer“ in Verbindung gebracht.

Kaltblüter sind sehr große, bullige, gemütliche und eher behäbige Pferde.

Das Vollblut dagegen ist temperamentvoll, nervös und sehr sensibel.

Aus der Kreuzung der beiden entstand das Warmblut. Bei diesen Züchtungen tritt mal das nordische Erbe, mal das vollblütige mehr in den Vordergrund. Sieht man bei einem Warmblüter deutlich den Vollblutanteil sagt man, das Pferd stehe „hoch im Blut“ oder sei ein „Bluttyp“.

Die Bezeichnungen aus der Pferdewelt haben also nichts mit der Temperatur des Blutes zu tun. Die ist bei allen Pferdearten in etwa gleich.

Das Englische Vollblutpferd

Aus Kreuzungen Arabischer Vollblüter mit nordischen Pferden ging das Englische Vollblut hervor. In diesen Pferden wurde das „Bluterbe“ bewusst betont. Im Englischen Vollblut vereint sich die Schnelligkeit der Araber mit robusteren Eigenschaften nordischer Pferde.

Aus Kreuzungen, bei denen der Kaltblut- oder Pony-Anteil überwog, entstanden die im Temperament gemäßigten Warmblüter.


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Vermutlich kamen die Arabischen Vollblüter mit den Kreuzrittern oder frühen Handelsreisenden nach Europa. Allerdings gilt das Arabische Vollblut als empfindlich gegenüber Nässe und Kälte. Durch ihre Freiheitsliebe ließen sie sich auch nicht so einfach in enge Ställe sperren. Durch die Einkreuzung von nordischen und großen Ponyrassen entstand ein robuster und pflegeleichter Pferdetyp.

Das Englische Vollblutpferd wurde gezielt als ausdauernder Langstreckenläufer gezüchtet. Man nutzte diese Pferde zu Kurierdiensten, bei der Jagd und zum Show-Reiten. Vollblüter haben die Eigenschaft, sich ganz besonders in Pose zu setzen. Sie können sehr elegant auf der Stelle tänzeln und lassen ihre Reiter sehr elegant aussehen.

Später entstand aus dem Pferdetyp das heute bekannte Rennpferd. Im Galopp-Rennsport sind fast ausschließlich Englische Vollblüter im Einsatz.

Das Vollblutpferd heute

Vollblüter gelten in der Pferdewelt grundsätzlich als etwas nervöser, schreckhafter und sensibler als andere Pferde. Man sagt, sie seien nichts für Anfänger und Menschen ohne Pferdeverstand.

Das Wesen dieser Tiere ist schnell und wendig. Sie lassen sich nur von Menschen führen und reiten, die ebenso auf Zack sind, wie sie selbst.

Im Pferdesport sind heute viele Mischrassen anzutreffen. Die deutsche Warmblutzucht wird immer wieder durch Vollblüter aufgefrischt und bereichert. Selbst das beliebte Haflingerpferd aus Südtirol hat einen arabischen Stammvater. Der heutige Haflinger-Typ entstand aus einer Kreuzung derberer Gebirgspferde mit Arabischen Vollblütern.

Im Springsport ist die Wendigkeit und schnelle Auffassungsgabe der Vollblüter ebenso gefragt. Zum Springen gezüchtete Warmblüter haben oft einen hohen „Blutanteil“.

Selbst im Freizeitreiterbereich sind die vollblütigen Pferde zugegen. Das Arabische Vollblut hat bei uns inzwischen zahlreiche passionierte Anhänger gefunden. Durch seine Menschenfreundlichkeit und Vielseitigkeit ist es in vielen Bereichen der Reiterei anzutreffen: als Westernpferd, Freizeitkumpel, Distanzreitpferd oder ausdauerndes Wanderreitpferd.

So manch ein Freizeitreiter adoptiert ein ausgemustertes Rennpferd. Leider werden Vollblüter heute als Massenware für die Rennbahn gezüchtet. Nach ihrer aktiven Zeit im Galopp-Rennsport bekommen einige ein zweites Leben als Freizeitpferd und tierischer Begleiter für pferdeverrückte Menschen.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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