Warum heißen Quarkkeulchen „Quarkkeulchen“? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Warum heißen Quarkkeulchen Quarkkeulchen, Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Bereits die Germanen kannten und nutzten die Zutaten Quark und Mehl. So berichtet zumindest Tacitus, der mehr als hundert Jahre nach Christus lebte und zu den wichtigsten Historikern zählt. Um 1500 wird die Herstellung von Quark das erste Mal dokumentiert. In dieser Zeit werden auch die ersten Weihnachtsmärkte angeboten, die sich meistens aus Fleischmärkten entwickelten.

Während der Regierungszeit Friedrichs des Zweiten (1740 bis 1786) kam auch die Kartoffel nach Deutschland. Sie wurde neben Weizen zu einem der wichtigsten Nahrungsmittel. Aus Weizen stellt man wiederum Mehl her. Das bildet zusammen mit Quark und Eiern einen wesentlichen Bestandteil der Quarkkeulchen. Außerdem kann man diese günstig und schnell zubereiten. Reiner Zucker war hingegen teuer und wurde teilweise in Apotheken grammweise verkauft. Außerdem ist er schädlich, da er sich negativ auf die körpereigene Insulinproduktion auswirken und Diabetes erzeugen kann.

Warum heißen Quarkkeulchen „Quarkkeulchen“? Namensherkunft, Bedeutung, Erklärung

Ihre Namen verdanken die Quarkkeulchen ihrer Form, die meistens an die von Hähnchenkeulen erinnert. Diese waren die bevorzugten Speisen auf den Fleisch- und späteren Weihnachtsmärkten.

Spätestens seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist das Quarkkeulchen vom Weihnachtsmarkt nicht mehr wegzudenken.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland zwischen den Siegermächten aufgeteilt. Während sich die neue Bundesrepublik im Westen schnell an die westlichen Standards anpassen konnte, hatte die ebenfalls neue DDR im Osten weniger Glück. Die Ausrichtung an die Planwirtschaft der UdSSR führte zu einer Verknappung. So standen zu Weihnachten nur wenige Zutaten zur Verfügung. Hier boten sich vor allem regionale Erzeugnisse wie Mehl, Kartoffeln, Eier und Früchte an. Bei den Früchten dominierten Äpfel, Birnen und Kirschen, die auch in heimischen Gärten wuchsen und für den Winter eingelegt werden konnten.

Wie stellt man Quark selbst her?

Auch Quark lässt sich gut selbst herstellen. Dazu wird in erster Linie Milch benötigt, bei der bestimmte natürliche biochemische Prozesse angeregt werden müssen. Man benötigt außerdem Gefäße, Deckel und Tücher. Bei großen Mengen bieten sich Säcke an, aus denen die geronnene Flüssigkeit ablaufen kann.

Normaler Quark entsteht bei der Aufspaltung von Milch in Eiweiß und Molke. Zuerst wird die Milch sauer und somit eigentlich ungenießbar. Um sie jedoch in den sauren Zustand zu überführen, lässt man sie in einem leicht abgedeckten Topf mindestens ein bis zwei Tage stehen. Der Deckel wird nur an einer Stelle leicht geöffnet, damit der Sauerstoff zur Vermehrung der natürlichen Milchsäurebakterien beiträgt. Sobald das Eiweiß und die Molke im Topf nebeneinander schwimmen, lassen sich die Produkte problemlos trennen. Bei größeren Mengen verwendet der Koch einen zuvor desinfizierten Leinensack, aus dem die Flüssigkeit ablaufen kann. Dann wird der Inhalt des Topfes in den Sack eingewickelt und leicht gedrückt. Dabei fließt das restliche Wasser aus dem eigentlichen Quark ab. Alternativ verwendet man spezielle Siebe. Zum Schluss bleibt nur das Endprodukt zurück, das für die Quarkkeulchen bestimmt ist.

Wie werden Quarkkeulchen zubereitet?

Am Anfang steht der Teig. Köche sprechen hier in erster Linie von sächsischen Süßspeisen. Hieraus ergibt sich eine mögliche Herkunft. Sachsen war ein Königreich, das nach dem Ersten Weltkrieg 1918 in einen Freistaat umgewandelt wurde. Das Gebiet ist gleichzeitig für die vorzüglich schmeckenden Süßspeisen bekannt. Unter Süßspeisen werden außerdem cremige und gesüßte Zutaten verstanden. Sie eignen sich als Vor- und Hauptspeise. Aufgrund ihrer Form können sie in unterschiedlichen großen Portionen gereicht werden. Typische Mittel sind Zucker, heimischer Honig oder regionale Früchte, die sich auch kombinieren lassen.

Zuerst reibt der Koch die frisch gekochten Pellkartoffeln. Dazu werden die ursprünglichen Rohkartoffeln mit ihrer Schale in heißem Wasser gekocht. Nach ungefähr zwanzig Minuten sollte man in jede Kartoffel mit einem spitzen Schälmesser stechen und sie anheben. Rutscht sie sofort herunter, dann ist die jeweilige Kartoffel weich genug.

Im Anschluss zieht der Koch die Haut der jeweiligen Kartoffel mit einem spitzen Messer ab. Dann kommt die Kartoffel, die mittlerweile sehr weich sein sollte, in eine Kartoffelpresse. Das Ergebnis ist ein Kartoffelbrei, der sich ausgezeichnet mit Quark vermengen lässt.

Jetzt folgt der Quark, der selbst hergestellt oder im Supermarkt gekauft wurde. Man sollte beim gekauften Produkt auf die Fettstufe achten. Weitere Zutaten sind Eier und Mehl. Auf drei Anteile Kartoffeln kommt ein Anteil Quark. Es gibt jedoch auch Rezepte, die andere Variationen vorgeben. Genauso wichtig ist das Verhältnis zwischen dem Mehl und den Kartoffeln. Während Kartoffeln für einen festen Teig sorgen, lockert Mehl diesen auf. Den geformten Teig reichert der Koch mit den Eiern sowie den Gewürzen Zimt oder Salz an. Sollen die Quarkkeulchen besonders süß sein, benötigt man noch Zucker.

Zitronen schützen den menschlichen Körper. Deshalb sollten sie in Form von Zitronensaft oder geriebenen Zitronenschalen ebenfalls Bestandteile der Keulen werden.

Einige Köche bevorzugen kleine Rosinen. Sie entfalten ihr ganzes Aroma, wenn man sie zuvor in Rum einlegt und den herzhaften Geschmack des Alkohols auf sie einwirken lässt. Da es sich um ehemalige Trauben handelt, enthalten sie auch Zucker.

Im vorletzten Schritt gibt der Koch das Bratöl seiner Wahl in die heiße Pfanne. Die Quarkfrikadellen sollten vor dem Braten ca. 1 bis 2 Zentimeter hoch und fünf breit geformt werden.

Danach gibt man die Quarkfrikadellen in die Pfanne mit dem heißen Öl und lässt sie von beiden Seiten gelbbraun backen.

Welche Beilagen kommen für Quarkkeulchen infrage?

Wer seine Quarkkeulchen mit Früchten mag, sollte es mit heißen Sauerkirschen probieren. Für zwei Personen werden 1,4 kg Sauerkirschen benötigt. Am besten verwendet der Koch die Frischen vom Markt. Mit einem Kirschentkerner lassen sich die Steine mühelos entfernen. Im Anschluss müssen die Kirschen in 500 ml Wasser ungefähr zehn Minuten leicht aufkochen. Während dieses Schrittes kommen zwei Teelöffel Vanillepulver und ein Teelöffel Nelkenpulver hinzu. Der Koch sorgt dann noch für 500 g Zucker oder einen Ersatzstoff.

Quarkkeulchen für raffinierte Raubeine

Die Rezeptur aus Kartoffeln, Mehl, Eiern und Quark lässt sich auch pikant würzen. Neben Wurst und Fleisch kann man auch Pilze für die Quarkkeulchen verwenden. Dazu kommen Speckwürfel und Paprika. Dieser ist nicht nur interessant, sondern auch gesund.

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