Was sind Impfdrängler? Bedeutung, Erklärung, Definition

Was sind Impfdrängler, Bedeutung, Erklärung, Definition


Impfdrängler sind Menschen, die absichtlich gegen die Impfreihenfolge verstoßen, um früher und vor anderen geimpft zu werden.

Was bedeutet „Impfdrängler“? Bedeutung, Erklärung, Definition

Der Ausdruck „Impfdrängler“ wurde in Deutschland populär nachdem durch eine dpa-Recherche im Februar 2021 bekannt wurde, dass mehrere Kommunalpolitiker, Geistliche, Polizisten und Feuerwehrleute sich gegen das Coronavirus haben impfen lassen, obwohl sie nicht zur Prioritätsgruppe gehörten. Damit haben diese die Impfreihenfolge des Bundesgesundheitsministeriums verletzt, die vorsieht, dass erst alle Menschen, die einem hohem Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, geimpft werden sollen. Dies sind: Menschen, die über 80 Jahre alt sind sowie Krankenhaus-, Arztpraxen-, Pflegeneinrichtungs- und Impfzentren-Mitarbeiter. (Also Menschen, die im medizinischen Bereich arbeiten.)

Die Impfdrängler rechtfertigten ihr Verhalten teils damit, dass sie übrig gebliebene Impfdosen erhalten haben, die sonst verfallen wären. Der Impfstoff wird nämlich kurz vor dem Impfen aufbereitet und ist dann nur wenige Stunden haltbar. Sagt nun jemand seinen Termin ab, bleibt der Impfstoff über und muss dann entsorgt werden.

Bisher ist nicht geregelt, wie mit übrig gebliebenen Impfdosen umgegangen werden soll.

Bisher ist nicht geregelt, wie und ob das Vordrängeln beim Impfen bestraft werden soll. Es stellt immerhin eine Verletzung der Impfreihenfolge dar.

Warum sind Impfdrängler ein Problem?

Meinung der Redaktion: Impfdrängler untergraben die Glaubwürdigkeit der Politik, der Gesetze und der Impfreihenfolge. Sie zerstören Vertrauen und ihr Ansehen. In ihrem Egoismus stellen sie sich über die Impfreihenfolge und den Sinn dahinter. Sie setzen sich über andere und zeigen mit ihrem Verhalten, dass sie sich für wichtiger halten als andere. Sie handeln rücksichtslos und unsolidarisch.

Diese Menschen entwerten sich selbst moralisch und machen sich unglaubwürdig. Gerade Politiker, die die Einhaltung der Pandemie-Eindämmungsregeln (immer wieder) von den Bürgern fordern, aber sich bei den Impfungen vordrängeln und nicht an die Impfreihenfolge halten, offenbaren nicht nur ihren Egoismus, sondern auch ihre Heuchelei. Wer Verantwortung für andere Menschen oder eine Stadt hat, sollte nicht nach dem Motto „Ich zu erst“ handeln. Oder um es mit Heinrich Heines Worten zu sagen: „Wasser predigen und Wein trinken“.

Man denke nur an die Titanic. Damals hieß es „Frauen und Kinder“ zu erst. Würde ein Mann sich vordrängeln, so hätte ihn der Zorn der Gruppe getroffen.

Impfdrängler stellen sich nicht nur über andere, sie nutzen ihre Kontakte, ihre Privilegien und ihre Macht aus. Das ist einer Demokratie nicht würdig, in der Gleichheit und die Gesetze für alle gelten (sollten). Gerade für alle, die auf einen Impftermin für sich oder ihre Eltern warten, ist dieses Verhalten ein Schlag ins Gesicht.

Bürgermeister, Stadträte und politische Funktionsträger, die sich vordrängeln und vor allen anderen impfen lassen, müssen sich über steigende Demokratie- und Politikverdrossenheit nicht wundern.

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