Was ist ein „Social Media Detox“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein, Social Media Detox, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Social Media Detox beschreibt das bewusste Einlegen einer temporären Auszeit von der Nutzung der sozialen Median. Das Ziel, das damit verfolgt wird, ist eine sprichwörtliche Entgiftung von den negativen Nebenwirkungen, die der Gebrauch sozialer Medien mit sich bringen kann. Personen, die von Zeit zu Zeit Social Media Detox betreiben schützen sich damit selbst vor einer etwaigen Sucht nach der Benutzung sozialer Plattformen.

Welche Gefahren können von sozialen Medien ausgehen?

Viele Menschen, die soziale Medien wie zum Beispiel Facebook, Instagram, Twitter oder TikTok benutzen haben er bereits bemerkt. Je häufiger man sich auf die genannten Plattformen einloggt, desto mehr steigt das Verlangen danach es immer wieder zu tun. Soziale Medien können süchtig machen. Manche Menschen erleben soziale Medien, neben ihrem normalen Leben, als eine Art zweite Realität, in der sie nichts verpassen möchten. Sie möchten informiert sein, wenn Freunde Urlaubsbilder oder witzige Videos ihrer Haustiere posten. Sie wollen mitreden können, wenn es um öffentliche Diskussionen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen geht. Das ist mit sozialen Medien jeweils möglich. Denn einerseits werden die angesprochenen Plattformen dazu genutzt das eigene Privatleben auszustellen, andererseits werden hier Themen aus Politik oder Unterhaltung diskutiert.

Durch das spezielle System aus Klicks und Likes, die der Nutzer für eigene Meinungsäußerungen und eigene geteilte Bilder bekommen kann, steigt bei vielen Menschen das Verlangen danach diese Medien immer stärker zu nutzen. Denn, wenn man Klicks und Likes erhält, fühlt sich dies wie eine echte Anerkennung an. Allerdings kann sich das davon erwünschte Anerkennungs- und Glücksgefühl auch in das Gegenteil umkehren. Bleiben Likes aus, fühlt man sich unter Umständen nicht wertgeschätzt. Werden Meinungsäußerungen kritisch beantwortet, kann das Selbstwertgefühl ebenfalls leiden.

Wer eher andere Personen auf sozialen Medien beobachtet, stellt oft Vergleiche zwischen sich und anderen Menschen an. Dies betrifft vor allem Jugendliche. Soziale Medien arbeiten viel mit Bildern. Häufig zeigen Nutzer Dinge wie ihren Erfolg bei der letzten Schlankheitskur, oder ihre makellose Haut. Junge Nutzer wissen oft nicht, dass diese Bilder bearbeitet sind. Vielmehr vergleichen sie sich mit den Darstellungen und stellen unter Umständen fest, dass sie statt makelloser Haut Pickel haben, und außerdem einige Pfunde zu viel auf den Rippen. Dies kann zu innerer Unzufriedenheit und dem Streben nach den falschen Werten führen.

Welche positiven Effekte kann Social Media Detox haben?

Hat man als Nutzer das Gefühl sich zu viel mit sozialen Medien zu beschäftigen, kann eine Phase des Social Media Detox Abhilfe schaffen. In vielen Fällen beginnt dies damit, dass Freunde und Familienangehörige darüber klagen, dass man nur noch am Handy anzutreffen sei. Wenn man bemerkt, dass man ständig den Drang verspürt nach dem Handy zu greifen und beispielsweise Instagram aufzurufen, um nachzusehen wie erfolgreich der letzte Post war, befindet man sich bereits in einer zwanghaften Situation. Sich feste Zeiten für die Nutzung sozialer Medien zu setzen, oder Social Media Detox zu betreiben, können hier helfen weiterhin in der Realität verhaftet zu bleiben, und körperlich anwesenden Personen des nahen Umfeldes die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Außerdem kann Social Media Detox auch dabei helfen weiterhin, oder nach einer Unterbrechung wieder, Dingen nachzugehen, die man gerne tut, wie Rad fahren, Fußball spielen oder Musik machen. Denn durch die überbordende Nutzung von Facebook oder Twitter geraten Freizeitaktivitäten oftmals ins Hintertreffen.

Weiterhin kann eine regelmäßige Nutzung sozialer Medien einen gewissen Druck aufbauen sich auf den genutzten Plattformen regelmäßig blicken zu lassen. Wer dort sehr aktiv ist steht im Rampenlicht. Sogenannte Follower, die gepostete Bilder und Meinungsäußerungen beobachten, liken oder kommentieren, melden sich häufig zu Wort, wenn plötzlich keine Aktivitäten mehr zu verfolgen sind. Sie fragen dann nach warum keine neuen Posts kommen. Dies setzt manche Menschen unter Druck immer wieder aktiv zu werden. Dieser Druck wird häufig als belastend empfunden und kann in schlimmen Fällen zu Traurigkeit bis hin zu Depressionen führen. Wer regelmäßiges Social Media Detox betreibt durchbricht diesen Kreislauf und macht sich davon frei die Follower ständig bedienen zu müssen.

Wer viel am Handy ist schläft außerdem häufig schlecht. Das vom Handy ausgehende blaue Licht putscht Nutzer künstlich auf und verhindert es in vielen Fällen nachts schnell einschlafen zu können. Auch dieses Phänomen kann durch Social Media Detox reduziert werden, da weniger blaues Licht auf den Handynutzer einwirkt.

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Wie kann Social Media Detox gelingen?

Social Media Detox gelingt am besten mit einem strikten Plan. Zunächst sollte man einen Zeitraum festlegen, in dem man Social Media Detox betreiben möchte, mit einem Start- und einem Endtermin. Vorab sollte man seine Gewohnheiten bei der Nutzung sozialer Medien betrachten und sich ein realistisches Ziel setzen. Wer ständig am Handy ist tut sich vermutlich selbst keinen Gefallen damit gleich einen Monat lang auf alle soziale Medien verzichten zu wollen. Besser ist es klein anzufangen und zum Beispiel einen Zeitraum von 24 Stunden für den Einstieg in Social Media Detox zu wählen. Später können auch längere Zeiträume von beispielsweise einer oder zwei Wochen gewählt werden. Weiterhin sollte man sich überlegen worauf genau man in der Zeit des Social Media Detox verzichten möchte. Da es schwer fällt sich an das eigene Ziel zu halten, wenn man etwa nur auf Facebook verzichtet, Instagram, TikTok und Twitter aber weiterhin nutzt, ist es besser zeitweise all diese Plattformen aus dem Blickfeld zu verbannen. Noch bessere Erfolgschancen während der Zeit des Social Media Detox nicht rückfällig zu werden hat man, wenn man auch auf Messenger wie WhatsApp verzichtet. Einige schalten das Handy auch komplett ab.

Wird das Handy während des Social Media Detox grundsätzlich noch genutzt, ist es hilfreich Apps, auf die man verzichten möchte, vorübergehend zu deinstallieren. Ansonsten ist die Versuchung groß sie doch zu öffnen. Gut ist es auch Freunde und Familie über den Zeitraum des Social Media Detox zu informieren, besonders, wenn man ansonsten ständig über das Handy erreichbar ist. Möglicherweise machen sie sich sonst Sorgen, weil man plötzlich offline ist.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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