Was ist ein Shadowban? Was ist Shadow banning? (auf Twitter, Instagram,…)

„Shadow banning“ oder ein „Shadowban“ wird eine Technik in den sozialen Netzwerken und Foren bezeichnet, die dafür sorgt, dass die Beiträge die ein Account veröffentlicht, weniger bis gar keine Leute mehr erreichen. Ob jemand von einem Shadowban betroffen ist, wird dieser Person in der Regel nicht vom sozialen Netzwerk mitgeteilt.

Ein „Shadowban“ dient der Blockierung der Inhalte eines Nutzers, ist aber keine direkte Blockierung oder Löschung des Accounts. Ziel eines Shadowbans, ist es, dass die Inhalte des betroffenen Nutzers im „Schatten“ stehen und unsichtbar für andere werden.

Unter anderem wurde ein „Shadowban“ auf folgenden Plattformen beobachtet: Instagram, Reddit, Twitter, WeChat

Shadow banning wird auch wie gefolgt:

  • stealth banning
  • ghost banning
  • comment ghosting
  • Schatten Bann (eher weniger verbreitet)

Wie sich ein Shadowban bemerkbar macht

Wenn ein Account von einem „Shadowban“ betroffen ist, so zeigt sich dies daran, dass die Reichweite/Sichtbarkeit neuer Beiträge stark gesunken ist und die Interaktionen (wie Teilen oder Likes) ebenfalls stark zurückgegangen sind.

Die Interaktion, die noch stattfindet, findet fast ausschließlich durch Nutzer statt, die schon folgen oder Fans sind.

An der Zahl der Abonennten ändert sich in der Regel nichts. Die eigenen Beiträge können weiter selbst eingesehen werden. Beiträge werden in der Regel nicht gelöscht.

Außerdem sorgt ein Shadowban dafür, dass in der Suche des sozialen Netzwerkes nur noch Follower des Accounts Beiträge zu bestimmten Hashtags sehen können. Nicht-Followern werden die Inhalte des Accounts, der vom Shadowbanning betroffen ist, nicht oder kaum angezeigt.

Twitter Shadowban-Test

Für Twitter kannst du mit diesem Tool herausfinden, ob (d)ein Account von einem Shadowban betroffen ist: Shadowban.de/tester

Instagram Shadowban-Test

Veröffentliche mit deinem Instagram-Profil unter einem bestimmten Hashtag einen Beitrag. Nun fragst du einen Freund oder legst dir einen zweiten Account an. Der andere Account soll dir folgen. Folgt er dir, prüft du in der Instagram-Suche, ob dein Beitrag zu dem bestimmten Hashtag angezeigt wird. Nun entfolgt dieser zweite Account dir und du untersuchst wieder die Instagram-Suche, ob dein Beitrag zu deinem bestimmten Hashtag angezeigt wird. Siehst du den Beitrag, so bist du nicht von einem Shadow-Ban betroffen. Siehst du nicht, dann bist du betroffen.

Warum wird ein Shadowban verhängt

Ein Shadowban wird verhängt, wenn ein Nutzer gegen die Regeln des sozialen Netzwerkes verstoßen hat. Das können unter anderem sein:

  • Nutzen von Bots oder automatisierten Services (z.B. automatische Kommentare, automatisches Followen)
  • Kaufen von Fans, Followern oder Reaktionen
  • Übernutzung eines Hashtags (Wird als Spam teils klassifiziert)
  • Über- und Unteraktivität – werden zu viele Beiträge auf einmal in kurzer Zeit geliked oder zu viele Leute entfollowt oder gefollowt, während in der restlichen Zeit gar keine Interaktion stattfindet, kann dies einen Shadowban auslösen.
  • NSFW-Hashtags werden eventuell blockiert. Hashtags mit denen Ü18-Inhalte promoted werden, sorgen dafür, dass Inhalte eventuell weniger Reichweite erhalten
  • Deine Hashtags sind auf einer Sperrliste / Blacklist. Zu bestimmten Hashtags zensieren einige soziale Netzwerke den Newsfeed.
  • Der Account hat zu viele Beschwerden erhalten.

Was zu tun ist bei einem Shadowban

Bei einem Shadowban hast du wenig, was du sofort tun kannst. Versuche diese Liste abzuarbeiten:

  • Prüfe, ob du ein Fehlverhalten wie im Absatz zuvor genannt, an den Tag gelegt hast. Falls ja, verzichte z.B. auf ungünstige Hashtags oder verändere deine Aktivität.
  • Lege Beschwerde ein bzw. melde ein Problem. Das kann helfen.
  • Lege eine Pause ein. Ja, ernsthaft. Veröffentliche weniger Beiträge oder verzichte wenige Tage auf Instagram oder Twitter.

Welches Ziel wird mit einem Shadowban verfolgt

Mit einem Shadowban sollen die Inhalte die Spammer in sozialen Netzwerken verbreiten, nicht gleichberechtigt mit den Inhalten von durchschnittlichen, echten oder ernsthaften Nutzern angezeigt werden. Es ist quasi ein Maulkorb.

Damit wird ein Ziel verfolgt: Der Spammer soll frustriert werden, seine Methode überdenken und besser Inhalte veröffentlichen oder dem sozialen Netzwerk fernbleiben.

Hierbei geht es oft darum, dass die vom Anbieter des sozialen Netzwerks intendierte Nutzung des Netzwerkes gewahrt wird.

Bekannte Betroffene

AfD-Politiker berichten wiederholt davon, dass sie von einem Shadowban betroffen seien.

Istagram-Nutzer berichteten 2017 vermehrt darüber, dass auch sie von einem Shadowban betroffen seien.

Zurück zur vorherigen Seite

3 Gedanken zu „Was ist ein Shadowban? Was ist Shadow banning? (auf Twitter, Instagram,…)“

  1. Hi!

    Mich würde es interessieren, auf was für Quellen ihr euch bezieht.
    Gibt es von Instagram oder einer anderen Social Media Plattform ein explizites Zitat oder Ähnliches zu diesem Thema?
    Oder erfolgen alle erfassten Daten durch Mundpropaganda und allgemein nur durch User.
    Ich würde gerne etwas tiefer nachforschen und stoße aber bei jeglichen Berichten zum „Shadowban“ auf keine vertraulichen bzw. zuverlässigen Quellen. Dies ist in keinster Weise ein Vorwurf, nur eine Interessensfrage, da der Autor dieses Artikels sicher mehr weiß als ich.
    Ich danke schon im voraus recht herzlich für die Antwort und verbleibe

    mit lieben Grüßen
    Edina

    1. Liebe Edina,

      danke für deinen Kommentar!

      Durch induktive Logik (Induktion) entstand die Beschreibung des Phänomens „Shadowban“: Von vielen einzelnen Beobachtungen und Berichten über verminderte Reichweite wird auf eine allgemeine Regel geschlossen. Hierbei lief dies so, dass Gemeinsamkeiten bei Twitter- oder Instagram-Nutzern gesucht wurden, die glaubten unter einem Shadowban zu leiden. Aus diesen Beobachtungen wurden Schlußfolgerungen gezogen, welche unter dem Begriff „Shadowban“ zusammengefasst wurden. Für die Recherche zum Beitrag haben wir verschiedenste Quellen gesichtet, um ein möglichst breites Bild zubekommen.

      Die Portalbetreiber haben sich nie konkret zum Shadowban geäußert. Das würden sie vermutlich auch nie machen, da sie a) ihren Algorithmus schützen wollen (je weniger sie preisgeben, umso weniger kann der Algorithmus manipuliert werden) und b) sie keine Angst verbreiten wollen. Wenn der Eindruck entsteht, dass Shadowbans willkürlich erteilt werden, könnte dies Nutzer und damit Werbekunden abschrecken.

      Viele Grüße
      Pierre von BedeutungOnline.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.