Was ist Sciophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Sciophobie, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Sciophobie wird auch als Sciaphobie bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine spezifische Phobie, die die irrationale und krankhafte Angst vor Schatten beinhaltet. In vielen Fällen handelt es sich um eine übersteigerte Angststörung, die es Sciaphobikern unmöglich macht, Schatten anzusehen. Viele Betroffene sind noch nicht einmal in der Lage, auf ihren eigenen Schatten zu treten.

Definition einer Sciophobie

Die Angst vor Schatten kann generationsübergreifend vorkommen. Das bedeutet, dass die besondere Angst von einer Person zu einer andere übergeht. Für betroffene Personen hat der Schatten etwas beängstigend. Sie vermuten darin unerwünschte Besucher oder schädliche Dinge. In vielen Fällen wird die Angststörung durch ein traumatisches Ereignis aus der Vergangenheit ausgelöst. Bei Kindern kann es bereits ausreichen, dass eine kleine Maus im Fernsehen einen riesigen Schatten wird, der aussieht wie ein Monster. Für Betroffene ist es schwer, in einem dunklen Raum zu schlafen. Sie möchten am liebsten immer in einem gut beleuchteten Raum bleiben. Selbst das Sehen des eigenen Schattens kann eine Panikattacke auslösen. Betroffene fangen an zu schreien oder fallen in Ohnmacht.

Welche Auswirkungen hat eine Sciophobie?

Menschen, die unter einer Sciophobie leiden, gelten als sehr ängstlich. Es verursacht bei ihnen ein Unbehagen, wenn sie sich in einer Menschenmasse bewegen müssen. Das liegt unter anderem daran, dass es durch die bewegenden Menschen zu Verschiebungen der Schatten kommt, denen Betroffene kaum ausweichen können. Das kann den Alltag eines Betroffenen stark einschränken. Oftmals wirkt sich die Angststörung auch negativ auf die Arbeitsfähigkeit aus. Schatten lassen sich im täglichen Leben schließlich schlecht vermeiden.

Behandlungsmethoden / Therapien: Sciophobie

Als Behandlungsmethoden haben sich bei einer Sciophobie Verhaltenstherapien und Hypnosen gut bewährt. Mithilfe von Bildern und kleinen Schatten werden Betroffene vorsichtig an die Angstobjekte herangeführt. Eine derartige Verhaltenstherapie wird durch einen ärztlichen Psychotherapeuten durchgeführt. Ein neues Bild wird erst dann gezeigt, wenn die Angst vor dem ersten Objekt abgebaut wurde. Nur so ist es möglich, ihn an das nächste Objekt heranzuführen, welches Ängste auslösen könnte. Eine andere Alternative wird auch als Flooding bezeichnet. Während dieser Behandlung wird der Betroffene dazu angeleitet, sich in den Schatten zu begeben. Er muss die Angst vollständig aushalten. Diese Methode wird in der Regel so häufig angewendet, bis die Angst vor dem Schatten komplett abgebaut wurde. Beim Flooding kommt es zu einer Reizüberflutung, die mit einer Konfrontationstherapie verglichen werden kann. Betroffene sollen lernen, sich ihren Ängsten zu stellen und die angstauslösende Situation allein überwinden.

Sciophobie: Welche Symptome kann eine Angststörung auslösen?

Angst ist ein natürliches und wichtiges Gefühl. Sie kann dafür sorgen, dass unnötige Risiken vermieden werden. Ängste vor Dunkelheit oder Trennungsängste werden als normale Entwicklung angesehen. Nimmt eine Angst überhand und beeinträchtigt den Alltag, sollte etwas dagegen unternommen werden. Durch negative Erfahrungen kann es zu übersteigerten Ängsten kommen. Diese Ängste können Symptome wie Pulsbeschleunigung, Zittern, Hitzewallungen, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Schwindel, Erbrechen, Übelkeit oder Atembeschwerden verursachen. Je nach Angststörung haben Betroffene das Gefühl, verrückt zu werden oder das unwirkliche Dinge geschehen. Sie haben nicht mehr die volle Kontrolle über ihre Gedanken und Gefühle. Im schlimmsten Fall haben sie das Gefühl zu sterben oder es tritt ein sogenanntes Vernichtungsgefühl auf. Phobien und Ängste können so extrem werden, dass sich Betroffene nicht mehr aus dem Haus trauen. Mithilfe von kognitiven Ansätzen wird bei einer Therapie die Bewertungs- und Denkart der Betroffenen verändert. Therapien helfen dabei, Angst auslösende Gedanken zu Ende zu führen. Bei vielen Ängsten handelt es um rein unrealistische Bewertungen. Nur in sehr belastenden Situationen werden Antidepressiva verordnet.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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