Was ist der „Gender Dating Gap“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist der, Gender Dating Gap, Bedeutung, Definition, Erklärung


„Gender Dating Gap“ meint im Deutschen die Kluft zwischen den Geschlechtern, die sich auch bei der Partnersuche zeigt. Es gibt eine „Lücke“, die überbrückt werden muss, wenn eine Frau einen Mann auf Augenhöhe finden möchte. Frauen haben es schwer, einen ihnen ebenbürtigen Mann zu finden, ohne sich verbiegen zu müssen, so die Aussage, die sich hinter dem Begriff „Gender Dating Gap“ verbirgt.

Was ist der „Gender Dating Gap“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff bezieht sich bewusst auf „Gender Pay Gap“. Dabei steckt hinter dem Begriff „Gender Gap“ mehr als nur der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Der Begriff steht für die Kluft zwischen den Geschlechtern. In diesem Sinne verweist „Gender Pay Gap“ direkt auf den geschlechtsspezifischen Lohnunterschied und die Kluft, die sich hier auftut: Frauen verdienen bei gleicher Arbeit deutlich weniger Geld als Männer. Auf dieses Missverhältnis bezieht sich „Gender Dating Gap“. Der Begriff verweist auf den Geschlechtsunterschied, der sich bei der Partnersuche genau wie bei der Gehaltszahlung bemerkbar macht und bei dem immer die Frau diejenige ist, die sich weit unter Wert verkaufen muss.

Welche Probleme erwarten Frauen beim Dating?

Es sind auffallend oft erfolgreiche Frauen, die Singles sind. Sie leben allein, finden keinen Partner und sind stattdessen mit ihrem Job „verheiratet“. Notgedrungen, denn Sie haben es nicht einfach, einen ihnen adäquaten Mann zu finden. Dies hat zumeist einen einfachen, wenn auch unheilvollen Grund: Frauen müssen sich kleiner machen als sie sind, damit die Männer, mit denen sie ein Date haben, nicht eingeschüchtert sind und sofort die Flucht ergreifen. Aber nicht jede Frau ist bereit dazu und leben stattdessen lieber als unabhängige Singles, als sich mit einem Mann unter ihrem Niveau abzugeben.

Die Autorin Anne-Kathrin Gerstlauer hat ein Buch zum Thema verfasst: „Der Gender-Dating-Gap und die Liebe“. In ihrem Buch beschäftigt sich die Autorin unter anderem mit der Frage, ob sich Frauen kleiner machen, wenn sie einen Mann kennenlernen möchten? Dass es eine Geschlechterkluft gibt, ist eine Tatsache, die sich in vielen gesellschaftlichen Bereichen negativ bemerkbar macht. So auch beim Kennenlernen eines zukünftigen Partners.

Männer, die in ihrer angelernten und vermeintlich angestammten Rolle als Beschützer, Versorger und Anführer bei der Begegnung mit einer unabhängigen und emanzipierten Frau schnell verunsichert sind, machen möglicherweise voreilig einen Rückzieher. Diese Verunsicherung des Mannes führt dazu, dass sich die Frau bemüßigt sieht, ihr „Licht unter den Scheffel zu stellen“, sich kleinzumachen, um so ihrem männlichen Gegenüber keine Angst zu machen und ungewollt in die Flucht zu schlagen. Dieses Verhalten von Frauen ist ebenfalls angelernt, denn die Rolle der Frau ist noch immer klar definiert: Sie steht hinter dem Mann in der zweiten Reihe. Alles andere widerspricht nicht nur dem Selbstverständnis des Mannes, sondern auch der männlich dominierten Definition der Geschlechterrollen.

Das Ziel ist eine gleichberechtigte Partnerschaft

Eine gleichberechtigte Partnerschaft ist nur möglich, wenn der „Gender Dating Gap“ geschlossen wird. Solange dies nicht gelingt, bleibt die Partnersuche für alle Beteiligten eine frustrierende Angelegenheit. Der erste Schritt, diese Kluft zu überwinden, besteht darin, aus den alten Geschlechterrollen auszusteigen. Ein Date zwischen einer Frau und einem Mann muss auf Augenhöhe stattfinden können.

Alles das, was Männer untereinander bemerkenswert finden und sie bei Frauen anziehend macht, wird einer Frau negativ ausgelegt. Als mache es eine Frau unattraktiv, erfolgreich, unabhängig oder intelligent zu sein. Emanzipierte Frauen, die im Beruf und im Leben „ihren Mann stehen“, schrecken Männer ab. Allein ihr Anspruch, keinen Mann zu brauchen, der ihnen sagt, wo es lang geht, kratzt am Selbstwertgefühl eines Mannes, der sich in der traditionellen Rolle als Macher und Versorger sieht.

Der „Gender Dating Gap“ lässt Singles scheitern

Je länger Menschen ein Single-Leben führen, desto selbstständiger und unabhängiger werden sie. Diese Zwangsläufigkeit vergrößert den „Gender Dating Gap“. Die Kluft zwischen dem Selbstverständnis der Geschlechter wird immer breiter. Ein Begegnen auf Augenhöhe wird komplizierter. Wie selbstbewusst darf man auftreten, ohne das Gegenüber zu verschrecken? Wie sehr darf man kleine Aufmerksamkeiten genießen, ohne seine Selbstständigkeit und Unabhängigkeit aufzugeben?

Die wenigsten Menschen werden sich in freiwillig in eine Abhängigkeit begeben, die ihrem Lebensstil widerspricht. Dennoch geschieht genau das beim Dating: Frauen machen sich klein, damit sich die Männer größer fühlen können und nicht abgeschreckt werden. Wenn eine Frau dieses Spielchen nicht mitmacht, wird sie es bei der Partnersuche schwerer haben. Lässt sie sich aber darauf ein, wird sie keinen Mann finden, der ihr ebenbürtig ist. Denn eine solche Beziehung startet von Beginn an unter falschen Vorzeichen und in kürzester Zeit macht sich Unzufriedenheit breit.

Dating-Verhalten und Merkmale eines „Gender Dating Gap“

Die folgende Auflistung macht deutlich, wie stark ausgeprägt die geschlechtsspezifischen Rollen sind, wenn es um eine Partnerschaft zwischen Mann und Frau geht. Je emanzipierter, erfolgreicher, selbstständiger und finanziell unabhängiger eine Frau ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Single bleibt.

  • Frauen lieben große Männer, zu denen sie „aufschauen“ können
  • Frauen machen sich klein
  • Männer machen sich größer als sie sind
  • Frauen geben sich bescheiden
  • Männer protzen mit Beruf, Gehalt, Auto und Hobby
  • „Karrierefrauen“ halten sich mit beruflichen Anekdoten zurück
  • Männer – „Karrieremänner“ gibt es nicht – dominieren das Gespräch

“Gender Dating Gap“ als Chance

Wer sich liebt, respektiert sich. Darin besteht die Chance, die Geschlechterkluft beim Dating zu überbrücken. Respekt ist die Grundlage für eine gute Partnerschaft auf Augenhöhe. Dazu gehört Ehrlichkeit und Aufmerksamkeit, die sich Mann und Frau gegenseitig schenken müssen. Gefühle, Ängste, Sorgen und Wünsche müssen ausgesprochen werden, damit sie gemeinsam angegangen werden können. Insofern ist die Existenz des „Gender Gap“ beim Daten zugleich auch die Chance, ihn zu überwinden und aus der Welt zu schaffen.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge.


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