Was bedeutet „Sayonara“? Bedeutung, Definition, Erklärung

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Der japanische Gruß „Sayonara“ wird bei uns in Deutschland häufig mit „Auf Wiedersehen“ gleich gesetzt. Doch das stimmt so nicht.

Was bedeutet „Sayonara“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Es ist zwar ein Abschiedsgruß, im Grunde aber das Gegenteil von „Auf Wiedersehen“. Die Japaner nutzen diese Grußformel nämlich nur dann, wenn sie den anderen nicht mehr wieder sehen. Neben endgültigen Abschieden wird der Gruß bei längerer Abwesenheit, mit denen eine gewisse Tragik einhergeht, genutzt.

Damit entspricht „Sayonara“ viel mehr den Abschiedsgrüßen „Adieu“ oder „Lebewohl“.

Ein Japaner würde also niemals „Sayonara“ sagen, wenn er sich von einem Treffen mit guten Freunden verabschiedet. Es sei denn, er bricht zu einer zehnjährigen Expedition auf und weiß nicht, wann und ob er wieder zurückkommen wird.

Geschäftsleute würden sich nur mit „Sayonara“ verabschieden, wenn eine langjährige Partnerschaft auseinandergeht und nicht wieder aufgenommen wird.

Sayonara: Bedeutung, Geschichte

1957 entstand der US-amerikanische Spielfilm „Sayonara“. Die Hauptrolle spielte der damalige Superstar Marlon Brando. Der Film erzählt von Angehörigen der US-Army, die im Zuge des Korea Krieges in Japan stationiert sind.
Thematisiert werden kulturelle Unterschiede und verbotene Affären zwischen Amerikanern und Japanern.

Major Lloyd Gruver (Brando) kann zunächst nichts mit den Japanern anfangen. Er ist Soldat durch und durch. Schließlich verfällt er aber dem Charme einer japanischen Schauspielerin. Langsam versteht er die Sinnlosigkeit des Krieges und seiner bisherigen am Militär orientierten Werte.

Der Film endet mit den Hochzeitsabsichten Gruvers mit der Tänzerin Hana-Ogi – obwohl das Gruvers Rauswurf aus der Armee bedeutet. Auf die Frage eines Reportes ob Gruver dem Militär noch irgendetwas zu sagen habe, antwortet der nur „Sayonara“.

Erstaunlicherweise hat sich Sayonara bei uns größtenteils goldrichtig eingebürgert. Viele Menschen nutzen den Gruß instinktiv richtig. Unter jungen Leuten war es eine Zeitlang Mode „Sayonara“ zu sagen, wenn sie jemanden nicht wieder sehen wollten.

Seitdem flammt die Nutzung des Begriffs immer wieder auf.

Gelegentlich wird Sayonara aber auch grundfalsch verwendet. Wenn sich jemand vom Feierabendbier mit Kollegen verabschiedet, ist der Ausspruch eigentlich nicht richtig. Es kann in diesem Zusammenhang witzig oder ironisch gemeint sein.

Würde ein Japaner den Ausspruch hören, würde er automatisch an eine traurige Abschiedsfeier denken.

Bei uns leben nicht so viele Japaner, die das Missverständnis richtig stellen könnten. In den USA ist das ganz anders. Dort hat sich Sayonara inzwischen als normale Grußformel etabliert. US-Japaner kritisieren diese Verwendung zuweilen.

So sagt man auf Japanisch „Tschüss“ oder „Auf Wiedersehen“

Die japanische Sprache kennt mindestens so viele Grußformeln wie die Deutsche. Die Unterschiede sind noch feiner und die Grenzen der passenden Verwendung strenger.

„Itte kimasu“ bedeutet „Ich gehe jetzt“. Japaner nutzen diesen Gruß, wenn sie sich von einem Ort entfernen und die Absicht haben, bald zurückzukommen. „Ich gehe mal eben Brötchen holen. Itte kimasu!“

„Jaa nee“ entspricht dem informellen „Tschüss“. Zur Nutzung in der deutschen Sprache eignet es sich der Verwechslungsgefahr mit dem umgangssprachlichen „Ja nee“ aber nicht.

Mit „Genki de ne“ wünschen sich Japaner „Alles Gute“.

Ein internationaler Gruß, der auch in weiten Teilen Asiens jederzeit verstanden und genutzt wird, ist „Bye bye“. Die Japaner schreiben es allerdings „Bai bai“.

Am häufigsten verwenden sie im privaten Bereich den Ausspruch „Mata ne“, um sich von Freunden, Familienmitgliedern oder guten Bekannten zu verabschieden.

Geht jemand zuerst, ist das in Japan eine größere Angelegenheit. In offiziellen Kreisen bedarf dieses Entfernen einer komplizierteren Formel. „Osaki ni shitsurei shimasu“ drückt den Wunsch und die Entschuldigung für die Notwendigkeit, sich als erster zu verabschieden aus und ist sehr japanisch.

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