Was bedeutet „Sacre Bleu“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Was bedeutet Sacre Bleu, Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


„Sacre Bleu“ ist ein Ausruf des Erstaunens, der aus dem Französischen Stammt und auch im englischsprachigen Raum bekannt ist. Er wird nicht immer einheitlich verwendet und kann daher Verwirrung auslösen.

Die Herkunft und wörtliche Bedeutung von „Sacre Bleu“

Der Ausdruck ist eine Abwandlung des französischen Ausspruchs

„Sacre Dieu“, was zu Deutsch „Heiliger Gott“ heißt (sacre = heilig und dieu = Gott)

„Sacre Bleu“ dagegen lautet übersetzt „Heiliges Blau“.

Es war vermutlich ein Sprachwitz, der sich wie ein Lauffeuer ausbreitete.

„Sacre Dieu“ entspricht in der Verwendung den deutschen Ausrufen „Heiliger Gott“ oder „Himmel Herrgott noch mal“. Hier taucht auch schon das heilige Blau, der Himmel, auf.

Das Himmelreich wird seit jeher mit den göttlichen Sphären gleichgesetzt. Der Sprung vom „Sacre Dieu“ zum „Sacre Bleu“ ist somit nachvollziehbar.

Eventuell hat sich die Aussprache zuerst in Kreisen etabliert, die die Existenz eines Gottes, ablehnen. Statt eines personifizierten Gottes das Blau des Himmels anzurufen, erscheint weniger verfänglich.

Was bedeutet „Sacre Bleu“? Bedeutung, Definition, Erklärung

In der christlichen Farbenmythologie werden Blau und Hellblau der Heiligen Mutter Gottes zugesprochen. Wann immer Maria abgebildet ist, trägt sie einen blauen Umhang oder ist vor einem strahlend blauen Himmel zu sehen.

Außerhalb der christlichen Vorstellungswelten ist Blau die Farbe der Weite und der geistigen Reinheit und Güte. Blau wirkt beruhigend und entspannend.

„Sacre Bleu“ – als Fluch oder Segen

Tatsächlich kann man „Sacre“ entweder mit „heilig“ oder „verflixt“ bzw. „verflucht“ übersetzten.

Heilig bedeutet so viel wie rund, ganz, in seiner Gesamtheit stimmig. Verflixt oder verflucht bedeutet im Grunde das Gegenteil, nämlich, dass etwas nicht so ganz rund und damit heilig ist.

Dies erscheint zunächst wie ein Widerspruch. Allerdings wird die Marienkraft in vielen Kulturen mit der Vereinigung der Gegensätze und der Harmonisierung gleichgesetzt.

Dahinter stecken bei genauerer Betrachtung komplizierte philosophische Denkansätze zur Polarität (gut-böse, Tag-Nacht, heilig-verflixt) unserer Welt. Ganz einfach könnte man sagen, das alle Gegensätze zusammengehören und im Grunde ein heiliges Ganzes bilden.

So betrachtet ist ein Fluch also auch ein Segen und umgekehrt.

Das erklärt, warum „Sacre Bleu!“ manchmal als Ausruf des lobpreisenden Staunens (ähnlich wie „Madonna!“ oder „Heilige Mutter!“) und manchmal als schneidender Fluch („Verdammt nochmal“ oder „Verflixt und zugenäht“) genutzt wird.

Im Kern ist die Verwendung dieselbe. Der Mensch möchte mit dem Ausspruch einen Ausgleich herstellen. In einer verzwickten Situation kann ein herzhafter Fluch wahrlich erleichternd wirken. Daneben wollen wir Menschen auch unsere besondere Verzückung verbal ausdrücken.

Bedeutung: „Sacre Bleu“ – das „Verflixte Blau“

2012 schrieb der US-amerikanische Bestseller-Autor Christopher Moore ein Buch mit dem Originaltitel „Sacre Bleu“.

In England und Amerika hat es sich als schick eingebürgert „Sacre Bleu“ zu sagen. In Frankreich dagegen gilt der Ausspruch schon lange als veraltet.

Auf dem deutschen Buchmarkt erschien der witzige Roman unter dem Titel „Verflixtes Blau!“. Christopher Moore beleuchtet darin die Umstände des Todes von Vincent Van Gogh. Erzählt ist es aus der Sicht zweier Freunde des Malergenies. Van Gogh galt als schwer depressiv (englisch „blue“ für „traurig“ oder „schwermütig“) und soll sich der Legende nach erschossen haben.

„Sacre Bleu“ im deutschen Sprachraum

Vermutlich kam der Ausdruck wie viele neue Sprachgewohnheiten über Amerika zu uns.
Wie genau „Sacre Bleu“ in den englischen Sprachraum kam, ist allerdings nicht bekannt.

Die Krimi-Schriftstellerin Agatha Christie soll ihn in einigen ihrer Werke genutzt haben.

Unter jungen Menschen in Deutschland wurde der Ausspruch durch eine Folge der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ bekannt. In einer Veralberung der Klischees verschiedener Nationalitäten wird der Franzose mit rot-weißem Ringelshirt einem Baguette unter dem Arm und dem Ausspruch „Sacre Bleu“ dargestellt.

Die Übersetzungen „Heiliges Blau“ oder „Verflixtes Blau“ haben sich im deutschen Sprachraum nicht durchgesetzt. Die besondere Wirkung des Ausspruchs geht durch die Übersetzung verloren.

Daher sagen auch wir „Sacre Bleu“. Der Ausspruch wird als bewusste Veralberung genutzt oder weil er besonders fein klingt.

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